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| Inselgruppe |
Inselgruppe]
Eine Inselgruppe ist eine Ansammlung mehrerer (kleineren) Inseln.
Im weiten Sinne werden alle Ansammlungen von Inseln als "Inselgruppe" bezeichnet, wobei die Größe keine Rolle spielt.
Im engeren Sinne bezeichnet man nur kleinere Inselansammlungen als "Inselgruppe". Größere Ansammlungen nennt man Archipel.
Sind die Inseln aneinandergereiht nennt man sie Inselkette.
Einige Inselgruppen
- Molukken
- Philippinen
- Balearen
- Galápagos-Inseln
- Polynesien
- Kanaren
- Kapverdische Inseln
- Mikronesien
- Melanesien
- Magdalenen
- Sundainseln
- Japan
- Andamanen und Nikobaren
Kategorie: Physische Geographie
InselEine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet.
Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf.
Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln:
#Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle))
#Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen.
Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in:
#Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel
#Binnenseeinsel
#Flussinsel
Große Inseln
Legende: ~= bedeutet: bitte ausfüllen
Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia
- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey
Verwandte Themen
- Größte Insel
- Schwimmende Insel
- Gefängnisinsel
- Schatzinsel
- Inselkette
- Liste der Inseln
- Liste der Inselstaaten
- Liste britischer Inseln
- Liste dänischer Inseln
- Liste deutscher Inseln
- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln
siehe auch
- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei
Kategorie:Physische Geographie
ja:島
ko:섬
ms:Pulau
simple:Island
th:เกาะ
zh-min-nan:Tó-sū
Inselkette
Eine Inselkette ist eine bestimmte Form von der Inselgruppe, bei denen die einzelnen Inseln aneinander gereiht positioniert sind.
Meist ist eine Inselkette vulkanischen Ursprungs. Liegt die Inselkette am Rand einer Subduktionszone, handelt es sich im allgemeinen um einen Inselbogen.
Einige Inselketten
- Alëuten, sichelförmige Inselkette
- Antillen (Karibik), (Kuba bis Aruba) fast 3500 km
- Inseln unter dem Winde
- Inseln über dem Winde
- Äolischer Inselbogen (Italien)
- Bermuda
- Florida Keys etwa 350 km
- Friesische Inseln
- Hawaii über 3000 km schnurstracks Nordwest (Pazifik, USA)
- Kornaten (Kroatien)
- Kanarische Inseln (Nordwest-Afrika)
- Lofoten
- Maskarenen im Indischen Ozean
- Neu-Hebriden Inselbogen (Vanuatu) im Südwest-Pazifik
- ostasiatischer Inselbogen im Pazifik von den Kurilen bis Taiwan
- Kurilen 1200 km (Russland/ Japan)
- Japanische Inselkette: etwa 5000 km; die größten dieser Inseln sind Sachalin (russisch), Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyushu
- Ryukyu-Inseln mit Okinawa
- Sumatra, Java und Kleine Sunda-Inseln
- Tuvalu-Inselkette
- Marsvulkane am Tharsis-Plateau
Kategorie:Physische Geographie
Philippinen
Die Republik der Philippinen (Republika ng Pilipinas, englisch Republic of the Philippines; der Name leitet sich ab vom spanischen König Philipp II.) liegt im westlichen Pazifischen Ozean und gehört zu Südostasien. Das Südchinesische Meer trennt die Inselgruppe von Vietnam im Westen, die Celebessee von Indonesien im Süden. Der Archipel, der sich von 5° bis 21° nördlicher Breite und von 117° bis 126° östlicher Länge erstreckt, bildet den fünftgrößten Inselstaat der Welt nach Indonesien, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Japan.
Geographie
Die Philippinen bestehen aus 7.107 Inseln, von denen jedoch nur etwa 2.000 bewohnt sind. Nur 11 Inseln haben eine Fläche von mehr als 2.500 km², die größten sind Luzon, Mindanao, Samar, Negros, Mindoro, Panay und Palawan; nur 1.000 sind größer als 1 km².
Der Archipel wird in drei Inselgruppen unterteilt: Luzon mit der Insel Luzon, die Visayas, u. a. mit den Inseln Palawan, Negros, Cebu, Leyte, Samar, Masbate und Bohol und als dritte Gruppe Mindanao, u. a. bestehend aus der Insel Mindanao, Basilan und dem Sulu-Archipel mit der Insel Jolo.
Im Kern sind die Inseln die Spitzen über den Meeresspiegel aufragender submariner Gebirgsketten an der Grenze zweier Kontinentalplatten, der Philippinischen und der Eurasischen. Großräumig gesehen sind die Philippinen Teil des Pazifischen Feuerrings mit Erdbeben und Vulkanismus als häufigen Begleiterscheinungen dieser Lage an der Plattengrenze. Es gibt derzeit etwa 20 aktive Vulkane, von denen der Pinatubo und der Mayon - beide auf Luzon gelegen - in den letzten Jahren besondere Aktivität zeigten. Östlich der Inselgruppe verläuft der Philippinengraben, mit bis zu -10.540 m einer der größten Tiefseegräben der Erde. Als Folge von Seebeben können riesige Flutwellen, die Tsunamis, entstehen.
Das Klima der Philippinen wird vor allem durch die Nähe zum Meer geprägt, kein Ort ist weiter als 200 km von der Küste entfernt. Die Lage der Inseln in den niederen tropischen Breiten und der Einfluss der umgebenden Meere bewirken eine über das Jahr sehr ausgeglichene Temperatur von rund 26° C mit nur geringen Schwankungen. Die meisten Niederschläge fallen im Zusammenhang mit dem Südwest-Monsun vor allem in der Zeit von Mai bis November. An der Westküste (Manila) bringt der Nordost-Monsun nur geringe Niederschläge, während an der Ostküste (Davao) ganzjährlich humides Klima herrscht. Wegen der überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirge fallen an der Westseite der Inselgruppe deutlich weniger Niederschläge als an der Ostseite. Von August bis Oktober ziehen häufig Taifune über die Mitte und den Norden der Philippinen; zwischen 1945 und 2000 wurden die Philippinen von 349 Taifunen überquert oder gestreift.
Tier- und Pflanzenwelt
Auf den Philippinen gibt es über 5.000 verschiedene Tier- und unzählige Insektenarten, sowie 14.000 verschiedene Pflanzen.
Darunter sind auch Wasserbüffel (Carabo), Papageien, Flughörnchen, Delfine, Krokodile, Schlangen, Koboldmaki, Manabo, Schildkröten, Echsen und andere.
Angeblich ist die philippinische Tierwelt der indonesischen sehr ähnlich, da in der Vergangenheit viele malaiische Einwanderer Tiere aus Indonesien mitbrachten.
Es gibt auf der philippinischen Insel Calauit seit 1976 unter anderem auch ein Naturreservat mit 70 Giraffen und zahlreichen anderen afrikanischen Tieren wie Zebras oder Impalas.
Die Insel gehört zu Palawan und man kann sich dort wie in Afrika auf "Safari" begeben.
Bevölkerung
Philippinische Sprachen
Auf den Philippinen werden mehr als 70 Sprachen und Dialekte gesprochen; praktisch jede Region hat ihre eigene Sprache oder Dialekt.
Filipino,basierend auf Tagalog ist, neben Englisch, die Amtssprache der Philippinen. Tagalog wird vorwiegend auf der Insel Luzón gesprochen. Nur etwa 25 % der Filipinos sprechen Tagalog, aber Filipino wird von etwa 80% gesprochen und verstanden.
Cebuano wird vorwiegend in Zentral-Visaya sowie im Norden und Westen Mindanaos gesprochen. Etwa 15 % der Bevölkerung sprechen Cebuano.
Weitere wichtige Regionalsprachen sind:
Ilokano (12 %) und Waray-Waray (9 %)
Spanisch
Spanisch war bis 1898 die Offizielle Sprache der Philippinen und wurde auch von etwa 10 % der Bevölkerung gesprochen. Die meisten die Spanisch sprachen, waren Mestizen oder kamen aus der Oberschicht.
An höheren Schulen wurden meist in Spanisch unterricht, und auch viele Zeitungen erschienen in dieser Sprache.
1901 wurden die Philippinen eine amerikanische Kolonie.
Die Amerikaner führten Englisch als erste Amtssprache ein. So kam es das das Spanisch immer mehr an Bedeutung verlor.
Religion
Katholiken (83 %), Protestanten (9 %), Muslime (5 %), Buddhisten (2 %), Hindus (1 %).
Bei der zumeist katholischen Bevölkerung spielt der Glaube im Alltag eine große Rolle. Mehr als 80 % sind praktizieren ihren Glauben,
bei den Muslimen sind es mehr als 90 % und bei den Protestanten sind c.a 78 % praktizerend.
Die Katholische Kirche hat, anders als in vielen anderen Ländern, auf den Philippinen noch einen großen Einfluss auf die Politik und die philippinische Gesellschaft.
Der Protestantismus erreicht die Philippinen erstmals im Jahr 1898 durch amerikanische Missionare. Sie förderten z.B die Philippine Independent Church oder die Iglesia ni Cristo
Noch heute sind baptistische Missionare auf den Philippinen im Einsatz; sie verzeichnen vor allem bei animistischen Völkern regen Zulauf.
Demografie
Iglesia ni Cristo
Die Bevölkerung setzt sich in der Mehrheit (90 %) aus Malaiien zusammen, die seit 4000 v. Chr. vorwiegend von Malaysia und Sumatra (Indonesien) ins Land einwanderten. Daneben besteht das Volk aus 2 % Chinesen und Minderheiten von Negritos (Ureinwohner, von denen es etwa 30 verschiedene Stämme gibt). Mestizen machen weitere 2 % der Bevölkerung aus. Neben philipinisch-spanischen (diese leben vorwiegend im Süden Mindanaos und sprechen eine spanische Kreolsprache, nämlich Chavacano), gibt es auch etwa 300.000 chinesische und ca. 20.000 japanische Mestizen.
Im Gegensatz zu Indonesien und Malaysia wo die Malaien im 15. Jdh zum Islam konvertierten, sind die Philippinischen Malaien Christen.
Christliche Malaien machen heute 92 % der Bevölkerung aus.
83 % davon sind Katholisch und 9 % Protestantisch.
Darüberhinaus leben folgende Minderheiten auf den Philippinen:
- 110.000 Amerikaner und Europäer
- 35.000 Indonesier
- 31.000 Araber
- 30.000 Inder und Pakistaner
- 30.000 Japaner und Koreaner
Seit den 80er Jahren sind zudem etwa 70.000 christliche Indonesier, vor allem aus Maluku und Süd-Kalimantan, aufgrund religiöser oder ethnischer Konflikten auf die Philippinen geflohen.
Malaiische Völker
Auf den Philippinen gibt es zahlreiche malaiische Völker. Die Philippinen sind genauso wie Indonesien ein Vielvölkerstaat.
Die größte Gruppe unter den malaiischen Völker sind die Tagalogs, welche auf der Insel Luzon leben. Sie machen 30 % der Bevölkerung aus und ihre Sprache, das Tagalog, bildet die Grundlage für das Filipino.
Filipino ist, neben Englisch, die Amtssprache der Philippinen.
Desweiteren gibt es noch die Ilokanos, die Pangasináns, die Kampampangans, die Bicolano, die Hiligaynons, die Sugboanons, die Waraynons, die Masbatenyos und die Butuanons. Die Tausug, und die Maranaos, die vorwiegend im Süden Mindanaos und auf den Sulu-Inseln leben, sind, im Gegensatz zu den anderen malaiischen Völkern, überwiegend muslimisch.
