:: wikimiki.org ::
| Inti |
Inti
Inti war in der Mythologie der Inka der Sonnengott und der Gott der Regenbögen. Er wurde als goldene Scheibe mit menschlichem Gesicht dargestellt. Der herrschende Inka wurde als lebender Inkarnation von Inti betrachtet.
Eingeführt wurde der Inti-Kult vom 9. Herrscher Pachacútec Yupanqui, dem ersten historisch eindeutig belegten Inka, in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Der Inti ist darüber hinaus die peruanische Währung. 1.000.000 Inti = 1 Nuevo Sol. Der Nuevo Sol ist in Neusilber geprägt.
Inka
Inka]
Die Inka waren ein südamerikanisches Indianervolk (indigene Völker Südamerikas), die zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert ein riesiges, gut durchorganisiertes Reich beherrschten. Zur Zeit der größten Ausdehnung erstreckte sich ihr Einfluss vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien, ein Gebiet das größer ist, als die Entfernung vom Nordkap bis Sizilien. Das rituelle, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum war die Hauptstadt Cuzco im heutigen Peru.
Inka war auch der Titel des Herrschers des Inkareichs.
Überblick
Peru]
Die Inka sprachen Quechua, verwendeten die Knotenschrift Quipú, die nur Ziffern ausdrückte, und die Tocapu-Muster, die in Textilien gewebt wurden und bei denen noch nicht sicher ist, ob es sich um eine Schrift handelte. Da die Inka kein Geld kannten, entwickelten sie auch keine Steuern im europäischen Sinn. Stattdessen entwickelten sie einen Beamtenstaat, der durch umfangreiche, exakte, statistische Aufzeichnungen alle Leistungen und Bedürfnisse, alle Ressourcen, Tributverpflichtungen und ihre Verteilung aufeinander abstimmte. Die für den Staat notwendigen Leistungen wurden deshalb durch streng im Kollektiv organisierte Arbeiten erbracht.
Ein Drittel ihrer Arbeitszeit hatten sie für Inti, die Sonne, die mit dem Inka-Herrscher gleichgesetzt wurde, ein weiteres Drittel ihrer Arbeitszeit für Alte, Kranke, Witwen, Waise und Hilfsbedürftige zu arbeiten. Das letzte Drittel ihrer Arbeitszeit durften sie für den Unterhalt ihrer Familie nutzen. Das "Volk der Sonne" lügt nicht, stiehlt nicht und ist nicht faul. Adel und Beamte hatten viele Privilegien, waren vom Feld- und Militärdienst befreit, durften mehrere Frauen haben und Schmuck tragen. Der jeweilige Herrscher wurde neben dem Sonnengott Inti, dem Schöpfergott Viracocha und der Erdgöttin Pachamama, als Gottheit verehrt.
Die Architekten, Straßen- und Brückenbauer leisteten großartige Arbeiten, was die 60 m lange Hängebrücke über den Río Apurímac, die 4'000 km lange und 8 Meter breite Küstenstraße und die 5'200 km lange und 6 m breite Andenstraße beeindruckend veranschaulichten. Auf ihnen waren Stafettenläufer unterwegs, die wichtige Nachrichten an einem Tag bis zu 400 km weiterleiten konnten. Das gesamte Straßennetz war ungefähr 40'000 km lang. Die Architekten errichteten Bauten aus tonnenschweren, zyklopischen Steinen, die sie verwinkelt fugenlos aneinander passten und die zum Teil trotz häufiger Erdbeben auch heute noch stehen.
Anden]]
Zahlreiche Operationen an Schädel und Extremitäten zeugen davon, dass die Inka medizinisch weit fortgeschritten waren. Werkzeuge und Waffen wurden aus Kupfer und Bronze hergestellt. Sie beherrschten die Webkunst und stellten Kleidung aus feiner Vicuña- und Alpakawolle her. Die gefundenen keramischen Gegenstände weisen einfache farbenfrohe Muster auf und besitzen nicht die Verspieltheit früherer Kulturen. Sie spielten auf der Okarina, einem Blasinstrument aus Ton bei ihren Feierlichkeiten und Festen.
Um Hungersnöten vorzubeugen und eine für die Bedingungen des Hochgebirges riesige Zahl von Menschen zu versorgen, wurden nahezu alle Hänge terrassiert und mit Kanälen bewässert. Überschüsse wurden in speziellen Speichern gelagert, die vor Regen schützten, in denen der Wind zirkulierte und hierdurch vor Fäule schützte. In einigen Fällen wurden Kartoffeln "gefriergetrocknet". Auf den hochgelegenen Terrassen wurden Mais, Kartoffeln, Quinoa, Amarant, Kürbis, Tomaten, Erdnüsse und Paprika angebaut. Als Haustiere hielten sie Lamas, Enten, Alpakas und das Meerschweinchen.
Geschichte
Meerschweinchen
Entstehung
Über die Entstehung der Inka gibt es mehrere, verschiedene Legenden. Die bekannteste ist die vom Chronisten Garcilaso de la Vega. Ihr zufolge soll der erste Inka Manco Cápac, der Sohn der Sonne, und seine Schwester Oqllo, vom Sonnengott Inti auf die Erde gesandt worden sein, um die Welt zu verbessern. Auf der Sonneninsel im Titicacasee erreichten sie die Erde. Der Sonnengott gab ihnen einen goldenen Stab mit; wo es ihnen gelang den Stab mit einem Schlag in die Erde zu treiben, sollten sie ihren Wohnsitz gründen. Nach langem Herumirren fanden sie eine Stelle und gründeten darauf um das Jahr 1200 die Stadt Cuzco, das nach ihrem Verständnis der Nabel der Welt war.
