InterdependenzInterdependenz (lat. gegenseitige Abhängigkeit) bedeutet
Bei zwischenmenschlichen Beziehungen
nach Paul Watzlawick
in einer Beziehungsform, wenn das Verhalten eines Partners das des anderen bedingt und umgekehrt.
„Jedermann weiß, was es bedeutet, wenn ein Ding von einem anderen abhängt. Wenn aber dieses andere, zweite Ding im selben Maße vom ersten abhängt, so nennt man diese Beziehungsform interdependent.“
In seinem Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“ versucht Paul Watzlawick seine Definition durch das Gefangenendilemma zu verdeutlichen.
Menschliche Situationen, die die Struktur des Gefangenendilemmas aufweisen, treten überall dort auf, wo Menschen sich in einem Zustand der Desinformation befinden, aber eine gemeinsame Entscheidung treffen müssen, wobei ihnen die Möglichkeit zur direkten Kommunikation fehlt.
Es gibt zwei Gründe dafür:
- Mangel an gegenseitigem Vertrauen
- physische Unmöglichkeit zu kommunizieren
In wirklichen Lebenslagen reicht das Fehlen einer dieser Faktoren, um dieses Dilemma herbeizuführen.
Interdependente Entscheidungen haben nur Aussicht auf Erfolg, wenn sie auf der Basis einer von beiden Partnern geteilten Wirklichkeitsauffassung beruhen, deren minimale Übereinkunft darin besteht, die Wirklichkeit nicht in einer zeitlich-kausalen Weise zu sehen. Das ist nur in raum- und zeitbegrenzten Abläufen möglich.
In der Politik
Die Interdependenztheorie spielt in der Politikwissenschaft eine große Rolle.
Jeden Tag verlässt man sich auf viele Menschen, die rund um den Globus verteilt sind. Obwohl unbekannt, beliefern sie uns mit allen wünschenswerten Gütern. Dieses Zusammenspiel ist nur möglich, weil alle miteinander in einer Handlungsbeziehung stehen, die man als Interdependenz bezeichnet. Die Waren- oder Dienstleistungsversorger werden weder von einer Regierung dazu veranlasst, noch sind sie großzügige Spender. Sie handeln nur so weil sie dafür etwas bekommen.
Es bedarf eines Koordinationssystems der wirtschaftlichen Prozesse, das dies aufeinander abstimmt..
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Kommunikation
Paul WatzlawickPaul Watzlawick ( - 25. Juli 1921 in Villach, Österreich) ist ein österreichischer Psychotherapeut, Kommunikationswissenschaftler und Autor mit Wahlheimat in Kalifornien.
Überblick
Paul Watzlawick promovierte 1949 im Fach Philosophie, bevor er eine Ausbildung in Psychotherapie am C. G. Jung-Institut in Zürich 1954 mit dem Analytikerdiplom abschloss.
Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit als Professor für Psychotherapie sind die Untersuchung von Kommunikationsprozessen und die systemische Familientherapie.
Im Jahr 1960 holte Don D. Jackson ihn ins kalifornische Palo Alto, wo Watzlawick fortan Forscher am "Mental Research Institute" tätig war. Die Doppelbindungstheorie wurde maßgeblich von Gregory Bateson, Paul Watzlawick und ihren Kollegen an der Universität von Palo Alto entwickelt. Seit 1967 hatte Watzlawick auch einen Lehrauftrag im Fachbereich Psychiatrie der Stanford University. Watzlawick leistete bedeutende Beiträge zum radikalen Konstruktivismus. Ebenso lieferte er zusammen mit J. H. Beavin und Don D. Jackson vielbeachtete Überlegungen zur Theoriebildung über Kommunikation.
Die praktischen Erfahrungen, die Watzlawick zur Formulierung seiner Kommunikationstheorie veranlaßten,
gewann er bei der Erforschung der Kommunikation schizophrener Patienten, die zumeist
als Mitglieder von normalen oder psychotisch gestörten Familien unter klinischer Beobachtung
standen bzw. in therapeutischer Behandlung waren.
:Bekanntes Zitat: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“
Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick
In seiner Kommunikationstheorie fünf pragmatische Axiome, die eher als Regeln zu verstehen sind, deren Einhaltung eine funktionierende Kommunikation verspricht, deren Verletzung aber zu gestörter Kommunikation führen kann:
In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren
Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren diese miteinander, da jedes Verhalten kommunikativen Charakter hat.
Watzlawick versteht Verhalten jeder Art als Kommunikation. Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich nicht zu kommunizieren: Metakommunikatives Axiom
Störungen nach dem ersten Axiom entstehen
- durch ein Ignorieren der Kommunikation (durch Nicht-Antworten oder Nicht-Eingehen auf das, was der Partner sagt),
- durch widerwillige Annahme der Kommunikation,
- durch Abweisungen wie „Mit dir will ich nichts zu tun haben“, da diese widersprüchlich sind.
- Außerdem entstehen Störungen nach diesem Axiom durch die einseitige Beendigung der Kommunikation, da dies eine Aussage ist, die der andere Kommunikationspartner interpretieren muss.
