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Inthronisation

Inthronisation

Inthronisation bezeichnet die Zeremonie, mit der ein neuer Monarch in sein Amt eingeführt wird.

Inthronisation des Papstes

Unter Inthronisation des Papstes versteht man die feierliche Zeremonie, bei der der neugewählte Papst auf der Kathedra Petri - dem (Bischof)sitz des Petrus - Platz nimmt. Es ist die symbolische Inbesitzname der Leitungsgewalt der Kirche. Üblicherweise wird sie seit Papst Nikolaus II. (1059) zur Amtseinführung eines neuen Papstes zelebriert; diese Zeremonie hat jedoch keine rechtliche Bedeutung mehr. Schon mit der Wahl erhält der neue Papst die oberste Leitungsgewalt; wenn er noch nicht Bischof ist, mit der unmittelbar folgenden Bischofsweihe. Die Zeremonie ist heute schlichter und wird ohne die dreifache Krone des Papstes (Tiara) zelebriert. Die Krone war bis Johannes Paul II. nur noch Bestandteil des Papstwappens. Mit Benedikt XVI. enthält das Wappen nur noch die Mitra und das Pallium als Insignien des Bischofs von Rom. Während der Zeremonie der feierlichen Amtseinführung wird dem Papst das Pallium, ein Schulterband aus der Wolle eines gesegneten Lammes, umgelegt und der Fischerring überreicht. Die Zeichenhandlung, dass vor den Augen des neuen Papstes dreimal ein Stück Werg verbrannt, um ihm die Vergänglichkeit allen Ruhmes vorzuhalten, verbunden mit dem Ausruf: "Sancte Pater, sic transit gloria mundi" (Heiliger Vater, so vergeht der Ruhm der Welt) ist neuerdings ebenfalls entfallen.

Weblinks


- http://www.kath.de/kurs/vatikan/inthronisation.php Kategorie:Monarchie

Zeremonie

Eine Zeremonie (von lat. caeremonia) ist eine Bezeichnung für feierliche Handlungen im kirchlichen Bereich (Ritus) und auch im weltlichen Bereich (Zeremoniell), bei staatlichen Veranstaltungen auch Protokoll (Diplomatie). Der Zeremonienmeister ist derjenige, der durch diese Zeremonie führt, darauf achtet, dass die dazugehörigen Regeln beachtet werden und die traditionellen Handlungen durchführt.

siehe auch


- Seezeremoniell Kategorie:Zeremonie

Monarch

Die Monarchie (über französisch monarchie aus griechisch μοναρχία, monarchía - Alleinherrschaft) ist eine Staats- und Regierungsform, bei der einer Einzelperson (dem Monarchen bzw. der Monarchin) eine oft von Gott/einer Gottheit abgeleitete Autorität zugesprochen wird, die ihre Herrschaft über den persönlichen Machtbesitz hinaus legitimiert. Die Monarchie ist dabei Gegenbegriff zur Republik. Eine demokratische Monarchie ist hingegen möglich, sofern der Monarch keine reale Machtstellung inne hat.

Geschichtliche Entwicklung

Die Art von Monarchie, welche sich durch den Bezug auf Gott/eine Gottheit legitimiert, kann bis ins alte Ägypten zurückgeführt werden, wo der Pharao als Gott verehrt wurde. Ähnliches gilt für das kaiserliche System im Kaiserreich China, das den Herrscher unter anderem als Sohn des Himmels (天子, Pīnyīn: tiānzi) bezeichnete, in seiner Herrschaft ein Mandat des Himmels erblickte und ihm dadurch absolute Macht verlieh. Zur gelegentlich vorkommenden Doppelmonarchie siehe Dyarchie. Siehe zur Geschichte auch König.

Wahl- und Erbmonarchie

Die Wahlmonarchie (mit oft eingeschränktem Kandidaten- und Wählerkreis) scheint historisch älter als die Erbmonarchie zu sein, die die Bürgerkriegsgefahr bei der Erbfolge erfolgreich verringerte. Bis zu ihrem Ende waren eine Wahlmonarchie das Königreich Polen und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, gegenwärtig (2005) sind es noch Malaysia, die Vereinigten Arabische Emirate, der Vatikanstaat und formal auch noch das Fürstentum Andorra. Bis zur Christianisierung Europas ist hier meist eine Form der Wahlmonarchie zu finden. Germanische wie keltische Stämme haben ihre "Häuptlinge", die zwar in der Regel mächtigen und einflussreichen Familienclans entstammen, aber keine automatische Erbfolge kennen. Beim Tod eines Häuptlings wurde einfach ein neuer durch verschiedene Rituale (Thing, Schilderhebung) gewählt oder proklamiert. Auch wenn einen Anführer das Königsheil verlassen hatte, wurde er einfach durch einen neuen ersetzt. In der sächsischen Ordnung wurde sogar nur für die Zeit eines Krieges, eines Feld- oder Beutezuges ein Herzog gewählt, der nach Ende dieses Krieges wieder zum einfachen Freien wurde. Eine andere Herrschaft wurde von den freien Bauernkriegern abgelehnt. Diese vorfeudalistische Ordnung, die teilweise durchaus demokratische Züge hatte, fand ihr Ende mit der Christianisierung. Als im Römischen Reich Kaiser Konstantin der Große mit dem Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313 das Christentum den anderen Religionen gleichstellte und später dann selber zum Christentum konvertierte, begann eine Allianz zwischen der Kirche und der staatlichen Autorität. Die Kirche legitimierte die absolute Herrschaft und die Erbfolge mit der Ideologie der Herrschaft "von Gottes Gnaden". Im Gegenzug sicherte sich die Kirche selbst dadurch eine privilegierte Stellung und Partizipation an der Macht, die sie in den meisten Ländern bis in die Zeit der französischen Revolution behielt. Europa wird im Mittelalter zunehmend von Erbmonarchien beherrscht: Der Monarch steht dort an der Spitze eines Gefüges regional mehr oder weniger homogener Herrschaftsgebiete, die als Lehen an Gefolgsleute vergeben worden sind. Dieses Feudalsystem bildet die Grundlage der Verwaltung und des Militärwesens in den beherrschten Gebieten, leidet jedoch am zunehmenden Anspruch der Lehnsleute, selbst in Erbfolge über ihre Gebiete zu verfügen und aus diesen wiederum an Gefolgsleute Lehen zu vergeben. Bis zum Aufziehen früher Formen des modernen Staats verliert der europäische Monarch daher faktisch immer weiter an Macht an den so gebildeten feudalen Adel.

Formen der Monarchie

Mit dem Entstehen des modernen Staats bilden sich im Europa der Neuzeit drei Formen der Monarchie heraus:

Absolute Monarchie

In dieser Form besitzt der Monarch den Anspruch nach der alleinigen Staatsgewalt; der Adel verliert seine Position im Feudalsystem im Austausch gegen Privilegien im Staats- und Militärwesen. Das bekannteste Beispiel für den Anspruch auf absolute Herrschaft des Monarchen ist der Sonnenkönig Ludwig XIV., dessen Selbstverständnis L'état, c'est moi (deutsch: Der Staat bin ich.) als geradezu prototypisch für diese Entwicklung angesehen werden kann. Der absolute Machtanspruch ist auf Dauer jedoch nicht gegen den Adel und das aufstrebende Bürgertum durchzusetzen; dort, wo die Monarchie überlebt, nimmt sie Elemente der Republik oder Demokratie an. Trotz Schwierigkeiten in der Abgrenzung des Begriffes können heute (2005) Brunei, die Vatikanstadt, Saudi Arabien und eventuell noch andere arabische Monarchien am Persischen Golf als derzeit existierende absolute Monarchien gelten.

Konstitutionelle Monarchie

In einer konstitutionellen Monarchie ist die Macht des Monarchen nicht mehr absolut (uneingeschränkt), sondern von der Verfassung geregelt. Die Regierung aber wird weiterhin vom Monarchen und nicht von einer Volksvertretung bestimmt. Ein Beispiel dafür ist das Deutsche Kaiserreich 1871 bis 1918 (Semiabsolutistisch) bzw. das Fürstentum Liechtenstein heute.

Parlamentarische Monarchie

Die Parlamentarische Monarchie ist eine Unterform der Konstitutionellen Monarchie, bei der der Monarch zusätzlich zur Bindung durch die Verfassung de facto keinen Anteil an den Staatsgeschäften mehr nimmt (mit wenigen Ausnahmen). Diese werden vom Parlament und der Regierung geführt, obwohl de jure immer noch ein beträchtlicher Einfluss des Monarchen gegeben sein kann. Diesem kommen jedoch zumeist nur noch repräsentative Aufgaben zu.In Europa ist diese Staatsform in Belgien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, den Niederlanden, Schweden und Spanien anzutreffen.

Arten gegenwärtiger Monarchien

Mit dem Stand 2005 gibt es 1 Kaiserreich:
- Japan 34 Königreiche:
- Antigua und Barbuda
-
- Australien
-
- Bahamas
-
- Bahrain
- Barbados
-
- Belgien
- Belize
-
- Bhutan
- Dänemark
- Grenada
-
- Großbritannien und Nordirland
-
- Jamaica
-
- Jordanien
- Kambodscha
- Kanada
-
- Lesotho
- Malaysia (offizieller Titel lautet Yang di-Pertuan Agong, dt.: Oberster Herrscher)
- Marokko
- Nepal
- Neuseeland
-
- Niederlande
- Norwegen
- Papua Neuguinea
-
- Saint Kitts und Nevis
-
- Saint Lucia
-
- Saint Vincent und die Grenadinen
-
- Salomonen
-
- Saudi Arabien
- Schweden
- Spanien
- Swasiland
- Thailand
- Tonga
- Tuvalu
- 1 Großherzogtum:
- Luxemburg 1 Herzogtum:
- Normandie nach Verlust des Kontinentalbesitzes bestehend nur noch aus den Kanalinseln als Kronbesitz in Personalunion mit dem Vereinigten Königreich; die Kanalinseln zerfallen in die beiden Vogteien Guernsey und Jersey, die auch den Lehnsstaat Sark mitumfassen 3 Fürstentümer:
- Andorra (offizieller Titel der beiden Staatsoberhäupter: Co-Fürst)
- Liechtenstein
- Monaco 1 Herrschaft:
- Isle of Man (offizieller Titel des - z. Zt. weiblichen - Staatsoberhauptes: Lord of Mann) in Personalunion mit dem Vereinigten Königreich) 2 Sultanate:
- Oman
- Brunei 9 Scheichtümer (Emirate):
- Katar
- Kuwait
- die sieben Gliedstaaten, die zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören (Unionsoberhaupt ist ein Monarch eines Gliedstaates mit dem Titel Präsident) 1 Häuptling:
- Samoa (traditioneller Titel: o le Ao o le Malo) 1 souveränes Papsttum:
- Vatikanstadt
- Commonwealth-Königreiche (Monarchien, in denen die britische Königin Staatsoberhaupt ist). Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gibt es keine souveränen Grafschaften und Freiherren mehr.

