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Insekten

Insekten

Die Insekten (Insecta), auch Kerbtiere oder Kerfe genannt, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und mit weit über einer Million bekannter Arten zugleich die artenreichste Gruppe der Tiere überhaupt. Nach verschiedenen Hochrechnungen rechnet man allerdings mit einem Vielfachen tatsächlich existierender Arten, wobei vor allem in den tropischen Regenwäldern noch Millionen unentdeckter Arten vermutet werden. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich vom Lateinischen insectare, „einschneiden“, ab, was sich auf die stark voneinander abgesetzten Körperteile bezieht, der deutsche Begriff Kerbtiere geht auf den deutschen Schriftsteller Philipp von Zesen zurück. Früher wurde auch der wissenschaftliche Name Hexapoda (griechisch Sechsfüßer) verwendet, der heute für eine übergeordnete Gruppe reserviert ist (siehe dazu die Anmerkung im Systematik-Abschnitt weiter unten). Die Wissenschaft von den Insekten ist die Entomologie.

Merkmale

Entomologie (vorne)
3. Ocellus (oben)
4. Komplexauge (Facettenauge)
5. Gehirn
6. Prothorax
7. rückseitige (dorsale) Arterie
8. Tracheen
9. Mesothorax
10. Metathorax
11. Erstes Flügelpaar
12. Zweites Flügelpaar
13. Mitteldarm
14. Herz
15. Eierstock
16. Hinterdarm (Rektum)
17. Anus
18. Vagina
19. bauchseitiges Nervensystem mit Ganglien
20. Malpighische Drüse
21. Tarsomer
22. Prätarsus
23. Tarsus
24. Tibia
25. Femur
26. Trochanter
27. Vorderdarm
28. Thoraxganglion
29. Coxa
30. Speicheldrüse
31. Unterschlundganglion
32. Mundwerkzeuge
]] Die Größe der Insekten variiert sehr stark und liegt bei den meisten Arten zwischen einem und 20 Millimeter. Die kleinsten bekannten Arten sind dabei Vertreter der zu den Käfern gehörenden Federflügler sowie Erzwespen mit Körperlängen um 0,2 Millimeter. Die größten bekannten Insekten sind Stabheuschrecken mit etwa 33 Zentimetern Körperlänge sowie der Bockkäfer Titanus giganteus mit einer Körperlänge von 16 Zentimeter und dabei einer Breite von etwa 6 Zentimetern.

Äußere Anatomie

Allen Insekten gemeinsam ist die meist deutlich sichtbare Gliederung des Leibes in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen), der feste Chitinpanzer, das Vorhandensein von drei Beinpaaren (die auch zu „Flossen“ oder „Armen“ umgebildet sein können), ein komplizierter Apparat von Mundwerkzeugen (Mandibeln) und Atemtracheen.

Lebensräume

Insekten sind mit Ausnahme der Ozeane in fast allen Lebensräumen und Gebieten der Erde zu finden. Dabei existiert die größte Artenvielfalt in den tropischen Gebieten während in Extremlebensräumen wie den Polargebieten, den Hochgebirgen und den küstennahen Meeresgebieten nur sehr wenige hochangepasste Insektenarten leben. So findet man etwa in der Antarktis die Zuckmückenart Belgica antarctica oder einzelne zu den den Wasserläufern gehörende Wanzen sowie die Zuckmücken der Gattung Clunio auf der Meeresoberfläche. Einige Arten sind sehr stark spezialisiert und kommen entsprechend nur in besonders geeigneten Lebensräumen vor (stenöke Arten), andere dagegen können in fast allen Lebensräumen mit Ausnahme der Extremlebensräume leben (euryöke Arten) und wurden teilweise durch den Menschen weltweit verbreitet, so dass sie heute Kosmopoliten darstellen.

Ontogenese

Anhand ihrer Ontogenese (Entwicklung) werden sie in holometabole und hemimetabole Insekten unterteilt. Holometabole Insekten durchlaufen eine Metamorphose, ausgehend vom Ei über die Larve zur Puppe und dann zum erwachsenen Tier (Imago). Die Larve hat oft nicht die geringste physische Ähnlichkeit mit der Imago. Beispiele sind Ameisen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und andere. Hemimetabole Insekten haben kein Puppenstadium, die Larve ähnelt in Grundzügen dem erwachsenen Tier. Beispiele hierfür sind Silberfischchen, Heuschrecken, Libellen, Eintagsfliegen und andere. Es gibt Insekten in allen Lebensräumen der Erde mit Ausnahme der Arktis, der Antarktis und des offenen Meeres. Die artenreichste Untergruppe der Insekten sind die Käfer.

Systematik

Drei Gruppen, die traditionell zu den Insekten gezählt wurden, die Springschwänze (Collembola), Doppelschwänze (Diplura) und Beintastler (Protura) gelten heute nicht mehr als eigentliche Insekten. Sie werden zusammen mit diesen hier innerhalb der übergeordneten Gruppe der Sechsfüßer (Hexapoda) geführt.
- Unterklasse Felsenspringer (Archaeognatha)
- Unterklasse Fischchen (Zygentoma)
- Unterklasse Fluginsekten (Pterygota)
  - Überordnung Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
  - Überordnung Libellen (Odonata)
  - Überordnung Neuflügler (Neoptera)
      - Ordnung Steinfliegen (Plecoptera)
      - Ordnung Tarsenspinner (Embioptera)
      - Ordnung Grillenschaben (Notoptera)
      - Ordnung Ohrwürmer (Dermaptera)
      - Ordnung Fangschrecken (Mantodae)
      - Ordnung Schaben (Blattodea)
      - Ordnung Termiten (Isoptera)
    - Orthopteroidea
      - Ordnung Gespenstschrecken (Phasmatodea)
      - Ordnung Gladiatoren (Mantophasmatodea)
      - Ordnung Langfühlerschrecken (Ensifera)
      - Ordnung Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
      - Ordnung Bodenläuse (Zoraptera)
      - Ordnung Staubläuse (Psocoptera)
      - Ordnung Tierläuse (Phthiraptera)
      - Ordnung Fransenflügler (Thysanoptera)
      - Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera)
      -
- Unterordnung Gleichflügler (Homoptera)
      -
- Unterordnung Wanzen (Heteroptera)
      -
- Unterordnung Scheidenschnäbler (Coleorrhyncha)
    - Holometabola
      - Ordnung Schlammfliegen (Megaloptera)
      - Ordnung Kamelhalsfliegen (Raphidioptera)
      - Ordnung Hafte, Netzflügler (Planipennia)
      - Ordnung Käfer (Coleoptera)
      - Ordnung Fächerflügler (Strepsiptera)
      - Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
      - Ordnung Köcherfliegen (Trichoptera)
      - Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
      - Ordnung Schnabelfliegen (Mecoptera)
      - Ordnung Flöhe (Siphonaptera)
      - Ordnung Zweiflügler (Diptera) Siehe auch: Systematik der Insekten

Insekten und Menschen

Eine Reihe von Insekten ist als Schädling (Ungeziefer) an Nutz- und Zierpflanzen, Holzkonstruktionen und -produkten (Holzschutz) und Nahrungsvorräten bekannt, andere leben als Parasiten am Menschen und seinen Haustieren. Ferner sind einige Insekten Überträger von Krankheiten wie der Rattenfloh für die Pest oder Mücken der Gattung Anopheles für die Malaria. Als Nutztiere hält der Mensch vor allem die Honigbiene, die Raupe des Seidenspinners sowie in vielen Ländern Heuschrecken und Grillen als Nahrungsmittel. Der Verzehr von Insekten ist über große Teile Südostasiens und Mittel- bzw. Südamerikas verbreitet und wird als Entomophagie bezeichnet. Einige Insekten werden auch als Haustiere in Terrarien gehalten. Besonders zu nennen sind dabei die Ameisen, die in Formicarien gehalten werden. Sie gehören zu den Hautflüglern und sind somit enge Verwandte der Bienen, Wespen und Hornissen.

Materialien zu Insekten

Hornisse Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film) – 8 MB XviD in ogg-Container
Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.

Museen/Sammlungen

ogg Stift Admont (Stmk., Österreich): Die wissenschaftliche Insektensammlung im Naturhistorischen Museum von Pater Gabriel Strobl (1846-1925) beinhaltet 252.000 Exemplare aus 57.000 verschiedenen Arten. Die Dipteren-Sammlung zählt mit ihren etwa 80.000 aufbewahrten Exemplaren und ca. 7.500 verschiedenen Artnamen zu den drei bedeutendsten Fliegen-Kollektionen in Europa.

Literatur


- Michael Chinery: Field Guide to Insects of Britain and Northern Europe. 3. Auflage. Harper Collins, 1993, S. 448, ISBN 0-00219-918-1
- Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten. Franckh-Kosmos, o. O. 2004, S. 328, ISBN 3440099695
- Christopher O’Toole: Faszinierende Insekten. Bechtermünz Verlag, S. 223, ISBN 3-8289-1584-1
- E. Stresemann (Begr.), H.-J. Hannemann, B. Klausnitzer, K. Senglaub: Exkursionsfauna von Deutschland, Wirbellose: Insekten. 9. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2000, S. 959, ISBN 3-8274-0922-5

Weblinks


- [http://www.arthropods.de/ ausführliche Insektenseite]
- [http://www.insektenbox.de Systematik, Körperbau, Fotos und Angaben zur Lebensweise von über 500 Insektenarten in Mitteleuropa]
- [http://www.ent.iastate.edu/list/ Iowa State Entomology Index of Internet Resources] (engl. Seite: The directory and search engine of insect-related resources on the Internet)
- [http://bugbios.com/ Bugbios – Insects on the Web] (engl. Seite)
- [http://www.faunistik.net/DETINVERT/_KEYS/ORDERS/order_001.html Insektenbestimmung]
- [http://www.phasmidenwelt.de/html/visualisierte_anatomie.html Anatomie eines Insekts] (Flash-Datei)
- [http://www.stiftadmont.at] Insektensammlung im Stift Admont ! ja:昆虫類 ko:곤충 ms:Serangga simple:Insect th:แมลง

