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IntifadaIntifada انتفاضة (auch Intefadah oder Intifadah; vom Arabischen: انتفض intafada, „sich erheben, loswerden, abschütteln“) ist der Name für zwei palästinensische Aufstände gegen die israelische Besatzungsmacht.
Erste Intifada
Die erste Intifada begann 1987, die Gewalt ging seit 1991 zurück, und mit der Unterschrift des Vertrags von Oslo im August 1993 und der Schaffung der palästinensischen Autonomiebehörde endete sie.
Die erste Intifada war charakterisiert von zivilem Ungehorsam der Palästinenser, der in Gewalt gegen Israelis eskalierte.
Zweite Intifada
Die zweite Intifada, die von den Palästinensern als Al-Aqsa-Intifada (siehe dort) bezeichnet wird, begann im September 2000.
Einen Besuch des Tempelbergs durch Ariel Scharon nahmen militante Palästinenser zum Anlass, einen bereits im Vorfeld geplanten, gewaltsamen Aufstand zu starten. Die zweite Intifada war von Anfang an ein bewaffneter Aufstand. Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern eskalierten und griffen auf das gesamte Gebiet Israels und der Palästinensischen Autonomiebehörde über.
Mit dem Abschluss eines Waffenstillstands zwischen Mahmud Abbas und Ariel Scharon im ägyptischen Scharm El-Scheich im Februar 2005 gilt die Al-Aqsa-Intifada offiziell als beendet.
Literatur
- Dietmar Herz: Palästina Gaza und Westbank. Geschichte, Politik, Kultur. ISBN 3-406-49452-8
Siehe auch: Israelisch-palästinensischer Konflikt, PLO, Selbstmordattentat
Kategorie:Aufstand
Kategorie:Nahostkonflikt
Arabische Sprache
Die arabische Sprache (auf Arabisch: اللغة العربية)
gehört zum südlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Der Language Code ist ar bzw. ara (nach ISO 639).
Allgemeines
Die einzelnen arabischen Dialekte in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander und sind, wenn sie weit auseinander liegen (z. B. Marokko - Irak), auf basilektaler Ebene oft gegenseitig nicht oder nur schwer verständlich, in etwa vergleichbar mit den verschiedenen deutschen Mundarten.
Algerische Filme, die natürlich im dortigen Dialekt gedreht worden sind, werden zum Teil hocharabisch untertitelt, wenn sie in den Golfstaaten ausgestrahlt werden.
Die arabische Sprache in einem erweiterten Sinne umfasst eine Vielzahl von verschiedenen Sprachformen, die in den letzten anderthalb Jahrtausenden gesprochen wurden und werden.
Was all diese Sprachformen zu einer Sprache zusammenbindet, ist vor allem der Islam und speziell der Koran. Das Beispiel des Maltesischen zeigt sehr deutlich die große Rolle des Islam, was die Einheit des Arabischen angeht. Das Maltesische ist eine den maghrebinischen Dialekten der arabischen Sprache nah verwandte Sprache, die aber weitestgehend zu einer modernen, eigenständigen Standardsprache ausgebaut worden ist.
Aus dem Alt-Arabischen, das dem klassischen Hocharabisch sehr nahe stand, hat sich eine Vielzahl von Dialekten entwickelt, die neuarabischen Dialekte; für alle Sprecher dieser Sprache außer dem Maltesischen ist das unverändert geschriebene Hocharabisch weiterhin Schriftsprache und Dachsprache.
Ob Hocharabisch als moderne Standardsprache zu betrachten ist, ist umstritten (siehe auch Halsbandsittich in vielen Sprachen). Die panarabischen Satellitensender könnten es dazu werden lassen. Es fehlt oft noch an einem einheitlichen Wortschatz für viele Dinge der modernen Welt, sowie am Fachwortschatz für viele Bereiche der modernen Wissenschaften. Darüber hinaus ist Hocharabisch innerhalb der einzelnen arabischen Ländern relativ selten ein Mittel zur mündlichen Kommunikation.
Das Arabische im Semitischen
Das klassische Hocharabisch unterscheidet sich nicht wesentlich von der alt-arabischen Sprache. Versucht man durch Vergleich aller semitischen Sprachen die Wurzel eines Wortes zu ermitteln, findet man oft, dass sie genau der klassisch-arabischen Form gleicht. Dadurch kommt dem klassischen Hocharabisch eine zentrale Stellung innerhalb der semitischen Sprachen zu.
Lange betrachteten viele Semitisten das klassische Arabisch als die ursprünglichste semitische Sprache überhaupt. Erst langsam stellt sich durch den Vergleich mit anderen afro-asiatischen Sprachen heraus, dass vieles doch nicht so ursprünglich ist, wie man dachte. Klassisches Hocharabisch stellt wohl eine neuere Schicht semitischer Sprachen dar, die viele Möglichkeiten, die in der Grammatik der semitischen Sprachen angelegt sind, konsequent ausgebaut hat. Es hat einen sehr reichen semitischen Wortschatz bewahrt und sogar noch weiter ausgebaut. Die heutigen Dialekte haben viele Veränderungen durchgemacht, wie sie andere semitische Sprachen schon sehr viel früher (2000-3000 Jahre) durchgemacht haben. So fällt beispielsweise auf, dass Alt-Hebräisch und moderne arabische Dialekte, was Lautgestalt und Grammatik angeht, viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Es gibt Spekulationen, dass die Aufgabe der nomadischen Lebensweise und die Überlagerung anderer Sprachen immer wieder ähnliche sprachliche Entwicklungen hervorgerufen haben.
Verbreitung
Varianten des Arabischen werden von ca. 200 bis 300 Millionen Menschen gesprochen. Es ist (nicht immer alleinige) Amtssprache in folgenden Ländern: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Komoren, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate. Darüberhinaus ist es eine der sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen.
In aller neuester Zeit gewinnt das gesprochene Hocharabische wieder an Raum, Schrittmacher ist dabei u.a. der Fernsehsender Aljazeera in Katar. Dort gibt es sehr lebendige Diskussionen von Sprechern aus allen Ecken der Arabischen Welt, die sich bemühen eine dem Hocharabischen nahe kommende Sprache zu gebrauchen.
Durch die dominierende ägyptische Film- und Fernsehproduktion (u.a. bedingt durch die Bevölkerungszahl) gilt der gesprochene Kairoer Dialekt des Arabischen in der arabischen Welt als allgemein verständlich, sozusagen "gemeinsprachlich". Gewöhnliche Filme auf hocharabisch zu drehen ist nicht üblich, da diese Sprache eher ernsten Themen wie den Fernseh- und Rundfunknachrichten, religiösen Sendungen und Gottesdiensten vorbehalten ist.
Geschichte
Schon in vorislamischer Zeit existierte auf der arabischen Halbinsel eine reichhaltige Dichtersprache, die nur mündlich weitergegeben wurde. Auf dieser Dichtersprache fußt zum Teil das Arabische des Korans, das aber wohl schon modernere Züge aufwies, wie man am Konsonantentext sehen kann. Wohl erst nachträglich hat man durch Zusatzzeichen das Koran-Arabisch für neue nicht arabische Muslime einfacher gemacht. In frühislamischer Zeit wurden viele Gedichte dieser Sprache schriftlich festgehalten. Bis heute ist das Memorieren (Auswendiglernen) von Texten ein wichtiger Bestandteil der islamischen Kultur. So gibt es bis heute viele sehr geachtete Menschen, die den gesamten Koran auswendig vortragen können (Hafiz oder Hafidh).
Das klassische Hocharabisch ist insbesondere die Sprache des Korans, das sich aus dem Zentrum der arabischen Halbinsel, dem Hedschas, im Zuge der islamischen Eroberungen über den ganzen Vorderen Orient verbreitete.
Der Kalif Abd al-Malik erhob in den 90er Jahren des 7. Jahrhunderts diese Form des Arabisch zur offiziellen Verwaltungssprache des islamischen Reiches.
Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Sprache dann immer mehr, was jedoch zum Teil an der Schrift nicht zu erkennen ist, da die kurzen Vokale außer im Koran nicht geschrieben wurden und man sich bemühte die alten Regeln bei der Schreibung beizubehalten.
Das klassische Hocharabisch wird als Muttersprache heute von niemandem mehr gesprochen. Es wird allerdings auch heute noch, nur im Wortschatz verändert, als geschriebene Hochsprache benutzt, in der fast alle Bücher und Zeitungen erscheinen (außer in Tunesien, Marokko und in etwas geringerem Maße in Algerien, wo sich das Arabische diese Rolle mit dem Französischen teilen muss). Im wissenschaftlich-technischen Bereich wird in den anderen arabischen Ländern aus Mangel an einem spezifischen Fachwortschatz oft Englisch gebraucht.
Bei offiziellen Anlässen wird diese normalerweise nur geschriebene Sprache auch mündlich gebraucht, ebenso teilweise in Fernsehen und Rundfunk. Diese Sprache wird oft auch als modernes Hocharabisch bezeichnet. Es unterscheidet sich vom klassischen Hocharabischen vor allem im Wortschatz und je nach Bildungsgrad des Sprechers teilweise auch in Grammatik und oft in der Aussprache.
Siehe auch: Geschichte der arabischen Literatur
Phonologie
Das Hocharabische Lautsystem ist wenig ausgeglichen. Es gibt nur drei mit den Lippen gebildete Laute (M م, B ب, F ف), P und das deutsche W fehlen. Der Laut و, den man mit W in der Umschrift wiedergibt, ist ein Halbvokal, der einem englischen W [] entspricht.
