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Inspiration

Inspiration

Als Inspiration (von lat.: inspiratio = Beseelung, Einhauchen von Leben, Ausstatten mit Geist) bezeichnet man einerseits in der Medizin den Vorgang des Einatmens selber, wobei sich durch das Zusammenziehen der Brustmuskulatur und des Zwerchfells das Volumen des Brustkorbes vergrößert und sich durch den dabei entstehenen Unterdruck die Lunge aufgrund ihrer Elastizität passiv dehnt und dadurch die Atemluft durch die Atemwege in die Alveolen der Lunge strömt. Andererseits wird darunter jene mentale Kraft verstanden, die neue Ideen hervorbringt. Inspiration bezeichnet häufig auch ein Erlebnis, das als Auslöser für eine neue Idee angesehen wird, z.B. die Begegnung mit einem Menschen, eine Reise oder ein Traum. Menschen, die Künstler oder Wissenschaftler inspirieren, nennt man Musen. Das Konzept der Inspiration setzt voraus, dass Kreativität oder Originalität im Menschen durch einen bestimmten Auslöser von außen in Gang gesetzt werden müssen. Allerdings ist noch nicht erforscht, ob dieser Auslöser tatsächlich die neurologische Ursache für Kreativitätsschübe großer Künstler ist, oder ob vielleicht eher interne biologische Prozesse der Grund sind. Von Inspiration spricht man auch in Bezug auf die Bibel. Bibeltreue Christen, besonders Evangelikale, Zeugen Jehovas, sind davon überzeugt, dass die Bücher der Bibel zwar von Menschen niedergeschrieben wurden, allerdings unter Führung des Heiligen Geistes Gottes. Somit sei die Heilige Schrift von Gott inspiriert (d.h. eingegeben oder sogar diktiert).

Weblinks


- [http://www.luckysoul.de gute Erklärung zu Inspiration, interaktive Möglichkeit Inspiration zu erfahren (dt.)]
- [http://www.inspiriertwohnen.ch Im Zusammenhang: Inspiration in Garten und Haus (dt.)]
- [http://www.inspirationen.info Im Zusammenhang: Inspirationen.info - Wohngefühle online bestellen (dt.)] Kategorie:KunstKategorie:EsoterikKategorie:Religion

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
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„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Leben

Leben beginnt dann, wenn die charakteristischen Eigenschaften der Lebewesen entstehen, Leben endet dann, wenn diese Eigenschaften wieder verschwinden, also der Tod eintritt.

Philosophie

In der Philosophie ist Leben das Wesen des Organischen.

Antike Philosophie

In der Antike ist der Begriff gleichbedeutend mit der Fähigkeit, sich selbst zu bewegen. Antreibende Kraft hierfür ist die Seele. Aristoteles unterscheidet drei verschiedene Arten von Leben, die er hierarchisch anordnet und den Lebewesen zuordnet:
- auf der untersten Stufe steht das vegetative Leben der Pflanzen,
- darauf folgt das sensitive Leben der Tiere,
- auf der obersten Stufe befindet sich das geistig-seelische Leben des Menschen. Eine andere historische Vorstellung besagte, dass Leben sich aus Unbelebtem immer wieder neu bildet, zum Beispiel in einem Heu-Wasseraufguss. Diese Theorie wurde als Urzeugung bezeichnet. Louis Pasteur konnte dieses experimentell widerlegen.

Westliche Philosophie der Neuzeit

In der Neuzeit entwickeln sich zwei gegensätzliche Grundauffassungen:
- Mechanismus: Leben lässt sich allein aus den Gesetzmäßigkeiten der Bewegung der Materie vollständig erklären. (siehe auch: Materialismus und Physikalismus)
- Vitalismus: Leben kommt nur den organischen Erscheinungsformen zu und unterschiedet sich qualitativ von anorganischen Erscheinungsformen: Alles Lebendige zeichnet sich durch eine zielgerichtet formende Lebenskraft (vis vitalis) aus. (siehe auch: Idealismus). Lange Zeit wurde die Auffassung in der Biologie vertreten, dass im Zellsaft, im Protoplasma, diese besondere Lebenskraft stecken würde. In Anlehnung an religiöse Vorstellungen wurde angenommen, dass es 'belebte' und 'unbelebte' Materie gebe. Diese Vorstellung spiegelt sich noch in der Wortwahl "organische Chemie" und "anorganische Chemie" wieder. Heute ist jedoch bekannt, dass jede organische Substanz aus anorganischen Bestandteilen hergestellt werden kann (erstmals: Harnstoffsynthese durch Friedrich Wöhler). Der Organizismus kann als Synthese dieser beiden Ansätze angesehen werden: Lebensvorgänge lassen sich zwar durch die Prinzipien der Physik und Chemie erklären. Lebewesen besitzen aber auch Eigenschaften, die unbelebte Materie nicht aufweist. Dies sind emergente Eigenschaften, die sich einerseits aus der Komplexität von Lebewesen, andererseits durch die besondere Rolle ihres genetischen Programms ergeben. Nach Ernst Mayr ist der Begriff „Leben“ nur der zum Ding gemachte Vorgang „Leben“ und existiert nicht als selbständige Entität.

Naturwissenschaftliche Annäherung

Lebewesen

Die naturwissenschaftliche Definition von Leben ist genau genommen eine Beschreibung von charakteristischen Merkmalen, die in ihrer Gesamtheit ein Lebewesen definieren. Einige dieser Merkmale findet man auch bei technischen, physikalischen und chemischen Systemen, andere Merkmale sind nur den Lebewesen zu eigen Die Biologie untersucht alle Erscheinungen auf allen Systemebenen der Lebewesen. Die Biophysik untersucht bestimmte Teilaspekte auf der Grundlage physikalisch-chemischer Prozesse. Eine ausführliche Beschreibung der chemischen Prozesse zur Entstehung von Leben findet sich im Artikel chemische Evolution.

Beginn des Lebens

Eine naturwissenschaftliche Definition für Leben im Sinne von „lebendig sein“ korrespondiert mit der naturwissenschaftlichen Definition für Lebewesen. Wird für Lebewesen das genetische Programm, seine Funktionalität und seine Entwicklung als essentiell angenommen, dann ergibt sich für den Beginn des Lebens der Zeitpunkt, zu dem Moleküle als Träger des Programms und weitere Hilfsmoleküle zur Realisierung, Vervielfältigung und Anpassung dieses Programms erstmalig zusammentreten, so dass ein System entsteht, das charakteristische Eigenschaften von Leben trägt. Die phylogenetische Perspektive auf die Entstehung des Lebens beinhaltet die Frage, wann Leben auf der Erde entstanden ist, und auf welche Art die ersten lebenden Systeme in einer unbelebten Umwelt entstanden sind. Die ontogenetische Perspektive auf die Entstehung des Lebens beinhaltet die Frage, wie sich Organismus entwickelt (z. B. aus einer befruchteten Eizelle). Man spricht hier auch vom "Beginn des Lebens", obwohl es sich hier um eine Kontinuität des Lebens im Laufe von Generationen handelt. Daraus ergibt sich eine Möglichkeit zur Definition von Entstehung (und Ende) von Leben: Leben beginnt dann, wenn die charakteristischen Eigenschaften der Lebewesen entstehen, Leben endet dann, wenn diese Eigenschaften wieder verschwinden, also der Tod eintritt. Ob eine wasserfeste Definition von "Leben" erforderlich ist, um den Beginn des Lebens zu verstehen, ist immer noch umstritten. Fraglos ist aber, dass "Leben", und damit der Beginn des Lebens in unterschiedlichen Kontexten, unterschiedlich aufgefasst werden. Deswegen tritt an die Stelle einer allgemeingültigen Definition eine Vielfalt von Auffassungen, die unter anderem durch Weltanschauung, Ethos, Religion, Moral oder Pragmatismus beschrieben sind.

Religion

Unterschiedliche Religionen sehen im Leben eine von unbelebter Materie zu unterscheidende Daseinsform, die nur aufgrund übernatürlicher Intervention entstanden sein kann. Das Leben (oder zumindest das menschliche Leben) wird dann oft als etwas besonderes (Heiliges) angesehen. Die Theorie, dass das Leben durch einen Gott erschaffen wurde, wird Kreationismus genannt. Die Anhänger dieser Theorie erheben einen wissenschaftlichen Anspruch. Sie ist in den USA wie auch in verschiedenen islamischen und jüdischen Glaubengemeinschaften stark verbreitet. Die Naturwissenschaften hingegen versuchen, die Lebensentstehung ohne den Einfluss übernatürlicher Faktoren zu erklären und bieten dazu mehrere Theorien der präbiotischen chemischen Evolution an. Die Vorstellung vieler Religionen vom Ewigen Leben kann aufgrund des unausweichlichen biologischen Todes nicht wissenschaftlich behandelt werden. Aus Sicht der Wissenschaft stellt sie allenfalls eine Hypothese dar, die auf der ebenfalls hypothetischen Annahme einer dem Körper innewohnenden, von ihm aber unabhängig existenzfähigen geistigen Entität (Seele, Atman etc.) beruht. Auch das gesamte Leben auf der Erde findet durch die stetig ansteigende Temperatur und Größe der Sonne nach den heutigen Modellen der Sternentwicklung sich einstellende Aufblähung in spätestens ein bis fünf Milliarden Jahren sein unausweichliches Ende. Die Ansicht vieler Religionen, Leben oder menschliches Leben sei heilig und daher prinzipiell erhaltenswürdig, ist nicht mittels Biologie begründbar. Denn es sind auch Lebewesen bekannt, die nur so lange überleben, bis sie sich fortgepflanzt haben. Hier scheint die Erhaltung des genetischen Codes einer Art das Hauptziel der Fortpflanzung zu sein. Das einzelne Individuum ist ein Teil dieser Fortpflanzungsstrategie, aber es wird nach Erfüllung seiner biologischen Funktion weniger wichtig. Es altert und stirbt.

