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| Innovationspsychologie |
InnovationspsychologieDie Innovationspsychologie ist ein Teilgebiet der Organisationspsychologie, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in Organisationen beschäftigt. Eine Organisation wird dabei als ein System aus Menschen und Technologien betrachtet, deren Prozesse durch Regelungen strukturiert und zeitlich stabil sind. Die Tätigkeiten sind auf einen bestimmten Zweck oder ein Ziel hin ausgerichtet.
Die Organisationspsychologie untersucht folgende in Organisationen zu beobachtenden Beziehungen:
a) zwischen dem Individuum und den ihm gestellten Aufgaben
b) zwischen dem Individuum und seinem sozialen Umfeld
c) zwischen dem Individuum und der formalen Organisationsstruktur
Die Organisationspsychologie steht in enger Verbindung zu anderen Bereichen, wie den Grundlagenfächern der Psychologie (Differentielle Psychologie, Sozialpsychologie, allgemeine Psychologie) aber auch der Betriebswirtschaftslehre, z.B. um die Gestaltungsmöglichkeiten verschiedener Organisationsstrukturen kennenzulernen.
Die Innovationspsychologie selbst beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen während eines gesamten Innovationsprozesses.
Als Innovation wird dabei ein Produkt oder Verfahren bezeichnet, das im Ergebnis neu ist, d.h. sich gegenüber dem vorangehenden Zustand merklich – wie auch immer das zu bestimmen ist – unterscheidet und zu vermarkten ist. Neuerungen, die keinen Markterfolg vorweisen können, sind lediglich Erfindungen.
Den Start des Innovationsprozesses gibt immer die Idee: Ohne Idee keine Innovation. Der gesamte Innovationsprozess erstreckt sich von der Ideengenerierung über die Entscheidungsfindung bis zur Umsetzung und Vermarktung der Innovation. Bei der Ideengenerierung kommen v.a. Aspekte der allgemeinen Psychologie, wie Informationsverarbeitung und Motivation, aber auch Aspekte der differentiellen Psychologie, wie Kreativität und Intelligenz zum Tragen. Die Entscheidungsfindung hingegen beruht meist auf Gruppenprozessen, so dass hier die Sozialpsychologie herangezogen werden kann. Bei der Umsetzung und Vermarktung der Innovation stehen Themen wie Führung und Werbewirkung im Vordergrund, welche sich in der angewandten Sozialpsychologie wiederfinden.
Siehe auch
- Innovationsmanagement
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Literatur:
- Arnold, W.; Eysenck, H.J.; Meili, R. (1997): Lexikon der Psychologie; Augsburg ISBN 3-86047-508-8
- Hauschildt, J. (2004): Innovationsmanagement; 3. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage; München ISBN 3-8006-3075-3
Kategorie:Psychologie
Kategorie:Management
OrganisationspsychologieDie Organisationspsychologie ist ein Zweig der Psychologie, der sich mit der Wechselwirkung von Individuum und Organisation befasst. Er beinhaltet die Beschreibung und Veränderung von Erleben, Verhalten und Einstellungen von Menschen in Organisationen, sowie mit den Bedingungen, die diese Zustände und Verändungen beeinflussen. Die Analyse bezieht sich sowohl auf Menschen in profitorientierten Unternehmen (Industrie, Handwerk), als auch in Non-profit-Organisationen (Krankenhäuser, Hochschulen usw.)
Inhaltlich werden in der Organisationspsychologie u.a. folgende Themenbereiche behandelt:
- Organisationswahl durch das Individuum
- Personalauswahl
- Kommunikation in Organisationen
- Lernen in Organisationen
- Arbeitsanalyse, Personalentwicklung, Coaching
- Gruppen und Gruppenarbeit
- Konflikte und Konfliktmanagement
- Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit
- Mobbing, Stress, Innere Kündigung, Burnout
- Führungstheorien
- Interkulturelles Management
- Organisationsklima, Organisationskultur
- Verlassen der Organisation
Eng verwandt mit der Organisationspsychologie ist die Arbeitspsychologie. Die Arbeitspsychologie umfasst jedoch neben den organisatorischen Fragen auch die Interaktion von Mensch und Maschine. Beispielsweise mit psychologische Bedingungen für sicheres Arbeiten.
D.S. Pugh (1966) schlägt zur Einordnung der Vielzahl an organisationspsychologischen Theorien ein Konzept von sechs Theoriegruppen vor, die einzelne Gedankenschulen bzw. Betrachtungsweisen repräsentieren:
- Management-Theorie
- Struktur-Theorie
- Gruppen-Theorie
- Individual-Theorie
- Technologie-Theorie
- Ökonomische Theorie
Siehe auch
- Innovationspsychologie
- Fred Edward Fiedler
Literatur
- Schuler, H. (2004). Lehrbuch Organisationspsychologie (3. vollst. erw. und überarb. Aufl.). Bern: Huber.
- Weinert, A.B.:(1998)Lehrbuch der Organisationspsychologie : menschliches Verhalten in Organisationen Weinheim ISBN 3-621-27399-9
- Pugh, D.S.:(1966) Modern organizations theory: A psychological and sociological study. Psychological Bulletin
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SystemSystem (griechisch σύστημα, systema - wörtlich das Gebilde, Zusammengestellte, Verbundene; Mehrzahl die Systeme) bezeichnet ein Gebilde, dessen wesentliche Elemente (Teile) so aufeinander bezogen sind, dass sie eine Einheit (ein Ganzes) abgeben.
Systeme organisieren und erhalten sich durch Strukturen. >Struktur< bezeichnet das Muster (Form) der Systemelemente und ihrer Beziehungsgeflechte, durch die ein System funktioniert (entsteht und sich erhält). Dahingegen wird eine strukturlose Zusammenstellung mehrerer Elemente auch als Aggregat bezeichnet.
Allgemeines zu Systemen
# Jedes System besteht aus Elementen (Komponenten, Subsystemen), die zueinander in Beziehung stehen. Meist bedeuten diese Relationen ein wechselseitiges Beeinflussen - aus der Beziehung wird ein Zusammenhang.
# Ein System in diesem Sinn lässt sich durch die Definition zweckmäßiger Systemgrenzen von seiner Umwelt (den übrigen Systemen) weitgehend abgrenzen, um es modellhaft isoliert betrachten zu können.
# Bei Systemen unterscheidet man die Makro- und die Mikroebene: Auf der Makroebene befindet sich das System als Ganzes. Auf der Mikroebene befinden sich die Systemelemente.
# Strukturierung, Eigenschaften und Wechselwirkungen der Elemente auf der Mikroebene bestimmen die Eigenschaften des Gesamtsystems auf der Makroebene. Diese von der Mikroebene bestimmten Eigenschaften des Gesamtsystems bilden zugleich strukturelle Rahmenbedingungen, die steuernd auf die Elemente der Mikroebene einwirken.
# Die Beziehungen (Relationen) zwischen den Elementen der Mikroebene sind Wirkungen von Austauschprozessen, wie zum Beispiel Stoff-, Energie- oder Informationsflüssen.
# Auf der Makroebene lassen sich Beobachtungen machen, die aus dem Verhalten der Elemente auf der Mikroebene nicht erklärbar sind. So lassen sich beispielsweise Konvektionszellen, die beim Erwärmen einer Flüssigkeit entstehen können, nicht aus dem Verhalten einzelner Moleküle der Flüssigkeit ableiten. ("Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!"). Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Emergenz.
# Das System selbst ist wiederum Teil eines Ensembles von Systemen und bestimmt mit ihnen die Eigenschaften eines übergeordneten Systems.
# Viele Systemtheoretiker verstehen ein System nicht als realen Gegenstand, sondern als Modell der Realität. Ein Modell ist nicht richtig oder falsch, sondern mehr oder weniger zweckmäßig.
# Die Abgrenzung von Systemen gegeneinander, das Herausgreifen bestimmter Elemente und bestimmter Wechselwirkungen und das Vernachlässigen anderer Elemente und Beziehungen und damit die Identifikation eines bestimmten Systems und seiner Umwelt ist stets vom Betrachter abhängig, also subjektiv, und dem jeweiligen Untersuchungszusammenhang angepasst.
# Jede Wissenschaft beschäftigt sich mit Systemen. Jede Wissenschaftsrichtung definiert Systeme aus ihrer Sicht. So kommt es, dass gleiche Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt werden. Die Entwicklung einer einheitlichen Systemtheorie ist zurzeit noch nicht abgeschlossen.
Eigenschaften von Systemen
Hauptartikel: Systemeigenschaften
Bei einem System können verschiedene Eigenschaften unterschieden werden:
- Komplexität
- Dynamik
- Wechselwirkung mit Systemumfeld
- Determiniertheit
- Stabilität
- ohne Energiezufuhr von aussen / mit Energiezufuhr von aussen
- diskret (zeit- oder zustandsdiskret) – kontinuierlich
- zeitvariant (Systemverhalten ändert sich mit der Zeit) – zeitinvariant (Systemverhalten ist zeitunabhängig)
- linear - nichtlinear
- geregelt oder ungeregelt.
- adaptiv (anpassend)
- autonom (unabhängig von äußerer Steuerung)
- selbstregulierend (Selbstregulation)
- autopoietisch (selbstfortpflanzend)
- denkend
- lernend
- sozial: Kommunikationen und Handlungen von individuellen und kollektiven Akteuren im Kontext von personalen Beziehungen, Gruppenzusammenhängen, Organisationen und Gesellschaften
- kognitiv: siehe auch psychisches System
- soziotechnisch: ein System, das aus Personen und Maschinen besteht. Ein solches soziotechnisches System ist beispielsweise ein Unternehmen mit seinen Arbeitsplätzen.
Struktur von Systemen
Hauptartikel:Systemstruktur
Unter der Struktur eines Systems versteht man die Gesamtheit der Elemente eines Systems, ihre Funktion und ihre Wechselbeziehungen.
Verhalten von Systemen
Hauptartikel: Systemverhalten
Von Verhalten eines Systems spricht man dann, wenn eine Veränderung des Zustandes bzw. der Zustandsgrößen des Systems von außen beobachtet werden kann.
Entwicklung von Systemen
Hauptartikel: Systementwicklung
Analyse von Systemen
Hauptartikel: Systemanalyse
Bei der Systemanalyse konstruiert der Betrachter des Systems ein Modell.
Erläuterung modellhafter Beispiele
Thermoskanne (Isoliertes System)
In erster Näherung kann eine mit Zitronenlimonade gefüllte Thermoskanne als Beispiel für ein isoliertes System gelten. Isolierte Systeme spielen nur eine theoretische Rolle bei der Untersuchung komplexer Systeme und bei der Entwicklung von wissenschaftlichen Theorien und Modellen. Meist interessiert man sich für offene Systeme.
Die Isolation soll so gut sein, dass innerhalb des Bobachtungszeitraumes keine messbare Wechselwirkung (Stoff- und Energieaustausch) mit der Umwelt stattfindet.
- Diese Kanne wird zunächst als Ein-Speicher-System mit dem Füllstand als Zustandsgröße betrachtet. Da kein Austausch mit der Umwelt stattfindet, wird sich auch der Füllstand nicht ändern, das System ist statisch.