- Auch die Entwertung der Aussagen des Partners z.B. durch häufige Themenwechsel, Nicht-bei-der-Sache-sein, Bagatellisierung „das wird schon wieder“ und das Bestreben eine stattgefundene Kommunikation ungeschehen zu machen, führt zu Störungen.
- Eine Flucht in Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Krankheit will eine Kommunikation einseitig beenden und ist deshalb ebenfalls eine Störung.
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
Jede Kommunikation enthält über die reine Sachinformation hinaus einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben will und wie er seine Beziehung zum Empfänger sieht.
Der Inhaltsaspekt stellt das Was einer Mitteilung dar, der Beziehungsaspekt sagt etwas darüber aus, wie der Sender diese Mitteilung vom Empfänger verstanden haben möchte.
Der Beziehungsaspekt zeigt, welche emotionale Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern herrscht.
Erfolgreich kommuniziert man dann, wenn auf beiden Ebenen Einigkeit herrscht oder eine Uneinigkeit auf der Inhaltsebene die Beziehungsebene nicht beeinträchtigt.
Störungen entstehen bei Uneinigkeit auf beiden Ebenen, nur auf der Beziehungsebene oder bei Verwechselung der Ebenen.
Störungen nach dem zweiten Axiom entstehen,
- wenn Konflikte einer negativen Beziehung auf der Inhaltsebene ausgetragen werden.
- wenn die Uneinigkeit auf der Inhaltsebene auf die Beziehungsebene übertragen wird (Störungen).
- wenn die Beziehung negativ ist oder
- wenn Unklarheit über die Beziehung besteht
- wenn man versucht, den Beziehungsaspekt aus der Kommunikation herauszuhalten
Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt
Dies bedeutet, dass Sender und Empfänger den Kommunikationsablauf unterschiedlich gliedern und so ihr eigenes Verhalten oft nur als Reaktion auf das des anderen interpretieren, d.h. die Schuld liegt beim anderen. Menschliche Kommunikation ist aber nicht in Kausalketten auflösbar, sie verläuft vielmehr kreisförmig. Niemand kann genau angeben, wer beispielsweise bei einem Streit wirklich „angefangen hat“. Anfänge werden nur subjektiv gesetzt als so genannte „Interpunktionen“.
Den Ablauf, in dem Ursache und Wirkung ihre Stellung in der Kommunikation verändern können, nennt man Interdependenz.
Erfolgreiche Kommunikation ist zu erwarten, wenn beide Partner als Ursache und Wirkung die gleichen Sachverhalte festlegen und Kommunikation als Regelkreis verstehen.
Störungen entstehen, wenn ein Partner an einem Punkt der kreisförmigen Kommunikation einen Einschnitt vornimmt und sagt: „Hier hat es angefangen, das ist die Ursache“.
Störungen nach dem dritten Axiom entstehen so:
- Eigenes Verhalten wird mit dem Verhalten des anderen entschuldigt/gerechtfertigt.
- Selbsterfüllende Prophezeiung (engl. „self-fulfilling prophecy“) meint eine Behauptung von einer oder mehreren Personen über einen anderen Menschen, die nicht unbedingt der Wahrheit entspricht, die aber bei diesem ein Verhalten erzeugt, das dieser Behauptung entspricht.
- Das Ausüben von Zwang und Druck ruft durch das Setzen eines Anfangspunktes Störungen hervor.
Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten
Dies bedeutet, dass nicht nur das gesprochene Wort (in der Regel digitale Kommunikation), sondern auch die non-verbalen bzw. analog-verbalen Äußerungen etwas mitteilen.
Mit analogen Elementen wird häufig die Beziehungsebene vermittelt, mit digitalen die Inhaltsebene.
Erfolgreiche Kommunikation besteht bei Übereinstimmung zwischen analoger und digitaler Modalität und wenn beide eindeutig sind.
Störungen entstehen bei Nichtübereinstimmung oder bei Unklarheiten einer der beiden Codierungsarten.
Ursachen für Störungen nach dem vierten Axiom
- Analoge Kommunikation ist mehrdeutig, kann also falsch interpretiert werden.
- Auch digitale Elemente sind nicht immer klar und eindeutig.
- Überwiegen einer Codierungsart führt zu Störungen.
- Nichtübereinstimmung von digitaler und analoger Kommunikation
- Nichtbewusstsein der eigenen analogen Kommunikation bei einem Kommunikationspartner
Je nachdem ob die Beziehung zwischen Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.
In komplementären Beziehungen ergänzen sich unterschiedliche Verhaltensweisen und bestimmen den Interaktionsprozess.
Eine symmetrische Beziehungsform meint, dass die Beziehung Ungleichheiten vermindern will (Streben nach Gleichheit).
Bei komplementären Beziehungen ist die Grundlage die Unterschiedlichkeit der Partner, die auf Ergänzung ausgerichtet sind.
Erfolgreiche Kommunikation ist zu erwarten, wenn in einer Beziehung beide Kommunikationsabläufe vorhanden sind.
Ursachen für Störungen nach dem fünften Axiom
- Symmetrische Eskalation: Beide Kommunikationspartner wollen etwas gleicher sein als der andere, es herrscht also eine zu starke Gleichheit der Kommunikationspartner.