Bis in die 70er Jahre spielte der Islam in Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Philippinen kaum eine Rolle. 1968 praktizierten nur
knapp 20 % der philippinischen Muslime den Islam.
Seitdem erfuhr er jedoch einen Aufschwung. Viele philippinischen Muslime wie auch ihre Malaysischen und Indonesischen Nachbarn wurden konservativer und nahmen die islamischen Regeln ernster. Viele muslimische Filipinos fühlten sich zudem eher zu Malaysia zugehörig als zu den überwiegend katholischen Philippinen. Zahlreiche Muslime wanderten nach Malaysia aus.
Ethnische Minderheiten
Etwa 10 Prozent, also gut 6 Millionen, der philippinischen Bevölkerung sind Mitglieder eines so genannten Stammes, von denen es etwa 30 gibt. Diese ethnischen Minderheiten leben über den gesamten Inselstaat verstreut und ernähren sich als Jäger, Sammler und Ackerbauern. Die "übrigen" Filipinos nennen die Ureinwohner Negritos, was "kleine Neger" bedeutet; im Hinblick darauf, dass helle Haut ein Schönheitsideal ist, eine recht geringschätzige und abwertende Bezeichnung. Trotz mangelnder Hygiene und steinzeitlicher Lebensweise einiger Gruppen ist das Bewusstsein der westlich orientierten Filipinos auf Erhaltung dieser Völker in den letzten Jahren gewachsen. Der offizielle Sammelname für diese Bevölkerungsgruppe ist Aeta.
Außerdem wird in sechs Gruppen unterschieden:
- Negrito, zu denen die Aeta, Agtâ, Ayta, Ati und Ata zählen. Diese Stämme bevölkern ausschließlich die Inseln Negros und Panay, außerdem ganz Süd- und Mittelluzon und weite Teile Nordluzons.
- zu den Bergstämmen Luzons (Igorot) gehören die Apayao, Tingguian, Kalinga, Bontok, Kankanai, Ifugao, Ibaloy und die I-wak. Sie leben in Nordluzon an den Hängen der 2.022 bis 2.702 Meter hohen Berge und erbauten die legendären Reisterrassen.
- die Mangyan leben auf Mindoro in sieben Stämmen, Iraya, Alangan, Batangan, Tadyawan, Buhid, Hanunoo und Ratagnon, hauptsächlich im Landesinneren der Insel.
- die Insel Palawan beherbergt drei Stämme der Palawanvölker, die Tagbanua, die Batak und die Tau´t Batu.
- ebenfalls zu den Bergstämmen zählen die Mamanwa, Manobo, Manobo Bilit, Manobo Tasaday, Mandaya, Mansaka, T´boli und die Subanun, diese Völker leben aber nur in den Bergen Mindanaos.
- während die vorherigen Völker vornehmlich Animisten sind, leben im Süden der Philippinen auch muslimische Volksstämme, die Maranao, Magindanao, Samal, Yakan, Badjao, Tausug und die Jama Mapun. Sie bevölkern das Sulu-Archipel, den Süden Mindanaos, die Schildkröteninseln und die Inseln südlich von Palawan.
Armut
Armut ist in den Philippinen ein großes Problem, schätzungsweise 40 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. In allen Großstädten (Manila, Davao City usw.) gibt es ausdehnte Slums.
Allein in Manila gibt es etwa 60.000 Straßenkinder, von denen viele vollkommen auf sich allein gestellt sind.
Nicht wenige Mädchen müssen ihr Geld durch Prostition verdienen, andere verdienen ihr Geld als Schuhputzer, Autowäscher oder Müllsammler. Häufig müssen sie einen Teil ihres Verdienstes an Zwischenhändler abgeben oder als Schutzgeld an Banden bezahlen.
- Siehe auch: [http://nikswieweg.colibri-reisen.de/reisen/philipp/philipp.htm#Reisen%20bildet%20-%20sollte%20man%20meinen] - Klaus Polak über Slums in den Philippinen.
Geschichte
Seit prähistorischer Zeit bewohnen Negritos oder auch Aetas genannt, als ursprünglichste Bevölkerung die Philippinen. Um 25.000 v. Chr., zu einer Zeit als die Einwanderung noch über Landbrücken möglich war, wanderten austronesische Stämme ins Land.
Ab ca. 2000 v. Chr kamen die ersten ethnischen Malaien von Indonesien (Java, Sulawesi,Sumatra) und Malaysia nach Mindanao und den Sulu-Inseln und breiteten sich im Laufe der Jahrhunderte über die gesamten Philippinen aus.
1380 fasste der Islam auf den südlichen Philippinen Fuß, es entstanden verschiedene Sultanate, darunter das einflussreiche Sultanat von Jolo. Um 1500 erreichte er Luzón. Um 1530 wird
May Nilad gegründet. Die Gegend war bereits seit Jahrhunderten besiedelt, doch erst die Rajahs gaben dem Ort einen Namen.
Als die Spanier 1565 die Philippinen als ihre Kolonie beanspruchten, waren bereits weite Teile der Philippinen durch malaiische Rajahs islamisiert. Allerdings vermittelten diese eine tolerante Form des Islams. Animistische Praktiken waren auch bei islamisierten Filipinos verbreitet.
May Nilad (das spätere Manila) war ein muslimisches Dorf mit etwa 10.000 Einwohnern als die Spanier es 1571 eroberten.
Sie zwangen den muslimischen Rajah Sulayman zum Katholizismus zu konvertieren. Zwei weitere Rajahs von May Nilad, Rajah Lakandula und Rajah Matanda konvertierten unter dem Druck der Spanier ebenfalls zum Christentum.
Den Spaniern gelang es schnell auch die muslimische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren, da der Islam in der Gesellschaft noch nicht gefestigt war.
100 Jahre später war der Islam meist auf die südlichen Philippínen beschränkt.
Die Moslems, von den Spaniern Moros genannt, konnten im Süden von den Kolonialherrren jedoch nie völlig unterworfen werden. Nach Meinung von philippinischen Historikern wären die Philippinen, ohne die Ankunft der Spanier Mitte des 16. Jahrhunderts, vollständig islamisiert worden, wie es heute in Indonesien oder Malaysia der Fall ist.
Mehr unter: Geschichte der Philippinen
Politik
Die Philippinen sind seit dem 4. Juli 1946 ein unabhängiger Staat. Mit der Wahl von Ferdinand E. Marcos zum Präsidenten im Jahr 1965 beginnt eine Zeit der Diktatur, die erst im Februar 1986 beendet wird, nachdem sich auch Militärs dem Volkswiderstand gegen Marcos anschließen und dieser schließlich das Land verlässt. Am 11. Februar 1987 tritt eine neue Verfassung in Kraft und seit 1987 sind die Philippinen eine Präsidialrepublik. Der Präsident hat weitreichende exekutive Befugnisse. Er beruft das Kabinett ein. Das Parlament besteht aus Repräsentantenhaus und Senat.
Die Philippinen sind Mitglied im Sicherheitsrat der UNO, UN, ASEAN, APEC und der Unión Latino.
Terrorismus
Landesweit betrachtet ist die christliche Religion (etwa 84 % katholisch und 9 % protestantisch) auf den Philippinen am weitesten verbreitet. Etwa 5 % der Bevölkerung sind Moslems. Verglichen mit den anderen Landesteilen ist der Anteil an Moslems unter der Bevölkerung auf Mindanao besonders hoch (knapp ein Drittel muslimisch). Einzig auf den Sulu-Inseln stellen Muslime mit über 85 % die Mehrheit der Einwohner. Vor allem im Süden Mindanaos kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellen der nationalistischen MNLF (Moro National Liberation Front), der islamistischen MILF (Moro Islamic Liberation Front) und Regierungstruppen. Die MNLF setzt sich für einen autonomen Moslem-Staat ein, der aus den Inseln Mindanao, Palawan, Basilan und dem Sulu-Archipel bestehen soll. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen kommt es auch immer wieder zu terroristischen Angriffen, wie etwa den Bombenanschlägen auf den internationalen Flughafen in Davao im Frühjahr 2003 sowie auf ein Hafenterminal in Davao etwa zur selben Zeit. Beide Anschläge forderten mehrere Todesopfer. Aufgrund dieser Gefährdungssituation wurden u. a. vom Auswärtigen Amt in der Vergangenheit mehrmals Reisewarnungen für die Philippinen herausgegeben und es wurde insbesondere von Reisen nach Mindanao abgeraten. Es handelt sich nur oberflächlich betrachtet um einen Religionskonflikt. Eine der zugrundeliegenden Ursachen ist beispielsweise das von den Vereinigten Staaten durchgesetzte Landgesetz von 1903, das es Christen gestattete, bis zu 23 ha Land zu besitzen, während der Landbesitz für muslimische und nichtchristliche Eingeborene auf 10 ha begrenzt war. Dieses Gesetz bildete nur einen Baustein einer andauernden systematischen Enteignungs- und Diskriminierungskampagne, die letztlich zu einem der größten vergessenen Kriege unserer Zeit führte: der Bürgerkrieg auf Mindanao forderte bis 2002 nach Angaben der Weltbank mindestens 120.000 Opfer, die Mehrzahl von ihnen muslimische Zivilisten. Zahlreiche Versuche zu ernsthaften Friedensabschlüssen zu gelangen scheiterten bisher, unter anderem an einer fehlenden langfristigen Perspektive für die Region, die einen fairen Interessenausgleich aller Beteiligten und Betroffenen bietet.
Verwaltungsgliederung
Die Philippinen sind hierarchisch wie folgt aufgebaut: Die unterste Verwaltungsebene ist das Barangay. Barangays bilden Städte und Stadtgemeinden. Die nächsthöhere Ebene sind die 79 Provinzen (Stand 2002) des Landes. Diese wiederum sind in 17 Bezirke gruppiert, um die Verwaltung zu vereinfachen. Jede Provinz wird von einem Gouverneur und einem Vizegouverneur geleitet; wohingegen jeder Stadt und Stadtgemeinde jeweils ein Bürgermeister und ein Stadtrat vorsteht.
Die meisten Regierungsbüros der Bezirke besitzen ein Regionalamt, um die einzelnen Provinzen zu unterstützen. Mit Ausnahme der autonomen moslemischen Bezirke Mindanao und Cordillera besitzen die Bezirke aber keine eigene Regierung wie die Provinzen und Städte.
Bezirke
- Ilocos Region (Bezirk I)
- Cagayan Valley (Bezirk II)
- Central Luzon (Bezirk III)
- CALABARZON (Bezirk IV-A) ¹
- MIMAROPA (Bezirk IV-B) ¹
- Bicol Region (Bezirk V)
- Western Visayas (Bezirk VI)
- Central Visayas (Bezirk VII)
- Eastern Visayas (Bezirk VIII)
- Zamboanga Peninsula (Bezirk IX)
- Northern Mindanao (Bezirk X)
- Davao Region (Bezirk XI)
- SOCCSKSARGEN (Bezirk XII) ¹
- Caraga (Bezirk XIII)
- Autonomer moslemischer Bezirk Mindanao (engl. ARMM)
- Regierungsbezirk Cordillera (engl. CAR)
- National Capital Region (NCR) (Metro Manila)
¹ Die Bezeichnungen sind Abkürzungen, welche den Namen der Verfassungsprovinz oder -stadt tragen.
