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Isaan
Isaan (auch Isan, Issan oder Esarn geschrieben; zur Bedeutung: siehe "Geschichte") bildet den nordöstlichen Teil Thailands. Es liegt auf der Khorat-Hochebene und wird im Norden und Osten vom Mekong begrenzt, im Süden von Kambodscha. Im Westen trennt das Phetchabun-Gebirge Isaan von Nord- und Zentralthailand.
Landwirtschaft ist der vorherrschende Wirtschaftssektor, aber wegen der ungünstigen Umstände bleibt der Ertrag hinter dem anderer Landesteile zurück. Isaan ist Thailands ärmste Region.
In der Region wird hauptsächlich die Isaan-Sprache gesprochen, die der Laotischen Sprache ähnelt. Das Thai ist ebenfalls weit verbreitet, und im Süden spricht man Khmer. Die meisten Einwohner sind Lao, dennoch war die Integration Isaans in den modernen thailändischen Staat weitgehend erfolgreich.
Bekannte Aspekte der regionalen Kultur umfassen "Mor Lam"-Musik, Muay Thai-Boxen und Klebreisgerichte mit Chili.
Geschichte
Isaan besitzt eine Anzahl bedeutender bronzezeitlicher Fundstellen von Höhlenmalereien, Artefakten und Hinweisen auf frühen Reisanbau. Bronzewerkzeuge wie die in Ban Chiang gefundenen, sind möglicherweise älter als vergleichbare aus Mesopotamien. Später geriet die Region unter den Einfluss zuerst der Dvaravati-Kultur und dann des Khmerreiches, das Tempelanlagen in Phimai und Phanom Rung zurückließ.
Nachdem das Reich der Khmer ab dem 13. Jahrhundert zerfiel, wurde Isaan vom laotischen Lan Xang-Königreich beherrscht. In der Folge wurde die Region in steigendem Umfang von Lao besiedelt. Im 17. Jahrhundert fiel Isaan an Siam, das die zwangsweise Ansiedlung von Kolonisten aus Laos im 18. und 19. Jahrhundert durchführte. In den Verträgen, die Siam 1893 und 1904 mit Frankreich abschloss, wurde Isaan zur Grenze zwischen Siam und dem französischen Indochina bestimmt. Hierbei spielte der Fluss Mekong als natürliche Grenze eine entscheidende Rolle.
Im 20. Jahrhundert wurde im Rahmen der "Thaiifizierung" die Eingliederung Isaans als integraler Teil Thailands verfolgt, wobei die Lao-Wurzeln der Bevölkerung in den Hintergrund gerieten. Diese Politik hinterließ ihre Spuren auch in der Bezeichning "Isaan" selbst, die sich herleitet von Isana, einer Erscheinungsform Shivas als "Gott des Nordostens". Also betont der Name selbst die Rolle Isaans als nordöstlicher Teil Thailands. Vor den 1960ern wurden die Einheimischen noch als Lao bezeichnet; sie schrieben und lasen das Lao-Alphabet, bevor die Schulen nach Anweisung der Zentralregierung das Thai-Alphabet einführten.
Geographie
Lao-Alphabet] Isaan bedeckt etwa 160.000 Quadratkilometer. Es ist also grob deckungsgleich mit der Khorat-Hochebene, die von den Phetchabun-Bergen im Westen, einer Gegend mit vielen Nationalparks, in Richtung Mekong abfällt. Die Hochebene besteht aus zwei Hauptebenen: der südlich gelegenen Ebene von Khorat, die von den Flüssen Chi und Mun durchzogen wird, und der nördlichen Sakon Nakhon-Ebene mit den Flüssen Loei und Songkhram. Die beiden Ebenen werden getrennt durch das Phu Paan-Gebirge. Der Boden ist überwiegend sandig mit einigen Salzablagerungen.
Phu Paan ausgemacht werden.]] Der Mekong bildet im Norden und Osten Isaans eine natürliche Grenze zwischen Thailand und Laos, während der Süden der Region an Kambodscha grenzt. Der bedeutendste thailändische Quellfluss des Mekong, der Mun, entspringt im Khao Yai Nationalpark bei Khorat und fließt ostwärts, um in der Provinz Ubon Ratchathani in den Mekong zu münden. Der andere Hauptfluss Isaans, der Chi, durchfließt Zentral-Isaan, bevor er sich nach Süden wendet und in Sisaket den Mun trifft. Auch die kleineren Flüsse Loei und Songkhram fließen dem Mekong zu, ersterer in Nordrichtung durch die Provinz Loei, letzterer östlich durch die Provinzen Udon Thani, Sakon Nakhon, Nakhon Phanom und Nong Khai.
Klima
Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen 30,2 und 19°C. Die höchste jemals gemessene Temperatur war 43,8°C in der Udon Thani-Provinz, die niedrigste 0,1°C in Loei.
Regenfälle sind unvorhersehbar, aber sie konzentrieren sich auf die Regenzeit von Mai bis Oktober. Die mittleren Niederschläge reichen von 2000 mm in manchen Gegenden bis zu 1270 mm in den südwestlichen Provinzen Nakhon Ratchasima, Buriram, Maha Sarakham, Khon Kaen und Chaiyaphum.
Das übrige Jahr unterteilt sich in eine kühle Jahreszeit von Oktober bis Februar und in eine heiße Jahreszeit von Februar bis Mai.
Wirtschaft
Februar
Die Landwirtschaft trägt mit 22% zum regionalen Einkommen bei (zum Vergleich: 8,5% Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt Gesamt-Thailands). Reis ist die Hauptkultur und wird auf etwa 60% der Agrarflächen angebaut. Daneben wird in steigendem Umfang auch Zuckerrohr und Maniok kultiviert. Der Wasserbüffel ist für viele Bauern noch ein wichtiges Arbeitstier. Zur Fleischgewinnung werden Schweine, Hühner, Enten und Fische gezüchtet.
Fisch
Trotz seiner dominierenden Rolle ist die Landwirtschaft von Isaan extrem problembehaftet. Das Klima führt oft zu Dürreperioden, während andererseits die Flachlandsituation gerade während der Regenzeit Überschwemmungen begünstigt. Die Flutgefahr macht große Teile des Landes für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar. Darüber hinaus ist der Boden sehr sauer, salzhaltig und durch Überbeanspruchung unfruchtbar. So ist denn auch seit den 1970ern die Bedeutung der Agrarwirtschaft zugunsten des Handels und des Dienstleistungssektors gesunken.
Viele Einheimische suchen Beschäftigung außerhalb der Region, besonders in Bangkok, wo sie oft die Arbeiten verrichten, die am schlechtesten bezahlt werden. Viele dieser Leute siedeln endgültig in die Metropole über.
Bevölkerung
Bangkok
Im Jahr 2000 betrug die Gesamtbevölkerung Isaans 20.825.000 Einwohner, von denen 40% in den bevölkerungsreichen Provinzen Khorat, Ubon Ratchathani, Udon Thani und Khon Kaen lebten. Diese Provinzen umgeben die vier bedeutendsten Städte Isaans, die die gleichen Namen tragen: Im Jahr 2000 zählte man in der Stadt Udon Thani 220.493 Einwohner, in Khorat 204.391, in Khon Kaen 141.034, und Ubon Ratchathani hatte 106.552 Einwohner. 1996 lebten nur 6,3% der Bevölkerung der Region in Städten. Der Anteil war mit 12,4% in Khon Kaen am höchsten und mit 2,8% in Roi Et am niedrigsten. Daraus folgt, dass die Einwohner Isaans zwar größtenteils außerhalb der Städte leben, sich aber im Umland der Städte ballen.
Die meisten Städte sind laotischen Ursprungs, obwohl die ethnische Unterscheidung zwischen Lao und Thai oftmals verwischt. Obwohl es körperliche Merkmale gibt, die bei den Lao verbreiteter sind, ist der Unterschied im Grunde ein Unterschied von Sprache und Kultur. Die Anzahl der Sprecher der isaanischen Sprache in Thailand liegt je nach Schätzung zwischen 15 und 23 Millionen, von denen die meisten in Isaan leben. Meist beherrschen die Isaan-Sprecher daneben auch die Thailändische Sprache, was insbesondere für die jüngeren Menschen zutrifft. Der Khorat-Dialekt des Thai, der linguistisch irgendwo zwischen dem Thai und dem Isaan liegt, wird von etwa 400.000 Leuten gesprochen.
Im Süden der Region gibt es eine Khmer-Minderheit.
Andere Sprachen, die in Isaan vorkommen:
Wie im übrigen Thailand sind die Bewohner Isaans fast ausschließlich Theravâda-Buddhisten, obwohl Elemente des Animismus vorkommen.
Kultur
Die Kultur Isaans ist stark durch das kulturelle Erbe der Lao geprägt und hat viel mit der des Nachbarstaates Laos gemein. Diese Affinität zeigt sich in der regionalen Küche, Kleidung, sakralen Architektur, Feiertagen und den Künsten.
Isaanische Speisen unterscheiden sich von den thailändischen und laotischen, haben mit diesen aber auch vieles gemein. Die offensichtlichsten Charakteristiken sind der Gebrauch von Klebreis statt Duftreis und die feurige Chili-Würzung. Beliebte Gerichte sind tammakhung/som tam, ein Salat mit Fleisch und Papaya, und gegrilltes Huhn. (gai yang). Diese Gerichte haben in ganz Thailand Verbreitung gefunden, wenn auch in an den jeweiligen Geschmack angepassten Varianten, denen die extreme Schärfe und der säuerliche Geschmack fehlt, die man in Isaan vorzieht.
Schärfe
Schärfe
In umgekehrtem Austausch ist auch die zentralthailändische Küche in Isaan zu einer gewissen Popularität gelangt. Was die Einflüsse der Lao-Küche angeht, fehlen in Isaan die Elemente aus der vietnamesischen und französischen Küche, wie man sie in Laos findet, vollständig.
Die Bewohner von Isaan sind bekannt für die breite Palette von Tieren, die auf ihrem Speisezettel stehen. Dazu gehören auch Eidechsen, Frösche und gebratene Insekten wie Heuschrecken, Seidenraupen und Mistkäfer. Was ursprünglich aus der Not heraus gegessen wurde, wird heute als Delikatesse angesehen.
Die traditionelle Kleidung ist der Sarong. Die Damenversion verfügt meist über bestickte Säume, während die Herren-Sarongs mit Karomustern geschmückt sind. Sie werden im Gegensatz zur Sitte in Zentralthailand nicht zwischen den Beinen befestigt. Der Pakama schließlich ist eine Stoffbahn, die als Gürtel, Kopfbedeckung, Hängematte oder auch als Badetuch verwendet wird.