Außerirdisches Leben (Extraterrestrisches Leben)

Seit Jahrhunderten haben sich Menschen darüber Gedanken gemacht, ob es Leben auf anderen Planeten gibt und wie dieses wohl aussieht. Vorstellungen von "kleinen grünen Männchen" oder menschenfressenden Monstern von anderen Planeten bieten Stoff für viele Geschichten und Filme. In Gesteinen vom Planeten Mars wurden Spuren gefunden, die als versteinerte Bakterien gedeutet werden können. Diese Deutung ist aber umstritten. Ein definitiver Hinweis auf extraterretrisches Lebens konnte trotz intensiver Forschung noch nicht erbracht werden. (Siehe auch UFO und Exobiologie).

Das „lebendige“ Feuer

Von je her ist Feuer auch ein Symbol für Leben. Tatsächlich besteht eine interessante Analogie zwischen Flammen und Lebewesen:
- Feuer hat eine Art "Stoffwechsel":Kohlenwasserstoff- Verbindungen werden zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert, wobei Energie in Form von Wärme entsteht.
- Es "wächst" und "pflanzt" sich fort, solange es "genährt" wird.
- Es bildet ein Fließgleichgewicht zwischen Nahrungsaufnahme und Abgabe der Endprodukte bei ständiger Erneuerung der Körpersubstanz.
- Es reagiert auf äußere Einflüsse. Da der Buddhismus in seiner Nicht-Selbst-Lehre (an-atta) die Existenz einer Seele oder eines Atman verneint, bedient er sich bei der Erklärung der Wiedergeburt gerne des Vergleichs mit dem Feuer, das vom Verstorbenen auf den oder die (möglicherweise mehreren) Wiedergeborenen übergehe.

Künstliches Leben

Die Frage nach künstlichem Leben ist zweiteilig: #die Herstellung eines bekannten Lebewesens im Labor, und #die Herstellung neuer Lebensformen, auch nicht-organisch. 1. Obwohl man nicht erwartet, mehrzellige Organismen in naher Zukunft zu erzeugen, ist es schon gelungen, das Poliovirus im Labor herzustellen. Damit ist es zwar gelungen, ein biologisches System zu erzeugen. Es konnte aber dabei nicht auf die Mithilfe von Zellen verzichtet werden. Viren zeigen nicht alle Kennzeichen von Leben, sind nach verschiedenen Definitionen also keine Lebewesen. 2. Es gibt Vorstellungen, dass komplexe Computersysteme künstliche Intelligenz und künstliches Leben zeigen können (siehe KI und KL).

Simulationen von Lebensäußerungen


- John Horton Conways Spiel des Lebens ist ein Beispiel für die Simulation von Populationsentwicklung.

- Eliza von Joseph Weizenbaum simuliert einen Gesprächspartner, indem es Verhaltensweisen nachahmt, die ursprünglich von Psychotherapeuten entwickelt wurden, um ihre Patienten zu Reaktionen zu animieren.

Zitate


- „Rücken wir bis an die letzten Grenzen vor, an denen es noch Elemente mit dem Charakter der Totalität oder wenn man will, der Einheit gibt, so bleiben wir bei den Zellen stehen. ... Ich kann nicht anders sagen, als dass sie die vitalen Elemente sind, aus denen sich die Gewebe, die Organe, die Systeme, das ganze Individuum zusammensetzen“ - Rudolf Virchow
- „Leben ist, wenn eine Entität von sich eine Kopie aufgrund von Teilen herstellen kann, die alle sehr viel einfacher sind als sie selbst.“ - Carl Woese
- „Ein Netzwerk aus unteren negativen Feedbacks, die einem höheren positiven Feedback untergeordnet sind.“ - Bernard Korzeniewski (Damit ist ein System beschrieben, das keineswegs einzelne verkörperte Lebewesen als Leben kennzeichnet, sondern ganz allgemein sich so verhält, dass es seine Identität aufrechterhält oder reproduziert.)
- „Omne vivum e vivo“ („Alles Leben stammt von Leben ab“) - Louis Pasteur (Lebewesen können unter den derzeit herrschenden Bedingungen auf der Erde nicht spontan aus unbelebter Materie entstehen. Die spontane Lebensentstehung auf der Erde unter den Bedingungen der Uratmosphäre wird damit allerdings nicht ausgeschlossen.)

Siehe auch


- Naturwissenschaften: Evolution, Portal:Lebewesen, Portal:Biologie Wir können im Leben höchstens eine große Erfahrung haben, und das Geheimnis des Lebens ist, diese Erfahrung so oft wie möglich wieder zu haben. (Oskar Wilde)

Literatur

Siehe auch: Leben/Literatur
- Erwin Schrödinger: What is Life?. Cambridge University Press. ISBN 0-521-42708-8
- Sven P. Thoms: Ursprung des Lebens. Frankfurt: Fischer, 2005.

Weblinks


- [http://www.theologie-systematisch.de/anthropologie/2geschoepflichkeit/1leben.html Literatur zum Begriff Leben aus theologischer Sicht]
- [http://www.bio.com/newsfeatures/newsfeatures_research.jhtml?cid=12400270 www.bio.com: Scientists Crack 40-Year-Old DNA Puzzle And Point To 'Hot Soup' At The Origin Of Life (engl.)] ! ms:Benda hidup simple:Life zh-cn:生命

Geist

Mit dem Begriff Geist bezeichnet die deutsche Sprache eine im Ansatz von körperlichen Funktionen zu unterscheidende Fähigkeit oder Eigenschaft von Menschen oder Menschengruppen, im weiteren Sinne auch anderer Lebewesen oder unbelebter Gegenstände.

Der Begriff des Geistes

Geist als menschliche Fähigkeit

Im Zusammenhang mit dem Menschen wird als Geist seine kognitive Existenz bezeichnet, also die Tatsache, dass er Verstand und Denkkraft besitzt, aber auch Ideen und Vorstellungen hat. Der Begriff Geist umfasst alle mentalen (lateinisch mens = Geist) Fähigkeiten des Menschen: Verstand, Intellekt, Intelligenz, Urteilskraft, Erfahrung sowie die Fähigkeit Zusammenhänge aufzudecken. Geist hat vor allem aber auch kommunikative Aspekte, denn Geist will sich mitteilen, sucht Kontakte und entwickelt sich im kommunikativen Austausch mit anderen. Die Tätigkeit des kognitiven Geistes wird durch das Gehirn vermittelt und in vieler Hinsicht ermöglicht. Der kognitive Geist steht im "Gegensatz" zum Körper, also zur materiellen, sozialen und körperlichen Existenz des Menschen. Aber auch kognitiver Geist und Seele können ein Gegensatzpaar bilden. Dann wird der kognitive Geist (lateinisch: mens) dem rationalen Verstand, der Vernunft, Intelligenz, der Kognition oder dem Bewusstsein seiner Selbst zugeordnet. Die Seele (lateinisch: anima) ist demgegenüber das belebende, gefühlsmäßige Prinzip. Die Seele bzw. der Geist überdauert nach Ansicht der meisten Religionen sowie vieler Philosophen den biologischen Tod, da sie nicht zusammengesetzt ist.

Geist als menschliche Eigenschaft

Der Begriff Geist kann eine menschliche Eigenschaft bezeichnen,wenn von jemandem gesagt wird, er habe Geist. Gemeint ist damit, dass ein Mensch seinen Verstand einsetzt oder intelligent ist. Geistreich ist ein Mensch, der mit seinem Denk- und Sprachvermögen brilliert.

Geist als Bewusstsein

Buddhismus

Insbesondere im Buddhismus wird Geist als Bewusstsein definiert, welches in seiner Essenz ewig besteht, dem unendlichen Raum gleicht und die menschliche Existenz überschreitet und überdauert. Das Individuum identifiziert den eigenen Geist, nach dieser Auffassung, lediglich fälschlich mit dem eigenen Körper und unterliegt der Fehleinschätzung, Geist sei Bewusstsein eines von anderen getrennten Individuums. Ein erleuchtetes Wesen (Buddha) lässt diese Eingrenzungen hinter sich, erkennt den Geist, das eigene Bewusstsein als nicht an Körper und Ich-Vorstellung gebunden und erfasst die Raumähnlichkeit des Geistes. Man findet in buddhistischen Schriften (insbesondere bei Longchenpa) auch die Bezeichnung Grundlegender Raum der Phänomene zur Charakterisierung des Geistes. Nach diesem Ansatz erscheinen die Phänomene (Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Welt) als energetisches Spiel im Kontinuum des Geistes, ohne aber selbst Geist zu sein. Sie sind lediglich leere Erscheinungen ohne ein ihnen innewohnendes Sein (Sanskrit: Shunyata). Alle fühlenden Wesen sind nach dieser Sichtweise mit Geist ausgestattet und letztlich miteinander verbunden. Im Buddhismus haben aber auch Wesen einen Geist, die sich ihrer Selbst nicht bewusst sind, noch kein rationales Denken entwickelt haben und verstandesmäßiger Prozesse nicht fähig sind (Tiere).

