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InselEine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet.
Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf.
Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln:
#Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle))
#Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen.
Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in:
#Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel
#Binnenseeinsel
#Flussinsel
Große Inseln
Legende: ~= bedeutet: bitte ausfüllen
Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia
- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey
Verwandte Themen
- Größte Insel
- Schwimmende Insel
- Gefängnisinsel
- Schatzinsel
- Inselkette
- Liste der Inseln
- Liste der Inselstaaten
- Liste britischer Inseln
- Liste dänischer Inseln
- Liste deutscher Inseln
- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln
siehe auch
- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei
Kategorie:Physische Geographie
ja:島
ko:섬
ms:Pulau
simple:Island
th:เกาะ
zh-min-nan:Tó-sū
Landmasse
In der Geografie ist die Landfläche oder Landmasse ist derjenige Teil der Erdoberfläche, der sich über den Meeresspiegel erhebt und nicht von Wasser bedeckt ist.
Kleinere und verstreute Landflächen innerhalb von Gewässern werden Inseln beziehungsweise früher auch Eilande genannt. Kontinentale Landmassen bezeichnet man als Festland, wobei dieses kleiner als die zugehörigen kontinentalen Lithosphärenplatten und somit auch der Kontinente ist, da zu diesen auch die Schelfgebiete gehören. Landflächen, die direkt an das Meer grenzen, heißen Küsten bzw. früher auch Gestade. Dazu steht im Gegensatz das Binnenland, eine nach allen Seiten weit von einem Meer entfernte Landfläche. Löst sich eine Landfläche und treibt auf dem Gewässer, so entsteht eine Schwimmende Insel.
Landflächen reagieren im Gegensatz zu Wasserflächen sehr schnell und stark auf eine variierende Sonneneinstrahlung, weshalb sich diese auch beispielsweise über Nacht schneller abkühlen bzw. am Tag schneller erwärmen und somit im Tagesgang teils erhebliche Temperaturunterschiede aufweisen. Gleiches gilt jedoch auch für den Jahresgang im Verlauf der Jahreszeiten. Je größer die Landmasse dabei ist, desto deutlicher zeigt sich dieser Effekt, welcher daher auch typisch für ein kontinentales Klima ist.
Siehe auch: Land, Kontinent, Erde
Kategorie:Geomorphologie
Wasser
Wasser ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Sauerstoff und Wasserstoff. Die Bezeichnung Wasser wird besonders für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf oder einfach nur Dampf.
Dampf
Etymologie und alternative Bezeichnungen
Das Wort Wasser leitet sich vom althochdeutschen wazzar „das Feuchte, Fließende“ ab.
Andere chemische Bezeichnungen für Wasser sind:
- Wasserstoffoxid (auf deutsch die korrekte, weil einfachste Bezeichnung)
- Diwasserstoffmonoxid, Wasserstoffhydroxid, Dihydrogeniumoxid, Hydrogeniumoxid, Hydrogeniumhydroxid oder Dihydrogenmonoxid
Vorkommen
Erde
Große Teile der Erde sind vom Wasser bedeckt, wobei dies besonders auf der Südhalbkugel der Fall ist und sich als Extrem an der Wasserhalbkugel zeigt. Die Versorgung der Weltbevölkerung mit hygienisch und toxikologisch unbedenklichem Trinkwasser, sowie einer ausreichenden Menge Nutzwasser, stellt eine der größten Herausforderungen der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten dar.
Die Wasservorkommen der Erde belaufen sich auf circa 1 386 Millionen km3, wovon allein 1 338 Millionen km3 (96,5 %) auf das Salzwasser der Weltmeere entfallen. Nur 48 Millionen km3 (3,5 %) des irdischen Wassers liegen als Süßwasser vor. Das mit 24,4 Millionen km3 (1,77 %) meiste Süßwasser ist dabei als Eis an den Polen, Gletschern und Dauerfrostböden gebunden und somit nicht der Nutzung zugänglich. Einen weiteren wichtigen Anteil macht das Grundwasser mit 23,4 Millionen km3 aus. Das Wasser der Fließgewässer und Binnenseen (190 000 km3), der Atmosphäre (13 000 km3), des Bodens (16 500 km3) und der Lebewesen (1 100 km3) ist im Vergleich rein mengenmäßig recht unbedeutend. Dabei ist jedoch nur ein geringer Teil des Süßwassers auch als Trinkwasser verfügbar. Insgesamt liegen 98,233 % des Wassers in flüssiger, 1,766 % in fester und 0,001 % in gasförmiger Form vor. In seinen unterschiedlichen Formen weist das Wasser dabei spezifische Verweilzeiten auf und zirkuliert fortwährend im globalen Wasserkreislauf.
Diese Anteile sind jedoch nur näherungsweise bestimmbar und wandelten sich auch stark im Laufe der Klimageschichte, wobei im Zuge der globalen Erwärmung von einem Anstieg des Wasserdampfanteils ausgegangen wird.
Sonnensystem
Auch außerhalb der Erde kommt zwar Wasser vor, aber nur in sehr geringen Mengen und dann als Eis oder Wasserdampf. Als Eis wurde Wasser in Kometen („schmutzige Schneebälle“), auf dem Mars und auf einigen Monden der äußeren Planeten nachgewiesen. Viele Hinweise deuten darauf hin, dass der Mars in der Frühzeit seiner Entwicklung offene Wasserflächen enthielt. Zu den Monden zählen die Jupitermonde Europa, Ganymed und Kallisto, der Neptunmond Triton, sowie Charon, der einzige bekannte Mond Plutos. Hinweise auf das Vorhandensein von Eis in Meteoritenkratern in Polnähe gibt es sogar bei Merkur, dem sonnennächsten Planeten. Es ist möglich, dass auf dem Erdenmond in den Polregionen am Grund tiefer Krater Eisvorkommen als Relikte von Kometeneinschlägen überlebt haben. Solche Vorkommen wären wichtige Wasser- und Sauerstoffquellen für künftige Mondbasen, sind jedoch bis auf weiteres spekulativ.
Herkunft
Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers
Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen der Magma entstanden sein, also letztlich aus dem Erdinneren stammen. Ob dadurch aber die Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fragwürdig. Weitere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objekten oder wasserreichen Asteroiden (Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels auf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnisses von Deuterium zu Protium (D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondriten ähnliche Verhältnisse gefunden wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen bisherige Messungen dieses Isotopenverhältnisses an Kometen und transneptunischen Objekten nur schlecht mit irdischem Wasser übereinstimmten.
Wassermolekül
Chondriten
Chondriten
Hauptartikel: Wassermolekül
Das Molekül des Wassers besteht aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Geometrisch ist das Wassermolekül gewinkelt, so dass die zwei Wasserstoffatome und die zwei Elektronenpaare in die Ecken eines gedachten Tetraeders gerichtet sind. Der Winkel, den die beiden O-H-Bindungen einschließen beträgt 104,45°. Er weicht aufgrund des erhöhten Platzbedarfs der freien Elektronenpaare vom idealen Tetraederwinkel (~109,47°) ab. Die Bindungslänge der O-H-Bindungen beträgt jeweils 95,84 Picometer.
Sauerstoff hat in der Pauling-Skala mit 3,5 eine höhere Elektronegativität als Wasserstoff mit 2,1. Das Wassermolekül weist dadurch ausgeprägte Partialladungen auf. In Kombination mit der dreieckigen Geometrie kommt es auf der Seite des Sauerstoffs zu einer negativen und auf der Seite der beiden Wasserstoffatome zu einer positiven Polarität. Diese bewirkt das Dipolmoment, das in der Gasphase 1,84 Debye beträgt.
Wassermoleküle wechselwirken miteinander über Wasserstoffbrückenbindungen und besitzen dadurch ausgeprägte zwischenmolekulare Anziehungskräfte. Es handelt sich dabei um keine beständige, feste Verkettung. Der Verbund der über Wasserstoffbrückenbindungen unbeständig verketteten Wassermoleküle besteht nur Bruchteile von Sekunden, wonach sich die einzelnen Moleküle wieder aus dem Verbund lösen und sich in einem ebenso kurzen Zeitraum erneut verketten. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig und führt letztendlich zur Ausbildung eines variablen Clusters. Hierdurch werden wichtige Eigenschaften wie die Dichteanomalie hervorgerufen.
Je nach Isotopenzusammensetzung des Wassermoleküls unterscheidet man „schweres Wasser“, „halbschweres Wasser“ und „überschweres Wasser“.
Eigenschaften des Wassers
Hauptartikel: Eigenschaften des Wassers, Stoffdaten des Wassers
Synthese, Elektrolyse und Nachweis
Wasser wurde zum ersten Mal synthetisiert, als Henry Cavendish ein Gemisch aus Wasserstoff und Luft zum Explodieren brachte.
Da Wasserstoff in der Zukunft Energieträger werden soll, ist geplant, durch die Elektrolyse des Wassers diesen Wasserstoff zu gewinnen. Allerdings ist ein hoher Energieaufwand für die Elektrolyse nötig. Mittlerweile ist es Forschern gelungen, Wasser durch Anwesenheit eines Katalysators nur mittels Sonnenlicht in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten:
:
Wasser färbt weißes Kupfersulfat hellblau und blaues Cobalt(II)-chloridpapier wird durch Wasser rot gefärbt, Karl-Fischer-Titration.
Geschichte der Wassernutzung
Hauptartikel: Geschichte der Wassernutzung
Die Geschichte der menschlichen Nutzung des Wassers und somit jene der Hydrologie, der Wasserwirtschaft und besonders des Wasserbaus, ist durch eine vergleichsweise geringe Zahl von Grundmotiven geprägt. Von den ersten sesshaftwerdenen Menschen zu den Hochkulturen der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit, stand im Zentrum immer ein Konflikt zwischen einem zu viel und einem zu wenig an Wasser. Ihm war man dabei fast immer ausgeliefert, ob durch Dürren die Ernte einging oder Hochwasser Leben und Besitz bedrohte. Ohne die Kenntnis woher das Wasser kam und wohin es ging, wurde es zu einem Gegenstand der Mytholgie und später auch Naturphilosophie. Noch heute kommt dem Wasser in den meisten Religionen der Welt eine Sonderstellung zu, besonders dort, wo die Frage des Überlebens von der Lösung der zahleichen Wasserprobleme abhing.
