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| Integralrechnung |
IntegralrechnungDie Integralrechnung ist neben der Differentialrechnung der wichtigste Zweig der mathematischen Disziplin der Analysis. Das Integral ordnet einer Funktion für einen gegebenen Integrationsbereich einen Zahlwert oder im unbestimmten Fall eine Funktion zu. Dieser Vorgang heißt Integration.
Funktion
Das Integral wird im zweidimensionalen Koordinatensystem als die Fläche zwischen dem Graphen der Funktion und der x-Achse gedeutet, bei Funktionen mehrerer Veränderlicher entspricht es einem Volumen.
Der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung, auch Fundamentalsatz der Analysis genannt, besagt, dass Integrale aus Stammfunktionen berechnet werden können. Das Bestimmen von Stammfunktionen ist die inverse Aufgabe (das heißt Gegenteil) zur Differentiation.
Im Gegensatz zur Differentiation existiert allerdings für die Integration
auch elementarer Funktionen kein einfacher und kein alle Fälle abdeckender Algorithmus. Integration erfordert trainiertes Raten, Benutzung spezieller Umformungen (Integration durch Substitution, Partielle Integration) oder/und Nachschlagen in einer Tabelle. Oft erfolgt die Integration auch nur näherungsweise als so genannte numerische Quadratur. In der Technik benutzt man zur Integration bzw. Flächenbestimmung so genannte Planimeter, bei welchen die Summierung der Flächenelemente kontinuierlich erfolgt. Der Zahlenwert der so bestimmten Fläche kann an einem Zählwerk abgelesen werden, welches zur Erhöhung der Ablesegenauigkeit mit einem Nonius versehen ist.
Integral für kompakte Intervalle
„Kompakt“ bedeutet hier, dass nur Funktionen auf Intervallen der Form betrachtet werden. Offene oder unbeschränkte Intervalle sind nicht zugelassen.
Motivation
Reduktion komplizierterer Flächeninhalte auf Integrale
Ein Ziel der Integralrechnung ist die Berechnung von Flächeninhalten krummlinig begrenzter Bereichen der Ebene. In den meisten in der Praxis auftretenden Fällen sind derartige Flächen beschrieben durch zwei Funktionen auf einem endlichen Intervall , deren Graphen die Fläche begrenzen (linkes Bild).
: 595px
Der Flächeninhalt der schraffierten Fläche im linken Bild ist gleich der Differenz der schraffierten Bereiche in den beiden rechten Bildern. Es genügt also, sich auf den einfacheren Fall einer Fläche zu beschränken, die von
- dem Graphen einer Funktion
- zwei vertikalen Geraden und
- sowie der -Achse
begrenzt wird.
Aufgrund seiner fundamentalen Bedeutung erhält dieser Typ Flächeninhalt eine spezielle Bezeichnung:
:
gelesen als Integral von bis über (oder: von) .
Integrale negativer Funktionen
Verschiebt man den Graphen einer Funktion in Richtung der -Achse um ein Stück , so kommt zu der betrachteten Fläche ein Rechteck hinzu:
: 385px
Das Integral ändert sich um den Flächeninhalt dieses Rechtecks der Breite und der Höhe , in Formeln
:
Betrachtet man eine nach unten beschränkte Funktion, deren Werte negativ sind, so kann man stets ein finden, so dass die Werte von alle positiv sind:
: 237px
Mit der vorhergehenden Überlegung erhält man
:
das heißt, das Integral von ist die Differenz der Flächeninhalte des weißen Bereichs in der Mitte und dem umgebenden Rechteck. Diese Differenz ist aber negativ, das heißt, soll die obige Formel für beliebige Funktionen korrekt sein, so muss man Flächen unterhalb der -Achse negativ zählen. Man spricht deshalb von einem „orientierten“ Flächeninhalt.
Wenn eine Nullstelle im zu untersuchenden Intervall vorliegt, gibt das Integral nicht mehr den Flächeninhalt an, sondern stellt nur noch eine Rechenregel dar. Benötigt man in einem solchen Intervall die Fläche zwischen -Achse und Graph der Funktion, so muss das Integral aufgeteilt werden.
Das Prinzip von Cavalieri und die Additivität des Integrals
Hauptartikel: Prinzip von Cavalieri
Axiomatischer Zugang
Es ist nicht einfach, den Begriff des Flächeninhaltes mathematisch präzise zu fassen. Im Lauf der Zeit wurden dafür verschiedene Konzepte entwickelt. Für die meisten Anwendungen sind deren Details jedoch unerheblich, da sie unter anderem auf der Klasse der stetigen Funktionen übereinstimmen. Im folgenden werden einige Eigenschaften des Integrals aufgelistet, die oben motiviert wurden und unabhängig von der genauen Konstruktion für jedes Integral gelten. Außerdem legen sie das Integral stetiger Funktionen eindeutig fest.
Es seien .
Bild:Einekurvendiskussionmod.png
Waagerechte Tangenten
Besitzt eine Funktion f(x):I \to \mathbb in einem inneren Punkt c des zusammenhängenden Intervalls I ihren größten oder kleinsten Wert, also für alle x dieses Intervalls gilt f(c)>f(x) oder f(c) und existiert darüber hinaus die Ableitung im Punkt c , so kann die Ableitung dort nur gleich Null sein f'(c)=0.
Geometrische Deutung dieses Satzes von Fermat ist, dass die Funktion eine parallel zur x -Achse verlaufende Tangente, auch waagerechte Tangente genannt, besitzt. Folglich ist die Steigung Null an der Stelle x=c .