Geist als Grundidee

"Geist" kann auch die Quintessenz einer Idee, auch eines philosophischen Modells, eines Tuns oder einer Gruppe von Menschen bedeuten, die im gleichen Sinne denken oder handeln. Es kann sich hierbei um einen symbolischen Inbegriff gemeinsamer innerer Haltungen oder Überzeugungen von Menschen handeln, wie etwa im "Geist von Langemarck" oder (ironisch) im "Geist von Malente". In ähnlicher Bedeutung wird der Begriff "Geist" dann verwendet, wenn vom "Geist des Humanismus" oder vom "Geist des Christentums" gesprochen wird, vgl. Montesquieus Schrift Vom Geist der Gesetze. vgl. auch die Redewendung: "Wes Geistes Kind...". Auch für Epochen wird der Begriff übertragen benutzt, etwa in Max Webers Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus und Ferdinand Tönnies' Geist der Neuzeit. Nur auf die Wortbedeutung als Grundidee zielt auch die Negation "Ungeist", von dem etwa verbrecherische Zeiten oder Menschen "beherrscht" werden.

Geist als Seele

Gelegentlich wird der Begriff des Geistes mit dem der Seele gleichgesetzt. In der abendländischen Philosophie ist die geistige Seele (auch Geistseele oder Geist-Seele genannt) gleichzeitig das Belebungsprinzip (vgl. anima und forma) und der substanzielle Grund für die Fähigkeit des Willens und der Vernunft. Während der Trialismus eine Dreiheit von Leib, Seele und Geist annimmt, argumentiert die klassische Philosophie für die substanzielle Einheit von Seele und Geist beim Menschen. Im christlichen Glauben wird davon gesprochen, dass während der Schwangerschaft durch Gott Leben in den Embyro eingepflanzt wird. Der Geist wird nicht nur von großen Teilen der abendländischen Philosophie, sondern auch von einigen Religionen als der oder ein unsterbliche Teil eines Menschen aufgefasst. In Anlehnung an die Vorstellung der Unsterblichkeit des Geistes ist Geist auch ein anderes Wort für Gespenst, siehe dort.

Einordnung des Begriffs Geist in die naturwissenschaftlichen Grundkategorien

Wenn man die drei Basisbegriffe der heutigen Naturwissenschaften Stoff (= Materie), Strahlung (= Energie) und Struktur (= Information) betrachtet, kann man fragen, wo der Begriff Geist naturwissenschaftlich eingeordnet werden kann. Die erste und wichtigste Unterteilung der Struktur ist die Unterscheidung zwischen Zufallsstruktur und nichtzufälliger Struktur ( beispielsweise eine Kristallstruktur) oder auch zwischen Zufallsinformation und nicht zufälliger Information. Reine Zufallsinformation hat kaum Informationsgehalt, ist geistlos. Geist gehört zur nichtzufälligen Information. Dazu kommt dann der Basisbegriff des Lebewesens. In den Naturwissenschaften gesteht man Geist nur Lebewesen mit einem Nervensystem zu. Noch enger wird die Definition, wenn man Geist nur auf den Menschen bezieht. Man muss die Definition aber wieder ausweiten, weil auch die Produkte des menschlichen Geistes beispielsweise Bücher nach allgemeiner Vorstellung geistige Produkte sind. Basisbegriffe der Natur- und Strukturwissenschaften Materie ------------ Energie \ / \ / \ / \ / Information /\ / \ / \ / \ / \ Zufalls- geordnete Information Information \ \ geordnete Strukturen in Lebewesen \ \ Informationsverarbeitung in Lebewesen \ \ Geist ist die Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn (nervale Algorithmen und Inhalte ) \ \ Geist steckt auch in den Produkten z. B. in Büchern

Die Erforschung des Geistes

Geist im Gehirn

Der Geist ist in der Hirnforschung der Teil, der sich durch Beschreibung von Nervenzellen und chemischen Vorgängen im Hirn nicht fassen lässt. Egal, ob man von Bewusstsein spricht oder von Geist, gemeint ist der Teil, der den Menschen zu einer Persönlichkeit macht. Die Neurologie des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts geht davon aus, dass das komplexe geistige Gebilde eines Individuums im Lauf der Entwicklung, die im Fötus im Mutterleib beginnt, über eine Reihe von Prägungen (Verstärkung und Verkümmerung bestimmter Nervenstränge und -gruppen im Gehirn) entsteht. Der menschliche Verstand besitzt ein Bewusstsein seiner selbst. Er kann über sich selbst nachdenken. Ohne Zweifel besitzen Tiere ein ebenfalls oft hochentwickeltes Gehirn, zuweilen sogar "Persönlichkeit". Es ist jedoch noch nicht erforscht, ob Tiere etwa Selbstbewusstsein haben (beispielsweise über den Tod, also das Ende ihrer Existenz nachdenken können). Man muss auch davon ausgehen, dass im Hirn von Tieren Denkvorgänge nicht an Sprache und deren Semantik und Grammatik gebunden sind. Wie auch immer der Geist von Tieren geartet sein mag, er gestattet es dem Menschen bislang nicht seinen Anspruch, sich mit einem Tier darüber zu verständigen zu befriedigen. Geist ist, informationstheoretisch definiert, im menschlichen Gehirn auch das, was viele Informationen im Sinne einer groben Richtung zusammenfasst. Er ist die Art, wie ein Hirn Informationen verarbeitet, und das Ergebnis dieser Informationsverarbeitung. Er gibt der Vielfalt zufälliger Informationen, die auf das Gehirn einstürmen, Richtung und Sinn. Er ordnet. Wobei im Gehirn eine ordnende Instanz noch nicht nachgewiesen werden kann. Derzeit liegt es nahe zu vermuten, dass es sich beim Gehirn mit seinen neuronalen Netzen um ein nichtlineares System dicht am Chaos handelt, das sich immer wieder neu selbst organisiert und allmählich in eine Richtung entwickelt, die sich dabei selbst verstärkt. Diesen Prozess könnte man als Geist bezeichnen. Künstliche neuronale Netze versuchen die vielfach vernetzten Lernprozesse des lebendigen Gehirns mit zunehmendem Erfolg nachzuahmen. Abgesehen davon, dass der Computer mit einem Bewusstsein seiner selbst immer wieder Gegenstand von Romanen und Filmen ist, stellt sich die Frage, ob in künstlichen neuronalen Netzen tatsächlich irgendwann ein Bewusstsein der Befindlichkeit des eigenen (künstlichen) Organs entsteht, ob ein künstliches neuronales Netz also wird mitteilen können, dass es sich zufrieden oder unzufrieden fühlt. Ein Problem des Ansatzes, der versucht, den Geist über das Gehirn zu erklären ist, dass sogenannte Qualias bestehen. Oder kurz gesagt: der Geist unterscheidet zwischen Positivem und Negativem. Ginge der Geist nur aus einem Neuronennetzwerk hervor, so bestünde keine plausible Erklärung, wieso etwas als gut empfunden wird. Selbiges gilt auch für die Willensbildung, da der Wille und eine elektrochemisch ausgelöste Handlung grundlegend verschiedene Phänomene sind. So wäre es also denkbar, dass Geist und Gehirn unabhängig voneinander sind und dass die Informationen im Gehirn lediglich von dem außen stehenden Geist genutzt werden, so wie er laut Ecclesscher Hypothese auch das Gehirn zur Steuerung seines Körpers verwendet. Während der Willensbildung ist eine erhöhte Aktivität in der äußeren Hirnrinde, in den Dendronen-Arealen, festellbar. Womöglich greift der Geist über diese auf das neuronale Netzwerk zu. Für einen außerhalb des Gehirns bestehenden Geist spricht auch, dass im Gehirn kein Entscheidungszentrum nachgewiesen wurde. Von Reflexen abgesehen, erfolgt vor einer Handlung jedoch eine Überlegung, in der aus allen Informationen eine Grundlage für die Entscheidung geschaffen wird, welche zudem mit den Qualias übereinstimmen muss. So wäre es also denkbar, dass der Geist das Entscheidungszentrum darstellt, das erfahrungsgemäß vorhanden ist.

Geist in Bild und Zahlen

Künstliche neuronale Netze Im antiken Griechenland wurde dem "Geist" der Dodekaeder als einer der fünf platonischen Körper zugeordnet. Mittlerweile kann man durch neuroradiologische Untersuchungsmethoden wie Kernspintomografie und Positronenemissionstomografie in grober Vereinfachung dem menschlichen oder tierischen Geist im Gehirn beim Denken zuschauen. Es ist also eine Bildgebung der die einzelnen geistigen Funktionen begleitenden Stoffwechselvorgänge - nicht der Denktätigkeit oder der Gedankeninhalte - möglich. Die Funktion einzelner Nervenfasern am lebenden Menschen ist dabei schwer zu erfassen. Es gelingt, einzelne Gehirngebiete als aktiv oder inaktiv zu beschreiben; einzelne Gedanken kann man technisch bisher nicht aufschlüsseln und es ist fraglich, ob dies prinzipiell überhaupt möglich ist. Einzelne Leistungen des Geistes lassen sich quantifizieren mittels psychologischer Tests.

