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Interzonenturnier Palma 1970

Interzonenturnier Palma 1970

Das Interzonenturnier - ein Schachturnier - in Palma vom 9. November 1970 bis zum 12. Dezember 1970 diente dazu, die Teilnehmer für die Kandidatenwettkämpfe des Jahres 1971 zu bestimmen. Neben dem 1969 von Boris Spasski entthronten Exweltmeister Tigran Petrosjan und dem im Finale der Kandidatenwettkämpfe von 1968 gegen Boris Spasski unterlegenen Viktor Kortschnoi sollten die sechs Erstplazierten des Interzonenturnieres zur Teilnahme an den Kandidatenturnieren berechtigt sein. Der Sieger dieser Kandidatenwettkämpfe würde dann 1972 das Recht zur Herausforderung des amtierenden Weltmeisters Boris Spasski erhalten. Für den damals 23jährigen Robert Hübner bedeutete die Qualifikation zu den Kandidatenturnieren den internationalen Durchbruch. Auch Wolfgang Uhlmann aus der DDR gelang zum ersten und gleichzeitig letzten Mal die Qualifkation zu einem Kandidatenturnier.

Abschlußtabelle

Kategorie:Schachturnier

Interzonenturnier

Das Interzonenturnier war eine 1948 von der FIDE eingeführte Qualifikationsetappe bei der Ermittlung des Herausforderers des Schachweltmeisters. Die FIDE hat 1997 den Austragungsmodus geändert. Das letzte Interzonenturnier fand 1993 in Biel/Bienne statt. Für das Interzonenturnier qualifizierten sich die Sieger aus den Zonenturnieren sowie vorqualifizierte Spieler aus dem vorherigen Zyklus. Ein Zyklus dauerte (inklusive WM-Wettkampf) drei Jahre. Eine vorbestimmte Anzahl an hochplatzierten Spielern qualifizierte sich für das Kandidatenturnier. Von 1948 bis 1970 gab es jeweils ein Interzonenturnier mit 20-24 Teilnehmen und man spielte jeder gegen jeden. Von 1973 bis 1979 gab es zwei Interzonenturniere pro Zyklus mit 18 bis 20 Teilnehmern. Von 1982 bis 1987 gab es drei Interzonenturniere pro Zyklus mit jeweils bis zu 18 Teilnehmern. 1990 und 1993 gab es die beiden letzten Interzonenturniere, beide waren im Schweizer System ausgespielte Turniere mit 64 bzw 73 Teilnehmern.

Interzonenturniere 1948-1970

Interzonenturniere 1973-1979

Interzonenturniere 1982-1987

Interzonenturniere 1990-1993

Kategorie:Schachturnier Kategorie:Liste (Sport)

Liste der bedeutendsten Schachturniere

In Deutschland wurde das erste Schachturnier am 7. und 8. September 1862 in Düsseldorf durchgeführt. Von den 8 Teilnehmern belegte Max Lange den ersten Platz vor Otto Wülfing.

19. Jahrhundert

20. Jahrhundert

(1901-1949)

(1950-1959)

(1960-1969)

(1970-1979)

(1980-1989)

(1990-2000)

21. Jahrhundert

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Palma

Palma (auch Ciudad de Mallorca, spanisch Palma de Mallorca) ist die Hauptstadt Mallorcas und auch der Sitz der autonomen Regierung der Balearen mit 323.250 Einwohnern (Dezember 2003). Die Fläche der Gemeinde beträgt 208 km2. Vor etwa 2000 Jahren eroberte Quintus Caecilius Metellus mit seiner Flotte Mallorca. Als eine seiner ersten Amtshandlungen gründete der römische Konsul die Stadt Palma. Nach den Römern kamen Vandalen, Byzantiner, Araber, Pisaner, Bourbonen, Katalanen und mit ihnen ihre Baumeister, die auf den Balearen, vor allem in Palma, ihre Spuren hinterließen. Die architektonischen Glanzlichter der Stadt stammen meist aus der Zeit der Gotik und des modernisme, der katalanischen Variante des Jugendstils. Jugendstil Die Altstadt von Palma wird von großen Boulevards begrenzt, den sogenannten Avingudes, die dort verlaufen, wo bis 1902 die Stadtmauer stand. Die Altstadt ist durch viele enge malerische Gässchen geprägt. Die Hafenstadt wird baulich dominiert von der Kathedrale La Seu, Basilika Sant Francesc und überragt vom Castell de Bellver, einer runden Festung. Im Osten schließt ein etwa 9 km langer Strand (Platja de Palma) an die Stadt an, der bis S'Arenal reicht, im Westen folgen die Buchten Cala Major und Illetes. Der Flughafen (Aeroport) von Palma de Mallorca heißt Son Sant Juan. In Palma erscheint die katalanischsprachige Tageszeitung Diari de Balears.

Sehenswertes

In Palma wirkte und starb der katalanische Maler Joan Miró. Am Sitz seines Ateliers befindet sich heute die Fundació Pilar i Joan Miró a Mallorca wo neben seinem Atelier auch ausgewählte Werke besichtigt werden können.

Strände

Platges i cales (Strände und Badebuchten) die sich im Verwaltungsbezirk von Palma befinden: S'Arenal (Platja de Palma), C'an Pere Antoni, C'an Pastilla, Cala Estancia, Son Caios, Cala Gamba, Ciuda Jardin und Cala Major

Weblinks


- [http://www.a-palma.es Website der Stadt Palma]
- [http://www.hot-maps.de/europe/spain/balearen/palma_de_mallorca/homede.html Stadtplan Palma]
- [http://www.mallorca-picture.de/palma/index.htm Bildergalerie von Palma] Palma de Mallorca Kategorie:Ort mit Seehafen

Boris Spasski

Boris Wassiljewitsch Spasski (russisch Борис Васильевич Спасский, wiss. Transliteration Boris Vasil'evič Spasskij;
- 30. Januar 1937 in Leningrad (heute Sankt Petersburg)) ist ein in Frankreich lebender russisch-französischer Schachspieler und der 10. Schachweltmeister in der Geschichte des Schachs.

Leben

Schachweltmeister

Jugend

Spasski lernte Schach bereits frühzeitig: als 9-Jähriger trat er der Schachsektion im Leningrader Pionierpalast bei. Sein enormes Talent wurde sofort erkannt und staatlich gefördert. Neben der Bereitstellung eines angesehenen Trainers (Wladimir Zak) erhielt Spasski ein monatliches Stipendium. Bereits als 10-Jähriger errang er den sowjetischen Spielgrad der 1. Kategorie, als 11-Jähriger gewann er die Meisterschaft seiner Schachsektion. 1952 nahm er am Halbfinale zur UdSSR-Meisterschaft in Riga teil und errang 50 Prozent der möglichen Punkte. Im gleichen Jahr wurde er Zweiter bei der Leningrader Meisterschaft. Seine Erfolge veranlassten den sowjetischen Schachverband, ihn 1953 zu seinem ersten internationalen Turnier nach Bukarest zu entsenden. Spasski teilte Platz 4 bis 6 und erhielt daraufhin, als 16-Jähriger, vom Weltschachbund FIDE den Titel Internationaler Meister verliehen.

Jugendweltmeister und Großmeister

Seine Erfolgsserie riss nicht ab: 1954 gewann er das angesehene Turnier der jungen sowjetischen Meister in Leningrad und wurde im Halbfinale zur 22. UdSSR-Meisterschaft Vierter, was ihn zur UdSSR-Meisterschaft 1955 qualifizierte. Bei der UdSSR-Meisterschaft, die zugleich ein Zonenturnier der FIDE war, gelangte Spasski auf den geteilten 2. bis 6. Platz und qualifizierte sich für das Interzonenturnier. Im gleichen Jahr wurde Spasski in Antwerpen Jugendweltmeister und nahm in Göteborg am Interzonenturnier teil, bei dem er auf den geteilten 7. bis 9. Platz gelangte und sich somit für das Kandidatenturnier in Amsterdam 1956 qualifizierte. Für seine Erfolge verlieh ihm die FIDE 1956 den Titel eines Großmeisters.