Klasse (Biologie)

Die Klasse ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Sie wird weiter aufgeteilt in Überklasse und Unterklasse. Manchmal wird zusätzlich der Begriff Infraklasse verwendet, wenn ein Taxon zwischen Unterklasse und Überordnung nötig ist. Eine Klasse steht zwischen Stamm und Ordnung. Bei den Wirbeltieren gibt es folgende Klassen:
- Schädellose
- Kieferlose
- Knorpelfische
- Knochenfische
- Amphibien
- Reptilien
- Vögel
- Säugetiere Die Stellung von Chimären, Dinosauriern und Pterosauriern als eigene Klasse oder Mitglieder der Klassen Knorpelfische beziehungsweise Reptilien ist noch nicht endgültig geklärt. Zwischen der Klasse und der Überklasse wird in der Systematik noch die Reihe gestellt. Kategorie:Taxonomie

Gliederfüßer

Die Gliederfüßer (Arthropoda) sind ein Stamm der Häutungstiere (Ecdysozoa). Zu ihnen gehören so unterschiedliche Tiere wie Insekten, Tausendfüßer, Krebse, Entenmuscheln, Spinnen, Skorpione, Milben und die ausgestorbenen Trilobiten. Gliederfüßer sind ein sehr erfolgreicher Stamm. Rund 80 Prozent aller bekannten rezenten Tierarten sind Gliederfüßer, die meisten davon Insekten. Entstanden sind sie vermutlich in der kambrischen Explosion. Im 530 Millionen Jahre alten Burgess-Schiefer sind alle drei bis heute existierenden Unterstämme und dazu die Trilobiten und andere heute nicht mehr existente Gruppen bereits vertreten. Die nächsten Verwandten der Gliederfüßer sind die Bärtierchen (Tardigrada) und Stummelfüßer (Onychophora), mit denen sie manchmal zu den Panarthropoda zusammengefasst werden, obwohl jene keine gegliederten Beine aufweisen. In der traditionellen Systematik wird diese Gruppe aus morphologischen Gründen mit den Ringelwürmern zu den Articulaten oder Gliedertieren zusammengefasst. Neuere molekularbiologische Daten sprechen aber gegen eine engere Verwandtschaft mit ihnen und für eine engere Verwandtschaft mit den Fadenwürmern (Nematoda) und anderen Häutungstieren.

Körperbau

Gemeinsam ist ihnen ein gegliederter Körperbau mit maximal einem Paar Gliedmaßen (Beine, Mundwerkzeuge, Antennen) je Segment, ein durch Chitin versteiftes Außenskelett, das beim Wachstum wiederholt durch Häutung ersetzt werden muß, ein rückenseitiges Herz mit offenem Blutkreislauf und ein bauchseitiges Strickleiter-Nervensystem mit einem Ganglion je Segment. Der ursprüngliche Aufbau eines Segments besteht aus dem Rumpfteil mit einem Ganglion und einem Paar zweiästiger (biramer) Gliedmaßen. Der untere Innenast wird Beinast oder Schreitbein genannt, der Außenast Kiemenast, womit auch die Funktionen angedeutet sind. Bei der Diversifizierung der Gliederfüßer im Laufe der Evolution kam es zu Gruppenbildungen oder auch Verschmelzungen von Segmenten zum Beispiel in Kopf, Mittel- und Hinterleib mit Funktionstrennung. Der Kopf stellt eine Verschmelzung (Tagma) mehrerer Segmente dar, die Gliedmaßen der ursprünglichen Segmente sind zu Antennen und Mundwerkzeugen umgebildet. Der Mittelleib ist oft zu einem Tagma verwachsen, dessen Gliedmaßen den Außenast verloren haben und als Schreitbeine dienen. Solche Gliedmaßen heißen einästig (uniram). Beim Hinterleib können die Gliedmaßen vollständig zurückgebildet sein oder nur aus den Kiemenästen bestehen. Bei Gliederfüßern, die über keine sichtbaren Kiemen verfügen, erfolgt die Atmung entweder über in die Körperoberfläche eingestülpte Kiemen (Lungen) oder über an der Oberfläche durchblutete Einstülpungen, den Tracheen. Bei urtümlichen Gliederfüßern wie den Tausendfüßern besteht die Gliederung zum großen Teil noch aus nahezu identischen Segmenten. Es ist aber schon durch Verschmelzung einiger der vorderen Segmente zum Kopf gekommen, der ein aus mehreren Ganglien verwachsenes Gehirn und zu Mundwerkzeugen geformte einästige Gliedmaßen besitzt. Die Trilobiten hatten einen ähnlich repetiven Körperbau, verfügten aber noch über zweiästige Gliedmaßen. Bei den den Tausendfüßern nahestehenden Insekten ist die Tagmatisierung weiter fortgeschritten: Die dem Kopf nächstliegenden drei Segmente sind zum Mittelleib (Thorax) verschmolzen, der demnach drei Paar Gliedmaßen besitzt. Sie sind einästig, die Atmung erfolgt über Tracheen am Hinterleib, der aus unterschiedlich vielen Segmenten ohne Gliedmaßen bestehen kann. Der grundlegende Körperbau der Insekten ist exemplarisch bei Ameisen und Wespen zu erkennen. Bei den anderen Unterstämmen ist die Verschmelzung der Segmente in anderen Varianten erfolgt, so ist der Mittelleib der Spinnen aus vier Segmenten gebildet, weshalb sie acht Beine haben, die Gliedmaßen des Hinterleibs sind nicht verlorengegangen, haben aber den Beinast verloren und der Kiemenast liegt als Lunge in Einstülpungen des Hinterleibs. Bei den wasserlebenden Krustentieren sind die Gliedmaßen des Rumpfes oft noch zweiästig und die hintersten Segmente sind häufig zu einem gliedmaßenlosen Telson vereint, wie etwa dem Schwanzruder der Krebse.

Fortpflanzung

Die meisten Gliederfüßer vermehren sich geschlechtlich und entwickeln sich direkt oder über Larven.

Systematik

Die Systematik ist bis heute unklar und umstritten. Die klassische Systematik der Gliederfüßer unterscheidet zwischen den Unterstämmen
- Tracheentiere (Tracheata oder Uniramia) zum Beispiel mit den Tausendfüßern und Insekten
- Krustentiere (Crustacea), auch Krebstiere genannt
- Kieferklauenträger (Chelicerata) zum Beispiel mit den Spinnen oder Skorpionen Hinzu kommen die ausgestorbenen Trilobiten als weitere Großgruppe. Molekulargenetische, morphologische und paläontologische Studien liefern teils weit auseinanderliegende Stammbäume. Das folgende Kladogramm spiegelt die klassische Einteilung der Gliederfüßer wider, wie sie unter anderem von Ax (1999) und Paulus (1997) auf der Basis morphologischer Daten dargestellt wird. Gliederfüßer (Arthropoda) |--N. N. | |--Kieferklauenträger (Chelicerata) (unter anderem Webspinnen und Skorpione) | |--†Trilobiten (Trilobita) | |--Mandibeltiere (Mandibulata) |--Krebstiere (Crustacea) |--Tracheentiere (Tracheata) |--Sechsfüßer (Hexapoda) (unter anderem Insekten) |--Tausendfüßer (Myriapoda) Die unten stehende Systematik folgt demgegenüber dem Mandibulata-Pancrustacea-Konzept, das durch moderne Studien der Systematiker Zrzavy und G. Giribet gestützt wird und sowohl molekulargenetische als auch morphologische Daten kombiniert. Demnach ergibt sich das folgende Bild: Gliederfüßer (Arthropoda) |--N. N. | |--Kieferklauenträger (Chelicerata) (unter anderem Webspinnen und Skorpione) | |--†Trilobiten (Trilobita) | |--Mandibeltiere (Mandibulata) |--Tausendfüßer (Myriapoda) |--Pancrustacea |--Sechsfüßer (Hexapoda) (unter anderem Insekten) |--Krebstiere (Crustacea)

Literatur


- R. C. Brusca, G. J. Brusca, Invertebrates, 2nd Ed., Sinauer Associates, 2003, Kap. 19, S. 475, ISBN 0878930973
- E. E. Ruppert, R. S. Fox, R. P. Barnes, Invertebrate Zoology - A functional evolutionary approach, Brooks/Cole 2004, Kap. 16, S. 517, ISBN 0030259827
- D. T. Anderson, Invertebrate Zoology, 2nd Ed., Oxford Univ. Press, 2001, Kap. 10, S. 225, ISBN 0195513681
- J. Moore, An Introduction to the Invertebrates, Cambridge Univ. Press, 2001, Kap. 12, S. 174, ISBN 0521779146
- J.-W. Janzen, Arthropods in Baltic Amber, Ampyx-Verlag, 2002
- H. Paulus: „Euarthropda, Gliederfüßer i .e. S.“; in Westheide, Rieger (Hrsg.): „Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere“; Gustav-Fischer-Verlag, 1997

Wissenschaftliche Literatur


- M. Akam, 2000, Arthropods: Developmental diversity within a (super) phylum, Proceedings of the National Academy of Sciences (USA), 97, S. 4438
- P. Ax: „Das System der Metazoa II. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik“; Gustav Fischer Verlag, 1999
- R. C. Brusca, 2000, Unraveling the history of arthropod diversification, Annals of the Missouri Botanical Garden, 87, S. 13
- C. E. Cook, M. L. Smith, M. J. Telford, A. Bastianello, M. Akam, 2001, Hox genes and the phylogeny of the arthropods, Current Biology, 11, S. 759
- G. D. Edgecombe, G. D. F. Wilson, D. J. Colgan, M. R. Gray, G. Cassis, 2000, Arthropod cladistics: Combined analysis of histone H3 and U2 snRNA sequences and morphology, Cladistics, 16, S. 155
- G. Giribet, G. D. Edgecombe, W. C. Wheeler, 2001, Arthropod phylogeny based on eight molecular loci and morphology, Nature, 413, S. 157
- U. W. M. Hwang, M. Friedrich, D. Tautz, C. J. Park, W. Kim, 2001, Mitochondrial protein phylogeny joins myriapods with chelicerates, Nature, 413, S. 154
- J. Zrzavy, P. Stys, 1997, The basic body plan of arthropods: Insights from evolutionary morphology and developmental biology, Journal of Evolutionary Biology, 10, S. 353