Isaan ist das Zentrum der thailändischen Seidenherstellung. In der Nachkriegszeit boomte der Handel, als der Modeschöpfer Jim Thompson die thailändische Seide im Westen populär machte. Eine der bekanntesten Arten von Seide aus der Region ist "Mut-Mee", die gebatikt wird, um geometrische Muster auf dem Stoff einzufärben.
gebatikt Der buddhistische Tempel, oder "Wat", ist das wichtigste Bauwerk der meisten Dörfer.
Diese Tempel dienen nicht nur der religiösen Verehrung, sondern werden auch als Fest- und Versammlungshallen genutzt. Architektonisch überwiegt der Lao-Stil, der schlichter ist als der ornamentale Thai-Stil. Das gleiche gilt für Bilddarstellungen Buddhas.
Die Bevölkerung Isaans feiert eine Reihe traditioneller Feste, unter denen das "Bun Bungfai"-Fest mit seinen Feuerwerksraketen hervorzuheben ist. Es geht auf einen Fruchtbarkeitsritus aus vorbuddhistischer Zeit zurück und wird an mehreren Orten in Isaan und Laos gefeiert; am heftigsten und berühmtesten sind aber die Feierlichkeiten in der Provinz Yasothon. Andere bekannte Spektakel sind das Kerzenfest von Ubon Ratchathani, das die buddhistische Fastenzeit im Juli einläutet, das Seidenfest von Khon Kaen, eine Art lokaler Handwerksmesse, die Elefantenschau von Surin und die "Bangfai Phayanak" oder "Naga-Feuerbälle" von Nong Khai.
Die traditionelle Volksmusik von Isaan ist der Mor Lam. Neben einigen lokalen Varianten existieren davon auch moderne Spielarten, die seit den 1970ern mit den Arbeitsimmigranten nach Bangkok gelangt sind. Viele Mor Lam-Sänger haben sich auch die Luk Thung-Musik Zentralthailands angeeignet und daraus die hybride "Luk Thung Isaan"-Richtung entwickelt. Kantrum ist andere traditionelle Musikform, die unter der Khmer-Minderheit im Süden große Beliebtheit genießt.
Obwohl die Sprache von Isaan selbst keine schriftlich-literarische Tradition hat, konnte die Region in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einige nennenswerte Schriftsteller hervorbringen, unter denen Khamsing Srinawk und Pira Sudham besonders hervorzuheben sind. Die einheimische Sprache verwendet keiner der beiden: Der Erstgenannte schreibt auf Thai, letzterer auf Englisch.
Isaan ist bekannt als Heimat vieler Muay Thai-Boxer. Viele Kinder armer Familien träumen vom sozialen Aufstieg durch Erfolg im Kickboxen. Der bekannteste Sportler aus Isaan ist dennoch kein Boxer, sondern der Tennisspieler Paradorn Srichaphan, dessen Familie aus der Provinz Khon Kaen stammt.
Die Kulturbarriere hat in Verbindung mit der bekannten Armut des Landesteils und dem typischen dunkleren Teint der Leute von Isaan zu rassistisch gefärbten Vorbehalten vieler ethnischer Thais geführt. Der Romancier Sudham schreibt: "Manche Thai aus Bangkok (...) sagten, ich sei kein Thai, sondern (...) ein Wasserbüffel oder ein Bauer." Obwohl viele Menschen aus Isaan heutzutage nicht mehr auf den Feldern, sondern in den Großstädten arbeiten, sind sie meist beschränkt auf Arbeiten von niedrigem sozialen Status, wie Hilfsarbeiter oder Prostituierte, und Vorurteile gegen sie leben fort. Dennoch ist die Sicht auf Isaan nicht ausschließlich negativ gefärbt: Die typische Musik und die Küche der Region sind in ganz Thailand begeistert angenommen worden.
Der Prozess der "Thaiifizierung" hat den besonderen Charakter der Kultur von Isaan etwas verwässert. Das gilt gerade für Städte und Provinzen, die sich wie Khorat in der Nähe des thailändischen Kerngebietes befinden und am längsten unter der Herrschaft Thailands liegen.
Berühmte Persönlichkeiten des Isan
- Ajahn Chah Bhodinyana
- Ajahn Maha Boowa Nyanasampanno
- Ajahn Mun Bhuridatta
Verkehr
Isaan besitzt zwei Eisenbahnlinien, die beide die Region mit Bangkok verbinden. Die eine verläuft ostwärts, von Khorat durch Surin nach Ubon Ratchathani, während die andere nordwärts über Khon Kaen und Udon Thani nach Nong Khai führt.
Das Autobahnnetz Isaans umfasst etwa 15.000 km; sein Herzstück sind die sog. "Thanon Mitraphap" ("Freundschaftsautobahnen"), die in den 1960ern und 1970ern von den USA zur Versorgung ihrer Militärbasen angelegt worden sind. Eine über 1.700 m lange Straßenbrücke, die "Saphan Mitraphap" oder Freundschaftsbrücke, verbindet Nong Khai mit dem laotischen Vientiane .
Der Fluß Mekong wird kaum benutzt, da viele Stromschnellen und Strömungen die Fahrt erschweren.
Flughäfen existieren in Khorat, Khon Kaen, Ubon Ratchathani, Udon Thani, Nakhon Phanom, Sakon Nakhon, Roi Et und Buri Ram.
Verwaltung
Isaan unterteilt sich in 19 Provinzen (Changwats), wobei die südwestliche Provinz Nakhon Ratchasima von manchen bereits Zentralthailand zugerechnet wird. Die Provinzen tragen die Namen der jeweiligen Hauptstädte.
Nakhon Ratchasima
#Amnat Charoen
#Buriram
#Chaiyaphum
#Kalasin
#Khon Kaen
#Loei
#Maha Sarakham
#Mukdahan
#Nakhon Phanom
#Nakhon Ratchasima
#Nongbua Lamphu
#Nong Khai
#Roi Et
#Sakon Nakhon
#Sisaket
#Surin
#Ubon Ratchathani
#Udon Thani
#Yasothon
Weblinks
- [http://www.thailand-ticket.de/issan/index.htm - Beschreibung von Nordost Thailand - Isaan (Isan), Provinzen & Fotos]
Kategorie:Thailand
ja:イーサーン
th:ภาคอีสาน
Khorat-HochebeneDie Khorat-Hochebene ist ein Hochland im Nordosten von Thailand, dem Issan, benannt nach der größten Stadt der Gegend: Nakhon Ratchasima, kurz Khorat.
Die mittlere Höhe liegt bei etwa 200 m ü. NN. Die Ebene hat eine Fläche von mehr als 155.000 km² mit der Topographie einer Untertasse, die gegen Südosten geneigt ist. Die Hauptflüsse sind Maenam Mun und Maenam Chi, die beide dem Mekong zufließen. Der Mekong bildet die nördliche und östliche Begrenzung der Hochebene, im Westen schließen die Phetchabun-Berge das Gebiet ab, nach Süden hin sind die Dongrek-Berge die Grenze zu Kambodscha.
Durch die umliegenden Höhenzüge erhält die Khorat-Hochebene relativ wenig Niederschläge aus dem Südwest-Monsun. Während die Zentralregion Thailands eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von 1500 mm im Jahr, sind es in der Khorat-Hochebene nur 1150 mm. Auch ist der Gegensatz zwischen der trockenen und der feuchten Jahreszeit erheblich schärfer als im Rest des Landes, weshalb die Erträge an Reis hier auch wesentlich geringer sind.
Die Hochebene war bereits in der Vorzeit besiedelt, wie zahlreiche Spuren menschlichen Lebens beweisen. Archäologische Ausgrabungen zeigen weiterhin, dass es viele Ortschaften und Territorien gab, die bereits vor dem Dvaravati-Reich existierten und später freundschaftliche Beziehungen zu Angkor unter den Khmer pflegten. Die älteste bekannte Siedlung ist Phimai, das als Zentrum der alten Mächte der Khorat-Hochebene gilt. Die Stadt war wohl bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt und schöpfte ihren reichtum nicht nur aus dem Ackerbau, sondern auch aus Salzlagerstätten und Eisenerzminen. Hier befand sich auch lange zeit ein Zentrum des Mahayana-Buddhismus, das neben der Khmer-Hindu-Religion blühte.
Die Siedlungen waren typischerweise von Wassergräben und einem Deich umgeben, der für die notwendige Bewässerung sorgte. Dies kann man heute in Ban Sema und Ban Prasat untersuchen, die bereits vor dem 9. Jahrhundert besiedelt waren. In Ban Prasat finden sich sogar noch viel ältere Spuren, die auf den Reisanbau vor mehr als 3.000 Jahren hinweisen.
Heute gilt die Hochebene als eine der Hauptfundstellen paläontologisch interessanter Objekte, wie den Dinosaurier Siamotyrannus isanensis, einem der Vorfahren des Tyrannosaurus rex. Funde sind in einem Museum in Khon Kaen zu sehen. Allein acht der 38 bekannten prähistorischen Spezies des Elefanten sind hier ebenfalls entdeckt worden. Anfang des 21. Jahrhunderts fand man hier eine alte Art des Orang Utan.
Kategorie:Thailand
ja:コーラート台地
Kambodscha
Kambodscha (khmer: Kâmpŭchea) liegt in Südostasien am Golf von Thailand. Es grenzt an Thailand, Laos und Vietnam.
Geographie
Lage
Kambodscha liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen Laos, das an die Nordostgrenze des Landes stößt, Thailand, das nordwestlich und westlich angrenzt, und Vietnam, dessen Südteil sich östlich anschließt. Im Südwesten stößt Kambodscha auf 160 km Länge an den Golf von Thailand.
Landschaftsbild
Golf von Thailand
Zwei Drittel der Fläche des Landes bestehen aus dem Kambodschanischen Becken, das sich maximal 30 Meter über den Meeresspiegel erhebt. In dieser Ebene liegt der Tonle Sap See, der durch den Tonle Sap Fluss mit dem Mekong verbunden ist. Das Dangrekgebirge, das im Norden an Thailand grenzt, erreicht 600 m Höhe. Die Berge im Nordosten des Landes sind bis zu 1.200 m hoch. Entlang des Golfs von Thailand verläuft das Kardamon-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 1.813 m (Phnom Aural) hoch sind.
Klima
Phnom Aural
Das Klima ist tropisch-monsunal mit einer Regenzeit zwischen Mai und September. Der Südwest-Monsun bringt große Niederschlagsmengen mit. Der Mekong schwillt dabei bis zum 25-fachen seiner normalen Wassermenge an und überflutet die umliegenden Felder und Gebiete. Mit diesem Hochwasser ändert der Tonle-Sap-Fluss seine Richtung und füllt den Tonle-Sap-See auf, der auf das 3-fache seiner Größe wachsen kann.
