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Institutionalismus

Institutionalismus

Einleitung

Politische Institutionen haben, nicht nur in der Politikwissenschaft, einen starken Bedeutungszuwachs erfahren. Dies gilt auch und insbesondere für das Fachgebiet der Vergleichenden Politikwissenschaft.

Institutionalismus versus Neo-Institutionalismus

Die Betrachtung politischer Institutionen geht mindestens auf Jean-Jacques Rousseau zurück. Die frühen politischen Theorien sahen politische Institutionen jedoch lediglich als Arenen in denen politische Handlungen statt finden, die jedoch von fundamentaleren Kräften bestimmt wurden. In der vergleichenden Regierungslehre befasste man sich mit der institutionellen Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung, insbesondere der westlichen Welt. Es ging also um formale Institutionen. Seit Mitte der 70er Jahren begann sich ein neuer Institutionalismus zu entwickeln. Hierbei handelte es sich um eine Gegenbewegung zu herkömmlichen behaviouristischen Theorieansätzen und zu rational choice Ansätzen, die weitgehend als institutionenblind anzusehen sind. Im Neo-Institutionalismus werden, in Abgrenzung zum klassischen Institutionalismus, neben den formalen Institutionen auch nicht-formale betrachtet. Wie weit im einzelnen der Begriff Institution zu fassen ist, bleibt strittig. Wirtschaftswissenschaftlich inspirierte Wissenschaftler definieren den Begriff enger, als soziologisch inspirierte Wissenschaftler, die auch kognitive Regeln des menschlichen Handelns als Institution begreifen. Als kleinster gemeinsamer Nenner kann gelten, dass eine Institution ein Regelsystem ist, dass eine bestimmte Ordnung hervorruft.

Varianten des Neo-Institutionalismus

Wie bereits erwähnt wird der Begriff Institution von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen unterschiedlich ausgelegt. Analog lassen sich unterschiedliche neo-institutionalistische Ansätze voneinander unterschieden. Auf der einen Seite des Spektrums gibt es die rational-choice Ansatz und auf der anderen Seite der soziologische Ansatz, dazwischen befindet sich der historische Ansatz, der den rational-choice Ansatz und den soziologischen Ansatz integriert. Bild:Institutionalismus.jpg

Rational-Choice-Institutionalismus

Die Akteure im Rational-Choice-Institutionalismus sind analog zur mikroökonomischen Theorie rationale Egoisten, also Individuen. Im Gegensatz zur von Soziologen viel kritisierten mikroökonomischen Theorie wird jedoch davon ausgegangen, dass eine institutionelle Regulierung notwendig ist um dem Problem des opportunistischen Verhaltens und der damit verbundene Notwendigkeit Vereinbarungen zu überwachen zu begegnen. Institutionen beeinflussen demnach Handlungs- und Entscheidungsstrategien von Akteuren ohne ihre Ziele und Präferenzen zu verändern. Anders als der originale Rational-Choice- Ansatz erkennt der Rational-Choice-Institutionalismus die Diskrepanz zwischen wahren und gezeigten Präferenzen an. Anders herum ist die Form und Struktur von Institutionen das aggregierte Ergebnis individueller Entscheidungen.

Soziologischer Institutionalismus

Der soziologische Institutionalismus geht davon aus, dass sich Wahlalternativen dem Entscheidungsträger nicht automatisch anbieten, sondern gefunden werden müssen. Zeit und Informationen zur Entscheidungsfindung sind jedoch nicht unbegrenzt vorhanden. Die benötigten Informationen über Konsequenzen der möglichen Wahlalternativen werden über institutionelle Netzwerke kommuniziert. Die letztendlich getroffene Entscheidung hängt von der Struktur des Systems und den akkumulierten Bias sowie Counterbias ab. Die Struktur des Systems bildet sich integrativ, durch die Befolgung von Normen, wie kulturellen Routinen und Traditionen.

Historischer Institutionalismus

Der historische Institutionalismus nutzt in der Herangehensweise beide oben beschriebenen Ansätze. Institutionen sind formelle und informelle Prozeduren und Normen, die an Organisationen geknüpft sind. Die Pointe des historischen Institutionalismus ist die Zeit und die Pfadabhängigkeit. Beides ist in den vorangegangenen Ansätzen vernachlässigt. Probleme, Lösungen, Entscheidungen und Wahlalternativen kommen, durch ihre eigene autonome Zeitlinie, in Arenen der Entscheidung zusammen. Sie sind zur gleichen Zeit vorhanden und bilden so Verbindungen, Abhängig von ihrer zeitlichen Existenz im System und den strukturellen Umständen.

Ordnungsprinzipien des Institutionalismus

Wie bereits erwähnt basiert die aktuelle Sozialforschung im wesentlichen zwischen zwei Polen. Zum einen der Ordnung durch historische Effizienz und zum anderen der Ordnung durch die Rationalität intendierter Entscheidungen. Der Neo-Institutionalismus fordert die Erweiterung um zusätzliche Ordnungsprinzipien. Sie sollen eine bessere Abbildung der Realität gewährleisten und sind als Kritik an den herkömmlichen Theorien zu verstehen. Im folgenden sollen diese Ordnungsprinzipien kurz aufgeführt werden. 1. Die zeitliche Ordnung: Studien haben gezeigt, dass die Beachtung und damit die Lösung eines Problems nicht nur von seiner Wichtigkeit abhängt, sondern mindestens ebenso sehr von seinem zeitlichen Auftauchen. 2. Die normative Ordnung: Das Verhalten von Akteuren beruht nicht nur auf den individuellen Präferenzen, sondern mindestens ebenso sehr auf kulturellen und sozialen Normen. D.h. nicht nur Rationalität sollte zur Erklärung von Entscheidungen herangezogen werden, sondern auch von Präferenzen unabhängige politische Strukturen, in die jedes Individuum eingebettet ist. 3. Die endogene Ordnung: Dieses Ordnungsprinzip ist der neo-institutionelle Gegensatz zu dem Postulat, dass Präferenzen exogen zum Entscheidungsprozess. Viel mehr kann angenommen werden, dass innerinstitutionelle Verteilungen von macht und Ressourcen auch den Entscheidungsprozess beeinflussen. 4. Die historische Ordnung: Hierbei geht es um die Frage inwieweit Institutionen historische Prozesse beeinflussen. Die historische Ordnung sollte, im Gegensatz zur historischen Effizienz, der offensichtlichen Ineffizienz Aufmerksamkeit schenken. Unter welchen Bedingungen findet Anpassung und Lernen in Institutionen statt? Wann kommt es zu optimalen, wann zu suboptimalen Lösungen? 5. Die demographische Ordnung: Bei diesem Ordnungsprinzip geht es, im Gegensatz zur herkömmlichen Ansicht, nicht nur darum, dass kollektives handeln Institutionen beeinflusst. 6. Die Symbolische Ordnung: Die symbolische Ordnung geht davon aus, das Handlungen nicht nur einen bestimmten Zweck haben, sondern auch eine wichtige symbolische Funktion.

Siehe auch


- Neoliberaler Institutionalismus Kategorie:Soziologie

Politikwissenschaft

Politikwissenschaft (oft auch als Politologie oder Politische Wissenschaft bezeichnet) ist eine Disziplin der Sozialwissenschaften, die sich mit dem wissenschaftlichen Studium der Politik beschäftigt.