Dagegen gibt es sehr viele an den Zähnen gebildete Laute: L ل, N ن, D د, T ت, stimmloses und stimmhaftes (wie im Englischen ausgesprochene) "TH" (TH ث, DH ذ), stimmloses und stimmhaftes S (س und ز) und SCH ش. Hinzu kommen die dem Arabischen eigenen emphatischen Laute, d. h. stimmhaftes und stimmloses S (ص und ظ) sowie T ط und D ض, die "dumpf" ausgesprochen werden. Neben dem Zungen-R ر gibt es ein streng davon unterschiedenes Zäpfchen-R غ, normalerweise GH umschrieben.
An Gaumenlauten gibt es DSCH ج, K ك, CH خ und den Halbvokal J ي, das G fehlt. Des Weiteren gibt es ein tief in der Kehle gesprochenes K, das mit Q ق umschreiben wird, sowie das mit dem Kehlkopf ausgesprochene Hamza und einen stimmhaften Kehlkopf-Presslaut ع, den man "Ain" nennt, den es aber nur in sehr wenigen anderen Sprachen gibt, sowie eine stimmlose Entsprechung ح, die wie unser H auch mit H umschrieben wird. Unser H ه gibt es auch noch. Die Konsonanten werden sehr genau ausgesprochen, beeinflussen aber stark die Vokale, die deshalb in vielen Varianten vorkommen, obwohl es eigentlich nur A, I, U sowohl lang als auch kurz gibt. Insgesamt entsteht so der kehlige, raue Lauteindruck des Arabischen.
Die Dialekte haben dieses Ungleichgewicht zum Teil ausgeglichen: in vielen Dialekten gibt es ein G, TH und DH fehlen meist, deutsche W und P gibt es oft in Fremdwörtern. Meist gibt es auch langes E und O.
Schrift
Hauptartikel: Arabische Schrift
Geschrieben wird das Arabische von rechts nach links mit dem arabischen Alphabet, das nur Konsonanten und Langvokale kennt. Es gibt allerdings als Lern- und Lesehilfe ein nachträglich hinzugefügtes System mit Kennzeichen (اشكال) für die Kurzvokale A, I und U, und das in der klassischen Grammatik wichtige End-N, Konsonantenverdopplungen und Konsonanten ohne nachfolgenden Vokal. Der Koran wird immer mit allen Zusatzzeichen geschrieben und gedruckt. Grundsätzlich wäre das vokalisierte und mit Zusatzzeichen versehene Schriftarabisch gleichzeitig eine präzise Lautschrift, diese wird jedoch fast nur für den Koran genutzt. Bei allen anderen Texten muss man die kurzen Vokale selbst finden, was nur möglich ist, wenn man die Grundvokale jedes Wortes auswendig kennt und die grammatische Struktur vollständig analysieren kann, so dass man die richtigen Endungen einfügen kann. Aus diesem Grunde ist das Auswendiglernen langer Texte und die ständige Kontrolle eines anwesenden Lehrers fast unumgänglich, da so gut wie niemand im Alltag Hocharabisch spricht und man es auch nicht, den Koran ausgenommen, durch Lesen selbständig lernen kann.
Die arabische Schrift ist eine Kurrentschrift, die sich im Laufe der Geschichte verschliffen hat. Als immer mehr Buchstaben in der Gestalt zusammenfielen, entwickelte man ein System, diese durch Punkte über und unter den alten Konsonanten zu unterscheiden. Da die Buchstaben in einem Wort verbunden werden, gibt es bis zu vier verschieden Formen eines Buchstabens: allein stehend, nach rechts verbunden, nach links verbunden und beidseitig verbunden. Ohne die Punkte fallen beispielsweise in der beidseitig verbundenen Form die Buchstaben N, T, TH, B, Y und P zusammen. Die Punkte für das P übernahm man aus dem Persischen, um Fremdwörter, die ein P enthalten, wiederzugeben. In einer früheren Form der arabischen Schrift, dem Kufi (كوفى), in der es noch keine Punkte gab, wurden viele Texte fast nicht mehr lesbar, da wie gesagt nur die Konsonanten geschrieben wurden und einige davon auch nicht mehr zu unterscheiden waren. Die neuentwickelte Schrift mit den Punkten nennt man Nas-ch (نسخ).
Aussprache
In vielen islamischen Ländern gibt es Bestrebungen, sich bei der Aussprache der modernen Hochsprache einem Standard zu nähern, der dem nahe kommen soll, was als Aussprachestandard für das klassische Hocharabisch gilt. Grundlage dabei ist meistens der Aussprachestandard der Rezitation (ar. tilāwa تلاوة) des Korans, der weitgehend kodifiziert ist und in modernen Korandrucken auch durch Diakritika wiedergegeben wird. Diese Ausspracheform genießt ein hohes Prestige, wird allerdings in der Regel nur im religiösen Kontext verwendet.
Die frühere Aussprache des Hocharabischen ist nicht mit Sicherheit in allen Einzelheiten bekannt. Ein typischer Fall, wo bis heute keine völlige Klarheit über die Aussprachenormen des klassischen Hocharabisch besteht, ist die so genannte Nunation, also die Frage, ob die Kasusendungen bei den meisten unbestimmten Nomina auf n auslauten oder nicht (kitābun vs. kitāb). Für beide Varianten lassen sich Argumente finden, und da in alten Handschriften das Vokalzeichen der Endung nicht geschrieben wurde, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, wie diese Formen ausgesprochen wurden.
Grammatik
Das Arabische kennt indeterminierte (unbestimmte) und determinierte (bestimmte) Nomina. Determiniert wird ein Nomen durch den vorangestellten Artikel al, der nach Zahl und Fall unveränderlich ist, der aber sein A verliert, wenn er auf einen anderen Vokal folgt, und sein L an nachfolgende Substantive, die mit Sonnenbuchstaben beginnen, assimiliert.
Durch ein nachfolgendes Wort im Genitiv (s.a. Status constructus) oder durch ein direkt an das Wort angeschlossenes Personalsuffix wird ein Wort ebenfalls determiniert. Eigennamen sind von Haus aus determiniert und tragen keinen Artikel, ausgenommen die meisten Ländernamen.
Indeterminierte und determinierte Nomina unterscheiden sich zusätzlich durch unterschiedliche Endungen. Attribute werden dem zugehörigen Nomen nachgestellt.
Im Arabischen gibt es zwei Geschlechter, männlich und weiblich, die meisten weiblichen Wörter enden auf ah, das bei angehängten Endungen zu at wird. Weibliche Personen (Mutter, Schwester etc.) Eigennamen von Ländern und Städten, und die Namen doppelt vorhandener Körperteile (Fuß, Hand) sind auch ohne weibliche Endung weiblich. Daneben kennt das Arabische noch ein Kollektivum.
Es gibt drei Numeri: Einzahl, Zweizahl (Dual) und Mehrzahl, und drei Fälle: Nominativ, Genitiv und Akkusativ, die fast ausschließlich durch kurze Vokal-Endungen bezeichnet werden. Diptoten sind Eigennamen oder indefinierte Substantive, welche anstatt der üblichen drei Deklinationsendungen nur deren zwei aufweisen, d.h. zwischen Genitiv und Akkusativ nicht formal unterscheiden.
Die wirkliche Komplexität der arabischen Sprache liegt in der Vielfalt ihrer Verbformen und daraus abgeleiteten Verbalsubstantive, Adjektive, Adverbien und Partizipien. Jedes arabische Verb verfügt über zwei Grundformen im Perfekt und Imperfekt, Beispiel: kataba - yaktubu: "er schrieb - er schreibt". Dazu kommt als dritte wichtige Form das Verbalsubstantiv ("das Schreiben"). Da sich die meisten Verbformen schematisch ableiten lassen, sind sie viel leichter zu erlernen, als ein Arabisch-Schüler vermuten mag. Zwar gibt es nur zwei Hauptzeiten, wobei das Perfekt eine vollendete, das Imperfekt eine unvollendete Handlung ausdrückt. Trotzdem hat das Arabische eine Vielzahl von Zeitstufen ausgebildet. Viele Verben existieren in zahlreichen, durch Umbildung der Wurzel abgeleiteten Stämmen, die jeweils bestimmte Bedeutungsaspekte haben, wie zum Beispiel Intensivierung oder reflexive Bedeutung. Jeder Stamm besitzt bestimmte Eigenschaften, z.B. ein Präfix, Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals oder auch Verdopplung des mittleren Radikals (d.h. Wurzelkonsonanten). Die Art und Reihenfolge dieser Konsonanten ändern sich hingegen innerhalb einer Wortfamilie nie.
Eine Eigenheit der arabischen Grammatik erleichtert die mündliche Wiedergabe des Hocharabischen sehr: Am Ende eines Satzes fällt im Hocharabischen die Vokalendung meist weg. Man nennt diese Form traditionell "Pausalform". Nun werden aber die drei Fälle und auch zum Teil die Modi gerade durch diese Endungen ausgedrückt, die bei einer Sprechpause wegfallen. Deshalb benützen viele Sprecher, wenn sie modernes Hocharabisch sprechen, sehr häufig diese "Pausalform" und ersparen sich so einen Teil der manchmal komplizierten Grammatik. Da aber auch gerade diese Vokalendungen in allen Dialekten wegfallen, erleichtert dies das moderne Hocharabisch sehr. Das komplizierte System der Verbformen ist in vielen Dialekten noch weitestgehend erhalten, so dass die Dialektsprecher damit weniger Schwierigkeiten haben. Obwohl wie unten beschrieben die Bedeutung eines Wortes meist an den Konsonanten hängt, sind es gerade die kurzen Vokale, die einen großen Teil der komplizierten Grammatik ausmachen.
