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Irland
Irland (amtlicher deutscher Name, irisch Éire, engl. Ireland), häufig auch Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland) ist ein Inselstaat auf der gleichnamigen Insel Irland. Er grenzt an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und ist Mitglied der Europäischen Union.
Der Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum Römisch-Katholischen Glauben.
Geografie
Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die nach außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der Fluss Shannon, welcher von Nord nach Süd verläuft, ist der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegen eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich geprägt haben. Lough Neagh ist der bekannteste der irischen Seen, auch wenn dieser genau genommen zu Nordirland gehörrt.
Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.
Geschichte
Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung in der Steinzeit. Die Kelten brachten etwa 300 v. Chr. den Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Schon im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland.
Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch Patrick von Irland, der bis heute die Stellung des Nationalheiligen der Iren inne hat, folgte die erste irische Blütezeit, die jäh durch die Beutezüge der Wikinger unterbrochen wurde. Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Englands über Irland einläutete. Englische Eroberer konfiszierten den Landbesitz der Iren und vertrieben sie in westliche unfruchtbare Regionen der Insel.
Die egoistische Politik der großen englischen Grundbesitzer in Irland verursachte eine Hungersnot von 1845-1847. 1.5 Millionen Iren starben an Hunger. Es folgte eine enorme Auswanderung nach Amerika.
Die Unabhängigkeit Irlands von England begann am 6. Dezember 1921 nach politischen und militärischen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonflikts mit der Gewährung eines Dominion-Status und damit innerer Eigenständigkeit durch die britische Regierung. Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben nach dem Abkommen Bestandteil Großbritanniens. Die Nordirland betreffende Problematik wurde damals nicht gelöst und überschattet die irisch-britische und innerirische Politik bis heute. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen und dem Verzicht auf Nordirland durch die Republik Irland eine deutliche Entspannung ab.
Nach mehr als 300 Jahren britischer Herrschaft schied Irland schließlich am 18. April 1949 aus dem britischen Commonwealth aus. Die sechs nordirischen Grafschaften verblieben im Vereinigten Königreich.
Siehe auch Geschichte Irlands.
Politik
Die Republik Irland hat das politische System einer parlamentarischen Demokratie. Der Präsident (ir. Uachtaráin na hÉireann), das Staatsoberhaupt der Republik Irland, wird für sieben Jahre von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählt und kann sein Amt höchstens für zwei Amtszeiten ausfüllen. Seine politische Macht ist nicht sehr hoch – im Wesentlichen kommen ihm repräsentative und zeremoniale Aufgaben im Inland wie im Ausland zu. Er hat keinen Einfluss auf die Regierungspolitik; dieser begrenzte tagespolitische Spielraum bringt ihm aber hohe Akzeptanz ein.
Der Premierminister (ir. Taoiseach, gesprochen "Tíschach") wird vom Parlament nominiert und vom Präsidenten ernannt. Üblicherweise ist er der Parteichef der stärksten Parlamentspartei oder der größten Koalitionspartei.
Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern und dem Präsidenten: Dabei bildet der Senat (Seanad Éireann) das Oberhaus und das Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) das Unterhaus. Der Senat besteht aus 60 Mitgliedern, von denen 11 durch den Premierminister ernannt und 49 von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gewählt werden (Landwirtschaft und Arbeiterschaft je 11, Industrie und Handel 9, Öffentliche Verwaltung 7, Universitäten 6 und Kultur und Erziehung 5). Diese Wahlen finden innerhalb von 90 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses statt.
Das Unterhaus besteht aus 166 Mitgliedern, wobei die Zahl der Mitglieder von der Einwohnerzahl Irlands abhängt. Auf je 20.000 bis 30.000 Einwohner kommt ein Abgeordneter. Die Mitglieder des Unterhauses werden nach der übertragbaren Einzelstimmgebung (engl. Single Transferable Vote) in 42 Wahlkreisen, in denen je zwischen drei und fünf Mandate zu vergeben sind, gewählt. Wahlen müssen innerhalb von 30 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses stattfinden. Das Unterhaus wird derzeit für höchstens fünf Jahre gewählt, eine frühere Auflösung ist aber möglich.
Die Regierung (Án Rialtas) besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Dabei dürfen nicht mehr als zwei Minister aus dem Senat kommen, der Premier, der Stellvertreter des Premier und der Finanzminister müssen dem Repräsentantenhaus angehören.
Irische Parteien:
- Fianna Fáil und Fine Gael (die größten Parteien Irlands)
- Sinn Féin (die älteste Partei Irlands)
- Grüne (Irland)
- Labour Party (Irland)
- Progressive Democrats
Irland stellt einen EU-Kommissar: David Byrne und (bis 2004) den Präsidenten des Europaparlaments Pat Cox.
Aktuelle Politik
Pat Cox
Am 29. März 2004 führte Irland als erstes EU-Land ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen ein. Nach einer Umfrage im vergangenen November hatten sich rund 80 Prozent der Bürger, darunter auch über 60 Prozent Raucher, für ein Rauchverbot ausgesprochen. Das Gesetz trat um 0:00 Uhr in Kraft. Ein Teil der 10.000 Pubbesitzer befürchtet, nicht nur mit Einkommensverlusten, sondern, bei Missachtung des Gesetzes, auch mit einer Strafe von bis zu 3.000 € rechnen zu müssen. Laut Kommissar Byrne entstehen jedoch völlig neue Umsatzchancen, so werden zukünftig auch Personengruppen ein Pub besuchen, die dies vorher nie getan hätten. Um die Einhaltung zu überwachen, wurden rund 400 amtliche Kontrolleure eingestellt. Das Verbot gilt nicht für Hotelzimmer, Gefängnisse und psychiatrische Anstalten. Mit dieser Entscheidung will Irland eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen und hofft auf ähnliche Reaktionen anderer Staaten.
Am 25./26. Juni 2004 besuchte der US-Präsident George W. Bush für 18 Stunden Irland. Er traf mit dem irischen Premierminister Bertie Ahern zusammen und besprach zusammen mit seiner Führungscrew die europäisch-amerikanischen Beziehungen. 6.000 Polizisten und die Armee sorgten für die Sicherheit des Präsidenten, während einige tausend Demonstranten gegen die Politik von Bush am Flughafen Shannon protestierten.
Provinzen
Siehe Unterartikel: Gliederung Irlands
Irland besteht aus 4 Provinzen (Connacht, Leinster, Munster, Ulster), die sich nochmal in Bezirke (counties) aufspalten. Diese Provinzen haben in dieser Form allerdings keine Bedeutung mehr für die Verwaltung des Staates. Sie sind historisch gewachsen und spielen lediglich im Sport noch eine Rolle, da dieser in Irland auf kommunaler Basis organisiert ist.
Siehe auch: Liste der Städte in der Republik Irland
Infrastruktur
Irland hat Flughäfen in Dublin, Kerry, Cork, Shannon (Irland) u.a., die von Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Ryanair, HLX und der einheimischen Fluggesellschaft AerLingus angeflogen werden.
Irland hat ein recht dünnes Eisenbahnnetz, das aber ausgebaut wird.
Bus Eireann ist die nationale Busgesellschaft, die eine große Zahl von Verbindungen anbietet.
