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| Iren |
IrenIren sind Bewohner der Insel Irland.
Sie sind mehrheitlich katholisch und sind ethnisch gesehen, wie die meisten Völker, ein Mischvolk. Dieses Mischvolk setzt sich vor allem aus keltischen, skandinavischen, normannischen, englischen und schottischen Teilen zusammen, enthält mit hoher Sicherheit aber auch Spuren jener prähistorischen (vorkeltischen) Völker Irlands, von denen lediglich archäologische Belege existieren.
Besonders im Nordosten der Insel gibt es jedoch eine protestantische Minderheit, die ihre Wurzeln zum größten Teil auf Einwanderer von der Insel Großbritannien zurückführen und somit meist selbst gemischter Herkunft sind.
Irland war Jahrhunderte lang Auswanderungsland. Deswegen sind große Teile der Bevölkerung der USA, Kanadas, Australiens und Neuseelands irischer Abstammung. So gilt New York als die größte irische Stadt der Welt. Viele Nachkommen pflegen auch weiterhin die irischen Traditionen (z.B. Halloween und St. Patricks-Day) und betonen ihre Abstammung.
Siehe auch: Portal Irland, Kelten
Kategorie:Europäische Ethnie
InselEine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet.
Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf.
Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln:
#Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle))
#Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen.
Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in:
#Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel
#Binnenseeinsel
#Flussinsel
Große Inseln
Legende: ~= bedeutet: bitte ausfüllen
Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia
- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey
Verwandte Themen
- Größte Insel
- Schwimmende Insel
- Gefängnisinsel
- Schatzinsel
- Inselkette
- Liste der Inseln
- Liste der Inselstaaten
- Liste britischer Inseln
- Liste dänischer Inseln
- Liste deutscher Inseln
- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln
siehe auch
- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei
Kategorie:Physische Geographie
ja:島
ko:섬
ms:Pulau
simple:Island
th:เกาะ
zh-min-nan:Tó-sū
Irland (Insel)
Irland ist die westliche, kleinere Insel der beiden großen nordwesteuropäischen Inseln, welche generell, jedoch nicht unumstritten, als die Britischen Inseln bekannt sind. Sie ist ca. 450 km lang und ca. 260 km breit und liegt im Atlantik bei . Insgesamt hat sie eine Fläche von etwa 84 421 km².
Man bezeichnet Irland auch als die "Grüne Insel". Der englische Name der Insel lautet Ireland, der irische Name Éire. Der lateinische Name lautet Hibernia.
Auf der Insel liegen die Republik Irland und Nordirland, welches Teil des Vereinigten Königreichs bildet.
Irland wurde im Mittelalter in vier (zeitweise fünf) Provinzen (engl. province, ir. cúige) eingeteilt: Ulster im Norden, Connacht (früher geläufige englische Schreibung: Connaught) im Westen, Munster im Südwesten und Leinster im Südosten und Osten. Die Provinzen waren in der Vorzeit wichtige Regionen sind aber seit langer Zeit politisch bedeutungslos, jedoch fühlen sich viele Iren "ihrer" Provinz zutiefst zugehörig.
Heute sind die Provinzgrenzen im Allgemeinen entlang der Grafschaftsgrenzen gezogen:
- Ulster stimmt bis auf die Grafschaften (engl. county, ir. condae) Donegal, Cavan und Monaghan mit Nordirland (Sechs Grafschaften: Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Derry und Tyrone), überein.
- Connacht umfasst die Grafschaften Galway, Mayo, Sligo, Leitrim und Roscommon.
- Munster setzt sich aus Cork, Kerry, Limerick, Clare, Tipperary und Waterford zusammen.
- In Leinster liegt die Hauptstadt der Republik Irland Dublin, die gleichzeitig auch eine eigene Grafschaft bildet. Weiterhin sind in Leinster die Grafschaften Wexford, Carlow, Kilkenny, Wicklow, Kildare, Offaly, Laois, Meath, Westmeath, Longford und Louth vertreten.
siehe auch
Portal Irland
Weblinks
- http://www.irish-net.de/
- http://www.irishtourist.com
- [http://home.versanet.de/~jleine/index.htm Sehr umfangreiche Linksammlung über Irland]
- http://www.irland-inside.de/
- http://irland-fahrt.de/
- http://www.irland-photos.com/
- http://www.europaserviceba.de/ Generelle Informationen zu Arbeiten in Irland
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers]
Kategorie:Insel (Irland)
ja:アイルランド島
ko:아일랜드 섬
simple:Ireland
th:ไอร์แลนด์
EthnieEthnie oder Ethnische Gruppe, früher auch Ethnos (von griech.: ἔθνος ethnos = Volk), bezeichnet einen Stamm oder ein Volk.
Ethnologen verstehen unter diesem Begriff eine Gruppe von Personen, welche derselben Sprachgruppe, Kultur oder Religion angehören, und sich selber auch als Einheit definieren, oder eine Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren annehmen.
Die zugehörigen Wissenschaften heissen daher Ethnologie (Völkerkunde), Europäische Ethnologie (Volkskunde) und Ethnosoziologie.
Der Begriff Ethnie wird in neuerer Zeit auch meist als Synonym zu Volk, Stamm, oder Volkszugehörigkeit verwendet. Jedoch sollte der Begriff nicht in Zusammenhang mit Nation gebraucht werden. Vielfach bezeichnet Ethnie bereits eine Art Oberbegriff einer höheren Ordnung einer Gruppe. Beispiele dazu sind die Sprachgruppen der Indoeuropäer (früher auch Indogermanen genannt) oder Turkvölker, die manche Forscher auch als ethnische Einheiten begreifen, ohne dass hier irgend eine Art von Zusammengehörigkeitsgefühl nachzuweisen wäre.
Sowohl Ethnien als auch Stämme werden oft aus mehreren Klans gebildet, die wiederum meist aus mehreren Lineages bestehen. Auf das genannte Beispiel der Indoeuropäer bezogen spricht man dann von der ethnischen Gruppe der Slawen, Germanen, Kelten, usw.
Als ethnozentrisch werden Historiographie und Kulturtheorien bezeichnet, welche die Welt (zu) stark von einem bestimmten Ethnos her sehen.
Ein noch relativ neuer Ansatz für eine weitere Verwendung dieses Wortes besteht in der Idee den Begriff Ethnische Gruppe als Ersatz für den in den meisten Bereichen diskreditierten Begriff „Rasse“ zu verwenden. Vor allem von politischer Seite wird dies oft gefordert, so sollen die Vereinten Nationen bereits eine entsprechende Regelung verabschiedet haben.
Zuspruch erhält dieser Vorschlag, durch die Tatsache, dass jedwede Art von Rassentheorie, in keiner Weise wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, und somit schlicht falsch sind. So konnte das bekannte Humangenomprojekt lediglich eine definitive Klassifizierung in eine ursprüngliche „afrikanische Menschengruppe“ sowie eine „nicht-afrikanische Menschengruppe“ nachweisen.
Siehe auch: Portal:Ethnologie
Kategorie:Anthropologie Kategorie:Ethnologie Kategorie:Volkskunde
ms:Etnik
Wikinger
Wikinger (auch Nordmänner, Normannen, Waräger oder Rus) waren keine geschlossene ethnische Gruppe, sondern ursprünglich küstennahe Bauern aus verschieden Gebieten Skandinaviens. Diese entwickelten einen entscheidenden Vorsprung im Schiffbau und benutzten ihre allen anderen weit überlegenen Wikingerschiffe auch für Raubzüge, wodurch sie geschichtlich in Erscheinung traten. So wurden sie nach und nach seefahrende Krieger, die primär zwischen 517 und 1066 vornehmlich Küstengebiete und Inseln Europas plünderten und teilweise kolonisierten, und ein weitreichendes Handelsnetz errichteten.
Handel
Überblick
Der Begriff Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Substantiv víkingr ab. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum sie Wikinger genannt wurden und wer den Begriff zuerst verwendete. Wikinger bezeichnet u. U. auch nur den Teil der Normannen, der auf Heerfahrt ging.
(vikva = von der Stelle rücken, bewegen, sich bewegen; norw. vige = weichen; Vík ist eine kleine Bucht, wo das Ufer zurückweicht; Fritz Askeberg in "Norden och kontinenten i gammal tid" (Uppsala 1944) leitet davon víking (vom Verb víkja) als "Reise von Zuhause" ab; víkingr wäre danach einer, der eine Reise macht. [vgl. Korsar zu lat. cursus und Pirat uspr. verwandt mit "fara" = reisen]; die Viking (feminin!) wird gleichbedeutend mit hernaðr "Kriegszug, kriegerischer Überfall". Das Wort ist älter als die Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð [altenglischer Text im Exeter-Book des 10. Jh.] belegt. Auch wenn sie allgemein für Raub und Zerstörung bekannt sind, siedelten und handelten sie auch ebenso friedlich und hatten eine hohe Kultur. Die Wikingerzeit bezeichnet den jüngsten Teil der skandinavischen Eisenzeit, sie endet mit der Erobung Englands durch Wilhelm und der etwa gleichzeitigen Christianisierung der letzten Nordgermanen.
Eine Neigung der staatenbildenden Wikinger zum Handel zeigt sich an Handelshäfen wie Birka, Kaupang, Ribe, Ralswiek, Seeburg oder Sigtuna, die auch zum kulturellen Austausch zwischen Skandinaviern, Slawen, Sachsen Balten und Franken beitrugen. Oder Haithabu (nahe Schleswig), bis es schließlich 1055 in einer Schlacht zwischen Harald Hardraada und Sweyn II. zerstört und 1066 von Westslawen endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dennoch fand Handel mit Griechen, Arabern usw. statt. Ein Zentrum für den Handel mit dem Baltikum und Osteuropa war auch die schwedische Insel Gotland.