- Starre Komplementarität: Starkes Autoritäts- bzw. Machtgefälle, so dass eine Abhängigkeitsbeziehung oder Unselbstständigkeit und Fremdbestimmung entstehen.
Enantiodromie
Watzlawick hat Heraklits Gedanken von der „Einheit in der Vielfalt“ der Dinge - Enantiodromie - aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass ein Zuviel des Guten stets ins Böse umschlage. Zuviel Patriotismus erzeuge Chauvinismus, zuviel Sicherheit Zwang oder zuviel Buttercremetorte Übelkeit.
Werke (Auswahl)
- Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Huber, Bern 2000 ISBN 3456834578
- Paul Watzlawick, John H. Weakland, Richard Fisch: Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels. Huber, Bern 2001 ISBN 3456835663
- Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. Piper, 1988 ISBN 3492221009
- Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Piper, 1995 ISBN 3492201741
- Paul Watzlawick: Die erfundene Wirklichkeit. Piper, 2002 ISBN 3492203736
- Paul Watzlawick: "Vom Sinn des Unsinns"
Zitate
- Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel. (Paul Watzlawick)
- Wenn du immer wieder das tust, was du immer schon getan hast, dann wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon bekommen hast. Wenn du etwas anderes haben willst, mußt du etwas anderes tun! Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen! (Paul Watzlawick)
Siehe auch
Medizinische Kybernetik, Kognitive Dissonanz, Konstruktivismus, Nichtdeterministisches Experiment, Abergläubische Ratte
Weblinks
-
- [http://beat.doebe.li/bibliothek/p00016.html Beats Biblionetz: Personen: Paul Watzlawick]
- [http://litlinks.it/w/watzlawick.htm Texte von Watzlawick im Internet] bei litlinks.it
Watzlawick, Paul
Watzlawick, Paul
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Watzlawick, Paul
GefangenendilemmaDas Gefangenendilemma ist ein spieltheoretisches Paradoxon, das von zwei Mitarbeitern der RAND Corporation in den 1950er Jahren formuliert wurde. Die Wissenschaftler Merrill Flood und Melvin Drescher beschrieben ein soziales Dilemma als Zwei-Personen-Spiel, das zeigt, wie individuell rationale Entscheidungen zu kollektiv suboptimalen Ergebnissen führen können. Bei dem "prisoner's dilemma" – der Name stammt von Albert Tucker von der Universität Princeton – handelt es sich um ein klassisches „Zwei-Personen-Nicht-Nullsummen-Spiel“. Es ist bis heute ein zentraler Bestandteil der Spieltheorie.
Beschreibung der Situation
Zwei Gefangene werden verdächtigt, gemeinsam eine Straftat begangen zu haben. Die Höchststrafe für das Verbrechen beträgt fünf Jahre. Beiden Gefangenen wird nun ein Handel angeboten, der beiden bekannt ist. Wenn einer gesteht, und somit seinen Partner belastet, kommt er ohne Strafe davon – der andere muss die vollen fünf Jahre absitzen. Entscheiden sich beide zu schweigen, bleiben nur Indizienbeweise, die aber ausreichen, um beide für zwei Jahre einzusperren. Gestehen aber beide die Tat, erwartet jeden eine Gefängnisstrafe von vier Jahren.
Nun werden die Gefangenen unabhängig voneinander befragt. Es besteht weder vor noch während der Befragung die Möglichkeit für die beiden, sich untereinander abzusprechen.
Paradox kann dieses Dilemma genannt werden, da die individuell vernünftigste Entscheidung der Gefangenen (gestehen) und die kollektiv vernünftigste Entscheidung (schweigen) auseinander fallen. Eine eindeutige verbindliche Handlungsanweisung kann nicht ohne Weiteres angegeben werden.
In einer Auszahlungsmatrix eingetragen, ergibt sich folgendes Bild:
Ergebnisse (hier):
- 0..."temptation" – Belohnung für einseitigen Verrat (Freiheit)
- −2..."reward" – Belohnung für Kooperation von A und B (nur zwei Jahre Strafe)
- −4..."punishment" – Bestrafung für gegenseitigen Verrat (vier Jahre Strafe)
- −5..."sucker's payoff" – Bestrafung für getäuschtes Vertrauen
Die existierenden vier Kombinationsmöglichkeiten hängen nicht nur von der eigenen, sondern auch von der Entscheidung des Komplizen ab (Interdependenz des Verhaltens).
Individuell scheint es für beide vorteilhafter zu sein, auszusagen. Der Gefangene denkt sich: Falls der andere gesteht, reduziere ich mit meiner Aussage meine Strafe von fünf auf vier Jahre; falls er aber schweigt, dann kann ich mit meiner Aussage meine Strafe von zwei Jahren auf Null reduzieren! Also sollte ich auf jeden Fall gestehen! Diese Entscheidung zur Aussage hängt nicht vom Verhalten des anderen ab, und es ist anscheinend immer vorteilhafter zu gestehen. Eine solche Strategie, die ungeachtet der gegnerischen gewählt wird, wird in der Spieltheorie als dominante Strategie bezeichnet.