Jahre der Stagnation

Sein geteilter 3. bis 7. Platz im Amsterdamer Kandidatenturnier war gleichfalls ein großer Erfolg für den 19-Jährigen, doch ein weiterer großer Sieg blieb ihm in den nächsten Jahren versagt. Zwei mal (1958 und 1961) verlor er, jeweils in Führung liegend, seine Letztrundenpartie bei UdSSR-Meisterschaften. Er gewann zwar die 29. UdSSR-Meisterschaft 1961, doch war diese kein Zonenturnier der FIDE. Erst durch einen geteilten 1.-4. Platz beim Zonenturnier der UdSSR 1964 konnte er sich wieder für das Interzonenturnier qualifizieren. Beim im gleichen Jahr in Amsterdam ausgerichteten Interzonenturnier teilte er ebenfalls den 1.-4. Rang.

Der erste Anlauf auf den Weltmeisterthron

Sein Erfolg berechtigte ihn zur Teilnahme am Kandidatenturnier 1965, das erstmals in Wettkampfform ausgerichtet wurde. Er traf im Viertelfinale auf Paul Keres, den er mit 5-3 (+4-2=4) ausschaltete, im Halbfinale schlug er Efim Geller noch deutlicher 5,5-2,5 (+3-0=5) und gewann das Finale gegen Ex-Weltmeister Michail Tal mit 7-4 (+4-1=6). Seinen ersten Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft verlor er 1966 gegen Tigran Petrosjan knapp mit 11,5-12,5 (3 Siege, 4 Niederlagen, 17 Unentschieden). Spasski stand für den nächsten WM-Zyklus der erneute Gang durch die Kandidatenkämpfe bevor. Als Verlierer des WM-Kampfes war er für das Kandidatenturnier 1968 vorberechtigt. Im Viertelfinale traf er erneut auf Efim Geller, den er mit dem gleichen Resultat wie 1965 schlug: 5,5-2,5 (+3-0=5). Im Halbfinale besiegte er den Dänen Bent Larsen 5,5-2,5 (+4-1=3), im Finale schließlich den Leningrader Viktor Kortschnoi 6,5-3,5 (+4-1=5) und wurde erneut Herausforderer von Tigran Petrosjan.

Weltmeister 1969 bis 1972

Im Weltmeisterschaftskampf 1969 erwies sich Spasski als bedeutend besser vorbereitet. Er besiegte Petrosjan mit 12,5-10,5 (6 Siege, 4 Niederlagen, 13 Unentschieden) und wurde der 10. Schachweltmeister in der Geschichte. Am 1. September 1972 verlor er den Titel in Reykjavik gegen Bobby Fischer (3 Siege, 6 Niederlagen, 11 Unentschieden), gegen den er bis dahin eine positive Bilanz hatte. Durch seine Niederlage im durch die Massenmedien zum Wettkampf der Systeme (Match des Jahrhunderts) hochstilisierten Match mit dem US-Amerikaner fiel Spasski in der Heimat in Ungnade. Ihm wurde vorgeworfen, seinen Titel leichtfertig durch schlechte Vorbereitung verspielt zu haben. In Reykjavik standen Spasski zahlreiche sowjetische Großmeister als Helfer zur Verfügung, während Fischer keinen Sekundanten oder Mitarbeiter akzeptierte. Spasski rehabilitierte sich 1973 durch einen Sieg bei der 41. UdSSR-Meisterschaft.

Letzte Kandidatenkämpfe

1974 scheiterte er im Halbfinale der Kandidatenkämpfe gegen den jungen Spitzenspieler Anatoli Karpow, der 1975 nach Fischers Rückzug vom Schach der 12. Weltmeister wurde. 1977 verlor Spasski das Kandidatenfinale gegen Viktor Kortschnoi und 1980 bereits das Viertelfinale (gegen Lajos Portisch). Spasski unternahm bis auf das Kandidatenturnier von Montpellier 1985 (6.-7. Platz) keine weiteren Versuche, sich erneut für einen Weltmeisterschaftskampf zu qualifizieren. Seit 1976 lebt er in Frankreich und nahm auch die französische Staatsbürgerschaft an. Er spielte für seine neue Heimat an den Schacholympiaden 1984, 1986 und 1988.

Für Solingen in der Schachbundesliga

Spasski bereicherte durch sein Engagement bei der Solinger SG 1868 auch das deutsche Schachleben. Er spielte für die Solinger seit Einführung der eingleisigen Schachbundesliga von der Saison 1980/1981 bis 1989/1990 und wurde mit den Klingenstädtern 1981, 1987 und 1988 Deutscher Mannschaftsmeister. 1991 half er seinem deutschen Klub bei der Erringung des Europapokals für Vereinsmannschaften.

Die letzte Show mit Bobby Fischer

1992 spielte Spasski einen Schaukampf gegen seinen Freund Bobby Fischer, den er mit 12,5-17,5 verlor. Dieser Wettkampf, der nach 20 Jahren Schachabstinenz des Amerikaners ausgerichtet wurde, fand im vom Bürgerkrieg heimgesuchten und von den USA mit Wirtschaftssanktionen belegten Jugoslawien statt. Daß Fischer sich wieder zum Schachbrett begab, wurde von der Schachwelt als eine Sensation wahrgenommen, für deren Zustandekommen auch die Person Spasskis mitverantwortlich war. Die Verfolgungen, die Fischer infolge dieser Veranstaltung durch den US-Staat zu gewärtigen hatte und die ihm 2004 sogar einen Gefängnisaufenthalt in Japan und die drohende Abschiebung in die USA bescherten, nötigten Spasski (während Fischers Inhaftierung in Japan) zu einem offenen Brief an den US-Präsidenten George W. Bush, in dem er um eine Korrektur des Fehlers von Präsident François Mitterrand von 1992 bat: Bobby und ich begingen dasselbe Verbrechen. (...) Verhaften Sie mich! Fischer fand später poltisches Asyl in Island.

Stil

Spasski galt als einer der begabtesten Spieler überhaupt. Zu seiner besten Phase, Ende der 50er und über die ganzen 60er Jahre hinweg, war er als ein besonders feiner Angriffsspieler gefürchtet, der aber auch alle anderen Phasen der Partie außerordentlich präzise behandelte. In der damaligen Sowjetunion prägte man infolge Spasskis Schachstil den Begriff Universalstil, der als geradezu höchste Auszeichnung für die Spielweise eines Meisters galt. Nachdem er sein Ziel erreichte und Weltmeister geworden war, fehlte ihm allerdings der unbedingte Wille, sein Potential voll auszuschöpfen.

