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Irokesen

Irokesen

Die Irokesen (Eigenbezeichnung Haudenosaunee - Menschen des Langen Hauses) sind eine Gruppe sprachverwandter Indianervölker (siehe auch Irokesische Sprachen). Woher die Bezeichnung Irokesen kommt, ist nicht endgültig geklärt. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich vom Nordufer des Sankt-Lorenz-Strom bis zum Hudson und westlich über den Eriesee hinaus.

Geschichte

Überlieferungen zufolge sind die Irokesen aus dem unteren Mississippi entlang des Ohio eingewandert. Erstmals sind die Irokesen um das Jahr 1000 nachweisbar. Der Irokesenbund (auch: Irokesenliga) war und ist noch heute ein Völkerbund aus den sechs Nationen der Mohawk, Onondaga, Oneida, Cayuga, Seneca und Tuscarora. In der englischen Literatur werden sie als Iroquois proper ("eigentliche Irokesen") bezeichnet. Zwischen 1350 und 1600 waren die Stämme der Irokesen untereinander verfeindet, wurden aber im 16. Jahrhundert, vermutlich um 1570, durch den Propheten Deganawidah und Häuptling Hiawatha vereint. Die Onondaga sträubten sich lange gegen den Beitritt zur Irokesenliga und rangen ihr dabei bedeutende Privilegien ab. Der Rat der Liga, bestehend aus 50 Häuptlingen, war das Vorbild des amerikanischen und schweizerischen Regierungssystemes. 1623 wurde der niederländische Handelsposten Fort Orange auf dem Territorium der Mohawk gegründet. Im 17. Jahrhundert vernichtete der Bund im Zuge der Biberkriege die Wyandot, Tionontati und Erie. Die Tuscarora stießen erst 1722 zu den five nations (danach six nations) hinzu, nachdem sie von europäischen Siedlern aus North Carolina vertrieben worden waren. Im Französisch-Indianischen Krieg (1756-1763) zwischen Engländern und Franzosen standen die Irokesen auf Seiten der Engländer. Im amerikanischen Unabhängigkeitskriege spalteten sich die Irokesen in Oneida und Tuscarora (die sich auf die Seite der Amerikaner stellten) und den restlichen Bund (der für die Engländer kämpfte). Eine amerikanische Strafexpedition zerstörte 1779 eine wichtige Siedlung der Irokesen und brach ihren Widerstand. Im zweiten Vertrag von Fort Stanwix löste sich die Liga 1784 auf. Die Onondaga, Seneca und Tuscarora blieben in New York, während die Mohawk und Cayuga nach Kanada gingen. Die Oneida ließen sich in Wisconsin nieder. Noch im zweiten Weltkrieg sahen sich die Irokesen als eigenes Volk, das dann auch alleine Adolf Hitler und dem 3. Reich den Krieg erklärte, aber nicht mit den USA kooperieren wollte.

Kultur und Bedeutung der Irokesen

Ihre freiheitliche Verfassung soll der der USA Pate gestanden haben. Auch auf das europäische Denken der Aufklärung hatte sie Einfluss (Johann Gottfried Herder, "Die große Friedensfrau der Irokesen") und auch bei Friedrich Engels nimmt sie in dessen Schrift vom Ursprung der Familie eine wichtige Stellung ein (beeinflusst wiederum von Bachofens "Mutterrecht") . Traditionell besteht jede Nation aus mehreren Klans, denen jeweils eine gewählte Klanmutter vorsteht. Jeder Klan konnte bis zu drei Abgeordnete in die Ratsversammlung der Irokesen schicken. Die Gesellschaft war demokratisch organisiert, das Individuum genoss erstaunliche Freiheiten. Das Verwandtschaftssystem ist matrilinear, die Lebensweise ist matrilokal. Die Irokesen haben eine starke, für Einzelpersonen kaum durchbrechbare geschlechtliche Arbeitsteilung. So sind die Frauen für die Häuser und die Landwirtschaft zuständig, während die Männer der Jagd und anderen Aufgaben nachgehen, die ein Verlassen des Clanlandes erforderlich machen. Die Irokesen lebten hauptsächlich von Mais. Sie kannten Dutzende verschiedener Maisarten. Dies machte sie unabhängig vom Jagdglück und erlaubte eine relativ sesshafte Lebensweise. Es war aber auch eine ständige Gefahr, denn gelang es den Feinden, die Maisfelder zu zerstören, brach das Wirtschaftssystem der Irokesen zusammen. Neben dem Mais verpflegten sie sich mit Kürbis, Bohnen und Wildfrüchten. Die Jäger vervollständigten die Speisekarte mit Fleisch. Die Irokesen lebten in mit Palisadenzäunen befestigten Dörfern, die aus bis zu hundert Langhäusern bestanden. Nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren, wenn der Boden und der Wald nicht mehr die gewünschten Ernte- und Jagderträge brachten, zogen die Bewohner zu einem neuen Gelände. Ein besonderes kulturelles Merkmal der Irokesen sind die Medizinbünde.

Irokesen heute

Von den heute etwa 60.000 Irokesen sprechen noch etwa 20 % eine der Irokesischen Sprachen.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Literatur


- In der DDR war ein Kinderbuch "Blauvogel, Wahlsohn der Irokesen" sehr beliebt.
- Lippuner, Heinz: Demokratie aus indianischer Hand? Unsere Bundesverfassung und das Great Law of Peace der Irokesen-Konföderation, in: Kleine Schriften des Museumsvereins Schaffhausen 99/5.
- Lips, Eva: Nicht nur in der Prärie, Leipzig: Edition Leipzig 1974
- Schumacher, Irene: Gesellschaftsstruktur und Rolle der Frau. Das Beispiel der Irokesen. (Soziologische Schriften; 10). Berlin: Duncker & Humblot 1972.
- Fenton, Willam N.: The Great Law and the Longhouse: a political history of the Iroquois Confederacy. (The civilization of the American Indian series, 223). Norman: Univ. of Oklahoma Press 1998
- Thomas Wagner: Irokesen und Demokratie. Ein Beitrag zur Soziologie interkultureller Kommunikation, Münster, Lit-Verlag 2004

Weblinks


- http://www.tolatsga.org/iro.html (engl.)
- http://www.sixnations.org/ (engl.)
- [http://www.graswurzel.net/297/iro.shtml Der Irokesenbund als egalitäre Konsensdemokratie]
- [http://www.indianerwww.de/indian/n_irokes.htm Irokesen im Indianerwww] Kategorie:Nordamerikanische Ethnie Kategorie:Matriarchales Volk ja:イロコイ連邦

Indianer Nordamerikas

Zu den Indianern Nordamerikas zählt man üblicherweise sämtliche Indianer nördlich von Mexiko. Ausgenommen sind die Ureinwohner Hawaiis, die Inuit, Unangan und Yupik in Alaska und der nordkanadischen Arktis, die sich genetisch und kulturell stark von den nordamerikanischen Indianern unterscheiden. Ebenfalls nicht zu den Indianern gezählt werden Mischvölker wie die Métis. Eine Eigenart der nordamerikanischen Indianer ist, dass sich Völker derselben Sprachgruppe weder kulturell ähnlich, noch räumlich nah sein müssen. Die nordamerikanischen Indianer-Völker unterscheiden sich kulturell erheblich. So gibt es zum einen demokratisch organisierte Stämme mit Ältestenrat, Stammesrat und Ratsfeuer wie beispielsweise die Irokesen, zum anderen monarchisch organisierte Stämme wie Wampanoag oder Powhatan. Das Oberhaupt eines Stammes wird in den verschiedenen europäischen Sprachen, die mit den Indianern in Berührung kamen, unterschiedlich tituliert: Chief (englisch), Sachem (französisch) oder Kazike (spanisch: cacique). Im Deutschen übersetzt man diese Titel als „Häuptling“.

Geschichte

Besiedlung Nordamerikas

Hauptartikel: Besiedlung Amerikas Die Erforschung der Besiedlung Nordamerikas ergibt ein recht einheitliches Bild; im Gegensatz zu Mittel- und Südamerika. Die Besiedlung erfolgte nach heutigem Wissensstand in drei, möglicherweise vier Einwanderungswellen: Die erste Welle traf um etwa 12.000–11.000 v. Chr. von Asien her über eine Landbrücke bei der Beringstraße oder in Booten entlang der Küste ein. Die ältesten allgemein anerkannten archäologischen Spuren sind die der Clovis-Kultur, die etwa das genannte Alter hat. Sie finden sich im Südwesten der USA. Mit der zweiten Welle trafen die Vorfahren der Na-Dene-Indianer ein und mit der dritten jene der Inuit. Möglicherweise wanderten die Vorfahren der Algonkin in einer separaten Welle zwischen den Clovis und den Na-Dene nach Amerika. Einige Funde wie der des Kennewick-Mannes lassen vermuten, dass möglicherweise weitere Gruppen von Europa oder Ozeanien aus den Weg nach Amerika gefunden haben. Gesichert ist, dass die Wikinger um 1000 n. Chr. in Neufundland (Kanada) eine Siedlung errichteten. Im 12. Jahrhundert dürfte der walisische Prinz Madoc mit einer Gruppe nach Nordamerika gesegelt sein und sich im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Kentucky, Georgia und Tennessee niedergelassen haben. Möglicherweise hat diese Gruppe den Indianerstamm der Mandan gegründet. Die ersten Siedler trafen auf Großwild wie Mammute, Mastodonten, Moschusochsen, Riesenfaultiere, Elche, Karibus und Bären. Sie jagten diese Tiere mit Harpunen, Wurfspießen und Speerschleudern. Weiter sammelten sie Beeren, Nüsse und Wildreis. Entlang der Küsten fingen sie Fische. Zwischen 13.000 und 9.000 v. Chr. wich das Eis zurück und hinterließ große Seen und Flüsse, die sich zur Fischerei anboten. Vermutlich etwa um 8.000 v. Chr. starben etliche der Großwildtiere aus, ob aufgrund übermäßigen Jagens oder aufgrund der Klimaveränderung, ist nicht geklärt. Gleichzeitig ermöglichte das wärmere Klima Ackerbau, so dass in den folgenden Jahrtausenden etliche Indianervölker vom nomadischen Jäger- und Sammlertum zum sesshaften Ackerbau übergingen. Besonders im Südosten der heutigen USA entwickelten indianische Völker Hochkulturen.