Ziel war es allen Nutzungsansprüchen gerecht zu werden und dabei auch jedem Menschen den ihm zustehenden Teil des Wassers zu garantieren. Hierzu wurde das Wasserrecht als eine der ersten Rechtsformen zum Mitbegründer der ersten zentralistischen Zivilisationen von Mesopotamien und Ägypten, bis in die Flusstäler Chinas und Indiens.
Die lange Geschichte der Wassernutzung zeigt sich dabei, wie die Menschheitsgeschichte insgesamt, nicht als ein kontinuierlicher Entwicklungspfad. Sie wurde vor allem durch einzelne Zentren hohen wasserwirtschaftlichen Standards sowie immer wiederkehrende Brüche geprägt, neben oft Jahrhunderte lang währenden Stagnationsphasen. So beeindruckend die frühen wasserbaulichen Anlagen dabei auch waren, wie groß sich Innovationskraft und Kreativität unserer Vorfahren auch zeigte, letztlich war und ist man auch heute noch abhängig von der Natur, die man jedoch erst in vergleichsweise jüngster Zeit anfing wirklich zu verstehen.
Bedeutung des Wassers in den Wissenschaften
Zur Bedeutung für das Leben und die Welt allgemein siehe: Bedeutung des Wassers
Wasser spielt wegen seiner besonderen chemischen und physikalischen Eigenschaften, vor allem des Dipolmoments, der Wasserstoffbrückenbindung und der Dichteanomalie, eine zentrale Rolle in vielen Wissenschaften und Anwendungsgebieten. Es ist der wahrscheinliche Entstehungsort des irdischen Lebens und unter Umständen auch eine Bedingung für dieses. In Organismen und in unbelebten Bestandteilen der Geosphäre spielt es als vorherrschendes Medium bei fast allen Stoffwechselvorgängen beziehungsweise geologischen und ökologischen Elementarprozessen eine entscheidende Rolle. Die Erdoberfläche ist zu circa 72 % von Wasser bedeckt, wobei Ozeane hieran den größten Anteil tragen. Süßwasserreserven bilden lediglich 2,53 % des irdischen Wassers und nur 0,3 % sind als Trinkwasser zu erschließen (Dyck 1995). Durch die Rolle des Wassers in Bezug auf Wetter und Klima, als Landschaftsgestalter im Zuge der Erosion und durch seine wirtschaftliche Bedeutung unter anderem in den Bereichen der Land-, Forst- und Energiewirtschaft ist dieses zudem in vielfältiger Weise mit Geschichte, Wirtschaft und Kultur der menschlichen Zivilisation verbunden.
Die Wissenschaft, welche sich mit der räumlichen wie zeitlichen Verteilung des Wassers und dessen Eigenschaften beschäftigt, bezeichnet man als Hydrologie. Insbesondere untersucht die Ozeanologie das Wasser der Weltmeere, die Limnologie das Wasser der Binnengewässer, die Hydrogeologie das Grundwasser und die Aquifer, die Meteorologie den Wasserdampf der Atmosphäre und die Glaziologie das gefrorene Wasser unseres Planeten. In flüssiger Form wurde Wasser bislang nur auf der Erde nachgewiesen.
Wasserchemie
Die Chemie beschäftigt sich unter anderem mit der Analyse von im Wasser gelösten Stoffen, den Eigenschaften des Wassers, dessen Nutzung, dessen Verhaltensweise in verschiedenen Zusammenhängen.
Wasser ist ein Lösungsmittel für viele Stoffe, für Ionenverbindungen, aber auch für hydrophile Gase und hydrophile organische Verbindungen. Sogar gemeinhin als in Wasser unlöslich geltende Verbindungen können in Spuren im Wasser enthalten sein. Daher liegt Wasser auf der Erde nirgends in reinem Zustand vor. Es hat je nach Herkunft die unterschiedlichsten Stoffe in mehr oder weniger großen Konzentrationen in sich gelöst.
In der Analytik unterscheidet man unter anderem folgende Wassertypen:
- Reinstwasser
- Demineralisiertes Wasser
- Destilliertes Wasser
- Enteisentes Wasser
- Ätherisches Wasser
- Rohwasser
- Regenwasser
- Grundwasser
- Oberflächenwasser (Fließ- und Stehgewässer),
- Süßwasser/Salzwasser/Brackwasser
- Mineralwasser
- Trinkwasser
- schweres Wasser
- Abwasser, (Haushalts-Abwässer, landwirtschaftliche Abwässer,Industrie-Abwässer)
Aber auch bei den wässrigen Auslaugungen (Eluaten) von Sedimenten, Schlämmen, Feststoffen, Abfällen und Böden wird die Wasseranalytik eingesetzt.
Um die Eigenschaften des Wassers und eventuell darin gelöster Stoffe, bzw. damit in Kontakt stehender fester Phasen aufzuklären hat sich die Molekulardynamik-Simulation bewährt.
Siehe auch: Wasserhärte, Gewässergüteklasse, Hydrophobie, Hydrophilie
Wasser in den Geowissenschaften
Hydrophilie
In den Geowissenschaften haben sich Wissenschaften herausgebildet, die sich besonders mit dem Wasser beschäftigen: die Hydrogeologie, die Hydrologie, die Glaziologie, die Limnologie, die Meteorologie und die Ozeanographie.
Besonders interessant für die Geowissenschaften ist, wie Wasser das Landschaftsbild verändert (von kleinen Veränderungen über einen großen Zeitraum bis hin zu Katastrophen, bei denen Wasser innerhalb weniger Stunden ganze Landstriche zerstört), dies geschieht zum Beispiel auf folgende Weisen:
- Flüsse oder Meere reißen Erdmassen mit sich und geben sie an anderer Stelle wieder ab (Erosion).
- Durch sich bewegende Gletscher werden ganze Landschaften umgestaltet.
- Wasser wird von Steinen gespeichert, gefriert in diesen und sprengt die Steine auseinander, weil es sich beim Gefrieren ausdehnt (Frostverwitterung).
- Durch Dürren werden die natürlichen Ökosysteme stark beeinflusst.
Wasser ist nicht nur ein bedeutender Faktor für die mechanische und chemische Erosion von Gesteinen sondern auch für die klastische und chemische Sedimentation von Gesteinen. Dadurch entstehen unter anderem Grundwasserleiter.
Auch interessiert Geowissenschaftler die Vorhersage des Wetters und besonders von Regenereignissen (Meteorologie).
Siehe auch: Gewässer, Gletscher, Permafrostboden, Binnenmeer, Binnensee, Teich, Meer, Ozean, Fluss, Bach, Flussaue.
Wasser in der Hydrodynamik
Die verschiedenen strömungstechnischen Eigenschaften und Wellentypen auf mikroskopischer und makroskopischer Ebene werden intensiv untersucht, wobei folgende Fragestellungen im Mittelpunkt stehen:
- Optimierung von Bootskörpern und exponierter Baukörper (zum Beispiel Wehre) - Minimierung des Strömungswiderstandes
- Optimierung des Wirkungsgrades von wassergetriebenen Turbinenrädern
- Untersuchung von Strömungsphänomenen und Resonanzkatastrophen (Tsunami, Monsterwellen)
- Untersuchung der Konsistenz und Qualität des Mediums Wasser aus der Analyse seiner charakterisierenden Strömungseigenschaften. Mit diesem Aspekt beschäftigt sich das Institut für Strömungswissenschaften in Herrischried im Südschwarzwald.
Kulturelle Bedeutung des Wassers
Aufgrund der großen Bedeutung des Wassers wurde es nicht zufällig bereits bei den frühesten Philosophen zu den vier Urelementen gezählt. Thales von Milet sah im Wasser sogar den Urstoff allen Seins.
Wasser in der Mythologie
Thales von Milet
Wasser ist in der von Empedokles eingeführten und dann vor allem von Aristoteles vertretenen Vier-Elemente-Lehre neben Feuer, Luft und Erde ein Element.
Ebenso ist Wasser in der taoistischen Fünf-Elemente-Lehre (neben Holz, Feuer, Erde, Metall) vertreten. Die Bezeichnung Elemente ist hier jedoch etwas irreführend, da es sich um verschiedene Wandlungsaspekte eines zyklischen Prozesses handelt.
Im antiken Griechenland wurde dem Element Wasser das Ikosaeder als einer der fünf Platonischen Körper zugeordnet.
Wasser in der Religion
In den Religionen hat Wasser häufig einen hohen Stellenwert. Oft wird die reinigende Kraft des Wassers beschworen, zum Beispiel bei den Moslems in Form der rituellen Fußwaschung vor dem Betreten einer Moschee, oder im Hindu-Glauben beim rituellen Bad im Ganges. Die christliche Taufe wurde bis ins späte Mittelalter durch Untertauchen oder Übergießen mit Wasser als Ganzkörpertaufe vollzogen, im Westen heute meist nur noch durch Besprengen mit Wasser. Die Taufe bedeutet Hinwendung zu Christus und Aufnahme in die Kirche. Sie steht auch symbolisch für Sterben (Untertauchen) und Auferstehen (ankommen am Ufer des neuen Lebens). In der katholischen und orthodoxen Kirche spielt das Weihwasser eine besondere Rolle. Vor allem die reinigende Kraft des Wassers gab immer wieder Anlass, über die Bedeutung des Wassers für das Leben und auch für ein Leben nach dem Tod nachzudenken.
Wasser in der Esoterik
In der Esoterik heißt es, Wasser sei in seiner Struktur veränderbar und übertrage so Informationen. Diese Wasser werden als "Polywasser", "levitertes", "formatiertes" oder Belebtes Wasser bezeichnet und gehen zum Teil zurück auf Masaru Emoto, Viktor Schauberger oder Wilfried Hacheney.
Wasser als Trinkwasser und Produkt
Wilfried Hacheney
Die zur Trinkwasserversorgung nutzbaren Wasservorkommen werden unterschieden in Niederschlagswasser, Oberflächenwasser in Flüssen, Seen, Talsperren, Grundwasser, Mineralwasser und Quellwasser. Die Nutzung der Gewässer wird im Wasserhaushaltsgesetz (in Deutschland, Österreich und der Schweiz (?)) geregelt. In Mitteleuropa gibt es eine zuverlässige, weitgehend kostendeckende und hochwertige Wasserversorgung, meist noch durch öffentliche Anbieter. Meist kommt Leitungswasser aus der näheren Region, für die der kommunale Versorger auch ökologisch Verantwortung übernimmt. Der weltweite Wassermarkt hat ein Wachstum wie kaum eine andere Branche. Deshalb haben private Anbieter großes Interesse, Wasser als Handelsware zu definieren, um diesen Markt zu übernehmen.