Lediglich die notwendige Bedingung für die Existenz eines Maximal- oder Minimalwertes einer Funktion in einem Intervall ist durch den Satz von Fermat gegeben. Deswegen kann es sich um einen Hochpunkt (lokales Maximum), einen Tiefpunkt (lokales Minimum) oder einen Sattelpunkt handeln.
Wesentlich ist die Bedingung, der Differenzierbarkeit der Funktion im Punkt x=c für den Satz von Fermat. Eine Funktion kann einen Maximal- oder Minimalwert haben, ohne dass die Ableitung an dieser Stelle existiert.
Im Beispiel ist
: =
f'(x) wird 0 bei x=1 und x=3 .
Die zweite Ableitung f(x) beschreibt die Steigung von f'(x) , also die Änderung der Steigung von f(x) . Ist f(x)>0 , so ändert sich f'(x) von negativen zu positiven Werten, also liegt ein lokales Minimum von f(x) vor. Im Falle f(x)<0 ändert sich die Steigung vom positiven zu negativen Werten, das bedeutet ein lokales Maximum von f(x) . Im Beispiel ist f(1) = -2 und f(3)=2 .
Mit Hilfe der Ableitungen lassen sich noch weitere Eigenschaften der Funktion analysieren, wie Wendepunkte, Sattelpunkte, Konvexität oder die oben schon angesprochene Monotonie. Die Durchführung dieser Untersuchungen wird im Artikel Kurvendiskussion beschrieben.
Ein Beispiel für angewandte Differentialrechnung
Kurvendiskussion
In der Mikroökonomie werden beispielsweise verschiedene Arten von Produktionsfunktionen analysiert, um daraus Erkenntnisse für makroökonomische Zusammenhänge zu gewinnen. Hier ist vor allem das typische Verhalten einer Produktionsfunktion von Interesse: Wie reagiert die abhängige Variable Output y (produzierte Menge eines Gutes), wenn der Input x (Produktionsfaktor, z.B. Arbeit oder Kapital) um eine (infinitesimal) kleine Einheit erhöht wird?
Ein Grundtyp einer Produktionsfunktion ist etwa die neoklassische Produktionsfunktion. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Output bei jedem zusätzlichen Input steigt, dass aber die Zuwächse abnehmend sind. Es sei beispielsweise für einen Betrieb die Produktionsfunktion
: y = f(x) = \sqrt\ \mathrm\ x \ge 100
::(gezeichnet ist y = f(x) = 10\sqrt = \sqrt\ \mathrm\ x \ge 100)
maßgebend. Die erste Ableitung dieser Funktion ergibt unter Anwendung der Kettenregel
: \frac = \frac()^ \cdot 400 = \frac .
Da der Wurzelausdruck der ersten Ableitung nur positiv werden kann, sieht man, dass der Ertrag bei jedem zusätzlichen Input steigt. Die zweite Ableitung ergibt
: \frac = 200 \left(-\frac \right) ()^ \cdot 400 = -\frac .
Sie wird für alle Inputs negativ, also fallen die Zuwächse. Man könnte also sagen, das bei steigendem Input der Output unterproportional steigt.
Ableitungen von mehrdimensionalen Funktionen
Alle vorigen Ausführungen legten eine Funktion in einer Variablen (also mit einer reellen oder komplexen Zahl als Argument) zu Grunde. Funktionen, die Vektoren auf Vektoren oder Vektoren auf Zahlen abbilden, können ebenfalls eine Ableitung haben. Allerdings ist eine Tangente an die Funktion in diesen Fällen nicht mehr eindeutig bestimmt, da es viele verschiedene Richtungen gibt. Hier ist also eine Erweiterung des bisherigen Ableitungsbegriffs notwendig.
Partielle Ableitungen
Wir betrachten zunächst eine Funktion, die von \mathbb^n\to\mathbb geht. Ein Beispiel ist die Temperaturfunktion: Wir messen in Abhängigkeit vom Ort die Temperatur in unserem Zimmer, um zu beurteilen, wie effektiv die Heizung ist. Bewegen wir das Thermometer in eine bestimmte Richtung, bemerken wir eine Veränderung der Temperatur. Diese ist die so genannte Richtungsableitung. Die Richtungsableitungen in spezielle Richtungen, nämlich die der Koordinatenachsen, nennt man auch die partiellen Ableitungen.
Insgesamt lassen sich für eine Funktion in n Variablen insgesamt n partielle Ableitungen errechnen:
: k = \frac
: = \lim_
\frac;\quad
i \in [1; n]
Die einzelnen partiellen Ableitungen einer Funktion lassen sich auch gebündelt als Gradient oder Nablavektor anschreiben. Partielle Ableitungen können wieder differenzierbar sein und lassen sich dann in der so genannten Hesse-Matrix anordnen. Analog zum eindimensionalen Fall sind die Kandidaten für Extremstellen da, wo die Ableitung Null ist, also der Gradient verschwindet. Ebenfalls analog benutzt man die zweite Ableitung, also die Hesse-Matrix, zur Bestimmung des exakt vorliegenden Falles. Im Gegensatz zum eindimensionalen ist allerdings die Formenvielfalt in diesem Falle größer. Mittels einer Hauptachsentransformation der durch eine mehrdimensionale Taylor-Entwicklung im betrachteten Punkt gegebenen quadratischen Form lassen sich die verschiedenen Fälle klassifizieren.