Den mythischen Titicacasee, eine tiefblau oder silbern leuchtende Fläche von 8.000 km², in der mehrere Inseln liegen, u.a. die Mond- und die Sonneninsel, auf der der Ritualstein Titi-Khar'ka liegt, betrachten die Quechua sprechenden Inka und die Aymara sprechenden Nachfahren des Volks von Tiahuanaco als heilig. Zwei Kulturen mit gemeinsamen Wurzeln: Das Wort "titi" bedeutet in der Aymara-Sprache "Bergkatze", "caca" in Quechua "Felsen".
Der Überlieferung nach hatte das Inkareich 13 Herrscher. Die ersten 8 sind halb geschichtliche, halb mythologische Gestalten. Die letzten 5 Inka sind geschichtlich erwiesen.
Aufstieg und Expansion
Die ersten spanischen Chronisten zeichneten bei ihrer Ankunft in Cuzco die mündlichen Überlieferungen der Inka auf. Diese Aufzeichnungen sind geschichtlich nicht erwiesen, ergeben aber ein Bild, wie die Inka durch Taktik und Eroberungen zu einem dominanten Volk in Südamerika aufgestiegen sind.
Als die Inka im Gebiet von Cuzco eintrafen, lebten hier noch verschiedene andere Stämme, unter anderem die Gualla und die Sauasera. Die Gualla wurden von dem relativ kleinen Volk der Inka angegriffen und allesamt getötet. Daraufhin schlossen sich die Sauasera mit einem anderen Stamm zusammen und versuchten sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Die Inka besiegten auch diesen Stammesverbund und machten sich daran, die übrigen Stämme zu unterwerfen. Durch die Besetzung der Bewässerungssysteme der Alcabiza und der Tributverpflichtung, die sie den Culunchima auferlegten, hatten sie das Gebiet zwischen den beiden Flüssen Huatanay und Tullumayo unter ihre Kontrolle gebracht.
Bei den Eroberungen spielte Inti als Kultobjekt eine große Rolle. Es wurde in einem Kasten aus Stroh aufbewahrt und als Heiligtum verehrt. Die Nachfahren des ersten Inka Manco Cápac wagten nicht den Kasten zu öffnen. Erst der vierte Inka Mayta Cápac brachte den Mut dazu auf. In der Legende heißt es, das heilige Objekt Inti habe sprechen können und Ratschläge für die Eroberungen gegeben. Der fünfte Inka Cápac Yupanqui führte erstmals Feldzüge gegen weiter entfernte Völker. Ab diesem Zeitpunkt gewannen die Inka regionale Bedeutung.
Die Ayarmaca, einer der wichtigsten Stämme in der Umgebung, wurde durch die Heirat der Tochter des Herrschers Tocay Cápac und Cápac Yupanqui gewonnen. Mit dieser Verbindung erfolgte auch ein militärischer Zusammenschluss. Der sechste Inka Inca Roca heiratete die Tochter des Herrschers der Guayllacan und aus dieser Verbindung ging der siebte Inka Yahuar Huacac hervor. Zu dieser Zeit wandelte sich das Verhältnis zu den Ayarmaca. Bis dahin waren die beiden Völker gleichberechtigt. Durch die zunehmende Dominanz der Inka kam es zu Konflikten. Der achte Inka Viracocha Inca besiegte schließlich seinen Rivalen Tocay Cápac und unterwarf das Volk der Ayarmaca.
Mit dem Volk der Quechua hatten die Inka gute wirtschaftliche Beziehungen, die durch Heirat von Viracocha Inca und der Tochter des Häuptlings noch gestärkt wurden. Deren Feinde, die Chanca, stellten auch für die Inka und Cuzco eine Bedrohung dar. Der Sohn Viracochas, Yupanqui, suchte Verbündete gegen die Chanca und fand sie in den beiden Stämmen Cana und Canchi. 1438 wurde Cuzco von den Chanca belagert. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit gelang es ihnen nicht, die Stadt einzunehmen. Schließlich wurden sie von Yupanqui besiegt. Yupanqui wurde noch im selben Jahr der neunte Inka und nahm den Namen Pachacútec an. Ab diesem Zeitpunkt gibt es genaue geschichtliche Aufzeichnungen.
Blütezeit des Inkareiches
Während der Regierungszeit Pachacútecs von 1438 bis 1471 erweiterte er das Inkagebiet in den Zentralanden vom Titicacasee bis nach Junín. Das Reich Tahuantinsuyo (auf Quechua Tahuantinsuyo, tahua - vier, antar - Provinz, suyo - Land) wurde nach den vier Himmelsrichtungen aufgeteilt, seine Flagge war die Regenbogenfahne und Cuzco entwickelte sich zum rituellen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum.
Regenbogenfahne
Pachacútec ließ in der Umgebung landwirtschaftliche Terrassen zum Anbau von Mais errichten, um damit die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Kanäle zu den Flüssen Río Sapphi und Río Tullumayo, die durch die gesamte Stadt führten, versorgten die Einwohner mit frischem Wasser und hielten die Stadt sauber.
Túpac Yupanqui übernahm 1471 als 10. Inka die Herrschaft des Reiches von seinem Vater. Unter seiner Führung errang das Inkareich die größte Ausdehnung. Durch Eroberungszüge konnte er das Gebiet zwischen Quito in Ecuador und Santiago in Chile dem Reich einverleiben. Hohe Würdenträger der unterlegenen Stämme wurden nach Cuzco berufen und mit wichtigen Verwaltungsfunktionen betraut. Dieser geschickte Schachzug sorgte nicht nur für innere Ruhe, sondern ließ Künstler, Denker und Wissenschaftler ansiedeln.