Eine der wichtigen wenn auch parteiischen zeitgenössischen Quellen ist die Geschichte des Erzbistums Hamburg von Adam von Bremen, anno 1076, in der erstmals die Entdeckung Amerikas (Vinland genannt) durch die Wikinger schriftlich erwähnt wird.
Vinland
Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: Im Jahr 517 überfiel ein dänischer Kleinkönig mit Namen Chlochilaichum mit seiner Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theoderich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See, der König blieb jedoch am Strand und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte anrückte, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute zurückholen. Der zweite Bericht stammt erst wieder aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne auf einer Insel vor der Nordostküste Englands von fremden Seefahrern geplündert wurde.
Für die nächsten 200 Jahre ist die Europäische Geschichte voll mit Berichten über die Plünderungen der Wikinger. Sie eroberten den größten Teil Finnlands und des Baltikums sowie große Teile Englands und erichteten Stützpunkte in Irland. Raubzüge führten sie jedoch auch flussaufwärts, weit ins Binnenland von Holland nach Dorestad, in Frankreich z.B. nach Paris, in das Landesinnere von Spanien und selbst nach Kiew in Zentralrussland, wo sie die Kontrolle über dortige Gebiete erlangten. Berichte erzählen außerdem von Überfällen im Mittelmeer (siehe Wikingerraubzüge ins Mittelmeer) und im Kaspischen Meer.
Sie besiedelten Island und Grönland und durch archäologische Funde und deren Auswertung ist mittlerweile belegt, dass sie Neufundland, also Nordamerika, erreichten und dort für kurze Zeit (etwa 50 Jahre) siedelten.
Ab etwa 900 n. Chr. kam es zu Reichsgründungen. In Skandinavien auf den drei Gebieten die heute in etwa denen der modernen Staaten entsprechen.
Die dänischen Wikinger
Die Dänen segelten südlich nach Friesland, Frankreich und um 900 n. Chr. ins südliche England. Knut der Große war König über Dänemark, Norwegen und Teile Englands, als sein Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Den Grundstein für dieses Großreich hatten bereits sein Vater, Sven Gabelbart und sein Großvater, Harald Blauzahn. Ein gewisser Rollo dessen genaue Herkunft unklar ist setzte sich 911 in der Normandie fest.
Die norwegischen Wikinger
Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern, Orkney, Shetlands und nach Irland und Nordengland. Interne Auseinandersetzungen in Norwegen führten im Jahre 970 zur Emigration nach Island, wo sie unbewohnte Gebiete vorfanden und siedelten.
Erik der Rote musste Island verlassen und segelte Richtung Westen, wo er nach einer beschwerlichen Seefahrt Grönland fand und ab 985 besiedelte. Etwa um 1000 wurde Nordamerika vermutlich von Leif Eriksson, dem Sohn Eriks des Roten, von Grönland aus entdeckt, der es Vinland nannte. Eine kleine Siedlung wurde auf der nördlichen Halbinsel von Neufundland bei L'Anse aux Meadows angelegt, aber die Gegenwehr der Ureinwohner führte innerhalb einiger Jahre zu ihrem Ende. Die archäologischen Überreste sind nun UNESCO-Weltkulturerbe.
Siehe auch Geschichte Norwegens
Die schwedischen Wikinger
Die Schweden richteten ihren Blick mitunter nach Schleswig und auf die südliche Ostseeküste primär aber nach Osten. Schon in der Vendelzeit bestand ein intensiver Austausch über Osteuropa bis ins Schwarze Meer, wovon unter anderem die Übernahme von Helmarten wie dem Spangenhelm und Nasalhelm oder dem später für die Wikinger so charakteristischen Brillenhelm zeugen, die auf byzantinische Vorbilder zurückgehen.
Die Wikinger nutzten das verzweigte Flusssystem, um sich in Osteuropa zu bewegen. So kamen sie übers Schwarze Meer nach Konstantinopel (Byzanz) und trieben selbst mit Bagdad Handel. Mit den Ostslawen tauschten sie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Waffen und Sklaven, und verkauften diese für Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Die Finnen und Slawen nannten diese Skandinavier Rus oder Warjagi (Waräger), von den Byzantinern wurden sie Rhos und Waragoi genannt, und die Araber bezeichneten sie als Al-Madjus, Ruser oder auch Saqaliba.
Die wikingischen Händler-Abenteurer kooperierten mit den Slawen, mitunter schwangen sich kampferfahrene Skandinavier zu lokalen Stammesfürsten auf. Manchmal kam es daher auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. So heißt es in der Nestorchronik, die Slawen hätten die Waräger über das Meer verjagt, sie dann später zurückgerufen, um die Ordnung wiederherzustellen und über sie zu herrschen. Sie erwählten Rurik zu ihrem Fürsten. Viele Nordmänner ließen sich auf Dauer in Russland nieder. Von diesen Rus hat Russland seinen Namen (siehe Kiewer Rus).
Zusammen mit den Slawen überfielen die Rus mit ihren Schiffen ab 860 immer wieder Konstantinopel, so dass sie im Byzantinischen Reich bald gefürchtet waren. Die Byzantiner erkauften sich mit Handelsprivilegien den Frieden und sicherten sich die Dienste der Rus in der kaiserlichen Warägergarde. Ein Häuptlingsbegräbnis mit ritueller Opferung einer Sklavin sowie einer Schiffverbrennung auf dem Lande - und nicht auf dem Wasser wie in vielen Filmen oft fälschlicherweise dargestellt - hat im Jahre 922 der arabische Reisende Ahmad Ibn Fadlān akkurat beschrieben.
Die Wikingerschiffe
Der Bau des Wikingerschiffs erfolgte ohne Pläne nur aus dem mündlich überlieferten Gedächtnis der Väter. Es werden zwei Arten von Schiffen unterschieden:
- Langschiffe, auch als Kriegs- oder Kampfschiffe bezeichnet und auf Grund ihres Stevenschmucks oft "Drachen" genannt
- und Handelsschiffe, so genannte Knorren.
Langschiffe waren die Kriegs- bzw. Kampfschiffe der Wikinger. Sie konnten mit ihnen schnell und unerwartet angreifen - sich aber wieder zurückziehen, bevor ein Vergeltungsschlag organisiert werden konnte. Dieser Schiffstyp war ein ca. 20 m langer Verdränger, deren Holzplanken überlappend in Klinkertechnik verbaut wurden. An den Überlappungen wurden die Planken mit Metallnieten zusammengehalten. Sämtliche hölzernen Schiffsteile aller Schiffstypen wurden mit verschiedenen Beilen aus Baumstämmen nach der jeweiligen Maserung gehackt. Daraus ergab sich insgesamt eine enorme Festigkeit und Belastbarkeit. Auch die Planken wurden nicht gesägt. Die Langschiffe wurden gerudert und gesegelt; sie hatten einen umlegbaren Segelmast, der in kürzester Zeit (ca. 1,5 Minuten) auf- und abgebaut werden konnte. Der Tiefgang aller Schiffe betrug nicht mehr als 1,5 m und sie erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 20 Knoten! Neben der Möglichkeit von Fahrten über lange Entfernungen konnten die Wikinger daher mit ihren Schiffen nicht nur in flachen Gewässern segeln, sondern zusätzlich entlang der Flüsse, selbst unter Brücken hindurch, tief in das jeweilige Landesinnere vordringen.
Mit den Handelsschiffen, die breiter und hochbordiger als die Langschiffe waren, brachen die Wikinger z. B. zu ihren Entdeckungsfahrten nach Grönland und zum Handel in das heutige Russland auf.
Das Steuerruder aller Schiffstypen war auf der rechten Seite, davon leitet sich die Richtungsangabe steuerbord in der allgemeinen Schifffahrt her. Aus der Saga von Riem lässt sich entnehmen, dass die Wikinger schon damals wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Ein archäologischer Fund lässt auf die Verwendung einer kompassähnlichen Navigationshilfe schließen. Auch die Gezeiten haben sie gekannt. Insgesamt waren die Wikinger in der Navigation und dem Schiffbau nicht nur für ihre Zeit richtungsweisend, vielmehr stammen viele noch heute verwendete Begriffe aus dem Bereich letztlich von ihnen.
Siehe auch: Geschichte des Wikingerschiffbaus, Langschiffe, Knorren
Gründe der Expansion
Den Grund für die Überfälle sehen einige, neben dem erheblichen Vorsprung im Schiffbau und den damit verbundenen Möglichkeiten, in einer Überbevölkerung, die durch die technischen Fortschritte (wie etwa die Verwendung von Eisen), aber auch durch die seit 800 n. Chr. einsetzende Klimaverbesserung hervorgerufen wurde. Eine Ursache könnten auch Notlagen gewesen sein. So verließen in Frühgeschichtlicher Zeit Kimbern und Teutonen (wahrscheinlich auch Vandalen) Jütland. Etwa zur selben Zeit gingen auch die Goten aufs Festland. Jahrhunderte später verließen Angeln, Jüten und Sachsen die Halbinsel.
Ein weiterer Grund war, dass sich zu dieser Zeit einige Länder (besonders England und Irland) destabilisiert und somit leichte Beute für Überfälle waren. Das Frankenreich hatte besser verteidigte Küsten und befestigte Häfen, was die Wikinger aber nicht von ihren Raubzügen abhielt.
Mythologie und Literatur
Klimaverbesserung
Die germanische Mythologie und die altnordische Literatur berichten uns über ihre heidnische Religion und ihre kühnen Helden.
Das bedeutendste Beispiel für die germanische Mythologie stellt wohl die Edda (Ältere Edda und Jüngere Edda) dar.
In dieser Sammlung sind die verschiedensten Erzählungen der Wikinger zusammengefasst.