Kolonialgeschichte

Nach der Reise von Christoph Kolumbus im Jahre 1492 nach Amerika wanderten immer mehr Europäer nach Amerika aus. Allein zwischen 1620 und 1770, also bis knapp vor der amerikanischen Unabhängigkeit, stieg die weiße Bevölkerung in den USA von 2.000 auf über 2,2 Millionen an. Dies führte zu Landstreitigkeiten zwischen Weißen und Indianern.

Pelzhandel

Der Pelzhandel zwischen Euro-Amerikanern und Indianern nimmt eine wichtige Rolle in der amerikanischen Kolonialgeschichte ein. Die europäischen Einwanderer hatten großen Bedarf an Pelzen für den heimischen Markt. Besonders Biberpelze waren für Kopfbedeckungen sehr begehrt. Die weißen Händler tauschten die Pelze bei den Indianern ein oder kauften sie weißen Fallenstellern ab. Oft stiessen die Fallensteller in bisher für die Einwanderer unbekanntes Gebieten vor und trugen so erheblich zur Erkundung Amerikas bei. Die Weißen waren an Handels-Koalitionen mit indianischen Stämmen nicht nur aus ökonomischen sondern auch aus politischen Gründen interessiert, brauchten sie doch diese Allianzen im Kampf um die koloniale Vormachtsstellung in Amerika. Für die Indianer brachte der Pelzhandel erhebliche Änderungen der Machtverteilung mit sich. Wer sich eine gute Position im Pelzhandel sichern, und damit europäische Güter wie zum Beispiel Feuerwaffen einhandeln konnte, war klar im Vorteil. Der Pelzhandel brach im 19. Jahrhundert zusammen. Gründe waren die Ausrottung der Pelztiere an vielen Orten Nordamerikas und die Änderung der Hutmode in Europa.

Neue Waffen

Pelzhandel Die europäischen Einwanderer brachten nach 1492 verschiedene Kulturgüter mit sich, die das Leben der Indianer nachhaltig veränderten. Die Anwendung von Metallspitzen auf Speeren und Pfeilen führte zu ersten Kräfteverschiebungen unter den indianischen Nationen. Früher hatten sie Steinspitzen aus Granit oder anderen harten Steinen gebaut. Regelrechte Völkerwanderungen wurden jedoch durch die ungleichmäßige Einführung von Feuerwaffen entlang der nordamerikanischen Ostküste und von der Hudson Bay aus ausgelöst. Stämme, die zuerst Feuerwaffen erhielten, konnten benachbarte Stämme oft völlig aus ihren angestammten Gebieten vertreiben, was zu regelrechten Domino-Effekten führte. Später berühmt gewordene Stämme wie die Lakota oder die Cheyenne waren ursprünglich sesshafte Bewohner des östlichen Waldlandes, bevor mit Feuerwaffen ausgestattete Nachbarn sie verdrängten. Solange Vorderlader verwendet wurden, hatten Feuerwaffen vor allem einen psychologischen Vorteil und eine größere Reichweite als Pfeil und Bogen, waren jedoch Pfeil und Bogen in puncto Feuergeschwindigkeit stark unterlegen. Noch 1866 erlangten größtenteils mit Pfeil und Bogen bewaffnete Lakota und Cheyenne entscheidende Siege gegen US-Truppen. Bereits im Folgejahr, als die US-Armee mit Repetiergewehren ausgestattet war, änderte sich dies schlagartig. Dem rücksichtslosen Einsatz von industriellen Tötungsmitteln gegen Männer, Frauen und Kinder wie Gebirgshaubitzen, Hotchkiss-Schnellfeuerkanonen, die 100 Schuss pro Minute abfeuerten, sowie Gatling-Kanonen, einer frühen Form des Maschinengewehrs, hatten die Indianer nichts entgegenzusetzen.

Pferde

Die frühen spanischen Einwanderer führten Pferde mit sich, die sich rasch in Nordamerika verbreiteten und von vielen Indianervölkern in ihre Kultur integriert wurden. Besonders für die nomadischen Völker der Plains wurden die Pferde zu einem zentralen Gut. Sie konnten die Travois und damit auch die Tipis der Prärieindianer erheblich vergrößern, waren mobiler und konnten sich in Gegenden ausbreiten, die früher unbewohnbar waren. So wurde ein großer Teil der Plains, das karge Grasland, erst nach Einführung des Pferdes besiedelt. Diese machten auch die vorher sehr mühsame Jagd auf die dort lebenden Bisons wesentlich einfacher. Ehemals kleine und schwache Stämme wie die Comanche, Lakota oder Cheyenne wurden zu erheblichen Machtfaktoren in den Plains.

Ausrottung durch Infektionskrankheiten

Die Indianer Amerikas wurden von den Europäern, die nach Amerika auswanderten, in oft blutigen und grausamen Auseinandersetzungen von ihrem Land verdrängt. Daneben spielten viele bisher in Amerika nicht bekannte Infektionskrankheiten eine Rolle beim Rückgang der indigenen Bevölkerung. Teils wurden sie unbewusst oder doch unbeabsichtigt aus Europa eingeschleppt. Es gehört aber zu den schrecklichsten Kapiteln der Eroberung Amerikas durch die Europäer, dass diese teilweise Infektionen auch gezielt unter der Urbevölkerung verbreiteten, um zu töten. Dabei dürfte es sich vermutlich um den ersten Einsatz von biologischen Waffen handeln.

Indianerpolitik

Die Indianerpolitik der USA und Kanadas war gezeichnet vom Wunsch der weißen Siedler nach Land und der folglichen Unterwerfung der Indianer. Im Jahre 1763, noch vor der Gründung der USA, entstand durch den Proclamation Act erstmals ein separates Indianer-Territorium, das die Indianer im Wesentlichen von den europäischen Auswanderern trennte. Das Gesetz trennte das Land entlang der Wasserscheide der Appalachen: Der westliche Teil wurde den Indianern zugeschrieben, der östliche den Weißen. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die europäischen Einwanderer sämtliche Indianer unterworfen. Hierbei spielten verschiedene Faktoren eine Rolle und wurden unterschiedliche Mittel eingesetzt: Indianerkriege, Umsiedlung, übermäßig viele weiße Siedler, eingeschleppte Krankheiten, gebrochene Verträge und gezielte Ausrottung der Bisons als Lebensgrundlage vieler Indianer. Das Massaker von Wounded Knee im Jahre 1890 markiert den endgültigen Sieg über die Indianer; seitdem lebten sie in Reservationen und waren von den Lebensmittelrationen der Weißen abhängig. Mit dem Reservationsland blieben den Indianern diejenigen Gebiete, welche die Weißen zuletzt für sich beanspruchten, meist unwirtliche Flächen. Auch nach der Unterwerfung der Indianer versuchten die Weißen, das so genannte „Indianerproblem“ zu beseitigen, auch weil die Lebensmittelrationen Geld kosteten. Verschiedene Versuche wie der General Allotment Act, der Indian Reorganization Act und die Termination scheiterten aber nacheinander. Erst mit dem Indian Self Determination Act von 1968 erhielten die Indianer einen Teil ihrer Rechte wieder zurück. Ihr Leben ist jedoch nach wie vor geprägt von Rassendiskriminierung und Armut. Kanada verabschiedete 1867 mit dem Indian Act ein Gesetz, das die kanadischen Indianer künftig als Mündel der Regierung behandeln ließ. Als solche können sie nicht über sich selbst entscheiden, sind jedoch von jeglichen Steuern befreit. Bis in die 1970er Jahre wurden indianische Kinder - in Kanada wie in den USA - früh aus ihren Familien gerissen und in meist kirchliche Internate gesteckt. Dort durften sie nicht ihre Stammessprache sprechen und mussten das Christentum annehmen. Später kamen seelische und körperliche Misshandlungen an die Öffentlichkeit. Junge indianische Frauen wurden teilweise unter Zwang sterilisiert. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten die Indianer zu einigen Rechten. So erhielten sie 1960 in Kanada das Wahlrecht auf Bundesebene. 1982 unterschrieb Kanada einen Verfassungsartikel, womit es die traditionellen Rechte der Indianer wie auch die in staatlichen Verträgen festgelegten Rechte anerkannte. Mehrere indianische Gruppierungen errangen anschließend dank diesem Artikel vor Gericht Siege. Siehe auch: Geschichte der USA, Geschichte Kanadas