Ist eine Funktion x \mapsto y(x) durch eine implizite Gleichung F\left(x,y\left(x\right)\right) = 0 gegeben, so folgt aus der verallgemeinerten Kettenregel, die für Funktionen mehrerer Variablen gilt:
F_x + F_yy' = 0\mathsf.
Für die Ableitung der Funktion y ergibt sich daher:
: y' = -\frac mit F_x = \frac , F_y = \frac; F_y \neq 0 .
Totale Differenzierbarkeit
Eine Funktion f:U \subset \mathbb^n \to \mathbb^m, wobei U eine offene Menge ist, heißt in einem Punkt x_0 \in U total differenzierbar (manchmal auch nur differenzierbar), falls eine lineare Abbildung L: \, \mathbb^n \to \mathbb^m existiert, sodass
: \lim_ \frac=0 gilt.
Für den eindimensionalen Fall stimmt diese Definition mit der oben angegebenen überein. Die lineare Abbildung L ist bei Existenz eindeutig bestimmt, hängt also insbesondere nicht von der verwendeten Norm ab. Die Tangente wird also durch die lokale Linearisierung der Funktion abstrahiert. Die Matrixdarstellung der ersten Ableitung von f nennt man Jacobi-Matrix. Es handelt sich um eine n \times m-Matrix, im Fall m=1 erhalten wir den oben beschriebenen Gradienten.
Zwischen den partiellen Ableitungen und der totalen Ableitung besteht folgender Zusammenhang:
Existiert in einem Punkt die totale Ableitung, so existieren dort auch alle partiellen Ableitungen. In diesem Fall stimmen die partiellen Ableitungen mit den Koeffizienten der Jacobi-Matrix überein. Umgekehrt folgt aus der Existenz der partiellen Ableitungen in einem Punkt x_0 nicht zwingend die totale Differenzierbarkeit, ja nicht einmal die Stetigkeit. Sind die partiellen Ableitungen jedoch zusätzlich in einer Umgebung von x_0 stetig, dann ist die Funktion in x_0 auch total differenzierbar.
Wichtige Sätze
- Satz von Schwarz: Die Differentiationsreihenfolge ist bei der Berechnung von partiellen Ableitungen höherer Ordnung unerheblich, wenn alle partiellen Ableitungen bis zu dieser Ordnung (einschließlich) stetig sind.
- Satz von der impliziten Funktion: Funktionsgleichungen sind lösbar, falls die Jacobi-Matrix bezüglich bestimmter Variablen invertierbar ist.
Verallgemeinerungen
- In vielen Anwendungen ist es wünschenswert, Ableitungen auch für stetige oder sogar unstetige Funktionen bilden zu können. So kann beispielsweise eine sich am Strand brechende Welle durch eine partielle Differentialgleichung modelliert werden, die Funktion der Höhe der Welle ist aber noch nicht einmal stetig. Zu diesem Zweck verallgemeinerte man Mitte des 20. Jahrhunderts den Ableitungsbegriff auf den Raum der Distributionen und definierte dort eine schwache Ableitung. Eng verbunden damit ist der Begriff des Sobolew-Raums.
- In der Differentialgeometrie werden gekrümmte Flächen untersucht. Hierzu wird der Begriff der Differentialform benötigt.
- Der Begriff der Ableitung als Linearisierung lässt sich analog auf Funktionen f: U\subset X \to Y, U \subset X offen mit X, Y Banachräume, übertragen. f heißt in x_0 \in U differenzierbar, wenn ein stetiger linearer Operator L \in \mathcal L(X,Y) existiert, so dass
::\lim_ \frac = 0.
Differentialgleichungen
Die wichtigste Anwendung der Differentialrechnung neben dem Bestimmen von Maxima und Minima ist in der mathematischen Modellierung physikalischer Vorgänge. Wachstum, Bewegung oder Kräfte haben alle mit Ableitungen zu tun, ihre formelhafte Beschreibung muss also Differentiale enthalten. Typischerweise führt dies auf Gleichungen, in denen Ableitungen einer unbekannten Funktion auftauchen, eben genau Differentialgleichungen.
Beispielsweise verknüpft das Newtonsche Bewegungsgesetz
: \mathbf(t) = m \mathbf(t) = m \ddot \mathbf = m\frac
die Beschleunigung \mathbf eines Körpers mit seiner Masse m und der auf ihn einwirkenden Kraft \mathbf . Das Grundproblem der Mechanik lautet deshalb, aus einer gegebenen Beschleunigung auf die Ortsfunktion eines Körpers zurückzuschließen. Diese Aufgabe, eine Umkehrung der zweifachen Differentiation, hat die mathematische Gestalt einer Differentialgleichung zweiter Ordnung. Die mathematische Schwierigkeit dieses Problems rührt daher, dass Ort, Geschwindigkeit und Beschleunigung Vektoren sind, die im allgemeinen nicht in die gleiche Richtung zeigen, und dass die Kraft – je nach Anwendungsfall – von der Zeit t oder/und vom Ort \mathbf abhängen kann.
Da viele Anwendungen mehrdimensional sind, sind dort partielle Ableitungen sehr wichtig, mit denen sich partielle Differentialgleichungen formulieren lassen. Mathematisch kompakt werden diese mittels Differentialoperatoren beschrieben und analysiert.
Literatur
- Schulbücher:
- Differentialrechnung ist ein zentraler Unterrichtsgegenstand in der Sekundarstufe II und wird somit in allen Mathematik-Lehrbüchern behandelt.