Allgemein war Thor der wichtigste Gott der Wikinger und regional hatte dieser sogar eine wichtigerere Position als Odin, der germanische Göttervater. Die Wikinger im Gebiet des heutigen Schwedens verehrten Freyr als einen ihrer wichtigsten Götter, der daher sein Hauptheiligtum im heutigen Uppsala besaß. Außerdem kannten die Wikinger keine Priester.
Sitten und Gebräuche
Sehr oft wurden bei den Wikingern weibliche Säuglinge kurz nach der Geburt getötet. Das hatte den Zweck, dass die Frauen bald wieder schwanger werden konnten, um einen erhofften Knaben zu gebären. Für Ihre kriegerischen Raubzüge waren sie besonders auf männlichen Nachwuchs angewiesen.
Auf ihren Raubzügen nahmen sie Gefangene jeden Alters und Geschlechts mit nach Hause und hielten sie als Sklaven. Mit diesen wurde auch regelrechter Handel betrieben bis in den vorderen Orient. Dort waren besonders blonde Kinder und Frauen begehrt.
Ende der Wikinger
Nach Jahrzehnten des Plünderns wurde der Widerstand in allen Teilen Europas wirkungsvoller und der Druck der deutschen Kaiser förderte die Christianisierung Skandinaviens und führte zu einem milderen Verhalten. Es etablierten sich die großen Königreiche Norwegen, Dänemark und später auch Schweden und man kann annehmen, dass ihre Könige friedlichere Verhältnisse schaffen wollten.
Zeitlich wird das Ende der Wikingerzeit mit der Schlacht bei Hastings im Jahre 1066 festgelegt.
Weiter könnte die zu hohe Bevölkerungszahl und der damit verbundenen Ressourcenknappheit und Bodenknappheit ein Grund für das Ende der Wikinger sein.
Die Normandie
Um 911 bekamen der Wikingerfürst Rollo die Normandie als Lehen im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom französischen König Karl dem Einfältigen zugesprochen, nachdem sie lange das Seine-Gebiet rund um Paris verwüstet hatten.
Sie sollten nun Frankreich vor weiteren Überfallen durch Wikinger schützen.
Aufgrund ihrer Herkunft wurden sie Nordmänner oder Normannen genannt; so erhielt die Normandie ihren Namen. Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten im Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eine neue kulturelle Identität. Zur weiteren Geschichte, insbesondere zur Eroberung Englands 1066 durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer und zur Ausbreitung der Normannen bis nach Sizilien, siehe Normannen.
Erfinderreichtum der Wikinger
Schon die Wikinger haben die Linse erfunden. Sie war aus Bergkristall geschliffen und perfekt gearbeitet. Vermutlich hatten die Wikinger auch dafür ein eigenes Gerät entwickelt. Es wurde mit dem Fuß angetrieben und konnte den Bergristall schleifen. Mir der Linse hätten sie theoretisch auch das Fernrohr erfinden können, vielmehr wird aber vermutet dass die Linse zum ausbrennen von Krankheiten und zum Feuerzünden dienlich war. Eine weitere "Erfindung" der Wikinger war die Hochseefischerei. Die Wikinger fischten im grossen Stile auch auf dem Meer und nicht nur mit Reusen und ähnlichem vom Land aus.
Andere Bedeutungen
Der Begriff "Wikinger" ist auch unter Modelleisenbahn-Freunden bekannt : für die kleinen Automodelle im Maßstab 1 zu 87 H0 (gesprochen: "Ha-Null") als Zubehör zur Modellbahn.
- siehe auch: Wiking
Literatur
- Ian Heath, David Nicolle, Angus McBride: Wikinger und Normannen, St. Augustin, Siegler 2003. ISBN 3-87748-630-4
- Benjamin Hudson: Viking pirates and Christian princes. Dynasty, religion, and empire in the North Atlantic, Oxford, Oxford Univ. Press 2005. ISBN 0-19516-237-4
- Angus Konstam: Atlas der Wikinger. Geschichte, Eroberungen und Kultur der Wikinger, Wien, Tosa 2002. ISBN 3-85492-555-7
- Peter H. Sawyer (Hrsg.): Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes, Stuttgart, Theis 2001. ISBN 3-8062-1688-6
Siehe auch: Wikinger-Museum Haithabu, Berserker, Jomswikinger, Runenstein, Wickie und die starken Männer :Kategorie:Wikinger
Weblinks
- [http://www.heimskringla.no heimskringla.no - «Kulturformidlingen norrøne tekster og kvad»]
- http://www.vikingnet.de/
- http://www.wikinger.org/
- http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/links/links22.htm
- http://www.norwegen-service.de/Kultur/Die_Wikinger/die_wikinger.htm
- http://www.blinde-kuh.de/wikinger/ (für Kinder)
- http://www.jordheim.info/
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Europäische Ethnie
!Wikinger
als:Wikinger
ja:ヴァイキング
ko:바이킹
ms:Viking
simple:Vikings
zh-min-nan:Viking-lâng
EngländerDer Begriff Engländer bezeichnet
# ein aus den nach Britannien eingewanderten germanischen Völkern der Angeln, Sachsen und Friesen und ursprünglich dort ansässigen Kelten hervorgegangenes Volk, dessen gemeinsame Sprache das Englische ist, siehe Engländer (Volk)
# einen verstellbaren Schraubenschlüssel, siehe Engländer (Werkzeug)
# (österr.) ein süßes Gebäck mit Mandeln und Früchten
# eine spezielle Eisenbahnweiche
Schotten
Die Schotten sind die Bewohner Schottlands, einem Teil Großbritanniens. Schottland besitzt zirka 5,3 Millionen Einwohner - das entspricht etwa 9% der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs. Davon wohnen 65% im zentralen Lowland.
1,5 % der Schotten sprechen Gälisch; Hauptsprache ist Englisch.
Berühmte Schotten
- Gerard Butler
- Ewan McGregor
- Billy Boyd
- Maria Stuart
- James Clerk Maxwell
- Alexander Graham Bell
- Sean Connery
- Tony Blair
- Adam Smith
- James Watt
- Tommy Sheridan
- Alexander Hume
- Rob Roy
- Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie)
- William Wallace
- Robert the Bruce
- David Coulthard
- Jackie Stewart
- James Chalmers
- Robert Carlyle
- Robbie Coltrane
Kategorie:Europäische Ethnie
Weblinks
- [http://www.schottlandgeschichte.de/beruehmte-schotten/ Schottlandgeschichte.de] -- Eine Zusammenstellung bedeutender Schotten
- [http://www.schottlandportal.de/content/gesKoepfeAllgemein.asp Das Schottlandportal] -- Berühmte Schotten alphabetisch geordnet
PrähistorieUr- und Frühgeschichte, auch Vor- und Frühgeschichte bzw. Prähistorische Archäologie genannt, ist eine archäologische Disziplin. Sie versteht sich als Geschichtswissenschaft, die sich der Kulturentwicklung des Menschen von seinen Anfängen in Afrika bis in das frühe und hohe Mittelalter vornehmlich in Europa widmet.
Erforschter Zeitrahmen
Der älteste Abschnitt der Urgeschichte umfasst die Altsteinzeit (Paläolithikum) und Mittelsteinzeit (Mesolithikum). Die weitere Entwicklung wird unterteilt in Jungsteinzeit (Neolithikum), Bronzezeit und Vorrömische Eisenzeit (Hallstatt- und La-Tène-Zeit). Mit dem Einsetzen der ersten Schriftzeugnisse in Mitteleuropa in der Zeit um Christi Geburt, die ergänzend zu den archäologischen Quellen herangezogen werden, beginnt die Frühgeschichte, die in Römische Kaiserzeit, Völkerwanderungszeit und frühes Mittelalter (Merowinger- und Karolingerzeit) untergliedert wird.
Gegenstand der Forschung
Gegenstand der Erforschung sind im Gegensatz zu den anderen historischen Disziplinen gegenständliche Quellen (Keramik, Metall, Holz, Knochen, Glas, Steinartefakte etc.) und deren Kontexte (Bodendenkmale wie Siedlungen, Grabhügel, Burganlagen). Diese werden durch Ausgrabungen, Prospektionen und Zufallsfunde entdeckt und zugänglich gemacht und mit Hilfe formenkundlich-typologischer, historischer und sozialgeschichtlicher sowie naturwissenschaftlicher (Dendrochronologie, 14C-Datierung und andere) und statistischer Analysemethoden bearbeitet.
Erkenntnispotential
Ihr besonderes Erkenntnispotential im Konzert der historischen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen liegt in zwei Eigenheiten:
# Die große Spanne der hier betreuten Zeit: von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die Neuzeit. Dies ermöglicht in besonderer Weise epochenübergreifende Vergleiche und die parallele Beobachtung langfristiger Trends und kurzfristiger Ereignisse (Was ist das Allgemeine, was ist das Besondere?).
# Diese Zeittiefe und die Weite der betreuten Räume ermöglichen die Beobachtungen ungemein vieler und sehr unterschiedlicher menschlicher Kulturen.
Abgrenzung zu den anderen archäologischen Fächern
Die Ur- und Frühgeschichte unterscheidet sich von den archäologischen Fächern wie
- der Klassischen Archäologie, die sich mit der griechischen und römischen Hochkultur befasst,
- der Provinzialrömischen Archäologie, die sich der materiellen Kultur der Römer in den Provinzen des Imperium Romanum widmet,
- der Christliche Archäologie, die vorrangig die Denkmäler des christlichen römisch-byzantinischen Reiches behandelt,
- der Ägyptologie, die zugleich ein philologisches Fach ist,
- der Vorderasiatischen Archäologie, die die mesopotamischen, kleinasiatischen, levantinischen, iranischen und angrenzenden Hochkulturen erforscht.