In der Trockenzeit von November bis April bläst der Wind aus Nord-Osten. Zu dieser Zeit regnet es meistens überhaupt nicht.
Die Temperaturen sind über das Jahr hinweg sehr stabil und liegen zwischen 30 bis 34 Grad Celsius. Allerdings schwankt die Luftfeuchtigkeit stark. In der Regenzeit liegt sie bei über 90 %. In der Trockenzeit kann sie unter 50 % sinken.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Phnom Penh 1.313.851 Einwohner, Sihanoukville 209.005 Einwohner, Battambang 176.089 Einwohner, Siem Reap 147.866 Einwohner, Sisophon 132.264 Einwohner und Kratie 100.345 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Kambodscha
Bevölkerung
Liste der Städte in Kambodscha
Ethnische Hauptgruppe sind die Khmer. Die größten Minderheiten bilden mit jeweils etwa 500.000 Menschen die meist in den Städten lebenden Chinesen, deren Anwesenheit in Kambodscha seit dem 13. Jahrhundert belegt ist, und die Vietnamesen im Südosten des Landes. Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind die rund 200.000 schafiitischen Sunniten als islamische Minderheit, die Cham und die Malaien. In den Bergregionen der nordöstlichen Provinzen Ratanakiri und Mondulkiri leben eine Reihe kleinerer ethnischer Gruppen, meist zusammenfassend Khmer Loeu ("Hochland-Khmer") genannt. Insgesamt gehören ihnen etwa 100.000 Menschen an.
Die überwiegende Mehrheit der Kambodschaner, rund 95 %, sind Anhänger des seit dem späten 13. Jahrhundert, aus Sri Lanka kommenden, in weiten Teilen Südostasiens Verbreitung findenden Theravâda-Buddhismus.
Hauptsiedlungsgebiete sind die fruchtbaren Schwemmlandflächen an den Ufern des Mekong, des Tonle Sap Sees und des Binnengewässersystems zwischen dem Zusammenfluss von Mekong und Tonle-Sap-Fluss und dem, heute in Vietnam gelegenen, Mekong-Deltas.
Mit über 2 % jährlich (Stand 2003) ist das Bevölkerungswachstum heute eines der höchsten in der Region.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kambodschas
Die sehr bewegte Geschichte Kambodschas umfasst einen Zeitraum von annähernd 1.200 Jahren. Sie reicht über die kulturelle und politische Blütezeit des Khmer-Reiches (9. bis 15. Jahrhundert) mit Angkor als Zentrum, über die Kolonialherrschaft der Franzosen (1863-1945) und das schreckliche Regime der Roten Khmer (1975-1979) bis hin zur jetzigen, noch sehr jungen Demokratie.
Politik
Demokratie
Kambodscha ist, gemäß der Verfassung vom 24. September 1993, eine demokratische konstitutionelle Monarchie.
- Exekutive:
:Staatsoberhaupt ist (seit 14. Oktober 2004) König Norodom Sihamoni. Thronfolger müssen aus einer der drei royalistischen Adelsgeschlechter stammen und mindestens 30 Jahre alt sein. Sie werden durch den königlichen Thronrat, bestehend aus den Präsidenten der Nationalversammlung und des Senats und deren Stellvertretern, dem Premierminister und den obersten Mönchen der beiden größten Mönchsorden bestimmt. Regierungschef ist der, nach Vorschlag der Nationalversammlung vom König ernannte, Premierminister (seit 1986: Hun Sen).
- Legislative:
:Die Gesetzgebung erfolgt in einem Zwei-Kammern-System. Die Nationalversammlung (122 Abgeordnete) wird alle 5 Jahre vom Volk gewählt. Der gesetzgebende Senat besteht aus 61 Mitgliedern, von denen zwei der König und zwei weitere die Nationalversammlung bestimmen. Alle weiteren sollen eigentlich alle sechs Jahre vom Volk gewählt werden, was bisher jedoch noch nicht geschah. Parteien: CPP ("Kambodschanische Volkspartei"), FUNCINPEC ("Nationale Einheitsfront für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives Kambodscha"), SRP ("Sam-Rainsy-Partei", ehemals KNP, "Khmer-National-Partei"), KCP ("Kambodschanische Bürgerpartei"), BLP ("Buddhistische liberale Partei").
:Seit den ersten freien Wahlen regiert, teils in Koalitionen, die CPP.
- Judikative:
:Im Dezember 1997 wurde, gemäß der Verfassung, der Hohe Rat der Richterschaft eingerichtet. Die Rechtsprechung erfolgt durch ein Höchstgericht und die nachgeordneten Gerichte.
:Das Rechtssystem basiert in erster Linie auf, vom französischen Rechtssystem beeinflussten, Vorgaben aus der Zeit als das Land unter der Verwaltung der "United Nations Transitional Authority in Cambodia" (UNTAC) stand, königlichen Dekreten und Entscheidungen des Höchstgerichts. Daneben finden sich Einflüsse des Gewohnheitsrechts, aus der kommunistischen Rechtstheorie und zunehmend des Bürgerrechts.
Bürgerrecht
Kambodscha ist Mitglied einer Reihe internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen und der ASEAN.
Verwaltungsgliederung
Kambodscha ist in 20 Provinzen (Khet) und vier Städte (Krung) unterteilt. Die Provinzen setzen sich weiterhin aus Bezirken (Srok) und Kommunen (Khum), die Städte aus Stadtbezirken (Khan) und Stadtteilen (Sangkat) zusammen.
- Provinzen:
:Banteay Meancheay, Battambang, Kompong Cham, Kompong Chhnang, Kompong Speu, Kompong Thom, Kampot, Kandal, Koh Kong, Kratie, Mondul Kiri, Oddar Meancheay, Pursat, Preah Vihear, Prey Veng, Ratanakkiri, Siem Reap, Stung Treng, Svay Rieng, Takeo
- Städte:
:Kep, Pailin, Phnom Penh, Sihanoukville
- Inseln:
:Kaoh Sess, Kaoh Polaway, Kaoh Rong, Kaoh Thass, Kaoh Treas, Kaoh Traolach, Kaoh Tang
Wirtschaft
Das Land ist wenig entwickelt, die Wirtschaft deshalb im Wesentlichen agrarisch strukturiert. Mehr als 80 % der Anbaufläche sind Reisfelder. Weitere Agrarprodukte: Mais, Kautschuk, Gemüse, Zuckerpalmen, Tabak, Jute, Baumwolle und Kaffee.
Kaffee
Neben dem Reisanbau bildet der Fischfang (Tonle Sap-See, Flüsse) eine wesentliche Ernährungsgrundlage (Proteinversorgung!) der Bevölkerung. Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle Kambodschas entwickelt. Im Jahre 2004 überschritt die Zahl der Kambodscha-Besucher zum ersten Mal die Millionenmarke. Wichtigste Reiseziele in Kambodscha sind das Weltkulturdenkmal Angkor, der Küstenort Sihanoukville und die Hauptstadt Phnom Penh.
Gutachten internationaler Organisationen (Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank) sprechen davon, dass die Wirtschaft Kambodschas von rd. 50 Familien kontrolliert werde. Weitverbreitete Korruption der politischen und militärischen Elite des Landes werden für das "Verschwinden" von ausländischen Geldern in einer Grössenordnung von jährlich ca. 300 Mio. US-Dollar verantwortlich gemacht.
Kultur
Korruption
Der Nationalfeiertag am 9. November erinnert an die Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1953.
Kulinarisches
Grundnahrungsmittel sind gekochter Reis, Fisch und Gemüse. Als kulinarische Spezialität gelten gebratene Schlangen (der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch und Schlangenfleisch liegt bei etwa 50 kg pro Person und Jahr). In den gefluteten Reisfeldern und Gewässern leben besonders viele ungiftige Arten, die auf vielen Märkten gehandelt werden.
Literatur
- Karl-Heinz Golcio: Geschichte Kambodschas. Das Land der Khmer von Angkor bis zur Gegenwart. München 2003
- Jürgen Horlemann, Erwin Steinhauer: Kampuchea 1979. Befreiung oder Agression?. Köln 1979
- Jan Myrdal: Kunst und Imperialismus am Beispiel Angkor. München 1973
- Patrik Razelenberg: Die Roten Khmer und der 3. Indochina-Krieg. Hamburg 1995
- Beat Richner: Ein Schweizer Arzt in Kambodscha. Zürich 1996
- Manfred Rohde: Abschied von den Killing Fields. Bonn 1999
- William Shawcross: Schattenkrieg. Kissinger, Nixon und die Zerstörung Kambodschas. 1980
- Norodom Sihanouk: Kambodscha. Chronik des Krieges und der Hoffnung. 1980
- Michael Sontheimer: Kambodscha. Land der sanften Mörder. Reinbek 1990
- Tiziano Terzani, Ariane Barth: Holocaust in Kambodscha. Reinbek 1980
Weblinks
- [http://www.cambodia.gov.kh/unisql1/egov/english/home.frame.html Offizielle Website des Königreichs Kambodscha] (englisch)
- [http://www.norodomsihanouk.info Private Website des Königs von Kambodscha, Norodom Sihanouk]
- [http://www.BongThom.com Private Website] mit Informationen zur Sprache, Küche, Arbeitswelt, Kultur und Geographie von Kambodscha (englisch)
- [http://imdb.com/title/tt0087553/ The Killing Fields, 1984] - Film über einen Jounalisten in Kambodscha während der ethnischen Säuberung durch das Pol Pot Regime (englisch)
- [http://pookaibooks.org/weblog/ Santepheap] Ein Kambodscha-Weblog (englisch)
- Menschenrechte in Kambodscha - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
- [http://www. www. petitiononline .com/seadep/ Petition] gegen die Zwangsdeportation von tausenden Vietnamkriegs-Flüchtlingen aus den USA nach Kambodscha (englisch)
- [http://www.artweise.de/kambodscha/index.htm Fotos aus Kambodscha]
- [http://www.donalbain.de/Fotos/Cambodia/index.html Viele Fotos aus Kambodscha]
- [http://www.thabita.de Deutsche Infos über den kambodschanischen Tempeltanz]
- [http://astrid-kaiser.de/gallery/album68 Fotos von Phnom Penh, Tonle Sap, Angkor]
- [http://www.wikitravel.org/de/Kambodscha Die Kambodscha Seite von Wikitravel]
- [http://www.kambodschahilfe.de Ein kleiner Verein engagiert sich]
- [http://www.brillenfuerkambodscha.de Studenten aus Berlin verteilen Brillen in Kambodscha]
- [http://www.angkors-kinder.de Angkors Kinder e.V. - Verein fuer Kinderhilfe in Kambodscha]
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Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Südostasien
ja:カンボジア
ko:캄보디아
ms:Kemboja
simple:Cambodia
th:ประเทศกัมพูชา
zh-min-nan:Kampuchea
Phetchabun-Berge
Die Phetchabun-Berge bilden einen Bergzug im nördlichen Thailand.
