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Internationaler Währungsfond

Internationaler Währungsfond

Der Internationale Währungsfonds (Kürzel IWF; englisch: International Monetary Fund, IMF) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Er ist eine Schwesterorganisation der Weltbank-Gruppe und hat seinen Sitz in Washington D.C., USA. USA Der IWF wurde am 22. Juli 1944 durch eine internationale Übereinkunft gegründet und nahm am 27. Dezember 1945 seine Arbeit auf. Sie erfolgte aufgrund der Beschlüsse der Konferenz in Bretton Woods, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat New Hampshire. Diese für den Wiederaufbau des Weltwirtschaftssystems entscheidenden Verhandlungen dauerten vom 1. Juli 1944 bis zum 22. Juli 1944. Der IWF wird daher zusammen mit der Weltbank-Gruppe als Bretton-Woods-Institution bezeichnet. Zu seinen Aufgaben gehören: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Ausweitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Kreditvergabe, Überwachung der Geldpolitik, Technische Hilfe. Der IWF hat zurzeit 184 Mitgliedsländer, deren Stimmrecht sich nach ihrem Kapitalanteil richtet: USA 17,46%, Japan 6,26%, Deutschland 6,11%, Frankreich 5,05%, Großbritannien und Nordirland 5,05% (höchste Quoten). Die USA verfügen damit offiziell über eine Sperrminorität, die es ihnen gestattet, nicht "gefügigen" Ländern jederzeit den Geldhahn abzudrehen.

Organisation

Organe


- Gouverneursrat
- Internationaler Währungs- und Finanzausschuss (IMFC)
- Exekutivdirektorium
- Interner Evaluationausschuss Der IWF hat etwa 2.680 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus 184 Ländern

Geschäftsführende Direktoren

Der IWF wird von einem "geschäftsführenden Direktor" (Managing Director) geleitet:
- 1946 - 1951 - Camille Gutt
- 1951 - 1956 - Ivar Rooth
- 1956 - 1963 - Per Jacobsson
- 1963 - 1973 - Pierre-Paul Schweitzer
- 1973 - 1978 - H. Johannes Witteveen
- 1978 - 1987 - Jacques de Larosière
- 16. Januar 1987 - 14. Februar 2000 - Michel Camdessus
- 1. Mai 2000 - 4. März 2004 - Horst Köhler
- Anne O. Krueger (übergangsweise)
- seit Mai 2004 - Rodrigo Rato Stellvertretende Geschäftsführende Direktoren sind zurzeit Agustín Carstens und Shigemitsu Sugisaki.

Aufgaben und Ziele

Wenn ein Mitglied in Zahlungsschwierigkeiten kommt, dann kann es beim IWF Hilfe beanspruchen. Die Rechnungslegungseinheit des IWF ist das Sonderziehungsrecht (SZR). Der IWF vergibt unter bestimmten Auflagen befristete Kredite an Staaten, die unter wirtschaftlichen Problemen leiden, z. B. Argentinien, die Türkei oder Brasilien. Bedingungen für die Gewährung von Krediten sind zum Beispiel: Kürzung der Staatsausgaben, niedrige Inflation, Steigerung des Exports, sowie die Liberalisierung des Bankenwesens. Die den Staaten auferlegten Bedingungen in Form von Strukturanpassungsprogrammen SAPs können zum Beispiel Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen wie Sparkassen, Elektrizitäts- und Wasserversorgung, Telekommunikation usw. sowie Entlassung von bestimmten Gruppen von Mitarbeitern vorsehen. Darüber hinaus unterstützt der IWF Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Südamerika bei der Erarbeitung von Wachstums- und Wohlstandkonzepten und fördert diese durch direkte Geldhilfen der gebenden Mitgliedsländer. Ebenso wie die Kreditvergabe sind auch Entwicklungshilfen oft an Bedingungen des good governance (Korruptionsabbau, Demokratie, ...) und der Liberalisierung gekoppelt.

Ziele


- Förderung nachhaltiger Entwicklungshilfeprojekte durch Grants und Liabilities.
- Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik.
- Ausweitung des Welthandels.
- Stabilisierung von internationalen Finanzmärkten.
- Kann kurzfristige Kredite vergeben, zum Ausgleich von Zahlungsdefiziten
- Überwachung der Geldpolitik.
- Den laufenden internationalen Zahlungsverkehr von staatlichen Beschränkungen des freien Devisenverkehrs freizuhalten.
- Technische Hilfe

Wie versucht der IWF diese Ziele zu erreichen?

Jedes Mitgliedsland bekommt eine sogenannte Quote zugewiesen. Nach dieser Quote richten sich:
- die Einzahlungsverpflichtungen (in Gold, Devisen, und Landeswährung)
- die Ziehungsrechte (Inanspruchnahme auf einen Kredit)
- Das Stimmrecht eines Landes im IWF Wenn ein Land in Zahlungsschwierigkeiten kommt, kann es finanzielle Hilfe vom IWF beanspruchen (Inanspruchnahme eines Kredites). Sie können auf Antrag beim IWF die Währung eines anderen Landes gegen Gold oder Landeswährung kaufen. Dieses bezeichnet man als Ziehung. Die Inanspruchnahme eines Kredites ist an bestimmte Bedingungen gekoppelt, die das jeweilige Land zu erfüllen hat. Diese werden als Strukturanpassungsprogramme (SAP) bezeichnet. Die SAPs könnten z. B. so aussehen:
- Kürzung von Staatsausgaben.
- Ziel einer niedrigen Inflation und eine Steigerung des Exports zu erzielen.
- Liberalisierung des Bankenwesens.
- Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen (Sparkassen, Elektrizitätswerken, Wasserwerken, Telekommunikation); weitere Folgen: z.B. Entlassung von Mitarbeitern. Es gibt seit 1969 sogenannte Sonderziehungsrechte (SZR). Ein Mitgliedsland hat das Recht, sich unter Einschaltung des IWF Devisen zu kaufen. Für die Devisen muss das Mitgliedsland im Gegenzug mit SZR zahlen. Bei den SZR handelt es sich um eine Art Weltgeld im Zahlungsverkehr der Zentralbanken.
- SZR werden in bestimmter Höhe zugeteilt.
- Für die SZR müssen Zinsen an den Fond bezahlt werden.
- Durch die SZR wird die internationale Liquidität beträchtlich erweitert.
- Bei jeder Erhöhung der SZR wird geprüft, ob weltweit ein inflationsneutraler Bedarf besteht. Beispiel: Wenn z. B. die Türkei (Schwellenland) sich an den IWF wendet, da sie zum Ausgleich der passiven Leistungsbilanz Devisen benötigt, dann bestimmt der IWF ein Land – beispielsweise die USA – mit hohen Devisenreserven. Die USA verkauft daraufhin der Türkei Devisen gegen SZR.

Konditionalität

Ursprünglich war der IWF so ausgelegt, dass die Mitgliedsstaaten bei Vorhandensein entsprechender Voraussetzungen (z.B. Zahlungsbilanzprobleme) automatisch das Recht hatten, IWF-Kredite zu erhalten. Nach dem Korea-Krieg kollabierten die Preise für Rohstoffe jedoch, was zu entsprechenden Zahlungsbilanzkrisen in einzelnen Mitgliedsstaaten führte. Zu dieser Zeit wurde die Konditionalität eingeführt, d.h. die entsprechenden Staaten hatten nicht mehr das Recht auf IWF-Kredite, vielmehr wurden sie abhängig gemacht von der Erfüllung bestimmter Bedingungen, damals z.B. die Elimination von Devisenkontrollen und die Liberalisierung von Handelsbeschränkungen. Auch die Unterteilung des Kreditbezugs in einzelne Phasen wurde erstmals eingeführt, mit Krediten an Chile im Jahre 1956, an Haiti im Jahre 1958. Jede einzelne Phase wurde von der Erfüllung von Bedingungen abhängig gemacht, die während der vorherigen Phase erfüllt werden mussten. Solche Bedingungen wurden in der jeweiligen Absichtserklärung ("letter of intent"), die praktisch Vertragsnatur hatten, vorher festgelegt. Konditionalität ist eine Initiative der USA gewesen, die zunächst von anderen Staaten abgelehnt wurde. Diese Staaten standen auf der Position, dass das Recht auf IWF-Kredite automatisch den betroffenen Regierungen zustehe, ganz in dem Geiste der "Articles of Agreement", dem Gründungsdokument des IWFs. Der Exekutivdirektor der USA legte sein Veto ein, wenn IWF-Kredit-Anträge nicht dieser Idee der Konditionalität entsprachen. Dies führte dazu, dass sich IWF-Kredit-Antragsteller nicht mehr an den IWF, sondern zuerst an die USA wandten. Damit war die Konditionalität in die IWF-Praxis eingeführt.

Washingtoner Konsens

Die Maßnahmen, die der IWF den antragstellenden Regierungen abverlangt, sind in der Regel immer die gleichen, unabhängig von der konkreten Lage der betroffenen Volkswirtschaften. Diese werden unter dem Namen Washington Consensus zusammengefasst.