Auch wenn das normale Trinkwasser nicht direkt eine Handelsware darstellt, so wird auch von manchen Organisationen ins Treffen geführt, dass durch die Globalisierung auch ein indirekter Wasserexport, vor allem der Länder der dritten Welt, stattfindet. Das bedeutet beispielsweise, dass für den Anbau von Bananen 1.000 l/m² Boden notwendig ist. Durch Produktionssteigerungen, die für den Export bestimmt sind, fehlt das Wasser der einheimischen Bevölkerung. (Quelle: Wuppertaler Institut)
Wasserverbrauch
Der Wasserverbrauch ist das für den menschlichen Verbrauch benötigte Wasser. Dieses umfasst den unmittelbaren menschlichen Genuss (Trinkwasser) ebenso wie den zum alltägliche Leben (Waschen, Kochen etc.) sowie für die Landwirtschaft, das Gewerbe und die Industrie (siehe Nutzwasser) gegebenen Bedarf. Wie der Wortsinn - verbrauch darlegt, wird hierbei das Wasser im Hinblick auf seine Menge und Qualität geändert. Der Wasserverbrauch ist daher nicht nur eine Kenngröße für die nachgefragte Wassermenge, sondern zumeist auch für die Entsorgung (Kanalisation, Kläranlage)
Der Wasserbedarf in Deutschland betrug 1991 47,9 Milliarden m3, wovon allein 29 Milliarden m3 als Kühlwasser in Kraftwerken dienten. Rund 11 Milliarden m3 wurden direkt von der Industrie genutzt, 1,6 Milliarden m3 von der Landwirtschaft. Nur 6,5 Milliarden m3 dienten der Trinkwasserversorgung. Der durchschnittliche Wasserverbrauch beträgt rund 130 Liter pro Einwohner und Tag (davon etwa 1 Liter zum Trinken, neben Cola, Bier oder anderen Getränken welche ebenfalls Wasser enthalten).
Siehe auch: Abwasser, Nutzwasser, Verbrauch
Wasserversorgung
Verbrauch
Die Versorgung der Menschheit mit sauberem Wasser stellt Menschen nicht nur in den Entwicklungsländern vor ein großes logistisches Problem. Nur 0,3 % der weltweiten Wasservorräte sind als Trinkwasser verfügbar, das sind 3,6 Millionen km3 von insgesamt ca. 1,38 Milliarden km3.
Um die Wasserknappheit in niederschlagsarmen Ländern zu lindern, wurden schon verrückt erscheinende Ideen erwogen: so wurde vorgeschlagen, mit Schleppern einen riesigen Eisberg über das Meer zu schleppen, der nur zum Teil schmelzen würde, und von dem auftauenden Eisberg Trinkwasser aufzufangen.
Siehe auch: Wasserverteilungssystem, Wasseraufbereitung, Wasseraufbereitungsanlage, Wasserwirtschaft, Wasserreinhaltung
Gesetzliche Grundlagen und Behörden
Hauptartikel: Wasserrecht
Die wasserrechtlichen Grundlagen der Wasserwirtschaft und des öffentlichen Umganges mit den Wasserresourcen bilden in Deutschland das Wasserhaushaltsgesetz und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Wichtige Behörden und Institutionen sind:
- Wasser- und Schifffahrtsamt
- LAWA (Arbeitsgemeinschaft)
Ausstellungen und Veranstaltungen rund ums Wasser
- Von 2005 bis 2014 hat die UNO zur Internationalen Aktionsdekade „Wasser – Quelle des Lebens“ aufgerufen
- Weltwasserforum
- Weltwassertag
- [http://www.hww-hamburg.de/hww_prod_engine.shtml?id=137 Museum Wasserforum HWW (Hamburger Wasserwerke)]
Siehe auch
- Trinkwasser, Mineralwasser, Aquavit - Wasser als Getränk
- Brackwasser, Salzwasser und Süßwasser - Wasserarten nach Salzgehalt
- Gewässer - Allgemeine Bezeichnung für natürliche und künstliche Wasseransammlungen
- Wasser als Handelsware, Umwelt- und Ressourcenkonflikte
- Weihwasser - als Symbol in der Religionsgeschichte
- Wasser - Der Film, einen Film aus Großbritannien, 1985, mit deutschem Titel
- Mpemba-Effekt, abnormaler Gefriervorgang
Literatur
Allgemeine Inhalte
- Karl Höll, Andreas Grohmann et. al. (2002): Wasser. Nutzung im Kreislauf. Hygiene, Analyse und Bewertung. 8. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin - New York.
- Dyck & Peschke (1995): Grundlagen der Hydrologie. 3. Auflage, Verlag Bauwesen. ISBN 3345005867
- Philip Ball (2001): H2O – Biographie des Wassers. Piper Verlag. ISBN 3492041566
Wasserchemie
- Günter Wieland (1999): Wasserchemie. 12. Auflage, Essen. ISBN 3802725425
- Bernd Naumann (1994): Chemische Untersuchungen der Lebensgrundlage Wasser. Herausgeber: Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung von Sachsen-Anhalt (LISA)], (=Anregungen zur ökologischen Bildung, Bd. 2), Halle.
Nutzung und Schutz
- Christian Opp (Hrsg.): Wasserressourcen - Nutzung und Schutz (=Beiträge zum Internationalen Jahr des Süßwassers 2003) Marburg/Lahn 2004, 320 S., ISBN 388353049
Gesundheit/Esoterik
- Batmanghelidj, F. (2002): Wasser - die gesunde Lösung. Ein Umlernbuch. VAK Verlag. ISBN 3924077835
- Batmanghelidj, F. (2003): Sie sind nicht krank, Sie sind durstig! Heilung von innen mit Wasser und Salz. VAK Verlag. ISBN 3935767250
Weblinks
Allgemeine Inhalte
- [http://www.quarks.de/dyn/15851.phtml Quarks & Co: Lebensquell Wasser]
- [http://www.wasser-wissen.de/ Wasserlexikon der Uni Bremen]
- [http://www.grundschule-friedrichsfehn.de/projekte/wasserwanderweg/index.html Wasserwanderweg]
- [http://www.wasser.de Informationen über Wasser]
Informationen zum Wasser für Kinder
- [http://www.klasse-wasser.de/ bei klasse-wasser.de]
- [http://www.grundschule-friedrichsfehn.de/projekte/wassertropfen/index.html Ein Wassertropfen auf Reisen]
- [http://www.grundschule-friedrichsfehn.de/projekte/wasserumwelt/index.html Wasser Umwelt]
Multimedialinks
- Real Video (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri):
- [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=021027.rm Ist Wasser magisch?]
Kategorie:Alkoholfreies Getränk
Kategorie:Wasserwirtschaft
Kategorie:Ernährung
Kategorie:Flüssigkeit
Kategorie:Chemische Verbindung
als:Wasser
ja:水
ko:물
ms:Air
simple:Water
th:น้ำ
zh-min-nan:Chúi
Sylt
Sylt (dänisch: Sild, friesisch: Söl) ist die größte der Nordfriesischen Inseln. Sie befindet sich im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.
Über die Herkunft der Namensbezeichnung „Sylt“ gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, der Name „Sylt“ sei von dem englischen Wort für Schwelle (engl.: sill) abgeleitet, hätte also die Bedeutung „Landschwelle“. Ein anderer Ansatz geht vom Ursprung des Namens im dänischem Wort für Hering „Sild“ aus, da die Sylter Seefahrer ehemals sehr aktiv den Heringsfischfang betrieben.
Geographie
Lage
Schleswig-Holstein
Sylt hat eine Größe von 99,14 km² und ist damit die viertgrößte deutsche Insel und die größte Nordseeinsel Deutschlands.
Zur Westseite erstreckt sich ein weißer Sandstrand, an dem die Nordsee brandet, zur Ostseite liegt das stille Wattenmeer. Bei Niedrigwasser liegt zwischen der Insel und dem Festland der Meeresboden weitgehend frei und bietet Wat- und Meeresvögeln einen Rast- und Futterplatz.
Die Insel erstreckt sich über 38,0 km in Nord-Süd-Richtung und ist im Norden, am Königshafen bei List, und südlich von Rantum nur circa 380 Meter schmal. An ihrer breitesten Stelle, von der Stadt Westerland im Westen bis zur Nössespitze bei Morsum im Osten, misst sie 12,6 km.
Die Form der Insel hat sich im Lauf der Zeit ständig verändert, ein Prozess, der auch heute noch im Gange ist. Der nördliche und der südliche Nehrungshaken der Insel bestehen ausschließlich aus Sand, während der Mittelteil der Insel, im Bereich der Ortschaften Westerland, Wenningstedt und Sylt-Ost, auf einem Geestkern ruht. Seeseitig ist dieser Geestkern in Form des Roten Kliffs sichtbar. Sylt ist seit der Mandränke von 1362 eine Insel, ihre höchste Erhebung ist die Uwe-Düne mit 52 Metern ü. d. Meeresspiegel.
Klimatische Verhältnisse
Das Seeklima auf der Nordseeinsel Sylt wird vom Golfstrom beeinflusst, die Wintermonate sind mit durchschnittlich etwa 2 °C etwas milder sind als auf dem Festland. Die Sommermonate sind mit durchschnittlich 17 °C dagegen, trotz längerer Sonnenscheindauer, etwas kühler. Im Durchschnitt hat Sylt täglich 4,4 Stunden Sonnenschein. Dass Sylt mit durchschnittlich 1.714 Stunden rund 150 Stunden mehr Sonnenschein hat als der Rest der Republik hat, ist mit dem geringen Relief der Küste zu begründen. Wolken können sich nicht so schnell stauen, und - wenn Wolken entstanden sind - werden diese in der Regel durch den permanenten Wind vertrieben.