Wie die Matrix zeigt, wären beide Gefangenen jedoch besser gestellt, wenn sie sich beide entschieden zu schweigen. Dann erhielten beide nur 2 Jahre Gefängnis. Die Spielanlage verhindert aber gerade die Verständigung zwischen den Gefangenen und provoziert so einen einseitigen Verrat, durch den der Verräter das für ihn individuell bessere Resultat 'Freispruch' (falls der Mitgefangene schweigt) oder vier statt fünf Jahre (falls der Mitgefangene gesteht) zu erreichen hofft. Versuchen dies aber beide Gefangenen, so verschlimmern sie – auch individuell – ihre Lage, da sie nun je vier Jahre statt der zwei Jahre Gefängnis erhalten.
In diesem Auseinanderfallen der möglichen Strategien besteht das Dilemma der Gefangenen. Die vermeintlich rationale, schrittweise Analyse der Situation verleitet beide Gefangenen dazu zu gestehen, was zu einem schlechten Resultat führt (suboptimale Allokation). Das bessere Resultat wäre durch gemeinsame Kooperation erreichbar, die aber anfällig für einen Vertrauensbruch ist. Die rationalen Spieler treffen sich in einem Punkt, der in diesem Fall als pareto-ineffizientes Nash-Gleichgewicht bezeichnet wird.
Spielweisen und Strategien
Einmaliges Spiel
Gemäß der klassischen Analyse des Spiels ist im nur einmal gespielten Gefangenendilemma die einzig rationale Strategie für einen am eigenen Wohl interessierten Spieler, nicht mit seinem Mitgefangenen zu kooperieren, sondern zu gestehen, da er durch seine Entscheidung das Verhalten des Mitspielers nicht beeinflussen kann und er sich unabhängig von der Entscheidung des Mitspielers immer besser stellt, wenn er selbst nicht kooperiert. Diese Analyse setzt voraus, dass die Spieler nur einmal aufeinander treffen, und ihre Entscheidungen keinen Einfluss auf spätere Interaktionen haben können. Da es sich um ein echtes Dilemma handelt, folgt aus dieser Analyse aber keine eindeutige Handlungsanweisung (präskriptive Aussage) für reale Interaktionen, die einem Gefangenendilemma entsprechen.
Im einmaligen, um nicht zu sagen alles entscheidenden Spiel, muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass es egal ist, ob sich beide Parteien zuvor absprechen. Die Situation nach einem evtl. geführten Gespräch bleibt gleich!
Mehrmaliges (endliches) Spiel
Die Situation ändert sich, wenn das Spiel mehrere Runden gespielt wird (sog. iterierte Turniere). Dann kann ein Vertrauensbruch im nächsten oder einem späteren Spiel geahndet werden (Vergeltung), Kooperation wird belohnt.
Die Anzahl der Runden darf allerdings nicht vorgegeben werden, sondern muss unbestimmt sein. Andernfalls könnte es sich für eigentlich kooperierende Strategien lohnen, in der letzten Runde zu betrügen, weil dafür eine Vergeltung nicht mehr möglich ist. Somit wird aber die vorletzte Runde zur letzten, worauf sich wieder dieselbe Situation ergibt. Daraus ergibt sich wiederum eine suboptimale Lösung. Das Problem der letzten Runde entschärft sich, wenn das Spiel als – angeblich oder tatsächlich – unendliches Turnier gespielt wird. Wie gut eine bestimmte Strategie in einem solchen Turnier abschneidet, hängt immer von den konkurrierenden Strategien ab, auf die sie trifft, und kann nicht absolut angegeben werden.
Unendliches Spiel
Das Spiel wiederholt sich, ohne dass den Spielern bekannt ist, wann die letzte Runde stattfindet. Befinden sich die Spieler in diesem Dilemma, dann kann eine Nicht-Kooperation im darauf folgenden Spiel geahndet werden. Nicht zu kooperieren zahlt sich also nicht (zwangsläufig) aus, da man bei Defektion (direkt) im zweiten Spiel bestraft würde, während Kooperation (dauerhaft) belohnt wird. Tit-for-tat ("wie du mir, so ich dir") bedeutet Bestrafung für Defektion in der nächsten Periode. Man spricht in dem Fall von kalkulativem Vertrauen.
Der amerikanische Politologe Robert Axelrod veranstaltete zum mehrmaligen Gefangenendilemma zu Beginn der 1980er Jahre ein Computerturnier, in dem er Computerprogramme mit verschiedenen Strategien gegeneinander antreten ließ. Die insgesamt erfolgreichste Strategie und gleichzeitig eine der einfachsten war besagte Tit-for-tat-Strategie, entwickelt von Anatol Rapoport. Sie kooperiert („verzichtet auf den Verrat“), solange der andere ebenfalls kooperiert. Versucht der andere, sich einen Vorteil zu verschaffen („Verrat“), tut sie dies beim nächsten Mal ebenfalls.
Evolutionsdynamische Turniere
Eine Weiterentwicklung des Spiels über mehrere Runden ist das Spielen über mehrere Generationen. Sind alle Strategien in mehreren Runden gegeneinander und gegen sich selbst angetreten, werden die erzielten Resultate für jede Strategie zusammengezählt. Für einen nächsten Durchgang ersetzen die erfolgreichen Strategien die weniger erfolgreichen. Die erfolgreichste Strategie ist in der nächsten Generation am häufigsten vertreten. Auch diese Turnier-Variante wurde von Axelrod durchgeführt.
