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Intentionalität

Intentionalität

Intentionalität ist ein ursprünglich scholastisches Konzept, welches von dem Philosophen und Psychologen Franz Brentano in der zeitgenössischen Philosophie in seiner Arbeit Psychologie vom Empirischen Standpunkte von neuem eingeführt wurde (siehe Aktpsychologie). Intentionalität ist das wesentliche, unterscheidende Merkmal des Psychischen. In jedem psychischen Phänomen finden wir eine Beziehung auf ein immanentes Objekt (wenn ich denke, dann denke ich etwas, wenn ich will, dann will ich etwas usw.). Die Intentionalität kann zwei Sachen bedeuten:
- die Richtung oder Beziehung auf einen Inhalt oder Gegenstand
- die Immanenz des Gegenstandes in einem psychischen Akt (glauben, wollen, hassen etc.). Dieser Inhalt wird auch das Intentionale Objekt genannt. Das Konzept der Intentionalität des Bewusstseins wurde weiter verbreitet von Edmund Husserl.

Siehe auch


- Chinesisches Zimmer
- Daniel Dennett
- Philosophie des Geistes
- John Searle Kategorie:Philosophie des Geistes Kategorie:Psychoanalyse Kategorie:Phänomenologie

Scholastik

Die Scholastik (vom lateinischen: schola = Schule) ist eine philosophische Richtung, die gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstand. Sie löste langsam aber sicher die spirituell-mystizistisch geprägten Intellektuellen des frühen Mittelalters ab (s. Patristik), die stets eine Einheit der Seele mit dem Göttlichen herstellen wollten und glaubten, dieses Streben sei der einzige Sinn des menschlichen Geistes. Die Entwicklung der Scholastik lässt sich in drei Abschnitte aufteilen: Frühscholastik (9.-12. Jahrhundert), Hochscholastik (12.-13. Jahrhundert) und Spätscholastik (14.-15. Jahrhundert). Großen Einfluss, vor allem auf die Frühscholastik, hatten auch die arabische und die jüdische Philosophie. Die Scholastik war sehr rational geprägt (vgl. teilweise auch den Rationalismus): Sie stellte die menschliche Vernunft in den Vordergrund, und sprach dem menschlichen Geist eine Sinnhaftigkeit zu, die auch zu anderen Zwecken als der inneren Kontemplation eingesetzt werden müsse. Gemeinsam war allen Scholastikern zum einen die Betonung des menschlichen Verstandes, und zum anderen der unbedingte Glaube an die christliche Offenbarung als unanzweifelbare Wahrheit. Das Projekt der Scholastik war, dem Verstand und dem Glauben eine gleichberechtigte Existenz zu verschaffen. Die Scholastik erreichte ihren Höhepunkt mit Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham von Mitte des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie verebbte in den aufkommenden Tendenzen des Humanismus und des Neuplatonismus (die durch die Florentiner Platonische Akademie wiederentdeckt wurde) zu Beginn der Neuzeit am Ende des 15. Jahrhunderts zusammen mit der Bildungshoheit des Klerus. Dennoch war die Scholastik keine einheitliche Strömung, denn die Ansätze der einzelnen Vertreter waren sehr unterschiedlich. Sie manifestierten sich im Universalienstreit. Die Hochscholastik, insbesondere unter Thomas von Aquin, verschmolz die christlichen Glaubensgrundlagen mit der Logik und den ontologischen Anschauungen des wiederentdeckten Aristoteles und dem ptolemäischen Weltbild aufs Engste: Durch den Verstand sollte der Mensch in die Lage kommen, die Existenz Gottes und ggf. Grundzüge seines Wesens zu erkennen (vgl. Gottesbeweis). Eine spätscholastische Richtung, die insbesondere von Wilhelm von Ockham geprägt wurde, vertrat genau gegenteilige Ansichten und trennte Wissenschaft und Glaube durch eine unüberbrückbare Linie: der Verstand könne nur Erkenntnis von der empirisch erfahrbaren Welt liefern, jedoch nie jene Bereiche betreten, in denen Gott absolute Freiheit genießt. Erkenntnisse über Gott könne also nur der Glaube, nicht der Verstand liefern. Zu den wesentlichen Zügen der Scholastik gehört der Exemplarismus.

Kernpunkte und wesentliche Vertreter

Das um 1140 geschaffene Decretum Gratiani, das von dem Mönch Gratian nach Scholastischer Systematik zusammengefasste kanonische Recht, war unhistorisch und unsystematisch. Die Scholastik sprach zunächst einmal dem menschlichen Verstand eine zentrale Rolle beim Verständnis des christlichen Glaubens zu. Der Verstand sollte nicht länger nur dem Glauben untergeordnet sein, sondern er sollte dazu dienen, den Glauben zu erforschen und neue gültige Wahrheiten über den Glauben zu finden. Anselm von Canterbury und Hugo von Sankt Viktor gehörten zu den ersten, die diese radikale These aufstellten. Die Scholastiker vollzogen im Grunde den Schritt von Platon zu Aristoteles erneut: Nicht mehr die Weltverneinung, sondern das Annehmen der Welt und logische Begründung treten in den Vordergrund. Im 13. Jahrhundert unterscheidet Albertus Magnus zwischen Wissen, das wissenschaftlich erworben (empirisch begründet und logisch abgeleitet) wird, und solchem, das theologisch abgeleitet wird. Sein Schüler, Thomas von Aquin, hatte sich dann vorwiegend mit der Kritik der konservativen Theologen auseinanderzusetzen, die das Aufdecken und Ableiten von Naturgesetzen als eine Einschränkung der Allmächtigkeit Gottes betrachteten. Thomas argumentierte dagegen, dass Gott den Menschen mit seinem Verstand und seiner Autonomie geschaffen habe. Diese Gaben hätten ihren Ursprung in der Natur Gottes, so könne ihre tägige Anwendung den Menschen nur näher zu Gott bringen, aber nicht von ihm entfernen. Im Gegenteil: Ein Verzicht auf den Einsatz seiner Fähigkeiten, hieße, dass der Mensch die Erwartungen, die Gott in ihn gelegt hat, indem er ihm diese Fähigkeiten gab, nicht erfüllen würde.

Arabische und Jüdische Einflüsse

Nach dem Ende der Antike hatten vor allem die Araber die griechische Philosophie bewahrt und weiterentwickelt. Im Zuge der Reconquista und der Kreuzzüge gelangten die Werke arabischer und jüdischer Philosophen in lateinischer Übersetzung nach Europa und hatten dort z. T. erheblichem Einfluss. Genannt seien hier vor allem:
- Farabi (Al-Farabi)
- Avicenna (Ibn Sina)
- Al-Ghazali
- Averroes (Ibn Ruschd)
- Avicebron (Ibn Gabirol)
- Maimonides (Mose Ben Maimon) Da in Europa lange Zeit nur die lateinischen Übersetzungen bekannt waren, wurden manche dieser Philosophen (z. B. Avicenna) bis ins 20. Jahrhundert hinein für Scholastiker gehalten.

Wichtige Scholastiker


- Thomas von Aquin
- Wilhelm von Ockham
- Anselm von Canterbury
- Hugo von Sankt Viktor
- Albertus Magnus
- Petrus Abaelardus
- Erasmus von Rotterdam
- Dominico de Soto

Siehe auch


- Scholastische Methode, Neuscholastik, Essentia
- Thomismus, Neuthomismus, Natürliche Theologie
- Via antiqua, via moderna
- Philosophie des Mittelalters
- Frühscholastik, Hochscholastik, Spätscholastik
- Logica vetus, Logica moderna, Logica nova
- Hans Altvater

Literatur


- Martin Grabmann: Mittelalterliches Geistesleben. Abhandlungen zur Geschichte der Scholastik und Mystik, München: Hueber, 1956
- Anna Maria Hennen: Die Gestalt der Lebewesen, Versuch einer Erklärung im Sinne der aristotelisch-scholastischen Philosophie, Würzburg 2000, ISBN 3-8260-1800-1
- Josef Pieper: Scholastik. Gestalten und Probleme der mittelalterlichen Philosophie, München: Kösel, 1991, ISBN 3-466-40130-5
- Josef de Vries: Grundbegriffe der Scholastik, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-05985-9
- Kantische und scholastische Einschätzung der natürlichen Gotteserkenntnis, I. Band, 5. Heft in: Philosophie und Grenzwissenschaften Schriftenreihe hrsg. vom Innsbrucker Institut für scholastische Philosophie, Innsbruck 1925 Kategorie:Philosophie des Mittelalters ! Kategorie:Mittelalter Kategorie:Christentumsgeschichte (Mittelalter) ja:スコラ学 ko:스콜라 철학

Franz Brentano

Franz Clemens Brentano (
- 16. Januar 1838 in Marienberg bei Boppard am Rhein; † 17. März 1917 in Zürich) war ein deutscher Philosoph und Psychologe. Wie sein Bruder, der Wirtschaftswissenschaftler und Sozialreformer Lujo Brentano, wurde Franz Brentano in eine der bedeutendsten deutschkatholischen Intellektuellenfamilien ursprünglich italienischer Abstammung hineingeboren: die Geschwister seines Vaters waren die Schriftsteller Clemens Brentano und Bettina von Arnim. Brentano unterrichtete ab 1866 in Würzburg Philosophie, von 1874 bis 1880 war er Professor für Philosophie in Wien und danach bis 1895 Privatdozent. Er zog 1895 nach Florenz und 1915 nach Zürich. Ursprünglich Priester (ab 1864), geriet er in Konflikt mit der katholischen Kirche wegen des Dogmas der Unfehlbarkeit des Papstes. In 1873 trat er aus der Kirche aus und sein damaliger Schüler Carl Stumpf, der von Brentano angeregt im Seminar studierte, folgte ihm. In 1880 verlor Brentano seine Professur wegen seiner umstrittenen Heirat als ehemaliger Priester, konnte aber als Privatdozent in Wien bleiben. Er verband die Philosophie eng mit der Psychologie, die für ihn die Grundwissenschaft schlechthin war. Er war Begründer der Aktpsychologie die später auch seine Schüler Edmund Husserl, Alexius Meinong, Sigmund Freud und Rudolf Steiner beeinflußte. Sie zählen zur sogenannten Brentanoschule.

