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Ionier

Ionier

Die Ionier waren neben den Äolern, Dorern und den Achäern einer der Stämme des alten Griechenland. Sie gehörten zur ersten Welle griechischer Einwanderer um 1600 v. Chr. Ihr Siedlungsgebiet war vor allem Mittelgriechenland (Attika mit dem späteren Athen, Euboia). Nach anderer Auffassung ging der Einwanderung griechischer Stämme, die der Proto-Griechen voraus, zu denen vor allem auch die Thraker gehörten. Wegen geographischer Stelle und militärischer Stärke war ihr Einfluss in Kleinasien so gross den anderen Hellenen gegenüber, dass alle Asier Griechenland als Ionien kennen (vergleich Griechenland/Griechisch: Yunanistan/Yunanlı auf Türkisch, Yunan/Yunani auf Arabisch). Die Schübe einwandernder Indoeuropäer verursachten auch innerhalb Griechenlands, vor allem im Süden, Wanderungsbewegungen und die Kolonisation der ägäischen Inseln und Küsten. Die Ionier waren hiervon erst recht spät betroffen. Hintergrund dieser Verschiebungen war vermutlich der von Mitteleuropa ausgehende wachsende Bevölkerungsdruck, der sich nun in den griechischen Raum hinein fortpflanzte. In einer zweiten Welle drängten ab 1300 v. Chr. Äoler und Achäer in den griechischen Raum, Dorer und Nordwestgriechen rückten als Dritte um 1200 v. Chr. vor. Während im weitflächigen Norden noch ein Ausgleich zwischen Einwanderern und Frühbevölkerung möglich war, brachten sich die Dorer auf der Peloponnes selbst in Landnot. Im ionischen Attika lagen die Dinge jedoch anders. Der schlechte Boden machte das Gebiet für eine Landnahme uninteressant. Daher blieb es von inneren Unruhen verschont und entwickelte sich zu einem sicheren Refugium versprengter Völkerteile. Diesen Zusammenhang beschreibt Thukydides (1.2). Nachdem ab 1100 v. Chr. die Äoler in Kleinasien südlich des Hellespont (Dardanellen) und auf Lesbos siedelten, die Dorer Richtung Kreta, Rhodos und die anatolische Südküste auswanderten, setzte die ionische Wanderung als letzte, aber bedeutendste der frühen griechischen Kolonisation ein. Die Ionier ließen sich im Westen Kleinasiens, in Lydien und Karien, und auf den vorgelagerten Inseln, wie Chios und Samos, nieder. Das ionische Stammland wurde zum Sprungbrett von Kolonisten unterschiedlichster Herkunft. So war es eben nicht die gemeinsame ethnische Zugehörigkeit, die das spätere „Ioniertum“ begründete, sondern die gemeinsame Auswanderungsgeschichte und das gemeinsame Auswanderungsland. Identitätstiftend wirkten der Kultus, der auf Ion (3) als Stammesvater gründete, und die mitgeführten Eigenheiten. Später kamen gemeinsame Dialekte und Lebensformen hinzu, die sich erst in der neuen Heimat entwickelten. Während sich die zurückgebliebenen Ionier als Stamm für klein und unbedeutend hielten und sich ihres Namens schämten, waren die Auswanderer, so Herodot (1.143), stolz auf ihr Ioniertum. Ausdruck hierfür sind nicht zuletzt der elitäre Ionische Bund und das gemeinsame Bundesheiligtum, das Panionion. Bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. hinein blieb das Bewusstsein der gemeinsamen Stammeszugehörigkeit, auch politisch, ein bedeutender Faktor. Der Erste Attische Seebund beruhte gleichsam auf dem Ioniertum und trat mit einem gesamtionischen Anspruch an. Die Machtstellung Athens profitierte hiervon deutlich. „Ionien“ – das war nun das gemeinsame Siedlungsgebiet in Kleinasien, nicht das kleine Attika. Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. hatten sich die bedeutendsten Städte und Inseln zur Dodekapolis, zur Zwölfergemeinschaft, zusammengeschlossen. Kolophon, Ephesos, Milet, Priene sowie Samos und Chios gehörten dazu. Weitere Mitglieder war der Ionische Bund nicht bereit aufzunehmen. Um 550 v. Chr. hatte der Lyderkönig Kroisos nahezu ganz Kleinasien unter seine Herrschaft gebracht und die griechischen Städte unter eine milde Oberherrschaft gestellt. Aber bereits 547/46 v. Chr. fiel das lydische Reich an die Perser. Auch die ionischen Städte, nicht jedoch die Inseln, waren nun tributpflichtig. Solange die blühende Wirtschaft, welche die ionischen Städte wohlhabend gemacht hatte, nicht beeinträchtigt wurde, betrachtete man die persische Herrschaft nicht als Last. Im Gegenteil: die neuen Herren waren in erster Linie Kunden, und schließlich war Persien in der Abwicklung seiner Handelsgeschäfte im Westen des Reiches auf die griechischen Häfen angewiesen. Die ausgreifenden persischen Feldzüge in den Schwarzmeerraum und nach Ägypten, jedoch schnitten Ionien von den wichtigsten Handelsrouten ab. Erst jetzt formierte sich Widerstand gegen die persische Tyrannis. Der Ionische Aufstand von 500/499 v. Chr. bis 494, von Persien niedergeschlagen, war die erste militärische Begegnung von Griechen und Persern. In hellenistischer Zeit wieder zur Blüte gelangt, gelten die Ionier als Hauptträger der griechischen Kultur. Vertreter der ionischen Philosophie waren u.a.:
- Thales
- Anaximander
- Anaximenes
- Heraklit Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) ja:イオニア人

Äoler

Die Äolier (auch: Aioler, Aiolier oder Aeoler, gr. Aioleis) waren eine griechische Stammesgruppe, die vor der Einwanderung der Dorier Teile Thessaliens und Böotiens bewohnt haben sollen, dann zogen sie nach Kleinasien, wo sie den nördlichen Teil der Westküste sowie einige der nordägäischen Inseln besetzten. Mythischer Stammvater der Äolier war Äolos, der Sohn des Hellen und Bruder von Doros und Xuthos. Es heißt von den Äoliern, ihre Sprachen seien untereinander sehr unterschiedlich gewesen. Darum wird Äolier auch für einen Sammelnamen für alle jene griechischen Stämme gehalten, die weder zu den Doriern noch zu den Ioniern gehörten. Zwischen dem 11. und 7. Jahrhundert v. Chr. gründeten Äolier Städte wie Mytilene (auf der Insel Lesbos), Kyme, Ilion oder Smyrna. Äolischer Dialekte bedienten sich die Dichterin Sappho und der Alkaios, die beide aus Lesbos stammten. Auch Homer soll Äolier gewesen sein. Aolier ja:アイオリス人