Wirtschaft
- Währung: 1 Philippinischer Peso = 100 Centavos
- 1 € = 68,10 Philippinische Peso (Stand 28. Juli 2005)
- BSP: 77,25 Milliarden Euro (2004)
Die Philippinen gehören zu den, aus europäischer Sicht gesehenen, ärmeren Ländern. Es herrscht ein starker wirtschaftlicher Gegensatz zwischen einer kleinen reichen Oberschicht und der breiten Bevölkerungsmehrheit. In Manila etwa gibt es einerseits die saubere und sichere Wolkenkratzerstadt von Makati mit zahlreichen internationalen Unternehmen, auf der anderen Seite aber auch viele ausgedehnte Slums ohne ausreichende Wasser- und Stromversorgung. Weiterhin lässt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle im Einkommen feststellen. Während auf der Hauptinsel Luzon (im Norden ) eine exportorientierte Industrie (vor allem im Bereich der Textil- und Elektronikindustrie) präsent ist, herrscht im südlichen Mindanao weitgehend die Landwirtschaft (Reisanbau) vor. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA und Japan. Exportgüter sind vor allem Elektronik, Maschinen und Transportmittel. Etwa 7 Millionen Filipinos (ca. 6 % der Bevölkerung) arbeiten ständig im Ausland, philippinische Frauen besonders häufig in Hongkong, Singapur und arabischen Ländern, vor allem als Haus- oder Kindermädchen aber auch in einfachen Tätigkeiten, etwa als Kassiererin.
Aufgrund der guten Ausbildung und guter Englischkenntnisse finden sich philippinische Auswanderer in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Europa (Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland) gut zurecht. Sie arbeiten häufig im Gesundheitswesen, meistens als Techniker/-innen und Technolog/-innen, aber auch als Mediziner/-innen und Krankenpfleger/-innen sowie als Erzieher/-innen, Hauspersonal und in der Gastronomie. Philippinische Männer sind auf großen Kreuzfahrtschiffen weltweit zu finden, hauptsächlich in Wäschereien, als Musiker oder als Dienstpersonal. Auf Frachtschiffen dienen sie als Besatzungsmitglieder oder auch als Schiffsmeister und -offiziere. Da viele gutausgebildete Filipinos ins Ausland ziehen, leidet die einheimische Wirtschaft unter dem Verlust von Fachkräften (brain drain), auch der Heiratsmarkt wird dadurch ausgetrocknet. Andererseits kommen durch die Auslandstätigkeit Devisen ins Land.
Die Regierung erwägt die Wiedereinführung einer 5-prozentigen Einkommenssteuer für alle im Ausland beschäftigten Filipinos, um Geld in den Staatshaushalt fließen zu lassen. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf großen Widerstand der Betroffenen.
Das Verkehrswesen des Inselstaates basiert überwiegend auf Schifffahrt, Luftfahrt und Straßenverkehr. Das Eisenbahnwesen ist wenig entwickelt und besteht im Wesentlichen aus einer einzigen Staatsbahnstrecke der Philippine National Railways (PNR). In Manila wurde in jüngster Zeit begonnen, ein modernes Stadtbahnsystem aufzubauen.
Kultur
Spanische Namen
Die Filipinos, aber auch die Inseln, Landesteile und Ortschaften tragen als Folge der rund 330 Jahre dauernden spanischen Kolonialherrschaft zumeist spanische Namen. Bis 1849 hatten die meisten Filipinos nur einen Vornamen; einige benannten sich auch nach katholischen Heiligen (z.B San Pedro, del Pilar, San Buenaventura).
Am 21.11.1849 erließ der spanische Generalgouverneur Narciso Claveria y Zaldua ein Dekret, das für alle Filipinos Familiennamen obligatorisch macht. Zu diesem Zweck wird an alle Provinzgouverneure eine alphabetische Liste spanischer Namen verteilt. Die Provinzgouverneure senden an die Gemeindepfarrer je einen Ausschnitt aus dieser Liste. Die älteste Person jeder Familie konnte dann für die ganze Familie aus dieser Unterliste einen Namen für seine Familie aussuchen. Da durch dieses System Orte nur Namen bekamen, die mit einem bestimmten Buchstaben begannen, kann man aus vielen Namen die lokale Herkunft erkennen. Die Liste, auf die alle philippinischen Familiennamen zurückgehen, ist als Claveria Liste bekannt. Der Sinn des Dekretes war eine Vereinfachung der Verwaltung, Steuereinnahme und Volkszählung.
Obwohl die Spanier rund 330 Jahre die Insel beherrschten, konnte sich die spanische Sprache nie durchsetzen; anders als in Mittel- und Südamerika setze man auf den Philippinen weniger auf die Vermischung zweier Kulturen, sondern war eher am Handel interessiert. Daher sprechen weniger als 5.000 Filipinos Spanisch als Muttersprache, allerdings sprechen etwa 230.000 Filipinos Chabacano, eine spanische Kreolsprache.
Für viele alltägliche Begriffe, unter anderem Zeit und Zahlenangaben, Bezeichnungen von Hausabteilen, Haushalts- und Kleidungsartikeln und Fahrzeugteilen, spanische Namen oder Wörter benutzt. Auch diese wurden teilweise umgewandelt oder entfremdet, erinnern jedoch immer noch sehr an die spanischen Begriffe. Zum Beispiel bedeutet das Wort "siempre" im spanischen "immer, ewig", auf den Philippinen wird dieses Wort eher für "natürlich, na klar" verwendet. Es existieren teilweise eigene Tagalog-Ausdrücke für die oben genannten Begriffe, diese werden jedoch aus ästhetischen Gründen (spanische Begriffe klingen schöner) kaum verwendet. Es sind jedoch Bemühungen im Gange, in Anlehnung an den Nationalhelden und Literaten José Protasio Rizal, die historisch überlieferte Sprache wiederzubeleben. Von Spaniern gegründete Schulen wie Colegio de San Juan de Letran, Univ. de Santo Tomas, Colegio de Santa Catalina und anderen Organisationen, wie z. B. Circulo Cervantino und Casino Español lehren noch spanisch und kommunizieren auch in dieser Sprache.
Philippinische Küche
Essen
Etwa 60 bis 70 % der philippinischen Gerichte stammen von spanischen Gerichten ab. Fisch und Meeresfrüchte sind die Grundnahrungsmittel der Philippinen. Garnelen, Krabben und Langusten jedoch sind teuren und exklusiven Gerichten vorbehalten. Als Arme-Leute-Essen gelten Muscheln und Schnecken, diese werden aber auch als Delikatesse in guten Restaurants serviert. Reis ist Bestandteil jeder Mahlzeit.
Schweinefleisch wird, außer in den islamischen Regionen, gerne gegessen. Als Nationalgericht gilt Adobo, dieses besteht entweder aus Schweinefleisch, Rindfleisch, Geflügel, Fisch oder Gemüse, welches gedünstet wird. Dazu kommen noch Essig, Knoblauch, Zwiebeln und je nach Region Sojasoße oder Kokosmilch. Für feierliche Anlässe wird meist geröstetes Spanferkel mit Lebersoße serviert, in den Philippinen bekannt unter den Namen Lechon mit Sarsa. Andere populäre Speisen sind Fleisch- oder Fischspieße Inihaw (gegrillt) oder auch an der Luft getrocknetes und gesalzenes Rindfleisch (Tapa), welches gebraten oder gegrillt und mit Nipapalm-Essig gewürzt wird. Die Speisen sind nicht so stark gewürzt wie in anderen asiatischen Ländern. Ausser in der Provinz Bicol, dort wird gerne scharf gegessen (Bicol Express). Chinesischen Ursprungs sind mit Fleisch oder Gemüse gefüllte Teigtaschen (Siopao). An Geburtstagen werden lange Nudeln (Pansit), die ein langes Leben symbolisieren sollen, serviert.
Aufgrund der spanischen Kolonisation wird Essbesteck beim Essen verwendet. Die traditionellen Zwischenmahlzeiten - z. B. Reis auf Bananenblättern - werden mit der rechten Hand gegessen.
Getränke
Hauptgetränk zu den Mahlzeiten ist klares Wasser, dies wird aber immer mehr von Softdrinks verdrängt. Eine sehr große Biermarke ist San Miguel (Auch wenn die beiden Brauereien den gleichen Namen haben: Das philippinische Bier "San Miguel" hat nichts mit der spanischen Biermarke San Miguel zu tun). Teurer Importwein wird meist nur von der wohlhabenden Bevölkerung getrunken. Andere stark alkoholische Getränke sind Tuba, der vergorene Saft der Kokospalme, Basi- und Lambanog-Schnäpse, die aus Reis oder Palmen hergestellt werden und milder Rum aus Zuckerrohr.
Kaffee wird überwiegend als Fertigkaffee getrunken.
Philippinische Feste
Auf den Philippinen gibt es jährlich viele Feste u.a das Barrio Fiesta. Jede Gegend hat ihre eigenen Feste die häufig mit Paraden und Feuerwerken zu Ehren des/der Lokalen Heiligen begangen werden.
In vorspanischer Zeit kamen viele hindustische und buddhistische Elemente auf die Philippinen, da die Philippinen sowohl dem Sri Vijaya Reich als auch dem späteren Majapahit-Reich angeschlossen waren.In Folge der 333 Jahre dauernden Kolonisation durch die Spanier flossen auch viele spanische und mexikanische Traditionen in die Kultur mit ein und nach 1898 kamen zusätzlich noch amerikanische Einflüsse auf die Insel.
Etwa 60 % der philippinischen Traditionen und Bräuche haben trotz der jahrhundertelangen Fremdherrschaft ihren Ursprung in vorspanischer Zeit.
Philippinische Mythologie
Die philippinische Mythologie ist eine Sammlung von Geschichten über magische Wesen und Geschöpfe. Trotz starker Verwestlichung und Christianisierung glauben viele Philippiner immer noch an die Existenz solcher Wesen, besonders in den Provinzen. Es gibt auch Berichte von Sichtungen, die aber oft unbestätigt blieben.
Da das Land aus vielen Inseln besteht und von vielen ethnischen Gruppen bewohnt wird, ist die philippinische Mythologie sehr zersplittert. Es gibt jedoch Gemeinsamkeiten unter diesen Gruppen wie den Glauben an Himmel (Kaluwalhatian oder Kalangitan), Hölle (Kasanaan) und die menschliche Seele (kaluluwa).
- Aswang
:Aswang, die wohl berühmteste mythologische Gestalt der Philippinen, ist ein Leichen fressender Ghul und kann – wie der europäische Werwolf – die Gestalt eines Tieres annehmen.
:Tagsüber nehmen Aswangs die Gestalt eines Menschen oder eines Tieres (meist einer Fledermaus oder eines Schweins) an. Nachts erscheinen sie bei Vollmond um Mitternacht, um Jagd auf nichts ahnende schlafende Menschen zu machen. Besonders populär ist der Mythos des Aswang in Capiz und in Duenas, Iloilo.
- Dila
:Dila ist die Zunge eines Geistes. Dilas dringen durch den Bambusfußboden ländlicher Häuser ein und lecken bestimmte Menschen zu Tode.