Persönlichkeiten über den "Geist"

Buddha: Es ist der Geist selbst, der das Aufgebot der Myriaden von Wesen hervorruft, als auch die Welt, in der sie sich befinden. (Madhyamakavatara VI.89 aus Dalai Lama: Dzogchen - Die Herz-Essenz der Großen Vollkommenheit, Theseus Verlag 2001) Aristoteles: Die Seele ist die Form (nicht im heutigen umgangssprachlichen Sinne) des Leibes. Anima forma corporis. Der Geist ist die einfache, immaterielle Substanz, die zum Denken und freien Wollen disponiert ist. Idee von den Nervenzellen: der Nervenursprung liege im Herzen, das Gehirn dient nur der Kühlung. In der Antike vermutete man auch in den Seitenventrikeln den Platz für unsere geistigen Zustände. Galileo Galilei: Ich befand mich eines Tages im Hause eines in Venedig sehr angesehenen Arztes, wohin öfters Leute kamen, teils aus Neugier, um eine Leichensektion von der Hand eines ebenso wahrhaft gelehrten, wie sorgfältigen und geschickten Anatomen ausführen zu sehen. Diesen Tag nun geschah es, dass man den Ausgangspunkt der Nerven aufsuchte, welches eine berühmte Streitfrage zwischen den Ärzten aus der Schule des Galen und den Peripatetikern ist. Als nun der Anatom zeigte, wie der Hauptstamm der Nerven, vom Gehirn ausgehend, den Nacken entlang zieht, sich durch das Rückgrat erstreckt und durch den ganzen Körper verzweigt, und wie nur ein ganz feiner Faden von Zwirnsdicke zum Herzen gelangt, wendete er sich an einen Edelmann, der Ihm als Peripatetiker bekannt war und um dessentwillen er mit außerordentlicher Sorgfalt alles bloßgelegt und hatte, mit der Frage, ob er nun zufrieden sei und sich überzeugt habe, dass die Nerven im Gehirn ihren Ursprung nehmen und nicht im Herzen. Worauf unser Philosoph, nachdem er ein Weilchen in Gedanken dagestanden, erwiderte: Ihr habt mir das alles so klar, so augenfällig gezeigt - stünde nicht der Text des Aristoteles entgegen, der deutlich besagt, der Nervenursprung liege im Herzen, man sähe sich zu dem Zugeständnis gezwungen, dass Ihr Recht habt." Für Descartes: waren die wichtigsten Eigenschaften des menschlichen Geistes die Erkenntnisfähigkeit und der Wille. Zur Lokalisierung meinte er die Schnittstelle zwischen Leib und Seele wäre in der Zirbeldrüse zu finden, dem einzigen unpaarigen Organ des Gehirns. Gegenthese: Entgegen der Vermutung Descartes', dass es irgendwo im Gehirn ein singuläres Zentrum geben müsse, in dem alle Informationen zusammenkommen und einer einheitlichen Interpretation zugeführt werden, - einen Ort an der Spitze der Verarbeitungspyramide, wo das innere Auge die Welt und sich selbst betrachtet, entgegen dieser plausiblen Annahme erbrachte die Hirnforschung den Beweis, dass ein solches Zentrum nicht existiert. Korbinian Brodmans Vermutung hat sich bestätigt. Er folgerte schon zu Beginn dieses Jahrhunderts aus seiner Entdeckung funktionell und anatomisch abgrenzbarer Hirnrindenareale, ich zitiere: "Wir müssen daher die Annahme, dass eine Verstandesleistung oder ein Gemütsvorgang ... in einem einzelnen umschriebenen Rindenteile zustande komme, mag man diesen nun "Assoziationszentren" oder "Denkorgan" oder ähnlich nennen, als eine ganz unmögliche psychologische Vorstellung ablehnen." Uns stellt sich heute das Gehirn als extrem distributiv organisiertes System dar, in dem zahllose Teilaspekte der einlaufenden Signale parzelliert und parallel abgearbeitet werden.

Geistwesen, Geister

Als Geist kann auch ein mit einer Eigenexistenz versehenes, nicht notwendig unkörperliches Wesen bezeichnet werden. Die Existenz solcher Geistwesen ist naturwissenschaftlich jedoch nicht nachweisbar. Die Vorstellungen von Geistwesen sind breit gefächert.

Der Heilige Geist

Die christliche Religion kennt den Heiligen Geist als dritte Person der Dreifaltigkeit neben Gottvater und Sohn. Nach der biblischen Überlieferung (Matthäus-Evangelium) wird die Jungfrau Maria schwanger "vom Heiligen Geist". Nach Jesu Himmelfahrt wird der Heilige Geist zu Pfingsten über die Apostel ausgegossen, die daraufhin mit verschiedenen Geistesgaben ausgestattet sind. Hiervon abgeleitet werden Pfarrer und andere kirchliche Amtsträger als Geistliche bezeichnet. Auch von Gottvater wird neutestamentlich ausgesagt, dass er Geist sei.

Geister in der Bibel

Sowohl das Alte als auch das Neue Testament weisen darüber hinaus zahlreiche Textstellen auf, in denen ausdrücklich von Geistern die Rede ist. Von Jesus wird ausdrücklich berichtet, dass er aus vielen Menschen unreine Geister austrieb. Die Geister sind in diesem Zusammenhang nicht metaphorisch, sondern konkret zu verstehen. Charakteristisch ist Lukas Lk 11,24-26.

Naturgeister, Totengeister

In vielen Kulturen spielen Naturgeister eine Rolle. Gemeint sind Wesen, die Pflanzen, Tiere oder tote Gegenstände, aber auch Landschaften bewohnen, aber oft keine Götter im engeren Sinne sind. Siehe Naturgeist. In vielen Religionen hält man es für möglich, dass Menschen von Geistern besessen sein können. Dann verlieren sie die Kontrolle über ihr Tun. Ihr Verstand erscheint fremdgelenkt. Viele Geisteskrankheiten wurden bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein so erklärt. Siehe Besessenheit. Ferner kennen zahlreiche Kulturen Totengeister als Relikt Verstorbener. Siehe Gespenst.

Zitate


- [...] orandum est ut sit mens sana in corpore sano (lat., Juvenal Satire 10: man muss beten, dass ein gesunder Geist im gesunden Körper wohnt.)
- Ausdehnung ist das wesentliche Merkmal alles körperlich Materialen, dem seelischen und Geistigen fehlt dieses Merkmal. Ein Gefühl und ein Gedanke haben keine räumliche Ausdehnung.
- Wenn der Geist in Frieden ist, leidet der Leib keine Qualen.
- Geist und Leben sind untrennbar miteinander verbunden.
- List, Klugheit, Mut, Trotz - alles Geist.
- Damasio: "Ich bin also der Ansicht, daß ein Organismus dann Geist besitzt, wenn er neuronale Repräsentationen bildet, die zu Vorstellungsbildern werden, sich in einem Prozeß, den wir Denken nennen, manipulieren lassen und schließlich das Verhalten beeinflussen [...]."
- Ist es das Blut, mit dem wir denken, oder die Luft, oder das Feuer? Oder ist es keines von diesen, sondern vielmehr das Gehirn, das die Tätigkeit des Hörens, Sehens und Riechens verleiht ? Und daraus entsteht dann Gedächtnis und Meinung, und aus Gedächtnis und Meinung .. das Wissen ... Solange das Gehirn unversehrt ist, solange hat auch der Mensch seinen Verstand .. Daher behaupte ich, daß das Gehirn es ist, das den Verstand sprechen läßt. Alkmaion lebte um 500 v. Chr.. Er war ein griechischer Arzt und Philosoph aus Kroton. Alkmaion war einer der ersten, der im Gehirn das zentrales Organ der menschlichen Wahrnehmung und die stoffliche Grundlage des Denkens vermutete. Von Alkmaion ist selbst nichts überliefert. Obiges Zitat wurde ihm von Platon und Hippokrates zugeschrieben. nach W.Capelle, Die Vorsokratiker, Kröner Verlag Stuttgart 1963, Seite 111

Siehe auch


- Portal:Geist und Gehirn
- Weltgeist, Zeitgeist,
- Idealismus, Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
- Leib-Seele-Problem
- Philosophie des Geistes
- Portal:Philosophie, Portal:Bibel

Literatur


- Noam Chomsky: Sprache und Geist. Suhrkamp, 1967 (3 Vorlesungen)
- Peter Düweke: Kleine Geschichte der Hirnforschung: Von Descartes bis Eccles. Beck, München 2001, ISBN 3-406-45945-5
- Kenneth A. Klivington: Gehirn und Geist. Spektrum Akademischer Verlag
- Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes. Reclam UB
- Michael Schneider: Rätselhafte Welt – Mysterien und Rätsel unserer Zeit. BOD, Norderstedt 2004, ISBN 3833420588
- Varda Hasselmann, Frank Schmolke: Welten der Seele. München 1993, S. 31–45
- Bertrand Russell: Die Analyse des Geistes. Philosophische Bibliothek Bd. 527. 2000. VII, ISBN 3-7873-1527-6 (407 S., Buchleinen)
  - Was charakterisiert den Geist im Gegensatz zur Materie? Wodurch unterscheidet sich die Psychologie von der Physik? Ich werde Sie im Verlaufe dieser Vorlesungen zu überzeugen versuchen, dass der Geist nicht so geistig und die Materie nicht so materiell ist, wie man für gewöhnlich glaubt. (Bertrand Russell; aus Vorlesungen entstanden) Gerhard Roth:
- Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Suhrkamp (Taschenbuch, 383 Seiten)
- Schnittstelle Gehirn. Zwischen Geist und Welt.
- Neurowissenschaften und Philosophie. Eine Einführung. Mit Michael Pauen.
- Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert.