Die Straßen in der Republik sind meistens schlechter als auf dem europäischen Festland; es gibt quasi keine Autobahnen bis auf den Ring um Dublin und einige Verlängerungen dessen. Anfang 2005 stellte die Republik auf das metrische System um, seitdem werden Geschwindigkeiten in km/h und nicht mehr in mph gemessen. Entfernungen wurden davor schon hauptsächlich in km angegeben.
Kultur
Bibliothekswesen
1947 wurde mit dem Public Library Act der Bibliotheksrat An Chomhairle Leabharlanna ins Leben gerufen. Damit wurde das Bibliothekswesen revolutioniert.
An Chomhairle Leabharlanna, zunächst gegründet um die Versorgung und Entwicklung von Bibliotheksdienstleistungen zu gewährleisten, bekam 2001 zusätzliche Aufgaben. Diese Aufgaben sind im Wesentlichen, die Hauptbibliotheken zu beraten und sie unterstützen, Empfehlungen und Gutachten für die Ministerien zu erstellen und die Kooperation zwischen den öffentlichen Bibliotheken und den wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterstützen und zu erleichtern. Außerdem ist An Chomhairle Leabharlanna in viele Aktivitäten und Programme, die die Bibliotheken fördern, integriert. (Zum Vergleich: in Deutschland gibt es weder ein Bibliotheksgesetz, noch - seit der Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) im Jahre 2000 - eine zentrale Beratungs- und Entwicklungsagentur)
In Irland gibt es 32 Hauptbibliotheken. Davon werden 27 von den Landkreisen getragen und 4 von den Städten Cork, Dublin, Limerick und Waterford. Eine Bibliothek liegt dabei zwischen zwei Counties und wird deshalb von beiden unterstützt.
Die Strategien und Methoden der Bibliotheken variieren von Stadt zu Stadt, denn die Hauptbibliotheken handeln unabhängig voneinander.
Zu den 32 Hauptbibliotheken kommen weitere 345 Zweigbibliotheken hinzu. Dazu zählen auch Bibliotheken von Krankenhäusern, Schulen, Gefängnissen und so genannte Kommunikationszentren. Auch die 29 Fahrbibliotheken sind hier mit einberechnet, welche entlegene oder bevölkerungsarme Landstriche mit Büchern und anderen Medien versorgen.
Zu den Angeboten der Bibliotheken gehören im allgemeinen Sachliteratur und Belletristik, Service und Programme für Kinder und Jugendliche, Referenzmedien, Informationen zur Weiterbildung und allgemeine, lokale Informationen. Außerdem wird in jeder Bibliothek ein öffentlicher Zugang zum Internet angeboten. Alle Hauptbibliotheken bieten zusätzlich in der Bibliothek Opacs an, welche den Nutzern zur Verfügung stehen. Das heißt, dass alle Bibliotheken ein elektronisches Verwaltungssystem besitzen.
Einige Kataloge sind auch über das Internet abrufbar.
In den Öffentlichen Bibliotheken gibt es ca. 12,5 Millionen Medieneinheiten. Dazu gehören Bücher, Manuskripte, Bilder, Loseblattsammlungen, CDs, CD-Roms, DVDs, Kassetten, Videos und vieles mehr.
Im Gegensatz zu Deutschland wird in irischen öffentlichen Bibliotheken pro Einwohner weniger ausgeliehen. In Deutschland sind es 4,1 Medieneinheiten pro Einwohner, in Irland 3,4.
Die öffentlichen Bibliotheken werden dennoch von ca. 21% der Bevölkerung genutzt. 2002 gab es 809.158 Leser mit einem Bibliotheksausweis.
Mit den Sachkosten liegen die irischen Bibliotheken jedoch höher als deutsche Bibliotheken. In Irland werden 2,10 € pro Einwohner und in Deutschland 1,10 € pro Einwohner ausgegeben.
Finanziert werden die Bibliotheken hauptsächlich über Steuern. Ca. 10 % werden über Mitgliedsbeiträge, Nutzergebühren und Bußgelder finanziert.
Außerdem unterstützt das Department of the Environment and Local Government die Bibliotheken seit 1998 mit 34 Millionen €, die für den Bau und das Mieten von Gebäuden verwendet werden. Aber auch die Automatisierung von Arbeitsabläufen und der Bestandsaufbau wird mit diesen Geldern gefördert.
Irische Renaissance
Siehe Unterartikel: Irische Renaissance
Bekannte Iren
- in alphabetischer Reihenfolge -
- Bartholomew ("Bertie") Patrick Ahern, Irischer Premierminister
- Mary McAleese, Staatspräsidentin
- Francis Bacon, Maler
- Samuel Beckett, Schriftsteller
- Brendan Behan, Schriftsteller
- Boyzone, erste Boyband aus Irland
- Máire Brennan, Sängerin
- Pierce Brosnan, Schauspieler
- Chris de Burgh, Musiker
- Jean Butler, Tänzer (Irish Dance)
- Gabriel Byrne, Schauspieler
- Nicky Byrne, Musiker
- Eoin Colfer, Schriftsteller
- Michael Collins, Gründer der IRA
- Gavin Friday, Musiker
- The Corrs, Band
- The Cranberries, Band
- James Michael Donnellan, Tänzer (Irish Dance)
- Roddy Doyle, wichtigster, zeitgenössischer Schriftsteller
- The Dubliners, Band
- Damien Duff, Fußballer
- Keith Duffy, Schauspieler, Musiker
- Collin Dunne, Tänzer (Irish Dance)
- Kian Egan, Musiker
- Enya, Musikerin
- Colin Farrell, Schauspieler
- Mark Feehily, Musiker
- Shane Filan, Musiker
- Rory Gallagher, Musiker
- Michael Gambon, Schauspieler
- Stephen Gately, Sänger, Musical-Star
- Bob Geldof. Rockmusiker, Live-Aid-Organisator
- Mikey Graham, Musiker
- Richard Harris, Schauspieler
- Moarin O'Hara, Filmstar
- Seamus Heaney, Dichter
- Ray Houghton, ehemaliger Fußballer
- Eddie Irvine, ehemaliger Formel-1 Fahrer
- James Joyce, Schriftsteller
- Roy Keane, Fußballer
- Robbie Keane, Fußballer
- Ronan Keating, Musiker
- Johnny Logan, Sänger
- Shane Lynch, Rennfahrer, Sänger
- Shane MacGowan, Musiker
- Constance Markiewicz, Freiheitskämpferin
- Brian McFadden, Musiker
- Danny Morrison, Schriftsteller / Politiker
- Gary Moore, Sänger, Gittarist
- Liam Neeson, Schauspieler
- Flann O'Brien, Schriftsteller
- Turlough O'Carolan, Komponist
- Sean O'Casey, Schriftsteller
- Daniel O´Connell, Politiker, Befreier der Katholiken
- Sinéad O'Connor, Musikerin
- Bram Stoker, Schriftsteller (Dracula)
- Peter O'Toole, Schauspieler
- Bobby Sands – Hungerstreikopfer / IRA
- George Bernard Shaw Schriftsteller und Dramatiker
- Jonathan Swift, Schriftsteller
- U2, Rockband
- Eamon de Valera - Politiker
- Oscar Wilde, Schriftsteller, Dichter
- William Butler Yeats, Schriftsteller
Wahrzeichen
- Kleeblatt (Shamrock)
- Rundtürme
- Hochkreuze
Siehe auch
- Portal Irland
Weblinks
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ei.html Eintrag im CIA World Factbook]
- [http://www.oireachtas.ie/ Irisches Parlament]
- [http://www.irland-ferien.de/ Fremdenverkehrsamt Irland]
- [http://www.irland-inside.de/wissen/irland/ Umfangreiche Informationen zur irischen Geschichte]
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers]
- [http://www.irland-photos.com/ Webseite mit Irland Fotos]
- [http://www.pharologie.de/1_leuchttuerme_irland.htm pharologie.de - Irische Leuchttürme] Fotos und Informationen zu Leuchttürmen an der irischen Küste
- [http://wikitravel.org/de/Irland Reiseinfos zu Irland] auf Wikitravel
Irland, Republik
Irland, Republik
!Irland, Republik
ja:アイルランド
ko:아일랜드
ms:Ireland
nb:Republikken Irland
simple:Republic of Ireland
zh-min-nan:Éire
Irische Sprache
Die irische Sprache (irisch Gaeilge oder Gaoluinn, auch Gaeilge na hÉireann, „irisches Gälisch“, nach der bis 1948 geltenden Orthographie meist Gaedhilge) ist eine der drei goidelischen oder gälischen Sprachen. Zu diesen zählen auch das Schottisch-Gälische und das Manx (die Sprache der Insel Man). Sie zählt zum inselkeltischen Zweig der keltischen Sprachen.