Auch in der Assyriologie, der Sinologie und der Altamerikanistik werden zum Teil archäologische Methoden angewandt.
Berufsbild
Nach einem abgeschlossenen Studium der Ur- und Frühgeschichte bilden vor allem die archäologische Denkmalpflege an den Landesdenkmalämtern sowie Fachbehörden, Museen, Universitäten und private Grabungsfirmen Tätigkeitsfelder. Daneben werden ArchäologInnen auch als Fachjournalisten, bei Verlagen und in verschiedenen Bereichen im Kultursektor beschäftigt.
Urgeschichte oder Vorgeschichte?
Die Begriffe "Ur- und Frühgeschichte", "Vor- und Frühgeschichte" oder "Prähistorische Archäologie" werden weitgehend synonym verwendet. Diejenigen, die der Meinung sind, die Geschichte beginne erst mit den ersten schriftlichen Überlieferungen, nennen die davor liegenden Abschnitte der Menschheitsgeschichte "Vorgeschichte". Diejenigen, die auch die schriftlosen Zeiten als Teil der Geschichte betrachten, sprechen von "Urgeschichte". Für manche Forscher ist der Begriff 'Vorgeschichte' durch den Einsatz des Faches unter der Nazi-Herrschaft belastet und wird daher vermieden.
Literaturhinweise zur ersten Einführung
- Uta von Freeden / Siegmar von Schnurbein (Hrsg.), Spuren der Jahrtausende. Archäologie und Geschichte in Deutschland (Stuttgart 2002), ISBN 3-8062-1337-2.
- Wilfried Menghin / Dieter Planck (Hrsg.), Menschen, Zeiten, Räume. Archäologie in Deutschland (Stuttgart 2002), ISBN 3-88609-467-7.
- Manfred K. H. Eggert, Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden. UTB für Wissenschaft 2092 (Tübingen u.a. 2001), ISBN 3-8252-2092-3 (Als allererste Einführung nur bedingt zu empfehlen, es wird bereits einiges Wissen vorausgesetzt) .
- Colin Renfrew / Paul Bahn, Archaeology - Theories, Methods and Practice (London 1991, 2. Aufl. 1996).
- Hans Jürgen Eggers, Einführung in die Vorgeschichte (München 1959, 2. Aufl. 1974, Nachdruck 1986), ISBN 3-492-00393-1.
- Ernst Probst, Deutschland in der Steinzeit (München 1991). ISBN 3-570-02669-8
- Ernst Probst, Deutschland in der Bronzezeit (München 1996). ISBN 3-570-02237-4
Weblinks
- [http://www.archaeologie-online.de www.archaeologie-online.de]. Das deutschsprachige Portal zur Archäologie und Ur- und Frühgeschichte.
- [http://www.archaeologie-krefeld.de www.archaeologie-krefeld.de]. Seiten zur Bodendenkmalpflege.
- [http://www.dguf.de Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte]
- [http://www.dainst.org/abteilung.php?id=268 Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts]
- [http://www.spuren-der-jahrtausende.de/ Internetmagazin der Römisch-Germanischen Kommission]
- [http://www.ag-caa.de AG Computeranwendungen & quantitative Methoden in der Archäologie]
- [http://www.swalin.de/porta/intro.php Porta praehistorica et antiqua]. Diskussionsforum zu Leben und Kultur in der Ur- und Frühgeschichte
- [http://archaeologisch.de/ archäologisch]. Die Zeitschrift für Archäologie im Internet.
- [http://archaeologieforum.at/forum/index.php?showforum=57 Ur- und Frühgeschichtspodium] Fachforum bei archaeologieforum.at.
- [http://www.ufg.uni-freiburg.de/arch-de/ Mailingliste ARCH-DE] Die deutschsprachige Mailingliste zur Archäologie.
- [http://www.kulturendersteinzeit.de.vu Kulturen der Steinzeit]
th:ยุคก่อนประวัติศาสตร์
Kategorie:Archäologisches Fachgebiet
Kategorie:Ur- und Frühgeschichte
Nordirland
Nordirland ist ein Landesteil des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland. Es besteht aus dem größten Teil der historischen irischen Provinz Ulster im Norden Irlands.
Im Verhältnis zur Republik Irland ist Nordirland dichter bevölkert und hat mehr Industrie.
Geografie
Nordirland bildet die Fortsetzung des Landschaftsbildes in Nordengland und Südschottland nach Westen hin. Die Küstenlinie ist reich gegliedert. Das Klima ist - wie überall auf den Britischen Inseln - ozeanisch und wird vom Golfstrom beeinflusst.
Nordirland hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 130 km. Von Osten nach Westen sind es 180 km. Die Länge der nordirischen Küste ist etwa 500 km. Die Insel Rathlin im Nordosten gehört zu Nordirland.
Es gibt drei Höhenzüge: im Nordwesten die Sperrin Mountains, im Nordosten das Antrim Plateau, im Südosten die Mourne Mountains (852 m).
Wichtige Städte:
- Armagh
- Ballycastle, Ballyclare, Banbridge, Bangor, Belfast, Bushmills
- Carnmoney, Carrickfergus, Coleraine, Comber, Cookstown, Craigavon
- Derry, Donaghadee, Downpatrick,Dromore, County Down, Dundonald, Dungannon, Dungiven
- Enniskillen
- Glengormley
- Hillsborough
- Larne, Limavady, Lisburn, Lurgan
- Magherafelt
- Newcastle, Newry, Newtownards, Newtownstewart
- Omagh
- Portrush, Portstewart, Portaferry
- Strabane
- Warrenpoint
Wirtschaft
Nordirland war - wie die Republik Irland - von Auswanderung geprägt.
Größere Investitionen wurden aufgrund der ethnischen Spaltung und der politischen Unsicherheit kaum getätigt; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bewegte sich 1991 auf 81 % des Durchschnitts im Vereinigten Königreich; die Arbeitslosigkeit war hoch.
Seit 1997 wird mehr investiert und die Wirtschaft wächst stärker. Seit 1999 erlebt das Land einen Anstieg beim Tourismus.
Verwaltung
1972 wurde das Nordirlandministerium (engl. Northern Ireland Office, Abk. NIO) in London geschaffen, das von einem Minister (engl. Secretary of State) geleitet wird. Heute (2005) ist dies Peter Hain. Das Ministerium ist verantwortlich für die Bereiche Justiz und Gefängniswesen (engl. criminal justice und prisons), Polizei (siehe unten), die Fürsorge für Opfer von politisch motivierten Verbrechen (engl. victims) sowie - seit dem 14. Oktober 2002, an dem die Regionalregierung direkt der Zentralregierung unterstellt wurde - die Rechtsaufsicht über die Behörden in Nordirland.
Wie auch in Wales und Schottland setzt die Regierug von Tony Blair ihre Politik der Dezentralisierung (engl. devolution) auch in Nordirland um und hat eine Regionalverwaltung geschaffen.
In Nordirland gibt es das Büro der Exekutive (engl. Office of the Minister and the Deputy Minister) sowie zehn Regional-Ministerien (engl. departments), nämlich für Landwirtschaft (engl. agriculture), für Kultur (engl. culture, arts and leisure), das Kultusministerium (engl. education), das Ministerium für Umweltschutz (engl. environment), für Finanzen (engl. finances and personnel), für Gesundheit (engl. health), für Wirtschaft (engl. enterprise, trade and investing), für Fortbildung (engl. employment and learning), für Regionalentwicklung (engl. regional development) sowie für Soziales (engl. social development). Der Vorteil dieser Konstruktion liegt darin, dass die Ministerien der Republik Irland ein Gegenüber nicht in London, sondern in Belfast haben und das allmähliche Zusammenwachsen Irlands so gefördert wird.
Bis 1972 war Nordirland in sechs Bezirke (engl. counties) gegliedert (durchschnittliche Einwohnerzahl: 260.000). Diese waren Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Londonderry und Tyrone. Seitdem gibt es 26 Landkreise (engl. districts) mit durchschnittlich 60.000 Einwohnern.
Geschichte
Landkreis
Siehe Hauptartikel: Geschichte Nordirlands, Nordirlandkonflikt
Die Teilung Irlands in die Republik Irland und Nordirland fand 1926 statt.
In der Folge wurde der katholische Bevölkerungsteil bei Jobs und Wohnungen benachteiligt. Die Gesellschaft teilte sich in meist katholische Republikaner oder Nationalisten (Ziel: Vereinigung mit der Republik Irland) und meist protestantische Unionisten oder Loyalisten (Ziel: Verbleiben unter britischer Regierung).
Politik
Die politischen Parteien spiegeln bis heute die ethnische Spaltung der Provinz wider; Democratic Unionist Party (DUP) und UUP (gemäßigt) treten für die protestantisch-pro-britisch-unionistische Seite an, Sinn Féin (SF) und SDLP (gemäßigt) für die katholisch-pro-irisch-nationalistische Seite. Die Alliance Party ist eine überkonfessionelle Partei.
Die Wahlen vom 26. November 2003 ergaben folgende Ergebnisse (in Prozent): DUP 26,1, UUP 23,0, Sinn Fein (SF) 24,0, SDLP 17,8.
Kirche
Anglikanische Kirche: Anders als in England besteht seit 1871 keine Staatskirche. Etwa 260.000 Menschen (13 % der Bevölkerung) rechnen sich zur anglikanischen Gemeinschaft, deren Erzbischof (Robert Eames) in Armagh residiert und auch für die etwa 70.000 Mitglieder in der Republik Irland zuständig ist.
Katholiken: Etwa 40 % der Nordiren bezeichnen sich als römisch-katholisch. Der Sitz des Primas von Irland (Sean Brady) befindet sich ebenfalls in Armagh. Auch der katholische Primas ist eine gesamtirische Institution.