- Diwatas und Engkatos
:Diwatas oder Feen sollen in großen Bäumen wie Akazien und Baletes leben. Sie sind die Schutzgeister der Natur und bringen Segen oder Verderben über die, die Wäldern und Bergen wohl tun oder schaden. Eine berühmte solche Diwata ist Maria Makiling, die Wächterin des Mount Makiling in der Provinz Laguna. Engkantos (auch Encantos geschrieben) oder männliche Feen leben hauptsächlich im Meer. Unter philippinischen Fischern ist es Brauch nach einem guten Fang Fleisch und andere Delikatessen als Opfer für die Engkantos ins Meer zu werfen.
:In anderen Landesteilen entsprechen Diwatas den griechischen Göttern und Göttinnen. Zu den bekanntesten Diwatas gehören: Bathala (auch bekannt als Kabunian, Malayari und Lumawig), Herrscher des Himmels; Amanikable, Herrscher über die Meere; Dian Masalanta, Göttin der Liebe; Apolake (oder Adlaw), Sonnengott; Mayari (oder in anderen Gebieten Bulan), Mondgöttin; Tala, Göttin der Sterne; und Anitan, Wächter der Blitze.
- Dwende
:Dwende ist das spanische Wort für Zwerg. Dwendes leben häufig in Häusern oder auf Bäumen in ländlichen Gebieten. Je nachdem, wie man sie behandelt, bringen sie Unheil oder Glück. Philippiner lassen oft Speisen auf dem Fußboden zurück, damit die Dwendes, die das Haus bewohnen (oder, wie sie sagen, beschützen) nicht beleidigt sind, sondern dem Haus Segen bringen. Es gibt auch Dwendes, die in Ameisenhügeln leben, und wenn man an einen Ameisenhügel kommt, bittet man um ihre Erlaubnis vorbei gehen zu dürfen.
- Kapre
:Kapre, ein großer und dunkler Riese, bewohnt Wälder. Kapres rauchen Tabak, weshalb Philippiner in ländlichen Gebieten sehr empfindlich auf Tabakrauch sind.
- Manananggal
:Eine Manananggal ist eine Zauberin, die ihren Körper in zwei Teile teilen kann. Am Rücken trägt sie Fledermausflügel. Kopf und Oberkörper durchstreifen das Land und fressen bettlägerige und kranke Menschen. Wird die untere Hälfte ihres Körpers mit Asche und Salz bestreut, kann ihr Kopf nicht zurückkehren und sie wird endgültig vernichtet. Manchmal wird sie mit einem Aswang verwechselt oder gleichgestellt.
- Mangkukulam
:Mangkukulam ist eine Hexe. Auf den Visayas wird sie Mambabarang genannt.
- Matruculan
:Matruculan dringt in das Haus einer Jungfrau ein und schwängert sie. Nach einer anderen Version tötet der Matruculan eine werdende Mutter, öffnet ihren Leib und frisst den Fötus. Zur Abwehr durchschneidet der Ehemann während der Wehen die Luft mit seiner Axt. Der Glaube an Matruculan ist heute nicht so weit verbreitet wie in der spanischen Zeit.
- Multo
:Multo, das Wort für Geist in Tagalog, kommt vom spanischen muerto, d.h. Tod. Philippiner glauben, dass ein Multo, oft der Geist eines verstorbenen Verwandten, sie regelmäßig besucht. Das Wort für den Besuch eines Multo heißt minumulto oder dinadalaw. Wiedergeborene Christen unter den Philippiner halten die Multos für böse Geister, die Katholiken hingegen als wohlwollend.
- Nuno sa Punso
:Der Nuno sa Punso bewohnt kleine Hügel im Boden. Deshalb sagen Philippiner „makikiraan lang po“ ("Entschuldigung bitte"), wenn sie an einem Buckel im Boden vorbei gehen, um den Nuno nicht zu beleidigen. Oft werden sie mit den Dwende durcheinander gebracht.
- Putol na Kamay
:Putol na Kamay leben häufig in Briefkästen oder Schränken in ländlichen Häusern. Der Name bedeutet „abgeschnittene Hand“.
- Santelmo
:Santelmo, oder Santo Elmo, ist ein Feuerball, der vor allem in den Bergen der Sierra Madre von Dutzenden Philippiner gesehen wurde. Wissenschaftlich wurden die Erscheinungen als elektrische Felder erklärt, die sich von Leitungen gelöst hatten. Berichte über Sichtungen gab es jedoch schon in der spanischen Ära (16. bis 19. Jahrhundert).
- Sirena und Siyokoy
:Sirena ist eine Meerjungfrau. Vor allem Fischer aus den Städten am Pazifik berichteten oft von Sirenas am Strand. Siyokoy ist das männliche Gegenstück der Sirena. Er hat eine braune geschuppte Haut ähnlich der der Fische und Kiemenschlitze.
- Tikbalang
:Ein Tikbalang ist ein Wesen mit dem Kopf eines Pferdes und dem Körper eines Menschen.
- Tiyanak
:Nach dem Glauben der Philippiner ist ein Tiyanak der Nachkomme einer Frau und eines Dämons (vergleiche Wechselbalg). Ein Tiyanak kann auch ein abgetriebener Fötus sein, der zum Leben erwacht und Unglück über die Mutter bringt. Er wird als haarlos mit roter Haut und glühenden Augen beschrieben.
Sehenswürdigkeiten
Auf den Philippinen gibt es 30 gut erhaltende Tempel aus der Srivijaya- und Majapahit-Zeit die zwischen 700 und 1400 erbaut wurden. Auf Luzón befinden sich die berühmten Reisterrassen von Banaue und Batad sowie die Vulkane Mt. Pinatabu und Mt. Mayon. Bemerkenswert sind auch die vielen Strände, die die Küsten der Philippinen bieten.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören auch hier zum Weltkulurerbe, wie die Barockkirchen in Manila und Intramuros Paoay und Miagao oder das Korallenriff Tubbataha. Desweiteren befinden sich auch sehenswerte Nationalparks in dem Land, wie der Puerto-Princesa Subterranean River National Park im dem sich der längste unterirdische Fluss der Welt befindet sowie der Quezon National Forest Park oder der Hundred Islands National Park und die historische Kolonialstadt Vigan.
Sonstiges
Die Philippinen sind eines der wenigen Länder, in denen Ehescheidungen verboten sind. Aus diesem Grund lassen sich viele philippinische Ehepaare auf der Dominikanische Republik scheiden. Ehebruch steht ebenfalls unter Strafe.
Literatur
- Eduard Brachetto: Philippinen. Paradies im permanenten Entwicklungsnotstand. 2003, ISBN 3-0344-0167-1.
- Rolf Hanisch: Philippinen. Aktuelle Länderkunde. 1989
- Gisela M. Reiterer: Die Philippinen. Kontinuität und Wandel. Sonderzahl 1997, ISBN 3-85449-112-3.
- F. Jagor: Reisen in den Philippinen - Gekürzte Wiedergabe der inzwischen schon klassischen Originalausgabe aus dem Jahre 1873, ISBN 3-9800154-8-3
- Domingo A. Madulid: Apictorial guide to the noteworthy plants of Palawan. - Palawan Tropical Forestry Protection Programm (in partnership with European Union), ISBN 971-92544-1-6
- Ronald van de Vooren: Philippine Diving - Ausführlicher Tauchführer in Englisch für Apo-Island, Bohol, Cebu und Siquijor, ISSN 016561511-7
- Harry Sichrovsky: Der Revolutionär von Leitmeritz. Ferdinand Blumentritt und der philippinische Freiheitskampf. ÖBV, Wien 1983 ISBN 3-215-04989-9
- Jens Peters: Philippinen Reise-Handbuch - Umfassenster deutschsprachiger Philippinen-Reiseführer, ISBN 3-92382130-1
Weblinks
- [http://www.philippinenforum.net Philippinenforum Deutschland]
- [http://www.gov.ph Offizielle Regierungsseite im Internet]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/kategorie/sicherheitshinweise_html?land_id=135 Information des Auswärtigen Amtes]
- [http://www.asien-auf-einen-blick.de/philippinen/index.php Zahlen über die Philippinen]
- [http://www.payer.de/hbiweltweit/weltw43.html Zeittafel Philippinische Geschichte]
- [http://philippines.ahrchk.net/ Menschenrechte auf den Philippinen - Asiatische Menschenrechtskommission]
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Galápagos-Inseln
Die Galápagos-Inseln (offizieller Name Archipiélago de Colón, „Kolumbusarchipel“) sind eine Inselgruppe im Pazifischen Ozean und gehören zu Ecuador.
Es gibt 13 große Inseln (Isabela, Santa Cruz, Fernandina, Santiago (San Salvador), San Cristóbal, Floreana (Santa María), Española, Genovesa, Santa Fe, Darwin, Roca Redonda, Marchena, Pinta), 8 kleine Inseln und etwa 40 winzige Inselchen. Etwa 25.000 Menschen (2004) bewohnen die Inseln.
Geschichte
Die Galapagos-Inseln wurden 1535 zufällig durch Spanier entdeckt. Tomás de Berlanga, der damalige Bischof von Panama, kam mit seinen Leuten vom Kurs Richtung Peru ab und strandete an einer der Vulkaninseln. Mehrere Tage verbrachten sie dort und suchten nach Trinkwasser. 10 Pferde und zwei Spanier verdursteten. Die restlichen tranken den Saft der Kakteen und erbeuteten Robben und die Riesenschildkröten. In einer Schlucht fanden sie schließlich ausreichend Trinkwasser für die Heimfahrt.
Die Inselgruppe wurde zunächst als Islas Encantadas („Verzauberte Inseln“) bezeichnet, da niemand so weit draußen im Ozean noch Inseln vermutet hätte und starke Strömungen in und um die Inseln herum bei den Seefahrern leicht den Eindruck erwecken konnten, die Inseln selbst änderten immer wieder ihre Lage.
Im 17. Jahrhundert waren die Inseln Verstecke und Fluchtorte für Seeräuber, darunter John Cook oder William Cowley. Sie überfielen meist die Goldschiffe der Spanier aus Mexiko.
Im 19. Jahrhundert benannte man die Inseln nach den dort vorkommenden Riesenschildkröten in Galápagos um. 1832 nahm General José María Villamil die Inseln für Ecuador in Besitz. Er nannte die Inseln Archipiélago del Ecuador und es begann die erste dauerhafte Besiedlung der Inseln. Zuvor waren die Inseln im Besitz der Spanier, die jedoch kein Interesse zeigten. 1835 besuchte Charles Darwin die Inseln. 1892 wurden die Galápagos zu Ehren Christoph Kolumbus in Archipiélago de Colón umbenannt.
1953 entdeckte der norwegische Archäologe Thor Heyerdahl Reste früherer Niederlassungen auf Santa Cruz und Floreana, die aber auch von früheren europäischen Seefahrern bei Zwischenlandungen stammen könnten. Viele Inseln, wie Floreana oder Isabela, waren von 1934 bis 1959 eine Strafkolonie. 1959 wurden die Galapagos-Inseln zum Nationalpark Galápagos (durch die Regierung Ecuadors) ausgerufen. 1968 waren 90% der Landfläche unter Schutz des Nationalparks gestellt und die Siedlungen und bisher landwirtschaftliche Flächen erhielten Bestandsschutz. 1996 kam es zur Ausrufung des Marine-Reservats Galapagos durch das Instituto Ecuatoriano Forestal de Areas Naturales y Vida Silvestre und 1998 wurde der Schutz des Marine-Reservats Galapagos durch den Nationalpark Galapagos gesetzlich verankert.
Naturgeschichte
1998
Die Galápagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs.