Werkauswahl


- Psychologie vom empirisichen Standpunkt. Leipzig (1874).
- Über die Gründe der Entmutigung auf philosophischem Gebiete. Wien (1874).
- Was für ein Philosoph manchla Epoche macht. Wien / Pest / Leipzig (1876).
- Vom Ursprung sittlicher Erkenntnis. Leipzig (1889).
- Das Genie. Leipzig (1892).
- Das Schlechte als Gegenstand dichterischer Darstellung. Leipzig (1892)
- Über die Zukunft der Philosophie. Wien (1893)
- "Meine letzten Wünsche für Österreich", in: Neue Freie Presse, 2./5./8. Dezember 1894.
- Die vier Phasen der Philosophie und ihr augenblicklicher Stand. Stuttgart (1895).
- Untersuchungen zur Sinnespsychologie. Leipzig (1907).
- Aristoteles und seine Weltanschauung. Leipzig (1911).
- Aristoteles Lehre vom Ursprung des menschlichen Geistes. Leipzig (1911).
- weitere Werke postum herausgegeben von Franziska Mayer-Hillebrand

Weblinks


-
- [http://www.franz-brentano.de franz-brentano.de]
- [http://ontology.buffalo.edu/smith/book/austrian_philosophy/ Barry Smith Austrian Philosophy (The Legacy of Franz Brentano)] Brentano, Franz Brentano, Franz Brentano, Franz Brentano, Franz Brentano, Franz Brentano, Franz Brentano, Franz

Bewusstsein

Bewusstsein (lat. conscientia „Mitwissen“) bezeichnet die Fähigkeit, über mentale Zustände, also etwa Gedanken, Emotionen, Wahrnehmungen oder Erinnerungen, zu verfügen. Das Phänomen des Bewusstseins wird oft als eines der größten ungelösten Probleme von Philosophie und Naturwissenschaft angesehen. Selbst eine allgemein anerkannte präzise Definition von Bewusstsein liegt bisher nicht vor. Definition

Bedeutung

Das Wort „Bewusstsein“ wurde von Christian Wolff als Lehnübersetzung des lateinischen conscientia geprägt. Das lateinische Wort hatte ursprünglich eher Gewissen bedeutet und war zuerst von René Descartes in einem allgemeineren Sinn gebraucht worden. Der Begriff „Bewusstsein“ hat im Sprachgebrauch eine sehr vielfältige Bedeutung, die sich teilweise mit den Bedeutungen von „Geist“ und „Seele“ überschneidet. Im Gegensatz zu diesen Begriffen ist „Bewusstsein“ jedoch weniger von theologischen und dualistisch-metaphysischen Gedanken bestimmt, weswegen er eher auch in den Naturwissenschaften verwendet wird. Man kann bei der Rede von Bewusstsein verschiedene Aspekte und Entwicklungsstufen unterscheiden: # Bei Bewusstsein sein: Hier ist der wachbewusste Zustand von Lebewesen gemeint, der sich unter anderem vom Schlafzustand oder von der Bewusstlosigkeit abgrenzt. In diesem Sinn lässt sich Bewusstsein empirisch und objektiv beschreiben und teilweise eingrenzen. Viele wissenschaftliche Forschungen setzten hier an; insbesondere mit der Fragestellung, inwieweit das Gehirn und das Bewusstsein zusammenhängen. # Bewusstsein als phänomenales Bewusstsein: Ein Lebewesen, das phänomenales Bewusstsein besitzt, nimmt nicht nur Reize auf, sondern erlebt sie auch. In diesem Sinne hat man phänomenales Bewusstsein, wenn man etwa Schmerzen hat, sich freut, Farben wahrnimmt oder friert. Es wird allgemein anerkannt, dass Tiere mit hinreichend komplexer Gehirnarchitektur ein solches Bewusstsein haben. Phänomenales Bewusstsein ist als so genanntes Qualiaproblem eine Herausforderung für die naturwissenschaftliche Erklärung. # Bewusstsein als gedankliches Bewusstsein: Ein Lebewesen, das gedankliches Bewusstsein besitzt, hat Gedanken. Wer also etwa denkt, sich erinnert, plant und erwartet, dass etwas der Fall ist, hat ein solches Bewusstsein. Es ist als Intentionalitätsproblem eine Herausforderung für die naturwissenschaftliche Erklärung. # Bewusstsein des Selbst und seiner mentalen Zustände: Selbstbewusstsein in diesem Sinne haben Lebewesen, die nicht nur phänomenales und gedankliches Bewusstsein haben, sondern sich auch darüber im Klaren sind, dass sie ein solches Bewusstsein haben. Dieses Selbstbewusstsein ermöglicht somit ein Bewusstsein von sich selbst als Individuum. Man trifft es bei Menschen und allenfalls einigen Säugetieren an.

Bewusstsein als Rätsel

Der Philosoph Thomas Metzinger erklärt: „Das Problem des Bewusstseins bildet heute - vielleicht zusammen mit der Frage nach der Entstehung unseres Universums - die äußerste Grenze des menschlichen Strebens nach Erkenntnis.“ (Siehe Metzingertext unter „Weblinks“). Eine mögliche Formulierung des Rätsels des Bewusstseins besteht in der Frage, wie es prinzipiell möglich sein kann, dass aus einer bestimmten Anordnung und Dynamik von Materie Bewusstsein entsteht. Die Vertreter der These, dass das Bewusstsein rätselhaft sei, argumentieren, dass selbst eine lückenlose Aufklärung sämtlicher physiologischer Gehirnprozesse diese Frage nicht beantworten könne. Es schiene unklar, warum ein Mensch nicht einfach funktionieren könne, ohne dass er es bewusst erlebt. Die Vorstellbarkeit dieser Situation lege offen, dass das Phänomen des Bewusstseins aus naturwissenschaftlicher Sicht noch nicht verstanden sei. Und schließlich scheint es anders als bei anderen Problemen ungeklärt, anhand welcher Kriterien eine Lösung des Problems überhaupt als solche erkennbar sein könnte. Bereits Gottfried Wilhelm Leibniz hat das Problem in aller Schärfe formuliert. In der Monadologie (§17) stellt er sich eine riesige, begehbare Nachbildung des Gehirns vor und erklärt: :„[...] so wird man bei ihrer Besichtigung nichts als gewisse Stücke, deren eines an das andere stößt, niemals aber etwas antreffen, woraus man eine Perception oder Empfindung erklären könnte.“ Empfindung]

Bewusstsein in der Philosophie

In der Philosophie war das Rätsel des Bewusstseins schon lange bekannt. Es geriet aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem Einfluss des Behaviorismus und der Kritik von Edmund Husserl am Psychologismus weitgehend in Vergessenheit. Dies änderte sich nicht zuletzt durch Thomas Nagels 1974 veröffentlichten Aufsatz What is it like to be a bat? Nagel argumentierte, dass wir nie erfahren würden, wie es sich anfühlt, eine Fledermaus zu sein. Diese subjektiven Fakten seien aus der Außenperspektive der Naturwissenschaften nicht erforschbar. Heute teilen viele Philosophen die Rätselthese - etwa David Chalmers, Frank Jackson und Joseph Levine. Es gibt allerdings auch Philosophen, die hier kein Rätsel erkennen wollen - etwa Patricia Churchland, Paul Churchland und Daniel Dennett. Die Rätselhaftigkeit des Bewusstseins als Phänomen äußert sich in zwei verschiedenen Aspekten: Zum einen haben Bewusstseinszustände einen Erlebnisgehalt und es ist nicht klar, wie das Gehirn Erleben produzieren kann. Dies ist das Qualiaproblem. Zum anderen können sich Gedanken auf empirische Sachverhalte beziehen und sind deshalb wahr oder falsch. Es ist aber auch nicht klar, wie das Gehirn Gedanken mit solchen Eigenschaften erzeugen kann. Das ist das Intentionalitätsproblem.

Das Qualiaproblem

Qualia sind als Erlebnisgehalte von mentalen Zuständen bestimmt. Man spricht auch von Qualia als dem „phänomenalen Bewusstsein“. Das Qualiaproblem besteht darin, dass es keine einsichtige Verbindung zwischen neuronalen Zuständen und Qualia gibt: Warum erleben wir überhaupt etwas, wenn bestimmte neuronale Prozesse im Gehirn ablaufen? Ein Beispiel: Wenn man sich die Finger verbrennt, werden Reize zum Gehirn geleitet, dort verarbeitet und schließlich wird ein Verhalten produziert. Nichts macht es zwingend, dass dabei ein Schmerzerlebnis entsteht. Die fehlende Verbindung zwischen den neuronalen Prozessen und den Qualia scheint fatal für die naturwissenschaftliche Erklärbarkeit von Bewusstsein zu sein: Wir haben nämlich nur dann ein Phänomen naturwissenschaftlich erklärt, wenn wir auch seine Eigenschaften erklärt haben. Ein Beispiel: Wasser hat die Eigenschaften bei Raumtemperatur flüssig zu sein, bei 100°C zu kochen usw. Wenn man einfach nicht erklären könnte, warum Wasser normalerweise flüssig ist, so gäbe es ein „Rätsel des Wassers“. Analog dazu: Wir haben einen Bewusstseinszustand genau dann erklärt, wenn Folgendes gilt: Aus der wissenschaftlichen Beschreibung folgen all die Eigenschaften des Bewusstseinszustands - also auch die Qualia. Da die Qualia aber eben aus keiner naturwissenschaftlichen Beschreibung folgen, bleibt ein „Rätsel des Bewusstseins“. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, mit dem Qualiaproblem umzugehen: # Man kann sich auf einen Dualismus zurückziehen und behaupten: Die Naturwissenschaften können das Bewusstsein nicht erklären, weil das Bewusstsein nicht materiell ist. # Man kann behaupten, dass mit den neuro- und kognitionswissenschaftlichen Beschreibungen schon alle Fragen geklärt seien. # Man kann behaupten, dass das Problem für Menschen nicht lösbar ist, da es ihre kognitiven Fähigkeiten übersteigt. # Man kann zugeben, dass das Qualiaproblem nicht gelöst ist, aber auf den wissenschaftlichen Fortschritt hoffen. Vielleicht bedarf es einer neuen wissenschaftlichen Revolution. # Man kann einen radikalen Schritt versuchen und behaupten: In Wirklichkeit gibt es gar keine Qualia.

Das Intentionalitätsproblem

Wirklichkeit Das Intentionalitätsproblem ist analog zum Qualiaproblem zu verstehen. Die grundlegende argumentative Struktur ist die gleiche. Auf Franz Brentano und seine Aktpsychologie geht die Einsicht zurück, dass die meisten Bewusstseinszustände nicht nur einen qualitativen Erlebnisgehalt haben, sondern auch intentional strukturiert sind. Das heißt, dass sie sich auf etwas beziehen. Ausnahmen sind Grundstimmungen wie Langeweile oder Grundhaltungen wie Optimismus. Der Gedanke, dass Herodot Historiker war, bezieht sich etwa auf Herodot und er ist aufgrund seines Bezugs wahr oder falsch. Können diese Eigenschaften durch die Wissenschaften erklärt werden? Es bleiben Zweifel: Wie soll sich eine neuronale Aktivität in meinem Gehirn auf Herodot beziehen? Und wie kann die Wahrheitswertfähigkeit der Gedanken erklärt werden? Neuronale Prozesse sind doch nicht wahr oder falsch - sie passieren einfach! In Bezug auf das Intentionalitätsproblem kann man die gleichen Lösungsvorschläge vertreten, wie beim Qualiaproblem. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten. Man kann nämlich auch versuchen, zu erklären, warum sich eine neuronale Aktivität auf etwas (etwa Herodot) bezieht. Die drei populärsten Vorschläge sind die folgenden: # Jerry Fodor meint, dass sich ein neuronaler Prozess genau dann auf X bezieht, wenn er in einer bestimmten kausalen Relation zu X steht. # Fred Dretske meint, dass sich ein neuronaler Prozess genau dann auf X bezieht, wenn er ein verlässlicher Indikator für X ist. # Ruth Millikan meint, dass sich ein neuronaler Prozess genau dann auf X bezieht, wenn es die evolutionäre Funktion von dem Prozess ist, X anzuzeigen. All diese Lösungsvorschläge sind mit schweren Einwänden konfrontiert und so halten viele Philosophen, etwa Hilary Putnam und John Searle, auch Intentionalität für nicht naturwissenschaftlich erklärbar.

Bewusstsein, Materialismus und Dualismus

Der Begriff des Geistes steht traditionell im Zusammenhang mit dem cartesischen Dualismus zwischen einer materiellen Welt und der immateriellen Welt des Geistes. Dies ist beim Begriff „Bewusstsein“ nicht der Fall, was allerdings nicht bedeutet, dass die Rede vom Bewusstsein zwingend mit einem Materialismus verbunden ist. Vielmehr wird die Existenz des Bewusstseins oft als das zentrale Problem jeder materialistischen Weltanschauung gesehen. Die aufs Bewusstsein bezogenen, antimaterialistischen Argumente basieren meist auf den oben diskutierten Phänomenen Qualia und Intentionalität. Die grundlegende argumentative Struktur ist dabei sehr einfach: Wenn der Materialismus wahr ist, dann müssen Qualia und Intentionalität reduktiv erklärbar sein. Sie sind aber nicht reduktiv erklärbar. Also ist der Materialismus falsch. In der philosphischen Debatte werden die Argumente natürlich ungleich komplexer. Ein sehr bekanntes Argument ist etwa von Frank Jackson entwickelt worden. In einem Gedankenexperiment stellt er sich die Superwissenschaftlerin Mary vor, die in einem schwarz-weißen Labor aufwächst und lebt. Sie hat noch nie Farben gesehen und weiß daher nicht, wie Farben aussehen. Sie kennt aber alle physikalischen Fakten über Farbensehen. Da sie aber nicht alle Fakten über Farben kennt (sie weiß nicht, wie sie aussehen), gibt es nicht-physikalische Fakten. Also ist der Materialismus falsch. Gegen derartige dualistische Argumente sind zahlreiche materialistische Repliken entwickelt worden. Sie beruhen auf den oben beschriebenen Möglichkeiten mit Qualia und Intentionalität umzugehen. Im Resultat existiert eine Vielzahl von materialistischen Vorstellungen vom Bewusstsein. Funktionalisten wie Jerry Fodor und der frühe Hilary Putnam wollen das Bewusstsein in Analogie zum Computer durch eine abstrakte, interne Systemstruktur erklären. Identitätstheoretiker wie Ullin Place und John Smart wollen Bewusstsein direkt auf Gehirnprozesse zurückführen, während eliminative Materialisten wie Patricia und Paul Churchland die Existenz des Bewusstseins gänzlich bestreiten. Detailliertere Beschreibungen finden sich im Artikel Philosophie des Geistes.