Gegenstand der Forschung

Die Politikwissenschaft befasst sich mit dem Zusammenleben der Menschen. Sie untersucht, wie dieses Zusammenleben allgemeinverbindlich geregelt werden soll und geregelt ist. Dies beinhaltet die Analyse von grundlegenden Prinzipien, Zusammenhängen und von Ursache- und Wirkungsmechanismen. Dabei berücksichtigt sie institutionelle, prozedurale und sachlich-materielle Gesichtspunkte. Ursprünglich hatte die Politikwissenschaft eine stark normative Prägung. Sie beschäftigte sich lange Zeit damit, wie das Zusammenleben der Menschen am besten gestaltet werden soll. Diese Wurzel läßt sich bis zu den altgriechischen Philosophen - u.a. auf Platon - zurückführen und ist auch heute noch bedeutsam. Als solche wurde die Politikwissenschaft auch nach ihrer Gründung als akademische Disziplin in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 verstanden und konzipiert ("Demokratiewissenschaft"). Ausgehend von den USA wurde die Politikwissenschaft seit den 1960er Jahren ("behavioristische Revolution" in den Sozialwissenschaften) stärker empirisch ausgerichtet. Ihr Untersuchungsgegenstand verlagerte sich zunehmend auf den realweltlichen, beobachtbaren "Ist-Bereich". In diesem Sinne dominieren die Politikwissenschaft nunmehr Fragen, wie das Zusammenleben der Menschen geregelt ist, wobei eine Wertung entfällt. Es kam zur analytischen und methodischen Hinwendung der Politikwissenschaft auf die Naturwissenschaften, also zu einer "Verwissenschaftlichung" der Politikwissenschaft. Die moderne Politikwissenschaft, die nach wie vor wesentlich durch US-amerikanische Entwicklungen und Innovationen bestimmt wird, ist daher in zunehmenden Maße durch analytische Stringenz (etwa durch den Einsatz mathematischer Modellierung) sowie methodischer Rigorosität (Einsatz statistischer Verfahren) geprägt.

Name

Der Streit um den Namen für diese Disziplin ist in Deutschland so alt wie die Disziplin selbst. Während im Englischen die Bezeichnung political science um 1880 begründet wurde und seit langem etabliert ist, tat man sich im Nachkriegsdeutschland nach den Erfahrungen der Nazizeit schwer mit dem Begriff einer politischen Wissenschaft, weil dieser bei einigen Leuten Assoziationen mit einer politisierten Wissenschaft hervorrief. Heute sind die Bezeichnungen Politikwissenschaft(en) und Politologie im deutschsprachigen Raum geläufig, wobei die meisten Institute erstere offiziell verwenden. Auch wenn umgangssprachlich oft von einem Politikstudium oder ähnlichem die Rede ist, ist deutlich zu unterscheiden zwischen den Begriffen Politikwissenschaft und Politik. Ein Politiker macht Politik, ein Politikwissenschaftler (oder Politologe) setzt sich wissenschaftlich mit politischen Fragen auseinander.

Integrationswissenschaft

Teilweise begreift sich die Politikwissenschaft als Integrationswissenschaft der Staatswissenschaften. Das Ziel war hier die Heranbildung von Generalisten, die in Organisationen und Verwaltung das nötige Sachverständnis hatten, um ihre Funktionen und Ämter führen zu können. Dabei führt sie Ansätze fort, die schon seit der frühen Neuzeit von Juristen, Theologen und Philosophen sowie später von Historikern begründet worden sind. Bereits im 18. Jahrhundert lehrte Joseph von Sonnenfels an der Universität Wien Politische Wissenschaften Es etablierten sich im 19. Jahrhundert Fächer wie die Kameralwissenschaft und die Policywissenschaft. Eine eigene Disziplin entwickelte sich in Deutschland unter US-amerikanischem Einfluss aber erst nach dem II. Weltkrieg. Anknüpfungspunkte waren allerdings gegeben zu den Aktivitäten der Deutschen Hochschule für Politik, die in der Frühphase der Weimarer Republik 1920 in Berlin gegründet wurde und bis zur Integration in die Berliner Universität 1940 bestand. Politikwissenschaft wurde in der Weimarer Republik im Wesentlichen als Demokratiewissenschaft verstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihr Selbstverständnis als Demokratiewissenschaft erneut populär, also als Wissenschaft von der Funktionsweise der Demokratie, die insbesondere Mittler wie Lehrer und Journalisten befähigen sollte, den demokratischen Gedanken zu vermitteln und das demokratische Denken in der Bevölkerung zu verankern. Daher beschäftigte sich die frühe nachkriegsdeutsche Politikwissenschaft hauptsächlich mit Institutionen wie beispielsweise Parteien, Gewerkschaften, dem Parlament oder der Bundesregierung. Heute bezeichnet man diesen Gegenstandsbereich als Polity. Mit dem politischen und wissenschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik Deutschland rückte die Erforschung der eigentlichen politischen Prozesse in den Vordergrund: Man versuchte zu verstehen, was innerhalb der Institutionen passiert und welche Funktionen sie jeweils erfüllten, anstatt zu beschreiben, welche Aufgaben sie offiziell hatten. Dabei spielten insbesondere Verbände eine wichtige Rolle, da sie - obwohl nicht gesetzlich verankert - einen wichtigen Anteil am politischen Prozess haben. Man versuchte also, die tatsächlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse (Politics) zu analysieren und zu verstehen.

Teildisziplinen

Schließlich versuchte man, einzelne Politiksektoren (wie z. B. Gesundheitspolitik) zu untersuchen. Hierbei ist Fachkompetenz zur Analyse der tatsächlichen Probleme erforderlich. Diese neuere Teildisziplin der Politikwissenschaft, die sich mit Sachproblemen einzelner Politikbereiche auseinandersetzt, wird Policy-Forschung oder auch Politikfeldforschung genannt. Diese spielt für die Politikberatung eine immer größer werdende Rolle, mit Hilfe derer sich Entscheidungsträger auf wissenschaftlich fundierte Beratung verlassen oder eine politische Entscheidung treffen und absichern wollen. Die Grenzen der Wissenschaftlichkeit solcher Beratungen sind jedoch oft unklar - vielfach sind es "Gefälligkeitsgutachten", also interessengeleitete Gutachten, die zu einem vom Auftraggeber gewünschten Ergebnis kommen. Die Paradigmen der Integrationswissenschaft und der Demokratiewissenschaft werden daher heute zunehmend durch die Teilung der Disziplin Politikwissenschaft in die Teildisziplinen Polity, Politics und Policy ersetzt. Eine weitere gebräuchliche Unterteilung der Politikwissenschaft in Teildisziplinen ist die Unterscheidung zwischen Internationalen Beziehungen, Politischer Theorie und Vergleichende Politikwissenschaft (auch: Vergleichender Analyse politischer Systeme genannt). Zu den wichtigsten Gegenständen der Politikwissenschaft gehören die Strukturprobleme der Demokratie, politische Parteien und soziale Bewegungen, internationale Beziehungen, Staatsinterventionen und Wirtschaft, politische Haltungen und Bewusstseinsformen, öffentliche Meinung, Massenmedien und Wahlverhalten. Ein populärer Irrtum besteht darin, dass Politikwissenschaft als wissenschaftliche Fortsetzung der (Partei)politik verstanden wird. Vielmehr ist Gegenstand der Politikwissenschaft die wissenschaftliche Analyse von Politik.

Ausbildung zum Politikwissenschaftler

In der Nachkriegszeit wurden zahlreiche Institute für Politikwissenschaft gegründet, so z. B. an den Universitäten Köln, Mainz, Tübingen und Bonn. Daneben existieren auch einzelne Lehrstühle und Professuren an manchen Universitäten. Somit bieten viele Universitäten ein Studium der Politikwissenschaft an, in dem man zum Politikwissenschaftler ausgebildet wird. Das älteste und größte Institut für Politikwissenschaft in Deutschland ist das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, das 1959 aus der Deutschen Hochschule für Politik hervorging. In Österreich kann Politikwissenschaft an den Universitäten in Innsbruck, Salzburg und Wien studiert werden. An der Universität Innsbruck wird mit Wirkung zum 1. Januar 2005 eine eigene Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie eingerichtet.