Die tektonische Platte (Nasca-Platte), auf der die Inseln liegen, bewegt sich über eine Magmakammer, die auch heute noch vulkanische Aktivität auf den Inseln Isabella und Fernandina, deren Vulkan Cumbre zuletzt im Mai 2005 ausbrach, bewirkt (sogenannte Hot-Spot Theorie).
Obwohl die Inseln in der Nähe des Äquators liegen, ist das Klima aufgrund des mit 20 Grad Celsius relativ kühlen Meerwassers (vom Humboldtstrom und von aufsteigendem Tiefenwasser) eher gemäßigt.
Dieses nährstoffreiche Tiefenwasser wiederum ist verantwortlich für den Artenreichtum um die Insel herum.
Die Galápagos-Inseln kennen eine Regenzeit, die mit einem Gipfel im April von Januar bis Juni dauert. Das übrige Jahr fällt fast kein Niederschlag.
In so genannten El-Niño-Jahren verändern sich sowohl die Meeresströmungen als auch die Niederschlagsmengen.
Das ausbleibende Tiefenwasser dezimiert alle auf das Meer angewiesenen Arten, während die hohen Regenmengen ein überdurchschnittliches Pflanzenwachstum und einen daraus folgenden Tierreichtum auf den Inseln zur Folge haben.
Aufgrund ihrer Entfernung von anderen Landmassen zeichnen sich die Galápagos-Inseln durch eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten aus.
Leider haben die Einführung fremder Arten sowie die Jagd im 19. Jahrhundert viele dieser einzigartigen Tierarten (z. B. die riesigen Galapagos-Riesenschildkröte) fast zum Aussterben gebracht.
Charles Darwin und die Galápagos-Inseln
Die Galápagos-Inseln sind insbesondere durch Charles Darwin bekannt geworden, dessen Evolutionstheorie dort eine Reihe von Anstößen erhielt.
Heute bieten die Galápagos-Inseln ein ideales Freilandlabor zur Beobachtung der Evolution.
Insbesondere die Arbeiten von Rosemary and Peter Grant über einige Arten der Darwinfinken gelten als bahnbrechend.
Auf einigen der kleinen Inseln war es ihnen möglich, über mehr als 20 Jahre hinweg jedes der bis zu 2000 Individuen der dort lebenden Finken durch Beringen zu verfolgen.
Entgegen ihrer Erwartungen (und denen der übrigen Fachwelt) konnten sie den Einfluss der natürlichen Selektion auf die Finkenpopulationen in diesem kurzen Zeitraum nachweisen.
Nachhaltigkeit
natürlichen Selektion
Nach der Ausrufung des Nationalparkes und der Gründung der Charles Darwin Forschungsstation geraten die Inseln immer mehr in den Blickpunkt von Tourismus und Fischerei-Wirtschaft. Die Inseln haben sich mittlerweile von einem Traumziel für Biologen zu einem boomenden Wirtschaftsraum entwickelt, in dem ökonomische Interessen gegen ökologische abgewogen werden müssen.
Zum einen bietet die Inselwelt der Galapagos ein einmaliges Erlebnis der nur hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, so dass mittlerweile ca. 80.000 Touristen jährlich (2003) das Archipel besuchen.
Weiterhin bietet das Meeresgebiet rund um die Inseln einen großen Fischreichtum. Besonders gefragt sind Haifisch-Flossen und Seegurken. Der Fang von Seegurken ist unter Auflagen erlaubt, der Fang von Haifischen ist verboten. Allgemein ist der Fischfang im Marine-Reservat Galapagos nur unter Auflagen erlaubt und für bestimmte Arten gelten spezielle Bestimmungen und Auflagen.
Auf den Galápagos-Inseln kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Naturschützern und Fischern, die sich durch die Auflagen behindert fühlen. Im März des Jahres 2004 kam es wieder zu Unruhen; im Juni desselben Jahres wurden dann die Charles Darwin Station und die Nationalparkverwaltung für zwei Wochen blockiert.
In der Folge wurde nicht wie in Nachhaltigkeitsuntersuchungen gefordert die Quote gesenkt. In der folgenden Fangsaison im Herbst 2004 wurde dann die Quote bei weitem nicht ausgeschöpft. Das lässt vermuten, dass die Bestände stark abgenommen haben und eine nachhaltige Reproduktion zur Zeit nicht staffindet.
Mehr Details zur Blockade gehen aus einer Pressemitteilung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt hervor: [http://www.zgf.de/presse/archiv/PM%20Galapagos_Seegurken.pdf Pressebericht Seegurken-Konflikt].
Fauna
Auf, und um die Inseln herum herrscht ein großer Artenreichtum. Viele Arten, die nur auf den Galápagos heimisch sind (rund 40%), wurden auch nach ihnen benannt. Einige Tiere, die auf den Galapgosinseln leben:
- Galapagos-Seelöwe
- Galapagos-Seebär
- Mähnenrobbe
- Blaufußtölpel
- Galápagos-Riesenschildkröte
- Darwinfinken
- Prachtfregattvogel
- Rotschnabel-Tropikvogel
- Sumpfohreule
- Galapagos-Landleguan
- Galapagosscharbe
- Galapagosbussard
Ecuadorianische Provinz
Seit 1973 ist Galápagos offiziell eine ecuadorianische Provinz mit Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno (auf San Cristóbal). Die Provinz hat eine Fläche von 8.066 km². Bereits 1861 und 1957 waren Schritte unternommen worden, Galápagos zu einer Provinz zu erheben, diese waren aber nicht nachhaltig gewesen.
Die Provinz ist administrativ in drei Kantone gegliedert:
#San Cristóbal (mit Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno; zum Kanton gehören unter anderem auch die Inseln Española, Floreana (Santa María), Genovesa und Santa Fe).
#Isabela (mit Hauptstadt Puerto Villamil; zum Kanton gehören unter anderem die Inseln Darwin, Fernandina, Teodoro Wolf)
#Santa Cruz (mit Hauptstadt Puerto Ayora; zum Kanton gehören unter anderem die Inseln Marchena, Pinta, Pinzón, Rábida, San Salvador und Seymour)
Literatur
- Bodo Müller und Matthias Stolt: Galápagos Die verwunschenen Inseln (2003) (BLV) ISBN 3861089092
- Jonathan Weiner: "Der Schnabel des Finken oder Der Kurze Atem der Evolution" (dt. 1994) (original: The Beak of the Finch: A Story of Evolution in Our Time)
- Wolfgang Bittmann und Brigitte Fugger: Galápagos Reiseführer Natur (BLV) ISBN 3405140668
- Jürgen Alex: Galapagos - Eine Arche Noah versinkt, in: mtv (Medical Tribune) 49/1978, ISSN 0343-5237
- Margret Wittmer: Postlagernd Floreana - ein außergewöhnliches Frauenleben am Ende der Welt, Bastei Lübbe, ISBN 3-404-61901-3
- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Galápagos - Die Arche Noah im Pazifik, Piper, ISBN 3-492-21232-8
Weblinks
- [http://www.darwinadventure.com Galapagos Inseln] (englisch)
- [http://www.darwinfoundation.org Charles Darwin Forschungsstation] (englisch, spanisch, französisch, deutsch)
- [http://www.galapagos2000.de/ Bilder & Infos von den Galápagos-Inseln](englisch, spanisch, deutsch)
- [http://www.galapagos-ch.org Freunde der Galapagos Inseln - Schweizer Verein]
- [http://www.galapagos.org/ Charles Darwin Foundation] (englisch)
- [http://www.gct.org Galápagos Conservation Trust] (englisch)
- [http://www.geo.cornell.edu/geology/Galapagos.html Zur Geologie der Galápagos-Inseln] (englisch)
- [http://www.galapagos.to/ Sammlung von hist. Karten, Literatur, Ephemera etc.] (englisch)
- http://www.ingalapagos.com/ (auf deutsch)
- [http://www.ecuador365.com/deutsch/ Galapagos: Impressionen im Bild]
- [http://www.hickerphoto.com/galapagos-islands-cat.htm Fotos von den Galapagos Islands]
- [http://www.galapagosmap.com Galapagos Inseln - einfache Karten] (englisch)
Kategorie:Geographie (Ecuador)
Kategorie:Weltnaturerbe
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Provinz in Ecuador
ja:ガラパゴス諸島
th:หมู่เกาะกาลาปาโกส
zh-min-nan:Galápagos Kûn-tó
Kanaren
Die Kanarischen Inseln sind eine geographisch zu Afrika, politisch aber zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik - etwa 150 km westlich des südlichen Marokko gelegen. Ihr gehören Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera, El Hierro sowie etliche kleinere und teils unbewohnte Inseln an.
Die Bezeichnung "Kanaren" geht vermutlich auf lat. canis (= Hund) zurück, da die Inseln der Sage zufolge von großen Hunden bewacht wurden.
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Regierung und Verwaltung
Die Inseln bilden zusammen eine der siebzehn autonomen Gemeinschaften Spaniens, die aus zwei Provinzen besteht. Die Provinzhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria verwaltet die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Santa Cruz de Tenerife als zweite Provinzhauptstadt verwaltet die westlichen Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro.
Das Gobierno Civil von Las Palmas ist die übergeordnete Instanz, der dortige Zivilgouverneur ist gleichzeitig Regierungsdelegierter von Madrid. Lokale Verwaltungsbehörden sind die eigenen Cabildos Insulares jeder der sieben Inseln, deren Zusammenschluss heißt Mancomunidad de Cabildos. Die Cabildos Insulares sind wiederum in Gemeinden mit je einem Rathaus (Ayuntamiento) unterteilt.
Als spanisches Gebiet gehören die Kanaren sowohl zur Europäischen Union als auch zum europäischen Zollgebiet, wobei sie in einigen Bereichen von Sonderbedingungen profitieren und eine Reihe von Hilfsprogrammen und Subventionen erhalten. Als Währung löste der Euro am 1. Januar 2002 die Peseta ab.
Die spanische Mehrwertsteuer gibt es auf den Inseln nicht, dafür wird eine deutlich niedrigere Inselsteuer auf Waren und Dienstleistungen erhoben. Bei Immobilieneigentum erwirbt man automatisch die residencia, welche Ermäßigungen von 20%, beispielsweise bei innerspanischen Flügen und Fähren, sowie viele weitere Vergünstigungen mit sich bringt. Auf den Inseln gibt es Zweigstellen der wichtigsten spanischen und vieler ausländischen Banken. Desweiteren verfügen die Kanaren über zwei Universitäten, auf Gran Canaria in Las Palmas und auf Teneriffa in San Cristóbal de La Laguna.
Geschichte
Geologisch gesehen sind die Inseln mit einem Alter von etwa 30 Millionen Jahren noch jung. Nach allerersten Überlieferungen soll es nur sechs Kanarische Inseln gegeben haben, ohne die fünf kleinen Inseln im Norden Lanzarotes zu berücksichtigen. Man glaubt, dass Fuerteventura und Lanzarote damals miteinander verbunden waren. Diese beiden Inseln, und auch Los Lobos, werden nicht einzeln erwähnt.
In der Anfangszeit der Phönizier wurden die Kanaren Alizuth genannt, das bedeutete soviel wie Glück und Freude. Nach Ankunft der Griechen wurde der Name Elysius Parayso (Land der Illusionen und der Freude) verwendet. Kurz darauf wurde die Inselgruppe als Campos Elyseos (Paradies) bekannt. Es wurde gesagt, dass diese Inseln ein Ort sind, wo die Menschen ein ruhiges, süßes Leben führten. Bald war der Name Campos Elyseos für Poeten und Schriftsteller ein Synonym für die Glücklichen Inseln. Vermutlich um ca. 300 v. Chr. durchstreiften wilde Hunde (lateinisch: canes) die Kanarischen Inseln und veranlassten den römischen Gelehrten Plinius, den Inseln den Namen Canaria zu geben.