Weblinks


- [http://buecherei.philo.at/neuro.htm Kommentierte Linkliste zum Thema Geist]
- [http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2004/102/ Philosophische Dissertation, die u.a. ausführlich auf die Leib/Seele/Geist-Problematik eingeht]
- http://www.informatik.hu-berlin.de/~bach/Geist_und_KI/index.html
- http://www.madeasy.de/1/2geist.htm
- http://www.bewusstsein.ws/Wissen/Materie-Geist.htm
- [http://www.igpp.de Link zur seite des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie un Psychohygiene (IGPP)] Kategorie:Philosophie des Geistes Kategorie:Ontologie Kategorie:Kognitionswissenschaft Kategorie:Philosophische Anthropologie Kategorie:Wortexport simple:Mind

Medizin

Die Medizin (v. lat. ars medicina „Heilkunst“; auch Heilkunde) befasst sich mit der Gesundheit und mit der Vorbeugung (Prophylaxe), Erkennung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie, Linderung, Heilung) von körperlichen (physischen) und seelischen (psychischen) Erkrankungen und Unfallschäden sowie mit Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und Tod. Medizin ist ein Teilbereich der menschlichen Kultur, der zur Erhaltung von Gesundheit und Leben und zur Wiedereingliederung in das soziale Leben beitragen will. Ihr Erscheinungsbild ist variabel, abhängig von der Gesamtkultur, in der sie steht. In primitiven Kulturen ist sie angesiedelt zwischen Empirie und Dämonenglauben, in der religiösen oder philosophisch bestimmten Umgebung entwickelt sie metaphysische Züge, und in einer industriell orientierten Kultur dominieren technisch-naturwissenschaftlich und ökonomisch bestimmte Denk- und Handlungsweisen. In der Alltagssprache werden auch Medikamente bzw. Arzneimittel als "Medizin" bezeichnet. Medizin wird von Ärzten und weiteren Berufen (Gesundheits- und Krankenpflegern, Altenpflegern, MTAs, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktikern und anderen) ausgeübt. Psychotherapie darf auch von psychologischen Psychotherapeuten ausgeübt werden.

Spektrum der Medizin

psychologischen Psychotherapeuten Zum Bereich der Medizin gehören neben der sog. "Humanmedizin" die Zahnmedizin, die Veterinärmedizin (Tierheilkunde/Tiermedizin), in einem weiteren Verständnis auch die Phytomedizin (Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen). In diesem umfassenden Sinn ist Medizin die Wissenschaft vom gesunden und kranken Lebewesen. Grundlagen der modernen wissenschaftlichen und zunehmend evidenzbasierten Medizin bilden die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), speziell Anatomie, Biochemie, Physiologie, ergänzt durch Psychologie und Sozialwissenschaften (vgl. Medizinsoziologie). Die Vielfalt der Krankheiten und ihrer Behandlungsmöglichkeiten hat zu einer Aufgliederung der Humanmedizin in eine große Anzahl von Fachgebieten und Subspezialisierungen geführt (siehe: Liste medizinischer Fachgebiete). Die Zahnmedizin nimmt eine Sonderstellung ein. Neben der wissenschaftlichen Medizin haben sich unterschiedliche Formen der Alternativmedizin entwickelt, die in der Liste alternativmedizinischer Behandlungsmethoden gesammelt werden.

Konzepte der Medizin

Ziel der überwiegenden medizinischen Maßnahmen ist eine Beseitigung oder Linderungen krankheitsbedingter Beschwerden oder funktioneller Einbußen sowie eine Beseitigung oder Reduktion einer krankheitsbedingten Verkürzung der Lebenszeit. Diese Ziele können in der Regel am effektivsten durch eine kurative (heilenden) Medizin, die Krankheiten zu heilen versucht, erreicht werden. Unabhängig von Maßnahmen mit dem Ziel einer Heilung werden Beschwerden und funktionelle Einbußen durch medizinische Maßnahmen gelindert (palliative Medizin). In den letzten Jahren wird verstärkt die Bedeutung der Prävention betont, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Außerdem soll der Behandlung nötigenfalls eine Rehabilitation folgen, bei der versucht wird, verlorengegangene Fähigkeiten für den Alltag, für berufliche und soziale Bedürfnisse wiederherzustellen. In der kurativen Medizin ist die Gliederung in die Stellung einer Diagnose und anschließende Therapie ein fast allgemeingültiges Prinzip. Dabei steht am Anfang die Befragung des Patienten, dann die Untersuchung erst ohne, dann mit technischen Hilfsmitteln (oft bildgebende Verfahren wie Röntgen). Die Entstehung einer Krankheit kann mechanisch, vaskulär, nerval, neoplastisch oder entzündlich sein. Als Ursachen kommen Traumata, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Gendefekte oder externe Noxen in Frage. Man unterscheidet kausale von symptomatischen Therapieansätzen.

Geschichte

Hauptartikel: Medizingeschichte Medizin oder Heilkunst im allgemeinen kann als eine der am längsten praktizierten Tätigkeiten und später Wissenschaften angesehen werden. Von den Jägern und Sammlern bis zum heutigen Tage wurde aus schamanischer Medizin, die tief in Religion und Mystizismus verankert war, die "moderne Medizin" und als Ziel die evidenzbasierte Medizin. Diese ist in der heutigen Medizin allerdings nur in Teilbereichen verwirklicht, in der Praxis weniger als in der Theorie. Sowohl im Kampf gegen Krebs als auch in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel den Pocken kann sie bereits Erfolge verzeichnen, die noch vor einem halben Jahrhundert undenkbar schienen.

Weblinks


- [http://www.zbmed.de Fachinformationszentrum: Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, Köln]
- http://www.medizin-online.de Medizin-Portal für Ärzte
- [http://www.aezq.de Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)]
- [http://www.biomedcentral.com/home/ BioMedCentral (englisch) - Open Access Projekt]
- [http://www.ub.uni-duisburg-essen.de/recherch/fachinfo/medizin/medlinks.shtml Fachinformation Medizin der Universitätsbibliothek Essen]
- [http://www.medinfo.de/ Medinfo.de]
- [http://www.medsana.ch/ MEDSANA - Medizinische Fachinformationen für den Laien]
- [http://www.medpilot.de/ MedPilot - Virtuelle Fachbibliothek Medizin]
- PubMed Datenbank der National Library of Medicine (USA)
- [http://www.gesundheit.de/roche/ Roche Medizinisches Wörterbuch]
- [http://www.info-gesundheit.de Info-Gesundheit.de - Suchmaschine für Gesundheit und Medizin]
- [http://flexicon.doccheck.com/ offenes medizinisches Lexikon] auf Wiki-Prinzip
- [http://www.pflegewiki.de/index.php/ Medizin bei Pflegewiki-Artikel Medizin]
- [http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm Zum Begriff 'krank' in der Medizin mit Blick auf Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie]

Zeitschriften


- [http://www.aerzteblatt.de Deutsches Ärzteblatt komplett online seit 1996]
- [http://bmj.bmjjournals.com/ The British Medical Journal]
- [http://jama.ama-assn.org/ JAMA - The Journal of the American Medical Association]
- http://www.thelancet.com/ The Lancet
- http://content.nejm.org The New England Journal of Medicine
- [http://www.aerztezeitung.de Ärztezeitung online] ! als:Medizin fiu-vro:Arstitiidüs ja:医学 ko:의학 simple:Medicine th:แพทยศาสตร์ zh-min-nan:I-ha̍k

Atmung

Unter Atmung (lat.: Respiration) versteht man allgemein den aeroben, das heißt Sauerstoff verbrauchenden Abbau (Dissimilation) von Stoffen zur Energiegewinnung und die damit einhergehende Abgabe von Kohlendioxid. In der Pflanzenwelt findet neben dem Aufbau (Assimilation) auch Atmung statt, zum Beispiel nachts und in nichtgrünen Pflanzenteilen. Einige Mikroorganismen gewinnen den freien Sauerstoff in Abwesenheit von Luft aus anorganischen Verbindungen durch Denitrifikation. Diesen Prozess nennt man anaerobe Atmung. In der Biologie des Tierreiches wird dabei nach anatomisch/physiologischen und biochemischen Aspekten die äußere von der inneren Atmung (Zellatmung) unterschieden.

Äußere Atmung

Man unterscheidet:
- die Hautatmung, bei der der Gasaustausch über die gesamte Körperoberfläche erfolgt.
- die Kiemenatmung, bei der der Gasaustausch über dünne, durchblutete Hautausstülpungen, die Kiemen, erfolgt. Sie kommt bei vielen Wirbellosen, darunter auch Landtieren, und bei Fischen vor.
- die Tracheenatmung über röhrenförmige Einstülpungen der Körperhaut. Sie kommt bei Insekten, Spinnen und Tausendfüßern vor. Siehe Tracheen.
- die Lungenatmung mit Hilfe von in den Körper eingestülpten Säcken, die als Lungen bezeichnet werden. Sie kommt zum Beispiel bei lungenatmenden Schnecken und bei Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren einschließlich des Menschen vor.
- Gasaustausch der Pflanzen über die Stomata

Atemwege der Säuger

Beim Atmen strömt die Luft durch Mund oder Nase in den Körper. Wird durch die Nase eingeatmet, wird die Luft zunächst durch Haare der Nase und Schleimhäute gereinigt, angefeuchtet und angewärmt. Anschließend gelangt die Atemluft über den Rachenraum vorbei an Kehlkopf und Stimmbändern in die Luftröhre (Trachea). Die Luftröhre verzweigt sich in die beiden Äste der Bronchien, die sich immer weiter verzweigen (Bronchiolen). Am Ende befinden sich die Lungenbläschen (Alveolen) in der Lunge, durch deren dünne Membran Sauerstoff in die Kapillargefäße übertritt und auf umgekehrtem Weg Kohlendioxid aus dem Blut an die Lunge abgegeben wird.

