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Insekt

Insekt

Die Insekten (Insecta), auch Kerbtiere oder Kerfe genannt, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und mit weit über einer Million bekannter Arten zugleich die artenreichste Gruppe der Tiere überhaupt. Nach verschiedenen Hochrechnungen rechnet man allerdings mit einem Vielfachen tatsächlich existierender Arten, wobei vor allem in den tropischen Regenwäldern noch Millionen unentdeckter Arten vermutet werden. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich vom Lateinischen insectare, „einschneiden“, ab, was sich auf die stark voneinander abgesetzten Körperteile bezieht, der deutsche Begriff Kerbtiere geht auf den deutschen Schriftsteller Philipp von Zesen zurück. Früher wurde auch der wissenschaftliche Name Hexapoda (griechisch Sechsfüßer) verwendet, der heute für eine übergeordnete Gruppe reserviert ist (siehe dazu die Anmerkung im Systematik-Abschnitt weiter unten). Die Wissenschaft von den Insekten ist die Entomologie.

Merkmale

Entomologie (vorne)
3. Ocellus (oben)
4. Komplexauge (Facettenauge)
5. Gehirn
6. Prothorax
7. rückseitige (dorsale) Arterie
8. Tracheen
9. Mesothorax
10. Metathorax
11. Erstes Flügelpaar
12. Zweites Flügelpaar
13. Mitteldarm
14. Herz
15. Eierstock
16. Hinterdarm (Rektum)
17. Anus
18. Vagina
19. bauchseitiges Nervensystem mit Ganglien
20. Malpighische Drüse
21. Tarsomer
22. Prätarsus
23. Tarsus
24. Tibia
25. Femur
26. Trochanter
27. Vorderdarm
28. Thoraxganglion
29. Coxa
30. Speicheldrüse
31. Unterschlundganglion
32. Mundwerkzeuge
]] Die Größe der Insekten variiert sehr stark und liegt bei den meisten Arten zwischen einem und 20 Millimeter. Die kleinsten bekannten Arten sind dabei Vertreter der zu den Käfern gehörenden Federflügler sowie Erzwespen mit Körperlängen um 0,2 Millimeter. Die größten bekannten Insekten sind Stabheuschrecken mit etwa 33 Zentimetern Körperlänge sowie der Bockkäfer Titanus giganteus mit einer Körperlänge von 16 Zentimeter und dabei einer Breite von etwa 6 Zentimetern.

Äußere Anatomie

Allen Insekten gemeinsam ist die meist deutlich sichtbare Gliederung des Leibes in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen), der feste Chitinpanzer, das Vorhandensein von drei Beinpaaren (die auch zu „Flossen“ oder „Armen“ umgebildet sein können), ein komplizierter Apparat von Mundwerkzeugen (Mandibeln) und Atemtracheen.

Lebensräume

Insekten sind mit Ausnahme der Ozeane in fast allen Lebensräumen und Gebieten der Erde zu finden. Dabei existiert die größte Artenvielfalt in den tropischen Gebieten während in Extremlebensräumen wie den Polargebieten, den Hochgebirgen und den küstennahen Meeresgebieten nur sehr wenige hochangepasste Insektenarten leben. So findet man etwa in der Antarktis die Zuckmückenart Belgica antarctica oder einzelne zu den den Wasserläufern gehörende Wanzen sowie die Zuckmücken der Gattung Clunio auf der Meeresoberfläche. Einige Arten sind sehr stark spezialisiert und kommen entsprechend nur in besonders geeigneten Lebensräumen vor (stenöke Arten), andere dagegen können in fast allen Lebensräumen mit Ausnahme der Extremlebensräume leben (euryöke Arten) und wurden teilweise durch den Menschen weltweit verbreitet, so dass sie heute Kosmopoliten darstellen.

Ontogenese

Anhand ihrer Ontogenese (Entwicklung) werden sie in holometabole und hemimetabole Insekten unterteilt. Holometabole Insekten durchlaufen eine Metamorphose, ausgehend vom Ei über die Larve zur Puppe und dann zum erwachsenen Tier (Imago). Die Larve hat oft nicht die geringste physische Ähnlichkeit mit der Imago. Beispiele sind Ameisen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und andere. Hemimetabole Insekten haben kein Puppenstadium, die Larve ähnelt in Grundzügen dem erwachsenen Tier. Beispiele hierfür sind Silberfischchen, Heuschrecken, Libellen, Eintagsfliegen und andere. Es gibt Insekten in allen Lebensräumen der Erde mit Ausnahme der Arktis, der Antarktis und des offenen Meeres. Die artenreichste Untergruppe der Insekten sind die Käfer.

Systematik

Drei Gruppen, die traditionell zu den Insekten gezählt wurden, die Springschwänze (Collembola), Doppelschwänze (Diplura) und Beintastler (Protura) gelten heute nicht mehr als eigentliche Insekten. Sie werden zusammen mit diesen hier innerhalb der übergeordneten Gruppe der Sechsfüßer (Hexapoda) geführt.
- Unterklasse Felsenspringer (Archaeognatha)
- Unterklasse Fischchen (Zygentoma)
- Unterklasse Fluginsekten (Pterygota)
  - Überordnung Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
  - Überordnung Libellen (Odonata)
  - Überordnung Neuflügler (Neoptera)
      - Ordnung Steinfliegen (Plecoptera)
      - Ordnung Tarsenspinner (Embioptera)
      - Ordnung Grillenschaben (Notoptera)
      - Ordnung Ohrwürmer (Dermaptera)
      - Ordnung Fangschrecken (Mantodae)
      - Ordnung Schaben (Blattodea)
      - Ordnung Termiten (Isoptera)
    - Orthopteroidea
      - Ordnung Gespenstschrecken (Phasmatodea)
      - Ordnung Gladiatoren (Mantophasmatodea)
      - Ordnung Langfühlerschrecken (Ensifera)
      - Ordnung Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
      - Ordnung Bodenläuse (Zoraptera)
      - Ordnung Staubläuse (Psocoptera)
      - Ordnung Tierläuse (Phthiraptera)
      - Ordnung Fransenflügler (Thysanoptera)
      - Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera)
      -
- Unterordnung Gleichflügler (Homoptera)
      -
- Unterordnung Wanzen (Heteroptera)
      -
- Unterordnung Scheidenschnäbler (Coleorrhyncha)
    - Holometabola
      - Ordnung Schlammfliegen (Megaloptera)
      - Ordnung Kamelhalsfliegen (Raphidioptera)
      - Ordnung Hafte, Netzflügler (Planipennia)
      - Ordnung Käfer (Coleoptera)
      - Ordnung Fächerflügler (Strepsiptera)
      - Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
      - Ordnung Köcherfliegen (Trichoptera)
      - Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
      - Ordnung Schnabelfliegen (Mecoptera)
      - Ordnung Flöhe (Siphonaptera)
      - Ordnung Zweiflügler (Diptera) Siehe auch: Systematik der Insekten

Insekten und Menschen

Eine Reihe von Insekten ist als Schädling (Ungeziefer) an Nutz- und Zierpflanzen, Holzkonstruktionen und -produkten (Holzschutz) und Nahrungsvorräten bekannt, andere leben als Parasiten am Menschen und seinen Haustieren. Ferner sind einige Insekten Überträger von Krankheiten wie der Rattenfloh für die Pest oder Mücken der Gattung Anopheles für die Malaria. Als Nutztiere hält der Mensch vor allem die Honigbiene, die Raupe des Seidenspinners sowie in vielen Ländern Heuschrecken und Grillen als Nahrungsmittel. Der Verzehr von Insekten ist über große Teile Südostasiens und Mittel- bzw. Südamerikas verbreitet und wird als Entomophagie bezeichnet. Einige Insekten werden auch als Haustiere in Terrarien gehalten. Besonders zu nennen sind dabei die Ameisen, die in Formicarien gehalten werden. Sie gehören zu den Hautflüglern und sind somit enge Verwandte der Bienen, Wespen und Hornissen.

Materialien zu Insekten

Hornisse Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film) – 8 MB XviD in ogg-Container
Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.

Museen/Sammlungen

ogg Stift Admont (Stmk., Österreich): Die wissenschaftliche Insektensammlung im Naturhistorischen Museum von Pater Gabriel Strobl (1846-1925) beinhaltet 252.000 Exemplare aus 57.000 verschiedenen Arten. Die Dipteren-Sammlung zählt mit ihren etwa 80.000 aufbewahrten Exemplaren und ca. 7.500 verschiedenen Artnamen zu den drei bedeutendsten Fliegen-Kollektionen in Europa.

Literatur


- Michael Chinery: Field Guide to Insects of Britain and Northern Europe. 3. Auflage. Harper Collins, 1993, S. 448, ISBN 0-00219-918-1
- Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten. Franckh-Kosmos, o. O. 2004, S. 328, ISBN 3440099695
- Christopher O’Toole: Faszinierende Insekten. Bechtermünz Verlag, S. 223, ISBN 3-8289-1584-1
- E. Stresemann (Begr.), H.-J. Hannemann, B. Klausnitzer, K. Senglaub: Exkursionsfauna von Deutschland, Wirbellose: Insekten. 9. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2000, S. 959, ISBN 3-8274-0922-5

Weblinks


- [http://www.arthropods.de/ ausführliche Insektenseite]
- [http://www.insektenbox.de Systematik, Körperbau, Fotos und Angaben zur Lebensweise von über 500 Insektenarten in Mitteleuropa]
- [http://www.ent.iastate.edu/list/ Iowa State Entomology Index of Internet Resources] (engl. Seite: The directory and search engine of insect-related resources on the Internet)
- [http://bugbios.com/ Bugbios – Insects on the Web] (engl. Seite)
- [http://www.faunistik.net/DETINVERT/_KEYS/ORDERS/order_001.html Insektenbestimmung]
- [http://www.phasmidenwelt.de/html/visualisierte_anatomie.html Anatomie eines Insekts] (Flash-Datei)
- [http://www.stiftadmont.at] Insektensammlung im Stift Admont ! ja:昆虫類 ko:곤충 ms:Serangga simple:Insect th:แมลง

Klasse (Biologie)