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,5 °C. Aktuelle Klima- und Wetterdaten liefern sowohl seit 1937 die nördlichste Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes auf einer Düne bei List als auch einige Stationen kommerzieller Wetterbeobachter, wie Meteomedia - ebenfalls in List.
Was für die Skandinavier die Mitternachtssonne, sind für die Sylter die „weißen Nächte“. Sie entstehen in den Wochen um die Sommersonnenwende, wenn die Sonne nach Sonnenuntergang nur knapp hinter dem Horizont verschwindet und so über den nördlichen Horizont der Insel einen Silberstreif zieht. Es ist in diesen Nächten merklich heller - ähnlich einer permanenten Dämmerung. Die Tage um die „weißen Nächte“ haben eine Dauer von über 17 Stunden, dazu kommen noch jeweils circa eine Stunde Abend- und Morgendämmerung. Somit dauern die „weißen Nächte“ etwa nur fünf Stunden, bis die echte Morgendämmerung wieder eintritt.
Küstenschutz
Dämmerung
Dämmerung
Als Schutzmaßnahmen gegen die stetige Erosion an den Küsten der Insel Sylt begann man schon im 19. Jahrhundert mit der Errichtung von Holzpfahlbuhnen. Diese wurden rechtwinklig zur Küste in die See hinein gebaut. Später wurden sie von Metall- und schließlich von Stahlbetonbuhnen abgelöst. Diese Bauwerke erzielten jedoch nicht den gewünschten Erfolg, die durch Querströmungen verursachte Erosion zu stoppen. Die „Lee-Erosion“, also die auf der wind- und strömungsabgewandten Seite der Buhnen, verhinderte nachhaltige Sandablagerungen.
In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts versuchte man durch die so genannten Tetrapoden, die am Fuße der Dünen ähnlich wie die Buhnen ins Meer hinaus verlegt wurden, die Meeresgewalten zu stoppen - vergeblich. Die tonnenschweren, in Frankreich entwickelten vierfüßigen Betonbauten waren für den Sylter Strand zu schwer - sie versanken zum Teil im Sand. Auch sie konnten die Erosion nicht aufhalten. Vor dem Hörnumer Weststrand sind ab Mitte 2005 Tetrapoden-Schutzwerke wieder entfernt worden, da diese im Rückblick keinen Nutzen gegen die fortschreitende Erosion geboten hatten.
Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird - als zurzeit einzig wirksame Waffe gegen die Erosion - Sand vor die Küsten der Insel gespült. Baggerschiffe pumpen ein Wasser-Sand-Gemisch an den Strand, an dem es von Bulldozern verteilt wird. Damit wird bei Sturmfluten lediglich der vorgespülte Sand abgetragen - die eigentliche natürliche Küstenlinie wird somit geschützt und die Erosion wesentlich verlangsamt. Negativ sind die immensen Kosten der Sandvorspülungen zu beurteilen, der Bedarf von jährlich einigen Millionen Euro wird zurzeit von Bundes-, Landes- und EU-Mitteln gedeckt. Parallel dazu hat man an einigen Strandabschnitten damit begonnen, die oben erwähnten - sich als völlig nutzlos im Küstenschutz erwiesenen - Buhnen mit großem Aufwand abzutragen. Dieser Maßnahme ist auch die wohl berühmteste Buhne der Insel, die BUHNE 16, zum Opfer gefallen.
Das Wattenmeer, östlich zwischen Sylt und dem Festland gelegen, ist seit 1935 Natur- und Vogelschutzgebiet und ein Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Lahnungen im Uferbereich des Watts sollen die Sedimentation fördern und der Landgewinnung dienen. Wattwanderungen werden in den meisten Orten angeboten.
Neben der kontinuierlichen Sandvorspülung gibt es auch weitere Ansätze zum dauerhaften Küstenschutz. Eine davon ist das Prinzip der Strandentwässerung („Stranddrainage“), das an einigen Strandabschnitten in Dänemark bereits seine Wirksamkeit bewiesen hat und nun versuchsweise auch am Weststrand der Insel Sylt eingesetzt werden soll.
Ortschaften auf Sylt
Die Insel Sylt ist in zwei Verwaltungsbereiche unterteilt. Das Amt Landschaft-Sylt verwaltet alle Inselorte mit Ausnahme der selbstständigen Stadt Westerland. Die Verwaltung des Amt Landschaft-Sylt befindet sich in Keitum.
Die Insel hat aktuell (Stand 2004) 27.219 Einwohner, davon leben 10.488 in Westerland. Zu beachten ist, dass in diesen Zahlen die Zweitwohnungsbesitzer nicht enthalten sind.
Hörnum
Der südlichste Ort Sylts, Hörnum, wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet. Er bestand zunächst lediglich aus Hafengebäuden der HAPAG sowie dem Leuchtturm Hörnum, der im Jahr 1907 errichtet wurde. Der Ort war bis 1970 über die Inselbahn mit Westerland verbunden. Aber schon in früherer Zeit soll die unbesiedelte Südspitze der Insel Seeräubern als Unterschlupf gedient haben. Aus dieser Zeit soll die noch heute verwendete Flurbezeichung „Budersand“ stammen; sie bezeichnet eine große Düne an der Ostseite des Ortes, auf der in früheren Zeiten „Buden“ - also Hütten - gestanden haben sollen.
Ab 1907 verzeichnete der abgelegene Ort einen großen Aufschwung. Nicht nur der Tourismus, auch die Wehrmacht bzw. Bundeswehr prägten diesen Ort; letztere hat sich unlängst aus den Kasernen zurückgezogen, sodass der Tourismus heute
den Ort beherrscht. Auf dem ehemaligen Kasernengelände im Nordosten des Dorfes entsteht zur Zeit ein Golfplatz. Dazu wird ein Großteil der leerstehenden alten Kasernengebäude abgerissen.
Von ständigen Sandverlusten ist die Südspitze der Insel, die so genannte „Odde“, gezeichnet; Jahr für Jahr werden große Teile der Dünenlandschaft durch Sturmfluten und Gezeiten abgetragen. Auch Küstenschutzbauwerke erzielten keine Wirkung, so dass auch in Zukunft zu erwarten ist, dass die „Odde“ weiter schrumpfen wird. Gefährdet sind dadurch bereits erste Ortsteile von Hörnum, insbesondere die so genannte „Kersig-Siedlung“ - eine Siedlung von Sommerhäusern in den südwestlichen Dünen von Hörnum.
Kampen
An der Westküste liegt das Rote Kliff. Zwischen Kampen und Wenningstedt, auf der hohen Geest, steht seit 1855 der markante 38 Meter oder 179 Treppenstufen hohe, schwarz-weiße Leuchtturm Kampen. Er ist der älteste der Insel. Bei guter Sicht ist sein 62 Meter über NN gelegenes Licht 25 Seemeilen (etwa 45 km) weit zu sehen. Seit 1977 wird er - wie alle vier Sylter Leuchtfeuer - ferngesteuert. Ein weiterer Leuchtturm in Kampen ist der Leuchtturm Rotes Kliff. Bei diesem handelt es sich jedoch genaugenommen um ein altes „Quermarkenfeuer“, das seit den 1970er Jahren schon außer Betrieb ist. In Kampen befindet sich mit der Uwe-Düne der höchste Punkt der Insel. Diese Düne - benannt nach dem friesischen Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen - erhebt sich bis auf 52 Meter über NN. Sie ist als Aussichtsdüne zu erklimmen. Kampen galt vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als der Prominententreff in Deutschland. In Kampen befindet sich das Atelier des Malers Siegward Sprotte, welches in den Sommermonaten besucht werden kann.
List
List ist ein Seebad an der Nordspitze der Insel Sylt und zugleich der nördlichste Ort in Deutschland. Er ist von einer spektakulären Landschaft aus Wanderdünen, Heide und Salzwiesen umgeben. Diese auch als Listland bezeichnete Landschaft befindet sich in Privatbesitz einer Erbengemeinschaft.
List hat an seiner Ostseite einen Schutzhafen. Dort liegen Ausflugsschiffe der Adler Reederei. Auch kann man von dort mit der Fähre der „Sylt-Express“, einer modernen Auto- und Personenfähre der Rømø-Sylt-Linie die dänische Nachbarinsel Rømø mit dem Hafenort Havneby erreichen.
Das gesamte Hafengelände ist in den Jahren 2003/04 vollständig umgestaltet und den touristischen Anforderungen angepasst worden.
Rantum
Rømø
Der Ort Rantum liegt an einer der schmalsten Stellen der Insel, teilweise liegen zwischen Nordsee und Wattenmeer nur 300 bis 400 Meter. Der Ort selbst musste in den vergangenen Jahrhunderten stets gegen die fortschreitende Versandung ankämpfen. Nicht wenige Höfe und sogar eine Kirche mussten den damals noch unbefestigten Wanderdünen weichen. Erst mit der Anpflanzung von Dünengras (Strandhafer) wurde diese Gefahr gebannt.
Eine weitere Gefahr waren die Sturmfluten. Auf Grund seiner Lage an einer schmalen Stelle der Insel bedrohte die Bewohner nicht nur die Nordsee von Westen her, sondern auch das Wattenmeer von Osten. Insbesondere die auf den fruchtbaren Marschen im Osten des Ortes gelegenen Häuser der Salzwiesen von Rantum-Inge waren regelmäßig von den Sturmfluten betroffen.
1936 wurde das Rantum-Becken mit einem 5 km langen Deich vom Wattenmeer abgeteilt, um einen Seeflughafen zu schaffen. Nachdem sich das Rantum-Becken dafür als untauglich erwies, wurde es als Abwasserbecken von Westerland verwendet und steht seit 1962 als Vogelschutzgebiet (Vogelkoje) mit über 50 Vogelarten unter Naturschutz.
Rantum ist Standort einer Sendeanlage für das auf der Langwellenfrequenz 100 kHz arbeitende Funknavigationssystem LORAN-C. Als Sendeantenne kommt ein 193 Meter hoher, gegen Erde isolierter, selbststrahlender Stahlfachwerkmast zum Einsatz, der in 60,52 m, 120,87 m und 154,95 m abgespannt ist.
Sylt-Ost
Sylt-Ost ist eine Großgemeinde auf der Nössehalbinsel und hat ca. 5.500 Einwohner. Sie ist ein Zusammenschluss von Tinnum, Munkmarsch, Archsum, Morsum mit Keitum als Verwaltungsmittelpunkt.