Siehe auch


- Bund der Aufrechten
- Kaisertreue Jugend
- Konstitutionelle Monarchie
- Liste der Herrscherlisten
- Monarchismus
- Monarchisten
- Monarchisten in Deutschland
- Republik
- Tradition und Leben

Weblinks


- [http://www.pro-Monarchie.de www.pro-Monarchie.de] - Homepage von "Tradition und Leben e.V."
- [http://www.kaisertreuejugend.org kaisertreue Jugend]
- [http://www.Monarchiefreunde.de www.Monarchiefreunde.de] - Homepage der "Bürgervereinigung 'Monarchiefreunde'"
- [http://www.das-Kaiserreich.de www.das-Kaiserreich.de] - Informationen zum Deutschen Kaiserreich
- http://de.groups.yahoo.com/group/Monarchie_der_Zukunft - Gruppe "Monarchie der Zukunft"
- [http://www.Adelsrecht.de www.Adelsrecht.de] - man beachte das Kapitel "[http://www.Adelsrecht.de/Nichtbeanstandung/nichtbeanstandung.html Nichtbeanstandung]"!
- [http://www.Monarchisten.org www.Monarchisten.org] !Kategorie:Politischer BegriffKategorie:RechtsgeschichteKategorie:Staatsform ja:君主制 ko:군주제

Kathedra Petri

Die Cathedra Petri (Kathedra Petri; griech.: (Bischof)sitz des Petrus) ist in der Katholischen Kirche der Lehrstuhl des Apostels Petrus, das Symbol seiner auf den jeweiligen Nachfolger übergehenden apostolischen Amtsvollmacht. Von daher bezeichnet der Ausdruck
- das Amt des Papstes im kirchenrechtlichen Sinn, s. Bischof von Rom
- den liturgischen Sitz des Bischofs von Rom in seinen Patriarchalbasiliken, v.a. in seiner Kathedrale, der Lateranbasilika, s. Kathedra
- ein Fest im katholischen liturgischen Kalender, s. Kathedra Petri (Fest)
- ein Kunstwerk im Petersdom in Rom, s. Kathedra Petri (Kunstwerk)

Simon Petrus

Simon Petrus (
- unbekannt; † vermutlich in Rom um 65) war einer der zwölf Apostel, die Jesus von Nazaret zu Lebzeiten nachfolgten. Informationen über sein Leben überliefert hauptsächlich das Neue Testament. Dort ist Petrus erster Bekenner, aber auch Verleugner Christi sowie erster Zeuge des Auferstandenen, der Sprecher der Apostel und Leiter der Jerusalemer Urgemeinde. Hinzu kommen frühe kirchliche Dokumente, wonach Petrus erster Bischof von Antiochia, Gründer und Haupt der Gemeinde von Rom gewesen sein soll und dort als Märtyrer hingerichtet wurde. Darauf führt sich der Primatsanspruch des römischen Bischofs und das katholische Papsttum zurück. Papsttum

Petrusüberlieferung des Neuen Testaments

Der Name

Nach allen Evangelien lautete sein Vorname Simon. Den Beinamen Petrus soll Jesus persönlich ihm verliehen haben; wo und wann er dies tat, überliefern die Evangelien unterschiedlich. Der Beiname ist eigentlich ein Titel; er nimmt die Stelle des Vaternamens oder Herkunftsortes ein. Er ist die latinisierte Form des griechischen πετρος (petros), das den aramäischen Ausdruck kefa übersetzt (gräzisiert Kephas). Die Bedeutung des Wortes reicht von „Stein“ bis zu „Felsen“.

Herkunft und Berufung

Simon Petrus gehörte nach allen Evangelien zu den ersten Jüngern, die Jesus traf und zu seiner Nachfolge berief. Alle Nachrichten über ihn folgen auf diese Berufung. Sie informieren kaum über seine Vorgeschichte. Sein Vater hieß Jona (Mt 16, 17) oder Johannes (Joh 1, 42); seine Mutter wird nicht genannt. Er hatte einen Bruder namens Andreas, der mit ihm von Jesus berufen wurde. Diesen nennen alle Apostellisten an zweiter Stelle neben Simon: Daraus schließt man, dass Andreas wohl der Jüngere von beiden war. Nach Apg 10, 14.28 wurde Petrus im traditionellen jüdischen Glauben erzogen. Er beachtete jüdische Speisevorschriften und verkehrte nicht mit Nichtjuden. Den synoptischen Evangelien zufolge wohnte er in Kafarnaum am See Genezareth in Galiläa. Dort besaß er ein Haus, wo er zusammen mit seiner Schwiegermutter lebte (Mk 1, 29-31; Lk 4, 38). Jesus soll seine Schwiegermutter geheilt haben, worauf sie den Jüngern gedient habe (Mk 1, 31). Den Namen von Petrus' Frau erwähnen die Evangelien nicht. Daher glauben manche Exegeten, Petrus habe sie gemäß der Aufforderung Jesu, alles zu verlassen (Mk 10, 28f), in Kafarnaum zurückgelassen. Nach Paulus, der ihn um das Jahr 39 in Jerusalem traf, wurden Petrus und andere Apostel jedoch von ihren Ehefrauen begleitet (1._Kor 9, 5). Da Jesus nichts gegen Ehe bzw. Ehestand äußerte und außerdem die Ehescheidung verbot (Mt 5, 32), kann Simons Frau auch vorher schon, wie andere Frauen aus Galiläa (Mk 15, 41; Lk 8, 2), mit ihrem Mann umhergezogen sein. Den Synoptikern zufolge arbeiteten Simon (noch ohne Zuname) und Andreas als Fischer. Am See Genezareth habe Jesus sie beim Auswerfen ihrer Fischernetze getroffen und aufgefordert, ihm nachzufolgen. Daraufhin verließen die Brüder die Netze und folgten ihm (Mk 1, 16). Bei der Berufung der übrigen Zwölf habe Jesus Simon dann den Beinamen „Petrus“ gegeben (Mk 3, 16). Nach Lukas wurde Simon zum „Menschenfischer“ berufen, nachdem Jesus seine Antrittspredigt in der Synagoge von Kafarnaum gehalten und seine Schwiegermutter geheilt hatte. Die Berufung ist hier Abschluss eines unerwartet großen Fischfangs, nach dem Simon bekennt: Herr, gehe von mir fort! Ich bin ein sündiger Mensch. (Lk 5, 1-11). Hier nennt Lukas erstmals seinen Beinamen Petrus, dann auch bei der Auswahl der Zwölf (Lk 6, 14). Beide Evangelisten erklären den Beinamen nicht. Auch Matthäus nennt Simon ab seiner Berufung Petrus (Mt 4,18). Er stellt diesen Beinamen besonders heraus, nachdem Simon bekannte: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Als Antwort erhält er eine Seligpreisung und Zusage, dass Jesus seine ecclesia auf „diesen Felsen“ bauen wolle (Mt 16, 18). Nach dem Johannesevangelium kamen er und sein Bruder aus Bethsaida in Judäa. Ob hier der Geburts- oder der zeitweise Wohnort gemeint ist, bleibt offen. Andreas soll als ein Jünger Johannes des Täufers Jesus zuerst getroffen, ihn als Messias erkannt und dann seinen Bruder Simon zu ihm geführt haben. Jesus habe ihm sofort, als er ihn sah, den Beinamen Kephas (Fels oder Stein) verliehen (Joh 1, 35-44). Alle Evangelien sind sich einig, dass Simon Petrus im Jüngerkreis eine Führungsrolle innehatte. Er steht in allen Apostellisten im NT an erster Stelle und zählt, zusammen mit Jakobus und Johannes, zu den drei Aposteln, die Jesus besonders nahe standen. Sie waren nach Mk 9, 2-13 (Verklärung Christi) die Einzigen der Zwölf, denen Gott die Göttlichkeit und künftige Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus bereits vor dessen Tod offenbarte. Sie begleiteten ihn zudem in seinen letzten Stunden im Garten Gethsemane (Mk 14, 33).

Christusbekenner und Christusverleugner

Petrus war nach Mk 8, 29 der erste Jünger, der schon vor Jesu Auferstehung bekannte: :Du bist der Christus! Doch gleich darauf, nachdem Jesus den Jüngern erstmals seinen vorherbestimmten Leidensweg ankündigte, :nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. (V. 32). Er versuchte also, Jesus von diesem Weg ans Kreuz abzubringen, so dass sein Glaubensbekenntnis als Missverständnis der Sendung Jesu erscheint. Daraufhin wies Jesus ihn schroff zurecht (V. 33): :Weiche von mir, Satan! Denn Du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. „Satan“ bedeutet im Hebräischen „Gegner“ oder „Widersacher“. Petrus wird hier mit dem Versucher Jesu in der Wüste verglichen, der den Sohn Gottes ebenfalls von seinem Leidensweg abhalten wollte (Mt 4, 1-11); er wird auch an anderen Stellen in die Nähe des Satans gerückt (Lk 22, 31). Hier folgt die Jüngerbelehrung Jesu (Mk 8, 34): :Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer es aber verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es erhalten. Diese paradoxe Einladung zur Kreuzesnachfolge ist Hintergrund für das später erzählte Versagen des Petrus im Verlauf der Passion Jesu, als er, um sein Leben zu retten, nicht sich, sondern Jesus verleugnet. Der Widerspruch zwischen Reden und Handeln zeigte sich bei Petrus schon in Galiläa: Einerseits vertraute er dem Ruf Jesu in die Nachfolge („Komm her!“), andererseits schwand sein Glaube beim ersten Gegenwind, so dass nur Jesus ihn vor dem Versinken im Meer retten konnte (Mt 14, 29-31). Laut Joh 13, 6-9 widersprach er auch Jesu Ansinnen, ihm die Füße zu waschen. Diese Handlung war damals ein typischer Sklavendienst: Petrus wehrte sich also gegen die Zumutung, sich von Jesus als seinem Herrn wie von einem Sklaven bedienen zu lassen. Aber nur dieser Dienst gab ihm vorweg Anteil an dem am Kreuz Jesu erwirkten Heil und deutete auf die „Taufe in den Tod“ voraus. Das war mit der Verpflichtung an alle Jünger verbunden, einander ebenso zu dienen. In der Erinnerung daran wurde Petrus nach Jesu Tod zu einer Führungsfigur in der Urgemeinde. Im Verlauf der Passion Jesu spitzen alle Evangelien das Versagen des ersten Jüngers und Christusbekenners zu. Jesus kündete Petrus beim letzten Abendmahl an, er werde ihn noch in derselben Nacht dreimal verleugnen. Dies wies er wie alle übrigen Jünger weit von sich (Mk 14, 27-31 par.): :Wenn ich auch mit Dir sterben müsste, so wollte ich Dich doch nicht verleugnen. Ebenso sprachen sie alle. Doch kurz darauf schlief er ein, als Jesus in Gethsemane den Beistand der Jünger besonders nötig brauchte und erbat (Mt 26, 40.43f.). Dann wiederum soll er nach Joh 18, 10 mit Waffengewalt die Verhaftung Jesu zu verhindern versucht haben: Er wird hier mit jenem namenlosen Jünger identifiziert, der einem Soldaten der Tempelwache laut Mk 14, 47 ein Ohr abhieb. Sein Versagen gipfelt in der Verleugnung Jesu, während dieser sich vor dem Hohen Rat als Messias und kommender Menschensohn bekannte und sein Todesurteil empfing (Mk 14, 62). Als das Krähen eines Hahnes im Morgengrauen Petrus an Jesu Vorhersage erinnerte, begann er zu weinen (Mk 14, 66-72). Petrus fehlte also die Kraft, seinem Glauben gemäß zu handeln, als es darauf angekommen wäre. Dennoch erhielt gerade er auf sein Christusbekenntnis hin von Jesus den Namen „Fels“ und die Zusage der Gemeindegründung (Mt 16, 16-23). Die Apostelgeschichte stellt Petrus nach Pfingsten demgemäß als todesmutigen Bekenner vor dem Hohen Rat dar (Apg 5, 29), der die Sendung des Heiligen Geistes als Missionar und Leiter der Urgemeinde vorbildlich erfüllte. Paulus dagegen zeigt ihn auch später noch als wankelmütig: Er berichtet, dass Petrus aus Furcht vor den Judenchristen um Jakobus die Tischgemeinschaft mit Heiden aufgab und vor einigen Juden Gesetzestreue heuchelte“, statt nach der „Wahrheit des Evangeliums“ zu wandeln (Gal 2, 11-14). Einige Exegeten schließen daraus auf seinen ambivalenten Charakter. Andere sehen Petrus als Beispiel für das Verhalten aller Jünger, die Jesus angesichts seines bevorstehenden Todes verließen (Mk 14, 50). Er steht im NT für das dichte Beieinander von Glauben und Unglauben, Zeugendienst und schuldhaft verweigerter Kreuzesnachfolge in der ganzen Kirche.