Seit etwa 2000 v. Chr. waren Menschen auf einigen Inseln präsent. Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln fasst man heute unter dem Begriff Guanchen (auch Altkanarier) zusammen. Ob sie als Schiffbrüchige gestrandet waren oder als Opfer einer Strafaktion durch Karthager oder Römer ausgesiedelt wurden, weiß man nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie aus Nordwest-Afrika kamen und gemäß anthropologischer Übereinstimmungen und nach Erkenntnissen über ihre Sprache, Angehörige von Berber-Völkern waren. Die Eroberung des Archipels Anfang des 15. Jahrhunderts, durch den Normannen Jean de Béthencourt und seinen Gefährten Gadifer de la Salle, wurde gegen Ende desselben Jahrhunderts von den katholischen Königen Ferdinand II. und Isabella I. beendet. Im Verlauf dieser Zeit wurden die Guanchen ausgerottet. Seit dem gehören die Inseln zu Spanien.
Christoph Kolumbus machte auf der Insel La Gomera seine letzte Zwischenstation, bevor er 1492 zu seiner Reise über den Atlantik aufbrach.
Im 18. Jahrhundert wanderte ein kleiner Teil der spanischsprachigen Bevölkerung nach Louisiana aus. In Amerika wurden sie Isleños genannt.
Eine weitere Auswanderungswelle konnte man zwischen 1935 und 1940 beobachten. Damals wanderten viele Kanarier nach Südamerika, insbesondere Venezuela, aus. Viele dieser Auswanderer sind mittlerweile zurückgekehrt, und Elemente der südamerikanischen Kultur und des Sprachgebrauches haben sich auf den Inseln mit den spanischen vermischt. Venezuela wird auf den Kanaren deshalb häufig als "Die achte Insel" bezeichnet.
Geographie
Die Kanarischen Inseln bestehen aus den sieben Hauptinseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro, sechs mittleren Inseln (Alegranza, Graciosa, Montaña Clara, Los Lobos, Roque del Este und Roque del Oeste) und verschiedenen kleineren unbewohnten Inseln und Felsen (wie Anaga, Salmor und Garachico). Sie liegen im Atlantik in einer geographischen Region, die als Makaronesien bezeichnet wird (zusammen mit Kap Verde, den Azoren, und dem Madeira-Archipel). Der höchste Berg der Kanarischen Inseln ist der 3718 m hohe Pico de Teide. Er liegt auf der Insel Teneriffa und ist gleichzeitig Spaniens höchste Erhebung.
Klima
Spanien
Das Klima der Kanarischen Inseln ist aufgrund der Äquatornähe zwischen dem 27. und 29. Breitengrad das ganze Jahr über angenehm, was den Kanarischen Inseln den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings" eingebracht hat. Das Meer gleicht die Temperaturen aus und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara fern. Die Tagestemperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen ca. 20°C und 30°C. Klimabestimmend ist auch die Wolkenbildung der Passatwinde sowie die Richtung (Nordostpassat), aus der die Passatwinde wehen. Der Nordosten jeder einzelnen Insel ist meist kühler und feuchter ausgeprägt als der trockene und warme Südwesten.
Klimatabelle (Beispiel Gomera)
-----------------------------------------------------------------------
Monat JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
-----------------------------------------------------------------------
Ø Tagestemperatur 21 21 22 23 24 25 27 29 28 26 24 22
Ø Nachttemperatur 15 15 15 16 17 18 20 21 20 19 18 16
Ø Sonnenstunden pro Tag 6 6 7 8 9 9 9 9 8 7 6 5
Ø Regentage/Monat 6 4 3 2 2 1 0 0 2 5 6 7
Ø Wassertemperatur 19 18 18 18 19 20 21 22 23 23 21 20
Verkehr
Das Archipel ist nur zwei Flugstunden von der iberischen Halbinsel, und etwa vier Flugstunden von Zentraleuropa entfernt. Es gibt Direktflüge in die wichtigsten Städte Spaniens, Europas und der Welt. Jede Insel besitzt inzwischen einen eigenen Flughafen, wobei die Flughäfen Tenerife Sur und Gran Canaria zu den verkehrsreichsten Spaniens zählen. Auch untereinander sind die Inseln durch zahlreiche Fluglinien miteinander verbunden.
Des Weiteren besitzen die Inseln Teneriffa und Gran Canaria jeweils einen der größten Seehäfen der Welt, gemessen an Ausdehnung, Schiffsaufkommen und Handelstätigkeit. Auch untereinander sind die Inseln wiederum mit zahlreichen Fähren verbunden.
Städte
Die wichtigsten Städte auf den Kanarischen Inseln sind (mit Angabe der Insel, auf der sie liegen, und der Einwohnerzahl 2004):
Fähre
- Las Palmas de Gran Canaria (Gran Canaria) 376.953
- Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa) 219.446
- San Cristóbal de La Laguna (Teneriffa) 133.340
- Telde (Gran Canaria) 94.862
- Santa Lucía de Tirajana (Gran Canaria) 53.820
- Arrecife (Lanzarote) 51.633
- Arona (Teneriffa) 59.395
- San Bartolomé de Tirajana (Gran Canaria) 44.155
- La Orotava (Teneriffa) 39.909
- Puerto del Rosario (Fuerteventura) 28.357
- Santa Cruz de La Palma (La Palma) 17.857
- Los Llanos de Aridane (La Palma) 19.659
Kulturgüter
Durch die ereignisreiche Vergangenheit des Archipels sind die Kulturgüter der Inseln das Ergebnis einer Kulturvermischung, geprägt durch Guanchen, Berbergruppen, europäische Kolonialherren und die Sitten und Gebräuche, die durch Handelsschifffahrt, hauptsächlich vom amerikanischen Kontinent, auf die Inseln gebracht wurden. Es gibt zahlreiche archäologische Fundstätten, von denen wertvolle Funde in ethnografischen und anthropologischen Museen zu sehen sind.
An vielen Plätzen und Straßen kann man historische und künstlerische Monumente bewundern, deren Architektur, Bildhauerei und Malerei die kanarische Identität zum Ausdruck bringen. Das kulturelle Leben wird durch Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen von internationalem Rang bereichert. Traditionen drücken sich in Festen mit typischen Trachten und kanarischer Folklore der einzelnen Dörfer aus. Religion und heidnische Riten der Ureinwohner vermischen sich. Erwähnenswert ist der latein-amerikanisch angehauchte Karneval mit Samba-Rhythmen und vielen Farben.
Schätze der Natur
Das Archipel hat in seiner autonomen Gemeinschaft die meisten Nationalparks Spaniens (vier von insgesamt zehn). Hinzu kommen verschiedene Naturschutzgebiete, die etwa 60% der gesamten Inselfläche ausmachen. Diese Tatsache ist Ausdruck des Willens und der Notwendigkeit eine einzigarteige Natur zu schützen. Durch die privilegierte geografische Lage und dem besonderen Klima bildet jede Insel eine Art Mini-Kontinent. Es gibt auf den Kanaren eine Summe aus Strand und Schnee, aus Felsen und Sand, aus Wäldern und Wüsten, aus Hochgebirge und flachen Ebenen. Auf vielen Inseln gibt es endemische Tier- und Pflanzenarten, d.h. dass diese nur hier vorkommen.
Wasserhaushalt
endemisch
Der Wasserhaushalt der Inseln, bzw. der Niederschlag, ist vor allem durch die Passatwinde geprägt. Aufgrund der Höhe der Passatwinde (ab ca. 600/700 bis 1700 Meter Höhe über NN) gibt es gravierende Niederschlagsunterschiede auf den einzelnen Inseln.
Inseln wie z.B. Lanzarote weisen kaum Erhebungen auf, die diese Höhe erreichen. Der Passatwind mit seiner Feuchtigkeit weht schlichtweg über diese Insel hinweg.
Als anderes Beispiel mag La Gomera dienen. Gomera erhebt sich deutlich bis in die Zone der Passatwinde. An den Hängen Gomeras hat sich aufgrund seiner Höhe der so genannte Nebelwald ausgebildet. Die anflutenden Passatwinde steigen hier auf und kondensieren als Nebel oder auch Regen aus (Steigungsregen). 70 % des Wassers auf Gomera stammt so aus dem Nebelwald bzw. der Nebelwaldregion. Die Flechten- und Moosvegetation der Nebelwälder (siehe Bild) ist ein redsames Beispiel für Niederschlag über den Nebel.
Literatur
- Joachim Pott, Joachim Hüppe, Wolfredo Wildpret de la Torre: Die Kanarischen Inseln. Natur- und Kulturlandschaften. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3284-2 (reichbebilderte Darstellung der Geobotanik)
- Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. Über 850 Arten der Kanarenflora und 48 tropische Ziergehölze. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1997, ISBN 3440060373
Weblinks
- [http://www.islacanaria.net/ Nachrichten und Infos von- und für die Kanaren]
- [http://www.ulpgc.es/ Universidad de Las Palmas]
- [http://www.ull.es/ Universidad de Tenerife]
- [http://www.palmasport.es/00000/paginas/html/default.htm Puerto de Las Palmas]
- [http://www.laspalmascarnaval.com/ Carnaval de Las Palmas]
- [http://www.festivalcinelaspalmas.com/ Festival de Cine de Las Palmas]
- [http://www.culturacanaria.com/ahplp/ Archivo Historico de Las Palmas]
- [http://www.galeria-la-palma.com/ Bilder der Kanareninsel La Palma]
- [http://www.zech-verlag.com Historische Romane von den Kanarischen Inseln]
- [http://www.biologie.uni-regensburg.de/Botanik/Schoenfelder/kanaren/flora_canaria.html/ Flora der Kanarischen Inseln]
- [http://www.Kanaren-Reisefuehrer.de Reiseführer kanarische Inseln]
Siehe auch: Liste der Gemeinden auf den Kanarischen Inseln, Liste der Provinzen Spaniens, Pyramiden von Güímar, Kanarienvogel
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft
ja:カナリア諸島
zh-min-nan:Canaria Kûn-tó
Kap Verde
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Kap Verde (port.: Cabo Verde, geogr. Kapverden, Kapverdische Inseln) ist ein Inselstaat in Afrika mit neun bewohnten Inseln im Zentralatlantik, 460 Kilometer vor der Westküste Afrikas.
Der Archipel hat eine Fläche von 4033 km². Die Hauptstadt der kleinen Inselrepublik ist Praia mit gut 100.000 Einwohnern.
Geographie
Die Republik Kap Verde liegt im östlichen Nordatlantik, vor der Westküste Afrikas. Die Inselgruppe besteht aus 15 Inseln, von denen 9 bewohnt sind. Es wird unterschieden zwischen den Inseln über dem Wind (Barlavento) und unter dem Wind (Sotavento). Die Inseln über dem Wind sind Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista und die unbewohnten Inseln Santa Luzia, Branco und Razo. Zur Sotavento-Gruppe gehören Maio, Santiago, Fogo und Brava sowie die unbewohnte Inselgruppe der Ilheus Secos ou do Rombo.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Praia 113.364 Einwohner, Mindelo 70.611 Einwohner, Santa Maria 17.231 Einwohner, Pedra Badejo 9.488 Einwohner und São Filipe 8.189 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte in Kap Verde
Geologie
Der Archipel der Kapverden ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung der Kapverden ist der ebenmäßige Vulkankegel des Pico de Fogo mit 2.829 m. Hier fand 1995 der jüngste Ausbruch statt. Die Inseln im Nordwesten Santo Antão, São Vicente und São Nicolau sowie Santiago sind ebenfalls jung-vulkanisch und hochgebirgig, während die östlichen Inseln weitaus älter, bis auf einige Zeugenberge flach abgetragen und mit einem Kalksockel ausgestattet sind.