Dorer

Die indogermanischen Dorier oder auch Dorer waren wahrscheinlich ursprünglich im nordwestgriechischen epirenischen Raum, eventuell zudem (sehr strittig!) im dalmatinisch-albanischen Raum beheimatet. Für die mykenische Zeit (ca. 1600 - 1050 v. Chr.) lassen sie sich auf der Peloponnes und in Mittelgriechenland archäologisch noch nicht nachweisen. Auch die griechische Sprache auf den Linear-B-Täfelchen der mykenischen Palastarchive in Pylos, Mykene, Knossos und Theben weist noch keine Spuren des dorischen Dialekts auf. Da der dorische Dialekt in klassischer Zeit aber vor allem auf der Peloponnes, auf Kreta, den südlichen Ägäisinseln und den griechischen Siedlungen Südwest-Kleinasiens gesprochen wurde, müssen die Dorer zwischenzeitlich in diese Regionen gewandert sein. Ein Teil der Forschung nahm eine Zeit lang an, dass die Dorier um 1200 v. Chr. nach Mittel- und Südgriechenland gewandert sind und von dort aus über Kreta nach Kos, Rhodos und schließlich Südwestkleinasien gelangten (vgl. Dorische Wanderung). Bei ihrem Vordringen hätten sie die mykenischen Burgen erobert und der mykenischen Kultur ein Ende bereitet. Man nahm an, dass sie auf ihrer Reise durch Griechenland als Zerstörer auftraten. Allerdings hat sich in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher gezeigt, dass die mykenische Kultur bis ca. 1050/1000 ohne kulturellen Bruch weiterlief. Zwar bricht kurz nach 1200 v. Chr. das Palastwirtschafts-System zusammen, die meisten bisher bekannten Oberstädte der mykenischen Zentren werden zerstört, die meisten Siedlungen - so sie nicht verlassen werden - bleiben aber offenbar von derselben Bevölkerung besiedelt. Die Keramik und andere Artefakte des 12. und des 11. Jh. v. Chr. sind eindeutig Fortführung der mykenischen Kultur. Zudem gibt es - bis auf grobe Keramik, sog. "Handmade burnished Ware", an einigen Orten - nichts wirklich Neues oder gar Fremdes. Der früher weit verbreiteten Theorie einer massiven und gewalttätigen Dorischen Wanderung um 1200 v. Chr. begegnen Fachkreise daher mit immer größeren Skepsis und Ablehnung. Viele Fachleute nehmen daher eine Einwanderung der Dorer in mehreren Schüben um 1000 v. Chr. an. Diese muss nicht unbeding, zumindest nicht überall, gewaltsam verlaufen sein. In dieser Zeit kommt immer stärker die Brandbestattung auf und in der Vasenmalerei erfolgt der Übergang von der sog. Submykenischen zur sog. Protgeometrischen Keramik. Diese Veränderungen könnten eventuell auch durch Bevölkerungsverschiebungen, wie z. B. Vordringen der Dorier, mitverursacht sein. Doch muss man solchen Hypothesen mit Vorsicht begegnen, denn nicht umsonst wird die Zeit zwischen 12. und 8. Jh. v. Chr. als das "dunkle Zeitalter" in der Geschichte Griechenlands bezeichnet. Aufgrund des Fehlens von schriftlichen Aufzeichnungen ist die Forschung auf die Zeugnisse der Archäologie angewiesen bzw. auf Überlieferungen später lebender Autoren. Erstere konnten zwar das "Dunkle Zeitalter" in den letzten 3 Jahrzehnten etwas aufhellen, doch ist noch vieles unklar. Im 8. Jh. v. Chr. sind große Teile der Peloponnes (ausser Arkadien und der Nordwesten) sowie Kreta, Rhodos und Südwestkleinasien dorisch geprägt. Ab der 2. Hälfte des 8 Jh. beteiligten sich dorische Städte an der Kolonisation in Unteritalien und Sizilien. Einen historisch bedeutenden Staat bildeten die Dorier auf der Peloponnes, wo sie sich letztendlich in Sparta neben Athen zur vorherrschenden Macht (= Hegemonialmacht) in Griechenland entwickelten.

siehe auch


- Dorischer Baustil
- Dorische Wanderung Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) ja:ドーリア人

Achäer

Die Achaier oder Achäer waren ein indogermanischer vor- bzw. frühgriechischer Volksstamm. Ursprünglich lebten sie in Thessalien. Durch die Dorische Wanderung wurden sie in die nach ihnen benannte Landschaft Achaia im Nordwesten der Peloponnes verdrängt. In Homers Epen steht die Bezeichnung neben Danaer für Griechen insgesamt. Viel diskutiert ist die Frage, ob mit den in hetitischen Schriftquellen des öfteren erwähnten Ahhijawa um "Achäer" gehandelt haben könnte. Derzeit geht die Mehrzahl der Forscher davon aus. Demnach wäre der Begriff Achäer nicht auf Griechen einer bestimmten Region bezogen, sondern - wie bei Homer - ehemals ein Sammelbegriff für die Griechen der mykenischen Zeit gewesen. Auch die z.Z. des Merenptah und Ramses III. erwähnten und zu den sog. "Seevölkern" gerechneten "Aqwaiwascha" werden von einem Teil der Forschung mit Ahhijawa und Achäern gleichgesetzt. Die Achaier waren auch namensgebend für den Achaiischen Bund, einem gegen Makedoniens Expansion ausgerichteten Städtebund (280 - 146 v. Chr.). Der Achaiische Bund beherrschte zeitweilig fast die ganze Peleponnes, bis er schließlich um 146 v. Chr. vom Römischen Reich erobert wurde. Siehe auch: Portal:Antike, Portal:Geschichte Liste achäischer Stadtgründungen Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)

1600 v. Chr.


Zu diesem Jahrhundert v. Chr. existieren noch keine Wikipedia-Artikel zu den Jahrzehnten.
---- Das 16. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1600 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1501 v. Chr..

Zeitalter/Epoche

Ereignisse/Entwicklungen


- um 1530/1500 v. Chr. traditionelles Datum eines großen Vulkanausbruchs auf der Insel Thera, bei dem u.a. die minoische Siedlung Akrotiri verschüttet wird.
- 1506 v. Chr. - Thutmosis I. wird Regent von Ägypten; er errichtet als erster Regent sein Grab im Tal der Könige bei Karnak.

Persönlichkeiten


- Anjotef VI. (altägyptischer König)

Erfindungen und Entdeckungen

00-16 ja:紀元前16世紀

Athen

Die Stadt Athen (griechisch Αθήνα = Athina), welche ihren Namen der griechischen Kriegsgöttin Athene verdankt, ist die Metropole Griechenlands. Die eigentliche Stadt hat 729.137 Einwohner, die Agglomeration 3.753.726 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2005). Sie liegt in der weiträumigsten Ebene der Landschaft Attika mit den Flüssen Ilysos und Kephisos und ist an drei Seiten umgeben von Gebirgszügen, vom Hymettos (1.026 m), vom Pentelikon (1.109 m), vom Parnes (1.413 m) und vom Ägaleo (468 m), die vierte Seite öffnet sich zum Meer, dem Saronischen Golf. Der Überlieferung nach wurde Athen von König Kekrops gegründet. Die Stadt ist seit etwa 5.000 Jahren kontinuierlich besiedelt und damit sicher eine der ältesten Siedlungen Europas. 1985 wurde Athen erste Kulturhauptstadt Europas. In die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO wurde 1987 die Akropolis und 1990 das Kloster Daphni aufgenommen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Athens Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7.500 Jahre, bis in die Jungsteinzeit zurück. Um 1300 v. Chr. wurde auf der Akropolis ein mykenischer Königspalast errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen her zugänglichen Felshügels, der später als Burg (Akropolis) den militärischen und religiösen Mittelpunkt Athens bildete. Die Fläche wurde bereits sehr frühzeitig eingeebnet und mit einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander angeordneten Toren gesichert wurde (Enneapylai). Diese Anlage hieß nach den Pelasgern, denen man den Bau zuschrieb, Pelargikon. Innerhalb dieser Burg wohnten die alten Könige dieses Teils von Attika. Athen stand seit jeher unter dem besonderen Schutz des Zeus, dem ein früh erbauter Altar gewidmet war, sowie der stadtschützenden Athene (Athene Polias), der auch der älteste Tempel der Stadt, der Hekatompedos, geweiht war. Dem äußeren Stadttor gegenüber lag der älteste Markt der Stadt, die Agora. Die Stadt konnte lange Zeit ihre Einflussgebiete erweitern. Dem sagenhaften König Theseus wird zugeschrieben, die verschiedenen Teile der Landschaft Attika vereinigt zu haben. Den Höhepunkt ihres politischen und kulturellen Einflusses erreichte Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. Auch als sie 86 v. Chr. dem Römischen Reich einverleibt wurde, behielt sie ihren Status als intellektuelles Zentrum. Dies änderte sich erst im Jahr 529 n. Chr., als die letzten Philosophieschulen auf Anweisung des byzantinischen Kaisers Justinian I. geschlossen wurden. 1458 wurde Athen von den Osmanen erobert und verlor von diesem Zeitpunkt an immer weiter an Bedeutung. Aufgrund mehrerer Zerstörungen zwischen dem 17. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert war die Stadt praktisch unbewohnt, als sie 1833 zur Hauptstadt des neu gegründeten Griechischen Königreichs erhoben wurde. Heute ist Athen eine moderne Großstadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Großstadt
- Akropolis, u. a. mit Parthenontempel, Niketempel, Erechtheion, Propyläen (in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen)
- Agora, u. a. mit dem Tempel des Hephaistos und der Athena (der am besten erhaltene Tempel Griechenlands), dem Nachbau der Stoa des Attalos (mit Agoramuseum)
- Kerameikos (antike Stadtmauer mit dem Dipylon, dem größten Athener Stadttor), Gräberstraße
- Dionysostheater (an dieser Stelle wurden die klassischen Tragödien der großen Dramatiker Aischylos, Sophokles und Euripides uraufgeführt sowie die Komödien Aristophanes und ab 330 v. Chr. wurde hier die Volksversammlung abgehalten)
- Odeion des Herodes Attikus
- Römische Agora mit dem Turm der Winde
- Hadrians Bibliothek Hadrians Bibliothek
- Olympieion (Tempel des Olympischen Zeus, des gewaltigsten Tempels des griechischen Festlands, mit über 17 m hohen Säulen)
- Panathenäisches Stadion (Kallimarmaro-Stadion), 330 v. Chr. wurde das Stadion für die Panathenäischen Spiele erbaut (unter Demosthenes) und 140 n. Chr. von Herodes Atticus mit pentelischem Marmor erneuert. Der heutige Nachbau ist mit Mitteln des griechischen Kaufmanns Georgios Averof gebaut worden. In diesem Stadion fanden 1896 die Olympischen Spiele statt (endgültig fertig wurde das Stadion 1906).
- Syntagmaplatz, U-Bahn-Station Syntagmaplatz (auch als Museum gestaltet mit Ausstellungsstücken von Ort und Stelle), Parlamentsgebäude (Königspalast), stündlicher Wachwechsel der Evzonen vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten (Sonntagvormittag Aufmarsch)
- Athener Trilogie, ein neoklassizistisches Ensemble: die Akademie, die Universität, die Nationalbibliothek. Zuerst entstand nach Plänen von Christian Hansen die ottonische Universität (1842). 1891 wurde die Akademie der Wissenschaften nach Plänen von Theophil Hansen (siehe auch Wien, Ringstraße) in der Ausführung von Ernst Ziller eingeweiht (die Fertigstellung verzögerte sich durch die Vertreibung König Ottos aus Athen). Ebenfalls 1891 wurde die Nationalbibliothek nach Entwürfen von Theophil Hansen fertiggestellt.
- Nationalgarten mit Zappeion
- Erster Athener Friedhof, Grabstätten von Heinrich Schliemann und seiner Frau Sophia, Georgios Averof, Melina Mercouri, Andreas Papandreou, Adolf Furtwängler (Archäologe), am Grab von Sophia Afendakis die "Schlafende" (Koimomeni), das Werk eines der bedeutendsten griechischen Bildhauer, Giannoulis Chalepas (18541937)
- Lykavettos (Erhebung von 277 m mitten in Athen, hervorragende Aussicht auf Athen, Zahnradbahn)
- Hallen des städtischen Zentralmarkts für Fisch und Fleisch
- Die Plaka ist das älteste Quartier Athens. Dort, unterhalb der Akropolis, findet man in einem labyrinthischen Gewirr von Gassen viele Tavernen, Restaurants und kleine Geschäfte.
- Byzantinische Kirchen, z. B. Hagioi Theodoroi (11. Jahrhundert), Hagios Joannis Theologos (11./12. Jahrhundert) oder Hagios Eleftherios – kleine Metropolis (11./12. Jahrhundert)
- Kloster Dafni (in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen)
- Kloster Kaisariani