- Eine differenziertere Betrachtung als Mehrspeichersystem deckt die Komplexität dieses einfach erscheinenden Systems auf. In Betracht gezogen werden jetzt die Subsysteme und weitere Zustandsgrößen. Speicher ist dann die flüssige Phase mit den Unterspeichern Wasser als Lösungsmittel und Zitronensäure als Geschmacksgeber. Zugeordnete Zustandsgrößen sind die Stoffmengen von Wasser und Zitronensäure, der pH-Wert und die Temperatur. Sollte der Füllstand nicht dem Maximum entsprechen, ist auch noch der Speicher gasförmige Phase zu berücksichtigen mit den Unterspeichern Luftmoleküle und Wassermoleküle. Zugeordnete Zustandsgrößen sind dann zusätzlich Druck, Temperatur und Volumen der Gasphase sowie die Stoffmengen beziehungsweise Partialdrücke der Gasmoleküle. Jetzt stellt sich das System als dynamisches System dar, das bei seiner Entwicklung vom Zeitpunkt t0 an einem bestimmten Gleichgewichtszustand zustrebt. Da alle Speicher von einander abhängen, lässt sich das System nur schwer mit einer einzigen mathematischen Differentialgleichung modellieren, obwohl es streng deterministisch ist, da jede einzelne Wechselwirkung der Systeme untereinander bekannt und berechenbar ist. In der flüssigen Phase wird sich ein chemisches Gleichgewicht einstellen, da Wasser mit Zitronensäure in einer Protolysereaktion reagiert. Dabei wird sich der pH-Wert ändern und die Stoffmengen von Wasser und Zitronensäure sowie der entstehenden Zitrat-Anionen und Oxoniumionen einem Gleichgewichtswert zustreben. Gleichzeitig steht die Gasphase mit der flüssigen Phase in Wechselwirkung: Wasser kann verdampfen oder kondensieren, Gasmoleküle können sich physikalisch oder chemisch im Wasser lösen. Auch hier werden sich Gleichgewichte einstellen. Das System ist dann im Gleichgewichtszustand durch bestimmte Werte der Zustandsgrößen charakterisiert. Liegen diese Werte zum Zeitpunkt t0 bereits vor, ist auch bei dieser Betrachtung von t0 an das System im Gleichgewicht. Es genügt, dass nur eine der Zustandsgrößen bei t0 nicht den Gleichgewichtswert aufweist, damit eine kontinuierliche Entwicklung des Systems vom Ausgangszustand in den Gleichgewichtszustand beobachtbar ist.
Zisterne (Einspeicher-System)
Eine Zisterne stellt ein Ein-Speicher-System dar mit dem Füllstand als Zustandsgröße. Von Wasserverlust durch Verdunstung oder Versickerung soll abgesehen werden. (In der Regel sind Zisternen gut abgedichtet und abgedeckt.)
- Der Füllstand ist von der Regenmenge abhängig: Je mehr Regen fällt, um so höher wird der Füllstand sein. Die Zuflussmenge steuert direkt proportional den Füllstand, sie wird deshalb als positive Steuergröße bezeichnet. Die Geschwindigkeit, mit der die Füllhöhe steigt, hängt einerseits von der Zuflussgeschwindigkeit, andererseits auch vom Querschnitt der Zisterne ab: je größer der Querschnitt der Zisterne ist, um so geringer ist die Füllgeschwindigkeit.
- Der Füllstand hängt auch von der Wasserentnahme als negative Steuergröße ab: Je mehr Wasser geschöpft wird, um so niedriger ist der Füllstand.
- Da das System negative und positive Steuergrößen aufweist, ist ein Fließgleichgewicht möglich. Es liegt dann vor, wenn Zufluss- und Entnahme-Menge gleich sind. Wird mehr abgeschöpft als zufließt, sinkt der Pegel, wird weniger abgeschöpft, steigt er wieder. Bei welchem Füllstand das Gleichgewicht vorliegt, hängt nur von den Anfangsbedingungen, also dem Füllstand zur Zeit des Beginns der Wasserentnahme ab.
- Der maximale Füllstand ist nur von der Geometrie der Zisterne abhängig: Erreicht der Pegel eine Überlaufkante, fließt alles zugeflossene (und nicht abgeschöpfte) Wasser ab, ohne den Füllstand zu verändern.
analoge Systeme:
- Hydromechanik: Brunnen, Wasserfall, Wildbachverbauung, See, Überschwemmungsbecken, Glas Bier, Sektflasche
- Autobahnstau bei Totalsperrung, Rückstau bis zur davor liegenden Ausfahrt als „Überlaufkante“.
- Ökologie: Eine Wandernde Tierherde, die aus einem schmalen Tal in einen weiten Talkessel gelangt wird dort solange verweilen, bis das Fassungsvermögen des Kessels erschöpft ist. Dann werden die ersten Tiere durch den Talausgang wieder abwandern. Die maximale „Füllmenge“ (Kapazitätsgrenze K) des Talkessels hängt dabei von der Individualdistanz der Tiere ab. Da K auch vom Nahrungsangebot abhängt, wird bei zunehmender Beweidung auch die Kapazitätsgrenze abgesenkt.
- Siedende Flüssigkeit: Wärmezufuhr erhöht die Temperatur der Flüssigkeit bis zur Siedetemperatur. Dann ist die Wärmekapazität erschöpft, überschüssige Wärme wird durch Verdampfen abgeführt und trotz weiterer Zufuhr von Wärme erhöht sich die Temperatur nicht mehr.
Allgemeiner Fall eines Wasserspeichers
Im allgemeinen Fall eines Wasserspeichers lassen sich 9 theoretische Kombinationsmöglichkeiten untzerscheiden. (...ausführen welche ...aufgrund von Rückkoppelungsart etc.)
- Das hydromechanische System besteht zunächst aus einem Speicher mit einem Abfluss am Boden. Der Füllstand (Zustandsgröße) hängt von der Abflussmenge (negative Steuergröße) ab: Je größer die Abflussmenge ist, desto niedriger ist der Füllstand. Andererseits hängt aber auch die Abflussmenge vom Füllstand ab: Je mehr Wasser im Speicher ist, um so größer ist der hydrostatische Druck, um so größer ist die Abflussmenge. Je geringer der Füllstand ist, um so geringer ist auch die Abflussmenge. Es handelt sich hier um eine positive Rückkopplung. (Vergleiche dazu auch: Radioaktiver Zerfall, Emigrationsdruck bei Populationen, negativer Exponentieller Vorgang)
- Wird ein konstanter Zulauf (positive Steuergröße) hinzugefügt, kann sich ein Gleichgewicht dann einstellen, wenn Zulauf und Ablauf gleich sind. Der Gleichgewichtszustand ist nur vom Verhältnis der Zulauf- und Ablaufrate abhängig.
analoge Systeme:
- Raumheizung (negative Steuergröße ist Wärmeverlust durch die Wände)
- Aufladung eines Kondensators über einen ohmschen Widerstand
- Staudruckmesser, Staurohr, Fallrohr der Dachrinne
Aggregation und exponentielles Wachstum
Eine Positive Rückkopplung der Systemgröße zu einer positiven Steuergröße wird als Aggregation bezeichnet und führt zu einem exponentiellen Wachstum: Je mehr bereits vorhanden ist, desto mehr fließt auch zu.
Beispiele:
- Zins: Ein Bankguthaben wächst durch Zins und Zinseszins. Bei einem angenommenen Zins von 7% verdoppelt sich das Vermögen ca. alle 10 Jahre.
- Massenzunahme: Bei der Entstehung erfolgten Meteoriteneinschläge. Je größer die Erde wurde, um so größer wurde auch ihre Massenanziehung und um so mehr Objekte konnten eingefangen werden.
Hier nicht beantwortete Frage: Was hat dann ausgelöst, dass ein Plafond erreicht wurde?
Eine negative Rückkopplung der Systemgröße auf eine positive Steuergröße kann zu einem Verteilungsgleichgewicht führen: Je mehr bereits vorhanden ist, desto weniger fließt auch zu.
Beispiele:
- In einer Brutkolonie steht auf Grund des Individualabstandes nur eine begrenzte Zahl an Brutplätzen an einem Ort zur Verfügung. Je mehr belegt sind, um so schwieriger wird es, einen freien Brutplatz zu finden, um so eher wird auf einen anderen Ort ausgewichen, um so langsamer wächst also die Kolonie.
- Lösungsgleichgewicht: Wird ein Salzkristall in Wasser aufgelöst, dann nimmt der Zufluss an Ionen in die Lösung durch Auflösen des Kristalls mit zunehmender Konzentration der Lösung immer mehr ab.
Temperatur-Regulation
Im Folgende Beispiel soll die Regulation offener Systeme mit Rückkopplung über spezielle Informationsbahnen am Beispiel der Regulation der Zimmer- bzw. Körperkerntemperatur gleichwarmer Wirbeltiere veranschaulicht werden. Dabei wird schrittweise ein einfaches Durchfluss-System zu einem Regulations-System ausgebaut.
1. Thermodynamisches Gleichgewicht
Ein leeres Zimmer (Stauglied) ändert seine Temperatur (beobachtete Systemgröße) entsprechend der Außentemperatur. Ist sie niedriger als die aktuelle Zimmertemperatur, fließt Wärmeenergie ab (vermindernde Störgröße —), ist sie höher, erwärmt sich der Raum (erhöhende Störgröße +). In einem bewohnten Zimmer sind die Bewohner selbst, sowie Geräte wie Computer, offen liegende Warm- und Kaltwasserleitungen und geöffnete Kühlschränke ebenfalls Störgrößen.
Gleichgewicht
Die Geschwindigkeit und die Stärke, mit der diese Veränderungen ablaufen, hängt von der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen sowie von der Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit der Wände und der Luftfeuchtigkeit ab. So kann in kalten Regionen durch Maßnahmen der Wärmedämmung der Wärmeverlust verzögert, durch geeignete Fenster der Glashauseffekt genutzt werden oder in heißen Regionen ebenfalls durch Wärmedämmung, aber auch durch Beschattung und Lüftung die Temperaturschwankung im Raum gedämpft werden.
Die Raumtemperatur wird aber immer entsprechend der Außentemperatur verändert. Bleibt diese längere zeit konstant, kann sich ein thermodynamisches Gleichgewicht einstellen, Innen- und Außentemperatur sind dann gleich.
Wärmedämmung (nicht nur bei gleichwarmen Wirbeltieren) ist im Tierreich durch isolierende Luftpolster (Behaarung, Daunengefieder) oder durch Unterhautfettgewebe realisiert. Durch entsprechende Färbung von Fell, Federn oder Haaren kann die Aufnahme von Wärmestrahlung beeinflusst werden. (Beispiel: dunkle Haut der Eisbären)
Um eine konstante, von den Umweltschwankungen unabhängige Raumtemperatur zu erreichen müssen geeignete Geräte installiert werden:
2. Steuerung
In Regionen mit kaltem Winter und gemäßigtem Sommer kann durch Einbau einer Heizquelle (erhöhendes Stellglied, Zustrom-Stellglied +) der Abkühlung in der kalten Jahreszeit entgegengesteuert werden. Die Bewohnerin oder der Bewohner als Führungsglied hat dabei eine Vorstellung von der als angenehm empfundenen Raumtemperatur (zum Beispiel 20 °C), die erreicht und eingehalten werden soll (Sollwert). Mit Hilfe eines Zimmerthermometers (Messglied) wird die aktuelle Zimmertemperatur festgestellt (Istwert). Istwert und Sollwert werden miteinander verglichen. Ist die Raumtemperatur zu niedrig, wird durch Bewohner oder Bewohnerin (berechnendes und entscheidendes Steuerglied) die Heizung angemacht. Bei sehr einfachen Heizungen gibt es nur zwei Stellwerte (an oder aus). Bei einer „regulierbaren“ (eigentlich steuerbaren) Heizung, hängt der Wert, um den die Heizung aufgedreht wird (Stellwert), von der Differenz zwischen Istwert und Sollwert ab. Hier kann sich das System differenzierter (in diskreten Stufen oder Stufenlos, je nach technischer Verwirklichung) und ökonomischer an die jeweiligen Bedingungen anpassen.
In Regionen mit heißen Sommern und gemäßigten Wintern wird statt der Heizung ein Kühlsystem (absenkendes Stellglied, Ausstrom-Stellglied - ) eingebaut. Dies können Verdunstungsgefäße sein, wobei der abkühlende Effekt durch einen Ventilator verstärkt wird.
In Regionen mit heißen Sommern und kalten Wintern oder sehr starken tageszeitlichen Temperaturschwankungen wird die Raumtemperatur nach dem Zweizügelprinzip gesteuert. Dabei werden erhöhende und absenkende Stellglieder installiert und vom Regelglied je nach Bedarf angesteuert. Erst dadurch ist eine unabhängig von der Außentemperatur gleichbleibende Zimmertemperatur erreichbar.