Huayna Cápac, der 11. Inka, übernahm 1493 das Reich. Er verlegte seinen Hauptsitz nach Quito, um den unsicheren Gebieten näher zu sein und bemühte sich um weitere Expansion. In seinen letzten Jahren erreichte ihn noch die Meldung von bärtigen, weißen Männern. Noch vor seinem Tod entschied er sich, das Reich zwischen seinen beiden Söhnen aufzuteilen. Atahualpa erhielt die nördliche Region und residierte in Cajamarca, während Huáscar den südlichen Teil mit Cuzco als Regierungssitz erhielt. 1527 erlag Huayna Cápac einer Seuche. Die Zweiteilung des Reiches führte zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern. Obwohl Huáscar von den Inka geschätzt wurde, unterlagen seine Leute den kampferprobten Truppen aus dem nördlichen Territorium im Jahr 1532. Huáscar wurde dabei gefangen genommen und hingerichtet. Atahualpa war damit der unumschränkte Herrscher über das gesamte Inkareich.
Untergang
1532
Im April 1532 landete Francisco Pizarro an der peruanischen Küste. Bereits einige Jahre davor wurden die Inka von für sie neuartigen Krankheiten (Pocken und Masern) heimgesucht, die sich über Mittelamerika nach Süden ausgebreitet hatten und tödlich verliefen. Pizarro fand kein starkes Reich vor, sondern einen Staat, der in einen Nachfolgekrieg zwischen den Brüdern Atahualpa und Huáscar verstrickt war. Dieser Bürgerkrieg erschütterte die Grundfesten des Reiches und die Unzufriedenheit der unterworfenen Völker beschleunigte den Zusammenbruch.
Atahualpa unterschätzte die Gefahr durch die Ankunft der Spanier. Am 15. November 1532 wurden sie von Atahualpa freundlich empfangen. Pizarro sowie seine 168 Gefährten nutzten die Situation, nahmen Atahualpa gefangen und richteten an seinen 20'000 Kriegern ein Blutbad an. Die Angriffe der Spanier trafen die Inka wie ein Schock. Sie kannten die Taktik des Hinterhaltes nicht. Den Waffen aus Stahl hatten sie mit ihren Rüstungen aus Leder und Baumwolle nichts entgegen zu setzen. Sie kannten keine Pferde, auf denen die Angreifer ritten. Für sie waren Spanier zu Pferd monströse Geschöpfe aus einer anderen Welt. Meist versuchten sie ohne jegliche Verteidigung zu fliehen.
Atahualpa wollte sich für ein Zimmer voller Gold und Silber freikaufen. Dazu wurden alle Tempel und Schatzkammern des Reiches "geplündert". Lamakarawanen trafen aus allen Reichsteilen ein und lieferten vielfach die Kultgegenstände ganzer Stämme und Orte ab, heute auf einen Wert zwischen 25 und 45 Millionen Euro geschätzt. Da Atuahualpa als Marionette der Spanier immer noch Befehlsgewalt innehatte und u.a. den Befehl gab, seinen Bruder, der in Cuzco gefangen war, zu töten, wurde er - in Abwesenheit von Pizarro - zum Tode verurteilt und am 29. August 1533 durch Erdrosselung hingerichtet. Als Nachfolger wurde Häuptling Manco Cápac II. eingesetzt. Der Widerstand der Inka nahm stetig ab und die früher von den Inka unterworfenen Stämme schlugen sich auf die Seite der Eroberer, in der Hoffnung dadurch eine Unhabhängigkeit zu erreichen. Am 15. November 1533 erreichte Pizarro die Hauptstadt Cuzco, die ihm ohne nennenswerten Widerstand übergeben wurde.
Pizarro setzte 1533 den Halbbruder Atahualpas, Manco Cápac II., als Inka ein. 1536 begehrte Manco Cápac II. gegen die Spanier auf und wurde aus Cuzco vertrieben. Er zog sich mit seinen Leuten in die 1999 wiederentdeckte Bergfestung Vilcabamba zurück und versuchte, den spanischen Eindringlingen Widerstand zu leisten. Bei Zwistigkeiten zwischen Pizarro und Diego de Almagro schlug er sich auf die Seite von Almagro, bis ihn Almagro 1544 ermorden ließ. Seine Söhne Sayri Túpac und Titu Cusi Yupanqui führten den Kampf weiter fort. Nach dem Tod der beiden übernahm ihr Halbbruder Túpac Amaru den Thron. Bei einer Expedition besetzten die Spanier Vilcabamba am 24. Juli 1572. Túpac Amaru war zwar bereits geflüchtet, aber sein Aufenthaltsort wurde verraten und der letzte Inka festgenommen. Am 24. September 1572 wurde er in Cuzco durch Enthauptung hingerichtet. Der Legende nach soll der Inka-Adel entkommen sein und sich in die verlorene Stadt Paititi zurückgezogen haben.
Verwaltung und Technologie
Paititi
Die Erfolge der Inka durch ihre militärischen Fähigkeiten konnten zwar dieses riesige Reich schaffen, aber nicht auf längere Zeit aufrecht erhalten. Nur durch die perfekte Verwaltung des Landes und ihre Fähigkeit, die Ressourcen nutzbringend einzusetzen, ließ sich das Reich stabilisieren. Darin sind die Inka vergleichbar mit den Ägyptern oder dem Römischen Reich. Sie verstanden es, die unterworfenen Völker richtig einzusetzen. Aus dem enormen Pool an Energien, Erfahrungen, Technologien und Arbeitskräften schöpften sie Bauern, Soldaten für die Armee, Architekten und Steinmetze für den Bau von Straßen, Tempeln, Bewässerungskanälen und Terrassen. Hohe Würdenträger der verschiedenen Stämme siedelten sie nach Cuzco um und betrauten sie mit wichtigen Verwaltungsfunktionen. Die besten Handwerker des Reiches beauftragten sie mit der Herstellung von wertvollen Textilien, von Kunstgegenständen, Ton- und Metallwaren. Dieser kluge Schachzug sorgte für Anerkennung bei den unterworfenen Stämmen, die sie auch auszunutzen verstanden.