Bewusstsein in den Naturwissenschaften

Überblick

Angesichts der Rätsel des Bewusstseins mag man sich fragen, ob die Naturwissenschaften überhaupt etwas zum Thema beizutragen haben. Allerdings erleben wir ja nicht nur verschiedene mentale Zustände, sie haben auch messbare Ursachen und Wirkungen. Sie lösen Verhalten aus und verursachen andere mentale Zustände. Diese Wirkungen werden von der Psychologie beschrieben. Doch die mentalen Zustände sind auch aufs engste mit den neuronalen Zuständen verknüpft, diese Zusammenhänge werden von der Neurowissenschaft beschrieben. Schließlich kann die Funktionalität mentaler Zustände und neuronaler Prozesse auch so weit formalisiert werden, dass sie auf einem Computer simulierbar sind - das ist ein Arbeitsgebiet der künstlichen Intelligenz. Bei der Erforschung des Bewusstseins sind sehr viele Einzelwissenschaften beteiligt, da es eine große Anzahl von empirisch beschreibbaren Phänomenen gibt, die in Wechselwirkung mit ihm stehen. Für die Naturwissenschaften bleibt also viel zu tun, auch wenn man der Meinung ist, dass einzelne Elemente des Bewusstseins (Qualia und Intentionalität) unerklärt bleiben. Allerdings gibt es in den einzelnen Naturwissenschaften auch oft den Anspruch, das Bewusstsein restlos mit empirischen Mitteln erklären zu wollen.

Neurowissenschaft

Anspruch Ein zentrales Element der neurowissenschaftlichen Erforschung des Bewusstseins ist die Suche nach neuronalen Korrelaten von Bewusstsein. Man versucht bestimmten mentalen Zuständen ein neuronales „Substrat“ gegenüberzustellen. Dieser Suche nach Korrelaten kommt die Tatsache entgegen, dass das Gehirn teilweise funktional gegliedert ist. Einzelne Teile des Gehirns (Areale) sind für verschiedene Aufgaben zuständig. So weiß man etwa, dass das Broca-Zentrum (bzw. die Brodmann-Areale 44 und 45) im Wesentlichen für Sprachproduktion zuständig sind. Schädigungen dieser Region führen folglich auch zu einer Sprachproduktionsstörung, der sogenannten Broca-Aphasie. Aktivitätsmessungen während aktiver Sprachproduktion zeigen eine dementsprechend erhöhte Aktivität in dieser Region. Und die elektrische Reizung dieses Areals kann zu vorübergehenden Sprachproblemen führen. Allerdings sind Zuordnungen von mentalen Zuständen und Hirnregionen gewisse Grenzen gesetzt, da Reize immer in mehreren Hirnregionen gleichzeitig verarbeitet werden. Die Zuordnungen zu einzelnen Hirnregionen haben daher meist einen eher heuristischen Wert. Die Unterscheidung von neuronalen Korrelaten des Bewusstseins von unbewusster Gehirnaktivität kommt der Frage gleich, weshalb manche neuronalen Prozesse zur Bewusstwerdung eines Sinnesreizes oder eines internen Zustandes führen und andere nicht. Während tiefen Schlafs, einer Narkose oder einigen Arten von Koma und Epilepsie, zum Beispiel, sind weite Teile des Gehirns aktiv, ohne von bewussten Zuständen begleitet zu werden. Ebenso scheint die neuronale Aktivität des Kleinhirns nur wenig zum bewussten Erleben beizutragen, obgleich die Anzahl der dort lokalisierten Neurone die des Großhirns noch übersteigt. In den vergangenen Jahren nahm die Wahrnehmungsforschung eine dominierende Position innerhalb der neurobiologischen Grundlagenforschung des Bewusstseins ein. Einige visuelle Illusionen etwa erlauben es, zu untersuchen, wie das bewusste Erleben der Sinneswelt mit den physikalischen Vorgängen der Reizaufnahme und -verarbeitung zusammenhängt. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Phänomen der binokularen Rivalität, bei dem ein Beobachter nur eines von zwei gleichzeitig präsentierten Bildern bewusst wahrnehmen kann. Die neurowissenschaftliche Erforschung dieses Phänomens hat ergeben, dass weite Teile des Gehirns von den nicht-wahrgenommenen, unbewussten Sehreizen aktiviert werden. Auch hier stellt sich die Frage, was die zur bewussten Wahrnehmung führende neuronale Erregung von unbewusster Gehirnaktivität und Reizverarbeitung unterscheidet. Der Bestimmung bewusster Gehirnaktivität kommt zunehmend ethische und praktische Bedeutung zu. Mehrere medizinische Problemfelder wie etwa die Möglichkeit intraoperativer Wachheit während Vollnarkose, die Einordnung von und der Umgang mit Koma-Patienten sowie die Frage nach dem Hirntod sind hiervon direkt betroffen.

Psychologie

Die Psychologie beschreibt im Detail, welche Reize in welchen Kontexten welche Bewusstseinszustände auslösen. Sie beschreibt auch, in welchem Verhältnis die Bewusstseinszustände untereinander stehen und in welcher Weise diese Verhalten verursachen. So untersucht etwa die Wahrnehmungspsychologie, wie Sinnesreizungen Bewusstseins- bzw. Wahrnehmungszustände erzeugen. Typische Fragen sind hier: Was nimmt eine Person wahr, wenn sie gleichzeitig visuelle und auditive Reize präsentiert bekommt? Wie viele Reize werden an der Peripherie bewusst, wenn die Aufmerksamkeit an das Zentrum gebunden wird? Dabei spielt in der Psychologie die Unterscheidung zwischen bewussten und unbewussten Zuständen eine besondere Rolle. Nicht alle Reize, die vom Gehirn verarbeitet werden, gelangen auch in das Bewusstsein. So kann man etwa durch Priming zeigen, dass Reize, die nicht ins Bewusstsein gelangt sind, dennoch das Verhalten des Probanden messbar beeinflussen. Eine weitere Evidenz bietet das Phänomen der Rindenblindheit bzw. des Blindsight. Hier handelt es sich um eine Störung, bei der visuelle Informationen zwar verarbeitet werden, jedoch nicht in das Bewusstsein gelangen. Während die Patienten also meinen, nichts zu sehen, kann man nachweisen, dass sie den visuellen Input durchaus verarbeitet haben. Dies geschieht, indem man sie Merkmale des Gesehenen "raten" lässt. Während man sich in der Kognitionspsychologie oft auf wenig komplexe aber experimentell gut zugängliche unbewusstse Prozesse beschränkt, spielt Psychoanalyse die Gegenüberstellung von bewussten und unbewussten Prozessen eine zentrale Rolle. Im Anschluss an Sigmund Freud wird angenommen, dass es eine komplexe Struktur von handlungswirksamen Motiven gibt, die der jeweiligen Person nicht bewusst zugänglich sind. Zu einem Problem werden diese unbewussten Strukturen insbesondere dann, wenn sie krankhaftes Verhalten verursachen. Dies macht eine Bewusstwerdung der entsprechenden Motive im Prozess der psychoanalytischen Praxis notwendig. Auch wenn immer wieder methodologische Einwände gegen die psychoanalytische Theorie vorgebracht werden, wird Annahme einer komplexen unbewussten Ebene doch mittlerweile weitgehend akzeptiert. Eine Rolle spielen hier auch die neurowissenschaftlichen Untersuchungen von unbewussten Prozessen, die zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Psychoanalytikern und Hirnforschern geführt haben.

Kognitionswissenschaft

Da viele Einzelwissenschaften an der Erforschung von Bewusstsein beteiligt sind, ist eine umfassende Erkenntnis nur durch einen interdisziplinären Austausch möglich. Die Wissenschaftsentwicklung hat dem mit der Entstehung der Kognitionswissenschaft mittlerweile Rechnung getragen, da diese in aller Regel als ein interdisziplinäres Unternehmen zwischen Informatik, Linguistik, Neurowissenschaft, Philosophie und Psychologie verstanden wird. Ein besonderer Schwerpunkt aktueller kognitionswissenschaftlicher Forschung besteht dabei in der Zusammenführung von empirischen Ergebnissen der Lebenswissenschaften und den Methoden und Erkenntnissen der modernen Informatik. Zwei Beispiele:
- In kognitiven Architekturen werden psychologische Theorien und Ergebnisse - soweit sie formalisierbar sind - in komplexe Computermodelle integriert, die schließlich der Prognose und Erklärung menschlichen Verhaltens dienen sollen.
- Mit künstlichen neuronalen Netzen können kognitive Fähigkeiten mit einer Methode simuliert werden, die der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns recht ähnlich ist.

Selbstbewusstsein

Unter der Vielfalt der Bewusstseinsphänomene hat das Selbstbewusstsein in den philosophischen, empirischen und religiösen Diskussionen eine herausgehobene Stellung. Dabei wird „Selbstbewusstsein“ nicht im Sinne der Umgangssprache als positives Selbstwertgefühl verstanden, unter dem Begriff des Selbstbewusstseins werden vielmehr zwei andere Phänomene behandelt. Zum einen wird hierunter das Bewusstsein seiner selbst als ein Subjekt, Individuum oder Ich verstanden. Zum anderen bezeichnet „Selbstbewusstsein“ aber auch das Bewusstsein von den eigenen mentalen Zuständen. Ein Beispiel: Ein Lebewesen kann sich nicht nur der Angst bewusst sein, sondern auch sich dieses Zustandes selbst bewusst sein.

Selbstbewusstsein als Bewusstsein vom Selbst

Angst Selbstbewusstsein im ersten Sinne ist insbesondere durch René Descartes ein zentrales Thema der Philosophie geworden. Descartes machte das Selbstbewusstsein durch seinen berühmten Satz "cogito, ergo sum" („ich denke, also bin ich“) zum Augangspunkt aller Gewissheit und damit auch zum Zentrum seiner Erkenntnistheorie. Descartes Konzeption blieb allerdings an seine dualistische Metaphysik gebunden, die das Selbst als ein immaterielles Ding postulierte. In Immanuel Kants transzendentalem Idealismus blieb die erkenntnistheoretische Priorität des Selbstbewusstseins bestehen, ohne dass damit Descartes Metaphysik übernommen wurde. Kant argumentierte, dass das Ich die „Bedingung, die alles Denken begleitet“ (KdrV A 398) sei, ohne dabei ein immaterielles Subjekt zu postulieren. In der Philosophie der Gegenwart spielt die Frage nach dem Bewusstsein vom Selbst nicht mehr die gleiche zentrale Rolle, wie bei Descartes oder Kant. Dies liegt auch daran, dass das Selbst oft als ein kulturelles Konstrukt aufgefasst wird, dem kein reales Objekt entspreche. Vielmehr lernten Menschen im Laufe der ontogenetischen Entwicklung ihre Fähigkeiten, ihren Charakter und ihre Geschichte einzuschätzen und so ein Selbstbild zu entwickeln. Diese Überzeung hat zu verschiedenen philosophischen Reaktionen geführt. Während mache Philosophen, wie etwa Susan Blackmore, die Aufgabe der Konzeption vom Selbst fordern, halten andere das Selbst für eine wichtige und positiv zu bewertende Konstruktion. Prominente Beispiele sind hier Daniel Dennetts Konzeption vom Selbst als einem „Zentrum der narrativen Gravitation“ und Thomas Metzingers Theorie der Selbstmodelle. Der konstruktivistische Blick auf das Selbst hat auch wichtige Einflüsse auf die empirische Foschung. Insbesondere die Entwicklungspsychologie beschäftigt sich mit der Frage, wie und wann wir zu den Vorstellungen von einem Selbst kommen. In diesem Kontext spielt auch die Frage nach Entwicklungsstörungen eine große Rolle. Wie kann es etwa dazu kommen, dass Personen eine multiple Persönlichkeit entwickeln und somit nicht ein Selbstbewusstsein haben, sondern mehrere?