Popularität

Eine der brillantesten Schachpartien, die Spasski je gewann, ist in die Filmgeschichte eingegangen: Im James Bond-Film From Russia With Love (1963) gibt es eine Sequenz (mit der Figur Großmeister Kronsteen), in der zwei Schachmeister einander am Brett gegenüber sitzen. Auf dem Brett ist (minimal geändert) die entscheidende Position aus Spasski – Bronstein, UdSSR-Meisterschaft 1960, aufgestellt, in der Spasski den Gewinnzug ausführte. Seine ELO-Zahl beträgt 2548 (Stand Juli 2005)

Partien


- Spasski – Bronstein, UdSSR-Meisterschaft 1960
- Larsen – Spasski, Belgrad 1970

Weblinks


- [http://www.chessbase.com/newsdetail.asp?newsid=1843 Spassky to Bush: Arrest me!]
- [http://www.wtharvey.com/spas.html 25 entscheidende Positionen von seinen Spielen (engl.)]
---- Spasski, Boris Spasski, Boris Spasski, Boris Spasski, Boris ja:ボリス・スパスキー

Viktor Kortschnoi

Viktor Kortschnoi (ehemals russisch Виктор Львович Корчной, wiss. Transliteration Viktor L'vovič Korčnoj;
- 23. März 1931 in Leningrad) ist ein schweizerischer Schachspieler, der 1976 aus der UdSSR emigrierte. Kortschnoi besuchte in Leningrad die Grundschule, studierte sechs Jahre lang Geschichte und schloss 1954 mit dem Diplom ab. Er erlernte das Schachspiel mit sieben Jahren von seinem Vater. 1943 wurde er Mitglied im Schachklub des Leningrader Pionierpalastes. Hier wurde er trainiert von Abram Modelj, Andrej Batujew und Wladimir Zak. 1947 und 1948 wurde er Jugendmeister der UdSSR. 1951 erhielt er den Titel „Schachmeister“, ein Jahr später qualifizierte er sich erstmals für die UdSSR-Meisterschaft. 1954 wurde er Internationaler Meister. Er errang den Großmeistertitel 1956 und zählt seitdem zu den besten Spielern der Welt. Fünfmal gewann er den Titel des UdSSR-Meisters (u. a. 1960 in Leningrad). 1976, anläßlich eines internationalen Turniers in Amsterdam, emigrierte er. Er ließ in der UdSSR seine Ehefrau und seinen Sohn zurück. Mit Hilfe der FIDE versuchte er danach, für seine Familie eine Ausreisegenehmigung zu erhalten. Zunächst hielt er sich in den Niederlanden, dann in der Schweiz auf, für die er seitdem bei Turnieren antritt. Nach seiner Emigration entsandte die sowjetische Schachföderation ihre eigenen Großmeister nur noch zu Turnieren, bei denen Kortschnoi nicht ebenfalls eingeladen war. Diese Praxis wurde erst 1984 wieder aufgehoben, nachdem Kortschnoi auf einen kampflosen Sieg im Kandidatenhalbfinale 1983/1984 gegen Garri Kasparow verzichtet hatte und u. a. zu der Bedingung, dass er künftig zu Turnieren mit sowjetischer Beteiligung eingeladen würde, gegen ihn antrat. Kortschnoi unterlag Kasparow mit 4-7. 1974 unterlag er im Kandidatenfinale gegen Karpow, der ein Jahr später kampflos Weltmeister wurde. Im Kandidatenturnier 1977/78 besiegte er Tigran Petrosjan, Lew Polugajewski und im Finale Boris Spasski und qualifizierte sich so für das Weltmeisterschafts-Match gegen Anatoli Karpow. Sein Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft 1978 in Baguio (Philippinen) gegen Anatoli Karpow fand in einem politisch angeheizten Klima statt: Kortschnoi machte Karpow, der ein gutes Verhältnis zur sowjetischen Führung hatte, für die politischen Verhältnisse in der UdSSR mitverantwortlich. Im Ergebnis verlor er knapp mit 5-6 bei 21 Unentschieden. Im nächsten Kandidatenturnier 1980/81 bezwang Kortschnoi erneut Petrosjan und Polugajewski sowie im Finale Robert Hübner und qualifizierte sich erneut für das WM-Finale gegen Karpow. Auch 1981 in Meran konnte er den Titel gegen Karpow nicht gewinnen. Trotz seines für Spitzenschach hohen Alters nimmt er bis heute auf hohem Niveau an Schachturnieren teil. Sein kompromissloser Stil brachte ihm den Spitznamen „Viktor der Schreckliche“ ein. Seit dem 21. Mai 1991 ist Kortschnoi verheiratet mit Petra Leeuwerik, die ihn bereits bei seinem WM-Kampf 1978 als Delegationsleiterin unterstützt hatte.

Literatur


- Viktor Kortschnoi: Ein Leben für das Schach. Rau-Verlag, Düsseldorf 1978. ISBN 3-7919-0170-2
- Viktor Kortschnoi: Meine besten Kämpfe. 1952 bis 1988. Rau-Verlag, Düsseldorf 1978. ISBN 3-7919-0177-X
- Viktor Kortschnoi: Praxis des Turmendspiels. Olms-Verlag, Zürich 1999. ISBN 3-283-00287-8
- Viktor Kortschnoi: Meine besten Kämpfe, Bd. 1, Partien mit Weiß. Olms-Verlag, Zürich 2001. ISBN 3-283-00407-2
- Viktor Kortschnoi: Meine besten Kämpfe, Bd. 2, Partien mit Schwarz Olms-Verlag, Zürich 2001.
- Viktor Kortschnoi: Mein Leben für das Schach. Olms-Verlag, Zürich 2004. ISBN 3-283-00409-9

Weblinks


-
- [http://www.wtharvey.com/korc.html 20 entscheidende Positionen von seinen Spielen (engl.)] Kortschnoi, Viktor Kortschnoi, Viktor Kortschnoi, Viktor Kortschnoi, Viktor Kortschnoi, Viktor Kortschnoi, Viktor Kortschnoi, Viktor

DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein deutscher Staat, der vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 existierte. Sie wurde 1949 aus der Sowjetischen Besatzungszone und dem Ostsektor Berlins gegründet und bezeichnete sich selbst als sozialistischen Staat. Die DDR wurde aufgrund des Alleinvertretungsanspruchs in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) anfangs und bis in die 1960er Jahre vornehmlich als Sowjetisch Besetzte Zone (SBZ), Sowjetzone und Ostzone oder einfach nur als Zone bezeichnet. Im Hinblick auf die bezweifelte Demokratie (für die das zweite ‚D‘ der Abkürzung steht) wurde sie insbesondere in konservativen und rechten Kreisen in der Bundesrepublik auch als „die sogenannte DDR“ bezeichnet, oder die Abkürzung wurde mit Anführungszeichen geschrieben.