Strategien, die zum Betrügen tendierten, erzielten hier zu Beginn relativ gute Resultate – solange sie auf andere Strategien stießen, die tendenziell eher kooperierten, also sich ausnutzen ließen. Sind betrügerische Strategien aber erfolgreich, so werden kooperative von Generation zu Generation seltener – die betrügerischen Strategien entziehen sich in ihrem Gelingen selbst die Erfolgsgrundlage. Treffen aber zwei betrügerische Strategien zusammen, so erzielen sie schlechtere Resultate als zwei kooperierende Strategien. Betrügerische Strategien können nur durch Ausbeutung von Mitspielern wachsen. Kooperierende Strategien wachsen dagegen am besten, wenn sie aufeinander stoßen. Eine Minderheit von miteinander kooperierenden Strategien wie z. B. Tit-for-tat kann sich so sogar in einer Mehrheit von betrügerischen Strategien behaupten und sogar zur Mehrheit anwachsen. Solche Strategien, die sich über Generationen hin etablieren können und auch gegen Invasionen durch andere Strategien resistent sind, nennt man evolutionär stabile Strategien.
Tit-for-tat konnte erst 2004 von einer neuartigen Strategie der Universität Southampton geschlagen werden, welche sich bei gegenseitigem Aufeinandertreffen nach einem Initial-Austausch in eine Ausbeuter- bzw. eine Opferrolle begibt, um dem Ausbeuter so eine Spitzenposition zu ermöglichen (master-and-servant). Nötig dazu ist aber eine gewisse kritische Mindestgröße, d. h. master-and-servant kann sich nicht aus einer kleinen Anfangspopulation etablieren. Da die Spielpartner über ihr anfängliches Spielverhalten codiert kommunizieren, besteht der Einwand, dass die Master-and-servant-Strategie die Spielregeln verletzt, wonach die Spielpartner isoliert voneinander befragt werden. Die Strategie erinnert an Insektenvölker, in denen Arbeiterinnen auf Fortpflanzung gänzlich verzichten und ihre Arbeitskraft für das Wohlergehen der fruchtbaren Königin aufwenden.
Notwendige Bedingungen für das Ausbreiten von kooperativen Strategien sind: a) dass mehrere Runden gespielt werden, b) sich die Spieler von Runde zu Runde einander wiedererkennen können, um nötigenfalls Vergeltung zu üben, und c) dass nicht bekannt ist, wann sich die Spieler zum letzten Mal begegnen.
Einige ausgewählte Strategien
Für das über mehrere Runden gespielte Gefangenendilemma gibt es viele verschiedene Strategien. Für einige Strategien haben sich Namen eingebürgert (Übersetzung in Klammern):
- tit-for-tat (wie du mir, so ich dir): Kooperiert in der ersten Runde und kopiert in den nächsten Runden den vorherigen Spielzug des Spielpartners. Diese Strategie ist prinzipiell kooperationswillig, übt aber bei Betrug Vergeltung. Bei erneuter Kooperation des Mitspielers ist sie nicht nachtragend, sondern reagiert ihrerseits mit Kooperation.
- mistrust (Misstrauen): Betrügt in der ersten Runde und kopiert in den nächsten Runden (wie tit-for-tat) den vorherigen Spielzug des Spielpartners. Ist nicht von sich aus kooperationswillig.
- spite (Groll): Kooperiert solange, bis der Mitspieler zum ersten mal betrogen hat. Betrügt danach immer. Kooperiert bis zum ersten Vertrauensmissbrauch. Sehr nachtragend.
- pavlov: Kooperiert in der ersten Runde und betrügt, falls der vorherige Zug des Mitspielers anders als der eigene war. Kooperiert, wenn in der Vorrunde beide Spieler kooperierten oder beide betrogen. Dies führt zu einem Wechsel des Verhaltens, wenn der Gewinn der Vorrunde klein war, aber zum Beibehalten des Verhaltens, wenn der Gewinn groß war.
- gradual (allmählich): Kooperiert solange, bis der Mitspieler zum ersten mal betrogen hat. Betrügt darauf einmal und kooperiert zweimal. Betrügt der Mitspieler nach dieser Sequenz nochmals, betrügt die graduale Strategie zweimal und kooperiert zweimal. Betrügt der Mitspieler danach nochmals, betrügt sie dreimal und kooperiert zweimal. Diese Strategie kooperiert grundsätzlich, bestraft aber jeden Ausbeutungsversuch zunehmend unversöhnlicher.
- prober (Sondierer): spielt die ersten drei Züge kooperieren, betrügen, betrügen und betrügt fortan, wenn der Gegner im zweiten und dritten Zug kooperiert hat, spielt sonst tit-for-tat. Testet, ob sich der Mitspieler ohne Vergeltung ausnehmen lässt. Nimmt nicht-vergeltende Mitspieler aus. Passt sich bei Vergeltung aber an.