Die Klasse ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Sie wird weiter aufgeteilt in Überklasse und Unterklasse. Manchmal wird zusätzlich der Begriff Infraklasse verwendet, wenn ein Taxon zwischen Unterklasse und Überordnung nötig ist. Eine Klasse steht zwischen Stamm und Ordnung. Bei den Wirbeltieren gibt es folgende Klassen:
- Schädellose
- Kieferlose
- Knorpelfische
- Knochenfische
- Amphibien
- Reptilien
- Vögel
- Säugetiere Die Stellung von Chimären, Dinosauriern und Pterosauriern als eigene Klasse oder Mitglieder der Klassen Knorpelfische beziehungsweise Reptilien ist noch nicht endgültig geklärt. Zwischen der Klasse und der Überklasse wird in der Systematik noch die Reihe gestellt. Kategorie:Taxonomie

Tiere

Wissenschaftlich bilden die Tiere ein Reich der Domäne der Eukaryoten. Das Tierreich ist in diverse Untergruppen untergliedert, darunter auch die Stämme, die auch Phyla genannt werden. Die Naturwissenschaft von den Tieren ist die Zoologie. Tiere sind Lebewesen, die ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen, sondern sich von anderen tierischen oder pflanzlichen Organismen ernähren und Sauerstoff zur Atmung benötigen. Die meisten Tiere sind ortsbeweglich und mit Sinnesorganen ausgestattet. Naturwissenschaftlich gesehen ist auch der Mensch als Tier zu betrachten. Die Verhaltensbiologie hat gezeigt, dass höher entwickelte Tiere sich komplizierterer Verhaltensmuster und gewisser Zeichensysteme bedienen (Tiersprache). Auch zu abstraktem Denken zeigen sich neben dem Menschen einige Tierarten zumindest in Ansätzen fähig. Außer dem Menschen sind allerdings keine Tierarten bekannt, die in der Lage sind, hochentwickelte Kulturen hervorzubringen. Die in den meisten Sprachen übliche Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist wissenschaftlich gesehen jedoch nicht haltbar. Zum Verhältnis des Menschen zu anderen Tieren („Mensch-Tier-Verhältnis“) siehe auch Philosophische Anthropologie. Meist werden die Tiere heute mit den Vielzellern gleichgesetzt. Traditionell werden jedoch auch eine ganze Gruppe von Einzellern, die Protozoa zu den Tieren gerechnet. Dies kann biologisch allerdings nicht mehr gerechtfertigt werden. Die mit den eigentlichen Vielzellern am engsten verwandte Gruppe sind die Kragengeißeltierchen (Choanoflagellata). Sie werden in dieser Systematik mit zu den Tieren gezählt. Die evolutionäre Schwestergruppe der Tiere sind dann interessanterweise die Pilze, die traditionell zu den Pflanzen gerechnet wurden. Tiere (in dieser Definition) und Pilze zusammen werden auch als Opisthokonthen bezeichnet.

Tiere und der Mensch

Tiere werden vom Menschen seit frühesten Zeiten verehrt, bekämpft und auch als Nutz- oder Haustiere gehalten. Der Mensch unterscheidet je nach dem gegenseitigen Verhältnis:
- Heilige Tiere
- Wildtiere
- Nutztiere, (Vieh, Zugtiere, Schlachttiere)
- Haustiere
- Schädlinge und Nützlinge Heilige Tiere können lebendige Manifestationen von Tiergöttern sein, die beispielsweise im Alten Ägypten vielfach verehrt wurden. Im Verlauf von rituellen Handlungen können Tiere auch als Opfer dienen. Siehe auch: Systematik des Tierreiches, Rekorde im Tierreich, seltene und endemische Tiere Deutschlands

Weitere Informationen

Weblinks


- [http://Das-Tierlexikon.de Tierlexikon]
- [http://Tierwissen.de Tierwissen] ! ja:動物 ko:동물 ms:Haiwan simple:Animal th:สัตว์ zh-min-nan:Tōng-bu̍t

Entomologie

Die Insektenkunde (von lat. insecare, PPP: insec(a)tum = eingeschnitten(es)/das Eingeschnittene) oder Entomologie (von griech. entmeein, PPP: en-tomon = eingeschnitten(es)/ das Eingeschnittene) ist der Zweig der Zoologie, der sich mit den Insekten (Insecta), der artenreichsten Gruppe von Lebewesen befasst. Teilgebiete sind unter Anderem die
- Systematik und Taxonomie der Insekten
- angewandte Entomologie (Insekten als Nützlinge bzw. Schädlinge)
  - Forstentomologie
  - landwirtschaftliche Entomologie
  - entomologische Parasitologie
  - forensische Entomologie (Nutzung von Insekten für kriminologische Zwecke).
- Faunistik
- Insektenphysiologie

Insekten im Naturschutz

Insekten reagieren sehr schnell auf Veränderungen der Landschaft. Deshalb ist die Anzahl der Insektenarten, die auf einem Gebiet gefunden werden, ein guter Indikator für die Schutzwürdigkeit einer Landschaft. Hierzu werden aber besonders Insektengruppen untersucht, die besonders empfindlich auf Veränderungen reagieren – dies sind etwa Schmetterlinge, da sie sowohl als Raupen als auch als Adulttiere besondere Ansprüche an die Nahrung haben.

Insektenkundler/Entomologen

Als Begründerin der modernen Insektenkunde gilt Anna Maria Sibylla Merian (1647–1717).
- Johann Karl Wilhelm Illiger (1775–1813)
- Jean-Henri Fabre (1823–1915)
- Otto Taschenberg (1854–1922)
- William Morton Wheeler (1865–1937)
- Edward O. Wilson (
- 1929)
- Bert Hölldobler (
- 1936)

Nutzeneinschätzung

„Insekten sind unsere wichtigsten Partner bei der Schaffung von Leben auf der Erde, denn oft übernehmen sie die Federführung bei der Gestaltung terrestrischer Ökosysteme. Etwa ein Drittel unserer Nahrung geht direkt auf die Bestäubung durch Insekten zurück. Allein in den USA entspricht diese Bestäubungstätigkeit jährlich einem Wert von mehr als neun Milliarden Dollar. Ohne Insekten gäbe es keine Orangen in Florida, keinen Käse in Wisconsin, keine Pfirsiche in Georgia und keine Kartoffeln in Idaho.“ May R. Berenbaum 2004

Literatur


- May R. Berenbaum: Blutsauger, Staatsgründer, Seidenfabrikanten. Die zwiespältige Beziehung von Mensch und Insekt. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2004, ISBN 3-8274-1519-5
- Holger H. Dathe (Hrsg.): Insecta. Lehrbuch der speziellen Zoologie Teil 5. 2. Aufl. Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-0930-6
- Konrad Dettner (Hrsg.): Lehrbuch der Entomologie. 2. Aufl. Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-1102-5
- Martin Berger: Die Insektensammlungen im Westfälischen Museum für Naturkunde Münster und ihre Sammler. Westfälisches Museum für Naturkunde, Münster 2001. (Schriftenreihe: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Jg. 63, H. 3)

Weblinks


- http://www.entomologie.de/
- http://www.entomologie-berlin.de/
- http://www.apollo-frankfurt.de/ Entomologischer Verein Apollo e. V.]
- http://www.uni-koeln.de/~akr05/ – forensische Entomologie
- http://fbva.forvie.ac.at/400/410.html – Forstentomologie
- http://www.insektenbox.de – Fotos und Angaben zur Lebensweise von über 500 Insektenarten in Mitteleuropa
- http://www.zalf.de/home_zalf/institute/dei/php/biograph.phtml – Datenbank zur Biographie und zum Sammlungsverbleib der Entomologen der Welt ! ja:昆虫学 ko:곤충학 ms:Entomologi th:กีฏวิทยา

Facettenauge

Als Facetten-, Fassetten- oder Komplexauge bezeichnet man den häufig bei Insekten vorkommenden Augentyp, bei dem ein Auge sich aus mehreren, bei bestimmten Insekten wie z. B. den Libellen sogar aus einigen zehntausend Einzelaugen (Ommatidien) zusammensetzt. Facettenaugen sind meistens annähernd halbkugelförmig, was bewirkt, dass jedes ihrer Einzelaugen in eine geringfügig andere Richtung blickt. Die Facettenaugen befinden sich an beiden Seiten des Insektenkopfes. Das Insekt kann sich so ein Bild seiner Umgebung aus einzelnen Bildpunkten zusammensetzen. Ommatidie Jedes Einzelauge hat denselben Aufbau. Die Anzahl von Einzelaugen unterscheidet sich von Art zu Art, manchmal auch innerhalb der Geschlechter einer Art. Bei der Glühwürmchenart Lampyris z. B. haben die Weibchen pro Seite nur 300 Ommatidien, die Männchen hingegen 2500, beim Junikäfer haben Männchen 3700 pro Seite, Weibchen 2700. Dieser Unterschied entstand meistens daraus, dass die Männchen bei der Paarung die Weibchen aufsuchen müssen. Generell haben schneller fliegende Insekten mehr Einzelaugen. Die räumliche Auflösung des Facettenauges ist durch die Anzahl der Bildpunkte begrenzt und ist somit weit geringer als etwa die Auflösung des menschlichen Linsenauges. Allerdings kann die zeitliche Auflösung bei Facettenaugen weit höher sein. Sie liegt etwa bei fliegenden Insekten, die hohe Reaktionsgeschwindigkeiten benötigen, bei 250 Bildern pro Sekunde, was etwa dem zehnfachen des menschlichen Auges von 24 Bildern pro Sekunde entspricht. Außerdem verfügen Spezies mit Facettenaugen über ein ungleich größeres Blickfeld als das des Menschen, eigentlich besitzen sie sogar das größte Blickfeld aller bekannten Lebewesen. Man merkt dies vielleicht auch im Alltag. Wenn man z.B. versucht, seine Hand (egal von welcher Seite) einer Fliege zu nähern, so wird man feststellen müssen, dass die Fliege schon lange vor der Berührung das Weite sucht. Das ist für die Fliege (und alle anderen facettenaugenbesitzenden Tiere natürlich auch) im Kampf ums Überleben ungemein vorteilhaft, weil sie den sich nähernden Feinden schon lange, bevor ernste Gefahr droht, entfliehen können.