Arabische Wörterbücher sind häufig so angelegt, dass die einzelnen Wörter nach ihren Wurzeln, also quasi ihren "Wortfamilien", geordnet sind. Daher ist es beim Erlernen des Arabischen wichtig, die Wurzelkonsonaten eines Wortes identifizieren zu können. Der überwiegende Teil der Wörter hat drei Wurzelkonsonanten, einige auch vier. Durch das Abtrennen bestimmter Vor-, Zwischen- und Endsilben erhält man die Wurzel eines Wortes. Gerade Anfänger sollten solche nach Wurzeln geordnete Wörterbücher benutzen, da der Gebrauch "mechanisch-alphabetisch" geordneter Lexika bei geringen Grammatikkenntnissen oft dazu führt, dass eine Form nicht erkannt und falsch übersetzt wird.
Wortschatz
Die meisten arabischen Wörter bestehen aus drei Wurzelkonsonanten (Radikalen). Daraus werden dann verschiedene Wörter gebildet, beispielsweise kann man unter anderem aus den drei Radikalen K-T-B folgende Wörter und Formen bilden:
- KaTaBa : er schrieb
- yaKTuBu : er schreibt
- KiTaaB : Buch
- KuTuB : Bücher
- KaaTiB : Schreiber (Einzahl)
- KuTTaaB : Schreiber (Mehrzahl)
- KaTaBah : Schreiber (alternative Mehrzahlform)
- maKTaB : "Ort des Schreibens", d.h. Büro
- maKTaBah : Bibliothek, Buchhandlung
Die hier angegebenen Formen sind Pausalformen. Im klassischen Hocharabisch treten noch die meist nicht geschriebene Endungen -a, -i, -u, -an, -in, -un, -ta, -ti, -tu, -tan, -tin, -tun oder auch keine Endung auf. Das T in den Endungen kommt so zustande, dass man das heute stumme End-H zum T uminterpretiert, indem man ihm die Punkte von T beigibt. Das N in diesen Endungen wird auch nicht durch den Konsonanten-Buchstaben N gekennzeichnet, sondern durch die wenig gebräuchlichen Zusatzzeichen.
Der Wortschatz ist zwar extrem reich, aber oft nicht klar normiert und mit Bedeutungen aus der Vergangenheit überfrachtet. So gibt es zum Beispiel kein Wort, das dem europäischen Wort "Nation" relativ genau entspricht. Das dafür gebrauchte Wort (أمة, Umma) bedeutete ursprünglich und im religiösen Kontext bis heute "Gemeinschaft der Gläubigen (Muslime); oder z.B. "Nationalität" (جنسية, dschinsiyya) eigentlich "Geschlechtszugehörigkeit" im Sinne von "Sippenzugehörigkeit", "Geschlechtsleben" z.B. heißt (حياة الجنسية, Hayāt al-dschinsiyya) wobei Hayāt "Leben" heißt. Das Wort für "Nationalismus" (قومية, Qaumiyya) bezieht sich ursprünglich auf die Rivalität vom (Nomaden)-"Stämmen" und kommt von Qaum ursprünglich und bis heute oft noch "Stamm" im Sinne von "Nomandenstamm". So überlagern sich oft in einem Wort sehr alte und sehr moderne Konzepte, ohne dass das eine über das andere obsiegen würde. "Umma" z.B. gewinnt wieder mehr seine alte religiöse Bedeutung zurück. Es gibt zahlreiche alte Lehnwörter aus dem Aramäischen und Griechischen und viele neuere aus dem Englischen und Französischen, die aber oft wie Fremdkörper im Arabischen wirken. Andererseits hat jede Sprache eine Anzahl von Lehnwörtern aus anderen Sprachen. So sind ca. 10% der spanischen Wörter arabischen Ursprungs. Vgl.:Arabischer Einfluss in der spanischen Sprache
Die zehn häufigsten Wörter des Arabischen
Die drei häufigsten Wörter des Arabischen werden im arabischen mit dem nächsten Wort verbunden geschrieben (in der Umschrift mit Bindestrich abgetrennt); es sind "al" der/die/das, "wa" und sowie "bi" in/mittels ال و ب
# في fi (in)
# من min (von, aus)
# على ala (auf, über, an, bei)
# أن anna (dass)
# إن inna (gewiss, wahrlich auch Verstärkungspartikel)
# إلى ila (zu, nach, bis, bis zu)
# كان kana (sein [Verb])
# هذا، هذه hadha, hadhihi (das, diese[r, s])
# أن an (dass)
# الذي der (Relativpronomen)
Sprachprobe
Die erste Zeile zeigt die Originalschreibweise, die zweite ist eine buchstabengetreue Umschrift, die dritte Zeile gibt die Lautgestalt im modernen Hocharabischen an, wobei die eingeklammerten Kurzvokale wegfallen, weil man oft Pausalformen gebraucht, die letzte Zeile ist eine recht wörtliche Übersetzung. Das End-N in ahlan und sahlan ist eine erstarrte klassische Endung, bei der das N nie geschrieben wird. Siehe auch: Salam, Traditionelle afrikanische Begrüßungsformen
Erster Sprecher:
!صباح الخير
S-B-alif-H alif-L-CH-Y-R!
sabaah(u) l-chair(i)!
Morgen der Güte!
Guten Morgen!
Zweiter Sprecher:
?صباح النور, يا أخي! كيف حالك
S-B-alif-H alif-L-N-W-R, Y-alif alif-CH-Y! K-Y-F H-alif-L-K
sabaah(u) n-nuur(i), ya achi! kaif(a) haaluk(a)?
Morgen des Lichts, o mein Bruder! Wie ist dein Zustand?
Guten Morgen, mein Freund, wie geht es dir?
Erster Sprecher:
!بخير, الحمد لله
B-CH-Y-R alif-L-H-M-D L-L-H
bi-chair(in), al-hamdu lillah(i)!
Mit Güte, Lob sei Gott!
Gut, Gott sei Dank!
Zweiter Sprecher:
?الحمد لله! وأنت, كيف حالك
alif-L-H-M-D L-L-H! W-alif-N-T, K-Y-F H-alif-L-K?
al-hamdu lillah(i)! wa anta, kaif(a) haaluk(a)?
Lob sei Gott! Und du, wie ist dein Zustand?
Gott sei's gedankt! Und wie geht's dir?
Erster Sprecher:
!الحمد لله جيد
alif-L-H-M-D L-L-H, DSCH-Y-D!
al-hamdu lillah(i), dschayyid(un)!
Lob sei Gott, gut!
Gott sei Dank, gut!
Zweiter Sprecher:
!أهلا وسهلا بك
alif-H-L-alif W-S-H-L-alif B-K!
ahlan wa-sahlan bik(a)!
etwa: Sei willkommen!
Erster Sprecher:
.أهلا بكم
alif-H-L-alif B-K-M.
ahlan bikum.
etwa: Ich fühle mich (bei dir) willkommen.
Dieses Beispiel zeigt eine typische Begrüßung auf Hocharabisch, wie sie zwischen etwa gleichaltrigen jüngeren, nicht zu sehr vertrauten Männern stattfinden würde.
Der eine grüßt den anderen, dieser grüßt zurück, woraufhin der erste den anderen einlädt, einzutreten und der andere sich dafür bedankt.
Dieses Beispiel müsste jeweils mehr oder minder von der Lautgestalt her in den Dialekt übertragen werden. Was Grammatik und Wortschatz angeht, ist der Unterschied zu den Dialekten hier eher gering, da es sich in diesem Beispiel fast nur um alte feststehende Redewendungen handelt.
Verwandte Artikel
- Arabische Dialekte
- Arabische Schrift
- Arabisches Alphabet
- Arabische Literatur
- Arabischer Name
- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen
Literatur
- Borg, Tawfik: Modernes Hocharabisch. Konversationskurs. 5. Auflage. Hamburg 2004. ISBN 3921598230 - Konversationsbezogenes Lehrwerk, das z. T. jedoch ägyptisches statt hocharabischen Vokabulars verwendet.
- Harder, Ernst; Schimmel, Annemarie: Arabische Sprachlehre. Heidelberg 1997 ISBN 3872760017 - Knappe Einführung in die arabische Sprache und Grammatik.
- Krahl, Günther; Reuschel, Wolfgang; Schulz, Eckehard: Lehrbuch des modernen Arabisch. 5. Auflage. Berlin, München 2002. ISBN 3324006139 - Ein umfangreiches und akademisch geprägtes Standardwerk, Lehrbuch an vielen deutschsprachigen Universitäten.
- Mace, John: Arabic Grammar. A Revision Guide. Edinburgh 1998. ISBN 0748610790 - Übersichtliche, auf das Arabisch der Gegenwart bezogene Grammatik.
- Schregle, Götz: Deutsch-Arabisches Wörterbuch. Wiesbaden 1977. ISBN 344701623X - Gilt als das Standardwörterbuch Deutsch - Arabisch.