Museen


- Archäologisches Nationalmuseum
- Epigraphisches Museum Weltkulturerbe Weltkulturerbe
- Neues Akropolismuseum
- Museum für kykladische Kunst
- Benaki-Museum
- Numismatisches Museum
- Byzantinisches Museum
- Nationalgalerie
- Jüdisches Museum (2300 Jahre Geschichte der Juden in Griechenland)
- Archäologisches Museum Piräus
- Hellenisches Marinemuseum Piräus
- Schiffsmuseum Trokadero Marina (Palaio Faliro), mit der Athener Straßenbahn gut zu erreichen. [http://www.richardstokowski.de/athen.html Griechischer Panzerkreuzer Averof] Der schwere Panzerkreuzer mit 6 Geschütztürmen, 140 m lang, 21 m breit, 10.300 Tonnen schwer, 23 Knoten, 670 Mann Besatzung (im Einsatz bis 1.200 Mann), hat den Balkankrieg und zwei Weltkriege überstanden. Er war von 1911 bis 1955 in Dienst und spielte in der neugriechischen Geschichte eine wichtige Rolle. Er war damals ein Geschenk des Kaufmanns G. Averof an sein Land. Ein weiteres Kriegsschiff des Museums ist der Nachbau einer antiken attischen Triere (Dreiruderer) des 5. vorchristlichen Jahrhunderts, 36,90 m lang, 5,50 m breit, 70 Tonnen schwer, 4 Knoten Reisegeschwindigkeit (ein Hauptsegel, ein Vorsegel) beim Einsatz der halben Ruderbesatzung, bis 9 Knoten schnell beim Einsatz aller Ruderer, eine 180-Grad-Drehung in einer Minute, 170 Ruderer, 10 Matrosen, etwa 10 Soldaten. Der Neubau mit dem Namen OLYMPIAS entstand 1987.

Olympische Spiele

Triere] :Siehe auch Olympische Sommerspiele 2004 Im Sommer 2004 fanden in Athen die Olympischen Spiele statt. Im antiken nachgebauten Panathenäischen Stadion (Kallimarmaro-Stadion, hier fanden die Olympischen Spiele von 1896 statt) war der Zieleinlauf des Marathonlaufs von 2004. Man hatte zwar anfangs Probleme mit dem Bau der Stadien, dennoch waren zur Eröffnung alle Stadien funktionstüchtig. Durch die Olympischen Spiele 2004 bekam Athen ein Sicherheitspaket von 1 Mrd. Euro - die größte Sicherheit für olympische Spiele in der Geschichte.

Demographie

Athen wuchs in den vergangenen 150 Jahren extrem schnell zu seiner jetzigen Größe heran. Während es 1832 bei der Gründung des modernen Griechenland kaum 1000 Einwohner hatte, so sind es heute im Großraum Athens etwa 4 Millionen Einwohner. Wichtige Eckdaten sind der Griechisch-Türkische Krieg von 1920/21, als Griechenland im Vertrag von Lausanne das östliche Thrakien und die Provinz Smyrna (heute İzmir) an die Türkei abgeben musste. Über eine Million Griechen mussten daraufhin ihre Heimat verlassen. Viele fanden eine neue Heimat in Athen. Viele Stadtteile tragen so auch noch den Namen der "alten" Heimat. Nea Filadelfia, Nea Smyrni, usw. Auch der Sportverein AEK Athen ist der Verein der Vertriebenen, das K steht für Konstantinopel! Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Gebiet Athen und Piräus nach dem Zweiten Weltkrieg verlief wie folgt: :1940: 1,1 Mio :1951: 1,4 Mio :1961: 1,8 Mio :1971: 2,5 Mio :1981: 3,0 Mio :1991: 3,1 Mio :2001: 3,7 Mio

Klima

Das Stadtklima Athens ist ein ganz besonderes in Griechenland und auch in Europa. Durch die Lage Athens, umringt im Westen, Norden und Osten von Bergen und die vorherrschenden Winde in Griechenland, ist das Wetter in Athen noch trockener und wärmer als in anderen Regionen des Landes. Sommertemperaturen erreichen während Hitzeperioden, die drei, vier Tage andauern und von Juni bis September auftreten können zwischen 40 °C und 45 °C im Schatten. Durch die dichte Besiedlung kühlt es in der Nacht kaum ab. Temperaturen von +30 °C um Mitternacht sind die Norm im Sommer, 35 °C keine Seltenheit. Erst gegen morgen fällt das Thermometer kurzzeitig unter 30 °C. Damit sind die Athener Nächte die wärmsten in Europa und stehen denen im arabischen Raum nur wenig nach. Im Winter dagegen kommt es häufiger zu Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden, die dann vor allem in den nördlichen Stadtbezirken auch in regelmäßigen Abständen zu einer Schneedecke führen. Zweifellos passiert dies aber nicht jedes Jahr. Für mitteleuropäische Verhältnisse sind vor allem die Novembertage noch erstaunlich warm. Während es in anderen südeuropäischen Städten schon "Wintertemperaturen" hat, sind es in Athen oftmals bis Mitte November noch 20-25 °C am Tag. Dafür fängt das Frühjahr später an und März und April sind noch erstaunlich kühl. Insgesamt bleibt die Jahresniederschlagsmenge mit unter 400 mm pro Jahr in Athen auf einem sehr niedrigen Niveau.