Indianischer Widerstand

1944 gründeten Indianer verschiedenster Indianervölker den National Congress of American Indians (NCAI), der als erste und einzige panindianische Widerstandsorganisation gilt. Bereits früher waren diverse andere indianische Organisationen entstanden, die allerdings nicht bei allen Stämmen Unterstützung fanden. Der NCAI wurde zum Zwecke des besseren Schutzes der indianischen Rechte gegründet. Er verstand es als seine Aufgabe, in der amerikanischen Bevölkerung Öffentlichkeitsarbeit zum besseren Verständnis der indianischen Kultur und Situation zu leisten und sich für die Bewahrung der traditionellen kulturellen Werte einzusetzen. Der NCAI setzte sich für das Ende der Termination und für das Erstarken der Stammesregierungen ein. Bereits Ende des Zweiten Weltkrieges hatte der NCAI Mitglieder aus beinahe allen Stämmen in seinen Reihen. Mit den Jahren stieg die Unzufriedenheit insbesondere unter den jüngeren Mitgliedern. Viele Indianer waren enttäuscht über das langsame Vorgehen des Kongresses. So spalteten sich 1961 der „Nationale indianische Jugendrat“ (National Indian Youth Council – NIYC), der sich für den indianischen Nationalismus stark machte, und 1968 die „Amerikanische Indianerbewegung“ (American Indian Movement – AIM) ab. Letztere in den Städten entstandene Bewegung sorgte Ende der 1960er und anfangs der 1970er Jahre mit ihren zum Teil recht militanten Aktionen für Schlagzeilen. 1969 besetzten AIM-Mitglieder zusammen mit Indianern verschiedener Stämme die verlassene vor San Francisco liegende ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, um dort ein Zentrum für indianische Kultur sowie ein Museum einzurichten. Nach 19 Monaten brachen die Indianer ihre Besetzung ab. 1971 nahmen AIM-Mitglieder einen Teil des in den heiligen Bergen der Lakota, den Black Hills, liegenden Mount Rushmore National Memorial in Besitz, um gegen die zahlreichen gebrochenen Verträge zu protestieren. Ein Jahr später zogen sie mit Mitgliedern anderer Indianerorganisationen, wie dem NIYC, im Trail of Broken Treaties nach Washington D.C. und besetzten dort für sechs Tage das Verwaltungsgebäude des Bureau of Indian Affairs (BIA). 1973 fand die wohl bedeutendste Aktion statt: AIM-Mitglieder besetzten zusammen mit Sympathisanten die in der Pine-Ridge-Reservation (South Dakota) gelegene Ortschaft Wounded Knee. Diese war und ist für die dort lebenden Lakota von geschichtsträchtiger Bedeutung. Rund 200 bewaffnete Indianer protestierten so gegen die korrupte Stammesregierung unter Richard Wilson. Die Besetzung dauerte 70 Tage. Der NCAI seinerseits betrieb seinen friedlichen Protest durch Reden, Pamphlete, aber auch durch Unterstützung lokaler Projekte und durch das Erarbeiten von Studienprogrammen weiter. Er gewann kontinuierlich an Einfluss. Vereinte er 1970 rund 2.000 Mitglieder, so waren es 1978 bereits 3.000, die 154 Stämme vertraten. Nach der Besetzung von Wounded Knee verlagerte sich der Protest der Indigenen. Viele wendeten sich von militanten Maßnahmen ab und widmeten sich stattdessen juristischen Möglichkeiten. 1974 gründeten über 5.000 Vertreter von 98 indianischen Ethnien den „Internationalen Indianischen Vertragsrat“ (International Indian Treaty Council – IITC), die heute wohl bedeutendste Widerstandsorganisation der Indianer. Ihr Ziel ist es, die Traditionen der Indianer zu bewahren und deren Selbstbestimmungsrecht zu erlangen. Noch im selben Jahr reisten Vertreter des IITC in die Schweiz, um die Gründung einer Menschenrechtsorganisation im Gastgeberland der UNO anzuregen. So entstand die Organisation Incomindios Schweiz, die indigenen Vertretern unter anderem ermöglicht, jährlich während einer Woche in Genf an der UNO ihre Probleme zu schildern und ihre Forderungen zu stellen.

Heutige Situation

Die Indianerpolitik der USA wechselte je nach Regierung. Als Ergebnis leben die Indianer heute meist desillusioniert in Armut. Wesentlich stärker als die weißen Amerikaner leiden sie unter Alkoholismus, Herzproblemen, Diabetes und anderen physischen und psychischen Krankheiten. In den USA sind Indianer eine Randgruppe mit wenig bis keiner Anerkennung. Bei der Volkszählung 2000 gaben 2,47 Millionen Menschen an, Indianer oder Indigene Alaskas zu sein – dies sind 26 % mehr als 1990. Weitere 1,6 Millionen gaben an, teilweise indianischer Abstammung zu sein. Die US-Indianer besitzen rund 23 Millionen Hektar Land, zumeist in Reservationen. Diese Zahl ist aufgrund von Landstreitigkeiten umstritten. 85 % der Indianer leben außerhalb von Reservationen, meist in Städten. Die Stadt mit den meisten indianischen Einwohnern ist New York City, hier leben 87.000 Indianer. Gemäss der Census-Schätzung von 2003 lebt ein Drittel aller US-Indianer in den drei Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Oklahoma. Die bevölkerungsreichsten Stämme der USA sind (Census 2000; es sind nur Indianer gezählt, die sich ausschliesslich zu einem einzigen Stamm zugehörig erklärten): Im Jahre 2000 waren acht von zehn Amerikanern mit indianischen Vorfahren Halbblute. Etliche kleinere Stämme kämpfen um ihre Anerkennung als solche. Um als Indianer-Stamm anerkannt zu werden, müssen sie ihre indianische Herkunft über viele Generationen nachweisen. Dies ist oft schwierig bis unmöglich. Im Bundesstaat Virginia beispielsweise wurden anfangs des 20. Jahrhunderts alle Nicht-Weiße als Farbige deklariert, auch die Indianer. In South Carolina erhielten am 17. Februar 2005 die Pee Dee und die Waccamaw die staatliche Anerkennung. In den USA leben 20 % der Indianer unter der Armutsgrenze. Die US-Indianer besitzen 2,3 Prozent der Gesamtfläche der USA. Viele Indianer leben in urbanen Gebieten außerhalb der Reservationen. In Kanada werden die Indianervölker als First Nations bezeichnet. Nicht zu den First Nations zählen die Inuit, Inuvialuit und die Métis. Die First Nations machen rund 3 % der kanadischen Bevölkerung aus. Da der Anteil von Indianern, die einen Hochschulabschluss haben, wesentlich niedriger ist als bei anderen Gruppen der Bevölkerung, richteten sie im Jahre 2000 die First Nations University of Canada in Regina, Saskatchewan ein.

Das Leben in Reservationen und Reservaten

Saskatchewan Das Leben in US-Reservationen ist von Armut geprägt. Die Arbeitslosigkeit ist enorm hoch, das Gesundheitswesen schlecht und der Alkoholismus weit verbreitet. In jüngster Vergangenheit verbesserte sich die Situation in jenen Reservationen erheblich, die mit eigenen Kasinos Millionenbeträge einspielten. Andere Stämme lehnen Kasinos mit dem Argument ab, diese würden ihre Kultur zerstören. In Kanada wohnten 1996 400.000 Indianer in Reservaten. Bei ihnen lag die Arbeitslosigkeit bei 28,7 %; bei der kanadischen Gesamtbevölkerung lag sie dagegen bei 10,1 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag in den Reservaten um mehr als sechs Jahre niedriger als in Gesamtkanada. Ähnlich sah es bei den Tuberkuloseerkrankungen aus: In den Reservaten kamen im Jahre 2000 34 Tuberkulose-Fälle auf 100.000 Personen, in Kanada lediglich 5. Auch Selbstmorde und Krankheiten im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum waren häufiger.