Zeuge der Auferstehung

Ausgangspunkt der Osterüberlieferung des NT sind frühe Bekenntnissätze der Urchristen wie Lk 24, 34: :Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen! Demnach erkannte Petrus als Erster der Jünger, dass Gott Jesus auferweckt habe (Mk 16, 6). Eine alte, von Paulus aus der Jerusalemer Urgemeinde übernommene Zeugenliste der Ostererscheinungen Jesu bestätigt dies (1. Kor 15, 5): :Er wurde gesehen von Kephas, danach den Zwölfen. Die von Lukas überlieferte Credoformel nennt nur „Simon“, die Zeugenliste nennt ihn „Kephas“ und stellt seine Vision neben die der Zwölf: Daraus folgern manche Exegeten, dass dieser Titel ihm nach Ostern beigelegt und dann in seine vorherige Jesusnachfolge zurück verlegt wurde. Ort und Inhalt der Petrusvision lassen die synoptischen Evangelien unbestimmt. Nach dem Markusevangelium erhielten die Frauen, die das leere Grab Jesu entdeckten, dabei eine Engelsbotschaft (Mk 16, 7): :Geht hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hergehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. Demgemäß berichtet das Matthäusevangelium nur von einer einzigen, gemeinsamen Vision aller erstberufenen Jünger (Elf ohne Judas Iskariot) auf einem ungenannten Berg in Galiläa. Dort erhalten sie vom Auferstandenen den Auftrag zur universalen Völkermission und die Zusage seiner Geistesgegenwart (Mt 28, 16-20). Auch das Lukasevangelium malt die Erstvision des Petrus nicht aus. Es deutet an, dass die Jünger nach Jesu Tod auf getrennten Wegen in ihre Heimat zurückkehrten. Unterwegs seien einige von ihnen Jesus begegnet, deshalb wieder umgekehrt und hätten sich in einem Haus in Jerusalem versammelt. Dort habe Jesus sich ihnen gemeinsam offenbart und ihnen den Auftrag zur Völkermission gegeben. Dabei kündet er hier die Ausschüttung des Heiligen Geistes nur an, die 40 Tage später an Pfingsten erfolgte (Lk 24, 13-50). Im Johannesevangelium geschah die gemeinsame Jüngervision ebenfalls in der Tempelstadt. Dabei erhielten alle Jünger den Geist und damit die Vollmacht zum „Binden und Lösen“ der Sünder (Joh 20, 19-23). Dem ging die Begegnung Jesu mit Maria Magdalena voraus: Sie, nicht Petrus, sah und verkündete den Auferstandenen hier zuerst. Petrus habe zuvor das leere Grab Jesu betreten und darin das aufgewickelte Schweißtuch des Gekreuzigten entdeckt. Weil er sich dies nicht habe erklären können, sei er zunächst „nachhause“ gegangen. Nicht die Entdeckung des leeren Grabes, sondern erst die Selbstoffenbarung des Auferstandenen konnte also seinen Glauben wecken (Joh 20, 1-18). Aus diesen Divergenzen schließen NT-Historiker heute meist, dass Erscheinungen und Grabentdeckung ursprünglich unabhängig voneinander überliefert und dann auf verschiedene Weise kombiniert wurden, um das Jüngertreffen in Jerusalem zu erklären. Der später angehängte Schluss des Markusevangeliums (Mk 16, 9-20) versuchte - wahrscheinlich beim Abschluss des Kanons (um 180) -, die verschiedenen Evangelienberichte von Jesuserscheinungen in eine harmonische Abfolge zu bringen. Auch das Johannesevangelium wurde später nochmals ergänzt: Das Schlusskapitel berichtet, Jesus sei Petrus und sechs weiteren Jüngern aus dem Zwölferkreis nochmals erschienen. Wie er anfangs in Galiläa nach einem wunderbaren Fischzug berufen wurde (Lk 5, 1-11), so erkennt er auch diesmal durch den übergroßen Fischfang, dass Jesus der auferstandene Kyrios ist. So wie er Jesus dreimal verleugnet hatte, so fragt dieser ihn nun dreimal: Liebst du mich?, was er jedesmal bejaht. Daraufhin erhält Petrus dreimal den Befehl: Weide meine Schafe! und den erneuten Ruf Folge mir nach. Dabei kündet Jesus ihm an, dass er als Märtyrer sterben werde (Joh 21,1-19). Die Lokalisierung am See Genezareth bestätigt, dass die ersten Jüngervisionen in Galiläa, nicht Jerusalem stattfanden. Sie wurden als Versöhnung mit Jesus und erneute Nachfolgeberufung verstanden: Das gemeinsame Mahl mit dem Auferstandenen bedeutete für Juden Vergebung und Anteilgabe am endzeitlichen Heil. Ostererinnerung und Abendmahl waren im Gottesdienst der Urchristen eng verbunden und wurden auf Petrus zurückgeführt.

Missionarische Tätigkeit bei Juden, Samaritern und Heiden

Nach der Apostelgeschichte, aus der fast alle Nachrichten vom nachösterlichen Wirken des Petrus stammen, soll er sich zusammen mit anderen Jesus-Anhängern in Jerusalem versteckt haben, bis ihn mit der anwesenden Menge zu Pfingsten die Kraft des Heiligen Geistes erfasste. Darauf hielt er die erste öffentliche Predigt in Jerusalem, die Jesu Erscheinen als Gottes vorherbestimmte Erfüllung der Geistverheißung in Israels Heilsgeschichte auslegte und in der Aussage gipfelte (Apg 2,36): :So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat! Aufgrund dieser Predigt sollen sich nach Lukas noch am selben Tag 3.000 Menschen zum neuen Glauben bekannt haben. So sei dort die christliche Urgemeinde entstanden, die nach Apg 2,5 Angehörige verschiedener Völker und Sprachen umfasste. Auch wenn die Zahl überhöht erscheint - Jerusalem hatte damals nur um 20.000 Einwohner -, kann Petrus Erfolg unter seinen jüdischen Landsleuten gehabt haben, weil seine Missionspredigt sie zwar für Jesu Kreuzigung haftbar machte, aber nicht verurteilte, sondern ihnen Gottes Versöhnung zusagte und anbot (Apg 3, 17). Er geriet jedoch bald in Konflikt mit den Jerusalemer Behörden und musste sich vor dem Hohen Rat verantworten (Apg 4, 8ff; 5, 29). Dabei soll er seinen Glauben diesmal nicht verleugnet, sondern freimütig bekannt haben. Nach der Verfolgung der Urgemeinde im Anschluss an die Hinrichtung des Stephanus missionierten einige Apostel, darunter Petrus, offenbar auch außerhalb Jerusalems. Laut Apg 8, 14-25 kam er dabei auch nach Samaria, um bereits Neugetauften den Heiligen Geist zu spenden. Dies unterstreicht seine Autorität über die Urgemeinde hinaus. Er war wohl anfangs der Hauptvertreter der Israelmission, die der universalen Völkermission vorausgehen sollte (Gal 2, 8; Mt 10, 5; vgl. Lk 24, 47). Von Petrus werden auch Spontanheilungen und sogar Totenerweckungen analog zu denen Jesu berichtet, etwa in Lydda und Joppe (Apg 9, 32-43). Damit wird die Kontinuität zwischen dem Heilwirken Jesu und dem der Urchristen betont, das zu ihrem Auftrag gehörte (Mk 16, 15-20; Mt 10, 8). Wie er in seiner ersten Predigt Christus ganz als Erfüllung jüdischer Verheißungstraditionen verkündete, so hielt er auch an der jüdischen Tora inklusive der Speise- und Reinheitsgesetze fest (Apg 10, 13f). Doch dann habe er nahe der Römerstadt Cäsarea Philippi eine Vision Gottes erhalten, der ihm die Tischgemeinschaft mit dem Hauptmann Kornelius, einem der sogenannten „gottesfürchtigen“ Römer, befohlen habe. Damit begann nach lukanischer Darstellung die urchristliche Heidenmission. Diese führte zu Konflikten mit den Judenchristen, die von Heiden die Beschneidung und Einhaltung jüdischer Gebote verlangten. Petrus habe sie mit Hinweis auf seine göttliche Autorisierung überwunden: Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die da gläubig geworden sind an den Herrn Jesus Christus: Wer wäre ich, dass ich könnte Gott widerstehen? (Apg 11, 17) Nach dem Ende der Regentschaft des Pilatus ließ der jüdische König Herodes Agrippa I. (41-44) die Urgemeinde in Jerusalem verfolgen und den Apostel Jakobus den Älteren enthaupten. Auch Petrus wurde verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Doch laut Apg 12, 1-19 verhalf ihm ein Engel auf wunderbare Weise zur Freiheit. Er ließ dies Jakobus und den übrigen Aposteln mitteilen und verließ Jerusalem, um seine Mission fortzusetzen. Patristische Notizen des 3. Jahrhunderts (s.u.) deuteten diese Nachricht als Übergabe der Leitung der Urgemeinde an Jakobus. Dem widerspricht Paulus, der Petrus, Jakobus und Johannes beim Apostelkonzil (um 48) gemeinsam als „Säulen“ der Urgemeinde antraf (Gal 2, 9). Dort wurde über seine gesetzesfreie Heidenmission entschieden. Petrus sei dabei als deren Fürsprecher aufgetreten (Apg 15, 7-11). So betont Lukas den Einklang zwischen beiden in dieser Frage. Paulus bestätigt Angaben wie Apg 9, 32, wonach Petrus als Vertreter der Urgemeinde neue Gemeinden, darunter auch Antiochia, besuchte und mit den Heidenchristen dort die Tischgemeinschaft pflegte: Das bedeutet, dass er die Heidenmission anerkannte. Dann aber hätten Anhänger des Jakobus aus Jerusalem dies kritisiert (vgl. Apg 11, 3). Daraufhin sei Petrus vor ihnen zurückgewichen und habe die Tischgemeinschaft mit den Heiden beendet. Deshalb habe er, Paulus, ihn öffentlich für seine Inkonsequenz gerügt und an den beim Apostelkonzil erreichten Konsens erinnert, wonach den getauften Heidenchristen die Einhaltung der Tora ganz erlassen worden sei (Gal 2, 11-14). Paulus zeichnet also ein anderes Bild von Petrus als Lukas. Er sah ihn als Vertreter des „Evangeliums an die Juden“ an, der den Heidenchristen bis zum Apostelbeschluss zur gesetzesfreien Heidenmission bestimmte Toragebote auferlegte. Als er danach zur Befreiung nichtjüdischer Christen von den Speisevorschriften hätte stehen müssen, wurde er unter dem Druck strengerer Judenchristen wieder schwankend. Diese Angaben aus dem Galaterbrief werden meist als Hinweis auf nach dem Apostelkonzil fortbestehende Spannungen gesehen, die die spätere lukanische Darstellung zu beschönigen versucht habe.