Laut irischsprachiger Fassung des 8. Verfassungsartikels ist sie „die Hauptamtssprache“ (an phríomhtheanga oifigiúil) der Republik Irland, „da [sie] die nationale Sprache ist“. Seit dem 13. Juni 2005 ist Irisch auch Amtssprache der Europäischen Union.[http://ue.eu.int/cms3_applications/Applications/newsRoom/LoadDocument.asp?directory=fr/gena/&filename=85195.pdf]
Bisweilen wird sie im Deutschen als Gälisch und im Englischen als Gaelic bezeichnet, aber diese Benennungen werden von manchen Iren als abwertend empfunden. Zudem wird insbesondere in England und Schottland unter „Gaelic“ meist das Schottisch-Gälische verstanden (gängige Unterscheidung im gesprochenen Englisch: /ge:lik/ für das Irische, /ga:lik/ für das Schottisch-Gälische). Andererseits bezeichnen viele Iren die in Irland gesprochenen englischen Dialekte (Hiberno-Englisch) als Irish, auch das Schottisch-Gälische wurde früher mit dieser Bezeichnung belegt. Es ist also nur aus dem Zusammenhang eindeutig zu entnehmen, welche Sprache mit „Gälisch“ oder mit „Irisch“ gemeint ist.
Der Language Code ist ga bzw. gai oder
iri (nach ISO 639); sga bezeichnet
Altirisch (bis ca. 900) und mga Mittelirisch (900–1200).
Textproben
Beide Textausschnitte basieren auf Feldaufnahmen aus den 30er oder 40er Jahren aus West Cork. Die Transkriptionen wurden von Brian Ó Cuív vorgenommen und 1947 veröffentlicht (in The Irish of West Muskerry. A Phonetic Study, Dublin).
Vaterunser
Transkription des Irischen (Dialekt von Coolea)
- Ar n-Athair atá ar neamh go naomhuighthear t'ainm, go dtagaidh do ríoghdhacht, go ndéintear do thoil ar an dtalamh mar a déintear ar neamh.
Aussprache
- /ɑ:r nahir´ ətɑ: er n´av gə ne:'vi:hər tan´im´, gə dɑgig´ də ri:xt, gə n´e:n´tər də hol´ er´ ə daləv mɑr ə d´e:n´tər er n´av./
Deutsche Interlinearübersetzung
- Unser Vater der-ist auf Himmel dass sei-geheiligt dein-Name, dass werde-kommen dein Reich, dass werde-gemacht dein Wille auf der Erde wie welches werde-gemacht auf Himmel.
Heutiges Standardirisch
- Ár nAthair atá ar neamh go naomhaítear d'ainm, go dtaga do ríocht, go ndéantar do thoil ar an talamh mar a dhéantar ar neamh.
Sprichwort
Transkription des Irischen (Dialekt von Coolea und heutiger Standard)
- Is maith í comhairle an droch-chomhairligh.
Aussprache
- /is mɑh i: ko:rl´i: ən dro'xo:rlig´./
Deutsche Übersetzung
- Ist gut sie Rat des schlecht-Beraters. = Gut ist der Rat eines schlechten Beraters. (comhairle, „Rat“, ist weiblich)
Geschichte
Die Anfänge der irischen Sprache liegen zu großen Teilen im Dunkeln. Zwar ist das Irische unbestritten eine keltische Sprache, doch sind der Weg und die Zeit, auf dem bzw. zu der es nach Irland kam, heftig umstritten. Es ist lediglich sicher, dass zur Zeit der Ogam-Inschriften (also ab spätestens dem 4. Jahrhundert) in Irland Irisch gesprochen wurde. Diese früheste Sprachstufe wird als archaisches Irisch bezeichnet. Die Sprachprozesse, die sich prägend auf das Altirische auswirkten, d. h. Apokope, Synkope und Palatalisierung, entwickelten sich in dieser Zeit.
Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass das Irische die zuvor in Irland gesprochene Sprache (von der keinerlei direkte Spuren erhalten sind, die im Irischen aber als Substrat nachzuweisen ist) nach und nach abgelöst hat und dann bis zur Annahme des Christentums im 4. und 5. Jahrhundert die alleinige Sprache auf der Insel war. Kontakte zum romanisierten Britannien sind nachweisbar. Aus dieser Periode stammen etliche lateinische Lehnwörter im Irischen, in denen die meist die regionale Aussprache des Lateinischen in Britannien nachgewiesen werden kann. Weitere Wörter sind zur Zeit des Altirischen (600–900) mit den rückkehrenden perigrini nach Irland gekommen. Das waren irische und schottische Mönche, die auf dem Kontinent meist missionierten und klösterliche Gelehrsamkeit betrieben. Das sehr flexionsreiche Altirische weist in seiner schriftlichen Form einen hohen Grad an Standardisierung und Dialektlosigkeit auf.
Seit den Einfällen der Wikinger ab Ende des 8. Jahrhunderts muss sich das Irische die Insel mit anderen Sprachen teilen, vorerst jedoch nur in geringem Umfang. Die Skandinavier assimilierten sich nach den anfänglichen Raubzügen und Brandschatzungen zwar in einem Maße, das noch immer umstritten ist, sie ließen sich vor allem in den Küstenstädten als Händler nieder, hinterließen jedoch sehr wenige direkte Spuren in der irischen Sprache. Die Anzahl der skandinavischen Lehnwörter liegt bei etwa 60. Die sozialen und politischen Unruhen dieser Zeit werden jedoch als hauptverantwortlich für den Übergang vom weitgehend standardisierten Altirischen zum grammatisch wesentlich diversifizierteren Mittelirischen (900–1200) angesehen. Dies schlug sich unter anderem in der Vereinfachung der Flexionsformen (v. a. bei den Verben), dem Verlust des Neutrums, der Neutralisierung unbetonter Kurzvokale und der sehr uneinheitlichen Rechtschreibung nieder.