Durch Automatisierung der Berechnung und Generierung der Stellwerte kann die Bedienung des Systems vereinfacht werden. Ein Thermostat stellt selbsttätig Unterschiede zwischen Innentemperatur und Sollwert fest und steuert selbsttätig das Stellglied an. Der Eingriff von Außen reduziert sich damit auf die Einstellung der Sollwert-Temperatur durch den Benutzer. Das Steuerglied ist damit in das zu steuernde System integriert.
Ventilator
Bienen und Ameisen sind zwar wechselwarme Organismen, können aber die Nesttemperatur unabhängig von der Außentemperatur konstant halten:
Ameisen öffnen oder verschließen je nach Bedarf Eingänge auf der Sonnen- oder Schattenseite ihrs Nestes. Ein aktiver Wärmetransport ins Nest findet vor allem in Frühjahr statt: Dabei heizen sich die Tier durch Sonnen auf und geben die Wärmeenergie im kühleren Nest wieder ab.
Bienen erzeugen im Winter durch Bewegung der Flugmuskulatur (Flügelzittern) Wärme. Im Sommer verteilen Stockbienen im Nest Wasser und erzeugen am Flugloch durch Flügelschlag einen Luftstrom, der die Verdunstung fördert und das Nest abkühlt.
3. Regulation
Wird auch das Führungsglied als Sollwertgeber in das System integriert, entsteht ein Regulationssystem. Bei technischen Systemen muss allerdings das Programm des Führungsglieds von außen implementiert werden, bei Lebewesen ist es als genetisches Programm angeboren. Bei zahlreichen Regulationsvorgängen der Lebewesen beeinflussen allerdings auch Lernvorgänge in und Mutationen in das Programm. Dadurch ist eine selbsttätige Anpassung des Systems im Zeitrahmen der Ontogenie und der Phylogenie (siehe Evolution) gegeben.
Evolution
Regulation der Körperkerntemperatur beim Menschen
Führungs- und Regelglied ist das Temperatur-Zentrum im Hypothalamus. Der Sollwert beträgt beim gesunden Menschen ungefähr 37 °C. Messglieder befinden sich im Hypothalamus und in der Haut. Als erhöhende Stellglieder fungieren Leber und Muskeln, als absenkende die Blutgefäße der Haut (werden sie erweitert, wird vermehrt Wärme über die Haut abgegeben) und die Schweißdrüsen. Störgrößen sind Unterschiede zwischen Körperkern- und Außentemperatur. Bereits der Grundumsatz erzeugt so viel Wärme, dass abkühlende Maßnahmen bereits oberhalb von 20 bis 22 Grad Celsius erfolgen. Alle zusätzlichen Aktivitäten (Stoffwechsel, Muskeltätigkeit) erhöhen als Störgrößen die Körperkerntemperatur. Als Informationswege für die Stellwerte wird sowohl das Nervensystem als auch das Hormonsystem (Hypothalamus-Schilddrüsen-Achse, siehe Stressreaktion) genutzt.
Schüttelfrost und Fieber sind auf eine Verstellung des Sollwertes zurückzuführen. Diese Veränderung kann durch Krankheitserreger durch die Ausschüttung pyrogener (Fieber erzeugender) Stoffe verursacht werden, oder durch den Körper selbst, um die Reaktionen der Immunantwort zu beschleunigen.
Gleichwarme Tiere, die nicht schwitzen können (Hunde, Vögel) können überschüssige Wärme durch Hecheln abführen, wobei der abkühlende Effekt durch die Verdunstungskälte hervorgerufen wird.
Beim Afrikanischen Elefanten wird über die großen, gut durchbluteten Ohren Wärme abgegeben. Vergleiche dazu die ökologische Regel von Allen, die besagt, dass in heißen Regionen die Tiere relativ große Ohren und Schnauzen haben, in kalten Regionen sind sie dagegen klein. Kleine Tiere haben eine relativ große Körperoberfläche, über die sie relativ mehr Wärme abstrahlen können.
Eine weitere Möglichkeit zur Regulation der Körpertemperatur stellt das Verhalten von Tieren dar, die aktiv wärmere oder kältere Orte ihres Lebensraumes aufsuchen können.
Bei Pflanzen dient die Verdunstung von Wasser über die Spaltöffnungen der Blätter ihrer Abkühlung.
Siehe dazu Näheres unter Thermoregulation
Weitere Beispiele der Regulation nach dem Zweizügelprinzip:
- Regulation des Blutzuckergehalts (die Hormone Insulin und Glukagon dienen hier als Stellwertübermittler, siehe hierzu auch Diabetes)
Beispiele zur Regulation nach dem Einzügelprinzip:
- Regulation der Atemgaskonzentration
- Regulation des pH-Wertes des Darmes
- Regulation der Muskellänge (siehe Muskelspindel)
Weitere Beispiele für Systeme
- Absolutsystem
- Betriebssystem
- Bezugssystem
- Computersystem
- Gesundheitssystem
- Handel
- Immunsystem
- Informationssystem
- Koordinatensystem
- Künstliches, virtuelles System
- Kultur eines Landes
- Lebewesen
- Mathematik
- Mensch (Verdauungssystem, Nervensystem)
- Mechanisches System
- Messsystem
- Nachrichtensystem
- Nichtgleichgewichtssystem
- Ökosystem
- Organisationen (Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Medien)
- Fabrik
- Landwirtschaftlicher Betrieb
- Stadt
- Periodensystem
- Permakultur
- Politisches System
- Psychisches System
- Rechtssystem
- Rentensystem
- Schulsystem
- Soziales System
- Sprache
- Stromsystem
- Suprasystem
- System (Stratigraphie)
- Technisches Sachsystem
- Telefonsystem
- Telematiksystem
- Theorien
- Transportsystem
- Wirtschaft
- Zelluläre Automaten
Siehe auch
- Ordnung, Systematik, Vorgangsweise, Handlungsorgane, Strukturveränderung, Steuerung,
- Sinnesorgane, Artikulationsorgane, Selbstregulation,
- Informationstransport, Informationsumwandlung, Gedächtnis,
- Materietransport, Materiewandlung, Schutzeinrichtungen, Entsorgung,
- Energietransport, Energiespeicher, Energiewandlung, Floquet-Zustand
- Struktur
Kategorie:Kybernetik
Kategorie:Systemtheorie
ja:系
Prozess
Determinierte und stochastische Prozesse
- Determinierte Prozesse sind solche, bei denen jeder Zustand eindeutig aus dem ihm vorangegangenen Zustand hervorgeht.
- Stochastische Prozesse hingegen haben das Besondere an sich, dass die Zustände eines Systems nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus denen ihnen vorangegangenen Zuständen folgen.
Technische Prozesse sollen möglichst deterministisch sein, das trifft insbesondere auf Prozesse zu, die durch Software gesteuert werden. Stochastik, zufälliges Verhalten bei gleichen Eingangsbedingungen, ist aufgrund von Programmierfehlern möglich und soll vermieden werden.
Determinierte Prozesse stellen oft nur Idealisierungen wirklicher Prozesse dar, da letztlich jeder Prozess eine Einheit von notwendigen und zufälligen Veränderungen darstellt, d.h. seinem Wesen nach stochastisch ist.
Es setzt sich zunehmend die Auffassung durch, dass letztlich alle Prozesse stochastische bzw. statistische Prozesse sind. Determinierte Prozesse im Sinne der klassischen Mechanik sind selbst im Bereich der Physik eine Ausnahme, ein Grenzfall, eine mehr oder weniger genaue Annäherung an den mathematisch-abstrakten determinierten Prozess. In der Praxis der Wissenschaft und Technik versucht man, stochastische Prozesse durch die verschiedenartigsten systemtheoretischen und mathematischen Hilfsmittel angenähert in determinierte Prozesse zu verwandeln, die theoretisch und praktisch wesentlich besser beherrschbar sind.
Beschreibung der Systemzustände mittels Operatoren
Im einfachsten Fall lässt sich ein so genannter Operator angeben, der, angewandt auf einen Zustand des Systems, eindeutig zu einem anderen Zustand des Systems führt. Ist die Menge der Zustände eines Systems bekannt und sind die Operatoren, die diese Zustände ineinander überführen, angebbar, dann lässt sich der gesamte Prozess eindeutig mathematisch darstellen.
Beispiele für Prozesse
Prozesse in Naturwissenschaft und Technik
- physikalischer Prozess
- Kreisprozess
- p-Prozess
- r-Prozess
- s-Prozess
- thermodynamischer Prozess
- chemischer Prozess
- technischer Prozess
- stochastischer Prozess
- Programme in der Ausführung, siehe Prozess (Computer)
Prozesse in der Gesellschaft
- Erkenntnisprozess
- Arbeitsprozess
- Sozialer Prozess
Prozesse in der Betriebswirtschaft und Managementlehre
- Betriebsprozess
- Geschäftsprozess
- Arbeitsprozess (Betriebswirtschaft)
siehe auch
Prozessmanagement, Prozessorientierung, Prozessorganisation, Geschäftsprozess, Geschäfts-Prozess-Reorganisation
Kategorie: Systemtheorie
Weblinks
- http://www.bpm-guide.de/articles/26 - Unterschiedliche Verwendung des Prozessbegriffs, von Prof. Dr. T. Allweyer (FH Kaiserslautern)
Stabilität
Stabilität (von lat. stabilis = standhaft, stabil) bedeutet Beständigkeit, Standfestigkeit und die Robustheit einer Anordnung von Elementen. Das Gegenteil der Stabilität ist die Instabilität. Ein schwacher Zustand der Stabilität wird als Metastabilität bezeichnet.
Ein stabiles System neigt dazu, seinen momentanen Zustand beizubehalten, auch wenn Störungen von außen hereinwirken. Solche Störungen können beispielsweise sein: Stöße oder (geistige) Anstöße, Bahnstörungen, elektrizische und magnetische Effekte, Strahlungen (Atomteilchen, Gamma- bis Radiostrahlung), Temperatur und Wärmeleitung, Wind, und im sozialen Bereich Abbruch des Kontakts, Betrug, Enttäuschung, Intoleranz oder ähnliches. Für mathematisch beschreibbare Systeme kann die Stabilität durch die Stabilitätstheorie quantifiziert werden.
Stabilität einer Größe bedeutet, dass diese in einem bestimmten fixierten - oder erwünschten - Bereich bleibt. Abweichungen hiervon werden durch korrigierende Einflüsse minimiert (bei Instrumenten Justierung genannt).
Ein stabiles Gleichgewicht ist das Ergebnis eines Regelkreises (z.B. beim Aufhängen eines Gegenstandes das abnehmende Pendeln durch Schwerkraft und Reibungseffekte). Führen Abweichungen vom Gleichgewicht zu noch größerer Abweichung vom Arbeitspunkt, liegt ein labiles Gleichgewicht vor (etwa beim Balancieren einer Stange).
Stabilität einer Verbindung bedeutet, dass eine Kombination, die aus mehreren Elementen zusammengefügt ist, diesen Zusammenhalt nicht verliert, auch wenn sie Einwirkungen ausgesetzt ist, die gegen diesen Zusammenhalt gerichtet ist. Im Gegenteil werden die einwirkenden Einflüsse (Störungen) durch Gegenkräfte kompensiert oder ausgeglichen.
Stabilität einer Beziehung: in ähnlicher Weise sind Partnerschaft, Ehe, Freundschaft mit Störungen konfrontiert. Die wichtigste Gegenkraft ist das Ansprechen der Störungen und der Gefühle - bzw. das Akzeptieren, dass es sie gibt. Abgeschwächt werden die stabilisierenden Kräfte durch Schuldzuweisungen, verletzende Worte oder stillen Rückzug.
Politische Stabilität ist die Beständigkeit der öffentlich wirksamen Gesellschaft (staatlich oder regional). Instabile Politik-Situationen sind z.B. Revolution, Unruhen durch Armut, Hunger oder Ungerechtigkeit, massive Korruption oder offensichtlicher Wahlbetrug (siehe Ukraine 2004), schwere Wirtschaftskrisen und hohe Arbeitslosigkeit, und manchmal auch politischer Gleichstand an Parlamentssitzen (wechselnde Mehrheiten, siehe z.B. Italien).