Das Leben in urbanen Gebieten

Insbesondere durch die Terminationspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die indianische Bevölkerung in den Städten sprunghaft zu. In den zwanzig Jahren nach 1950 sollen etwa 100.000 Indianer in die Städte gezogen sein. 1970 lebten bereits 44,6 % aller registrierten Indianer in Städten, um 1990 waren es mit 54 % über die Hälfte. Die am stärksten bevorzugten Städte waren zum einen die großen wie Los Angeles mit 30.000 Indianern, San Francisco mit 20.000 und Chicago mit 8.000, zum anderen kleinere Städte in der Nähe der Reservationen wie zum Beispiel Tulsa, Oklahoma City, Phoenix, Tucson, Albuquerque, Seattle, Minneapolis und Buffalo. Die staatlich geförderte Umsiedlung in Städte hatte offiziell den Zweck, die Arbeitslosenquote in den Reservationen zu verringern. Dieses Ziel wurde nicht mal annähernd erreicht. Abgenommen hat dafür die Arbeitslosenquote der indianischen Bevölkerung in den Städten. Zwischen 1950 und 1970 sank sie von 15,1 % auf 9,4 %. Die Abnahme der Arbeitslosenquote ging einher mit einer Verbesserung der Ausbildung. Gegenüber den Reservationen lag das Lohnniveau in den Städten höher. Dieser Unterschied vergrößerte sich weiter im Laufe der Jahre. Im Jahre 1949 lag das mittlere Einkommen der Reservationsindianer bei rund 80 % desjenigen der städtischen Indianer. Zwanzig Jahre später verdienten die Reservationsindianer nur noch 57 % der in Städten lebenden. Damit lag das Einkommen der städtischen Indianer ungefähr auf dem Niveau desjenigen der schwarzen Männer. Ebenfalls niedriger als in den Reservationen ist die Sterblichkeitsrate, dies vor allem dank einer besseren gesundheitlichen Versorgung. Stärker jedoch ist der Alkoholkonsum, obwohl dieser in den Reservationen bereits ein großes Problem darstellt. Markant ist auch die geringere Kinderzahl pro Frau in den Städten. Hatte um 1980 eine Frau in den Reservationen durchschnittlich 5,3 Kinder, waren es zur selben Zeit in der Stadt nur 3,7 Kinder. Nicht alle Indianer kommen mit der weißen Welt gleich gut zurecht. Zu Beginn der Terminationspolitik kehrten rund drei Viertel aller Umsiedler in die Reservationen zurück, später nur noch etwa die Hälfte. Für eine Rückkehr sprechen vor allem persönliche und ökonomische Gründe. Obwohl städtische Indianer wohl ebenso mittellos sind, wie die in Ghettos lebenden Schwarzen, gibt es keine eigentlichen Indianerghettos. Vielmehr leben die Indianer über die ganze Stadt verteilt wie in Seattle oder sind in einem Gebiet im Herzen der Stadt angesiedelt, wie dies in Minneapolis der Fall ist. Dort ist das Indianerviertel zwar als Red Ghetto bekannt, ist allerdings nicht mit den schwarzen Ghettos vergleichbar, die meist am Stadtrand liegen. Egal wie die Verteilung der Indianer in den Städten aussieht, den allermeisten städtischen Indianern ist das Wohnen in ärmeren Stadtvierteln gemein. So leben 19 % aller städtischen Indianer in überfüllten Wohnungen, während dieser Anteil bei der gesamten US-Bevölkerung nur bei 7 % liegt. Der starke Alkoholkonsum verwickelt viele Indianer in große Probleme. Insbesondere führt er zu zahlreichen Verhaftungen wegen Delikten unter Alkoholkonsum. Tatsächlich zählen Bars in den Städten zu den beliebtesten Treffpunkten.

Traditionelle Kultur

Ghetto Als Christoph Columbus Amerika bereiste, lebten alleine im Gebiet der heutigen USA etwa 500 indianische Ethnien mit rund 175 verschiedenen Sprachen. Einige davon lebten als sehr kleine Jäger- und Sammler-Gruppen, andere als hoch entwickelte landwirtschaftliche Nationen, die sich aber nicht mit der Größe von europäischen Staaten vergleichen lassen. Zu Zeiten ihres Zenits übertraf ihre Größe selten 60.000 Personen. Die meisten autonomen Gruppen umfassten nur einige hundert. Im 16. Jahrhundert war die Tendenz zu größeren politischen Einheiten erkennbar. Trotzdem kam es immer wieder zu Trennungen aufgrund von Rivalitäten, Meinungsverschiedenheiten, Vorurteilen und Hass. Die jeweilige autoritäre Führungskraft war abhängig vom ihm entgegengebrachten Respekt. Die Mitglieder eines Stammes konnten nicht gezwungen werden zu bleiben. Bei Unstimmigkeiten verließen sie ihre Gruppe, um sich entweder einer anderen Gruppe anzuschließen oder um eine eigene Gruppe zu bilden. Dieses System stärkte das Verantwortungsbewusstsein des Führers gegenüber seinem Volk. Die meisten nordamerikanischen Indianerstämme hatten ihre klar voneinander abgegrenzten Geschlechterrollen. Die Landwirtschaft und das Sammeln von Beeren und Wurzeln war meist Aufgabe der Frau, während das Jagen und der Krieg zur Rolle des Mannes zählte. Einige Stämme waren matrilinear organisiert, andere patrilinear. Bei vielen Stämmen bekannt und akzeptiert waren die Zwei-Seelen-Menschen, meist homosexuelle Personen, welche in die Rolle des anderen Geschlechtes schlüpften, deren Kleidung trugen und deren Aufgaben erledigten. Zwei-Seelen-Menschen wurden oft überdurchschnittliche geistige Kräfte nachgesagt, waren hoch geachtet und nicht selten als Schamane tätig. Einige kulturelle Elemente waren im ganzen Kontinent verbreitet: So glaubten viele Indianer an Tiergeister, an das visionäre Fasten und an den Mythos, dass Amerika auf dem Rücken einer Wasserschildkröte errichtet worden war. Bedeutender als die Gemeinsamkeiten sind die kulturellen Unterschiede. Nordamerika wird im Allgemeinen in die zehn Kulturareale Arktis, Subarktis, Nordwestküste, Plateau, Kalifornien, Großes Becken, Südwesten, Prärien und Plains, Nordöstliches Waldland und Südöstliches Waldland eingeteilt.

Zeitgenössische Kultur

Religion

Die heute bei den nordamerikanischen Indianern am weitesten verbreitete Religion ist die Native American Church. Diese besteht aus christlichen Elementen vermischt mit traditionellen Praktiken verschiedener Stämme. Der wichtigste Ritus ist die Peyote-Zeremonie. Die Ausgestaltung der Native American Church ist je nach Region leicht unterschiedlich, je nach dem, welche christliche Glaubensrichtung während der Kolonialisierung vorherrschend war, und welche eigenen Stammesbräuche üblich waren. Die Native American Church ist heute ein wichtiger Gegenpol zu den negativen Auswirkungen wie Alkoholismus und Kriminalität, welche die Kolonisierung mit sich gebracht haben. Peyote

Musik und Kunst

Die Musik der nordamerikanischen Indianer ist üblicherweise monophon. Heute wird sowohl die tradtionelle Musik gepflegt, bestehend aus Trommeln und Flöten, wie auch moderne Musikrichtungen wie Country und Pop, meist vermischt mit traditionellen Elementen. Einige indianische Interpreten schafften den Sprung in die amerikanische Öffentlichkeit, so zum Beispiel Robbie Robertson, Rita Coolidge, Wayne Newton und die Band Redbone. Die am weitesten verbreiteten musikalischen Anlässe unter den nordamerikanischen Indianern sind die Powwows. Dabei sitzen Trommelgruppen um eine große Trommel und schlagen zusammen während sie traditionelle Lieder singen. Zu dieser Musik tanzen Tänzer in farbenfrohen Kleidern. Die Kunst der Indianer besteht aus Töpfern, Malen, Schmuckherstellen, Weben, Schnitzen und Korbflechten.

Schauspieler und Sänger indianischer Abstammung


- Burt Reynolds
- Johnny Depp
- Demi Moore
- Cher (Künstlerin)
- Graham Greene (Schauspieler)
- Noah Hathaway

Sprachgruppen

Die nordamerikanischen Ureinwohner sprechen eine Vielzahl von indigenen Sprachen, zu deren wissenschaftlicher Einteilung und Abgrenzung bislang keine Einigkeit besteht. Eine Sonderrolle spielen die Métis, Nachfahren vorwiegend französischer Einwanderer und indigener Frauen, die in Kanada als indigenes Volk anerkannt sind. Sie sprechen zum Teil Französisch, zum Teil Michif, eine dem Cree verwandte Sprache.

Weiterführende Informationen

Siehe auch


- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Südamerikas

Literatur

Indigene Literatur


- Jeannette Armstrong: SLASH. Roman über die Red-Power-Bewegung. Unrast Verlag. ISBN 3-928300-56-3

Indigene über indigene Literatur


- Audrey Huntley: Widerstand Schreiben! Entkolonialisierungsprozesse im Schreiben indigener kanadischer Frauen. Unrast Verlag. ISBN 3-928300-51-2

Bücher


- Bolt, Christine: American Indian Policy and American Reform. Allen & Unwin, London: 1987.
- Farb, Peter: Die Indianer: Entwicklung und Vernichtung eines Volkes. Nymphenburger Verlagshandlung, München: 1988
- Feest, Christian F. (Hrsg.):Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln : Könemann, 2000, 480 S., ISBN 3-8290-0500-8
- Hofmann, Martin L.: Indian War. Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier. Atlantik Verlag, Bremen. ISBN 3-926529-28-8
- Josephy, Alvin M.: Five Hundred Nations, Die illustrierte Geschichte der Indianer Nordamerikas, 469 S., ISBN 3-8940-5356-9
- Mann, Charles C.: 1491: New Revelations of the Americans Before Columbus, 480 S., Alfred A. Knopf, ISBN 1-4000-4006-X
- Sturtevant, William C.: Handbook of North American Indians. Smithsonian Institution (Hg.). Washington.