Kreditnehmer

Bis zum Jahr 1977 waren Entwicklungsländer wie Industrieländer relativ gleichermaßen Kreditnehmer des IWF, Großbritannien eines der größten Kreditnehmer. Bis dahin wurde die Konditionalität gegenüber Großbritannien nicht angewandt (Großbritannien war einer der Gründungsstaaten des IWF). Das änderte sich jedoch nach der Mehrfachen Abwertung des Sterlings, zum ersten Mal sollte der IWF dem Staat Großbritannien wesentliche Bedingungen wie Verringerung von Sozialleistungen und Abschaffung von Import-Kontrollen auferlegen, als er 1977 einen Antrag wegen eines Stand-By-Kredites stellte. Das führte dazu, dass ab diesem Zeitpunkt der IWF als die "letzte Instanz, an die man sich wegen Krediten wenden sollte" angesehen wurde, da diese Einmischung in nationale (Wirtschafts-)Politik durch andere Regierungen (insbesondere der USA, die in Form von Secretary of the Treasury William Simon meinte, dass Länder wie Großbritannien einen "internationalen Verhaltenskodex" mit ihrer Wirtschaftspolitik brechen würden) als sehr unpopulär angesehen wird. Seit diesem Zeitpunkt hatte keine Industrienation mehr einen Antrag auf IWF-Kredite gestellt. Nach Ansicht des Geografie-Professors Richard Peet wandelte sich der IWF erst damit von einer Form der Zusammenarbeit in Hinblick auf Wechselkurse und internationale Zahlungen, die hauptsächlich zwischen den Industrieländern statt fand, zu einer Form der Kontrolle der Wirtschaftspolitik der "Dritten Welt" durch die "Erste Welt".

Kritik

Der IWF war maßgeblich an der Dollar-Kopplung des argentinischen Peso beteiligt. Daraufhin geriet dieses zweitgrößte Land Südamerikas in eine Wirtschaftskrise. Besonders kritisch betrachtet wird die Rolle des IWF während der Ostasien-Krise 1997. Die Programme des IWF haben nicht zur raschen Lösung der Krise beigetragen, sondern haben diese noch verschärft. Wegen einiger ähnlicher Situationen geben die Bretton-Woods-Institutionen öfter Anlass zu Auseinandersetzungen mit manchen Kreisen der Wirtschaft und Politik, besonders wenn es um Entwicklungsländer geht. Unter anderem ist "Bretton-Woods" auch zur Zielscheibe der Globalisierungskritik geworden, die Zapatistas waren hier eine der Ersten, die gegen neoliberale Politik protestierten. Unter den Gesichtspunkten der Entwicklungshilfe wird vor allem bemängelt, dass der IWF seine Programme nach der Zahlungsbereitschaft der Geberländer richtet, anstatt den Bedarf zu dokumentieren und dann in Europa, den USA und Japan die entsprechenden Beträge einzufordern.

Rücktritt von Horst Köhler und Suche nach Nachfolger im März 2004

Der Rücktritt des bisherigen IWF-Chefs Horst Köhler auf Grund seiner Kandidatur zum deutschen Bundespräsidenten stellt den IWF Anfang März 2004 wieder vor eine neue Herausforderung, war man doch mit seiner Amtsführung und seinem Verhandlungsgeschick zufrieden. Auch eine zweite Amtszeit des Deutschen war im Gespräch. Allgemeine Praxis ist es, dass die Europäer den neuen IWF-Chef stellen, wenn ein Amerikaner an der Spitze der mit dem IWF oft kooperierenden Weltbank steht. Daher drangen die EU-Finanzminister am 8. März 2004 dann auch auf einen Nachfolger vom alten Kontinent. Der belgische Finanzminister Didier Reynders in Brüssel betonte, man hätte in Europa gute Kandidaten zu präsentieren. Er brachte den damaligen spanischen Wirtschaftsminister Rodrigo Rato ins Gespräch, indem er ihn als exzellenten Kandidaten bezeichnete. Weitere Kandidaten waren der Spanier José Manuel González-Páramo, den Belgier Peter Praet und der Ire Michael Tutty. Der ehemalige Kandidat und deutsche Finanz-Staatssekretär Caio Koch-Weser lehnte am 5. März 2004 eine erneute Kandidatur ab. Die Amtsgeschäfte führte während der Suche nach einem Nachfolger für Horst Köhler die IWF-Interimsdirektorin Anne Krueger. Am 4. Mai 2004 gab der IWF bekannt, dass der ehemalige spanische Wirtschaftsminister Rodrigo Rato den Posten des IWF-Chefs übernommen hat.

Literatur


- Axel Dreher, [http://www.wvberlin.de/data/inhalt/dreher.htm Die Kreditvergabe von IWF und Weltbank: Ursachen und Wirkungen aus politisch-ökonomischer Sicht], 2003, wvb Berlin, ISBN 3936846545
- Axel Dreher, Verursacht der IWF Moral Hazard? Ein kritischer Literaturüberblick, Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften 54, 3: 268-287 (2003)
- Joseph Stiglitz, Die Schatten der Globalisierung, Goldmann 2002, ISBN 3442152844
- Richard Peet: "Unholy Trinity - The IMF, World Bank and WTO", ISBN 1-84277-072-1, ISBN 1-84277-073-X

Siehe auch


- Portal:Vereinte Nationen
- Joseph E. Stiglitz
- Neoliberalismus
- Bretton-Woods-System

Weblinks


- [http://www.imf.org Website des Internationalen Währungsfonds] (mehrsprachig, aber kein Deutsch)
- [http://www.imf.org/external/np/exr/facts/deu/glanced.htm deutsche Informationen (Stand 2000)]
- [http://www.imf.org/external/np/exr/facts/glance.htm aktuelle englische Informationen]
- [http://www.attac.at/1032.html 60 Jahre Bretton-Wood-System, Die Unterstützung von Diktaturen durch Weltbank und IWF]
- [http://www.weltpolitik.net/Sachgebiete/Weltwirtschaft%20und%20Globalisierung/Institutionen%20und%20Akteure/IWF%20und%20Weltbank/Grundlagen/Der%20Internationale%20W%E4hrungsfonds%20und%20die%20Entwicklung%20der%20internationalen%20%20Finanzbeziehungen%20von%201945-2000.html, Der Internationale Währungsfonds und die Entwicklung der internationalen Finanzbeziehungen von 1945-2000] Kategorie:UN-Sonderorganisation Kategorie:Internationale Wirtschaftsorganisation ja:国際通貨基金 ko:국제통화기금

UN-Spezialorganisation

Die Spezialorganisationen der Vereinten Nationen kann man in zwei Gruppen unterteilen:
- Nebenorgane, die von der UNO selbst geschaffen werden
- Sonderorganisationen, autonome Organisationen mit eigener Rechtsnatur, die mit der UNO aufgrund vertraglicher Bindungen zusammenarbeiten.

Nebenorgane

Nebenorgane der UNO können nach Kapitel 4, Artikel 22 der Charta der Vereinten Nationen von der Generalversammlung eingesetzt werden, und berichten teils ihr, teils dem Wirtschafts- und Sozialrat. Obwohl sie gegenüber Partnern außerhalb der UN vielmals autonom auftreten, verfügen sie über keinen eigenen völkerrechtlichen Status. Ihre Aufgaben lassen sich in folgende Bereiche aufschlüsseln:
- entwicklungspolitische Hilfsprogramme:
  - Entwicklungsprogramm (UNDP) in New York (USA)
  - Umweltprogramm (UNEP) in Nairobi (Kenia)
  - Kinderhilfswerk (UNICEF) in New York (USA)
  - Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf (Schweiz)
  - Welternährungsprogramm (WFP) in Rom (Italien)
  - Welternährungsrat (WFC) in Rom (Italien)
  - Bevölkerungsprogramm (UNFPA)
  - Abrüstungskonferenz (UNCD)
- humanitäre Anliegen:
  - Hochkommissar für Menschenrechte (UNHCHR)
  - Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf (Schweiz)
  - Hilfsprogramm für die Palästina-Flüchtlinge (UNRWA)
  - Katastrophenhilfe (UNDRO) in Genf (Schweiz)
  - Drogenkontrollprogramm (UNDCP) in Wien (Österreich)
  - Weltsiedlungskonferenz (HABITAT) in Nairobi (Kenia)
- Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten:
  - "Weltuniversität" (UNU)
  - Institut für Ausbildung und Forschung (UNITAR)

Sonderorganisationen

Die Zusammenarbeit der Sonderorganisationen untereinander und mit der UNO werden durch den Wirtschafts- und Sozialrat koordiniert. Diese sind:
- technische Organisationen
  - Weltpostverein (UPU) in Bern (Schweiz)
  - Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf (Schweiz)
  - Internationale Arbeitsorganisation (IAO) in Genf (Schweiz)
  - Zivilluftfahrt (ICAO) in Montréal (Kanada)
  - Seeschifffahrt (IMO) in London (UK)
  - Fernmeldewesen (ITU) in Genf (Schweiz)
  - Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien (Österreich)
- sozialer, kultureller und humanitärer Bereich
  - Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Schweiz)
  - Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in Paris (Frankreich)
  - Industrielle Entwicklung (UNIDO) in Wien (Österreich)
  - Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom (Italien)
  - Geistiges Eigentum (WIPO) in Genf (Schweiz)
- Finanzorganisationen
  - Welthandelsorganisation (WTO) in Genf (Schweiz)
  - Internationaler Währungsfonds (IMF) in Washington D.C. (USA)
  - Weltbank-Gruppe in Washington D.C. (USA)
  - Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) in Rom (Italien) In Kooperation mit der UNO stehen außerdem
- Welttourismusorganisation in Genf (Schweiz)
- Internationaler Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag (Niederlande)

Siehe auch


- Portal:Vereinte Nationen

Weblinks


- [http://www.runiceurope.org/german/aufbau/organe.htm Organigramm der UNO] Kategorie:Vereinte Nationen !