Söhne und Töchter der Stadt

Smyrni
- Jo Akepsimas, griechisch-französischer Chansonnier und Komponist
- Clemens von Alexandria, griechischer Theologe
- Andokides (Redner), attischer Redner
- Theo Angelopoulos, griechischer Filmregisseur
- Antiphanes, Dichter der mittleren attischen Komödie
- Antiphon (Sophist), griechischer Philosoph und Sophist
- Antisthenes, griechischer Philosoph der Antike
- Aristophanes, griechischer Komödiendichter
- Irene von Athen, Kaiserin des Oströmischen Reiches
- Peter Auzinger, Schauspieler; bayerischer Mundartdichter
- Stavros Dimas, griechischer Politiker und EU-Kommissar für Umweltpolitik
- Maria Farantouri, griechische Sängerin
- Georges Garvarentz, französischer Komponist und Arrangement (Musik)|Arrangeur
- Glykon von Athen, griechischer Bildhauer
- Isokrates, attischer Redner
- Nikolaos Kaklamanakis, Windsurfer
- Kimon, Athenischer Politiker und Feldherr
- Konstantin I. (Griechenland), König von Griechenland
- Menis Koumandareas, griechischer Künstler
- Lysias, attischer Redner
- Jimmy Makulis, griechischer Schlagersänger
- Melina Mercouri, griechische Schauspielerin, Sängerin, Kultusministerin
- Miltiades der Jüngere, Aus Athen stammender Feldherr und Politiker
- Dimitri Mitropoulos, griechisch-amerikanischer Dirigent
- Stavros Niarchos, griechischer Reeder
- Paul (Griechenland), König von Griechenland (von 1947 bis 1964)
- Wilhelm Petersen, deutscher Komponist
- Phidias, Bildhauer der Antikes griechischen Antike
- Alberto Savinio, italienischer Schriftsteller und Maler
- Giourkas Seitaridis, griechischer Fußballspieler
- Sokrates, griechischer Philosoph
- Solon, griechischer Politiker und Gesetzgeber Athens
- Sophia von Griechenland, Königin von Spanien
- Speusippos, Neffe Platons
- Ekaterini Thanou, griechische Leichtathletin
- Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos, griechischer Politiker
- Maria Vassilakou, österreichische Politikerin
- Georgos Vithoulkas, griechischer Homöopath, erhielt 1996 den alternativen Nobelpreis Siehe auch: Eulen nach Athen tragen, Metro Athen

Weblinks


- [http://www.cityofathens.gr/ Offizielle Seite]
- [http://www.gnto.gr/ EOT, Griechische Zentrale für Fremdenverkehr]
- [http://www.athen-guide.com/ Athen-Magazin]
- [http://www.dbo.gr/ Deutsche Buchhandlung in Athen]
- [http://www.goethe.de/om/ath/ Goethe-Institut Athen]
- [http://www.athen.diplo.de/el/Startseite.html Deutsche Botschaft Athen]
- [http://www.aia.gr Internationaler Flughafen Athen] ! Kategorie:Hauptstadt in Europa ja:アテネ ko:아테네 simple:Athens th:เอเธนส์ zh-min-nan:Athína

Euböa

Euböa (neugr. Εύβοια, Evia, altgr. Εúβοια, Eúboia, ital. Negroponte) ist mit einer Fläche von 3657 km² und einer Bevölkerung von (1981) ca. 186.000 Einwohnern die nach Kreta zweitgrößte griechische Insel. Die Hauptstadt ist Chalkis, daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Kleinstädte: Karistos, Kymi, Aliveri, Aidipsos und Limni. Mit dem Festland, von dem die Insel an einer Stelle nur 37 m entfernt ist, wird sie über zwei Brücken verbunden. Ihre Einwohner wurden in der Antike Abanten genannt. Euböa ist eine langgestreckte Insel, etwa 175 km lang und 6 bis 45 km breit. Über ihre gesamte Länge wird die Insel von einem Gebirgszug durchzogen, der sich im Osten an Thessalien anschließt und sich nach Süden über die Inseln Andros, Tenos und Mykonos fortsetzt.

Geographie

Es wird angenommen, dass Euböa ursprünglich Teil des griechischen Festlandes gewesen ist und von diesem durch ein Erdbeben getrennt wurde. Da die Insel in der Nähe einer Verwerfungslinie liegt, und außerdem sowohl bei Thukydides und Strabon von Erschütterungen des Nordteils der Insel berichtet wird, ist ein solches Szenario durchaus vorstellbar. Die nördlichen Ausläufer der Insel werden von der Küste Thessaliens durch eine Meerenge getrennt, die an ihrer engsten Stelle nur 2,4 km breit ist. Die Meerenge zwischen Euböa und dem griechischen Festland wird bei Chalkis, wo sie am engsten ist, Euripus genannt. Die ungewöhnlich stark ausgeprägten Gezeitenwechsel an dieser Stelle erregen bereits seit der Antike ein großes Interesse. Dabei wechselt die Strömung häufig und sehr plötzlich ihre Richtung bei gleichbleibender Stärke. Die erste Brücke wurde an dieser 410 v.Chr., im 21. Jahr des Peloponnesischen Krieges errichtet. Im Mittelalter wurde der Name Euripus zu Evripo und Egripo verschliffen und in dieser Form später auf die gesamte Insel übetragen. Als die Venetianer das Gebiet besetzten, änderten sie in Anlehnung an die Brücke den Namen in Negroponte. Wie die meisten griechischen Inseln war Euböa früher unter anderen Namen bekannt, beispielsweise als Macris and Doliche, die sich auf die Form der Insel beziehen, oder als Ellopia und Abantis (Άβαντες) nach den sie bewohnenden Stämmen. Die größten Berge der Insel sind Dirphys (1.745 m), Pyxaria (1.341 m) im Nordosten und Ochi (1.394 m).

Geschichte

Der größte Teil der Geschichte Euböas ist die Geschichte der beiden größten Städte, Chalkis und Eretria. Beide sind von Attika gegründete ionische Siedlungen. Ihre geschichtliche Bedeutung zeigt sich in der großen Zahl ihrer Kolonien in Magna Graecia und Sizilien, wie z.B. Cumae, Rhegium und Naxos. Dadurch eröffneten diese Städte den Griechen neue Handelsrouten und verbreiterten das Einflussgebiet der westlichen Zivilisation. Euböa war ein bedeutendes Handelszentrum, wie z.B. daran ersichtlich ist, dass die euböischen Gewichts- und Maßeinheiten im gesamten ionischen Gebiet und bis in die Zeit Solons auch in Athen gebräuchlich waren. Chalkis und Eretria waren rivalisierende Städte. Eine der frühestens überlieferten Seeschlachten Griechenlands fand zwischen diesen beiden Städten statt und viele andere griechische Stadtstaaten sollen sich daran beteiligt haben. 490 v.Chr. wurde Eretria dem Erdboden gleichgemacht und die Bewohner der Stadt wurden ins Perserreich verschleppt. Nach der Schlacht bei Marathon wurde Eretria ein wenig entfernt von seiner ursprünglichen Lage wieder aufgebaut, aber obgleich sie ihren Rang als zweitbedeutendste Stadt der Insel behaupten konnte, fand sie nie wieder zu alter Stärke und Größe zurück. Seit dieser Zeit hatte Chalkis unangefochten die Vorrangstellung inne. Allerdings litt auch diese Stadt unter der wachsenden Macht Atherns. Im Jahr 506 v.Chr. wurden Chalkis von den Athenern vollständig besiegt, die daraufhin 4000 attische Siedler auf chalkischem Gebiet ansiedelten und die gesamte Insel scheinbar zu einem abhängigen Gebiet machten. 446 v.Chr. versuchte Euböa, sich von der Unterjochung durch Athen zu befreien, wurde aber von Perikles geschlagen. Im Norden der Insel wurden die Bewohner der Stadt Histiaea vertrieben, um weiteren attischen Siedlern Platz zu machen, da Athen sich der Bedeutung der Insel bewusst war. Euböa versorgte die Athener mit Getreide und Vieh, sicherte den Handel und war ein Schutz gegen Piraten. Außerdem war Euböa aufgrund der Nähe zum attischen Festland von großer strategischer Bedeutung und hätte in fremden Händen zu einer echten Bedrohung für Athen werden können. Aber 410 v.Chr. gelang es Euböa, wieder unabhängig zu werden. Danach ging die Insel wechselnde Bündnisse mit den führenden griechischen Stadtstaaten ein, bis sie nach der Schlacht von Chaironeia an Philip II. von Makedonien fiel. Euböa blieb unter makedonischer Herrschaft bis die Insel schließlich Teil des römischen Reiches wurde. In der jüngeren Geschichte gewann Euböa erst im Vierten Kreuzzug wieder an Bedeutung. Als das Byzantinische Reich infolge der Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches neu aufgeteilt wurde, übernahm die Venetianische Republik de facto die Herrschaft über Insel, da sich die drei Lehen, in die Euböa aufgeteilt wurde, sich unter deren Schutz stellten. Im Jahre 1470 gelang es dem osmanischen Sultan Mehmed II., die schwer befestigte Stadt Histiaea nach schweren Kämpfen zu erobern und die Insel den Venetianern zu entreißen. Nach Ende des Griechischen Unabhängigkeitskrieges 1830 wurde Euböa Teil des neu errichteten griechischen Staates.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft

In der Gegend von Mantoudi und Limni wird Magnesit abgebaut, in Aliveri Lignit sowie Eisen und Nickel um Diprhys. Etwa drei Kilometer nördlich von Eretria wird Asbest und Marmor abgebaut, darunter auch Marmera Caristoy in Karistos. Darüber hinaus haben Walnüsse noch eine wirtschaftliche Bedeutung. Kategorie:Insel (Griechenland) Kategorie:Historische Landschaft

Hellenen

Hellenen sind die Bewohner von Hellas, der griechischen Bezeichnung für Griechenland, siehe auch Neugriechen Thukydides, ein griechischer Historiker aus dem 5. Jh. v. Chr., weist in seinem Werk "Der Peloponnesische Krieg" darauf hin, dass Homer für die Gesamtheit der Griechen nie das Wort Hellenen benutzte, sondern Danaer (Danoi), Achäer (Achaioi) oder Argeier. Bei Homer habe Hellenen vielmehr ausschließlich die Gefährten Achills bezeichnet. Thukydides führt weiter aus, dass es in der Phthiotis, aus der auch Achill stammte, einen gewissen Hellen gegeben hatte, von dem der Name herrührte. Später wurde der Begriff Hellenen als Abgrenzung zu den Barbaren benutzt, das Unterscheidungskriterium war jedoch nicht die Sprache, sondern Hellenen waren alle, die an den Olympischen Spielen oder den Mysterien von Eleusis teilnehmen durften. Zur Herkunft der außerhalb Griechenlands üblichen Bezeichnung siehe Magna Graecia.