Weblinks


- http://www.uni-ulm.de/elektronenmikroskopie/page.html Das Facettenauge im Rasterelektronenmikroskop (Uni Ulm)
- http://cvs.anu.edu.au/andy/beye/beyehome.html B-EYE: The world through the eyes of a bee Kategorie:Entomologie Kategorie:Auge Kategorie:Anatomie (Wirbellose)

Gehirn

für eine animierte Abfolge von Schnitten.]] Als Gehirn (Hirn, Cerebrum) bezeichnet man den im Kopf gelegenen Teil des Zentralnervensystems (ZNS) der Wirbeltiere. Es liegt geschützt in der Schädelhöhle und wird umhüllt von der Hirnhaut.

Funktion

Das Wirbeltier-Gehirn verarbeitet hochzentralisiert Sinneseindrücke und koordiniert komplexe Verhaltensweisen. Es ist somit der Hauptintegrationsort für alle überlebenswichtigen Informationen, die in einem Organismus verarbeitet werden. Allerdings gelangt nicht jede Information bis zur Hirnrinde und damit zum Bewusstsein. Peripher liegende Nervengeflechte (Plexus) und vor allem Zentren im Hirnstamm dienen der unbewussten Vorverarbeitung von Signalen. Reflexbögen übernehmen Aufgaben, die mit höchster Geschwindigkeit und ohne bewusste Verarbeitung und verzögernde Einflussnahme ablaufen müssen. Auch beim Menschen findet sich ein autonomes Nervensystem. Es dient der Koordination vegetativer Funktionen wie Atmung, Kreislauf [Herz], Nahrungsaufnahme, -verdauung und -abgabe, Flüssigkeitsaufnahme und -ausscheidung, sowie der Fortpflanzung. Die Regulation dieser Prozesse würde diejenigen Strukturen des Gehirns, die mit der bewussten Wahrnehmung beschäftigt sind, vollständig überfordern und damit blockieren. Die Funktion des Gehirns basiert hauptsächlich auf der Interaktion von stark vernetzten Neuronen über elektrische Impulse (siehe Neuronales Netz). Ein Mittel zur Analyse von Gehirnaktivitäten stellt daher die Messung der Gehirnströme mittels eines EEG dar. Eine andere Methode der Messung ist das MEG. Die Struktur und – in geringerem Maß – die Größe des Gehirns können als Anhaltspunkt für die Lernfähigkeit und Intelligenz eines Tieres herangezogen werden. Wiederum ist nicht das Gehirn alleine zu Lernleistungen in der Lage, neuronale Plastizität findet sich auf so gut wie allen Hierarchiestufen des Nervensystems. Neben den Wirbeltieren besitzen auch Tintenfische hochkomplexe Gehirne, die sie zu gezielten Tätigkeiten befähigen. Im weiteren Sinne bezeichnet man daher auch die Zentralstelle des Nervensystems verschiedener wirbelloser Tiere, etwa der Ringelwürmer oder Insekten, als Gehirn. Je nach Gehirn-Typ spricht man hier von Cerebralganglion, Oberschlundganglion etc.

Aufbau des Wirbeltiergehirns

Oberschlundganglion
- Prosencephalon (Vorderhirn)
  - Telencephalon (Endhirn)
    - Cortex
    - Basalganglien
    - Limbisches System
  - Diencephalon (Zwischenhirn)
    - Thalamus
    - Hypothalamus
    - Epithalamus
- Mesencephalon (Mittelhirn)
  - Tectum
  - Tegmentum
  - Crura cerebri
- Rhombencephalon (Rautenhirn)
  - Metencephalon (Hinterhirn)
    - Cerebellum (Kleinhirn)
    - Pons
  - Myelencephalon (Nachhirn)
    - Medulla oblongata
- (Rückenmark)

Das menschliche Gehirn

Das menschliche Gehirn ist (neben einfachen Nervensystemen einiger Würmer) das am besten untersuchte Gehirn im Tierreich, trotzdem sind noch viele Fragen ungeklärt. Durchschnittlich wiegt das Gehirn einer erwachsenen Frau 1245 g, eines erwachsenen Mannes 1375 g. Zwischen Mann und Frau sind hinsichtlich der Intelligenz trotz dieser Gewichtsunterschiede keine signifikanten Schwankungen festzustellen. Dies verdeutlicht, dass das Gewicht im Grunde nicht als Maß für die Leistungsfähigkeit des Gehirns gelten kann, wie es historisch von Seiten der Misogynie immer wieder behauptet wurde. Es gibt allerdings auch noch andere Unterschiede im Aufbau des Hirnes, z. B. ist der Bereich preoptica im Hypothalamus bei jungen Männern mehr als doppelt so groß wie bei jungen Frauen. Beim geistigen Drehen von Objekten im Raum arbeitet beim Mann eine Gehirnregion, bei einer Frau zwei. Es ist allerdings noch nicht endgültig geklärt, ob die Unterschiede angeboren sind. Das Gehirn ist das aktivste Organ des Menschen und hat dementsprechend einen enormen Sauerstoff- und Energiebedarf: Etwa 20% des Bluts werden vom Herzen ins Gehirn gepumpt; schon der kurzzeitige Ausfall der Sauerstoffversorgung führt zu Hirnschäden und bereits nach wenigen Minuten ist der Gehirntod festzustellen. Das Gehirn des Menschen ist allerdings auch ein sehr anpassungsfähiges Organ. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Gehirnhälfte die Arbeit der anderen mitübernimmt, falls diese nicht mehr arbeitsfähig ist. Der historische Irrglaube, Genialität müsse am (nach dem Tode entnommenen) Gehirn ablesbar sein, ist so alt wie die Hirnerforschung und wird selbst heute noch gelegentlich fortgeführt. Der Sachbuchautor Michael Hagner lieferte u. a. anhand der Hirnbesonderheiten vieler Persönlichkeiten wie Immanuel Kant, Vladimir Iljitsch Lenin oder Albert Einstein nebenher eine Geschichte der Hirnforschung sowie themenbezogene Einblicke in die Kultur- und Sozialgeschichte der vergangenen drei Jahrhunderte. Nicht wenige Hirnforscher gerieten dabei auch ins Fahrwasser nationalistischen und völkisch-rassistischen Denkens. Oft werden Vergleiche zwischen der Leistungsfähigkeit eines Computers und der des menschlichen Gehirns angestellt. Früher versuchte man auch, aus der Funktionsweise von Computern auf die Funktionsweise des Gehirns zu schließen. Heute dagegen versucht man in der Neuroinformatik, die Funktionsweise des Gehirns teilweise auf Computern nachzubilden bzw. durch diese auf neue Ideen zur "intelligenten" Informationsverarbeitung zu kommen. Als Struktur für Denk- und Wissensproduktion liefert das Gehirn eine Architektur, die sich zur Nachahmung empfiehlt. Künstliche neuronale Netzwerke haben sich bereits bei der Organisation künstlicher Intelligenzprozesse etabliert.

Konnektivität

Das menschliche Gehirn besitzt Schätzungen zu Folge ca. 100 Milliarden (1011) Nervenzellen, welche durch ca. 100 Billionen (1014) Synapsen eng miteinander verbunden sind. Das heißt, dass jedes Neuron im Schnitt mit 1000 anderen Neuronen verbunden ist und somit im Prinzip jedes beliebige Neuron von jedem Startneuron aus in höchstens 4 Schritten erreichbar ist. Allerdings gibt es lokal deutliche Abweichungen von diesem Mittelwert [http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371/journal.pbio.0030068]. Bekannt ist auch die retinotrope Abbildungseigenschaft. Siehe auch: Konnektivität, Skalenfreiheit, Netzwerktheorie, Small World, Neuromorphe Chips, Valentin Braitenberg

Literatur


- Olaf Breidbach: Die Materialisierung des Ichs: Zur Geschichte der Hirnforschung im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1997. (stw ; 1276). ISBN 3-518-28876-8
- Günter Gassen, Sabine Minol: Unbekanntes Wesen Gehirn. Darmstadt: Media Team Verlag, 2004. ISBN 3-932845-71-4
- Eccles, John C.: Wie das Selbst sein Gehirn steuert. Berlin / Heidelberg: Springer, 1994
- Michael Hagner: Geniale Gehirne. Zur Geschichte der Elitegehirnforschung. Göttingen: Wallstein, 2004. ISBN 3-8924-4649-0
- Sabine Perl, Verena Weimer, Hans Günter Gassen: Das Gehirn: Zwischen Perfektion und Katastrophe. Biologie in unserer Zeit 33(1), S. 36–44 (2003),
- John von Neumann: Computer and the Brain. Yale University Press, 2000. ISBN 0300084730
- Richard F. Thompson: Das Gehirn : von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2001 (3. Aufl.) ISBN 3-8274-1080-0

Siehe auch


- Geschichte der Hirnforschung
- Portal:Geist und Gehirn
- Portal:Neurowissenschaften
- Liquor cerebrospinalisNucleus (ZNS)NeurowissenschaftenKognitionswissenschaftHirnforschung
- Neurobiologie - Neurophysiologie - Neuroanatomie
- Seele - Philosophie des GeistesBewusstseinSelbstbewusstseinDenkenLernenSelbsterkenntnis des Gehirns - Gottesmodul
- PsychologieBiopsychologie - Neuropsychologie
- Neurologie - Psychiatrie
- Kino im KopfBlutversorgung des GehirnsHirnBregen