Die meisten Völker wünschen sich Sicherheit, auch in Form von politischer und wirtschaftlicher Stabilität - weshalb sogar Diktaturen oft akzeptiert werden. Dieser Wunsch wird aber oft von Machthabern missbraucht. Wiederkehrende Beispiele finden sich etwa in der Volksrepublik China, wo Stabilität als Motiv zur Unterdrückung von Minderheiten dient.
Mißbräuche bei der "Stabilisierung" können dann auch Instabilität und Umsturz bewirken - siehe etwa DDR und Rumänien Ende 1989. In Demokratien regeln sich mißbräuchliche Drohungen im Regelfall von selbst (Beispiele etwa USA 1992 (Bush sen./ Clinton) oder EU-Österreich Febr.2000) - entweder durch Wahlen oder durch Einsicht, Reaktion auf (Umfragen), Verhandlungen und Kompromisse.
Stabilität in der Technischen Mechanik bedeutet die Widerstandsfähigkeit von festen Strukturen gegen Knicken und Beulen bei der Wirkung von Druckkräften.
Stabilität in der Informatik bedeutet, dass eine Vorsortierung erhalten bleibt, wenn eine Folge anschließend nach einem anderen Merkmal sortiert wird. Genaueres siehe Stabiles Sortierverfahren.
Stabilität in der Meteorologie bezeichnet in der Regel einen sich selbst erhaltenden Schichtungszustand der Atmosphäre.
Kategorie:Techniktheorie
Kategorie:Eigenschaft
TätigkeitTätigkeit (Aktivität) bezeichnet ein Handeln, ein Tätigsein des Menschen, und kann sowohl körperliche wie geistige Verrichtungen beinhalten. Soweit Tätigkeiten unmittelbar dem Zeitvertreib und Lustgewinn des tätigen Menschen dienen, werden sie unter dem Spielbegriff subsumiert. Tätigkeiten, die zweckmäßig und zielgerichtet auf die Erfüllung bestimmter individueller und gesellschaftlicher Verpflichtungen ausgerichtet sind, werden unter dem Begriff Arbeit zusammengefasst.
Unter dem Arbeitsbegriff unterscheidet man gemeinhin Berufs- bzw. Erwerbstätigkeit und ehrenamtliche Tätigkeit (siehe: Ehrenamt).
Diese kann spezifiziert werden durch Zuordnung von Tätigkeiten zu bestimmten Tätigkeitsfeldern einerseits im öffentlichen Bereich, z.B.: Politik, Kultur. andererseis im privaten Bereich der Freizeit (Hobbys), usw. Man spricht auch von Betätigungen und meint damit wieder etwas allgemeiner Tätigkeiten unterschiedlichster Art.
Als tätiger Mensch gilt heute im Allgemeinen ein Mensch mit einer positiven Lebenseinstellung, der gesellschaftlich oder individuell Relevantes verrichtet und bewirkt. (siehe auch: Lebenseinstellung)
"Untätigkeit" hat demgemäß einen negative Wertigkeit. Dies führt zu Problemen bei der gesellschaftlichen Wertschätzung und Selbsteinschätzung von Menschen, die einer geregelten Tätigkeit nicht nachgehen können: u.a. Arbeitslose, geistig oder körperlich Behinderte, oder älterwerdende.
Kategorie:Tätigkeit
ZielDer Begriff Ziel bezeichnet einen in der Zukunft liegenden, gegenüber dem Gegenwärtigen im Allgemeinen veränderten, erstrebenswerten und angestrebten Zustand (Zielvorgabe). Ein Ziel ist somit ein definierter und angestrebter Endpunkt eines Prozesses, meist einer menschlichen Handlung. Mit dem Ziel ist häufig der Erfolg eines Projekts bzw. einer mehr oder weniger aufwendigen Arbeit markiert. Beispiele hierfür sind das Ziel einer Reise, Qualitätsziele, Unternehmensziele oder das Erreichen einer Zeitvorgabe oder Marke bei einem sportlichen Wettkampf.
Motivationspsychologie
In der kognitiven Motivationspsychologie wird der Begriff "Ziel" für zwei verschiedene Sachverhalte verwendet. Erstens kann "Ziel" einen Zustand bezeichnen, den ein Organismus durch sein Verhalten anstrebt. Zweitens kann "Ziel" die subjektive Repräsentation eines solchen Zustands (eigentlich: eine Absicht) bezeichnen.
Die Zielpsychologie befasst sich mit den Auswirkungen, welche Merkmale von (subjektiv repräsentierten) Zielen auf die Leistung und auf das subjektive Wohlbefinden haben.
Philosophische Probleme
Die Frage, ob nur der Mensch sich selbst Ziele setze oder ob auch die Natur Ziele verfolge (siehe Teleologie), war und ist Gegenstand philosophischer Überlegungen. Die überwiegende Mehrzahl der heutigen Philosophien hält Ziele nur im menschlichen Bewusstsein für existent; anderer Auffassung sind einige Religionen und z.B. historizistische Philosophien, denen zufolge die Geschichte auf ein Ziel hinausläuft.
Weiteres Problem ist die Frage, welche Ziele der Mensch sich setzen oder verfolgen solle; dies ist ein grundlegendes Problem der Ethik.
Im Rahmen fatalistischer Auffassungen haben Ziele keine reale Aussicht auf Verwirklichung, da dem Menschen nicht die notwendigen freien Entscheidungsmöglichkeiten gegeben sind. Der Fatalismus geht so mit einer Verabsolutierung der gegebenen Umstände einher. Dagegen kann im Subjektivismus und Egoismus eine Verabsolutierung der persönlichen Ziele ohne Beachtung der Mittel und der realen Gegebenheiten stattfinden. Der Glaube an unrealistische Ziele kann auch in Realitätsflucht (Eskapismus) enden.
Ergänzende Kriterien
Kann der zukünftige Zustand zwar gewünscht, vorgestellt oder vorhergesagt, aber nicht durch eigenes Handeln erreicht oder der ablaufende Prozess nicht beeinflusst werden, spricht man im allgemeinen nicht von einem Ziel. Auch wird oft gefordert, dass der Mensch den zu erreichenden Zustand bewusst ausgewählt hat, um von einem Ziel sprechen zu können. Schließlich stellt man dem Ziel oft die dazu nötigen Mittel gegenüber.
Auch: Ein Ziel ist eine normative Aussage eines Entscheidungsträgers über einen zukünftigen Zustand der durch eigenes aktives Handeln beeinflusst werden kann.
Siehe auch
- Start
- Ende
- Zweck
- Zielformulierung innerhalb der Betriebswirtschaftslehre
- Zielvorgabe
- Zielscheibe
- Fiat-Tendenz
- Entscheidungstheorie
- Qualitätsplanung
- Entscheidung unter Sicherheit für Zielbeziehungen und Zielsysteme
Weblinks
Kategorie:Ethisches Prinzip
Kategorie:Abstraktum
Kategorie:Motivation
Organisationsstruktur
Organisationsstrukturen werden durch einmal grundlegend festgesetzte Regeln aufgebaut, worin genau beschrieben wird, welche Abteilung innerhalb dieser Strukturen welche Aufgaben zu erledigen hat. Dabei werden auch die Beziehungen zwischen den Abteilungen festgelegt, um einen reibungslosen Betrieb innerhalb eines Unternehmens zu ermöglichen. Dies kann aber nur eine grobe Vorgabe sein, welche durch weitere Regelwerke im Genauen festzulegen sind. Aber erst die Handlungen der Mitarbeiter können dies letztlich erfüllen.
Organisationsstrukturen bilden ein System von befristeten generellen Regelungen für die Verteilung von Aufgaben auf organisatorische Einheiten (Stellen, Abteilungen etc.) und die Gestaltung der Handlungsbeziehungen zwischen den Organisationseinheiten, die das Verhalten der Unternehmensmitglieder auf die übergeordneten Ziele des Unternehmens hin ausrichten sollen.
Sie geben einen groben Rahmen der Aufgabenerfüllung vor, der durch zusätzliche Instrumente (namentlich Planung und Führung) weiter detailliert und durch die Aktivitäten der Handlungsträger ausgefüllt wird.
Siehe auch
- Aufbauorganisation
Kategorie:Planung und Organisation
Differentielle PsychologieDie Differenzielle und Persönlichkeitspsychologie befasst sich mit den Unterschieden (Differenzen) zwischen einzelnen Personen im Hinblick auf psychische Dimensionen und Eigenschaften.
Wichtige Untersuchungsgegenstände sind dabei zum Beispiel die Intelligenzdiagnostik (siehe Intelligenzquotient), die Kreativität, aber auch die allgemeine Frage, worauf diese Unterschiede zwischen den Individuen beruhen.
In Abgrenzung zur Allgemeinen Psychologie, die von Merkmalen ausgeht, die allen Menschen gemeinsam sind, ist das spezielle Untersuchungsgebiet der Differenziellen Psychologie die Messung der Ausprägung der Merkmale und die Untersuchung der Unterschiede zwischen den einzelnen Personen.
Literatur
- Manfred Amelang und Dieter Bartussek: Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. 5. Aufl., Stuttgart: Kohlhammer 2001.
- Jens B. Asendorpf: Psychologie der Persönlichkeit. 3. Aufl., Berlin: Springer 2004, ISBN 3-540-00728-8
Weblinks
- [http://www.psychologie.hu-berlin.de/psytests/ PSYTESTS] – Wissenschaftliche Onlinestudien zur Persönlichkeit der Humboldt-Universität zu Berlin
Siehe auch: Psychologie, Intelligenz, Testpsychologie, Myers-Briggs-Typindikator, David Keirsey
Allgemeine PsychologieDie Allgemeine Psychologie befasst sich mit den psychischen Hauptfunktionsbereichen Bewusstsein, Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, Denken und Problemlösen, Motivation, Emotion, Sprache, Kommunikation u. a. Den Hauptfunktionsbereichen werden auch psychische Grundfunktionen zuordnet.
Sie beschäftigt sich mit folgenden Fragestellungen: Welche grundlegenden und allgemein gültigen Aussagen lassen sich hinsichtlich des menschlichen Verhaltens und Erlebens machen? Welche Regelmäßigkeiten und Zusammenhänge lassen sich im Erleben und Verhalten der Menschen finden?
huuhuu peter
Synonym wird manchmal der Begriff theoretische Psychologie verwendet.
Siehe auch Psychologie.
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ErlebenDie aufnehmende, passive Seite unseres Lebens, im Unterschied zur erschaffenden, handelnden Seite. Umfasst äußeres, körperliches und inneres Wahrnehmen.
Unser Erleben ist individuell und einzigartig: Niemand erlebt in diesem Moment vollständig dasselbe wie du oder Sie, der du gerade diesen Artikel liest.
Dennoch ist unser Erleben allgemeingültig anhand von Bereichen beschreibbar.
Die 10 Bereiche unseres Erlebens
Mit unseren 5 Elementar-Sinnen nehmen wir unsere äußere Welt wahr. Unseren materiellen Körper erleben wir äußerlich über die Elementar-Sinne, innerlich über die Impulse vieler weiterer Nervenzellen. In unserer inneren Welt erleben wir Denken, Wollen und Fühlen. Unser Spüren verbindet diese drei Welten des Erlebens und auch uns mit unseren Mitmenschen, Wesen und der uns umgebenden Natur.
Sehen
Licht wird von den Objekten unserer äußeren Welt reflektiert und in unserem Sehsinn verarbeitet. Farbe ist ein Sinneseindruck und existiert nicht in unserer äußeren Welt. Wir sehen die uns umgebenden Dinge und Wesen als Feld von Lichtimpulsen unterschiedlicher Wellenlängen. (siehe Visuelle Wahrnehmung)
Hören
Schallquellen bringen die Moleküle des uns umgebenden Äthers in Schwingung. Unsere Ohren nehmen diese Druckschwingung auf. (siehe Auditive Wahrnehmung)
Riechen
Die Sinneshäarchen unserer Riechschleimhaut registrieren die Moleküle, die wir mit der Luft in unsere Nasenhöhle ziehen. (siehe Geruch)
Schmecken
Die Geschmacksknospen in unserem Mund registrieren, wie beim Riechen, gelöste Moleküle. (siehe Gustatorische Wahrnehmung)
Tasten
Unsere Haut ist ebenfalls ein Sinnesorgan. Dicht unter ihrer Oberfläche liegen Sensoren, die Druck und Temperatur registrieren und damit beim Berühren die Konturen von Objekten. (siehe Haptische Wahrnehmung)
Körperliches Empfinden
Unser gesamter Körper ist von Nervenzellen und -bahnen durchzogen. Über dieses System nehmen wir Körpertätigkeiten und -zustände wahr. Beispiele für rein körperliche Empfindungen sind: Gleichgewicht, Schmerz, Schwindel, Steifheit, Völle, Brennen und Hunger.