Die größte protestantische Gemeinschaft bilden die Presbyterianer (u.a. Ian Paisley) mit etwa 20 %.
Daneben gibt es 3 % Methodisten.
Polizei
Die frühere Royal Ulster Constabulary (RUC) heißt seit 1999 Police Service of Northern Ireland (PSNI). Während sie bis 1998 fast ausschließlich aus unionistisch-protestantischen Beamten bestand, wurde sie 1999 um die Hälfte auf etwa 7000 Beamte verkleinert und soll bei Neueinstellungen zur Hälfte irisch-katholische Bewerber einstellen, um den sozialen Frieden gewährleisten zu können.
Tourismus
Police Service of Northern Ireland
Nordirland ist ein sicheres Reiseland; die Grenzkontrollen zwischen Nordirland und der Republik Irland sind zum Großteil entfallen.
Sehenswertes Naturdenkmal ist der Giant's Causeway (dt. Damm des Riesen), rund 40.000 Basaltsäulen am Meer, geschützt durch den National Trust, etwa 20 km westlich von Ballycastle an der Nordküste von Antrim. Weitere sehenswerte Gegenden und Landschaften sind:
- Die Berge von Mourne (engl. the Mountains of Mourne)
- Lough Neagh, größter See der Britischen Inseln
- Lough Erne
- Strangford Lough
- Carlingford Lough
- Die Antrim-Täler (engl. the Glens of Antrim)
- Das Seenland von Fermanagh (engl. the Fermanagh Lakeland)
- Die Sperrin-Berge (engl. the Sperrin Mountains)
- Die Nationalparks (engl. the National parks of Northern Ireland)
Wie auch in der Republik Irland gehört Golf, Angeln, Wandern und Bootstourismus zu den möglichen Urlaubsaktivitäten; es gibt Bootstouren, die die Republik Irland und Nordirland verbinden.
Kulturelle Ereignisse konzentrieren sich in Belfast und Derry.
Der Tourismus trägt mit 1,5 Mio. Besuchern (2002) zu 2 % zum nordirischen BSP bei; die große Mehrheit der Besucher kommt aus der Republik Irland sowie aus den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreiches. Etwa 100.000 Besucher kommen je aus den USA und der EU.
Verkehr
Flüge: Nordirland hat drei internationale Flughäfen, zwei bei Belfast, einen bei Derry. Direktflüge von Deutschland bietet im Sommer 2005 nur EasyJet ab Berlin-Schönefeld an.
Auto: Der Motorway M1 verbindet Belfast mit Dungannon, der Motorway M2 führt von Belfast nach Antrim, der Motorway M3 von Belfast nach Ballymacarrett.
Eisenbahn: Nordirland hat ein relativ dünnes Bahnnetz von 340 km. Translink nutzt ausschließlich Züge mit Dieselantrieb und verbindet Belfast mit:
- Londonderry (via Ballymena und Coleraine) nach Norden,
- Larne nach Nordosten,
- Dublin (via Portadown) nach Süden
- Bangor nach Osten
Literatur
Es gibt bislang (November 2004) keinen deutschsprachigen Reiseführer nur für Nordirland; Nordirland bildet daher jeweils ein Kapitel in Reiseführern über Irland oder das Vereinigte Königreich.
- Friedhelm Rathjen, Singenden Fahrradreifen in Ulster. Eine irische Grenzerfahrung, Scheeßel (Edition ReJoyce) 2004, ISBN 3000135510
- Dietrich Schulze-Marmeling (Hg.), Nordirland. Geschichte, Landschaft, Kultur, Touren, Göttingen (Vg. Die Werkstatt) 1996, ISBN 3895331775
Weblinks
- [http://www.britischebotschaft.de/de/embassy/political/northern-ireland.htm Informationen der Britischen Botschaft in Berlin (dt.)]
- [http://www.irland-ferien.de Irisches Fremdenverkehrsamt mit Infos auch zu Nordirland (dt.)]
- [http://www.discovernorthernireland.com/ Fremdenverkehrsamt (engl.)]
- [http://www.onlineni.net Nordirland Online (engl.)]
- [http://www.northernireland.gov.uk/ Verwaltung (engl.) mit Links zu den Regional-Ministerien]
- [http://www.nio.gov.uk Das Nordirlandministerium in London (engl.)]
- [http://www.ofmdfmni.gov.uk Das Büro des Ersten Ministers in Belfast (engl.)]
- [http://www.ntni.org.uk/ National Trust mit Infos zum kulturellen Erbe (engl.)]
- [http://www.translink.co.uk Eisenbahngesellschaft Translink (engl.)]
- [http://www.ireland.anglican.org Anglikanische Kirche in Irland]
- [http://www.catholiccommunications.ie Die Irische Katholische Bischofskonferenz (Republik Irland und Nordirland)]
ja:北アイルランド
ko:북아일랜드
simple:Northern Ireland
ProtestantismusMit dem (ursprünglich politischen) Begriff Protestanten werden im engeren Sinne die Angehörigen der christlichen Konfessionen bezeichnet, die im deutschen Sprachraum durch die Reformation entstanden sind und sich daher vor allem auf Martin Luther und Philipp Melanchthon berufen.
Im engeren Sinn sind also nur die lutherischen und einige süddeutsche Kirchen in der reformierten Tradition von Ulrich Zwingli protestantisch, nicht jedoch reformierte Kirchen der calvinistischen Tradition, Anglikaner, Methodisten oder neuere Freikirchen.
Allgemeiner werden diejenigen Konfessionsrichtungen als protestantisch bezeichnet, die sich gegenüber der katholischen Hauptkirche distanzieren wollten und daher zum Beispiel die Autorität des Papstes nicht anerkennen, die korrektere Bezeichnung dafür ist allerdings evangelisch.
Zu den protestantischen Kirchen gehören:
- Evangelisch-lutherische Kirchen (auch "Lutherische Kirche" oder "Lutheraner")
- Evangelisch-reformierte Kirchen (auch "Reformierte Kirche")
- Unierte Kirchen (auch "Evangelisch-unierte Kirche")
Auch die evangelischen Freikirchen zählen sich zum Protestantismus und sehen sich ebenso als "Erben der Reformation". Dazu zählen in Deutschland zum Beispiel die Baptisten, die Methodisten, die Siebenten-Tags-Adventisten.
Die deutschen protestantischen Landeskirchen haben sich zur Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD, zusammengeschlossen – ein Ergebnis des Kirchenkampfes.
Geschichte
Der Begriff Protestanten geht zurück auf die Speyerer Protestation der evangelischen Stände auf dem dortigen Reichstag zu Speyer 1529: Sie protestierten gegen die Aufhebung des Abschieds von Speyer 1526, mit dem den Ländern, die Reformationen durchgeführt hatten, Rechtssicherheit zugesagt worden war, und beriefen sich dabei auf die Glaubensfreiheit des Einzelnen. Protestanten waren einige Jahrhunderte lang Opfer von Verfolgung, aus religiösen und politischen Gründen. Weltliche Herrscher fürchteten um die Reichseinheit ihres katholisch durchdrungenen Machtbereichs, wobei der päpstliche Machtbereich als eigener gelten konnte. In einer Anzahl von Kriegen war Protestantismus der mehr oder weniger schwerwiegende Gegenstand, dazu gehören die Hugenottenkriege in Frankreich oder der Dreißigjährige Krieg, der ganz Europa und speziell Deutschland erfasste. Erst mit Augsburger Religionsfrieden 1555 und dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde der Protestantismus offiziell anerkannt.
Protestantisch und Evangelisch
Heute werden die Begriffe protestantisch und evangelisch in der deutschen Umgangsgsprache fast austauschbar verwendet, da die deutschen Protestanten der evangelischen Kirche angehören, aber evangelisch ist, genau genommen, der umfassendere Begriff für alle Kirchen, die in der Tradition der Reformation nur die Bibel und nicht kirchliche Tradition als Grundlage haben.
Evangelisch muss von evangelikal unterschieden werden, besonders in Übersetzungen vom/ins Englische(n).
Glaubenslehre und Charakteristiken
Die Konzentration auf die Bibel (das Wort Gottes), der Verzicht auf Unwesentliches sowie hohe moralische Ansprüche ("sich der Erlösung würdig erweisen") sind für den Protestantismus prägend.
Protestanten lehnen den Ablass (Sündenvergebung als Leistung gegen Geld, Bußübungen oder gute Werke) ab, da sie glauben, dass nur die göttliche Gnade den Menschen von seinen Sünden erlösen kann ("allein durch Gnade"). Diverse Sakramente (z. B.Priesterweihe und Eucharistie) wurden abgeschafft und der Gottesdienst von Anfang an in der jeweiligen Landessprache abgehalten, während die Katholische Kirche bis 1963 an der lateinischen Tridentinischen Liturgie festhielt. Der protestantische Gottesdienst ist, im Gegensatz zum Katholizismus, eher sinnenfeindlich, da auf den dort weitestgehend verzichtet wird um Predigt und Abendmahl in den Mittelpunkt zu stellen; allerdings gingen die Calvinisten hier noch viel weiter (Abschaffung der Orgelmusik etc.). Ebenso sind protestantische Kirchen weniger geschmückt und verziert, öffentlich zelebrierte Religiosität (Wallfahrten, Prozessionen) gibt es kaum, was vielleicht auch der Grund ist, warum sich Karneval fast nur in katholischen Gebieten entwickelte. Dagegen gelten Katholiken im Alltag (vor allem in Bezug auf Sexualität) als viel körper- und sinnenfeindlicher, die deutschen proetstantischen Kirchen gelten dagegen als liberaler und reformfreudiger.