- Lehrbücher für Studenten der Mathematik und benachbarter Fächer (Physik, Informatik):
- Richard Courant: Vorlesungen über Differential- und Integralrechnung 1, 2. Springer, 1. Aufl. 1928, 4. Aufl. 1971
- Otto Forster: Analysis 1. Differential- und Integralrechnung einer Veränderlichen. Vieweg-Verlag, 7. Aufl. 2004. ISBN 3-528-67224-2
- Otto Forster: Analysis 2. Differentialrechnung im Rn. Gewöhnliche Differentialgleichungen. Vieweg-Verlag, 6. Aufl. 2005. ISBN 3-528-47231-6
- Konrad Königsberger: Analysis 1, 2. Springer Verlag, 3. Auflage, 1995
- Steffen Timmann: Repetitorium der Analysis 1, 2. Binomi Verlag, 1. Auflage, 1993,
- Lehrbücher für Studenten mit Nebenfach/Grundlagenfach Mathematik (z.B. Studenten der Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften):
- Rainer Ansorge und Hans Joachim Oberle: Mathematik für Ingenieure. Wiley-VCH, Band 1, 3. Auflage, 2000
- Lothar Papula: Mathematik für Naturwissenschaftler und Ingenieure Band 1
- Klaus Weltner: "Mathematik für Physiker" Band 1
Weblinks
- [http://www.walter-fendt.de/m14d/sektang.htm Interaktive Veranschaulichung der Sekanten- und Tangentensteigung]
- [http://www.matheprisma.uni-wuppertal.de/Module/Ableitung/index.htm Anschauliche Erklärung von Ableitungen]
- [http://www.mmnetz.de/huseyin/ableitungsregeln.pdf Übersicht über die wichtigsten Ableitungsregeln mit Herleitungen]
- [http://www.mathematik-wissen.de/differentialrechnung.htm Erklärung der Differentialrechnung für Schüler]
Kategorie:Analysis
ja:微分
ko:미분
simple:Derivative
th:อนุพันธ์
AnalysisDie Analysis (von griechisch ανάλυσις = Auflösung, vom altgriechischen Verb ἀναλύειν, analyein = auflösen; im heutigen Griechisch in der volkstümlicheren Form ανάλυση) ist ein Teilgebiet der Mathematik, dessen Grundlagen von Gottfried Wilhelm Leibniz und Isaac Newton unabhängig voneinander entwickelt wurden.
Die grundlegende Analysis befasst sich mit Grenzwerten von Folgen und Reihen sowie mit Funktionen reeller Zahlen und deren Stetigkeit, Differenzierbarkeit und Integration. Viele wichtige Funktionen der Analysis lassen sich als Grenzwerte von Reihen darstellen.
Die Analysis arbeitet häufig mit Abschätzungen und Ungleichungen. Die Ergebnisse, die durch diese Techniken gewonnen werden, sind jedoch exakt.
Die Verallgemeinerung des Funktionsbegriffes in der Analysis auf Funktionen mit Definitions- und Wertebereich in den komplexen Zahlen ist Bestandteil der Funktionentheorie.
Die Methoden der Analysis sind in allen Natur- und Ingenieurwissenschaften von großer Bedeutung.
Bei einer Geraden
:
g(x) = mx + c
heißt m die Steigung und c der y-Achsen-Abschnitt oder Ordinatenabschnitt der Geraden. Hat man nur 2 Punkte (x_0, y_0) und (x_1, y_1) auf einer Geraden, so kann die Steigung berechnet werden durch
:
m = \frac
.
Bei Funktionen wie z.B. f(x) = x^2 kann die Steigung so nicht mehr berechnet werden, da die Kurve eben keine Gerade ist. Jedoch kann man an einen Punkt (x_0, f(x_0)) eine Tangente legen, die wieder eine Gerade darstellt. Die Frage ist nun, wie man die Steigung einer solchen Tangente an einer Stelle x_0 berechnen kann. Wählt man jetzt eine Stelle x_1 ganz nahe bei x_0 und legt eine Gerade durch die Punkte (x_0, f(x_0)) und (x_1, f(x_1)), so ist die Steigung dieser Sekante nahezu die Steigung der Tangente. Die Steigung der Sekante ist (s.o.)
:
m = \frac
.
Diesen Quotienten nennt man den Differenzenquotient oder mittlere Änderungsrate. Wenn wir nun die Stelle x_1 immer weiter an x_0 annähern, so erhalten wir per Differenzenquotient die Steigung der Tangente. Wir schreiben
:
f'(x_0) = \lim_\frac
und nennen dies die Ableitung oder den Differentialquotienten von f in x_0. Der Ausdruck \lim_ bedeutet, dass x immer weiter an x_0 angenähert wird, bzw. dass der Abstand zwischen x und x_0 unendlich klein wird. Wir sagen auch: „x geht gegen x_0“. Die Bezeichnung \lim steht für Limes.
:f^\prime (x_0) ist der Grenzwert des Differenzenquotienten.
Es gibt auch Fälle, in denen dieser Grenzwert nicht existiert. Deswegen hat man den Begriff Differenzierbarkeit eingeführt. Eine Funktion f heißt differenzierbar an der Stelle x_0, wenn der Grenzwert f^\prime (x_0) existiert.
Integralrechnung
Die Integralrechnung befasst sich anschaulich mit der Berechnung von Flächen unter Funktionsgraphen. Diese Fläche kann durch eine Summe von Teilflächen approximiert werden und geht im Grenzwert in das Integral über.