Weblinks


- [http://www.hirnforschung.de Hirnforschung.de] Täglich aktualisierter und allgemeinverständlicher Newsletter zum Gehirn
- [http://www.biokurs.de/skripten/12/bs12-42.htm Einfache Einführung in Bau und Funktion des Gehirnes mit vielen Bildern]
- [http://de.brainexplorer.org/ Brain Explorer] - Beschreibung des Gehirns, seiner Teile, Krankheiten und Funktionsstörungen mit vielen Abbildungen
- [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/GehirnAufbau.shtml Das Gehirn aus psychologischer Perspektive] aus Werner Stangls Arbeitsblättern
- [http://www.gehirnundgeist.de/blatt/det_gg_manifest Über Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung (Zeitschrift Gehirn&Geist)]
- [http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2004/102/ Der Mensch und die "Künstliche Intelligenz"] - Philosophische Dissertation, die u. a. auf die Gehirn/Geist-Probleme eingeht
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/247836.html Wissenschaft.de: Extrem mutationsfreudige Gene ermöglichten nur beim Menschen eine extrem schnelle Entwicklung des Gehirns]
- [http://www.brainatlas.org/ Allen Brain Atlas (engl.)] Online Resource unterstützt durch eine 100 Millionen $ Stiftung des Philanthrophen Paul Allen
- [http://www.med.harvard.edu/AANLIB/home.html The whole Brain Atlas] Gehirnatlas mit CT-, MRT- und SPECT/PET-Aufnahmen von Patienten mit verschiedenen Gehirnerkrankungen
- [http://www.univie.ac.at/anatomie2/plastinatedbrain/main.html The Plastinated Brain] - Gehirnatlas der Universität Wien; gute Eräuterungen des anatomischen Aufbaus Kategorie:Gehirn Kategorie:Pädagogik Kategorie:Didaktik Kategorie:Philosophie des Geistes ja:脳 ko:뇌 simple:Brain th:สมอง

Tracheen

Die Trachea (griech.), Mehrzahl Tracheen, ist eine Kanalröhre zur Atmung bei Insekten, Tausendfüßern und Spinnentieren. Im Gegensatz zu Vertebraten atmen die meisten Insekten und Spinnentiere nicht mit Lungen oder Kiemen, sondern der Gasaustausch erfolgt größtenteils passiv mittels der Tracheen. Da die meisten Insekten kein Hämoglobin besitzen und so keinen Sauerstoff in ihrer Hämolymphe transportieren können, und da sie ferner keine Lungen besitzen, muss der Sauerstoff durch Diffusion direkt bis an die Zellen herangeführt werden. Inzwischen weiß man, dass durch Muskelkontraktionen und Flügelschlag ein erhöhter Gasaustausch erreicht werden kann, die Diffusion kann also auch aktiv verstärkt werden. Ähnliche Organe finden sich bei Spinnen und Tausendfüßern. Bei den Tracheen handelt es sich um Röhren, die bei den höher entwickelten Insektentaxa miteinander durch Längs- und Queranastomosen in Verbindung stehen. Es wird daher auch als Tracheensystem bezeichnet. Die Tracheen bestehen als Teil des Außenskeletts aus Chitin und verzweigen sich vielfach im Körperinneren, so dass die Atemluft an alle Organe gelangen kann. Größere Tracheenäste sind oft mit spiralförmigen Chitinleisten, so genannten Spiraltaenidien, mechanisch verstärkt. Segmental angelegt münden die Hauptäste der Tracheen über paarige Atemöffnungen (so genannten Stigmen oder Stigmata, auch Spirakeln) an der Körperoberfläche. Man unterscheidet primäre, sekundäre und tertiäre Tracheenäste. Bei der Taufliege Drosophila melanogaster bestehen die primären Tracheenäste (der Dorsalstamm oder "dorsal trunk") im Querschnitt betrachtet aus mehreren Zellen. Die sekundären Äste werden im Querschnitt von nur einer Zelle gebildet, und eine einzelne Terminalzelle hat wiederum mehrere tertiäre Äste. Die tertären Äste wachsen bis in die umliegenden Zellen hinein, und in elektronenmikroskopischen Aufnahmen konnte gezeigt werden, dass sie dabei in engen Kontakt mit den Mitochondrien der Zielzelle treten. Die Stigmen können paarig am Thorax und Abdomen liegen. Bei vielen Insektenarten sind die Stigmen mit Reusenapparaten versehen und verschließbar, um zu verhindern, dass Schmutz oder Parasiten ins Tracheensystem eindringen. Entwicklungsgeschichtlich haben Tracheen den Sauerstofftransport durch Hämocyanin ersetzt. Kategorie:Anatomie (Wirbellose)

Mesothorax

Der Mesothorax ist der zweite und damit mittlere Abschnitt des Brustbereiches (Thorax) der Insekten. Ihm folgt der Metathorax, vor ihm liegt der Prothorax. Alle Thoraxsegmente der Insekten tragen jeweils ein Beinpaar, der Mesothorax trägt außerdem das zweite Flügelpaar der Geflügelten Insekten. Kategorie:Entomologie

Herz

---- Das Herz (lateinisch-anatomisch das Cor, griechisch καρδιά (die Kardia oder latinisiert Cardia), je mit Betonung auf dem i im Gegensatz zum Griechischen) ist ein muskuläres Hohlorgan, das den Körper durch rhythmische Kontraktionen mit Blut versorgt und dadurch die Durchblutung aller Organe sichert. Ein Leben ohne Herz ist nicht möglich - wohl aber mit einem künstlichen Herzen.

Gestalt und Größe beim Menschen

Die Gestalt des Herzens gleicht einem gut faustgroßen, abgerundeten Kegel, dessen Spitze nach unten und etwas nach links vorne weist. Das Herz sitzt beim Menschen in der Regel leicht nach links versetzt hinter dem Brustbein (siehe weiter unten unter Topographie), in seltenen Fällen nach rechts versetzt (die sogenannte Dextrokardie - Rechtsherzigkeit), meist bei Situs inversus (spiegelverkehrter Organanordnung). Das gesunde Herz wiegt etwa 0,5% des Körpergewichts und im Durchschnitt zwischen 300 und 350 g, wobei es bei dauerhafter Belastung eher mit der (risikoarmen) Vergrößerung schon bestehender Herzmuskelzellen reagiert - ab ca. 500 g, dem so genannten kritischen Herzgewicht, beginnt das Herz neben strukturellen krankhaften Veränderungen bei regelmäßig auftretenden Belastungssituationen ganz neue Herzmuskelzellen zu bilden, und es erhöht sich das Risiko einer absoluten Mangelversorgung der nunmehr größeren Zellanzahl mit Sauerstoff, da die versorgenden Koronararterien nicht in gleichem Maße mitwachsen.

Grundaufbau

Das Herz der Säugetiere setzt sich aus zwei Teilen zusammen.
- Die rechte Herzhälfte, die das Blut durch den Kreislauf der Lunge pumpt (kleiner Kreislauf).
- Die linke Herzhälfte, die das Blut durch den restlichen Körper befördert (großer Kreislauf). Da der Gesamtgefäßwiderstand des Körperkreislaufs rund fünf mal größer ist als der des Lungenkreislaufs, muss die linke Herzkammer (s. u.) eine entsprechend größere Druckarbeit verrichten und weist daher eine deutlich stärkere Wanddicke auf als die Rechte. Das Füllungs- und Schlagvolumen beider Herzkammern ist jedoch gleich.

Struktur

Wandschichten

Das Herz liegt hinter dem Brustbein im Brustkorb in einem bindegewebigen Herzbeutel (Perikard, Pericardium fibrosum), der das Herz vollständig umschließt. Die innerste Schicht des Herzbeutels (Pericardium serosum) schlägt am Abgang der großen Blutgefäße (s. u.) in das Epikard um, das dem Herzen direkt aufliegt. Zwischen Perikard und Epikard liegt dann ein mit Flüssigkeit gefüllter kapillärer Spaltraum, der reibungsarme Verschiebungen des Herzen im Herzbeutel ermöglicht. Diese komplizierten Verhältnisse werden anschaulicher, wenn man sich den Herzbeutel als einen mit Luft gefüllten und verschlossenen Luftballon vorstellt. Die eigene zur Faust geschlossene Hand stellt das Herz dar. Drückt man den Luftballon mit der Faust so weit ein, dass sie vom Ballon vollständig umschlossen wird, so liegt eine Schicht des Luftballons der Faust (dem "Herzen") direkt an. Diese Schicht, die dem Epikard entspricht, schlägt am Übergang zum Arm in eine äußere Schicht um. Diese äußere Schicht entspricht dem Perikard. Zwischen beiden befindet sich ein mit Luft gefüllter Raum, der dem flüssigkeitsgefüllten Spaltraum des Herzbeutels vergleichbar ist. Unter dem Epikard befindet sich eine Fettschicht, in der die Herzkranzgefäße (s. u.) verlaufen. Die dicke Muskelschicht (Myokard) besteht aus spezialisiertem Muskelgewebe, das nur im Herzen vorkommt. Die Innenräume werden vom Endokard ausgekleidet, das auch die Herzklappen (s. u.) bildet.

Räume und Gefäße

Herzklappe Rechte und linke Herzhälfte bestehen jeweils aus einer Kammer (Ventrikel) und einem Vorhof (Atrium). Getrennt werden diese Räume durch die Herzscheidewand. Diese wird in die Vorhofscheidewand (Septum interatriale) und die Kammerscheidewand (Septum interventriculare) unterteilt. Das Blut kann in den Herzräumen nur in in eine Richtung fließen, da sich zwischen den Vorhöfen und Kammern und den sich an die Kammern anschließenden Gefäßen Herzklappen befinden, die wie Ventile arbeiten. In den rechten Vorhof münden die obere und untere Hohlvene (Vena cava superior et inferior). Sie führen das sauerstoffarme (venöse) Blut aus dem großen Kreislauf dem Herzen zu. Zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer befindet sich die Trikuspidalklappe, die bei der Kammerkontraktion (Systole, s. u.) wie ein Ventil einen Rückstrom des Blutes in den Vorhof verhindert. Sie besitzt drei Anteile, die wie Segel über Sehnenfäden an der Kammermuskulatur befestigt sind (daher auch Segelklappe). Über einen gemeinsamen Stamm (Truncus pulmonalis) verlassen die beiden Lungenarterien die rechte Kammer. Auch zwischen Kammer und Lungenarterien befindet sich eine Herzklappe, die Pulmonalklappe. Diese Art der Klappen wird wegen ihrer Form auch Taschenklappe genannt. Die Lungenarterien führen das sauerstoffarme Blut dem Lungenkreislauf zu. Durch meist vier Lungenvenen fließt das nun sauerstoffreiche (arterielle) Blut aus dem Lungenkreislauf dem linken Vorhof zu. Von hier aus gelangt es über eine weitere Segelklappe, der Mitralklappe zur linken Kammer. Der Ausstrom geschieht über die Aorta, die wie die Lungenarterie eine Taschenklappe besitzt (Aortenklappe). Beachte: Arterien transportieren das Blut vom Herzen zu den Organen, Venen von den Organen zum Herzen. Arterien des Körperkreislaufs führen sauerstoffreiches (arterielles) Blut, während Arterien des Lungenkreislaufs sauerstoffarmes (venöses) Blut führen. Umgekehrt ist das Blut in den Venen des Körperkreislaufs sauerstoffarm (venös), das der Lungenvenen sauerstoffreich (arteriell). Während eines Herzzyklus füllen sich zunächst die Vorhöfe, während gleichzeitig die Kammern das Blut in die Arterien auswerfen. Wenn sich die Kammermuskulatur entspannt, öffnen sich die Segelklappen durch den Druckabfall in der Kammer und das Blut fließt aus den Vorhöfen hinein. Unterstützt wird dies durch ein Zusammenziehen der Vorhöfe (Vorhofsystole). Es folgt die Kammersystole: die Kammermuskulatur zieht sich zusammen, der Druck steigt an, die Segelklappen schließen sich und das Blut kann nur durch die nun geöffneten Taschenklappen in die Arterien ausströmen. Ein Rückfluss des Blutes aus den Arterien während der Entspannungsphase (Diastole) wird durch den Schluss der Taschenklappen verhindert. Die Strömungsrichtung wird also allein durch die Klappen bestimmt. Alle vier Klappen des Herzens befinden sich ungefähr in einer Ebene, der Ventilebene, und sind gemeinsam an einer Bindegewebsplatte, dem Herzskelett, aufgehängt.