Weblinks


- [http://www-biol.paisley.ac.uk/courses/Tatner/biomedia/units/arth1.htm Glasgow University Zoology Museum - Einführung in die Arthropoda] (auf Englisch)
- [http://www.peripatus.gen.nz/Taxa/Arthropoda/Index.html Arthropoda - Evolution, Phylogeny, Taxonomy] (auf Englisch) Kategorie:Wirbellose ko:절지동물 ja:節足動物

Philipp von Zesen

Philipp von Zesen (
- 8. Oktober 1619 in Priorau bei Dessau, † 13. November 1689 in Hamburg) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben

Zesen war der Sohn des lutherischen Pastors Philipp Zesen und dessen Ehefrau Dorthe. Seit ca. 1631 besuchte Zesen das Gymnasium in Halle und immatrikulierte sich 1639 an der Universität Wittenberg. Dort schloss er mit Christian Gueintz und Augustus Buchner Freundschaft. Von beiden erfuhr Zesen wichtige Impulse für seine wissenschaftliche Arbeit, und alle drei fanden sich später in der Fruchtbringenden Gesellschaft wieder. Da Zesen sich seit 1641/1642 in Hamburg aufhielt, ist nach derzeitigem Stand der Forschung unsicher, ob er an der Universität Leipzig noch den Magistergrad erhielt. In den Jahren 1642 bis 1648 lebte Zesen zumeist in Amsterdam, Leiden oder Utrecht. In diesen Zeitraum fallen auch seine Reisen nach London und Paris. Zur Jahreswende 1648/1649 besuchte Zesen Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen und wurde von diesem bei dieser Gelegenheit in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Als Gesellschaftsname wurde Zesen der Wohlsetzende verliehen und als Devise ihm der Natur nach zugedacht. Zesens Emblem zeigt das Ruhrkraut. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich unter der Nr. 521 auch Zesens Reimgesetz anlässlich seiner Aufnahme: :Wolsetzend der Natur, bin ich hier genant,
Weil uns das Ruhrkraut pflegt im leibe wol Zu setzen
Was ungesundes drin: Also muß wol bekant
Und flüßig sein die schrift, die einen sol ergetzen:
Man sich für neurung hüt' in ieder kunst und stand,
Das man nicht red' darvon und ursach sey Zu schertzen:
Wer dan aufbringen wil was neues, nehm in acht
Das er es stell' und schreib' aus gutem vorbedacht. Angemerkt sei hier, dass es sich bei diesen Zeilen um die von Zesen selbst verbesserte letzte Fassung handelt. In den Jahren 1649 bis 1652/1653, 1656 bis 1667, 1669 bis 1672, 1674 und 1679 bis 1684 lebte Zesen in den Niederlanden; meistenteils in Amsterdam. Schon 1662 erhielt er das Bürgerrecht in Amsterdam. Hier war er einer der wichtigsten Mitarbeiter im Verlag Elzevier. 1653 auf dem Reichstag zu Regensburg wurde Zesen von Kaiser Ferdinand III. persönlich geadelt, und 1667 erhielt er ein Pfalzgrafenamt verliehen. Wahrscheinlich gründete Zesen schon 1642 in Hamburg eine Sprachgesellschaft mit Namen Deutsch-Zunfft. Ein Jahr später ging diese aber in die Deutschgesinnte Genossenschaft über. Diese Vereinigung hatte sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die deutsche Sprache zu bewahren und Einflüsse durch Fremdwörter zu vermeiden. Neben den schon erwähnten Unterbrechungen lebte Zesen seit 1667 in Hamburg. Dort starb er auch im Alter von 70 Jahren am 13. November 1689.

Werke


- Assenat 1670)
- Himmlische Kleio (1641)
- Melpomene (1638)
- Reiselieder
- Schöne Hamburgerin (1668)
- Deutscher Helicon (1640)
- Simson (1679)

Literatur


- Harbrecht, Hugo: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. - Karlsruhe : Gillardon, 1912
- Obermann, Hans: Studien über Philipp von Zesens Romane. - Göttingen, Univ. Diss., 1932
- Schielein, Chrytèle: Philipp von Zesen. - Erlangen, Univ. Diss., 2002

Eindeutschungen

erfolgreiche Eindeutschungen

Zesen erfand für zahlreiche Fremdwörter Eindeutschungen, von denen viele Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben, wie Ableitung (für das Fremdwort Derivation), Abstand (Distanz), Angelpunkt (Pol), Anschrift (Adresse), Augenblick (Moment), Ausflug (Exkursion), Beifügung (Apposition), Beistrich (Komma), Besprechung (Rezension), Blutzeuge (Märtyrer), Bücherei (Bibliothek), Emporkömmling (Parvenü), Entwurf (Projekt), Farbgebung (Kolorit), Freistaat (Republik), Gesichtskreis (Horizont, Panorama), Glaubensbekenntnis (Credo), Gotteshaus (Tempel), Grundstein (Fundament), Kerbtier (Insekt), Kreislauf (Zirkulation), Leidenschaft (Passion), Mundart (Dialekt), Nachruf (Nekrolog), Sinngedicht (Epigramm), Sterblichkeit (Mortalität), Verfasser (Autor), Vollmacht (Plenipotenz), Wahlspruch (Devise), Weltall (Universum).

erfolglose Eindeutschungen

Andere vorgeschlagene Fremdwortübersetzungen wirken heute eher witzig, wie Blitzfeuererregung (für Elektrizität), Dörrleiche (Mumie), Entgliederer (Anatom), Gottestum (Religion), Jungferzwinger (Kloster), Kirchentisch (Altar), klägeln (querulieren), Krautbeschreiber (Botaniker), Lusthöhle (Grotte), Lotterbett (Sofa), Leuthold (Patriot), Meuchelpuffer (Pistole), Schalksernst (Ironie), Scheidekunst (Chemie), Spitzgebäude (Pyramide), Spottnachbildung (Parodie), Weiberhof (Harem) oder Zeugemutter (Natur).

Weblinks


-
- [http://www.ni.schule.de/~pohl/literatur/sadl/barock/zesen.htm Biographie] Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von Zesen, Philipp von

Facettenauge

Als Facetten-, Fassetten- oder Komplexauge bezeichnet man den häufig bei Insekten vorkommenden Augentyp, bei dem ein Auge sich aus mehreren, bei bestimmten Insekten wie z. B. den Libellen sogar aus einigen zehntausend Einzelaugen (Ommatidien) zusammensetzt. Facettenaugen sind meistens annähernd halbkugelförmig, was bewirkt, dass jedes ihrer Einzelaugen in eine geringfügig andere Richtung blickt. Die Facettenaugen befinden sich an beiden Seiten des Insektenkopfes. Das Insekt kann sich so ein Bild seiner Umgebung aus einzelnen Bildpunkten zusammensetzen. Ommatidie Jedes Einzelauge hat denselben Aufbau. Die Anzahl von Einzelaugen unterscheidet sich von Art zu Art, manchmal auch innerhalb der Geschlechter einer Art. Bei der Glühwürmchenart Lampyris z. B. haben die Weibchen pro Seite nur 300 Ommatidien, die Männchen hingegen 2500, beim Junikäfer haben Männchen 3700 pro Seite, Weibchen 2700. Dieser Unterschied entstand meistens daraus, dass die Männchen bei der Paarung die Weibchen aufsuchen müssen. Generell haben schneller fliegende Insekten mehr Einzelaugen. Die räumliche Auflösung des Facettenauges ist durch die Anzahl der Bildpunkte begrenzt und ist somit weit geringer als etwa die Auflösung des menschlichen Linsenauges. Allerdings kann die zeitliche Auflösung bei Facettenaugen weit höher sein. Sie liegt etwa bei fliegenden Insekten, die hohe Reaktionsgeschwindigkeiten benötigen, bei 250 Bildern pro Sekunde, was etwa dem zehnfachen des menschlichen Auges von 24 Bildern pro Sekunde entspricht. Außerdem verfügen Spezies mit Facettenaugen über ein ungleich größeres Blickfeld als das des Menschen, eigentlich besitzen sie sogar das größte Blickfeld aller bekannten Lebewesen. Man merkt dies vielleicht auch im Alltag. Wenn man z.B. versucht, seine Hand (egal von welcher Seite) einer Fliege zu nähern, so wird man feststellen müssen, dass die Fliege schon lange vor der Berührung das Weite sucht. Das ist für die Fliege (und alle anderen facettenaugenbesitzenden Tiere natürlich auch) im Kampf ums Überleben ungemein vorteilhaft, weil sie den sich nähernden Feinden schon lange, bevor ernste Gefahr droht, entfliehen können.

Weblinks


- http://www.uni-ulm.de/elektronenmikroskopie/page.html Das Facettenauge im Rasterelektronenmikroskop (Uni Ulm)
- http://cvs.anu.edu.au/andy/beye/beyehome.html B-EYE: The world through the eyes of a bee Kategorie:Entomologie Kategorie:Auge Kategorie:Anatomie (Wirbellose)

Gehirn

für eine animierte Abfolge von Schnitten.]] Als Gehirn (Hirn, Cerebrum) bezeichnet man den im Kopf gelegenen Teil des Zentralnervensystems (ZNS) der Wirbeltiere. Es liegt geschützt in der Schädelhöhle und wird umhüllt von der Hirnhaut.