Zeitschriften


- American Indian Quarterly, University of Nebraska Press

Weblinks


- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.aimovement.org American Indian Movement]
- [http://www.incomindios.ch Menschenrechtsorganisation Incomindios Schweiz]
- [http://www.treatycouncil.org International Indian Treaty Council]
- [http://www.aktionsgruppe.de Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte]
- http://www.indianer-web.de/
- http://www.indianer.de
- http://www.nativeculturelinks.com/indians.html (engl.)
- http://www.welt-der-indianer.de/
- [http://www.gfisher.org/ch_4__overkill.htm Prof. Gordon McCrea Fisher über die Indianer] (engl.)
- [http://www.newadvent.org/cathen/07747a.htm Artikel über die Indianer in der katholischen Enzyklopädie] (engl.)
- [http://www.tolatsga.org/dela.html Bericht über einen konkreten Plan, Indianer gezielt durch Textilien, die mit Pocken verseucht waren, auszurotten] (engl.) ---- Kategorie:Nordamerikanische Ethnie Kategorie:Indigene Völker ja:アメリカ州の先住民族 simple:Aboriginal American

Irokesische Sprachen

Die Irokesischen Sprachen sind verwandte Sprachen, die von den Mitgliedern des Irokesenbundes und weiteren Völkern, die ursprünglich im Osten Nordamerikas wohnten, gesprochen werden. Im Einzelnen sind das die Sprachen Cayuga (360 Sprecher), Oneida (250 Sprecher), Onondaga (ca. 100 Sprecher), Seneca, (200 Sprecher), Susquehannock (in den 1760ern ausgestorben), Tuscarora, Wyandot (in den 1960ern ausgestorben). Mehrere Sprachen, etwa Laurentinisch oder die Sprache der Erie, sind schon ausgestorben, bevor sehr viel über sie bekannt wurde. Die größeren Sprachen sind Cherokee (12.000 bis 22.000 Sprecher) und Mohawk. Der Sprach-Code nach ISO 639-2 ist: iro

Klassifikation der irokesischen Sprache

I. Nördliche Irokesische Sprachen : A. Tuscarora-Nottoway :: 1. Tuscarora :: 2. Nottoway (†) : B. Proto-Lake Irokesische :: 3. Huron-Wyandot (†) ::
- Huron (†) ::
- Wyandot (†) :: 4. Laurentinisch (?) (†) :: i. Iroquois (Irokesen) ::: 5. Onondaga ::: 6. Susquehannock (Andaste, Conestoga, Andastoerrhonon, Minqua) (†) ::: a. Seneca-Cayuga :::: 7. Seneca :::: 8. Cayuga ::: b. Mohawk-Oneida :::: 9. Mohawk :::: 10. Oneida II. Südliche Irokesische Sprachen : 11. Cherokee † - ausgestorben

Literatur


- W. L. Chafe, The Caddoan, Iroquoian, and Siouan Languages. The Hague 1976.
- I. Goddard (ed.), Languages. Handbook of North American Indians (W. C. Sturtevant) (vol. 17). Washington, D. C.: Smithsonian Institution 1996. ISBN 0-1604-8774-9.
- M. Mithun, Iroquoian. L. Campbell & M. Mithun (eds.), The Languages of Native America. Austin, Texas 1979, 133-212.
- M. Mithun, The languages of native North America. Cambridge: Cambridge University Press 1999. ISBN 0-521-23228-7 (hbk); ISBN 0-521-29875-X.
- W. L. Chafe, A Semantically Based Sketch of Onondaga. Bloomington 1970.
- H. Sasse, Der irokesische Sprachbau. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft 7, 1988, 173-213.
- W. L. Chafe, Sketch of Seneca, an Iroquoian language. Handbook of North American Indians; vol. 17: I. Goddard (ed.), Languages. Washington 1996, 551-579.

Siehe auch


- Sprache
- Sprachfamilie
- Sprachfamilien nach Kontinenten geordnet
- Einzelsprache

Weblinks


- [http://www.indianersprachen.de Indianersprachen]
- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.ethnologue.com/web.asp Ethnologue: Languages of the World englisch] Kategorie:Sprachfamilie

Hudson River

Der Hudson River ist ein 493 km langer Fluss im Osten der USA (Nordamerika).

Flusslauf

Der Hudson entspringt im US-Bundesstaat New York in den Adirondacks. Von dort fließt er überwiegend in südlicher Richtung durch diesen Staat und nimmt bei Albany das Wasser des Mohawk River auf. Nur im Unterlauf bildet er teilweise die Grenze zum Nachbarstaat New Jersey und erreicht unter anderen New York City. Den Atlantik erreicht er zwischen der Insel Manhattan und New Jersey. Der Hudson entwässert zusammen mit seinen Nebenflüssen, insbesondere mit dem Mohawk River, ein großes Gebiet im Osten der USA. Der Fluss ist flussaufwärts bis Albany schiffbar. Der im 19. Jahrhundert gebaute Eriekanal verbindet den Hudson mit dem Eriesee. Er ist über ein Kanalsystem mit dem Champlainsee verbunden. Wegen der atemberaubenden Schönheit des Hudsontals wurde dem Hudson River die Bezeichnung Der Rhein Amerikas verliehen.

Geschichte

Der Hudson River wurde 1524 von dem Italiener Giovanni da Verrazano entdeckt und nach Henry Hudson benannt, einem englischen Seefahrer, der ihn 1609 erkundet hat.

Weblinks


- [http://www.travelhudsonvalley.org/ Hudson Valley Tourism]
- [http://www.hudsonrivervalley.com/ Hudson River Valley National Heritage Area] Kategorie:Fluss in den USA Kategorie:New York State Kategorie:New York City ja:ハドソン川

Ohio

Ohio // ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), der im Nordosten des Staates liegt. Im Norden ist er vom Eriesee, der die Grenze zum Nachbarland Kanada bildet, im Süden vom Ohio-Fluss begrenzt, der dem Bundesstaat seinen Namen gab. Ohio ist ein Begriff der Irokesen und bedeutet "Großes Wasser". Die Hauptstadt Ohios ist Columbus; Großstädte sind Cleveland, Cincinnati, Toledo, Akron und Dayton. Der Bundesstaat Ohio ist 116.096 km² groß (im Vergleich der Bundesstaaten an 34. Stelle) und hat 11.353.140 Einwohner (im Vergleich der Bundesstaaten an 7. Stelle - Stand: 2000), was einer Bevölkerungsdichte von 98 Einwohner pro Quadratkilometer entspricht. Im Jahre 1803 wurde Ohio in die Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen und wurde der 17. Staat der Union. Aus Ohio stammen mehr US-Präsidenten als aus jedem anderen Bundesstaat; der Staat ist eine der ältesten Hochburgen der Republikaner, heute jedoch politisch ungefähr zur Hälfte gespalten. Republikaner Erste Siedler kamen aus Frankreich. Heute ist Ohio ist einer der führenden Standorte des Maschinenbaus der USA. Es gehört zum Corn Belt des Mittleren Westens, daher spielt auch die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Mit über 2.500 Seen und 72.000 Flusskilometern, wegen seiner abwechslungsreichen Landschaft, seiner Erholungsgebiete und historischen Sehenswürdigkeiten (vor allem archäologische Stätten - Ausgrabungen von indianischen Siedlungen und Grabstätten) ist Ohio touristisch interessant, und die Tourismusindustrie gehört zu den Wachstumsbranchen. Zwischen dem 15. und 16. Oktober 2005 kam es in der Stadt Toledo zu Unruhen, als anläßlich eines Demonstrationsaufzuges des National Socialist Movements, einer nationalsozialistischen Gruppierung, diese mit Gegendemonstranten zusammenstießen. Dabei setzte die örtliche Polizei Tränengas insbesondere gegen letzte Partei ein. Der Bürgermeister der Stadt, Jack Ford, bekräftigte das Recht der Nazis ihre Sache öffentlich zu vertreten, was die Unruhen wahrscheinlich erst in Gang setzte. Die Presse sprach von einem wütenden Mob von 600 Menschen, zu dem sich auch Straßengangs gesellt hätten, die Baseball große Steine auf die Polizisten geworfen hätten, Autos beschädigt und eine Bar in Brand gesetzt hätten. Allein 114 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Offenbar war die Nazi-Bewegung bewusst in diese Stadt gegangen, die extrem abhängig von der Automobilindustrie ist, was sich durch eine hohe Arbeitslosenquote bemerkbar macht. 2000 betrug das Bruttoinlandsprodukt 362 Milliarden US-Dollar, womit Ohio an siebter Stelle der Bundesstaaten steht. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 28.400 US-Dollar, damit steht Ohio an 19. Stelle. Die landwirtschaftliche Produktion umfasst Sojabohnen, Milchprodukte, Mais, Tomaten, Schlachtvieh (Schweine, Rinder), Geflügel und Eier. Zur industriellen Produktion gehören Transportmittel, Metallverarbeitung, Maschinen, Nahrungsmittel und Elektrogeräte.