Ionien

Ionien ist die Bezeichnung einer antiken Landschaft an der Westküste Kleinasiens, der heutigen Türkei. Die Region erstreckte sich ungefähr von Smyrna im Norden, bis in die Region nördlich von Halikarnassos, einschließlich der vorgelagerten Inseln (Chios, Samos). Der Name Ionien leitet sich vom griechischen Stamm der Ionier ab, die sich Ende des 2. Jahrtausends vor Christus im ägäischen Raum niederließen. Interessant dabei ist, dass diese zersplitterten Stämme erst in Kleinasien eine Art von Gemeinschaftsgefühl entwickelten (Herodot I 146). Der Name der Ionier übertrug sich anschließend auf die im Mutterland verbliebenen "Ionier". Wichtige Städte waren unter anderem Ephesos, Milet und Smyrna. Die Städte blühten durch den Handel auf und schlossen auch untereinander Bündnisse, so den Ionischen Bund, ab. In Ionien entwickelten sich einige der wichtigsten künstlerischen Stilrichtungen der Griechen. Der Name Ionien ist auch mit der so genannten ionischen Aufklärung im philosophischen Bereich verbunden. Im 6. und 5. Jahrhundert v.Chr. brachte Ionien solche grandiose Gestalten wie Thales von Milet, Anaximander oder Heraklit hervor. Im 7. Jahrhundert kam Ionien zuerst unter die Kontrolle der Lyder, später um 546 unter die Herrschaft der Perser. 500 v. Chr. kam es zum so genannten ionischen Aufstand, der mit dem Eingreifen Athens und dem Beginn der Perserkriege endete. Die Westküste Kleinasiens, und damit auch Ionien, wurde im Folge der griechischen Siege in den 70er Jahren des 5. Jahrhunderts befreit. Allerdings fiel Ionien im so genannten Königsfrieden von 386 v. Chr. wieder an die Perser. Erst als Alexander der Große mit der Eroberung des Perserreiches beginnt, wurde Ionien wieder griechisch. In den folgenden Jahrhunderten blieb es zwischen den Diadochen (den Nachfolgern Alexanders) heftig umkämpft. Es wurde schließlich Teil kleinerer Staatsbildungen (Teil des Reiches von Pergamon), bis es 133 v. Chr. in der römischen Provinz Asia (Provinz) aufging. Nach 395 n. Chr. war Ionien Teil des oströmisch bzw. byzantinischen Reiches. Der Name Ionien wurde auch später noch teilweise in anachronistischer Weise gebraucht. Die Landschaft wurde im 11. Jahrhundert von den Seldschuken erobert, fiel kurz darauf bis ins 14. Jahrhunderts an Byzanz zurück und ging dann endgültig im osmanischen Reich, bzw. der späteren Türkei, auf. Siehe auch: Liste ionischer Stadtgründungen Kategorie:Kleinasien Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)

Griechenland

Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet), Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers. Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.

Geographie

parlament Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841 Inseln, von denen 167 bewohnt sind. Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 432 km²) Siehe auch: Liste griechischer Inseln Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln. Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.

Bevölkerung

Neben den Neugriechen bzw. der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:
- Albanisch
- Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen, ca. 300.000 passive Sprecher)
- Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen Pomaken
- Slawomazedonisch, gesprochen von slawischsprachigen Bewohnern Nordwestgriechenlands
- Türkisch 150.000 in Thrakien Türken und Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Vereinbarungen), Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von Nea Dimokratia und PASOK im Parlament vertreten.

Religion

Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um Thessaloniki dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in İstanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden. Daneben gibt es unter den Bürgern mindestens 150.000 Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus,
- [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scgr1.html] dann etwa 50.000 Zeugen Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden. Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht. Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland

Religionsgeschichte

Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie

Politik

Innenpolitik

Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004. Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der Europäische Union beitrat. Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten. Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, daneben spielt auch die kommunistische KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus: Nea Dimokratia - 165 PASOK - 117 KKE - 12 SYN - 6 Siehe auch: Politische_Parteien_in_Griechenland Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der Haushaltspolitik und der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung. Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a. aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung.

Außenpolitik

Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema. Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras. Auch wenn Griechenlands Position zum Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet. Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung 3 neuer Grenzübergänge vereinbart. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Die Beziehungen zu Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO, auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.

Gesundheitswesen

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen. Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.

Kultur und Gesellschaft

Griechische Philosophie

Artikel: Philosophie der Antike

Griechische Kunst

Hauptartikel: Kunstgeschichte Griechenlands

Griechische Küche

Hauptartikel: Griechische Küche

Griechische Literatur

Hauptartikel: Griechische Literatur

Griechische Musik

Hauptartikel: Griechische Musik

Griechischer Wein

Hauptartikel: Weinbau in Griechenland

Sport


- Fußball ( Fußball in Griechenland )
- Basketball ( Griechischer Basketball )
- Volleyball
- Wasserball
- Gewichtheben
- Handball
- Marathonlauf (dieser geht der Legende nach auf den Läufer Pheidippides zurück, der die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser nach Athen brachte)

Adel

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden "griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt."

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Liste der Herrscher von Griechenland. Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der griechischen Philosophie (siehe: Platon, Aristoteles). Nachdem Rom Griechenland im Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung 395 Bestandteil des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches bis zu dessen Untergang. Zu Details siehe: Antikes Griechenland und Byzantinisches Reich Byzantinisches Reich Seit 1453 Teil des Osmanischen Reichs kam es ab 1821 zum großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt. Im Jahr 1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Thessalien wurde 1881, Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck "Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der Kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940 wird heute als Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag", begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert. Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland quasi direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als Stellvertreterkrieg der beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen Kommunisten, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien (siehe Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:[http://www.macedonian-heritage.gr/Images/Maps/Borders_Symbols_Stability/map4.gif 1]), die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf vornehmlich royalistische Gegenwehr, welche v.a. von Großbritannien und den USA großzügig unterstützt wurde. Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht. Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen "Bruderstaaten" war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta 1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von "90% West zu 10% Ost" für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als "sowjetischer Verrat" empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt es in Griechenland zwei Kommunistische Parteien (griechisch "KKE" für Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας, lat.: Kommunistiko Komma Elladas, dt.: Kommunistische Partei Griechenlands): die damals Desillusionierten bildeten die "Inlands-KKE", die weiterhin linientreuen Stalinisten die "Auslands-KKE". Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so strategisch im Westen zu verankern. 1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht, während dessen zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben wurden, darunter der Komponist Mikis Theodorakis (sog. Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen. Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien ab 1989 versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und NATO. Dies zeigte sich in der Namensfrage mit Mazedonien oder im Bosnien- und Kosovokonflikt. Dies lag vor allem an den wirtschaftlichen Interessen Griechenlands in dieser Region (Transitwege), aber auch ideologische Parallelen spielten hierbei eine gewichtige Rolle. In jüngster Zeit wurden unter der Regierung Simitis Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.