Die Phetchabun-Berge erstrecken sich grob in nord-südlicher Richtung und trennen das Tal des Maenam Chaophraya in Zentral-Thailand vom Khorat-Plateau im Nordosten des Landes. Der Bergzug ist benannt nach der nahe gelegenen Stadt und Provinz Phetchabun.
Bis in die neuere Zeit bildeten die Phetchabun-Berge eine natürliche Barriere zwischen dem Osten und dem Westen Thailands. Erst als die Eisenbahn von der Hauptstadt Bangkok nach Nakhon Ratchasima zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurde und später eine Autobahn dazu kam, wurde der Austausch von Gütern und Dienstleistungen in größerem Umfang möglich.
Die höchste Erhebung befindet sich mit 1.820 m im Nationalpark Phu Hin Rong Kla, dem nördlichen Teil des Bergzuges. Die Phetchabun-Berge bestehen aus zwei parallel verlaufenden Bergketten, die durch das Tal des Flusses Pasak getrennt werden. Zum Süden hin schließt sich der Nationalpark Khao Yai an, nach Osten hin geht es in die Berge der Dong Paya Yen, Sankambeng und Phnom Dongrek.
Geologisch bestehen die Berge aus Kalkstein, der mit Sandstein und Schiefer durchsetzt ist. Auch gibt es Eruptivgesteine, wie Granit, Basalt und Porphyr.
Kategorie:Thailand
Kategorie:Berg in Thailand
Kategorie:Gebirge
LandwirtschaftLandwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet.
Profit
Einordnung
Allgemein
Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht.
Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu.
Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.
Ökonomische Einordnung
In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.
Bedeutung in Deutschland
Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach.
Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.
Rechtliche Einordnung
Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch
§ 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.
Produktion
Bereiche
Baugesetzbuch
Baugesetzbuch
Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion.
Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist.
Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen Ziele
- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien
Formen der Landwirtschaft
- historische Landwirtschaft
:bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft
:bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft
:erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugten Lebensmitteln (Fragen zu Rückständen in Nahrungsmitteln).
: - bäuerliche Landwirtschaft
: - industrielle Landwirtschaft
: - extensive Landwirtschaft
: - ökologische Landwirtschaft
::versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten negativen Wechselwirkungen zu vermeiden.
Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 einen auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, dessen Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.
Methoden
Hinsichtlich der Produktionsmethoden wird heute unterschieden in (alphabetisch):
- Biologische Landwirtschaft (oder auch Ökologische Landwirtschaft), zu der auch die Unterform der auf den Lehren R. Steiners gründenden Biologisch-dynamischen Landwirtschaft zählt
- Konventionelle Landwirtschaft mit der Unterform der integrierten Landwirtschaft
- Permakultur
- Synergistische Landwirtschaft
Politik
Hauptartikel: Agrarpolitik
Politische Konfliktfelder
Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleicher Verteilung, Preisdumping, zahlreichen Betriebsaufgaben sowie ökologischen Problemen gegenüber. Die seit 1992 eingeleiteten Reformen der europäischen Agrarpolitik mit einem komplexen System von Ausgleichszahlungen konnten Fehlentwicklungen nicht verhindern. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die ökologische Situation von Boden-, Gewässer- und Tierschutz mit hohen Belastungen verbunden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not. Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen.
Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70 % in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik.
Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die heimische Agrarprodukte in den Medien bewirbt, ist bei den Landwirten weitgehend umstritten, da sie ihre Beiträge zwangsweise erhebt.
Geschichte
Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH]
Hauptartikel: Agrargeschichte
Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem mittleren Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen.
Im 8. Jahrhundert wurde der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten.
Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).
Aktuelle Diskussion
Erneuerbare Energieträger
Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch die Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.
Siehe auch
Portal:Land- und Forstwirtschaft, Agrarpolitik, Forstwirtschaft, Landwirt, Leibgedinge, Erzeugergemeinschaft, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, FAO, Haupterwerbsbetrieb, Nebenerwerbsbetrieb, Zuerwerbsbetrieb
Weblinks
- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_land.php Statistiken zur Landwirtschaft in Deutschland]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-0005BCF0323B1050A9746521C0A8D816.html Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung]
- [http://www.situationsbericht.de Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes]
- [http://www.cma.de/wissen_100489.php Materialien zum Thema Landwirtschaft der CMA]
- [http://www.kritischer-agrarbericht.de/index.php?id=79 "Kritischer Agrarbericht" des AgrarBündnis e.V.]
- [http://www.agrar.de/infothek Infothek - Suchmaschine zum Thema Landwirtschaft]
- [http://www.landtreff.de Forum für die Landwirtschaft]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-bildarchiv/bildarchiv.cgi?action=projektbilder&id=-lf-&templ=04_01_projekte_bilder&start=0&proseite=10 Dokumentation zur Geschichte der Landwirtschaft in Bayern aus dem Archivbestand des Hauses der Bayerischen Geschichte]
!Landwirtschaft
Kategorie:Umwelt- und Naturschutz
ja:農業
ko:농업
simple:Agriculture
Laotische Sprache
Die Laotische Sprache (Lao oder auch Isan) ist die Sprache, die von der Bevölkerung nördlich und südlich des Mekong in Laos und in Thailand gesprochen wird. Manche betrachten sie nicht als Einzelsprache, sondern als bloßen Dialekt des Thai: für das thailändische Staatsgebiet mag dies wohl stimmen, in Laos wird dies jedoch nicht so gesehen. Ungeachtet dessen zeigt das Vorhandensein einer eigenen Schrift, daß es sich um einen eigenständige Sprache handelt.
Die Umschrift sollte möglichst durch Lautschrift ersetzt (vorerst nur an einigen Stellen in eckigen Klammern angeführt) und durch laotische Schrift ergänzt werden.
Phonologie
Die laotische Sprache hat sehr viele Vokale wie (ungefähr so ausgesprochen) "a", "au", "am", "üai", "ei", "ää", "ai" usw. Dabei haben die meisten Vokale eine lange und eine kurze Aussprache, also "aa" und "a" usw. Auch die Konsonanten sind sehr viele, für unsere Ohren gibt es im Laotischen viele Konsonanten doppelt. Es gibt zum Beispiel mehrere "t", die aber alle verschieden ausgesprochen werden. Deshalb gibt es auch Worte verschiedener Bedeutungen, die für uns gleich klingen. Hauptschwierigkeit ist die korrekte Betonung der Silben und Aussprache der Tonlängen. Von der Betonung hängt die Bedeutung, des jeweiligen Wortes ab, so kann das laotische Wort süüa je nach Betonung "Tiger", "Hemd", "glauben" oder "Matratze" heißen.
Dialekte
Die laotische Sprache kennt zahlreiche Dialekte, wobei die größten Unterschiede sich zwischen den im nördlichen Laos und den in Mittel- und Süd-Laos gesprochenen Dialekten zeigen. Diese weisen fünf Tonstufen auf, was eine Verwandtschaft mit dem Thai nahelegt, jene weisen sechs Tonstufen auf, wobei im Norden auch langsamer und betonter gesprochen wird.
Wortschatz
Wörter des Grundwortschatzes sind meist einsilbig, daneben gibt es viele Lehnwörter aus dem Pali und dem Sanskrit, die meist mehrsilbig sind. Im Gegensatz zur Rechtschreibung des Thai werden jedoch auch die Lehnwörter im Laotischen so geschrieben, wie sie gesprochen werden.
Das "Ich" im Laotischen hat sehr viele Formen: Zu ungefähr Gleichaltrigen sagt man "Ich" (koi [kʰɔ̂i]), zu Älteren sagt man "Ich-klein" (kanoi), zu Großeltern und anderen alten Verwandten sagt man "Enkel" als Ich zu sich, bei Geschwister sagt man seine Stellung in der Familie, also zum kleinen Bruder "Großer Bruder" usw. Es gibt noch andere zum Teil veraltete "Ich" und Umgangsformen.
Grammatik
Laotisch ist eine isolierende Sprache, die weder Deklination noch Konjugation kennt. Tempus und Numerus etc. verändern die Wörter nicht, also heißt es: ein Baum, zwei Baum, drei Baum, vier Baum oder eben viele Baum. In der Zeit ist es demnach so: "Ich gehen", "Gestern Ich gehen", "Morgen Ich gehen".
Schrift
Konjugation
Konjugation
Die laotische Schrift ist eine Abugida und gehört zur Familie der Brahmi- oder indischen Schriften. Die Schrift hat ca. 30 Konsonanten (Der Buchstabe R wird nicht immer mitgerechnet) und 28 Vokale, die auch um die Konsonaten herum geschrieben werden können. Auch wenn ein Vokal vor einem Konsonant steht wird zuerst der Konsonant gesprochen.
Die Vokale sind um den Konsonanten angeordnet, es gibt Konsonanten, die über, unter, vor oder nach den Konsonanten stehen. Wenn am Anfang eines Wortes ein Vokal gesprochen wird, schreibt man vor, über, hinter oder unter den Vokal einen bestimmten Vokal, der an dieser Stelle nicht ausgesprochen wird.
Die Töne werden durch die Kombinationen der Vokale und Konsonanten und teils durch Diakritika deutlich gemacht.
Konsonanten
In der folgenden Tabelle sind die Konsonanten des laotischen Alphabets angeführt sowie ihre Aussprache am Silbenanfang in Lautschrift und die Transkriptionssysteme des britischen Permanent Committee on Geographical Names, des US-amerikanischen Board on Geographic Names (BGN/PCGN), der Library of Congress (ALA/LC) und - soweit vorhanden - die Transkription, die in den Unicode-Namen der Buchstaben verwendet wird. (Nach dem Schrägstrich steht jeweils die Transkription am Silbenende.)
Vokale
In der folgenden Tabelle sind die Vokalzeichen des laotischen Alphabets aufgeführt, verbunden jeweils mit dem Konsonant ກ. Vokalzeichen können über, unter, vor, und nach dem Konsonanten stehen, nach dem sie gesprochen werden, auch Kombinationen sind möglich.
Lao in Unicode
Unicode für Lao ist U+0E80 ... U+0EFF.
Beispiele
Weblinks
- [http://www.omniglot.com/writing/lao.htm Omniglot] (in englisch)
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Schrift
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Südostasien
Kategorie:Laos
ja:ラーオ語
ko:라오어
ms:Bahasa Lao
th:ภาษาลาว
Thailändische Sprache
Die Thailändische Sprache (das Thai, ภาษาไทย pʰaː-sǎː tʰai) gehört zu den Kam-Tai-Sprachen innerhalb der Tai-Kadai-Sprachfamilie.