Themen

:Politikwissenschaft allgemein :: Politikwissenschaftler :: Was ist Politik? :: Politikbibliographie :: Methodik der Politikwissenschaft : Politische Theorien und Ideengeschichte :: Absolutismus :: Anarchismus :: Demokratie :: Despotie :: Diktatur :: Doppelherrschaft :: Monarchie ::: Wahlmonarchie ::: Erbmonarchie :: Faschismus ::: Austrofaschismus ::: Francismus ::: Klerikalfaschismus ::: Neofaschismus (Rechtsextremismus) :: Feudalismus :: Kapitalismus :: Kommunismus ::: Bolschewismus ::: Castroismus ::: Leninismus ::: Maoismus ::: Rätekommunismus ::: Reformkommunismus ::: Stalinismus ::: Titoismus ::: Trotzkismus :: Konservativismus (Christdemokratismus) :: Marxismus ::: Neomarxismus :: Merkantilismus :: Nationalismus :: Nationalsozialismus ::: Neonazismus (Rechtsextremismus) :: Parlamentarismus :: Politikzyklus :: Politischer Liberalismus :: Republikanismus ::: Kemalismus :: Sozialismus ::: Linkssozialismus ::: Rechtssozialismus ::: Sozialdemokratie :: Totalitarismus :: Tyrannis : Themen und Theorien der politischen Philosophie :: Naturrechtstheorien :: Vertragstheorien :: Theorie der rationalen Entscheidung (rational choice theory) :: Spieltheorien :: Regierungsformen :: Herrschaftslegitimation :: Gewaltenteilung :: Souveränität :: Föderalismus :: Zentralismus :: Menschenrechte :: Staatstheorie :: Demokratietheorie :: Revisionismus : Politische Einheiten, Institutionen und Akteure :: Staat :: Volk :: Bürger :: Stadt :: Bundesland :: Regierung :: Parlament :: Politische Parteien : Politische Kultur : Recht und Verfassung : Wahl :: Wahlsysteme ::: Verhältniswahlrecht ::: Mehrheitswahlrecht : Internationale Beziehungen :: Außenpolitik :: Völkerrecht :: Diplomatie :: Internationale Organisationen ::: UNO ::: OSZE ::: Europäische Union :: Nichtstaatliche Organisationen (NGO's) ::: Amnesty International ::: ATTAC ::: Greenpeace ::: Global 2000 ::: WWF :: Militärbündnisse :::NATO, WEU, Warschauer Pakt ::Wirtschaftsbündnisse und -organisationen ::: EWR, EFTA, Europäische Gemeinschaft, COMECON, OEEC, OECD, G8, AKP-Staaten, OPEC, ECOWAS, CARICOM, Mercosur, Andengemeinschaft, CSN, NAFTA, ASEAN, WTO, GATT, GATS, IWF, Weltbank :: Theorien der internationalen Politik ::: Politischer Realismus ::: Neorealismus ::: Neoliberaler Institutionalismus ::: Politikwissenschaftlicher Konstruktivismus ::: Dependenztheorien ::: Modernisierungstheorien ::: Konfliktforschung ::: Friedensforschung :: Themen der internationalen Politik ::: UNO und ihre Organisationen ::: Globalisierung ::: Migration ::: Nahostkonflikt ::: Ost-West-Konflikt ::: Nord-Süd-Konflikt ::: Entwicklungspolitik ::: Internationale Handelspolitik ::: Globale Umweltpolitik ::: Internationale Nuklearpolitik ::: Terrorismus

Literatur


- Wilhelm Bleek: Geschichte der Politikwissenschaft in Deutschland. C.H.Beck, München 2001, ISBN 3-4064-9602-4
- Matthias Catón, Julia Leininger, Philip Stöver u. Claudia Zilla (Hrsg.): Politikwissenschaft im Beruf. Perspektiven für Politologinnen und Politologen. Lit, Münster 2005 ISBN 3-8258-8360-4
- Jürgen W. Falter u. Felix W. Wurm (Hrsg.): Politikwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Wiesbaden, Westdeutscher Verlag 2003 ISBN 3-531-13815-4
- Gerhard Göhler u. Bodo Zeuner (Hrsg.): Kontinuitäten und Brüche in der deutschen Politikwissenschaft. Nomos, Baden-Baden 1991
- Dieter Nohlen und Rainer-Olaf Schultze (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Theorien, Methoden, Begriffe. 2 Bände, 2. Auflage. Beck, München 2004 ISBN 3-406-51126-0 und ISBN 3-406-51127-9
- Werner J. Patzelt Einführung in die Politikwissenschaft. Grundriss des Faches und studiumbegleitende Orientierung., 5. Auflage. Rothe, Passau 2003 ISBN 3-927575-95-X
- Wolfgang Rudzio: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, 6. Auflage. Leske und Budrich, Opladen 2003 ISBN 3-8252-1280-7
- Meyer, Thomas: Was ist Politik?, Stuttgart (2002), ISBN 3825221350
- Klaus von Beyme: "Das politische System der Bundesrepublik Deutschland - Eine Einführung", 10. Auflage, Wiesbaden (2004), ISBN 3-531-33426-3.
- Dirk Berg-Schlosser und Theo Stammen: "Einführung in die Politikwissenschaft", 7. Auflage, München (2003), ISBN 3-406-50495-7.

Weblinks


- [http://ch.dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Sozialwissenschaften/Politologie/ Kategorie Politologie bei dmoz.org]
- [http://www.vergleichende-politikwissenschaft.de Online-Einführung in die Vergleichende Politikwissenschaft ]
- [http://www.isn.ethz.ch/ International Relations and Security Network]
- [http://www.vifapol.de/ Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft]
- [http://www.uni-tuebingen.de/pol/urlpool.htm/ Ausführliche Linksammlung zu politikwissenschaftlichen Themen]
- [http://www.iposs.de/ Interessenvereinigung für Politikwissenschaftstudierende]
- [http://www.politikwissen.de/lexikon/index.html Heidelberger Online Lexikon der Politik bei www.politikwissen.de]
- [http://www.politikon.org PolitikON Fachportal und E_learning Plattform]
- [http://www.powi.at Plattform Politikwissenschaft Universität Wien] Kategorie:Sozialwissenschaft ! ja:政治学 ko:정치학 th:รัฐศาสตร์

Rational Choice

Rational Choice /'ræʃənl tʃɔɪs/ oder Rationale Entscheidung ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Ansätze in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Generell schreiben diese Ansätze handelnden Subjekten (Akteuren) rationales Verhalten zu, wobei diese Subjekte aufgrund gewisser Präferenzen ein nutzenmaximierendes (oder kostenminimierendes) Verhalten zeigen.

Ziel und Methode

Historisch orientieren sich die Theorien der Rationalen Entscheidung an der klassischen Ökonomie Adam Smiths und der erklärenden Soziologie Max Webers. Sie versuchen, komplexe soziale Handlungen mit Hilfe möglichst einfacher Modellannahmen zu fassen. Das angestrebte Ziel der Theoretiker liegt darin, soziale Gesetze zu finden, die einfach und klar wie die der Newtonschen Physik sind. Darüber wie dieses Ziel zu erreichen ist, herrscht Uneinigkeit. Menschenbilder der Rationalen Entscheidung reichen vom klassischen Homo oeconomicus bis zum RREEM (Restricted Resourceful Expecting Evaluating Maximising Man) der modernen Soziologie. Über den Rationalitätsbegriff des rationalen Entscheiders gibt es ebenso wie über die Gewichtung und Entstehung der Präferenzen keine Einigkeit.