- Wehr, Hans: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch-Deutsch. 5. Auflage. Wiesbaden 1985. ISBN 3447019980 - Das Standardwörterbuch der arabischen Gegenwartssprache, nach Wurzeln geordnet.
Weblinks
- [http://www.lessan.org/ Deutsch-Arabisches Online-Wörterbuch]
- [http://www.nicoweb.com/sirpus/ Arabische Schrift und Spache auf MP3]. Arabische Schrift und Spache auf MP3. Neu.
- [http://www.arabmed.de/deutsch/magazin/022002/S50-51.pdf So viel Arabisch steckt im Deutsch]
- [http://www.nicole.ksc.ch/kurs/ksc_abschlussarbeit/arabisch_dt.shtml Arabisch in der deutschen Sprache]
- [http://www.ex-oriente-lux.de/arabischeserbe2.htm Deutsche Wörter arabischen Ursprungs]
- [http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Spr_Welt/SW_Arab.html Informative Seite über Arabisch der Universität Erfurt]
- [http://www.arabia-institut.de/download/ Nützliche PDF-Dokumente zum Arabischlernen]
- [http://www.schriften-lernen.de/Schrift/Arab/Arab1.htm Einführung in die arabische Schrift]
- [http://lexicons.ajeeb.com/ Arabische Standard-Wörterbücher المعاجم العربية online auf einer Seite]
- [http://www.chj.de/ Arabische Schrift und Sprache]
- [http://www.muftah-alhuruf.com Muftah-Alhuruf.com]: Schreibt und schickt arabische E-Mails ohne eine arabische Tastatur oder Betriebssystem zu haben.
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:arabische Sprache
Kategorie:Orientalistik
Kategorie:Afrikanische Sprache
ja:アラビア語
ko:아랍어
ms:Bahasa Arab
simple:Arabic language
th:ภาษาอาหรับ
Erste IntifadaDie Erste Intifada (arab. انتفاضة intifāda, von انتفض intafada, „sich erheben“ oder „abschütteln“) war eine anhaltende gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und der israelischen Armee, die im Dezember 1987 begann. Ab 1991 ging die Gewaltintensität deutlich zurück; die Oslo-Abkommen von 1993 stellen das Ende der ersten Intifada dar.
Ursachen
Die Ursachen für den palästinensischen Volksaufstand sind vielfältig. Demografisch betrachtet gehörten beispielsweise die palästinensischen Fertilitätsraten während der 1980iger Jahre zu den höchsten weltweit. Es entwickelte sich eine extrem junge Gesellschaft – so war nahezu die Hälfte der Palästinenser jünger als 15 Jahre und 70% unter 30. Zudem wurden das Westjordanland und der Gazastreifen seit 1967 durch Israel besetzt. Eine ganze Generation wuchs unter der israelischen Besatzung auf und gleichzeitig in dem Bewusstsein, dass der jahrzehntelange Kampf der PLO gegen Israel keinerlei Verbesserung für die in- und außerhalb der besetzten Gebiete lebenden Palästinenser gebracht hatte. Israel hatte die PLO-Führung ganz im Gegenteil während des Libanonkriegs 1982 ins tunesische Exil gezwungen.
Gleichzeitig nahmen soziale Probleme zu. Trotz sich stetig verbessernden Zugängen zu Bildungseinrichtungen – so wurde beispielsweise 1978 die Islamische Universität in Gaza gegründet – nahm die Zahl der Erwerbslosen zu. Der enorme Ölpreisverfall 1986 führte dazu, dass sich die finanzielle Unterstützung der Golfstaaten für die Palästinensergebiete schlagartig deutlich reduzierte. Was in Anbetracht der katastrophalen Zustände gerade in den Flüchtlingslagern des Gazastreifens, wo es an Wohnraum mangelt ebenso wie häufig an einer Kanalisation, und wo die Mehrzahl der Bewohner arbeitslos sind, eine dramatische Entwicklung war.
Der Auslöser der Intifada war der Zusammenstoß eines israelischen Militärlastwagens mit zwei palästinensischen Taxis am 8. Dezember 1987. Dabei starben in der Nähe des Grenzübergangs Erez vier Palästinenser aus Jabalia. In den Palästinensergebieten vermutete man einen Vergeltungsakt für einen zuvor im Gazastreifen erstochenen Israeli. Zunächst im Gazastreifen kam es schon während des Begräbnisses der vier Toten zu Massendemonstrationen und spontanen Ausschreitungen gegen israelische Soldaten, in denen sich die aufgestaute Wut der palästinensischen Jugend auf den Besatzer entlud.
Maßgeblich mitverantwortlich für den Ausbruch der Intifada ist auch al-Dschihad al-Islami, der im Vorfeld eine Reihe von für Israel schmerzlichen Anschlägen verübte und insbesondere palästinensische Jugendliche weiter radikalisierte.
Kategorie:Nahostkonflikt
Kategorie:Aufstand
1987
Jahreswidmungen
- 1987 ist „Internationales Jahr zur Beschaffung von Unterkünften für Obdachlose“
- Das Braunkehlchen (lat. Saxicola rubetra) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- 1. Januar: Pierre Aubert wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Radio Moskau sendet in Russland die Neujahrsansprache des US-Präsidenten Ronald Reagan an das sowjetische Volk
- 16. Januar: Michel Camdessus, Frankreich, wird Direktor des IWF (Internationaler Währungsfond)
- 25. Januar: Bei der Bundestagswahl in Deutschland wird die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP in ihrem Amt bestätigt
- 23. Februar: Die Supernova 1987A wird entdeckt. Sie ist die erste Supernova seit 1604, die mit bloßem Auge beobachtet werden kann
- 12. März: Der EuGH verurteilt die Bundesrepublik Deutschland das Inverkehrbringen von Bier, das in einem anderen EG-Mitgliedstaat rechtmäßig gebraut wurde, zuzulassen, auch wenn dieses nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht. (EuGH, Rs. 178/84; Klage der EG-Kommission vom 6. Juli 1984)
- 23. März: Willy Brandt gibt seinen vorzeitigen Rücktritt als SPD-Parteivorsitzender bekannt
- 26. März: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Bosnien und Herzegowina sowie zwischen Deutschland und Kroatien
- 8. April: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Venezuela. In Kraft seit dem 2. März 1988
- 20. April: Antrag der Türkei auf EG-Mitgliedschaft (Europäischer Rat bestätigt diesen Antrag aber erst 1997)
- 4. Mai: Papst Johannes Paul II. weilt in Augsburg, besucht die Basilika St. Ulrich und Afra zum Gebet und nimmt die Benediktion des Priesterseminars vor
- 5. Mai: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Uruguay
- 21. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kenia. In Kraft seit dem 29. Juni 1988
- 28. Mai: Mathias Rust landet am Tag der Grenzstreitkräfte mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau, daraufhin werden einige altgediente, hohe Militärs vorzeitig pensioniert und die Perestrojka auch in der Armee vorgetrieben
- 2. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Bulgarien
- 3. Juni: Erster Staatsbesuch von Erich Honecker, (DDR), in den Niederlanden
- 19. Juni: Bei einem Bombenanschlag der ETA auf ein Kaufhaus in Barcelona kommen 18 Menschen ums Leben
- 22. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Uruguay. In Kraft seit dem 8. Mai 1989
- 1. Juli: Die Einheitliche Europäische Akte zur Schaffung des Europäischen Binnenmarkts tritt in Kraft
- 14. Juli: Der Antrag von Marokko auf Beitritt zur EG wird abgelehnt
- 28. August: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Benin. In Kraft seit dem 13. Mai 1988
- 31. August: Dschibuti wird Mitglied in der UNESCO
- 3. September: Das erste Konzert der Musikgruppe Fugazi findet statt im Wilson Center, Washington, D.C. (USA)
- 3. September: Burundi. Militärputsch
- 6. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Marokko. In Kraft seit dem 15. Januar 1990
- 11. Oktober: Barschel-Affäre erregt die deutsche Öffentlichkeit: Uwe Barschel wird in einem Hotel in Genf tot aufgefunden
- 15. Oktober: Burkina Faso. Blaise Compaoré wird Staats- und Regierungschef
- 17. Oktober: Die Cookinseln werden Mitglied in der UNESCO
- 20. Oktober: Aruba wird assoziiertes Mitglied in der UNESCO
- 24. Oktober: Kiribati wird Mitglied in der UNESCO
- 1. November: Afghanistan. Loja Dschirga verabschiedet die Verfassung der „Republik Afghanistan“ und wählt Generalsekretär Nadschibullah zum Staatspräsidenten
- 5. November: Spanien unterzeichnet den Atomwaffensperrvertrag
- 7. November: Tunesien. Zine El Abidine Ben Ali wird Staatspräsident