Siehe auch
- Evangelische Kirche in Deutschland
- Schweizer Reformierte Kirchen
- Evangelische Kirchen
- Reformation
- Hugenotten
- Hussiten
- Katholizismus
- Orthodoxe Kirche
!
ja:プロテスタント
ko:개신교
ms:Protestan
EinwandererImmigration oder auch Zuwanderung bedeutet, dass eine Person dauerhaft ihren Wohnsitz in ein anderes Land verlegt. Ein Einwanderer ist vorher aus einem anderen Land ausgewandert.
Gründe für Einwanderung
Einwanderung gibt es in nahezu allen Ländern der Erde, aus verschiedenen Gründen:
- Wegen besserer Arbeits- und Lebensbedingungen (Spezialfall angeworbene Arbeitskräfte, in Deutschland beispielsweise Gastarbeiter oder auch Ruhrpolen); abwertend auch Wirtschaftsflüchtlinge genannt
- Aus politischen Gründen
- Aus religiösen oder sprachlich-kulturellen Gründen
- Als Flüchtlinge wegen akuter Bedrohung durch Krieg, Bürgerkrieg, Hungersnot oder gezielter Vertreibung
- Aus Gründen der Familienzusammenführung
- Als angeworbene Siedler
- Aus persönlicher Neigung zu dem aufnehmenden Land (z. B. Auswanderer nach Australien)
- In früheren Zeiten aufgrund von Versklavung
Einwanderung in verschiedene Länder
Es gibt klassische Einwanderungsländer, vor allem die USA, Kanada, die Länder Südamerikas, Deutschland und die Schweiz. Politisch bezeichnend ist es, dass diese Länder Immigration meist nur aufgrund akuter wirtschaftlicher Notwendigkeit ihrer selbst oder aus humanitären oder politischen Gründen von Flüchtlingen zulassen, nicht jedoch eine allgemeine Einwanderungsquote erlauben.
Und letztendlich gibt es Länder, die Immigration nicht begrenzen müssen, da sich aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche keine oder nur wenige Menschen ein Interesse an der Einwanderung dorthin haben.
Siehe auch: Einwanderung in die USA, Einwanderung nach Brasilien
Rechtlicher Status in Deutschland
In Deutschland lassen sich Einwanderer in folgende Gruppen unterteilen:
- Spätaussiedler (Einwanderungsregelung gemäß Bundesvertriebenen- und -flüchtlingsgesetz (BVFG) von 1953 sowie Aussiedleraufnahmegesetz (AAG) von 1990),
- Unionsbürger EU-Angehörige genießen ein weitgehendes Recht auf Freizügigkeit nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU,
- Arbeitsmigranten aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) können ggf. nach dem Aufenthaltsgesetz als Arbeitnehmer oder Selbständige einreisen und sich hier aufhalten,
- Familienangehörige Deutscher und hier lebender Ausländer, insbesondere Ehepartner und minderjährige Kinder, können ggf. nach dem nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht erhalten,
- Studierende können ggf. nach dem nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht zu Studienzwecken erhalten,
- Flüchtlinge können nach Artikel 16a Grundgesetz und dem Asylverfahrensgesetz einen Flüchtlingsstatus beantragen. Der aus humanitären, politischen oder völkerrechtlichen Gründen mögliche Aufenthalt für anerkannte Flüchtlinge und weitere Ausländer (z.B. jüdische Zuwanderer) richtet sich nach dem Aufenthaltsgesetz,
- Illegale Einwanderer besitzen keinen regulären Status nach dem Ausländerrecht.
Die Immigration von Menschen nach Deutschland, und auch die transnationale Migration, betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien: im Zuwanderungsgesetz ist z.B. das Nachzugsalter von Familienangehörigen von Zuwanderern geregelt.
Deshalb wird Immigration im 6. Familienbericht „Familien ausländischer Herkunft - Leistungen - Belastungen - Herausforderungen“ des BMFSFJ, 2000, als Familienprojekt bezeichnet, das generationsübergreifend stattfindet und nicht in einer Generation abgeschlossen ist. U.a. durch diesen Bericht des BMFSFJ aus dem Jahr 2000 ist klargestellt, dass die B.R. Deutschland ein Einwanderungsland ist und dass die Integration der Immigranten durch den zeitlich nahen Nachzug der Familienmitglieder gefördert und stabilisiert wird.
In die B.R. Deutschland Zuwandernde kommen aus über 180 Staaten, mit Zugehörigkeiten weiter variirender Ethnien und Religionen.
Immigranten haben die unterschiedlichsten Migrations- oder Fluchtgründe, haben die Absicht, kurz oder länger in Deutschland zu bleiben oder nur durchzuwandern.
Seit 1996 gibt es eine Statistik zum Familiennachzug. Diese weist eine Größenordnung von 55.000 bis 63.000 Familienangehörige im Jahr aus. Zwei Drittel des Familiennachzugs sind Ehepartner und etwa ein Drittel sind Kinder (20.000). Verglichen mit der Zahl der primären Immigranten von 649.249 Personen addiert sich die Anzahl eines Zehntel dieser Anzahl durch Familiennachwanderung.
„Integrationspolitik muss verstärkt die ‚ganze Familie‛ in den Blick nehmen und diese Perspektive zumindest ergänzend und verstärkend neben die "Familienmitglieder-Zielgruppenorientierung" setzen, die heute vor allem in der Form von Kinder-, Jugend- und Mädchenprojekten umgesetzt wird,“ heißt es im von Wolfgang Erler und Monika Jaeckel erstellten Zwischenbericht zum dji-Projekt („Der soziale Nahraum in seiner Integrationsfunktion für Familien ausländischer Herkunft“), weil die Familien von Immigranten auch einen Lebensraum darstellen, der einer Integration entgegenwirken kann, da sich der Spracherwerb und die Überwindung der kulturtellen Fremdheit verzögern können.
Vor- und Nachteile der geregelten Einwanderung für das aufnehmende Land
Einwanderung wird oft politisch gesteuert, wenn beispielsweise Fachkräftemangel herrscht oder wenn sich die Bevölkerungsstruktur ungünstig entwickelt (siehe Bevölkerungsrückgang).
Das hat aus Sicht des aufnehmenden Landes zunächst einige verlockende Vorteile:
- Man hat die Möglichkeit, gezielt Ausländer in bestimmten Altergruppen und mit bevorzugten Qualifikationen ins Land zu lassen, während man potentielle Leistungsempfänger außen vor lassen kann.
- Man kann direkt von der Arbeitsleistung und der Ausbildung der Zuwanderer profitieren, ohne selber die Kosten für die Ausbildung aufgebracht haben zu müssen.
- Durch die höhere Auswahl an Arbeitskräften können die Löhne sinken, was nicht immer ein Nachteil für die Arbeitnehmer sein muss, wenn Betriebe dadurch konkurrenzfähiger produzieren können.
- Zudem erspart man sich zunächst die Rentenempfänger, wenn man nur junge Menschen zuwandern lässt.
- Außerdem können Zuwanderer die Gesellschaft durch fremde Kultur, durch neues Wissen und unkonventionelle Ideen bereichern.
- Zudem exportiert man die eigene Kultur und Geschäftsbeziehungen indirekt über die bei den Zuwanderern zum eigenen Land bestehenden Kontakte.
- Letztendlich bieten sich so auch Möglichkeiten, über die Einwanderer und deren finanziellen Transaktionen in ihre Heimatländer politischen und entwicklungspolitischen Einfluss auf diese Länder zu nehmen.
Aber es gibt auch Nachteile:
- Eine zu große Zuwanderung führt dazu, dass es schwer wird, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu integrieren. Das führt dazu, dass diese Menschen ausschließlich in ihrer eigenen abgeschlossenen Kultur wie in einer gesellschaftlichen Insel leben. Dadurch stockt der Informationsaustausch, und die Ausbildung der Kinder wird erschwert. Teilweise kann Zuwanderung dazu führen, dass sich bereits teilintegrierte Ausländer wieder abkapseln und sich ausschließlich der Kultur ihres ehemaligen Heimatlandes zuwenden, indem z. B. Kinder von deutsch sprechenden Ausländern in der Schule nur noch mit anderen, nicht deutsch sprechenden Ausländerkindern verkehren.
- Die entstehende kulturelle Vielfalt, so sehr sie auch positiv zu sehen ist, kann aber auch dazu führen, dass die eigentliche kulturelle Identität des Landes in den Hintergrund gedrängt wird. Dadurch kann die kulturelle Vielfalt innerhalb verschiedener Länder abnehmen, wenn überall die gleiche kulturelle Vielfalt auf engem Raum herrscht.
- Die durch Immigration entstehende soziokulturelle Veränderung kann zu Sozialneid bei der angestammten Bevölkerung, als auch bei den bereits integrierten Immigranten führen.
- Immigration führt zu Druck auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, was zu Neid, sozialem Abstieg bestimmter Gruppen und sozialen Spannungen führen kann.
- Die kulturellen Unterschiede können zu Missverständnissen und Verärgerungen sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei den Immigranten selbst führen.
- Wenn die Vorteile der Immigration der Bevölkerung nicht vermittelbar sind, kann sich latent vorhandener Ausländerhass, Chauvinismus und Nationalismus entwickeln.
- Es ist wesentlich leichter, gering qualifizierte Immigranten ins Land zu holen als gut ausgebildete Spitzenkräfte. Dafür gibt es auf dem Arbeitsmarkt aber oft schon genügend einheimische Kräfte.
- Andererseits kann durch die Migration, insbesondere die Arbeitsmigration, ein Abzug der im eigenen Land benötigten Intelligenz erfolgen ("Brain Drain"). Diese Kräfte fehlen dann möglicherweise dem Ursprungsland, selbst wenn die Qualifikation im Zielland nicht für eine entsprechende Tätigkeit ausreicht, weil beispielsweise ein akademischer Abschluss nicht anerkannt wird.