Jeder hatte dem Reich zu dienen, auch der Herrscher selbst, um dessen Person sie einen rituellen Kult entwickelten. Nach diesem Kult stammte er vom Sohn der Sonne ab, dessen Vorfahren bis zur Sonne zurückverfolgt werden konnten.
Kult
Aus der Hauptstadt Cuzco, dem rituellen und politischem Zentrum, machten sie ein architektonisches Vorzeigeobjekt, die jeden Besucher zum Staunen bringen sollte. Stil und Bauweise setzten sich schnell überall im Reich durch. Dabei berücksichtigten sie bei den Bauten immer die Umgebung und versuchten sie miteinander zu kombinieren. Bestes Beispiel dafür ist Machu Picchu, dessen Planer die architektonischen Anforderungen mit der geographischen Umgebung verschmelzen ließ.
Die gewaltigen Bauten hatten nicht nur praktischen Wert, sondern dienten auch als sichtbare Demonstration der Macht und Herrlichkeit. Potentielle Feinde sollten damit beeindruckt werden. Zwei Straßen, die sich quer durch das gesamte Land zogen, bildeten das Rückgrat des Reiches. Die beiden Königsstraßen, eine von Cuzco durch die Anden nach Quito, die andere entlang der Pazifikküste und ihre Querverbindungen, dienten zum schnellen Verschieben von Truppen, Nachschub, Waren- und Informationsaustausch. Sie waren auch maßgebend für die Überbringung von wichtigen Nachrichten in kurzer Zeit.
Für die Versorgung des riesigen Reiches siedelten die Inka im ganzen Lande Bauern um, förderten den Austausch von Waren zwischen den verschiedenen Lebensräumen der Anden. An steppenartigen Stellen ließen sie Bewässerungskanäle errichten. Damit machten sie brachliegende Wüsten und Hochtäler zu sehr fruchtbaren Gegenden. Angebaut wurden zumeist Kartoffeln und Mais. Daraus erzeugten sie auch das für rituelle Zwecke verwendete Maisbier. An den Ufern des Titicacasees entwickelten sie ein Entwässerungssystem, das selbst Feuchtgebiete bebaubar machte und die Auswirkungen von Frostschäden minderte.
Medizin der Inka
Die Inka erlangten viele Erkenntinisse in der Medizin. Sie führten bereits erfolgreiche Operationen am Schädel durch.
Kokablätter wurden dazu verwendet, Hunger und Schmerzen zu lindern, was auch heute noch sehr in den Anden verbreitet ist. Die Casqui (Läufer) kauten Kokablätter für einen Energieschub, um ihrer Aufgabe, als Sprinter Nachrichten im ganzen Reich zu verbreiten, besser nachkommen zu können. Neue Forschungen der Erasmus University zeigen, dass im Gegensatz zum weit verbreiteten Glauben das Volk der Inka nicht abhängig war von Koka. Ein anderes Heilmittel bestand darin noch warme, gekochte Rinde des Pfefferbaumes auf eine Wunde zu legen. Die Inka verwendeten sogar Meerschweinchen für medizinische Zwecke.
Liste der Inka
- Manco Cápac (ab etwa 1200)
- Sinci Roca
- Lloque Yupanqui
- Mayta Cápac
- Cápac Yupanqui
- Inca Roca (um 1350)
- Yahuar Huacac
- Viracocha Inca
- Pachacútec Inca Yupanqui (1438 - 1471)
- Túpac Inca Yupanqui (1471 - 1493)
- Huayna Cápac (1493 - 1527)
Inka nach der Teilung des Inka-Reichs:
- Huáscar (1527 - 1532)
- Atahualpa (1527 - 1533)
Inka nach der spanischen Eroberung:
- Túpac Huallpa (1533)
- Manco Cápac II. (auch: Manco Inca) (1533-1544)
- Sayri Túpac (1544-1561)
- Titu Cusi Yupanqui (1561-1570)
- Túpac Amaru (1570-1572)
- Túpac Amaru II.
Literatur
- Felipe Guaman Poma de Ayala: El primer nueva corónica y buen gobierno [Original Manuskript (1615/1616) in der königlichen Bibliothek in Kopenhagen]. Digitale Version: [http://www.kb.dk/elib/mss/poma/]
- Hans D. Disselhoff: Das Imperium der Inka, München 1978 ISBN 3-453-00887-1
- Hans D. Disselhoff: Oasenstädte und Zaubersteine im Land der Inka. Archäologische Forschungsreisen in Peru, Berlin 1993 ISBN 3-793-41115-X
- Kampf um die Inkastadt Cuzco. Aufzeichnungen eines anonymen Zeitzeugen 1535 - 1539. Übersetzt und eingeleitet durch Mario Koch, (=Cognoscere Historias, Band 11), trafo Verlag Berlin, 2000 ISBN 3-89626-321-8
- Meinrad M. Grewenig: InkaGold. Katalog zur Ausstellung, Heidelberg: Kehrer, 2004
- Catherine Julien: Die Inka. Geschichte, Kultur, Religion, München: C.H. Beck, 2003 ISBN 3-406-41875-9
- Jakob Wassermann: Das Gold von Caxamalca
- National Research Council , 1989, Lost Crops of the Incas: Little-known Plants of the Andes with Promise for Worldwide Cultivation. National Academic Press, Washington, DC. USA.
Siehe auch
- Inka-Pfad
- Indigene Völker Südamerikas
- Kristallschädel
- Tiahuanaco
Weblinks
- [http://www.indianer-welt.de/sued/inka/ Kleines Informationsportal]
Kategorie:Südamerikanische Ethnie
Kategorie:Inka-Reich
ja:インカ帝国
Pachacútec Yupanqui
Pachacútec Yupanqui († 1471) war von 1438 bis 1471 Herrscher über das Inkareich.