- 8. Dezember: Michail Gorbatschow und Ronald Reagan unterzeichnen den INF-Vertrag über den vollständigen Abbau aller nuklearen Mittelstreckenwaffen
- 8. Dezember: Bilaterales Umschuldungsabkommen zwischen Deutschland und Ägypten
- 8. Dezember: Beginn der ersten Intifada
- 11. Dezember: Ein Anschlag der ETA auf eine Kaserne der Guardia Civil in Saragossa fordert 11 Todesopfer
- 23. Dezember: Die Kinder des Drogerieketten-Besitzers Anton Schlecker werden entführt
- 31. Dezember: Robert Gabriel Mugabe wird zum Staatsoberhaupt in Simbabwe
- Mai: Der Privatsender Eureka TV beginnt den Sendebetrieb; aus ihm wird am 1. Januar 1989 ProSieben
- Backnang feiert das 750-jährige Jubiläum
Kultur
- 29. Januar: Uraufführung der Oper Habemeajaja von Boris Blacher an der Akademie der Künste in Berlin
- 22. Oktober: Uraufführung der Oper Nixon in China von John Adams an der Grand Opera an Houston, Texas
Katastrophen
- 6. März: Das Fährschiff Herald of Free Enterprise (Großbritannien) kentert vor dem Hafen von Zeebrugge. 188 Tote
- 10. März: Erdbeben der Stärke 7,0 in Kolumbien und Ecuador, über 1.000 Tote
- 9. Mai: Warschau, Polen. Eine gecharterte Verkehrsmaschine Iljuschin Il-62 der polnischen LOT, auf dem Weg nach New York, USA, stürzte kurz nach dem Start ab. 183 Menschen starben
- 7. Juli: In Herborn rast ein Tanklastzug in eine Eisdiele. Sechs Menschen sterben in den Flammen
- 16. August: Detroit, Michigan, USA. Eine McDonnell Douglas MD-80 der Northwest Airlines, auf dem Weg nach Phoenix stürzte kurz nach dem Start ab und kracht in eine belebte Straße. 156 Menschen starben, ein Kind wurde gerettet
- 15. November: Denver, Colorado, USA. Absturz einer Douglas DC-9 der Continental Airlines kurz nach dem Start wegen vereister Tragflächen. 28 von 82 Passagieren starben
- 28. November: Mauritius. Eine Boeing 747 der South African Airways, auf dem regulären Flug von Taiwan nach Südafrika, versuchte nach einem Feuerausbruch im Frachtraum eine Notlandung auf Mauritius. Dies missglückte und die Maschine stürzte ins Meer. Alle 160 Menschen an Bord starben
- 29. November: Burma. In einer Boeing 707 der Korean Air explodierte eine vorher an Bord gebrachte Bombe. Alle 115 Menschen an Bord starben
- 7. Dezember: Nähe Paso Robles, Kalifornien, USA.Eine BAe 146 der Pacific Southwest Airlines stürzte ab, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter der USAir seinen früheren Vorgesetzten an Bord erschossen hatte. Alle 43 Personen an Bord starben
- 20. Dezember: Nähe Mindoro, Philippinen. Beim Untergang der philippinischen Fähre Dona Paz nach einer Kollision mit dem Tanker „Vector“ sterben 4.375 Passagiere und Besatzungsmitglieder der „Dona Paz“ und 11 Besatzungsmitglieder der „Vector“. Es gibt insgesamt nur 26 Überlebende. Es handelt sich damit um das schwerste Schiffsunglück in Friedenszeiten
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1. Januar: Das Neujahrs-Skispringen in Garmisch-Partenkirchen gewinnt der Deutsche Andreas Bauer
- 7. März: Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen James (Bonecrusher) Smith im Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, USA, durch Sieg nach Punkten
- 30. Mai: Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Pinklon Thomas im Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, USA, durch K. o.
- 26. Juli bis 2. August: Deutschland (mit Steffi Graf und Claudia Kohde-Kilsch) gewinnt das Fed Cup-Finale gegen die USA (in Vancouver, Kanada)
- 1. August: Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Tony Tucker im Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, USA, durch Sieg nach Punkten
- 16. Oktober: Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Tyrell Biggs in der Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, USA, durch technischen K. o.
- 2. Januar: Sören Halfar, deutscher Fußballspieler
- 13. Januar: Radosław Wojtaszek, polnischer Schachspieler
- 8. Februar: Carolina Kostner, italienische Eiskunstläuferin
- 11. Februar: Robert Fleßers, deutscher Fußballspieler
- 19. Februar: Martin Büchel, Fußballspieler
- 6. März: Hannah Taylor-Gordon, britische Filmschauspielerin
- 6. März: Kevin-Prince Boateng, deutscher Fußballspieler
- 12. März: Teymur Rəcəbov, aserbaidschanischer Schachgroßmeister
- 20. März: Nizamettin Çalışkan, türkischer Fußballspieler
- 31. März: Humpy Koneru, indische Schachspielerin
- 9. April: Jesse McCartney, US-amerikanischer Schauspieler und Musiker
- 11. April: Joss Stone, britische Soulsängerin
- 19. April: Maria Jurjewna Scharapowa, russische Profi-Tennisspielerin
- 4. Mai: Francesc Fabregas, spanischer Fußballspieler
- 3. Juni: Rafael Nadal, spanischer Tennisspieler
- 3. Juni: Lalaine Vergara-Paras, US-amerikanische Schauspielerin
- 4. Juni: Christiane Stenger, deutsche Gedächtnissportlerin
- 11. Juni: Gonzalo Castro, spanischer Fußballspieler
- 29. Juni: Marc-André Kruska, deutscher Fußballspieler
- 7. August: Sidney Crosby, kanadischer Eishockeyspieler
- 14. August: Rosalie Thomass, deutsche Schauspielerin
- 22. August: Dan Weekes-Hannah, neuseeländischer Schauspieler
- 5. September: Pierre Casiraghi, Tochter von Prinzessin Caroline von Hannover
- 6. September: Anna Anatoljewna Pawlowa, russische Turnerin und Olympiateilnehmerin
- 7. September: Evan Rachel Wood, US-amerikanische Schauspielerin
- 22. September: Tom Felton, britischer Schauspieler
- 26. September: Zlatko Junuzovic, österreichischer Profifußballspieler
- 28. September: Hilary Duff, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 24. Oktober: Anthony Vanden Borre, ist ein belgischer Fußballnationalspieler
- 25. Oktober: Fabian Hambüchen, deutscher Gerätturner
- 3. November: Gemma Ward, australisches Mannequin
- 13. November: Rina Thieleke, deutsche Eiskunstläuferin
- 7. Dezember: Angel Carter, Model
- 7. Dezember: Aaron Carter, Sänger
- 9. Dezember: Hikaru Nakamura, US-amerikanischer Schachgroßmeister
- 23. Dezember: Daniela Götz, Schwimmerin
- 31. Dezember: Jan Smit, niederländischer Sänger
- 5. Januar: Jesco von Puttkamer (Publizist), deutscher Politiker und Diplomat ( - 1919)
- 14. Januar: Douglas Sirk, erfolgreicher Bühnenregisseur und später Filmregisseur der UFA ( - 1897)
- 14. Januar: Johann Cramer, deutscher Politiker ( - 1905)
- 14. Januar: Rauli Somerjoki, finnischer Rockmusiker und Sänger ( - 1947)
- 17. Januar: Hugo Fregonese, ehemaliger Regisseur argentinischer Herkunft ( - 1908)
- 22. Januar: Fabio Metelli, Psychologe ( - 1907)
- 23. Januar: Elly Linden, deutsche Politikerin ( - 1895)
- 26. Januar: James Barnes, US-amerikanischer Komponist und Professor ( - 1949)
- 28. Januar: Grete Rehor, österreichische Politikerin ( - 1910)
- 30. Januar: Joe Lederer, österreichische Journalistin und Schriftstellerin ( - 1904)
- 31. Januar: Benno von Wiese, deutscher Germanist ( - 1903)
- 1. Februar: Christian Broda, österreichischer Politiker ( - 1919)
- 1. Februar: Gustav Knuth, deutscher Schauspieler ( - 1901)
- 2. Februar: Alistair MacLean, schottischer Schriftsteller ( - 1922)
- 2. Februar: Jakow Borissowitsch Estrin, russischer Schachspieler ( - 1923)
- 4. Februar: Liberace, US-amerikanischer Entertainer ( - 1919)
- 4. Februar: Carl Rogers, US-amerikanischer Psychologe und Jugend-Psychotherapeut ( - 1902)
- 9. Februar: Costante Girardengo, italienischer Radrennfahrer ( - 1893)
- 10. Februar: Anton Donhauser, deutscher Politiker ( - 1913)
- 10. Februar: Hans Rosenthal, deutscher TV-Showmaster ( - 1925)
- 12. Februar: Rudolf Henz, österreichischer Schriftsteller; Programmdirektor des österr. Rundfunks ( - 1897)
- 16. Februar: Alois Brems, katholischer Bischof von Eichstätt ( - 1906)
- 19. Februar: Kirsten Walther, dänische Schauspielerin ( - 1933)
- 20. Februar: Joseph Parecattil, Erzbischof von Ernakulam und Kardinal ( - 1912)
- 20. Februar: Adrian Cruft, britischer Komponist und Professor ( - 1921)