- Irgendwann wird man aufgrund sozialer Notwendigkeiten um Familienzusammenführungen nicht herumkommen, so dass man eventuell später doch zusätzliche Leistungsempfänger ins Land holt - der rein wirtschaftliche Vorteil schrumpft so im Laufe der Zeit.
- Deswegen, und weil sich gezeigt hat, dass Immigranten im Durchschnitt zumindest in der Anfangszeit eine höhere Geburtenrate aufweisen als Einheimische, lässt sich eine begonnene Zuwanderung nur mit deutlicher Verzögerung bremsen. Will man beispielsweise aufgrund der sozialen Situation (Wohnungs- und Arbeitsmarkt, Probleme mit der Integration) die Ausländerquote in einem Gebiet akut stabilisieren, so wird dies nicht unbedingt gelingen, selbst wenn man jegliche Immigration sofort stoppt, was aber oftmals ohnehin nicht möglich ist.
Als Folge dieser Gründe gibt es aufgrund der Einwanderung oft soziale Spannungen, während sie andererseits wirtschaftlich und politisch oft gewünscht wird. Diese sozialen Spannungen zeigen sich in klassischen Einwanderungsländern oft weniger stark als in Ländern mit starker nationaler Homogenität.
Literatur
- Jörg Alt: Leben in der Schattenwelt – Problemkomplex illegale Migration. Neue Erkenntnisse zur Lebenssituation 'illegaler' Migranten in München und anderen Städten Deutschlands. Loeper Literaturverlag, Karlsruhe 2003, ISBN 3860594990
- Madjiguène Cissé: Papiere für alle. Die Bewegung der Sans Papiers in Frankreich, ISBN 3-935936-14-1
- Kien Nghi Ha: Ethnizität und Migration Reloaded. Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs. Überarb. und erw. Neuauflage, [Westfälisches Dampfboot/WVB] 1999/2004, ISBN 3-86573-009-4
- Heike Herzog, Eva Wälde: Sie suchten das Leben ... Suizide als Folge deutscher Flüchtlingspolitik, ISBN 3-89771-810-3
- jour fixe initiative berlin (Hg.): Fluchtlinien des Exils, ISBN 3-89771-431-0
- Eva Kaewnetara / Hans Uske: Migration und Alter. Auf dem Weg zu einer kultur-kompetenten Altenarbeit, ISBN 3-927388-77-7
- Jean Raspail: Das Heerlager der Heiligen. Tübingen 1985, ISBN 3-89180-004-5
- Hito Steyerl, Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Hg.): Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik, ISBN 3-89771-425-6
- Hans Uske Hallo BENNY DU WURST / Michael Heveling-Fischell / Waldemar Mathejczyk: Risiko Migration. Krankheit und Behinderung durch Arbeit. ISBN 3-927388-81-5
Siehe auch
- Ausländerrecht
- Arbeitsmigration
- Illegale Migration
- Bevölkerungsentwicklung
- Bevölkerungsrückgang
- Integration
- Ausländerintegration
- Multikulturalismus
- Multikulturelle Gesellschaft
- Zuwanderungsgesetz
Weblinks
- [http://www.jewish-forum.de/board.php?boardid=7 Forum zum Thema Zuwanderung]
- [http://www.f-r.de/uebersicht/alle_dossiers/politik_inland/welche_auslaender_wollen_die_deutschen/ Dossier der Frankfurter Rundschau] - mit Artikeln z.B. über das neue Zuwanderungsgesetz, Integration und den Fall Kaplan.
- [http://www.zuwanderung.de Zuwanderungsseiten des deutschen Bundesministeriums des Innern]
- [http://www.info4alien.de Ausländerrecht-Portal]
- [http://europa.eu.int/comm/justice_home/doc_centre/immigration/statistics/doc_immigration_statistics_de.htm Einwanderungsstatistiken der Europäischen Union]
- [http://www.ikud.de Institut für interkulturelle Didaktik: Maßnahmen für Integration]
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Ausländerrecht
Kategorie:Migration
simple:Immigrant
Irland
Irland (amtlicher deutscher Name, irisch Éire, engl. Ireland), häufig auch Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland) ist ein Inselstaat auf der gleichnamigen Insel Irland. Er grenzt an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und ist Mitglied der Europäischen Union.
Der Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum Römisch-Katholischen Glauben.
Geografie
Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die nach außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der Fluss Shannon, welcher von Nord nach Süd verläuft, ist der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegen eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich geprägt haben. Lough Neagh ist der bekannteste der irischen Seen, auch wenn dieser genau genommen zu Nordirland gehörrt.
Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.
Geschichte
Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung in der Steinzeit. Die Kelten brachten etwa 300 v. Chr. den Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Schon im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland.
Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch Patrick von Irland, der bis heute die Stellung des Nationalheiligen der Iren inne hat, folgte die erste irische Blütezeit, die jäh durch die Beutezüge der Wikinger unterbrochen wurde. Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Englands über Irland einläutete. Englische Eroberer konfiszierten den Landbesitz der Iren und vertrieben sie in westliche unfruchtbare Regionen der Insel.
Die egoistische Politik der großen englischen Grundbesitzer in Irland verursachte eine Hungersnot von 1845-1847. 1.5 Millionen Iren starben an Hunger. Es folgte eine enorme Auswanderung nach Amerika.
Die Unabhängigkeit Irlands von England begann am 6. Dezember 1921 nach politischen und militärischen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonflikts mit der Gewährung eines Dominion-Status und damit innerer Eigenständigkeit durch die britische Regierung. Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben nach dem Abkommen Bestandteil Großbritanniens. Die Nordirland betreffende Problematik wurde damals nicht gelöst und überschattet die irisch-britische und innerirische Politik bis heute. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen und dem Verzicht auf Nordirland durch die Republik Irland eine deutliche Entspannung ab.
Nach mehr als 300 Jahren britischer Herrschaft schied Irland schließlich am 18. April 1949 aus dem britischen Commonwealth aus. Die sechs nordirischen Grafschaften verblieben im Vereinigten Königreich.
Siehe auch Geschichte Irlands.
Politik
Die Republik Irland hat das politische System einer parlamentarischen Demokratie. Der Präsident (ir. Uachtaráin na hÉireann), das Staatsoberhaupt der Republik Irland, wird für sieben Jahre von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählt und kann sein Amt höchstens für zwei Amtszeiten ausfüllen. Seine politische Macht ist nicht sehr hoch – im Wesentlichen kommen ihm repräsentative und zeremoniale Aufgaben im Inland wie im Ausland zu. Er hat keinen Einfluss auf die Regierungspolitik; dieser begrenzte tagespolitische Spielraum bringt ihm aber hohe Akzeptanz ein.
Der Premierminister (ir. Taoiseach, gesprochen "Tíschach") wird vom Parlament nominiert und vom Präsidenten ernannt. Üblicherweise ist er der Parteichef der stärksten Parlamentspartei oder der größten Koalitionspartei.
Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern und dem Präsidenten: Dabei bildet der Senat (Seanad Éireann) das Oberhaus und das Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) das Unterhaus. Der Senat besteht aus 60 Mitgliedern, von denen 11 durch den Premierminister ernannt und 49 von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gewählt werden (Landwirtschaft und Arbeiterschaft je 11, Industrie und Handel 9, Öffentliche Verwaltung 7, Universitäten 6 und Kultur und Erziehung 5). Diese Wahlen finden innerhalb von 90 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses statt.
Das Unterhaus besteht aus 166 Mitgliedern, wobei die Zahl der Mitglieder von der Einwohnerzahl Irlands abhängt. Auf je 20.000 bis 30.000 Einwohner kommt ein Abgeordneter. Die Mitglieder des Unterhauses werden nach der übertragbaren Einzelstimmgebung (engl. Single Transferable Vote) in 42 Wahlkreisen, in denen je zwischen drei und fünf Mandate zu vergeben sind, gewählt. Wahlen müssen innerhalb von 30 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses stattfinden. Das Unterhaus wird derzeit für höchstens fünf Jahre gewählt, eine frühere Auflösung ist aber möglich.
Die Regierung (Án Rialtas) besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Dabei dürfen nicht mehr als zwei Minister aus dem Senat kommen, der Premier, der Stellvertreter des Premier und der Finanzminister müssen dem Repräsentantenhaus angehören.
Irische Parteien:
- Fianna Fáil und Fine Gael (die größten Parteien Irlands)
- Sinn Féin (die älteste Partei Irlands)
- Grüne (Irland)
- Labour Party (Irland)
- Progressive Democrats
Irland stellt einen EU-Kommissar: David Byrne und (bis 2004) den Präsidenten des Europaparlaments Pat Cox.
Aktuelle Politik
Pat Cox
Am 29. März 2004 führte Irland als erstes EU-Land ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen ein. Nach einer Umfrage im vergangenen November hatten sich rund 80 Prozent der Bürger, darunter auch über 60 Prozent Raucher, für ein Rauchverbot ausgesprochen. Das Gesetz trat um 0:00 Uhr in Kraft. Ein Teil der 10.000 Pubbesitzer befürchtet, nicht nur mit Einkommensverlusten, sondern, bei Missachtung des Gesetzes, auch mit einer Strafe von bis zu 3.000 € rechnen zu müssen. Laut Kommissar Byrne entstehen jedoch völlig neue Umsatzchancen, so werden zukünftig auch Personengruppen ein Pub besuchen, die dies vorher nie getan hätten. Um die Einhaltung zu überwachen, wurden rund 400 amtliche Kontrolleure eingestellt. Das Verbot gilt nicht für Hotelzimmer, Gefängnisse und psychiatrische Anstalten. Mit dieser Entscheidung will Irland eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen und hofft auf ähnliche Reaktionen anderer Staaten.