Petrus zugeschriebene Schriften

Die Petrusbriefe

Das Neue Testament enthält unter dem Namen des Petrus zwei Briefe:
- Erster Petrusbrief Einige Exegeten deuten den „Gruß aus Babylon“ in 1. Petr 5,13 als versteckten Hinweis auf Rom. Denn Babylon ist in der Bibel häufig Metapher für eine besonders verdorbene, sündige Weltstadt: So identifiziert auch die Offenbarung des Johannes „Babel mit Rom. Demnach könnte Rom der Abfassungsort gewesen sein. Wird Petrus als Autor angenommen, dann wäre der Brief um 65 entstanden. Meist wird der Brief aufgrund inhaltlicher und sprachlicher Indizien jedoch auf den Zeitraum um 100 datiert, als es bereits Christenverfolgung durch den römischen Staat gab. Darauf weisen die in Kapitel 4, 12-16 angesprochenen Motive der Märtyrertheologie, z.B. das „Leiden mit Christus“ und das „Geschmäht werden für den Namen Christi“ hin. Andere, darunter die Zeugen Jehovas, verstehen den Gruß aus Babylon dagegen wörtlich und nehmen an, dass Petrus tatsächlich dort missionierte, da er auch sonst jüdische Diasporagemeinden wie Antiochia bereiste. Ob Babylon damals noch existierte, ist jedoch nicht erwiesen.
- Zweiter Petrusbrief Der Brief autorisiert kurz vor dem Tod des Autors als sein „Testament“ die Lehren des Paulus (2. Petr 1, 14; 3, 15). Heute wird er zumeist um das Jahr 100 oder in das frühe 2. Jahrhundert datiert. Die Aufnahme in den Kanon des NT war wegen ungewisser Autorschaft des Petrus umstritten.

Petrus und das Markusevangelium

Die Kirchenväter bringen Petrus auch in Verbindung mit dem Markusevangelium. Papias von Hierapolis führt das Buch auf Johannes Markus zurück, der im Neuen Testament zuerst in Jerusalem (Apg 12), dann im Umkreis von Barnabas und Paulus (Apg 15; Kol 4, 10, 2. Tim 4, 11, Phm 1, 24) erscheint. Nur in 1. Petr 5, 13 erscheint er als Begleiter des Petrus. Papias zufolge diente Markus dem Petrus als Dolmetscher in Rom und verfasste aufgrund von dessen Reden sein Evangelium am gleichen Ort. Daher galt Petrus traditionell als „Koautor“ dieses Evangeliums. Die Gleichsetzung von Johannes Markus mit dem Autor des ältesten Evangeliums und seine Bekanntschaft mit Petrus sind außer diesen Notizen nirgends belegt und gelten Historikern des frühen Christentums heute meist als patristische Konstruktion. Aufgrund der zuverlässigen Notizen der Paulusbriefe geht man zudem von Spannungen zwischen den hellenistischen Heidenmissionaren um Stephanus und später Paulus mit den Judaisten“ der Urgemeinde aus; welche Position Petrus dabei einnahm, ist ungewiss.

Weitere mit Petrus in Verbindung gebrachte Schriften

Die Didache, ein um 100 entstandener frühchristlicher Katechismus, wird in einer Handschrift als „Zeugnis des Petrus“ bezeichnet. Sie könnte inhaltlich von der von Petrus dominierten Theologie der Urgemeinde abhängig sein. Denn sie besteht hauptsächlich aus einer von Christen umgeformten jüdischen Morallehre, die auf judenchristliche Traditionen Palästinas zurückgeht. Hinzu kommen einige sogenannte Apokryphen, die von der frühen Kirche aus theologischen Gründen nicht in den Kanon aufgenommen wurden oder verschollen sind:
- Petrusevangelium
- Petrusapokalypse
- Pseudo-Klementinische Schriften.

Petrusüberlieferung der Kirchenväter

Kirchenväter] Die wenigen Informationen zum späteren Schicksal des Petrus stammen alle aus Schriften des 2. und 3. Jahrhunderts, als die werdende Kirche das monarchische Episkopat ausbildete und sich von „Häresie“ abgrenzte. Entscheidende Schritte dazu waren die Kanonisierung des Neuen Testaments und die Idee der Apostolischen Sukzession.

Notizen zum Romaufenthalt und Märtyrertod des Petrus

Petrus soll, nach gemeinsamer Überzeugung der Kirchenväter, gegen Ende seines Lebens nach Rom gekommen sein und dort den Tod als christlicher Märtyrer gefunden haben. Das NT erwähnt weder eine Romreise des Petrus noch seinen Märtyrertod. Zwar wird in der synoptischen Tradition allen Jüngern Jesu Verfolgung und Tod vorhergesagt (u.a. Mk 10, 39; Mk 13, 12); aber nur ein später Redaktor des Johannesevangeliums (um 150) lässt Jesus dem Petrus seine Hinrichtung ankünden, ohne deren Ort und Umstände zu nennen (Joh 21, 18f). Wäre Petrus nach dem Apostelkonzil nach Rom gereist, so argumentieren kritische Historiker, hätte sich dies an vielen Stellen des NT niedergeschlagen: vor allem im Römerbrief des Paulus (um 56 - 60), der Christen in Rom namentlich grüßt und bereits auf dortige Verfolgung hinweist, sowie in der Apostelgeschichte. Diese, so entgegnen andere Historiker, sei als periodisierende Missionsgeschichte nicht an lückenloser Chronologie interessiert. Doch sie stellt den Übergang von der Judenmission des Petrus und der Jerusalemer Apostel zur Heidenmission des Paulus dar und berichtet am Ende über dessen ungehinderte Missionstätigkeit in Rom (Apg 28, 17-31): Wäre er Petrus dort begegnet, hätte der Autor dies sicher vermerkt. Zudem, so etwa Hans Conzelmann (Geschichte des Urchristentums S. 136), setze das Petrusbekenntnis nach Mt 16, 16-19 eine Gemeinde in Syrien oder Kleinasien voraus, die von Petrus gegründet wurde und schon auf seinen Tod zurückblickt. Denn hier werden die „Pforten der Unterwelt“, die sich laut Jes 38, 10 hinter jedem Sterblichen („Fleisch und Blut“) schließen, in den Gegensatz zur Auferstehung der Christusbekenner und Fortdauer ihrer Gemeinschaft über den Tod des Einzelnen hinaus gestellt. Dennoch schließt Conzelmann einen Romaufenthalt des Petrus nicht aus, da schon der 1. Petrusbrief mit dem Hinweis auf „Babylon“ indirekt davon ausgehe. Der 1. Clemensbrief, der wahrscheinlich in oder bald nach der Regierungszeit Domitians zwischen 90 und 100 in Rom verfasst wurde, erwähnt erstmals ein Martyrium der beiden Hauptvertreter des Urchristentums: Petrus für die Urgemeinde, Paulus für die Heidenmission im römischen Reich. Die Kapitel 5 und 6 heben ihr Vorbild hervor, dem viele Christen folgten: :Wegen Eifersucht und Neid sind die größten und gerechtesten Säulen verfolgt worden und haben bis zum Tode gekämpft. [...] Petrus, der wegen ungerechtfertigter Eifersucht nicht eine und nicht zwei, sondern viele Mühen erduldet hat und der so - nachdem er Zeugnis abgelegt hatte - gelangt ist an den (ihm) gebührenden Ort der Herrlichkeit. Der Ort dieses Todes wird nicht erwähnt; aber der Rückblick des Bischofs Klemens von Rom kann sich nur auf die frühere Christenverfolgung unter Nero im Jahr 65 beziehen, ohne dass dadurch diese Version stimmen müßte. Der Bischof Dionysius von Korinth (ca. 165-175) soll nach einem späterem Zitat bei Eusebius von Cäsarea (260-340) von Petrus und Paulus gesagt haben: :Und sie lehrten gemeinsam auf gleiche Weise in Italien und erlitten zur gleichen Zeit den Märtyrertod. Diese Notizen belegen, dass in der Kirche ab etwa 100 der beispielhafte Märtyrertod von Petrus und Paulus in Rom zur Zeit Neros angenommen wurde. Sie wären dann mit vielen anderen Christen hingerichtet worden, Paulus als römischer Bürger durch das Schwert, Petrus als Jude durch Kreuzigung, eventuell mit dem Kopf nach unten. Daraus folgerte Eusebius als gesamtkirchliche katholische Überzeugung (2, XXV.): :Es ist daher aufgezeichnet, dass Paulus in Rom selbst enthauptet wurde und dass Petrus ebenso unter Nero gekreuzigt wurde. Dieser Bericht über Petrus und Paulus wird gestützt durch die Tatsache, dass ihre Namen in den Grabstätten bis zum heutigen Tag bewahrt wurden. Es ist ebenso durch Gaius bestätigt, ein Mitglied der Kirche unter Bischof Zephyrinus von Rom [199-217], ... der über die Orte, wo die heiligen Leichname der Apostel liegen, sagt: Aber ich kann die Trophäen der Apostel zeigen. Denn wenn du zum Vatikan [-hügel] oder zur Via Ostia gehst, wirst du die Trophäen derer finden, die diese Kirche gründeten. Hier zeigt sich, dass sich das Verständnis des Apostolats grundlegend gewandelt hatte: Aus der akuten Naherwartung des Gottesreichs aufgrund der Ostererscheinungen Jesu wurde die apostolische Sukzession, die aus dem Besitz leiblich-dinglicher Überreste der Apostel einen ewigen Bestand der Kirche ableitete.