Bevölkerung
Herkunft der Bevölkerung
Die Kapverdischen Inseln waren vor ihrer Entdeckung und Besiedlung durch Portugiesen unbewohnt. Aus dem familiären Zusammenleben europäischer Siedler mit afrikanischen Sklavinnen bildete sich eine neue kreolische Kultur.
kreolische Kultur
Demographie
Die Geschichte der Kapverdier ist geprägt von wiederholten Einwanderungswellen aus Portugal, Madeira, starkem wirtschaftlichem Einfluss der Engländer und massenhafter Emigration als Antwort auf wiederholte Hungerkatastrophen. Heute (2000) kommen zu den etwa 435.000 Bewohnern des Archipels geschätzte 700.000 im Ausland lebende Kapverdier hinzu.
Gut die Hälfte der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptinsel Santiago.
Rund 80 % der Bevölkerung sind katholisch, 10 % sind Protestanten, von denen sich etwa die Hälfte zu den Nazarenern zählen. Der Rest bekennt sich zu anderen Religionen wie beispielsweise der HLT-Kirche ("Mormonen"), den Anglikanern oder Zeugen Jehovas.
Nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 liegt das Geschlechterverhältnis Weiblich zu Männlich bei 51,9 % zu 48,1 %. Bedingt durch Hungersnöte und der daraus resultierende Auswanderung der Generation der 1940er und 1950er Jahre fehlen die heute 55- bis 70-Jährigen fast völlig. Drei Viertel der Bevölkerung sind unter 15 Jahren. Der Altersdurchschnitt betrug im Jahr 2000 17,4 Jahre, das Bevölkerungswachstum lag bei 2,4 % pro Jahr.
Der durchschnittliche kapverdische Haushalt hat 4,6 Mitglieder, 54 % der erwachsenen Bevölkerung bezeichnen sich als ledig, 24 % leben in Partnerschaft ohne verheiratet zu sein und 16 % sind verheiratet. 3 % leben getrennt, beziehungsweise sind geschieden. Hierzu ist es hilfreich zu wissen, dass das portugiesische Recht und die katholische Kirche die Heirat unter Sklaven oder zwischen Sklaven und Freien nicht erlaubte. Hierdurch entstand in kreolischen Gesellschaften eine Vielfalt der Formen des Zusammenlebens, die bis heute überlebt. Polygame Familienkonstruktionen der Vergangenheit, bei der ein Mann mit mehreren Frauen in einem Haushalt lebte, gibt es nicht mehr.
Die Aussicht auf ein besseres Leben mit mehr Abwechslung, Job und Bildung zieht die junge Landbevölkerung in die Städte oder in die Nähe der Hauptverbindungsstraßen. Heute zählen schon 54 % zur Stadtbevölkerung.
Sprachen
Die offizielle Amtssprache der Kapverden ist Portugiesisch. Die Nationalsprache hingegen ist das Kapverdische Kreol (Krioulo), das verschiedene Varianten besitzt. Französisch wird von der jüngeren Bevölkerung in der Schule erlernt. Die grössten Unterschiede bestehen zwischen dem Kreol von Santiago und Santo Antão, die bis zur Unverständlichkeit gehen. Es bestehen jedoch grosse Ähnlichkeiten zwischen dem Kreol von Santiago und Guinée. Seitens der Regierung bestehen Bestrebungen das Krioulo bis Juli 2005 zu offizialisieren.
- Weiterführende Literatur: Esquisse d'une dialectologie portugaise (J.Leite de Vasconcellos: Paris 1901 - 1. Auflage, Lisbonne 1987 - 3. Auflage)
- Bibelübersetzung: Sergio Frusoni übersetzte 1979 Bartolomeo Rossettis Version des Neuen Testamentes: Er vangelo seconno noantri ins kapverdische Kreol von São Vicente: Vangêle contód d'nôs móda
Kultur
Die Kultur der Kap Verden ist afrikanischen und europäischen Ursprungs.
Es gibt verschiedene Musikrichtungen, von denen Morna die bekannteste ist. Cesária Évora ist die wohl berühmteste kapverdianische Sängerin.
Mindelo wird von vielen als die Kulturhauptstadt der Kap Verden betrachtet.
Literatur
Die Literatur von Kap Verde ist eine der reichsten Afrikas.
- Poeten: Sergio Frusoni, Eugénio Tavares, B.Léza, João Cleofas Martins, Ovídio Martins, Barbosa Jorge, Fortes Corsino António, Baltasar Lopes (Oswaldo Alcântara), João Vário, Oswaldo Osório, Arménio Vieira, Vadinho Velhinho, José Luís Tavares
- Schriftsteller: Manuel Lopes - Movimento Claridade, , Luís Romano de Madeira Melo, Germano de Almeida, Orlanda Amarilis, Jorge Vera Cruz Barbosa, Pedro Cardoso, Mário José Domingues, Daniel Filipe, Mário Alberto Fonseca de Almeida, Corsino António Fortes, Arnaldo Carlos de Vasconcelos França, António Aurélio Gonçalves, Aguinaldo Brito Fonseca, Ovídio de Sousa Martins , Osvaldo Osório, Dulce Almada Duarte, Manuel Veiga
Die bekanntesten Fabelwesen sind 'Ti Lobo' und 'Chibim' (Onkel Wolf und Onkel Zieglein), 'Ti Lobo'und 'Ti Pedro', Ti Ganga, Capotona.
- [http://www.minerva.uevora.pt/aprenderpt/jogoproj/tilobo.html Ti Lobo und Chibim]
- [http://verbumimagus.blogspot.com/2005/04/ti-lobo-e-ti-pedro-santo-anto.html Ti Lobo und Ti Pedro - Crioulo von Santo Antão ( Luís Romano) ]
Malerei
- Maler: Manuel Figueira, Luisa Queros, Tchalé Figueira, Bela Duarte, Kiki Lima, Mito
Musik
- Komponisten: Manuel de Novas, Vasco Martins
- Musiker: Cesária Évora, Simentera, Terezinha Araujo, Bana, Gil Semedo, Luís Morais, Os Tubarões, Bulimundo, Lura, Celina Pereira, Boy Gé Mendes, Orlando Pantera, Tchéka, etc.
Massenmedien
Fernsehsender:
- Portugiesisch: RTC - Radio Televisao Caboverdiana , RTP-Africa
- Französisch: TV4 Afrique
Radiostationen:
- Portugiesisch: RTC, RDP, lokale Radios
- Französisch: RFI Afrique: FM-Sender in Praia, Mindelo, Sal, Fogo e Santo Antão
Zeitschriften:
- A Semana (Praia, 1991-), Expresso das Ilhas, Journal O Cidadao (São Vicente) , Jornal Horizonte (Praia, 1988-), Terra Nova (S. Vicente, 1975-), Artiletra (S. Vicente, 1991-)
Online-Zeitschriften:
- [http://www.asemana.cv/ A Semana]
- [http://www.inforpress.cv/ Infopress]
- [http://www.hostultra.com/~caboverde/cidadao/index.htm O Cidadao]
- [http://www.paralelo14.com/p14/index.php Paralelo 14]
- [http://www.vozdipovo-online.com/ Voz di Povo]
Geschichte
Die unbewohnten Inseln wurden 1456 von dem in portugiesischen Diensten fahrenden Venezianer Alvise Cadamosto entdeckt und erstmals betreten (Boa Vista). António da Noli, ein ebenfalls im Auftrag des portugiesischen Prinzen Heinrich des Seefahrers fahrender genuesischer Kapitän setzte ab 1458 die Erkundung der Inseln fort, entdeckte wahrscheinlich den größten Teil der übrigen östlichen Kapverden, taufte den Archipel auf den Namen Ilhas de Cabo Verde und begann ab 1461 als Gouverneur der portugiesischen Krone mit der Besiedlung der Inseln.
Die Inseln wurden von den Portugiesen nach dem Cabo Verde (grünen Kap) an der Westküste Afrikas benannt. Der Name gibt die Entdeckungsgeschichte und die spätmittelalterliche Technik der Navigation wieder. Auch folgten, bis zur sicheren Bestimmung der geographischen Länge im 18. Jahrhundert, die Navigatoren der westafrikanischen Küste bis zum Kap, um die Inselgruppe in der Weite des Atlantiks nicht zu verfehlen. Schon Christoph Kolumbus, der 1498 auf seiner dritten Reise nach Amerika die Kapverden streifte, merkte an, dass die Bezeichnung wenig zum zumeist wüstenhaft trockenen Charakter der Inselgruppe passe.
Die Besiedlung der Inselgruppe begann mit einer kleinen portugiesischen Militärstation 1461 auf der Hauptinsel Santiago (portugiesisch São Tiago) sowie auf der Insel Fogo.
1532 errichtete man ein eigenständiges Bistum. Mit der Entsendung eines Generalgouverneurs erhielt die Insel einen offiziellen Status als portugiesische Kolonie.
Wirtschaftshistorisch spielte Kap Verde ab 1461 eine Rolle als portugiesische Militärstation und Vorposten für weitere Entdeckungsfahrten sowie zur Gewinnung von rosella tinctoria, einer Färberflechte.
Von 1500 bis etwa 1620 spielte die Insel Santiago eine bedeutende Rolle im transatlantischen Sklavenhandel als Umschlags- und Versorgungsstation.
Im Anschluss belebte lediglich der Salzhandel unter englischer Kontrolle die ansonsten dahinsiechende Wirtschaft bis 1850 der große natürliche Hafen von São Vicente aufblühte. Englische Kohlehandelsgesellschaften machten aus ihm den viertgrößten Kohlehafen zur Versorgung der rasant wachsenden Dampfschifffahrt. Als der Kohlehandel bereits im Schwinden war, ab den 1880ern, ersetzten neun auf São Vicente zusammenlaufende transatlantische Unterseekabel einen Teil der Bedeutung der Insel und der hübschen Stadt Mindelo.
Kapverdische Intellektuelle, allen voran Amílcar Cabral, prägten mit die gemeinsame antifaschistische und antikoloniale Bewegung, die am 25. April 1974 das faschistische Salazar-Regime in Portugal zu Fall brachte. Unter Vorsitz eines portugiesischen Hohen Kommissars kam es zur Bildung einer Übergangsregierung und Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung, bei denen - trotz Teilnahme weiterer Parteien - die Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit Guineas und Kap Verdes PAIGC dominierte und alle Sitze in der verfassungsgebenden Versammlung errang. Wie ihr Name sagt, erstrebte die Partei die Vereinigung mit Guinea-Bissau.
Am 5. Juli 1975 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen und die links-nationale Befreiungsbewegung PAIGC Partido Africano para a Independência da Guiné e Cabo Verde wurde zur alleinregierenden Partei. Erster Staatspräsident wurde Aristides Perreira. Ihre Mehrheit bei den Wahlen nutzte die PAIGC zum Ausbau des Einparteiensystems und dem Ausbau ihrer Macht. So wurden freie Gewerkschaften verboten und eine Einheitsgewerkschaft gegründet, und Kap Verde zum Einparteienstaat erklärt.