Er erweiterte es vom Titicacasee in den Zentralanden bis nach Junin. Vor allem baute er die Infrastruktur in seinem Reich bedeutend aus und kurbelte durch neue Technologien die Wirtschaft an. Seit seiner Regierungszeit gibt es genaue historische Aufzeichnungen, das heißt zum Beispiel die Geburts- und Sterbedaten von Inkas wurden seither aufgeschrieben. Über die Umstände seines persönliche Lebens ist wenig bekannt. Nachfolger war sein Sohn Tupac Yupanqui.
Kategorie:Herrscher
Kategorie:Inka-Reich
Kategorie:Mann
Pachacútec Yupanqui
Kategorie:Gestorben 1471
Peru
Peru (spanisch Perú, amtlich Republik Peru, spanisch República del Perú Quetchua Piruw) ist ein Staat in Südamerika und grenzt an Ecuador, Kolumbien, Brasilien, Bolivien und Chile.
Geographie
Landschaftszonen
Peru besitzt drei völlig unterschiedliche Klimaregionen:
- Costa (Küste; ca. 11 % der Staatsfläche)
- Sierra (Anden; ca. 15 %)
- Selva (Regenwald; ca. 64 %).
Costa
Regenwald
Die Costa steht unter dem Einfluss des Humboldtstroms und ist weitgehend eine Küstenwüste, in der nur entlang der aus den Anden kommenden Flüsse, in Flussoasen, Landwirtschaft möglich ist.
Im Süden Perus, an der Grenze zu Chile, beginnt die trockenste Wüste der Erde, die Atacama-Wüste.
Im südlichen Bereich der Costa bis nach Lima, das ungefähr auf der Hälfte des Küstenstreifens liegt, sind Regenfälle während des Jahres extrem selten.
Nördlich von Lima nehmen Bodenqualität und Regenfall etwas zu, so dass hier auch Landwirtschaft außerhalb der Flussoasen möglich ist. Die Temperaturen schwanken zwischen 12 Grad im Winter und 35 Grad im Sommer.
Sierra
Atacama
Hinter der schmalen Küstenregion beginnt die Sierra. Sie besteht aus mehreren Bergzügen der Anden, die von Längstälern (span. callejón oder valle) unterbrochen werden. Typisch für die gesamte Andenregion sind dazu tief eingeschnittene Täler (Canyons) und Durchbrüche der Gebirgsketten (span. Pongo]] durch große Flüsse, an der West- und Ostseite der Kordillere.
Einen typischen Querschnitt der Anden zeigt sich in der zentralen Region Ancash:
Von West nach Ost sind das die "Schwarzen Kordilleren" (Cordillera Negra, bis ca. 5.000 m), gefolgt vom Callejón de Huaylas (um 3.000 m). Der nächste Bergzug sind die "Weißen Kordilleren" (Cordillera Blanca), hier befindet sich der höchste Berg Perus, der Huascarán (6.768 m). Weiter Richtung Osten erstreckt sich das Callejón de Conchucos (mit dem Fluss Marañón, einem Quellfluss des Amazonas), abgelöst von weiteren Bergketten.
Höchste Berge: Nevado Huascarán (6768 m), Yerupaja (6634 m), Coropuna (6425 m), Ampato (6310 m), Chachani (6075 m), Volcán Misti (5822 m)
Während im Norden des Landes die Anden nicht bis zur Schneegrenze reichen und sehr vegetationsreich sind (klimatische Zone des Paramo), zeigen sie sich im zentralen Gebiet sehr steil, teilweise mit breiteren Tälern und hohen Bergen mit ewigem Schnee und Eis (Gletscher). Im mittleren Süden Perus zeigt sich die Landschaft eher "hügelig" zwischen 3.000 und 4.000 Metern, mit wenigen markanten schneebedeckten Bergmassiven über 5.000 Metern. Ab hier Richtung Süden treten ebenfalls Vulkankegeln mit teilweise noch aktuell sporadischer vulkanischen Aktivität auf, und die Andenkette verbreitet sich stark, mit Ausprägung von wenigen Gebirgsketten und dazwischenliegenden hügeligen Hochebenen. Im Süden des Landes zeigt sich insbesondere eine gewisse Abflachung der Hochebene, es bildet sich der sogenannte Altiplano, der seine typische Ausprägung um den Titicacasee erhält.
Die mittlere Jahrestemperatur in 3.300 m Höhe liegt bei 16 Grad. Mitunter sind in der eher niederschlagsarmen Region heftige Regenfälle von Oktober bis April zu erwarten. Größere Städte in dieser Region sind Huaraz (ein Paradies für Bergkletterer) und Cuzco.
In der Nähe Cuzcos liegt auch die legendäre Inka-Stadt Machu Picchu.
Selva
Machu Picchu
Östlich der Anden beginnt die Regenwaldregion ("Selva"). Der Übergang ist dabei fließend, da es einen tropischen Bergwald gibt, in dem ein milderes Klima herrscht.
In der durch Tageszeitenklima bestimmten Region beträgt die Jahresmitteltemperatur ca. 26 °C und der Jahresniederschlag erreicht bis zu 3.800 mm. Dort entspringen auch weitere Quellflüsse des Amazonas, der durch das Amazonasbecken in Richtung Brasilien fließt.
Der peruanische Regenwald ist dicht und fast undurchdringlich. Die Flüsse, die von den Ketten der Anden in weiten Flussschlingen zum Amazonas strömen, sind die einzigen Verkehrsadern durch die weiten Waldgebiete.