Petrus als Bischof

Die späteren Patriarchate von Alexandria, Antiochia und Rom, später auch Jerusalem und Konstantinopel, führten ihre Gründung direkt oder indirekt auf den Apostel Petrus zurück und beanspruchten ihn als ersten Bischof ihrer Gemeinde. Nach Apg 1, 2ff entstand die Urgemeinde durch das Wirken des Heiligen Geistes, der Jesu Auferstehung allen Jüngern offenbarte, die sie dann gemeinsam den Jerusalemern verkündeten. Petrus hatte dabei die Vorreiterrolle (Apg 2, 41). Aufgrund seiner Hervorhebung im Zwölferkreis und seines Auftretens als erster Verkünder der Auferstehung Jesu (Apg 2) kann er als Gründer und einer der Leiter der Jerusalemer Urgemeinde angesehen werden. Ob er darüberhinaus weitere Gemeinden gründete und leitete, bestätigt das NT jedoch nicht. Nach Apg 11, 20 wurde die Gemeinde in Antiochien nicht von ihm, sondern von hellenistischen Anhängern des Stephanus gegründet, die nach dessen Martyrium nach Syrien versprengt worden waren. Die Gemeinde bestand wohl überwiegend aus Heidenchristen und wurde so erstmals als eigene, vom Judentum verschiedene Gruppe wahrnehmbar. Eventuell erhielt sie deshalb von dortigen Griechen oder Römern den Namen „Christiani“ (Apg 11, 26). Das von Paulus geschilderte Zurückweichen des Petrus vor denen, die die gesetzesfreie Heidenmission auch nach dem Apostelkonzil ablehnten, spräche eher dagegen, dass er in Antiochien ein Führungsamt innehatte. Davon unabhängig wurde er dort später als Bischof verehrt. Irenäus von Lyon (ca. 135 - 202) berichtet, Paulus und Petrus hätten die Kirche in Rom „gegründet und festgesetzt“ (Adversus Haereses 3,3,3). Damit kam die Ansicht auf, dass Petrus auch die Kirche in Rom als Bischof geleitet habe. Sie baut auf der älteren Tradition seines Romaufenthalts auf. Sie trifft jedoch historisch nicht zu, da Petrus noch in Jerusalem wirkte, als Paulus nach Apg 18,1 um 50 in Korinth Christen aus Rom traf. Daher nimmt man an, dass dort bereits eine von keinem der beiden gegründete Gemeinde bestand. Eusebius zitiert in seiner Kirchengeschichte (2,I.) Clemens von Alexandria (150-215): :Denn sie sagen, dass Petrus und Jakobus und Johannes nach der Himmelfahrt unseres Erlösers, obwohl sie von unserem Herrn bevorzugt waren, nicht nach Ehre strebten, sondern Jakobus den Gerechten zum Bischof von Jerusalem wählten. Demnach sollen die drei „Säulen“ der Urgemeinde (Gal 2, 9) Jakobus den Gerechten schon früh zum alleinigen Leiter der Urgemeinde ernannt haben. Nach Hieronymus (348-420) soll schon Hegesippus (90-180) davon gewusst haben. Diese Amtsübergabe hätte die Romreise des Petrus ermöglicht. Doch wie die Nachwahl des Matthias (Apg 1, 26) zeigt, sollte der Zwölferkreis anfangs als gemeinsames Leitungsorgan erhalten bleiben. Nicht Apostel, sondern die Vollversammlung aller Mitglieder der Urgemeinde wählte laut Apg 6, 5 und Apg 15, 22 neue Führungspersonen. In den synoptischen Texten vom Rangstreit der Jünger (u.a. Mk 10, 35-45) wird ein Führungsprivileg für Einzelne - hier die Zebedaiden Jakobus und Johannes, zwei der drei „Säulen“ - ausdrücklich abgelehnt und der Wunsch danach scharf kritisiert. Eine spätere Leitung des Jakobus lässt sich aus Apg 21, 15ff folgern, wo er mit den „Ältesten“ zusammen auftrat. Das Testimonium Flavianum bestätigt, dass er - offenbar als Leiter der Urgemeinde - im Jahr 62 vom Hohen Rat gesteinigt wurde. Seine Enkel sollen nach Zitaten Hegesipps bei Eusebius unter Domitian verhaftet worden sein: Dann hatten sie noch zwei Generationen später eine Führungsrolle im Christentum. Manche Historiker folgern daraus, dass im 2. Jahrhundert ein teilweise dynastisches Bischofsamt entstand, das nachträglich auf die apostolische Autorität zurückgeführt wurde. Die um 100 entstandenen Ignatiusbriefe wissen noch nichts von einem solchen Amt. Es war der ersten Christengeneration unbekannt und in ihrem Selbstverständnis nicht vorgesehen: Alle Christen waren gemäß Jesu Gebot des gemeinsamen Dienens ohne Rangordnung (Mk 10, 43-45) gleichermaßen die „Heiligen“ (Röm 15, 25). Zwar hatten die Apostel als Zeugen der Ostererscheinungen Jesu die unumstrittene Autorität; aber das monarchische Episkopat lässt sich schwerlich direkt daraus ableiten. Im 4. Jahrhundert erwähnt Hieronymus eine römische Amtszeit des Petrus von 25 Jahren: Das setzt einen Romaufenthalt des Petrus vom Jahr 40 an voraus. Dem widerspricht Apg 15, 7, wonach Petrus mindestens bis 48 einer der Leiter der Urgemeinde war. Manche Historiker argumentieren zudem, die römische Kirche hätte ihren Führungsanspruch viel früher zur Geltung gebracht, wenn ihr ein Romaufenthalt und die zeitweise Leitung der römischen Gemeinde durch Petrus selbst bekannt gewesen wären. Sein Bischofsamt in Rom gilt daher meist als unhistorische Rechtfertigung des römischen Patriarchats und dann des päpstlichen Führungsanspruchs.

Die Bedeutung des Petrus

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in der Theologie der katholischen Kirche

Die katholische Tradition betrachtet Petrus als ersten Vorsteher (Papst) der ecclesia catholica, das heißt, der universalen Kirche. Sie leitet daraus das Amt des Papstes und den Führungsanspruch des römischen Vatikan für die Gesamtkirche ab. Diese von Jesus verliehene Autorität des Petrus möchte sie vor allem mit Mt 16, 13ff belegen (zitiert nach der Lutherbibel): :Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. Daneben werden weitere Belegstellen genannt (Einheitsübersetzung): :Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweitenmal [...]. Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? [...] Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles, du weißt, daß ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! (Joh 21,15-17, gekürzt) :Simon, Simon, der Satan hat verlangt, daß er euch wie Weizen sieben darf. Ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder. (Lk 22, 31.32) Die römisch-katholische Kirche leitet unter anderem daraus ein besonderes Amt des Petrus ab und begründet damit ihre Auffassung von der Stellung des Papstes, der ein Nachfolger Petri und im Bischofsamt von Rom der Stellvertreter Christi auf Erden und Leiter der ganzen Kirche sei. Die von ihr angenommene besondere Vollmacht des Petrus sei in einer historisch ununterbrochen Kette auf alle als seine Nachfolger im römischen Bischofsamt angesehenen Päpste übergegangen (Apostolische Sukzession). Linus wäre der unmittelbare Nachfolger des Petrus. Aufgrund dieser Auslegung der neutestamentlichen Passagen und der vorausgesetzten historischen Kontinuität beansprucht der römische Bischof bis heute seinen Vorrang über alle übrigen Ortskirchen.

in der Theologie reformatorischer Kirchen

Die protestantischen und anglikanischen Kirchen lehnen seit der Reformation wie die Orthodoxe Kirche seit dem frühen Mittelalter die römisch-katholische Lehre eines „Petrusamtes“ ab. Petrus ist auch nach evangelischem Verständnis ein besonderer Jünger Jesu, aber nur als Ur- und Vorbild aller gläubigen Menschen, die trotz ihres Bekenntnisses zu Christus immer wieder versagen und trotz ihres Versagens von Gott die Zusage der gegenwärtigen Vergebung und zukünftigen Erlösung erhalten. Felsen bezieht sich nach evangelischer Exegese zum einen auf Christus selbst: Dieser kann nach Psalm 62, wonach nur Gott der Felsen des Heils, der Hoffnung und Hilfe sein kann, als „Fels“ angesehen werden. Demnach könne Jesus mit „Fels“ keinen bestimmten Menschen gemeint haben, sondern nur sein persönliches, nicht auf andere übertragbares Glaubensbekenntnis. Die Kirche basiere daher nicht auf einer historischen Amtsnachfolge einzelner Petrusnachfolger. Sondern alle, die wie Petrus zu Jüngern Jesu werden, seien seine Nachfolger und damit Teil der Gemeinschaft, die Christus berufen habe, seine Zeugen zu sein. Gott sei in Christus allen Menschen gleich nahe („Äquidistanz“), so dass außer Christus keine weiteren Mittler nötig und möglich seien. Dieses „Priestertum aller Gläubigen“ verbot für Martin Luther jeden Rückfall in das seit dem stellvertretenden Sühnopfer des Gekreuzigten überwundene hierarchisch-sakrale, aus dem Tempelkult des Judentums stammende Amtsverständnis. Eine Sondervollmacht Petri lasse sich aus dem NT nicht herleiten: Die „Schlüsselgewalt“ zum Binden und Lösen der Sünden werde nach Mt 18, 18 und Jh 20, 21-23 allen Jüngern gegeben. Besonders Matthäus lasse keinen Zweifel daran, dass die christliche Gemeinde nur auf dem Glaubensgehorsam aller ihrer Mitglieder erbaut sein könne. Denn dort wird die Bergpredigt Jesu mit dem Zuspruch eröffnet (Mt 5, 14): :Ihr seid das Licht der Welt! Sie endet mit dem Anspruch (Mt 7, 24): :Darum, wer diese meine Rede hört und tut, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen (petra) baute. Demgemäß habe Petrus auch keine eigene Erstvision, sondern mit allen Jüngern gemeinsam den Auftrag des Auferstandenen erhalten, alle Getauften aus den Völkern das Befolgen der Gebote Jesu zu lehren: Die damit verbundene Zusage der Geistesgegenwart Christi sei der eigentliche „Fels“, auf dem die Kirche gebaut sei (Mt 28, 19f). Das Wirken des Heiligen Geistes lasse sich nicht erneut in menschliche Formen und Rituale zwängen und „festnageln“. Darum bezweifelten protestantische Historiker oft nicht nur das Bischofsamt, sondern schon den Romaufenthalt des Petrus. Heute schließen sie diese Möglichkeit nicht aus, ohne deswegen das Papsttum anzuerkennen. Denn auch eine mögliche „Amtsübergabe“ des Petrus an seinen Nachfolger in Rom begründe keine Vorrangstellung des römischen Bischofs für alle Zeit.