Anders als europäische Sprachen ist Thai, wie auch die Sprachen der Nachbarländer (außer dem Khmer), eine so genannte Tonsprache: Die meist einsilbigen Wörter erlangen durch Aussprache in unterschiedlichen Tonhöhen und Tonverläufen gänzlich unterschiedliche Bedeutungen. Im Thai gibt es fünf verschiedene Töne.
Thai wird mit einem eigenen Alphabet geschrieben, siehe dazu Thailändische Schrift.
Von der gewöhnlichen Umgangssprache (pʰaː-sǎː pʰûːt ภาษาพูด) unterscheiden sich sowohl die gehobene Sprache (pʰaː-sǎː kʰǐan ภาษาเขียน) als auch die Sprache, die in Bezug auf den König verwendet wird (raː-cʰaː-sàp ราชาศัพท์).
Thai kennt verschiedene Dialekte, d.h. in weiten Teilen des Landes wird nicht die Standard-Sprache gesprochen. Besonders auffällig ist das im Nordosten (Isaan), wo es ein Dialektkontinuum, d.h. einen Übergang zwischen Thai und Laotisch gibt.
Phonologie
Töne
Im Thai gibt es fünf Töne: mittel (a), tief (à), hoch (á), steigend (ǎ) und fallend (â). In der Schrift werden sie durch die Kombination von Anlaut-Konsonant (der einer von drei Ton-Kategorien angehört), Vokallänge, Auslautkonsonant und evtl. noch einem Tonzeichen ausgedrückt. Die genauen Regeln sind in der folgenden Tabelle dargestellt, der resultierende Ton in der Aussprache ist jeweils farbig hinterlegt:
Die Buchstaben ห (hoch) und manchmal auch อ (mittel) werden als stumme Buchstaben anderen Konsonanten vorangestellt, um den korrekten Ton darzustellen. In mehrsilbigen Wörtern macht ein Konsonant der hoch-Kategorie ohne Vokalzeichen auch aus dem Anlautkonsonanten der folgenden Silbe einen Konsonanten der hoch-Kategorie.
Es gibt einige Ausnahmen in diesem System, davon seien besonders die Pronomen cʰǎn ฉัน ("ich") und kʰǎu เขา ("er/sie") angeführt, die beide im hohen Ton ausgesprochen werden (cʰán und kʰáu) statt im steigenden Ton, wie es nach den Regeln der Fall sein müsste.
Konsonanten
Bei den Verschlusslauten werden im Thai nicht nur stimmhafte und stimmlose unterschieden wie im Deutschen, sondern drei verschiedene Kategorien:
- stimmlos, nicht aspiriert
- stimmlos, aspiriert
- stimmhaft (nicht aspiriert)
In der folgenden Tabelle wird in der ersten Zeile die Aussprache der Anlautkonsonanten in IPA angegeben, darunter die entsprechenden Buchstaben des Thai-Alphabets. Einigen Lauten entsprechen mehrere Buchstaben.
- Der Glottisverschlusslaut steht immer nach einem kurzen Vokal am Silbenende, wenn kein anderer Konsonant vorhanden ist, sowie als stummes อ vor einem Vokal.
Eine allgemein verbreitete Abweichung von der Standard-Aussprache ist, dass r (vor allem am Wortanfang) als l gesprochen wird.
Vokale
In der folgenden Tabelle sind die Vokale des Thai angeführt. In der ersten Zeile steht jeweils der Vokal in Lautschrift, darunter der Vokal im Thai-Alphabet, wobei ein Strich (–) für einen Anlautkonsonanten steht. Ein zweiter Strich bedeutet, dass ein Auslautkonsonant folgen muss.
Jeder Vokal kann lang oder kurz sein, und dieses Merkmal ist bedeutungsunterscheidend. In vielen Umschrift-Systemen wird das nicht beachtet, z.B. เขา (kʰǎu) bedeutet „er/sie“, ขาว (kʰǎːu) bedeutet „weiß“.
Außerdem gibt es mehrere Diphthonge:
Es gibt drei Triphthonge, die alle lang sind:
Grammatik
Im Gegensatz zur Aussprache ist die Grammatik des Thai recht einfach. Thai ist eine isolierende Sprache, das heißt, es gibt keine Flexionen (Wortveränderungen), d.h. es gibt weder Konjugation noch Deklination und keine Artikel. Gewisse Schwierigkeiten bereitet das System von Anredeformen (Personalpronomen), das viel komplexer als das deutsche ist, und die Zähleinheitspartikel (s.u.).
Satzstellung
Sätze werden ähnlich wie im Englischen in der Abfolge Subjekt–Prädikat–Objekt gebildet.
Substantive
Es können durch Hinzufügung von kaːn การ oder kʰwaːm ความ aus vielen Verben und Adjektiven Substantive gebildet werden.
Beispiel:
- kaːn การ + Verb
- dəːn-tʰaːŋ เดินทาง - reisen
- kaːn dəːn-tʰaːŋ การเดินทาง - die Reise
- tʰám aːhǎːn ทำอาหาร - kochen
- kaːn tʰám-aːhǎːn การทำอาหาร - das Kochen
- kʰwaːm ความ + Adjektiv
- reu เร็ว - plötzlich, schnell
- kʰwaːm reu ความเร็ว - die Schnelligkeit
- ciŋ จริง - wahr
- kʰwaːm ciŋ ความจริง - Die Wahrheit
Der Plural von Substantiven wird mit Hilfe von Partikeln gebildet, den so genannten Zähleinheitspartikeln. Es gibt etwa dreißig solcher Partikeln, die je nach Grundwort angewandt werden. Einige Beispiele:
kʰon คน Zähleinheitspartikel für Menschen (gleichzeitig bedeutet es aber auch das Wort "Mensch" selbst)
- kʰon คน = Mensch
- kʰon sɔ̌ːŋ kʰon คนสองคน = Menschen zwei Menschen = zwei Menschen
- dèk-jǐŋ sìp kʰon เด็กหญิงสิบคน = Kinder weiblich 10 Menschen = 10 Mädchen
tuːa ตัว Zähleinheitspartikel für Tiere, Kleidungsstücke
- máː-laːi hòk tuːa ม้าลายหกตัว = Zebras sechs Tiere = sechs Zebras
- kaːŋ-keːŋ sǎːm tuːa กางเกงสามตัว = Hosen drei Kleidungsstücke = drei Hosen
- kʰǎː sɔ̌ːŋ kʰǎː ขาสองขา = Beine zwei Beine = zwei Beine
lám ลำ Zähleinheitspartikel für lange, röhrenförmige Gegenstände
- kʰrɯ̂aŋ-bin sɔ̌ːŋ lám เครื่องบินสองลำ = Flugzeuge zwei lange Dinge = zwei Flugzeuge
Für eine vollständige Liste siehe Zähleinheitspartikel (Thai)
Verben
Zeitformen werden durch Partikel kenntlich gemacht (z.B. rau pai เราไป = wir gehen, rau cà pai เราจะไป = wir werden gehen, rau kàm-laŋ pai เรากำลังไป = wir gehen gerade, rau pai lɛ́ːu เราไปแล้ว = wir sind schon gegangen).
Wie im Deutschen ist die Charakterisierung einer Grundform eines Verbes mit Hilfe von Adverbien üblich, die allerdings nicht zu zusammengesetzten Formen führen:
- pai ไป = gehen
- ɔ̀ːk pai ออกไป = hinausgehen
- pai bâːn ไปบ้าน = nach Hause gehen
- pai nɔ̂ːk ไปนอก = ausgehen
Sprachgeographie
Thai ist eine offizielle Sprache in:
- Thailand
Der Language Code ist th bzw. tha (nach ISO 639).
Mit dem Thai eng verwandte Sprachen werden in Laos, Yunnan (Südchina), Nordvietnam, Kambodscha und im Norden von Myanmar sowie von Malaysia gesprochen. Einige versprengte Reste von Thai-Völkern im indischen Bundesstaat Assam sprechen ebenfalls Thai-Sprachen.
Siehe auch:
Sanskrit, Pali, Laos, Sprache
Aktuelles Textbeispiel
In Mitteleuropa zu empfangene Sender: Thai TV5
Literatur
- Patcharee Kaspar-Sickermann
:Thai zum Selbststudium : eine solide Brücke zu Sprache und Schrift. 2 Bde. (+ 6 Kassetten) Ulm (o.J.) ISBN 3-924468-16-8
- Michael Veuskens: Das Deutsch Thai Wörterbuch VVB Laufersweiler Verlag, Wettenberg 2002, ISBN 3-89687-280-X
- Kauderwelsch Band 19 Thai - Wort für WortReise Know-How Verlag, Bielefeld , ISBN 3-89416-457-3
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Thailand
ja:タイ語
ms:Bahasa Thai
th:ภาษาไทย
Lao
Die Lao sind eine ethnische Gruppe Südostasiens. Der Großteil der Lao lebt am mittleren Mekong in Laos und Thailand. Die thailändischen Lao konzentrieren sich auf die Region Isaan, obwohl es sehr viele Arbeiter aus Isaan in den anderen Teilen Thailands gibt, z.B. in Bangkok. Die Lao sprechen verschiedene Dialekte des Lao und Isaan, die beide oft als eine einzige Sprache dargestellt werden. Viele Menschen in Isaan ziehen den Begriff "Isaan" für sich selbst vor, da im 20. Jahrhundert eine "Thaisierungskampagne" durchgeführt wurde. Trotzdem bestehen immer noch viele kulturelle Verbindungen zwischen den Lao insgesamt.
Man unterscheidet die Lao auch in zwei Gruppen: Die westlichen Lao tätowierten sich und werden deshalb Lao pung dam (Schwarzbäuchige Lao) genannt. Die östlichen Lao sind die Lao pung kao (Weiße Lao).
Laoten lebten im Jahre 2000 in:
- Thailand, ca. 10-15 Mio.
- Laos, ca. 2,6 Mio.
- Kambodscha, ca. 100.000
- Burma, ca. 80.000
Geschichte
Mit der Einwanderung der Lao in die Ebene des Maenam Chao Phraya beginnt die Geschichte von Siam und dem Reich Ayutthaya.
In neuerer Zeit wurden die Lao dann durch Grenzziehung in mehrere Staaten aufgeteilt: Die Geschichte von Laos und Isaan trennt sich erst im 19. Jahrhundert, als der Sieg der Rebellion von Vientiane gegen Siam 1827 zu einer großen Wanderung der Bevölkerung vom modernen Laos nach Isaan führte und Laos unterbevölkert zurück ließ. Der Bruch wurde offiziell durch Französisch-Siamesische Abkommen von 1893 und 1904, welche die Grenze zwischen Siam und Französisch-Indochina zwischen Isaan und Laos legten.