Wollen
Mal wollen wir, mal wollen wir nicht, mal ist es uns egal. In jedem Moment zeigt unser Wollen Zustimmung, Ablehnung oder Enthaltung an. Unser Wollen und Nicht-Wollen kann dabei unterschiedliche Stärken annehmen. Eine Haltung ist ein anhaltender Willensausschlag in eine Richtung.
Denken
Unsere Gedanken sind Informationen. Wir erleben sie in Form von inneren Bildern, in akustischer Form als innerer Klang, Geräusch, Stimme oder formlos als "Standardstimme im Kopf". In manchen Momenten ist unser Denken still.
Fühlen
Wir haben in jedem Moment eine Stimmung: hoch ("gute Stimmung"), tief ("schlechte Stimmung"), mittel oder irgendwo dazwischen. Unsere Stimmung existiert in uns neben unserem Denken und ist ein Aspekt unseres Fühlens. Beispiele für Färbungen unseres Gefühls sind: Angst, Wut, Freude, Leiden, Traurigkeit und Liebe. Wir empfinden in jedem Moment ein Gemisch aus diesen Grundgefühlen, vergleichbar mit einer speziellen Farbe aus dem gesamten sichtbaren Farbraum. Nicht immer sind wir uns unseres Fühlens bewusst: So können wir z.B. wütend sein, ohne dieses selber zu registrieren.
Spüren
Auch unsere Mitmenschen haben Gefühle und Willensausschläge. Wir erleben deren Ausdruck über unsere Sinne. Zudem können wir fremde Gefühle und willentliche Haltungen spüren.
Unser Spüren ist in jedem Moment aktiv, die meisten Menschen erleben es überwiegend unbewusst.
Mit unserem Spüren registrieren wir die Ausstrahlung eines Mitmenschen, eines Ortes und auch die unseres eigenen Körpers.
Diese 10 Bereiche beschreiben unser Erleben vollständig.
Test: Was würden Sie noch erleben, wenn Sie alle Eindrücke Ihrer 5 Sinne, Ihr körperliches Empfinden, Ihr Wollen, Denken, Fühlen und Spüren ausschalten würden!?
Das Erleben und Verhalten als Grundbegriffe der Psychologie
Das Erleben bezeichnet subjektiv repräsentierte Zuständlichkeiten, die allein oder in Verbindung mit äußerlich beobachtbaren Verhaltensweisen auftreten.
Der Begriff des Erlebens ebenso wie der Verhaltensbegriff zählen zu den allgemeinsten Begriffen der Psychologie. Verschiedentlich wird das Erleben und Verhalten als Gegenstand der Psychologie bestimmt. Problemgeschichtlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Erlebensbegriff und der Verwendung des Bewusstseinsbegriffes.
Zu Bewusstseinsinhalten als Umschreibung des Erlebens
Köhler definiert das Bewusstsein als das Insgesamt der phänomenalen, d.h. der anschaulichen, der erlebten Welt. Wolfgang Metzger unterscheidet das
- Befindlichkeitsbewusstsein (Emotionen, Stimmungen, Strebungen, Affekte)
- Innenbewusstsein (das Vergegenwärtigte)
- Außenweltbewusstsein (das Angetroffene, das Begegnende)
Die introspektive Analyse der Erlebens war das Anliegen der historischen Bewusstseinspsychologie. Es wurde versucht, den Aufbau des Bewusstseins aus Bewusstseins-, d.h. Erlebniselementen zu erklären, die von Wilhelm Wundt als anschauliche Elemente, von den Vertretern der Würzburger Schule (K. Bühler, Külpe u.a.) als unanschauliche Elementareinheiten angenommen wurden.
Zur Anschauung des Erlebens durch die Gestaltpsychologen
Gegen die Elementenhypothese wandten sich die Vertreter der Gestaltpsychologie mit der Annahme der gestalthaften Organisation der Erlebniswelt als letztem, nicht weiter reduzierbarem psychischen Sachverhalt. Als nicht zum Gegensatnd der Psychologie gehörend, da das Erfahrbare transzendierend und wissenschaftlich nicht erkennbar ist (Watson), wurde das Erleben in behavioristischen Konzepten eliminiert.
Eine philosophisch-methodologisch formulierte Überwindung der Verabsolutierung entweder der Erlebens- oder der Verhaltenskomponente psychischen Geschehens findet sich bei Rubinstein. Er bestimmt das Erleben (das Innesein und das Persönliche des Wissens) und Verhalten (Bewusstseinsexternalisierung) als zwei Momente des tätigkeitsregulierenden Bewusstseins.
Einige Aspekte der Informationsverarbeitung als Erlebnis-Tätigkeit
In der modernen Psychologie, die zunehmend von dem Prinzip ausgeht, das von Klix als Dialektik von Information und Verhalten formuliert wurde, wird das Erleben als ein Aspekt der organismischen menschlichen Informationsverarbeitung aufgefasst. Die Prozesse der Informationsverarbeitung sind die Trägerprozesse, unter anderem des Erlebens.
Forschungsmethodisch setzt sich die Auffassung durch, daß die inneren Erlebnisse, das Verhalten und die durch die Tätigkeit erzeugten Produkte als Aspekte des Gegenstandes der Psychologie drei legitime und notwendige Zugänge zur Erkenntnis des Psychischen markieren.
In diesem Sinne wird unter anderem die streng kontrollierte Objektivierung von Erlebnistatbeständen, z.B. in den Untersuchungen einerseits von Newell und Simon und andererseits von Paige und Simon eine wichtige, methodisch erschließbare Erkenntnisquelle der Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Informationsverarbeitung. Nicht die Untersuchung eines Erlebnisses schlechthin, sondern die Erfassung des Erlebnisses definerter Informationen ermöglicht die Prüfung von Hypothesen über spezifische Verarbeitungsleistungen.
Die Skalierung von Erlebnistatbeständen in Abhängigkeit von äußeren Reizen oder auch die Skalierung von Beziehungen der Erlebnistatbestände untereinander ist Gegenstand der Psychophysik.
Weblinks
- [http://www.jahnna.de/jerli.php jahnna.de] Beispiele, Tests und ausführliche Beschreibungen zum äußerlichen, körperlichen und inneren Erleben
Siehe auch:
Erlebnisreaktion, Erlebnisverarbeitung, Selbstwerterleben
Kategorie:Psychologie
InnovationInnovation heißt wörtlich "Neuerung" oder "Erneuerung". Das Wort leitet sich aus den lateinischen Begriffen novus für neu und innovatio für etwas neu Geschaffenes ab. Im Deutschen wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen, sowie deren (wirtschaftlicher) Umsetzung verwendet. Aus archäologischer Sicht gibt es Zeiten der Innovation, in denen schubartig Neuerungen auftraten. So dass die Meinung verteten wird, das Innovation auch ein bestimmtes Klima braucht.
Erfindung
Zu unterscheiden ist zwischen Invention und Innovation. Inventionen umfassen neue Ideen bis einschließlich Prototypenbau bzw. konkreter Konzeptentwicklung in der vormarktlichen Phase. Innovationen ergeben sich aus der Umsetzung bzw. Verwertung.
Neu kann in diesem Sinne eine echte Weltneuheit oder aus Sicht eines einzelnen Unternehmens, Mitarbeiters etc. eine subjektive Neuheit bedeuten. Man unterscheidet unter anderem technische, organisatorische, institutionelle und soziale Innovationen.
Unterschieden werden Innovationen auch nach ihrem Grad an "Neuheit". Dabei betrachtet man die Kombination aus Zweck des Gegenstandes oder Produktes und die Mittel mit denen dieser Zweck erreicht wird. Erreicht eine Innovation in beiden Dimensionen hohe Werte so spricht man auch von einer radikalen Innovation.
Der Begriff Innovation im Sinne von "neu" wird aktuell fast ausschließlich positiv besetzt und verkommt häufig zum nebulösen Schlagwort. Im Ursinn ist er eigentlich ein Oberbegriff für auch durchaus negativ besetzte Begriffe, wie z.B. "Rationalisierung" oder "Globalisierung".
Wirtschaftswissenschaftliche Verwendung
Nach dem Volkswirt Joseph Schumpeter ist "Innovation" die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung, nicht allein ihre Erfindung. Seit der Übersetzung von Schumpeters Band "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" 1963 aus dem Englischen findet der Begriff auch in Deutschland breite Verwendung.
Innovator ist für Schumpeter der schöpferische Unternehmer (im Gegensatz zum Arbitrageunternehmer, der lediglich vorhandene Preisunterschiede zur Gewinnerzielung ausnutzt), der auf der Suche nach neuen Aktionsfeldern den Prozess der schöpferischen Zerstörung antreibt. Seine Triebfeder sind auf der Innovation basierende kurzfristige Monopolstellungen, die dem innovativen Unternehmer Pionierrenten verschaffen. Das sind geldwerte Vorteile (auch Innovationspreise), die durch die innovativen Verbesserungen entstehen, zum Beispiel durch höhere Produktivität.
Innovationsforschung
Die Innovationsforschung beschäftigt sich zum einen mit der Frage »WAS« das Ziel einer Innovation sein soll - die Genese neuer Problemlösungs-Anwendungsfeld-Kombinationen. Das kann eine Produktinnovation aber auch neue Organisationsform, Technologie, ein Verfahren oder ein neues Anwendungsfeld sein. Zum anderen »WIE« diese realisiert werden können, also mit Innovationsprozessen und damit der Frage des Übergangs des betreffenden Subjekts/Objekts vom Zustand t0 in den Zustand t1. Im Mittelpunkt der Prozessbetrachtung stehen Prozessformen, bspw. bewusst gesteuerte, sich selbstorganisierende oder informell bzw. en passant ablaufende Prozesse sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer gezielten Gestaltung bzw. Beeinflussung.
Neuerdings gilt das Forschungsinteresse zunehmend der "history dependency", also der Pfadabhängigkeit von Innovationsprozessen und deren Ergebnissen. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass die Entwicklungsvergangenheit einer Organisation, eines Produktes, einer Technologie etc. künftige Entwicklungsmöglichkeiten und -vorgehensweisen beeinflusst und begrenzt (history matters). Unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Historie wäre damit nicht jedes beliebig gewünschte Innovationsziel erreichbar.
Erhärten sich die bisherigen Erkenntnisse, hat das Konsequenzen für die Innovationspraxis in Unternehmen: Diese müssen nicht mehr wie Lemminge modischen Schlagworten und kurzlebigen Trendkonzepten hinterherlaufen, wenn sie innovieren wollen. Vielmehr richten sie den Blick stärker auf die eigenen Potenziale und deren historische Formierung, um letztlich Wettbewerbsvorteile auf der Basis echter Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten.
So unterscheidet man auch Produkt-, Verfahrens- und Managementinnovation. Wobei letztere die erfolgversprechendste zu sein scheint, da Manager als Letztentscheider über die Verteilung der Ressourcen bestimmen. Produkt- und Verfahrensinnovationen sind in diesem Sinne Resultate von Managementinnovationen.