Verehrung

Der Gedenktag von Petrus (und Paulus) ist der 29. Juni. Ihnen zu Ehren ist in der Orthodoxen Kirche ein leichtes Fasten, das so genannte Apostelfasten, von einer Woche nach Pfingsten bis zu diesem Tag üblich. Petrus ist einer der wichtigsten katholischen Heiligen und gilt als Schutzpatron
- der Päpste Päpste Päpste
- der Städte Rom, Trier. Regensburg, Bremen und Poznan bzw. Posen
- der Berufe Metzger, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmied, Gießer, Uhrmacher, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Netzweber, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer
- der Reuigen, Büßenden, Beichtenden, Jungfrauen und Schiffbrüchigen Katholische Gläubige rufen Petrus als Heiligen an gegen Besessenheit, Fallsucht, Tollwut, Fieber, Schlangenbiss, Fußleiden und Diebstahl. Im Volksglauben wird er auch für Regenwetter verantwortlich gemacht, weil er die Schlüssel zum Himmel hat. Weltweit sind nach dem heiligen Petrus zahlreiche Orte und Kirchen benannt. Die berühmteste davon ist der Petersdom im Vatikan.

Ikonografie

In der Kunst wird Petrus gewöhnlich als ein alter Mann mit lockigem Haar und Bart mit den Attributen Schlüssel, Schiff, Buch, Hahn, oder umgedrehtes Kreuz dargestellt. Besonders beim Attribut Schlüssel ist anzumerken, dass es sich zumeist um zwei verschiedenfarbige Exemplare handelt, die die Macht über Erde und Himmelreich symbolisieren.

Literatur


- Petrus - Der Apostel mit dem voreiligen Mundwerk, in: John F. MacArthur: Zwölf ganz normale Menschen, Bielefeld, 2. Aufl. 2005, S. 43-75, ISBN 3-89397-959-X ([http://clv.dyndns.info/pdf/255959.pdf PDF-Download], geschrieben aus evangelikaler Sicht)

Siehe auch


- Liste der Seligen und Heiligen
- Liste der Päpste
- Portal: Bibel

Weblinks


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- [http://www.theologie-systematisch.de/ekklesiologie/3nt.htm Aktuelle Literatur zu den neutestamentlichen Kirchen und zur Bedeutung des Simon Petrus]
Kategorie:Mann Kategorie:Heiliger Kategorie:Papst Kategorie:Bischof (1. Jh.) Kategorie:biblische Person neues Testament ja:ペトロ ko:페트루스

Papst

Papst (v. griech.: pappas, Vater; v. lat.: papa, Papa, Vater) ist der religiöse Titel für das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche (auch: Heiliger Vater oder Santo Padre). Römisch-Katholischen Kirche Unter der Bezeichnung Heiliger Stuhl agiert der Papst sowohl allein, als auch zusammen mit der Kurie international als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt und vertritt zugleich den Vatikanstaat (als staatliches Völkerrechtssubjekt), dessen Staatsoberhaupt er ist. Der aktuelle Papst ist Benedikt XVI., der am 19. April 2005 in dieses Amt gewählt wurde. Seit 1871 residiert der Papst im Apostolischen Palast neben dem Petersdom. Kathedralkirche des Papstes ist die Lateranbasilika. Der Papst-Thron wird auch Kathedra Petri genannt.

Geschichte

Kathedra Petri)]] Der Papst ist nach katholischer Auffassung und der einiger anderer christlicher Kirchen Nachfolger des Apostels Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird und vermutlich um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitten hat. Einige Kritiker und einige Historiker bezweifeln jedoch, dass er je dort war. Begründet wird dieser Anspruch mit einer Stelle aus dem Matthäus-Evangelium der Bibel (Kapitel 16, Vers 18-19), die wie folgt lautet (Einheitsübersetzung): Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich. Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein. Und was du auf Erden lösest, soll im Himmel gelöst sein. Umstritten ist, ob der 1. Clemensbrief aus dem Jahre 98 bereits eine Vorrangstellung der Gemeinde von Rom dokumentiert oder als brüderliche Ermahnung unter Gleichberechtigten anzusehen ist. In diesem Brief an die Gemeinde von Korinth fordert der damalige Bischof von Rom, Clemens, von den Korinthern die Rücknahme von abgesetzten Presbytern. Er nimmt Bezug auf das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus in Rom. In der römisch-katholischen Kirche stammt die erste bekannte Verbindung des Titels "Papst" mit dem Bischof von Rom aus der Zeit des Marcellinus (†304), der in der Grabinschrift des Diakons Severus so bezeichnet wird. Bischof Siricius von Rom (385399) bezeichnet sich als Erster amtlich als papa, als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom wird der Begriff von Gregor I. (590-604) gesetzlich festgeschrieben. Vorher (ab dem 3. Jahrhundert) war es eine Ehrbezeichnung für Bischöfe, Patriarchen und Äbte vor allem im Orient – da die koptische Kirche bereits seit dem Konzil von Chalcedon 451 (vor Gregor) nicht mehr zur gleichen Kirche wie die lateinische gehört, führt ihr Oberhaupt ebenfalls den Titel Papst. Seit Leo I. (Bischof von Rom 440 bis 461) führt der römische Papst die Bezeichnung „Pontifex Maximus“, den bis zu Kaiser Gratian der römische Kaiser als oberster römischer Priester trug (mögliche Etymologien unter anderem: Oberster Brückenbauer oder Pfadbahner). Im Mittelalter ergab sich des Öfteren die Situation, dass es mehrere Päpste gleichzeitig gab, da zu Lebzeiten eines bereits kanonisch gewählten Papstes ein Gegenpapst eingesetzt wurde. Dazu kam es, weil sich zum Beispiel das Kardinalskollegium spaltete, der Kaiser oder römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Solche Eingriffe sind inzwischen unter Androhung der Exkommunikation verboten. Außerdem kam es im 14. Jahrhundert zur Verlegung der Residenz nach Avignon und zum großen Schisma (siehe Avignonesisches Papsttum und Abendländisches Schisma). Im 15. Jahrhundert gewann der Konziliarismus an Auftrieb, der aber bald zurückgedrängt wurde.

Titel

Die Titel des Papstes lauten:
- Bischof von Rom
- Stellvertreter Jesu Christi auf Erden (Vicarius Christi)
- Nachfolger des Apostelfürsten (gemeint ist Petrus; beide Titel haben kirchenrechtlich keine Konsequenzen und spiegeln nur religiöse Aspekte wider)
- Oberster Priester der Weltkirche (Ehrentitel, der seine Stellung in der Liturgie regelt, gerade wenn Patriarchen konzelebrieren.)
- Oberster Brückenbauer (Pontifex maximus) (Geht zurück auf den Titel Pontifex Maximus im römischen Reich)
- Patriarch des Abendlandes
- Primas von Italien (ein Ehrenvorrecht, Primatentitel sind in der Rechtstellung aufgehoben)
- Metropolit und Erzbischof der Kirchenprovinz Rom (wie alle Erzbischöfe übt er eine Art Supervision über die Bischöfe der umliegenden Diözesen aus)
- Souverän des Staates der Vatikanstadt (der weltliche Titel des Papstes)
- Diener der Diener Gottes (ein Titel, den sich Papst Gregor der Große gegeben hat. Lateinisch: servus servorum dei)

Insignien

Vatikanstadt nicht mehr getragen]] Die päpstlichen Insignien bestehen aus
- dem Papstthron
- der Papstkrone (Tiara). Papst Paul VI. war bislang der letzte Papst, der mit der Tiara gekrönt wurde. 1964 legte er die Tiara ab. Seine Nachfolger verzichteten fortan auf eine Krönungszerememonie, führten die Tiara aber weiterhin in ihrem persönlichen Wappen. Papst Benedikt XVI. ersetzte die Tiara in seinem persönlichen Wappen durch eine einfache Bischofsmitra mit drei goldenen, in der Mitte verbundenen Ringen.
- dem päpstlichen Hirtenstab (Ferula)
- dem Fischerring (anulus piscatoris)
- dem Pallium
- sowie einigen liturgischen Gewändern

Kleidung

Reisebekleidung und Alltagskleidung: Jeder Papst trägt sein eigenes Wappen auf den Gürtel gestickt. Der sog. Mantello ist ein roter Mantel für kaltes Wetter. Wie jeder Bischof trägt auch der Papst ein Pileolus. Im Laufe der Zeit hat sich die Bekleidung des Papstes zum Teil grundlegend verändert. Bis auf die Papstkrone sind die päpstlichen Insignien spezielle Varianten der bischöflichen Insignien.