Literatur


- Bötig, Klaus: Griechenland: Festland und Peloponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
- Müller, Michael (Hrsg.): Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN 3-9232-7860-8
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0

Siehe auch


- Portal: Griechenland

Weblinks


- 20px Wiki-Portal Griechenland
- [http://www.griechische-botschaft.de/ Griechische Botschaft in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=52 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.mythos-griechenland.de Der Mythos Griechenland über die Jahrhunderte]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Griechenland/ Open Directory Project: Griechenland]
- [http://home.nikocity.de/schmengler/texte/griech.htm Agrarsektor und Agrarstrukturen in Griechenland]
- [http://de.greece-museums.com/ Griechische Museen]
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechenland.html Bibliographie Griechenland]
Kategorie:Land in der EU Kategorie:Staat Kategorie:Mittelmeer fiu-vro:Kriika ja:ギリシャ ko:그리스 ms:Yunani roa-rup:Gârţii simple:Greece th:ประเทศกรีซ zh-min-nan:Hi-lia̍p

Türkisch

Das Adjektiv türkisch bezieht sich im eigentlichen Sinne auf:
- den Staat Türkei
- die türkische Sprache und ihre Dialekte
- das Volk der Türken Ferner kann es sich im weiteren Sinne auf folgende Sachverhalte beziehen:
- die Turksprachen
- die Turkvölker
- auf die Siedlungsgebiete der Turkvölker

Arabisch

Das Wort arabisch bzw. Arabisch bezieht sich auf
- die Arabische Sprache
- die Arabische Schrift
- das Arabische Alphabet
- die Arabische Halbinsel
- den Staat Saudi-Arabien (korrekt: „saudi-arabisch“)
- das Volk der Araber
- umgangssprachlich eine sexuelle Praktik

Indoeuropäer

Indogermanen oder Indoeuropäer bezeichnet alle muttersprachlichen Sprecher einer indogermanischen Sprache. Im engeren Sinne bezeichnet man mit dem Begriff die Mitglieder der Sprechergemeinschaft, die Träger der (angenommenen) indogermanischen Ursprache war, auf die sämtliche indogermanische Sprachen zurückgehen sollen. Alternativ spricht man heute meist von den Proto-Indoeuropäern oder Urindogermanen.

Indogermanisch oder indoeuropäisch?

Durch vergleichende Sprachforschung entdeckte man Ende des 18. Jahrhunderts, dass sehr viele Sprachen in Europa und dem Vorderen Orient von einer gemeinsamen Ursprache abstammen (indogermanische oder indoeuropäische Sprachen). Der Forscher H. J. Klaproth prägte 1823 hierfür den Namen "indogermanische Sprachen" nach der damals bekannten südöstlichsten (indo-arisch) und nordwestlichsten indoeuropäischen Sprache (isländisch), zwischen denen alle anderen Sprachen lagen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man jedoch im Tarim-Becken (Chinesisch-Turkestan) - also noch östlicher - Schriftrollen, die eine bislang unbekannte Sprache – das Tocharische – enthielten, das als Kentum-Sprache Verwandtschaft unter anderem mit dem Keltischen oder Germanischen zeigte. Da der Terminus indogermanisch als Klammerbegriff ursprünglich den östlichsten und westlichsten Sprachzweig der Sprachfamilie benannte, müsste er nach aktuellem Wissensstand eigentlich tocharogermanisch heißen. Auf der anderen Seite ist der alternativ gebrauchte Begriff indoeuropäisch nicht weniger unpräzise. Schließlich gibt es sowohl in Europa (z.B. Finno-ugrische Sprachen) als auch auf dem indischen Subkontinent (z.B. Dravidische Sprachen) weitere Sprachfamilien. Die Diskussion, welcher Begriff "richtig" oder "treffender" ist, ist damit müßig. Innerhalb des deutschen Sprachraums wird vorwiegend der Begriff indogermanisch verwendet, wohingegen sonst Synonyme des Typs indoeuropäisch (engl. Indo-European, franz. indo-européen usw.) üblicher sind.

Überblick

Früher untergliederte man die indogermanischen Sprachen in einen westlichen Zweig, den Kentum-Sprachen (von lateinisch centum = hundert) und einen östlichen Zweig, den Satem-Sprachen (u. a. altindoarisch satam = hundert), um Nachbarschaften oder Verwandtschaften auszudrücken. Diese Abgrenzung verliert jedoch immer mehr an Bedeutung, da diese Lautentwicklung nur eine von mehreren ist und beispielsweise das Tocharische als Kentumsprache am weitesten östlich lag. Zu den indogermanischen Sprachen zählen fast alle modernen europäischen Sprachen, einige Sprachen des Nahen Ostens und die meisten Sprachen Nordindiens. Genauere Informationen hierzu findet man in dem Artikel über indogermanische Sprachen. Die gemeinsame Ursprache konnte mit rein sprachlichen Forschungen teilweise rekonstruiert werden. Durch Untersuchung der in der Sprache vorkommenden Pflanzen und Tiere versucht man, die Urheimat ihrer Träger zu ermitteln. Trotz zahlloser Forschungsansätze bleibt das Ergebnis umstritten. Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob ein Volk als Träger der indogermanischen Sprache existiert hat. Ethnisch völlig unterschiedliche Stämme könnten Träger der gleichen Sprache gewesen sein. Neuere Untersuchungen indes, basierend vor allem auf Funden "europäisch" anmutender Mumien aus der Takla Makan – diese Mumien werden im Provinzmuseum der Stadt Urumtschi aufbewahrt -, lassen jedoch erneut Vermutungen aufkommen, die einen Zusammenhang von Rasse und "Sprechergemeinschaft" zumindest nicht ausschließen. Hierzu sind auch genetische Untersuchungen aufschlussreich, wie in jüngster Zeit an „skythischen“ Skeletten und Bewohnern der Mongolei vorgenommen wurden. Wünschenswert ist auf jeden Fall eine unvoreingenommene wissenschaftliche Auseinandersetzung zu diesem wichtigen Thema der Anthropologie und Evolution des Menschen, weil gerade hier während der NS-Zeit auch in wissenschaftlicher Hinsicht Schaden angerichtet wurde. Bei der Erschließung des Herkunftgebietes der Urindogermanen gibt es eine Reihe von Theorien. Die folgenden Richtungen erscheinen prominent: Ältere Theorien besagen, dass die Indogermanen in Mitteleuropa entstanden sind und damit die Urbevölkerung dieses Kontinents bildeten. Diese These war besonders in der NS-Zeit sehr beliebt. Dem entgegengesetzt ist die These der „Kurgan Theorie“ (s. unten). Sie geht von erobernden Steppenvölkern aus dem südrussischen Raum aus. Seit den 90er Jahren des 20. Jh. häufen sich Arbeiten, die von Anatolien als Urheimat ausgehen. Das Donaubecken erscheint einigen auch plausibel. Bei der Erforschung der Kultur der Indogermanen interessiert man sich heute vor allem für die Sozialordnung und deren Widerspiegelung im Bereich der Mythologie und Religion. Einzige Basis hierfür ist die teilweise erschlossene indogermanische Ursprache, da eindeutig zuzuordnende materielle Funde bis heute nicht vorliegen.

Methodik

Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft und die Sprachtypologie erschließen durch Vergleich verschiedener Sprachen so genannte Protosprachen. Die Benennung dieser Protosprachen ist ziemlich willkürlich und erfolgt etwa durch Auswahl von ein oder zwei der Vergleichssprachen. Das so genannte Indogermanische ist die Protosprache vieler verschiedener Sprachen, die von Europa bis Indien und China gesprochen wurden. Eine Protosprache ist demzufolge nur eine Arbeitshypothese. Als reale Sprache hat es sie in dieser Form nie gegeben. Sie beschreibt lediglich einen Teilbereich der realen Sprache, die es gegeben haben muss. Behauptungen, dass die Sprechergemeinschaft dieser realen Sprache, die durch das Konstrukt Protosprache nur approximiert wird, eine Sippe, ein Volk, ein Reich oder ein Staat gewesen seien, sind - wenn dies historisch nicht untermauert werden kann - notwendigerweise spekulativ, wenn auch plausibel - vorausgesetzt, man hält an der aus dem 19. Jahrhundert überkommenen Gleichung Sprachgruppe = Volksgruppe fest. Beispiele:
- Die Franzosen sind Nachfahren der "Kelten", "Römer" und "Germanen" ("Franken", "Alemannen" und "Normannen"). Das Proto-Französische ist Latein, aber nicht alle Römer, die Lateinisch sprachen, sind Vorfahren heute lebender Franzosen.
- Hebräisch ist schon seit vorchristlicher Zeit ausgestorben und hat ähnlich dem Lateinischen als liturgische Sprache überlebt. Iwrith ist eine Kunstsprache, die mit der Gründung des Staates Israel geschaffen wurde. Proto-Iwrith würde Hebräisch approximieren. In Unkenntnis der historischen Fakten könnte jemand, der nur Proto-Iwrith kennt, keinen Zusammenhang zwischen den antiken Juden und Proto-Iwrith herstellen. Für archäologische bestimmte Kulturen gilt das gleiche wie für Protosprachen: Die Archäologie ordnet ihre Funde zu Horizonten. Horizonte mit ausreichender, umfangreicher Datenlage werden Kulturen genannt. Eine Kultur ist ein Konstrukt und eine Arbeitshypothese, die die Verursacher der Horizonte nur approximiert. Behauptungen, das die Kultur eine Sippe, ein Volk, eine Nation, ein Reich oder ein Staat gewesen sei, sind, wenn dies historisch nicht untermauert werden kann, notwendigerweise spekulativ, wenn auch in einigen Fällen plausibel. Natürlich versuchen Sprachwissenschaftler, die eine Protosprache beschreiben, auch archäologische Evidenzen für diese Protosprache zu finden, und natürlich versuchen Archäologen, die eine Kultur beschreiben, in Ermangelung historischer Daten sprachwissenschaftliche Evidenzen zu finden. Dies ändert nichts daran, dass die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen Protosprachen und Kulturen prinzipiell hypothetisch ist, so dass zwar allgemein von Gesellschaften gesprochen werden kann, die Sprechergemeinschaft der linguistischen Protosprache und Träger der archäologischen Kultur gewesen sein müssen, jedoch nicht behauptet werden kann, diese Gesellschaften seien ein Volk oder eine Nation gewesen. Die Unkenntnis oder das Ignorieren dieser wissenschaftstheoretischen Problematik führt immer wieder dazu, dass nationalistische Ideologien sowohl Sprachwissenschaft wie Archäologie für sich vereinnahmen können. Insbesondere sollte man wissen, dass die in diesem Artikel erwähnten Theorien, jede für sich, auf völlig verschiedenen Annahmen beruhen. Damit schließen sich die Theorien, obwohl sie sich zu widersprechen scheinen, keineswegs gegenseitig aus. Ferner wird der Begriff "Volk" in diesem Artikel und in fast allen Berichten über Sprachwissenschaft oder Archäologie nur umgangssprachlich und vorwissenschaftlich verwendet und hat mit der Wirklichkeit, die durch die Theorien beschrieben werden soll, nichts zu tun.