Topographie beim Menschen

Seitlich grenzen getrennt durch parietale und viszerale Pleura die linke und rechte Lunge an das Herz. Unten sitzt das Herz dem Zwerchfell auf, das mit dem Perikard verwachsen ist. Oberhalb teilt sich die Luftröhre in die beiden Hauptbronchien (Bifurcatio tracheae), deren linker vom Aortenbogen überquert wird. Hinter dem linken Vorhof liegt in direktem Kontakt die Speiseröhre. Vor dem Herzen befindet sich das Brustbein, im oberen Bereich liegt es vor den abgehenden großen Gefäßen. Zwischen Brustbein und Herz liegt der Thymus. Das Herz liegt also praktisch direkt hinter der vorderen Leibeswand in Höhe der zweiten bis fünften Rippe. Die Herzbasis oben reicht nach rechts etwa zwei Zentimeter über den rechten Brustbeinrand hinaus. Unten kommt die Herzspitze knapp an eine gedachte senkrechte Linie heran, die durch die Mitte des linken Schlüsselbeins verläuft (linke Medioklavikularlinie).

Herzkranzgefäße

Aus dem Anfangsteil der Aorta entspringen die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Sie versorgen den Herzmuskel mit Blut. Das sauerstoffarme Blut aus dem Herzmuskel wird durch die Herzvenen in den Sinus coronarius geleitet, der direkt in den rechten Vorhof mündet. Es gibt eine linke und eine rechte Koronararterie:
- Linke Koronarterie (Arteria coronaria sinistra, left coronary artery, LCA) für die Herzvorderseite
  - Hauptstamm
    - Ramus interventricularis anterior (RIVA, left anterior descending, LAD)
    - Ramus circumflexus (RCX)
- Rechte Koronararterie (Arteria coronaria dextra, right coronary artery, RCA) für die Herzhinterseite
- Koronarvenen

Funktion

Damit sich die elektrische Erregung, die für die Herzaktion verantwortlich ist, über das Herz ausbreiten kann, sind die einzelnen Herzmuskelzellen über kleine Poren in ihren Zellmembranen miteinander verbunden. Über diese Gap Junctions fließen Ionen von Zelle zu Zelle. Dabei nimmt die Erregung im Sinusknoten zwischen oberer Hohlvene und rechtem Herzohr ihren Ursprung, breitet sich erst über beide Vorhöfe aus und erreicht dann über den AV-Knoten in der Ventilebene die Kammern. Die Ventilebene, in der auch die vier Herzklappen liegen, besteht aus Bindegewebe und ist bis auf den AV-Knoten für die elektrische Erregung undurchlässig. In den beiden Herzkammern gibt es ein Erregungsleitungssystem zur schnelleren Fortleitung, das aus spezialisierten Herzmuskelzellen besteht. Diese Zellen bilden vom AV-Knoten ausgehend das His-Bündel, das sich in einen rechten und einen linken Tawara-Schenkel für die rechte und die linke Kammer aufteilt. Der linke Tawara-Schenkel teilt sich in ein linkes vorderes und ein linkes hinteres Bündel. Die Endstrecke des Erregungsleitungssystems wird durch Purkinje-Fasern gebildet, die bis zur Herzspitze verlaufen, dort umkehren und direkt unter dem Endokard (s. o.) in der Arbeitsmuskulatur enden. Zum Teil können sie auch als falsche Sehnenfäden durch die Lichtung der Kammer ziehen. Dieses System ermöglicht den Kammern, sich trotz ihrer Größe koordiniert zu kontrahieren. Erreichen den AV-Knoten aus irgendeinem Grunde keine Vorhoferregungen, so geht von ihm selbst eine langsamere Kammererregung aus (ca. 50 /min). Der AV-Knoten bildet auch einen Frequenzfilter, der zu schnelle Vorhoferregungen (z. B. bei Vorhofflattern oder -flimmern) abblockt (vgl. AV-Block). Das Herz pumpt in Ruhe etwa das gesamte Blutvolumen des Körpers einmal pro Minute durch den Kreislauf, das sind etwa fünf Liter pro Minute. Bei körperlicher Belastung kann die Pumpleistung etwa auf das Fünffache gesteigert werden, wobei sich der Sauerstoffbedarf entsprechend erhöht. Diese Steigerung wird durch eine Verdoppelung des Schlagvolumens und einer Steigerung der Herzfrequenz um den Faktor 2,5 erreicht. Bei jeder Pumpaktion fördert jede Kammer etwas mehr als die Hälfte ihres Füllungsvolumens, ca. 50 - 100 ml Blut. Die Herzfrequenz (Schläge/Minute) beträgt in Ruhe 50 - 80/min (bei Neugeborenen über 120-160) und kann unter Belastung bis 200 /min ansteigen. Liegt ein zu langsamer Herzschlag vor (unter 60/min.), wird von einer Bradykardie gesprochen. Die Herzfrequenz von Tieren ist im wesentlichen abhängig von der Größe des Tiers. Das Herz des Blauwals etwa schlägt selbst bei Anstrengung nur 18 bis 20 mal in der Minute, das der Maus etwa 500 mal pro Minute.

Regulation

Bei körperlicher Belastung wird die Herzleistung durch die Einwirkung sympathischer Nervenfasern gesteigert, die an den Zellen der Arbeitsmuskulatur und auch des Erregungsleitungssystems den Transmitter Noradrenalin freisetzen. Zusätzlich erreicht Noradrenalin zusammen mit Adrenalin das Herz als Hormon über die Blutbahn. Die Wirkung von Noradrenalin und Adrenalin wird überwiegend über Beta-1-Rezeptoren vermittelt und besteht aus einer Steigerung der Herzkraft (positiv inotrop), der Herzfrequenz (positiv chronotrop) und der Überleitungsgeschwindigkeit im AV-Knoten (positiv dromotrop). Der Gegenspieler des Sympathikus ist auch am Herzen der Parasympathikus, der mit dem Transmitter Acetylcholin die Herzfrequenz und Überleitungsgeschwindigkeit des AV-Knotens herabsetzt (negativ chronotrop und dromotrop). Gleichzeitig passt sich die Kontraktionskraft automatisch den Erfordernissen an: Wird der Herzmuskel durch zusätzliches Blutvolumen stärker gedehnt, so verbessert sich dadurch die Funktion der kontraktilen Elemente in den Muskelzellen (Frank-Starling-Mechanismus). Dieser Mechanismus trägt wesentlich dazu bei, dass sich das Schlagvolumen von rechter und linker Kammer mittelfristig nicht unterscheidet: Erhöht sich aus irgendeinem Grund kurzfristig das Schlagvolumen einer Herzhälfte, so führt dies zu einer Vergrößerung des Füllungvolumen der anderen Herzhälfte bei der folgenden Herzaktion. Dadurch wird die Wand stärker gedehnt und die Kammer kann mit verbesserter Kontraktionskraft ebenfalls ein größeres Blutvolumen auswerfen. Das Herz produziert in seinen Vorhöfen auch dehnungsabhängig ein harntreibendes Hormon, das atriale natriuretische Peptid (ANP), um Einfluss auf das zirkulierende Blutvolumen zu nehmen.

Geschlechtliche Unterschiede

Nach einer Studie der Universität Liverpool verliert das Herz bei gesunden Männern zwischen dem 18. und 70. Lebensjahr ein Viertel seiner Pumpleistung, sofern es nicht durch körperliche Aktivitäten trainiert wird. Bei Frauen sind derartige Veränderungen nur geringfügig, die Ursachen sind nicht genau geklärt.

Krankheiten

In der Medizin beschäftigt sich die Kardiologie als Spezialisierung der Inneren Medizin mit dem Herzen und der so genannten konservativen Therapie der Herzerkrankungen (bei Operationen wendet man sich hingegen an die Herzchirurgie, eine Spezialisierung der Thoraxchirurgie), bisher aber nicht mit den angeborenen Herzfehlbildungen. Diese fallen, soweit konservativ therapierbar, unter das Fachgebiet der Kinderkardiologie, welches sich als Teilgebiet der Pädiatrie in den letzten 40 Jahren entwickelt hat, bzw. bei Notwendigkeit operativer Therapie in den Aufgabenbereich der zumindest in Deutschland als Spezialisierung etablierten Kinderherzchirurgie. Da seit ca. 20 Jahren zunehmend Kinder mit komplexen angeborenen Herzfehlern das Erwachsenenalter erreichen, stellt sich heute die Frage der medizinischen Versorgung für diesen Patientenkreis, der lebenslang auf kardiologische Kontrolluntersuchungen angewiesen ist und bei dem evtl. auch Re-Operationen anstehen. Erst vereinzelt (2004) haben sich bisher Erwachsenenkardiologen intensiv auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler fortgebildet. Kinderkardiologen sind zwar sehr kompetent im Bereich der verschiedenen Krankheitsbilder, jedoch als Pädiater nicht im Bereich der Erwachsenkardiologie ausgebildet. Deshalb werden heute zunehmend interdisziplinäre Sprechstunden in verschiedenen Herzzentren angeboten.
- Liste der häufigsten Herzkrankheiten siehe Kardiologie
- Angeborene Herzkrankheiten siehe Herzfehler und Kinderkardiologie

Untersuchungsmöglichkeiten des Herzens

Siehe Kardiologie

Zahlen zum Herz und Herzschlag des Menschen

Die Angaben sind Mittelwerte.
Die Gesamtzahl der Herzschläge im Leben eines Säugetieres beträgt im Maximum rund eine Milliarde. Der Mensch ist dabei eine Ausnahme: er bringt es maximal auf fast vier Milliarden Herzschläge.