Tinnum
Tinnum wird von bösen Zungen als Vorort von Westerland bezeichnet und grenzt tatsächlich mittlerweile nahtlos an die Stadt. Tinnum profitiert jedoch auch von der unmittelbaren Nähe zur Inselmetropole; so befinden sich in Tinnum heute viele attraktive Wohngebiete, einige mit endlosem Blick über die Tinnumer Wiesen gen Süden. Alte Bausubstanz ist in Tinnum eher selten zu finden, lediglich ein paar alte Höfe, sowie die 1649 erbaute Alte Landvogtei, ehemals Sitz der Sylter Landvögte, zeugen von friesischer Tradition des Ortes. Die Tinnumburg, südwestlich des Ortes gelegen, ist ein kreisförmiger Wall mit einem Durchmesser von 120 Metern und einer Höhe von 8 Metern. Sie wurde etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet, vermutlich als heidnische Kultstätte oder Wehranlage gegen Angriffe von Mensch und Meer.
Keitum
Kultstätte
Keitum (friesisch: Kairem) ist einer der ältesten Orte der Insel und war über Jahrhunderte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihr Hauptort. Erst mit dem einsetzenden Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts verlor er nach und nach seine zentrale Bedeutung. Lediglich als Verwaltungssitz des Amt Landschaft-Sylt ist ein Teil der Bedeutung heute noch präsent. Aber auch das Ende dieser Verwaltung ist absehbar - es gibt Bestrebungen zu einer einzigen insularen Verwaltung (Amtsmodell oder Stadt Sylt). In beiden Fällen würde wohl der Verwaltungssitz nach Westerland verlegt.
Typisch für Keitum sind die alten Kapitänshäuser. Sie zeugen vom Wohlstand der Sylter Kapitäne, die vor allem auf Hamburger, aber auch holländischen Schiffen fuhren. Nicht wenige befehligten Walfänger, die jedes Frühjahr auf ihren gefährlichen Weg ins Nordmeer aufbrachen. Markantes Bauwerk ist die alte St. Severin-Kirche (ca. 1200); sie erhielt 1450 einen neuen Turm, der teilweise als Seezeichen und Gefängnis diente. Sie wurde 1544 evangelisch-lutherisch.
Langjähriger Pastor der Kirche war Traugott Giesen. Er galt als Institution, bis er im Juni 2005 nach über 20 Jahren Dienst in den Ruhestand ging.
Der Friedhof dieser Kirche ist bekannt für seine schönen alten Grabplatten und -tafeln, auf denen sich viele alte Sylter Namen wiederfinden. Nahezu alle Angehörigen der großen Keitumer Seefahrer- und Kapitänsfamilien liegen hier begraben, aber auch Auswärtige wie Rudolf Augstein ließen sich hier beisetzen.
Unweit des so genannten Grünen Kliffs zum Wattenmeer lag der alte Keitumer Hafen. Heute ist er längst versandet, nur noch das alte Haus des letzten Postschiffers Thomas Selmer mit seiner imposanten Freitreppe erinnert an diese Zeiten. Die hölzernen Hafenanlagen sind in den letzten hundert Jahren vollständig im Wattenboden verschwunden.
Keitum ist die Heimat des friesischen Freiheitskämpfers und Nationalhelden Uwe Jens Lornsen. Ihm ist in der Ortsmitte ein Denkmal gewidmet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das „Altfriesische Haus“ und das Heimatmuseum. Beide geben interessante Einblicke in das Leben der Sylter vor Einsetzen des Tourismus.
Das Hünengrab Harhoog findet sich am Rande Keitums auf der Wattseite.
Munkmarsch
Der Name „Munkmarsch“ soll der Überlieferung nach die Bedeutung „Mönchsmarsch“ haben. Es hat sich somit bei den Wiesen um fruchtbares Marschland gehandelt, welches in irgendeiner Weise mit einem (Mönchs-)Kloster auf dem Festland verbunden war.
Wenige Kilometer nördlich des alten Hauptortes Keitum gelegen, erlangte die alte Bauerschaft Munkmarsch erst Bedeutung, als der alte Keitumer Hafen mehr und mehr versandete und man beschloss, Mitte des 19. Jahrhunderts den Haupthafen der Insel auf Grund günstigerer Wasserbedingungen nach Munkmarsch zu verlegen.
Bis zum Bau des Hindenburgdammes war der Hafen von Munkmarsch der wichtigste Ankunftshafen für die Gäste, die per Postschiff Raddampfer von Hoyer-Schleuse (heute dänisch) anreisten. Weiter nach Westerland ging es ab 1888 mit einer Schmalspurbahn. Hafen und Bahn verloren 1927 mit der Fertigstellung des Hindenburgdammes an Bedeutung. Die Bahn wurde abgebaut und anstelle des Fährhafens befindet sich dort heute ein privater Yachthafen. Das alte Fährhaus des letzten Postschiffers Thomas Selmer beherbergt heute ein erstklassiges Hotel.
Archsum
Bei Archsum handelt es sich um einen alten friesischen Bauernort. Er weist mit der Archsum-Burg eines der ältesten Siedlungszeugnisse der Insel auf. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts entdeckte der Tourismus diesen Ort. Es entstanden jedoch keine Appartementanlagen, sodass die dörfliche Struktur weitgehend erhalten blieb. Ferienwohnungen entstanden in renovierten Altbauten oder angepassten kleineren Neubauten. Eine Versorgung durch Einzelhandel wird durch die Nachbarorte Keitum und Morsum gesichert.
Morsum
Morsum liegt an der 1,8 km langen und bis zu 21 m hohen Steilküste Morsum-Kliff in einer Heidelandschaft. Am Morsum-Kliff (Buntes Kliff) kann die geologische Geschichte der Region der letzten fünf Millionen Jahre studiert werden. Es steht seit 1923 unter Naturschutz. Die spätromanische Kirche St. Martin wurde im 13. Jahrhundert aus Granitquadern und Feldsteinen erbaut. Statt eines Turms hat sie einen hölzernen Glockenstapel, also einen gedrungenen Turm abseits der Kirche.
Wenningstedt-Braderup (Sylt)
1923
1923
Wenningstedt (friesisch: Wonningstair) hat eine Gemeindefläche von 637 Hektar, 1.590 Einwohner und über 1.800 Zweitwohnungsbesitzer (2001). Zur Ostseite des Ortes liegt das Weiße Kliff. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Großsteingrab Denghoog, ein begehbares Familiengrab unter einem Hügel, mit großen Steinplatten ausgekleidet, aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Der Sage nach befand sich einige Meter vor der heutigen Küste der Alte Ort „Wendingstedt“ mit einem alten Friesenhafen zur Westküste. Ob dieser Hafen jemals bestand, ist jedoch fraglich, da die geografische Lage an der rauen Westküste der Insel keinen bevorzugten Ankerplatz geboten haben dürfte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand der Ort aus acht Stavenplätzen (= Höfen). Seit 1859 ist er Seebad, seit 1960 „Nordseeheilbad“. 1914 wurde die protestantische Friesenkapelle am Dorfteich errichtet. 1920 wurde im Zentrum von Wenningstedt ein sehr beliebtes Schullandheim erbaut. Gegründet wurde es als Nordseeheim der Bismarckschule (Hamburg). Heute wird es von zwei Hamburger Schulen verwaltet, dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer und dem Helene-Lange-Gymnasium.
Das Wappen von Wenningstedt zeigt ein aus den Wellen herausragenden Bug eines Wikingerschiffes auf rotem Grund. Wenningstedt bildete mit Kampen und Braderup die „Norddörfer“ - ein früher interkommunaler Zweckverband auf der Insel. Noch heute zeugt die „Norddörfer Schule“ zwischen Wenningstedt und Kampen von diesem Verband, der sich kurz nach dem Ersten Weltkrieg auflöste. Der Begriff „Norddörfer“ entstand zu der Zeit, als die eigentlich nördlichste Gemeinde/Siedlung der Insel, nämlich List, noch zum dänischen Königreich gehörte, somit Wenningstedt, Kampen und Braderup die deutschen „Norddörfer“ waren.
Wikinger
Das Dorf Braderup ist seit jeher mit den übrigen „Norddörfern“ Wenningstedt und Kampen eng verbunden. Es weist keinen eigentlichen alten Ortskern auf, sondern war bis Mitte des 19. Jahrhunderts lediglich eine Bauernschaft mit wenigen Höfen. Rege Bautätigkeit setzte erst im 20. Jahrhundert ein, als der Fremdenverkehr den ruhigen Ort an der Wattseite der Insel Sylt für sich entdeckte. Besonders zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde Braderup der Urlaubsort von „stillen Stars“ - jenen prominenten Touristen, für die in Kampen längst zu unruhig geworden war. Nordöstlich des Ortes befindet sich die Braderuper Heide. Diese urwüchsige Heidelandschaft wurde bereits in den 1920er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt und zählt heute zu den natürlichen Attraktionen der Insel.
Braderup ist heute Teil der Gemeinde Wenningstedt, die seit dem Jahr 2003 offiziell den Doppelnamen „Wenningstedt-Braderup (Sylt)“ führt.
Westerland
Nachdem die Allerheiligenflut am 1. November 1436 den Ort Eidum vollständig zerstört hatte, gründeten die Überlebenden nordöstlich (Söl'ring: „Wäästerlön“) einen neuen Ort Westerland. Dieser wurde 1462 erstmals urkundlich erwähnt. 1855 wurde das Heilbad gegründet. 1905 erhielt Westerland die Stadtrechte und 1949 die Anerkennung als Heilbad. Die Stadt hat ca. 10.400 Einwohner (Stand 2004) und einen Flugplatz. Das erste Hotel des Ortes war die 1858 eröffnete „Dünenhalle“, später „Hotel Union“ an der Deckerstraße. Dieses Haus überlebte die Zeiten, bis es im Jahr 2002 abgerissen wurde.
Seit 1927 ist Westerland mit seinem Kopfbahnhof Endstation der Marschbahn, einer Regelspurstrecke der Deutschen Bahn AG, die die Insel über den Hindenburgdamm mit dem Festland verbindet. Westerland wuchs damit schnell zum Hauptumschlagplatz für die Touristen und entwickelte sich rasch zum Zentrum der Insel.