Die einzige größere und auch für den Tourismus wichtige Stadt in dieser Region ist Iquitos. Sie ist von Lima aus nicht auf dem Landweg erreichbar, sondern nur mit dem Flugzeug oder dem Boot.
Gewässer
Wichtigste Flüsse in Peru sind der Amazonas und seine Quellflüsse Río Apurímac, Río Urubamba, Río Ucayali und Río Marañón, außerdem die Amazonas-Nebenflüsse Napo, Putumayo und Huallaga.
Die größten und wichtigsten Seen Perus sind der Titicacasee und der Lago di Junín zwischen den Andenketten.
Flora und Fauna
Die Flora Perus ist sehr abwechslungsreich und vielfältig. In den trockenen und sandigen Küstenebenen wachsen nur wenige Gräser und Sträucher. In den Regenwaldregionen findet man hingegen eine große Fülle an Pflanzen. Vertreter dieser Vegetationen sind unter anderem Kautschuk- und Mahagonibäume, Zedern und Vanillepflanzen. Im Hochgebirge herrscht auf Grund der natürlichen Bedingungen nur eine spärliche Pflanzenvielfalt vor. Hier wachsen hauptsächlich Trockenpflanzen (Xerophyten), wie etwa Kakteen und Mesquiten.
Ebenso wie die Flora hat auch die Tierwelt Perus eine große Vielfalt zu bieten. In der Küstenebene und auf den Küsten vorgelagerten Inseln leben Möwen und Seeschwalben, Eidechsen, Skorpione, Robben und Pinguine. In den peruanischen Küstengewässern findet man unter anderem Sardinen, Hummer und Makrelen. Tiere der fruchbareren Regionen im Osten sind beispielsweise Gürteltiere, Alligatoren, Jaguare, Pumas, Papageien und Flamingos.
Städte
Größte Städte: Lima (8.000.000 Einw.), Callao (750.000), Arequipa (720.000), Trujillo (610.000), Chiclayo (480.000), Iquitos (400.000)
Siehe auch: Liste der Städte in Peru
Bevölkerung
Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder mit mehrheitlich indianischer Bevölkerung. 45 Prozent der Einwohner sind indianischer Abstammung, sie gehören überwiegend zu den Quechua oder Aymará sprechenden Völkern. 37 % der Einwohner sind Mestizen, 15 % sind europäischer Abstammung und die übrigen 3 % sind afrikanischer oder asiatischer Abstammung.
Religionen: Katholiken (89 %), Protestanten (7 %), Anhänger von indigenen Religionen.
Rund zweieinhalb Millionen Peruaner leben aufgrund einer anhaltenden Emigration im Ausland, vor allem in den USA, Europa und Japan.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Perus
Peru ist ein Land mit Jahrtausende alten prä-inkaischen Kulturen. Die ersten Einwanderer kamen etwa 20.000 bis 10.000 v. Chr in das heutige Peru. Etwa 4.000 v. Chr. begannen Ackerbau und Viehzucht. Die früheste heute noch erkennbare Hochkultur war die der Chavín de Huántar, die etwa 800 v. Chr. bis 300 v. Chr. existierte. Um den Titicacasee entwickelte sich ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 1000 n. Chr. die Tiahuanaco-Kultur.
Auch an der Küste entwickelten sich im Bewässerungsgebiet der Andenflüsse im ersten Jahrtausend n.Chr. differenzierte Kulturen wie die der Moche in der Region um Lambayeque. Vor dem Inkareich war Chanchan als Hauptstadt der Chimú eine Großstadt mit entwickelter städtischer Kultur.
Das Reich der Inka entstand um 1200 und umspannte bis 1532 große Teile der heutigen Staaten Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile. Die auf den Hochebenen Perus gelegene Stadt Cuzco war die Hauptstadt des Inka-Reiches.
Die Spanier eroberten ab 1532 dieses Land und gründeten für die spanische Krone das Vizekönigreich Peru, das auf seinem Höhepunkt vom heutigen Panama bis zum äußersten Süden des Kontinents reichte.
1821 wurde das Land durch José de San Martín und Simón Bolívar befreit und erhielt seine Unabhängigkeit. Rebellionen und Bürgerkriege verhinderten jedoch die Entwicklung eines modernen Staates.
Zwischen 1968 und 1980 regierte eine Militärjunta das Land und versuchte, durch Boden- und Wirtschaftreformen ein sozialistisches System zu etablieren. 1980 übernahm der 1968 gestürzte Belaúnde Terry als gewählter Präsident erneut die Macht und übergab die verstaatlichten Unternehmen wieder in Privatbesitz.
In den 1980er Jahren begann die linksgerichtete Guerillaorganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Beide Seiten verübten grausame Massaker an der Zivilbevölkerung, um diese zu disziplinieren. Die Aktivität des Sendero Luminoso dauerte bis in die 1990er Jahre. Die andere linke Guerilla des Landes, Tupac Amaru, lehnte immer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ab.
Siehe auch:
- Liste der Staatspräsidenten von Peru
- Liste der Premierminister von Peru
Politik
Die Regierung ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut. Zu den vorrangigen Interessen des Staates gehören die Verteidigung der staatlichen Souveränität, der Schutz der Bevölkerung vor Bedrohung ihrer Sicherheit sowie die Förderung des Allgemeinwohls. In der Realität jedoch bestehen trotz einiger außenwirtschaftlicher Erfolge gravierende politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.