:
\int_^ f(x)\, dx := \lim_ \frac \sum_^ f\left(a+i \frac\right)
Die obige Folge konvergiert, falls f gewisse Bedingungen (wie z. B. Stetigkeit) erfüllt. Diese anschauliche Darstellung (Approximation mittels Ober- und Untersummen) entspricht dem so genannten Riemann-Integral, das in der Schule gelehrt wird.
In der so genannten Höheren Analysis werden darüber hinaus weitere Integralbegriffe, wie z. B. das Lebesgue-Integral betrachtet.
Hauptsatz der Analysis
Differentialrechnung und Integralrechnung verhalten sich nach dem Hauptsatz der Analysis invers zueinander.
:
\left(\int f(x) dx\right)= \int\left(f(x)\right)dx = f(x)
Viele Lehrbücher unterscheiden zwischen Analysis in einer und Analysis in mehreren Dimensionen. Diese Differenzierung berührt nicht die grundlegenden Konzepte, allerdings gibt es in mehreren Dimensionen eine reichere mathematische Vielfalt.
Weitere Gebiete der Analysis
- Funktionen mit komplexen Veränderlichen (Komplexe Analysis oder auch Funktionentheorie)
- Differentialgleichungen
- Variationsprobleme
- Unendlichdimensionale Funktionenräume (Funktionalanalysis)
- Vektoranalysis
- harmonische Analysis
- Nichtstandardanalysis
Literatur
- Otto Forster: Analysis 1, Vieweg, Wiesbaden 2004, ISBN 3-528-67224-2.
- Harro Heuser: Lehrbuch der Analysis, Teubner, Wiesbaden 2003, ISBN 3-519-62233-5
- Stefan Hildebrandt: Analysis, Springer, Berlin 2002, ISBN 3-540-42838-0.
- Konrad Königsberger: Analysis, Bd. 1, Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-41282-4.
- Wolfgang Walter: Analysis, Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-20388-5.
Weblinks
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ar : تحليل رياضي
ja:解析学
Funktion (Mathematik)Eine Funktion drückt die Abhängigkeit einer Größe von einer anderen aus.
Traditionell werden Funktionen als Regel oder Vorschrift definiert, die eine Eingangsgröße (Argument, meist x) in eine Ausgangsgröße (Funktionswert, meist y) transformiert (überführt).
Häufig werden auch die Begriffe Abbildung und Operator für Funktionen verwendet.
In der Schulmathematik lernt man zunächst einfache Funktionen kennen wie:
:y = 2x + 3 oder y = x2.
Die Mathematik definiert Funktionen in den Begriffen der Mengenlehre.
Definition
Eine Funktion f weist jedem Element einer Definitionsmenge A (einem "x-Wert") genau ein Element einer Zielmenge B (einen "y-Wert") zu. Eine Funktion hat demnach die explizite Eigenschaft:
Jedem x-Wert aus dem Definitionsbereich wird genau ein y-Wert zugeordnet.
Oft kann man eine Zuordnungsvorschrift angeben, man nennt sie Funktionsgleichung.
Mengentheoretisch ist eine Funktion eine linkstotale und rechtseindeutige Relation, das heißt:
:Eine Funktion von der Menge A in die Menge B ist eine Menge f, die die folgenden Eigenschaften hat:
: - f ist eine Teilmenge von A × B (kartesisches Produkt), also eine Menge von Paaren (a, b), wobei a in A und b in B gilt.
: - zu jedem Element a von A gibt es genau ein Element b von B (geschrieben f(a)), so dass das Paar (a,b) Element von f ist.
Oft möchte man aber auch die Wertemenge B explizit Teil der Funktion machen, und definiert:
:Ein Tripel f = (A, B, R) bestehend aus zwei Mengen A und B sowie einer Relation R ⊆ A × B heißt Funktion von A nach B, wenn gilt: zu jedem Element a von A gibt es genau ein Element b von B (geschrieben f(a)), so dass das Paar (a,b) Element von R ist. Eine Funktion ist also durch ihren Graphen R und die Angabe der Menge B bestimmt.
Daneben gibt es noch den Begriff partielle Funktion, der besonders in der Informatik verwendet wird. Hier wird nicht verlangt, dass jedem Argument ein Wert zugeordnet wird, es wird lediglich verlangt, dass es höchstens einen zugeordneten Wert gibt. Dies ist keine Funktion im hier definierten Sinne; solche heißen in diesem Kontext totale Funktion.
Schreibweisen und Sprechweisen
- f\colon A \to B (bzw. f: A -> B im Textmodus) statt f \subseteq A \times B,
- : "Funktion f von A nach B"
- f\colon x \mapsto f(x) (bzw. f: x -> f(x) im Textmodus) oder y = f(x) statt (x,y) \in f.
- : "x wird abgebildet auf f von x"
- : "x wird f von x zugeordnet"
- : "y ist f von x"
- : "y ist das Bild von x unter der Abbildung f".
Die Definitionsmenge A wird auch Definitionsbereich genannt, die Wertemenge B auch Wertebereich. Die Elemente von A heißen Funktionsargumente, salopp auch "x-Werte", die Elemente von B, heißen salopp auch "y-Werte". Funktionswerte heißen dagegen nur die Elemente von B, die tatsächlich als Bild eines Arguments auftreten.
Darstellung von Funktionen
Eine Funktion f:R->R kann man visualisieren, indem man ihren Graphen in ein Koordinatensystem zeichnet. Der Funktionsgraph einer Funktion f kann mathematisch definiert werden als die Menge aller Zahlenpaare (x|y), für die y=f(x). Der Graph einer stetigen Funktion bildet eine zusammenhängende Kurve.