Geschichte

Siehe auch:
- Geschichte der DDR
- Geschichte Deutschlands Die DDR wurde auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone und dem sowjetischen Sektor Berlins am 7. Oktober 1949 fünf Monate nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland errichtet. Politisch wurde sie von Anfang an durch die SED dominiert und war Teil des unter der Hegemonie der Sowjetunion stehenden Ostblocks. Von 1949 bis 1971 war Walter Ulbricht als Erster Sekretär des Zentralkomitees (ZK) der SED der faktische Machthaber, von 1971 bis 1989 Erich Honecker (ab 1976 mit dem Titel Generalsekretär) und vom 18. Oktober 1989 bis zum Rücktritt des gesamten Politbüros der SED am 3.Dezember Egon Krenz. Zunächst betrieb die Sowjetunion die Angleichung der DDR an das zentralkommunistische System weniger stark, um die Chance auf eine politisch neutrale und vielleicht auch sowjetisch dominierte deutsche Einheit nicht zu verspielen. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit der Ablehnung der Stalinnote 1952 durch die Bundesregierung unter Konrad Adenauer und durch die Westalliierten. Die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Verstaatlichung der Betriebe wurden massiv vorangetrieben. Die Länder der DDR wurden 1952 aufgelöst und durch Bezirke ersetzt. Am 17. Juni 1953 kam es in Ost-Berlin zu Demonstrationen gegen erhöhte Arbeitsnormen, die sich in weiten Teilen des Landes zu teilweise sehr umfangreichen Aufständen auch gegen die Parteidiktatur der SED ausweiteten. Diese wurden militärisch von den in der DDR stationierten sowjetischen Truppen niedergeschlagen; dabei kam es auch zu Todesfällen. Aufständen auch gegen die Parteidiktatur der SED Da die Wirtschaft der DDR sich auch aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen (die DDR leistete umfangreiche Reparationszahlungen an die Sowjetunion und verzichtete auf Grund des Drucks aus Moskau auf die finanziellen Leistungen aus dem Marshallplan zum Wiederaufbau Europas), aber auch aufgrund der Kollektivierung langsamer entwickelte als die der Bundesrepublik Deutschland und wesentliche Freiheiten nicht gewährt wurden, siedelten von 1945 bis 1961 etwa zwei Millionen Menschen aus freiem Willen, durch Abwerbung (meist durch attraktive Arbeitsplatzangebote) oder auf der Flucht vor Repressionen von der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über. Dies wurde für die DDR wirtschaftlich bedrohlich, da überdurchschnittlich viele junge und gut ausgebildete Menschen den Staat verließen. „Republikflucht“ wurde daher in der DDR zur Straftat erklärt, die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland durch Sperranlagen, lebensbedrohende Minensperren, Selbstschussanlagen und gezielt schießende Grenzsoldaten „gesichert“. Bei dem Versuch, dieses Sperrsystem, von der DDR als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet, zu überwinden, wurden mehrere hundert Menschen an der innerdeutschen Grenze getötet. Die durch die DDR verübten Menschenrechtsverletzungen, darunter die an der innerdeutschen Grenze, wurden in der Bundesrepublik Deutschland von der eigens eingerichteten Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter dokumentiert. Die noch offene Grenze in Berlin wurde ab dem 13. August 1961 durch die Berliner Mauer verschlossen, die damit zum Symbol der Teilung Deutschlands und Europas wurde. Im Zuge der Ostpolitik der bundesdeutschen Regierungen seit 1966, die hauptsächlich von Willy Brandt (Außenminister 1966–69 und Bundeskanzler 1969–74) formuliert wurde, kam es zur Annäherung zwischen DDR und BRD. Diese gab ihren Alleinvertretungsanspruch auf; die DDR erkannte an, dass die Deutschen ein Volk sind, das lediglich in zwei Staaten lebte. Daraufhin wurden 1973 beide deutschen Staaten Mitglieder der UNO. Im Sommer und Herbst 1989 flohen immer mehr Bürger der DDR über Ungarn, das am 2. Mai 1989 seine Grenze zu Österreich geöffnet hatte und ab dem 11. September 1989 auch DDR-Bürgern offiziell die Ausreise nach Österreich erlaubte, sowie über die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in ostmitteleuropäischen Staaten, vor allem in Prag. Da die DDR-Führung die Umgestaltungspolitik des sowjetischen Generalsekretärs Michail Gorbatschow nicht nachvollziehen wollte, destabilisierte sich die DDR zunehmend von innen heraus. Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und die auf der sowjetischen Perestroika-Politik beruhenden, von Honecker aber enttäuschten Hoffnungen auf freiheitliche Veränderungen führten im Rahmen der Friedensgebete besonders der Evangelischen Kirche 1989 zu regelmäßigen Protestdemonstrationen. Diese weiteten sich vor allem in Leipzig sehr schnell zu Großdemonstrationen aus, die friedlich blieben - anders als die Protestdemonstrationen wegen der erzwungenen Durchreise der Botschaftsflüchtlinge aus Prag und Warschau, die am Hauptbahnhof Dresden zu heftigen Ausschreitungen führten. Am 18. Oktober 1989 musste Honecker unter dem Druck der öffentlichen Proteste zurücktreten, wie wenige Tage später die vollständige DDR-Regierung. Am 9. November wurde die Berliner Mauer geöffnet. Am 17. November wählte die Volkskammer Hans Modrow, bisheriger 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED Dresden, zum neuen Vorsitzenden des Ministerrates. In dessen Regierungszeit wurden die Runden Tische zur zweiten demokratischen Diskussionsebene. Die Montagsdemonstrationen der DDR-Bevölkerung und die Maueröffnung führten schließlich zum Zusammenbruch des SED-Regimes. Die unbewaffneten Montagsdemonstranten blieben friedlich, und die bewaffneten Organe der DDR, die vor allem 1989 noch mit Prügeleien und Verhaftungen auf die Demonstrationen reagiert hatten, verzichteten, wohl auch angesichts der zunehmenden Masse der Demonstranten, weitgehend auf die gewaltsame Auflösung der Versammlungen. Der bewusste Verzicht auf Gewalt wurde am deutlichsten bei der großen Leipziger Demonstration, in deren Vorfeld es dazu öffentliche Absprachen zwischen SED-Bezirksleitung und prominenten DDR-Bürgern (u. a. Kurt Masur) gab. Bei den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990 wurde die Allianz für Deutschland, ein Wahlbündnis aus CDU-Ost, DSU und DA, mit 48,15 Prozent der abgegebenen Stimmen Wahlsieger. Auf Basis des Einigungsvertrags trat die Deutsche Demokratische Republik am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei.

Politik

Siehe auch: Politisches System der DDR Die offiziellen staatlichen Institutionen übten zwar formell die Macht aus, konnten faktisch aber bis 1989 nur Beschlüsse der tatsächlichen Machthaber bestätigen:
- Volkskammer (Parlament)
- Ministerrat (Regierung)
- Staatsrat (kollektives Präsidial-Gremium, dessen Vorsitzender das Staatsoberhaupt war, eingesetzt nach dem Tod des ersten und einzigen Präsidenten Wilhelm Pieck) Tatsächlich kontrolliert wurde der Staat durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und die Sowjetunion. Der absolute Führungsanspruch der SED war seit 1968 auch offiziell in der Verfassung der DDR verankert. In Artikel 1 der Verfassung hieß es: :Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei. Ihre Führungsrolle setzte sie durch die Nomenklatur, einen umfangreichen Überwachungs- und Spitzelapparat (Ministerium für Staatssicherheit), die Zensur von Printmedien, Hörfunk und Fernsehen und Repressalien gegen politisch Andersdenkende durch. Unter dem Druck der friedlichen Revolution, der so genannten Wende, wurde dieser Führungsanspruch am 1. Dezember 1989 von der alten DDR-Volkskammer aus der Verfassung gestrichen. Die DDR war international im Warschauer Vertrag und im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) eingebunden und seit 1973 Mitglied der Vereinten Nationen. Das Rechtswesen der DDR entsprach nicht dem Standard für einen Rechtsstaat. In der DDR waren Rechtsanwälte nicht unabhängig vom Staat. Sie hatten kein Recht auf Akteneinsicht. Rechtsanwälte bekamen, wie die Richter, lediglich einen zusammenfassenden Bericht. Die Möglichkeit, selber die Akten durch einen Rechtsanwalt (insbesondere in Strafprozessen) überprüfen zu lassen, bestand nicht. Politische Häftlinge gab es in der DDR-Terminologie nicht, sie wurden kriminalisiert und als Straftäter bezeichnet. Zusätzlich erfolgte eine Politisierung der gesamten Gesellschaft. Mit der Ideologisierung und der damit verbundenen Zensur in Medien, Literatur und Kunst wurde gleichzeitig mit einer neuen Terminologie ein Feindbild propagiert, welches vor allem die Jugend verinnerlichen sollte.

Bewaffnete Organe


- 1948 entstanden mit den kasernierten Bereitschaften die ersten bewaffneten Einheiten nach dem Krieg. Sie wurden 1952 in die Kasernierte Volkspolizei überführt, die Vorläufer der NVA waren. Parallel wurde die Volkspolizei-See und -Luft geschaffen. Im Laufe des Jahres 1956 wurden die meisten Einheiten in die NVA überführt.
- Die Nationale Volksarmee (NVA) wurde am 1. März 1956 gegründet. Seitdem wurde der 1. März als Tag der NVA begangen. Sie bestand aus den Landstreitkräften (LaSK), der Volksmarine (VM) und den Luftstreitkräften/Luftverteidigung (LSK/LV).
- Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse
- Die Grenztruppen der DDR gehörten nicht zur NVA, waren aber wie die Nationale Volksarmee dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt und für die Bewachung der Grenzen der DDR zuständig.
- Deutsche Volkspolizei
  - VP-Bereitschaft (Bereitschaftspolizei)
  - Verkehrspolizei
  - Transportpolizei (Trapo)
  - Kasernierte Einheiten des Ministeriums des Innern (MdI)
- Ministerium für Staatssicherheit (MfS)
  - Zollverwaltung der DDR
- Zivilverteidigung der DDR Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) wurde 1952 gegründet und war eine von mehreren paramilitärischen Organisationen im Umfeld der NVA. Sie trug zur Militarisierung der Gesellschaft bei, indem sie die gesetzlich vorgeschriebene vormilitärische Ausbildung an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchführte. Die Rolle der NVA bei der Niederschlagung des Prager Frühlings: Die 7. Panzerdivision und die 11. Motorisierte Schützendivision sollten ursprünglich mit in die ČSSR einmarschieren. In der Realität jedoch leisteten sie nur logistische Hilfe und standen direkt an der Grenze DDR / ČSSR zur militärischen Absicherung der Operation. Diverse Verbindungsoffiziere, NVA-Nachrichtensoldaten und auch MfS-Offiziere waren direkt in der ČSSR im verdeckten oder korrespondierenden Einsatz.