Zeitlicher Rahmen

Die verschiedenen Theorien differieren bereits beim Versuch, die Indogermanen zeitlich zu fassen. Sie werden frühstens ins Jungpaläolithikum (Otte) spätestens in die lokal unterschiedlich beginnende Bronzezeit (in Mitteleuropa ca. 2500 v. Chr.) gelegt. Da schon die zeitliche Zuordnung letztendlich spekulativ ist, die zeitliche Einordnung jedoch Voraussetzung für eine Zuordnung zu archäologischen Kulturen ist, widersprechen die Theorien einander nicht oder müssen vorläufig als unentscheidbare Fragen stehengelassen werden, solange man die zu Grunde gelegten Modellvorstellungen nicht widerlegen kann.

Die drei zentralen Theorien

Pontische Steppen-Theorien

Die schon Anfang des 20. Jahrhunderts von vielen Linguisten geäußerte Vermutung, die Urheimat der Indoeuropäischen Sprachen befände sich in den Steppen nördlich und nordöstlich des Schwarzen Meeres, wird auch heute noch von der Mehrheit der Sprachwissenschaftler favorisiert. Archäologen versuchten dies mit Hilfe archäologischer Indizien zu bestätigen. Die während des Neolithikums und der frühen Bronzezeit in Südrussland, der Ukraine und Moldawien existierenden Kulturen nördlich und östlich des Schwarzen Meeres und an der unteren Wolga wurden von Marija Gimbutas in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach einer charakteristischen Grabhügelform (Kurgan) zur Kurgankultur zusammengefasst. Die Urindogermanen waren nach der Meinung vieler Sprachwissenschaftler auf Grund der vorhandenen Wörter eine in erster Linie patriarchalisch organisierte Hirtengesellschaft, die den Pflug kannte, das Pferd als Reittier nutzte und mit Sicherheit nicht am Meer beheimatet gewesen sei. All dies korrespondiert mit den archäologischen Funden der Kurgankultur. Dieser Hypothese zufolge lebten die Indogermanen im 5. vorchristlichen Jahrtausend als kriegerisches Hirtenvolk in Südrussland, einige Archäologen identifizieren sie mit dem Kurganvolk. Sie wären nach Klimaverschlechterungen in ihrer Heimat zwischen 4400 und 2200 v. Chr. in mehreren Schüben west-, süd- und ostwärts gezogen. Die sog. Streitaxtleute bzw. Schnurkeramiker waren eine der Auswanderungswellen des sogenannten Kurganvolks. Auf diesen Wanderungen hatten sie auch Mitteleuropa erreicht und sich mit den dort ansässigen Menschen vermischt. Aus der Vermischung von Indogermanen und nicht-indogermanischer Urbevölkerung sowie durch isolationsbedingte Auseinanderentwicklung entwickelten sich die verschiedenen indogermanischen Volks- und Sprachgruppen, wie die Kelten, Germanen, Slawen, Italiker, Griechen, Iranier, Inder, Balten, Armenier, Thraker u.a.

Anatolien-Hypothesen

Bei der Anatolien-Hypothese, die vor allem von Colin Renfrew ausgearbeitet wurde, wird Ostanatolien als Ausgangspunkt einer indoeuropäischen Wanderungen angenommen. Das Urindogermanische hätte sich demnach friedlich entweder mit der Verbreitung der Viehzucht (Nomadismus) zunächst das Kaspische Meer umrundet und dann westwärts gewandt (Gamkredlitse, Iwanow) oder mit der zweiten Welle des Ackerbaus, der sich in die nordpontischen Gebiete verlagerte, ausgebreitete. Diese Theorien verwerfen insbesondere den "Invasionismus" der Kurgan- und Mitteleuropa-Theorien. Die moderne genetische Statistik (siehe Cavalli-Sforza) scheint diese Theorien zu stützen.

Alteuropa-Theorie

Die von Hans Krahe begründete und von Wolfgang P. Schmid weiterentwickelte "Alteuropa-Theorie" (die außer dem Namen nichts mit Gimbutas' Alteuropa-Konzeption gemeinsam hat) stützt sich auf die Untersuchung alter Gewässernamen. Sie geht davon aus, dass sich Gewässernamen gegenüber Umbenennungen als besonders resistent erwiesen haben und damit eine sehr alte Sprachschicht repräsentieren. Die Hydronymie führte zur Annahme eines sprachlichen Kontinuums von europäischen Ausmaßen. Eine besonders von italienischen und spanischen Forschern herausgearbeitete Theorie einer "Paläolitischen Kontinuität" (Palaeolithic Continuity Theory - PCT) könnte zu diesen Ergebnissen passen.

Sonstige Theorien

Balkan

In allen Theorien kommt dem Balkan eine Schlüsselstellung zu, da er mindestens immer als "Durchzugsgebiet" existiert. In letzter Konsequenz muss auch die These geprüft werden, ob dann nicht auch der Balkan, insbesondere das Donaubecken als "Urheimat" in Frage kommt.

Mitteleuropa-Theorien

Anhänger dieser Richtung gehen, im Gefolge Gustaf Kossinnas davon aus, dass die Indogermanen auf die mesolithische Bevölkerung Mitteleuropas zurückgehen und somit die Urbevölkerung bilden würden. Nach ihrer Auffassung erstreckte sich der dafür infrage kommende Raum zwischen Weser, Ostsee, Ostpolen und Karpaten. Etwa um 4000 v. Chr. bildeten diese Protoindogermanen die Trichterbecherkultur aus und traten um 2500 v. Chr. ihre Wanderungen auf den Balkan, nach Vorderasien und Indien an. Eine Invasion aus dem asiatischen oder südrussischen Raum hätte es danach nicht gegeben. Besonders in den 30er und 40er Jahren vertraten zahlreiche Wissenschaftler diese Ansicht. Heute gibt es außerhalb Deutschlands keine Wissenschaftler mehr, die die "Mitteleuropa-Theorie" vertreten.

Out-of-Iran-Hypothese

Durch vergleichende Sprachwissenschaft des iranischen Wissenschaftlers Derakshani sollen bestimmte Wurzeln auf eine Sprache des Volkes der Arier zurückzuführen sein, das bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. im Hochland des Iran lebte und deren Nachweis archäologisch bislang nicht gelang. Von dort aus sollen sich die Arier als Proto-Indoeuropäer (Urindogermanen) ausgebreitet haben.