Entscheidender und nachhaltiger war der Einfall der Normannen ab 1169. Nicht zufällig spricht man ab etwa 1200 vom Frühneuirischen oder Klassischen Irisch (bis ca. 1600). Trotz der Unruhen zu Anfang des Zeitraums und der fortgesetzten Anwesenheit der Normannen im Lande ist diese Periode von sprachlicher Stabilität und literarischem Reichtum gekennzeichnet.
Zwar teilten die normannischen Adligen die Insel unter sich und einigen wenigen einheimischen Herrschern auf, doch gelang es ihnen lange Zeit nicht, die Insel vollständig zu erobern oder kulturell zu assimilieren. Vor allem die Randgebiete im Westen und Norden waren zwar meist tributpflichtig, aber politisch und kulturell weitgehend unabhängig. Das Englische als Sprache hatte sich nur um Dublin ("The Pale") und Wexford durchgesetzt. Auch die Statutes of Kilkenny (1366), die englischstämmigen Siedlern den Gebrauch des Irischen verboten, blieben weitgehend wirkungslos. Allein der Umstand, dass sie eingeführt werden mussten, ist für die damalige Sprachsituation bezeichnend. Viele der ursprünglich normannischen oder englischen Familien übernahmen die kulturellen Gepflogenheiten des Landes teilweise oder vollständig.
Die planmäßigen Ansiedlungen englischer und schottischer Farmer in Teilen Irlands im 16. und 17. Jahrhundert änderten die Situation erst einmal nicht wesentlich. Die Unterschichten sprachen meist Irisch, die Oberschichten Englisch oder Irisch. In dieser Zeit begann jedoch wahrscheinlich der prozentuale Anteil der Irischsprecher an der Gesamtbevölkerung langsam zu schrumpfen. Die Vertreibung der Reste des irisch-gälischen Adels 1607 (Flight of the Earls) enthob die Sprache dann jedoch völlig ihrer Verwurzelung in den Oberschichten. Sprachgeschichtlich ist hier der Beginn des Neuirischen oder modernen Irischen anzusetzen.
Der entscheidendste Faktor für den Rückgang der Sprache war jedoch die fortschreitende Industrialisierung ab dem späten 18. Jahrhundert. Hunger war auf dem Lande verbreitet und gelegentlich katastrophal. Wer etwas erreichen oder in manchen Fällen auch nur überleben wollte, musste in die Städte abwandern – und Englisch sprechen. Das Irische wurde zumindest im öffentlichen Bewusstsein zur Sprache der Armen, der Bauern, Fischer, Landstreicher. Nach und nach schlug diese Entwicklung auf die ländlichen Gebiete zurück. Die Sprache wurde nun zunehmend vom Englischen
verdrängt. Wiederbelebungsmaßnahmen ab dem späten 19. Jahrhundert und vor allem ab der Unabhängigkeit Irlands 1922 sowie die Förderung des sozialen Status des Irischen konnten die Entwicklung nicht aufhalten, geschweige denn umkehren. Allerdings ist festzuhalten, dass im Gegensatz zu den schnell sinkenden Zahlen der Muttersprachler die Zahl der Iren mit Irisch als aktiver oder passiver Zweitsprache stark angestiegen ist. Vor allem in den Städten finden sich größere Zahlen von Englischsprechern, die das Irische gut beherrschen und zum Teil auch gebrauchen. Zu den auf die Sprachsituation wirkenden Negativfaktoren des 20. und 21. Jahrhunderts zählen vor allem die zunehmende Mobilität der Menschen, die Rolle der Massenmedien und zum Teil fehlende enge soziale Netzwerke (fast alle Irischsprecher leben in engem Kontakt mit Englischsprechern). Heute wird nur noch in kleinen Teilen Irlands täglich Irisch gesprochen. Diese meist über die Nordwest-, West- und Südküste der Insel verstreuten Fleckchen werden zusammenfassend Gaeltacht (auch einzeln so; Pl. Gaeltachtaí) genannt.
1835 wurde die Zahl der Irisch sprechenden Menschen auf etwa vier Mio. geschätzt. Der erste landesweite Zensus wurde allerdings erst 1841 durchgeführt, noch ohne Frage zu Irischkenntnissen (diese ab 1851). Bis 1891 hatte sich die Zahl der Irisch sprechenden Menschen auf etwa 680.000 reduziert, aber nur 3 % der Kinder im Alter von drei bis vier Jahren sprachen Irisch. Der irische Zensus von 2002 ergab 1,54 Millionen Menschen (43 % der Bevölkerung), die behaupten, Irisch zu können. Davon sind höchstens 70.000 Muttersprachler, von denen nicht alle täglich und in allen Alltagssituationen Irisch sprechen. Häufig wird in Gegenwart Fremder oder auch gegenüber Kindern sofort ins Englische gewechselt. Kinder sollen auch in den Gaeltachtaí nach dem Willen der Eltern oft erst einmal Englisch lernen: „Irisch lernen können sie ja dann immer noch“ ist eine häufig gehörte Wendung. Der so entstehende zahlenmäßige Gegensatz zwischen Muttersprachlern und Personen, die eine Sprache als Erstsprache sprechen, ist für viele kleine Sprachen typisch. Praktisch alle Sprecher sind heute bilingual mit Englisch aufgewachsen.
Irisch in der Öffentlichkeit
Das Irische ist auch heute in ganz Irland anzutreffen. Orts- und Straßenschilder beispielsweise sind auf der gesamten Insel nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Irisch beschrieben. In West Connemara gibt es einige Gegenden, in denen Orientierungshilfen dieser Art nur auf Irisch ausgezeichnet sind. Das gleiche gilt für Gedenktafeln und offizielle Dokumente. Andere Schilder, z. B. an Restaurants, sind dagegen fast nur auf Englisch ausgezeichnet.
„Auf der Straße“ ist jedoch das gesprochene Irisch außerhalb der Gaeltacht selten zu hören. Bisweilen hört man vor allem ältere Leute in Städten wie Galway oder Dublin Irisch sprechen. An den Universitäten ist es an einigen Fakultäten, vor allem denen für das Irische bzw. für keltische Sprachen und Kultur, üblich, sich des Irischen zu bedienen. An der NUIG (National University of Ireland, Galway) wird beispielsweise an den entsprechenden Fachbereichen auch unter Studenten relativ wenig Englisch gesprochen, ebenso wie an den privaten Gaeltacht Schools, an denen nicht in der Gaeltacht aufgewachsene Jugendliche ihre Irischkentnisse verbessern können.
An allen staatlichen Schulen des Landes ist Irisch Pflichtfach, während der restliche Unterricht meist auf Englisch stattfindet. Es gibt jedoch nicht wenige Schulen, an denen ausgewählte andere Fächer ebenfalls durch das Irische vermittelt werden. Vor allem auf Druck von Eltern hin wurden in den 70er Jahren die obligatorischen Schulabgangsprüfungen für das Irische abgeschafft. Schüler müssen daher seit Jahrzehnten zwar Irisch lernen, ihre Kenntnisse aber selten ernsthaft nachweisen. Viele Jugendliche empfinden das Erlernen der irischen Sprache in der Schule, das überwiegend aus Gründen der Tradition und der Identitätsbewahrung stattfindet, als „lästig“ und antiquiert, da Irisch im Gegensatz z. B. zu Englisch, Deutsch oder Französisch im internationalen Geschäftsverkehr kaum oder nicht genutzt werden kann.