Kirchenrecht

Wahl

Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht jeder getaufte männliche Katholik gewählt werden; es gibt keine näheren Bestimmungen außer der, daß er unverheiratet sein muss. Allerdings war der letzte nicht als Kardinal gewählte Papst Urban VI. im 14. Jahrhundert (1378). Der Papst wird im Konklave, einer Versammlung aller Kardinäle, die zum Zeitpunkt des Todes des Vorgängers jünger als 80 Jahre sind, auf Lebenszeit gewählt. Das Konklave wird jeweils in der Sixtinischen Kapelle (la cappella sistina) abgehalten. 1996 wurde mit der Konstitution Universi Dominici Gregis die früher geforderte Zweidrittelmehrheit plus eine Stimme ab dem 33. erfolglosen Wahlgang durch eine absolute Mehrheit ersetzt. Ist der Gewählte kein Bischof, oder ist er gar nur Laie, wird er noch im Konklave zum Bischof von Rom geweiht, so dass er dann Papst werden kann. Nach (römisch-katholischem) kirchlichem Recht ist der Papst, wie alle Bischöfe, immer ein Mann. Ob es die in verschiedenen Überlieferungen erwähnte Päpstin Johanna tatsächlich gegeben hat, ist historisch nicht gesichert. siehe auch: Sedisvakanz, Konklave

Namensgebung

Nach der erfolgten Wahl wird der neue Papst gefragt, welchen Namen er annimmt. Die Namenswahl unterliegt der freien Entscheidung des Papstes. Aus der Wahl des Namens versuchen Beobachter politische Ziele des neuen Papstes abzuleiten, indem die charakteristischen Eigenschaften von vorherigen Päpsten sowie Heiligen dieses Namens untersucht werden. So war der Name Pius vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der mit Abstand am häufigsten gewählte Name. Seit dem Tod von Pius XII. (1958) wurde er jedoch nicht mehr gewählt, da diesem Papst oft Untätigkeit gegenüber dem Holocaust vorgeworfen wird. Zudem verkörperten viele Päpste dieses Namens die besonders konservativen Kräfte der Kirche, wie Pius IX. mit dem Syllabus Errorum und Pius X. mit dem Antimodernisteneid. Ein Papst, der sich heute Pius nennen würde, gälte daher von Anfang an als sehr konservativ. (Lucian Pulvermacher, das Oberhaupt der ultrakonservativen True Catholic Church, hat sich den Namen Pius XIII. gegeben.) Päpste können Namen annehmen, die die latinisierte Form ihres bürgerlichen Namens darstellen (Hadrian VI. = Adrian Florisz, Marcellus II. = Marcello Cervini), was jedoch seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr vorgekommen ist. Viele Päpste nehmen die Namen bedeutender Vorgänger an (Leo, Gregor) oder auch jene von Heiligen (z. B. Paul VI. nach dem Apostel Paulus). Andere gehen nach der Bedeutung der Namen (Pius = fromm; Innozenz = unschuldig). Einige Päpste wählen ihren Namen aus persönlichen Gründen (Johannes XXIII. zu Ehren seines Vaters). Ursprünglich behielten die Päpste nach der Wahl ihren bürgerlichen Vornamen. Der erste Papst, der seinen Namen änderte, war Johannes II. im Jahr 533. Er hieß eigentlich Mercurius und wollte als Papst nicht den Namen eines heidnischen Gottes tragen. Jedoch blieb die Annahme eines neuen Namens bis zum Ende des 1. Jahrtausends eine Ausnahme. Der erste Papstname, der wiederholt verwendet wurde, war Sixtus (257). Seitdem werden die Namen, die mehrfach vergeben werden, wie Herrschernamen mit römischen Ziffern versehen. Die Päpste der Antike und des Frühmittelalters trugen jedoch häufig Namen, die kein zweites Mal in Gebrauch kamen. Einige der antiken Namen (Clemens, Pius) wurden ab dem Hochmittelalter und damit dem Aufkommen der Namenswahl wieder aufgegriffen. Johannes Paul I. wählte in Erinnerung an seine beiden Vorgänger den ersten Doppelnamen der Papstgeschichte. Zugleich ist dies der erste neue Papstname seit Lando (913-914). Nachdem er nach 33 Tagen im Amt starb, wählte sein Nachfolger Karol Wojtyła ebenfalls diesen Papstnamen und wurde Johannes Paul II. genannt. Der Name des derzeitigen Papstes Benedikt XVI. nimmt Bezug auf Benedikt XV. (1914-1922), der vergeblich versuchte, den Ersten Weltkrieg zu verhindern bzw. zu beenden, sowie auf den Mönchsvater und Patron Europas, Benedikt von Nursia.

Rücktritte

Päpste werden grundsätzlich auf Lebenszeit gewählt, das Kirchenrecht sieht aber auch ausdrücklich die Möglichkeit eines Rücktritts vor: :Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, dass er von irgendwem angenommen wird. (Can. 332 — § 2. CIC) Es gibt mehrere Beispiele von Rücktritten in der Geschichte der römischen Päpste: Der bekannteste dürfte der Rücktritt Coelestins V. im Jahr 1294 sein. Papst Gregor XII. wurde im Zuge des Konzils von Konstanz zum Rücktritt gezwungen. Benedikt IX. war ganze drei Mal Papst, trat dreimal zurück (1044, 1045, 1048) zu Gunsten seiner Verwandten. Die fromme Legende, es wäre bis jetzt nur ein Papst zurückgetreten (Coelestin V.), ist historisch nicht haltbar und widerlegt. Der am 2. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. lehnte noch in seinen letzten Lebenswochen einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ab. Er begründete dies damit, dass er „sein Kreuz tragen“ und Christus im Leiden nachfolgen wolle. Auch Jesus sei nicht vom Kreuze gestiegen. Insbesondere in westlichen Gesellschaften wurde er dafür kritisiert; einige nehmen an, dies sei auf eine Tabuisierung des öffentlichen Leidens und Sterbens in westlichen Gesellschaften zurückzuführen.

Stellung und Kritik

Der universale Primatsanspruch des Bischofs von Rom entwickelte sich im Lauf des ersten Jahrtausends und gipfelte im Dictatus Papae von 1075. Der Papst gilt in der römisch-katholischen Kirche als oberster Herr der Gesamtkirche und Stellvertreter Christi auf Erden – ein Anspruch, der, abgesehen von den Unierten Kirchen, von allen übrigen Kirchen nicht anerkannt wird. Das erste Vatikanische Konzil (18691870) erhob die Glaubensüberzeugung, der Papst sei, wenn er ex cathedra spricht, in Glaubensfragen unfehlbar, zum Dogma. Auch dieser Anspruch wird von den übrigen Kirchen abgelehnt; als Folge entstand zudem die Alt-Katholische Kirche. Ausdrücklich angewendet wurde das Unfehlbarkeitsdogma seit 1870 ein einziges Mal, 1950 bei der Formulierung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Enzykliken und Lehrschreiben des Papstes sind für die römisch-katholische Kirche zwar bindend, aber nicht ohne weiteres als unfehlbare Lehrentscheidungen anzusehen. Die theologische Diskussion hierüber ist nicht abgeschlossen. In der Alten Kirche gab es fünf maßgebliche Patriarchen (in der Reihenfolge des durch ökumenische Konzile definierten Ehrenvortritts): # den Bischof von Rom # den Bischof von Konstantinopel (seit Chalcedon im gleichen Rang wie Rom, aber im Vortritt nach Rom, da Rom älter ist) # den Bischof von Alexandria # den Bischof von Antiochia # den Bischof von Jerusalem Damals schon galt unter einigen Christen der römische Bischofssitz als „primus inter pares“, da Rom die Hauptstadt des Römischen Reiches war und die Kirche von Rom insbesondere durch die Gräber der „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus als verehrungswürdig angesehen wurde. Der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea († 339) notiert das Martyrium von Petrus und Paulus in Rom, als sei es eine in der ganzen Kirche bekannte Tatsache. Irenäus von Lyon († um 202) gibt die römische Ortstradition wieder, wonach das römische Bischofsamt sich in direkter Nachfolge vom Apostel Petrus herleite, der der erste Vorsteher (episkopos) der römischen Christengemeinde gewesen sei. Aber auch das Patriarchat von Antiochia beruft sich darauf, dass Petrus (bevor er nach Rom gegangen sei) dort der erste Bischof war (seit dem Jahr 38). Ebenso führen sich die übrigen Patriarchate (und einige weitere östliche Bischofssitze) auf einen Apostel zurück. Ob Petrus überhaupt jemals in Rom gewesen ist, ist unter Historikern umstritten. Die römische Petrustradition ist historisch nicht ausgeschlossen, war aber in den ersten Jahrhunderten kein wichtiges Thema. Für die Anwendung von Matthäus 16,18 auf die Bischöfe von Rom als Petrusnachfolger findet sich das früheste schriftliche Zeugnis bei Papst Damasus I. im 4. Jahrhundert. Dort wird auch die römische Kirche erstmals exklusiv als "sedes apostolica" (apostolischer Stuhl) bezeichnet - eine Sonderstellung, die von den übrigen Patriarchaten nicht anerkannt wird. Durch die Teilung des Römischen Reiches wurden aber die monarchischen Tendenzen des einzigen westlichen (lateinischen) Patriarchensitzes weiter begünstigt. Scharfe Kritiker sehen im Papsttum die Fortsetzung des Machtanspruchs des alten Roms. Die Konstantinische Wende rief einen völlig anderen Menschenschlag als den bisherigen an die Spitze der noch jungen Kirche. Während in den ersten Jahrhunderten Christen noch grausam verfolgt wurden und zum Christsein außerordentlich viel Mut gehörte, war nun das Christentum Teil der kaiserlichen Machtpolitik geworden und bot begehrenswerte (weil gut bezahlte und einflussreiche) Ämter. Die römische Kirche hatte im Westen die traditionelle Vorherrschaft Roms übernommen. Versuche, sie auf die übrigen Patriarchate auszudehnen, scheiterten jedoch. In der Folge setzte sich das Papsttum in Westeuropa mehr und mehr auch als weltlicher Herrscher durch. Eine Stellvertreterschaft Gottes, die aus der Bibel nicht stichhaltig abzuleiten sei, habe ihr Vorbild dagegen im römischen Kaisertum. So war der Papst im Hochmittelalter in geistlichen und weltlichen Fragen Gebieter über Könige und Völker, was sich jedoch ab dem 14. Jahrhundert immer weniger durchsetzen ließ. Auch auf religiösem Gebiet kam es im Spätmittelalter zu einer immer stärkeren Diversifikation, wobei die Kirche allerdings hart gegen Andersdenkende in ihrem Machtbereich vorging.

Literatur


- Ludwig Ring-Eifel: Weltmacht Vatikan. Päpste machen Politik., Pattloch Verlag München 2004, ISBN 3629016790
- Horst Fuhrmann: Die Päpste, Beck, 2004, ISBN 3406510973
- Horst Herrmann: Die Heiligen Väter. Aufbau-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3746681103
- Georg Schwaiger: Papsttum und Päpste im 20. Jahrhundert. Von Leo XIII. zu Johannes Paul II.,C.H. Beck Verlag 1999, ISBN 3406448925
- Georg Denzler: Das Papsttum, C.H. Beck Verlag 1997, ISBN 3406418651
- Ludwig Freiherr von Pastor: Die Geschichte der Päpste, Freiburg im Breisgau 1928, 15 Bde.