Zitat

: "Das Herz der Lebewesen ist der Grundstock ihres Lebens, der Fürst ihrer aller, der kleinen Welt Sonne, von der alles Leben abhängt, alle Frische und Kraft ausstrahlt. Gleicherweise ist ein König der Grundstock seiner Reiche und die Sonne seiner kleinen Welt, des Staates Herz, von dem alle Macht ausstrahlt, alle Gnade ausgeht. Diese Schrift hier über die Bewegung des Herzens habe ich Seiner Majestät (wie es Sitte dieser Zeit ist) um so mehr zu widmen gewagt, als [...] beinahe alle menschlichen Taten wie auch die meisten Taten eines Königs unter der Eingebung des Herzens sich vollziehen." von William Harvey: Die Bewegung des Herzens und des Blutes (lateinische Originalausgabe von 1628).

Weblinks


- http://medizinus.de/herz.php
- http://www.gesundheit.de/roche/ro15000/r15733.000.html
- http://www.gesundheit.de/roche/ro15000/r15843.html
- http://www.gesundheit.de/anatomie-lexikon/Herzkreislauf.shtml
- http://www.pflege-kurse.de/info/anatomie/herz1.htm

Animationen


- [http://www.herz.hexal.de/grundwissen/herz/blutfluss.php 3-dim. Animation des schlagendes Herzens mit vielen Infos]
- [http://www-medlib.med.utah.edu/kw/pharm/hyper_heart1.html 2-dim. Animation des schlagenden Herzens mit Diagrammen (engl.)]

Institutionen


- http://www.dgk-herzfuehrer.de Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
- http://www.gstcvs.org Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie Herz ja:心臓 ko:심장 ms:Jantung simple:Heart

Eierstock

Der paarig angelegte Eierstock - in der medizinischen Fachsprache als Ovar (von lat. Ovarium) oder Oophoron (griechisch) bezeichnet - ist ein primäres, weibliches Geschlechtsorgan. Als Gonade (Keimdrüse) entspricht sie dem Hoden männlicher Individuen und ist der Produktionsort der Eizellen und weiblicher Geschlechtshormone.

Aufbau beim Säugetier (einschließlich Mensch)

Das Ovar wird von einem einschichtigen Epithel, dem Epithelium superficiale, überzogen. Es ist eine modifizierte Serosa, die direkt in die darunter liegende weiße Bindegewebskapsel (Tunica albuginea) übergeht. Das Gewebe des Eierstocks besteht aus der äußeren Rinde und dem innen liegenden Mark. Beim Pferd sind die Verhältnisse umgekehrt, die Rinde ist zentral gelegen. Die Eierstockrinde (Cortex ovarii, Zona parenchymatosa) enthält die in Follikeln liegenden Eizellen. Das Eierstockmark, Medulla ovarii oder Zona vasculosa, besteht aus Bindegewebe und enthält die Blutgefäße und Lymphgefäße sowie Nervenfasern des Plexus ovaricus. Der Eierstöcke der Frau liegen im kleinen Becken an der Teilungsstelle der Arteria iliaca communis. Sie lassen sich mit zwei Fingern (einer durch die Scheide, der zweite durch die Bauchwand) ertasten. Benachbart sind:
- Nervus obturatorius (bei Zysten oder Eierstockentzündungen treten dadurch häufig Schmerzen am Oberschenkel auf)
- Harnleiter
- Appendix vermiformis (Wurmfortsatz) zum rechten Eierstock

Lage bei den vierfüßigen Säugetieren

Entsprechend der embryonalen Anlage liegen die Eierstöcke der meisten Quadrupeden (Vierfüßer) hinter der jeweiligen Niere. Bei den Paarhufern kommt es, dem Hodenabstieg vergleichbar, zu einem Eierstockabstieg (Descensus ovarii). Bei ihnen liegen die Eierstocke weiter hinten (kaudal) und bauchwärts (ventral) vor dem Eingang in das Becken. Bei Großtieren lassen sich die Eierstöcke rektal (man geht mit dem Arm über den After vor) ertasten.

Befestigung des Eierstocks

After. Die Eierstöcke werden durch drei Bänder, die aus Serosa bestehen, befestigt:
- Mesovarium
- Ligamentum suspensorium ovarii (oberes/vorderes Keimdrüsenband)
- Ligamentum ovarii proprium (Eierstockeigenband, zieht zum Uterus)

Versorgung des Eierstocks

Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria ovarica. Sie geht direkt aus der Aorta ab. Das venöse Blut fließt über die Vena ovarica ab. Die Nervenversorgung erfolgt über Fasern des vegetativen Nervensystems. Sie bilden an der Arteria ovarica ein Nervengeflecht, den Plexus ovaricus.

Eierstock bei Vögeln

Bei Vögeln ist zumeist nur der linke Eierstock ausgebildet. Bei wenigen Arten sollen auch Anteile des rechten Eierstocks erhalten bleiben. Der rechtsseitige Eileiter (Oviductus) wird zwar auch beim Embryo angelegt, bildet sich aber ausnahmslos bis zum Schlüpfen wieder zurück. Die Eierstöcke liegen bei Vögeln vor den Nieren. Im Gegensatz zum kompakten Organaufbau der Säugetiere erscheint der Eierstock der Vögel traubenförmig. Er besteht aus vielen Dotterkugeln, die dem späteren Eigelb entsprechen und mit kurzen Stielen aufgehängt sind. In der Legezeit wachsen ständig gelbe Dotterkugeln heran, so dass der Eierstock eine beträchtliche Größe erreichen kann. In der Legepause sind die Dotterkugeln sehr klein und gräulich. ---- siehe auch: Eileiter - Kastration Kategorie:Geschlechtsorgan ja:卵巣

Anus

Der After oder (medizinisch) Anus ist die Austrittsöffnung des Darmes. Durch den After verlässt der Kot den Darm. Der After und Enddarm werden vom Proktologen untersucht und behandelt. Ein künstlicher Anus wird als Anus praeter bezeichnet. Da am After eine Vielzahl von Nerven enden, ist er sehr empfindsam und wird gemeinhin auch als erogene Zone betrachtet, insbesondere der Musculus sphincter externus und die sich davon absetzende Dammmuskulatur. (siehe hierzu auch Analverkehr)

Anatomie des Afters

Analverkehr, 3=Zwölffingerdarm, 4=Dünndarm, 5=Blinddarm, 6=Appendix, 7=Dickdarm, 8=Enddarm, 9=Anus - Musculus sphincter internum und Musculus sphincter externum]] Der Anal- oder Afterkanal (Canalis analis) kann in drei Abschnitte untergliedert werden, die durch einen allmählichen Übergang von der Schleimhaut des Darmes zur äußeren Haut gekennzeichnet sind:
- Zona columnalis: mit Längsfalten (Columnae anales) und dazwischen liegenden Einsenkungen (Analkrypten)
- Zona intermedia: mit einem mehrschichtigen Plattenepithel
- Zona cutanea: mit verhornten mehrschichtigen Plattenepithel, Schweiß- und Talgdrüsen sowie Haaren. In der Analgegend sind bei vielen Tierarten Analdrüsen ausgebildet. Um die Öffnung des Anus sind unter der Haut bzw. Schleimhaut zwei Schließmuskeln angeordnet:
- Musculus sphincter ani internus (innerer Afterschließmuskel): Er stellt eine Verstärkung der glatten Muskulatur der Darmwand dar.
- Musculus sphincter ani externus (äußerer Afterschließmuskel): Er besteht aus quergestreifter Muskulatur, ist also willkürlich beeinflussbar.

Innervation

Die Peristaltik des Analkanals wird über parasympathische Nervenfasern aus dem Kreuzabschnitt des Rückenmarks (Nervi pelvini) angeregt. Diese bewirken auch eine Erschlaffung des inneren Afterschließmuskels. Im Zusammenspiel mit den Bauchmuskeln ("Bauchpresse") führt dies zu einer Entleerung des Mastdarms (Kotabsatz, Defäkation). Dabei schiebt sich die Kotsäule aus dem Darm. Wenn die Bauchmuskulatur zur Ausscheiddung nicht verwendet wird, dauert die Defäkation länger. Die sympathischen Nervenfasern des Nervus hypogastricus reduzieren die Peristaltik und erhöhen den Tonus des inneren Afterschließmuskels. Dadurch wird die Stuhlverhaltung (Continentia alvi) ermöglicht. Durch willkürliche Beeinflussung des äußeren Afterschließmuskels kann der Kotabsatz unterdrückt werden. Der wird durch den Nervus pudendus (bzw. dessen Nervus rectalis caudalis) innerviert. Die sensible Innervation des Afters erfolgt über den Nervus perinealis superficialis ("Oberflächlicher Dammnerv") des Nervus pudendus. Als Analreflex oder Perinealreflex wird die reflektorische Zusammenziehung des äußeren Afterschließmuskels bei Berührung bezeichnet. Bei Tieren kommt es darüber hinaus zu einem unwillkürlichen Niederziehen des Schwanzes. Der afferente Schenkel ist der Nervus perinealis superficialis, der efferente der Nervus rectalis caudalis. Die gleiche Reflexkette wird auch durch Berührung der Peniswurzel bzw. der Vulva ausgelöst, da hier ebenfalls der Nervus perinealis superficialis stimuliert wird. Dies führt auch zu einer Kontraktion des Musculus bulbospongiosus, weshalb dieser Reflex gelegentlich auch als Bulbospongiosusreflex oder, nach dem veralteten Namen des Muskels auch Bulbocavernosusreflex bezeichnet wird. Siehe auch: Liste der Fremdreflexe