Siehe auch: Geschichte von Laos, Geschichte Thailands, Shan-Staaten
Kategorie:Asiatische Ethnie
ja:タイ族
ko:라오족
ms:Lao
Mor LamMor Lam (thail. หมอลำ) ist eine uralte Liedform der Lao von Laos und Isaan. Mor bedeutet "Könner" und Lam bedeutet "Musik" oder "Gesang". Andere Umschreibungen sind Maw Lam, Maw Lum, Mo Lam, Moh Lam und Mhor Lum. In Laos kennt man diese Musik als Lam Lao, also Lao-Musik.
Traditioneller Mor Lam ist der improvisierte Gesang zur Begleitung der Khaen, einer Art Mundorgel aus Bambus. Die moderne Spielart ist jedoch meist durchkomponiert und wird von elektrischen Musikinstrumenten begleitet. Musikalisch zeichnet sich der Mor Lam durch schnelle Tempi und Vortragsweise aus.
Neben dem üblichen Thema der unerwiderten Liebe schildert der Mor Lam die Widrigkeiten des Lebens im ländlichen Isaan und Laos aus einer ironisierenden Perspektive. In seinem Kernland sind Mor Lam-Aufführungen oft wichtige Bestandteile von Festen und Zeremonien, während die Musik außerhalb seiner eigentlichen Heimat ebenfalls zu einiger Bekanntheit gekommen ist, was den Arbeitsmigranten zu verdanken ist, für die der Mor Lam ein wichtiges Bindeglied in die Heimat darstellt.
Entwicklung
Einige Forscher vertreten die Ansicht, dass die Wurzeln des Mo Lam in schamanistischen Gesängen liegen. Das mag die Variante erklären, die Lam Phi Fah genannt wird, und die üblicherweise von älteren Frauen vorgetragen wird, die tanzend und singend die Geister anrufen.
Andere Spielarten entsprechen ganz dem zentralthailändischen Lam Tad, was den Schluss nahelegt, beim Lam handle es sich um ein formalisiertes Werberitual. Eine der beliebtesten Arten des Mo Lam, der Mor Lam Glawn, ist ein stimmlicher "Kampf" zwischen einem Mann und einer Frau, die im Wechsel einander neckende Lieder improvisieren.
Die neueste Version ist der Mor Lam Sing, der sich durch zotige Texte, provokante Präsentation und elektrische Instrumentalbegleitung auszeichnet.
Diese Musik hat sich weniger in Laos entwickelt als in Thailand, wo sie besonders dem zentralthailändischen Luk Thung und westlicher Popmusik ausgesetzt war. Dennoch wandelt sich auch in Laos die Musik unter dem Einfluss der Thai-Kultur.
Darbietung
Nachdem Siam im 18. und 19. Jahrhundert sein Einflussgebiet auf Laos ausgedehnt hatte, begann die Musik von Laos ihren Zug ins thailändische Kerngebiet. Selbst König Mongkuts Ouparat (Vizekönig) Pinklao soll von ihr bezaubert worden sein. Nach seinem Tod im Jahre 1865 wurden öffentliche Aufführungen des Mor Lam verboten - unter Berufung auf seine Gefährlichkeit für die Kultur der Thai.
In der Folgezeit war der Mor Lam eine weitgehend regionale Angelegenheit, die sich auf Festivals in Isaan und Laos beschränkte. Als jedoch die Einwohner von Isaan begannen, auf der Suche nach Arbeit in andere Landstriche auszuwandern, wanderte ihre Musik mit ihnen. Und bereits 1946 fand im Rajdamnoen Boxing Stadium in Bangkok eine Mor Lam-Darbietung statt, die von Lautsprecherwagen angekündigt wurde. Als die Lao fern ihrer Heimat die vertrauten Klänge vernahmen, folgten sie den Lautsprecherwagen, so dass schließlich etwa 3.000 Zuschauer die Aufführung verfolgten.
Dennoch war die Anzahl der Arbeiter aus Isaan relativ klein und Mor Lam blieb von der Außenwelt unbeachtet. Das änderte sich erst in den späten 70ern und frühen 80ern, als immer mehr Menschen Isaan verließen, um Arbeit zu suchen. Mor Lam-Künstler erschienen nun im Fernsehen und das Genre gelangte zu nationaler Bekanntheit. Die Musik bleibt eine wichtige Verbindung zur Heimat für die Arbeitsmigranten in der Hauptstadt, denen Mor Lam-Nachtclubs und Karaoke-Bars als Treffpunkte dienen.
Liveaufführungen sind oft Großveranstaltungen mit mehreren Sängern, einer Tänzertruppe und Comedians. Die Tänzer ( Hang Khreuang) tragen dabei nicht selten spektakuläre Kostüme, und für die Sänger ist es nichts besonderes, mehrmals im Laufe des Abends das Outfit zu wechseln.
Kleinere Aufführungen sind üblich im Rahmen von Tempelfesten und Zeremonien wie Hochzeiten oder Trauerfeiern.
Merkmale
Instrumente
Karaoke.]]Die traditionellen Instrumente des Mor Lam sind:
- die Khaen: eine Mundorgel aus Bambus mit etwa vierzehn Einzelpfeifen
- die Phin, eine meist 3-saitige Laute
- die Ching, ein kleines zimbelähnliches Instrument
- die Sor, ein Streichinstrument
- Panflöten und
- Trommeln
Die meisten kommerziellen Interpreten bedienen sich heutzutage zumindest einiger elektrischer Instrumente, meist eines Keyboards, das sich anhört wie eine Farfisa-Orgel aus den 60ern. E-Gitarren sind ebenfalls üblich. Die Beliebtheit weiterer westlicher Instrumente wie des Saxophons und des Schlagzeugs nimmt zu.
Die Musik
Der Gesang ist stakkatoartig und umfasst einen großen Notenumfang: der Sänger wechselt sehr schnell zwischen einer Anzahl von Tonhöhen. Dazu kommen plötzliche Tempowechsel, so vom langsamen Intro zum Hauptteil eines Stückes. Fast jeder Mor Lam-Titel ist mit folgender Bass-Sequenz unterlegt, die melodisch oder rhythmisch ausgeschmückt wird, z.B. durch Spielen von Achtelnoten statt Vierteln:
Image:Morlamrhythm.png
Die Ching spielen normalerweise einen synkopischen Rhythmus im Offbeat, um der Musik ihren charakteristisch schnellen Beat und scheppernden Sound zu verleihen.
Liedteile
Ein Mor Lam-Titel ist in der Regel dreigeteilt, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen:
- Der Gern ist die langsame, gesungene Einleitung, die meist von der Khaen begleitet wird und oft die Worte O La Naw (="Oh Schicksal") enthält.
- Der Plaeng ist die gesungene Strophe.
- Der Lam ist der Rap-artige Refrain.
Inhalt
Die Texte sind meist in Lao oder der Sprache von Isaan, manchmal auch in einer Mischung aus Isaan und Thai verfasst. Wie jeder "Unterhaltungsmusik" ist die unerwiderte Liebe ein oft behandeltes Thema im Mor Lam. Es wird jedoch auch ein beträchtliches Maß an Humor aufgewendet, wie die Titel bekannter Stücke wie "Ich will einen ausländischen Ehemann" oder "Jeans, die der Vergangenheit angehören" verraten. Viele Lieder handeln von einem treuen Jungen oder Mädchen, das in Isaan bleibt, während sein(e) Geliebte(r) nach Bangkok geht und dort einen neuen, reichen Partner findet.
Aufnahmen
Immer weniger Mor Lam-Sänger schreiben ihr Material selbst, was einige Interpreten dazu befähigt, mehrere Alben pro Jahr auf den Markt zu bringen. Bekannte Sänger veröffentlichen ihre Musik auf Musikkassette, CD und auf Video-CD. Die Alben heißen nach ihren Titelstücken oder werden oftmals einfach durchnummeriert.
Mor Lam Video-CDs können für Karaoke benutzt werden. Eine VCD-Veröffentlichung enthält normalerweise eine Musikvorführung und eine erzählerische Filmhandlung, welche gelegentlich zusammengeschnitten werden. Der Film bezieht sich in der Regel auf das Thema des Stückes. Gelegentlich spielt der Musikinterpret die Hauptrolle der Filmhandlung.
Im Musikvideo wird die Musik unter Tanzeinlagen einer meist weiblich besetzten Tänzergruppe vorgetragen. Kostümwechsel, auch zwischen traditioneller Bekleidung und modern-westlichen Kostümen, sind Standard. Die Bluescreentechnik wird häufig eingesetzt, um psychedelische Hintergrundeffekte zu erzeugen.
Laotische sind generell schlichter gehalten.
Zu den beliebtesten Mor Lam-Künstlern gehören gegenwärtig Banyen Rakgan, Chalermphol Malaikham, Jintara Poonlarp und Siriporn Ampaipong. Eine Exotin im Geschäft ist die niederländischstämmige Sängerin Christy Gibson.
Richtungen des Mor Lam
Von den zahlreichen Spielarten des Mor Lam kann schon deshalb keine allgemeingültige Liste existieren, da sie sich nicht gegenseitig ausschließen, manche nur in bestimmten Gegenden gehört werden oder in verschiedenen Gegenden auch verschiedene Bezeichnungen tragen. Traditionelle Richtungen werden heutzutage weniger nachgefragt. Die folgende Liste ist ein Versuch, einen Überblick zu verschaffen:
- Lam Phi Fah - eine rituelle Form
- Mor Lam Klorn - ein stimmlicher "Kampf der Geschlechter"
- Mor Lam Sing - eine moderne, elektrisch begleitete Form
- Mor Lam Mu - Volksoper
- Mor Lam Soeng - für ein Tanzensemble
- Lam Phun - Vortrag von Legenden oder Jataka-Geschichten durch einen männlichen Interpreten
- Mor Lam Diao - Solovortrag
- Mor Lam Ku - ein Dialog zwischen einem Mann und einer Frau
- Mor Lam Ploen - ein feierlicher Vortrag durch eine Sängergruppe
- Lam Tang San - kurzer Titel
- Lam Tang Yao - langer, langsamer Titel
- Lam Kiu - wörtlich "Sichel-Lied" (handelt vom Landleben)
- Lam Toei - eine mittelschnelle, werbende Form
- Lam Tangwai - eine langsame Variante
Eine andere Einteilung sieht folgendermaßen aus:
- Mor Lam Klorn
- Mor Lam Phuen / Mor Lam Ruang
- Mor Lam Krap
- Gewöhnlicher Mor Lam Klorn
- Mor Lam Chingchu
- Mor Lam Mu
- Mor Lam Man Tup Tao
- Mor Lam Pheun
- Gewöhnlicher Mor Lam Mu
- Mor Lam Phi Fa
Hörbeispiele
- Broughton, Simon (Hrsg.). World Music Volume 2. Rough Guides (2000).