Siehe auch


- Indoiraner
- Wiege Europas
- Immobilisten
- Kurgan-Hypothese

Literatur

sprachwissenschaftlich


- Thomas W. Gamkrelidse/Wjatscheslaw Iwanow: Die Frühgeschichte der indoeuropäischen Sprachen, in: Spektrum der Wissenschaft. a.a.O., S. 50-57.
- W.B. Lockwood: Überblick über die indogermanischen Sprachen, G. Narr Verlag, Tübingen 1979
- Robert S.P. Beekes, Comparative Indo-European Linguistics: An Introduction, John Hopkins, Amsterdam 1995 ISBN 1556195052.
- Michael Meier-Brügger: Indogermanische Sprachwissenschaft, de Gruyter, Berlin 2000
- Oswald Szemerényi: Einführung in die vergleichende Sprachwissenschaft, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989.

archäologisch


- Marija Gimbutas, Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas, "Archeolingua", series minor 6. Budapest 1994, auch als Buch ISBN 3851241711
- Marija Gimbutas u.a, The Kurgan Culture and the Indo-Europeanization of Europe: Selected Articles From 1952 to 1993 ISBN 0941694569.
- Häusler, Alexander: Zum Ursprung der Indogermanen. Archäologische, anthropologische und sprachwissenschaftliche Gesichtspunkte, in: EAZ (39) 1998, S. 1-46.
- Häusler, Alexander.: Ursprung und Ausbreitung der Indogermanen: Alternative Erklärungsmodelle Serie: Indogermanische Forschungen : Zeitschrift für Indogermanistik und allgemeine Sprachwissenschaft Berlin [u.a.] : de Gruyter Band 107 (2002), S. 47-75.
- Häusler, Alexander.: Nomaden, Indogermanen, Invasionen: zur Entstehung eines Mythos : Orientwissenschaftliche Hefte, Halle/Saale 5/2003, ISSN 16172469
- J. P. Mallory, In Search of the Indo-Europeans: Language, Archaeology and Myth ISBN 0500276161.
- James Mallory/ D. Q. Adams (Hrsg), Encyclopedia of Indo-European Culture (London, Fitzroy Dearborn, 1997), ISBN 1884964982.
- Marcel Otte, Diffusion des langues modernes en Eurasie préhistorique, «C.R. Acad. Sc. Paris» 321, série IIa, 1995, 1219-1226.
- Colin Renfrew: Die Indoeuropäer - aus archäologischer Sicht, in: Spektrum der Wissenschaft. Dossier: Die Evolution der Sprachen, 1/2000, ISSN 09477934, S. 40-48.
- Colin Renfrew.: Archaeology and Language: The Puzzle of Indo-European Origins. Cambridge 1990 ISBN 0521386756.
- Walkowitz, Jürgen E.: Die Sprache der ersten Bauern und die Archäologie In: Varia Neolithica III (2004) Langenweissbach.

historisch


- Derakshani, Jahanshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. Teheran. 1998. ISBN 964-90368-1-4

sonstige


- Elizabeth W. Wayland Barber: The Mummies of Ürümchi, W.W. Norton & Copany, New York 1999
- Schmoeckel, Reinhard: Die Indoeuropäer. Aufbruch aus der Vorgeschichte. Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe, 1999 (Bastei-Lübbe-Taschenbuch, Bd. 64162). 575 S. ISBN 3-404-64162-0

Weblinks


- [http://www.continuitas.com/invasionless.pdf Alinei, M.: Towards an Invasionless Model of Indoeuropean Origins: The Continuity Theory]
- [http://web.phil-fak.uni-duesseldorf.de/~wdl/Urheimat%20Indogermanen.PDF Wunderlich, D.: Die Urheimat der Indogermanen]
- [http://www.ship.edu/~cgboeree/indoeuropean.html Boeree, C.G.: The Evolution of the Indoeuropean Languages]
- [http://www.akademienunion.de/_files/akademiejournal/2001-2/AKJ_2001-2-S-42-45_schmid.pdf Schmid, Wolfgang P.: Was Gewässernamen in Europa besagen] Kategorie:Ethnie

Ägäis

Kategorie:Wikipedia:Qualitätssicherung Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherungsseite statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Der Artikel wurde wegen des Überarbeiten-Bausteins auf die QS-Seiten gestellt. Diskussionen über den Überarbeitungsstand des Artikels sollten auf der entsprechenden QS-Seite zwecks gemeinschaftlicher Überarbeitung geführt werden. Gruß -- Kenwilliams QS - Mach mit! 23:26, 20. Nov 2005 (CET) ---- Die Ägäis (altgriechisch η Αιγαίϊς, heute το Αιγαío(ν) / Aigaion, türkisch Ege) ist ein Abschnitt des Mittelmeers, zwischen Griechenland und der Türkei gelegen. Sie ist über den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen mit dem Schwarzen Meer verbunden. Sie gilt als Wiege zweier großer antiker Kulturen, Kreta und Griechenland. Später herrschten in der Ägäis Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen und Venezier, sowie Osmanen. Heute gehört die Ägäis zum größten Teil zu Griechenland, aber auch zur Türkei. Der Name ist hergeleitet von Aigeus, mythischer König von Athen. Im Altertum bildeten die Ägäischen Inseln eine Quelle der kulturellen Entwicklung und wurden ein Vorbild für heutige Demokratien, man widmete sich besonders der Seefahrt, dem Handel und der Wissensvermittlung. Die Kombination verschiedener Kulturen der östlichen Mittelmeerregion wurde durch die geografischen Gegebenheiten begünstigt. Die Ägäischen Inseln lassen sich in sieben Gruppen einteilen:
- die thrakische Inselgruppe
- die ostägäische Inselgruppe
- die nördlichen Sporaden
- die Kykladen
- die Saronischen Inseln
- den Dodekanes oder die südlichen Sporaden
- Kreta siehe auch Liste der Inseln Liste griechischer Inseln Aegaeis Aegaeis Aegaeis Kategorie:Historische Landschaft Kategorie:Thrakisch ja:エーゲ海 ko:에게 해

1300 v. Chr.


Zu diesem Jahrhundert v. Chr. existieren noch keine Wikipedia-Artikel zu den Jahrzehnten.
---- Das 13. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1300 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1201 v. Chr..

Zeitalter/Epoche

Ereignisse/Entwicklungen


- 1285 v.Chr. (1274 v. Chr. nach Kurzchronologie): Schlacht des ägyptischen Pharaos Ramses II. bei Kadesch gegen die Hethiter (Schlacht bei Kadesch).
- 1269 v. Chr. (1259 v. Chr. nach Kurzchronologie): Friedensvertrag zwischen Ägypten und dem Hethiterreich, gilt als ältester erhaltener Friedensvertrag.
- 1226 v. Chr.: erster historisch belegter Ausbruch des Ätna auf Sizilien.

Persönlichkeiten


- Hattusili III.
- Merenptah
- Moses (biblisch)
- Ramses I.
- Ramses II.
- Sethos I.

Erfindungen und Entdeckungen


- Schon ab 1250 v. Chr. verstanden es die Ägypter, aus Quarzsand und Pottaschen Glasblöcke herzustellen (T. Rehren et E. Pusch, Science, Bd. 308, Seite 1756). 00-13 ja:紀元前13世紀

Thukydides

Thukydides (
- um 460 v. Chr.; † wohl zwischen 399 v. Chr. und 396 v. Chr.) war ein aus Athen stammender General und Historiker. Gesichert zugeschrieben wird ihm nur Der Peloponnesische Krieg (der Originaltitel ist nicht überliefert). Dieses Werk, mit dem er die wissenschaftliche Geschichtsschreibung begründete, machte ihn zum bedeutendsten Historiker der Antike.

Leben

Es ist wenig über das Leben des Thukydides bekannt. Er stammte aus einer vornehmen Familie aus Athen und war entfernt mit Kimon und Miltiades verwandt. Sein Vater war Oloros, ein Athener aus dem Demos Halimus (wie auch Thukydides selbst); die Familie unterhielt auch verwandtschaftliche Beziehungen nach Thrakien. Politisch stammte er aus eher konservativen Kreisen, die der Politik des Reformers/Demokraten Perikles eher misstrauisch gegenüberstanden. Über sein Leben vor 431 v. Chr. kann man nur wenig sagen. Es ist jedoch anzunehmen, dass er eine Erziehung genoss wie die meisten vornehmen Athener zu jener Zeit. Der Name seines Vaters deutet sowohl auf eine thrakische wie auch auf eine königliche Herkunft (Herodot 6,39), was zumindest ungewöhnlich für athenische Verhältnisse war. In Thrakien verfügte die Familie wahrscheinlich über ererbte Bergwerkskonzessionen (Goldbergwerke). Auch seine Beschreibungen der thrakische Wildheit, Wirtschaft und Mythologie in seinem Werk muten sehr sachverständig an. In diesem Licht erscheint es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet Thukydides 424 v. Chr. als einer der beiden athenischen Strategen in Thrakien eingesetzt wurde. Bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges 431 v. Chr. war Thukydides ca. 30 Jahre alt. Da er dessen Bedeutung schon früh erkannte, begann er, Aufzeichnungen darüber anzufertigen. Als im Jahr 430 v. Chr. die „Pest“ in Athen ausbrach, erkrankte Thukydides an dieser Krankheit, deren Verlauf er ausführlich in seinem Werk schildert. Seine anscheuliche und sachverständige Darstellung der Krankheit ist heute eine wichtige Quelle für Medizinhistoriker. Interessant i