Selbstbewusstsein als Bewusstsein von mentalen Zuständen

Mit „Selbstbewusstsein“ kann auch das Bewusstsein von mentalen Zuständen gemeint sein, also etwa das Bewusstsein der eigenen Gedanken oder Emotionen. In der künstlichen Intelligenz wird eine analoge Frage unter Bezug auf Metarepräsentationen beantwortet. Ein Roboter muss nicht nicht nur die Information repräsentieren, dass sich vor ihm etwa ein Objekt X befindet. Er sollte zudem „wissen“, dass er über diese Repräsentation verfügt. Erst dies ermöglicht ihm den Abgleich der Information mit anderen, eventuell widersprechenden, Informationen. Es ist eine heiß umstrittene Frage, ob sich das menschliche Selbstbewusstsein in ähnlicher Weise als Metarepräsentation begreifen lässt. Gegen diese Konzeption wird argumentiert, dass bei einigen Selbstbewusstseinsphänomenen kein Irrtum möglich sei. Der Satz „Er glaubt, dass er London für die größte Stadt Englands hält, aber er irrt sich.“ scheint sinnlos zu sein. Wenn dies aber der Fall ist, kann man das Selbstbewusstsein nicht mittels grundsätzlich fehleranfälliger Repräsentationen erklären. Dieses Problem hat dazu geführt, dass das Selbstbewusstsein in der Philosophie des Geistes manchmal als das dritte große Rätsel des Bewusstseins – neben Qualia und Intentionalität – angesehen wird. Folglich gibt es auch viele Vorschläge einer Naturalisierung des Selbstbewusstseins. Bekannte Theorien kommen von Fred Dretske und Sydney Shoemaker.

Bewusstsein bei Tieren

Sydney Shoemaker herausgefunden]] Ein Thema, das in den letzten Jahrzehnten rasant an Popularität gewonnen hat, ist die Frage nach dem Bewusstsein von Tieren. An dieser Frage arbeiten verschiedene Disziplinen: Ethologie, Neurowissenschaft, Kognitionswissenschaft, Linguistik, Philosophie und Psychologie. Die Frage nach dem Bewusstsein von Tieren lässt sich nicht nach einem Alles-oder-Nichts-Prinzip beantworten: Hunde können sicherlich Schmerzen haben, aber nicht über eine Steuerrückzahlung nachdenken. Dies liegt vermutlich auch an der Rolle, die Sprache für das Bewusstsein hat. Um über Steuerrückzahlungen nachzudenken, muss man viele verschiedene Begriffe verstehen: „Steuern“, „Geld“, „Gesetze“, „Finanzamt“ usw. Da ein Hund zumindest keine so komplexe Sprache beherrscht, kann er auch nicht über Steuerrückzahlungen nachdenken. Bei Schmerzen sieht es anders aus, denn man muss nicht über den Begriff „Schmerzen“ verfügen, um Schmerzen zu haben. Daher scheint ein Gradualismus die plausibelste Position zu sein, der für jede Spezies von neuem prüft, welche Bewusstseinszustände sie haben kann. Lange Zeit wurde vermutet, dass Selbstbewusstsein allein bei Menschen vorkomme. Mittlerweile wissen wir jedoch, dass sich etwa Delphine im Spiegel erkennen können. Ein Gradualismus in Bezug auf die Existenz von Bewusstsein steht jedoch vor dem Problem, zu klären, wo im Tierreich Bewusstsein anfängt: Hunde und Eichhörnchen haben wohl eine Form von Bewusstsein, Bakterien und Pantoffeltierchen nicht. Doch wie sieht es mit Spatzen, Mistkäfern oder Lurchen aus?

Bewusstsein in den Religionen

Im Christentum spielen die Begriffe „Geist“ und „Seele“ traditionell eine größere Rolle, als der Begriff „Bewusstsein“. Dies ergibt sich auch daraus, dass erstere Begriffe in ihrer Bedeutung näher an der Metaphysik klassischer christlicher Fundamentaltheologie und Philosophie sind: Sie legen nämlich die Existenz eines nichtmateriellen Trägers von Bewusstseinszuständen nahe. Dennoch spielt der Begriff des Bewusstseins auch in modernen christlichen Debatten eine Rolle. Dies geschieht etwa im Kontext von Gottesbeweisen. So wird argumentiert, dass die Interaktion zwischen immateriellen Bewusstseinszuständen und dem materiellen Körper nur durch Gott erklärbar sei, oder dass die interne Struktur und Ordnung des Bewusstseins im Sinne des teleologischen Gottesbeweises auf die Existenz Gottes schließen lasse. Verschiedene buddhistische Traditionen und die hinduistischen Yoga-Schulen haben dagegen gemeinsam, dass in ihnen die direkte und ganzheitliche Erfahrung des Bewusstseins selbst im Mittelpunkt steht. Mit Hilfe der Meditation oder anderer Übungstechniken werden bestimmte Bewusstseinszuständen erfahren, indem die personalen und sozialen Identifikationen abgebaut werden. Einsichten in die „Natur“ des Bewusstseins sollen so über die eigene Erfahrung gewonnen werden, die über einen rein reflektierten und beschreibenden Zugang hinausgeht. Das Konzept der Trennung in Körper und Geist oder Gehirn und Bewusstsein wird als eine Konstruktion des Denkens erfahren. Generell wollen alle mystisch-esoterischen Richtungen in den Religionen (z.B. Gnostizismus, Kabbala, Sufismus, u.a.) eine Bewusstseinsveränderung des Menschen bewirken. Tatsächlich zeigen „neurotheologische“ Forschungen mit bildgebenden Verfahren, dass durch die Meditation sonst unzugängliche neuronale Verknüpfungsmuster ermöglicht werden.

Siehe auch


- Für verschiedene Links auf themennahe Gebiete, siehe Portal:Geist und Gehirn
- Für die interdisziplinäre Forschung zum Thema „Bewusstsein“ siehe: Kognitionswissenschaft
- Für die einzelnen Vorschläge, das Rätsel des Bewusstseins zu lösen, siehe: Philosophie des Geistes
- Für die Betrachtung verschiedener Erlebnisqualitäten des Bewusstseins, siehe: Bewusstseinszustand

Literatur


- Einführungstexte zum Rätsel des Bewusstseins # Peter Bieri: Was macht das Bewusstsein zu einem Rätsel? In: Spektrum der Wissenschaft, 10, 1992, S. 48-56. # Colin McGinn: Wie kommt der Geist in die Materie? Das Rätsel des Bewusstseins. Piper, München u.a. 2003, ISBN 3-492-23653-7 # Thomas Nagel Wie ist es eine Fledermaus zu sein? In: Peter Bieri (Hrsg.): Analytische Philosophie des Geistes. 3. Aufl. Beltz Athenäum, Weinheim 1997, ISBN 3-89547-117-8
- Philosophische Literatur # Ansgar Beckermann: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes. 2. Aufl. De Gruyter, Berlin u.a. 2001, ISBN 3-11-017065-5 # David Chalmers: The conscious mind. In search of a fundamental theory. Oxford University Press, Oxford 1998, ISBN 0-19-511789-1 # Thomas Metzinger (Hrsg.): Bewusstsein. Beiträge aus der Gegenwartsphilosophie. 5. Aufl. Mentis, Paderborn 2005, ISBN 3-89785-600-X
- (Populär-)Wissenschaftliche Literatur # Gerhard Roth: Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen. 6. Aufl. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2001 u.ö., ISBN 3-518-28875-X # Antonio Damasio: Der Spinoza-Effekt. Wie Gefühle unser Leben bestimmen. List u.a., Berlin 2005, ISBN 3-548-60494-3 # Stephen Pinker: Wie das Denken im Kopf entsteht. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a.M. u.a. 1999, ISBN 3-7632-4816-1 # Dietrich Dörner: Bauplan für eine Seele. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 3-499-61193-7
- Bewusstsein bei Tieren # Dominik Perler, Markus Wild (Hrsg.): Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2005, ISBN 3-518-29341-9

Weblinks


- [http://www.philosophie.uni-mainz.de/metzinger/publikationen/1995e.html „Das Problem des Bewusstseins“ Einleitung aus „Bewusstsein - Beiträge aus der Gegenwartsphilosophie“, von Ed. T. Metzinger, Paderborn: mentis, 1995]
- [http://www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/beckermann/xbiblio.html Sehr guter Einführungsartikel von Ansgar Beckermann: „Was macht Bewußtsein für Philosophen zum Problem?“]
- [http://www.lptw.de/vortraege2001/g_roth.html Gerhard Roth: Wie das Gehirn die Seele macht (aus Sicht der Neurobiologie)]
- [http://home.arcor.de/qualia/ Das Auge der Materie - Beiträge aus unterschiedlichen philosophischen Strömungen zum Thema Bewusstsein]
- [http://www.philosophie.uni-mainz.de/metzinger/publikationen/ConsciousnessBib.pdf Bibliographie (PDF)]

Multimedialinks


- [http://www.rumpelstilzchen.com/tv/dopetv/das-bewusstsein/das-bewusstsein-fernseher-gross.html RealVideo: „Das Bewusstsein - Bildstörung oder kosmischer Durchblick?“ - eine Dokumentation von 3sat]
- [http://home.arcor.de/qualia/music.htm Sammlung von Audio-Beiträgen zum Thema Bewusstsein] Kategorie:Philosophie des Geistes Kategorie:Allgemeine Psychologie Kategorie:Psychoanalyse Kategorie:Kognitionswissenschaft Kategorie:Verhaltensbiologie Kategorie:Künstliche Intelligenz Kategorie:Religion Kategorie:Sprache ja:意識

Chinesisches Zimmer

Das Chinesische Zimmer ist ein Gedankenexperiment des Philosophen John Searle, mittels dessen er 1980 zu widerlegen versuchte, dass die menschliche Intelligenz durch Computerprogramme nachgeahmt oder gar übertroffen werden könne. Dieses Experiment sollte den Turing-Test als nicht ausreichendes Kriterium für künstliche Intelligenz ausweisen. Die entsprechende Abhandlung Minds, Brains, and Programs erschien in The Behavioral and Brain Sciences (Band 3).