- master-and-servant ("Herr und Knecht" oder auch "Southampton-Strategie"): Spielt während der ersten fünf bis zehn Runden ein der Erkennung dienendes, codiertes Verhalten. Die Strategie stellt so fest, ob der Mitspieler ebenfalls nach dem Master-and-servant-Muster agiert. Ist dies der Fall wird der eine Mitspieler zum Ausbeuter, der immer betrügt, der andere Mitspieler zum Ausgenommenen, der bedingungslos kooperiert. Ist der Mitspieler nicht master-and-servant-konform, wird betrogen, um die Mitstreiter im Wettbewerb zu schädigen. Diese Strategie führt dazu, dass ein Teil der Master-and-servant-Spieler sehr gut abschneidet, da diese unüblich oft die maximal mögliche Punktzahl für einseitigen Verrat erhalten. Der ausgebeutete Teil der Master-and-servant-Spieler „stirbt aus“, was aber durch die Nachkommen des erfolgreichen Teils überkompensiert wird.
- always defect (betrüge immer): Betrügt immer, egal was der Spielpartner tut.
- always cooperate (kooperiere immer): Kooperiert immer, egal was der Spielpartner tut.
- random (Zufall): Betrügt oder kooperiert aufgrund eines 50:50-Zufallsentscheids.
- per kind (periodisch und freundlich): Spielt periodisch die Folge kooperieren/kooperieren/betrügen. Diese Strategie versucht, den Mitspieler durch zweimaliges Kooperieren in Sicherheit zu wiegen, um ihn dann einmal auszunehmen.
- per nasty (periodisch und unfreundlich): Spielt periodisch die Folge betrügen/betrügen/kooperieren.
- go by majority (Entscheide gemäß Mehrheit): Kooperiert in der ersten Runde und spielt dann den meistbenutzten Zug des Mitspielers. Bei Unentschieden wird kooperiert.
Optimale Strategie
Die einfache, aber sehr wirkungsvolle und langfristig erfolgreiche Strategie tit-for-tat weist jedoch den Schönheitsfehler auf, dass sich beide Spieler in einer dauerhaften Konfrontation blockieren, wenn nach gewisser Zeit beide Spieler diese Strategie wählen.
Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass nach zufälliger, d. h. für den Gegner nicht abschätzbarer Anzahl von Wiederholungen spontan einseitig Kooperation gespielt wird, um den Kreislauf der Konfrontation zu durchbrechen. Dadurch wird langfristig das beste Ergebnis für beide Seiten erreicht.
Beispiele
Aus Politik und Wirtschaft
Das Gefangenendilemma lässt sich auf viele Sachverhalte in der Praxis übertragen. Vereinbaren beispielsweise zwei Länder eine Rüstungskontrolle, so wird es immer individuell besser sein, heimlich doch aufzurüsten. Keines der Länder hält sich an sein Versprechen und beide sind durch die Aufrüstung schlechter gestellt.
Ein anderes Beispiel bezieht sich auf Absprachen in Kartellen oder Oligopolen: Zwei Unternehmen vereinbaren eine Outputquote (z. B. bei der Ölförderung), aber individuell lohnt es sich, die eigene Quote gegenüber der vereinbarten zu erhöhen. Beide Unternehmen werden mehr produzieren. Das Kartell platzt. Die Unternehmen im Oligopol sind aufgrund der erhöhten Produktion gezwungen, die Preise zu senken, wodurch sich ihr Monopolgewinn schmälert.
Auch in der Wirtschaft finden sich Beispiele für das Gefangenendilemma. Konkurrieren mehrere Firmen auf einem Markt, erhöhen sich die Werbeausgaben immer weiter, da jeder die anderen ein wenig übertreffen möchte. Diese Theorie konnte 1971 in den USA bestätigt werden, als ein Gesetz zum Werbeverbot für Zigaretten im Fernsehen verabschiedet wurde. Es gab kaum Proteste aus den Reihen der Zigarettenhersteller. Das Gefangenendilemma, in das die Zigarettenindustrie geraten war, wurde durch dieses Gesetz gelöst.
Ein weiteres Beispiel ist ein Handlungsreisender, der seine Kunden bei Vorkasse (ggf. ungedeckte Schecks) mit guter Ware (kleinerer Profit, aber langfristig sicher) oder gar keiner Ware (hoher kurzzeitiger Profit) beliefern kann. Händler mit schlechtem Ruf verschwinden in solchen Szenarien vom Markt, da keiner mit ihnen Geschäfte macht, und sie ihre Fixkosten nicht decken können. Hier führt "tit-for-tat" zu einem Markt mit wenig "Betrug".
Beachtenswert ist das Anbieterdilemma, das zu einer Beeinflussung der Preise für angebotene Güter führt. Zwar profitieren Anbieter bei Vorliegen des Dilemmas nicht, jedoch kann sich die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft insgesamt erhöhen, da der Nachfrager durch niedrige Preise profitiert. Durch staatlichen Eingriff in Form von Wettbewerbspolitik wird ein Anbieterdilemma häufig künstlich generiert, indem beispielsweise Absprachen zwischen Anbietern untersagt werden. Somit sorgen Institutionen für mehr Wettbewerb, um den Verbraucher zu schützen.