1981, nach einem anti-kapverdisch geprägten Putsch in Guinea-Bissau durch Nino Vieira trennte sich die Partei auf. Während sie in Guinea-Bissau den Namen beibehielt, benannte sie sich in Kap Verde in PAICV Partido Africano da Independência de Cabo Verde um.
Bei den Wahlen 1985 erhielt die PAICV zwar 94,5 % aller Stimmen, jedoch wurden Stimmen laut, die eine Demokratisierung forderten.
Der Einparteienstaat fand sein Ende durch eine Verfassungsänderung im Jahre 1990, durch die ein Mehrparteiensystem eingeführt wurde. Im gleichen Jahr gründete die Opposition die Bewegung für Demokratie ( Movimento para a democracia/MPD). Diese wurde in den ersten demokratischen freien Wahlen 1991 stärkste Kraft mit überwältigender absoluter Mehrheit (78 %). António M. Monteiro wurde zum Präsidenten der "zweiten Republik" und verfolgte im darauf folgenden Jahrzehnt eine neoliberal marktwirtschaftsorientierte Politik und die Dezentralisierung in Landkreise. Verfassungsänderungen im Jahre 1993 stärkten die Position des Ministerpräsidenten und wiesen dem Präsidenten eine Rolle als Repräsentant und moralischer Institution ähnlich westeuropäischer Demokratien zu.
Durch die Wahlen zur Nationalversammlung von 2001 kehrte die PAICV mit einem sozialdemokratischen Profil in die Regierung zurück.
Neuer Präsident wurde Pedro de Verona Rodrigues Pires ( - 29. April 1934).
Hauptziele der neuen Regierung sind die Armutsbekämpfung und Steigerung der Effizienz von Staat und Wirtschaft.
Politik
Kap Verde ist eine parlamentarische Republik mit Mehrparteiensystem.
Präsident ist seit 2001 Pedro de Verona Rodrigues Pires von der PAICV, die auch die Regierung stellt.
Parteien
Aktuelle politische Parteien in Kap Verde:
Verwaltungsgliederung
Verwaltungstechnisch sind die Kapverden in 17 Distrikte (concelhos, singular - concelho) unterteilt: Boa Vista, Brava, Maio, Mosteiros, Paúl, Praia, Porto Novo, Ribeira Grande, Sal, Santa Catarina, Santa Cruz, São Domingos, São Filipe, São Miguel, São Nicolau, São Vicente, Tarrafal.
Weitere 5 Distrikte wurden 2005 durch Teilung bisheriger Distrikte geschaffen:
Ribeira Grande de Santiago (Abspaltung vom Distrikt Praia),
São Lourenço dos Órgãos (Abspaltung vom Distrikt Santa Cruz),
São Salvador do Mundo (Abspaltung vom Distrikt Santa Catarina),
Santa Catarina do Fogo (Abspaltung vom Distrikt São Filipe) und
Tarrafal de São Nicolau (Abspaltung vom Distrikt São Nicolau)
Wirtschaft
Die Kapverden verfügen über keine nennenswerten mineralischen Ressourcen und leiden unter dem extrem trockenen Sahel-Klima.
Nur auf vier Inseln gibt es, wenn der jährliche Regen nicht ausbleibt, etwas Wasser für Bewässerungslandwirtschaft. Der Trockenfeldbau ist seit 1968 weitestgehend ausgefallen und die landwirtschaftliche Produktion reicht nicht zur Eigenversorgung. Immer müssen über 90 Prozent der Nahrungsmittel importiert werden.
São Vicente
Auch der Fischreichtum ist beschränkt und kann mit der einfachen handwerklichen Technologie einheimischer Fischer nicht genügend ausgeschöpft werden, so dass ausländischen Flotten der größte Teil des Fangs überlassen werden muss.
Exportiert werden Fisch, Langusten, Bananen, Textilien und einige Halbfertigwaren (Schuhe, Lederwaren). Der Tourismus entwickelt sich langsam und trägt etwa 10 % zum Bruttosozialprodukt bei, wobei die Insel Sal am stärksten besucht ist und über die Hälfte der Gesamt-Bettenbelegungen mit Strandtouristen erreicht. Segler und Windsurfer nutzen gerne die günstig im Passat gelegenen Inseln. Die guten Möglichkeiten für Bergtourismus und historisch-kulturellen Tourismus, für eine ausgeglichene Entwicklung wesentlich förderlicher, werden nur wesentlich langsamer erschlossen.
Der Kapverdische Escudo (ECV) wurde 1998 an den portugiesischen Escudo und 1999 an den Euro gekoppelt. Seit ihrer Gründung verfolgt die Nationalbank Kap Verdes eine kompromisslose Politik der Geldwertstabilität, um Emigranten zur Anlage ihres Sparvermögens in Kap Verde zu motivieren.
Der Staat finanziert sich hauptsächlich aus Einfuhrzöllen und indirekten Steuern. 2004 wurde eine Mehrwertsteuer von 15 % eingeführt.
Etwa 2/3 der kapverdischen Familien erhalten Zuwendungen von Familienangehörigen in der Emigration und Geldsendungen nach Kap Verde tragen zu gut 20 % zum Nationalprodukt bei.
Weitere Themen
- Musik der Kapverdischen Inseln
Weblinks
Allgemein
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=76 Informationen des deutschen Außenministeriums]
- [http://kapverden.nano-web.de/search/search.pl Internationale Suchmaschine für Kapverden]
- [http://www.bela-vista.net Reiseinformation, Fähren, Unterkunft, Reiseliteratur und Karten]
- [http://www.caboverde24.com/deutsch/ Kapverden Portal mit Forum und Live Web Cam]
- [http://www.itu.int/ITU-D/ict/cs/capeverde/index.html ITU Internet Country Case Studies - Cape Verde]
- [http://www.nave.cv/cvtelecom/xmlbrowserlinks.asp?catid=paginaspessoais&pag=1 Cabo Verde Telecom]
Fotos
- [http://www.ecaboverde.com/?l=kapverden Kapverden Fotos - alle Inseln]
- [http://www.mindelo.info/forum/album Offene Photosammlung von Kapverden (2004)]
- [http://svicente.dragoeiro.com/ Fototour von Mindelo (São Vicente)]
- [http://www.bela-vista.net/Postkarten.htm Postkarten von Kap Verde]
- [http://www.alewand.de/fotos/saovic/index.html Fotos von den Kapverden (2000)]
- [http://kapverden.nano-web.de/gallery Kap Verden Fotogalerie (Santiago, Fogo, São Vicente, 2003/2004)]
- [http://www.kapverde.at/index.html Kap Verden Diavortrag (Bilder mit Erläuterungen) 2001]
Poesie, Gedichte, Morna
- [http://www.unb.br/il/liv/public/frusoni.htm Sergio Frusoni (Kreol von São Vicente)]
- [http://www.bcv.cv/_conteudo/dinheiro/nota/1999/2000.htm# "Morna aguada" von Eugenio Tavares (Kreol der Insel Brava)]
- [http://www.capeverdeancreoleinstitute.org/lusiadas_na_kriolu.htm Auszug 'OS LUSIDAS' im Kreol von Santo Antão]
Sprache
- [http://www.bela-vista.net/Kreol.htm Sprachführer, Grammatiken und Wörterbücher des kapverdischen Kreols]
- [http://www.mindelo.info/dico_accueil.html Erlernen des Kreols von Soncente]
- [http://www.funana.de/kapverden/sprachfuehrer/deutsch-kriolu_kriolu-deutsch.html Santiago Kreol - Deutsch]
Humanitäre Hilfe und Vereine
- http://www.vista-verde.net
- http://www.delta-culture.at
- http://www.kapverde-journal.de
- http://www.8ung.at/calheta
Karten und Reiseliteratur
- [http://www.kapverdischeinseln.com Reiseliteratur im Attila Bertalan Verlag]
- [http://www.bela-vista.net/buch-landkarten.htm Landkarten bei Lucete Fortes]
- [http://www.bela-vista.net/buch-reisefuehrer.htm Reiseführer bei Lucete Fortes]
Kategorie:Inselgruppe
Kategorie:Staat
ja:カーボベルデ
ko:카보베르데
ms:Cape Verde
zh-min-nan:Chheⁿ-kak Kiōng-hô-kok
Mikronesien (Inselgebiet)
Mikronesien (griech. kleine Inseln) ist ein Inselgebiet im westlichen Pazifischen Ozean. Mikronesien ist ein Sammelbegriff für ein "Inselmeer" von über 2.000 tropischen Inseln und Atollen, die über 3 Millionen Quadratmeilen des Pazifischen Ozeans verstreut sind. Geografisch liegen die Inseln nördlich des Äquators im westlichen Pazifik. Die Distanz von einem Ende Mikronesiens zum anderen ist fast 4.000 Kilometer. Mikronesien besteht nicht nur aus einem Land, sondern aus mehreren unabhängigen Ländern, die einst Teil des US-Treuhandgebiets Mikronesien waren.
US-Treuhandgebiet
Die 8 Inselgruppen Mikronesiens sind Guam, die Republik Palau (Belau), die Marianen, Pohnpei, Yap, Chuuk, die Marshallinseln und Kosrae. Jede dieser Inselgruppen hat ihre eigenständige Kultur, Sprache, Geschichte und landschaftlich schöne Attraktionen.
Nicht nur von der Distanz her sind die mikronesischen Inseln weit voneinander entfernt, auch kulturell liegen Welten bzw. viele Inseln dazwischen. Die traditionellen Lebensweisen der Ureinwohner sind sehr verschieden, geprägt von ihrer unterschiedlichen Geschichte, der Größe der Inselgruppen und auch deren geologische Beschaffenheit.
Mikronesien hat eine bewegte Geschichte: Viele der Inseln waren beliebte Anlaufhäfen für Walfänger in den frühen 1800er-Jahren. Kolonialmächte siedelten sich später an und Höhepunkt der Geschichte waren wohl bittere Schlachten, Gefechte und Bombenangriffe im 2. Weltkrieg. Die Inseln sind ein wahres Naturmuseum hauptsächlich in den Lagunen und unter Wasser. Doch auch an Land im Dschungel sind viele historische Zeugen zu entdecken.
Die Kombination von Naturereignissen, verschiedenen Kulturen, Gebräuchen und von Menschhand verursachten Konflikten und ihre Hinterlassenschaften machen Mikronesien zu weltbekannten, mit Sicherheit für Taucher sehr interessante Tauchzielen.
Folgende Inselgruppen gehören zu Mikronesien:
- Marianen
- Nördliche Marianen
- Guam
- Karolinen
- Föderierte Staaten von Mikronesien
- Palau
- Marshallinseln
- Gilbertinseln (Hauptteil Kiribatis)
Bis zum Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 gehörten die Inseln außer den Gilbert-Inseln zu Spanien. Guam wurde von den USA annektiert, die Karolinen und Marianen kaufte Deutschland 1899 Spanien ab. Seit Okt. 1885 waren die Marshall-Inseln unter deutschen Schutz gestellt. Die Gilbert-Inseln waren 1892 von Großbritannien erworben worden.
Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die deutschen Inseln an den Völkerbund. 1920 wurden sie japanisches Mandatsgebiet und 1947 UN-Treuhandgebi | | |