Umstrittene Punkte

Während Rationale Entscheidung in den Wirtschaftswissenschaften das dominante Paradigma ist, ist sie in Soziologie und Politikwissenschaft stärker umstritten. Einer der Hauptstreitpunkte ist der verwendete methodologische Individualismus; es ist in der Debatte, ob sich soziales Verhalten und soziale Gesetze wirklich durch das Verhalten vieler einzelner Individuen bestimmen lasse, oder ob das soziale Handeln eigene Gesetzmäßigkeiten aufweise. Eine schwächere Version dieser Kritik wirft dem Ansatz der Rationalen Entscheidung vor, soziale Probleme strukturell bedingt unterkomplex zu fassen. Zum anderen steht die starke Modellhaftigkeit des Ansatzes in der Kritik: Es lässt sich empirisch einfach beweisen, dass Menschen nur begrenzt rational handeln. Die meisten Theoretiker der Rationalen Entscheidung räumen das ein, machen aber geltend, dass rationale Nutzenmaximierung eine plausible Grundannahme darstelle, von der aus die Modelle bestimmten Situationen angepasst werden könnten. Trotz der teilweise sehr heftigen Diskussionen ist aber unübersehbar, dass Ansätze, die auf Rationaler Entscheidung basieren, einen immer stärkeren Einfluss sowohl auf die globalen als auch auf die deutschen Sozialwissenschaften haben.

Spezielle Anwendungsgebiete


- Wahlforschung
- Public Choice Theory
- Spieltheorie
- Prinzipal-Agent-Theorie
- Religionssoziologie
- Managerialism (Stadtsoziologie)

Bekannte Vertreter


- Robert Axelrod
- Gary S. Becker
- James M. Buchanan
- James S. Coleman
- Anthony Downs
- Jon Elster
- Hartmut Esser
- Siegwart Lindenberg
- Mancur Olson
- George C. Homans
- Karl-Dieter Opp

Literatur


- Karl-Dieter Opp: Methodologie der Sozialwissenschaften; 6.Auflage. Wiesbaden, VS Verlag 2005.
- M. Baurmann: Der Markt der Tugend. Recht und Moral in der liberalen Gesellschaft. Tübingen, J.C.B. Mohr 1996.
- H.B. Schäfer und K. Wehrt (Hrsg.): Die Ökonomisierung der Sozialwissenschaften; Frankfurt a.M., New York 1989.
- Amartya Sen: Rational Fools. A Critique of the Behavioural Foundations of Economic Theory in: ders. Choice, Welfare and Measurement; Oxford, Blackwell 1982. (Kritik: Eine schlechte deutsche Übersetzung ist als Rationalclowns. Eine Kritik der behavioristischen Grundlagen der Wirtschaftstheorie in: K.P. Markl (Hrsg.): Analytische Politikphilosophie und ökonomische Rationalität, Bd. 2, Opladen (Westdeutscher Verlag) 1984, erschienen.)
- Herbert A. Simon:
Homo rationalis. Die Vernunft im menschlichen Leben. Frankfurt/ New York 1993.

Siehe auch


- Neoliberaler Institutionalismus Kategorie:Handlung und Verhalten Kategorie:Soziologische Theorie Kategorie:Wirtschaft


Soziologie

Die Soziologie beschreibt und untersucht die Struktur-, Funktions- und Entwicklungszusammenhänge der Gesellschaft. Sie ist eine Sozialwissenschaft, die sich nicht auf spezifische Themengebiete (wie etwa die Politikwissenschaft oder die Wirtschaftswissenschaften) festgelegt hat, sondern den Anspruch erhebt, mit einer Reihe von soziologischen Methoden das soziale Zusammenleben in Gemeinschaften und Gesellschaften zu erforschen. Dazu fragt die Soziologie nach dem Sinn und den Strukturen des sozialen Handelns sowie nach den damit verbundenen Normen und untersucht einerseits die Gesellschaft als Ganzes, aber auch ihre Teilbereiche, beispielsweise einzelne soziale Gebilde (bzw. Systeme, Institutionen, Gruppen und Organisationen). Zugleich wirft sie ihren Blick auf den sozialen Wandel, dem diese unterliegen. sozialen Wandel] Der Anspruch der Soziologie kommt in Max Webers Definition einer verstehenden und zugleich erklärenden Soziologie (§ 1, Wirtschaft und Gesellschaft) zum Ausdruck. Demnach ist Soziologie "eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will". Eine hochkomplexe Aufgabe - man verstehe und erkläre nur einmal die abgebildete Wiedergabe sozialer Handlungen auf dem Gemälde Renoirs (rechts) - ganz abgesehen von den Fragen, was über das soziale Zusammenleben die Tatsache verrät, dass es gemalt, ausgestellt und bewundert wurde. Konkrete Themen, mit denen sich die Soziologie beschäftigt, sind beispielsweise Sozialstruktur, Arbeit, Migration, Geschlecht, soziale Netzwerke, Sexualität, Alltag und Lebenswelt. Für viele dieser Themen haben sich spezielle Soziologien etabliert (s.u.), andere -- wie etwa die allgemeine Frage nach den Wechselwirkungen von Handeln und Struktur -- sind Thema der allgemeinen Soziologie. Auch überschneiden sich die soziologischen Fragestellungen hier oft mit denen der Sozialpsychologie und mit anderen Sozialwissenschaften.

Geschichte der Soziologie

Für eine ausführlichere Darstellung siehe Geschichte der Soziologie. Als eine eigenständige Wissenschaft gibt es die "Soziologie" erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Entstehungsgeschichte ist eng mit der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft im Europa des 19. Jahrhunderts sowie mit der fortschreitenden Industrialisierung verbunden. Als Begründer der Soziologie als eigenständige Wissenschaft gilt Auguste Comte. Die Soziologie im heutigen Sinne wird jedoch insbesondere auf Max Weber und Émile Durkheim zurück geführt. Vorläufer der Soziologie sind in der Geschichtswissenschaft, der Nationalökonomie, aber auch im Journalismus und in den Policeywissenschaften zu sehen. Unmittelbare Vorläufer der Soziologie wie Karl Marx werden heute ebenfalls als soziologische Klassiker verstanden. Doch hatten auch schon ältere Autoren Werke stark soziologischen Charakters geschrieben, etwa Xenophón, Polýbios, Ibn Khaldun, Giambattista Vico und Adolph Freiherr Knigge.

Gliederungen der Soziologie

Soziologische Theorien

Soziologie war nie eine Wissenschaft mit nur einem Paradigma. So lassen sich in der heutigen deutschsprachigen Soziologie mindestens vier große Ansätze unterscheiden.
- Der Rational Choice-Ansatz (bekannter Vertreter dieser Richtung: Hartmut Esser), auch als methodologischer Individualismus bezeichnet, führt Aggregatphänomene auf die Entscheidungen und das dementsprechende Handeln einzelner Individuen zurück und geht davon aus, dass hier rationale Wahlen auffindbar sind. Zwischen RC-Ansatz, quantitativer Methodologie und ökonomischer Theorie herrschen gewisse Affinitäten vor.
- Weiterhin einflussreich ist die Kritische Theorie, die inzwischen durch eine Nähe zum (französischen) Poststrukturalismus gekennzeichnet ist.
- Als eine dritte große und insbesondere im deutschsprachigen Raum einflussreiche Schule lässt sich die soziologische Systemtheorie im Gefolge von Talcott Parsons (vgl. zu ihm Strukturfunktionalismus) und Niklas Luhmann nennen. Soziologie moderner Gesellschaften wird hier nicht als eine Wissenschaft verstanden, die individuelles Handeln betrachtet. Gesellschaft wird vielmehr auf Kommunikationen und Nicht-Kommunikationen in sozialen Teilsystemen zugeschnitten.
- Zu nennen ist schließlich eine Vielzahl von Arbeiten, die sich grob einem interpretativen und qualitativ-rekonstruktiven Paradigma zuordnen lassen. Ausgehend von Phänomenologie und Pragmatismus stehen hierbei subjektive Sinnqualitäten und die Rekonstruktion der Entstehungsbedingungen, Verläufe und Konsequenzen sozialer Praktiken im Vordergrund.