Vereinte Nationen

Die Vereinten Nationen (VN; engl. United Nations, UN; oft UNO für United Nations Organisation) sind ein zwischenstaatlicher Zusammenschluss fast aller Staaten der Erde (192 von 193 der durch die UNO anerkannten autonomen Staaten) und als globale Internationale Organisation uneingeschränkt anerkanntes Völkerrechtssubjekt. Die wichtigsten Aufgaben der Organisation sind die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Vereinten Nationen Ihre Wurzeln haben die Vereinten Nationen im Völkerbund, der nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet wurde, den Frieden auf der Welt dauerhaft zu sichern. Allerdings erhielt der Völkerbund durch mangelndes Beitrittsinteresse (so waren etwa die USA kein Mitglied im Völkerbund) nicht den nötigen Einfluss, um seine Ziele durchsetzen zu können und war mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges praktisch gescheitert. US-Präsident Franklin D. Roosevelt unternahm nach dem Scheitern des Völkerbundes noch während des Zweiten Weltkrieges einen zweiten Versuch, eine Organisation zur Sicherung des Friedens zu schaffen und erarbeitete zusammen mit dem britischen Premierminister Winston Churchill die Atlantik-Charta. Am 1. Januar 1942 beriefen sich 26 Staaten in der Declaration by United Nations auf die Prinzipien der Atlantik-Charta. Durch die Mitarbeit der UdSSR und der Republik China an der neuen Friedensordnung kam es zur Moskauer Erklärung der Vier Mächte, die auf eine schnellstmögliche Schaffung einer allgemeinen, auf dem Prinzip der souveränen Gleichheit aller friedliebenden Staaten aufbauenden Organisation zur Aufrechthaltung des Friedens und der internationalen Sicherheit zielte. Bei der Konferenz von Dumbarton Oaks wurde weiter über die Gründung der UN beraten. Nach Einbeziehung Frankreichs in den Kreis der hauptverantwortlichen Mächte konnte die Charta der Vereinten Nationen 1945 auf der Konferenz von Jalta fertig gestellt werden. Sie wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco von 50 Staaten unterzeichnet. Polen unterzeichnete die Charta erst später, zählt aber zu den 51 Gründungsmitgliedern. Die Charta trat am 24. Oktober des gleichen Jahres in Kraft, nachdem die Republik China, Frankreich, die Sowjetunion, Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Mehrheit der Gründungsstaaten die Charta ratifiziert hatten. Die Vereinten Nationen haben ihren Hauptsitz in New York und drei weitere Sitze in Genf (UNOG), Wien (UNOV) und Nairobi (UNON). In Den Haag befindet sich der Internationale Gerichtshof. Anzumerken ist, dass nach offiziellem Sprachgebrauch sich die UNO Sitze nicht in dem jeweiligen Land befinden, sondern nur von diesen umgeben werden, d.h. dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag ist, oder der Hauptsitz der UNO in New York. In der UNO gelten Regeln eigener Art und die Staatsmacht des jeweiligen Sitzlandes darf dort keine Zwangsmaßnahmen ausüben, wodurch ihre Souveränität insoweit nicht infrage steht. Dass Einrichtungen der UNO eine Art „Internationales Territorium“ darstellen würden, ist völkerrechtlich nicht anerkannt. Jedoch sind ihre Einrichtungen exterritoriales Gebiet, vergleichbar dem von Botschaften.

Mitglieder der Vereinten Nationen

vollständige Liste, siehe: Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (alphabetisch) oder Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (chronologisch) Gründungsmitglieder der UNO im Jahr 1945 waren:
Ägypten, Albanien, Äthiopien, Argentinien, Australien, Belarus, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, Republik China, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Iran, Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Saudi-Arabien, Sowjetunion, Südafrika, Syrien, Tschechoslowakei, Türkei, Ukraine, Vereinigte Staaten von Amerika, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Uruguay und Venezuela. 1973 traten die DDR und die Bundesrepublik Deutschland als 133. und 134. Mitglied der UNO bei. Österreich trat der UNO im Jahr 1955 bei, die Schweiz erst 2002. Keine Mitglieder sind unter anderem der Vatikanstaat (dessen völkerrechtliche Vertretung, der Heilige Stuhl, jedoch Beobachterstatus hat) und die nicht von allen Ländern anerkannten Staaten (West-)Sahara (Demokratisch-arabische Republik Sahara), die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ), die Cookinseln und die Republik China (Taiwan). Die Republik China nimmt hier jedoch eine Sonderstellung ein, da sie als Gründungsmitglied der UN von 1945 bis 1971 sogar eines von fünf ständigen Mitgliedern im UN Sicherheitsrat war. Im Jahr 1971 musste die Republik China nach einem Beschluss der Generalversammlung aus den UN ausscheiden. Seither vertritt die Volksrepublik China, als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat, die chinesischen Interessen innerhalb der Vereinten Nationen.

Die Finanzierung der UNO

Finanziert wird die UNO durch die Mitgliedsländer, dabei ist festgelegt, dass jedes Land mindestens 0,001 % zum ordentlichen Haushalt beitragen muss und höchstens 25 % des Haushalts tragen darf. Die größten Finanzierer in den Beitragsjahren 2004-2006 sind die USA mit 22%, Japan mit 19,5 %, Deutschland mit 8,7 %, Großbritannien mit 6,1 % und Frankreich mit 6 %. Alle anderen Länder tragen weniger als 5 % bei; etwa die Hälfte bezahlen nur den Mindestbeitrag von 0,001 %. Durch die Einnahmen aus dem Verkauf von eigenen Briefmarken und Souvenirs kommt seit Jahren mehr Geld in die Kasse der UNO, als nahezu 2/3 der Mitglieder an Beiträgen zahlen.

Die Charta der Vereinten Nationen

Hauptartikel: Charta der Vereinten Nationen Die Charta ist die Verfassung der UNO und wurde am 26. Juni 1945 im Theatersaal des Veterans War Memorial Building in San Francisco unterzeichnet. In Kraft trat die Charta am 24. Oktober 1945. Polen, das 22. Gründungsmitglied, hatte an der Konferenz nicht teilnehmen können und unterschrieb später. Die Charta ist ein zeitlich nicht begrenzter völkerrechtlicher Vertrag und wurde seit ihrer Gründung an nur vier Stellen geändert, nämlich die Artikel 23, 27, 61 und 109. Sie besteht aus einer Präambel und 19 Kapiteln mit 111 Artikeln, im Gegensatz dazu hatte der Völkerbund nur 26 Artikel. Die Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit den verschiedenen Hauptorganen der UNO, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten, den Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen, sowie ihren Zielen und Grundsätzen. Am meisten umstritten und diskutiert ist der Artikel 2, Ziffer 7, in dem es heißt: ::„Die UNO ist nicht befugt in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, einzugreifen.

Organe der Vereinten Nationen

Hauptorgane

Völkerbund] Völkerbund]] Völkerbund Gemäß [http://www.runiceurope.org/german/charta/charta.htm#3 Kapitel 3, Artikel 7] der Charta setzt sich die UNO aus sechs Hauptorganen zusammen, die für die Entscheidungsprozesse maßgeblich sind. Neben den Hauptorganen gehören eine Reihe von Nebenorganen und Sonderorganisationen zum System der Vereinten Nationen, die mit der Wahrnehmung spezifischer Aufgaben befasst sind.
- Die Generalversammlung (General Assembly): Vertreter aller UNO-Mitgliedstaaten haben einen Sitz und eine Stimme. Die Generalversammlung kann an die Mitgliedstaaten nicht bindende Empfehlungen abgeben und Vorlagen an den Sicherheitsrat richten, sie entscheidet auch über die Aufnahme neuer Mitglieder.
- Das Sekretariat (United Nations Secretariat): höchster Verwaltungsbeamter ist der Generalsekretär.
- Der Sicherheitsrat (Security Council) hat 15 Mitglieder, davon sind China, Russland, Frankreich, Großbritannien und die USA ständige Mitglieder. Die anderen zehn Mitglieder werden jeweils auf zwei Jahre von der Generalversammlung gewählt. Beschlüsse des Sicherheitsrats sind bindend und durchsetzbar. Sie bedürfen der Zustimmung von mindestens neun Mitgliedern, darunter alle fünf ständigen Mitglieder (ausgenommen Beschlüsse über Verfahrensfragen). Man spricht hier von einem „Veto-Recht“ der ständigen Mitglieder. In der Praxis wird die Stimmenthaltung eines ständigen Mitgliedes nicht als „Veto“ gewertet.
- Der Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council, ECOSOC): Ihm sind die vielen Spezialorganisationen unterstellt.
- Der Treuhandrat (Trusteeship Council) hat seine Aufgaben mittlerweile suspendiert, da es momentan keine Treuhandgebiete gibt.
- Der Internationale Gerichtshof, IGH (International Court of Justice, ICJ) in Den Haag als universelles völkerrechtliches Schiedsgericht.

Nebenorgane und Sonderorganisationen

Hauptartikel: UN-Spezialorganisation Nebenorgane der UN-Generalversammlung werden zur Wahrnehmung spezieller Tätigkeiten gegründet. Sie haben ihr eigenes Verwaltungssystem, aber keine eigene völkerrechtliche Grundlage und sind nicht Völkerrechtssubjekte wie die UNO selbst. Zurzeit gibt es insgesamt 22 Nebenorgane, neben dem wohl bekanntesten dem Kinderhilfswerk UNICEF, u. a. das Umweltprogramm UNEP, das Welternährungsprogramm WFP, das Flüchtlingskommissariat UNHCR und das Entwicklungsprogramm UNDP. Sonderorganisationen sind rechtlich, organisatorisch und finanziell selbständig, jedoch durch ein Abkommen eng mit der UNO verbunden. Einige Organisationen sind zum Teil sogar älter als die UNO selbst. Mittlerweile gibt es 16 dieser zwischenstaatlichen Organisationen. Die UNO arbeitet unter anderem mit den folgenden autonomen Organisationen eng zusammen: UNESCO, WHO, IAO, IWF und andere. Die Arbeit der Sonderorganisationen wird durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat koordiniert.

Arbeit und Ziele

Seit ihrer Gründung konnte die UNO mehrere beachtliche Erfolge erzielen, unter anderem:
- sie wirkte bei der Gründung des Staates Israel 1947 bis 1949 mit
- sie entschärfte die Berlinkrise 19481949,
- die Kubakrise 1962
- die Nahostkrise 1973
- sie wirkte in Rhodesien 1976 auf die Einführung des Wahlrechts für Schwarze hin
- Beendigung des Krieges zwischen dem Irak und Iran 1988 Sie sicherte direkt den Frieden etwa in
- Kambodscha 1993
- Mosambik 1994
- Angola 1995
- Guatemala 1996
- Zypern. Viele Ziele haben die Vereinten Nationen bereits erreicht:
- Ausarbeitung der Menschenrechte 1948
- Ausrotten oder Eindämmen von Krankheiten (Pocken)
- Das Welternährungsprogramm der UNO stellt jährlich mehr als die Hälfte der weltweit geleisteten Nahrungsmittelhilfe bereit
- Sie sorgt für Schutz von Flüchtlingen
- Sie bilden Minensucher aus, zum Beispiel gibt es in Afghanistan zehn Millionen verlegte Minen
- 70 Prozent der Aktivitäten der UNO erstrecken sich auf die Bereiche Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe.

Friedenssicherung

Entwicklungshilfe Die Friedenssicherung ist eine der Hauptaufgaben der Vereinten Nationen. Sie sind der Vermeidung und Beendigung internationaler Konflikte zentral verpflichtet. Der hohe Stellenwert wird dadurch deutlich, dass bereits im ersten Artikel der UN-Charta das Ziel formuliert wird, ... :: den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen. (Art. 1, Ziff. 1 der UN-Charta). Zur Erreichung dieses Zieles wurde von den Vereinten Nationen durch die freiwillige Einbindung der UNO-Mitgliedstaaten ein System kollektiver Sicherheit geschaffen. Kern dieses kollektiven Sicherheitssystems ist das allgemeine Gewaltverbot: ::„Alle Staaten unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“ (Art. 2, Ziff. 4 der UN-Charta). Trotz des allgemeinen Gewaltverbots schließt die Charta die Gewaltanwendung nicht völlig aus. Sie ist neben dem individuellen Selbstverteidigungsrecht jedes Landes auf den Sicherheitsrat konzentriert: Kollektive Maßnahmen gegen Friedensstörer unter Beachtung des Kapitel VII, wie wirtschaftliche, kommunikative und sonst nicht-militärische Sanktionen bis erforderlichenfalls hin zur Gewaltanwendung. Der Sicherheitsrat wird dadurch zum Träger des „Gewaltlegitimationsmonopols“. Bevor der Sicherheitsrat entsprechende Maßnahmen in einer friedensbedrohenden Situation beschließen kann, muss er zunächst untersuchen, ob ein Bruch des Friedens vorliegt. Sollte dies der Fall sein, so hat er grundsätzlich zwei Möglichkeiten, auf einen solchen Bruch zu reagieren: Er kann sowohl Empfehlungen an die UNO-Mitglieder aussprechen, als auch Zwangsmaßnahmen gegenüber dem Friedensstörer selbst, als auch allen anderen Mitgliedstaaten. Bei Zwangsmaßnahmen sind sowohl nichtmilitärische Sanktionen, als auch direktes militärisches Eingreifen durch die UNO selbst oder durch mandatierte Mitglieder möglich. Das Aufstellen von UNO-Truppen ist in der Charta zwar vorgesehen, kam jedoch nie zustande. Zu den nichtmilitärischen Sanktionen gehören die „vollständige oder teilweise Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen, des Eisenbahn-, See- und Luftverkehrs, der Post-, Telegraphen- und Funkverbindung sowie sonstiger Verkehrsmöglichkeiten und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen“ (Art. 41 der UN-Charta).

Blauhelme

Hauptartikel: Friedenstruppen der Vereinten Nationen Die Blauhelme sind die Friedenssoldaten der UNO. Sie waren als Mittel der passiven Friedenssicherung nicht in der Charta vorgesehen. Doch Dag Hammarskjöld und Lester Pearson entwarfen die Idee der Friedenssoldaten in Krisensituationen. Blauhelmsoldaten sind leicht zu erkennen, denn sie tragen, wie der Name schon sagt, entweder einen blauen Helm oder ein blaues Barett mit einem UNO-Abzeichen neben der Uniform ihres Landes. Ein Mandat zur Entsendung von Blauhelmen kann nur der UN-Sicherheitsrat erteilen, doch die Regierung jedes Landes darf selbst entscheiden, ob sie Soldaten zu einem solchen Einsatz entsendet. Bis 1990 hat die UNO bereits 500.000 Soldaten und Zivilpersonen zu Maßnahmen zur Erhaltung des Friedens eingesetzt. Zur Friedensherstellung werden Blauhelme jedoch nicht eingesetzt.

Ruanda-Krise

1994 wurde in Ruanda eines der schwersten Verbrechen der Geschichte begangen. Durch einen Gewaltausbruch kamen 800.000 Angehörige der Volksstämme Hutu und Tutsi ums Leben. Diesem Völkermord mussten die Blauhelmsoldaten der UNO tatenlos zusehen, da ihre Anzahl erstens viel zu gering war und die Blauhelmsoldaten zweitens nicht mit einem Mandat ausgestattet waren, das ein Eingreifen überhaupt gestattet hätte. Dieses Ereignis gilt gemäß Aussage von Kofi Annan als das größte Versagen der UNO.

Bosnien-Krise

Ende Mai 1995 kam es in Bosnien und Herzegowina nach NATO-Luftangriffen auf ein Munitionsdepot der bosnischen Serben in Pale zu einer Aufsehen erregenden Geiselnahme von UN-Soldaten. Als Folge der Luftangriffe wurden ausgewiesene NATO-Schutz-Zonen überfallen, UN-Soldaten als Geiseln genommen, an taktischen Positionen angekettet und zur Schau gestellt.

UNO-Sprachen

Obwohl die Vereinten Nationen eine Weltorganisation sind, werden schon aus praktischen Gründen nicht alle Sprachen der Welt offiziell benutzt. Tatsächlich beschränkt man sich auf sechs Amtssprachen: Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Von diesen sechs sind zwei - Englisch und Französisch - Arbeitssprachen. Dies ist in der Resolution 2 festgelegt, die von der Generalversammlung angenommen wurde. Amtssprache bedeutet, dass in jeder offiziellen Sitzung eine Übersetzung nach und aus diesen Sprachen zu erfolgen hat und dass alle sitzungsvorbereitenden Dokumente, alle Resolutionsentwürfe und alle Protokolle und Berichte in angemessenem zeitlichen Rahmen in diesen Sprachen zur Verfügung stehen müssen. Für die Arbeitssprachen gilt, dass alle organisationsinternen Arbeitsabläufe (mündlich und schriftlich) in diesen beiden Sprachen ablaufen können. Im Umgang mit dem Sekretariat der Vereinten Nationen hat jede(r) Delegierte das Recht, sich mündlich und schriftlich in der Arbeitssprache seiner oder ihrer Wahl auszudrücken. Auch müssen alle offiziellen Äußerungen des Sekretariats in den beiden Arbeitssprachen ablaufen (Anzeigen, Beschilderungen, etwa das bekannte "Security Council/Conseil de sécurité" in New York, Broschüren, Führungen usw.) Dieses Regelwerk schließt einsprachige Auftritte prinzipiell aus.

Kritik an der UNO

Zusammensetzung des UNO-Sicherheitsrates

Ein Kritikpunkt ist die historisch bedingte Zusammensetzung des UNO-Sicherheitsrates. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats machen regen Gebrauch von ihrem Vetorecht, um Verurteilungen und Sanktionen gegen sich selbst oder befreundete Staaten abzuwenden, so legte 1946-64 etwa die Sowjetunion 103 Mal Veto gegen einmütige Mehrheiten ein. Oder auch im Falle Israels, das bereits 69 Konventionen ignorierte, wurde es durch ein Veto der USA bei 20 Konventionen geschützt. Betrachtet man die Anteile an der Weltbevölkerung, die die Einwohner der ständigen Mitglieder stellen, stehen diese in keinem ausgeglichenen Verhältnis zu den ihnen eingeräumten privilegierten Kompetenzen. Beispielsweise verfügt Frankreich, ein Land mit 60 Millionen Einwohnern, über einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat, Indien, in dem über 1 Mrd. Menschen leben, jedoch nicht. Dieses Problem lässt sich auf keine einfache Weise lösen, denn die hierarchische Architektur des UNO-Sicherheitsrates, die einigen wenigen Staaten größere Machtbefugnisse zubilligt, reflektiert letztlich die große Diversität in der Entwicklung der realen Macht der Nationen. In diesem Sinne ist der Sicherheitsrat ein Machtkonzentrations- und Handlungsorgan und dient nicht der Repräsentation. Selbst mit 15 Mitgliedern stieß er oft und schnell an die Grenze seiner Handlungsfähigkeit wegen der widerstreitenden Interessen, die durch jedes Mitglied transportiert werden. Ein Sicherheitsrat, in dem jeder Mitgliedstaat gemäß seinem Bevölkerungsanteil gerecht repräsentiert und mit Vetorecht ausgestattet wäre, wäre praktisch handlungsunfähig, da es nahezu unmöglich ist, für konkrete und bindende Entscheidungen einer gewissen Tragweite einen Konsens von über 190 Staaten zu erwirken. Eine wirklich "gerechte" Umgestaltung des Weltsicherheitsrats könnte somit nur in Verbindung mit einer grundlegenden Reform der gesamten Verfassung der UNO vonstatten gehen, unter Konsolidierung von Rolle und Kompetenzen der Generalversammlung. Die Ursachen dafür, dass es bislang nicht zu einer solchen Reform kam, scheinen sich auszubalancieren: Eine entschlossene Umgestaltung, die dem Gedanken einer Weltorganisation Rechnung trüge, implizierte einen Machtverlust der bisher privilegierten ständigen Mitglieder - überwiegend Industrieländer, die den größten Teil der Finanzierung der UNO aufbringen.

Kompetenzen

Ein zentrales Problem der UNO sind und bleiben die kaum vorhandenen Kompetenzen derselben. Es gelang der UNO vor allem deshalb, nahezu alle Staaten der Welt unter einem Dach zu vereinen, weil die Charta an entscheidenden Stellen so flexibel interpretierbar ist, dass sie von praktisch allen kulturellen Überzeugungen und politischen Ideologien - auch wenn diese sich z.T. gegenseitig ausschließen - in deren Sinne und zu deren Gunsten entsprechend der Situation ausgelegt werden kann. Damit das Konzept einer handlungsfähigen Weltorganisation vollständig aufgehen kann, wäre eine massive Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an diese Organisation in allen drei Bereichen der Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative und Judikative) notwendig. Dazu ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum ein Staat bereit. Die europäischen Staaten sind ja nicht einmal zu einer EU-Verfassung bereit, wie sich im Jahre 2005 gezeigt hat. Letztlich vereiteln nationale Alleingänge die meisten Ansätze, zu mehr Verbindlichkeit innerhalb der UNO zu gelangen. Beispiel dafür sind etwa die USA, die die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs für eigene Bürger ablehnen und sich für den Fall eines gegen ihren Willen dort herbeigeführten Prozesses sogar die militärische "Befreiung" vorbehalten wollten, was die Legitimation des Internationalen Strafgerichtshofs insgesamt in Frage stellt. An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass die UNO kaum - oder gar nicht - in Kollision mit den Interessen der USA Politik betreiben kann, da sie mit den Vereinigten Staaten von Amerika finanziell, historisch, personell und konstitutionell zu stark verwoben ist. Manche Kritiker werfen der UNO deshalb vor, für viel Geld, das anderweitig sinnvoller ausgegeben werden könnte, vor allem stapelweise bedrucktes Papier zu produzieren - ein allerdings sehr pointierter Standpunkt. Denn mehr Verbindlichkeit bedeutet notwendig auch mehr Uniformität. Wenngleich es der UNO nur auf einer sehr rudimentären Ebene gelang, einheitliche kulturelle und politische Vorstellungen der Menschheit zu definieren, waren doch einige UNO-Missionen durchaus erfolgreich und ob die zwischenstaatliche Konfliktbewältigung ohne die UNO-Vermittlung besser abliefe, darf ebenfalls bezweifelt werden. Realistisch betrachtet, kann es auf längere Sicht keine echte Weltregierung geben, solange sich die Völker der Welt nicht auf eine widerspruchsfreie und trotzdem scharfe Definition ihrer kulturellen und politischen Werte mitsamt der sich daraus ergebenden Implikationen einigen können und an diesem Anspruch sollte die UNO auch nicht gemessen werden.

Weitere Kritik


- Ein großer Fehlschlag war das 1960 erstellte Entwicklungshilfe-Konzept. Die Länder der Dritten Welt erhielten Geld, um sich zu entwickeln, doch der Aufbau eines erfolgreichen Handelssystems unterblieb, so dass sie in eine zunehmende Abhängigkeit von den Transferleistungen gerieten.
- Der UNO wird auch vorgeworfen, dass sie sich im Laufe der Zeit nur in all jene Konflikte eingeschaltet hat, die die stärkste Beachtung in den Medien fanden. Herausgehalten hat sie sich dagegen Krisen in Sudan, Armenien, Bangladesch, Myanmar, Kolumbien, Ruanda und Peru.
- Bei Industriestaaten herrscht ein relatives Desinteresse bei allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten der UNO; wenn sich tatsächlich Probleme einstellen, die man ernst nimmt, werden diese oft nach stillschweigender Übereinkunft außerhalb oder beilläufig in der UNO behandelt.
- 1946 scheiterte der Plan der Vereinigten Staaten, die nuklearen Waffen unter die Kontrolle der UNO zu stellen, einerseits wollten die USA auf die Atombomben nicht verzichten, solange sie nicht sicher sein konnten, dass kein anderes Land sie bauen kann, anderseits wollte die Sowjetunion ihre Forschung nicht einstellen, solange Washington über das Nuklearwaffen-Monopol verfügt. Während des Kalten Krieges versuchte jede Supermacht, weitere Staaten auf ihre Seite zu ziehen, sie wurden mit großzügigen Wirtschaftshilfen und Ausrüstungen gelockt. Infolgedessen brachen viele Kriege aus, die diese stellvertretend für die Supermächte ausfochten (Stellvertreterkriege).
- Ein weiterer, umstrittener Kritikpunkt ist, dass sich die UNO überproportional mit der Verurteilung Israels befasst. Mit den Stimmen der arabischen Staaten wurden so viele Resolutionen gegen Israel erlassen und so viele Sondersitzungen zum Thema Nahostkonflikt einberufen wie zu keinem anderen Thema. Jedoch wurden unabhängig von ihrer Berechtigung die Resolutionen nicht durchgesetzt, da die USA bei implementierenden Maßnahmen immer zugunsten Israels ihr Veto einlegen. Auch werden Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt selten thematisiert und erst kürzlich ein Resolutionsentwurf, der erstmals in der Geschichte der UNO explizit den Antisemitismus verurteilen sollte, mit den Stimmen der arabischen Staaten abgelehnt. Einen Höhepunkt erreichte dies beim UNO-Kongress in Durban, wo der Zionismus als gleichbedeutend mit Rassismus erklärt wurde.

Wichtige Resolutionen


- Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates: fordert den Rückzug Israels "aus besetzten Gebieten" im Gegenzug für eine Anerkennung Israels und die Respektierung seiner Sicherheit "frei von Bedrohung und Gewalt".
- Resolution 478 des UN-Sicherheitsrates: Annexion von Ost-Jerusalem im Sechstagekrieg (1967) für nichtig erklärt.
- Resolution 1441 des UN-Sicherheitsrates: 8. November 2002 Aufforderung an den Irak, die vorangegangenen Resolutionen einzuhalten, die von manchen Staaten als Mandat für ihr späteres Eingreifen ausgelegt wurde (siehe Irak-Krieg).

Literatur


- Dieter Göthel: Die Vereinten Nationen - Eine Innenansicht. Auswärtiges Amt, Berlin 2002
- Günther Unser: Die UNO - Aufgaben, Strukturen, Politik. dtv, München 2004, ISBN 3-423-05254-6
- Klaus Dieter Wolf: Die UNO - Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. C.H.Beck, München 2005, ISBN 3-406-50878-2
- Sabine von Schorlemer (Hrsg.): Praxishandbuch UNO - Die Vereinten Nationen im Lichte globaler Herausforderungen. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-43907-2
- Swen Bernhard Gareis, Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8252-2243-8
- Swen Bernhard Gareis, Johannes Varwick: Die Vereinten Nationen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002

Siehe auch:


- Portal:Vereinte Nationen
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
- Afrikanische Union
- Völkerrecht
- Model United Nations
- Global Governance

Weblinks


-
- [http://www.un.org/ www.un.org] - Internationale Seite der UNO (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch)
- [http://www.un.org/Depts/german/sr/fs_sr_res.html www.un.org/...] - Resolutionen und Beschlüsse des Sicherheitsrats
- [http://www.runiceurope.org/german/index.htm www.runiceurope.org/...] - Regionales Informationszentrum der UNO mit Chartatext und Informationen zum Aufbau
- [http://www.dgvn.de/ www.dgvn.de] - Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
- [http://www.bpb.de/publikationen/YCUQES,0,0,60_Jahre_Vereinte_Nationen.html www.bpb.de/...] - Bundeszentrale für politische Bildung: 60 Jahre Vereinte Nationen
- [http://www.uno-komitee.de/ www.uno-komitee.de] - Kommitee für eine demokratische UNO !Vereinte Nationen Kategorie:Politologie Kategorie:Friedensnobelpreisträger Kategorie:US-Außenpolitik Kategorie:Diplomatie ja:国際連合 ko:국제 연합 ms:Pertubuhan Bangsa-Bangsa Bersatu simple:United Nations th:สหประชาชาติ zh-min-nan:Liân-ha̍p-kok

Washington (D.C.)

Washington (D.C.) [] ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Stadt ist benannt nach George Washington, dem Führer der Unabhängigkeitsbewegung und ersten Präsidenten der USA. Washington ist auch UN-Stadt (IWF, Weltbank).

Allgemeine Daten

Washington hat eine Fläche von 179 km² und (2004) 553.523 Einwohner, die Metropolregion Washington-Baltimore hat etwa 7,6 Millionen Einwohner (Volkszählung 2000). Die Stadt gehört keinem Bundesstaat an, sondern hat als District of Columbia (D.C.) einen Sonderstatus. Sie befindet sich an der Ostküste des Landes etwa 35 km westlich der Chesapeake Bay, einer Bucht des Atlantischen Ozeans. Die geografischen Koordinaten sind 38° 53' 42" Nord und 77° 2' 12" West. Die Höhe über Normalnull beträgt teilweise gerade einmal 2 Meter.

Stadtanlage

Normalnull Die Stadt liegt an der Mündung des Anacostia River in den Potomac River an dessen linkem Ufer zwischen den Bundesstaaten Maryland im Nordosten und Virginia im Südwesten. Die erste Hauptstadt der USA war New York; der District of Columbia wurde aus von Maryland und Virginia abgetretenem Land gebildet, um die Regierung und den Kongress dem Zugriff der damals noch sehr mächtigen Einzelstaaten zu entziehen und um eine städtebaulich durchgeplante, moderne und repräsentative Hauptstadt der neuen Republik zu bilden. Das auf dem westlichen Ufer gelegene Gebiet wurde 1846 an Virginia zurückgegeben, da die Stadt weniger schnell gewachsen war als erwartet (heute Alexandria).

Bedeutung

Washington (D.C.) ist neben seiner Funktion als Hauptstadt der USA auch Sitz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Von den fünf Universitäten sind die bekanntesten die Georgetown University (gegründet 1789), die George Washington University (gegründet 1821) und die Howard University (gegründet 1867 und eine der ältesten Universitäten für die afroamerikanische Bevölkerung).

Stadtbild

Internationalen Währungsfonds] Die bekanntesten Gebäude sind das Weiße Haus, das Kapitol und das (außerhalb der eigentlichen Stadt gelegene) Pentagon. Wie man auf dem Foto unten erkennen kann, gibt es in Washington keine Hochhäuser. Dies liegt daran, dass kein Gebäude höher sein darf als das Kapitol. Drei Gebäude verletzen dieses Gesetz jedoch: das Washington Monument, der Turm des Old Post Office und die National Cathedral. Der Grund hierfür liegt darin, dass diese Gebäude fertiggestellt / geplant wurden bevor das Gesetz Anfang des 20. Jahrhunderts verabschiedet wurde. Kurioserweise taucht im Stadtplan der Drudenfuß (umgedrehtes Pentagramm) auf, wobei das Weiße Haus die untere Spitze bildet. Der nächste Flughafen ist Ronald Reagan Washington National Airport. Er liegt am rechten (westlichen) Ufer des Potomac River in Virginia. Dieser Flughafen dient nur zu inländischen Flügen. Washington Dulles International Airport liegt 45 km westlich von der Stadt in Virginia und Baltimore Washington International Airport liegt 65 km nordosten von der Stadt in Maryland. Von den beiden letzteren starten sowohl nationale als auch internationale Flüge.

Politik

Washington untersteht direkt dem Kongress, der einmal pro Monat einen halben Tag lang praktisch als Stadtrat Washingtons tagt. Es gibt heutzutage auch einen eigenen gewählten Stadtrat und Bürgermeister, deren Beschlüsse aber vom Kongress jederzeit annulliert werden können. Die Einwohner Washingtons dürfen an den Wahlen zum Präsidenten teilnehmen, nicht aber an denen zum Kongress (Einzelheiten siehe District of Columbia).

Stadtgliederung

Washington ist in vier Distrikte eingeteilt: Northwest (NW), Southwest (SW), Northeast (NE) und Southeast (SE). Die Straßen sind überwiegend gerade angelegt und durchnummeriert, die rechtwinklig dazu verlaufenden Straßen alphabetisch geordnet, so dass die Orientierung sehr leicht fällt. Das Kapitol sitzt an den Grenzen der vier Distrikte.

Geschichte

Die erste Hauptstadt nach der Ratifizierung der Verfassung war New York. George Washington hat den Amtseid als erster Präsident der Vereinigten Staaten auf dem Balkon des alten Rathauses abgelegt. Eines der Themen, mit denen der Präsident sich beschäftigen musste, war, einen ständigen Regierungssitz zu finden. Als Kompromisslösung wurde beschlossen, Philadelphia 1791 für zehn Jahre zur Hauptstadt zu machen und sich dann nach einem permanenten Platz am Potomac River umzusehen. Präsident Washington wählte ein Gebiet, das sowohl Teile von Maryland als auch von Virginia umschloss. Zu jener Zeit bestand das Gebiet in erster Linie aus Wiesen- und Sumpfland. Es wurde geplant, dass der Kongress in der neuen Hauptstadt am ersten Montag im Dezember 1800 tagen sollte. Washington ist also eine Planhauptstadt. Planhauptstadt Der Bau der neuen Hauptstadt wurde mit dem künftigen Amtssitz der U.S. Präsidenten, dem Weißen Haus, im Jahre 1792 begonnen. Noch heute vermerkt dort eine Gedenktafel: "Dieser Grundstein des Hauses des Präsidenten wurde im 17. Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika am 13. Oktober 1792 gelegt. Präsident: George Washington, Kommissionäre: Thomas Johnson, Doktor Stewart, Daniel Carroll, Architekt: James Hoban, Baumeister: Collen Williamson. Vivat Republica" Pierre Charles L'Enfant wurde beauftragt, die "Federal City" zu gestalten. Am 11. Juni 1800 wurde Washington (D.C.) zur ständigen Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Am 24. August 1814, während des Britisch-amerikanischen Kriegs, wurde die Stadt von einer 4500 Mann starken britischen Streitmacht aus Armee- und Marineeinheiten erobert. Dabei wurde u. A. das Capitol zerstört und das Weiße Haus beschädigt. Präsident James Madison musste mit seiner Regierung nach Virginia fliehen. Die Washington-Kampagne der Briten vom 19. bis 29. August 1814 hatte eher symbolischen Charakter und sollte den Amerikanern verdeutlichen, sich nicht mit Großbritannien anzulegen ("Britain is not a country to mess around with").

Sehenswürdigkeiten


- Alte Post (Washington (D.C.))
- Arlington Cemetery
- Blair House
- Jefferson Memorial
- John F. Kennedy Center for the Performing Arts
- Holocaust Memorial Museum
- Korean War Veterans Memorial
- Library of Congress
- Lincoln Memorial
- National Air and Space Museum
- National Gallery of Art
- National Mall
- National Museum of the American Indian
- Smithsonian Institution
- United States Capitol
- Vietnam Veterans Memorial
- Washington Monument
- Washington National Cathedral
- Weißes Haus bild:Largewashington.jpg|Luftbild von Washington (D.C.) Bild:Whitehouse.jpg|Das Weiße Haus in Washington (D.C.) Bild:US Capitol.jpg|Das Kapitol in Washington (D.C.) Bild:Washington monument.jpg|Das Washington Monument in Washington (D.C.)

Trivia

Auch nach George Washington benannt wurde der Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA am Pazifik. Ansonsten hat er mit der Stadt Washington nichts zu tun.

Söhne und Töchter der Stadt


- Monta Bell, US-amerikanischer Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
- Carl Bernstein, US-amerikanischer Journalist
- Pat Buchanan, Journalist und TV-Kommentator
- Jack Casady, Blues- und Rockmusiker
- Eva Cassidy, US-amerikanische Sängerin
- Michael Chabon, US-amerikanischer Schriftsteller
- Alonzo Church, Mathematiker und einer der Begründer der theoretischen Informatik
- Jimmy Cobb, Jazz-Schlagzeuger
- Raymond Davis Jr., Chemiker und Nobelpreisträger
- John Foster Dulles, US-Politiker und Außenminister
- Ronnie Dyson, US-amerikanischer Popsänger
- Marvin Gaye, Soul- und R&B-Sänger
- J. Edgar Hoover (1895-1972) Begründer des FBI und dessen langjähriger Direktor

Weblinks


- [http://www.washington.org Washington, D.C. -- The American Experience (Touristik-Auskunft)] Kategorie:Hauptstadt in Nordamerika !Washington D.C. ja:ワシントンD.C. ko:워싱턴 D.C.

22. Juli

Der 22. Juli ist der 203. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 204. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 162 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1227 - In der Schlacht bei Bornhöved wird Waldemar II. (Dänemark) von Adolf IV. von Schauenburg und Holstein geschlagen und muss Holstein aufgeben.
- 1499 - Schlacht bei Dornach (Schwabenkrieg)
- 1515 - Im Stephansdom findet die von Maximilian I. und Vladislav II. von Böhmen und Ungarn arrangierte Wiener Doppelhochzeit statt.
- 1933 - Wiley Post landet nach der ersten Weltumrundung im Alleinflug auf dem Floyd-Bennet-Flughafen in New York.
- 1934 – Der als „Staatsfeind Nr. 1“ geltende US-amerikanische Bankräuber John Dillinger wird beim Verlassen eines Kinos von Polizeibeamten erschossen.
- 1944 - Polen, von der deutschen Wehrmacht besetzt, wird von der sowjetischen Roten Armee befreit.
- 1950 - Begleitet von Protesten kehrt Belgiens König Leopold III. aus dem Exil zurück.
- 1954 - Laos wird unabhängig
- 1983 - Offizielle Beendigung des Kriegszustands in Polen
- 1985 - Der Landtag Schleswig-Holstein beschließt die Einrichtung eines Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.
- 1990 - Die Volkskammer der DDR beschließt das Ländereinführungsgesetz, das am 14. Oktober in Kraft treten soll.
- 2001 - Die Volxtheaterkarawane wird von der italienischen Polizei festgenommen
- 2003 - Bei einem Gefecht mit amerikanischen Spezialeinheiten in der nordirakischen Stadt Mossul werden Uday und Kusai Hussein, die Söhne von Saddam Hussein, getötet.

Wirtschaft

Wissenschaft und Technik


- 1994 - Die letzten Teile des Kometen Shoemaker-Levy 9 schlagen auf dem Jupiter ein.

Kultur


- 1833 - Uraufführung der Oper Ali Baba ou Les Quarante Voleurs (Ali Baba oder Die vierzig Räuber) von Luigi Cherubini an der Grand Opéra Paris.
- 2002 - Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kirgisistan tritt in Kraft

Religion

Katastrophen


- 1973 - Papeete, Tahiti. Eine Boeing 707 der PanAm stürzte kurz nach Start ins Meer. 78 Menschen starben. Ein Passagier wurde gerettet.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1515 - Philipp Neri, römischer Heiliger, Gründer der Kongregation des Oratoriums
- 1596 - Michael I., Zar von Russland von 1613 bis 1645
- 1599 - Hans Conrad Gyger, Schweizer Kartograf und Ingenieur
- 1647 - Marguerite-Marie Alacoque, französische Mystikerin
- 1649 - Klemens XI., unter dem Namen Klemens XI. Papst von 1700 bis 1721
- 1747 - Ernst Ludwig Heim, Arzt
- 1751 - Caroline Mathilde, Königin von Dänemark
- 1784 - Friedrich Wilhelm Bessel, deutscher Mathematiker, Astronom und Geodät
- 1795 - Gabriel Lamé, französischer Mathematiker und Physiker
- 1800 - Jakob Lorber, österreichischer Schriftsteller und Musiker
- 1804 - Eugène Isabey, französischer Maler
- 1806 - Johann Kaspar Zeuß, deutscher Philologe
- 1809 - Heinrich Proch, österreichischer Komponist
- 1822 - Gregor Mendel, österreichischer Abt und Genetiker
- 1831 - Komei, 121. Kaiser von Japan
- 1846 - Anton Ohorn, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1849 - Emma Lazarus, jüdische US-amerikanische Dichterin
- 1853 - Alfred Messel, Architekt
- 1865 - Rudolf Heinze, deutscher Jurist und Politiker
- 1872 - Karl Helfferich, deutscher Politiker und Bankier
- 1878 - Janusz Korczak, polnischer Arzt, bedeutender Kinderbuchautor und Pädagoge
- 1882 - Edward Hopper, US-amerikanischer Maler
- 1887 - Gustav Hertz, deutscher Physiker und Nobelpreisträger
- 1888 - Selman A. Waksman, US-amerikanischer Mikrobiologe
- 1890 - Rose Kennedy, Mutter von John F. Kennedy
- 1892 - Arthur Seyß-Inquart, österreichisch-deutscher Jurist, Funktionär der NSDAP (als Kriegsverbrecher verurteilt)
- 1894 - Oskar Maria Graf, deutscher Schriftsteller
- 1895 - Pawel Ossipowitsch Suchoi, russischer/sowjetischer Flugzeugkonstrukteur
- 1898 - Alexander Calder, US-amerikanischer Bildhauer
- 1899 - Wolfgang Metzger, deutscher Psychologe
- 1903 - Anton Saefkow, deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer
- 1904 - Otto Rombach, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1909 - Dorino Serafini, italienischer Formel 1-Rennfahrer
- 1909 - Franz Josef Röder, Ministerpräsident des Saarlandes
- 1909 - Werner Scheid, deutscher Neurologe und Psychiater
- 1913 - Klaus Schmid-Burgk, deutscher Politiker und MdB
- 1914 - Charles Régnier, deutscher Schauspieler
- 1917 - Adam Malik, Außenminister von Indonesien und Vizepräsident
- 1920 - Paul Dissemond, Generalsekretär der Berliner Bischofskonferenz
- 1922 - Jason Robarts, US-amerikanischer Schauspieler
- 1923 - Bob Dole, US-amerikanischer Politiker und ehemaliger Senator
- 1923 - Netty Witziers-Timmer, niederländische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1924 - Margaret Whiting, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Per Højholt, dänischer Schriftsteller
- 1931 - Guido de Marco, maltesischer Politiker, Präsident Maltas
- 1932 - Oscar de la Renta, Modedesigner
- 1934 - Louise Fletcher, US-amerikanische Schauspielerin
- 1934 - Peter Selmer, deutscher Rechtswissenschaftler
- 1937 - Chuck Jackson, US-amerikanischer Musiker
- 1937 - Otfried Hofius, deutscher Professor der Theologie
- 1939 - Terence Stamp, britischer Schauspieler
- 1940 - Thomas Wayne, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Vera Tschechowa, deutsche Schauspielerin
- 1941 - George Clinton, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber, Begründer des P-Funk
- 1942 - Bernd Schröder, deutscher Fußballtrainer
- 1944 - Estelle Bennett, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Richard Davis, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Bobby Sherman, US-amerikanischer Schauspieler und SÄnger
- 1946 - Mireille Mathieu, französische Sängerin
- 1947 - Don Henley, US-amerikanischer Musiker (Eagles)
- 1948 - Ana de Palacio, spanische Außenministerin
- 1948 - Otto Waalkes, ist deutscher Komiker, Cartoonist, Schauspieler
- 1949 - Lasse Viren, finnischer Leichtathlet
- 1954 - Al di Meola, italo-amerikanischer Fusion- und Jazz-Gitarrist
- 1954 - Axel Horstmann, deutscher Politiker
- 1955 - Willem Dafoe, US-amerikanischer Schauspieler
- 1956 - Azmi Bischara, israelisch-arabischer Politiker
- 1965 - Karl Koch, deutscher Computer-Hacker (KGB-Hack)
- 1966 - Marina Klimova, russische Eiskunstläuferin
- 1968 - Arno Geiger, österreichischer Schriftsteller
- 1968 - Karin Scheele, österreichische Politikerin und Mitglied des EU-Parlaments
- 1969 - Ronny Weller, deutscher Gewichtheber
- 1971 - Charlotte Gainsbourg, französische Schauspielerin
- 1974 - Franka Potente, deutsche Schauspielerin
- 1975 - Andrea Beetz, deutsche Diplompsychologin
- 1980 - Kate Ryan, belgische Sängerin

Gestorben

Kate Ryan (1403-1461]]
- 1461 - Karl VII., König von Frankreich
- 1329 - Cangrande I. della Scala, Stadtherr (Signore) von Verona
- 1435 - Heinrich von Sachsen, Fürst aus der Dynastie der Wettiner.
- 1540 - Johann Zápolya, Fürst von Siebenbürgen
- 1580 - Hieronymus Lotter, deutscher Baumeister der Renaissance
- 1600 - Laurentius Fabritius, Weihbischof in Köln
- 1619 - Laurentius von Brindisi, italienischer Theologe
- 1634 - Johann Graf von Aldringen, deutscher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg
- 1676 - Klemens X., Papst
- 1813 - George Shaw, britischer Botaniker und Zoologe
- 1823 - William Bartram, US-amerikanischer Naturforscher
- 1826 - Giuseppe Piazzi, italienischer Astronom, Mathematiker und Theologe
- 1832 - Napoleon II., Sohn des Napoleon I.
- 1861Gregor Wilhelm Nitzsch, klassischer Philologe
- 1869 - John August Roebling, Ingenieur
- 1870 - Josef Strauß, österreichischer Komponist und Dirigent
- 1883 - Josef Plachutta, deutscher Schachspieler und Problemkomponist
- 1894 - Julius von Bose, preußischer General der Infanterie
- 1895 - Rudolf von Gneist, preußischer Jurist und Politiker
- 1902 - Mieczyslaw Halka Ledóchowski, Kardinal und Erzbischof von Gniezno
- 1908 - Sir William Randal Cremer, britischer Politiker und Friedensobelpreisträger (1903)
- 1909 - Oscar Byström, schwedischer Komponist
- 1909 - Detlev von Liliencron, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1926 - Friedrich von Wieser, österreichischer Ökonom
- 1929 - Bror Beckman, schwedischer Komponist
- 1929 - Paul Flechsig, Psychiater und Hirnforscher
- 1932 - Errico Malatesta, italienischer Anarchist
- 1932 - Florenz Ziegfeld Jr., US-amerikanischer Theater-Produzent
- 1934 - John Dillinger, US-amerikanischer Gangster
- 1942 - Heinrich Reimers, deutscher Publizist
- 1949 - Ernst Poensgen, deutscher Großindustrieller
- 1955 - Hans Tichi, deutscher Vertriebenenpolitiker
- 1958 - Michail Michailowitsch Soschtschenko, russischer Schriftsteller
- 1960 - Wolf von Niebelschütz, deutscher Schriftsteller und Historiker
- 1964 - Paul Eipper, deutscher Schriftsteller
- 1967 - Carl Sandburg, US-amerikanischer Lyriker
- 1968 - Giovanni Guareschi, italienischer Journalist, Karikaturist und Schriftsteller
- 1970 - Fritz Kortner, deutscher Schauspieler und Theaterregisseur
- 1971 - Willy Max Rademacher, deutscher Politiker und MdB
- 1972 - Pavel Bořkovec, tschechischer Komponist
- 1978 - André Chapelon, französischer Ingenieur
- 1986 - Floyd Gottfredson, US-amerikanischer Comiczeichner und -texter, Cartoonist sowie Maler
- 1990 - Manuel Puig, argentinischer Schriftsteller und Drehbuchautor
- 1996 - Tamara Danz, Sängerin und Frontfrau der ostdeutschen Gruppe Silly
- 1997 - Peter Ludwig, deutscher Industrieller und Kunst-Mäzen
- 1998 - Alan Shepard, US-amerikanischer Astronaut
- 1998 - Hermann Prey, deutscher Opernsänger
- 2000 - Claude Sautet, französischer Drehbuchautor und Filmregisseur
- 2003 - Qusai Hussein, zweitältester Sohn von Saddam Hussein
- 2003 - Serge Silberman, Filmemacher
- 2003 - Udai Saddam Hussein, ältester Sohn von Saddam Hussein
- 2004 - Bodo H. Hauser, deutscher Journalist und TV-Moderator
- 2004 - Illinois Jacquet, US-amerikanischer Musiker
- 2004 - Joan Morgan, Stummfilmschauspielerin
- 2004 - Sacha Distel, französischer Chansonnier und Komponist
- 2004 - Serge Reggiani, französischer Schauspieler und Chansonnier
- 2005 - Jean Charles de Menezes, Brasilianer, in London unschuldig als vermeindlicher Terrorist von britischen Polizisten erschossen

Feier- und Gedenktage


- kath. u. orth.: Maria Magdalena

Siehe auch


- 21. Juli - 23. Juli
- 22. Juni - 22. August
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0722 ja:7月22日 ko:7월 22일 simple:July 22 th:22 กรกฎาคม

Bretton-Woods-System

Das Bretton-Woods-System, benannt nach der Konferenz von Bretton Woods, war ein Währungssystem, das vom goldhinterlegten US-Dollar als Leitwährung bestimmt war.

Gründung und Ziel

Leitwährung Am 22. Juli 1944 wurde auf der Konferenz von Bretton Woods (New Hampshire, USA) von 44 Staaten noch während des 2. Weltkriegs ein möglichst stabiles Währungssystem beschlossen. Ziel war die reibungslose und von Handelsbarrieren befreite Abwicklung des Welthandels bei festen Wechselkursen. Das System hatte bis zu seinem Zusammenbruch 1973 Bestand. Auf der Konferenz wurden zwei Pläne für ein Weltwährungssystem diskutiert:
- ein Vorschlag des Amerikaners Harry Dexter White
- und der Entwurf des Engländers John Maynard Keynes. Die unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Pläne lassen sich durch unterschiedliche Ausgangslagen erklären. Die Briten waren durch die Kriegsfolgen in eine ausgeprägte Schuldnerposition mit starkem Handelsdefizit geraten. Zudem war die Wiederherstellung der Vollbeschäftigung eines der Hauptziele ihrer Wirtschaftspolitik, der die beschäftigungspolitischen Möglichkeiten der Theorie von Keynes entgegenkamen. Auf die Amerikaner als Gläubigernation traf genau das Gegenteil zu. Beschlossen wurde der White-Plan, in dessen Mittelpunkt der US-Dollar stand. Dessen Wert war gegenüber dem Gold auf 35 $ je Unze festgelegt und es bestand eine Verpflichtung der US-Zentralbank, Dollar in Gold einzulösen. Die anderen Mitglieder des Systems vereinbarten starre Wechselkurse gegenüber dem Dollar. Das System war demnach asymmetrisch gestaltet: Die USA waren völlig autonom in ihrer Währungs- und Geldpolitik, während alle anderen Mitglieder des Bretton-Woods-Systems ihren Wechselkurs gegenüber dem Dollar durch Devisenmarktinterventionen sicherstellen mussten. Nur wenn sich dauerhafte Ungleichgewichte ergaben, konnte im Rahmen einer internationalen Vereinbarung der Wechselkurs verändert, also auf- oder abgewertet werden (Realignment). Als Instrument für Eingriffe, falls das System eine Schieflage bekommt, wurde der Internationale Währungsfond (IWF) gegründet. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wurde die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) gegründet, die heute Kredite für Entwicklungspolitik bereitstellt.

Krise und Zusammenbruch

Bereits 1969 machte Robert Triffin auf das nach ihm benannte Triffin-Dilemma aufmerksam. So lange die USA keine großen Außenhandelsdefizite aufwiesen, der Dollar also international knapp war, arbeitete dieses System reibungslos. Als aber die USA begannen, den Vietnam-Krieg durch die Notenpresse (und damit indirekt durch die anderen Mitgliedsländer) zu finanzieren, wurde die Welt mit Dollar überschwemmt und alle Länder mussten Dollar aufkaufen, um ihren Wechselkurs zu verteidigen, welcher mit der Realität häufig nicht mehr übereinstimmte. So lag beispielsweise der festgelegte Wechselkurs der DM bei 4:1. Als der Wechselkurs der DM 1973 dagegen freigegeben wurde, fiel der Kurs im Laufe der nächsten Jahre bis auf 2:1. Die DM war also gegenüber dem Dollar lange Zeit deutlich unterbewertet. Die Bindung des Dollar an das Gold und die damit verbundene Goldeinlösegarantie der USA waren durch die Dollarschwemme faktisch nicht mehr gegeben. Als Frankreich 1969 seine Dollarreserven in Gold einlösen wollte, waren die USA international zahlungsunfähig, da die Goldreserven nicht einmal ausreichten, um die Forderungen eines einzigen Mitgliedslandes zu erfüllen. 1971 kündigten die USA durch Präsident Nixon ihre Verpflichtung, Dollar in Gold einzulösen. In der Folge brach das Bretton-Woods-System dann 1973 endgültig zusammen, und nach Freigabe aller Wechselkurse entwickelte sich bis in die 1980er Jahre die Dollarkrise. Fortan spielten andere Konzepte eine Rolle, etwa die Kaufkraftparität. Der durch das Bretton-Woods-System gegründete Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank blieben erhalten.

Alternative von Keynes

Der abgelehnte Vorschlag von Keynes sah vor, ein unabhängiges, international gültiges Buchgeld namens Bancor einzuführen, welches den Dollar vor seiner Doppelfunktion (nationales und internationales Zahlungsmittel zu sein) bewahrt hätte und damit insgesamt eine größere Stabilität des Währungssystems zur Folge gehabt hätte. Das Buchgeld „Bancor“ wies Parallelen zu Silvio Gesells Konzept von Haltekosten auf Geld („rostendes Geld“) auf. Das Besondere des Bancor-Systems sollte eine fortlaufende leichte Abnahme sowohl der Guthaben als auch der Schulden sein, um den Umlauf dieses Zahlungsmittels sicherzustellen. Dieser Vorschlag wurde von der Europäischen Gemeinschaft 1975 als European Currency Unit wieder aufgegriffen.

Literatur


- Bernd Senf: Der Nebel um das Geld. 7. Aufl. Lütjenburg: Gauke, 2004. ISBN 3-87998-435-2

Weblinks


- [http://www.imf.org/external/pubs/ft/aa/index.htm imf.org] - Articles of Agreement of the International Monetary Fund, Adopted at the United Nations Monetary and Financial Conference, Bretton Woods, New Hampshire, July 22, 1944. Kategorie:Währung

New Hampshire

New Hampshire ist ein US-Bundesstaat in Neuengland. New Hampshire ist einer der ersten 13 Staaten (1788 in die Union aufgenommen) und wurde von John Mason, dem Charles I. 1629 das Land zuwies, nach der englischen Grafschaft Hampshire benannt. Er wird auf Grund seiner vielen Steinbrüche auch Granit-Staat genannt. Zugleich spiegelt der Spitzname auch die Bewahrung von Traditionen und die Geschichte einer sparsamen Regierung wider. Es gibt keine allgemeinen Mehrwert- oder Einkommensteuern, was dem Staatsmotto „Frei leben oder sterben“ entspricht. Obwohl es ein relativ kleiner Staat ist, spielt New Hampshire in den Präsidentschaftswahlen alle vier Jahre eine wichtige Rolle, denn hier findet die erste Vorwahl (primary election) statt. New Hampshire wurde schon im Jahre 1623, nur drei Jahre nachdem die Pilgerväter in Massachusetts gelandet waren, besiedelt. New Hampshires Geschichte beschreibt den Weg von der Wildnis über eine Ackerbaugesellschaft zu einer Industriegesellschaft.

Gliederung

New Hampshire besteht aus den Counties:
- Rockingham,
- Strafford,
- Belknap,
- Merrimack,
- Hillsborough,
- Cheshire,
- Sullivan.
- Grafton,
- Carrol und
- Coos Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Manchester - 109.310
- Nashua - 87.411
- Concord - 42.345
- Rochester - 29.757
- Dover - 28.495
- Keene - 22.955
- Portsmouth - 20.786 Siehe auch: Sherman Adams, Liste der Gouverneure von New Hampshire, Liste der Städte in New Hampshire, Liste der Countys in New Hampshire

Weblinks


- http://usa.usembassy.de/newhampshire.htm - Public Domain Quelle dieses Textes
- [http://www.nh.gov/ Regierung von New Hampshire]
- [http://www.visitnh.gov/ Visit New Hampshire (Touristik-Auskunft)] Kategorie:US-Bundesstaat