Am 25./26. Juni 2004 besuchte der US-Präsident George W. Bush für 18 Stunden Irland. Er traf mit dem irischen Premierminister Bertie Ahern zusammen und besprach zusammen mit seiner Führungscrew die europäisch-amerikanischen Beziehungen. 6.000 Polizisten und die Armee sorgten für die Sicherheit des Präsidenten, während einige tausend Demonstranten gegen die Politik von Bush am Flughafen Shannon protestierten.
Provinzen
Siehe Unterartikel: Gliederung Irlands
Irland besteht aus 4 Provinzen (Connacht, Leinster, Munster, Ulster), die sich nochmal in Bezirke (counties) aufspalten. Diese Provinzen haben in dieser Form allerdings keine Bedeutung mehr für die Verwaltung des Staates. Sie sind historisch gewachsen und spielen lediglich im Sport noch eine Rolle, da dieser in Irland auf kommunaler Basis organisiert ist.
Siehe auch: Liste der Städte in der Republik Irland
Infrastruktur
Irland hat Flughäfen in Dublin, Kerry, Cork, Shannon (Irland) u.a., die von Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Ryanair, HLX und der einheimischen Fluggesellschaft AerLingus angeflogen werden.
Irland hat ein recht dünnes Eisenbahnnetz, das aber ausgebaut wird.
Bus Eireann ist die nationale Busgesellschaft, die eine große Zahl von Verbindungen anbietet.
Die Straßen in der Republik sind meistens schlechter als auf dem europäischen Festland; es gibt quasi keine Autobahnen bis auf den Ring um Dublin und einige Verlängerungen dessen. Anfang 2005 stellte die Republik auf das metrische System um, seitdem werden Geschwindigkeiten in km/h und nicht mehr in mph gemessen. Entfernungen wurden davor schon hauptsächlich in km angegeben.
Kultur
Bibliothekswesen
1947 wurde mit dem Public Library Act der Bibliotheksrat An Chomhairle Leabharlanna ins Leben gerufen. Damit wurde das Bibliothekswesen revolutioniert.
An Chomhairle Leabharlanna, zunächst gegründet um die Versorgung und Entwicklung von Bibliotheksdienstleistungen zu gewährleisten, bekam 2001 zusätzliche Aufgaben. Diese Aufgaben sind im Wesentlichen, die Hauptbibliotheken zu beraten und sie unterstützen, Empfehlungen und Gutachten für die Ministerien zu erstellen und die Kooperation zwischen den öffentlichen Bibliotheken und den wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterstützen und zu erleichtern. Außerdem ist An Chomhairle Leabharlanna in viele Aktivitäten und Programme, die die Bibliotheken fördern, integriert. (Zum Vergleich: in Deutschland gibt es weder ein Bibliotheksgesetz, noch - seit der Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) im Jahre 2000 - eine zentrale Beratungs- und Entwicklungsagentur)
In Irland gibt es 32 Hauptbibliotheken. Davon werden 27 von den Landkreisen getragen und 4 von den Städten Cork, Dublin, Limerick und Waterford. Eine Bibliothek liegt dabei zwischen zwei Counties und wird deshalb von beiden unterstützt.
Die Strategien und Methoden der Bibliotheken variieren von Stadt zu Stadt, denn die Hauptbibliotheken handeln unabhängig voneinander.
Zu den 32 Hauptbibliotheken kommen weitere 345 Zweigbibliotheken hinzu. Dazu zählen auch Bibliotheken von Krankenhäusern, Schulen, Gefängnissen und so genannte Kommunikationszentren. Auch die 29 Fahrbibliotheken sind hier mit einberechnet, welche entlegene oder bevölkerungsarme Landstriche mit Büchern und anderen Medien versorgen.
Zu den Angeboten der Bibliotheken gehören im allgemeinen Sachliteratur und Belletristik, Service und Programme für Kinder und Jugendliche, Referenzmedien, Informationen zur Weiterbildung und allgemeine, lokale Informationen. Außerdem wird in jeder Bibliothek ein öffentlicher Zugang zum Internet angeboten. Alle Hauptbibliotheken bieten zusätzlich in der Bibliothek Opacs an, welche den Nutzern zur Verfügung stehen. Das heißt, dass alle Bibliotheken ein elektronisches Verwaltungssystem besitzen.
Einige Kataloge sind auch über das Internet abrufbar.
In den Öffentlichen Bibliotheken gibt es ca. 12,5 Millionen Medieneinheiten. Dazu gehören Bücher, Manuskripte, Bilder, Loseblattsammlungen, CDs, CD-Roms, DVDs, Kassetten, Videos und vieles mehr.
Im Gegensatz zu Deutschland wird in irischen öffentlichen Bibliotheken pro Einwohner weniger ausgeliehen. In Deutschland sind es 4,1 Medieneinheiten pro Einwohner, in Irland 3,4.
Die öffentlichen Bibliotheken werden dennoch von ca. 21% der Bevölkerung genutzt. 2002 gab es 809.158 Leser mit einem Bibliotheksausweis.
Mit den Sachkosten liegen die irischen Bibliotheken jedoch höher als deutsche Bibliotheken. In Irland werden 2,10 € pro Einwohner und in Deutschland 1,10 € pro Einwohner ausgegeben.
Finanziert werden die Bibliotheken hauptsächlich über Steuern. Ca. 10 % werden über Mitgliedsbeiträge, Nutzergebühren und Bußgelder finanziert.
Außerdem unterstützt das Department of the Environment and Local Government die Bibliotheken seit 1998 mit 34 Millionen €, die für den Bau und das Mieten von Gebäuden verwendet werden. Aber auch die Automatisierung von Arbeitsabläufen und der Bestandsaufbau wird mit diesen Geldern gefördert.
Irische Renaissance
Siehe Unterartikel: Irische Renaissance
Bekannte Iren
- in alphabetischer Reihenfolge -
- Bartholomew ("Bertie") Patrick Ahern, Irischer Premierminister
- Mary McAleese, Staatspräsidentin
- Francis Bacon, Maler
- Samuel Beckett, Schriftsteller
- Brendan Behan, Schriftsteller
- Boyzone, erste Boyband aus Irland
- Máire Brennan, Sängerin
- Pierce Brosnan, Schauspieler
- Chris de Burgh, Musiker
- Jean Butler, Tänzer (Irish Dance)
- Gabriel Byrne, Schauspieler
- Nicky Byrne, Musiker
- Eoin Colfer, Schriftsteller
- Michael Collins, Gründer der IRA
- Gavin Friday, Musiker
- The Corrs, Band
- The Cranberries, Band
- James Michael Donnellan, Tänzer (Irish Dance)
- Roddy Doyle, wichtigster, zeitgenössischer Schriftsteller
- The Dubliners, Band
- Damien Duff, Fußballer
- Keith Duffy, Schauspieler, Musiker
- Collin Dunne, Tänzer (Irish Dance)
- Kian Egan, Musiker
- Enya, Musikerin
- Colin Farrell, Schauspieler
- Mark Feehily, Musiker
- Shane Filan, Musiker
- Rory Gallagher, Musiker
- Michael Gambon, Schauspieler
- Stephen Gately, Sänger, Musical-Star
- Bob Geldof. Rockmusiker, Live-Aid-Organisator
- Mikey Graham, Musiker
- Richard Harris, Schauspieler
- Moarin O'Hara, Filmstar
- Seamus Heaney, Dichter
- Ray Houghton, ehemaliger Fußballer
- Eddie Irvine, ehemaliger Formel-1 Fahrer
- James Joyce, Schriftsteller
- Roy Keane, Fußballer
- Robbie Keane, Fußballer
- Ronan Keating, Musiker
- Johnny Logan, Sänger
- Shane Lynch, Rennfahrer, Sänger
- Shane MacGowan, Musiker
- Constance Markiewicz, Freiheitskämpferin
- Brian McFadden, Musiker
- Danny Morrison, Schriftsteller / Politiker
- Gary Moore, Sänger, Gittarist
- Liam Neeson, Schauspieler
- Flann O'Brien, Schriftsteller
- Turlough O'Carolan, Komponist
- Sean O'Casey, Schriftsteller
- Daniel O´Connell, Politiker, Befreier der Katholiken
- Sinéad O'Connor, Musikerin
- Bram Stoker, Schriftsteller (Dracula)
- Peter O'Toole, Schauspieler
- Bobby Sands – Hungerstreikopfer / IRA
- George Bernard Shaw Schriftsteller und Dramatiker
- Jonathan Swift, Schriftsteller
- U2, Rockband
- Eamon de Valera - Politiker
- Oscar Wilde, Schriftsteller, Dichter
- William Butler Yeats, Schriftsteller
Wahrzeichen
- Kleeblatt (Shamrock)
- Rundtürme
- Hochkreuze
Siehe auch
- Portal Irland
Weblinks
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ei.html Eintrag im CIA World Factbook]
- [http://www.oireachtas.ie/ Irisches Parlament]
- [http://www.irland-ferien.de/ Fremdenverkehrsamt Irland]
- [http://www.irland-inside.de/wissen/irland/ Umfangreiche Informationen zur irischen Geschichte]
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers]
- [http://www.irland-photos.com/ Webseite mit Irland Fotos]
- [http://www.pharologie.de/1_leuchttuerme_irland.htm pharologie.de - Irische Leuchttürme] Fotos und Informationen zu Leuchttürmen an der irischen Küste
- [http://wikitravel.org/de/Irland Reiseinfos zu Irland] auf Wikitravel
Irland, Republik
Irland, Republik
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Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund d | | |