Gliederung nach der Ebene sozialer Phänomene

Eine häufig vorzufindende Unterteilung der Soziologie unterscheidet zwischen dem Blick auf Gesellschaften (Makrosoziologie) und dem Blick auf das individuelle Handeln (Mikrosoziologie). Daneben wird teilweise eine Mesosoziologie als Soziologie einer intermediären Ebene, in der Handeln und soziale Systeme zusammentreffen, angeführt.

Mikrosoziologie (Individuum, Interaktion, Handeln)


- Methodologischer Individualismus (auch Rational-Choice-Theorie)
- Symbolischer Interaktionismus
- Phänomenologische Soziologie
- Konfliktsoziologie
- Figurationssoziologie
- Ethnomethodologie
- Situationsdynamik: If men define situations as real, they are real in their consequences. (Thomas-Theorem); zumal in der soziologischen Rollentheorie werden auch situative Rollen behandelt.

Mesosoziologie


- Soziologie der Institutionen, Rituale, Organisationen und sozialen Netzwerke.

Makrosoziologie (Kollektiv, Gesellschaft, System, Struktur)


- Funktionalismus
- Strukturalismus
- Strukturfunktionalismus
- Marxistische Soziologie
- Kritische Theorie (auch Frankfurter Schule)
- Systemtheorie

Soziologische Methoden

Um eine der Soziologie angemessene Methodik wurde seit den Anfängen der Disziplin im so genannten Methodenstreit gerungen. Das methodische Instrumentarium der Soziologie lässt sich wie folgt gliedern:
- Empirische Sozialforschung
  - Qualitative Methoden
    - Biografieforschung
    - Grounded Theory
    - Objektive Hermeneutik
    - Qualitative Inhaltsanalyse
    - Historische Soziologie
  - Quantitative Methoden

Allgemeine und spezielle Soziologien

Schließlich lassen sich Themenbereiche der Soziologie auch danach unterscheiden, ob sie der allgemeinen Soziologie zuzurechnen sind, also generelle Gültigkeit beanspruchen, oder ob es sich dabei um Themen einer speziellen Soziologie handelt.

Allgemeine Soziologie

Der Allgemeinen Soziologie werden die für das Fach wichtigen theoretischen Ansätze und auch Sachgebiete wie das Verhältnis von Akteur und Gesellschaft bzw. Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften/sozialen Systemen zugerechnet. Themen der Allgemeinen Soziologie sind u.a. soziales Handeln und soziale Beziehung, soziale Ungleichheit, Gruppen, Sozialisation, sozialer Wandel, Soziale Mobilität, Methoden der empirischen Forschung, soziale Rollen, Tausch, Klasse, Elite, Macht und Herrschaft etc.

Spezielle Soziologien

Spezielle Soziologien - informell auch Bindestrichsoziologien genannt - befassen sich mit den Strukturen und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche der Gesellschaft. Zu den wichtigisten speziellen Soziologien gehören Arbeitssoziologie, Familiensoziologie, Politische Soziologie. Durch die zunehmende Differenzierung auch der Soziologie selbst bilden sich laufend weitere spezielle Soziologien. Eine ausführliche Auflistung gibt die Liste spezieller Soziologien.

Angewandte Soziologie

Der Erfolg einer soziologischen Theorierichtung ist nicht nur von ihrer intellektuellen Tüchtigkeit und wissenschaftlichen Bedeutung abhängig, sondern -- wissenschaftssoziologisch gesehen -- durchaus auch von der Nachfrage nach soziologischer Beratung durch den Markt beziehungsweise durch die Politik. Hier wird in der Soziologie am meisten in den Bereichen der Markt- und Wahlforschung verdient, was die Entwicklung der quantitativen Methoden (Statistik) und der an die Naturwissenschaften angelehnten Theorieansätze relativ begünstigt - die Fragen sind meist eingeschränkt und auf die allernächste Zukunft bezogen. Hier kam es (zuerst in den USA, seit den späten 1940er Jahren auch in Deutschland) zur Gründung von Umfragefirmen und Meinungsforschungsinstituten. Mit den Auswirkungen gesellschaftlicher Prozesse auf die Raumstruktur befasst sich die Stadtsoziologie (vgl. auch Sozialer Raum). (Dabei wird häufig auch mit Methoden der Geographie gearbeitet.) Einige spezielle Soziologien (Militär-, Medizin-, Sport- und Katastrophensoziologie) sind einigermaßen auf Beratung eingestellt, nicht aber mehr die Industriesoziologie, seit ab den 1970er Jahren das Fach aus den "Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen" Fakultäten (Fachbereichen) in die Philosophischen hinüber gewandert ist. Diktaturen haben vor allem vor einer die Mentalität der Bevölkerung berücksichtigenden und darüber Auskunft gebenden Soziologie Angst; bei besonderem (dann oft geheimem) Beratungsbedarf erlauben sie gelegentlich soziologische Fragestellungen (sehr typisch in der DDR im Bereich der Stadt- und Jugendsoziologie).

Einführende Bücher in die Soziologie


- Günter Endruweit / Trommsdorff, Gisela (Hgg.) - Wörterbuch der Soziologie; 2. Aufl., Stuttgart 2002 :Eine kundige und zur Zeit (2004) auch die neueste Übersicht im Handbuchcharakter mit zahlreichen Mitarbeiter/inne/n. Doch bleiben auch die anderen erhältlichen soziologischen Wörterbücher empfehlenswert.
- Wolfgang Eßbach - Studium Soziologie UTB, 1996. :Überblick über die Entstehungsgeschichte der Soziologie, ihre heutigen Anwendungsfelder, das Soziologiestudium und wichtige Grundbegriffe.
- Anthony Giddens: Soziologie; 2. überarb. Auflage; aus dem englischen (Sociology), 1997 Nausner& Nausner : "Das Standardwerk im englischsprachigem Raum vom Cambridgeprofessor ISBN 3-901402-22-5
- Dirk Kaesler (Hg.) - Klassiker der Soziologie; München 2000; C.H. Beck Verlag :Wiederum in zwei Bänden zeigt eine jüngere Generation von Soziologen im Rahmen von jeweils 20 Seiten, wer cum grano salis die Klassiker sind. Einunddreißig von ihnen werden erstens in ihrem Leben und dem zeitgenössischen Kontext, zweitens in ihrem Werk und deren wichtigsten Begriffen und drittens in ihrer Wirkung auf das zeitgenössisches soziologisches Denken und auf die gegenwärtige internationale Soziologie dargestellt. Diese beiden Bände helfen, die Klassiker kurz zu rekapitulieren und in eine Geschichte zu verorten.
- Walter M. Sprondel - Über das Verhältnis der Soziologie zu den Geisteswissenschaften, in: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
- Annette Treibel - Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart; 6. Aufl. Wiesbaden 2004. VS Verlag :Teil des Einführungskurses in die Soziologie in vier Bänden. In diesem Band werden die soziologischen Theorien in ihrer Struktur aufgearbeitet und vorgestellt.Gleichzeitig werden Verbindungslinien gezogen um das Geflecht der unterschiedlichen Ansätze transparenter zu machen.