Schwer einzuschätzen ist die tatsächliche Verwendung des Irischen in der gebildeten urbanen Mittelschicht. Zwar sind gute bis sehr gute Irischkenntnisse in dieser Bevölkerungsgruppe verhältnismäßig weit verbreitet, doch scheinen diese sich weitgehend auf den passiven und/oder familiären Gebrauch zu beschränken. In Unternehmen und Ämtern sowie in informellen Gesprächen „auf der Straße“ wird die Sprache jedenfalls kaum verwendet. Anders ist dies bei Gesprächen unter universitätsnahen Personen, Personen, die an Bildungs- und Forschungseinrichtungen tätig sind, sowie Künstlern wie z. B. Schriftstellern. Diese nutzen häufig die (relativ seltene) Gelegenheit, sich mit anderen des Irischen mächtigen Kollegen oder Freunden auf Irisch auszutauschen. In der Öffentlichkeit spielt diese Art von Konversation jedoch aus nahe liegenden Gründen eine geringe Rolle, das öffentliche Leben (Fernsehen, Zeitungen) findet meist selbstverständlich auf Englisch statt.
Es gibt jedoch verschiedene Clubs und in Dublin ein Café, in dem nur Irisch gesprochen wird. Außerdem gibt es mehrere irischsprachige Radiosender (Raidió na Gaeltachta (staatlich), Raidió na Life (privat, Dublin)), einen irischsprachigen Fernsehsender (Teilifís na Gaeilge) sowie einige irischsprachige Zeitschriften. Auch im englischsprachigen Radio, Fernsehen und in Zeitungen tauchen immer wieder irische Ausdrücke auf. Einige staatliche und öffentliche Institutionen haben ausschließlich irischsprachige Bezeichnungen oder solche, die neben der englischen Form häufig verwendet werden:
- Landesname Éire (neben Ireland, häufig poetisch oder liebevoll gemeint)
- Parlament An tOireachtas („die Versammlung“) offiziell nur irisch gebraucht
- Oberhaus Seanad Éireann („Senat Irlands“) offiziell nur irisch gebraucht
- Unterhaus Dáil Éireann („Zusammenkunft Irlands“) offiziell nur irisch gebraucht
- Premierminister An Taoiseach („Der Erste“, „Der Anführer“) im inneririschen Gebrauch nur irisch
- Vize des Premierministers An Tánaiste („Der Zweite“) im inneririschen Gebrauch nur irisch
- Parlamentsmitglied Teachta Dála („Mitglied der Zusammenkunft“) fast nur irisch gebraucht (Titel T.D. dem Namen nachgestellt)
- alle Ministerien Roinn + jeweiliger Zuständigkeitsbereich im Genitiv („Abteilung der/des…“) meist englisch gebraucht
- Post An Post („Die Post“) offiziell nur irisch gebraucht
- Busgesellschaft Bus Éireann („Bus Irlands“) nur irisch gebraucht
- Eisenbahngesellschaft Iarnród Éireann („Eisenbahn Irlands“) nur irisch gebraucht
- Radio- und Fernsehstation Radio Telefís Éireann (RTÉ, „Radio Fernsehen Irlands“) nur irisch gebraucht
- Telekom früher Telecom Éireann („Telekom Irlands“) offiziell nur irisch gebraucht, mittlerweile privatisiert, nun „Eircom“ genannt
- Entwicklungsförderungsgesellschaft für die Gaeltacht Údarás na Gaeltachta („Behörde der Gaeltacht“) nur irisch gebraucht
- usw.
Außerdem müssen alle Gesetzestexte in einer irischsprachigen Fassung veröffentlicht werden, deren Wortlaut in Zweifelsfällen verbindlich ist. In der Praxis wird dies jedoch nicht immer so gehandhabt. Meist wird nur der englische Text für Entscheidungen hinzugezogen, zudem wird die irischsprachige Fassung bisweilen erst später veröffentlicht.
Im Vergleich zur Sprecherzahl gibt es eine recht rege irischsprachige Literatur. Es gibt verschiedene Literaturfestivals und Literaturpreise. In den meisten Buchläden sind irischsprachige Bücher zu finden, oft jedoch in kleinen, recht abgelegenen Ecken.
Letztlich wird vor allem in von Touristen frequentierten Läden eine Unmenge an Stickern, Aufnähern, Tassen und ähnlichen Souvenirs angeboten, auf denen oft auch Schriftzüge in irischer Sprache zu lesen sind. Dabei reicht die Palette etwa von Erin go bráth („Irland für immer“) bis Póg mo thóin („Leck (küss) mich am Arsch“). Diese oberflächliche Art der Identitätsbezeigung wird ebenso wie das zusammenhanglose Benennen und Beschriften von Läden, Konsumartikeln usw. auf Irisch als Token Irish bezeichnet.
- Radio-Streaming im Internet: [http://www.rte.ie/rnag/] > Eist/Listen live
Dialekte
Als Mutter- bzw. Erstsprache existiert das Irische nur in Form von Dialekten, nicht als Standardsprache. Es werden die Dialekte von Munster, Connacht und Ulster unterschieden. Diese können in zahlreiche, geographisch meist voneinander getrennte, Unterdialekte gegliedert werden. Eine solche Unterteilung könnte so aussehen:
Munster:
- An Rinn / Ring (Co. Waterford)
- Baile Bhuirne / Ballyvourney (Co. Cork) einzige existente Gaeltacht, die nicht am Meer liegt!
- Oileán Cléire / Clear Island (Co. Cork)
- Uíbh Rathaigh / Iveragh (Co. Kerry)
- Corca Dhuibhne / Dingle (Co. Kerry)
Connacht:
- Oileáin Árainn / Aran Islands (Co. Galway)
- Cois Fharraige / West Galway (Co. Galway)
- Iar-Chonamara (Ceantar na nOileán) / West Connemara (Co. Galway)
- Dúiche Sheoigheach / Joyce Country (Co. Galway)
- Túir Mhic Éadaigh / Tourmakeedy (Co. Mayo)
- Iorras / Erris (Co. Mayo)
- Oileán Acla / Achill Island (Co. Mayo)
Ulster:
- Tír Chonaill Dheas / South Donegal (Co. Donegal)
- Tír Chonaill Mheán / Mid Donegal (Co. Donegal)
- Tír Chonaill Thuaidh / Nord Donegal (Co. Donegal)
Diese Einzeldialekte zerfallen dann weiter in noch kleinere Einheiten, vor allem in Donegal, wo die hier angegebenen irischsprachigen Bezeichnungen nicht unbedingt üblich sind, meist wird gleich der eigentliche Ort (z. B. Téilinn) oder die entsprechende Halbinsel oder Insel (z. B. Toraigh) genannt. Die meisten dieser Gaeltachtaí verfügen in absoluten Zahlen über nur wenige hundert Irischsprecher, auch relativ gesehen liegt ihr Anteil in vielen Orten unter 50 %.
Abgesehen von den oben angegebenen Gebieten gibt es seit den 1950er Jahren noch zwei winzig kleine Pockets in der Grafschaft Meath nordwestlich von Dublin (Rath Cairne und Baile Ghib), die vor allem Versuchszwecken dienten: Können sich Gaeltachtaí in der Nähe einer Stadt wie Dublin halten? Dazu wurden dort Irischsprecher aus Connemara angesiedelt und finanziell unterstützt, doch es kam weder zur Ausprägung eines eigenen Dialekts noch haben diese beiden winzigen Pockets gute Überlebenschancen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es weitere Gebiete mit größerer Anzahl von Irischsprechern, u. a. in den Gleannta na hAontroma/Glens of Antrim (Co. Antrim), Béal Feirste Thiar/West Belfast, Ard Mhacha Dheas/South Armagh, und Doire/Derry City (in Nordirland) sowie in der Grafschaft Clare.
Neben den Sprechern in der Gaeltacht beherrschen jedoch fast alle Iren zumindest etwas Irisch, da es Pflichtfach an den Schulen ist. Vor allem in den Städten Dublin, Cork und Galway gibt es größere Sprecherzahlen, meist Menschen aus den gebildeteren Schichten. Diese sprechen jedoch meist das auf staatliche Initiative hin erarbeitete und unterrichtete Standardirisch (An Caighdeán Oifigiúil, offiziell gültig seit 1948) oder den jeweils in einer Gaeltacht erlernten Dialekt. Nur das Belfaster Irisch konnte einen eigenen Dialekt entwickeln, der sich mit der Zeit wiederum auf das Donegal-Irische ausgewirkt hat.
Die einzelnen Dialekte unterscheiden sich sprachlich in vielerlei Hinsicht:
- Wortakzent
- in Munster und mit starken Einschränkungen in South Connemara gibt es nicht nur die übliche Anfangsbetonung
- sog. „schwere“ Silben (mit Langvokal oder -ach(t)-) werden i. A. bis zur 3. Silbe betont (salach („schmutzig“) /sƏ'lax/; bradán („Lachs“) /brƏ'da:n/; amadán („Trottel“) /ƏmƏ'da:n/)
- Lexik
- „ansehen“, „gucken“: Munster féach, Connemara breathnú, Donegal amharc
- „wann?“: Munster cathain?, Connemara cén t-am?, Donegal cá huair?
- Syntax
- „Ich bin Übersetzer“:
- Standard Is aistritheoir mé (Bin Übersetzer ich)
- Munster (meist) Aistritheoir is ea mé (Übersetzer ist es ich)
- Connemara (häufig) Tá mé i m'aistritheoir (Bin ich in meinem Übersetzer)
- Donegal (häufig) Aistritheoir atá ionam (Übersetzer ist in-mir)
- Morphologie
- allgemeine Tendenz: je weiter nach Süden, desto häufiger werden statt analytischer Verbformen synthetische gebraucht: „ich werde trinken“ – ólfaidh mé vs. ólfad; „sie aßen“ – d'ith siad vs. d'itheadar
- in Munster sind noch Reste des Dativs gebräuchlich (v. a. in Kerry regulär die Dativ-Plural-Endung -(a)ibh anderswo ist der Dativ nur in wenigen festen Redewendungen geblieben
- Phonologie und Phonetik
- unterschiedliche Aussprache einzelner Lautgruppen: z. B.
- Donegal, Mayo und Teile Connemaras Zusammenfall der Endungen -(e)amh und -(e)abh mit -(e)adh und -(e)agh als /-u/
- Süd-Connemara und Munster: -(e)amh und -(e)abh > /-Əv/; -(e)adh und -(e)agh > /-Ə/, teils /-Əg/
- Grad der Palatalisierung von Konsonanten:
- Donegal Realisierung oft durch Affrikaten (palatalisiertes /d´/ als Affrikate dsch)
- Kerry z. T. nur durch andere Artikulationsstelle (alveolar im Gegensatz zum dentalen nicht-palatalisierten /d/)
- Gebrauch von Gleitlauten
- sehr stark in Munster ausgeprägt; vor allem wohl durch schwierige akustische Unterscheidbarkeit palatalisierter und nicht-palatalisierter Konsonanten bedingt
- die aus dem Altirischen ererbten „gespannten“ Konsonanten /L/ und /N/ sowie deren palatalisierte Entsprechungen /L´/ und /N´/ werden im Süden meist durch Diphthongisierung des vorangehenden Vokals oder den Gebrauch des velaren Nasals (/ŋ/) ersetzt ceann („Kopf“):
- Donegal /k´aN/ (kurzer Vokal, gespanntes N)
- Connemara /k´a:N/ (langer Vokal, gespanntes N)
- West Cork (Munster) /k´aun/ (Diphthong, ungespanntes n)
- der Genitiv (cinn) entsprechend /k´iN´/, /k´i:N´/ bzw. /k´i:ŋ´/
Schrift
Das Irische wird heute mit lateinischen Buchstaben geschrieben (Cló Rómhánach). Früher wurde jedoch ein eigener, aus lateinischen Majuskeln abgeleiteter Schrifttyp verwendet (Cló Gaelach). Bis der ersten Mitte des 20. Jahrhunderts wurden irischsprachige Bücher und andere Schriftstücke häufig in diesem älteren Schriftsatz gedruckt. Heute wird dieser nur noch für dekorative Zwecke gebraucht wird. Weiteres unter Irische Schrift.
Noch wesentlich älter ist die so genannte Ogam-Schrift. Dies wurde etwa vom 3. bis 6. Jahrhundert n. Chr. eingesetzt, eine sichere absolute Datierung ist jedoch nicht möglich. Ogam ist ein an die verwendeten Schreibutensilien angepasster „Code“ des lateinischen Alphabets, in dem die Buchstaben durch Gruppen von 1–5 Kerben (Konsonanten) oder Punkten (Vokale) bezeichnet wurden. Die Ogam-Schrift ist nur auf Steinkanten erhalten, wahrscheinlich wurde jedoch auch auf Holz geschrieben.
Schreibung und Alphabet
In der irischen Orthographie werden fünf kurze Vokale (a, e, i, o, u) und fünf lange Vokale (á, é, í, ó, ú) geschrieben:
Vokal
Weiterhin werden 13 Konsonanten (b, c, d, f, g, h, l, m, n, p, r, s, t) verwendet; die restlichen im lateinischen Alphabet vorkommenden Konsonanten (j, k, q, v, w, x, y, z) treten nur in Fremd- und Lehnwörtern auf (z. B. jíp „Jeep“; jab „Job“; x-ghathú „Röntgen(aufnahme)“, von engl. x-ray)).
Lehnwörtern
Eine besondere Rolle nimmt der Buchstabe h ein, der einzeln nur in Fremd- oder Lehnwörtern (z. B. hata "Hut") vorkommt. Er dient weiterhin als Vorschlag vor Vokalen in bestimmten syntaktischen Umgebungen, z. B. álainn (Adjektiv „schön“) vs. go hálainn (Adverb „schön“). Darüber hinaus wird durch ein nachgestelltes h die sog. Lenition im Schriftbild gekennzeichnet (von lat. lenire = „lindern“, „weich machen“; also etwa „Aufweichung“). Die Lenition gehört zu den für die inselkeltischen Sprachen typischen Anlautmutationen. Im Cló Gaelach wurden diese lenierten (auch: lenisierten) Konsonanten durch einen Punkt über dem betreffenden Konsonanten gekennzeichnet:
Konsonant
Das irische Alphabet lautet: a, b, c, d, e, f, g, h, i, l, m, n, o, p, r, s, t, u.
Aussprache
Die Aussprache des Irischen stellt, ähnlich wie beim Schottisch-Gälischen, eine Wissenschaft für sich dar. Das erste Problem besteht darin, dass die Standardaussprache zum Teil erheblich von den Dialekten abweicht, Muttersprachler sich jedoch äußerst selten des Standards bedienen. Auch Sprecher in Rundfunk, Fernsehen usw. bedienen sich meist eines dialektal gefärbten Standards oder standardisierter Dialekte. Das zweite Problem besteht darin, dass die Dialekte selbst voneinander sehr stark abweichen und zudem viele Unregelmäßigkeiten aufweisen. Die Standardaussprache ist jedoch mit Hilfe sehr vieler Regeln gut zu erlernen, da es im Vergleich zum Englischen beispielsweise relativ wenige Ausnahmen gibt. Diese Regeln hier im einzelnen zu beschreiben, würde einen Extraartikel einnehmen.
Die oberste Regel besteht darin, dass die Aussprache eines Buchstaben oder einer Buchstabengruppe immer von den benachbarten Buchstaben abhängt. Lediglich die mit einem Längenzeichen (síneadh fada oder kurz fada) markierten Langvokale werden stets so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden.
Grundsätzlich gibt es sämtliche Konsonanten (mit Ausnahme des „h“ in den meisten Dialekten) als Phonempaar, nämlich als palatale und als nicht-palatale Variante. Im Schriftbild sind diese unbedingt zu unterscheidenden Varianten leicht zu erkennen: Auf beiden Seiten palatalisierter Konsonanten(gruppen) stehen ausschließlich oder , bei nicht-palatalen Konsonanten(gruppen) , oder . Es gibt nur wenige Ausnahmen, deren Aussprache gelernt werden muss. Bei der Palatalisierung selbst wird die Zunge angehoben und deren vordere Teil an den Gaumen gelegt. Zudem werden häufig die Lippen gespreizt.
In der Orthographie des Irischen fällt das häufige Vorkommen das Buchstaben „h“ auf. Ein hinter Konsonanten stehendes h dient der Kennzeichnung der Lenition. Dabei handelt es sich um eine der für die inselkeltischen Sprachen typischen Anlautmutationen. Es sind sprachhistorisch bedingte phonologische Erscheinungen, die jedoch mit dem Endungswegfall im Altirischen (vor der Mitte des 7. Jahrhunderts) weitgehend grammatikalisiert wurden. Jeder lenierte Konsonant wird anders als sein unleniertes Pendant gesprochen. Die Mutationssysteme aller inselkeltischen Sprachen bilden jedoch logisch aufgebaute und in sich geschlossene Systeme.
In der Wortmitte tendieren lenierten Laute jedoch dazu, mit den umgebenden Vokalen zu Langvokalen oder Diphthongen zu verschmelzen. Dies gilt insbesondere für das Munster-Irische.
Konsonantengruppen wie , , , , , und weisen fast immer auf Nasalisierungen hin. Diese zählen ebenfalls zu den Anlautmutationen. In diesen Gruppen wird meist nur der erste Buchstabe gesprochen.
Die Aussprache kurzer Vokale lässt sich nur aus der lautlichen Umgebung bestimmen und ist kaum sinnvoll zusammenzufassen.
Grammatik
Das Irische ist eine stark flektierende Sprache, im Laufe seiner Entwicklung wurden jedoch viele synthetische Formen durch analytische Bildungen ersetzt.
- Satzstellung: Verb-Subjekt-Objekt (im Deutschen: Subjekt-Verb-Objekt in Hauptsätzen)
- Beispiel: Rinne mé an obair. (wörtl. „Machte ich die Arbeit.“ = „Ich machte die Arbeit.“). Dies ist ein Merkmal aller inselkeltischen Sprachen (des Bretonischen mit Einschränkung).
- Alle semantisch eigenständigen Satzglieder können durch Satzumbau jedoch nach vorne gestellt werden, um den Fokus des Satzes zu ändern.
- Beispiel: neutral Rinne mé an obair leis an athair inné. wörtl. „Machte ich die Arbeit mit dem Vater gestern.“ = „Ich machte gestern die Arbeit mit dem Vater.“
- Umstellungsmöglichkeiten:
- An obair a rinne mé leis an athair inné. („die Arbeit“ im Fokus)
- Mise a rinne an obair leis an athair inné. („ich“ im Fokus)
- (Is) leis an athair a rinne mé an obair inné. („mit dem Vater“ im Fokus)
- Inné a rinne mé an obair leis an athair. („gestern“ im Fokus).
- Direkte Pronominalobjekte stehen gewöhnlich am Satzende.
- Beispiel: Chonaic mé an fear ar an tsráid. wörtl.: „Sah ich den Mann auf der Straße.“ = „Ich sah den Mann auf der Straße.“
- dagegen: Chonaic mé ar an tsráid é. wörtl.: „Sah ich auf der Straße ihn.“ = „Ich sah ihn auf der Straße.“
- Anlautmutationen: Lenition und Nasalisierung (oder Eklipse) waren ursprünglich (vor dem Altirischen) rein phonologische Erscheinungen, die erst mit dem Wegfall der Endungen im archaischen Irisch (vor ca. 600 n. Chr.) grammatisch relevante Bedeutung annahmen. Heute dienen sie der Kennzeichnung von so unterschiedlichen Funktionen wie Besitz (Possessivpronomina), Unterscheidung Präteritum/Imperativ, Markierung von Präpositionalobjekten, Markierung des grammatischen Geschlechts, Markierung von direkten und indirekten Nebensätzen usw.
- Beispiel: capall /'kapƏl/ „Pferd“ wird zu mo chapall /mƏ 'xapƏl/ „mein Pferd“ (Lenition) oder zu ár gcapall /ar 'gapƏl/ „unser Pferd“ (Eklipse)
- Verbformen: Es gibt fünf Zeitformen: Präsens, Präteritum (einfache Vergangenheit), Imperfekt (wiederholte Vergangenheit), Futur und Konditional.
- Das Konditional besitzt zwar einen stark modalen Aspekt, wird jedoch innerhalb der Paradigmen der Zeitformen gebildet und daher zu diesen gerechnet. Weiterhin gibt es den Konjunktiv, den Imperativ, Partizipien sowie Verbalnomen (etwa vergleichbar mit den deutschen substantivierten Verben, jedoch in der Grammatik weitaus wichtiger als diese und mit stärker substantivischen Eigenschaften). Es gibt keinen Infinitiv.