Funktion

Das Wirbeltier-Gehirn verarbeitet hochzentralisiert Sinneseindrücke und koordiniert komplexe Verhaltensweisen. Es ist somit der Hauptintegrationsort für alle überlebenswichtigen Informationen, die in einem Organismus verarbeitet werden. Allerdings gelangt nicht jede Information bis zur Hirnrinde und damit zum Bewusstsein. Peripher liegende Nervengeflechte (Plexus) und vor allem Zentren im Hirnstamm dienen der unbewussten Vorverarbeitung von Signalen. Reflexbögen übernehmen Aufgaben, die mit höchster Geschwindigkeit und ohne bewusste Verarbeitung und verzögernde Einflussnahme ablaufen müssen. Auch beim Menschen findet sich ein autonomes Nervensystem. Es dient der Koordination vegetativer Funktionen wie Atmung, Kreislauf [Herz], Nahrungsaufnahme, -verdauung und -abgabe, Flüssigkeitsaufnahme und -ausscheidung, sowie der Fortpflanzung. Die Regulation dieser Prozesse würde diejenigen Strukturen des Gehirns, die mit der bewussten Wahrnehmung beschäftigt sind, vollständig überfordern und damit blockieren. Die Funktion des Gehirns basiert hauptsächlich auf der Interaktion von stark vernetzten Neuronen über elektrische Impulse (siehe Neuronales Netz). Ein Mittel zur Analyse von Gehirnaktivitäten stellt daher die Messung der Gehirnströme mittels eines EEG dar. Eine andere Methode der Messung ist das MEG. Die Struktur und – in geringerem Maß – die Größe des Gehirns können als Anhaltspunkt für die Lernfähigkeit und Intelligenz eines Tieres herangezogen werden. Wiederum ist nicht das Gehirn alleine zu Lernleistungen in der Lage, neuronale Plastizität findet sich auf so gut wie allen Hierarchiestufen des Nervensystems. Neben den Wirbeltieren besitzen auch Tintenfische hochkomplexe Gehirne, die sie zu gezielten Tätigkeiten befähigen. Im weiteren Sinne bezeichnet man daher auch die Zentralstelle des Nervensystems verschiedener wirbelloser Tiere, etwa der Ringelwürmer oder Insekten, als Gehirn. Je nach Gehirn-Typ spricht man hier von Cerebralganglion, Oberschlundganglion etc.

Aufbau des Wirbeltiergehirns

Oberschlundganglion
- Prosencephalon (Vorderhirn)
  - Telencephalon (Endhirn)
    - Cortex
    - Basalganglien
    - Limbisches System
  - Diencephalon (Zwischenhirn)
    - Thalamus
    - Hypothalamus
    - Epithalamus
- Mesencephalon (Mittelhirn)
  - Tectum
  - Tegmentum
  - Crura cerebri
- Rhombencephalon (Rautenhirn)
  - Metencephalon (Hinterhirn)
    - Cerebellum (Kleinhirn)
    - Pons
  - Myelencephalon (Nachhirn)
    - Medulla oblongata
- (Rückenmark)

Das menschliche Gehirn

Das menschliche Gehirn ist (neben einfachen Nervensystemen einiger Würmer) das am besten untersuchte Gehirn im Tierreich, trotzdem sind noch viele Fragen ungeklärt. Durchschnittlich wiegt das Gehirn einer erwachsenen Frau 1245 g, eines erwachsenen Mannes 1375 g. Zwischen Mann und Frau sind hinsichtlich der Intelligenz trotz dieser Gewichtsunterschiede keine signifikanten Schwankungen festzustellen. Dies verdeutlicht, dass das Gewicht im Grunde nicht als Maß für die Leistungsfähigkeit des Gehirns gelten kann, wie es historisch von Seiten der Misogynie immer wieder behauptet wurde. Es gibt allerdings auch noch andere Unterschiede im Aufbau des Hirnes, z. B. ist der Bereich preoptica im Hypothalamus bei jungen Männern mehr als doppelt so groß wie bei jungen Frauen. Beim geistigen Drehen von Objekten im Raum arbeitet beim Mann eine Gehirnregion, bei einer Frau zwei. Es ist allerdings noch nicht endgültig geklärt, ob die Unterschiede angeboren sind. Das Gehirn ist das aktivste Organ des Menschen und hat dementsprechend einen enormen Sauerstoff- und Energiebedarf: Etwa 20% des Bluts werden vom Herzen ins Gehirn gepumpt; schon der kurzzeitige Ausfall der Sauerstoffversorgung führt zu Hirnschäden und bereits nach wenigen Minuten ist der Gehirntod festzustellen. Das Gehirn des Menschen ist allerdings auch ein sehr anpassungsfähiges Organ. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Gehirnhälfte die Arbeit der anderen mitübernimmt, falls diese nicht mehr arbeitsfähig ist. Der historische Irrglaube, Genialität müsse am (nach dem Tode entnommenen) Gehirn ablesbar sein, ist so alt wie die Hirnerforschung und wird selbst heute noch gelegentlich fortgeführt. Der Sachbuchautor Michael Hagner lieferte u. a. anhand der Hirnbesonderheiten vieler Persönlichkeiten wie Immanuel Kant, Vladimir Iljitsch Lenin oder Albert Einstein nebenher eine Geschichte der Hirnforschung sowie themenbezogene Einblicke in die Kultur- und Sozialgeschichte der vergangenen drei Jahrhunderte. Nicht wenige Hirnforscher gerieten dabei auch ins Fahrwasser nationalistischen und völkisch-rassistischen Denkens. Oft werden Vergleiche zwischen der Leistungsfähigkeit eines Computers und der des menschlichen Gehirns angestellt. Früher versuchte man auch, aus der Funktionsweise von Computern auf die Funktionsweise des Gehirns zu schließen. Heute dagegen versucht man in der Neuroinformatik, die Funktionsweise des Gehirns teilweise auf Computern nachzubilden bzw. durch diese auf neue Ideen zur "intelligenten" Informationsverarbeitung zu kommen. Als Struktur für Denk- und Wissensproduktion liefert das Gehirn eine Architektur, die sich zur Nachahmung empfiehlt. Künstliche neuronale Netzwerke haben sich bereits bei der Organisation künstlicher Intelligenzprozesse etabliert.

Konnektivität

Das menschliche Gehirn besitzt Schätzungen zu Folge ca. 100 Milliarden (1011) Nervenzellen, welche durch ca. 100 Billionen (1014) Synapsen eng miteinander verbunden sind. Das heißt, dass jedes Neuron im Schnitt mit 1000 anderen Neuronen verbunden ist und somit im Prinzip jedes beliebige Neuron von jedem Startneuron aus in höchstens 4 Schritten erreichbar ist. Allerdings gibt es lokal deutliche Abweichungen von diesem Mittelwert [http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371/journal.pbio.0030068]. Bekannt ist auch die retinotrope Abbildungseigenschaft. Siehe auch: Konnektivität, Skalenfreiheit, Netzwerktheorie, Small World, Neuromorphe Chips, Valentin Braitenberg

Literatur


- Olaf Breidbach: Die Materialisierung des Ichs: Zur Geschichte der Hirnforschung im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1997. (stw ; 1276). ISBN 3-518-28876-8
- Günter Gassen, Sabine Minol: Unbekanntes Wesen Gehirn. Darmstadt: Media Team Verlag, 2004. ISBN 3-932845-71-4
- Eccles, John C.: Wie das Selbst sein Gehirn steuert. Berlin / Heidelberg: Springer, 1994
- Michael Hagner: Geniale Gehirne. Zur Geschichte der Elitegehirnforschung. Göttingen: Wallstein, 2004. ISBN 3-8924-4649-0
- Sabine Perl, Verena Weimer, Hans Günter Gassen: Das Gehirn: Zwischen Perfektion und Katastrophe. Biologie in unserer Zeit 33(1), S. 36–44 (2003),
- John von Neumann: Computer and the Brain. Yale University Press, 2000. ISBN 0300084730
- Richard F. Thompson: Das Gehirn : von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2001 (3. Aufl.) ISBN 3-8274-1080-0

Siehe auch


- Geschichte der Hirnforschung
- Portal:Geist und Gehirn
- Portal:Neurowissenschaften
- Liquor cerebrospinalisNucleus (ZNS)NeurowissenschaftenKognitionswissenschaftHirnforschung
- Neurobiologie - Neurophysiologie - Neuroanatomie
- Seele - Philosophie des GeistesBewusstseinSelbstbewusstseinDenkenLernenSelbsterkenntnis des Gehirns - Gottesmodul
- PsychologieBiopsychologie - Neuropsychologie
- Neurologie - Psychiatrie
- Kino im KopfBlutversorgung des GehirnsHirnBregen

Weblinks


- [http://www.hirnforschung.de Hirnforschung.de] Täglich aktualisierter und allgemeinverständlicher Newsletter zum Gehirn
- [http://www.biokurs.de/skripten/12/bs12-42.htm Einfache Einführung in Bau und Funktion des Gehirnes mit vielen Bildern]
- [http://de.brainexplorer.org/ Brain Explorer] - Beschreibung des Gehirns, seiner Teile, Krankheiten und Funktionsstörungen mit vielen Abbildungen
- [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/GehirnAufbau.shtml Das Gehirn aus psychologischer Perspektive] aus Werner Stangls Arbeitsblättern
- [http://www.gehirnundgeist.de/blatt/det_gg_manifest Über Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung (Zeitschrift Gehirn&Geist)]
- [http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2004/102/ Der Mensch und die "Künstliche Intelligenz"] - Philosophische Dissertation, die u. a. auf die Gehirn/Geist-Probleme eingeht
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/247836.html Wissenschaft.de: Extrem mutationsfreudige Gene ermöglichten nur beim Menschen eine extrem schnelle Entwicklung des Gehirns]
- [http://www.brainatlas.org/ Allen Brain Atlas (engl.)] Online Resource unterstützt durch eine 100 Millionen $ Stiftung des Philanthrophen Paul Allen
- [http://www.med.harvard.edu/AANLIB/home.html The whole Brain Atlas] Gehirnatlas mit CT-, MRT- und SPECT/PET-Aufnahmen von Patienten mit verschiedenen Gehirnerkrankungen
- [http://www.univie.ac.at/anatomie2/plastinatedbrain/main.html The Plastinated Brain] - Gehirnatlas der Universität Wien; gute Eräuterungen des anatomischen Aufbaus Kategorie:Gehirn Kategorie:Pädagogik Kategorie:Didaktik Kategorie:Philosophie des Geistes ja:脳 ko:뇌 simple:Brain th:สมอง