Computerprogramme zur Darstellung von Funktionen heißen Funktionenplotter. Funktionenplotter gehören auch zum Funktionsumfang von Computer-Algebra-Systemen (CAS), matrizenfähigen Programmierumgebungen wie MATLAB, Scilab, Octave und anderen Systemen. Die wesentlichen Fähigkeiten eines Funktionenplotters sind auch auf einem graphikfähigen Taschenrechner verfügbar.
Beispiele
Die Normalparabel:
f: \mathbb \to \mathbb,\;\; x \mapsto f(x)=x^2
Die Nachfolger-Funktion:
s:\mathbb \to \mathbb ,\;\; x \mapsto s(x)=x+1
Wichtige Begriffe
- Das Bild (engl.: image) eines Elements x der Definitionsmenge ist einfach f(x).
- Das Bild einer Funktion ist die Menge aller Bilder, also f(A) =
- Das Urbild eines Elements y der Wertemenge ist die Menge aller Elemente des Definitionsbereichs, deren Bild y ist. Man schreibt f -1(y) = . Man sagt auch Faser von y.
- Das Urbild einer Teilmenge M der Wertemenge ist die Menge aller Elemente des Definitionsbereichs, deren Bild Element dieser Teilmenge ist. f -1(M) = .
- Die Komposition ist die Verknüpfung von Funktionen durch Hintereinanderausführung (f o g)(x) = f(g(x)).
- Die Umkehrfunktion einer bijektiven Funktion weist jedem Element der Wertemenge das Urbildelement zu. (Bei bijektiven Funktionen hat das Urbild jedes Elements genau ein Element.)
- Ein Fixpunkt ist ein Element x des Definitionsbereichs von f, für das f(x) = x gilt.
Eigenschaften von Funktionen
Allgemeine Eigenschaften
- Eine Funktion ist injektiv, wenn jedes Element des Wertebereichs höchstens ein Urbild hat.
- Sie ist surjektiv, wenn jedes Element des Wertebereichs mindestens ein Urbild hat.
- Sie ist bijektiv, wenn sie injektiv und surjektiv ist, also wenn jedes Element des Wertebereichs genau ein Urbild hat.
- Sie ist idempotent, wenn f(f(x))=f(x) für alle Elemente x des Definitionsbereichs gilt.
- Sie ist eine Involution, wenn f(f(x)) = x für alle Elemente x des Definitionsbereichs gilt.
- Eine zweistellige Funktion f heißt kommutativ, wenn f(x,y)=f(y,x) für alle x und y aus der Definitionsmenge gilt.
Eigenschaften, die in der reellen und komplexen Analysis von Interesse sind
- Beschränktheit
- Differenzierbarkeit
- Glattheit
- Integrierbarkeit
- Konvergenz
- Monotonie
- Stetigkeit
- Konvexität
- Holomorphie
- Homogenität
Funktionen, die Strukturen beachten
Funktionen, die auf Zusammenhänge wie z.B. Operationen (Addition, etc.) in der Definitions- und der Wertemenge "Rücksicht nehmen", werden Morphismen genannt. Siehe Homomorphismus, Kategorientheorie.
Spezielle Funktionen und Funktionstypen
Es gibt unterschiedlichste Unterscheidungmerkmale und somit auch viele Namen für einzelne Funktionstypen.
Analytische Funktionen
analytische Funktion
- Algebraische Funktionen Eine Funktion ist algebraisch, wenn sie sich nur aus einer Verknüpfung der Grundrechenarten und Radizieren zusammensetzt.
- homogene lineare Funktion (auch: Proportionalität): allgemein beschrieben durch f(x) = m·x ; ist ein Homomorphismus bezüglich der Addition
- allgemeine lineare Funktion (oder affine Funktion): allg. beschrieben durch f(x) = m·x + n; siehe auch affine Abbildung
- Quadratische Funktion: allg. beschrieben durch f(x) = a·x2 + b·x + c (s. Quadratische Gleichung)
- Potenzfunktion
- Polynom-Funktion: allg. beschrieben durch f(x) = an·xn + an-1·xn-1 + ... + a1·x + a0 oder f(x) = \sum_^n a_i\cdot x^i
- Rationale Funktion: Quotient zweier Polynom-Funktionen, f(x) = g(x)/h(x)
- Wurzelfunktion: besteht aus gebrochenrationalen Funktionen verknüpft durch die Grundrechenarten und Wurzelausdrücke
- Transzendente Funktionen Eine mathematische Funktion nennt man transzendent, wenn sie nicht nur aus einer Verknüpfung der Grundrechenarten und der Wurzelfunktion besteht. Hierzu zählen:
- Exponentialfunktion
- Potenzexponentialverteilung und Schwanenhalsfunktion
- Logarithmus
- Kreis- und Hyperbelfunktionen
- Trigonometrische Funktion: sin, cos, tan, cot, sec, csc
- Hyperbelfunktion: sinh, cosh, tanh, coth, sech, csch
- Arcus-Funktion: arcsin, arccos, arctan, arccot, arcsec, arccosec
- Area-Funktion: arsinh, arcosh, artanh, arcoth, arsech, arcosech
- Spezielle Funktionen
- Gammafunktion, Betafunktion, Zetafunktion
- Elliptische Funktion
- Hermitesches Polynom und Hermitesche Funktion
- Bessel-Funktion
- Legendre-Polynome
- Kugelflächenfunktionen
- Harmonische Funktion
- Hurwitzpolynom
- sonstige Funktionen
- Logistische Funktion
- Gaußsche Glockenkurve
- Lorentzkurve
- Voigt-Profil
Reelle Funktionen, die nicht analytisch sind
- Betragsfunktion
- Maximumfunktion und Minimumfunktion
- Gaußsche Ganzzahlfunktion
- Heaviside-Funktion
Weitere Funktionen
- Charakteristische Funktion
- Vorzeichenfunktion
- Primitiv-rekursive Funktion
- Ackermannfunktion
- Phifunktion
- Zahlentheoretische Funktion
- Deltafunktion
- Fehlerfunktion
- Lokal konstante Funktion
Siehe auch
- Funktionsschar
- Funktion höherer Ordnung
- Mathematik für die Schule
- Satz von der impliziten Funktion
- Funktion für weitere Bedeutungen des Begriffes
Kategorie:Analysis
Kategorie:Mengenlehre
ja:関数 (数学)
ko:함수 (수학)
th:ฟังก์ชัน (คณิตศาสตร์)
Koordinatensystem
Mit Hilfe eines Koordinatensystems lassen sich die Positionen von Punkten im Raum angeben.
Die Position im Raum wird im gewählten Koordinatensystem durch Angabe von Zahlenwerten, Koordinaten genannt, eindeutig bestimmt.
Mittels einzelner Punkte lassen sich dann durch mehrere Punkte bestimmte Objekte (Linien, Abstände, Flächen, Körper) angeben.
Die Anzahl der zur Beschreibung notwendigen Werte entspricht der Dimension des Raumes (oft als n abgekürzt).
Man fasst die Koordinaten eines n-dimensionalen Raumes dann auch als ein n-Tupel von Koordinaten auf.
Der Punkt, bei dem alle Koordinaten den Wert 0 annehmen, nennt man den Koordinatenursprung.
Unterschiedliche Koordinatensysteme
Die Positionen desselben Punktes im Raum können in verschiedenen Koordinatensystemen dargestellt werden. In den unterschiedlichen Darstellungen wird diese durch unterschiedliche Koordinaten repräsentiert. Bei Systemen, die eine Symmetrie aufweisen kann man durch Darstellung in einem geeigneten Koordinatensystem erreichen, dass einzelne Koordinaten konstant bleiben. Z.B. genügt zur Festlegung einer Position auf der Erdoberfläche, wenn es auf die Höhe über Normalnull (genauer: Ortsabhängigkeit des Erdradius) nicht ankommt, die Angabe von lediglich zwei Koordinaten wie (Längengrad und Breitengrad), die dritte Koordinate ist durch den Erdradius festgelegt. Während sich in solchen Fällen die Verwendung sphärischer Polarkoordinaten (Kugelkoordinaten) anbietet, erfolgt die Beschreibung von Punkten auf einer Ebene im Raum hingegen einfacher in kartesischen Koordinaten: zwei Koordinaten sind variabel, die dritte ist (ohne Beschränkung der Allgemeinheit) durch den konstanten Abstand der Ebene vom Koordinatenursprung festgelegt.
variabel
Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen geradlinigen (affinen) und krummlinigen Koordinatensystemen. Wenn außerdem Koordinatenlinien in jedem Punkt senkrecht aufeinander stehen, nennt man solche Koordinatensystemen orthogonal.
Beispiele:
- geradlinige Koordinatensysteme:
::Vektorraum
- geradlinige orthogonale Koordinatensysteme:
::Kartesisches Koordinatensystem
- krummlinige Koordinatensysteme:
::Elliptische Koordinaten
- krummlinige orthogonale Koordinatensysteme:
::ebene Polarkoordinaten und Zylinderkoordinaten
::räumliche und sphärische Polarkoordinaten (Kugelkoordinaten)
::Toruskoordinaten
Transformationen zwischen Koordinatensystemen
Die Transformation zwischen unterschiedlichen Koordinatensystemen erfolgt durch Koordinatentransformation. Die unterschiedlichen Zahlenwerte der n-Tupel beschreiben dieselbe Position im Raum. Beim Übergang von geradlinigen (affinen) Koordinaten zu krummlinigen Koordinaten ist zur Berechnung von Größen wie Volumen die Funktionaldeterminante (Jacobi-Determinante) anzuwenden.
Koordinatenursprung
Der Koordinatenursprung bezeichnet den Punkt in einem Koordinatensystem oder einer Karte, an welchem alle Koordinaten den Wert Null annehmen. Er wird deshalb häufig auch als Nullpunkt bezeichnet.
Spezielle Koordinatensysteme
Null
Null
Der uns umgebende und in Mathematik und Physik benutzte Raum ist der dreidimensionale euklidische Raum.
Oft kann eine Raumdimension vernachlässigt werden, so dass nur ein zweidimensionaler Raum zu betrachten ist.
Unter Einbeziehung der Zeit entsteht der vierdimensionale Minkowskiraum der Relativitätstheorie.
Diese Räume lassen sich durch Kartesische Koordinaten beschreiben, das sind affine (geradlinige) Koordinaten, in der die Koordinaten entlang senkrecht aufeinander stehender Achsen gemessen werden.
Bei der Beschreibung in Polarkoordinaten werden der Abstand von einem festgelegten Koordinatenursprung und Winkel zu gegebenen Achsen als Koordinaten verwendet. Auch hier stehen die Koordinatenachsen senkrecht aufeinander, aber sie sind krummlinig.
Andere Koordinatensysteme werden in Bezug auf geometrische Objekte (Zylinder, Kegelschnitt) definiert:
Zylinderkoordinaten, Hyperbolische Koordinaten.