Der Raum

Searle beschrieb einen geschlossenen Raum, in dem sich ein Mensch befindet. Ihm werden durch einen Schlitz in der Tür Zettel mit Geschichten in chinesischer Notation zugestellt. Er selbst ist der chinesischen Sprache nicht mächtig und versteht somit weder den Sinn der einzelnen Zeichen noch den Sinn der Geschichte. Danach erhält er noch einen Zettel mit Fragen zu der Geschichte (ebenfalls in chinesischer Notation). Der Mensch fände des Weiteren einen Stapel chinesischen Skripts und ein „Handbuch“ mit Regeln in seiner Muttersprache vor. Das Handbuch ermöglicht es ihm, das Skript mit der Geschichte in Verbindung zu bringen, allerdings ausschließlich auf der Ebene der Zeichenerkennung (über die Form der Zeichen). Auch entnimmt er dem Handbuch Anweisungen, welche Zeichen er (abhängig von den Zeichen der Geschichte und der Fragen) auf den Antwortzettel zu übertragen hat. Er folgt also rein mechanischen Anweisungen und schiebt das Ergebnis (die „Antworten“ auf die Fragen) durch den Türschlitz, ohne die Geschichte oder die Fragen verstanden zu haben. Vor der Tür wartet ein chinesischer Muttersprachler, welcher die Antwortzettel liest. Er kommt aufgrund der Sinnhaftigkeit der Antworten zu dem Ergebnis, im Raum befinde sich ebenfalls ein muttersprachlicher Mensch. Ergo besteht der Raum den Turing-Test, obwohl der Mensch jeden Verständnisses für das eigentliche Problem entbehrt und nichts durchführt als reine Symbolmanipulation. Der Turing-Test kann also kein hinreichendes Kriterium für (bewusstseinsbedingte) Intelligenz sein. Es gab mehrere Reaktionen auf das chinesische Zimmer:

Die Systemkritik:

Es wird kritisiert, dass zwar das im Raum befindliche Individuum kein Chinesisch spricht, es aber nicht klar ist, weshalb der Raum in seiner Gesamtheit die Sprache nicht verstehen sollte, d.h. die Kombination aus ausführendem Organ (dem Menschen), Daten und Anweisungen. Durch diese Kritik wird ersichtlich, dass es unterschiedliche Vorstellungen von dem Begriff „Verständnis“ und (allgemeiner) kognitiven Prozessen gibt. Während viele Vertreter starker KI der Ansicht sind, die menschlichen Denkprozesse seien ein (unbewusstes) Verarbeiten von Input (Reizen), dass bestimmten mechanisierbaren Regeln folgt, entgegnen die Kritiker, das menschliche Denken setze sich noch aus weiteren Dingen zusammen, die nicht abstrahierbar sind.

Der Roboter-Ansatz:

„Man erschaffe einen Roboter, der nicht nur formale Symbole entgegennimmt, sondern auch (von einem Computer-“Gehirn“ gesteuert) mit der Umwelt interagieren kann. Dieser Computer könnte Begriffe auf einer ganz anderen Ebene verstehen und mentale Zustände haben.“ Hier lässt sich kritisieren, dass der Roboter trotz andersgearteten Outputs noch immer keine intentionellen Zustände hat, er reagiert aufgrund seines Programmes. Ob der Roboter die Aussenwelt begreift, führt wieder zu der Bewusstseins-Debatte.

Der Simulations-Ansatz:

„Man erschaffe ein künstliches neuronales Netz, das genau so reagiert wie ein sprechender bzw. schreibender chinesischer Muttersprachler. Dieses Netz ist, da es eine dem Gehirn des Muttersprachlers adäquate Funktionalität bietet, gleichermassen in der Lage, die Geschichten zu verstehen.“ Abgesehen davon, dass es bisher noch nicht gelungen ist, das Gehirn so vollständig zu analysieren, dass es künstlich nachgebildet werden könnte, bleibt auch hier die Frage offen, ob das Netz bewusst agieren könnte.

Weiterführende Literatur

Eine Übersetzung des Aufsatzes sowie Kritik von einem der wichtigsten Vertreter der "Opposition", Douglas R. Hofstadter, findet sich in:
- Douglas R. Hofstadter, Daniel Dennett: Einsicht ins Ich. Seiten 337 - 366, ISBN 3-608-93038-8 Eine allgemeine Auseinandersetzung mit dem Thema KI (Auseinandersetzung mit dem chinesischen Zimmer inklusive) in fiktionaler und laienfreundlicher Form findet sich in:
- John L. Casti: Das Cambridge-Quintett. ISBN 3-827-00283-4

Weblinks


- [http://www.bbsonline.org/documents/a/00/00/04/84/bbs00000484-00/bbs.searle2.html Searles Aufsatz]
- [http://www.kurzweilai.net/meme/frame.html?main=/articles/art0495.html Auseinandersetzung mit dem Experiment durch Ray Kurzweil] Kategorie:Künstliche Intelligenz Kategorie:Gedankenexperiment ja:中国語の部屋 ko:중국어 방

Philosophie des Geistes

Die Philosophie des Geistes beschäftigt sich mit der Natur geistiger Zustände, ihren Wirkungen und Ursachen. Zentral ist dabei die Frage nach dem Verhältnis von geistigen und körperlichen Zuständen. Neben den ontologischen Fragen nach der Natur geistiger Zustände befasst sich die Philosophie des Geistes auch mit den epistemologischen Fragen nach der Erkennbarkeit des Geistes. epistemologischen

Das Leib-Seele-Problem

Der Kern der Philosophie des Geistes ist das Leib-Seele-Problem, das manchmal auch "Körper-Geist-Problem" genannt wird. Es entsteht durch die Frage, wie sich die mentalen Zustände (oder der Geist, das Bewusstsein, das Psychische, die Seele) zu den physischen Zuständen (oder dem Körper, dem Gehirn, dem Materiellen, dem Leib) verhalten. Handelt es sich hier um zwei verschiedene Substanzen? Oder sind das Mentale und das Physische letztlich eins? Dies sind die zentralen Fragen der Philosophie des Geistes. Jede Antwort wirft jedoch zahllose neue Fragen auf. Etwa: Sind wir in unserem Denken und Wollen frei? Könnten Computer auch einen Geist haben? Kann der Geist auch ohne den Körper existieren? Die Philosophie des Geistes ist daher mittlerweile ein enorm differenziertes Projekt. Substanz Die erste klassische Formulierung des Leib-Seele-Problems stammt von René Descartes. Doch das Nachdenken über den Zusammenhang zwischen Körper und Geist geht bis in die Antike zurück. Platon vertritt etwa einen expliziten Dualismus, was sich in seiner Argumentation für die Seelenwanderung zeigt: Kann die Seele den Tod des Körpers überleben, so muss sie etwas anderes als der Körper sein. Bei Aristoteles sieht dies anders aus. Zwar postuliert Aristoteles ein „Pneuma“, das als Prinzip des Lebens allen Lebewesen eigen ist, doch das Pneuma wird der materiellen und körperlichen Welt nicht entgegen gesetzt. Im christlichen Mittelalter (Scholastik) ist die Unterscheidung zwischen Körper und immaterieller Seele wiederum Grundlage des Philosophierens. Der Einfluss der mittelalterlichen Philosophie ist in Descartes Formulierung des Dualismus unverkennbar. Die meisten Menschen empfinden intuitiv eine Kluft zwischen mentalen und physischen Phänomenen. Dies hat dazu geführt, dass lange Zeit dualistische Standpunkte in der Philosophie des Geistes vorherrschend waren. Heute vertreten die Mehrheit der Philosophen materialistische Positionen. Auf dieser Basis muss jedoch die Frage beantwortet werden, wie das Bewusstsein materialistisch zu erklären ist.

Dualistische Antworten auf das Leib-Seele Problem

Der Dualismus reagiert auf die intuitive Kluft zwischen dem mentalen Innenleben und der physischen Realität wie folgt: Er behauptet, dass hier zwei grundsätzlich verschiedene Entitäten im Spiel sind - eben mentale und physische Entitäten. Je nachdem, wie die Entitäten weiter spezifiziert werden und wie man sich das Verhältnis von mentalen und physischen Entitäten vorstellt, kann man zu sehr verschiedenen Arten von Dualismus kommen.

Argumente für den Dualismus

Ruht der Dualismus allein auf der intuitiven Kluft zwischen Mentalem und Physischem? Oder gibt es konkrete Argumente für den Dualismus? Das wohl bekannteste Argument entwickelte René Descartes in den Meditationen . Es lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ich kann mir klar und deutlich vorstellen, dass Geist ohne Materie existiert. Was man sich klar und deutlich vorstellen kann, ist zumindest prinzipiell möglich. Also ist es zumindest prinzipiell möglich, dass Geist ohne Materie existiert. Wenn es prinzipiell möglich ist, dass Geist ohne Materie existiert, dann müssen Geist und Materie verschiedene Entitäten sein. Da also Geist und Materie verschiedene Entitäten sein müssen, ist der Dualismus folglich wahr. Die Prämissen des Argumentes können bezweifelt werden: Warum sollte zum Beispiel etwas möglich sein, nur weil es klar und deutlich vorgestellt werden kann? Trotz derartiger Probleme werden auch heutzutage noch Variationen von Descartes Argument verteidigt - etwa von Saul Kripke. Dualistische Positionen werden eher durch die Probleme des Materialismus plausibil als durch eigenständige positive Argumente.

Interaktionistischer Dualismus

Saul Kripke Die klassische Form des Dualismus ist der interaktionistische Dualismus. Er wurde in maßgeblicher Weise von René Descartes formuliert und hat auch noch heute Anhänger. Karl Popper und John Eccles sind die bekanntesten interaktionistischen Dualisten im 20. Jahrhundert gewesen. Die grundlegenden Ideen lauten wie folgt: Geist und Materie sind verschiedene Substanzen und sie wirken aufeinander ein. Wenn ich mir mit der Nadel in den Finger steche, so werden von dort Signale in das Gehirn geleitet und dort muss es eine 'Stelle' geben, wo das Gehirn auf den immateriellen Geist wirkt. Genau so funktioniert es in die andere Richtung: Wenn ich Schmerzen habe, so wirkt der immaterielle Geist auf das Gehirn. Von da werden Signale ausgesendet und ich ziehe - z.B. - meine Hand zurück. Ein derartiger Dualismus hat mit massiven Problemen zu kämpfen: Wenn es einen Ort der Interaktion zwischen Geist und Gehirn gibt, so müsste dieser Ort auffindbar sein. Die Spekulationen von Descartes (er hoffte auf die Epiphyse als Interaktionsort) wurden jedoch bald widerlegt. Auch sonst wurden nirgendwo Stellen im Gehirn gefunden, an denen das Verhalten der Neuronen nur durch einen immateriellen Geist zu erklären wäre. Im Gehirn scheint also gar kein „Platz“ für eine solche Interaktion zu sein. Auch ist gar nicht klar, wie eine solche Interaktion genau aussehen könnte.

Weitere Dualismen

Nun kann man auch andere Dualismen vertreten, die vier wichtigsten seien genannt. 1) Psychophysischer Parallelismus: Der Parallelismus ist von Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelt worden. Die zentralen Thesen sind: #Geist und Materie sind zwei verschiedene Substanzen. #Die beiden Substanzen wirken jedoch nicht aufeinander. Damit wären die Probleme des interaktionistischen Dualismus überwunden, da man nun nicht mehr nach einem Interaktionsort im Gehirn suchen muss. Doch es stellen sich gleich neue Fragen, so etwa: Wenn ich zum Kühlschrank gehen will (mental), so gehe ich normaler Weise auch zum Kühlschrank (physisch). Wie kann das sein, wenn Geist und Materie gar nicht aufeinander wirken? Leibniz' Antwort: geistige und materielle Ereignisse laufen parallel zueinander ab, so wie synchron laufende Uhren. Einwand: Aber warum sollte es eine solche Parallelität geben? Es wäre doch ein unglaublicher Zufall, wenn bei allen geistigen Wesen die physische Maschinerie exakt zum Geist parallel laufen würde. Leibniz' Antwort: Gott hat es so eingerichtet. parallel 2) Okkasionalismus: Der Okkasionalismus ist u.a. von Nicolas Malebranche vertreten worden. Die Idee: Wenn ich etwas tun will, so ist das ein immaterielles Ereignis in meinem Geist. Dies wird allerdings von Gott registriert und der setzt entsprechend den Körper in Gang. 3) Epiphänomenalismus: Der Epiphänomenalismus ist von Thomas Henry Huxley entwickelt worden. Der Grundgedanke ist, dass das Verhältnis von Geist und Materie wie eine Einbahnstraße zu denken ist: Die Materie wirkt auf den immateriellen Geist, aber nicht umgekehrt. Der Epiphänomenalismus wird immer noch vertreten, ein bekannter Fürsprecher war bis vor kurzem Frank Jackson. Der Epiphänomenalismus hat jedoch ähnlich Probleme wie der interaktionistische Dualismus: Wo ist der Ort, an dem die Wirkung auf den Geist stattfindet? Wie hat man sich diese Wirkung vorzustellen? 4) Eigenschaftsdualismus: Der Eigenschaftsdualismus hat in den letzten Jahren - durch ein Buch von David Chalmers - eine Renaissance erlebt. Der Eigenschaftsdualismus gehört nur bedingt in die Reihe der Dualismen: Im Gegensatz zu den anderen Positionen ist er ein Substanzmonismus, ist also sogar mit der These verträglich, dass alles aus kleinsten physischen Teilchen zusammengesetzt ist. Er besteht jedoch darauf, dass es nichtmaterielle Eigenschaften gibt. Chalmers nennt die Eigenschaft „auf bestimmte Art erlebt zu werden“ (die Qualia) als eine nichtmaterielle Eigenschaft. Seine Überlegungen stützen sich auf den Begriff der Supervenienz und die Logik reduktiver Erklärungen.