Geschichte
Hindenburgdamm
Vor etwa einer Million Jahren bedeckte Eis ganz Nordeuropa. Das spätere Abschmelzen hinterließ vom Eis mitgeführtes Material, etwa das markante Rote Kliff an der Westküste der Insel zwischen Wenningstedt und Kampen, das nun seit Jahrhunderten von Meer und Erosion langsam abgetragen wird.
Sylt war bis zur großen Sturmflut („Mandränke“) von 1362 ein Teil des Festlandes und gehörte zu Jütland, das seit dem 8. Jahrhundert von Friesen besiedelt worden war.
Im Jahre 1386 wurde Sylt zwischen dem Herzogtum Schleswig und dem Königreich Dänemark aufgeteilt, bevor die Insel 1435 bis auf List und Umgebung ganz in den Besitz Schleswigs überging.
Im 15. Jahrhundert entstanden vermutlich die ersten Dünen. Walfang, Seefahrt und Austernzucht sorgten im 17. und 18. Jahrhundert für Wohlstand in der Bevölkerung. Dies ist auch die Ursprungszeit des Biike-Brennens, das jedes Jahr am 21. Februar stattfindet.
Wohlhabende Kapitäne ließen sich in Keitum nieder, das bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der Hauptort der Insel war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Tourismus und Westerland löste Keitum als Hauptort der Insel ab.
Im Ersten Weltkrieg wurde Sylt zwar vom Militär besetzt - zuerst durch das Infanterie-Regiment 162, später vom Landwehr-Regiment 85 - wurde aber nie zum Kriegsschauplatz.
1927 wurde der 11 km lange, nach Reichspräsident Paul von Hindenburg benannte Hindenburgdamm eröffnet, über den die Marschbahn führt. In den 1930er Jahren galt die Insel auch unter vielen Nazis als chic. So hatte Hermann Göring z. B. ein eigenes Haus am südwestlichen Ortsrand von Wenningstedt, er nannte es Min Lütten - dieses Haus steht heute noch nahezu unverändert. Sylt war zwar nie eine Hochburg des Nationalsozialismus, dennoch gewannen nationalsozialistische Ideologien nach und nach an Boden. Viele Hoteliers und Gastwirte passten sich sehr schnell an und erklärten ihr Haus als „Judenfrei“ oder erklärten jüdische Gäste für unerwünscht. Auch die Nazi-Organisation KDF nahm Sylt für sich als Urlaubsort ein. Und so wehten in Westerland schnell in fast allen Strandburgen und Vorgärten die Hakenkreuzflaggen. Aber auch unter den Personen, die den Nazis sehr kritisch gegenüber standen, war die Insel beliebt. Insbesondere das intellektuelle Kampen zog stets freigeistige Künstler und Literaten an. Einer der Treffpunkte war das Haus Kliffende in der Kampener Heide. Auch ein Aufmarsch der SA konnte die damalige Pensionswirtin Clara Tiedemann nicht beeindrucken - sie hisste keine Hakenkreuzflagge.
1938 erfolgte die Eindeichung des Rantum-Beckens durch den RAD (Reichsarbeitsdienst). Man wollte einen tidenunabhängigen Wasserflugplatz errichten, der jedoch bei seiner Fertigstellung nicht mehr als „kriegswichtig“ eingestuft wurde. Das Rantum-Becken dient heute als Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.
Reichsarbeitsdienst
Im Zweiten Weltkrieg wurde Sylt zum Sperrgebiet erklärt. Es wurden massive Bunkeranlagen in den Dünen vom „Ellenbogen“ bis nach Hörnum gebaut, die der Stationierung von 10.000 Soldaten auf der Insel dienen sollten. Man erwartete eine mögliche Invasion der Alliierten über die Nordsee - diese geschah jedoch in der Normandie, so dass Sylt weitgehend von kriegerischen Handlungen verschont blieb. Dennoch fielen die ersten Bomben auf deutschen Boden in Hörnum auf Sylt, abgeworfen von englischen Maschinen. Im weiteren Kriegsverlauf jedoch sorgten lediglich einige Bomberverbände auf dem Weg über die Nordsee Richtung Hamburg, Kiel und Berlin mit gelegentlichen Bombenabwürfen für Unruhe in der Bevölkerung.
In den letzten Kriegstagen fand die Invasion durch die Engländer mit Panzern und Fahrzeugen über den Hindenburgdamm statt. Es kam zur Kapitulation ohne Gegenwehr.
1945 wurden Heimatvertriebene der ehemaligen deutschen Ostgebiete in den alten Wehrmachtswohnungen und Lagern aufgenommen. Dies führte zeitweise dazu, dass mehr Heimatvertriebene als gebürtige Sylter auf der Insel lebten. Ein Großteil der zunächst in Lagern Untergebrachten fand Arbeit auf Sylt und blieb dort; so ist es nicht verwunderlich, dass man auf Sylt noch viele typisch ostpreußische Familiennamen findet.
Eine kleine Gruppe Heimatvertriebener stellten die von ihrer Insel vertriebenen Helgoländer dar. Die Engländer erklärten nach 1945 die Insel Helgoland zum Sperrgebiet und nutzten sie als Bombenabwurfplatz, so dass die Insel bis 1952 unbewohnbar blieb.
Einige Helgoländer siedelten sich auf Sylt an - besonders in Hörnum, von wo aus sie mit ihren Fischkuttern und Booten weiterhin ihre heimatlichen Gewässer anfahren konnten und so den Kontakt zu Helgoland und zur Nordsee behielten. Anders als die Heimatvertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete konnten die Helgoländer unmittelbar nach der Freigabe „ihrer“ Insel zurückkehren. Diese Chance ließ sich kaum ein Exil-Helgoländer entgehen, so dass heute kaum noch ehemalige Helgoländer zur Sylter Bevölkerung zählen.
Wirtschaft
Tourismus
Der Tourismus ist auf Sylt von großer Bedeutung. Einen Boom erlebte die Tourismusindustrie in den 1960er Jahren. Große Teile der Stadt Westerland wurden umgebaut, riesige Wohnblocks wurden im Bereich der Strandpromenade errichtet. Heute hat die Insel 21.600 Einwohner und über 60.000 Gästebetten. Zur Westseite der Insel erstreckt sich ein 38,3 km langer Sandstrand mit über 13.000 Strandkörben, der zu Wanderungen, Schwimmen und Strandgymnastik einlädt. Zur Ostseite der Insel liegt das Nordfriesische Wattenmeer. Eine bekannte Tour für Wattwanderungen liegt auf dem leicht zu begehenden Sandwatt zwischen den Orten Rantum und Hörnum. Vor den Orten Keitum und Morsum befindet sich Schlickwatt. Das Begehen ist recht mühselig und ist eher geübten Sportlern vorbehalten. Geführte Wanderungen werden von den Gemeinden, privaten Wattführern oder Naturschutzverbänden wie der Schutzstation Wattenmeer während der Saison angeboten.
Die Wirtschaft der Insel ist nahezu vollständig unmittelbar oder mittelbar vom Tourismus abhängig. So sind sowohl Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen als auch das Handwerk auf die Bedürfnisse der Gäste und Vermieter zugeschnitten.
Es ist keine Branche der insularen Wirtschaft zu nennen, die nicht zumindest mittelbar vom Fremdenverkehr abhängig ist.
Da Sylt im Gegensatz zum strukturschwachen Festland Nordfrieslands ein Überangebot an Arbeitsplätzen aufweist, pendelt ein Großteil der Arbeitnehmer täglich vom Festland per Zug auf die Insel; somit wirkt sich die Wirtschaftskraft der Insel auch auf das angrenzende Festland aus.
Medienlandschaft
Neben einer eigenen Tageszeitung, der „Sylter Rundschau“, die im SHZ-Verlag erscheint, existieren auf Sylt durch Werbung finanzierte und kostenlos verteilte Wochenblätter. In den Sommermonaten wird an die anreisenden Gäste eine saisonal aktuelle (Hör-)CD kostenfrei verteilt, die unter dem Titel „SYLT-FM“ regelmäßig erscheint und neben Werbung allgemeine Informationen und aktuelle Sylt-Nachrichten enthält. Eigene TV- oder Hörfunkprogramme, wie sie in Urlaubsregionen und Ballungszentren verbreitet sind, finden sich auf Sylt nicht.
Windenergie
Auf der Insel gibt es, im Gegensatz zum Schleswig-Holsteinischen Festland, keine Windenergieanlagen. Das Projekt Butendiek plant jedoch, einen Offshore-Windpark mit 80 Anlagen zu je drei Megawatt Nennleistung einige Seemeilen (ca. 35 km) vor der Küste in der Nordsee westlich von Sylt errichten. Über Sinn und Nutzen dieses Windparks wird heftig gestritten. Man befürchtet neben der optischen Beeinträchtigung auch einen erheblichen Eingriff in den Lebensraum der vor Sylt lebenden Schweinswale und Seehunde. (Andererseits ertrinken jedes Jahr mehrere Tausend junge Schweinswale in traditionellen Stellnetzen, die im flachen Wasser seit Jahren aufgestellt werden.) Ferner wird eine Gefährdung der Schifffahrt durch die über 70 Meter hohen Windenergieanlagen gesehen. Als SuperGAU stellt man sich die Havarie eines Tankers an einem der Türme vor. Dennoch hat die damalige rot-grüne Landesregierung im Jahr 2004 grünes Licht für die Realisierung dieses Offshore-Windparks gegeben. Andererseits gibt es auch Stimmen, die in diesem Windparkprojekt eine Touristenattraktion sehen, wenn z. B. Fahrten zum Windpark angeboten werden können.
Verkehrsinfrastruktur
GAU
GAU
Auf Sylt ist - wie auch auf den nordfriesischen Nachbarinseln - motorisierter Individualverkehr zugelassen. Die Insel verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, sowie ausreichend strandnahe Parkplätze, die in der Regel jedoch kostenpflichtig sind. Mit dem PKW erreicht man die Insel entweder per DB-Autozug mit dem Sylt-Shuttle über den Hindenburgdamm, oder mit der Römö-Sylt-Linie per Autofähre von der dänischen Nachbarinsel Rømø, die durch einen Autodamm mit dem Festland verbunden ist. Die Römö-Sylt-Linie hat am 12.07.2005 eine neue Doppelend-Fähre - die „SYLT-EXPRESS“ - in Dienst gestellt, die in Ihrer Kapazität die beiden ausgemusterten Fährschiffe „Vikingland“ und „Westerland“ erheblich übertrifft.