Siehe auch
- Innovationskultur, Innovationsökonomie, Innovationshindernis, Innovationsmanagement
- Innovationspsychologie
- Innovationswirtschaftliche Erfolgsfaktoren
- Kreativität, Kreativitätstechnik, Kreatives Milieu
- Produktinnovation
- Social Construction of Technology
- Techniksoziologie
- Zukunftstechnologie
- Systeminnovation
- Managementinnovation
Weblinks
[http://www.ipi.ethz.ch Portal zur Produktinnovation]
[http://www.tbs-hessen.org/wichtiges/innoserieteaser.html Technologieberatungsstelle Hessen "Was ist eigentlich Innovation?" - Artikelsammlung]
[http://www.innovation.niedersachsen.de Aktuelle Meldungen zu Innovationen in unterschiedlichen Technologiefeldern]
Kategorie:Management
ProduktDer Begriff Produkt bezeichnet
- ein Ergebnis
- ein Erzeugnis oder das spezifische, individuelle Angebot einer Firma an Waren und/oder Dienstleistungen, siehe Produkt (Wirtschaft)
- in der Mathematik das Ergebnis bestimmter Verknüpfungen, siehe Produkt (Mathematik)
- in der Chemie die aus einer chemischen Reaktion entstehenden Stoffe, siehe Produkt (Chemie)
simple:Product
VerfahrenVerfahren steht für:
- die Art und Weise der Durchführung von etwas, siehe Methode und Verfahrenstechnik.
- einen Gerichtsprozess.
- einen Vorgang bei einer Behörde, siehe Verfahren (Behörde).
- eine (Produktions-)Methode in der Industrie, siehe auch Fertigungsverfahren.
- eine Rechenmethode in der Mathematik und Informatik zur Bestimmung eines konkreten Ergebnisses bzw. zur Lösung eines Problems, siehe Algorithmus.
- die Situation vom richtigen Weg abgekommen zu sein, etwa beim Autofahren.
- Vorgehen
- Wenn man irgendwo hin gefahren ist, wo man nicht hin wollte, dann hat man sich verfahren.
Vermarktung
Vermarktung bedeutet die "aktive Orientierung" von Leistungen (Produkten und Dienstleistungen) auf Märkten. Diese aktive Orientierung bedeutet Aufmerksamkeit auf bestimmte Leistungen und Produkte zu fokussieren und aus dieser Fokussierung "Erlöse" zu schöpfen.
weitere Definitionen:
Unter Vermarktung oder Promotion werden alle Bemühungen zusammengefasst, den Kunden am Point-of-Sale (z.B. das Ladenlokal im Einzelhandel, die Messe im Geschäftskundenbereich) für die Sach- oder Dienstleistung zu begeistern. Inhaltlich lassen sich Promotion- oder Verkaufsförderungsmaßnahmen von der Akquisition dadurch unterscheiden, dass sie zeitlich befristet und örtlich begrenzt eingesetzt werden.
Als Promotion kann auch eine spezifische Preisanpassung verstanden werden.
Siehe auch: Markenartikel, Markenware, Marke (Rechtsschutz)
Kategorie:Marketing
InformationsverarbeitungInformationsverarbeitung bedeutet:
- in der Informatik alle Arten von Datenverarbeitung.
- in der Psychologie das Verarbeiten und Auswerten von Sinneseindrücken im Sinne einer Elaboration (siehe auch Kognition).
Kreativität
Kreativität (von lat. creatio - Schöpfung) ist die Fähigkeit intelligenter Lebewesen, neue und unübliche Kombinationen für bestehende und neue Aufgabenstellungen zu finden. Das Patentrecht bietet die international standardisiertesten Verfahren zur Beurteilung von Kreativität und setzt voraus, dass Kreationen "sinnvoll" seien. Im anderen Bereichen - z.B. in der Kunst - ist dagegen der Zweck kein Maßstab zur Beurteilung der schöpferischen Leistung. Bei der Schaffung von Chindōgus ist sogar das Fehlen kommerzieller Nutzbarkeit ein Qualitätskriterium.
Voraussetzung für Kreativität ist die Fähigkeit, Dinge und Vorgehensweisen frei und neu kombinieren und entwickeln zu können. Eine andere, sehr gebräuchliche Definition lautet: Kreativität ist die Fähigkeit, produktiv gegen Regeln zu denken und zu handeln (also: nicht nur zu kombinieren) und damit auch neue Regeln aufzustellen. Allgemein ist Kreativität eine "intelligente" Sonderform der Produktivität. Darum kann Kreativität im Umkehrschritt als ein Indikator für die Intelligenz von Lebewesen dienen.
Unter Kreativität kann demnach die schöpferische, Ideen entwickelnde Kraft des
Menschens verstanden werden. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass dabei etwas völlig neues auf der Grundlage von bisher Unbekanntem geschaffen wird. Neues entsteht vielmehr dadurch, dass bei dem kreativen Prozess vorhandenes Wissen in "ungewöhnlicher" Weise kombiniert wird. Aus diesem Grund wird der Prozess oft als unlogisch empfunden, das Ergebnis jedoch als im höchsten Maße logisch wahrgenommen.
Siehe auch: Kreativitätstechnik, Phasen des kreativen Prozesses, Innovation
Zitate
Neues entsteht an den Grenzen. Und nur dort. Durch achtsames Überschreiten und gekonnte Kombination. – Bernhard von Mutius
Man kann sagen, Kreativität ist die wichtigste Eigenschaft im Leben. Mit ihr kann man mehr erreichen, glücklicher sein, flexibel und vor allem einfallsreich sein. Probleme lassen sich durch wahre Blitzgedanken sofort lösen, ohne darüber lange und verzweifelt nachzudenken.
Kreativität spielt oftmals auch im Beruf und den damit verbundenen Anforderungsprofilen eine wichtige Rolle. z.B. braucht man in der Fotografie Kreativität um sein gestalterisches Talent zu verwirklichen.
Auch in Bereichen wie Malerei, d.h. in künstlerischen Berufen, oder Design, sowie Architektur, ist sie manchmal unausweichlich und ebenso erfolgsabhängig. Doch darf man sie nicht nur auf diese Bereiche beschränken, spielt sie doch in jeden Lebensabschnitten oder Lebensbereichen einen ausschlaggebenen Faktor. Kreativität macht sich z.B oftmals in Gedichten bemerkbar, die einem auf den ersten Blick gar nicht gefallen, da sie wirr und konfus sind. Dann kommt meistens die übliche Frage auf, warum man selbst nicht auf diese Idee, die anfangs so sinnlos verwirklicht schien, gekommen ist. Auch bei Kunstwerken, die auf das Interesse aller Bevölkerungsschichten stoßen sollten, findet man interessant umgesetzte Motive, die nicht zuletzt deshalb so anziehend und schön wirken, weil der Künstler seine eigene Kreativität zum Ausdruck brachte. Sie ist oftmals auch ein Spiegel der Wirklichkeit, erkennt man doch eben durch diese Gabe (Kreativität) den Charakter eines Menschen am besten. Auf welche Art und Weise er Probleme löst, wie er mit Dingen umgeht, wie flexibel er auf Alltagssituationen reagiert oder sogar auf welche Art und Weise er es auch immer schafft an Geld zu kommen. Kreativität ist tief mit der menschliche Seele und dem Unterbewusstsein verankert, sodass Menschen viele einfallsreiche Eigenschaften nie ans Tageslicht bringen können, da sie es gar nicht einmal versuchenn wollen, von ihrem Alltag in einigen Gewohnheiten abzuweichen. Dies soll nicht heißen, dass die meist angeborene und "anerzogene" Einstellung des Menschen die Kreativität eingrenzt, verdrängt oder gar fördert. Man kann sie allerdings auch nicht erlernen. Man muss sie ausleben, da jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise kreativ ist, d.h. in Lebensbereichen, von denen man nie erdacht hätte, dass sie auf kreativer Grundlage basieren. (zitat?)
WebLinks
- [http://www.whyareyoucreative.com/ Why are you creative?]
- [http://www.geistesblitz.de Geistesblitz - Blog mit vielen Artikeln zu den Themen Kreativität und Rhetorik]
- [http://www.akus.at/bildung.html ARGE für Kunsttherapie und Supervision]
- [http://www.creativcoach.com Das Wissensportal rund um Kreativität und Ideenfindung]
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simple:Creativity
Werbung
Werbung umfasst zahlreiche Bereiche der Beeinflussung des Willens handelnder sozialer Akteure.
Begriffsfeld
"Werben" tritt bereits im Mittelhochdeutschen auf. Der Sache nach wurde es zumal im Zusammenhang der Brautwerbung oder der Anwerbung von Landsknechten/Söldnern verwendet.
Wirtschaft
"Werbung" (veraltet "Reklame") wird heute fast gleichbedeutend mit "Wirtschaftswerbung" verwendet. Werbung im öffentlichen Umfeld und zur öffentlichen Meinungsbildung, sowie zur Selbstdarstellung von Firmen, Parteien, Personen wird beschönigend auch als "Public Relations" bezeichnet. In der Betriebswirtschaftslehre wird hier seit Neuerem auch der Begriff "Marktkommunikation" verwendet - nach Meffert: "Marktkommunikation umfasst die Gestaltung und die Art der Übermittlung aller Informationen bzw. Botschaften von Unternehmen über bestimmte Medien an aktuelle und potentielle Käufer, um diese gemäß vorgegebener Ziele zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen."
Die Aufgabe der Werbung ist es somit, Güter, Dienstleistungen oder Ideen bekannt machen und bestimmte Ziele zu erreichen:
- Marketingziele: den Absatz zu steigern, das Spendenaufkommen oder die Wählerzahlen erhöhen, etc.
- Kommunikationsziele: das Image einer Firma oder einer Marke zu ändern/auszubauen/zu festigen, Sympathiewerte zuerhöhen, die Verankerung einer Idee oder einer Warnung (z.B. Werbung gegen Alkohol am Steuer).
Politik
Hier erscheint Werbung als Propaganda und Agitation für politische Ziele.
Religion
Missionierung wirbt für eine religiöse Idee.
Geschichte der Werbung
Formen der Werbung gab es bereits in der hellenistischen und römischen Antike, etwa Wandanzeigen in Pompeji.
Die Werbung im heutigen Sinn nahm im 19. Jh. ihren Anfang. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die industrielle Revolution zur Massenproduktion führte, für die in den Organen der öffentlichen Meinung Anzeigen erschienen. Der Markt wurde nunmehr anstatt durch die Nachfrage vom Angebot geprägt. Die Konkurrenz befeuerte in der nun liberalen Marktwirtschaft die Werbung.
Mit der Pressefreiheit (1849) ging ein Ansteigen der geschäftlichen Anzeigen einher und die Presse wurde von diesen Einnahmen immer abhängiger. 1855 führte dies zur Eröffnung erster „Vermittlungsinstitute“, die den Anzeigenmarkt organisierten. Diese waren somit die ersten Werbeagenturen im deutschsprachigen Raum. Im selben Jahr verhinderte die Obrigkeit das freie Plakatieren, indem sie in Berlin die vom Verleger Ernst Litfaß erfundenen Litfaßsäulen aufstellte und Gebühren für das Plakatieren verlangte.
Alsbald nahm auch erste Werbekritik ihren Anfang: Menschen beschwerten sich über „Schmutz und Schwindel“ im Anzeigenwesen.
Ab der Jahrhundertwende wurde der Massenkonsum ein immer wichtigerer Bestandteil der Lebenswelt. Man konnte dadurch schon damals seine Position in der Gesellschaft bestimmen. Durch Mode und erste Markenartikel versuchte man, sich von anderen abzuheben: Waren wurden zu Kommunikationsorganen.
Hier ist auch ein Professionalisierungsschub der Werbung zu verorten - grafische Darstellungen und davor unübliche große Schaufenster zierten das Stadtbild (Reinhardt 1993).
Auch die fortschreitende Elektrifizierung nahm ihren Einzug in die Werbung, erste Lichtreklamen entstanden. In den 1930er Jahren begann die Hörfunkwerbung, bald auch die Fernsehwerbung.
1950/1960 erfuhr die Werbewirtschaft mit dem Einzug der Selbstbedienungsläden einen neuen wichtigen Wandel. Das industrial design nahm seinen Anfang.
Die elektronische Revolution der Jahrtausendwende wurde ein Musterbeispiel des stets zu beobachtenden Formenwandels der Werbung.