Politische Reform noch nicht gefestigt
Obwohl Peru sich seit 1980 als Präsidialrepublik bezeichnet, ist der Demokratisierungsprozess bis jetzt wenig gefestigt. So konnte die Internationale Förderung für Menschenrechte während der Wahlkampagnen im Jahr 2000 erhebliche Unregelmäßigkeiten feststellen. Zur Finanzierung der Wahlkampagnen wurden Steuergelder verwendet und auch das Militär war nicht nur als neutraler Beobachter vor Ort. Zudem ist die angestrebte Dezentralisierung und Regionalisierung des Landes bisher nicht über Ansätze hinweg gekommen. Die staatlichen Einkünfte fließen weiterhin nach Lima und werden von den dortigen staatlichen Organisationen den einzelnen Gemeinden zugeteilt. Von der angestrebten Dezentralisierung verspricht sich der Staat eine Entlastung der Zentralregierung und durch die regionale Unabhängigkeit einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Aufgabe des Präsidenten
Laut der Verfassung von 1993 wird alle 5 Jahre ein Staatspräsident gewählt, der nicht zur Wiederwahl antreten kann. Alejandro Toledo Manrique von der Partei "Perú Posible" ist seit 2001 der aktuelle Präsident der Republik Peru.
Zu den weitreichenden Aufgabengebieten des Präsidenten gehören die Vertretung des Staates nach innen und außen, die Führung der allgemeinen Regierungspolitik, die Einberufung der Wahlen zum Amt des Präsidenten und des Kongresses sowie die Erfüllung und Wahrung der Verfassung und der Gesetze.
Toledo konnte bisher die hohen Erwartungen der Bevölkerung nicht erfüllen.
Es lassen sich noch keine messbaren Erfolge bei der Bekämpfung der gravierenden Arbeitslosigkeit und der Armut feststellen.
Wahlen in Peru
Am 8. April 2001 wurden saubere und transparente Präsidentschafts- und Kongresswahlen abgehalten. Alejandro Toledo, hartnäckiger Widersacher Fujimoris, gelang es, 36,51 % der Stimmen auf sich zu vereinigen, gefolgt überraschenderweise vom Ex-Präsidenten Alan García (25,78 %) und der Kandidatin der rechtsstehenden Christlichen Volkspartei PPC, Lourdes Flores Nano (24,30 %). Aus diesem Grunde wurde am 3. Juni 2001 eine Stichwahl zwischen Toledo und García abgehalten. In einem dramatischen Ausgang besiegte der aus armen Verhältnissen stammende Toledo seinen Kontrahenten García mit 6 Prozentpunkten Unterschied. Die Partei Toledos, Perú Posible, hat sich als eine politische Alternative etabliert. Im Kongress hat Perú Posible 45, die APRA 26, Unidad Nacional 17 und FIM 11 der 120 zur Verfügung stehenden Sitze erhalten. Der Wahlsieger hat die Unterstützung des FIM (11), der Volksaktion AP (3), SOMOS PERU (4), UPP (6) und Renacimiento Andino (1) erhalten, womit die Regierungspartei eine Mehrheit von 70 Sitzen im Kongress besitzt. Toledo musste auf die wachsende Kritik seiner Regierung mehrmals mit einer Kabinettumbildung reagieren (zuletzt im August 2005, nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Ferrero). Hervorzuheben sind die Benennungen von Kuczynski als Finanzminister (im 1. Regierungskabinett Toledos bereits Finanzminister) und von Carlos Ferrero als Premier, das Ausscheiden von Jaime Quijandra und Silva Ruete sowie die Ernennung von Fernando Olivera zum Außenminister, was den Rücktritt Ferreros auslöste.
Die Ergebnisse der letzten Präsidentschafts- und Kongresswahlen liefern die Wilfried Derksen political websites.
Bei den Kommunal- und Regionalwahlen von November 2002 gelang es der APRA die erste politische Kraft im Lande zu werden. In 12 der 25 Regionen und in 10 Großstädten des Landes stellt nun die APRA die politischen Spitze.
Machtgruppen im Land
Die sich aus den Großgrundbesitzern des Hochlands und der Küste rekrutierende peruanische Elite hat über Jahrhunderte als Oligarchie das Land regiert, erst durch die Agrarreform von 1969 wurde ihr ihre Machtgrundlage entzogen.
In den Jahren danach kamen neue Machtgruppen hinzu, die sich auf Industrie und Finanzaktivitäten konzentrierten, zu einem großen Teil europäischer Abstammung waren und vom Protektionismus des Staates lebten. Fujimoris Einstieg in die Politik und die konsequente Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik auf südamerikanischem Boden führte zu einer Neustrukturierung des Machtblocks: Während manche Gruppen an Gewicht verloren, traten neue, wettbewerbsfähigere Gruppen auf. Heutzutage bestehen an die zehn ökonomische Gruppen, die einen starken Einfluss auf Wirtschaft und Politik ausüben.
Politische Gliederung
Hauptartikel: Peruanische Regionen
Peru ist in 26 Regionen (Regiones), 194 Provinzen (Provincias) und 1.821 Bezirke (Distritos) gegliedert. Seit der Regionalisierung des Landes im Jahre 2002 sind die Regionen Selbstverwaltungseinheiten mit direkt gewählten Organen.
Infrastruktur
Die wichtigsten Verkehrswege für das Land sind die Panamericana und die Seewege nach Nordamerika, Ostasien und Europa.
Peru besitzt 3.462 km Eisenbahnstrecke, 72.900 km Straßen und 254 Flughäfen.
Durch die extrem großen Höhenunterschiede der Anden bestehen größere infrastrukturelle Probleme vor allem entlang der West-Ost-Achse. Dies zeigt sich am geringen Anteil der gepflasterten Autostraßen, der gerade einmal 9.331 km bzw. 13 % beträgt. Dadurch verstärkt sich der periphere Charakter der Selva-Region, die kaum besiedelt ist, was wiederum bedeutet, dass die Landbevölkerung in diesen Gebieten nicht von dem wirtschaftlichen Aufschwung der Küstenregionen profitiert.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Perus
Peru hat eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Dies hat dazu geführt, dass vor allem nordamerikanische Konzerne, aber auch europäische Firmen, den Markt beherrschen. Teilweise ist der Zustand monopolartig. Erwähnt sei z. B. die beherrschende Stellung spanischer Firmen im Telekommunikationsbereich.
Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem Gold und Kupfer, die durch internationale Konsortien ausgebeutet und exportiert werden. Zusätzlich spielen die Fischerei und Landwirtschaft eine wichtige Rolle, neben Zuckerrohr wird viel Kaffee ausgeführt. Diese Produkte werden vor allem in den bewohnten Gebieten im Westen angebaut, in denen nur durch künstliche Bewässerung Landwirtschaft betrieben werden kann. Die großen Gebiete der Selva werden hingegen kaum landwirtschaftlich genutzt, wo größtenteils Subsistenzwirtschaft betrieben wird.
Angebaut wird aber auch der Kokastrauch, dessen Blätter von den Eingeborenen gewohnheitsmäßig gekaut werden.
Die Anbaufläche dieser Pflanze beträgt ca. 121.000 ha, damit ist Peru der weltweit größte Kokaproduzent. Ungefähr 85% des Kokaanbaus sind für die illegale Produktion bestimmt. Die Erlöse aus dem illegalen Export übertreffen die des legalen bei weitem.
Industrie konzentriert sich auf die Küste und dort vor allem auf Lima, die restlichen Gebiete sind, außer bei Bodenschätzen, untergeordnet.
Tourismus
Hauptartikel: Tourismus in Peru
Peru ist durch seine landschaftliche Vielfalt interessant für jede Art von Tourismus. Ökotourismus bietet sich an, da es viel unberührte Natur gibt, vor allem im Regenwald im Osten des Landes. Die Anden bieten neben Wanderungen bei Huaraz und Cuzco (Inkatrail) noch Bergsteigen und Wildwasserfahrten. Einige historische Stätten sind interessant, insbesondere Machu Picchu, die schönste archäologische Stätte Südamerikas. Auch der Titicacasee ist ein weiteres touristisches Highlight.
Das Land ist gut erschlossen, wenn auch durch die Gebirgslage das Reisen manchmal beschwerlicher als in Europa ist.
Kultur
Die Kultur Perus ist einerseits geprägt durch die spanischen Eroberer und dem von ihnen mitgebrachten katholischen Glauben. Andererseits sind, besonders in den ländlichen Gebieten, viele Traditionen erhalten geblieben, die auf die Inkas oder andere Kulturen zurückgehen, die bereits vor der spanischen Eroberung existierten.
Etwa 89 % der Peruaner sind katholisch (eine Folge der teilweise zwangsweisen Missionierung durch die Eroberer), jedoch lebt ein gewisser Teil ihrer Ur-Traditionen auch in christlichen Ritualen weiter (neuerdings erzielen auch evangelische Kirchen einen großen Zulauf). In Lima kann man viele prachtvolle Bauten im Kolonialstil bewundern.
Das kulturelle Leben konzentriert sich auf die wenigen großen Städte. Allein in Lima lebt ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Diese durch Landflucht ausgelöste Tatsache hat große soziale Probleme zur Folge: Armut und Kriminalität sind in Lima nicht zu übersehen.
Künstler
- Amílcar Salomón Zorilla
- Mario Vargas Llosa Schriftsteller
- Cantos del Pueblo Musikgruppe
- Susanna Baca Música Negroide
- Chabuca Granda Música Criolla
- Raúl García Zarate Gitarrenvirtuose für andine Musik
Weitere Themen
- Portal:Südamerika
- Barriadas
- Andengemeinschaft
Literatur
Winter, Johannes und Scharmanski, André (2005): Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru. In: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, S. 30-34.
Weblinks
- [http://www.peruline.de/ Tourismus und Reisen in Peru]
- [http://www.limaperunet.com/climate/climateall.html Peru klima]
- [http://www.limaperunet.com/climate/CLIMATELIMACELSIUS.htm Lima Klima]
- [http://www.inei.gob.pe/mapas/bid Statistische Informationen zu allen Regionen, Provinzen und Bezirken von Peru]
- [http://www.peru.tk/ Peru]
- [http://www.perunoticias.net/ Peru News]
- [http://www.machupicchu.biz/ Machupicchu]
- [http://www.embajada-peru.de Botschaft der Republik Peru in Deutschland] (mit Hintergrundinfos)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/pe.html CIA - The World Factbook]
- [http://www.elcolibri.de/ El Colibrí Digital. Peruanische Zeitschrift aus Berlin. ]
- [http://www.inkatour.com/index_de.html Peru entdecken]
- [http://www.sportfishingperu.com/ AngelSport in Peru]
Kategorie:Staat
Kategorie:Südamerika
!
ja:ペルー
ko:페루
ms:Peru
simple:Peru
th:ประเทศเปรู
zh-min-nan:Perú Medaliści Letnich Igrzysk Olimpijskich 2004 w pływaniu synchronicznymPływanie synchroniczne na Letnich Igrzysk Olimpijskich w Atenach rozgrywane jest na pływalni w Olympic Aquatic Centre. Zawodniczki startują w dwóch konkurencjach.
duet
drużynowo
Kategoria:Medaliści Letnich Igrzysk Olimpijskich 2004
hotels edinburgh uk Conspiracy zakady bukmacherskie online spielautomaten appartamenti bruxelles
|
|
|
| :: RELATED NEWS :: |
|
|
|
Noël Martin Joseph de Necker
Noël Martin Joseph de Necker (1729 ; † 1793) fue Botánico belga.
Biografía
N.J. de Necker estuvo muy interesado en el estudio de los musgos sobre los que escribió varias obras. Entre otras "Traité sur la mycitologie" Donde enumera los conocimientos existentes en su época sombre los musgos.
El género de musgos de la familia | |