Größte Städte

Siehe auch:
- Liste der Gouverneure von Ohio
- Liste der Countys in Ohio
- Liste der Städte in Ohio Ohio ja:オハイオ州 ko:오하이오 주 simple:Ohio th:มลรัฐโอไฮโอ

Mohawk

Die Mohawk (Eigenbezeichnung: Kanien'kehá:ka) sind ein indianisches Volk. Sie sind ein Gründungsvolk und Wächter des östlichen Tores der im 16. Jahrhundert gegründeten Irokesenliga. Die Sprache Mohawk, die zu den irokesischen Sprachen gehört, wird heute fast nur noch von älteren Menschen gesprochen.

Geschichte der Mohawk

Von 1710 an, bis zum Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, waren sie mit den Engländern verbündet - erst gegen die Franzosen, dann gegen die US-Amerikaner. 1783 flohen sie aus dem Staat New York nach Kanada.

Mohawk heute

Die Mohawk zählen heute etwa 35.000 Menschen. Aktuelle US-Reservationen der Mohawk sind St. Regis Mohawk (an der Grenze New York - Kanada), und die kanadischen Reservate Akwesasne, Kahnawake, Kanesatake, Tyendinega und Six Nations. 1969/70 und 1990 kam es zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen Mohawk und kanadischer Regierung. Von März bis September 1990 wehrten sich kanadische Mohawk mit einer Besetzung des Geländes gegen die Erweiterung eines Golfplatzes auf das Gebiet eines alten Indianerfriedhofs in Oka (Kanada). Am 2. September 1990 begann die kanadische Armee mit der Räumung des Grundstücks. Erst 1997 erwarben die kanadischen Behörden das Gelände von der Gemeinde Oka und gaben es den Mohawk.

Hochhaus-Indianer

Der Sankt-Lorenz-Strom fließt mitten durch das Reservat von sechs Irokesen-Stämmen. 1886 sahen die Ingenieure beim Bau einer Eisenbahnbrücke über den Fluss junge Indianer mühelos auf den Konstruktionen in schwindelnder Höhe herumklettern. Sie baten Indianer des Stammes der Mohawk um Mithilfe beim Bau. Seitdem sind die Mohawk-Indianer gefragte Arbeiter auf Hochhausbaustellen überall in Amerika. In den dreißiger Jahren bauten sie am Empire State Building mit, in den siebzigern am World Trade Center. Bis heute ist es nicht geklärt, ob Mohawk-Indianer tatsächlich schwindelfrei sind oder ob es ihr jahrelanges Training ist – tatsächlich stehen auf den Spielplätzen in den Mohawk-Dörfern keine Schaukeln und Wippen, sondern geschweißte T-Träger, an denen die kleinen Indianer herumklettern.

Mohawk Unterstämme


- Adirondack

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Weblinks


- [http://newsworld.cbc.ca/flashback/1990/index.html Hintergrundinformation zum Mohawk-Aufstand in Oka] Kategorie:Nordamerikanische Ethnie

Oneida

Die Oneida sind eine der sechs Nationen der Irokesen.

Geschichte der Oneida

In vorkolonialen Zeiten waren die Oneida eines der reichsten Völker Nordamerikas. Sie besaßen 25.000 km² Land, das bei der Unabhängigkeitserklärung auf rund 1000 km² zusammenschrumpfte. Die Oneida waren in sämtliche Kämpfe der Weißen involviert, die in der Gegend des Bundesstaates New York stattfanden. Zuerst unterstützten sie zusammen mit den anderen Irokesenstämmen die Engländer gegen die Franzosen. Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften die meisten Oneida auf der Seite der Amerikaner. Einige blieben allerdings den Engländern treu. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts sind den Oneida noch ganze 13 Hektar geblieben. Inzwischen hat die "Oneida Nation", wie sie sich selbst nennen, über 50 km² zurückgekauft. Wie damals so auch heute sind sie als Matriarchat organisiert.

Oneida heute

In einer noch hängigen Landklage fordert die Oneida Nation insgesamt 100.000 Hektar ihres ehemaligen Landes zurück. Ermöglicht wurde diese kostspielige Landklage durch hohe Einnahmen aus eigenen Spielkasinos, von denen heute viele Oneida profitieren. Das in der Oneida Reservation gelegene Turning Stone Kasino ist mit vier Millionen Gästen pro Jahr das fünftbest besuchte Touristenziel im Bundesstaat New York. 2003 gründeten die Oneida das erste indianische Film- und Fernsehunternehmen, Four Directions Entertainment. 2004 folgte mit Four Directions Air die erste indianische Fluggesellschaft. Mächtigster Mann der Oneida ist Ray Halbritter. Bekannter Oneida ist der Schauspieler Graham Greene.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme Kategorie:Nordamerikanische Ethnie

Seneca (Volk)

Die Seneca sind ein zum Bund der Irokesen gehörender indianischer Stamm in Nordamerika. Ungefähr 10000 Seneca leben in den Vereinigten Staaten und Kanada, die meisten davon in Reservaten im Westen des Staates New York. Andere leben in Oklahoma und in der Nähe von Brantford in Ontario. Von den fünf Stämmen der Irokesen liegen die Siedlungsgebiete der Seneca am weitesten im Westen. Katholisch und französisch orientierte Teile des Stammes spalteten sich später ab. Sie wurden unter der Bezeichnung Mingos bekannt.

Geschichte

Die Seneca, die sich selbst "Onodowohgah" (Leute vom Hügelkamm) nennen, lebten ursprünglich im Staat New York zwischen dem Genesee River und dem Canandaigua Lake. Seit der Gründung der Irokesischen Liga wurden die Seneca als die Hüter der westlichen Tür bezeichnet. Dies sollte veranschaulichen, dass die Seneca mit ihrem Stammesgebiet im Westen die anderen Stämme der Liga vor feindlichen Einfällen aus dieser Richtung beschützen sollten. Die Irokesische Liga wurde symbolhaft mit einem Langhaus gleichgesetzt. Entsprechend waren die Mohawk die Hüter der östlichen Tür. Die Seneca waren mit Abstand der grösste Stammesverband innerhalb der Irokesischen Liga. Die Wirtschaft der Seneca beruhte auf dem Anbau von Mais, Bohnen und Kürbissen (die drei Schwestern) durch die Frauen und auf dem Jagen und Fischen der Männer. Während der Kolonisierung beteiligten sie sich am Pelzhandel, zuerst mit den Niederländern und danach mit den Engländern. Hierdurch stiegen die Feindseligkeiten mit anderen indianischen Gruppen, besonders mit den Erzfeinden aus dem Volk der Huronen, einem weiteren Volk irokesischer Sprache, dass in Neufrankreich am Lake Simcoe lebte. Während des 17. Jahrhunderts verursachten Angriffe auf Dörfer der Huronen die Vernichtung und Zerstreuung der Huronen. Gefangen, die nicht zu Tode gemartert wurden, wurnden in den Stammesverband der Seneca aufgenommen. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges führten die Seneca zusammen mit ihren unmittelbaren Nachbarn vom Stamm der Cayuga viele Überfälle auf amerikanische Siedlungen und Befestigungen aus. Dazu wurden sie von den Briten im Fort Niagara angestachelt. Diese Überfälle kamen nach den von James Clinton und John Sullivan angeführten Strafexpeditionen zu einem Ende, bei denen viele Cayugadörfer zerstört wurden. Auch schwächten Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Stammes über die Frage, ob man sich auf die Seite der Engländer oder der Amerikaner begeben sollte, die Macht des Stammes. Am 11. November 1794 schlossen die Seneca im Verbund mit den anderen Stämmen der Irokesischen Liga den Vertrag von Canandaigua mit den Vereinigten Staaten. Die Seneca waren wie andere Stämme der Liga als Leute des Langhauses bekannt. Sie lebten in Dörfern, die häufig zu Verteidigungszwecken von Palisaden umgeben waren. Ungefähr alle zehn oder fünfzehn Jahre wurden die Dörfer verlassen und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Hierdurch sollte dem erschöpften Boden und dezimierten Wildbeständen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu erholen. Während des 19. Jahrhunderts übernahmen sie viele Gebräuche der weissen Siedler. Sie bauten nun ebenfalls Blockhäuser und nahmen an der lokalen Agrarwirtschaft teil. Persönlichkeiten der Seneca sind Red Jacket (Rotrock), Cornplanter (Maispflanzer), Guyasuta, Handsome Lake (Hübscher See) und Ely Samuel Parker (Hasanoanda).