Wissenschaftliche Behandlung
Unterschiedliche Wissenschaften beschäftigen sich mit verschiedenen Ansätzen der Werbung:
- Die Betriebswirtschaftslehre legt vor allem Wert auf die Schwierigkeiten der Werbekostenrechnung und Werbeerfolgskontrolle. Sie unterscheidet "Werbung" von der "werbenden Wirkung" etwa der Produktgestaltung und Absatzstrategien allgemein (Erich Gutenberg). Hier ist auch die Marketingwissenschaft zu positionieren- sie ist mitverantwortlich für die Optimierung des Verkaufs.
- Die Volkswirtschaftslehre bezieht die Werbung als eigene Branche ein.
- Die Psychologie ist der Grundstock der "Werbepsychologie", die sich mit Werbewirkung beschäftigt. Sie liefert - z.B. gestalt -und wahrnehmungspsychologische - Ansätze, wie eine Werbung zu gestalten ist, um das höchst mögliche Maß an Aufmerksamkeit (siehe unten) zu erreichen. Sie erforscht entsprechend das Konsumentenverhalten und -handeln.
- Die Soziologie sieht desgleichen die Werbung als Sozialisationsinstanz in der Konkurrenz zu Familie, Kirche, Schule u.a.m. Doch behandelt sie auch - von der Konfliktsoziologie ausgehend - Werbung als "positive" Soziale Sanktion, die im Marktkonflikt zwischen Anbietern und Nachfragern ein Machtmittel der ersteren ist.
- Die Politologie beschäftigt sich vor allem mit den Hintergründen zur Propaganda und Agitation.
- Die Kommunikationswissenschaft ist in ihrer Stellung zur Werbung umstritten und sieht sich eher als Persuasionsforschung bzw. primär als Werbeträgerforschung. Sie ist maßgeblich für die Untersuchungen der Einbettung der Werbung in einen redaktionellen Teil.
- Ein weiterer, jedoch nicht wissenschaftlicher Teil ist natürlich auch die Ideenfindung und die Gestaltung der Werbung, die von Grafikern, ADs, CDs, Fotografen und anderen Werbeschaffenden vorgenommen wird. Somit hat auch die Kunst wesentlichen Anteil an einer Werbung.
Praxis der Werbung
Das Erreichen von Aufmerksamkeit
Klassische Werbung sucht, einen hohen Anteil an Aufmerksamkeit (mind share) für die beworbene Sache in ihrer spezifischen Kategorie herzustellen. Es ist eine regelrechte Gefahr des "mind share", dass der Produktname so weit allgemein akzeptiert wird, dass er als Begriffsmonopol zur Gattungsbezeichnung wird und den Schutz als eingetragenes Warenzeichen verliert. Beispiele wären
- "Tesafilm" oder auch "Tixo" als geläufige Bezeichnung für Klebestreifen.
- Melitta Filtertüten
- Tempo beispielsweise kann sich selbst als eigenes Taschentuch hervorheben. Jedoch, weil es einen Mind share bei den Verbrauchern erreicht hat, wird es häufig als eine synonyme Bezeichnung für jedes mögliche Papiertaschentuch verwendet, selbst wenn es sich um eine ganz andere Marke handelt.
- "Xerox" im Amerikanischen Raum gleichbedeutend mit "kopieren" (versucht mit 1994 mit der Werbekampagne "the document company" auf andere Produkte der Firma hinzuweisen)
- weitere Beispiele wie: die "Spalt-Tablette", auch Leukoplast; ebenso Jeep, UHU, "Walkman" und Fön (siehe auch Liste der Begriffsmonopole). Besonders gut war das Dilemma in Deutschland am Beispiel der vergeblichen Ferrero - Kampagne zu verfolgen: "Nur wo Nutella drauf steht, ist auch Nutella drin".
Der Versuch, wirksame optische oder akustische Werbung unter der Aufmerksamkeitsschwelle anzubieten ("unterschwellige Werbung", "subliminal advertising") gilt nach wahrnehmungspsychologischer Untersuchung als Scharlatanerie von Werbebüros. Mögliche Ausnahmen eröffnet die olfaktorische Wahrnehmung, das heißt Werbung über den Geruchssinn.
Auch unbezahlte Werbung - ob unbeabsichtigt oder als Schleichwerbung (product placement) - kann eine starke Wirkung zu minimalen Kosten haben. Sie ist ein Dauerproblem innerbetrieblicher Korruption beim Fernsehen. Nach den geltenden Richtlinien ist Schleichwerbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verboten.
Werbeträger
Der Werbeträger ist das Medium, das die Werbung zum Konsumenten trägt.
Hierzu zählen u.a.:
- Messen - historisch berits im Mittelalter bedeutsam
- Plakatwerbungen sowie andere Formen der Außenwerbung ("Dreieckständer", Poster)
- Zeitschriften für Printanzeigen und Annoncen
- der Hörfunk
- das Fernsehen für TV-Spots und kurze Werbefilme (auch durch product placement)
- Werbung im Internet
- Es gibt noch zahlreiche, wandlungsfähige Werbeformen wie etwa Werbung auf Eintrittkarten, sog. "skywriting", Werbung auf Öffentlichen Verkehrsmitteln und Flugtickets.
Eine vollständige Auflistung von Werbeträgern ist unmöglich.
Werbemittel
Im Unterschied zum Werbeträger ist das Werbemittel die eigentliche Werbung. Man kann Werbung danach unterscheiden, ob sie einen Werbeträger benötigt (z.B. Fernsehwerbung -> braucht TV, Radiowerbung -> braucht Funk, Plakatwerbung -> braucht Litfaßsäulen etc.), oder ob sie praktisch selbst ihr eigener Werbeträger ist (z.B. Direktwerbung, mouth-to-mouth-advertising). Zum Teil ist eine Unterscheidung nicht möglich, z.B. bei Tragetaschen, die mit Aufdruck werben oder bei Werbegeschenken. Hier ist der Träger gleichzeitig das Mittel. Heutzutage gibt es sehr viele Arten, Werbung zu machen.
- Außenwerbung findet man zum Beispiel auf Mauern oder Hauswänden, aber auch auf Sonnenschirmen von Gasthäusern beispielsweise Bierwerbung. In den letzten Jahren wurde das Angebot der Außenwerbung immer weiter ausgebaut. Werbung auf Verkehrsmitteln und an Stadtmöbeln (z.B. Bushaltestellen oder öffentliche Toiletten) in hinterleuchteten Vitrinen sind in den Städten heute sehr gebräuchlich.
- Plakatwerbung, immer noch auf Litfaßsäulen üblich, ist vor allem an stark befahrenen Straßen oder in U-Bahn-Stationen beliebt. Autofahrer, die im Stau stecken, oder Pendler, die auf die Bahn warten, streifen Werbeplakate, vor allem diejenigen, die sehr ins Auge springen. Plakate kann man auch als Sekunden-TV bezeichnen. Wichtig ist hierbei der richtige Einsatz von Farben, Schriften und Schriftgrößen. Bei der Plakatwerbung liegt die Kunst in der Reduktion. Ein möglichst aufmerksamkeitsstarkes Bildmotiv, gekoppelt mit einem kurzen, leicht verständlichen Text steigert die Werbewirkung immens.
- Printwerbung: Ob in Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierten, oder ob in Anzeigenblättern, überall kann man Werbung finden. Da man oft nur eine Seite zur Verfügung hat und keine Bewegung oder Stimmen einbauen kann, ist es wichtig, die Informationen in großer, auffallender Schrift und entsprechender visueller Aufmachung zu halten und sie so gebündelt wie möglich zu transportieren. Eine beliebte Methode der Zeitschriftenwerbung sind Storyboards (mehrere Bilder, die eine Geschichte ergeben), oder eine Rätselwerbung über zwei bis drei Seiten. Werbung in aktuellen Tageszeitungen bietet dem Verbraucher, im Gegensatz zur Fernsehwerbung, eine konkrete Handlungsalternative. Sie stellt konkrete Kaufempfehlungen vor. Anzeigen der großen Handelsunternehmen erscheinen regelmäßig zu den gleichen Terminen und werden teilweise vom Konsumenten schon erwartet.
- Radiowerbung nimmt immer noch an Bedeutung zu. Vor allem private Radiosender nutzen die Möglichkeit, Werbung über ihre Sender auszustrahlen. Wichtig ist hierbei, möglichst oft den Namen des Produktes zu erwähnen, da man auf Schriften, Bewegung und Bilder verzichten muss. Da Radiowerbung meist mit akustischen Schlüsselreizen wie z.B. Klingeln oder Läuten arbeitet, wird sie oft als unangenehm empfunden, da sie den Nutzung des Radios als Begleitmedium stört und damit von der eigentlichen Tätigkeit zu stark ablenkt.
- Fernsehwerbung ist immer noch die Nummer Eins unter den Werbearten. Mittlerweile gibt es sogar schon eigene Werbesender, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche Werbesendungen ausstrahlen. Wenn eine Werbekampagne ein hohes Maß an Emotionalisierung erreichen will, gibt es zum Fernsehen kaum Alternativen.
- Weitere Werbemittel sind: Film, Schauwerbung, Werbeveranstaltungen, Werbedrucke, Produktmuster, Spam und ähnliches.
Techniken der Werbung
Ohne Techniken kommt die Werbung da aus, wo ungesuchte persönliche Empfehlungen für ein Produkt werben. Es ist der stabilste Weg, auf dem ein Markenartikel entstehen kann. Als unternehmerisch gefördertes mouth-to-mouth advertising ist es aber bereits die Werbetechnik des Empfehlungsmarketing. Die Effizienz von Mund-Propaganda basiert auf der Tatsache, dass Menschen ihnen bekannten Personen gegenüber mehr Vertrauen empfinden, als ihnen unbekannten Personen. Empfehlungsmarketing macht sich diese psychologische Tatsache zu Nutzen, um auf kostengünstige Weise die Werbebotschaft zu platzieren.
Im Normalfall verwendet die Werbung viele gezielte Techniken, um das Publikum nachhaltig davon zu überzeugen, ein Produkt zu kaufen.
- Wiederholung: Häufige Wiederholung fördert den Erinnerungsprozess und damit die Erinnerung an den beworbenen Markennamen.
- Siegeszug ("Mitläufereffekt", bandwagon effect): Indem sie andeutet, dass das Produkt allgemein verwendet wird, wird durch Werbung erhofft, mögliche Kunden zum "Einstieg in den Siegeszug" zu bewegen.
- Zeugenaussagen (testimonials): Bekundungen von Normalverbrauchern oder Experten sollen Glaubwürdigkeit verleihen: "drei von vier Zahnärzten empfehlen...". Dies bezieht häufig einen Anklang von Autorität mit ein.
- Druck: Es wird versucht, die Menschen schnell ohne lange Überlegung wählen zu lassen und so zu schnellem Kauf zu ermuntern: "Ausverkauf, schlagen Sie jetzt zu!"
- Assoziation: Produkt mit wünschenswerten Sachen verbinden, um es ebenso wünschenswert erscheinen zu lassen. Der Gebrauch von attraktiven Modellen, malerischen Landschaften und ähnlichen Darstellungen ist verbreitet.
- Humor/Versteckte Botschaft: Oft erreicht durch die Verwendung von Wortspielen. Die Werbewirkung ist stark umstritten.
- Personifizierung durch Personen die als Werbefigur für eine Ware oder Dienstleistung stehen.
- Visualisierung abstrakter Begriffe, zum Beispiel Verunreinigungen: Phänomene wie Grauschleier oder Flecken werden kleinen, haarigen oder schleimigen Wesen zugeordnet, um so den Ekel vieler Menschen vor kleinen quirligen Tieren (beispielsweise Insekten, Würmern, Schnecken) auszunutzen und den Verkauf chemischer Produkte zu fördern. Dabei sollen die Bilder an Mikroskopie-Aufnahmen erinnern. Die Erscheinungsformen der Wesen variieren.