Untersuchungsmethoden


- Äußere Inspektion
- Rectal-digitale Untersuchung
- Proktoskopie
- Rektoskopie
- Manometrie
- Defäkogramm
- Atresia ani
- Analekzem
- Analkarzinom
- Hämorrhoiden = Krampfadern am After
- Fissuren
- Analfisteln
- Analjucken
- Analprolaps
- Abszesse
- Phlebothrombosen Kategorie:Körper und Sexualität Kategorie:Verdauungsapparat Kategorie:Reflex ja:肛門 simple:Anus

Tarsus

Tarsus ist #der heutige Name der antiken Stadt Tarsos #die wissenschaftliche Bezeichnung für den Fuß und kommt vor #
- als Abschnitt des Beines der Gliederfüßer, siehe Tarsus (Gliederfüßer) #
- als wissenschaftliche Bezeichnung der Fußwurzel bei Wirbeltieren #
- in der Medizin als Bezeichnung der Fußwurzel bei anatomischen Beschreibungen (tarsal: zur Fußwurzel gehörend) #
- in der Medizin außerdem als Bezeichnung einer Bindegewebeplatte des Augenlides (auch Lidknorpel)

Tibia

Tibia (lat.) bezeichnet #in der Anatomie ## den Schienbeinknochen im Unterschenkel der Wirbeltiere, siehe Tibia (Wirbeltiere) ## den Unterschenkel bei den Gliederfüßern (Insekten, Spinnentiere, Krebstiere). Er ist mit dem Femur durch ein taschenmesserartiges Scharniergelenk verbunden. # Ein flöten- oder oboenähnliches Musikinstrument der alten Römer, vermutlich ursprünglich aus einem Schienbeinknochen hergestellt. #ein Computerspiel, siehe Tibia (Computerspiel).

Femur

Der Begriff das Femur stellt die wissenschaftliche Bezeichnung für den Oberschenkel dar und kommt vor # als anatomische Bezeichnung sowohl für den Oberschenkel als Ganzes, als auch für den Oberschenkelknochen bei Wirbeltieren. Der Knochen wird auch als Os femoris bezeichnet. # als Abschnitt des Beines der Gliederfüßer, siehe Femur (Gliederfüßer) Das vom Substantiv Femur abgeleitete Adjektiv "femoral" (zum Oberschenkel gehörend) findet bei anatomischen Beschreibungen oder medizinischen Fachausdrücken Anwendung. Beispiele:
- Arteria femoralis: Oberschenkelarterie
- Nervus femoralis: Oberschenkelnerv
- Femurfraktur: Oberschenkelbruch

Trochanter

Der Begriff Trochanter kommt vor # als Abschnitt des Beines der Gliederfüßer, auch als Schenkelring bekannt. Der Trochanter ist meist nur sehr kurz und als Ring oder Spange ausgebildet, er kann auch mit anderen Teilen des Beines verwachsen sein. # als wissenschaftliche Bezeichnung des Rollhügels am Oberschenkelknochen bei Wirbeltieren. Es handelt sich dabei um die Bezeichnung eines Knochenvorsprungs am Oberschenkelknochen. Beim Menschen gibt es den außenliegende Trochanter major (Großer Rollhügel) und dem innenliegenden Trochanter minor (Kleiner Rollhügel).

Coxa

Der Begriff Coxa (Plural:Coxae) stellt die wissenschaftliche Bezeichnung für die Hüfte dar und kommt vor # als oberster Teil des Beines der Gliederfüßer. Hier stellt die Coxa den Bereich dar, der am nächsten am Körper der Tiere liegt, siehe Coxa (Gliederfüßer) # als wissenschaftliche Bezeichnung der Hüfte bei Wirbeltieren. # in der Medizin als Bezeichnung der Hüfte bei anatomischen Beschreibungen oder als Teil der Bezeichnung von Hüftanomalien, etwa: #
- Coxa plana: Missverhältnis zwischen den Gelenkflächen der Hüfte #
- Coxa valga: Extrem steile Ausrichtung des Schenkelhalses am Oberschenkelknochen, dadurch kommt es zu einem CCD-Winkel von < 125° #
- Coxa vara: Extrem flache Ausrichtung des Schenkelhalses am Oberschenkelknochen, dadurch kommt es zu einem CCD-Winkel von > 125° #
- Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose)

Käfer

Käfer (Coleoptera) sind mit über 350.000 weltweit verbreiteten Arten die größte Ordnung aus der Klasse der Insekten. In Mitteleuropa leben etwa 8000 Käferarten. In Europa schwankt die Größe der Käfer zwischen 0,25 bis 75 mm, mit etwa 170 mm ist die Art Titanus giganteus aus Brasilien die größte bekannte Käferart, der größte heimische Käfer ist der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Käfer sind seit dem Perm etwa 280 Mio. Jahre) bekannt. Der älteste Käfer wurde 1944 bei Tshekarda im Ural (Russland) in Schichten aus dem Perm entdeckt. Käfer spielen auch bei der Bestäubung von Pflanzen eine Rolle (Cantharophilie).

Bau der Käfer

Aufgrund der Vielfältigkeit der Käfer gibt es sehr große Variationen in der Lebensweise und auch im Körperbau der Tiere. Gemeinsames Kennzeichen der Käfer sind die harten Flügeldecken (Elytren), die das zweite, häutige, Flügelpaar überdecken und schützen. Durch die Verhärtung der Vorderflügel sind die Hinterflügel die einzigen funktionellen Flügel. Die typische Käferform, bei der die Flügeldecken den gesamten Hinterleib bedecken, ist aber nicht immer gegeben. Auch der Kopf und das aus den Rückenplatten des ersten und zweiten Brustsegments verwachsenen Halsschildes sind meist stark sklerotisiert. Die Mundwerkzeuge der Käfer sind meist beißend-kauend, bei mehreren Familien ist der Kopf rüsselartig verlängert (beispielsweise bei den Rüsselkäfern). Die Facettenaugen sind meist groß und können bei einigen Arten auch geteilt sein.

Systematik der Käfer

Die Käfer stellen die größte Tierordnung überhaupt dar, entsprechend umfangreich ist ihre Systematik. Sie ist Gegenstand konträrer Meinungen und erscheint vom Standpunkt einer phylogenetisch (Phylogenetik) begründeten Systematik meist mehr oder weniger subjektiv. Ein Blick auf die weltweite Zahl der Käferfamilien, die je nach systematischer Einteilung zwischen etwa 120 und fast 300 liegt, zeigt, dass keineswegs bereits völlige Klarheit über die verwandtschaftlichen Beziehungen verschiedener Familien untereinander herrscht, auch die Wertung als Familie wird für einige Gruppen unterschiedlich gehandhabt. Im folgenden sind nur die Unterordnungen aufgeführt, eine ausführlichere Darstellung ist unter Systematik der Käfer zu finden. Ordnung Käfer (Coleoptera)
- Unterordnung Archostemata
- Unterordnung Myxophaga
- Unterordnung Adephaga
- Unterordnung Polyphaga

Literatur


- Karl Wilhelm Harde, Frantisek Severa, Edwin Möhn, et al.: Der Kosmos-Käferführer. Die mitteleuropäischen Käfer. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1988, ISBN 3-440-05862-X
- Edmund Reitter: Fauna Germanica - Die Käfer des Deutschen Reiches (5 Bände). K.G. Lutz, Stuttgart 1908 - 1917
- Jean-Henri Fabre: Ein Blick ins Käferleben(Souvenirs Entomologiques [Auswahl]). Franckh-Kosmos, Stuttgart 1910

Weblinks


- http://www.insektenderurzeit.de.vu Insekten der Urzeit
- http://www.insektenbox.de/kaefer.htm Käferauswahl mit zusätzlichen Informationen ! ja:コウチュウ目

Erzwespen

Die Erzwespen (Chalcidoidea) bilden eine Überfamilie, die die kleinsten geflügelten Insekten überhaupt (selten größer als 5 mm, die kleinste, Dicopomorpha echmepterygis, 0,11 mm lang ) umfasst. Als Parasitoide oder Schadinsekten sind sie von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Ihr Name rührt von der metallischen grünen, blauen, bronzenen oder purpurnen Färbung her. Sie werden zu den Schlupfwespen gezählt und umfassen etwa 22.000 bekannte Arten weltweit, von denen wenigstens 2.000 Arten in Mitteleuropa vorkommen. Im Gelände stellt sich die Bestimmung schwierig dar.

Weblinks


- [http://www.zsm.mwn.de/hym/chal/ ChalcIS-D: Chalcidoidea Informations-System für Deutschland] Kategorie:Hautflügler

Stabheuschrecken

Stabschrecken stellen Vertreter der Gespenstschrecken (Phasmatodea) dar. Sie haben alle eine längliche Gestalt, die sehr an Zweige oder kleine Äste erinnert (Mimese). Die größten dieser Tiere erreichen eine Körperlänge von 28 cm und die kleinsten werden lediglich knapp 2 cm lang. Die Mehrheit der Arten ist in den tropischen Zonen rings um den Globus beheimatet. Die nächsten Vorkommen in Europa sind in Großbritannien an der Küste von Cornwall, wo dank des Golfstroms ein mildes Klima herrscht, oder in Südfrankreich bzw. Norditalien. italien

Lebensweise

Stabschrecken sind sehr passive, träge Tiere. Sie verharren tagsüber am gleichen Ort; während der Dämmerung und der Nacht bewegen sie sich; sie gehen dann auf Nahrungssuche. Ihre Stabform gibt ihnen im Gebüsch und auf Ästen eine fast perfekte Tarnung. Einige Arten pflanzen sich durch reine Parthenogenese fort, wie z. B. einige Acanthoxyla-Arten von Neuseeland – von diesen sind keine Männchen bekannt.