Atemmechanik der Säuger

Bei der Einatmung (Inspiration) vergrößert sich durch das Zusammenziehen der Brustmuskulatur und des Zwerchfells das Volumen des Brustkorbes. Dabei dehnt sich die Lunge aus und es entsteht ein Unterdruck, Luft strömt durch die Atemwege in die Lunge. Damit sich die Lunge mit dem Brustkorb ausdehnen kann, befindet sich die Pleura zwischen Lunge und Brustkorb beziehungsweise Zwerchfell. Das die Lunge umgebende Lungenfell und die an der Innenseite des Brustkorbs (Brustfell) sowie auf dem Zwerchfell und dem Mediastinum liegende Pleura parietalis kleben dabei aneinander wie zwei Glasplatten, zwischen denen sich eine Flüssigkeit befindet. Das ermöglicht einerseits die Verschiebbarkeit der beteiligten Strukturen und verhindert andererseits durch den im Brustraum vorhandenen Unterdruck einen Kollaps der Lungen beziehungsweise ermöglicht deren Entfaltung. Bei der Ausatmung (Exspiration) zieht sich die Lunge wieder zusammen und die Luft strömt durch den Überdruck wieder durch die Atemwege hinaus. Beim Einatmen dehnt sich durch Senkung des Zwerchfells die dementsprechende Muskulatur des Rumpfs. Das bewirkt, dass sich zum Beispiel der Bauch dabei nach vorne wölbt. (Siehe auch Bauchatmung, Brustatmung)

Atemsteuerung der Säuger

Gesteuert wird die Atmung durch das Gehirn beziehungsweise das Atemzentrum im verlängerten Rückenmark. Ausschlaggebend ist dabei die Reaktion von Chemorezeptoren auf den Kohlendioxid-Gehalt (Kohlendioxid-Partialdruck) des Blutes. Übersteigt dieser einen gewissen Schwellenwert, setzt der Atemreiz ein. Rezeptoren die auf den pH-Wert des arteriellen Blutes sowie einen Sauerstoffmangel (Hypoxie) reagieren, haben nur eine zweitrangige Bedeutung als Atemreiz. Über die sensiblen Fasern des Nervus vagus (Rami bronchales und pulmonales) wird auch die Ausdehnung der Lunge erfasst. Überschreitet diese ein gewisses Maß, so wird die Inspiration reflektorisch begrenzt (Hering-Breuer-Reflex).

Messgrößen

Atemfrequenz des Menschen

Die Zahl der Ein- und Ausatmungen, die Atemfrequenz (AF), beträgt

Atemzugvolumen des Menschen

Das Atemzugvolumen (AZV) beträgt ca. 10 ml / kg Körpergewicht (m), sodass es bei einem Erwachsenen in Ruhe zwischen 0,5 und 0,8 Liter beträgt. : AZV = m \cdot 001l

Atemminutenvolumen des Menschen

Das Atemminutenvolumen (AMV) erechnet sich aus der Multiplikation der Atemfrequenz (AF) und des Atemzugvolumen (AZV): : AMV = AF \cdot AZV

Totraumvolumen des Menschen

Als Totraumvolumen bezeichnet man die Luftmenge, die nicht aktiv am Gasaustausch beteiligt ist, also bei der Atmung im gasleitenden System (Raum zwischen Mund und Lungenbläschen) "stehen bleibt". Das Totraumvolumen beträgt ca. 2 ml / kg Körpergewicht (m). Bei einem Erwachsenen entspricht dies etwa 150 ml. : Totraumvolumen = m \cdot 0002l

Atemluft in einem Leben

Ein Mensch atmet durchschnittlich ca. 5.000.000 m³ Luft ein.

Pathologische Atmungsformen

Die Störungen der Atmung werden in der ICD-10 unter den Symptomen, die das Kreislaufsystem und das Atmungssystem betreffen als [http://www.lumrix.de/icd2005.php?f=lumrix-get&r=resource%2Fr%2Fr06.xml&h=2&ss=flar R06] zusammengefasst. (Die folgenden Beispiele dienen zunächst nur als Arbeitsgrundlage!)
- Biot-Atmung (Zeichen für zentrale Atemstörung; Atmung typisch für Hirnverletzung (Schädel-Hirn-Trauma, betroffen: Stammhirn), erhöhten Hirndruck oder Meningitis)
- Cheyne-Stokes-Atmung (Zeichen für zentrale Atemstörung; Atmung typisch für Hirnverletzung (z.B. Schädel-Hirn-Trauma, betroffen: Großhirn)
- Hyperventilation; exklusive psychogene Hyperventilation!
- Kussmaul-Atmung (Typisch für diabetische Ketoazidose; daraus folgt eine Hyperventilation)
- Mundatmung, Schnarchen
- Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
- Seufzeratmung
- Schnappatmung
- Schluckauf; exklusive psychogener Singultus
- Stridor Die klinische Atemtherapie befasst sich mit den Krankheiten und Funktionsstörungen von Lunge und Stimmapparat.

Innere Atmung

Hauptartikel: Zellatmung Als innere Atmung oder Zellatmung oder werden jene Stoffwechselprozesse bezeichnet, die dem Energiegewinn der Zellen dienen. Insbesondere versteht man hierunter die biochemischen Vorgänge der Atmungskette in der inneren Membran der Mitochondrien, an deren Ende ATP synthetisiert wird.

Siehe auch


- Atem
- Atemgift
- Atemschutz
- Atemschutzreflex
- Atemspende
- Atemtherapie
- Bauchatmung
- Beatmung
- Husten
- Luft
- Stoffwechsel

Weblinks


- [http://members.aon.at/alois.krenn/atmung.htm Physiologische Grundlagen der Atmung und deren Störungen]
- [http://www.uniklinik-saarland.de/med_fak/physiol1/Praktikum/LUNGE.pdf Lungen-Praktikum der Uniklinik-Saarland]
- [http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/bio/5866 Atmungsregulation]
- [http://www.zum.de/Faecher/Materialien/hupfeld/Oekologie/sauerstoff-faktor-atmung.htm Übersicht der Atmungsformen und deren Entwicklung] Kategorie:Atmungsapparat Kategorie:Pneumonologie Kategorie:Airway-Management ja:呼吸

Zwerchfell

Das Zwerchfell (lat. Diaphragma) ist ein flächiger Muskel, der beim Menschen und bei den übrigen Säugetieren Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt. Das Diaphragma wird vom Nervus phrenicus innerviert. Der zum Brustraum gewölbte, in der Mitte sehnige Muskel kontrahiert sich beim Einatmen, so dass er abflacht und den Brustraum vergrößert. Dadurch entsteht in der Lunge ein Unterdruck. Da der äußere Luftdruck größer ist als der Luftdruck in der Lunge, strömt Atemluft in die Lungenflügel. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell und durch die elastischen Fasern in der Lunge zieht sich diese wieder zusammen. Eine Verletzung des Zwerchfells, zum Beispiel eine Durchbohrung (Perforation) mit einem spitzen Gegenstand, hat lebensbedrohliche Folgen, da bei Anspannung des Zwerchfells kein Unterdruck im Brustraum erzeugt werden kann und die Bauchatmung ausfällt. Ein Zwerchfellbruch kann viele Ursachen (Unfälle, schweres Heben, Schwangerschaft, Übergewicht, Sport) haben und wird meistens von den Betroffenen kaum bemerkt, ab dem 40. Lebensjahr haben etwa 50 % der Menschen einen Zwerchfellbruch, auch Hernie genannt, ohne je Nachteile zu verspüren, doch können durch das Aufsteigen (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre Sodbrennen und andere Schmerzen im Magen- und Brustbereich, sowie eine Refluxösophagitis auch die Folge einer Hernie sein. Ein Übergewicht macht diese Beschwerden zum Leiden. Kategorie:Atmungsapparat Kategorie:Skelettmuskel ja:横隔膜

Brustkorb

Als Thorax (griech., Brustkorb) wird in der Medizin/Anatomie der Brustraum bezeichnet. Die Wand des Thorax wird von Brustwirbelsäule, Brustbein und Rippen (knöcherner Thorax) sowie von Muskulatur gebildet. Er umschließt die Brusthöhle und, aufgrund der Kuppelform des Zwerchfells, auch den oberen (bei Tieren vorderen) Teil der Bauchhöhle.

Inhalt des Thorax


- Lungen
- Mediastinum mit
  - Herz
  - Thymus
  - großen Blutgefäßen (Brustteil der Aorta, obere Hohlvene, Lungengefäße)
  - verschiedene Nerven (Nervus phrenicus, Nervus vagus, Grenzstrang)
  - Lymphknoten und Ductus thoracicus

Häufigste Verletzungen des Thorax


- Hämatothorax
- Pneumothorax
- Spannungspneumothorax
- Chylothorax Schwierig ist die Unterscheidung eines nichtkardialen Thoraxschmerzes von einer echten Angina pectoris. Kategorie:Anatomie

Elastizität

Elastizität ist:
- Ein Begriff aus der Mechanik, der die Eigenschaft von Werkstoffen beschreibt auf einwirkende Kraft zu reagieren, siehe Elastizität (Mechanik).
- In der Elektronik enstspricht sie einem Blindwiderstand, der in einem Ersatzschaltbild durch eine Induktivität bzw. durch eine Kapazität ersetzt werden kann.
- Einen Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften, als Maß für die Reagibilität der Angebots- oder Nachfragemenge auf eine der Einflussgrößen, siehe Elastizität (Wirtschaft). Kategorie: Eigenschaft ja:弾性

Atemwege

Als Atemtrakt oder auch Atmungsapparat (Apparatus respiratorius) wird das gesamte System der Atmungsorgane bezeichnet. Dabei werden die luftleitenden Organe oder Atemwege von den dem Gasaustausch dienenden Lungen unterschieden. Man unterscheidet die oberen und die unteren Atemwege. Obere Atemwege:
- Mund
- Nase
- Rachen
- Kehlkopf Untere Atemwege:
- Luftröhre
- linker und rechter Luftröhrenhauptast
- Bronchien
- Bronchiolen
- Alveole Das Bronchialsystem nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als es flächenmäßig zwar den größten Teil der luftleitenden Wege ausmacht, aber - mit Ausnahme der Hauptbronchien - als "Bronchialbaum" in den Lungen eingebettet ist. Die in den Alveolarraum leitenden Hohlorgane übernehmen die Aufgabe, die Atemluft anzuwärmen, zu filtern und anzufeuchten. Das Luftvolumen, das sich in den Atemwegen befindet, wird auch als Totraum bezeichnet, da es nicht direkt am Gasaustausch in den Alveolen der Lunge teil hat. Zur Entwicklung des Atemtrakts siehe: Atemtrakt (Embryologie)

Siehe auch


- Atmung
- Erkrankungen des Atmungssytems Kategorie:Pneumonologie

Mental

Mit dem Adjektiv mental fasst man Phänomene zusammen, die mit dem menschlichen Geist (lat. mens) und dem Zusammenspiel von Geist, Psyche und Körper zu tun haben. Spitzensportler haben etwa bestimmte wesentliche Bewegungsabfolgen tausende Male nicht nur körperlich, sondern auch mental trainiert, dennoch ist das "Mentale" nicht leicht in den Griff zu kriegen: Sie verfehlen dennoch ihre Ziele, sowohl beim Skifahren als auch beim Fußball, oder sie schlagen beim Service den Ball ins Aus. Im Englischen bezeichnet mental demgegenüber alles, was mit dem menschlichen Geist zu tun hat: mental capacity sind z.B. die geistigen Fähigkeiten.