Neben den Autozügen verkehren über den Hindenburgdamm Nah- und Fernverkehrszüge (IC/EC). Die Bahnhöfe der Insel sind (von Ost nach West): Morsum (Sylt), Keitum und Westerland. Der Hauptbahnhof liegt im Zentrum in der Inselmetropole Westerland.
Per Flugzeug lässt sich Sylt über den Flughafen Sylt sowohl im Linien- als auch im Charterverkehr erreichen.
Auf der Insel wird der ÖPNV durch die Linien- und Charterbusse der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) -vormals Ruy Prahl- sichergestellt. Die Busse der SVG fahren auf vier Linien in relativ enger Taktung sämtliche Inselorte an. Innerhalb Westerlands verkehren zusätzlich so genannte Stadtbusse
Als Radfahrer kann man auf ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz zurückgreifen, welches alle Inselgemeinden erschließt. Es gibt kaum eine Stelle, die nicht bequem per Rad erreicht werden kann.
Sylt verfügt ferner über vier Häfen, von denen der nördlichste in List und der südlichste in Hörnum öffentlich und allgemein nutzbar sind. Von diesen Häfen fahren Passagierschiffe zu Nachbarinseln und zu Kurzseefahrten in das Wattenmeer; auch ist dort eine touristische Infrastruktur mit Fischbuden etc. entstanden . Diese Häfen bieten als Schutzhäfen daneben Anlegeplätze für Sportboote. Fahrzeuge der Krabben- oder Muschelfischer machen gelegentlich in Hörnum fest.
Die Häfen in Munkmarsch und Rantum sind im Eigent
um von Yachtclubs und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Sylter Inselbahn
Von 1888 bis 1970 verfügte die Insel Sylt über eine Schmalspurbahn mit 1.000 mm Spurweite, die so genannte Inselbahn.
Zunächst befuhr sie ab 1888 in den Sommermonaten die etwa 4,2 km lange Strecke vom Hafen Munkmarsch in die Inselmetropole Westerland.
Nach der Jahrhundertwende, im Jahre 1901, errichtete die HAPAG die so genannte Südbahn vom Hafen Hörnum nach Westerland. Um 1903 wurde von Westerland eine Schmalspurbahn in den Norden der Insel errichtet, zunächst bis Kampen, 1908 dann bis nach List. Zunächst bestanden diese Bahnen nebeneinander, erst mit dem Bau des Hindenburgdammes und der Anbindung der Insel an das Streckennetz der Reichsbahn wurden Nord- und Südbahn am Westerländer Reichsbahnhof vernetzt. Etwa zum gleichen Zeitpunkt wurde der Verkehr der alten Ostbahn auf der Strecke Munkmarsch-Westerland eingestellt.
Während der beiden Weltkriege ergänzte die Wehrmacht dieses Streckennetz um einige Kilometer, um ihre oft abgelegenen Lager und Geschützstellungen anzubinden. So wurde etwa der gesamte Ellenbogen bei List mit einem Schienennetz versehen. Diese Strecken wurden jedoch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig abgebaut.
In den 1950er Jahren erlebte die Inselbahn einen erneuten Aufschwung und es wurden unter anderem im Jahre 1957 fünf der für diese Inselbahn so typischen Leichttriebwagen (LT) eingesetzt. Dabei handelte es sich um eine Sylter Eigenentwicklung, bei der Borgward-Sattelschlepper zu Schienenbussen umgebaut wurden. Diese Umbauten erfolgten nach eigenen Plänen und in der Werkstatt der Inselbahn. Hintergrund dieser Eigenentwicklung war die Tatsache, dass sich die zugekauften Triebwagen oftmals als zu schwer für die in den losen Sand verlegten Gleise erwiesen. Neben diesen Leichttriebwagen verrichteten unzählige neu oder gebraucht angeschaffte Triebwagen, Draisinen, Lokomotiven und Anhänger auf der Insel ihren Dienst.
Den Siegeszug des Individualverkehrs auf Sylt konnte dies jedoch auch nicht aufhalten, und so wurden Nord- und Südbahn am 29. Dezember 1970 stillgelegt. Den Personenverkehr übernahmen nun die Busse der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG). Heute gehört die SVG dem Reeder Sven Paulsen, der auch mit seiner Adler-Reederei Ausflugsschiffe auf Nord- und Ostsee betreibt.
Ein Großteil der alten Trasse der Bahn dient heute als landschaftlich reizvoller Rad- und Wanderweg, der die gesamte Insel in Nord-Süd-Richtung erschließt. Von den Bahnhofsgebäuden ist lediglich der ehemals „nördlichste Bahnhof Deutschlands“ in List erhalten geblieben. Die übrigen Gebäude und Betriebshöfe mussten allesamt dem Straßenbau oder Appartementhäusern weichen.
Ein Leichttriebwagen ist bis heute erhalten geblieben; er steht heute stark sanierungsbedürftig im Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Sehnde-Wehmingen bei Hannover. Der übrige Fuhrpark dieser Bahn ist entweder sofort verschrottet oder an andere Kleinbahnen abgegeben worden. Vor dem Westerländer DB-Bahnhof erinnert eine Tafel vor einem kleinen Stück Gleisbett noch an diese Bahn.
Kultur
Religion
Von alters her waren die Sylter Friesen nicht nur ein freisinniges, sondern vor allem ein heidnisches Volk. Die Christianisierung der Friesen erreichte um 1150 auch Sylt, sodass anzunehmen ist, dass die ersten katholischen Gotteshäuser in dieser Zeit entstanden. Um 1240 entstand die noch heute bestehende mächtige St. Severin Kirche zu Keitum, der Turm wurde um 1450 aus Ziegel- und Feldsteinen errichtet. Weithin sichtbar auf einer Anhöhe und an der Stelle einer alten heidnischen Kultstätte nördlich von Keitum gelegen galt sie nicht nur als Seezeichen, sondern sollte das neue Selbstbewusstsein der Kirche demonstrieren.
In den 1520er Jahren erreichten die Ausläufer der Reformation die Insel, sodass ab dieser Zeit alle Gotteshäuser zu protestantischen Kirchen wurden.
Die Friesen selbst nahmen wohl den Protestantischen Glauben an, behielten sich jedoch weiterhin vor, ihre eigenen heidnischen Rituale fortzusetzen; eines davon ist das Biikebrennen.
Lange Zeit blieb diese protestantische Monokultur erhalten. Erst mit dem Einsetzen des Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts kamen nach und nach einige Katholiken auf die Insel, teils als Gäste, teils als neue Einwohner. Ende des 19. Jahrhunderts trug man diesen Veränderungen Rechnung und errichtete in der Neuen Strasse in Westerland eine kleine katholische Kapelle. 1957 war diese längst zu klein geworden und mit der Christopherus-Kirche wurde ein neues Gotteshaus geweiht.
Heute bestehen auf Sylt folgende Kirchen: Evangelische: List, Wenningstedt, Westerland, Keitum, Morsum und Hörnum. Katholische: List und Westerland. Daneben haben in Westerland Freikirchliche Gemeinden und andere Glaubensgemeinschaften Ihre Gemeindehäuser errichtet.
Jöölboom
Erst um 1850 wurden die ersten Weihnachtsbäume auf der Insel aufgestellt – bis dahin musste man sich zur Weihnachtszeit auf der fast baumlosen Insel mit dem Jöölboom behelfen: Es handelte sich dabei um ein kleineres Holzgestell, an den ein Kranz aus immergrünen Zweigen gebunden wurde.
Der Jöölboom ruht auf einem Sockel mit dem Abbild von Adam und Eva unter einem (Apfel-)Baum mit der Schlange. Darüber sind ein Pferd, ein Hund und ein Hahn dargestellt. Die aus Salzteig gefertigten Figuren besitzen allesamt symbolische Bedeutung: Adam und Eva mit der Schlange sollen für die Erkenntnis stehen und bilden gleichzeitig den biblischen Bezug. Das Pferd soll für Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer stehen. Der Hund steht für die Treue. Der zuoberst platzierte Hahn soll Wachsamkeit ausdrücken. Je nach Geschmack und Tradition wurden weitere Naturprodukte als Dekorationsgaben hinzugefügt. Mittlerweile hat sich durchgesetzt, dass an diesem Gestell vier Kerzen befestigt werden, welche ähnlich denen eines Adventskranzes vor Weihnachten entzündet werden.
Friesenhäuser
Im Unterschied zu den Friesenhäusern auf dem Festland weisen die so genannten Utlandfriesischen Häuser einen spitzen Giebel über der Eingangstür auf, welcher sich bis knapp unter den First erstreckt. Die Friesenhäuser des Festlandes haben einen breiteren, weniger spitzen Giebel (Backengiebel). Diese Giebel (breit oder spitz) waren angelegt, damit bei einem Feuer das brennende Reet des Daches nicht vor die Eingangstür rutschte, sondern durch den Giebel gelenkt rechts und links davon herabfiel. Der Rettungsweg blieb somit stets frei.
Die Statik dieser Häuser beruhte auf einem Ständerwerk, das bedeutet, dass die Last des Daches und des Heubodens auf hölzernen Ständern ruht, die innerhalb der nichttragenden Außenmauern liegen. Die Außenmauern dienten somit nur dem Wetterschutz und konnten somit aus statischer Sicht relativ schwach ausgelegt werden.
Das Fundament der in der Regel nicht unterkellerten Häuser bestand aus Feldsteinen. In einigen Häusern befindet sich unter der Küche ein nicht begehbarer Vorratsraum, der mit Feldsteinen ausgemauert in den Boden eingelassen war.
Die Häuser stehen nahezu alle in Ost-West-Richtung, um dem vorherrschenden Westwind eine möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten. Im dem Wetter zugewandten Westteil der Häuser befanden sich die Ställe, sodass der Wohnbereich auf der geschützteren Ostseite lag. Die Dachgeschosse der alten Häuser wurden in der Regel nicht zum Wohnen genutzt, sondern dienten als Heu- und Vorratslager. Dazu befand sich in dem oben erwähnten Friesengiebel eine Heuluke.