Gegenwart

Die Seneca bildeten 1848 eine moderne Regierung, die Senecanation der Indianer, doch behielt die hergebrachte Stammesleitung einige Macht. Heute beteiligen sich einige Seneca am Verkauf von günstigem steuerfreien Treibstoff und Zigaretten und am Bingo-Glücksspiel. In den vergangenen Jahren haben sie zwei Casinos errichtet. Eines davon in Niagara Falls, das Seneca Niagara, das andere in ihrem Stammesgebiet in der Stadt Salamanca, New York, das sich Seneca Allegany nennt. Wieder andere Seneca arbeiten in der lokalen Wirtschaft. Ungefähr 7200 eingetragene Mitglieder der Seneca leben in drei Reservaten in New York, die Allegany in der Gegend um die Stadt Salamanca, New York, die Cattaraugus um Gowanda, New York, und die Seneca von den Ölquellen in der Nähe von Cuba, New York. Im Reservat um die Ölquellen leben jedoch kaum oder überhaupt keine Seneca mehr. Eine unabhängige Gruppe leben im Tonawanda-Reservat in der Nähe von Akron, New York. Andere Seneca leben im Verbund mit den Cayuga in Miami, Oklahoma oder im Reservat der Sechs Nationen vom Grossen Fluss in der Nähe von Brantford, Ontario, in Kanada. Siehe auch: Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Weblinks


- [http://www.senecaindians.com Seneca-Indianer, historische und kulturelle Informationen (englisch)]
- [http://www.sni.org/ Internetpräsenz der Seneca-Nation der Indianer (SNI), New York (englisch)] Kategorie:Nordamerikanische Ethnie

Tuscarora

---- Die Tuscarora (Skarohreh) sind ein Indianervolk Nordamerikas von heute ca. 1000 Angehörigen. Ein Reservat existiert in Ontario (Kanada: Six Nations Reserve); Reservationen in New York (die Tuscarora Indian Reservation im Niagara County) und North Carolina (USA).

Sprache

Die Sprache der Tuscarora gehört zu den Irokesensprachen und ist heute nahezu ausgestorben. In North Carolina wird die Sprache in Schulen an Kinder weitergegeben.

Geschichte

Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Tuscarora befand sich vermutlich am St. Lawrence River, in der Nähe der anderen Völker des Irokesenbundes. Diese Region verließen sie jedoch in Richtung North-Carolina; kehrten jedoch 1722, nach dem verlorenen Tuscarora-Krieg, nach Norden zurück, wo sie von den Oneida und Cayuga in die Irokesen-Konföderation aufgenommen wurden.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Weblinks


- http://www.rootsweb.com/~ncbertie/tscnews.htm
- [http://www.tuscaroras.com/ Tuscarora Six Nations Website] Kategorie:Nordamerikanische Ethnie

16. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert begann am 1. Januar 1501 und endete am 31. Dezember 1600. Mit der Reformation Luther im Jahre 1517 endete das Spätmittelalter in Europa, und es begann damit die Epoche der frühen Neuzeit.

Ereignisse/Entwicklungen


- Weitergehende Reformation der Kirche
- König Heinrich VIII. (England) bricht mit der katholischen Kirche (1533)
- Religionskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten in Frankreich
- Die Zeit der großen europäischen Hexenverfolgung beginnt gegen Ende des Jahrhunderts
- Erste Erdumseglung von Ferdinand Magellans Expedition.
- Die Türken schlagen Ungarn (Schlacht bei Mohács, 1526) und belagern Wien (Erste Wiener Türkenbelagerung, 1529)
- Kopernikus veröffentlicht seine Theorie vom heliozentrischen Weltbild (1543)
- Der Gregorianische Kalender wird in vielen katholischen Ländern eingeführt (1582)
- Die britische Flotte unter Sir Francis Drake schlägt die spanische Armada vernichtend (1588)

Persönlichkeiten


- Martin Luther, religiöser Reformator
- Michelangelo Buonarotti, Maler und Bildhauer
- Thomas More, englischer Politiker und Schriftsteller
- Miguel de Cervantes, spanischer Schriftsteller
- Elizabeth I., englische Königin
- Philip II., spanischer König
- Nostradamus, Arzt, wurde berühmt für seine Prophezeiungen
- Nikolaus Kopernikus, Astronom
- Mary Queen of Scots, Königin Schottlands und Mutter James I of England and VI of Scotland
- William Shakespeare, englischer Dichter und Dramatiker

Erfindungen und Entdeckungen


- Erfindung des Spinnrads. 01-16 ! ja:16世紀 ko:16세기

1570

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Spanien besetzt die Philippinen vollständig
- Náchod wird durch einen Großbrand beinahe vollständig zerstört
- Die Osmanen landen auf Zypern
- Ende des ersten Nordischen Krieges
- Honduras: Comayagua wird zur Hauptstadt
- Schloss Arbesser wird errichtet

Geboren


- 13. April: Guy Fawkes, Mitglied einer katholischen Verschwörergruppe in England, die versuchte das Parlament zu sprengen († 1606)
- 4. Oktober: Peter Pázmány, ungarischer Philosoph und Theologe († 1637)

Gestorben


- 8. Januar: Philibert Delorme, französischer Architekt der Renaissance (
- um 1510)
- 25. März: Johann Walter, deutscher Kantor (
- 1496)
- 11. September: Johannes Brenz, Reformator in Württemberg (
- 1499)
- 1. Oktober: Frans Floris, belgischer Maler (
- 1516)
- 2. Dezember: Matthäus Alber, deutscher Reformator (
- 1495)
- Gerolama Orsini ko:1570년

Prophet

Ein Prophet ist eine Person, die eine Botschaft von einem Gott durch Traum, Vision oder Audition empfängt und den Auftrag erfüllt, diese Botschaft anderen zu überbringen; ihr (meist, aber nicht immer vorhandenes) Selbstverständnis als Prophet beruht auf einem persönlichen Gottesverhältnis. Das Wort stammt aus der griechischen Bibelübersetzung: die Septuaginta übersetzt das hebräische Substantiv נבי/nābī meist mit προφητης/prophētēs, wörtlich "Sprecher(in) (einer Gottheit)". Die Rolle des Propheten findet sich in verschiedenen Religionen (z.B. die Sibyllen) und ist ursprünglich verschieden von der des Priesters, des Schamanen, Wahrsagers oder ähnlichem. In den abrahamitischen Religionen werden die Propheten Israels, die in der hebräischen Bibel (Tanach bzw. Altes Testament) erwähnt werden, in besonderer Weise verehrt. Als Empfänger der göttlichen Offenbarung traten sie als Warner des Volkes Israel auf und bildeten damit einen Gegenpol zu Priesterschaft und Königtum. Eine wichtige Rolle spielten sie zur Zeit des Babylonischen Exils, da diese beiden Institutionen nicht mehr existierten. Ihre Botschaft beinhaltet starke ethische Elemente.

Altes Israel und Judentum

Im Alten Israel wird die Herrschaft über das Volk als Theokratie dargestellt: Mose ist der von Gott berufene Prophet und Führer des Volkes in einer Person, der auch die religiösen Ordnungen installiert und den Tempeldienst anordnet und ordnet.
- Nach der Landnahme lebt das Volk Israel als eine Zwölf-Stämme-Amphiktionie je um das jeweilige Stammesheiligtum. Nur wenn einer der Stämme angegriffen wurde, waren alle anderen Stämme zur militärischen Hilfeleistung verpflichtet. Die Leitung dieses Heeres übernahm ein durch besondere Zeichen dazu berufener Heerführer, "Richter" genannt (siehe Buch der Richter):
- Aus diesem Richteramt scheint sich das Amt des Propheten entwickelt zu haben, wie sie in der Berufung Samuels angedeutet wird, eine Instanz, die für alle Stämme Israels Gottes Ordnungen gültig interpretierte.
- Dies wird deutlich in der Zeit, als sich die Amphiktionie in ein Königtum wandelt und zehn Stämme eine Wahlmonarchie und zwei Stämme eine Erbmonarchie installieren und der Prophet Samuel die entscheidende Rolle bei der Bildung der Personalunion in den Personen Saul und David spielt.
- Mit der Installation des Königtums verlieren viele Ordnungen der Richterzeit an Bedeutung und Machtmissbrauch und Mißachtung der Gottesordnungen zerrütten die alte Gottesordnung. Hier hat das Amt des Propheten die Bedeutung und die Aufgabe, Volk und Volksführung (besonders die Könige) zur Ordnung Gottes zu rufen.
- Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Berufungsgeschichten, die den jeweilig auftretenden Propheten als Gottesboten ausweist (Jesaja 6). Mehr über die Propheten Obadjah, Jonah, Micha, Nahum, Habakuk, und Zephanjah.