Auch die Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland dient als Beispiel. Es wurden 12 Frequenzblöcke für UMTS versteigert, die entweder als 2er- oder 3er-Paket erworben werden konnten. Die sieben Bieter, E-Plus-Hutchinson, Mannesmann, T-Mobile, Group 3G, debitel, mobilcom und VIAG, nahmen an der Versteigerung im August 2000 teil. Beachtenswert ist auch, dass – wie im theoretischen Orignal – Absprachen unter den Spielern, also der Mobilfunkanbieter, unterbunden wurden. Nach dem Ausscheiden von debitel nach der 126. Runde am 11. August 2000 waren 12 Lizenzen für 6 Mobilfunkanbieter vorhanden, also 2 für jeden. Die Summe aller Lizenzen hat zu diesem Zeitpunkt 57,6 Mrd. DM betragen. Durch das Spekulieren der Mobilfunkanbieter, auf ein Ausscheiden eines weiteren Anbieters, und der Möglichkeit 3 Lizenzen zu erwerben, ging die Bieterschlacht jedoch weiter. In der 173. Runde, am 17. August 2000, gingen je 2 Lizenzen an die 6 verbliebenen Mobilfunkanbieter – ein Ergebnis also, was auch schon in der 127. Runde hätte erreicht werden können. Die Summe, die die Mobilfunkanbieter für alle Lizenzen zahlten, lag nun bei 98,8 Mrd. DM. Gesamtvolkswirtschaftlich ist dieses Ergebnis nur auf Basis der kurzfristigen Gewinnmaximierung gut zu heißen. Langfristig fehlten Mittel für den Aufbau eines UMTS-Netzes bei den Mobilfunkanbietern. Die Group 3G, welche unter dem Namen Quam nur kurze Zeit Mobilfunkprodukte anbot, und mobilcom konnten nie UMTS anbieten. Die Sonderabschreibungen der Mobilfunkunternehmen auf die Lizenzen führten zudem zu hohen Steuerausfällen in den folgenden Jahren. Im gesamteuropäischen Vergleich führte dies zu einer verzögerten Einführung von UMTS in Deutschland.
Aus der Kriminalistik
Das sog. „Omertà“ (Schweig oder stirb!) der Mafia versucht das Schweigen (Kooperieren) dadurch sicherzustellen, dass ein Verstoß mit besonders drastischen Sanktionen bedroht wird. Damit wird die Kooperation gefestigt, während gleichzeitig ein einseitiges Geständnis durch extremen Verlust demotiviert wird. Dies wäre eine Internalisierung eines negativen externen Effektes („negativ“ in rein spieltheoretischem Sinn).
Omertà versucht die Spieler zu gegenseitigem Vertrauen anzuhalten, kann aber das grundsätzliche Dilemma nicht auflösen.
Als Gegenmittel kann die Justiz z. B. eine neue Identität und Straffreiheit für Verräter ins Spiel bringen, um das Vertrauen der Komplizen zu untergraben (Kronzeugenregelung). Eine einfache Verhörstrategie der Polizei kann darin bestehen, den Verdächtigten zu verunsichern, indem behauptet wird, der Komplize hätte bereits gestanden.
Einfluss auf die Wohlfahrt
Inwiefern das Gefangenendilemma die soziale Wohlfahrt verbessert oder verschlechtert, hängt vom betrachteten Sachverhalt ab. Im Fall eines Kartells oder Oligopols führt das Gefangenendilemma zu einer Verbesserung der Situation. Das "Marktversagen" durch ein verringertes Angebot kann behoben werden. Betrachtet man allerdings die Waffenaufrüstung von Staaten oder die Werbeausgaben von Firmen, dann führt das Gefangenendilemma zu einer schlechteren Wohlfahrt, da lediglich Kosten geschaffen werden, die zu keinem neuen Nutzen führen.
Karl Homann geht in seiner Konzeption einer Wirtschaftsethik davon aus, dass es Aufgabe der Staaten bzw. des Gesetzgebers sei, in der Gestaltung der Rahmenordnung darauf hinzuwirken, dass erwünschte Dilemmasituationen aufrecht erhalten werden und dass unerwünschte Dilemmasituationen durch die Schaffung bzw. Veränderung von Institutionen überwunden werden. So können beispielsweise gesetzliche Mindeststandards bei der Sicherung von Konsumentenrechten (z.B. AGB-Gesetz) ein Misstrauen dem Verkäufer gegenüber (unerwünschte Dilemmasituation) ausräumen und so zu mehr Handel führen; gleichzeitig ist die Konkurrenz zwischen den jeweiligen Verkäufern und den jeweiligen Käufern als erwünschte Dilemmasituation aufrecht zu erhalten.
Siehe auch
- Spiel mit dem Untergang (chicken game)
- Hirschjagd
- Kampf der Geschlechter
- Braess-Paradoxon
- Rationalitätenfalle
Literatur
- Anatol Rapoport, Albert M. Chammah: Prisoner's dilemma: a study in conflict and cooperation. University of Michigan Press, 1965
- Robert Axelrod: Die Evolution der Kooperation. Oldenbourg Verlag, 2000, ISBN 3-48-653995-7
- Eggebrecht, Winfried; Manhart, Klaus: Fatale Logik: Egoismus oder Kooperation in der Computersimulation, c't 6/1991
Weblinks
- [http://tobiasthelen.de/ipd/gesamt.html Spieltheorie und das Gefangenendilemma von Tobias Thelen]
- [http://www.iterated-prisoners-dilemma.net/ Iterated Prisoner's Dilemma Game and Simulation] (englisch)
- [http://www.wired.com/news/culture/0,1284,65317,00.html New Tack Wins Prisoner's Dilemma] (englisch, über 'master-and-servant')
Kategorie:Paradoxon
Kategorie:Spieltheorie
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Sozialpsychologie
ja:囚人のジレンマ
InterdependenztheorieDie Interdependenztheorie (Theorie von der wechselseitigen Abhängigkeit) beschreibt die gegenseitige Abhängigkeit von Nationalstaaten gegenüber anderen Nationalstaaten oder Internationalen Organisationen. Unter diesem Gesichtspunkt kann sie verschieden interpretiert und definiert werden.