Werbeträger, Werbemittel
Als Werbeträger werden die Medien bezeichnet, mit Hilfe derer die Werbemittel (Faben, Schrift, Bilder oder auch Geruch) eine Werbebotschaft (z.B. einen Slogan) verbreiten. Ihre Güte wird mit Hilfe des sog. Tausender-Kontakt-Preis (TKP), dem Preis für je 1.000 erreichte potentielle Interessenten gemessen.
- Litfaßsäule
- Pillar
- Billboard (Tafel)
- Streuwerbung
- Zeitungswerbung (Annonce)
- Fernsehwerbung / Kinowerbung
- Rundfunkwerbung
- Internetwerbung
- Telefonwerbung
- Außenwerbung
- Verkehrsmittelwerbung
- Ganzreklame
- Direktwerbung
- Trikotwerbung
- Ad-Busting
- Verkaufsraumbeduftung
- Lesezirkelwerbung
Ein weiteres Werbeinstrument ist seit 2003 angewandte Couponing, das ähnlich wie die früheren Rabattmarken funktioniert. Die Erhöhung der Kundenbindung aus Sicht der Unternehmen und das Verlangen der Kunden nach Rabatten in Zeiten der subjektiven Rezession hat zu hoher Akzeptanz und Verbreitung solche Programme in jüngster Zeit geführt. Bekanntestes Beispiel ist die Konzern-Kooperation "Payback", die bei Datenschützern sehr umstritten ist.
Werbemusik
Werbemusik soll helfen, zwischen sonst gleichen Produkten zu unterscheiden. Sie soll das Image einer Marke mit einem Gefühl verbinden und so die Bindung an das beworbene Produkt verbessern/verstärken.Außerdem soll sie die Werbung angenehmer machen.
- Werbemusik ist inzwischen ein eigene Gattung
- Spezielle Werbemelodien werden für Markenhersteller oder Klingeltöne komponiert
- Werbemusik wird in unterschiedliche Formen unterschieden:
- als Hintergrundmusik
- als musikalisches Kurzmotiv
- als gesungener Slogan (Jingle)
Musik in der Werbung dient also der Produktpolitik|Produktdifferenzierung und der Verstärkung der Erinnerungen und Eindrücke. Beide Kriterien können musikalisch durch folgende Funktionen erreicht werden:
- durch die Musik wird die Aufmerksamkeit erregt und die Gedächtnisleistung erhöht
- durch die Musik entsteht eine positive Stimmung
- durch die Musik wird der Hörer z.B. in seine Kindheit zurückversetzt
- durch die Musik assoziiert der Hörer eine Emotion mit dem beworbenen Produkt
- die Musik beschreibt das Produkt bzw. die Wirkung des Produkts
- die Musik interpretiert oder kommentiert das Geschehen
- die Musik dient der besseren Wiedererkennung eines Slogans/Produktnamens.
Oft werden so genannte Sound-alikes eingesetzt, also Songs, die so geschrieben und produziert sind, dass sie wie bekannte Hits oder Kultsongs klingen; die Abwandlungen in der Melodie und im Text sind oft minimal. Die Verwendung solcher Auftragsproduktionen spart Kosten.
Grenzen der Werbung
Grundsätzlich kann man Werbung von einem zunächst neutralen Standpunkt mit dem Begriff "Information" am besten in Verbindung bringen. Erkennt der Umworbene als "Werbung", so kann mit dem Soziologen Clausen davon ausgegangen werden, dass er tendenziell nur dasjenige Minimum an Information nachfragt, das er selber benötigt - analog zu der tendenziellen Minimierung der Information durch den Werbenden, der alle Information auszuschließen bestrebt ist, die von seinem direkten Werbeziel ablenken könnte. Werber und Umworbener minimieren also beide "Information".
Wenn jemand eine Information in seinem Bewusstsein wahrnimmt, dann besteht ferner eine Wahrscheinlichkeit, dass er sie subjektiv nicht als Werbung einsortiert und dankbar für den Empfang dieser Information ist. Aber möglicherweise ganz im Gegensatz zu einer anderen Person, welche exakt die gleiche Information sich schon 1000 Mal anhören musste und sie deshalb subjektiv als lästig wahrnimmt und bewertet.
- Der Grad an Neutralität ist ein weiteres Kriterium zur Abgrenzung. Wenn ein Sachverhalt mit Informationen so beschrieben wird, dass der Adressat diesen als "neutral" und ausgewogen mit allen Vor- und Nachteilen wahrnimmt, dann wirkt der "Sachverhalt" auch als solcher und gilt in der Regel nicht als Werbung.
- Die Intention des Botschafters - zu welchem Zweck er seine Information kommunziert - gilt wohl als geläufigstes Kriterium, um der Information einen werbendenen Charakter zu unterstellen. Es gibt Situationen, in denen jemand z.B. ein Produkt überhaupt nicht lobt sondern durchaus kritisch und negativ darüber spricht. Trotzdem kann man ihm die Absicht unterstellen, dass er auf diese Weise das Produkt ins Gespräch bringen will. In dem Moment wird man ihm gerne vorwerfen, dass seine Information "nur" der Werbung diene. Während man einer anderen Person, die ebenfalls exakt die gleiche Information kommuniziert, gar keine Werbung vorwerfen würde, wenn sie z.B. über ein Produkt schimpft, weil sie sich gerade über dessen schlechte Handhabung geärgert hat.
- Der Bekanntheitsgrad z.B. einer Firma wird gerne als zuverlässiges Kriterium genannt. Ist der Bekanntheitsgrad z.B. von einem bestimmten Markennamen bzw. dessen Produkten im Bewusstsein schon gesättigt (siehe Aufmerksamkeitsanteil), dann wird diese Information des Markennamens oft nicht mehr als werbliche Botschaft wahrgenommen, im Gegensatz zu einem noch relativ unbekannten, der sich erst noch im Markt bekannt machen möchte.
- Grenzen der Werbung liegen auch im gesundheitlichen Bereich. So ist die Werbung für Zigaretten in der Bundesrepublik Deutschland (außer in Telemedien) erlaubt, in vielen anderen Ländern aber verboten. Die Werbung für Zigaretten verbindet ein positives Image des Rauchens mit Illusionen über die gesundheitlichen Schäden. So wird der Aufdruck, dass Rauchen die Gesundheit schädigt, in witziger Form angebracht und unterstützt die Werbung auf diese Weise.
Alle genannen Kriterien haben eines gemeinsam: Sie sind nur schwer mit objektiven Maßstäben zu messen.
Sittliche Grenzen der Werbung
Obwohl vor allem konservativen Kreisen der Gesellschaft ein sittlicher Widerstand gegen Werbung zugeschrieben wird, ist auch in gegenwärtigen differenzierten ('westlichen') Gesellschaften davon auszugehen, dass je nach sozialem Milieu, Berufsfeld oder Lebensstil der Werbung sehr starke, wenn auch jeweils unterschiedliche sittliche Grenzen gezogen werden.
Jeder Betrachter, der eine Werbemaßnahme als unsittlich empfindet, kann beim Deutschen Werberat (www.werberat.de) eine Beschwerde einreichen. Es handelt sich um ein selbstdiziplinäres Gremium der Werbewirtschaft. Es arbeitet in Ergänzung zu dem sehr dichten Regelwerk des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerbs (UWG).
Rechtliche Situation in Deutschland
Werberecht
Bis vor kurzer Zeit durften Werbebotschaften in Deutschland nicht vorhandene Produkteigenschaften vortäuschen. Das ist jetzt nicht mehr ohne Weiteres erlaubt.
Unvollständig, bitte überarbeiten!
Wettbewerbsrecht
Werbung im Rundfunk und in Tele- und Mediendiensten wird in Deutschland hauptsächlich durch das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG), den Rundfunkstaatsvertrag, und das Teledienstgesetz geregelt.
Siehe dazu eigenständigen Artikel Gesetz_gegen_den_unlauteren_Wettbewerb.
Teledienstegesetz und Mediendienste-Staatsvertrag
Siehe dazu Teledienstegesetz, Telemediengesetz, Teledienst und Mediendienste-Staatsvertrag, Mediendienst.
Jugendschutz
Im Bezug auf den Jugendschutz wird die Werbung durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag beschränkt. Unter Übernahme der Regelung in der EG-Fernsehrichtlinie gilt für alle Angebote von Telemedien (Teledienste und Mediendienste) und den gesamten Rundfunk, dass Werbung "Kindern und Jugendlichen weder körperlichen noch seelischen Schaden zufügen" darf, darüber hinaus darf sie nicht:
# direkte Kaufappelle an Kinder oder Jugendliche enthalten, die deren Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit ausnutzen,
# Kinder und Jugendliche unmittelbar auffordern, ihre Eltern oder Dritte zum Kauf der beworbenen Waren oder Dienstleistungen zu bewegen,
# das besondere Vertrauen ausnutzen, das Kinder oder Jugendliche zu Eltern, Lehrern und anderen Vertrauenspersonen haben, oder
# Kinder oder Minderjährige ohne berechtigten Grund in gefährlichen Situationen zeigen.
Werbung für alkoholische Getränke darf sich weder an Kinder oder Jugendliche richten noch durch die Art der Darstellung Kinder und Jugendliche besonders ansprechen oder diese beim Alkoholgenuss darstellen. Entsprechendes gilt für die Werbung für Tabak in Telemedien.
Sonstige Programminhalte, die Kinder oder Jugendliche ansprechen, müssen von Werbung getrennt sein. Im Umfeld eines ansonsten für Kinder oder Jugendliche ausgerichteten Programmes darf keine Werbung verbreitet werden, "... deren Inhalt geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen". Werbung, die sich auch an Kinder oder Jugendliche richtet oder bei der Kinder oder Jugendliche als Darsteller eingesetzt werden, darf "... nicht den Interessen von Kindern oder Jugendlichen schaden oder deren Unerfahrenheit ausnutzen".
Antiwerbung
Die gezielte Verbreitung von Antiwerbung wird als Adbusting bezeichnet. Es ergeben sich ähnliche Fragestellungen wie bei der - deutlich besser untersuchten - "Antipropaganda".
Siehe auch
- Portal:Verhandlung und Verkauf
- AIDA (Marketing)
- Deutscher Werberat
- Englische Sprache in der Werbung
- Kunstwort
- Markenartikel
- Öffentlichkeitsarbeit
- Radiowerbung
- Robinsonliste
- Sex sells
- Sozialstatus
- Suggestion
- Vampireffekt
- Werbefotografie
- Werbekonzept
- Werbespot
- Werbespot-Produktionskosten
Literatur
- Borstnar, Nils: Männlichkeit und Werbung. Inszenierung - Typologie - Bedeutung, Verlag Ludwig, Kiel 2002. (ISBN 3-933598-23-0)
- Clausen, Lars: Elemente einer Soziologie der Wirtschaftswerbung, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1964
- Felser, Georg: Werbe- und Konsumentenpsychologie, Spektrum Akademischer Verlag, 2001 (ISBN 3-8274-1105-x)
- Hartwig, Stefan: Trojanische Pferde der Kommunikation? Einflüsse von Werbung und Öffentlichkeitsarbeit auf Medien und Gesellschaft. Münster 1999. (ISBN 3825840050)
- Knieper, Thomas; Schenk, Edith: Humor in der Werbung ist eine ernste Sache: ... und eine Herausforderung für die Marktforschung. Hrsg. von der AGEMAS - Arbeitsgemeinschaft für Markt- und Meinungsforschung. München: AGEMAS 2002 (= Schriftenreihe zur Werbewirkungsforschung; Bd. 1)
- Reinhardt, Dirk: Von der Reklame zum Marketing, Münster, 1993
- Thomas Müller: Dr. Best und die lila Kuh. Bild der Wissenschaft 6/2005, S. 54 - 58 (2005), ISSN 0006-2375
Weblinks
- [http://www.stern.de/presse/stern/?id=533258 Wahrnehmung und Gestaltung von Werbung]
- [http://www.slogans.de Slogans.de] Portal der Marken, Werbeslogans und Agenturen
- [http://meiert.com/de/publications/articles/20041229/ zusammenfassender Artikel]
- http://www.werbe-lexikon.info/
- [http://www.linkadd.de/artikel_werbung01_ger.php richtig werbung machen]
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Kategorie:Medien
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