- 20. Februar: E. P. Jacobs, belgischer Zeichner von Comics. ( - 1904)
- 22. Februar: Hildegard Domizlaff, deutsche Bildhauerin, Holzschnitt- und Schmuckkünstlerin ( - 1898)
- 22. Februar: Andy Warhol, Begründer und der bedeutendste Künstler der Pop-Art ( - 1928)
- 23. Februar: José Afonso, portugiesischer Sänger und Komponisten ( - 1929)
- 28. Februar: Anny Ondra, deutsch-tschechische Schauspielerin ( - 1903)
- 28. Februar: Karl Emerich Krämer, deutscher Schriftsteller ( - 1918)
- 3. März: Danny Kaye, US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Sänger ( - 1913)
- 5. März: Josef Gregor, deutscher Volksliedpädagoge ( - 1903)
- 13. März: Bernhard Grzimek, Tierarzt, Tierfilmer, Autor und Herausgeber von Tierbüchern ( - 1909)
- 17. März: Georg Lammers, deutscher Leichtathlet ( - 1905)
- 18. März: Karl Heinz Robrahn, kath. Lyriker ( - 1913)
- 19. März: Louis-Victor de Broglie, französischer Physiker ( - 1892)
- 21. März: Jacob Taubes, Judaist, Religionssoziologe, Philosoph ( - 1923)
- 21. März: Robert Preston, US-amerikanischer Schauspieler ( - 1918)
- 26. März: Eugen Jochum, deutscher Dirigent ( - 1902)
- 26. März: Georg Muche, Maler, Graphiker, Bauhausstil ( - 1895)
- 27. März: Max Spangenberg, Mitglied des Politbüros des ZK der SED inn der DDR ( - 1907)
- 28. März: Maria Augusta von Trapp, US-amerikanische Sängerin und Schriftstellerin ( - 1905)
- 2. April: Buddy Rich, US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger ( - 1917)
- 4. April: C. L. Moore, Science Fiction und Fantasy Autorin ( - 1911)
- 10. April: Berta Drews, deutsche Schauspielerin ( - 1901)
- 11. April: Erskine Caldwell, US-amerikanischer Schriftsteller ( - 1903)
- 11. April: Primo Levi, italienischer Schriftsteller und Chemiker ( - 1919)
- 12. April: René Hardy, Mitglied der Résistance, vermutlich der Verräter von Jean Moulin ( - 1911)
- 13. April: Herbert Blumer, US-amerikanischer Soziologe ( - 1900)
- 14. April: Karl Höller, deutscher Komponist ( - 1907)
- 15. April: Lawrence Kohlberg, US-amerikanischer Psychologe und Professor ( - 1927)
- 17. April: Carlton Barrett, jamaikanischer Reggae-Schlagzeuger (The Wailers) ( - 1950)
- 19. April: Maxwell Taylor, General und Diplomat der Vereinigten Staaten ( - 1901)
- 21. April: Hermann Götz, deutscher Politiker ( - 1914)
- 21. April: Gustav Bergmann, österreichischer Wissenschaftstheoretiker ( - 1906)
- 27. April: Attila Hörbiger, österreichischer Schauspieler ( - 1896)
- 27. April: Walther Kauer, Schweizer Schriftsteller ( - 1935)
- 28. April: Emil Staiger, Professor der Germanistik an der Universität Zürich ( - 1908)
- 1. Mai: Walther G. Oschilewski, deutscher Publizist, Lyriker und Kulturhistoriker ( - 1904)
- 3. Mai: Dalida, Schlagersängerin und Schauspielerin ( - 1933)
- 4. Mai: Paul Butterfield, Musiker ( - 1942)
- 10. Mai: Hermann Glöckner, deutscher Maler ( - 1889)
- 14. Mai: Rita Hayworth, US-amerikanische Schauspielerin ( - 1918)
- 17. Mai: Georgi Iwanowitsch Petrow, russischer Ingenieur ( - 1912)
- 17. Mai: Gunnar Myrdal, schwedischer Ökonom ( - 1898)
- 18. Mai: Heðin Brú, Färöischer Schriftsteller ( - 1901)
- 19. Mai: James Tiptree, Jr, US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller ( - 1915)
- 21. Mai: Emmy Damerius-Koenen, Journalistin, Mitbegründerin des DFD ( - 1903)
- 24. Mai: Detlef Struve, deutscher Politiker ( - 1903)
- 24. Mai: Niklot Beste, Bischof in der ehemaligen DDR ( - 1901)
- 26. Mai: Norbert Kubat, Junger Berliner, der in Untersuchungshaft Selbstmord begann
- 29. Mai: Choudhary Charan Singh, Ministerpräsident Indiens ( - 1902)
- 1. Juni: Anthony de Mello, Jesuitenpriester und einer der bedeutendsten spirituellen Lehrer ( - 1931)
- 7. Juni: Clara Döhring, deutsche Politikerin und MdB ( - 1899)
- 12. Juni: Paul Janes, deutscher Fußballspieler ( - 1912)
- 13. Juni: Geraldine Page, US-amerikanische Schauspielerin ( - 1924)
- 19. Juni: Ian Donald, britischer Gynäkologe ( - 1910)
- 23. Juni: Adrienne Gessner, österreichische Schauspielerin ( - 1896)
- 26. Juni: Henk Badings, niederländischer Komponist und Professor ( - 1907)
- 1. Juli: Philip Charles Lithman, britischer Rockgitarrist ( - 1949)
- 4. Juli: Bengt Strömgren, ein Bruce-Medailliengewinner ( - 1908)
- 7. Juli: Hannelore Schroth, deutsche Schauspielerin ( - 1922)
- 9. Juli: Rudolf Lenz, Schauspieler in Heimatfilmen ( - 1920)
- 10. Juli: John Hammond, US-amerikanischer Plattenproduzent, Musiker und Musikkritiker ( - 1910)
- 17. Juli: Jörg Fauser, deutscher Schriftsteller und Journalist ( - 1944)
- 17. Juli: Howard McGhee, US-amerikanischer Jazz-Trompeter ( - 1918)
- 18. Juli: Gilberto Freyre, brasilianischer Soziologe und Anthropologe ( - 1900)
- 24. Juli: Eugen Kogon, deutscher Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler ( - 1903)
- 1. August: Pola Negri, polnische Schauspielerin und ein Star des Stummfilms ( - 1894)
- 3. August: Bruno Heusinger, zweiter Präsident des Bundesgerichtshofs ( - 1900)
- 9. August: Jutta Balk, Malerin, Mitbegründerin des städtischen Puppentheaters in Magdeburg ( - 1902)
- 10. August: Patrick Aloysius O'Boyle, Erzbischof von Washington und Kardinal ( - 1896)
- 11. August: Alexander Ziegler, Schauspieler, Publizist und Schriftsteller ( - 1944)
- 14. August: Vincent Persichetti, US-amerikanischer Komponist und Professor ( - 1915)
- 16. August: Arthur Grundmann, deutscher Politiker ( - 1920)
- 17. August: Clarence Brown, US-amerikanischer Filmregisseur ( - 1890)
- 17. August: Rudolf Heß, nationalsozialistischer Politiker ( - 1894)
- 17. August: Carlos Drummond de Andrade, brasilianischer Lyriker ( - 1902)
- 21. August: Imre Reiner, ungarischer Maler, Grafiker und Typograf ( - 1900)
- 23. August: Siegfried Borris, deutscher Komponist, Musikwissenschaftler und Musikpädagoge ( - 1906)
- 1. September: Gerhard Fieseler, Industrieller, Nationalsozialist, Flugzeugkonstrukteur, Kunst- und Jagdflieger ( - 1896)
- 2. September: William Borm, FDP-Politiker und DDR-Agent ( - 1895)
- 3. September: Morton Feldman, US-amerikanischer Komponist ( - 1926)
- 6. September: Richard Schneider, katholischer Geistlicher und im KZ Dachau inhaftiert ( - 1893)
- 8. September: Gordon M. Gollob, deutscher Jagdflieger und General der Jagdflieger ( - 1912)
- 8. September: Klaus Immelmann, deutscher Verhaltensbiologe ( - 1935)
- 9. September: Gunnar de Frumerie, schwedischer Pianist und Komponist ( - 1908)
- 11. September: Lorne Greene, kanadischer Schauspieler ( - 1915)
- 11. September: Peter Tosh, jamaikanischer Sänger ( - 1944)
- 13. September: Mervyn LeRoy, US-amerikanischer Filmregisseur und Filmproduzent ( - 1900)
- 18. September: Américo Tomás, Admiral, portugiesischer Staatspräsident (1958 bis 1974) ( - 1894)
- 19. September: Einar Gerhardsen, norwegischer sozialdemokratischer Politiker ( - 1897)
- 21. September: Jaco Pastorius, US-amerikanischer Jazzmusiker und Komponist ( - 1951)
- 23. September: Bob Fosse, US-amerikanischer Filmregisseur ( - 1927)
- 23. September: Maria Müller-Gögler, deutsche Schriftstellerin. ( - 1900)
- 25. September: Mary Astor, US-amerikanische Schauspielerin ( - 1906)
- 26. September: Herbert Tichy, Schriftsteller, Bergsteiger ( - 1912)
- 26. September: Ethel Catherwood, kanadische Leichathletin ( - 1908)
- 27. September: Jochen Steffen, Politiker ( - 1922)
- 28. September: Mario von Galli, Jesuit, theologischer Redaktor und Publizist ( - 1904)
- 29. September: Henry Ford II, Enkel von Henry Ford, Präsident der Ford Motor Company von 1945–1960 ( - 1917)
- 30. September: Alfred Bester, US-amerikanischer Science-Fiction-Autor ( - 1913)
- 3. Oktober: Kalervo Palsa, finnischer Maler des Expressionismus ( - 1947)
- 3. Oktober: Jean Anouilh, französischer Schriftsteller ( - 1910)
- 3. Oktober: Hans Gál, österreichischer Komponist ( - 1890)
- 9. Oktober: William Parry Murphy, US-amerikanischer Arzt, Nobelpreisträger ( - 1892)
- 9. Oktober: Eugen Steimle, Chef des SD in Stuttgart ( - 1909)