- Chawiwan Damnoen. Mo Lam Singing of Northeast Thailand (CD). World Music Library (1991).
Weblinks
- [http://www.afana.org/morlam.htm Einführung vom Academic Film Archive of North America] (engl.)
Kategorie:Thailand
Kategorie:Musikgenre
ja:モーラム
Muay ThaiMuay Thai (oder auch Thaiboxen) ist eine Kampfsportart. Sie ist ein Nationalsport Thailands.
Muay Thai ist eine der ältesten Kampfsportarten der Welt, die genaue Geschichte kann nicht rekonstruiert werden. Im Krieg zwischen Siam (Thailand) und Birma von 1767 wurde die damalige Hauptstadt erobert und die meisten Aufzeichnungen über die Kunst und Traditionen des Muay Thai wurden vernichtet. Einige Quellen berichten, das Thaiboxen gehe bis auf das Jahr 1560 zurück, als König Naresuan von Siam in burmesischer Gefangenschaft war. Man sagte ihm Freiheit zu, wenn er in einem Zweikampf die burmesischen Champions besiegen könnte. Der König hatte Erfolg und das Thaiboxen wurde zum Nationalsport.
Das Muay Thai entwickelte sich aus regulären Kampfkünsten. Wenn Schwert und Speer unbrauchbar wurden, hat der Krieger seine Beine, Fäuste und Ellenbogen zum Kämpfen benutzt. Die klassische, traditionelle Art wird Muay Thai Buran genannt (Buran = traditionell). Muay Thai Buran ist eine sehr komplexe traditionelle Kampfkunst, welche nicht nur das Kämpfen mit unterschiedlichen Waffen, sondern auch Bewegungen beinhaltet, die weit über die waffenlosen Techniken des heutigen Muay Thai hinausgehen. Diese Techniken basieren auf der Nachahmung der Bewegungen verschiedenster Tiere, die in Formen zusammengefasst sind. So entstanden über die Jahrhunderte mehrere Tierformen wie z.B. die Kranich-, Wasserbüffel-, Kampfhahn- und Tigerform, die zu den heutigen Stilen perfektioniert wurden. Krabi Krabong (Kurz- und Langwaffe) bezeichnet das Kämpfen mit unterschiedlichen Waffen, wie z.B. Krabi (Degen), Daab (Schwert), Plong oder Sri Sock (Stock), Ngauw (Stock mit einem kurzem Schwertaufsatz), Dung, Kaen, Mai Sun, und Loh (Schild).
Besonders am Muay Thai ist, dass fast alle Körperteile zum Kampf genutzt werden dürfen. In den Regelwerken der internationalen und nationalen Verbände gibt es aber unterschiedlich strenge Regeln, die dieses eingrenzen.
Stilistisch auffällige Merkmale des Muay Thais sind Ellenbogen, Knietechniken und das Clinchen. Je nach Reglement und Profistufe des Kämpfers können Knietritte zum Kopf zulässig sein. Dabei darf der Kopf des Gegners mit den Fäusten Richtung Boden gezogen werden. Beim Clinchen halten sich die Gegner im Stehen, versuchen sich aus dem Gleichgewicht zu bringen und treten mit den Knien gegen den Oberkörper oder die Oberschenkel des Gegners. Einige Reglements lassen das Fangen und anschließende Halten des gegnerischen Beines zu.
Aufgrund des hohen Verletzungsrisikios durch Ellenbogen- und Knietechniken wird Muay Thai als eine der härtesten Kampfsportarten der Welt bezeichnet. Die Faustschlagtechniken sind ähnlich dem traditionellen europäischen Boxen, es sind aber auch Schläge aus der Drehung zulässig, wobei der Kopf des Gegners mit dem Faustrücken getroffen wird.
Einige Stilarten erlauben Würfe. Da die meisten Muay-Thai-Würfe sehr gefährlich sind, verbieten die meisten Regelwerke sie jedoch.
Ein weiteres Merkmal des klassischen Thaiboxkampfes (Muay Thai Buran) ist der rituelle Tanz (Wai Khru), den die Kämpfer zu Beginn eines Kampfes aufführen, um ihren Lehrern Respekt zu zollen, sowie die klassische thailändische Musik, die den gesamten Kampf begleitet.
Thaiboxen wird aus verschiedenen Motiven ausgeübt, aus Fitnessgründen, als Wettkampfsportart, zur Selbstverteidigung oder als Kampfkunst. In Thailand bekommen die Wettkämpfer häufig einen Teil vom Wetteinsatz, und Thaiboxer sind geachtete und geehrte Idole.
Da viele Muay-Thai-Schulen ihre Kämpfer nur noch dazu anhalten, im Ring gute Wetteinsätze zu erzielen und zu gewinnen, rückt der traditionelle Stil immer stärker in den Hintergrund. Der König von Thailand unterstützt deswegen reine Muay-Thai-Akademien, wie das "Muay Thai Institut", in denen die Schüler sich keine Sorgen um Geld machen müssen und stattdessen den klassischen Stil lernen können.
Durch den Film Ong-Bak erreichte Muay Thai die internationale Öffentlichkeit.
Weblinks
- [http://www.gmtf.de/ German Muay Thai Federation]
- [http://www.clickthai.de/Kultur/Sport/MuayThai/muaythai.html Thai-Boxen Muay Thai]
- [http://www.kampfsport-online.com/Thailand/muaythaihist.htm Geschichte des Muay Thai]
- [http://www.muaythaiipta.de/ International Phetjan Thaiboxing Association]
- [http://www.mtbd.de/ Muay Thai Bund Deutschland e.V.]
Kategorie:Kampfkunst
Kategorie:Kampfsport
Kategorie:Thailand
ja:ムエタイ
th:มวยไทย
ChiliDas Wort Chili ist in den meisten Verwendungen abgeleitet vom Begriff für Chilischoten in der aztekischen Nahuatl-Sprache (zu Herkunft und Schreibweise siehe auch Chili con Carne) und wird in folgenden Zusammenhängen benutzt:
- für die Pflanzen und deren scharfe Früchte einiger Sorten der Gattung Paprika,
- als Kurzform für Chili con Carne - ein Gericht aus Fleisch und diesen Früchten,
- als Name einer Figur der Kinderserie Bernd das Brot: Chili das Schaf,
- als Spitzname von Rozonda Thomas, Mitglied des R&B-Vokal-Trio TLC.
In der französischen Sprache und früher auch im Deutschen wurde auch das Land Chile als Chili bezeichnet, so z.B. in Heinrich von Kleists Erzählung Das Erdbeben in Chili. Der Name des Landes leitet sich aus der Quechua-Sprache ab, die im Inka-Reich gesprochen wurde.
Ban ChiangBan Chiang (in Thai บ้านเชียง) ist eine Ortschaft im Nordosten Thailands und liegt in der Provinz Udon Thani.
Einwohner: 3.000 (2000)
Lage
Ban Chiang liegt etwa 50 km östlich der Provinzhauptstadt Udon Thani an der Grenze zur Provinz Sakhon Nakhon.
Wirtschaft und Bedeutung
Früher lebten die Menschen hier eher ärmlich von den kargen Ernten der Reisfelder und Plantagen der Umgegend. Jetzt ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle von Ban Chiang, der von den sensationellen Funden aus der Bronzezeit angezogen wird.
Dies führt u.a. dazu, dass in den umliegenden Dörfern an der Hauptstraße viele "Originalfundstücke" in verblüffend echter Rekonstruktion verkauft werden.
Geschichte
Bis 1967 ging man davon aus, dass Ban Chiang - so wie die meisten anderen Dörfer und Städte der Umgegend - etwa um 1820 von Laos aus besiedelt worden war. Und schon seit dieser Zeit gibt es immer wieder Berichte und Zeugnisse von Funden: Knochen, Keramiken, Metallwerkzeuge.
1966 machte der US-Amerikaner Steve Young die Archäologen in Bangkok auf die Stätte aufmerksam. Zum Vorschein kamen in zwei Kampagnen (1966-1967 und 1972) sensationelle Funde, die darauf hindeuteten, dass die Gegend bereits vor fast 6000 Jahren besiedelt war und eine hochentwickelte Kultur beherbergte. Erst bei späteren Grabungen konnte genügend organisches Material für eine Radiokarbon-Datierung gewonnen worden, wodurch die Anfänge von Ban Chiang auf das 2. Jahrtausend v. Chr. neu datiert wurden.
Feine Keramiken mit Spiral- und Bandornamenten, stilisierte Pflanzen und Tiere und naturbelassene Tongefäße mit eleganten Formen und ideenreichen Mustern (z.B. Wellenmuster, Blätter, Daumenabdrücke) wurden entdeckt. Sie zählen zu den ältesten Keramik-Mustern der Erde. Die größte Aufmerksamkeit erhielt die Grabung jedoch durch die bronzezeitlichen Werkzeuge, die in Südostasien einmalig sind. Hätte sich die ursprüngliche Datierung bestätigt, dann hätte zur Zeit der europäischen Jungsteinzeit hier die Bronzezeit (parallel mit der Entwicklung in Mesopotamien) begonnen. Die Ähnlichkeit der Muster und der Farbgebung zwischen den Funden in Ban Chiang und denen in Mesopotamien ist verblüffend. Funde konnten bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen werden, danach sind die Bewohner offenbar verschwunden.
1992 wurde Ban Chiang von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Siehe auch: Geschichte Thailands.
Sehenswürdigkeiten
- Nationalmuseum Ban Chiang - Ausgrabungsstücke werden gezeigt (mit englischen Erklärungen) mit Dioramen, die Ausgrabung und früheres Leben zeigen, und in der Nähe befindet sich eine Originalfundstelle
Weblinks
- http://www.thailandmaps.net/udonthani/udonthani_map.html (Karte der Provinz)
- http://www.udonthani.com/english/ Informationen, Wegbeschreibung (von Udon Thani aus)
Kategorie:Ort in Thailand
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Archäologische Grabung
ja:バン・チアン遺跡
th:แหล่งโบราณคดีบ้านเชียง
Dvaravati
Dvaravati (ausgesprochen: Dwarawati) ist das älteste buddhistische Königreich in Südost-Asien, dessen Einwohner der Mon-Volksgruppe angehörten. Es existierte zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert auf dem Gebiet, welches etwa das heutige Thailand einnimmt. Dvaravati ist gleichzeitig die Bezeichnung für einen Stil von Kunstwerken, die im genannten Zeitraum in Thailand erschaffen wurden.