- Beispiele für die Verbalflexion (Standardformen). Der unterschiedliche Gebrauch analytischer und synthetischer Verbformen in den Paradigmen ist gut zu erkennen:
Verb der Klasse 1 (einsilbiger Stamm) mit palatalem Auslaut: bris, „brechen“
Verb der Klasse 2 (mehrsilbiger Stamm) mit nicht-palatalem Auslaut: ceannaigh, „kaufen“
- Präpositionen: Viele einfache Präpositionen verschmelzen mit Personalpronomen zu sog. konjugierten Präpositionen. Die Bedeutung der konjugierten Präpostion ändert sich dann entsprechend: ar („auf“) zu „auf mir“, „auf dir“, „auf ihm“ oder „darauf“, „auf ihr“ usw.
- Substantive: Es gibt zwei grammatische Geschlechter, feminin und maskulin. Der Artikel lautet für beide an (Plural: na). Es werden jedoch nur feminine Substantive nach dem Artikel leniert.
- Die Nominalflexion ist seit längerem in der Auflösung begriffen. Während der Genitiv und der Vokativ noch recht lebendig sind, ist der Dativ fast vollständig verschwunden, der Akkusativ unterscheidet sich nur an einer einzigen Stelle vom Nominativ (und auch dies nicht bei allen Sprechern).
Literatur und Lehrbücher
- Thomas F. Caldas, Clemens Schleicher: Wörterbuch Irisch-Deutsch, Helmut Buske Verlag 1999, ISBN 3-87548-124-0
- Lars Kabel: Kauderwelsch, Irisch-Gälisch Wort für Wort, Reise Know-How Verlag 2002, ISBN 3-89416-281-3 (zu diesem Werk ist eine Aussprache-CD erhältlich)
- Mícheál Ó Siadhail: Lehrbuch der irischen Sprache, Helmut Buske Verlag 2004, ISBN 3-87548-348-0 (zu diesem Werk ist eine Aussprache-CD erhältlich)
- Martin Rockel: Grundzüge einer Geschichte der irischen Sprache, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, ISBN 3-70011-530-X
Siehe auch
- Irische Familien
- Irischsprachige Literatur
- Irische Schrift
- Anlautmutationen
Weblinks
- [http://www.irelandman.de/go-irischkurs.htm Cúrsa Gaeilge: deutschsprachige Irisch-Kurs-Ausarbeitung]
- [http://www.braesicke.de/gram.htm Gramadach na Gaeilge = die irische Grammatik]
- [http://www.irishgaelictranslator.com Forum und Links zur irischen Sprache]
- [http://www.contemporarypoetry.com/brain/lang Ein englischsprachiger Kurs]
- [http://www.sprache-und-kultur.com/Irish/ Informationen zum Erlernen des Irischen]
Kategorie:Einzelsprache
ja:アイルランド語
simple:Irish
InselstaatEin Inselstaat ist ein Staat, der aus einer oder mehreren Inseln besteht und/oder aus einem oder mehreren Teil(en) einer oder mehrerer Inseln, nicht aber aus dem Festland eines Kontinents. Sie unterscheiden sich damit von den Binnen- und Küstenstaaten. Von den derzeit insgesamt 194 souveränen Staaten der Welt (Stand: 2004) liegen 47 auf einer oder mehreren Inseln.
Siehe auch:
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Liste der Inselstaaten
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste unabhängiger Staaten nach Bevölkerungsdichte
- Liste unabhängiger Staaten nach Einwohnerzahl
- Liste unabhängiger Staaten nach Fläche
Kategorie:Politische Geographie
Irland (Insel)
Irland ist die westliche, kleinere Insel der beiden großen nordwesteuropäischen Inseln, welche generell, jedoch nicht unumstritten, als die Britischen Inseln bekannt sind. Sie ist ca. 450 km lang und ca. 260 km breit und liegt im Atlantik bei . Insgesamt hat sie eine Fläche von etwa 84 421 km².
Man bezeichnet Irland auch als die "Grüne Insel". Der englische Name der Insel lautet Ireland, der irische Name Éire. Der lateinische Name lautet Hibernia.
Auf der Insel liegen die Republik Irland und Nordirland, welches Teil des Vereinigten Königreichs bildet.
Irland wurde im Mittelalter in vier (zeitweise fünf) Provinzen (engl. province, ir. cúige) eingeteilt: Ulster im Norden, Connacht (früher geläufige englische Schreibung: Connaught) im Westen, Munster im Südwesten und Leinster im Südosten und Osten. Die Provinzen waren in der Vorzeit wichtige Regionen sind aber seit langer Zeit politisch bedeutungslos, jedoch fühlen sich viele Iren "ihrer" Provinz zutiefst zugehörig.
Heute sind die Provinzgrenzen im Allgemeinen entlang der Grafschaftsgrenzen gezogen:
- Ulster stimmt bis auf die Grafschaften (engl. county, ir. condae) Donegal, Cavan und Monaghan mit Nordirland (Sechs Grafschaften: Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Derry und Tyrone), überein.
- Connacht umfasst die Grafschaften Galway, Mayo, Sligo, Leitrim und Roscommon.
- Munster setzt sich aus Cork, Kerry, Limerick, Clare, Tipperary und Waterford zusammen.
- In Leinster liegt die Hauptstadt der Republik Irland Dublin, die gleichzeitig auch eine eigene Grafschaft bildet. Weiterhin sind in Leinster die Grafschaften Wexford, Carlow, Kilkenny, Wicklow, Kildare, Offaly, Laois, Meath, Westmeath, Longford und Louth vertreten.
siehe auch
Portal Irland
Weblinks
- http://www.irish-net.de/
- http://www.irishtourist.com
- [http://home.versanet.de/~jleine/index.htm Sehr umfangreiche Linksammlung über Irland]
- http://www.irland-inside.de/
- http://irland-fahrt.de/
- http://www.irland-photos.com/
- http://www.europaserviceba.de/ Generelle Informationen zu Arbeiten in Irland
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers]
Kategorie:Insel (Irland)
ja:アイルランド島
ko:아일랜드 섬
simple:Ireland
th:ไอร์แลนด์
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
__TOC__
Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste.
Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen.
Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry.
Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien
Klima und Vegetation
Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden.
Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten.
Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut.
Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.
Bevölkerung
Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner.
Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.
Sprachen
Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.
Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language.
Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall).
Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)
Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten:
Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Inder (über 1 Million - 2001)
Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.
Pakistaner (747.285 - 2001)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.
Bengalen (283.063 - 2001)
Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime.
Chinesen (247.403 - 2001)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens.
Sinti & Roma (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion.
Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
- Church of England (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
- Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
- Methodistische Kirche
- Wales die
- Church in Wales (Anglikanisch)
- United Reformed Church (Reformiert)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- Nordirland die
- Church of Ireland (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Verschiedene Presbyterianische Kirchen
Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden).
Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.
Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet.
Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005
Politik
Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung.
Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.
Militär
Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird.
Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties).
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man
Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten.
Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.
Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie
Infrastruktur
Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung.
Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert.
Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden.
Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester.
Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen.
Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten.
Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.
Siehe auch
- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland
Wirtschaft
Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas.
In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin.
Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).
Kultur
Höchste Bauwerke
- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter
Weitere Themen
- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus
Weblinks
Geschichte Großbritanniens
- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)
Landschaft und Natur
- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)
Politik
- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)
Institutionen
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