- 11. Oktober: Uwe Barschel, CDU-Politiker, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein ( - 1944)
- 11. Oktober: Fritz Rößler, deutscher Politiker ( - 1912)
- 12. Oktober: Martin Ness, deutscher Tischtennisspieler ( - 1942)
- 12. Oktober: Fahri Korutürk, türkischer Politiker und Admiral ( - 1903)
- 12. Oktober: Heinz Vollmar, deutscher Fußballspieler ( - 1936)
- 13. Oktober: Walter H. Brattain, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger. ( - 1902)
- 13. Oktober: Gisela Andersch, deutsche Malerin, Graphikerin und Collagekünstlerin ( - 1913)
- 14. Oktober: Otto Bertram, Luftwaffenoffizier im Dritten Reich und Bundeswehr ( - 1916)
- 15. Oktober: Thomas Sankara, charismatischer, linksgerichteter Politiker in Burkina Faso ( - 1949)
- 16. Oktober: Joseph Höffner, deutscher Kardinal ( - 1906)
- 19. Oktober: Igor Newerly, polnischer Schriftsteller und Pädagoge ( - 1903)
- 19. Oktober: Jacqueline du Pré, englische Cellistin ( - 1945)
- 19. Oktober: Hermann Lang, deutscher Rennfahrer ( - 1909)
- 20. Oktober: Andrei Nikolajewitsch Kolmogorow, russischer Mathematiker ( - 1903)
- 23. Oktober: Diether Ritzert, Maler und Graphiker ( - 1927)
- 23. Oktober: Karlfranz Schmidt-Wittmack, deutscher Politiker, MdB ( - 1914)
- 28. Oktober: André Masson, französischer Maler ( - 1896)
- 29. Oktober: Jakob Bräckle, deutscher Maler ( - 1897)
- 29. Oktober: Woody Herman, US-amerikanischer Jazzmusiker, Klarinettist und Bandleader ( - 1913)
- 30. Oktober: Joseph Campbell, US-amerikanischer Professor und Autor ( - 1904)
- 4. November: Paulin Soumanou Vieyra, Pionier des afrikanischen Kinos ( - 1925)
- 6. November: Sydney Morris Cockerell, britischer Buchbinder, Buchrestaurator und Papierdesigner ( - 1906)
- 6. November: Jean Rivier, französischer Komponist ( - 1896)
- 10. November: Seyni Kountché, ehemaliger Präsident von Niger ( - 1931)
- 12. November: Maria Felchlin, erste praktizierende Ärztin des Kantons Solothurn ( - 1899)
- 12. November: Cornelis Vreeswijk, holländisch-schwedischer Troubadur, Komponist und Dichter ( - 1937)
- 18. November: Jacques Anquetil, französischer Radrennfahrer ( - 1934)
- 19. November: Wilhelm Käber, Politiker Landesminister ( -
Vertrag von OsloAls Vertrag von Oslo werden verschiedene Abkommen bezeichnet, die in der Stadt Oslo geschlossen wurden:
# die Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung 1993, bekannt als das Oslo-Abkommen I
# das Abkommen über die Autonomie des Westjordanlands 1995, bekannt als das Oslo-Abkommen II
# Das Abkommen zum Verbot von Landminen 1997
Palästinensische AutonomiebehördeDie Palästinensische Autonomiebehörde (abgekürzt PNA oder PA) ist eine quasistaatliche Einrichtung, die nominell Regierungsfunktionen in den Palästinensischen Autonomiegebieten in der West Bank und dem Gaza-Streifen ausübt. Diese Gebiete werden von der Palästinensischen Autonomiebehörde palästinensische Territorien genannt.
Die Palästinensische Autonomiebehörde wurde als Teil des Oslo-Abkommens zwischen der PLO und Israel eingerichtet. Sie hat in den städtischen Gebieten (sog. Area A) die Zuständigkeit für Sicherheitsfragen und öffentliche Verwaltung und in den ländlichen Gebieten (sog. Area B) die Zuständigkeit für die öffentliche Verwaltung. In einem weiteren, flächenmäßig großen, jedoch sehr dünnbesiedelten Gebiet des Westjoordanlandes (Area C) hat die israelische Armee weiterhin die volle Kontrolle, dazu gehören auch die israelischen Siedlungen.
Die Verträge von Oslo sahen keine explizite Regelung für die Zukunft der Palästinensischen Autonomiebehörde vor, es war jedoch ungeschriebenes Übereinkommen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde im Zuge eine endgültigen Regelung die Basis für einen zu gründenden palästinensischen Staat werden solle.
Die Palästinensische Autonomiebehörde genießt internationale Anerkennung als Vertretung des palästinensischen Volkes, jedoch in einem eingeschränkten Sinne. Bei den Vereinten Nationen hat die Palästinensische Autonomiebehörde einen Beobachterstatus. Sie ist damit kein völkerrechtliches Subjekt. Sie erhält umfangreiche Subventionen von der Europäischen Union, den USA und Israel.
Die Palästinensische Autonomiebehörde unterhält bewaffnete Einheiten im Umfang von etwa 40 - 80.000 Mann, die über gepanzerte Fahrzeuge verfügen und automatische Waffen tragen. Offiziell als "Polizeikräfte" bezeichnet, handelt es sich de facto um eine Art Miliz. Gemäß den Vereinbarungen von Oslo darf die Palästinensische Autonomiebehörde über Polizeikräfte im Umfang von 30.000 Mann verfügen. Ob die tatsächliche Situation dieser Vereinbarung entspricht, ist umstritten.
Wahlen
Seit der Einrichtung der Palästinensische Autonomiebehörde im Jahr 1993 fanden nur zwei Wahlen statt. Alle weiteren, geplanten Wahlen wurden aus verschiedenen Gründen verschoben.
Eine einzelne Wahl des Präsidenten und der Legislative fand 1996 statt. Die nächsten Wahlen waren für das Jahr 2001 geplant, fanden aber nie statt. Nach dem Tod des Präsidenten Jassir Arafat wurde ein Wahltermin für den 9. Januar 2005 angesetzt. Die Palästinenser wählten an diesen Präsidentschaftswahlen Mahmoud Abbas zum neuen Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde.
Am 10. Mai 2004 kündigte das palästinensische Kabinett erstmalig Kommunalwahlen an. Die örtlichen Bürgermeister werden derzeit nicht gewählt, sondern zentral ernannt. Die Wahlen sollten in Jericho im August 2004 stattfinden, anschließend auch in einigen Ortschaften im Gaza-Streifen. Im Juli 2004 wurden diese Wahlen ebenfalls verschoben, und sind derzeit für das Frühjahr 2005 geplant (englische Quelle:[http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/3674202.stm])
Innerer Aufbau
Die Palästinensische Autonomiebehörde ist historisch eng mit der PLO verknüpft, mit der Israel die Verträge von Oslo verhandelte. Daher wurde die Palästinensische Autonomiebehörde bislang von Jassir Arafat geführt, und die Exekutive wurde aus den Reihen der PLO besetzt, hauptsächlich mit Mitgliedern der Tanzim-Organisation, einem militärischen Zweig der PLO aus den Zeiten der Ersten Intifada.
2003 setzte Arafat auf internationalen Druck Mahmud Abbas (genannt Abu Mazen) als "Premierminister" der Palästinensischen Autonomiebehörde ein, denn sowohl Israel wie die USA lehnten es ab, mit Arafat zu verhandeln, da er Verbindungen zum Terrorismus unterhalte.
Arafats Regierungsstil war durch sein fehlendes Demokratieverständnis, Korruption innerhalb der Verwaltung, Verteilung der Macht auf Familienmitglieder und eine unübersichtliche Vielzahl von Regierungsorganisationen mit unklaren Zuständigkeiten gekennzeichnet. Arafat kontrollierte über verschiedene Mechanismen ca. acht verschiedene Sicherheitsorganisationen, und dem Erziehungsministerium standen mehr als 20 Führungskräfte vor. Nach den einzigen Wahlen 1996, die er mit überwältigender Mehrheit gewann, verschob Arafat alle weiteren Wahlen auf unbestimmte Zeit. Darin ähnelt sein Führungsstil den Diktaturen des Mittleren Ostens, die nach dem Motto "Ein Mann, eine Stimme, ein einziges Mal" regierten.
Regierungsmitglieder
- Mahmud Abbas: 5. März 2002 - 4. Oktober 2003
- Ahmed Kurei: seit 5. Oktober 2003
Siehe auch
- [http://www.pna.gov.ps/ Offizielle Website der Autonomiebehörde]
- Nahostkonflikt
- Intifada
- Palästinensische Autonomiegebiete
- PLO
- Hamas
Autonomiebehörde
Kategorie:Behörde
ja:パレスチナ自治政府
Ziviler UngehorsamZiviler Ungehorsam ist der aus Gewissensgründen und gewaltfrei vollzogene bewusste Verstoß gegen ein Gesetz, eine Pflicht oder den Befehl eines Staates oder einer anderen Macht. Im Gegensatz zu einem Streik ist er nicht rechtlich abgesichert, und der Ungehorsame nimmt bewusst in Kauf, dafür bestraft zu werden. Wer zivilen Ungehorsam ausübt, gilt als Anarchist oder Staatsfeind, da er eine fremde Herrschaft über seine Aktivitäten ablehnt.