Geschichte
Im 7. Jahrhundert berichteten chinesische Historiker von einem Land „To-lo-po-ti“, welches westlich von Isanapura (heute Kambodscha) und östlich von Sri Ksetra (heute Birma) liegen sollte. Es wurde angenommen, daß der chinesische Name gleichbedeutend mit Dvaravati (Sanskrit, etwa: „welches Tore besitzt“) sei. Dies wurde im Jahre 1964 bestätigt, als bei Ausgrabungen in Nakhon Pathom zwei Silbermünzen gefunden wurden. Auf der einen Seite beider Münzen war der Schriftzug „śrīdvāravaṯīsvarapunya“ eingeprägt, welches „verdienstvolle Taten des Königs von Dvaravati“ bedeutet. Auf der anderen Seite der einen Münze war ein Segelschiff, auf der anderen Münze eine Kuh mit Kalb abgebildet, Symbole von Wohlstand und Fruchtbarkeit.
Wahrscheinlich entstand das Königreich von Dvaravati, nachdem Anfang des 7. Jahrhunderts das Reich Funan zerfiel.
Zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert erschien das Reich von Angkor auf der Bildfläche. Von vielen Inschriften kennen wir die politische Geschichte dieses Reiches so genau, wie wir wenig über das Verschwinden von Dvaravati wissen. Es ist wahrscheinlich, daß Angkor entweder eine wie auch immer geartete Hauptstadt eingenommen oder die Dvaravati-Ländereien eine nach der anderen erobert hat, um so die Vorherrschaft über Zentral-Südost-Asien zu übernehmen.
Städtebau
Funde der Archäologen lassen die Dvaravati-Zivilisation grob in drei Gruppen einteilen: die zentrale Gruppe zieht sich am Rande der zentralen Tiefebene Thailands entlang, wobei Funde hauptsächlich gemacht wurden in den Tälern des Mekhlong und Ta Chin (Nakhon Pathom, U Thong, Khu Bua) und des Lopburi- und Pasak-Flusses (Lopburi, Si Thep). Eine nordöstliche Gruppe breitet sich über das Khorat-Plateuau aus (Muang Sima bei Nakhon Ratchasima und Muang Fa Daet bei Kalasin) bis möglicherweise hinauf nach Phon Hong an der Vientiane-Ebene. Eine nördliche Gruppe zentriert sich um Lamphun (das spätere Hariphunchai-Königreich).
Lamphun
Es ist anzunehmen, dass sich die Städte der Mon entlang von Handelsrouten ausbreiteten: Verbindungen vom Golf von Siam nach Westen über den Drei-Pagoden-Paß bis Burma, nach Norden entlang des Chao Phraya bis hinauf nach Yunnan, im Osten bis Nord-Vietnam sind denkbar.
Die alten Städte waren von einem runden oder ovalen Stadtgraben umgeben. Einige hatten allerdings auch die Form einer Seemuschel, die der Architekt Sumet Jumsai „Conch City Planning“ nennt , so beispielsweise noch heute in Lamphun zu sehen.
Da zu jener Zeit der Küstenverlauf noch anders war, hatten einige der Städte direkten Zugang zum Meer, aber alle lagen an Flüssen, die Wasser für den Stadtgraben liefern konnten. Bewässerungskanäle erstreckten sich nicht nur innerhalb der Befestigungs-Anlagen, einem Areal, welches bis zu 10 km² groß sein konnte, auch das Umland war von Kanälen durchzogen, was auf eine intensive landwirtschaftliche Nutzung schließen läßt.
Größere buddhistische Monumente standen innerhalb der Städte auf Laterit-Fundamenten, darauf wurde eine meist quadratische aber auch runde oder oktogonale Plattform aus Ziegeln gesetzt. Auch der Oberbau wurde normalerweise aus Ziegeln gebaut. Zuletzt wurde alles mit Stuck, einer Mischung aus Sand, Limone und einer Leimbindung, überzogen, aus dem auch Figuren und weitere Verzierungen geformt werden konnten. Einen Eindruck eines solchen Bauwerks kann noch heute im Wat Chama Thewi in Lamphun gewonnen werden, wo noch eine quadratische und eine achteckige Chedi erhalten sind.
Regierungsform
Obwohl sehr viele Inschriften in der Sprache der Mon gefunden wurden, sagen sie doch nichts über die Verwaltungsstruktur des Reiches aus. Dabei ist mit „Reich“ nicht die moderne Bedeutung gemeint, mit einer zentralen Kontrolle aus einer Hauptstadt wie z. B. Nakhon Pathom. Wahrscheinlich bestand es eher aus einer losen Konföderation von autonomen Füstentümern, die über ein kompliziertes Netzwerk von kulturellen und familiären Beziehungen miteinander verknüpft waren.
Aber Könige müssen sie doch gehabt haben, wie sollten sonst die Pathom Chedi und ähnliche Bauwerke errichtet worden sein?
Mehrere Forscher bestätigen, dass die Dvaravati-Kultur viele Elemente der indischen Kultur assimiliert hat, wie z. B. Sprache (Pali und Sanskrit), religiöser Glaube (Buddhismus), Kunst und Architektur, das Münzwesen und wahrscheinlich ebenfalls die Konzepte von Staat und politischer Organisation.
Das Thammasat (Pali: Dhammasattha), welches (mit kleineren Anpassungen) bis zum Ende der absoluten Monarchie (1932) als Grundlage für die siamesische Verfassung diente, wurde von den Mon von Dvaravati nach indischen Vorbildern erschaffen. Die Inspiration kam wohl einerseits aus den Digha-Nikaya, in denen über die (idealen) Eigenschaften eines Chakravartin (Weltenherrschers) geschrieben steht, aber auch aus Kautilyas Arthashastra und möglicherweise sogar aus Manus Dharmasastra (Manavadharmaśastra, wörtl.: „Wissenschaft der Rechtschaffenheit“, siehe Weblinks), einem altindischen Text in Sanskrit über moralische, ethische und soziale Gesetzgebung.
Kunstwerke
Dvaravati selbst war stark durch Indien geprägt. Das Reich spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung des Buddhismus und insbesondere der buddhistisch ausgerichteten Kunst in der Region.
Buddha-Statuen
Indien
Buddha-Statuen, die uns überliefert sind, sind alle von einem Stil und einem Material, das sie schnell erkennbar macht. Sie unterscheiden sich sowohl von der indo-javanischen Schule von Srivijaya und auch dem klassischen Khmer-Stil.
Das Material der in Thailand gefundenen Skulpturen ist kein Sandstein, aus dem die Khmer vorzugsweise ihre Statuen schlugen. Es ist vielmehr ein schiefer-blauer, harter Kalkstein, der in den Hügeln östlich von Lopburi und südwestlich von Ratchaburi gefunden werden kann. Nach der Anzahl der gefundenen Bronze-Figuren zu urteilen war dagegen Bronze ein Material, welches zur Dvaravati-Zeit wohl recht selten war. Hinzu kommt, daß die Dvaravati-Künstler im Umgang mit Bronze scheinbar nicht sehr geübt waren, konnten sie doch mit Stein so meisterhaft umgehen.
Die Skulpturen, die hauptsächlich in Nakhon Pathom und in Lopburi, aber auch in der Nähe von Ayutthaya gefunden wurden, lassen sich in zwei Arten einteilen:
# Der Buddha steht mit erhobener rechter Hand, manchmal sind auch beide Hände erhoben. Zwei Statuen dieses Typs sind heute im Hof des Wat Benchamabophit in Bangkok zu sehen, andere im Museum der Phra Pathom Chedi in Nakhon Pathom.
# Der Buddha sitzt in der sog. europäischen oder westlichen Art, beide Hände sind erhoben und formen die Geste „Drehen des Rades der Lehre“. Er kann auch eine Hand mit der „Geste der Unterweisung“ erhoben haben, während die andere im Schoß liegt. Diese Art ist in der Khmer-Ikonographie unbekannt. Die schönsten Beispiele dieser Statuen sind an der Phra Pathom Chedi in Nakhon Pathom zu sehen, im Wat Na Phra Men in Ayutthaya und im Nationalmuseum in Bangkok.
Beide Typen können mit Statuen der indischen Gupta-Periode verglichen werden, sie sind aber auch am Eingang des Höhlen-Tempels von Ajanta zu sehen.
Merkmale der Dvaravati-Schule sind:
- sehr große aber flache, spiralförmige Locken,
- eine niedrige, halbkugel-förmige, manchmal auch zylindrische Ushnisha (Sanskrit, etwa „Scheitelkamm“),
- großes Gesicht von elliptischer Form,
- betonte, obere Augenlider, leicht hervorquellende Augen,
- die schmalen, leicht betonten Augenbrauen in der Form einer „fliegenden Schwalbe“ die von der Nasenwurzel ausgehen,
- die Art einen asexuellen Körper zu modellieren, als sei er unter einer scheinbar durchsichtigen, faltenlosen Robe nackt.
Eine besondere Art der Mon-Ikonographie, welche nirgends sonst gefunden wurde, sind Reliefs vom Buddha, der auf einem mythologischen Tier (Banaspati) steht. Die Bedeutung ist unbekannt, aber es drängen sich Parallelen zu hinduistischen Göttern auf, die alle ihr besonderes Reittier (Vahana) besitzen: Vishnu auf Garuda, Shiva auf dem Bullen Nandi, Brahma auf dem Schwan. Merkmale dieser Reittiere tauchen auch an dem mythologischen Tier des Buddha auf: Hörner eines Bullen, Garuda-Schnabel oder die Schwingen eines Schwans werden dargestellt.
Der meditierende Buddha, wie er vom Naga-König Mucalinda beschirmt wird, wurde zwar bereits in Amaravati und auch in Sri Lanka hergestellt. Aber als Novität auf dem südostasiatischen Festland wurden solche Statuen in der Virasana-Pose und der Meditations-Geste (Dhyanamudra) von den Mon hier eingeführt. Dieses Motiv wurde später zum bevorzugten Objekt von Bildhauern der gesamten Region, besonders der Khmer in der Angkor Wat- und der Bayon-Periode.
Die Stein-Skulpturen der Dvaravati-Schule mögen vielleicht etwas steif wirken, sie überzeugen aber durch „die Reinheit und Sparsamkeit ihrer Linienführung“ und das Fehlen jeglicher unnötiger Dekoration. Kurz, sie „atmen den reinen Geist des Buddhismus“.
Gesetzesräder
Sri Lanka), ca. 8. Jahrhundert]]
Ein besonderer Beitrag zu den Dvaravati-Skulpturen liefert das große, frei stehende Rad, das sog. Gesetzesrad, ein anikonisches Symbol für die erste Predigt des Buddha (siehe auch: Buddhistische Kunst).
Räder die | | |