Einige nur in Fachgebieten (z. B. Geodäsie, Geographie, Fernerkundung, Astronomie) gebräuchliche Koordinatensysteme sind:
- Geographisches Koordinatensystem
- Soldner Koordinatensystem
- Gauß-Krüger-Koordinatensystem
- UTM-Koordinatensystem
- Astronomische Koordinatensysteme wie das ekliptikale oder galaktische
- Baryzentrische Koordinaten
- bewegte Koordinatensysteme
- rotierende Koordinatensysteme
Mathematische Betrachtungen
In einem (endlichdimensionalen) Vektorraum ist durch eine Basis automatisch ein Koordinatensystem gegeben.
Die Koeffizienten der Basisvektoren lassen sich als Koordinaten verstehen.
Der Transformation zwischen zwei Basissystemen entspricht eine Transformation zwischen den entsprechenden Koordinatensystemen.
Da eine Transformation von einer Basis zu einer anderen eine lineare Abbildung ist, die etwa durch eine Matrix dargestellt werden kann, sind auch die entsprechenden Transformationen der Koordinatensysteme linear.
Weblinks
- http://www.mathe-online.at/mathint/zeich/i.html - Einfache und verständliche Erklärung (hpts. durch Abbildungen)
- http://mo.mathematik.uni-stuttgart.de/lexikon/K/koordinatensystem.html - Mathematisch exakte Definitionen (mit Formeln)
Kategorie:Geometrie
ja:座標
ko:좌표계
Stammfunktionsiehe dazu den Artikel: Tabelle von Ableitungs- und Stammfunktionen
Als Stammfunktion oder unbestimmtes Integral einer reellen Funktion f bezeichnet man eine differenzierbare Funktion F, deren Ableitungsfunktion F' mit f übereinstimmt. Ist also f auf einem Intervall I definiert, so muss F auf I definiert und differenzierbar sein, und es muss für beliebige Werte x aus I gelten:
:F'(x) \, = \, f(x)
Eine auf einem Intervall I definierte Funktion f hat unendlich viele Stammfunktionen. Ist nämlich F eine Stammfunktion von f, so ist für jede beliebige reelle Zahl C auch die durch G(x) = F(x)+C definierte Funktion G eine Stammfunktion von f. Die Bezeichnung unbestimmtes Integral bezeichnet manchmal auch die Menge aller dieser Funktionen.
Ist f eine auf dem kompakten, also endlichen und abgeschlossenen Intervall [a,b] stetige Funktion, so lässt sich mit Hilfe einer beliebigen Stammfunktion F von f das bestimmte Integral von f über [a,b] berechnen:
:\int_a^b f(x) \, dx = F(b)-F(a)
Stammfunktionen werden daher für verschiedene Berechnungen benötigt, z.B.:
- Flächenberechnung für Flächen, die von Funktionsgraphen begrenzt werden
- Volumenberechnung für Rotationskörper
Stammfunktionen einfacher Funktionen lassen sich nach einigen wenigen Regeln bestimmen. Eine Tabelle gibt eine Übersicht über die wichtigsten Funktionen und deren Stammfunktionen.
Für jede integrierbare Funktion f: \, [a,b] \to \mathbb ist eine Integralfunktion F definiert durch
:F(x) = \int_a^x f(t) \mathrmt.
Diese Funktion ist stetig, und falls auch f stetig ist, ist F nach dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung eine Stammfunktion von f. Ist jedoch f auf [a,b] integrierbar, aber nicht überall stetig, dann gilt zwar für alle c,d aus [a,b]
:\int_c^d f(t) \mathrmt = F(d)-F(c),
aber F ist in diesem Falle nicht überall differenzierbar und somit keine Stammfunktion von f.
Verallgemeinerung
Der Begriff der Stammfunktion lässt sich auch auf komplexe Funktionen übertragen.
Kategorie:Analysis
ja:不定積分
AlgorithmusUnter einem Algorithmus versteht man allgemein eine genau definierte Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer bestimmten Art von Problemen.
Im täglichen Leben lassen sich leicht Beispiele für Algorithmen finden: Zum Beispiel ist ein Kochrezept ein Algorithmus – zumindest dann, wenn alle Angaben genau genug sind und es für alle Teilaufgaben, wie Braten, Rühren, etc., ebenfalls Algorithmen gibt. Auch Reparatur- und Bedienungsanleitungen oder Hilfen zum Ausfüllen von Formularen sind in der Regel Algorithmen. Ein weiteres, etwas präziseres Beispiel sind Waschmaschinenprogramme.
Algorithmen können in Programmablaufplänen nach DIN 66001 oder ISO 5807 grafisch gezeichnet werden.
Geschichte
Das Wort Algorithmus ist eine Abwandlung oder Verballhornung des Namens von Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi ( - ca. 783, † ca. 850), dem Autor des Buchs Hisab al-dschabr wa-l-muqabala (825, Regeln zur Wiederherstellung und Reduktion), durch das die Algebra im Westen verbreitet wurde. Die lateinische Fassung beginnt mit „Dixit Algorithmi...“ (Algorithmus sprach...), womit der Autor gemeint war. Das Wort Algebra stammt ebenfalls (al-Jabr – „Einrenkung“) aus dem Titel des Buches. Ursprünglich stand das Wort Algorism nur für die Regeln zur Arithmetik mit arabischen Ziffern. Heute steht es für alle geregelten Prozeduren, mit denen Prob | | |