Christentum

Für das Christentum sind die Botschaften der einzelnen Propheten Israels einerseits von Bedeutung als entscheidende Momente in der Geschichte Gottes mit dem Menschen, andererseits als eine Vorausdeutung auf das Leben und Wirken von Jesus (siehe z.B. Jes 7.9.11). Zu den Propheten des Alten Testaments kommen im Neuen Testament einzelne christliche Propheten hinzu, jedoch nicht in herausragenden Rollen; so etwa Agabus, der Paulus seine Gefangennahme prophezeit. Allerdings weisen die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testaments auch auf eine gewisse "Alltäglichkeit" der Prophetie und der Propheten hin. In 1. Korinther 12 wird z.B. die prophetische Rede (oder Weissagung) mit anderen Gaben oder Ämtern genannt (Vers 28). 1. Korinther 14 fordert die Gemeinde förmlich dazu auf, nach der prophetischen Rede als eine von Gott gegebene Geistesgabe zu trachten, und nennt sie der Zungenrede weit überlegen. An dieser Stelle wird die prophetische Rede oder Weissagung auch als wichtiges Instrument für die Erbauung der Gemeinde dargestellt. Der Autor dieses Briefes (Paulus) ordnet sogar an, wie viele Propheten maximal in einer Zusammenkunft (oder Gottesdienst) aufstehen sollen. In vielen weiteren Stellen des neuen Testaments werden die Prophetie und Propheten in solch 'alltäglichem' Kontext dargestellt. Die Propheten sind nach neutestamentlichem Verständnis somit ebenso konstitutiver Teil der Gemeinde wie Lehrer und Apostel. Gerade wegen der Entschränkung der Prophetie ist die Möglichkeit für prophetische Botschaften mit dem Abschluß des biblischen Kanons jedoch keineswegs beendet, obschon eine inhaltliche Erweiterung der Botschaft meist wegen des hervorgehobenen Charakters der Botschaft Jesu und seiner Person abgelehnt wird. Die moderne Theologie bezeichnet theologische Aussagen, die kritisch "gegen den Zeitgeist" gerichtet oder 'unpopulär' sind, manchmal immer noch als "prophetisch", und hebt damit hervor, dass die Botschaften der alten Propheten zur Zeit der Verkündung ebenfalls gesellschaftskritisch und durchaus unpopulär gewesen sind.

Islam

Im Islam wird Mohammed als "Gesandter" (rasul) – und zwar als letzter und größter – bezeichnet, weil er die Suren des Korans durch göttliche Inspiration empfangen und aufgeschrieben habe. Nach islamischer Auffassung stellt der Koran die letzte Offenbarung Gottes dar, weshalb Mohammed als "Siegel der Propheten" die Reihe der Gesandten endgültig abschließt. Gesandte werden im Islam diejenigen genannt, die den Inhalt des Koran zur Kenntnis erhalten und verkündet (ausgerufen) haben. Zu diesen werden Isa (Jesus), Yunus (Jonas) und Yahya (Johannes der Täufer) ebenso gerechnet wie die zentralen Kulturstifter-Gestalten des alten Testaments wie Adam, Nûh (Noach), Ibrahim (Abraham) und Mûsa (Moses), außerdem Hud (Heber), Shuaib und Saleh aus der arabischen Überlieferung sowie etliche weitere biblische Gestalten. Daneben gibt es die Propheten, die Teile des Gotteswillens verkündet haben. Es handelt sich um viele auch im Christentum als "Propheten" im engeren Sinne bezeichnteten Personen.

Mormonen

Bei der Religionsgemeinschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage steht an der Spitze der Kirchenorganisation auch ein Prophet, intern auch "Prophet, Seher und Offenbarer" genannt, der dem Glauben der Mitglieder nach die wichtigen Offenbarungen für die heutige Zeit und die die Zukunft empfängt. Näheres dazu siehe unter Propheten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Sonstige Religionen

Auch in nichtabrahamitischen Religionen ist die Rolle eines Propheten bekannt.
- [http://www.texfiles.com/features/prophecies.htm Indianische Propheten]

"Propheten" als Hellseher

Neben den Propheten des Alten Testaments und anderer Religionen gibt es auch Personen, die umgangssprachlich "Propheten" genannt werden, deren Aussagen über die Zukunft aber strenggenommen keine Prophetie sind, sondern Weissagungen, Vorhersagen, Visionen, hellseherische Sprüche und ähnliches mehr, und die nicht unbedingt an eine göttliche Wesenheit zurückgebunden werden. So beruft man sich eher auf astrologische Phänomene oder schöpft aus besonderen spirituellen oder anderweitig esoterischen Quellen.
- Nostradamus
- Alois Irlmaier
- Andreas Rill
- Mühlhiasl

Literatur


- Khalil Gibran: Der Prophet. - Düsseldorf: Patmos, März 2003. - ISBN 3-491-50703-0 (Original erschienen 1923)
- [http://www.staff.uni-mainz.de/horst/hildegard/adelgund/adelgun1.html Eine "nachinkarnatorische Prophetin"]

Siehe auch


- Portal:Bibel Kategorie:Theologie ja:預言者

Häuptling

Das deutsche Wort Häuptling wurde im 17. Jahrhundert vor dem Hintergrund des Kolonialismus aus einem historischen Titel ostfriesischer Territorialherren auf überseeische lokale Oberhäupter übertragen.

Ideologischer Aspekt

Das Wort "Häuptling" trägt unterschwellig ideologische Züge. Die als Haupt einer Gesellschaft Wahrgenommenen wurden durch das angefügte verniedlichende Suffix ling (vgl. Jüngling, Lehrling etc.) subtil abgewertet (Eigenbenennungen der Kolonialisierten wie Eze zugleich sprachlich abgetan). Mit diesem Begriff konnte man sich somit aus der Position des Eroberers, der unter Monarchen oder Präsidenten eindrang, von minder bedeutsamen Machthabern in kolonalisierten Gesellschaften absetzen. Doch ist es auch in der Ethnologie durchaus üblich, noch von Naturvölkern und Stämmen zu reden, wenn in Gesellschaften im Gegensatz zu Europa kein ausgeprägtes Staatswesen existiert, und die Machthaber als "Häuptlinge" zu bezeichnen.

Beschreibung

Diese Leitungsfunktion kann sich über rechtliche, wirtschaftliche , politische, militärische und religiöse Felder erstrecken. Je nach der traditionalen (ungeschriebenen) Verfassung wird das Amt eines Häuptlings von einem Mann, einer Frau oder unabhängig vom Geschlecht wahrgenommen (was die männliche Betitelung ebenfalls unterschlägt) und vererbt. Häuptlinge verdanken ihre Würde ihrer Abstammung (Herkunft), ihrem persönlichen Besitz und/oder ihrer persönlichen Überlegenheit als (z.B.) Krieger, Jäger, Schlichter oder Redner. Die Herrschaftsform von "Häuptlingen" wurde aus dem eurozentristischem Blickwinkel oft undifferenziert wahrgenommen. Hohe Autorität, reine Sprecherfunktionen oder das Funktionsprinzip (Kriegshäuptling ist z.B. ein anderer als der Friedenshäuptling) wurden mit dieser Perspektive eingeebnet. Mit der Fixierung auf "Häuptlinge" schuf man sich zudem ein ethnologisches Folgeproblem, da man empirisch tribes without rulers auffand (z.B. die "Lakeside Tonga" in südlichen Sambia). Dies bereitete vor allem der britischen Kolonialverwaltung Schwierigkeiten, da sie auf das sog. "Indirect Rule" eingestellt war: Dazu aber hätte es der direct rulers (Häuptlinge) bedurft, so dass man diesen Völkern z.T. die ihnen fremde Rechtsform von "Häuptlingen" aufzwang.

Indianerhäuptlinge

Die Bezeichnung "Indianer" ist eng mit der kolonialen Begriffsgeschichte des Begriffs "Häuptling" verbunden. Zur Etablierung des Begriffes trug insbesondere die weite Verbreitung der Bücher James Fenimore Coopers und Karl Mays bei, deren Darstellungen der Leserschaft lebensgetreu erschienen (was nur für Cooper gilt). Eine ähnliche Bedeutung bekam der Film, zunächst vom Genre "Western", dann die Verfilmungen der Karl-May-Romane. Repräsentanten indigener nordamerikanischer Gesellschaften, die noch heute mit dem Begriff Häuptlinge belegt werden, sind u.a.:
- Black Elk (Fremdbezeichung) Eigenbezeichnung:Hehaka Sapa
- Cochise
- Crazy Horse (Fremdbezeichung) Eigenbezeichnung: Tashunka Witko
- Dull Knife
- Geronimo
- Godasiyo
- Pine Leaf (ein "Woman Chief")
- Rain in the Face
- Sitting Bull (Fremdbezeichung) Eigenbezeichnung: Tatanka Yotanka
- Tecumseh
- [(Jenda)] (Fremdbezeichnung) Eigenbezeichnung: Stremmie-Demmie / Prost Mahlzeit Siehe auch: Liste berühmter Indianer

Übertragener Gebrauch

Heute noch ist in der medialen Kommentierung aktueller politischer Konflikte der Gebrauch des Begriffes "Häuptling" zur Herabsetzung eines Gegners durchaus gebräuchlich. Sehr präsent ist er in Satire, Kabarett und Werbung.

Literatur


- Susan Arndt und Antje Hornscheidt (Hggn.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. 2004, ISBN 3-89771-424-8 Kategorie:Indianische Kultur Ethnologie

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.

Geographie

Hauptartikel: Geographie der USA Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km² Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA. deutscher Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv. Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden. Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Sprachen

Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen. Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig. Siehe auch:

- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der USA Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging. Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.

Indianerpolitik

Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

South Dakota]] Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob. Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen. Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.

Industrialisierung

1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan. Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufh