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Internationale Raumstation

Internationale Raumstation

] Die Internationale Raumstation (engl. International Space Station, ISS) ist eine in internationaler Kooperation entstehende große Raumstation. Früher war sie auch unter der Bezeichnung Alpha bekannt, doch nach dem Beitritt Russlands zum Projekt wurde dieser Name verworfen, da er aus der Sicht der Russen eine Pionierleistung suggerierte und die früheren russischen Raumstationen nicht berücksichtigte. Die ISS befindet sich seit 1998 im Bau, hat nach Abschluss des Aufbaus eine Größe von etwa 110 x 90 x 80 Metern und kreist in ca. 400 km Höhe mit einer Bahnneigung von 52°. Auf der Internetseite Heavens-Above kann man die Position der ISS für einen beliebigen Zeitpunkt (und ihre Position am Himmel für beliebige Beobachtungsorte) berechnen lassen. Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Raumflügen, auf denen die Zeit gemäß Mission Elapsed Time MET gemessen wird, gilt auf der Raumstation die Zeit nach UTC / GMT. Am Bau der Raumstation sind neben der amerikanischen NASA, Russland, Japan, Brasilien und Kanada auch die ESA beteiligt. Allerdings nehmen nicht alle Mitglieder der ESA an dem ISS-Programm teil – Großbritannien, Irland, Portugal, Österreich und Finnland beteiligten sich von Anfang an nicht, und Griechenland trat der ESA erst später bei. Durch die weltweite Kooperation und die umfangreichen Investitionen kann die ISS als das größte zivile internationale Projekt der Geschichte bezeichnet werden. Dies hat besonders nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Beitritt Russlands zum Projekt einen bedeutenden Symbolwert.

Wechselnde Besatzung der ISS

Kalten Krieges Zwischen November 2000 und April 2003 war die Station, obwohl noch nicht völlig fertiggestellt, permanent mit einer dreiköpfigen Besatzung bewohnt. Nach einer Verweildauer von jeweils fünf bis sieben Monaten wurde die Besatzung durch eine neue abgelöst. Nach dem Unglück des Space Shuttles Columbia am 1. Februar 2003 wurde die Besatzung der ISS ab der ISS-Expedition 7 aus Versorgungsgründen auf zwei Personen reduziert. Da die Space-Shuttle-Flüge erst seit dem 26. Juli 2005 wieder aufgenommen werden konnten, wurde der weitere Ausbau der ISS vorläufig gestoppt, lediglich die Versorgung der Station durch russische und (ab 2006) auch europäische Versorgungsschiffe wird sichergestellt. Nach dem NASA-Planungsstand vom Juli 2004 wird die Fertigstellung der Station mindestens bis 2010 dauern. Am 25. Juni 2004 musste die Besatzung einen "Weltraumausflug" nach 14 Minuten abbrechen, weil es zu technischen Problemen bei der Sauerstoffversorgung am Raumanzug eines der Astronauten kam. Am 28. April 2005 gab die ESA bekannt, dass der Deutsche Thomas Reiter der erste Europäer werden soll, der eine Langzeitmission auf der ISS absolviert. Bisher hatten sich ESA-Astronauten stets nur für wenige Tage auf der ISS aufgehalten. Reiter soll im zweiten Quartal 2006 mit der Shuttle-Mission STS-121 zur Raumstation fliegen und sechs bis sieben Monate später mit STS-116 zurückkehren.

Endausbau

STS-116 Die ISS soll in ihrem Endausbau mit 107 Metern Spannweite der Solarzellenpaneele, 80 Metern Länge und 500 Tonnen Masse die größte Raumstation sein, die bisher gebaut wurde. Derzeit (Juli 2005) beträgt die Masse der ISS rund 183 Tonnen. Bereits jetzt ist die Station das größte und das leuchtstärkste künstliche Objekt im Erdorbit. Neben der eigentlichen Raumstation sollen zu dem Komplex noch ein Personentransportsystem (CTV), ein kleines europäisches Raumschiff (Inspector) und mehrere Rettungsfahrzeuge (CRV) gehören. Die Station wird je nach Bedarf durch Space Shuttles, die russischen Sojus und Progress und in Zukunft auch den japanischen HTV versorgt. Auch Europa startet mit der Ariane 5 und dem ATV ein großes unbemanntes Frachtschiff, das vermutlich ab 2007 einmal jährlich fliegen soll. Was das Projekt insgesamt kosten wird, ist umstritten. Nachdem die NASA beim Anfangsbetrag von 40 Milliarden US-Dollar diverse Korrekturen nach oben vornehmen musste, gibt sie heute keine neuen Kostenschätzungen mehr heraus. Sigmar Wittig, Vorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), schätzte die Gesamtkosten auf etwa 100 Milliarden Dollar. Folgende Module wurden bereits installiert oder sind geplant:

Technische Daten zur ISS


- Maße im Endausbau:
  - Spannweite: 108,6 m
  - Länge: 79,9 m
  - Tiefe: 88 m
  - Rauminhalt: 1.140 m3
  - Masse: 450 t
- Umlaufbahn:
  - Flughöhe: ca. 360 km über NN
  - Umlaufbahn: 51,6 Grad Neigung/Äquator
  - Erdumlauf: 90 Minuten
  - Relativgeschwindigkeit: 29.000 km/h
- Energieversorgung im Endausbau:
  - Elektrische Leistung: 110 Kilowatt
  - Solarzellenfläche: 4.500 m2

Aufbauchronik und Besatzungen

Energieversorgung Energieversorgung Energieversorgung

Projekte


- Primäre Atomreferenzuhr im Weltraum
- Schnelle Vervielfältigung von komplementärer DNS durch Polymerase-Kettenreaktion
- Abgestimmte Atomuhrgruppe im Weltraum

Siehe auch


- Liste bemannter Missionen zur Internationalen Raumstation
- Liste unbemannter Missionen zur Internationalen Raumstation
- Raumtransporter für die Versorgung der ISS
- Liste der ISS-Außenarbeiten

Weblinks


- [http://www.nasa.gov/station ISS-Seite der NASA] (engl.)
- [http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/iss/home.shtml Raumfahrer.net: Große ISS-Rubrik] (dt.)
- [http://www.heavens-above.com Heavens-above.com] (engl.) Hier kann man nachschauen, wann und wie lange die ISS am Himmel zu sehen ist.
- [http://www.learn-line.nrw.de/angebote/iss/ ISS-Link für Unterricht und Schule auf dem NRW-Bildungsserver] (dt.)
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/17481/1.html Quo VadISS?] - Die Odyssee der Internationalen Raumstation: Das bislang aufwändigste Technikprojekt der Menschheitsgeschichte droht zu scheitern
- [http://science.nasa.gov/temp/StationLoc.html Aktuelle Position der ISS]
- Photos der NASA zur ISS [http://spaceflight1.nasa.gov/gallery/images/station/index.html] (bemerkenswert: sehr hohe Auflösung) Kategorie:Raumstation ja:国際宇宙ステーション

Russland

Russland (russisch Россия), bzw. Russische Föderation (russisch Российская Федерация, ) - beide Bezeichnungen sind gleichwertig - ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.

Geografie

Bild:Rs-map.png

Nachbarländer und Meere

Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Das russische Kernland grenzt an die skandinavischen Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km). Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von denen zu Kleinasien. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km). In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von seiner ehemaligen Kolonie Alaska (die 1867 an die USA verkauft wurde und seit 1959 offizieller Staat der USA ist) getrennt. Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort befinden sich auch einige große und viele kleine Inseln, die ebenfalls zum russischen Staatsgebiet gehören. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km. Neben dem Kernland besitzt Russland noch zwei Exklaven:

Exklaven

Exklave Die größte russische Exklave ist der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad (dt.: Königsberg). Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und ist wie das Mutterland Ostsee-Anrainer. Sie beherbergt die gleichnamige Stadt Kaliningrad. Die zweite Exklave befindet sich in der Schweiz: das 1899 von Russland mit schweizer Genehmigung errichtete Suworow-Denkmal in der innerschweizerischen Schöllenenschlucht zählt zum russischen Hoheitsgebiet. Vermutlich wurde das nur 563 m² große Territorium an Russland übergeben, damit die Neutralitätsgesetze der Schweiz nicht verletzt werden. Der Exklavenstatus ist umstritten.

Strittige Gebiete

Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russland sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis heute von Japan beansprucht. Seit 2004 laufen wieder Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, wobei beide Seiten die Auseinandersetzung mit äußerster Härte austragen. Im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen unter anderem die Geiselnahme in einem Theater in Moskau 2002 sowie die Geiselnahme von Beslan, bei der 2004 insgesamt 368 Menschen ums Leben kamen. Der Tschetschenienkonflikt stellt die gegenwärtig schwerste Krise Russlands dar und seine Lösung ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der russischen Regierung. An dem Fluss Amur, der die Grenze Russlands zur VR China bildet, kam es v.a. während der Sowjetzeit zu diversen Auseinandersetzungen, die auch zu Grenzgefechten führten. Auch in der heutigen Zeit gibt es vereinzelt Gefechte zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten. Da aber keine Seite offiziell Anspruch auf Gebiete jenseits des Flusses erhebt, werden diese Streitigkeiten nicht als ein schwerwiegender Konflikt betrachtet.

Großlandschaften

VR China Hauptartikel: Russische Großlandschaften Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
- Osteuropäische Ebene - westlich des Uralgebirges
- Westsibirisches Tiefland - östlich des Uralgebirges
- Nordsibirisches Tiefland - südlich des Arktischen Ozean
- Mittelsibirisches Bergland - zwischen Jenissei und Lena
- Südsibirische Gebirge - Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens)
- Mitteljakutische Niederung - in der Fluss-Niederung der Lena
- Ostsibirisches Bergland - Gebirge östlich der Lena
- Ostsibirisches Tiefland - südlich der Ostsibirischen See

Flüsse und Ströme

Ostsibirischen See]] Sieben der zehn längsten europäischen Flüsse verlaufen durch russisches Staatsgebiet. An deren Spitze steht die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Mit 2.428 km Länge folgt der Ural. Er entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt dagegen der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht. In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und der Volksrepublik China. Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt): Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.

Gebirge und Berge

Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert): Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge. Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.

Städte

Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,66 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio) und Wolgograd (1,2 Mio). Siehe auch: Liste der Städte in Russland

Klima

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens - beim Ort Oimjakon - liegt der Kältepol der Nordhalbkugel. Bild:Klima_moskau.png|Klimadiagramm Moskau Bild:Klima_jekaterinburg.png|Klimadiagramm Jekaterinburg Bild:Klima_novosibirsk.png|Klimadiagramm Nowosibirsk Bild:Klima_bomnak.png|Klimadiagramm Bomnak Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Bevölkerung

breitenkreis] Russland ist ein Vielvölkerstaat. So leben neben den Russen, die mit 80,0 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Wolgadeutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und die Juden. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen. Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 750.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren. Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Gegen diese Regelung erhob sich in den vergangenen Jahren mehrmals Widerstand, z. B. von Seiten der Tataren. Die russisch-orthodoxe Kirche bildet die vorherrschende christliche Gruppe in der Föderation der über 60 % der Bevölkerung angehört. Allerdings ist die Zahl der Konfessionslosen mit über 25 % sehr hoch; zu anderen Religionen zählen der Islam (knapp 12 %) und in kleinerem Maße verschiedene protestantische Richtungen (1 Millionen Menschen) (darunter die ELKRAS), die katholische Kirche (ebenfalls rund 1 Millionen Menschen), der Buddhismus (über 1 Millionen) und der Judentum (800000). 73 % der Russen leben in Städten.

Bevölkerungswachstum

Russland verliert ca. 365.000 Einwohner im Jahr (ca. 1.000 Einwohner am Tag). Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².

Geschichte

Judentum Judentum Judentum Judentum Hauptartikel: Geschichte Russlands

Etymologie

Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), der davon abgeleitete mittelalterliche lateinische Name war Ruthenia, in latinisierter slawischer Version Russia (ab dem frühen 18. Jahrhundert Rossija). Wörtlich übersetzt bedeutet Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘). Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russland betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Adjektiv rossijskij (‚russländisch‘).

Entstehung

Die früheste Geschichte des eigentlichen, europäischen Russlands (für die Geschichte des asiatischen Teils, siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, und im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In der Mitte, zwischen Dnjepr und Bug, fand die Ethnogenese der slawischen Völker statt, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen. Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus. Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ sich 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.

Öffnung Russlands unter Peter dem Großen

An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das teilweise in mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg, die das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg und der damit erlangten Vormachtstellung im Ostseeraum, machte er Russland zu einer gesamteuropäischen Großmacht. Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russland war nun die führende Macht in Europa und erlebte ein goldenes Zeitalter. Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Gebieten (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija immer wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtische Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und St. Petersburg aufgrund der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft. Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, sondern beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Lodz. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich erstmals im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.

Der Russische Bürgerkrieg

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste das Land neuerlich eine patriotische Welle. Die anfänglichen Erfolge, vor allem gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden jedoch bald abgelöst von einem zermürbenden Stellungskrieg, bis schließlich 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung und die desolate Versorgungslage waren die Ursachen, und der Zar wurde zum Abdanken gezwungen. Eine bürgerliche Regierung unter Alexander Kerenski kam an die Macht. Seiner Herrschaft machte kurz darauf die von Lenin und den Bolschewiki initiierte Oktoberrevolution ein Ende. Aus dem darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen "roten" kommunistischen und "weißen" monarchisten Kräften, der Millionen Menschen das Leben kostete, gingen die Kommunisten als Sieger hervor. Im Laufe des polnisch-russischen Kriegs und des Bürgerkriegs verlor Russland 1920 Teile Weißrusslands und der Ukraine ("Ostpolen") an Polen. 1921 wurde dann die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren Sowjetunion darstellte.

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahresplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.

Der Zweite Weltkrieg

Im August 1939 unterschrieb Stalin einen geheimen Nichtangriffspakt mit Hitler und sicherte sich die Eingliederung der ostpolnischen Gebiete, des Baltikums und Bessarabiens. Nach dem Überfall Deutschlands auf Russland am 22. Juni 1941 trat Russland an der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg (in Russland Großer Vaterländischer Krieg genannt) ein. In den ersten Kriegsmonaten verlor die Rote Armee drei Millionen Soldaten, große Teile der westlichen Landesteile wurden verwüstet, später bei der Belagerung Leningrads verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau (Winter 1941), Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Sommer 1943) fügte die Rote Armee den deutschen Truppen schwere Niederlagen zu und eroberte schließlich im Mai 1945 Berlin. Gegen Ende des Krieges eroberten und besetzten sowjetische Truppen schließlich japanisches Gebiet im Fernen Osten (Mandschurei, Karafuto, Korea und die Kurilen). 1945 bekam die RSFSR nach dem Potsdamer Abkommen das nördliche Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad, daneben gewann sie das südliche Sachalin und die Kurilen von Japan.

Der Kalte Krieg

Nach Ende des Krieges, aus dem die UdSSR als Siegermacht hervorging, traten die Spannungen zwischen Stalin und den Alliierten zunehmend hervor. Im Laufe der Friedensverhandlungen sicherte sich die UdSSR großen Einfluss auf die angrenzenden Länder Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien sowie auf Bulgarien und die DDR, zeitweise auch auf Albanien. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetische Soldaten stationiert. Der Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik. 1954 schenkte Nikita Chruschtschow die bis dahin russische Halbinsel Krim der Ukraine.

Zerfall der Sowjetunion

Russland hat im Jahr 1991 als größte ehemalige Sowjetrepublik die Rechtsnachfolge der Sowjetunion angetreten. Siehe hierzu auch Auflösung der UdSSR. 1996 zählte Russland zu den Gründungsmitgliedern der Shanghai Five, der heutigen Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Das moderne Russland

Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, hohen Inflation und politischen Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Wladimir Putins 2000 stabilisierte sich die politische und wirtschaftliche Lage. Ein international beachteter Konfliktherd bleibt jedoch die Situation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien, in welchem Kreise um den Feldkommandeur Schamil Bassajew und Aslan Maschadow (8. März 2005 von den russischen Kräften getötet) eine Abspaltung Tschetscheniens unter islamistischen Vorzeichen anstreben. Die gegen die Terroristen vorgehenden russischen Militärs halten häufig die Menschenrechte der Zivilbevölkerung nicht ein. Aufgrund der Geiselnahme in einer Schule im nordossetischen Beslan, die nach den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien von tschetschenischen Terroristen verübt wurde und wo hunderte Schüler ums Leben kamen, wurden von Präsident Putin Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr eingeleitet, die demokratische Mechanismen erheblich einschränken.

Politik

Umbruch nach der Auflösung der Sowjetunion

Russland war die mit Abstand größte Teilrepublik der Sowjetunion: es hatte 76% der Fläche und 52% der Bevölkerung (knapp 150 Millionen), zu denen noch manche Rückwanderer kamen. Seit Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 ist Russland ein unabhängiger Staat und wurde mit Zustimmung der übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken Rechtsnachfolger der UdSSR, die es politisch seit jeher dominiert hatte. Die derzeit gültige Verfassung der Russischen Föderation wurde 1993 vom Parlament, der Duma angenommen. Außenpolitisch stand die russische Führung nach Auflösung der Sowjetunion vor der Aufgabe, das Verhältnis Russlands gegenüber den übrigen früheren Sowjetrepubliken neu zu gestalten. Dies erfolgte u.a. durch Gründung der GUS (nächster Abschnitt) und einiger Verträge zu vertiefter Kooperation, vor allem mit Weißrussland, Ukraine und Kasachstan. Im Inneren stand und steht die Regierung vor der Herausforderung, die Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung Russlands neu zu bestimmen. Russland war vor der Auflösung des Sowjetunion ein von der Kommunistischen Partei beherrschter Staat mit einer zentral verwalteten Planwirtschaft, die kein Privateigentum an Produktionsmitteln kannte. Die Wahl von Boris Jelzin zum Staatspräsidenten bedeutete das Ende der KP-Herrschaft in Russland. Privateigentum an Unternehmen wurde zugelassen, die zentrale Planung der Wirtschaft aufgegeben. Dieser Umbruch brachte für die Bürger Russlands zweifellos mehr persönliche politische Freiheit. Die Entwicklung des politischen Systems unter Jelzin wurde von vielen jedoch eher als Auflösung einer gesicherten und berechenbaren staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung empfunden. Die politische Entscheidungsfindung im Geflecht des Familienclans Jelzins und seiner Hintermänner aus dem Kreis der Oligarchen, die durch die Privatisierungspraktiken der Regierung Jelzin innerhalb weniger Jahren zu immensen Vermögen gekommen waren, blieb intransparent, der Einfluss des Parlaments eng begrenzt.

Politische Kooperation der Nachfolgestaaten

Die Auflösung der Sowjetunion stellte Russland vor die Aufgabe, das Verhältnis zu deren Nachfolgestaaten neu zu gestalten. Im Ergebnis ist Russland jetzt im Vergleich zum engen Verbund in der Sowjetunion nur noch locker mit einigen früheren Sowjetrepubliken verbunden. Die bekannteste gemeinsame Organisation ist die GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten), russisch СНГ (Содружество Независимых Государств). Diesem 1991/1992 vereinbarten Zusammenschluss gehören 11 der 15 Nachfolgestaaten an; nur die 3 baltischen Staaten und Turkmenistan traten nicht bei. Mit Weißrussland hat sich Russland in der Russisch-Weißrussischen Union zusammengeschlossen, auf die sich Jelzin mit Aljaksandr Lukaschenka (beloruss.Präsident seit 1994) verständigte. Sie wird jedoch von Kritikern als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet. Von ihr wurde lediglich die Verteidigungs- und vorübergehend die Zollunion umgesetzt.
Als nach Jelzin 1999 Wladimir Putin russischer Präsident wurde, kühlte sich das Verhältnis zu Weißrussland ab, dem Putin aber später den Beitritt in die Russische Föderation vorschlug. Lukaschenko lehnte dies ab, doch vereinbarte man 2004/05 eine Währungsunion. Sie soll zwar Anfang 2006 in Kraft treten, allerdings sind derzeit (Nov.2005) noch grundlegende Fragen offen. Insgesamt ist die Integration Weißrusslands mit Russland von schwankendem Interesse geprägt und hat an Dynamik verloren. Ein Bericht der WZ vom 9.11.2005 trug daher den sprechenden Titel "[http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=206384 Minsk–Moskau: Integration mit zahlreichen Hindernissen]". Etwas beständiger ist demgegenüber das militärische Verteidigungsbündnis Russlands mit Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, der sogenannte Rat für kollektive Sicherheit. Ein neues Bündnis in Asien deutet sich mit der Shanghai Cooperation Organization an, zu dem auch China gehört. Russland hat bereits im August 2005 ein gemeinsames [http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1682588,00.html Manöver mit den chinesischen Streitkräften] durchgeführt.

„Gelenkte Demokratie“ Putins

Hauptartikel: Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin Wladimir Putin, den Jelzin selbst als seinen Nachfolger nominiert hatte, gewann die Präsidentschaftswahlen im März 2000 mit 52,9 Prozent der Stimmen. Staatspräsident Putin ist es seither gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings nach Meinung vieler westlicher Beobachter auf Kosten der Meinungs- und Pressefreiheit und einer sehr weitreichenden Konzentration der Macht in seinem Amt. Offenbar verfolgt er – zumindest vorerst - nicht das Ziel, Russland zu einer pluralistischen westlichen Demokratie mit starken politischen Parteien, unabhängigen Verbänden, freien Medien und einer in allen Bereichen marktwirtschaftlich geordneten Wirtschaft zu entwickeln. Sein Leitbild scheint vielmehr ein politisches System zu sein, das der russische Publizist Sergej Markow als "gelenkte Demokratie" bezeichnete. Von einigen Politologen wird Russlands politisches System auch als defekte Demokratie bezeichnet. Der russische Staatspräsident besitzt schon aufgrund der Verfassung weitreichende Befugnisse. Putin hat diese Machtposition ausgebaut indem er:
- die verbliebenen Vertreter der Jelzin-Familie allmählich entmachtete,
- die Macht der Gouverneure der Regionen drastisch beschränkte,
- die Pressefreiheit einschränkte
- den Einfluss der "Oligarchen" auf Medien und Politik beschnitt. Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen gewann Putin deutliche Mehrheiten. Bereits seit Januar 2002 werden die Mitglieder des Oberhauses des russischen Parlaments, des sogenannten Föderationsrats, nicht mehr durch die Gouverneure und die regionalen Parlamentspräsidenten gestellt, sondern nur noch durch vom jeweiligen Gouverneur oder Regionalparlament entsandte Vertreter. Die seit 1996 praktizierte direkte Wahl der Gouverneure in den Regionen der russischen Republik schaffte Putin Ende 2004 wieder ab. Seither schlägt der Staatspräsident den Kandidaten für ein Gouverneursamt vor, den die Regionalparlamente bestätigen müssen, wenn dieser sein Amt eintreten soll. Zur Festigung seiner Machtposition verstärkte Putin die staatlichen Eingriffe in die Arbeit von Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen. In westlichen Medien und von internationalen Bürgerrechtsorganisationen werden immer wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland kritisiert. Verwiesen wird zum Beispiel auf mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern wie Grigori Pasko und Igor Sutjagin. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtet in seinen Länder-Informationen zu Russland zu den Einschränkungen der Pressefreiheit: Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich des Fernsehens. Alle drei landesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Besitz oder unter staatlicher Kontrolle. Im Radiobereich ist die Situation ähnlich. Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. In vielen Redaktionen hat sich aber ein feines Gespür dafür durchgesetzt, was erlaubt ist und was nicht. Siehe auch: Medien in Russland Gegenüber den „Oligarchen“ verfolgt Putin eine Doppelstrategie: Während er gegen politisch ambitionierte Oligarchen wie Boris Beresowski und Wladimir Gusinski, die über Massenmedien Einfluss ausübten, scharf vorging, bezieht er die Mehrheit der „kremltreuen“ Unternehmer in einen fortgesetzten Dialog ein. Das Strafverfahren gegen Michail Chodorkowski, der an der Spitze des Mineralölkonzerns Jukos stand, zeigte erneut, dass Putin eine politische Rolle der Oligarchen nicht duldet. Chodorkowski hatte eine Reihe von Parteien und Abgeordneten großzügig unterstützt. Die Presse sagte ihm nach, er habe Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur. Außerdem verhandelte er über einen Verkauf eines Kontrollpakets von 25 Prozent plus einer Aktie des Jukos-Kapitals an die US-Ölkonzerne Exxon-Mobil oder Chevron. Ende Mai 2005 wurde Chodorkowski zu 9 Jahren Haft, insbesondere wegen Steuerhinterziehung, verurteilt. Bei den Wählern fand die Politik Putins viel Zustimmung. Bei den Wahlen zum russischen Unterhaus, der Duma, im Dezember 2003 erreichte die dem Präsidenten nahestehende Partei "Einiges Russland" mit 307 von 450 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit. Von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Wahlen allerdings als "zwar frei, aber nicht fair" kritisiert. Bei den Präsidentenwahlen am 14. März 2004 wurde Putin mit 71,3 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dieses Ergebnis kann zwar als deutliches Vertrauensvotum der Bevölkerung für seine Politik gelten. Von internationalen Wahlbeobachtern wurde allerdings mangelnde Chancengleichheit unter den Kandidaten kritisiert.

Ungelöster Tschetschenien-Konflikt

Ein ungelöstes Problem für Putin bleibt der Konflikt mit der Unabhängigkeitsbewegung in der zur Russländischen Föderation gehörenden Teilrepublik Tschetschenien. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtete dazu im Februar 2005 in seinen Länder-Informationen zu Russland: "Es wird weiterhin über Menschenrechtsverletzungen durch die russischen und lokalen Sicherheitskräfte, aber auch von Verbrechen und Vergehen der tschetschenischen Rebellen berichtet. Es kam nicht nur innerhalb Tschetscheniens, sondern auch in anderen Gebieten der Russischen Föderation zu Selbstmordanschlägen, bewaffneten Zusammenstößen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften und Terrorakten." Tragischer Höhepunkt war die Geiselnahme in einer Schule von Beslan, bei der Anfang September 2004 330 Menschen getötet wurden. Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow wurde am 9. Mai 2004 getötet. Sein Nachfolger wurde der vormalige Innenminister Alu Alchanow, der bei den Präsidentschaftswahlen vom 29. August 2004 nach offiziellen Angaben 74 % der Stimmen erhielt. Die EU und andere internationale Organisationen äußerten allerdings große Sorge hinsichtlich der Bedingungen, unter denen die Wahlen stattfanden. Kritisiert wurde insbesondere der Mangel an echtem Pluralismus bei den Kandidaturen für das Präsidentenamt und das Fehlen unabhängiger Medien.

Militär

Hauptartikel: Russische Streitkräfte Russland besitzt noch immer den zu Zeiten der Sowjetunion 1949 erlangten Status als Atommacht und verfügt heute über die größte Zahl an Atomsprengköpfen. In Russland gilt eine allgemeine Wehrpflicht von 18 bis 24 Monaten für wehrfähige Männer ab 18 Jahren. Da die wehrpflichtigen Soldaten auch in Krisengebieten wie Tschetschenien eingesetzt werden können, wird in der Bevölkerung (besonders von Seiten der Mütter) immer wieder Kritik an der Wehrpflicht laut. Die Stärke der Streitkräfte betrug 2001 1.183.000 Mann, davon 321.000 Landstreitkräfte, 171.500 Marine, 184.600 Luftstreitkräfte, 149.600 Atomstreitkräfte. 40.000 dienen in Staaten der GUS als Friedenstruppen und 316.900 werden als "sonstige Militärs" geführt. Dazu kommen noch diverse paramilitärische Einheiten, wie 410.000 Soldaten des Innenministeriums, des Grenzschutzes oder Notstandstruppen. Allein bei den Eisenbahntruppen dienen 48.000 Mann. Russland gibt heute ca. 15,4 % seines BSP für das Militär aus. Jedoch liegen die Militärausgaben in absoluten Zahlen weit unter denen der USA.

Verwaltung

Die höchste Ebene der Verwaltung sind sieben Föderationskreise. Diese teilen sich wiederum auf in 89 Subjekte der Verwaltung mit unterschiedlicher Autonomie: 21 autonome Republiken, 6 Regionen (Krajs), 49 Oblaste, 2 Städte mit Subjektstatus, 1 autonomer Oblast und 10 autonome Kreise. Details siehe Verwaltungsgliederung Russlands

Infrastruktur

Verwaltungsgliederung Russlands]] Ein Problem des russischen Verkehrsnetzes ist der zunehmende marode Zustand, da Erhaltungsmaßnahmen wegen der angespannten Haushaltslage oft unterbleiben.

Eisenbahn

Der mit Abstand wichtigste Verkehrsträger in Russland ist die Eisenbahn, die berühmteste Verkehrsachse ist die Transsibirische Eisenbahn (rote Linie in der Grafik) von Moskau nach Wladiwostok. Parallel dazu wurde Ende des 20. Jahrhunderts zur Erschließung des fernen Ostens Sibiriens die sogenannte Baikal-Amur-Magistrale (BAM, grüne Linie in der Graphik) vom Baikalsee zum Fluss Amur gebaut. Durch diese beiden und die abzweigenden Strecken wird das Land in west-östlicher Richtung erschlossen. Insgesamt umfasst das Eisenbahnnetz (1524 mm Spurbreite) rund 87000 km, davon ist knapp die Hälfte (40000 km) elektrifiziert. Auf der Insel Sachalin exisiteren fast 1000 km in 1067 mm Breite. Daneben gibt es zusätzlich 30000 km nicht öffentlicher Industriebahnen (alle Angaben 2004). Im Bereich der Städte sind von den Kommunen betriebene Strecken und Verkehrseinrichtungen (Elektritschkas oder Elektritschnajas/Vorortzüge) von Bedeutung für den regionalen Verkehr, wie unter anderem die Moskauer Ringbahn. Ergänzt wird das System von U-Bahnen in größeren Städten.

Straßennetz

Der Straßenverkehr hat vor allem im europäischen Teil Russlands Bedeutung für den Regionalverkehr innerhalb der Föderationssubjekte. Das Fernstraßennetz umfasst etwa 540000 km (2001), davon sind zwei Drittel befestigt. Erst seit kurzem (2003) existiert eine durchgehende Straßenverbindung von der Ostsee zum Pazifik.

Wasserstraßen

72000 km Wasserwege verbinden im europäischen Teil Russlands die Ostsee, das Schwarze Meer, die Binnenseen und das Weiße Meer miteinanderander. Wichtige Wasserstraßen dabei sind die Wolga, die Kama, die Nischni Nowgoroder Oka, die Wjatka, der Don und die Kanäle, die diese Flüsse miteinander verbinden. Weitere 24000 km sind in Sibirien schiffbar. Für den Verkehr zwischen dem russischen Kernland und der Exklave Kaliningrad ist der Fährverkehr sowie die Korridor-Eisenbahnverbindung durch Litauen und Weißrussland von Bedeutung.

Flugverkehr

In Russland und der Sowjetunion kam der Luftfahrt schon immer eine große Bedeutung zu. Besonders wichtig ist sie in entlegenen Gebieten, in denen weder Straßen noch Schienen existieren. Mehrere internationale Fluggesellschaften fliegen außer Moskau auch andere russische Städte direkt an. Neben der Aeroflot fliegen als größere Gesellschaften noch Pulkowo, Siberia Airlines oder KMV. ca. 2500 Flughäfen und Flugplätze gibt es in der Russischen Föderation, davon 55 davon mit einer befestigten Piste über 3000 m Länge. Der größte und wichtigste Flughafen ist Scheremetjewo-2 bei Moskau. Siehe auch: Kfz-Kennzeichen (Russland), Wikipedia:WikiProjekt Russische Luftfahrt

Wirtschaft

Der Wert des russischen Bruttoinlandsprodukts von 16.752 Mrd. Rubel (2004) entspricht 468 Mrd. Euro. Bei Berücksichtigung der Kaufkraftparität beträgt der Wert des russischen Bruttoinlandproduktes 1408 Milliarden Dollar. Laut Cia Factbook ist die russische Volkswirtschaft damit die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerte der Handels- und Dienstleistungssektor knapp 60 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf die Industrie entfielen rund 30 %, auf die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft jeweils rund 6 %. Nach Einschätzung der Weltbank dürfte die amtliche Statistik den Anteil der rohstofffördernden Industrien (2004: 7,7 %) jedoch zu niedrig und den Anteil des Handels (2004: 21,3 %) zu hoch ausweisen, da die russischen Rohstoffkonzerne durch Anwendung interner Verrechnungspreise Wertschöpfung aus dem Rohstoffbereich auf den Handelsbereich verlagern – insbesondere um Steuern zu sparen. Die Weltbank schätzt, dass tatsächlich rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Produktion vom Rohstoffsektor gestellt wird. Energie und Rohstoffe haben deswegen für die russische Wirtschaft herausragende Bedeutung, insbesondere Erdöl und Erdgas. Russland verfügt aber auch über bedeutende Vorkommen an Metallen (Nickel, Platin, Gold unter anderem) sowie Kohle, Uran, Kobalt und Diamanten. Mit der kräftigen Erholung der Erdölförderung und der Zunahme der Ölexporte bei steigenden Ölpreisen ist die Bedeutung der Energiewirtschaft seit Ende der 1990er Jahre weiter gewachsen. Der Export von Energieträgern und Elektrizität erreichte nach Angaben der russischen Zollbehörde 2004 am Gesamtvolumen der russischen Ausfuhren über die Grenzen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), hinaus erneut einen Anteil von rund 58 %. 2004 nahm die Produktion von Brennstoffen um insgesamt 7,1 % zu (Erdöl und Gaskondensat: +8,9 % auf 459 Mio. t; Erdgas: +1,9 % auf 632 Mrd. m³; Kohle: +1,3 %). Die Stromproduktion wächs

Bahnneigung

Die Bahnneigung oder Inklination eines Himmelskörpers ist der Winkel zwischen seiner Bahnebene und einer Referenzebene. Für letztere wird im Sonnensystem meist die Ebene der Erdbahn (Ekliptik) gewählt, von der die Umlaufbahnen der großen Planeten und des Mondes nur um einige Grad abweichen. Für Erdsatelliten wählt man als Referenz die mittlere Äquatorebene der Erde, ebenso auch für die Bahnbewegung von Doppelsternen. Sie wird bei letzteren meist als Positionswinkel der großen Bahnachse relativ zum "Himmelskoordinatensystem" (RA, δ) angegeben. Die Bahnneigung ist eines der sechs Bahnelemente der klassischen Bahnbestimmung und wird fast immer mit i (für Inklination) bezeichnet. Im Falle von Keplerbahnen (nur zwei Himmelskörper im Vakuum) ist sie konstant und die Bahnebene bleibt in ihrer Ausrichtung unter den Fixsternen stabil. Bei gravitativen Störungen durch "dritte Körper" erleidet die Bahnneigung kleine, teilweise periodische Änderungen. Siehe auch: Astrometrie, Bahnstörungen, Himmelsmechanik, Satellitengeodäsie, Zwei- und Dreikörperproblem. Kategorie:Himmelsmechanik als:Bahnneigung

Met

Met ist ein vergorenes alkoholisches Getränk aus Honig, Wasser und Hefe. Met wird oft auch Honigwein genannt. Er kann bis zu 15 Vol.-% Alkohol enthalten. Alkohol Bemerkenswert ist die Verbreitung des Wortstammes
- medhu- in vielen indogermanischen Sprachen:
- Im Slawischen bedeutet med Honig.
- miel ist sowohl das spanische, als auch das französische Wort für Honig.
- In allen indogermanischen Sprachen bildet der Wortstamm den Ursprung für Rausch.
- madhu steht im Sanskrit sowohl für einen süßen, berauschenden Trank als auch für Honig.
- Deutsch Met geht ebenfalls auf
- medhu- zurück.
- Sowohl im Schwedischen, Dänischen und Norwegischen bezeichnet man den Met als mjöd.

Geschichte

Herkunft des Wortes "Met" Met hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm „medhu“. Wie verbreitet dieser Wortstamm im indogermanischen Sprachraum ist, zeigen folgende Beispiele: Das spanische und französische „miel“ oder das slawische „med“ bedeuten Honig. Auf Dänisch oder Schwedisch heisst Met „mjöd“ und im Sanskrit bezeichnet das Wort „máhdu“, einen süssen, berauschenden Trank. Entdeckung von Met Es gilt als gesichert, dass Met und Traubenwein die ersten alkoholischen Getränke der Menschheit nach dem Bier waren, welches auf eine noch ältere Geschichte zurückblicken kann (neueste Quellen lassen sich auf etwa 5500 v.Chr. datieren). Verfahren zur Herstellung von Wein waren in Ägypten und Vorderasien bereits um 3500 v. Chr. bekannt, Metgewinnung hat eine etwas ältere Tradition. Der Honig wurde jedoch nicht nur gegessen, sondern auch als Konservierungsmittel von leicht verderblichen Nahrungsmitteln gebraucht. Oft hatte man Honig mit einem hohen Wassergehalt verwendet, oder an einem feuchten Ort gelagert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Met entdeckt wurde, da die Gärung von Honig bei genügend hoher Feuchtigkeit automatisch einsetzt. Geschichte bis heute Seit ältester Zeit stellten die Germanen Met her, die durch die riesigen Wälder über ausreichend Honig verfügten. Die spontane Verwandlung von Honigwasser in ein viel geschmackvolleres Getränk sowie die berauschende Wirkung des Alkohols, die damals noch nicht verstanden war, machten den Met in der nordischen Mythologie zum Trank und Geschenk der Asen (Götter). Der Honigwein wurde nicht nur auf Feiern in rauen Mengen getrunken, sondern diente als Trank der Götter kultischen Handlungen. Durch den kultischen Status war der ausschweifende Genuss von Met denn auch gleichzeitig Götteropfer. Die Edda enthält detaillierte Beschreibungen von regelrechten Saufgelagen und den Folgen am nächsten Tag – die Gelage waren wegen des Hintergrundes aber eben nicht nur „Besäufnisse“, sondern auch Opferhandlungen. Der Unterschied zwischen Feier und Opfer bestand prinzipiell nur darin, wem man die verspeisten Lebensmittel widmete. Neben seiner Verwendung für Feste und Zeremonien war Met aber auch ein ganz normales Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im mittelalterlichen Europa. Met genoss bis ins Mittelalter einen hohen Stellenwert. Durch das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden Europas verringerte sich der Konsum von Met stetig, weil die Herstellung von Met im Vergleich zu Bier und Wein teurer und aufwändiger ist. Trotzdem wurde auch im Mittelalter Met produziert und getrunken. Kaiser Karl der Grosse schrieb, dass in jedem landwirtschaftlichen Musterbetrieb Bienen gezüchtet und Met produziert werden soll. Auch im Kloster St. Gallen wurde um 1000 nach Christus Met, zusammen mit Käse, als Nachtisch serviert. Heute kennen nur noch nord- und osteuropäische Gebiete eine Mettradition. In Grossbritannien sind immer noch Rezepturen von Met (englisch: Mead) bekannt und zum Teil in Gebrauch. In den klassischen Weinanbaugebieten in Süd- und Mitteleuropa ist der Met fast gänzlich ausgestorben. Verwendung in früherer Zeit Met fand bei den früheren Völkern eine vielseitige Verwendung. Er spielte bei Gastbewirtungen, in Gottesdiensten, als Opfergabe für die Götter, als Grabbeigabe, bei religiösen Festlichkeiten, als Gesundheitsgetränk und in der Medizin eine Rolle. Die antiken Griechen tranken fast ausschliesslich Wein, aber Historiker sind sich einig, dass in bienenreichen Gebieten Met hergestellt wurde. Als die edelste Spende für die Götter galt im alten Griechenland das Melikraton. Zuerst war es ein Produkt aus Milch und Honig, später wurde Wasser oder Wein anstelle von Milch verwendet. Dioskurides nennt das Melikraton auch Honigmet. Er beschreibt es als ein Gemisch aus einem Teil Honig und zwei Teilen Wasser, das in die Sonne gestellt wird. Das Melikraton spielte eine besondere Rolle bei Totenbeschwörungen und im Totenkult. Die Römer kannten den Met anfangs nicht. Erst durch die römischen Eroberungen in Asien, fand mit dem aufkommenden Wohlstand auch der Met den Weg nach Rom. Die Römer tranken meistens Wein-Met, das „mulsum“, als Tafel- und Gesundheitsgetränk. Sie versüssten ihren meist sauren Wein mit Met, oder brauten ihr „mulsum“ direkt in Wein anstatt Wasser. Wie die folgende Episode zeigt, war „mulsum“ ein Getränk für die Reichen und wurde meistens zur „gustatio“ serviert. „Appius erzählt bei Varro (…), dass er in seiner Jugend aus Sparsamkeit keinen Met trank und erst, nachdem er eine Erbschaft gemacht, in seinem Hause Met zu bereiten begann; wenn gute Freunde zu Besuch kamen, habe er ihnen allerdings jederzeit mit Met aufgewartet.“ Gelegentlich wurde „mulsum“ wegen seiner berauschenden Wirkung auch als „Sorgenbrecher“ benutzt. Jedoch war der eigentliche Wasser-Honigmet, das „aqua mulsum“, bei den Römern kaum in Gebrauch. Met als Heilmittel Mit den verschiedensten Zutaten hergestellt und vermischt, wurde der Met gegen die unterschiedlichsten Krankheiten verwendet. Viele der ihm zugesprochenen Wirkungen beruhten auf Aberglauben, aber ebenso vieles kann Met tatsächlich heilen. Heute weiss man, dass Honig und Met eine antibakterielle Heilungskraft besitzen. Schon antike Lehrbücher schrieben ihm Heilkräfte gegen Magen- und Darmbeschwerden oder gegen Erkrankungen der Atemwege zu. Der Met wurde auch als Brech- und Abführmittel bei Vergiftungen benutzt. Gegen Geschwüre und Entzündungen hatte man ihn gegurgelt. Die Römer verwendeten ihr „mulsum“ mit den unterschiedlichsten Zutaten gemischt gegen eine Vielzahl von Krankheiten: „(…) mit Zusatz von feingestossenen Haselnüssen zur Bekämpfung chronischen Hustens; mit Lolch , vermengt, heilt er Hüftschmerz; Mit Ervenmehl gemischt dient er Frauen zur Wiedergewinnung einer gewissen Körperfülle nach Krankheiten und nützt bei Auszehrung.“ Vielmals wurde der Met auch zum Süssen von bitter schmeckenden Arzneimitteln verwendet.

Brautechnik

Es ist grundsätzlich nicht schwer, Met herzustellen. Das Brauen wird zur Herausforderung, wenn der Met bestimmten Ansprüchen an Geschmack, Alkoholgehalt, Farbe und anderen Faktoren genügen soll. Mit Zugabe von verschiedenen Gewürzen zum Beispiel, kann man dem Honigwein einen völlig anderen Geschmack verleihen. Zudem kann mit der richtigen Brautechnik trockener oder auch herber Met hergestellt werden. Die wichtigste Aufgabe beim Brauen erledigt die Hefe: Zucker wandelt sie in Alkohol um und ihre anderen Stoffwechselprodukte geben dem Met den typischen Geschmack. Darum hat die Brautechnik das Ziel, die Arbeit der Hefe so zu steuern, dass sie das gewünschte Resultat liefert. Hefe Die Hefe ist ein einzelliger Pilz der Unterklasse Schlauchpilze und der Familie Saccharomycetaceae. Die von uns verwendete Hefe gehört zur Gruppe der untergärigen Hefen. In einem Liter gärendem Met von normaler Qualität sind etwa 100 bis 200 Milliarden Hefezellen vorhanden. Gehen wir von 100 Milliarden Zellen mit einer Länge von 10 μm und einer Breite von 5 μm aus, ergibt das eine Fläche von 17.6m2. Diese überraschend grosse Oberfläche liefert eine Erklärung für den gewaltigen Zuckerumsatz während der Gärung. Während der Gärung bildet sie eine Ausstülpung um sich zu vermehren. Nachdem ein Zellkern übergewandert ist, wird sie von der Mutterzelle abgeschnürt. So entsteht etwa alle zwei Stunden ein Klon der Mutterzelle. Um sich fortzupflanzen benötigt die Hefe nicht nur Nährstoffe, sondern auch Energie. Diese gewinnt sie unter Luftabschluss, indem sie Zucker durch die Hefe über komplizierte Zwischenschritte zu Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt. Alkohol und Kohlendioxid entstehen zu gleichen Teilen. Kohlenstoffdioxid und Kohlensäure Das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid löst sich im Met nur in begrenzter Menge. Beim Vergären von 200g Glucose oder Fructose entstehen 50L CO2! Mit Wasser reagiert es teilweise zur Kohlensäure (H2CO3). Je mehr Druck im Gefäss herrscht und je höher die Temperatur ist, desto mehr Kohlensäure entsteht. Obwohl sie nur eine schwache Säure ist, kann die Kohlensäure den Hefestoffwechsel merklich beeinflussen, die Hefevermehrung hemmen oder sogar gänzlich unterbinden. Sie erreichen einen höheren Vergärungsgrad, wenn die Gefässe anstelle eines Gärspundes mit Watte verschlossen werden . In mit Watte verschlossenen Behältern, ist der Innendruck gleich gross wie der Aussendruck. Beim Gebrauch eines Gärspundes herrscht ein höherer Innendruck. Es entsteht somit mehr Kohlensäure als mit der Watte. Das Risiko einer Fehlgärung ist mit dem Watteverschluss nicht höher als mit einem Gärspund, weil Kohlendioxid schwerer ist als Luft. Das CO2 bedeckt den Met und schützt ihn dadurch. Trubkörper Wie oben besprochen, hemmt Kohlensäure die Vermehrung der Hefe und bremst dadurch die Gärung. Jede Hefezelle kann nur aus ihrer unmittelbaren Umgebung Zucker aufnehmen. In die gleiche Umgebung gibt sie den von ihr produzierten Alkohol und das Kohlendioxid ab. Die Menge Zucker in ihrer Umgebung nimmt daher schnell ab und die Kohlendioxidmenge zu. Trubkörper entbinden das Kohlendioxid von der Hefezelle und bringen dadurch die Gärung wieder in Gang. Am besten eignen sich leichte, feine Materialien wie Mehl, Holzkohle, oder Watte, weil diese nicht auf den Flaschenboden sinken. Der in Wasser gelöste Honig enthält überhaupt keine Trubbestandteile und würde somit sehr langsam gären. Dafür gibt es mehrere Erklärungen: Wenn eine Hefezelle mit einem Trubkörper zusammenstösst, wird sie vom umlagernden Kohlendioxid befreit. Bei dieser Entladung wird der Trubkörper umhergewirbelt und trifft auf andere Hefezellen. So entsteht eine Kettenreaktion und die Gärflüssigkeit durchmischt sich selbst. In einem gefüllten Sektglas lässt sich dieser Effekt zum Beispiel sehr gut beobachten, wenn ein Staubteilchen darin herumschwebt und an ihm Blasen aufsteigen. Während der Hauptgärung ist der Met durch Hefeklumpen stark eingetrübt. Die Hefe ist dadurch selbst zum Trübstoff geworden. Trubkörper Je niedriger die Zuckerkonzentration ist, desto leichter gärt der Met. Jede Lösung hat das Bestreben sich zu verdünnen, indem sie Wasser aufnimmt. Auch unser Gebräu ist eine Lösung und entzieht daher den Hefezellen Wasser. Wenn die Zuckerkonzentration steigt, wird dieser Effekt verstärkt. Alle Stoffwechselprozesse in der Hefe – einschliesslich die zur Vermehrung – laufen in wässriger Lösung ab. Nimmt der Wassergehalt der Zelle ab, werden die Stoffwechselprozesse der Hefezelle gehemmt. Auch die Grösse der Zelle verändert sich und die Zellhaut wird schrumpelig. Am Ende stirbt die Zelle. Das erklärt, wieso Honig fast unbeschränkt haltbar ist. Honig hat nämlich eine extrem hohe Zuckerkonzentration und entzieht damit jeder Zelle die in ihm leben möchte das zum leben nötige Wasser. Auch der von der Hefe gebildete Alkohol entzieht ihr Wasser. Die osmotische Saugkraft des Zuckers und des Alkohols addieren sich im Gärgemisch. Das hat zur Folge, dass die Hefe mit zunehmendem Alkoholgehalt weniger Zucker verträgt. Auch ein Met mit einer sehr hohen Zuckerkonzentration beginnt zu gären. Doch sobald nur schon wenig Alkohol entstanden ist, sterben die Hefezellen ab und die Gärung kommt zum Erliegen. Eine Lösung für dieses Problem ist die „Gestaffelte Zuckerung“: Der Honig wird portionenweise zugegeben. Auf diese Weise wird die Hefe nie extremen osmotischen Bedingungen ausgesetzt und ihr Stoffwechsel kann ungehemmt arbeiten.

Verfolgen der Gärung

Für eine erfolgreiche Gärung sollte eine gärkräftige Reinzuchthefe verwendet werden. Die Temperatur sollte nicht unter 15°C fallen, weil die Hefe dann ihre Arbeit einstellt. Die Honiglösung vergärt durch den hohen Zuckergehalt meist nur langsam. Aus diesem Grund ist eine stetige Überwachung der Gärung notwendig. Die Gärung kann aufgrund der Kohlendioxid-Entwicklung mit Hilfe eines Gärspundes überwacht werden. Zu Beginn der Gärung ist im Gärspund eine stetige Kohlendioxid-Entwicklung zu beobachten. Je weiter die Gärung fortgeschritten ist, desto weniger Blasen gehen durch den Gärspund. Nach 7 bis 20 Tagen ist die Hauptgärung beendet. Die Dauer der Hauptgärung ist sehr stark abhängig von der Zuckerkonzentration und der Hefewahl. Nachdem die Hauptmenge vergoren ist, sollte das erste Mal das überstehende Gebräu vom Bodensatz, durch Abkühlen und anschliessendes Absaugen (in Fachkreisen Abstich genannt), getrennt werden. Dies verhindert, dass der Met von auf dem Flaschenboden liegender, abgestorbener Hefe verdorben wird. Wenn man also einen Gärspund besitzt ist die Verfolgung der Gärung kein Problem. Während der Hauptgärung ist das Gemisch sehr trübe. Wenn die Hauptgärung vorbei ist, kann ein Absetzen der Trubkörper und toter Hefezellen, und damit eine Klärung der überstehenden Gärmischung festgestellt werden. Zudem ist eine ständige Verkostung des Gemisches ebenfalls hilfreich.

Konservierung

Restzucker kann zum Problem werden, wenn in der abgefüllten Flasche noch lebende Hefe oder Sporen vorhanden sind. Die Gärung kann wieder beginnen, den Met verderben und durch das entstehende Kohlendioxid die Flasche sprengen. Um das zu verhindern gibt es folgende Methoden: Hoher Alkoholgehalt Ab einer Konzentration von 17% wirkt Alkohol konservierend. Bei der Gärung erreichen wir diesen Wert nicht, weil die Hefe bei einem Alkoholgehalt von höchstens 16% stirbt. Durch Aufspriten mit Spirituosen könnten wir ihn konservieren. Manchen wird dieser Alkoholgehalt jedoch zu hoch sein. Andererseits bietet sich die Möglichkeit, mit dem entsprechenden Schnaps eine neue Geschmacksnote in den Met zu bringen. Trubkörper In manchen Met-Rezepten wird geraten, den Met mit Kaliumpyrosulfit zu schwefeln. Dadurch wird nur die Arbeit schädlicher Bakterien unterbunden. Die Hefe wird, bei einer Schwefeldosierung innerhalb der gesetzlich zugelassenen Mengen, nicht beeinflusst. Aus diesem Grund kann der Schwefel sogar schon vor der Gärung zugegeben werden, um die Bakterienvermehrung zu hemmen. Heiss abfüllen Hefe und andere Mikroorganismen sterben wie alle Lebewesen bei einer bestimmten Temperatur ab. Durch den Alkohol im Met wird dieser Effekt verstärkt. In der Weinindustrie wird der Wein mit einer Temperatur von 55°C in die kalte Flasche gefüllt . Bei Mengen im Litermassstab lässt sich das Erhitzen und Abfüllen in der Küche mit einfachen Mitteln durchführen. Wenn wir jedoch Mengen in der Grössenordnung von 100L auf diese Art konservieren möchten, müssten wir aufwändige technische Geräte anschaffen. Beim Erhitzen ist zu beachten, dass das Gefäss abgedeckt bleibt, um den Alkoholverlust gering zu halten. Nach dem Einfüllen sollten die Flaschen schräg gelagert werden, damit auch der Verschluss sterilisiert wird.