Weblinks


- [http://www.soziologie.uni-freiburg.de/fachschaft/studium/wasistsoz.php Was ist Soziologie ]
- [http://www.socioweb.de/seminar/einfuehrung/index.htm Soziologie-Lexikon] mit über 2000 Einträgen
- [http://agso.uni-graz.at/lexikon/ 50 Klassiker der Soziologie]
- [http://www.uni-marburg.de/soziologie/schwerpunkte/nojs.html Universität Marburg], FB Soziologie: Erläuterte Systematik der Forschungsschwerpunkte
- [http://www.soziologie.de DGS - Deutsche Gesellschaft für Soziologie]
- [http://www.bds-soz.de BDS - Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen]
- [http://wwww.gesis.org/ GESIS] Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen e.V.
- [http://www.valt.helsinki.fi/esa/ ESA - European Sociological Association]
- [http://www.ucm.es/info/isa/ ISA - International Sociological Association]

Siehe auch

Portal:Soziologie, Liste soziologischer Artikel, Liste von Soziologinnen und Soziologen, Liste bahnbrechender soziologischer Publikationen ! Kategorie:Sozialwissenschaft ja:社会学 ko:사회학 ms:Sosiologi simple:Sociology th:สังคมวิทยา

Normen

Eine Norm ist
- allgemeine Bedeutung: eine als verbindlich anerkannte Regel oder Richtschnur, Leitfaden;
- der Sinn eines Normsatzes;
- ein von einer Normungsorganisation geschaffener Standard, siehe auch Normung;
- Recht: eine Rechtsnorm als eine gesetzliche Vorschrift (Gesetz, Verordnung, Richtlinie, Satzung);
- Mathematik (siehe auch Normalisierung (Mathematik)):
  - Vektornorm: eine Verallgemeinerung der Begriffe Absolutbetrag einer Zahl und Länge eines Vektors für Elemente beliebiger Vektorräume: normierter Raum;
  - Körpernorm: in der Algebra eine kanonische multiplikative Abbildung aus einem Erweiterungskörper in den zugehörigen Grundkörper, siehe Norm (Körpererweiterung);
- Soziologie: eine Werteordnung innerhalb einer Gesellschaft (Gesellschaftliche Norm)
- in einer Planwirtschaft zu leistende Arbeit, siehe Arbeitsnorm;
  - in der Planwirtschaft der DDR eine Kennziffer, siehe Normativ (DDR). Kategorie:Nachricht

Organisationen

Organisation (von griech. organon = Werkzeug) lässt sich am treffendsten mit "Bewerkstelligung" übersetzen und meint: Planung und Durchführung eines Vorhabens. Sowohl im allgemeinen Sprachgebrauch als auch in der Wissenschaft (Soziologie, Politikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre) wird der Begriff sehr vielfältig verwendet, wobei je nach Betrachtungsebene unterschiedliche Aspekte betont werden.

Organisationsbegriffe

Üblicherweise wird der Begriff Organisation streng vom Begriff Institution getrennt. Dies gelingt jedoch nicht immer. In Bezug auf Institutionen gibt es drei wesentliche Betrachtungsweisen:
- institutionell: ein Gebilde ist eine Organisation (Organisation als konkretes Sozialgebilde)
- instrumental: ein Gebilde hat eine Organisation ("Organisiertheit")
- prozessual: ein Gebilde wird organisiert (Organisation als Tätigkeit) So gesehen ergibt diese letztere Sichtweise folgende Reihenfolge der Betrachtung: #den Prozess der Organisation, das "Organisieren" (speziell in der Medizin das selbständige Umwandeln abgestorbenen Körpergewebes in gesundes Gewebe) und #das Ergebnis, z.B. die Körperschaft, die gesellschaftliche Organisation.

Organisation in der Soziologie

In der Soziologie wird unter "Organisation" ein für bestimmte Zwecke eingerichtetes soziales Gebilde mit einem formell vorgegebenen Ziel, mit formell geregelter Mitgliedschaft, einer Verfassung (institutionellen Regeln, siehe auch Institution) und einem Erzwingungsstab zur Durchführung verstanden. Die Organisationssoziologie untersucht Organisationen in erster Linie aus institutioneller Sicht. Organisation ist dann eine dauerhafte Anordnung von Elementen, deren Tun durch Regeln so festgelegt ist, dass eine Aufgabenlösung in einer zusammenarbeitenden, koordinierten Weise stattfinden kann.
Doch werden auch entstehende Organisationen erforscht. Organisation wird definiert durch die Festlegung # ihrer Elemente, die Teil der Organisation sind (wer alles gehört dazu?), # ihrer Kommunikationsstruktur (welches Element steht mit welchem anderen Element in welcher Weise im Austausch?), # ihrer Autonomie (bei Max Weber, genauer: Autokephalie) (welche Veränderungen nimmt sie selbst oder ein Element von ihr autonom vor?) und # ihrer Handlungsregeln gegenüber äußeren Ereignissen (woraufhin wird sie als "kollektiver Akteur" tätig?). Der Grad der Organisiertheit ist demnach der Grad der Festlegung der Elemente in bezug auf die Verbindung mit anderen Elementen und ihrer Arbeitsweise. Durch die koordinierte Zusammenarbeit der Elemente kann die Organisation Aufgaben lösen, die über die Möglichkeiten der Elemente ('als Einzelwesen') hinausgehen. Der Preis dafür ist die Einschränkung der Freiheitsgrade der einzelnen Elemente. Vorteile von Organisation sind Verstärkung (mehr von Demselben), Ergänzung (Kombination von Verschiedenem), Ausdehnung (Koordination im Raum). Nachteile können sein: Trägheit (durch Koordination), Verlust von Interaktion (insbesondere in der Selbstbestimmheit und Wahrnehmung der Elemente).

Organisation in der Betriebswirtschaftslehre

Die BWL interessiert sich hauptsächlich für Organisation in instrumenteller Sicht. Für ein Unternehmen ist Organisation ein Mittel zum Erreichen des Unternehmensziels. In diesem Sinne kann man die Organisationen dann nach zwei grundsätzlich verschiedenen Zielsystemen unterscheiden: • Organisationen, deren Ziel darin besteht, Leistungen zu erbringen und/oder Produkte zu fertigen (Produktionsbetriebe und Dienstleistungsunternehmen) oder bestimmte Außenwirkungen zu erzielen (z.B. Verwaltungsbehörden, Polizei, Parteien, Interessenverbände, Gewerkschaften, usw.). • Organisationen, deren Zielerreichung auf die Veränderung von Personen gerichtet ist (z.B. Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Beratungsstellen, Gefängnisse usw.). Dieser Zieltyp wird meist Non-Profit-Organisation genannt. In Bezug auf die Binnenstruktur unterscheidet man zwei Begriffe:
- Aufbauorganisation ("Struktur"): Die hierarchischen Strukturen eines Unternehmens. (Wer hat welche Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse?)
- Ablauforganisation (früher: "Katallaktik"): Die Prozesse der Leistungserstellung im Unternehmen ("In welcher Abfolge wird wie etwas gemacht?") Siehe auch: Organisation (Wirtschaft)

Organisation in der Politikwissenschaft

Eine eigene politologische Organisationslehre ist - trotz der Erforschung von z. B. Parteien - noch nicht durchgesetzt. Doch eröffnen sich mit dem 21. Jahrhundert durch die wachsende Bedeutung der NGO (nichtstaatlichen Organisationen) neue Forschungsfelder. Sie reichen - beispielsweise - vom Roten Kreuz bis zu Al-Qaida.

Organisation im Qualitätsmanagement

Im Zusammenhang mit Qualitätsmanagementsystemen ist eine Organisation definiert als eine „Gruppe von Personen und Einrichtungen mit einem Gefüge von Verantwortungen, Befugnissen und Beziehungen“. Dies kann beispielsweise ein(e) Gesellschaft, Körperschaft, Firma, Unternehmen, Institution, gemeinnützige Organisation, Einzelunternehmer, Verband oder Teile bzw. Mischformen solcher Einrichtungen sein. Organisation ist aber nicht nur ein statisches Gefüge, sondern definiert auch Vorgehensweisen, Handlungsanweisungen, Eskalationsprozesse, Umgang mit Normverstößen usw.. Diese Bedeutung wird mit dem Wort „Prozessorganisation“ klarer bezeichnet.