Tracheen

Die Trachea (griech.), Mehrzahl Tracheen, ist eine Kanalröhre zur Atmung bei Insekten, Tausendfüßern und Spinnentieren. Im Gegensatz zu Vertebraten atmen die meisten Insekten und Spinnentiere nicht mit Lungen oder Kiemen, sondern der Gasaustausch erfolgt größtenteils passiv mittels der Tracheen. Da die meisten Insekten kein Hämoglobin besitzen und so keinen Sauerstoff in ihrer Hämolymphe transportieren können, und da sie ferner keine Lungen besitzen, muss der Sauerstoff durch Diffusion direkt bis an die Zellen herangeführt werden. Inzwischen weiß man, dass durch Muskelkontraktionen und Flügelschlag ein erhöhter Gasaustausch erreicht werden kann, die Diffusion kann also auch aktiv verstärkt werden. Ähnliche Organe finden sich bei Spinnen und Tausendfüßern. Bei den Tracheen handelt es sich um Röhren, die bei den höher entwickelten Insektentaxa miteinander durch Längs- und Queranastomosen in Verbindung stehen. Es wird daher auch als Tracheensystem bezeichnet. Die Tracheen bestehen als Teil des Außenskeletts aus Chitin und verzweigen sich vielfach im Körperinneren, so dass die Atemluft an alle Organe gelangen kann. Größere Tracheenäste sind oft mit spiralförmigen Chitinleisten, so genannten Spiraltaenidien, mechanisch verstärkt. Segmental angelegt münden die Hauptäste der Tracheen über paarige Atemöffnungen (so genannten Stigmen oder Stigmata, auch Spirakeln) an der Körperoberfläche. Man unterscheidet primäre, sekundäre und tertiäre Tracheenäste. Bei der Taufliege Drosophila melanogaster bestehen die primären Tracheenäste (der Dorsalstamm oder "dorsal trunk") im Querschnitt betrachtet aus mehreren Zellen. Die sekundären Äste werden im Querschnitt von nur einer Zelle gebildet, und eine einzelne Terminalzelle hat wiederum mehrere tertiäre Äste. Die tertären Äste wachsen bis in die umliegenden Zellen hinein, und in elektronenmikroskopischen Aufnahmen konnte gezeigt werden, dass sie dabei in engen Kontakt mit den Mitochondrien der Zielzelle treten. Die Stigmen können paarig am Thorax und Abdomen liegen. Bei vielen Insektenarten sind die Stigmen mit Reusenapparaten versehen und verschließbar, um zu verhindern, dass Schmutz oder Parasiten ins Tracheensystem eindringen. Entwicklungsgeschichtlich haben Tracheen den Sauerstofftransport durch Hämocyanin ersetzt. Kategorie:Anatomie (Wirbellose)

Mesothorax

Der Mesothorax ist der zweite und damit mittlere Abschnitt des Brustbereiches (Thorax) der Insekten. Ihm folgt der Metathorax, vor ihm liegt der Prothorax. Alle Thoraxsegmente der Insekten tragen jeweils ein Beinpaar, der Mesothorax trägt außerdem das zweite Flügelpaar der Geflügelten Insekten. Kategorie:Entomologie

Metathorax

Der Metathorax ist der dritte und damit letzte Abschnitt des Brustbereiches (Thorax) der Insekten. Vor ihm kommen der Pro- und der Mesothorax. Alle Thoraxsegmente der Insekten tragen jeweils ein Beinpaar, der Metathorax trägt bei allen heute lebenden (rezenten) Insekten keine Flügel. Kategorie:Anatomie (Wirbellose) Kategorie:Entomologie

Mitteldarm

Der Mitteldarm, auch bekannt als Mesodaeum oder Mesenteron, ist der mittlere Abschnitt des Darmes.

Der Mitteldarm der Wirbeltiere

Bei den Wirbeltieren beginnt der Mitteldarm direkt nach dem Magen und reicht bis zum Beginn des Dickdarm, er entspricht bei den Säugetieren also dem Dünndarm. Bei ihnen wird er in den Zwölffingerdarm (Duodenum), den Leerdarm (Jejunum) und den Krummdarm (Ileum) eingeteilt.

Der Mitteldarm der Wirbellosen

Bei den Häutungstieren (Ecdysozoa) stellt der Mitteldarmn den Teil des Darmes dar, der entodermal gebildet und entsprechend nicht gehäutet wird. In verschiedenen Taxa wirbelloser Tiere hat sich unabhängig voneinander eine Mitteldarmdrüse gebildet. Dabei handelt es sich um den Abschnitt des Darmes, der die für die Verdauung wichtigen Enzyme bildet. Eine solche Drüse findet sich bei den Weichtieren, den Spinnentieren, den Krebstieren und den Seesternen. Bei einigen Vertretern dieser Tiergruppen übernimmt die Mitteldarmdrüse zudem die Funktion als Resorptions- und Speicherort für Nährstoffe, in diesen Fällen spricht man von einem Hepatopankreas. Insekten haben statt einer Mitteldarmdrüse ein enzymproduzierendes Mitteldarmepithel. Kategorie:Zootomie

Eierstock

Der paarig angelegte Eierstock - in der medizinischen Fachsprache als Ovar (von lat. Ovarium) oder Oophoron (griechisch) bezeichnet - ist ein primäres, weibliches Geschlechtsorgan. Als Gonade (Keimdrüse) entspricht sie dem Hoden männlicher Individuen und ist der Produktionsort der Eizellen und weiblicher Geschlechtshormone.

Aufbau beim Säugetier (einschließlich Mensch)

Das Ovar wird von einem einschichtigen Epithel, dem Epithelium superficiale, überzogen. Es ist eine modifizierte Serosa, die direkt in die darunter liegende weiße Bindegewebskapsel (Tunica albuginea) übergeht. Das Gewebe des Eierstocks besteht aus der äußeren Rinde und dem innen liegenden Mark. Beim Pferd sind die Verhältnisse umgekehrt, die Rinde ist zentral gelegen. Die Eierstockrinde (Cortex ovarii, Zona parenchymatosa) enthält die in Follikeln liegenden Eizellen. Das Eierstockmark, Medulla ovarii oder Zona vasculosa, besteht aus Bindegewebe und enthält die Blutgefäße und Lymphgefäße sowie Nervenfasern des Plexus ovaricus. Der Eierstöcke der Frau liegen im kleinen Becken an der Teilungsstelle der Arteria iliaca communis. Sie lassen sich mit zwei Fingern (einer durch die Scheide, der zweite durch die Bauchwand) ertasten. Benachbart sind:
- Nervus obturatorius (bei Zysten oder Eierstockentzündungen treten dadurch häufig Schmerzen am Oberschenkel auf)
- Harnleiter
- Appendix vermiformis (Wurmfortsatz) zum rechten Eierstock

Lage bei den vierfüßigen Säugetieren

Entsprechend der embryonalen Anlage liegen die Eierstöcke der meisten Quadrupeden (Vierfüßer) hinter der jeweiligen Niere. Bei den Paarhufern kommt es, dem Hodenabstieg vergleichbar, zu einem Eierstockabstieg (Descensus ovarii). Bei ihnen liegen die Eierstocke weiter hinten (kaudal) und bauchwärts (ventral) vor dem Eingang in das Becken. Bei Großtieren lassen sich die Eierstöcke rektal (man geht mit dem Arm über den After vor) ertasten.

Befestigung des Eierstocks

After. Die Eierstöcke werden durch drei Bänder, die aus Serosa bestehen, befestigt:
- Mesovarium
- Ligamentum suspensorium ovarii (oberes/vorderes Keimdrüsenband)
- Ligamentum ovarii proprium (Eierstockeigenband, zieht zum Uterus)

Versorgung des Eierstocks

Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria ovarica. Sie geht direkt aus der Aorta ab. Das venöse Blut fließt über die Vena ovarica ab. Die Nervenversorgung erfolgt über Fasern des vegetativen Nervensystems. Sie bilden an der Arteria ovarica ein Nervengeflecht, den Plexus ovaricus.

Eierstock bei Vögeln

Bei Vögeln ist zumeist nur der linke Eierstock ausgebildet. Bei wenigen Arten sollen auch Anteile des rechten Eierstocks erhalten bleiben. Der rechtsseitige Eileiter (Oviductus) wird zwar auch beim Embryo angelegt, bildet sich aber ausnahmslos bis zum Schlüpfen wieder zurück. Die Eierstöcke liegen bei Vögeln vor den Nieren. Im Gegensatz zum kompakten Organaufbau der Säugetiere erscheint der Eierstock der Vögel traubenförmig. Er besteht aus vielen Dotterkugeln, die dem späteren Eigelb entsprechen und mit kurzen Stielen aufgehängt sind. In der Legezeit wachsen ständig gelbe Dotterkugeln heran, so dass der Eierstock eine beträchtliche Größe erreichen kann. In der Legepause sind die Dotterkugeln sehr klein und gräulich. ---- siehe auch: Eileiter - Kastration Kategorie:Geschlechtsorgan ja:卵巣

Anus

Der After oder (medizinisch) Anus ist die Austrittsöffnung des Darmes. Durch den After verlässt der Kot den Darm. Der After und Enddarm werden vom Proktologen untersucht und behandelt. Ein künstlicher Anus wird als Anus praeter bezeichnet. Da am After eine Vielzahl von Nerven enden, ist er sehr empfindsam und wird gemeinhin auch als erogene Zone betrachtet, insbesondere der Musculus sphincter externus und die sich davon absetzende Dammmuskulatur. (siehe hierzu auch Analverkehr)

Anatomie des Afters

Analverkehr, 3=Zwölffingerdarm, 4=Dünndarm, 5=Blinddarm, 6=Appendix, 7=Dickdarm, 8=Enddarm, 9=Anus - Musculus sphincter internum und Musculus sphincter externum]] Der Anal- oder Afterkanal (Canalis analis) kann in drei Abschnitte untergliedert werden, die durch einen allmählichen Übergang von der Schleimhaut des Darmes zur äußeren Haut gekennzeichnet sind:
- Zona columnalis: mit Längsfalten (Columnae anales) und dazwischen liegenden Einsenkungen (Analkrypten)
- Zona intermedia: mit einem mehrschichtigen Plattenepithel
- Zona cutanea: mit verhornten mehrschichtigen Plattenepithel, Schweiß- und Talgdrüsen sowie Haaren. In der Analgegend sind bei vielen Tierarten Analdrüsen ausgebildet. Um die Öffnung des Anus sind unter der Haut bzw. Schleimhaut zwei Schließmuskeln angeordnet:
- Musculus sphincter ani internus (innerer Afterschließmuskel): Er stellt eine Verstärkung der glatten Muskulatur der Darmwand dar.
- Musculus sphincter ani externus (äußerer Afterschließmuskel): Er besteht aus quergestreifter Muskulatur, ist also willkürlich beeinflussbar.

Innervation

Die Peristaltik des Analkanals wird über parasympathische Nervenfasern aus dem Kreuzabschnitt des Rückenmarks (Nervi pelvini) angeregt. Diese bewirken auch eine Erschlaffung des inneren Afterschließmuskels. Im Zusammenspiel mit den Bauchmuskeln ("Bauchpresse") führt dies zu einer Entleerung des Mastdarms (Kotabsatz, Defäkation). Dabei schiebt sich die Kotsäule aus dem Darm. Wenn die Bauchmuskulatur zur Ausscheiddung nicht verwendet wird, dauert die Defäkation länger. Die sympathischen Nervenfasern des Nervus hypogastricus reduzieren die Peristaltik und erhöhen den Tonus des inneren Afterschließmuskels. Dadurch wird die Stuhlverhaltung (Continentia alvi) ermöglicht. Durch willkürliche Beeinflussung des äußeren Afterschließmuskels kann der Kotabsatz unterdrückt werden. Der wird durch den Nervus pudendus (bzw. dessen Nervus rectalis caudalis) innerviert. Die sensible Innervation des Afters erfolgt über den Nervus perinealis superficialis ("Oberflächlicher Dammnerv") des Nervus pudendus. Als Analreflex oder Perinealreflex wird die reflektorische Zusammenziehung des äußeren Afterschließmuskels bei Berührung bezeichnet. Bei Tieren kommt es darüber hinaus zu einem unwillkürlichen Niederziehen des Schwanzes. Der afferente Schenkel ist der Nervus perinealis superficialis, der efferente der Nervus rectalis caudalis. Die gleiche Reflexkette wird auch durch Berührung der Peniswurzel bzw. der Vulva ausgelöst, da hier ebenfalls der Nervus perinealis superficialis stimuliert wird. Dies führt auch zu einer Kontraktion des Musculus bulbospongiosus, weshalb dieser Reflex gelegentlich auch als Bulbospongiosusreflex oder, nach dem veralteten Namen des Muskels auch Bulbocavernosusreflex bezeichnet wird. Siehe auch: Liste der Fremdreflexe

Untersuchungsmethoden


- Äußere Inspektion
- Rectal-digitale Untersuchung
- Proktoskopie
- Rektoskopie
- Manometrie
- Defäkogramm
- Atresia ani
- Analekzem
- Analkarzinom
- Hämorrhoiden = Krampfadern am After
- Fissuren
- Analfisteln
- Analjucken
- Analprolaps
- Abszesse
- Phlebothrombosen Kategorie:Körper und Sexualität Kategorie:Verdauungsapparat Kategorie:Reflex ja:肛門 simple:Anus

Vagina

Die Vagina (lat. für Scheide, griech. Kolpos) ist ein weibliches Geschlechtsorgan. Beim Geschlechtsverkehr nimmt sie den Penis auf und leitet das von ihm ausgestoßene Sperma mit den darin enthaltenen Spermien durch den Muttermund (Gebärmutterhals) zur Gebärmutter (Uterus) und weiter in die Eileiter. Die Vagina dient bei Primaten auch als Abfluss für die Menstruationsblutungen. Bei der Geburt wird die Vagina zum Geburtskanal für das Neugeborene. In vielen Kulturen sind die weiblichen Geschlechtsorgane - im Gegensatz zu den männlichen - ein Tabuthema. Fälschlicherweise werden oft die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, die Vulva, als Scheide bezeichnet. Ebenso falsch ist es, die Vagina als das Geschlechtsorgan der Frau zu sehen.

Anatomie

Vulva Die Vagina ist ein dehnbarer, muskulärer Schlauch, der beim Menschen 8 – 10 cm lang ist. Bei primitiven Säugetieren (Monotremata, Beuteltiere) ist die Vagina paarig, da der Endabschnitt des paarigen Müller-Gangs, aus dem beim Embryo die Vagina entsteht, bei ihnen nicht verschmilzt. Gebärmutterseitig ragt die Portio vaginalis des Gebärmutterhalses zapfenartig in die Scheide vor. Dadurch entsteht ein größeres, hinteres (dorsales) und ein vorderes (ventrales) Scheidengewölbe (Fornix vaginae). Bei einigen Säugetieren (z. B. Schwein) ist keine Portio und damit auch kein Scheidengewölbe ausgebildet. Der Zugang zum Gebärmutterhals ist beim Menschen nach vorn abgeknickt. Bei Abtreibungsversuchen von Laien, die der Verlaufsrichtung der Scheide folgen, gelangen entsprechende Instrumente deshalb in das hintere Scheidengewölbe und durchstoßen dessen Dach. Dabei kann der Bauchfellsack eröffnet werden und eine Peritonitis entstehen. Mit der Scheidenöffnung (Ostium vaginae) mündet die Vagina in den Scheidenvorhof. Die Hinterwand (Dorsalwand) der Vagina ist durch Bindegewebe (Septum rectovaginale) mit dem Rektum, die gegenüberliegende Wand mit Harnblase und Harnröhre verbunden. Harnröhre; 3=Äußere Schamlippen; 4=Harnröhrenöffnung; 5=Innere Schamlippen; 6=Mündung der Vagina; 7=Reste des perforierten Hymen]] Bei der Frau wird die Vagina von einer kleinen Membran, dem Jungfernhäutchen (Hymen), teilweise verschlossen. Es befindet sich am Übergang der Scheide in den Scheidenvorhof. Auch bei intaktem Hymen ist normalerweise eine Öffnung zum Abfluss des Menstruationsblutes und anderer Sekrete vorhanden. Die drüsenlose Haut der Vagina ist ein mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel, dessen Höhe und Aufbau vom Alter und vom Hormonstatus abhängig ist. Das Epithel unterliegt im Verlauf des Sexualzyklus ständigen Umbauprozessen, die durch Östrogene und Progesteron gesteuert werden. Zur Untersuchung werden Epithelzellen durch einen schmerzlosen Abstrich gewonnen und auf einem Objektträger mikroskopiert. Damit gibt die Vaginalzytologie Auskunft über die aktuelle Zyklusphase der Frau. Heute wird die Zyklusphasenbestimmung allerdings durch Hormonuntersuchungen erweitert, um ausreichende Diagnosesicherheit zu bieten. Die Vagina wird bei sexueller Erregung durch wässrige Transsudation aus dem Epithel befeuchtet. Dies nennt man die Lubrikation. Die Bartholinschen Drüsen, welche bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret absondern, münden in den Scheidenvorhof und befeuchten ihn. Das Vaginalsekret ist unter Einfluss des Sexualhormons Östrogen und einer speziellen Keimflora (Döderleinflora) sauer (pH-Wert 4 – 4,5) und dient dem Schutz gegen aufsteigende Infektionen des weiblichen Genitaltraktes. Jede Störung dieses Vaginalmilieus steigert die Anfälligkeit gegen Infektionen und mechanische Reize – es kann zu einer Scheidenentzündung (Kolpitis) mit Ausfluss (Fluor vaginalis) kommen. In der Pubertät bemerken viele Mädchen einen deutlichen Fluor, der durch die ansteigende Östrogenwirkung hervorgerufen wird. Dieser schleimig-glasige Fluor ist als Reifungszeichen physiologisch und wird im Volksmund „Weißfluss“ genannt. Häufig wird dieser Flour, der ungefähr ein Jahr vor der Menarche auftritt, von den Mädchen als unangenehm und beschmutzend erlebt. Er ist jedoch ein Zeichen der gesunden Entwicklung zur geschlechtsreifen Frau und besitzt, so lange er geruchlos ist, nur sehr selten Krankheitswert. Unangenehm riechende vaginale Ausflüsse sollten ärztlich abgeklärt werden, um mögliche Ursachen wie Fremdkörper oder bakterielle Infekte zu erkennen und zu behandeln. Neben der glatten Muskulatur in der Scheidenwand wird die Scheide von quergestreiften Muskeln umgeben. Der Musculus pubococcygeus, ein Anteil des Musculus levator ani, ist ein Muskel des Beckenbodens. Die Muskeln beider Seiten (Levatorschenkel) umfassen die Scheide wie eine Schlinge und ermöglichen eine trainierbare, willkürliche Verengung der Scheide. Die Kontraktion dieser Muskeln lässt sich von der Scheide aus fühlen.

Vaginalflora

Die Vaginalflora einer geschlechtsreifen, gesunden Frau besteht überwiegend aus verschiedenen Spezies von Laktobazillen, den sog. Döderleinschen Stäbchen. Lange wurde angenommen, Lactobacillus acidophilus wäre dabei der am meisten verbreitete Keim, aber mittlerweile stellte sich heraus, dass der häufigste Scheidenbewohner L. iners ist, gefolgt von L. crispatus. Weitere Lactobazillen der Vagina sind L. delbruekii und L. gasseri. Die Laktobazillen vergären unter dem Einfluss von Östrogen und Gestagen von den Epithelzellen bereitgestellte Glukose (Traubenzucker) zu Milchsäure (Milchsäuregärung). Hierdurch entsteht in der Scheide ein saures Milieu, mit einem pH-Wert von normalerweise zwischen 3,8 bis 4,5. Dieses saure Vaginalmilieu bildet einen effektiven Schutz vor Infektionen, da die überwiegende Zahl der krankmachenden Bakterien unter solchen Bedingungen nicht gedeihen kann. Allerdings schützt der niedrige pH-Wert nur vor bakteriellen Infektionen, nicht aber vor bestimmten Pilzinfektionen. Störungen der vaginalen Flora, z. B. durch die Einnahme von Antibiotika, können zum Niedergang der Döderleinschen Stäbchen und in Folge zu bakterieller Vaginitis führen. Dies gilt auch für übertriebene hygienische Maßnahmen, insbesondere die Anwendung von (basischer!) Seife.

Untersuchungsmöglichkeiten

Die Scheide kann mit den Fingern abgetastet werden. Zur optischen Begutachtung verwendet man ein Spekulum, ein Vaginoskop oder ein Kolposkop. Für Untersuchungen der Scheidenhaut und des Scheidenmilieus führt man Scheidenabstriche durch oder entnimmt Gewebeproben mittels Scheidenbiopsie.

Verhütung

Zu den vaginalen Verhütungsmethoden zählt die Kombination aus einem Diaphragma und der Einführung einer chemischen Nährsubstanz für die Samen (als Gel oder Zäpfchen erhältlich). In den USA werden auch statt des Diaphragmas sogenannte „Verhütungsschwämme“ aus Polyurethan eingesetzt. Der Konzeptionsschutz (gemessen am Pearl-Index) ist jedoch geringer als bei hormonellen Methoden. Als weitere neuere Variante der vaginalen Verhütung gibt es das „Femidom“. Dabei handelt es sich um ein Kondom für die Frau, einen Polyuretan-Schlauch, der, von zwei Ringen gehalten, die Scheidenwände auskleidet, und so eine kondomähnliche Funktion erfüllt. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern hat sich das Femidom allerdings bisher nicht durchgesetzt, da die Handhabung schwieriger und die Sicherheit geringer als beim herkömmlichen Kondom ist. Als hormonelle vaginale Verhütungsmethode ist seit einigen Jahren der NuvaRing verfügbar. Dieser weiche durchsichtige flexible Ring wird tief in die Vagina eingeführt und verbleibt dort 21 Tage lang. Er gibt kontinuierlich Ethinylestradiol und Etonorgestrel ab und verhindert so wie eine Pille den Eisprung. Da durch die lokale Abgabe der Hormone die Dosis niedriger angesetzt werden kann und eine systemische Wirkung schwächer ausfällt, sei die Nebenwirkungsrate des NuvaRings im Vergleich zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden geringer. Die Verhütungssicherheit liegt bei Pearl 1 - 2 und damit auf dem Niveau der Pille. Da der NuvaRing keine Barrieremethode darstellt, ist seine Lage in der Vagina nicht ausschlaggebend für die Funktion, andererseits schützt er nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie das Kondom und das Femidom.

Geschlechtsverkehr

Das medizinische Adjektiv intravaginal bedeutet „in der Vagina liegend“; beim intravaginalen Geschlechtsverkehr dringt der Mann mit seinem Penis in die Vagina der Frau ein. Der intravaginale Geschlechtsverkehr kann – wie auch andere Formen der sexuellen Betätigung – zum Orgasmus führen. Da die Vagina im Wesentlichen aus relativ nervenarmem Gewebe besteht, ist unter Wissenschaftlern noch umstritten, ob der vaginale Orgasmus durch die Reizung in der Vagina oder eine durch die Bewegung ausgelöste Reizung der Klitoris ausgelöst wird. Ein Schlagwort, das in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist der, 1950 vom deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg entdeckte, sogenannte G-Punkt, welcher etwa drei bis vier Zentimeter vom Vaginaleingang entfernt an der Vorderseite der Vagina liegen und als sogenanntes „inneres Lustzentrum“ der Frau fungieren soll. Die Funktion beziehungsweise sogar Existenz dieses im Durchmesser etwa münzgroßen Punktes ist unter Experten umstritten.

Siehe auch


- Geschlechtsorgane
- Scheidenpilz
- Intimpflege
- Sexualhygiene
- Sex
- Sexualität
- Vagina Dentata
- Sexuelle Begriffe in der Umgangssprache
- Geburtsorgan der Vögel

Weblinks


- [http://www.apoverlag.at/DieApotheke/2005/06/seiten/haupt05_scheide_0506.html Informationen zur Scheidenflora] Kategorie:Geschlechtsorgan Kategorie:Körper und Sexualität Kategorie:Gynäkologie ja:膣 simple:Vagina

Tarsus

Tarsus ist #der heutige Name der antiken Stadt Tarsos #die wissenschaftliche Bezeichnung für den Fuß und kommt vor #
- als Abschnitt des Beines der Gliederfüßer, siehe Tarsus (Gliederfüßer) #
- als wissenschaftliche Bezeichnung der Fußwurzel bei Wirbeltieren #
- in der Medizin als Bezeichnung der Fußwurzel bei anatomischen Beschreibungen (tarsal: zur Fußwurzel gehörend) #
- in der Medizin außerdem als Bezeichnung einer Bindegewebeplatte des Augenlides (auch Lidknorpel)

Femur

Der Begriff das Femur stellt die wissenschaftliche Bezeichnung für den Oberschenkel dar und kommt vor # als anatomische Bezeichnung sowohl für den Oberschenkel als Ganzes, als auch für den Oberschenkelknochen bei Wirbeltieren. Der Knochen wird auch als Os femoris bezeichnet. # als Abschnitt des Beines der Gliederfüßer, siehe Femur (Gliederfüßer) Das vom Substantiv Femur abgeleitete Adjektiv "femoral" (zum Oberschenkel gehörend) findet bei anatomischen Beschreibungen oder medizinischen Fachausdrücken Anwendung. Beispiele:
- Arteria femoralis: Oberschenkelarterie
- Nervus femoralis: Oberschenkelnerv
- Femurfraktur: Oberschenkelbruch

Coxa

Der Begriff Coxa (Plural:Coxae) stellt die wissenschaftliche Bezeichnung für die Hüfte dar und kommt vor # als oberster Teil des Beines der Gliederfüßer. Hier stellt die Coxa den Bereich dar, der am nächsten am Körper der Tiere liegt, siehe Coxa (Gliederfüßer) # als wissenschaftliche Bezeichnung der Hüfte bei Wirbeltieren. # in der Medizin als Bezeichnung der Hüfte bei anatomischen Beschreibungen oder als Teil der Bezeichnung von Hüftanomalien, etwa: #
- Coxa plana: Missverhältnis zwischen den Gelenkflächen der Hüfte #
- Coxa valga: Extrem steile Ausrichtung des Schenkelhalses am Oberschenkelknochen, dadurch kommt es zu einem CCD-Winkel von < 125° #
- Coxa vara: Extrem flache Ausrichtung des Schenkelhalses am Oberschenkelknochen, dadurch kommt es zu einem CCD-Winkel von > 125° #
- Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose)

Mundwerkzeuge

Als Mundwerkzeuge werden im Allgemeinen Strukturen der Gliederfüßer bezeichnet, welche zur Nahrungsaufnahme dienen. Dabei handelt es sich vor allem um speziell ausgebildete Extremitäten sowie Chitinausbildungen des Kopfes. Die Ausgestaltung der Mundwerkzeuge innerhalb der Gliederfüßer stellt wichtige Merkmale zur Verwandtschaftsdiagnose der Tiere zur Verfügung (siehe Phylogenetische Systematik). r]] (Onychophora) besitzen keine zu Mundwerkzeugen umgebildeten Extremitäten. Der Kiefer der Tiere ist vielmehr mit beweglichen und scharfen Mundhaken er

Die Kieferklauenträger (Chelicerata) besitzen an ihrem 1. Kopfsegment keine Extremitäten (hier sitzen bei den Krebsen und Tracheentieren die 1. Antennen). Die Extremitäten des 2. Kopfsegmentes sind zu einem Greifinstrument (Chelicere) umgestaltet, welches bei vielen Gruppen innerhalb der Cheliceraten als Mundwerkzeug genutzt wird. Bei einigen Gruppen der Milben werden außerdem die Extremitäten des 3. Kopfsegmentes, die Pedipalpen, als Mundwerkzeug genutzt.

Krebstiere

Bei den Krebstieren (Crustacea) tragen die ersten beiden Kopfsegmente Antennen. Wie bei den anderen Mandibeltieren (zu denen die Krebstiere und Tracheentiere zusammengefasst werden), ist die Basis der Extremität des 3. Kopfsegmentes zu einer kräftigen Kaulade (Mandibel) umgewandelt, der Rest des ehemaligen Beines fehlt. Auch die beiden folgenden Extremitätenpaare stellen Mundwerkzeuge dar, die als Maxillen bezeichnet werden. Bei verschiedenen Gruppen innerhalb der Krebse werden weitere Extremitäten als Mundwerkzeuge benutzt, die dann als Maxillipeden bezeichnet werden. Außerdem kommen verschiedene Sonderausbildungen der Mundwerkzeuge aufgrund der unterschiedlichen Lebensweisen vor.

Tracheentiere

Die Mundwerkzeuge der Tracheentiere entsprechen im Wesentlichen denen der Krebstiere, allerdings sind hier die 2. Maxillen an der Basis zusammengewachsen und bilden so das unpaare Labium, welches als Unterlippe dient und den Mundraum nach unten hin abschließt. Zusätzliche Maxillipeden gibt es bei den Tracheentieren nicht. Innerhalb der Tracheentiere kommt es zu mannigfaltigen Umgestaltungen der Mundwerkzeuge. Der ursprüngliche Typ der Mandibeln und Maxillen als große Kauladen wird als kauend-beißender Typ bezeichnet. Hier dienen die Mundwerkzeuge zum Festhalten und Zerkleinern der Nahrung. Diese Form findet sich sowohl bei den verschiedenen Gruppen der Tausendfüßer als auch bei der überwiegenden Mehrheit der Insekten. Innerhalb der Insekten gibt es allerdings auch Umgestaltungen in den leckend-saugenden Typ und den stechend-saugenden Typ, bei denen die Mandibel und die Maxille zu Stechborsten oder zungenförmigen Strukturen umgestaltet sein kann. Bei den Sackkieflern (Doppelschwänze, Beintastler und Springschwänze) liegen die Mundwerkzeuge innerhalb einer speziell ausgebildeten Tasche, bei den übrigen Tracheentieren liegen sie frei. Manchmal können die Mundwerkzeuge allerdings auch fehlen, etwa bei den ausgewachsene Eintagsfliegen. Kategorie:Anatomie (Wirbellose)

Erzwespen

Die Erzwespen (Chalcidoidea) bilden eine Überfamilie, die die kleinsten geflügelten Insekten überhaupt (selten größer als 5 mm, die kleinste, Dicopomorpha echmepterygis, 0,11 mm lang ) umfasst. Als Parasitoide oder Schadinsekten sind sie von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Ihr Name rührt von der metallischen grünen, blauen, bronzenen oder purpurnen Färbung her. Sie werden zu den Schlupfwespen gezählt und umfassen etwa 22.000 bekannte Arten weltweit, von denen wenigstens 2.000 Arten in Mitteleuropa vorkommen. Im Gelände stellt sich die Bestimmung schwierig dar.

Weblinks


- [http://www.zsm.mwn.de/hym/chal/ ChalcIS-D: Chalcidoidea Informations-System für Deutschland] Kategorie:Hautflügler

Stabheuschrecken

Stabschrecken stellen Vertreter der Gespenstschrecken (Phasmatodea) dar. Sie haben alle eine längliche Gestalt, die sehr an Zweige oder kleine Äste erinnert (Mimese). Die größten dieser Tiere erreichen eine Körperlänge von 28 cm und die kleinsten werden lediglich knapp 2 cm lang. Die Mehrheit der Arten ist in den tropischen Zonen rings um den Globus beheimatet. Die nächsten Vorkommen in Europa sind in Großbritannien an der Küste von Cornwall, wo dank des Golfstroms ein mildes Klima herrscht, oder in Südfrankreich bzw. Norditalien. italien

Lebensweise

Stabschrecken sind sehr passive, träge Tiere. Sie verharren tagsüber am gleichen Ort; während der Dämmerung und der Nacht bewegen sie sich; sie gehen dann auf Nahrungssuche. Ihre Stabform gibt ihnen im Gebüsch und auf Ästen eine fast perfekte Tarnung. Einige Arten pflanzen sich durch reine Parthenogenese fort, wie z. B. einige Acanthoxyla-Arten von Neuseeland – von diesen sind keine Männchen bekannt.

Einige Arten


- Vietnamesische Stabschrecke (Medauroidea extradentata, früher Baculum extradentatum), auch bekannt als Annam-Stabschrecke. Pflegeleicht.
- Indische Stabschrecke [http://www.r-haemmerle.de/images/stabi.jpg Bild] (Carausius morosus), siehe Link unten. Pflegeleicht.
- Geflügelte Stabschrecke (Sipyloidea sipylus). Ebenfalls einfach zu halten.
- Costa-Rica-Stabschrecke (Calynda brocki)
- Riesenstabschrecke [http://www.r-haemmerle.de/images/pharna1.jpg Bild] (Pharnacia westwoodi), mit Beinen bis etwa 50 cm lang

Haltung

Terrarium

Viele dieser Stabschrecken lassen sich gut halten. Meistens genügt ein Behälter, der außer Lüftungsschlitzen keine Öffnungen besitzt (Jungtiere könnten fliehen). Den Boden bedeckt man mit sandiger Erde, die man stets leicht feucht hält (fördert die Entwicklung der Eier). Achtung: Schimmelbildung unbedingt vermeiden! Die pflegeleichteren Arten benötigen Zimmertemperatur (18 bis 22 °C). Die robustesten Arten überleben Temperatursenkungen bis etwa 8 °C. Anspruchsvollere Spezies benötigen durchaus ein geheiztes Terrarium.

Futter

Als Futter genügen bei den meisten Arten Brombeer- oder Efeuzweige mit Blättern. Auch gut verträglich sind Haselzweige, ebenfalls mit Blättern. Der Vorteil von Brombeer- bzw. Efeuzweigen ist, dass sie immergrün sind; man kann also auch im Winter Futter für die Tiere besorgen. Wenn die Blätter im Terrarium vergilbt oder abgefressen sind, ersetzt man ihr Futter. Bei jeder Fütterung muss man auch die Blätter mit einer Sprühflasche befeuchten. Dies ist wichtig, da sich die Tiere nur bei genügender (Luft-)Feuchtigkeit häuten können. Bleiben sie in der zu engen alten Haut stecken, sterben sie.

Zucht

Die Vermehrung dieser Stabschrecke ist sehr unproblematisch. Zum Fortpflanzen wird kein Männchen benötigt, auch die Weibchen alleine können sich fortpflanzen. Wenn die Zucht ohne Männchen stattfindet, sinkt die Schlupfrate der männlichen Tiere, diese kann allerdings durch eine höhere Temperatur wieder gesteigert werden. Die Larven schlüpfen nach ca. 6 Monaten und werden anfangs am Besten mit grünem Eichenlaub gefüttert.

Probleme


- Einige Arten sind Spezialisten in ihrer Nahrung. Man muss im Sommer Zweige mit Blättern ernten und diese im Tiefkühlschrank lagern, wenn die Futterpflanzen nicht winterfest sind. Eine Alternative wäre, die Futterpflanzen in der Wohnung zu ziehen.

Literatur


- Kallas, Meyer, Schmidt, Lippe: Kleintiere im Terrarium. Haltung und Zucht wirbelloser Tiere. Landbuch Verlag, Hannover 1996.
- Siegfried Löser: Exotische Insekten, Tausendfüßer und Spinnentiere. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1991.
- Bradler, Koch, Seiler: Phasmiden. bede-Verlag, Ruhmannsfelden 2000.
- Zompro, Oliver: Revision of the Genera of the Areolatae. Goecke & Evers Verlag, Keltern 2004.

Weblinks


- [http://www.phasmidenwelt.de/ phasmidenwelt.de] – umfangreiche Internetseite zum Thema Stabschrecken
- [http://www.r-haemmerle.de/sites/carausius_morosus.htm Eine einfach zu haltende Art (Carausius morosus)]
- [http://www.insectissima.de/ insectissima.de] – Alles über die Haltung exotischer Wirbelloser im Terrarium Kategorie:Insekten

Titanus giganteus

Der Riesenbockkäfer (Titanus giganteus) ist ein Vertreter der Bockkäfer (Cerambycidae) aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Es handelt sich dabei neben dem Herkuleskäfer mit maximal 17 Zentimetern Körperlänge um den größten Käfer der Welt. Berichten zufolge sollen sogar schon Exemplare mit einer Körperlänge von zwanzig Zentimetern gesehen worden sein. Kopf und Thorax haben eine schwarzbraune Färbung. Auch die Flügeldecken sind vorne am Ansatz so dunkel, werden aber zum hinteren Ende hin deutlich heller. Auffallend sind auch die kräftigen Kieferzangen und die für Bockkäfer ungewöhnlich kurzen Fühler. Über die Käfer ist bisher nur wenig bekannt, da erst vor kurzem lebende Exemplare entdeckt wurden. Sie wurden daher für sehr selten gehalten, allerdings scheinen sie häufiger vorzukommen als bisher angenommen (jedoch trotzdem nicht besonders häufig). Der Grund für das seltene Auffinden dieser Tiere scheint eher in ihrer relativ kurzen Lebensspanne im adulten Zustand zu liegen, dem abgelegenen Habitat und der weitgehenden Flugunfähigkeit, die allesamt nicht zu einer leichten Auffindbarkeit beitragen. Insbesondere die kleineren Weibchen werden sehr selten gesehen, da sie sich nicht wie die Männchen mit Lampen anlocken lassen. Vermutlich ernähren sich die Tiere von den Säften der Tropenbäume. Aufgrund seiner ungeheuren Körpermasse ist das Flugvermögen des Käfers sehr stark eingeschränkt, er kann lediglich abwärts segeln. Um in höhere Waldregionen zu gelangen, muss er klettern. Tote Tiere sind aufgrund ihrer Seltenheit und Größe bei Sammlern sehr beliebt. Die Larven können eine Körperlänge von bis zu 25 Zentimetern erreichen und leben in den Stämmen verschiedener Bäume, von deren Holz sie sich ernähren. Sie werden in Brasilien von den dort lebenden Indianern gegessen. Kategorie:Käfer

Thorax

Als Thorax (griech., Brustkorb) wird in der Medizin/Anatomie der Brustraum bezeichnet. Die Wand des Thorax wird von Brustwirbelsäule, Brustbein und Rippen (knöcherner Thorax) sowie von Muskulatur gebildet. Er umschließt die Brusthöhle und, aufgrund der Kuppelform des Zwerchfells, auch den oberen (bei Tieren vorderen) Teil der Bauchhöhle.

Inhalt des Thorax


- Lungen
- Mediastinum mit
  - Herz
  - Thymus
  - großen Blutgefäßen (Brustteil der Aorta, obere Hohlvene, Lungengefäße)
  - verschiedene Nerven (Nervus phrenicus, Nervus vagus, Grenzstrang)
  - Lymphknoten und Ductus thoracicus

Häufigste Verletzungen des Thorax


- Hämatothorax
- Pneumothorax
- Spannungspneumothorax
- Chylothorax Schwierig ist die Unterscheidung eines nichtkardialen Thoraxschmerzes von einer echten Angina pectoris. Kategorie:Anatomie

Skabelon:Tema/Uge 16 2005

Tema: Foren kræfterne for at forbedre emnet: Palæontologi & Dinosaurer

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Street art
Street art is any art developed in public spaces — that is, "in the streets" — though the term usually refers to art of an illicit nature (as opposed to, for instance, government or community art initiatives). The term can include traditional graffiti artwork, though is often used to distinguish modern public-space artwork from traditional graffiti and the overtones of gang terratoriality and vandali

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