Siehe auch

Mentalität, Mentalese, Geist Kategorie:Psychologie

Idee

Die Idee (gr. εἶδος (eidos) / ἰδέα (idea) = Vorstellung, Urbild, Idee) oder das Bild, der Leitgedanke, das Musterbild, bezeichnet eine geistige Vorstellung, einen Gedanken.

Verwendung

In der antiken Philosophie spiegelt sich die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs. Heute versteht man im Allgemeinen unter einer Idee einen Einfall oder einen neuen Gedanken. Wenn dieser im Begriff ist körperliche Form als menschliche Kreation anzunehmen, kann sie auch zur Erfindung werden. Um "zündende Ideen" zu produzieren, finden verschiedene Kreativitätstechniken Verwendung, wie z. B. das Brainstorming. Eine Idee ist darüber hinaus aber auch heute noch allgemein ohne den Aktualitätsbezug ein Gedanke oder eine Vorstellung. Darin findet sich auch der Grund für die Verwendung der Idee als Synonym für einen Plan oder eine Absicht. Bsp: "Ich hatte die Idee spazieren zu gehen" Eine Idee ist umgangssprachlich auch eine kleine Menge. Bsp: "Eine Idee mehr Aufschnitt darfs schon sein."

Der Ideenbegriff in der Philosophie

Ursprünglich wurde die Idee begriffen als ein Urbild, das einer individuellen Wirklichkeit zugrunde liegt. Heute wird sie eher so definiert, dass von ihr eine Wirkung ausgeht, die Aufmerksamkeit bündelt, sowie eine Kraft, sich in alle Richtungen auszudehnen.

Von der Antike bis ins Mittelalter

In der Philosophie wird die Idee seit Platon als metaphysische Wesenheit eines Dinges aufgefasst. Die Idee ist ein in seinem Begriff erfasstes Wesen eines Dinges. Dabei wird von der Idee als einem Urbild oder Musterbild gedacht, dem die sinnlich erfahrbare Wirklichkeit nicht oder nur unvollkommen entspricht. Somit reicht beispielsweise kein noch so technisch perfekt gezeichneter Kreis an die Idee des Kreises im Sinne von Platons Ideenlehre heran. Dennoch hat der gezeichnete Kreis an der Idee teil und die Idee ist zugleich in ihm enthalten. Eine Idee kann nur durch das Denken, niemals jedoch empirisch, also sinnlich, erfasst werden. Eine weitere Eigenschaft, die Platon der Idee zuspricht ist, dass diese unveränderlich ist. Die höchste Idee ist nach Platon die des Seins, gefolgt von den dreien des Guten, des Schönen und des Wahren. Aristoteles bemüht sich dies zu wiederlegen und betrachtet die Idee als kraft- und formbildungsbegabt, aber ohne Wirksamkeit, siehe Entelechie. Die Neuplatoniker nehmen Platons Ideenlehre wieder auf und verstehen die Idee als Ausdruckskraft eines obersten Weltprinzips, das mittelalterliche Christentum als "Gedanke Gottes". Ein Streit (Universalienstreit) zwischen Platon-Anhängern, Aristoteles-Anhängern und Anhängern des Nominalismus um Wesen und Herkunft des Begriffes der Idee entbrennt im Mittelalter.

Subjektiver Idealismus

Seit Descartes und Locke wird die Idee in subjektivistischer Bedeutung verstanden. Vielfach bedeutet die Idee nur noch das "Bild, das sich der Geist von einem Ding macht" also eine Vorstellung oder ein Gedanke schlechthin.

Kants Ideenbegriff

Immanuel Kant bezeichnet mit der Idee ein Konzept, dass zwischen Subjektivem Idealismus und Objektivem Idealismus angesiedelt werden könnte. Eine Idee kann ihm zufolge nur im Verstand entstehen und entzieht sich gänzlich der Erfahrung. Als die drei Ideen der Metaphysik bezeichnet er Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Die Transzendente Idee ist für Kant ein Begriff, der in der Sehnsucht des Verstandes liegt, das ihm Gegebene zu überschreiten.

Kants Nachfolger

Mit dem Deutschen Idealismus gewinnt die metaphysische Ideenlehre Platons wieder an Bedeutung, sie stellt sich aber offener und dynamischer dar. Insbesondere vertreten durch Schelling, für den Ideen "überirdische Mächte" sind, Fichte und Hegel wird Idee als Begriff der Vollkommenheit gedacht, die sich zwar noch nicht in der Erfahrung findet, aber dennoch in der Wirklichkeit möglich ist. Fichte differenziert, dass Ideen Kraft und Stärke spenden, und ebnet somit dem Begriff der Idee die Ebene der subjektiven Kreativität. Hegel betrachtet die Idee als das objektiv Wahre und definiert sie als ewigen Prozess des real sich entfaltenden Denkens, entsprechend versteht er die Wirklichkeit als die entwickelte Idee des Gedachten, die an sich existiert. Der Deutsche Idealismus wird dem Objektiven Idealismus zugerechnet

Siehe auch:

Begriff, Entwurfsmuster, Ideal, Idealismus, Realität, Erfindung

Weblinks


- [http://www.ideenwiki.de/ IdeenWiki] Kategorie:Erkenntnistheorie Kategorie:Ontologie

Begegnung

Unter Encounter (engl. für: Begegnung) versteht man eine Reihe von psychologischen Theorien, auf ihnen aufbauende Bewegungen, und einige Therapieformen. Den Begriff Encounter prägte Viktor Frankl. Encounter Group ist ein Fachausdruck der Psychologie und Soziologie. Er meint u.a. einen personenzentrierten Ansatz, der die gegenseitige Wertschätzung fördert; eine wissenschaftliche Grundlage dafür ist die Aktualisierungstendenz. Die konkreten Erfahrungen dieses Ansatzes befruchten alle Lebensbereiche: Offenes und klares Wahrnehmen der verbalen und non-verbalen Mitteilungen der Mitmenschen, Bewußtmachen der eigenen Gefühle, dadurch besseres gegenseitiges Zuhören und Verstehen, stabilere Beziehungen zwischen Ehepartnern und zwischen den Generationen, Sinken der Kriminalität (einer der Anlässe der forschenden Psychologen). Weltweit verbreitet sind zahlreiche Formen der Encounter-Bewegung, z.B. integrative Bewegungen oder Marriage Encounter, eigene Seminare für Jugendliche und daraus entstehende lose Vernetzungen und Ähnliches. Zu den wichtigsten Therapieformen zählen Basic Encounter von Carl Rogers, Sensitivity Training, Open Encounter von Will Schutz und Gestalttherapie nach Fritz Perls.

Siehe auch


- Gefühle
- Empathie
- Themenzentrierte Interaktion
- Personzentrierter Ansatz Kategorie:Psychotherapie

Traum

Der Traum ist eine Art von meist unbewusster geistiger Tätigkeit, deren biologischer Sinn noch nicht voll verstanden wurde. Sowohl Menschen als auch höhere Tiere träumen. Ohne Träume scheint die psychische und körperliche Gesundheit zu leiden. Man nimmt an, dass das Träumen eine Funktion des Gedächtnisses ist. Die meisten Träume bleiben unbewusst. Beim Aufwachen kann jedoch der letzte Trauminhalt ins Bewusstsein dringen. Der Traum wird meistens während des Schlafes erlebt, manchmal auch im Wachzustand als Wachtraum bzw. Tagtraum. In einer überwiegenden Zahl der Fälle ist der Träumer nicht in der Lage, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Er akzeptiert den Traum als Realität, gleich wie absurd sich die einzelnen Traumelemente darstellen. Es ist jedoch möglich, sich während des Traumes bewusst zu werden, dass es sich um einen Traum handelt; dieser Zustand wird Klartraum oder auch "luzider Traum" genannt. Der Traum setzt sich über Grenzen von Zeit, Ort und Naturgesetzen hinweg; er ermöglicht die Begegnung mit Verstorbenen, Welt- und Zeitreisen, verleiht Tieren Sprache und dem Träumenden besondere Kräfte. Dabei findet der Traum nach Ansicht der meisten Menschen ausschließlich im Geiste des Träumers statt. Einige Menschen gehen allerdings davon aus, dass Träume eine eigene Realität besitzen. Kleine Kinder träumen meist von Spielen oder Tieren und sind dabei sehr aktiv. Bei Mädchen sind Kontaktaufnahme und "Happy End" häufiger als bei Jungen, die eher von unangenehmen, konflikthaften Themen träumen. Bei Heranwachsenden nehmen bizarre Züge in den Träumen zu. Während des Einschlafens verliert man zunächst die Kontrolle über den Gedankenablauf, dann entschwindet die Raum-Zeit-Orientierung, schließlich treten Traumbilder auf, die normalerweise als wirkliches Geschehen empfunden werden. Träume kommen in allen Phasen des Schlafes vor (Einschlafen, Aufwachen, REM-Schlaf und Non REM-Schlaf). Allerdings berichten Probanden am häufigsten von lebhaften Träumen wenn sie direkt aus dem REM-Schlaf geweckt werden. Erwacht man allerdings aus dem Tiefschlaf, mangelt es an Orientierung und am Erinnerungsvermögen. Die Erinnerung an die Traumgeschehnisse verblasst nach dem Erwachen üblicherweise binnen etwa 5-10 Minuten, sofern sie nicht durch eine Aufzeichnung festgehalten wird.

Albtraum

Tiefschlaf sieht im Traum den toten Siegfried, um 1805]] Der Albtraum spielt sich normalerweise in der zweiten Nachthälfte während der REM-Phasen ab und endet meist mit einem Aufschrecken. Man erinnert sich an ihn, ist sich aber sofort bewusst, dass es ein Traum war. Die Erinnerung an den Albtraum verschwindet. Erwacht man aus dem REM-Schlaf, ist man sofort präsent. Eine ebenfalls mögliche unangenehme Erfahrung ist hierbei auch, wenn man aus einem Albtraum aufwacht und sich nicht bewegen kann - man ist paralysiert. Etwas anderes ist der Pavor nocturnus (lateinisch die Nachtangst, der Nachtschreck), gekennzeichnet durch heftige Angstzustände, die, besonders bei Kindern, im ersten Drittel der Nacht in den Tiefschlafphasen auftreten, ohne dass sie sich an den Trauminhalt erinnern könnten. Sie äußern sich durch Schreien im Schlaf, verstörtes Erwachen, starkes Erregtsein sowie schnelles Atmen und gehen zuweilen mit Einnässen, Umherlaufen und Desorientiertheit einher. Eine EEG-Kontrolle zum Ausschluss einer latenten Epilepsie ist erforderlich, zumeist handelt es sich jedoch nach psychoanalytischer Deutung um Reaktionen ängstlicher Kinder auf aktuelle Konflikte oder aufregende Erlebnisse, nach schulmedizinischer Auffassung um eine Reifungsstörung des Systems der Regulierung der Schlafphasen. Bei einigen Patienten entwickeln sich aus Pavor nocturus-Anfällen später Angstneurosen oder ausgeprägte Phobien. In diesen Fällen ist eine Psychotherapie erforderlich. Der sogenannte Nachtschreck tritt bei 5% aller Kinder zwischen dem ersten und cirka siebten Lebensjahr auf. Zu erkennen ist er daran,dass das Kind während der ersten ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen schreiend erwacht. Es wirkt ängstlich und erschreckt, schwitzt manchmal, stammelt vielleicht unverständliche Worte und schlägt und tritt eventuell um sich. Das Kind ist dabei nicht wach, lässt sich nicht beruhigen, oft auch nicht anfassen, und nach einigen, selten mehr als 30 Minuten, geht der Nachtschreck genauso plötzlich, wie er gekommen ist. Meist kann man das Kind in dieser Zeit nicht wecken, es kann sich später auch nicht an die Situation erinnern. Am besten ist: Das Kind nicht zu wecken und dafür zu sorgen, dass es sich nicht verletzen kann. Das Kind sollte in dieser Situation, wenn möglich, nicht unbeausfsichtigt sein. Das Auftreten des Nachtschrecks hängt mit der Entwicklung des Gehirns zusammen. In der Regel handelt es sich nicht um eine Gesundheitsstörung. Generalisierbar ist das Phänomen des regelrechten Aufspringens, wenn im Traum ein Sturz vorgestellt wird.

Wachtraum

Auch im Wachzustand ist Träumen möglich, sowohl mit geschlossenen als auch mit offenen Augen, wobei Entspannung den freien Gedankenfluss begünstigt. In einigen Fällen fällt dem Träumenden die Unterscheidung zwischen Wachtraum und Normalschlaf schwer. Absichtlich herbeigeführt ähnelt der Wachtraum einer Meditation und kann auch die erste Phase eines im Wachzustand eingeleiteten Klartraumes sein. Unabsichtliches Auftreten hingegen kann auf Müdigkeit, ein hohes Maß an (ggf. unausgelebter) Phantasie und in Extremfällen auch Realitätsflucht hinweisen.

Wahrtraum

Der Wahrtraum bezeichnet eine Art von Traum, dessen Inhalt „reale“ Ereignisse behandelt und dabei so offensichtlich ist, dass er keiner Traumdeutung bedarf.

Klartraum

Der Klartraum oder luzider Traum ist ein Traum, in dem der Träumer sich bewusst ist, dass er träumt.

Traumyoga

Mit dieser aus dem tibetischen Buddhismus (Vajrayana) und dem Bön stammenden Praxis kann man lernen Bewusstheit während des Träumens aufrecht zu erhalten und Träume gezielt zu lenken. Ein geübter Traumyoga-Praktizierender ist sich also während des Träumens bewusst, dass er träumt (Klartraum oder luzides Träumen) und nimmt auf die Entwicklung seines Traumes Einfluss, indem er Inhalte oder Richtungen des Traumes verändert. Ziel ist wie bei allen buddhistischen Praktiken das Gewahrsam des Geistes zu schärfen und es ins Alltagsbewusstsein einfließen zu lassen. Traumyoga stellt daher eine Ergänzung buddhistischer Meditationspraxis dar, auf einen Lebensbereich bezogen, der üblicherweise in weiten Teilen eher unbewusst und ohne die Möglichkeit zur Steuerung abläuft. Es geht bei Traumyoga also weniger um die Inhalte von Träumen im Sinne von "Traumdeutung", sondern um geistige Klarheit und Schulung des Geistes während des Schlafs.

Träume bei Tieren

Fast alle Säugetiere und Vögel zeigen Phasen von REM-Schlaf und träumen somit höchstwahrscheinlich. Hunde und Katzen bewegen z.B. ihre Pfoten so als würden sie jagen. Dabei verarbeiten sie möglicherweise Erinnerungen des vorangegangenen Tages. Es wurden auch Versuche an Ratten durchgeführt, die zeigen, dass die Gehirnaktivität, die sie bei einer Futtersuche zeigen, in der darauf folgenden Schlafphase ganz ähnlich wiederkehrt. Erstaunlich ist, dass der Ameisenbär das einzige Tier aus der Gruppe der Säugetiere ist, das keinen REM-Schlaf besitzt

Inhalt von Träumen

Klartraum, 1322-1326]] Die Trauminhalte können entweder indirekt oder im Klartraum direkt beeinflusst werden. Trinkt man beispielsweise vor dem Einschlafen sehr viel Flüssigkeit, dann bekommt man schon während der Nacht Harndrang. Das kann zu Träumen mit Verfolgungscharakter führen oder prosaischer zu Träumen von der dringenden Suche nach einer Toilette. Auch abendliche Filme, die einen sehr aufwühlen, können die eigenen Träume indirekt beeinflussen. Auch die letzten Gedanken vor dem Schlafengehen können zu entsprechenden Traumerlebnissen führen. Geht man immer zur selben Zeit ins Bett und steht immer zur selben Zeit auf, dann werden einem die eigenen Träume nur selten bewusst. Steht man zu unregelmäßigen Zeiten auf und schläft ab und zu länger, auch wenn man gar nicht mehr so müde ist, dann werden einem Träume deutlich öfter ins Bewusstsein dringen. Man sagt, dass es nicht möglich ist, sein eigenes Sterben zu träumen - was nicht heißt, dass man nicht Situationen erträumen kann, in denen das eigene Ich schon verstorben ist.

Die Bedeutung des Traumes

Der Traum ist ein biologisch sinnvoller Vorgang, der zur Unterstützung der Funktionalität des Nervensystems wesentlich beiträgt. Eine ebenso große Bedeutung des Traumes erkennt man heute auch für die Aufrechterhaltung der emotionalen Ausgeglichenheit und allgemein der psychischen Gesundheit. In vielen Kulturen nahm man an, dass die Seele im Schlaf den Körper verlässt. Seit der Neuzeit wird der Trauminhalt als Teil der Seele aufgefasst. Das Traumerleben kann für Wachtätigkeiten nützlich sein, daher kommt auch die Volksweisheit: Ein Problem zu "überschlafen". Außerdem eignen sich Träume sehr gut, um über sich selbst, seinen Körper, seine Begierden, seine Gefühle, seine Erinnerungen und sein intuitives Wissen mehr zu erfahren (Traumdeutung). Das Erkennen von Zusammenhängen und wiederkehrenden Traumelementen wird durch die Aufzeichnung in einem Traumtagebuch erleichtert.

Kritik

Die Traumforschung gilt allgemein als Pseudowissenschaft. Die einzigen Hinweise auf Träume scheinen kontrollierte - und nach dem Träumen - nachvollziehbare Augenbewegungen im REM-Schlaf innerhalb eines Klartraums zu sein. Aus den neurophysiologischen Untersuchungen lässt sich weder die Existenz eines besonderen Bewusstseinszustandes, noch die von irgendwelchen „bizarren Bewusstseinsinhalten“ ableiten. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass alle Berichte über Träume damit einen rein subjektiven Charakter haben und es keine objektiven Beweise gibt. Alle Versuch