Einige Arten


- Vietnamesische Stabschrecke (Medauroidea extradentata, früher Baculum extradentatum), auch bekannt als Annam-Stabschrecke. Pflegeleicht.
- Indische Stabschrecke [http://www.r-haemmerle.de/images/stabi.jpg Bild] (Carausius morosus), siehe Link unten. Pflegeleicht.
- Geflügelte Stabschrecke (Sipyloidea sipylus). Ebenfalls einfach zu halten.
- Costa-Rica-Stabschrecke (Calynda brocki)
- Riesenstabschrecke [http://www.r-haemmerle.de/images/pharna1.jpg Bild] (Pharnacia westwoodi), mit Beinen bis etwa 50 cm lang

Haltung

Terrarium

Viele dieser Stabschrecken lassen sich gut halten. Meistens genügt ein Behälter, der außer Lüftungsschlitzen keine Öffnungen besitzt (Jungtiere könnten fliehen). Den Boden bedeckt man mit sandiger Erde, die man stets leicht feucht hält (fördert die Entwicklung der Eier). Achtung: Schimmelbildung unbedingt vermeiden! Die pflegeleichteren Arten benötigen Zimmertemperatur (18 bis 22 °C). Die robustesten Arten überleben Temperatursenkungen bis etwa 8 °C. Anspruchsvollere Spezies benötigen durchaus ein geheiztes Terrarium.

Futter

Als Futter genügen bei den meisten Arten Brombeer- oder Efeuzweige mit Blättern. Auch gut verträglich sind Haselzweige, ebenfalls mit Blättern. Der Vorteil von Brombeer- bzw. Efeuzweigen ist, dass sie immergrün sind; man kann also auch im Winter Futter für die Tiere besorgen. Wenn die Blätter im Terrarium vergilbt oder abgefressen sind, ersetzt man ihr Futter. Bei jeder Fütterung muss man auch die Blätter mit einer Sprühflasche befeuchten. Dies ist wichtig, da sich die Tiere nur bei genügender (Luft-)Feuchtigkeit häuten können. Bleiben sie in der zu engen alten Haut stecken, sterben sie.

Zucht

Die Vermehrung dieser Stabschrecke ist sehr unproblematisch. Zum Fortpflanzen wird kein Männchen benötigt, auch die Weibchen alleine können sich fortpflanzen. Wenn die Zucht ohne Männchen stattfindet, sinkt die Schlupfrate der männlichen Tiere, diese kann allerdings durch eine höhere Temperatur wieder gesteigert werden. Die Larven schlüpfen nach ca. 6 Monaten und werden anfangs am Besten mit grünem Eichenlaub gefüttert.

Probleme


- Einige Arten sind Spezialisten in ihrer Nahrung. Man muss im Sommer Zweige mit Blättern ernten und diese im Tiefkühlschrank lagern, wenn die Futterpflanzen nicht winterfest sind. Eine Alternative wäre, die Futterpflanzen in der Wohnung zu ziehen.

Literatur


- Kallas, Meyer, Schmidt, Lippe: Kleintiere im Terrarium. Haltung und Zucht wirbelloser Tiere. Landbuch Verlag, Hannover 1996.
- Siegfried Löser: Exotische Insekten, Tausendfüßer und Spinnentiere. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1991.
- Bradler, Koch, Seiler: Phasmiden. bede-Verlag, Ruhmannsfelden 2000.
- Zompro, Oliver: Revision of the Genera of the Areolatae. Goecke & Evers Verlag, Keltern 2004.

Weblinks


- [http://www.phasmidenwelt.de/ phasmidenwelt.de] – umfangreiche Internetseite zum Thema Stabschrecken
- [http://www.r-haemmerle.de/sites/carausius_morosus.htm Eine einfach zu haltende Art (Carausius morosus)]
- [http://www.insectissima.de/ insectissima.de] – Alles über die Haltung exotischer Wirbelloser im Terrarium Kategorie:Insekten

Titanus giganteus

Der Riesenbockkäfer (Titanus giganteus) ist ein Vertreter der Bockkäfer (Cerambycidae) aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Es handelt sich dabei neben dem Herkuleskäfer mit maximal 17 Zentimetern Körperlänge um den größten Käfer der Welt. Berichten zufolge sollen sogar schon Exemplare mit einer Körperlänge von zwanzig Zentimetern gesehen worden sein. Kopf und Thorax haben eine schwarzbraune Färbung. Auch die Flügeldecken sind vorne am Ansatz so dunkel, werden aber zum hinteren Ende hin deutlich heller. Auffallend sind auch die kräftigen Kieferzangen und die für Bockkäfer ungewöhnlich kurzen Fühler. Über die Käfer ist bisher nur wenig bekannt, da erst vor kurzem lebende Exemplare entdeckt wurden. Sie wurden daher für sehr selten gehalten, allerdings scheinen sie häufiger vorzukommen als bisher angenommen (jedoch trotzdem nicht besonders häufig). Der Grund für das seltene Auffinden dieser Tiere scheint eher in ihrer relativ kurzen Lebensspanne im adulten Zustand zu liegen, dem abgelegenen Habitat und der weitgehenden Flugunfähigkeit, die allesamt nicht zu einer leichten Auffindbarkeit beitragen. Insbesondere die kleineren Weibchen werden sehr selten gesehen, da sie sich nicht wie die Männchen mit Lampen anlocken lassen. Vermutlich ernähren sich die Tiere von den Säften der Tropenbäume. Aufgrund seiner ungeheuren Körpermasse ist das Flugvermögen des Käfers sehr stark eingeschränkt, er kann lediglich abwärts segeln. Um in höhere Waldregionen zu gelangen, muss er klettern. Tote Tiere sind aufgrund ihrer Seltenheit und Größe bei Sammlern sehr beliebt. Die Larven können eine Körperlänge von bis zu 25 Zentimetern erreichen und leben in den Stämmen verschiedener Bäume, von deren Holz sie sich ernähren. Sie werden in Brasilien von den dort lebenden Indianern gegessen. Kategorie:Käfer

Caput

Caput ist
- der medizinisch-lateinische Fachbegriff für Kopf
- in der Anatomie die Bezeichnung für einen Gelenkkopf eines Knochens:
  - Caput costae an den Rippen
  - Caput fibulae am Wadenbein
  - Caput mallei am Hammer
  - Caput mandibulae am Unterkiefer
  - Caput humeri am Oberarmknochen
  - Caput ossis femoris am Oberschenkelknochen
  - Caput radii am der Speiche
  - Caput stapedis am Steigbügel
  - Caput tali am Talus
  - Caput ulnae an der Elle
- in der Anatomie für den Kopf eines Muskels, z.B. Caput longum des Triceps
- in der Anatomie für den Kopfteil eines Organs, z.B. Caput epididymidis - Nebenhodenkopf

Thorax

Als Thorax (griech., Brustkorb) wird in der Medizin/Anatomie der Brustraum bezeichnet. Die Wand des Thorax wird von Brustwirbelsäule, Brustbein und Rippen (knöcherner Thorax) sowie von Muskulatur gebildet. Er umschließt die Brusthöhle und, aufgrund der Kuppelform des Zwerchfells, auch den oberen (bei Tieren vorderen) Teil der Bauchhöhle.

Inhalt des Thorax


- Lungen
- Mediastinum mit
  - Herz
  - Thymus
  - großen Blutgefäßen (Brustteil der Aorta, obere Hohlvene, Lungengefäße)
  - verschiedene Nerven (Nervus phrenicus, Nervus vagus, Grenzstrang)
  - Lymphknoten und Ductus thoracicus

Häufigste Verletzungen des Thorax


- Hämatothorax
- Pneumothorax
- Spannungspneumothorax
- Chylothorax Schwierig ist die Unterscheidung eines nichtkardialen Thoraxschmerzes von einer echten Angina pectoris. Kategorie:Anatomie

Bud Carson

Leon H. "Bud" Carson (born April 28, 1931 in Brackenridge, Pennsylvania; died December 7, 2005 in Sarasota, Florida) was an American football coach best-known for his role on the Pittsburgh Steelers' championship teams of the 1970s. Carson played defensive back for North Carolina from 1949 to 1951, then entered the Marines. After his discharge, he went into coaching, working at Georgia Tech under head coach Bobby Dodd. Carson took over as head coach in 1967. Under Carson, the Yellow Jackets endured three straight 4-6 seasons before going 9-3 and winning the Sun Bowl in 1970. In 1971, Tech finished 6-6 after a Peach Bowl loss. Steelers head coach Chuck Noll hired Carson as defensive coordinator in 1972. Under Carson, the "Steel Curtain" developed as one of the best defenses in National Football League history. The unit, led by Jack Lambert, Mel Blount, Jack Ham and Mean Joe Greene, gave up fewer points than any other American Football Conference team in Pittsburgh's Super Bowl seasons of 1974 and 1975. In 1976, the Curtain gave up fewer than 10 points a game. After the 1977 season, Carson took over the defensive-coordinator job with the Los Angeles Rams, who lost to the Steelers in Super Bowl XIV. He coached the New York Jets' defense from 1985 to 1988 before finally landing a head-coaching job with the Cleveland Browns for the 1989 season. Cleveland won the AFC Central Division in 1989 before losing to John Elway's Denver Broncos in the conference championship for the third time in four years. Browns owner Art Modell fired Carson halfway through a disasterous 1990 campaign that ended with a 3-13 record. Carson returned for stints as an assistant with the Jets and Rams — by then in St. Louis — before retiring in 1997. Carson, a long-time smoker, died in 2005 of emphysema. He was married to Linda Carson, an anchorwoman at Sarasota television station WWSB.

External link


- [http://www.forbes.com/home/feeds/ap/2005/12/07/ap2376184.html "Ex-NFL Coach Bud Carson Dies at 75"] by the Associated Press, Forbes, 7 Dec. 2005, retrieved 7 Dec. 2005.

Other sources


- Grossi, Tony (2004). Tales from the Browns Sideline. (Champaign, Ill.): Sports Publishing LLC. ISBN 1-58261-713-9
- Carroll, Bob, et al. (1999). Total Football II. New York: HarperCollins. ISBN 0-06-270174-6. Carson, Bud Carson, Bud Carson, Bud Carson, Bud Carson, Bud

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