Der Ausdruck ziviler Ungehorsam (im Englischen civil disobedience) wurde vom US-Amerikaner Henry David Thoreau in seinem Essay Civil Disobedience (1849) geprägt, in dem dieser erklärte, warum er aus Protest gegen den Krieg gegen Mexiko und die Sklavenhaltung keine Steuern mehr bezahlte.
Die deutsche Übersetzung von "civil disobedience" müsste eigentlich bürgerlicher Ungehorsam heißen (engl. civil: bürgerlich bzw. staatsbürgerlich). Thoreau, von dem der Begriff stammt, befasste sich nicht mit gewaltfreiem Widerstand, sondern mit den Gewissenskonflikten, die er als Bürger, Wähler und Steuerzahler auszutragen hatte.
Das heißt, ein Bürger verweigert seinem Staat den Gehorsam, wenn sein Gewissen ihm das diktiert. Dies betrifft besonders den Kriegsdienst und die Bezahlung von Steuern. Die Erwähnung, dass der Ungehorsam gewaltfrei sein muss, ist eigentlich überflüssig, weil jede Gewaltanwendung gegenüber einer Drittperson impliziert, dass diese Person gehorsam handeln müsste, um der Gewaltanwendung zu entgehen. Dies widerspräche dem Ziel, jeden Menschen zum Ungehorsam zu ermuntern.
Namhafte Vertreter zivilen Ungehorsams waren Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Martin Luther King und die Brüder Philip und Daniel Berrigan.
In dieser Tradition leisten viele Atomkraftgegner, Graswurzler, Friedensdemonstranten, Globalisierungskritiker und Totalverweigerer Widerstand in Form zivilen Ungehorsams.
Bekannte Beispiele von zivilem Ungehorsam, der sich in politischen Bewegungen niederschlug, waren die Boston Tea Party, die indische Unabhängigkeitsbewegung sowie die Montagsdemonstrationen im Jahre 1989.
Besondere Eigenschaften des Handelns
Die Aktion oder Handlung
- beruht auf einer Gewissensentscheidung,
- ist wohlbedacht,
- steht im Zusammenhang mit dem übergeordneten Ziel,
- kann, muss aber nicht öffentlich bekundet werden oder zur Nachahmung aufrufen und
- verletzt niemals die Würde des Menschen.
Organisationen, die zivilen Ungehorsam praktizieren, bilden ihre Aktivisten oft in Gesprächs- und Handlungstechniken aus, um auf Festnahmen oder sogar Gewaltanwendung seitens der Polizei bzw. des Militärs zu reagieren. Mahatma Ghandi, der Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, hat für den satyagraha (Kampf gegen die britische Besatzung) folgende Regeln erlassen:
#Ein satyagrahi - d.h., ein Mensch, der zivilen Ungehorsam ausübt - kennt keine Wut.
#Er erträgt die Wut seines Gegners.
#Dabei hält er auch die Tätlichkeiten seines Gegners aus und rächt sich nicht; aber er lässt sich nicht unterwerfen, sei es aus Angst vor Bestrafung und dergleichen.
#Wenn eine Amtsperson einen satyagrahi festnehmen will, so wird er sich freiwillig der Festnahme fügen; und er widersteht nicht der Beschlagnahmung oder dem Entzug seines Eigentums, wenn es von den Behörden konfisziert werden soll.
#Wenn ein satyagrahi Dinge besitzt, die ihm als Treuhänder überlassen worden sind, so weigert er sich, sie abzugeben - auch wenn er dabei sein Leben verlieren könnte. Er wird sich aber auf keinen Fall rächen.
#Rache beinhaltet auch Fluchen und Beleidigen.
#Deshalb wird nie ein satyagrahi seinen Gegner beleidigen, und deshalb wird niemand den neuen Gepflogenheiten teilnehmen, welche dem Geist des ahimsa schädlich ist.
#Ein satyagrahi grüsst nicht die britische Flagge, aber er wird keine Beamten beleidigen, seien es Engländer oder Inder.
#Wenn während des Kampfes irgendjemand einen Beamten beleidigt oder ihn tätlich angreift, so wird ein satyagrahi den Beamten vor der Beleidigung oder dem Angriff schützen, und dies tut er auch unter der Gefahr, getötet zu werden.
Siehe auch
- Boykott, Gewaltfreie Aktion und Soziale Verteidigung
Weblinks
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18887/1.html www.heise.de/tp/] Ziviler Ungehorsam im 21. Jahrhundert (11/2004)
Kategorie:Frieden
Kategorie:Politischer Widerstand
Al-Aqsa-IntifadaDie al-Aqsa-Intifada oder Zweite Intifada, von der israelischen Armee als „אירועי גיאות ושפל“ („Ebbe-und-Flut-Ereignisse“) bezeichnet, war ein gewaltsamer Konflikt zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften, der im September 2000 begann. Mit dem Abschluss eines Waffenstillstands zwischen dem neuen Präsidenten der palästinensischen Autonomie Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsidenten Ariel Scharon im ägyptischen Scharm al-Scheich im Februar 2005 gilt die Al-Aqsa-Intifada offiziell als beendet.
Der Begriff setzt sich aus al-Aqsa und Intifada zusammen. „Intifada“ bedeutet „abschütteln“ (gemeint ist die israelische Besatzung), nach der al-Aqsa-Moschee wurde die Erhebung benannt, weil sie nach Darstellung der Palästinenser eben bei dieser Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg ihren Ausgangspunkt hatte. Manche konservative oder rechte Israelis bezeichnen die Intifada auch als Oslokrieg.
Der Beginn der al-Aqsa-Intifada
Der Politiker Ariel Scharon besuchte am 28. September 2000 in Begleitung von bewaffneten Polizeikräften den in Jerusalem gelegenen Tempelberg. Nach israelischer Darstellung hatte der palästinensische Sicherheitschef Dschibril Radschub sein Einverständnis für Scharons Besuch gegeben, sofern dieser keine Moschee betrete.
Militante Palästinenser nahmen diesen Besuch auf dem Gebiet des zerstörten salomonischen Tempels mit dem Allerheiligsten zum Vorwand, einen bewaffneten Aufstand zu starten. Die gewalttätigen Proteste wurden durch die Polizei unter Waffeneinsatz zurückgedrängt. Dabei wurden vier Personen getötet und etwa zweihundert verletzt. Auch vierzehn Polizisten wurden verletzt. Der Polizeieinsatz ist nach israelischer Darstellung nötig gewesen, weil das palästinensische Radio dazu aufgerufen habe, die Moschee zu verteidigen und die palästinensische Polizei in letzter Minute erklärt habe, nichts gegen gewaltsame Demonstrationen zu unternehmen.
Die israelische Seite sieht allerdings das Scheitern der Verhandlungen in Camp David am 25. Juli 2000 und nicht Ariel Scharons Besuch auf dem Tempelberg als Auslöser der Intifada, denn bereits am Tag zuvor war bei der Explosion einer Bombe am Grenzübergang Netzarim ein israelischer Soldat ums Leben gekommen. Der palästinensische Kommunikationsminister Imad Faludschi hätte zudem erklärt, der Einsatz von Gewalt sei bereits im Juli geplant worden, nachdem Yasir Arafat von Camp David zurückgekehrt sei.
Zahlreiche Führungsmitglieder palästinensischer Fraktionen und Parteien sowie Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde erklärten jedenfalls vor dem Beginn der Al-Aqsa-Intifada, dass der Staat Israel nur durch Gewalt zu Konzessionen zu bewegen sei. Der israelische Rückzug aus dem Südlibanon aufgrund der anhaltenden Anschläge der Hisbollah wurde als Beispiel gesehen, das sich auf die palästinensischen Gebiete übertragen ließe.
Mitchell Report
Der Mitchell-Report 2001 fasst zusammen:
:In ihren Eingaben haben beide Seiten Behauptungen über Motivation und Kontrolle des anderen aufgestellt. Uns wurden keine überzeugenden Beweise dafür vorgelegt, dass der Besuch Scharons mehr war als ein innenpolitischer Akt; auch haben wir keine überzeugenden Beweise dafür erhalten, dass die Autonomiebehörde den Aufstand geplant hat ... Der Besuch Scharons hat nicht zur al-Aqsa-Intifada geführt ... Bedeutsamer waren die folgenden Ereignisse: die Entscheidung der israelischen Polizei am 21. September, tödliche Mittel gegen palästinensische Demonstranten einzusetzen, und das Versäumnis beider Seiten, Zurückhaltung zu üben..
Entwicklung
Seit Ende September 2000 gab es eine Vielzahl von palästinensischen Selbstmordattentaten und Militäraktionen der israelischen Armee, dazwischen auch Phasen relativer Ruhe.
An der zweiten Intifada beteiligen sich sowohl religiös-politische (Hamas und Islamischer Dschihad) als auch konservative (Fatah) und linke (PFLP und DFLP) Organisationen der Palästinenser.
Vor Beginn der zweiten Intifada verübten nur die Hamas und der Islamische Dschihad Selbstmordanschläge. Beide Gruppen wurden von der iranischen Führung und der Hisbollah finanziert. Seit 2001 griffen auch Arafats al-Aqsa-Brigaden und andere Gruppen zur Waffe des Selbstmordanschlags. Die Hamas verübte dennoch fast die Hälfte aller Anschläge. Etwa ein Fünftel ging auf das Konto des Islamischen Dschihad, rund ein Drittel auf das der al-Aqsa-Brigaden.
Gravierende Ereignisse, die auch in der Weltöffentlichkeit verstärkt wahrgenommen wurden, waren:
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