Veredelung

Für ehrgeizige Brauer hört die Arbeit nicht bei der Umwandlung von Zucker zu Alkohol auf. Sie geben ihrem Met mit den nachfolgend beschriebenen Mitteln den letzten Schliff und eine persönliche Note. Gewürze Wie zu Beginn dieser Arbeit in den antiken Rezepten zu lesen ist, greifen die Hersteller schon seit es Met gibt ins Gewürzkistchen, um ihr Gebräu aufzuwerten und sich durch eine spezielle Geschmacksnote von der Konkurrenz abzugrenzen. Meist taten sie das, indem sie die Würzstoffe in ein Leinensäckchen packten und in das Gärfass hängten. Das bedingte, dass sie den Honigwein ständig auf seinen Geschmack überprüfen mussten, um den richtigen Moment zum Entfernen des Säckchens nicht zu verpassen. Eine modernere Methode ist, den Gewürzen ihr Aroma mit Wasser oder Alkohol zu entziehen und anschliessend diesen Extrakt zum Met zu geben. Dunkle Farbe Bevor der Konsument den Met trinkt, beurteilt er ihn visuell. Dabei wirkt eine dunkle, intensive Farbe hochwertiger als eine helle. Eine Methode um dunklen Met zu erhalten, ist dunklen Honig zu verwenden. Leider ist dieser meist auch teuer und scheidet folglich aus ökonomischen Gründen aus. Mit Zuckercouleur kann der sparsame Brauer trotzdem dunklen Met erhalten. Die meisten Menschen in westlichen Ländern nehmen diesen Farbstoff mit dem Kürzel E150 täglich in Eistee, Cola und vielen anderen industriell fabrizierten Lebensmitteln zu sich. Herstellen lässt er sich zu Hause, indem man Zucker in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erwärmt, bis er zu einer braunen, dünnen Flüssigkeit wird. Anschliessend wird er sofort mit wenig Wasser gelöscht und kann nun direkt in den Met gegeben werden, bis er die gewünschte Farbe angenommen hat. Eichengeschmack Ein im Eichenfass gekeltertes Getränk gilt als wertvoll und sorgfältig zubereitet. Dem steht gegenüber, dass Eichenfässer mühsam zu reinigen und teuer sind. Der schlaue Brauer wird darum mit einem Trick geschmacklich denselben Effekt erzielen, indem er beim Brauen Eichenspäne in das Gärgefäss hängt.

Honigwahl

Die wichtigste Komponente des Mets ist gewiss der Honig. Honig ist ein unverfälschtes Naturprodukt, das wir im wahrsten Sinne des Wortes dem Fleiss der Bienen verdanken. Ca. 20’000 Flugeinsätze benötigt die Biene für einen Liter Nektar, der letztendlich ganze 150 g Honig ergibt! Er beeinflusst massgeblich den Geschmack und die Farbe des Mets. Darum sollte die Honigsorte nicht unüberlegt gewählt werden. Grundsätzlich lassen sich alle Honigsorten zu Met verarbeiten. Sogar Problemhonige, wie zum Beispiel solche, mit einem für den Verkauf zu hohen Wassergehalt, können vergoren werden. Das ist besonders für Imker interessant, die diesen Honig sonst entsorgen müssten. Aus wirtschaftlichen Überlegungen empfiehlt sich für die Gärung preiswerten Honig wie Rapshonig zu verwenden und mit geschmacksintensivem Honig wie Blüten- oder Waldhonig nachzusüssen. So bleibt der Verkaufspreis niedrig und der Met hat trotzdem ein edles Aroma. Wenn sich für solchen teureren Honigwein genügend Abnehmer finden, kann natürlich auch ausschliesslich wertvoller Honig verwendet werden.

Rechtliches

In der Schweiz muss man sich unter Anderem an die Artikel [http://www.admin.ch/ch/d/sr/817_02/a393a.html 393a] und [http://www.admin.ch/ch/d/sr/817_02/a393b.html 393b] der Lebensmittelverordnung halten.

Aktuelle Rezepte

Rezept für 15L Die Germanen stellten Met aus kompletten Waben her. Als Gärstarter wurde mehrmals in die Honig-Wasser-Mischung gespuckt. Dass dies kein Aberglaube, sondern Erfahrungswerte waren, ist heutzutage bekannt. Der menschliche Speichel enthält Enzyme, die die Gärung in Gang bringen. Durch die Verwendung kompletter Waben gelangten viele Heilstoffe in den Met. Um heutzutage Met unter diesem Namen in den Handel zu bringen, müssen eine Menge Vorschriften beachtet werden, so müssen beispielsweise Honig und Wasser zu gleichen Teilen enthalten sein. Eine solche Mischung zum Gären zu bringen, ist ohne industrielle Hilfsmittel praktisch unmöglich. Für etwa 15 Liter Met wird folgendes benötigt: Gerätschaften
- 15 Liter-Gärballon (Drogerie, circa 20 Euro)
- Gummipropfen/Korken (Drogerie, etwa fünf Euro)
- Gärröhrchen (Drogerie, um zwei Euro)
- Trichter
- Sieb
- Topf/Eimer (möglichst > 15 l)
- ein Liter-Messbecher
- zwei bis fünf Meter lebensmittelechter Kunststoffschlauch (Aquarium)
- Thermometer (am Besten bis 50 °C aber ein Fieberthermometer bis 42 °C reicht zur Not aus) Wichtig: Alle Geräte, mit denen gearbeitet wird, müssen möglichst sauber sein. Gärballons lassen sich mechanisch schlecht reinigen, deswegen empfiehlt es sich, diese gegebenenfalls mit einer schwachen Säure oder Javelle-Lauge auszuspülen. Leichter zu reinigen sind Konststoffbehälter. Wenn mit dem gefüllten Gärballon gearbeitet wird, empfiehlt es sich, ihn immer auf eine weiche Unterlage (Handtuch oder ähnlichem) zu stellen, da er sonst durch kleinste Unebenheiten oder Steinchen reißen kann. Zutaten
- Reinzuchthefe Portwein (zum Beispiel Kitzinger aus Apotheke oder Drogerie, etwa 3,50€)
- Optional Gärtabletten zusammen mit der Hefe bestellen (3€)
- Optional Nährsalz, unterstützt die Hefe anfangs und erhöht die Alkoholentwicklung (3€)
- Optional 60ml Milchsäure (4€)
- Optional Schwefel (Kaliumdisulfit) als Konservierungsmittel (3€)
- ein bis drei Äpfel
- vier bis fünf Kilogramm Honig. Es reicht günstiger Honig (beispielsweise Aldi 1,29€/500g), jedoch ist Honig vom Imker von grundsätzlich besserer Qualität.
- etwa 11l Wasser Sämtliche Angaben sind nur als Richtwerte zu verstehen. Etwa fünf bis zehn Prozent des Gärballons müssen leer bleiben. Evtl. weniger traditionell aber dafür praktischer ist die Verwendung von ganz normaler Backhefe. Sie ist robuster als Weinhefe und gärt sehr schnell. Allerdings erreicht man etwas weniger Alkoholgehalt. Zum Verdünnen sind die Honiggläser im Wasserbad zu erwärmen, damit dieser flüssig wird. Wenn diese warm sind, wird der Honig direkt in den Gärballon gegossen. Die Reste lassen sich mit warmem Wasser aus den Gläsern lösen und werden ebenfalls in den Gärballon gegossen. Jetzt wird der Ballon bis auf etwa fünf bis zehn Prozent mit warmem Wasser aufgefüllt. Dieser Raum dient als Puffer, wenn sich später Schaum bildet. Dabei ist es wichtig, den Honig nicht über 40 °C zu erhitzen, da sonst Vitamine etc. zerstört werden. Am Besten mit Hilfe des Thermometers die Temperatur des Leitungswassers entsprechend einstellen. Durch vorsichtiges Schwenken wird nun der Honig und das Wasser vermischt. Sobald sich der Honig komplett aufgelöst hat, wird die Öffnung abgedeckt und gewartet, bis die Mischung auf eine Temperatur von 25 °C abgekühlt ist. Die Hefepilze würden bei Temperaturen über 28 °C absterben. In der Zwischenzeit werden die Äpfel gewaschen und geraspelt. Die Apfelstücke ersetzen die dem Honig fehlenden Trübstoffe, ohne die die Hefe nicht gedeihen kann. Die Stücke werden mit einem Liter Wasser und der Hefe gemischt. Alternierend können auch schon einen Tag zuvor ein Liter naturtrüber und konservierungsmittelfreier Apfelsaft mit 50 Gramm Mehl (Trübstoffe) und der Hefe vermischt werden. Das beschleunigt den Gärstart. Optional wird noch Nährsalz (verschafft der Hefe gegenüber dem Schimmel einen Vorsprung) und Säure (die natürliche Säure der Äpfel reicht in der Regel aus) hinzugefügt. Sobald das Honigwasser entsprechend abgekühlt ist, wird die Apfel-Wasser-Hefe-Mischung in den Gärballon gefüllt, alles durch Schwenken vermischt und mit Gärpropfen und -röhrchen verschlossen. Das Wasser wird in das Röhrchen gefüllt. Der Gärballon wird an einen warmen, dunklen (eventuell abgedeckten) Ort mit einigermaßen konstanter Temperatur zwischen 15-25 °C gestellt. Je höher die Temperatur innerhalb dieses Bereichs ist, desto schneller verläuft die Gärung. Es ist durchaus möglich Met, bei Temperaturen um 6 °C herzustellen, allerdings dauert der Gärprozess dann bis zu zwei Jahre. In den ersten Tagen muss der Ballon täglich ein- bis zweimal ein wenig geschwenkt werden bis die Gärung einsetzt. Das merkt man am charakteristischen Ploppen des Gärröhrchens. Die Gärung dauert in der Regel je nach Honig-Wasser-Verhältnis und Temperatur zwischen sechs Wochen und acht Monaten. Wie bereits erwähnt, kann die Gärung durchaus wesentlich länger dauern, mit Portweinhefe bei den angegebenen Temperaturen ist dies aber unwahrscheinlich. Sollte während der Gärung der Schaum das Gärröhrchen erreichen, ist dieses täglich vorsichtig zu reinigen. Dabei muss die Öffnung stets abgedeckt bleiben, damit möglichst kein Sauerstoff und keine Fliegen in den Ballon geraten. Sobald das Ploppen seltener wird, d.h. die Gärung sich dem Ende nähert, muss der Ballon wieder einmal täglich vorsichtig geschwenkt werden. Dabei sollten sich abgesunkene Stoffe vom Boden lösen. Wenn die Blasenbildung dann komplett aufgehört hat, besteht die Möglichkeit, durch die Zugabe von Kaliumsulfit den Met haltbar zu machen (Anleitung lesen!). Ein paar Tage später wird der Met durch ein Sieb in ein sauberes Gefäß (Topf, Eimer) gegossen, der Gärballon von Heferesten gereinigt und der Met wieder zurückgefüllt. Der Ballon wird diesmal etwas erhöht gestellt und die Trübstoffe sinken in ein paar Tagen ab. Sobald die Hefe am Boden ist, wird der Verschluss möglichst ohne den Ballon zu bewegen geöffnet. Mit dem Schlauch wird der Met vorsichtig angesaugt und in den tieferstehenden Eimer gefüllt. Dabei darf der Bodensatz nicht mitgerissen werden, sondern soll im Ballon bleiben. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, wird die Flüssigkeit durch einen Kaffeefilter laufen gelassen. Im Anschluß wird der Ballon wieder gereinigt und der Met zurückgefüllt. Diese Prozedur muss eventuell einige Male wiederholt werden. Der Ballon wird nun wieder zwei bis drei Wochen stehen gelassen. Dabei soll nicht wieder die Gärung einsetzen. Je nach Geschmack kann der Met nun gewürzt oder mit Honig nachgesüßt werden. Der Met kann nun entweder im Ballon verbleiben oder abgefüllt werden. Es ist wichtig, dass die Gärung vollständig beendet ist, bevor der Met in Flaschen gefüllt wird. Um dies zu testen, kann eine Flasche befüllt werden und zum Beispiel in einem Eimer gelagert werden. Sollte diese nach einigen Wochen nicht explodiert sein, ist der Gärungsprozess abgeschlossen. Alternativ empfiehlt es sich, den Met warm abzufüllen, also auf mindestens 55 °C zu erwärmen und gleich in die (natürlich ordentlich gereinigte) Flasche zu füllen. Dabei sollte diese sofort verschlossen und gewendet werden, so dass auch der Verschluss mit dem heißen Met ausgespült wird. Durch dieses Verfahren sollten alle noch vorhandenen Hefezellen abgetötet und so eine Nachgärung ausgeschlossen werden. Nachteilig an diesem Verfahren ist, dass alle wärmeempfindlichen Inhaltsstoffe (z.B. Vitamine) zerstört werden. Ab jetzt kann der Met getrunken werden, jedoch gilt die Regel: "Je älter desto besser". Nicht geschwefelter Met kann allerdings durch Oxidation nach einiger Zeit geschmackliche Beeinträchtigungen erfahren. Met sollte zudem am besten warm oder heiß getrunken werden, da er so seinen vollen Geschmack entfaltet und seine Wirkung zeigt. Trockener Met Die klassischen Metrezepte benutzen ein Honig-/Wassergemisch von 1:2. Diese führt meist zu einem sehr süßen Met. Außerdem sorgt dies oftmals für einen trägen Start der Gärung, da die Hefen bei Zuckerkonzentrationen >= 30 % einem starken osmotischen Druck (Osmose) ausgesetzt sind. Rezept für trockenen Met (10l Ansatz):
- 2,0 - 2,5 kg Honig
- 2 l natürtrüben Apfelsaft (unbedingt darauf achten, daß dieser keine Konservierungsmittel enthält!)
- 20 - 30 g Säure (statt der klassischen Milchsäure kann man auch Äpfelsäure und/oder Zitronensäure verwenden, welche dem Met ein sehr frisches Aroma verleihen)
- Hefenährsalz (sollte bei Met immer verwendet werden)
- Wasser (Gärballon auffüllen bis ca. 9 - 9,5 l) Rezept für einige Liter Utensilien
- 2-Liter Pfanne
- Trichter
- 1 Liter Flasche
- Messbecher
- Watte
- Thermometer
- Löffel Zutaten
- 266 g Honig
- 0.4 g Hefe (z.B. Oenoferm)
- 0.8 g Nährsalze (z.B. Vitamon Ultra)
- Wasser Ansetzen
- Die Waage mit der Pfanne darauf auf Null stellen.
- Honig in die Pfanne abwägen.
- Wasser in die Pfanne geben, bis die Waage 500 g anzeigt
- Hefe und Nährstoffe in separaten Schnapsgläsern mit wenig Wasser gut mischen.
- Das Honig-Wasser-Gemisch auf 60°C erwärmen und dabei mit dem Thermometer rühren.
- Die heisse Honiglösung in eine mit heissem Wasser gespülte Glasflasche geben.
- 500 mL kaltes Wasser in die Flasche geben.
- Warten, bis die Temperatur in der Flasche weniger als 30°C beträgt.
- Hefe und die Nährstoffe in die Flasche geben und gut mischen.
- Die Flasche mit Watte verschliessen. Gären Das Gärgut sollte nun an einem Ort lagern, wo die Temperatur nicht unter 15°C sinkt. Ideal sind 25°C, damit sich die Hefe optimal vermehren kann. Wenn sich ein Bodensatz gebildet hat und die überstehende Lösung einigermassen klar ist, sollte diese mit einem Silikonschlauch abgesaugt werden. Die abgestorbene Hefe auf dem Boden der Flasche könnte den Met verderben. Daher sollte dieser erste Abstich spätestens nach zwei Wochen durchgeführt werden. Abgeschlossen ist die Hauptgärung nach etwa neun bis vierzehn Tagen. Das Ende der Hauptgärung kann daran erkannt werden, dass sich deutlich weniger Kohlendioxid bildet und der überstehende Met klar ist. Die Nachgärung kann mehrere Monate dauern. Falls sich erneut ein Bodensatz bildet, muss der Met nochmals abgezogen werden. Aufarbeiten Wenn die Nachgärung beendet ist, wird der Met mit einem aromatischen Honig nach eigenem Geschmack nachgesüsst. Durch die Vergärung des anfänglich zugegebenen Honigs, schmeckt der Honigwein nämlich nicht mehr süss. Dieses Nachsüssen hat einen grossen Einfluss auf den endgültigen Geschmack. Nachdem die gewünschte Süsse erreicht ist, wird der Met in einer Pfanne (mit Deckel, da sonst der Alkohol verdampft) auf 65°C erwärmt und anschliessend heiss in eine luftdicht verschliessbare Flasche gefüllt. Diese sollte, solange sie noch heiss ist, liegend gelagert werden, um den Verschluss zu sterilisieren. Damit sich das Aroma des Honigs nun optimal entfalten kann, sollte das edle Getränk mindestens sechs Monate in der verschlossenen Flasche lagern.