Parteien

Herrschende Partei der DDR war die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Ihr Führungsanspruch war seit 1968 in der Verfassung festgeschrieben und manifestierte sich auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens in der DDR. Neben der SED gab es vier weitere Parteien, die mit der SED und einigen Massenorganisationen im so genannten demokratischen Block (Nationale Front) zusammenarbeiteten, die so genannten Blockparteien:
- Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU)
- Liberaldemokratische Partei Deutschlands (LDPD)
- Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD)
- Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) Sie waren zwar formal an den meisten Gremien und Organen der DDR beteiligt, hatten aber de facto keinen wirklichen Anteil an der Macht. Ferner wurde die Mitgliederanzahl der Blockparteien limitiert. In der Zeit der Wende gründeten sich 1989 zahlreiche neue Parteien und Bürgerbewegungen. Dies waren unter anderem:
- Neues Forum
- Demokratie jetzt
- Initiative für Frieden und Menschenrechte
- Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP)
- Vereinigte Linke
- Demokratischer Aufbruch (DA)
- Deutsche Soziale Union (DSU)
- Grüne Partei
- Unabhängiger Frauenverband Zur einzigen freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 traten neben den alten DDR-Parteien, die meist inzwischen komplett andere Ziele vertraten, auch viele der neu gegründeten Parteien und Bürgerbewegungen an, teilweise in dazu gegründeten Wahlbündnissen. Die SED änderte noch 1989 ihren Namen in SED/PDS (Partei des demokratischen Sozialismus) und benannte sich Anfang 1990 in PDS um.

Massenorganisationen

Neben den Parteien gehörte eine Reihe so genannter Massenorganisationen zur Nationalen Front. Sie waren teilweise mit eigenen Mandaten in den Volksvertretungen bis hin zur Volkskammer vertreten. Die überwiegende Mehrheit der DDR-Bürger im schulpflichtigen oder erwerbstätigen Alter war in einer oder mehreren dieser Organisationen Mitglied.
- Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB)
- Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD)
- Freie Deutsche Jugend (FDJ)
- Pionierorganisation Ernst Thälmann
- Gesellschaft für Sport und Technik (GST)
- Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF)
- Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB)
- Volkssolidarität
- Kulturbund

Flagge und Wappen

Drei waagerechte Streifen in den traditionellen deutsch-demokratischen Farben Schwarz-Rot-Gold mit dem Staatswappen der DDR in der Mitte, bestehend aus Hammer und Zirkel, umgeben von einem Ährenkranz als Symbol des Bündnisses von Arbeitern, Bauern und Intelligenz. Erste Entwürfe des Wappens von Fritz Behrendt enthielten nur Hammer und Ährenkranz, als Ausdruck des „Arbeiter- und Bauernstaates“. Die endgültige Version beruhte hauptsächlich auf der Arbeit von Heinz Behling. Mit Gesetz vom 26. September 1955 wurde das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz bestimmt, als Staatsflagge aber weiter „nur“ Schwarz-Rot-Gold. Mit Gesetz vom 1. Oktober 1959 wurde das Wappen in die Staatsflagge eingefügt. Das öffentliche Vorzeigen dieser Flagge wurde bis Ende der 1960er in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin als ein Verstoß gegen Verfassung und öffentliche Ordnung angesehen und durch polizeiliche Maßnahmen verhindert (vergleiche Erklärung der Innenminister von Bund und Ländern, Oktober 1959). Erst 1969 verfügte die Bundesregierung, „daß die Polizei nirgendwo mehr gegen die Verwendung von Flagge und Wappen der DDR einschreiten sollte.“ Auf Antrag der DSU beschloss die erste frei gewählte Volkskammer der DDR am 31. Mai 1990, dass das DDR-Staatswappen innerhalb einer Woche in und an öffentlichen Gebäuden entfernt werden sollte. Dennoch fand es bis zum offiziellen Ende der Republik beispielsweise auf Dokumenten weiter vielfältige Verwendung.

Gesellschaftliches Leben

Verbände


- Deutscher Anglerverband (DAV)
- Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW)
- Nationales Olympisches Komitee der DDR (NOK)
- Deutscher Fußball-Verband (DFV)
- Leopoldina, Halle (Saale)
- Urania
- Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK)
- Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB)
- Kammer der Technik (KdT)
- Domowina (Bund der Sorben in der Lausitz)
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
- Liga für Völkerfreundschaft
- Friedensrat der DDR
- Allgemeiner Deutscher Motorsportverband (ADMV)
- Nationaler Rat der DDR zur Pflege und Verbreitung des Deutschen Kulturerbes

Schulsystem der DDR

Hauptartikel: Bildungssystem der DDR Das sozialistische Bildungssystem der DDR war im wesentlichen als ein einheitliches Gesamtschulsystem konzipiert, mit anschließenden tertiären Bildungseinrichtungen. Aufbauend auf der Vorschulerziehung im Kindergarten und der ab den 1960er Jahren für alle Kinder verbindlichen zehnklassigen polytechnischen Oberschule (POS) folgten
- eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung (Abschluss Facharbeiter)
- eine dreijährige Berufsausbildung (Facharbeiterbrief mit Abitur) oder
- eine Abiturausbildung auf der Erweiterten Oberschule (EOS). Diese begann bereits nach der 8. Klasse der POS und führte in vier Jahren zum Abitur. Erst ab Beginn der 1980er Jahre schlossen sich 2 Jahre EOS an die Beendigung der zehnjährigen POS an. Wesentliche Merkmale des Schulsystems der DDR waren
- die Einheitlichkeit der Bildungsinhalte für alle Kinder bis Klasse 10 bei zunehmenden Möglichkeiten einer Differenzierung, insbesondere nach Klasse 10; Folge dieser Einheitlichkeit waren die identischen Abschlussprüfungen der 10. Klasse beziehungsweise des Abiturs an jeweils gleichen Tagen,
- die gezielte Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt durch polytechnische Ausbildung und eine Schwerpunktsetzung auf die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer,
- das Bemühen um eine Einheit von Bildung und Erziehung mit dem Ziel der vollständigen Integration der Absolventen in die sozialistische Gesellschaft.

Religionen

In der DDR gab es verschiedene Religionsgemeinschaften. Die größte Rolle spielten die christlichen Kirchen, insbesondere die seit 1969 im Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zusammengeschlossenen acht evangelischen Landeskirchen und, mit weit weniger Mitgliedern, die römisch-katholische Kirche, aber auch verschiedene Freikirchen, zum Beispiel der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR. 1950 gehörten etwa 85% der DDR-Bürger der evangelischen und etwa 10% der katholischen Kirche an. Bis 1989 ging der Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung auf etwa 25% bei den Protestanten und 5% bei den Katholiken zurück. Neben christlichen gab es jüdische Gemeinden, sowie vereinzelt ab den 1980er Jahren buddhistische, hinduistische und muslimische Gruppen. Die religiösen Organisationen waren die einzigen legalen vom Staat unabhängigen Organisationen. Religionsfreiheit war auch in der DDR in der Verfassung festgeschrieben und wurde formal auch gewährt. Dennoch versuchte die DDR mit unterschiedlichen Methoden, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu entziehen. Ihre schärfste Form hatte die antikirchliche Politik der DDR Anfang der 1950er Jahre. Sie gipfelte 1953 in der Kriminalisierung der „Jungen Gemeinden“. Dies führte zu zahlreichen Relegierungen von Schulen und Universitäten und zu Verhaftungen, die im Juni 1953 jedoch wieder zurückgenommen wurden. Jedoch war auch in den Folgejahrzehnten die Möglichkeit für Kirchenmitglieder, zu studieren und eine staatliche Laufbahn einzuschlagen, erschwert. Folge auch dieser Politik war es, dass die Zahl religiös gebundener Menschen im Laufe der DDR-Geschichte erheblich abnahm. Die Politik der DDR konnte aber nicht verhindern, dass die christlichen Kirchen ein gewisser eigenständiger gesellschaftlicher Faktor blieben. Die Geschichte der Jahre 1989/90 zeigte dann, dass sich gerade in den evangelischen Kirchen als halböffentliche Versammlungsräume ein großer Teil der Menschen fand, teilweise ohne selber religiös zu sein, die zu den Trägern der friedlichen Revolution in der DDR wurden. Siehe auch: Christen und Kirche in der DDR

Kultur und Kunst

Hauptartikel: Kultur in der DDR In der DDR gab es 10.471 allgemeinbildende Schulen (darunter 1.150 Mittelschulen und 373 Oberschulen, d.h. EOS), ausserdem 307 Fachschulen, 46 Hochschulen (darunter 6 Universitäten), 5 Akademien, 86 Theater, 40 Sinfonieorchester, 11.092 Bibliotheken, 284 Heimat- Kunst- und Naturkundemuseen, 803 Kulturhäuser, 451 Klubhäuser, 6 hauptberufliche Volkskunstensembles und 3.078 Kinos (Stand 1957). Die Auftragskunst der DDR und fast sämtliche im Staatsbesitz befindlichen Kunstwerke der DDR wurden kurz vor der Wiedervereinigung vom letzten Kulturminister der DDR Herbert Schirmer aus allen Städten, volkseigenen Betrieben, Schulen, Kulturhäusern, Pionierhäusern, Klubs etc. eingezogen und in die Burg Beeskow gebracht. Es waren 23.000 Werke, bestehend aus 1.500 Gemälden, 12.000 Graphiken, 2000 Zeichnungen, aus Fotos, Plakaten, Plastiken, und Gastgeschenken an staatliche Stellen und Betriebe. Seitdem wurden diese Werke vom Kunstarchiv Beeskow verwaltet, das damit regelmässig Ausstellungen zusammenstellt.

Geografie

Kunstarchiv Beeskow Das Territorium der DDR bestand aus den heutigen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sowie dem Ostteil Berlins. Hinzu kam die Gemeinde Amt Neuhaus, die nach dem Zweiten Weltkrieg dem Land Mecklenburg zugeschlagen worden war und nach der Wiedervereinigung wieder niedersächsisch wurde. Die DDR grenzte an die damalige Bundesrepublik Deutschland, die Tschechoslowakei, Polen sowie die Ostsee. West-Berlin war eine Enklave inmitten der DDR. Die DDR bestand seit 1952 verwaltungstechnisch aus 15 Bezirken. Neben der Hauptstadt Berlin waren das:
- Bezirk Dresden
- Bezirk Karl-Marx-Stadt
- Bezirk Leipzig
- Bezirk Gera
- Bezirk Erfurt
- Bezirk Suhl
- Bezirk Halle
- Bezirk Magdeburg
- Bezirk Cottbus
- Bezirk Potsdam
- Bezirk Frankfurt (Oder)
- Bezirk Neubrandenburg
- Bezirk Schwerin
- Bezirk Rostock Autokennzeichen siehe historische Kennzeichen. Der nördlichste Punkt des DDR-Territoriums war das Kap Arkona auf der Ostsee-Insel Rügen; größter See war die Müritz im Bezirk Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).
- Berge: Fichtelberg 1214 m, Brocken 1142 m, Inselsberg 916 m,
- Gebirge: Erzgebirge, Harz, Sächsische Schweiz, Thüringer Wald, Lausitzer Bergland, Zittauer Gebirge
- Flüsse: Elbe, Saale, Oder, Havel, (Zwickauer und Freiberger) Mulde, Neiße, Spree, Ilm, Peene, Unstrut, Warnow, Werra, Weiße Elster
- Seen: Müritz, Schweriner See, Malchiner See,
- Inseln: Rügen, Usedom, Poel, Hiddensee, Halbinsel Fischland-Darß-Zingst Der Norden und die Mitte sind Teil der Norddeutschen Tiefebene. Charakteristisch für den Norden sind eiszeitlich geformte Moränenlandschaften und zahlreiche Seen (Mecklenburgische Seenplatte). Südlich davon erstrecken sich Hügelländer, in welche große Tieflandsbuchten (Leipziger Tieflandsbucht, Thüringer Becken) hineinragen. Der Süden wird von Mittelgebirgen eingenommen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Lausitzer Bergland)

Sprache

Das Gebiet der ehemaligen DDR gehört zum deutschen Sprachraum. In einigen Kreisen der Bezirke Dresden und Cottbus war auch Sorbisch als die Sprache der sorbischen Minderheit staatlich anerkannt. In den Schulen der DDR war bis zur Wende Russisch die zuerst gelehrte Fremdsprache. Zweite Fremdsprache war meist Englisch, sie wurde fakultativ gelehrt. Alternativen waren Französisch, ganz selten Spanisch und bis in die 1960er Jahre auch Latein, an einzelnen Schulen auch andere Sprachen. Die Kenntnis einer zweiten Fremdsprache war Voraussetzung für die Hochschulreife.

Die deutsche Sprache im Gebiet der DDR von Nord nach Süd


- Von Rügen bis in Höhe der Hauptstadt Berlin sind Dialekte der ostniederdeutschen Sprache vorherrschend. (Entspricht ca. 23% der DDR-Einwohner.)
- Südlich einer gedachten Linie, die vom nördlichen Harz über Stendal, Berlin, Cottbus bis zur Oder verläuft, schließen sich die Dialekte der ostmitteldeutschen Sprache an. Sie werden von der Mehrzahl der Einwohner in den ehemaligen Bezirken Leipzig, Dresden, Halle, Karl-Marx-Stadt, Erfurt, Gera, Magdeburg, Cottbus, Potsdam und in der Hauptstadt Berlin gesprochen. (Entspricht mehr als 70% der DDR-Einwohner.)
- Entlang der früheren DDR-Staatsgrenze in Südthüringen und losgelöst davon weiter östlich im Vogtland und im Erzgebirge sprechen die Einheimischen vorwiegend ostfränkische Mundarten. (Entspricht ca. 5% der DDR-Einwohner.)

Dialekte in den DDR-Bezirken


- Mecklenburgisch-Pommersch – in den Bezirken Rostock, Schwerin und Neubrandenburg
- Mark-Brandenburgisch – in den Bezirken Frankfurt (Oder), Potsdam und Magdeburg
- Berlin-Brandenburgisch – im Bezirk Potsdam und in der Hauptstadt Berlin
- Lausitzisch – in den Bezirken Dresden und Cottbus
- Thüringisch-Obersächsisch – in den Bezirken Leipzig, Dresden, Halle, Magdeburg, Erfurt, Gera, Karl-Marx-Stadt und Suhl
- Ostfränkisch – in den Bezirken Suhl und Karl-Marx-Stadt

Wirtschaft

Ostfränkisch Die DDR war trotz der ihr auferlegten Reparationsleistungen an die Sowjetunion das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Land des RGW und hatte einen höheren materiellen Standard als viele der entwickelten Staaten der Erde. Sie litt jedoch trotzdem ständig unter Devisenknappheit und nicht nachhaltigen Wirtschaftsprozessen. Es herrschte teilweise eine Notlösungswirtschaft. Das vorherrschende Wirtschaftssystem war eine Planwirtschaft mit Fünfjahrplänen und staatlichen Betrieben und Großbetrieben (Kombinate). In sehr kleinem Umfang wurden auch privatwirtschaftliche Kleinstbetriebe geduldet, die nicht vollständig der Planung unterworfen waren. Der erste Fünfjahrplan von 1951 bis 1955 verfolgte hauptsächlich das Ziel, die Folgen der Kriegszerstörungen, Demontagen und Reparationen zu beseitigen und die Produktion speziell der Energiewirtschaft, der Schwer- und chemischen Industrie zu steigern. 1955 existierten in der DDR noch über 13.000 Privatbetriebe, und in der Landwirtschaft war die Kollektivierung erst 1960 abgeschlossen. 1957 produzierte die DDR doppelt soviel wie vor dem 2. Weltkrieg vom Gebiet der späteren DDR produziert wurde. Im gleichen Jahr wurden in der DDR 213 Mio. Tonnen Rohbraunkohle gefördert (50 Prozent der Weltförderung), 32,7 Mio. Kilowatt Strom produziert - etwa soviel wie Belgien, Niederlande, Dänemark und Finnland zusammen, 2,9 Mio Tonnen Stahl (14 mal so viel wie noch 1947), in der Chemieproduktion hatte die DDR weltweit die zweithöchste Produktionsrate und war der grösste Maschinenexporteur unter allen Ostblockstaaten, bis 1965 erreichte die Industrieproduktion etwa das fünffache des Vorkriegsstandes. Anfang der 1970er Jahre war die DDR für kurze Zeit das zehntgrößte Industrieland der Erde, gemessen an ihrer Produktionsleistung. Zur Zeit der Wende nahmen sie noch einen Platz unter den fünfundzwanzig stärksten Industrienationen ein. Dennoch waren in der DDR in einigen Bereichen fast immer Konsumgüter knapp. Zum Beispiel musste man sich für einen Autokauf anmelden und dann je nach Modell bis zu 15 Jahre warten (zu vergleichsweise hohen Preisen). Ein "Schwarzmarkt" wurde teilweise geduldet, so dass die Wartezeit durch Zahlung eines höheren Preises umgangen werden konnte. Preise und Löhne wurden überwiegend staatlich festgelegt. Der einheitliche Verkaufspreis subventionierte besonders grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs. Technische Geräte und andere Waren, die auch gegen Devisen exportiert werden konnten, waren dagegen oft sehr teuer im Vergleich zur Kaufkraft der Menschen. Die Kaltmiete für eine Wohnung betrug je nach Ausstattung etwa 30 bis 80 Mark im Monat, ein Farbfernseher in den 1980er Jahren 7.000 Mark, ein Brötchen fünf Pfennige, ein typisches Auto Trabant 10.000 Mark für den Neuwagen mit Wartezeit und 30.000 Mark ohne Wartezeit. Unter Kennern galt die Faustregel - (Doppelter Neupreis) minus (1000 Mark pro Nutzungsjahr). Der Bau von Einfamilienhäusern wurde zunächst wegen Materialknappheit in nur engen Grenzen ermöglicht (es gab zum Beispiel Vorschriften zur verbauten Menge an Steinen und vorgeschriebene Haustypen in Abhängigkeit von der Familiengröße), erlebte aber durch den nicht ausreichenden staatlichen Wohnungsbau vor allem in den 1980er Jahren einen gewissen Aufschwung. Beliebt waren Schrebergärten und Datschen, sowie Reisen nach Kuba, Ungarn, Bulgarien und in die Sowjetunion. Die Wohnviertel waren nicht so stark nach Einkommensgruppen homogenisiert wie es heute in vielen westlichen Ländern der Fall ist. Angehörige verschiedener sozialer Schichten wohnten oft dicht zusammen. Allerdings wurden die Parteinomenklatura und die Mitarbeiter vieler "Staatsorgane" in bestimmten Wohngebieten durch staatliche Wohnungszuteilungen konzentriert. Das Einkommen einer Verkäuferin (mit etwa 600–800 Mark), eines Ingenieurs (etwa 500–1200 Mark) und eines Bauarbeiters (etwa 900-1800 Mark) unterschied sich in der Höhe und damit auch im Sparpotenzial (Residualeinkommen), die Einkommensschere klaffte aber nicht so stark auseinander wie in den westlichen Industrieländern. Gefragte Handwerker verdienten nicht selten mindestens so gut wie leitende Ärzte. Man konnte diese Unterschiede im täglichen Leben an Statusgegenständen kaum ausmachen, da diese wegen dauernden Mangels kaum erhältlich waren. Sie spielten daher eine weniger beachtete Rolle (Ausnahmen waren beispielsweise Ärzte, die z. B. aufgrund von Bereitschaftsdiensten bevorzugt Telefonanschlüsse erhielten). Trotzdem gelang es vielen, die es sich leisten konnten, sich durch häufige Reisen innerhalb des Ostblocks und teilweise durch westliche Konsumwaren aus der breiten Masse hervorzuheben. Berufsgruppen mit erwartungsgemäß geringem Zulauf von Auszubildenden wurden besonders gefördert, die Lehrstellen- und Studienplatzvergabe wurde anhand des errechneten Bedarfs zentral geplant und über die Schulen als Lenkorgan realisiert. Die gesetzlich festgeschriebene Bildungsfreiheit war durch diese Voraussetzungen teilweise nur mit größeren Hindernissen für den Auszubildenden zu realisieren. Die Versorgung mit knappen Gütern, zum Beispiel einem Telefonanschluss oder Baumaterial, war vielfach von Beziehungen und Zufall, nicht selten auch von der vorgegebenen politischen Einstellung abhängig. Erich Honecker leitete zu Beginn seiner Amtszeit vor allem soziale Reformen ein, die so genannte Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, die auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossen wurde. Er ließ etwas mehr politischen und kulturellen Freiraum, womit auch die Verhandlungen um eine internationale Anerkennung der DDR befördert werden sollten, und versuchte den staatlichen Betrieben mehr Freiräume zu lassen. Honecker galt daher anfangs als Hoffnungsträger. Zugleich ließ er aber in zwei Wellen in den 1970er Jahren bis auf Kleinhandwerker alle Betriebe verstaatlichen, indem sie gezwungen wurden, eine staatliche Mehrheitsbeteiligung zu akzeptieren. Der anfängliche Reformschwung erlahmte jedoch, weil sich die Diskrepanzen zwischen politischer Unterdrückung und gewissen Freiräumen nicht dauerhaft überbrücken ließen. Als besonders misslich erwies sich die erste Ölkrise in den 1970er Jahren, da die DDR-Wirtschaft immer stärker von der Veredlung sowjetischen Erdöls profitierte und zugleich abhängig wurde. Zwar gab die Sowjetunion die Ölpreiserhöhungen nur verzögert weiter, kürzte aber wegen extremer wirtschaftlicher Probleme 1981/82 die Liefermengen erheblich und ließ die Ölpreise im RGW während des Ölpreissturzes 1985 weitgehend unverändert (Regelung im RGW: Durchschnittspreis der jeweils letzten 5 Jahre). Dadurch fehlten der Wirtschaft dringend benötigte Devisen für Investitionen, die der Bereich Kommerzielle Koordinierung aufwändig erwirtschaftete. Zudem torpedierte Honeckers Sozialpolitik ab 1972 das wirtschaftliche Wachstum, weil die Sozialausgaben aufgrund der geringeren Arbeitsproduktivität stetig stärker stiegen als das Nationaleinkommen (vergleichbar dem Bruttosozialprodukt). Mit dem Mikroelektronikprogramm ab 1977 zum Aufbau einer eigenen Mikroelektronikindustrie bis 1990 wurden etwa 15 Mrd. DDR-Mark investiert. So lebte die DDR zu ihrem Ende hin nur noch von der Substanz und Krediten, beispielsweise einem Kredit über eine Milliarde DM von der Bayerischen Landesbank, initiiert von Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Die geringe Arbeitsproduktivität und die ineffizienten Produktionskosten, vor allem aber die Auswirkungen der Währungsunion kurz vor der Wiedervereinigung brachten die Exportwirtschaft 1990 fast zum erliegen. Viele tausende Arbeitsplätze gingen durch die größer werdenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Betriebe verloren. Das geheime so genannte „Schürer-Papier - Analyse der ökonomischen Lage der DDR“ vom 27. Oktober 1989, das zur Rettung der DDR-Wirtschaft beitragen sollte, zog die folgende Schlussfolgerung über einen funktionierenden Sozialismus: :Insgesamt geht es um die Entwicklung einer an den Marktbedingungen orientierten sozialistischen Planwirtschaft bei optimaler Ausgestaltung des demokratischen Zentralismus, wo jede Frage dort entschieden wird, wo die dafür nötige, größere Kompetenz vorhanden ist Die in dem Papier gemachten Vorschläge kamen aber nicht mehr zur Ausführung. 1988 hatten bereits 55 Prozent aller Haushalte mindestens ein eigenes Auto, während es 1969 erst 14 Prozent waren und 1980 38 Prozent. (Zum Vergleich: In der Bundesrepublik Deutschland hatten 1988 61 Prozent der Haushalte mindestens ein Auto.)

Wissenschaft und Technik

Die DDR versuchte als Industrieland auf vielen industriellen und technischen Gebieten eine Autarkie zu erreichen und ihre technischen Aufgaben im Rahmen des RGW und der "sozialistischen Integration" zu erfüllen. Eine wesentliche Rolle sollten dabei Wissenschaftler und Techniker der DDR spielen. Auf einigen Gebieten waren erhebliche Erfolge zu verzeichnen; auch in wenig geförderten Bereichen wie der Automobilindustrie und der Unterhaltungselektronik war die DDR-Produktion vielfältiger und quantitativ umfangreicher als z.B. in Österreich, Spanien, Irland, Portugal und der Schweiz. Die Forschung und Wissenschaft in der DDR war erheblich anwendungsorientiert und praxisbezogen. Wichtige Produkte, Gebiete, Ereignisse, Entdeckungen, Entwicklungen, Ergebnisse und Persönlichkeiten im wissenschaftlich-technischen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich der DDR waren (einschließlich der Vorläufe in der sowjetischen Besatzungszone):
- Weltraumtechnik- und Forschung:
  - Entwicklung der "Multispektralkamera MKF 6" zur geologischen Erdbeobachtung und Fernaufklärung von Lagerstätten ("Fernerkundung der Erde"), eingesetzt in sowjetischen Raumstationen ab den 70er Jahren
  - Erster Kosmonaut der DDR: Sigmund Jähn am 26. August 1978 mit Sojus 31 im Interkosmos-Programm der sozialistischen Staatengemeinschaft zusammen mit dem UdSSR-Kosmonauten Waleri Fjodorowitsch Bykowski war der erste deutsche Astronaut im Weltall. Jähn wurde zusammen mit dem Reservekosmonauten Eberhard Köllner im Sternenstädtchen auf den Flug vorbereitet.
- Elektrotechnik, Elektronik
  - Entwicklung und Bau von Mikroprozessoren, Speicherchips, Schaltkreisen und fast sämtliche elektronische Bauteile.
    - Entwicklung und Herstellung von Transistoren und Halbleitern, da auch diese sich auf der Embargoliste von USA und EWG befanden
    - die DDR gehörte zu den wenigen Ländern, die ICs, das heißt integrierte Schaltkreise produzierten (in der DDR als IS bezeichnet)
    - Mikroprozessor U880 D (1-2 MHz Taktfrequenz), UA880D (3-4 MHz Taktrate)
  - Entwicklung und Massenfertigung eigener Computer, einer vielfältigen Unterhaltungselektronik (Fernseher, Radios, usw.) und Industrieelektronik und -elektrotechnik (zum Beispiel bei RFT und Robotron)
    - Großrechner: ESER (zusammen mit dem RGW)
    - Computer und PCs: PC1715 (ab 1986), A5120 (Büro-PC), A5105 (BIC = Bildungscomputer: ab 1989 für Universitäten usf.). Alle mit U880-CPU und von Robotron produziert. Den P8000 als Desktop-Variante (8-Bit Mikrorecher, Chip U880, Betriebssystem OS/M kompatibel mit CP/M) und als Tower-Variante mit mehreren Monitorarbeitsplätzen für Multi-User- und Multi-Task-Anwendungen (16-Bit Mikrorechner, Chip UB8001, Betriebssystem WEGA kompatibel mit UNIX) produziert von den EAW.
    - Heimcomputer: Z1013 (ab 1985), Z9001, KC85 (ab 1984), KC87 (ab 1986). Alle mit U880-CPU.
  - Elektromotoren, Benzin- und Dieselmotoren, Düsentrieberke, Turbinen und Generatoren
  - Funktechnik, Funkanlagen
    - Transceiver SEG 15 D, SEG 100, Teltow, EKN zum Beispiel im Funkwerk Köpenick
    - Funkempfänger EKV 10-13, EKD 100, 300 und 500
    - Funkgeräte U 700, UFT 721, UFS
    - Kurzwellensender KSG 1300, KN1E, KN5E, KN20
- Maschinenbau und -technologie
  - Automatisierungstechnik (Roboter, Steuerungstechnik, Automaten und Halbautomaten)
  - zahlreiche Maschinen, Geräte und Anlagen für die Industrie, Chemie- und Erdölindustrie und Landwirtschaft
  - technologische Verfahren (z.B. Schweißverfahren (Zentralinstitut für Schweißtechnik (ZIS), Halle/Saale))
- Entwicklung und Bau von zivilen Fahrzeugen: siehe auch Feuerwehrfahrzeuge der DDR, Löschfahrzeuge der DDR, Tanklöschfahrzeuge der DDR, Drehleitern der DDR
  - LKW wie W50, L60, G5, Z6, Garant, Phänomen, Framo, Horch H3A, H6, S4000, IFA H3A Zugmaschine, Robur LO -Baureihe; Busse wie Barkas B1000, H6B
  - PKW wie Trabant (neuerer Trabant verboten), Wartburg, Melkus, P70, IFA F8/F9, Horch "Sachsenring" Typ 240, EMW 340, P2/P3
  - Traktoren, Landmaschinen, Erntefahrzeuge, Mähdrescher, Baumaschinen: Traktor Pionier und Famulus, ZT300 und K700, Mähdrescher E512, Erdbeerpflücker T157, RS09 Geräteträger, Karsei, Weimarlader, Multicar (Ameise), Feldhächsler E294
    - Standorte des Landmaschinen- und Traktorenbaus: Institut für Landtechnik (IfL), deren Abteilung Schleppertechnik, Hauptabteilung Traktorenforschung des VEB TWS in Potsdam-Bornim, Institut für Landmaschinenbau in Leipzig
    - Die ersten Traktoren der DDR hiessen Pionier, Aktivist, Brockenhexe und Rübezahl
    - Traktoren-Baureihen RS und RT: Harz, Favorit, Famulus
    - Geräteträger für Traktoren waren die RS- und GT-Baureihen
    - Kettentraktoren KS und KT
    - Die ZT-Baureihe: Traktoren ZT 300 bis ZT 423
  - Motorräder und Mopeds wie MZ, MZ ETZ, AWO Simson 425, EMW R35/3, IWL Stadtroller Berlin, IWL Pitty/Wiesel/Troll, BK 350, RT 125/3, ES 125/150/175/250/300, ETS 125/150/250, TS 125/150/250, Simson S

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