Monistische Antworten auf das Leib-Seele-Problem

Der Monismus behauptet, im Gegensatz zum Dualismus, dass es nur eine Substanz gebe. Heute sind fast alle Monismen materialistisch. Sie behaupten also, dass die einzig vorhandene Substanz die (physische) Materie sei. Es sind jedoch auch andere Formulierungen möglich: Man könnte auch behaupten, dass es keine Materie gebe, sondern nur den Geist. Ein solcher idealistischer Monismus wird heute nur noch selten vertreten. Eine dritte Möglichkeit ist, eine Substanz anzunehmen, die weder physische Materie, noch Geist ist. Das Mentale und Physische wären Eigenschaften dieser einen Substanz. Eine solche Position wurde von Baruch Spinoza vertreten und im 19. Jahrhundert durch Ernst Haeckel populär gemacht. Dieser Monismus ähnelt dem Eigenschaftsdualismus (s.o.). Im Folgenden werden nur die klassischen materialistischen Monismen betrachtet.

Behaviorismus

Der Behaviorismus hat die Philosophie des Geistes in weiten Teilen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beherrscht. In der Psychologie war der Behaviorismus als Reaktion auf Probleme der Introspektion entstanden: Wenn jemand aufgrund von Introspektion über sein mentales Innenleben berichtet, so ist (oder war damals) keine Überprüfung der Aussagen möglich. Ohne allgemeine Überprüfbarkeit ist jedoch, so die Behavioristen, keine Wissenschaft möglich. Der Ausweg für die Psychologie: Sie sollte auf mentales Innenleben und Introspektion verzichten und stattdessen das Verhalten beschreiben. Parallel zu derartigen Entwicklungen der Psychologie entwickelte sich ein philosophischer Behaviorismus. Dieser ist durch einen Verifikationismus gekennzeichnet, der generell unüberprüfbare Aussagen über das mentale Innenleben für sinnlos hält. Doch was sollen mentale Zustände sein, wenn sie kein mentales Innenleben sind, über das man mittels Introspektion berichten kann? Die Antwort des Behavioristen: Mentale Zustände sind Verhaltensbeschreibungen bzw. -dispositionen. Der philosophische Behaviorismus gilt heute weitgehend als überholt. Neben anderen Problemen ist es unplausibel zu behaupten, dass jemand über Verhalten redet, wenn er von seinen stechenden Kopfschmerzen berichtet.

Identitätstheorie

Die Identitätstheorie war die direkte Reaktion auf das Scheitern des Behaviorismus. Wenn mentale Zustände etwas Materielles sind, aber kein Verhalten, so sind mentale Zustände vermutlich mit inneren materiellen Zuständen identisch. Die hier nahe liegende Idee: Ein mentaler Zustand M ist nichts anderes als ein Gehirnzustand G. Der mentale Zustand „Wunsch nach einem Kaffee“ wäre also nichts anderes als „das 'Feuern' bestimmter Neuronen in bestimmten Hirnregionen“. Identitätstheorie Trotz einer gewissen Anfangsplausibilität hat die Identitätstheorie mit mindestens einem schweren Problem zu kämpfen, der multiplen Realisierung. Es scheint klar zu sein, dass nicht nur Menschen, sondern auch z.B. Lurche oder gar Marsmenschen Schmerzen haben können. Es scheint aber unwahrscheinlich, dass alle Wesen mit gleichen Schmerzen im gleichen Gehirnzustand sind. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann kann der Schmerz auch nicht mit einem bestimmten Gehirnzustand identisch sein. Also ist die Identitätstheorie empirisch unbegründet. Selbst wenn es jedoch so wäre, dass ein ganz bestimmter Gehirnzustand mit je einem einzigen "mentalen" Zustand der Person verbunden ist, müsste diese absolute Korrelation zwischen geistigem Zustand und Gehirnzustand nicht zwangsläufig bedeuten, dass diese beiden Zustände tatsächlich ein und dasselbe sind. Ein weiteres Problem der Identitätstheorie liegt darin, dass sie zwar den "Wunsch nach einem Kaffee" durch einen bestimmten Gehirnzustand beschreiben kann, die Aussage über den Gehirnzustand jedoch nur Bedeutung hat, wenn wir wissen, was es heißt, den Wunsch nach einem Kaffee zu verspüren. Eine neurowissenschaftliche Sprache über geistige Prozesse ist also weiterhin auf den Bedeutungsinhalt der Alltagssprache, die geistige Prozesse wie den Wunsch nach einem Kaffee ausdrückt, angewiesen und kann diese nicht wie angestrebt ersetzen. Trotz dieser Probleme gibt es heute eine gewisse Renaissance der Identitätstheorie, welche vor allem Jaegwon Kim zu verdanken ist.

Funktionalismus

Der Funktionalismus wurde von Hilary Putnam als Reaktion auf die Probleme der Identitätstheorie entwickelt. Die Idee lautet wie folgt: Wenn Wesen mit verschiedenen Gehirnzuständen den gleichen mentalen Zustand haben können (die Identitätstheorie also falsch ist), so muss dennoch etwas existieren, das die Gehirnzustände gemeinsam haben. Der Vorschlag der Funktionalisten ist es, den verschiedenen Gehirnzuständen den gleichen funktionalen Zustand zuzuordnen. Die mentalen Zustände wären dann funktionale Zustände. Doch was sind funktionale Zustände? Dies wird oft am Beispiel von einfachen Automaten erklärt: Stellen wir uns einen Süßigkeitenautomaten vor. Dieser wirft bei einem Euro eine Süßigkeit aus. Nun kann man den Automaten mit verschiedenen Zuständen beschreiben: Es muss einen Zustand geben, in dem der Automat die Süßigkeit auswirft, ohne weiteres Geld zu fordern. Es muss aber auch Zustände geben, in denen der Automat noch 1 Euro oder 50 Cent fordert, um etwas auszuspucken. Im Sinne der Automatentheorie lässt sich der Süßigkeitenautomat so durch abstrakte funktionale Zustände komplett beschreiben. Der Kern an des Beispiels ist nun, dass die Beschreibung gilt, ganz egal, woraus der Automat konkret gemacht ist. Die Analogie ist klar: Mentale Zustände sollen funktionale Zustände sein, gleichgültig, von welchen Gehirnzuständen sie konkret realisiert werden.

Nichtreduktiver Materialismus

Bei vielen Philosophen kommen zwei Überzeugungen zusammen: #Der Materialismus ist wahr, mentale Zustände müssen materielle Zustände sein. #Die einzelnen reduktiven Vorschläge sind alle unbefriedigend: Mentale Zustände lassen sich nicht auf Verhalten, Gehirnzustände oder funktionale Zustände zurückführen. Daraus ergibt sich die Frage, ob es einen nichtreduktiven Materialismus geben kann. Donald Davidsons anomaler Monismus ist ein Versuch, einen solchen Materialismus zu formulieren. Oft wird die Idee mit dem Begriff der Supervenienz formuliert: Mentale Zustände supervenieren über physischen Zuständen, sind aber nicht auf sie zurückführbar. „Supervenieren“ beschreibt dabei eine Abhängigkeitsbeziehung: Das Mentale kann sich nicht verändern, ohne dass sich das Physische verändert.

Eliminativer Materialismus

Wenn man Materialist ist, die reduktiven Bemühungen für gescheitert hält und einen nichtreduktiven Materialismus für inkohärent hält, so kann man zu einem letzten Mittel greifen und behaupten: „Es gibt keine mentalen Zustände.“ Doch ist das nicht vollkommen absurd? Eliminativisten behaupten, dass mentale Zustände von unserer Alltagspsychologie eingeführt worden sind. Wenn sich nun die Alltagspsychologie im Laufe der wissenschaftlichen Entwicklung als falsch herausstellt, so müssen wir auch die von ihr postulierten Entitäten abschaffen. Eliminativisten wie z.B. Patricia und Paul Churchland verweisen an dieser Stelle oft auf das Schicksal anderer, falscher Theorien im Laufe der Geschichte. Beispielsweise hat sich das System des Hexenglaubens als falsch herausgestellt. Die Konsequenz besteht in der Anerkennung der Nichtexistenz von Hexen.

Sprachphilosophische Kritik am Leib-Seele-Problem

Jeder Versuch, das Leib-Seele-Problem zu beantworten, stößt auf massive, insbesondere auch begriffliche Probleme. Es kann daher auch eine Option sein, das Leib-Seele-Problem als Scheinproblem zurückzuweisen. Eine solche Position wird heute insbesondere in der analytischen Philosophie in der Nachfolge Ludwig Wittgensteins vertreten. Die Vertreter einer solchen Position erklären, dass es ein Fehler sei, zu fragen, wie mentale und biologische Zustände zusammen passen. Vielmehr sollte akzeptiert werden, dass Menschen in verschiedenen Weisen – etwa in mentalem und biologischem Vokabular – beschrieben werden können. Scheinprobleme entstehen nach Meinung der wittgensteinianischen Tradition, wenn versucht wird, die Beschreibungsweisen aufeinander zu reduzieren. Scheinprobleme entständen auch, wenn das mentale Vokabular in falschen Kontexten verwendet wird. Dies sei etwa der Fall, wenn im Gehirn nach mentalen Zuständen gesucht wird. Das Gehirn sei einfach der falsche Kontext für die Anwendung von mentalem Vokabular – die Suche nach mentalen Zuständen im Gehirn darum ein Kategorienfehler oder pure begriffliche Verwirrung. Heute wird eine solche Position oft von Wittgensteininterpreten wie Peter Hacker vertreten. Auch Hilary Putnam, der Erfinder des Funktionalismus, hält mittlerweile das Leib-Seele-Problem für ein Scheinproblem, welches mit Wittgenstein aufzulösen sei.

Der Naturalismus und seine Probleme

Die These des Materialismus ist, dass der Geist etwas Materielles sei. Eine solche Position hat das grundsätzliche Problem, dass der Geist Eigenschaften hat, die kein materieller Gegenstand besitzt. Der Materialismus muss deshalb erklären, wie es sein kann, dass einem materiellen Gegenstand doch diese Eigenschaften zukommen. Oft wird das Projekt der diesbezüglichen Erklärung die „Naturalisierung des Geistes“ genannt. Was sind nun die kritischen Eigenschaften? Am bekanntesten sind wohl die beiden folgenden:

Qualia

Viele mentale Zustände haben die Eigenschaft, in bestimmter Weise erlebt zu werden. Das Wesentliche des mentalen Zustandes Schmerz ist etwa ganz offensichtlich, dass es weh tut. Doch woher kommt dieses Erleben (die Qualia)? Nichts an einem neuronalen oder funktionalen Zustand deutet darauf hin, dass er von einem Schmerzerleben begleitet ist. Oft wird das Argument auch wie folgt formuliert: Die Vorgänge im Gehirn können (noch) nicht verständlich machen, warum sie mit entsprechendem Erlebnisgehalt ablaufen. Warum gehen die ganzen Prozesse im Gehirn nicht ohne einen Funken Bewusstsein vonstatten? Dies scheint nicht erklärbar zu sein. Es scheint aber dennoch so zu sein, dass die Wissenschaften diesen Erlebnisgehalt erklären müssten. Dies ergibt sich aus der Logik reduktiver Erklärungen: Wenn ich ein Phänomen (z.B. Wasser) reduktiv erklären will, so muss ich auch erklären, warum das Phänomen all die Eigenschaften hat, die es hat (z.B. Flüssigkeit, Durchsichtigkeit). Im Fall der mentalen Zustände hieße das, dass erklärt werden müsste, warum sie die Eigenschaft haben, in bestimmter Weise erlebt zu werden.

Intentionalität

Wasser Intentionalität bezeichnet die „Gerichtetheit“ der mentalen Zustände, die sie auch „wahrheitswertfähig“ macht. Das heißt, dass Gedanken wahr oder falsch sein können. Dies mag zunächst noch nicht rätselhaft erscheinen, doch wenn Gedanken auf Naturprozesse reduziert werden sollen, so entsteht ein Rätsel: Naturprozesse sind nicht wahr oder falsch - sie geschehen einfach. Es wäre sinnlos, von einem Gehirnprozess zu sagen, er sei wahr bzw. falsch. Gedanken bzw. geistige Urteile sind aber wahr oder falsch, wie können Gedanken da Naturprozesse sein? Die Wahrheitswertfähigkeit der Gedanken kommt daher, dass Gedanken auf Sachverhalte gerichtet sind: Der Gedanke etwa, dass Herodot Historiker war, bezieht sich auf Herodot und den Sachverhalt, dass er Historiker war. Besteht der Sachverhalt, so ist der Gedanke wahr - sonst eben falsch. Doch woher kommt dieser Bezug? Im Gehirn laufen nur elektrochemische Prozesse ab und die scheinen mit Herodot rein gar nichts zu tun zu haben.

Philosophie des Geistes und die Naturwissenschaften

Der Mensch ist ein körperliches Wesen, das als solches von den Naturwissenschaften beschrieben werden kann. Da die geistigen Prozesse nicht unabhängig von den körperlichen Prozessen sind, spielt die naturwissenschaftliche Beschreibung des Menschen in der Philosophie des Geistes eine große Rolle. Hierbei sind prinzipiell alle Disziplinen von Bedeutung, die Prozesse beschreiben, welche mit dem Mentalen in Zusammenhang stehen. Entsprechend lang ist die Liste der wichtigen Wissenschaften: Biologie, Informatik, Kognitionswissenschaft, Kybernetik, Linguistik, Medizin, Pharmakologie, Psychologie usw.

(Neuro-)Biologie

Theoretischer Hintergrund der Biologie, wie in den modernen Naturwissenschaften allgemein, ist meist ein materialistischer Ansatz. Als Studienobjekt fungieren zunächst physische Vorgänge, die als Grundlage von mentaler Tätigkeit und Verhalten angesehen werden. Der zunehmende Erfolg der Biologie als Erklärungsansatz mentaler Phänomene lässt sich vor allem durch das Ausbleiben einer Widerlegung der Grundannahme: „Keine Veränderung der mentalen Zustände eines Menschen ohne eine Veränderung seines Gehirns" verstehen. Mehrere Disziplinen innheralb der Neurobiologie beschäftigen sich mit dem Zusammenhang von mentalen und physichen Prozessen:
- Die Sinnesphysiologie untersucht den Zusammenhang von Wahrnehmung und Reizverarbeitungsprozessen.
- Die kognitive Neurowissenschaft korreliert geistige Prozesse mit neuronalen Prozessen.
- Die Neuropsychologie beschreibt die Abhängigkeit geistiger Fähigkeiten von einzelnen Hirnregionen.
- Schließlich zeigt die Biologie durch ihren evolutionären Ansatz auf, dass sich das menschliche Nervensystem als Grundlage des Geistes sowohl ontogenetisch als auch phylogenetisch aus einfacheren Vorstufen entwickelt hat. Der methodische Fortschritt der Neurowissenschaften, insbesondere der Einzug bildgebender Verfahren, führte in vergangenen Jahren vermehrt zur Formulierung von anspruchsvollen Forschungsprogrammen: Als Agenda gilt die neuronalen Prozesse geistiger Funktionen aufzudecken und zu verstehen (siehe auch: neuronales Korrelat). Einige wenige Neurobiologen, wie Emil du Bois-Reymond und John Eccles haben die prinzipielle Möglichkeit einer „Reduktion“ mentaler Phänomene auf Gehirnvorgänge aus teils religiösen Gründen verneint. Heute vertritt etwa der im deutschen Sprachraum bekannte Neurobiologe und Philosoph Gerhard Roth eine Form des von ihm so genannten „nichtreduktiven Materialismus“.

Informatik

Die Informatik beschäftigt sich mit der automatischen Verarbeitung von Informationen (oder zumindest physikalischen Symbolsystemen, denen Information begemessen wird), wie sie von Computern geleistet wird. Computer waren seit Beginn ihrer Entwicklung zu Aktionen fähig, für die ein Mensch seinen Geist benötigt. Ein Beispiel ist die Multiplikation. Doch offenbar haben Computer beim Multiplizieren keinen Geist. Könnten sie jedoch irgendwann einen Geist bekommen? Diese Frage hat mit der Forschung zur künstlichen Intelligenz (KI) rasant an Brisanz gewonnen. Auch in der KI kann man zwischen einem bescheidenen und einem anspruchsvollen Foschungsprogramm unterscheiden - es handelt sich um John Searles Unterscheidung zwischen schwacher und starker KI. Die schwache KI hat lediglich das Ziel, mentale Zustände zu simulieren, ohne dabei den Anspruch zu erheben, dass die Computer wirklich Bewusstsein etc. haben. Ziel der starken KI ist hingegen ein Computer mit Bewusstsein. Die starke KI reicht bis zu dem Computerpionier Alan Turing zurück. Er formulierte als Antwort auf die Frage „Können Computer denken?“ den legendären Turing-Test. Turing meinte, dass ein Computer dann denken könne, wenn er in einem „Chat“ nicht von einem Menschen unterscheidbar sei. An dem Turing-Test ist viel Kritik geübt worden, unter anderem von John Searle, mit seinem Gedankenexperiment vom „chinesischen Zimmer“. Zudem bleibt die Frage nach einer möglichen Empfindungsfähigkeit (Qualia) von Computern bzw. Robotern noch vollkommen unbeantwortet. Hier sind wohl auch die meisten Informatiker weniger optimistisch. Einige Wissenschaftler der Informatik glauben heute, ihr Fach könne einen weiteren Beitrag zum Leib-Seele Problem leisten. Aus der Wechselwirkung zwischen Software und Hardware, die in jedem Computer stattfindet, vermeinen sie, eines Tages möglicherweise Ansätze für das Verständnis der Wechselwirkung des menschlichen Geistes mit dem Gehirn erkennen zu können.

Psychologie

Die Psychologie ist die Wissenschaft, die am direktesten mentale Zustände untersucht. Konkret untersucht sie mentale Zustände wie etwa Freude, Furcht oder Zwangsvorstellungen. Dabei forscht die Psychologie nach Gesetzmäßigkeiten, die mentale Zustände untereinander oder mit dem Input und Output des Menschen verbinden. Beispiele hierfür liefert etwa die Wahrnehmungspsychologie. So lassen sich allgemeine Prinzipien der Gestaltwahrnehmung entdecken. Eine gestaltpsychologische Gesetzmäßigkeit lautet: Gegenstände, die sich in dieselbe Richtung bewegen, werden als zusammengehörig wahrgenommen. Diese Gesetzmäßigkeit beschreibt eine Relation zwischen dem visuellen Input und den mentalen Wahrnehmungszuständen. Dieses Ergebnis sagt jedoch noch nichts über die Natur der Wahrnehmungszustände aus. Die von der Psychologie entdeckten Gesetzmäßigkeiten sind mit allen beschriebenen Antworten auf das Leib-Seele Problem kompatibel.

Konsequenzen der Philosophie des Geistes

Es gibt zahllose Themen, die nicht unberührt von den Ergebnissen der Philosophie des Geistes sein können. Offensichtliche Beispiele sind etwa die Natur und Endgültigkeit des Todes, die Natur der Emotionen, der Wahrnehmung und des Gedächtnisses. Auch die Frage, was eine Person ist und was ihre Identität ausmacht, hat viele Schnittstellen mit der Philosophie des Geistes. Zwei Themen, die im Zusammenhang mit der Philosophie des Geistes besondere Aufmerksamkeit erlangt haben, sind die Freiheit und das Selbst.

Freiheit

Im Kontext der Philosophie des Geistes stellt sich die Frage nach der Freiheit des Willens in neuer Schärfe. Dies gilt zumindest, wenn man sich von Materialismus und Determinismus hat überzeugen lassen: Die Naturgesetze legen demnach den Lauf der materiellen Welt komplett fest. Alle mentalen Zustände - also auch das menschliche Wollen - wären demnach materielle Zustände. Also wäre das Wollen und Handeln komplett durch die Naturgesetze festgelegt. Manche argumentieren nun weiter: Also können Menschen gar nicht selbst bestimmen, was sie wollen und tun. Folglich seien sie nicht frei. Dieser Argumentation widersprechen zum einen die Kompatibilisten. Sie weisen darauf hin, dass die Frage „Sind wir frei?“ nur beantwortet werden könne, wenn fest steht, was mit „frei“ gemeint ist. Und, so argumentieren sie weiter, man sollte mit Freiheit nicht Indeterminiertheit meinen. Vielmehr sollte damit Wollen und Handeln nach bestem Wissen und Gewissen gemeint sein. In diesem Sinne können Menschen auch frei sein, wenn der Determinismus wahr ist. Der bekannteste Kompatibilist der Philosophiegeschichte ist David Hume gewesen, heute wird die Position etwa von Daniel Dennett vertreten. Daniel Dennett Doch es gibt auch Inkompatibilisten, die der Meinung sind, dass Menschen einen freien Willen haben. Diese Philosophen behaupten, dass der Lauf der Welt nicht vollständig durch die Naturgesetze festgelegt ist: Zumindest der Wille soll nicht determiniert und daher potentiell frei sein. Der bekannteste Inkompatibilist der Philosophiegeschichte ist Immanuel Kant gewesen. Kritiker werfen dem Inkompatibilismus vor, einen inkohärenten Begriff von Freiheit zu verwenden. Sie argumentieren wie folgt: Wenn unser Willen durch nichts determiniert ist, so ist es purer Zufall, was wir wollen. Wenn es purer Zufall ist, was wir wollen, so sind wir nicht frei. Also sind wir nicht frei, wenn unser Willen durch nichts determiniert ist.

Selbst

Zudem hat die Philosophie des Geistes beachtliche Auswirkungen auf den Begriff des Selbst. Versteht man unter „Selbst“ den unveränderlichen Wesenskern einer Person, so werden die meisten Vertreter der Philosophie des Geistes wohl behaupten, dass es nichts derartiges gibt. Die Idee von einem Selbst als einem unveränderlichen Wesenkern entspringt der christlichen Vorstellung einer immateriellen Seele. Eine solche Vorstellung ist für die meisten heutigen Philosophen aufgrund ihrer materialistischen Grundüberzeugung nicht akzeptabel. Doch auch die Idee eines konstanten materiellen Wesenskerns – etwa realisiert in einem unveränderlichen Hirnareal - scheint aufgrund der empirischen Ergebnisse von Entwicklungspsychologie, Entwicklungsbiologie und Neurowissenschaft unplausibel. Einige Philosophen erklären aufgrund dieser Probleme, dass wir aufhören sollten von einem Selbst zu sprechen. Dies ist allerdings eine Minderheitenposition, verbreiteter ist die folgende Meinung: Man sollte unter dem „Selbst“ keinen unveränderlichen Wesenskern verstehen, sondern etwas, das sich in permanenter Veränderung befindet. Ein bekannter Fürsprecher einer solchen Position ist Daniel Dennett. Es ist zudem erstaunlich, wie sich die Überlegungen der modernen Philosophie des Geistes auf diesem Gebiet mit traditionellen Ansichten außereuropäischer Kulturen, etwa dem Buddhismus, überschneiden.