Organisationstheorien

Wichtige Organisationstheorien sind: Neo-Institutionalismus Garbage Can Modell, Taylorismus, Human Relations Ansatz, Property Rights Ansatz, Transaktionskostentheorie, Evolutionstheoretischer Ansatz, Situativer Ansatz, Bürokratietheorie, Systemtheorie und Principal Agent Theorie

Literatur


- Martin Abraham/Günter Büschges: Einführung in die Organisationssoziologie 3.Auflage. Wiesbaden 2004: VS Verlag
- Mayo Elton (1945) Probleme industrieller Arbeitsbedingungen. Frankfurt a.M., 1945--85.180.132.47 19:57, 6. Sep 2005 (CEST)Gianenrico Landi
- Weber, Max, Die legale Herrschaft mit bureaukratischem Verwaltungsstab. In: der., Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1980
- Wieland Jäger/Uwe Schimank (Hrsg.): Organisationsgesellschaft Wiesbaden 2005: VS Verlag

Siehe auch


- Organ - Institution - Körperschaft - Lernende Organisation - Liste von Organisationen - Managementprozess - Nichtstaatliche Organisation - Partei - Prozess - Staat - Struktur - Verein - Einliniensystem - Mehrliniensystem - Organisationsdiagramm

Weblinks


- [http://www.gfuero.org Gesellschaft für Organisation]
- [http://www.bpm-guide.de BPM-Guide.de - umfangreiches Informationsportal zu Themen rund um das Geschäftsprozess- und Workflow-Management] Kategorie:Planung und Organisation Kategorie:Soziologie

Rationalität

Rationalität (von lat. rationalitas = Denkvermögen) bezeichnet im Allgemeinen die Vernunft oder vernunftbegabtes Handeln. Im erweiterten Sinne wird der Begriff auch im Sinne von Verhältnismäßigkeit verwendet, zum Beispiel für die Verhältnismäßigkeit von Mittel und Zweck. Rationales Handeln liegt demnach vor, wenn angestrebter Zweck und verwendetes Mittel in einem vernünftigen Maß zueinander stehen. Im Besonderen wird der Begriff Rationalität in folgenden Bereichen verwendet:

Philosophie

Die Philosophie definiert die Rationalität als ein auf Einsicht begründetes Verhalten. Die Rationalität als Charaktereigenschaft wurde von Aristoteles den Männern zugeschrieben, Frauen hingegen bezeichnete er als irrational.

Mathematik

Rationalität in der Mathematik ist die Eigenschaft von Zahlen, sich als Bruch zweier ganzer Zahlen darstellen zu lassen, also als Ergebnis einer Division, als Quotient dieser Zahlen aufzutreten. Eine Zahl ist also eine rationale Zahl, wenn sie ein Verhältnis zweier ganzer Zahlen darstellt.

Ökonomie

In der Ökonomie wird der Begriff Rationalität hauptsächlich verwendet um folgendes näher zu definieren:
- die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens
- die Rational Choice: Adam Smith und seine Nachfolger unterstellten dem Homo oeconomicus ein rationales Verhalten in der Entscheidungsfindung.
- die Rationale Erwartungen: Bezeichnet die Standardannahme der Ökonomie, dass Individuen die bestmögliche Prognose über Variablen bilden, die sie vorhersehen wollen.
- die individuelle Rationalität: In der Spieltheorie eine Bedingung, die besagt, dass jeder Spieler sich einen individuellen Nutzen sichert, der mindestens so hoch ist wie der Nutzen, den er aus eigener Kraft erreichen kann. Sie besagt also, dass keiner einem Verhandlungsergebnis zustimmen würde, das ihn schlechter stellen würde, als in einer Situation, in der er nicht kooperiert.
- die kollektive Rationalität: In der Spieltheorie eine Bedingung, die besagt, dass in einer Lösung der Nutzen verteilt wird, den die Spieler haben würden, wenn alle kooperieren.

Sozialwissenschaften

Bedeutende Arbeiten über Rationalität veröffentlichte Max Weber, unter anderem auf dem Gebiet der Rechtssoziologie. Von der finalen Rationalität (Zweckmäßigkeit) wird hier die materielle Rationalität (Legitimität) und die formelle Rationalität (Rechtssicherheit) unterschieden (vgl. auch den Typus der rationalen Herrschaft). Diese Gedanken wurden von Niklas Luhmann insbesondere in seinem Werk Legitimation durch Verfahren aufgegriffen. In der Folge wurde der Begriff unter anderem von Jürgen Habermas (Kommunikative Rationalität) erweitert.

Siehe auch

Rationalisierung, Rationalismus, Rationierung, Rationalitätenfalle Kategorie:Erkenntnistheorie Kategorie:Ethisches Prinzip Kategorie:Wirtschaft

Neoliberaler Institutionalismus

Der Neoliberale Institutionalismus entwickelte sich in den 1970er und 80er Jahren als neuer Erklärungsansatz für Kooperationsmuster in den internationalen Beziehungen. Wichtigster Begründer und Vertreter ist Robert O. Keohane. Der Neoinstitutionalismus basiert auf vier Grundannahmen:
- Erstens : Als Akteure in der internationalen Politik sind sowohl die Staaten als auch die gesellschaftlichen Gruppen innerhalb der Staaten von Bedeutung. Zwar beeinflusst die innere Verfasstheit und die Interessenkonstellation innerhalb eines Staates dessen Außenpolitik, gleichzeitig kann das Verhalten der Staaten im internationalen Raum aber nicht ausschließlich auf den Einfluss gesellschaftlicher Gruppen reduziert werden.
- Zweitens: Die verschiedenen Theorien des Neoinstitutionalismus beruhen auf den Annahmen der Rational Choice Theory, die davon ausgeht, dass die Akteure verschiedene Handlungsoptionen im Lichte ihrer Interessen rational bewerten, um schließlich die Handlung auszuwählen, die ihren Interessen am meisten entspricht.
- Drittens: Die Anarchie im internationalen System wird in zunehmendem Ausmaß von den Interdependenzen zwischen den einzelnen Staaten und Gesellschaften eingehegt.
- Viertens: Die transnationalen Interdependenzen bewirken ein gesteigertes Kooperationsinteresse der Akteure, was zur Bildung internationaler Institutionen führt. Die Institutionen entwickeln eine Eigendynamik, durch die sie das Verhalten der Staaten teilweise sogar über ihren Regelungsgehalt hinaus beeinflussen.

Die zentrale Hypothese des Neoinstitutionalismus ist daher, dass die internationale Politik geprägt wird durch die Regeln und Normen, die in internationalen Institutionen verankert sind. Demzufolge befasst sich der Neoinstitutionalismus insbesondere mit den Fragen, unter welchen Umständen internationale Institutionen zustandekommen, wie sie auf die internationale und die Innenpolitik der beteiligten Staaten wirken und wie sie konstruiert sein müssen, um Wirksamkeit zu entfalten.