Weblinks


- [http://www.katholisch.de/9000.htm Katholische Kirche im Internet: Der Papst]
- [http://www.ikvu.de/papst/ IKvu-SPECIAL: Papstamt und Petrusdienst]
- [http://www.requiem-projekt.de Datenbank zu den Grabmälern und Karrieren der Päpste in Renaissance und Barock]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Religion_und_Spiritualit%c3%a4t/Christentum/Glaubensrichtungen/Katholische/Personen/P%c3%a4pste/ Open Directory Project: Päpste]
- [http://papst.jesus.ch/ Papst Special auf jesus.ch]
- [http://www.theologie-systematisch.de/ekklesiologie/12staende.htm Aktuelle Literatur zum Papstamt]
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/body_deutsche_papste.html "Die acht deutschen Päpste"]
- [http://stephanscom.at/papst/benediktxvi/0/articles/2005/04/21/a8246/ Artikel über die deutschen Päpste]

Siehe auch


- Liste der Päpste
- Papstbesuche in Deutschland
- Papstaudienz
- Liste der historischen Gegenpäpste
- Konzil
- Sedisvakanz
- Konklave (d.h. Papstwahl)
- Primat
- Religiöse Titel
- Päpstin Johanna
- Pornokratie (Mätressenherrschaft) Kategorie:Christentum
-
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher Kategorie:Römisch-Katholische Kirche Kategorie:Kirchenwesen Kategorie:Herrschertitel Kategorie:Kirchliches Amt als:Papst ja:ローマ教皇 ko:교황 ms:Paus (Katholik) nb:Pave simple:Pope th:พระสันตะปาปา

Nikolaus II.

Nikolaus ist ein männlicher Vorname. Der mit Abstand bekannteste Namensträger ist der heilige Nikolaus, auf den der moderne Weihnachtsmann zurückgeht. Umgangssprachlich wird auch der Nikolaustag am 6. Dezember kurz Nikolaus genannt.

Varianten


- Nicolaus
- Niklaus
- Nicolas
- Nikolas
- Nicholas
- Nikolaos
- Nikolaj
- Niccolò
- Niclas
- Niklas
- Nicklas
- Miklosch
- Nikita Kurzform: Klaas, Claas, Klaus, Claus, Glowes, Niki, Nik, Nick, Nico, Nils, Nis,

Herkunft und Bedeutung

von griechisch: nikao 'siege' und laós 'Volk' = 'Sieger des Volkes'

Namenstag

6. Dezember, Nikolaustag, Festtag des heiligen Nikolaus von Myra

Nikolaus und Weihnachtsmann

Zur Rolle des Heiligen Nikolaus am Nikolaustag oder als Weihnachtsmann, siehe Nikolaus von Myra.

Bekannte Namensträger

Vornamen


- Heilige
  - Nikolaus von Myra (St. Nikolaus)
  - Nikolaus von der Flüe (Bruder Klaus)
  - Nicolas von Peru (Nicolino)
- Päpste
  - Nikolaus I.
  - Nikolaus II.
  - Nikolaus III.
  - Nikolaus IV.
  - Nikolaus V.
  - Nikolaus V. (Gegenpapst)
- Griechische Patriarchen
  - Nikolaos II. Chrysoberges (984-996)
  - Nikolaos IV. Muzalon (1147-1151)
- Zaren
  - Nikolaus I. (1825-1855)
  - Nikolaus II. (1894-1918)
- Könige
  - Nikola I. von Montenegro (1910-1916)
- Herzöge
  - Nikolaus I. von Lothringen (1471-1473)
  - Nikolaus II. von Lothringen (1634-1661)
  - Nikolaus von Lothringen-Mercœur (1569-1577)
- Wissenschaftler
  - Nikolaus Kopernikus (1473-1543)
  - Nikolaus von Kues (1401)
  - Nikola Tesla (1856-1943)
  - Niklas Luhmann (1927-1998)
  - Nikolaos Platon (1909-1992)
  - Niklaus Wirth (1934-)
- Musiker
  - Niccolò Paganini (1782-1840)
  - Nikolaos Mantzaros (1795-1872)
  - Nikolaus Harnoncourt (
- am Nikolaustag 1929)
- Schriftsteller
  - Niccolò Machiavelli (1469-1527)
  - Nikolaus Lenau (1802-1850)
- Weitere
  - Nikolaus von Amiens (12. Jh.)
  - Nikolaus von Basel (1395)
  - Nikolaus von Bibra (1307)
  - Nikolaus von Butrinto (1316)
  - Nicolaus Cabasilas
  - Nikolaus von Clémanges († 1437)
  - Nikolaus von Dinkelsbühl (1360-1433)
  - Nikolaus von Gorran (1210-1295)
  - Nikolaus von Hannapes (1225-1291)
  - Nikolaus (Vischel) von Heiligenkreuz (1250-1330)
  - Nikolaus von Hereford (1417)
  - Nikolaus von Luxemburg († 1358)
  - Nikolaus von Lyra
  - Nikolaos von Methone (12. Jh.)
  - Nikolaus von Paris (13. Jh.)
  - Nikolaus von Poggibonsi (14. Jh.)
  - Nikolaus von Pressorio (1302)
  - Nikolaus von Reusner (1545-1602)
  - Nicolaus von Rostock (13. Jh.)
  - Nikolaus von Straßburg (14. Jh.)
  - Nikolaus von Tolentino (1245-1305)
  - Nikolaus von Verdun (1205)

Nachnamen


- Wilhelm Niklas (
- 1887) Politiker
- Jan Niklas (
- 1947) Schauspieler
- Jack Nicklaus (
- 1940) Golfspieler

Geografische Bezeichnungen


- San Nicolás
- Sint-Niklaas, Belgien
- St. Niklaus
- St. Nikolaus, Stadtteil von Innsbruck
- St. Nikolaus, Ortsteil von Großrosseln

Kirchengebäude


- St.-Nikolaus-Kathedrale, Freiburg im Üechtland
- St.-Nikolaus-Kirche, Gimmeldingen (Ortsteil von Neustadt an der Weinstr.)

Siehe auch


- Liste gebräuchlicher Vornamen
- Nikolausdecke
- Nikolaus-Schiff
- Das Haus vom Nikolaus - Zeichenspiel und Reim
- Nicolaikirche, Nikolaikirche
- Nikolausphysik Kategorie:Männlicher Vorname als:Nikolaus (Gabenbringer)

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Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Papst Nikolaus II. belehnt den Normannen Robert Guiscard mit Apulien, Kalabrien und Sizilien.
- Normannen erkennen päpstliche Lehnsoberhoheit an.
- Im Lateran zu Rom wird die "Laieninvestitur" verboten, so dass der weltliche Einfluss auf Papstwahlen ausgeschlossen wird und diese den Kardinälen vorbehält.

Geboren


-

Gestorben


- 18. Oktober - Burchard I. von Halberstadt, deutscher Kleriker und Politiker, Bischof von Halberstadt (
- um 1005) ko:1059년

Tiara

Die Tiara (aus dem griech. tiára, auch triregnum oder Papstkrone genannt) ist die früher bei feierlichen Anlässen getragene außerliturgische Krone des Papstes mit dreifachem Kronreif. Ursprünglich war die Tiara ein hoher spitzer oder kegelförmiger Turban mit Goldreif der altpersischen Könige. Sie entwickelte sich aus der Mitra. Die ersten Tiaren stammen aus dem 7./8. Jahrhundert und besaßen eine helm- und mitraartige Form. Im 8. Jahrhundert wird eine derartige Kopfbedeckung des Papstes Konstantin I. (nicht identisch mit dem gleichnamigen Römischen Kaiser) zum erstenmal schriftlich erwähnt. Um das 10. Jahrhundert kam der erste Kronreif hinzu, und gegen Ende des 13. Jahrhunderts besaß die Tiara bereits zwei Kronreifen. Seit 1300 besitzt sie drei Kronreifen, zu sehen erstmals auf dem Grabmal Papst Bonifaz' VIII. in den Grotten unter dem Petersdom. Auf der Rückseite waren zwei lose hängende Bänder, so genannte Infuln angebracht. Die drei Reifen sollen die Hauptaufgaben des Papstamtes symbolisieren: :Lehren, Lenken, Heiligen bzw. seine Priester-, Hirten- und Lehrgewalt. In einer anderen Deutung symbolisieren sie die göttliche Dreifaltigkeit. Der Reichsapfel und das Kreuz kamen im 16. Jahrhundert dazu. Die Tiaren wurden den jeweiligen Päpsten meist von ihrer Heimatdiözese geschenkt. „Die Tiara erhalten“ ist eine Redewendung, die bedeutet, dass ein neuer Papst in sein Amt eingeführt wird. Papst Paul VI. verschenkte seine Tiara 1964 während des Zweiten Vatikanischen Konzils zugunsten von armen Menschen. Diese letzte Tiara wird in der Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception von Washington, D.C. aufbewahrt, als Dank an US-amerikanische Katholiken für ihre Wohltätigkeit in der Dritten Welt. Die beiden Nachfolger Johannes Paul I. und Johannes Paul II. ließen sich zwar nicht mehr mit der Tiara krönen, führten sie aber weiterhin im Wappen. Erst Benedikt XVI. ersetzte auch im Papstwappen die Tiara durch eine einfache Mitra mit drei goldenen Querstreifen.

Weblinks


- [http://www.kath.de/kurs/vatikan/tiara.php www.kath.de/kurs/vatikan/tiara]
- [http://www.nationalshrine.com/site/apps/s/content.asp?c=etITK6OTG&b=108020&ct=160369 Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception, Aufbewahrungsort der Tiara von Papst Paul VI.] Kategorie:Kopfbedeckung Kategorie:Insigne Kategorie:Römisch-Katholische Kirche Kategorie:Papsttum

Papstwappen

Das Papstwappen setzt sich in der Regel zusammen aus: der Tiara (Papstkrone), die als Zier in der Mitte aufgesetzt ist. Darunter folgen zwei sich kreuzende Schlüssel jeweils in goldener und silberner Farbe, als Symbol des Petrus des Stellvertreters Jesu Christi auf Erden. Die Schlüsselbärte weisen in der Negativdarstellung ein Kreuz auf. Auf der Schnittfläche der sich kreuzenden Schlüssel ist ein von Amtszeit zu Amtszeit wechselnder Schild zu sehen, dessen Symbole in heraldischen Farben den Wahlspruch des jeweiligen Papstes widerspiegeln sollen. Der jeweilige Papst legt diese Symbole zu Beginn seines Pontifikats fest. Meistens entstammen sie aus seinem bisherigen Bischofswappen. Unterhalb des Wappens kann der Wahlspruch des Papstes angegeben sein z.B. „Totus tuus“ (Ganz dein) bei Papst Johannes Paul II. Im Laufe der Jahrhunderte unterlag das Papstwappen in seiner Struktur kaum einer Veränderung. Da die Tiara nicht mehr getragen wird, führt Papst Benedikt XVI. als erster Papst eine Mitra und das Pallium im Wappen.

Bisherige Wappen