Weiteres Merkmal dieser utlandfriesischen Häuser war die Klöntür. Diese Tür ist horizontal zweigeteilt, so dass die obere Hälfte geöffnet werden konnte um z. B. zu lüften. Die geschlossene untere Hälfte verhinderte, dass Kleintiere, die oft rund ums Haus gehalten wurden, in die Stube gelangen konnten. Durch die somit halb geöffnete Tür ließ sich vortrefflich mit den Nachbarn schwatzen. Schwatzen = Syltfriesisch „Klöön“ (Plattdeutsch „Klönen“); daher der Name dieser Türart.
Die Insel war ursprünglich auf Grund der Kargheit des Landes und der Unwirtlichkeit des Wetters recht dünn besiedelt. So standen um 1800 in Wenningstedt acht Friesenhäuser, in List zwei Höfe. Hörnum war bis etwa 1900 völlig unbesiedelt.
Bis heute erhaltene Friesenhäuser stehen nahezu ausnahmslos unter Denkmalschutz, dennoch wurden fast alle Häuser mit mehr oder weniger starken baulichen Veränderungen zu reinen Wohn- oder Appartmenthäusern umgewandelt. Lediglich das als Museum betriebene so genannte "Altfriesiche Haus" in Keitum zeigt die ursprüngliche Nutzungs- und Bauform dieser Gebäude weiterhin auf.
Biikebrennen
In der Nacht des 21. Februar eines jeden Jahres werden in vielen Inselorten große Feuer angezündet. Die Geschichte dieser Feuer geht in die vorchristliche Zeit zurück und kann etwa als Vertreibung der Wintergeister gedeutet werden; es gibt auch Quellen, die vermuten lassen, dass diese Feuer zu Ehren nordischer Gottheiten entzündet wurden. Später dienten sie der Verabschiedung der Grönlandfahrer. Das waren jene Sylter, die als Kapitäne oder Besatzung der Walfänger im Frühjahr ins Nordmeer zogen. Wiederbelebt hat diesen Brauch der Sylter Chronist C. P. Hansen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem werden wieder Biiken aufgeschichtet und am Vorabend des Petritages entzündet.
Maskenlauf
Das Maskenlaufen ist eine Sylter Art des in Nordfriesland verbreiteten „Rummelpottlaufens“. Dieser Brauch wird vor allem in den Sylt-Oster Dörfern noch gepflegt. Zu Silvester ziehen kleinere Gruppen von Erwachsenen und Kindern, mit Masken verkleidet, von Haus zu Haus. Die so verkleideten „Omtaakelten“ tragen Lieder und Gedichte in friesischer Sprache vor, oft geht es darin um lokale Ereignisse des vergangenen Jahres. So mancher Bewohner bekommt von den bis zur Unkenntlichkeit Verkleideten schon ganz schön sein Fett weg! Dass bei diesen Umzügen auch ein wenig dem Nationalgetränk der Sylter - dem Rum - (mit heißem Wasser verdünnt oder pur) zugesprochen wird, muss nicht erwähnt werden. Somit enden diese Umzüge erst weit nach Mitternacht, indem sich die Umherziehenden noch auf einige Gläser treffen.
Das klassische „Raketenschießen“ und Böllern ist auf der ganzen Insel untersagt - der Grund ist die hohe Brandgefahr auf Grund der vielen reetgedeckten Häuser und des trockenen Dünengrases. Dies hindert jedoch einige Touristen - vor allem in Westerland - nicht daran, es trotzdem zu versuchen.
Sprachen
Die einheimische Sprache der Insel Sylt ist das Friesische. Die Sylter Mundart wird Sölring genannt. Mit den Mundarten von Föhr, Amrum und Helgoland bildet sie die inselnordfriesische Dialektgruppe, die sich deutlich vom Festlandnordfriesischen abtrennt. Sölring unterscheidet sich von den anderen Inselmundarten durch die größere Anzahl von dänischen Lehnwörtern. Die üblichen nordfriesischen Rechtschreibregeln werden nicht für die Sylter Mundart verwendet. Einige hundert Menschen sprechen heute noch das Sylter Friesisch.
In der Nähe von Westerland wird in vielen Familien zudem noch Plattdeutsch gesprochen. Auf der Insel findet sich zudem eine dänische Minderheit. In Westerland und List bestehen zum Beispiel zwei dänische Schulen. Insbesondere der Norden und der Süden sind ansonsten fast rein hochdeutschsprachig.
Sylter Originale (zugereiste wohlgemerkt)
Sylt war schon seit Beginn des Badetourismus Mitte des 19. Jahrhunderts Anziehungspunkt vieler Glücksritter und Originale, die auf vielfache Weise versuchten und versuchen, auf Sylt ihr Glück zu machen.
Kaum ein Tourist kommt an den „Fischtempeln“ und Buden von Jürgen Gosch vorbei. Dabei hat auch dieser äußerst erfolgreiche Unternehmer, der mittlerweile ein Fischimperium in ganz Deutschland besitzt, einmal ganz bescheiden angefangen: Als Maurer kam der junge Jürgen Gosch aus Tönning auf die Insel und begann nebenbei Aale und Krabben an die vom Strand heimkehrenden Touristen zu verkaufen. Da dieses Geschäft immer besser lief, kaufte er sich Anfang der 1970er Jahre einen kleinen Verkaufswagen und verkaufte von nun an seinen Fisch am Lister Hafen. Aus dieser ehemals „nördlichsten Fischbude Deutschlands“ wurde mit viel Einsatz, Witz und kaufmännischem Geschick ein Unternehmen mit einigen hundert Mitarbeitern, das neben Restaurants und Fischständen auf der Insel und in den deutschen Metropolen auch einen erfolgreichen Fischversand bietet. Trotz dieser Entwicklung findet man Jürgen Gosch noch immer regelmäßig in seiner mittlerweile neu erbauten „Fischbude“ am Lister Hafen.
Die christliche Kirche hatte bei den als heidnisch und seit jeher eigenbrödlerisch verschrieenen Sylter Friesen nie einen leichten Stand. Dennoch gab es mit dem aus Berlin stammenden Pastor Traugott Giesen der St. Severin Kirche zu Keitum einen Mann, der gegen den Trend stets vor vollen Bänken predigte. Seine sehr persönliche und unkonventionelle Art hatte ihm beachtlichen Ruhm eingebracht. Kritiker sahen in Traugott Giesen einen Showmaster oder Schaumschläger, der sich nach ihrem Geschmack zu weit von der christlichen Lehre entfernt hatte. Seine Gottesdienstbesucher - Sylter und Gäste - jedoch schätzten ihn sehr.
Ende Mai 2005 verabschiedete sich Traugott Giesen von seiner Gemeinde und trat in den Ruhestand. Jedoch bleibt er der Insel als Einwohner erhalten.
In den 1980er und 1990er Jahren gab es kaum eine Promi-Party auf Sylt, auf der nicht Butler John zugegen war. Seine Dienste bot er als Miet-Butler für betuchte Kunden an. Er servierte z. B. in seiner Livree und weißen Handschuhen Champagner am Strand. Durch seine vielen Partyeinsätze und seine Persönlichkeit wurde er jedoch schnell selbst zum „Promi“. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um diesen Mann, altersbedingt zog er sich mehr und mehr vom Partygeschehen zurück.
Siehe auch
- Portal:Schleswig-Holstein
- Ekke Nekkepenn
Literatur
- Hans Jessel: Das große Sylt Buch. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2000. ISBN 3-89234-531-7
- Harry Kunz, Thomas Steensen: Das Sylt-Lexikon. Wachholtz Verlag, Neumünster 2002. ISBN 3-529-05518-2
Weblinks
- [http://www.sylt.de/ Homepage von Sylt]
- [http://www.amtlandschaftsylt.de/ Homepage der Sylter Amtsverwaltung]
- [http://www.lauritzen-hamburg.de/fotos_sylt.html Historische Fotos von Sylt]
Kategorie:Insel (Deutschland)
Kategorie:Geographie (Schleswig-Holstein)
Kategorie:Nordfriesland
HalbinselHalbinsel ist ein geografischer Begriff und bezeichnet Festland, das auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. Halbinseln können eine Fläche von vielen hundert Quadratkilometern haben, aber auch so klein sein, dass ihre Länge und Breite nur wenige hundert Meter beträgt.
Eine Unterform der Halbinsel ist die Landzunge. Die dreiseitige Umgebung von Wasser muss bei beiden natürlichen Ursprungs sein (vgl. auch Insel), künstliche Bauwerke wie Kanäle, die eine natürliche Halbinsel vom Festland abschneiden, machen diese nicht zur Insel. Ebenso machen Brücken oder künstliche Fahrdämme Inseln nicht zu Halbinseln (Sylt, Rügen, demnächst Sizilien).
Halbinseln sind in:
Zudem kann Europa als Halbinsel von Eurasien angesehen werden.
Kategorie:Physische Geographie
ja:半島
ko:반도
simple:Peninsula
zh-min-nan:Poàn-tó
AttikaAls Attika (griechisch Αττική Attiki) bezeichnet man
- eine Landschaft in Griechenland mit dem Hauptort Athen. Sie grenzt im Westen an Böotien und Megara. In der Antike war Attika das zur Polis der Athener gehörige Land, mit einem Heiligtum der Athene auf der Akropolis und einem Poseidontempel am Kap Sunion im Südosten der Landschaft. Wichtige Orte sind der Hafen von Piräus bei Athen und der Ort Marathon im Nordosten. An der Ostküste lag die Stadt Thorikos, bei der nach der griechischen Mythologie die Göttin Demeter an Land gegangen ist.
- eine Verwaltungsregion (peripheria) in Griechenland um die Hauptstadt Athen, siehe Attika (Verwaltungsregion).
- ein nach dieser Landschaft benannter Autoreise- und Schlafwagenzug München–Athen, siehe Attika (Zug).
in der Architektur
- einen Aufsatz über dem Hauptgesims eines Bauwerks, der auch als Halbgeschoss mit Fenstern ausgeführt wird.
- in der antiken Architektur der auf Säulen ruhende Querbau eines Tores.
- in der Schweiz ein Penthouse (auch: »Attikawohnung«).
Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
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