Diese Fragen werden mit Hilfe verschiedener Theorieansätze bearbeitet, die mit ihrer Erklärung auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen: Die Konfliktgegenstandstheorie leitet die Wahrscheinlichkeit der Institutionenbildung vom Typ des jeweiligen Konfliktgegenstandes ab. Je nachdem, wie der Konfliktgegenstand von den Konfliktparteien bewertet wird, kommt demnach eine durch die Bildung internationaler Institutionen regulierte Konfliktbearbeitung leichter oder schwieriger zustande. Bei Wertekonflikten ist eine kooperative Konfliktbearbeitung sehr unwahrscheinnlich, bei Mittelkonflikten - also Konflikten um das adäquate Mittel zur Erreichung eines gemeinsam angestrebten Ziels - hingegen ist eine institutionell gestütze kooperative Konfliktbearbeitung sehr wahrscheinlich. Bei Interessenkonflikten wird zwischen solchen über absolut bewertete Güter (die Konfliktparteien wollen dasselbe Gut, von dem es aber nicht genug für alle gibt) und solchen über relativ bewertete Güter (es kommt den Konfliktgegnern in erster Linie darauf an, von einem Gut mehr zu besitzen als die anderen) unterschieden. Nach der Konfliktgegenstandstheorie sind erstere einer kooperativen Konfliktbearbeitung leichter zugänglich. Die Theorie der Interessenkonstellationen unterscheidet zwischen verschiedenen Interessenkoalitionen, bei denen die Wahrscheinlichkeit der institutionellen Konfliktbearbeitung von der jeweiligen Situation der beteiligten Akteure abhängig gemacht wird. Dabei wird die Unterscheidung der Interessenkonstellationen entweder lediglich auf der zwischenstaatlichen Ebene vorgenommen ( situationsstruktureller Ansatz) oder auch die Ineressenkonstellationen auf gesellschaftlicher Ebene in die Betrachtung einbezogen (Zwei-Ebenen-Ansatz). Mit Hilfe der Spieltheorie können interdependente Entscheidungssituationen formalisiert dargestellt werden (Vier-Felder-Schema), so dass deutlich wird, wie die Interessenverwirklichung jedes einzelnen Akteurs davon abhängt, wie die anderen Akteure versuchen, ihre Interessen zu verwirklichen.

Die Theorie über die Institutionenwirkung befasst sich nicht mit der Bildung, sondern mit der Wirkung von internationalen Instituionen. Sie geht davon aus, dass die Wirksamkeit oder Wirkungslosigkeit unterschiedlicher Institutionen sich aus dem Design der jeweiligen Institution heraus erklärt. Zentral ist dabei die Frage, ob das Design der Institution der jeweiligen Interessenkonstellation angemessen ist. Je nach Interessenkonstellation gelten also unterschiedliche Institutionendesigns als erfolgreich.

Zum Begriff “Internationale Institution”

Als Institutionen werden an Normen und Regeln orientierte Verhaltensmuster bezeichnet, die zu einer Angleichung wechselseitiger Verhaltenserwartungen der Akteure führen. In der internationalen Politik werden vier Typen von internationalen Instituionen unterschieden:
- Erstens: Internationale Organisationen haben Akteursqualität, d.h. in ihnen sind Normen und Regeln verankert, die die Institutionen zum Handeln befähigen.
- Zweitens: Internationale Regime enthalten inhaltliche und prozeduale Normen und Regeln, die das Verhalten der Aktuere in einem bestimmten Problemfeld regulieren.
- Drittens: Internationale Netzwerke enthalten lediglich prozeduale (keine inhaltlichen) Normen und Regeln für ein begrenztes Problemfeld.
- Viertens: Internationale Ordnungsprinzipien beinhalten die grundlegenden Normen und Regeln, nach denen internationale Politik erfolgt. Die Normen und Regeln beziehen sich dabei nicht auf ein bestimmtes Politikfeld, sondern auf die internationalen Beziehungen im allgemeinen.

Literatur


- Keohane, Robert O. (1984): After Hegemony. Cooperation and Discord in the World Political Economy, Princeton NJ
Keohane, Robert O. (1989) (Hrsg.): International Institutions and State Power. Essays in International Relations Theory, San Francisco/ London, S. 1 – 20
- Zürn, Michael (1992): Interessen und Institutionen in der internationalen Politik. Grundlegung und Anwendung des situationsstrukturellen Ansatzes, Opladen
- Zangl, Bernhard (1999): Interessen auf zwei Ebenen – Internationale Regime in der Agrarhandels-, Währungs- und Walfangpolitik, Baden-Baden
- Zürn, Michael (1998): Regieren jenseits des Nationalstaates, Frankfurt/M., S. 166 – 246 Kategorie:Soziologie

Kategorie:Soziologie

Kategorie:Sozialwissenschaft Kategorie:!Hauptkategorie Kategorie:Thema ja:Category:社会 th:Category:สังคมวิทยา

Tracy Ulman

Tracey Ullman (born December 30, 1959) is a British comedienne, actress, and singer who is most famous for being the host of a variety television show bearing her name. Ullman has an extraordinary ability to mimic accents, with her numerous characters rarely sounding anything like her normal accent. Born in London, England, her early appearances were in British TV sketch comedy shows with Rik Mayall in Kick Up the Eighties and Three of a Kind with Lenny Henry and the English comedian David Copperfield. She also appeared with French and Saunders and Ruby Wax in Girls On Top. In 1983, she had great success as a singer on the legendary punk label Stiff Records, although her style was more comic romantic than punk. She had six songs in the British Top 100 in less than two years, including her first hit "Breakaway" and the international hit "They Don't Know" (both written by label-mate Kirsty MacColl), and the Madness cover version "My Guy" (whose video featured the British politician Neil Kinnock), Her songs were over-the-top evocations of 1960s and 1970s pop music with an 1980s edge, "somewhere between Minnie Mouse and The Supremes" as Britain's Melody Maker put it, or "retro before retro was cool", as a retrospective reviewer wrote in 2002. The video for "They Don't Know" featured a cameo from Paul McCartney; at the time Ullman was filming a minor role in McCartney's film Give My Regards To Broad Street. During this time, she was also a guest VJ on MTV in the United States. Her U.S. television show, The Tracey Ullman Show, earned four Emmys and spawned The Simpsons, which was featured in very simple cartoon shorts (created by cartoonist Matt Groening at the behest of Ullman Show producer James L. Brooks). 1992 Ullman filed a lawsuit against Twentieth Century Fox in Los Angeles Superior Court over profits from the later half hour incarnation of The Simpsons for $2.5 million out of the estimated $50 million in profits reaped from merchandising. As Ullman has continued her professional relationship with former producer Brooks, only the studio and not Brooks was named in the suit. In fact, Brooks was allowed to videotape his testimony because in an only-in-Hollywood twist he was at that time directing Ullman in his later de-musicalized film I'll Do Anything. Ullman was unsuccesful and viewed by some as trying to greedily cash in on a project that she could not show in court that she had any hand in creating. However, supporters point out that she only sought a small portion of merchandising from the studios slice that she felt her contract for the cancelled show entitled her to (a 12 page contract that was hastily signed only hours before filming on the first The Tracey Ullman Show was to commence). She later appeared in Tracey Takes On... on HBO, which has been nominated and won several Emmy's including Outstanding Variety, Music or Comedy Series in 1997 for the episode "Vegas." She has appeared in many films, including I Love You to Death, Robin Hood: Men in Tights, Household Saints, Small Time Crooks, and A Dirty Shame. She was also the modern-day cartoon voice of Little Lulu. She also had a recurring role as Ally's unconventional therapist on the television series Ally McBeal. Thanks to her part/ownership of The Simpsons she features in the Sunday Times Rich List of wealthiest UK citizens. She became a naturalized U.S. citizen in 2003. Tracey is married to Allan McKeown, they have two children, Johnny and Mable.

External links


-
- [http://www.hwired.com/tullman/ The Tracey Ullman "Go Home" Page]
- [http://www.rreini.com/tracey/ Totally Tracey Online]
- Archive of Entertainment Weekly story by Frank Spotnitz on 1992 lawsuit[http://www.snpp.com/other/articles/ullman.html] Ullman, Tracey Ullman, Tracey Ullman, Tracey Ullman, Tracey Ullman, Tracey Ullman, Tracey Ullman, Tracey Ullman, Tracy ja:トレイシー・ウルマン

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