Verschiedene Interdependenztheorien
Die Theorie des Interessenkonnex (Verknüpfung der Interessen) nach Edward L. Morse besagt, dass eine Positionsänderung des einen Staates die Positionsänderung des anderen Staates zur Folge hat, die Problematik jedoch die gleiche bleibt.
Die ökonomische Definition nach R. Cooper besagt, dass man von Interdependenz sprechen kann, wenn ein nationaler Akteur gegenüber externen ökonomischen Einflüssen hohe Sensibilität aufweist, unabhängig davon, ob diese von Entscheidungsträgern wahrgenommen werden.
Bei der Kosten-Nutzen-Definition von K. Waltz spricht man von Interdependenz, wenn eine positive Beziehung zwischen Akteuren vorherrscht, deren Abbruch beiderseitige Kosten verursacht.
K. Deutschs kommunikationstheoretisch fundierte Definition geht davon aus, dass ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Systemen besteht, der auf einem breiten Stamm von Transaktionen beruht.
Keohane, Robert und Nye, Joseph entwickelten in ihrem 1977 vorgelegtem Buch 'Power and Interdependence: World Politics in Transition' den "komplexen Interdependenzansatz". Er hat sich inzwischen als grundlegend für den Interdependenzansatz, als ein eigenständiger Zweig der Theorien der Internationalen Beziehungen etabliert.
Aufgabenbereiche
Die Interdependenztheorie analysiert verschiedene Bereiche der internationalen Politik:
- die Anzahl von internationalen Akteuren und die Folgen
- Globalisierung
- Veränderungen im Mächtegleichgewicht
- Zunahme von Politikverflechtung
Ziel des Interdependenzansatzes
In erster Linie geht es ihm um die Suche nach Möglichkeiten und Bedingungen internationaler Kooperation zur Optimierung paralleler Interessen. Dabei geht es nicht nur um den Ausgleich von Macht- und Sicherheitsinteressen sondern insbesondere um internationale Wohlfahrt.
"Sensivity-Interdependenz" besagt, dass Staaten zunehmend empfindlicher für Ereignisse in anderen Staaten oder internationalen Organisationen werden. Sie verweist auf die Dichte der wechselseitigen Einflüsse zwischen Staaten.
"Vulnerability-Interdependenz" besagt, dass Staaten leichter verletzbar werden, je höher die Interdependenz entwickelt ist. Denn sie können keine einseitigen Aktionen umsetzen, die ausschließlich anderen Elementen im System schaden. Hier wird auf den Aspekt der Symmetrie oder Asymmetrie in den Beziehungen hingewiesen.
Probleme von Interdependenz
- Die Probleme anderer Staaten werden importiert.
- Die Anzahl der Akteure wird immer unüberschaubarer.
- Interdependenz kann asymmetrisch sein.
- Kurze Amtsperioden der Regierungen verhindern großangelegte Handlungsstrategien.
Kategorie:Politik
Kategorie:SoziologieKategorie:Sozialwissenschaft
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Kategorie:Thema
ja:Category:社会
th:Category:สังคมวิทยา
The fuqua school of business
The Fuqua School of Business is the business school of Duke University in Durham, North Carolina. Consistently ranked in the top 15, it is the youngest of the top-tier U.S. business schools. It currently enrolls 1,340 students in degree-seeking programs. These programs include the Daytime MBA, the Global Executive MBA, the Cross Continent MBA, the Weekend Executive MBA, and a Ph.D. program.
History
Duke's Fuqua School of Business had humble beginings. Formed in 1969, the graduate school enrolled its first class of 20 students in 1970.
Then in 1974, Thomas F. Keller, a 1953 Duke graduate, became the graduate school's new dean. This served as a turning point in the school's history. Keller quickly improved the school's fortune. He embarked upon a capital campaign in 1978 with the goal of raising $20 million to erect a buildling, increase the number of M.B.A. students from sixty to 250, and more than double the size of the faculty. In three years, the campaign raised $24 million, $10 million of which came from businessman and philanthrophist J.B. Fuqua. The graduate school's name was then changed to the Fuqua School of Business.
In 1981, the school broke ground on its first building. The school's first major accolade came in October 1985 when a
Wall Street Journal article on how corporate recruiters ranked business schools listed Fuqua at number 10. This immediately resulted in a nearly 40% jump in applications and a similar jump in the yield rate.
External links
- [http://www.fuqua.duke.edu/ Website]
- [http://www.duke.edu/ Duke Website]
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