Siehe auch


- Für umfassene Informationen und Links auf themennahe Artikel, siehe: Portal:Geist und Gehirn.
- Für den Stand der naturwissenschaftlichen Forschung zum Thema, siehe: Kognitionswissenschaft.

Literatur

Klassiker:
- René Descartes: Meditationes de prima philosophia, 1641
- Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie, 1714
- Gilbert Ryle: The Concept of Mind, 1949
- Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen, 1954 Einführungen - allgemein:
- Ansgar Beckermann: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes. 2. Aufl. De Gruyter, Berlin u.a. 2001, ISBN 3-11-017065-5
- Jaegwon Kim: Philosophie des Geistes. Springer, Wien u.a. 1998, ISBN 3-211-83043-X
- Michael Pauen: Grundprobleme der Philosophie des Geistes. Eine Einführung. 3. Aufl. Fischer, Frankfurt a.M. 2002, ISBN 3-596-14568-6 Qualia:
- David Chalmers: The conscious mind. In search of a fundamental theory. Oxford University Press, Oxford 1998, ISBN 0-19-511789-1
- Heinz-Dieter Heckmann, Sven Walter (Hrsg.): Qualia. Ausgewählte Beiträge. Mentis, Paderborn 2001, ISBN 3-89785-184-9 Intentionalität:
- Daniel Dennett: The intentional stance. 7. printing. MIT Press, Cambridge, Mass. u.a. 1998, ISBN 0-262-54053-3
- Jerry Fodor: Psychosemantics. The problem of meaning in the philosophy of mind. 3. print. MIT Press, Cambridge u.a. 1993, ISBN 0-262-06106-6
- John Searle: Intentionalität. Eine Abhandlung zur Philosophie des Geistes. Nachdruck. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2001, ISBN 3-518-28556-4

Weblinks


- [http://artsci.wustl.edu/~philos/MindDict/dictindex.html Überblick über die Einträge eines knappen "Dictionary of Philosophy of Mind"]
- [http://host.uniroma3.it/progetti/kant/field Ein Lexikon im Aufbau: "A Field Guide to the Philosophy of Mind"] (mit sehr guten Beiträgen und humoristischen Illustrationen)
- [http://www.assc.caltech.edu/index.htm HP der Association for the Scientific Study of Consciousness]
- [http://www.gk-ev.de/ HP der hiesigen Gesellschaft für Kognitionswissenschaft] Bibliographien:
- [http://consc.net/biblio.html Kommentierte Bibliographie der einschlägigen englischsprachigen Literatur] (mit über 8000 Einträgen) von David Chalmers
- [http://consc.net/biblio/others.html "Bibliographie" englischsprachiger online-Bibliographien] von David Chalmers
- [http://consc.net/online.html Liste englischsprachíger "Online papers on consciousness"] von David Chalmers
- [http://consc.net/people.html Verzeichnis englischsprachiger Autoren, die Arbeiten online gestellt haben] von David Chalmers]
- [http://www.philosophie.uni-mainz.de/metzinger/publikationen/ConsciousnessBib.pdf Thomas Metzingers kommentierte Literaturliste] Diskussionsbeiträge mit eigenem Schwerpunkt:
- Thomas Buchheim [http://www.thomas-buchheim.de/Die%20Grundlagen%20der%20Freiheit.pdf Eine perspektivische Einführung in das 'Leib-Seele-Problem. (PDF)]
- Dirk Hartmann [http://www.jp.philo.at/texte/HartmannD1.pdf Willensfreiheit und die Autonomie der Kulturwissenschaften. (PDF)]
- [http://www.neues-weltbild.de Neues Weltbild (Außergewöhnlicher Ansatz, "Quadrialismus")] Kategorie:Kognitionswissenschaft Kategorie:Philosophie des Geistes Kategorie:Philosophische Anthropologie

John searle

John Rogers Searle (
- 31. Juli 1932 in Denver, Colorado) ist ein amerikanischer Philosoph. Er studierte zunächst in Wisconsin und später in Oxford bei J. L. Austin und P. F. Strawson. Neben diesen beiden Philosophen wurde sein Denken wesentlich durch die Werke Gottlob Freges und Ludwig Wittgensteins beeinflusst. Er ist jetzt ein Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley. 2000 wurde er mit dem Jean Nicod Preis ausgezeichnet. Jean Nicod Preis Er arbeitet vor allem auf dem Gebiet der Sprachphilosophie sowie im Bereich der Philosophie des Geistes. Insbesondere entwickelte mit seinem Werk "Speech acts" von 1969 die Sprechakttheorie von Austin weiter. Von Searle stammt das im Rahmen der Diskussion zur Künstlichen Intelligenz bekannt gewordene Gedankenexperiment vom Chinesischen Zimmer, mit welchem er sich gegen die These wandte, dass Computer jemals ein (Sprach-)Verständnis entwickeln könnten, das dem des Menschen ähnelt.

Bibliografie


- Speech acts: An essay in the philosophy of language. London: Cambridge University (1969).
- The philosophy of language. London: Oxford University (1971). ISBN 0-19-875015-3
- Sprechakte: Ein sprachphilosophischer Essay. Frankfurt a.M.: Suhrkamp (1971).
- A taxonomy of illocutionary acts. Trier: Laut (1976).
- Expression and meaning: Studies in the theory of speech acts. Cambridge: University Press (1979). ISBN 0-521-22901-4
- Speech act theory and pragmatics. Dordrecht: Reidel (1980). ISBN 90-277-1043-0
- Ausdruck und Bedeutung: Untersuchungen zur Sprechakttheorie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp (1982). ISBN 3-518-27949-1
- Intentionality: An essay in the philosophy of mind. Cambridge: University Press (1983). ISBN 0-521-22895-6
- Minds, brains and science. Cambridge: Hardvard University (1984). ISBN 0-674-57631-4
- Foundations of illocutionary logic. Cambridge: University Press (1985). ISBN 0-521-26324-7
- Intentionalität: Eine Abhandlung zur Philosophie des Geistes. Frankfurt a.M.: Suhrkamp (1987). ISBN 3-518-57814-6
- The rediscovery of the mind. Cambridge: MIT (1992). ISBN 0-262-69154-X
- Die Wiederentdeckung des Geistes. München: Artemis und Winkler (1993). ISBN 3-7608-1944-3
- Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Zur Ontologie sozialer Tatsachen. Reinbek: Rowohlt (1997). ISBN 3-499-55587-5
- Mind, language and society: Philosophy in the real world. Philadelphia: Basic Books. ISBN 0-465-04521-9
- Consciousness and language. Cambridge: University Press (2000). ISBN 0-521-59237-2
- Rationality in action. Cambridge: MIT (2001). ISBN 0-262-19463-5
- Mind: A brief introduction. New York: Oxford University Press. ISBN 0-195-15733-8

Weblinks


-
- http://www.philosophenlexikon.de/searle.htm - Bio etc. Searle, John Rogers Searle, John Rogers Searle, John Rogers Searle, John Rogers ja:ジョン・サール

Kategorie:Psychoanalyse

Kategorie:Psychotherapie Kategorie:Tiefenpsychologie ja:Category:フロイト派心理学

Kategorie:Phänomenologie

Kategorie:Philosophische Strömung

PzKpfw III

kategoria:niemieckie czołgi II wojny światowej PzKpfw III (Panzerkampfwagen III) – niemiecki czołg średni z okresu II wojny światowej. Był najbardziej dynamicznie rozwijanym modelem służącym w armii III Rzeszy. Uzbrojeniem pierwszych egzemplarzy, wybudowanych w 1937 roku, były działa kalibru 37 mm. Ponieważ nie sprawdzały się one w walce z czołgami alianckimi, już w 1940 roku zaczęto produkować czołgi wyposażone w armaty kalibru 50 mm (zarówno krótko- jak i długolufowe). W połowie 1942 roku rozpoczęto przezbrajanie wozów w krótkolufowe działa kalibru 75 mm. Ograniczono też ich rolę do bezpośredniego wspierania własnej piechoty i osłaniania czołgów ciężkich PzKpfw VI Tiger przed piechotą przeciwnika. W połowie 1943 roku zupełnie zaprzestano ich produkcji, a przed końcem roku następnego, wozy PzKpfw III niemal zupełnie zniknęły z oddziałów frontowych. Kilka z nich pozostało jednak do końca wojny, głównie w jednostkach okupacyjnych. =Historia rozwoju=

PzKpfw III Ausf A

1943 Projekt czołgu średniego powstał w połowie 1936 roku w firmie Daimler-Benz. Jego układ jezdny składał się z pięciu par podwójnych kół nośnych, dwóch par podwójnych kół podtrzymujących, oraz pary kół napędowych i napinających. Zarówno koła nośne, jak i podtrzymujące, były zaopatrzone w gumowe bandaże. Wóz był napędzany silnikiem Maybach HL 108 TR o mocy 230 KM, zapewniającym prędkość 32 km/h. Zarówno kadłub, jak i wieża, były opancerzone płytami o grubości 14,5 mm. Uzbrojenie czołgu stanowiło działo 3,7 cm KwK 35/36 L/45, oraz trzy karabiny maszynowe MG34 kalibru 7,92 mm. Jeden z nich był umieszczony w kadłubie, natomiast pozostałe dwa, sprzężone, były umieszczone w wieży. Załogę stanowiło pięciu ludzi: dowódca, celowniczy, ładowniczy, radiotelegrafista/strzelec, oraz kierowca/mechanik. Całkowita masa wozu wynosiła 15 400 kg. W 1937 roku, wyprodukowano 10 egzemplarzy czołgu PzKpfw III Ausf A.

PzKpfw III Ausf B

W roku 1937 dokonano całkowitej rekonstrukcji podwozia. Zastosowano osiem par podwójnych kół nośnych, połączonych parami w wózki jezdne. Wózki te, były z kolei parami zawieszone na dwóch resorach piórowych. Dodano również jedną parę podwójnych kół podtrzymujących. Dzięki tym zmianom, prędkość maksymalna czołgu wzrosła do 35 km/h, przy jednoczesnym wzroście masy pojazdu do 15 900 kg. Zmodyfikowano także kształt wlotów powietrza i układ wydechowy. Tak powstał model PzKpfw III Ausf B, którego 15 sztuk wyprodukowano w 1937 roku.

PzKpfw III Ausf C

Podwozie czołgu PzKpfw III nadal poddawano modyfikacjom. Zmieniono mianowicie zawieszenie wózków jezdnych. W wersji PzKpfw III Ausf C, tylko środkowe wózki były zawieszone na wspólnym resorze półeliptycznym. Natomiast dwa skrajne, posiadały własne, krótsze amortyzatory. Dokonano również zmian w układzie wydechowym i w mechanizmach skrętu. Doprowadziło to do niewielkiego wzrostu masy czołgu, która wynosiła 16 000 kg. Na przełomie roku 1937 i 1938, wyprodukowano 15 sztuk tego wozu.

PzKpfw III Ausf D

1938 Model PzKpfw III Ausf D wprowadzał kolejne zmiany w układzie jezdnym. Zmieniło się mianowicie zamocowanie amortyzatorów pierwszego i czwartego wózka. Zmieniono też konstrukcję kół napędowych i napinających, oraz wieżyczki dowódcy. Dokonano również kilku innych modyfikacji. W okresie od stycznia do czerwca 1938 roku, zbudowano 30 e