Historische Rezepte

Wie es für Menschen typisch ist, begnügten sich die Entdecker des Mets nicht damit, dass von Zeit zu Zeit einer ihrer Honigvorräte als ein Geschenk der Götter zu gären begann. Sie wollten diesen rätselhaften Vorgang beherrschen und das süsse Rauschmittel selbst herstellen können. Besonders im Mittelalter, als das Metsieden ein eigenständiges Handwerk war, kannten die Sieder alle Faktoren, die für eine erfolgreiche Gärung zu berücksichtigen sind. Diese historischen Rezepte sollen einen Eindruck von der Vielfalt der Herstellungsmethoden vermitteln und bilden das Gegenstück zu den auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Rezepten. Speichel als Gärstarter Eine heutzutage nicht mehr angewendete Braumethode ist die der Germanen: Sie stellten ihren Met komplett mit den Bienenwaben her und um den Gärprozess zu starten, wurde mehrmals in die Honig-Wasser Mischung gespuckt. Dank der heutigen Technik weiss man, dass dies kein Aberglaube, sondern Erfahrungswerte waren; der menschliche Speichel enthält Enzyme, die der Gärung förderlich sind. Römischer Met aus Regenwasser Ein Rezept nach Columella : „aqua mulsum“ „1. Regenwasser wird längere Zeit in Gefässen verschlossen gehalten und so der Sonne ausgesetzt; von Zeit zu Zeit giesst man es in andere Gefässe um, wobei ein Läuterungsprozess stattfindet: wenn das Wasser nämlich nach einer geraumen Zeit abgegossen wird, lässt es auf dem Gefässboden eine dicke hefeartige Masse (…) zurück. Diesem geläuterten Wasser wird nun Honig bester Sorte beigemengt (...) die in der bezeichneten Weise gefüllten und sodann vergipsten Gefässen vierzig Tage in der Sommersonne stehen, um hierauf zur völligen Ausreifung in die Rauchkammer (…) gebracht zu werden.“ Folglich bedienten sich schon die antiken Römer der gleichen Reinigungsmethode, um die Hefe abzutrennen, wie wir. Heilender Herbetraubenmet Herbetraubenmet soll eine zurückdrängende, kühlende Kraft haben und daher ein gutes Mittel gegen Magen – und Kolikleiden sein. “Der Herbetraubenmet wird auf folgende Weise dargestellt: Nimm unreife noch nicht dunkel gefärbte Trauben, stelle sie drei Tage in die Sonne, presse sie danach aus und gib zu 3 Teilen das Saftes gemessen 1 Teil vom besten abgeschäumten Honig, giesse es um in erdene Krüge und stelle es an die Sonne. (..) Im Gebrauch genommen wird er nach einem Jahre“ Die Trauben wurden sehr wahrscheinlich als Gärstarter benötigt. Während sie in der Sonne lagen, vermehrte sich unter idealen Bedingungen die natürlicherweise in den Trauben vorkommende Hefe, welche später auch den Honig vergärte. Gesiedeter Gewürzmet „Man nimmt auf ein Theil frisches Honigs, acht Theil frisch lauter Brunnenwasser, thut es zusammen in einen küpfernen verzinnten Kessel, setzet solchen über ein helles Feuer, und lässet es zusammen sieden, und sobald sich etwas auswirft, muß man es fleißig verschaumen, will man aber solchen frisch hinweg trinken, so muß man ihn nicht zu dicke einsieden lassen, will man ihn aber auf eine Zeitlang verwahren, so lässet man ihn so lange sieden, bis er klebricht wird, alsdann in ein Faß getan, aber es muß auf zwey quer Finger breit ledig seyn, und stehen, wegen des Jährens. Man mag auch Zimmet, Muscatenblumen, Negelein, Cardamönlein, Ingber und Galgant in einem leinen Säcklein darein hängen, auch derb Farbe wegen etwas Safran, und als verjähren lassen. Und wenn er verjohren, soll er drey Monat lang hart verstopft liegen bleiben, und darnach getrunken werden.” Dieses Beispiel zeigt, dass schon im 18. Jahrhundert bekannt war, dass Met mit einem hohen Zuckergehalt länger gärt.

Brautipps


- Nachzuckerungsmethode Man startet den Ansatz mit weniger Honig als für den Endalkoholwert nötig wäre. Lässt die Gärung nach, prüft man den Alkoholgehalt und Geschmack, um so festzustellen, was die Ursache des Gärstops ist. Schmeckt man im Met noch Restzucker und ist der Endalkoholwert erreicht, ist der Met fertig. Andernfalls (Met schmeckt sehr trocken/säuerlich) entnimmt man dem Ansatz ca. 1 Liter, löst darin noch etwas Honig auf und gibt das ganze wieder zurück in den Ansatz. Die Gärung sollte nun wieder einsetzen. Diese Prozedur wiederholt man so lange, bis man sich dem Endalkoholwert annähert. So vermeidet man, daß man den Ansatz mit einer zu hohen Zuckerkonzentration startet, und erhält einen Met mit dem genau gewünschten Restzuckergehalt.
- Säurebestimmung Man entnimmt dem Ansatz eine Probe von 10ml und titriert diese mit Blaulauge bis zum Neutralpunkt. Der Säuregehalt des Ansatzes entspricht dann ungefähr [verbrauchte Blaulage in ml] g/l. Bei schweren Rotweinen sollte der Säuregehalt bei 7-9 g/l und höher liegen. Ein Metansatz benötigt diese Mengen Säure nicht, aber einen Bereich von 4-7 g/l sollte auch dieser nicht unterschreiten.
- Schönung Klärt sich der Met nach der Gärung nicht vollständig von selbst, kann mit 20-30ml Kieselsol (auf 10l Met) nachgeholfen werden. Dieses gibt man in den Ansatz, vermischt alles gut, und nach ein paar Tagen sollte sich das Kieselsol zusammen mit den restlichen Trübstoffen am Boden abgesetzt haben.
- Filtration Eine Filtration ist nicht zwingend notwendig, aber sie ist sehr zu empfehlen. Filtrationen mit Kaffeefiltern, etc. sollte man vermeiden, da es sehr lange dauert und der Met unnötig lange mit Luftsauerstoff in Verbindung kommt. Auch für den Hobbymetbrauer gibt es günstige Filtrationsgeräte die gute Ergebnisse liefern. Mit Filtration vermeidet man zwei Probleme: Ist der Met augenscheinlich geklärt, können trotzdem noch sehr feine Trübstoffe darin gelöst sein, welche erst nach Monaten ausfallen und einen "häßlichen" Bodensatz in den Flaschen bilden. "Explodierende Flaschen": Diese können u. U. durch Nachgärung in der Flasche entstehen. Dieses Problem wird durch eine Steril-Filtration verhindert (Filter mit Porenweiten < 0,4 µm)
- Oxidationsschutz Nach der Gärung sollte der Met mit 1g/10l Kaliumdisulfit geschwefelt werden. Dies hemmt das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen (Konservierung) und bildet gleichzeitig einen Oxidationschutz. Da Met aber besonders anfällig für Oxidation ist, empfiehlt es sich, den Met zusätzlich mit Ascorbinsäure zu schützen. Dosierung: 0,5g / 10 l
- Lagerung Den vollen runden Geschmack entfaltet der Met erst nach einigen Monaten. Deshalb sollte man den Met vor der Flaschenabfüllung zumindest noch ein paar Wochen lagern. Will man eine Lagerung im Eichenholzfass imitieren, kann man dem Met getoastete Eichenholzspäne zugeben (im Fachhandel erhältlich).
- Tannin Traubenweine enthalten natürlicherweise Tannin das von den Weintrauben stammt. Aber auch im Met ist Tannin keineswegs unnatürlich, denn auch durch die Fasslagerung löst sich eine gewisse Menge Tannin aus dem Holz im Met. Da der Hobbybrauer meist nicht die Möglichkeit hat, den Met nach der Gärung im Fass zu lagern, kann er dem Met etwas Tannin (1-2g / 10l) zugeben. Dies gibt dem Met eine herbere Geschmacksnote. Zudem schützt Tannin vor Oxidation und erleichtert das Absetzen mancher feiner Trübstoffe am Ende der Gärung, weshalb Tannin dem Ansatz bereits vor oder während der Gärung zugegeben werden kann.

Weblinks


- [http://www.hexenkueche.de/monate03/00juli.html Herstellung von Met - Einige historische Rezepte]
- [http://www.honighaeuschen.de/de/met.html Die Imkerei Honighäuschen mit Metrezepten aus dem Kloster Buckfast]
- [http://www.honighaeuschen.de/index.php?id=8&type=1 Die Imkerei Honighäuschen mit Metrezepten (NEUE WEBSEITE)]
- [http://www.heimbrauen.net Große Sammlung wichtiger Informationen über Met]
- [http://www.fruchtweinkeller.de Sehr viel Information zum Thema Herstellung von Fruchtweinen und Met, sehr empfehlenswertes Forum]
- [http://www.honigweinkeller.de/ Ableger von http://www.fruchtweinkeller.de spezialisiert auf MET. sehr empfehlenswert!] Kategorie:Sonstiger Wein Kategorie:Bienenzucht ja:蜂蜜酒

General Mean Time

General Mean Time bzw. Greenwich Mean Time (kurz GMT), zu deutsch mittlere Greenwichzeit, ist die gemittelte Sonnenzeit am Nullmeridian. Theoretisch durchquert um 12:00 GMT die Sonne den Mittagskreis (Meridian) und hat dabei ihren höchsten Stand am Himmel (obere Kulmination). Aufgrund der ungleichmäßigen Geschwindigkeit der Erde auf ihrer elliptischen Umlaufbahn weicht dies um bis zu 16 Minuten vom tatsächlichen Mittagsdurchgang ab, was sich jedoch über das Jahr ausgleicht. GMT folgt dabei einer gedachten mittleren Sonne, die sich mit konstanter Geschwindigkeit im Laufe eines Jahres entlang des Äquator bewegt. Eine genauere Methode der Zeitmessung ist es, die Zeitintervalle zwischen den Meridiandurchgängen eines Fixsterns zu messen (siderische Zeit). GMT wurde 1926 durch den Begriff UT (Universal Time) abgelöst, als das Zeitnormal von London nach Paris umzog. Der Begriff GMT findet jedoch auch heute noch Verwendung. UT war bis Anfang 1972 offizielle Weltzeit. Sie wurde durch die mittels mehrerer Atomuhren gemessene Koordinierte Weltzeit (UTC, Coordinated Universal Time) ersetzt. Neben der UTC (die der Erdrotation ab und zu angepasst wird), gibt es noch die Internationale Atomzeit (TAI) - eine vollständig kontinuierlich laufende Zeitbasis. Verglichen mit der GMT laufen die Uhren in Deutschland bzw. Österreich eine Stunde später, in der Sommerzeit zwei Stunden.

Weblinks


- [http://www.bipm.org/ Bureau International des Poids et Mesures]
- [http://wwp.greenwichmeantime.com/ Die "Greenwich Mean Time" Seite] Kategorie:Zeitzone ko:그리니치 평균시

NASA

Die National Aeronautics and Space Administration (NASA, gegründet 1958) ist die zivile US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt.

Vision und Mission

Die NASA bezeichnet als ihre Vision "das Leben hier zu verbessern, das Leben nach draußen auszudehnen und Leben da draußen zu finden". Daraus ergibt sich die Mission "unseren Heimatplaneten zu verstehen und zu schützen, das Universum zu erforschen und nach Leben zu suchen und die nächste Generation von Forschern zu begeistern".

Geschichte

Wettlauf ins All

:Hauptartikel: Wettlauf ins All Die Sowjetunion machte 1957 mit dem ersten künstlichen Satelliten im All, Sputnik 1, die USA auf ihr eigenes Weltraumprogramm aufmerksam, das noch in den Kinderschuhen steckte. Der Kongress sah im sowjetischen Erfolg eine Gefahr für die nationale Sicherheit und den technologischen Vorsprung der USA und verlangte sofortige und konsequente Maßnahmen während US-Präsident Dwight D. Eisenhower und seine Berater sich eher für eine ruhige, durchdachte Reaktion aussprachen. Nach monatelangen Beratungen war klar, dass eine neue Behörde geschaffen werden sollte, die für alle nichtmilitärischen Weltraumaktivitäten zuständig sein sollte. Am 29. Juli 1958 unterzeichnete Präsident Eisenhower den "National Aeronautics and Space Act", der die Schaffung der NASA vorsah. Die neue Behörde nahm am 1. Oktober 1958 ihre Arbeit auf. Damals bestand sie aus vier Laboratorien und rund 8000 Mitarbeitern, die aus dem schon 46 Jahre alten National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) stammten. Die ersten Projekte der NASA beschäftigten sich mit der bemannten Raumfahrt und standen unter dem Druck des Wettlauf ins All. Das Mercury-Programm von 1958 war der erste Schritt: Man untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen ein Mensch im Weltall überleben könnte. Am 5. Mai 1961 war es so weit. Alan B. Shepard Jr. war der erste Amerikaner im Weltall, als er mit Freedom 7 15 Minuten lang in einem bogenförmigen Flug den Weltraum erreichte. Der erste Amerikaner, der die Erde umkreiste war John Glenn mit einem fünfstündigen Flug der Friendship 7 am 20. Februar 1962. Nachdem das Mercury-Project bewiesen hatte, dass bemannte Weltraummissionen möglich sind, rief die NASA das Gemini-Projekt ins Leben. Bei diesem Projekt sollten Experimente durchgeführt werden und Problemstellungen bezüglich einer Mondlandungs-Mission bearbeitet werden. Der erste bemannte Flug einer Gemini-Rakete wurde am 23. März 1965 von Virgil "Gus" Grissom und John W. Young durchgeführt. Es folgten neun weitere Missionen, bei denen die Machbarkeit längerer Weltraumaufenthalte und des Treffens und Andockens zweier Raumschiffe bewiesen wurde. Außerdem sammelten diese Flüge medizinische Daten über die Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper.

Das Apollo-Programm

Nach dem Erfolg des Mercury- und Gemini-Programms wurde das Apollo-Programm gestartet, um weitere Experimente im All durchzuführen und im Idealfalle sogar Menschen in die Nähe des Mondes zu bringen. Eine massive Änderung in seiner Konzeption erfuhr das Apollo-Programm durch die Ankündigung des neuen Präsidenten, John F. Kennedy. Am 25. Mai 1961 sagte er, die Vereinigten Staaten sollten sich vornehmen, bis 1970 "einen Menschen auf dem Mond abzusetzen und ihn wieder sicher auf die Erde zurückzubringen". Von nun an war es also Ziel des Apollo-Programms, Astronauten auf den Mond zu bringen. Nach acht Jahren vorbereitender Missionen, bei denen auch das erste große Unglück in der Geschichte der NASA stattfand, bei dem die NASA alle drei Besatzungsmitglieder der Apollo 1-Mission verlor, als die Rakete auf der Startrampe zu brennen begann, erreichte das Apollo-Programm schließlich ihr Ziel: Am 20. Juli 1969 landeten mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin<