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Isabella Clara Eugenia Von Spanien

Isabella Clara Eugenia von Spanien

Infantin Isabella Clara Eugenia (
- 12. August 1566 in Segovia in Spanien; † 1. Dezember 1633 in Brüssel) war Statthalterin der spanischen Niederlande. In manchen Quellen wird sie auch Clara Isabella Eugenia genannt. spanischen Niederlande

Leben

Infantin Isabella Clara Eugenia wurde als Tochter von Philipp II. von Spanien und Elisabeth von Valois am 12. August 1566 in Segovia in Spanien geboren. Sie verlor ihre Mutter jedoch schon im zartesten Kindesalter und wuchs mit ihrer jüngeren Schwester Katharina Michaela am spanischen Königshof ihres Vaters unter der Obhut der Amme Maria de Messa auf. Philipp II. von Spanien ging nach dem frühen Tod seiner dritten Frau eine weitere dynastische Verbindung mit seiner Nichte Anna von Österreich, der Tochter von Kaiser Maximilian II. von Österreich und seiner Schwester Maria von Spanien ein. Anna von Österreich nahm sich den beiden Mädchen an und es entwickelte sich ein enges Vertrauensverhältnis zwischen der Stiefmutter und ihren beiden Stieftöchtern. Am 6. Mai 1598 heiratet sie den ebenfalls am spanischen Hofe Philipps II. großgezogenen Erzherzog Albrecht VII. von Österreich (in manchen Quellen auch Albert genannt). Das Paar erhält als Brautschatz die katholischen Niederlande von der spanischen Krone, mit der Option, dass dieselben an Spanien zurückfallen, wenn die Ehe kinderlos bleibt. In Brüssel, wo das damalige Zentrum der spanischen Niederlande liegt, lassen sich die beiden nieder. Das Gebiet erstreckt sich südlich von Rhein und Maas bis in das heutige Luxemburg und Belgien. De facto ist zu diesem Zeitpunkt nur noch die südliche Hälfte der Niederlande unter der Kontrolle der Spanier, die nördliche Hälfte (siehe auch Achtzigjähriger Krieg), auch Generalstaaten genannt, sind in der Hand der calvinistischen Niederländer. Der Herzog und die Infantin bemühen sich darum, das Elend der vergangenen Kriegsjahre zu mindern. Zudem handelt Albrecht 1609 einen zwölfjährigen Waffenstillstand mit den nördlichen Provinzen aus und so blüht das höfische, gesellschaftliche und kirchliche Leben in und um Brüssel voll auf. 1609 wird auch Peter Paul Rubens als Hofmaler verpflichtet. Im April 1621 läuft jedoch das zwölfjährige Waffenstillstandsabkommen aus, im Juli stirbt Herzog Albrecht. Da es keinen Erbfolger gibt, fallen die katholischen Niederlande wieder zurück an die spanische Krone. Der dort inzwischen regierende, noch junge König Philipp IV., ist jedoch nicht auf Frieden aus. Sein leitender Minister Gaspar de Guzman de Olivarez strebt danach, die einstige Großmachtsstellung Spaniens in Europa wiederherzustellen, und glaubt fest daran, einen Krieg gegen die nördlichen Provinzen gewinnen zu können. So scheitern die schon begonnenen Friedensgespräche, und weitere lange Kriegsjahre stehen an. Europa Nach dem Tode Herzog Albrechts 1621 regierte Isabella Clara Eugenia, nun als Statthalterin von Spanien eingesetzt, alleine weiter. Sie gibt die Hoffnung auf einen Frieden trotz der gespannten Lage nicht auf und schickt 1623 den international erfahrenen Maler Peter Paul Rubens nach Den Haag, um dort, unter dem Deckmantel künstlerischer Aktivitäten und ohne Wissen Spaniens, geheime Friedensverhandlungen mit den Generalstaaten zu führen. Die zugleich projektierte Fossa Eugeniana soll auch als Abwehrmaßnahme dienen. Stück für Stück werden die Bemühungen Rubens öffentlich, und es kommt eine Konferenz zwischen Spanien und den nördlichen Niederlanden zustande. Doch diese bleibt ergebnislos, da beide Kriegsparteien auf ihren jeweiligen Standpunkten beharren. Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges in Mitteleuropa (Prager Fenstersturz 1618) weitet sich der Krieg dort aus. Während dessen versucht Isabella in kleinen Stücken in ihrem Rahmen zum Frieden beizutragen. Peter Paul Rubens verhandelt auf ihr Geheiß hin offiziell zwischen England und Spanien ab 1627 um Frieden. Er ist erfolgreich und versucht danach noch einmal, ein Einlenken der Generalstaaten gegenüber Spanien zu erreichen. Diesmal scheitert er am Starrsinn Den Haags. Nach 1630 gewinnt die Armee der Generalstaaten unter Friedrich Heinrich, dem Städtebezwinger, deutliche Gebietsgewinne auf (ehemals) spanischen Territorium. Dies kann auch der Nachfolger, der Kardinalinfant Ferdinand (Sieger der Schlacht bei Nördlingen), nicht verhindern. Isabella Clara Eugenia stirbt, ohne Erfolge bei ihren Friedensbemühungen, die ihre historische Leistung sind, am 1. Dezember 1633 in Brüssel. Mit dem Namen Isabellas verbindet sich die Legende von der Herkunft des Farbnamens Isabell.

Weblinks


- [http://www.kevelaerer-blatt.de/kb1/wetten6.htm Kevelaerer Geschichtsserie]
- [http://www.lwl.org/westfaelischer-friede/wfd-t/wfd-txt2-59.htm Forschungstelle Westfälischer Friede] Kategorie:Frau Kategorie:Spanier Kategorie:Dreißigjähriger Krieg (Person) Kategorie:Achtzigjähriger Krieg (Person) Kategorie:Statthalter Kategorie:Geboren 1566 Kategorie:Gestorben 1633

Infant

Infant (span./port. Infante (männlich) bzw. Infanta (weiblich)) ist der Titel, der ab dem 13. Jahrhundert von den Kindern der spanischen bzw. portugiesischen Monarchen getragen wurde. Der König konnte den Titel zudem an andere Mitglieder der königlichen Familie verleihen. Der Titel leitet sich vom Lateinischen Infans („Kind“) ab. Seit der Herrschaft von Johann I. von Kastilien (137990) wurde der Thronfolger des kastilischen Herrschers Príncipe de Asturias (Prinz von Asturien) und nicht Infante genannt. Nach der Vereinigung der Königreiche Kastilien und Aragón zum Königreich Spanien um die Wende zum 16. Jahrhundert ging dieser Titel auf den jeweiligen spanischen Kronprinzen über. ---- siehe auch: Kronprinz Kategorie:Adelstitel Kategorie:Prinz

1566

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 5. April: Petition des niederländischen Adels an Margarete von Parma um Milderung der Religionsedikte und Aufhebung der Inquisition
- Auf dem Reichstag zu Augsburg findet Kaiser Maximilian II. (HRR) keine Mehrheit dafür, den besonders in der Pfalz gehuldigten Calvinismus aus Deutschland zu vertreiben. Die Versammlung verabschiedet ferner die „Augsburger Reichsmünzordnung“, welche für längere Zeit Stabilität im Geldwesen bringt
- Genua verliert die griechische Insel Chios an die Osmanen
- Nach dem Tod Süleyman I. wird Selim II. (genannt Mest „der Trunkene“) Sultan des Osmanischen Reichs

Geboren


- 8. März: Carlo Gesualdo, italienischer Fürst und Komponist († 1613)
- 26. Mai: Mehmed III., Sultan des Osmanischen Reiches († 1603)
- 19. Juni: Jakob I. von England (war auch Jakob VI. von Schottland) († 1625)
- 12. August: Infantin Isabella Clara Eugenia, Statthalterin der spanischen Niederlande († 1. Dezember 1633)
- 28. Oktober: Burkhard von Erlach, Jurist und Hofmarschall
- Marcus Antonius de Dominis, Mathematiker, Jesuit, Bischof von Segni und Erzbischof von Spalato († 1624)

Gestorben


- 22. April: Diana von Poitiers, Mätresse von Heinrich II. von Frankreich (
- 1499)
- 4. Mai: Luca Ghini, Arzt und Botaniker (
- 1490)
- 10. Mai: Leonhart Fuchs, deutscher Pflanzenkundler und Mediziner (
- 1501)
- 26. Mai: Antonio de Cabezón, spanischer Komponist und Organist (
- 1510)
- 19. Juni: David Rizzio, Italienischer Musiker, Privatsekretär und Günstling von Maria Stuart (
- um 1533)
- 2. Juli: Nostradamus, französischer Arzt und Astrologe (
- 1503)
- 31. Juli: Bartolomé de Las Casas, bekannter Dominikaner-Mönch und Jurist in den spanischen Kolonien in Amerika (
- 1484)
- 7. September: Süleyman I., osmanischer Sultan (
- 1495)
- 22. September: Johann Agricola, Reformator (
- 1494) ko:1566년

Segovia

Segovia ist eine Stadt in Spanien mit etwa 55.000 Einwohnern und zugleich der Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Segovia in Kastilien-León. Die Stadt liegt etwa 90 Kilometer nordnordwestlich von Madrid auf einer 1.000 Meter hohen Felszunge zwischen den Flüssen Eresma und Clamores. Die Altstadt ist besonders sehenswert. Neben zahlreichen Monumenten ragen insbesondere die spätgotische Kathedrale von Segovia (1525 durch Auftrag Karls V. wiedererrichtet), der berühmte 28 Meter hohe und 728 Meter lange antike römische Aquädukt (aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr.) und die märchenhafte Palastfestung, der sog. Alcázar, der sich über der Stadt und der umgebenden Landschaft erhebt. Die Stadt gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kirche La Vera Cruz war seit 1208 bis zu seiner Zerschlagung eine Kirche des Tempelritterordens. Historisch war die im Jahr 80 v. Chr. gegründete Stadt von 714 bis ins 11. Jahrhundert maurische Besitzung. Erst Alfons VI. konnte die Stadt 1085 erobern, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert Königsresidenz war. 1474 wurde hier Isabella zur Königin von Kastilien ausgerufen. Image:Segovia from the top of the Alcazar.jpg Bild:Alcazar-Segovia.jpg|Alcázar von Segovia Image:Acueducto2 Lou.jpg|Aquädukt von Segovia Bild:Aquaeduct-Segovia.jpg|Römisches Aquädukt (Bild vor 1900) Image:Catedral de Segovia.jpg|Kathedrale von Segovia Image:Segovia Vera Cruz.jpg|Vera Cruz

Weblinks

Kategorie:Ort in Spanien Kategorie:Weltkulturerbe ja:セゴビア

1. Dezember

Der 1. Dezember ist der 335. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 336. in Schaltjahren) - somit bleiben 30 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1640 - Portugal wird von Spanien wieder unabhängig und Johann IV. wird König von Portugal.
- 1651 - Die englische Navigationsakte tritt in Kraft.
- 1821 - Costa Rica. Vorläufige Verfassung Pacto de Concordia
- 1822 - Peter IV. von Portugal wird zum brasilianischen Kaiser gekrönt.
- 1909 - Offizielle Jungfernfahrt des Luftschiffs „Erbslöh“ über Leichlingen
- 1918 - Island wird ein selbständiges Königreich, bleibt jedoch mit Dänemark in Personalunion verbunden.
- 1918 - Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen wird gegründet
- 1838 – Die Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn eröffnet ihren ersten Streckenabschnitt
- 1953 - Hugh Hefner gibt die erste Nummer des "Playboy" in einer Auflage von 70.000 Exemplaren heraus.
- 1955 - Die Bürger rechtlerin Rosa Parks wird in Montgomery (Alabama) verhaftet, weil sie in einem Bus einem Weißen ihren Sitzplatz nicht überlassen will. Dieses Ereignis führt in weiterer Folge zum 381-tägigen Montgomery Bus Boycott und zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA.
- 1964 - Sambia, Malta und Malawi werden Mitglieder bei den Vereinten Nationen
- 1966 - Der deutsche Kanzler Ludwig Erhard tritt nach Zerbrechen der Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP zurück.
- 1966 - Der Deutsche Bundestag bestätigt Kurt Georg Kiesinger als Bundeskanzler. Deutschland wird erstmals von einer Großen Koalition aus Christlich Demokratische Union Deutschlands/CSU und SPD regiert.
- 1967 - Nicaragua. Gründung der deutschen Schule in Managua
- 1976 - Angola wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1982 - Amtsantritt des spanischen Ministerpräsidenten Felipe González (PSOE)
- 2000 - Beginn der Beitrittsverhandlungen zwischen Bulgarien und der EU
- 2000 - Beschluss der EU: Ende der Visapflicht für bulgarische Staatsbürger
- 2000 - Vicente Fox Quesada wird Staatspräsident von Mexiko
- 2003 - Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht zum fünften Mal die Volksrepublik China.

Wirtschaft


- 1913 - Die Ford Motor Company führt das Fließband in die industrielle Produktion ein.
- 1996 - Bulgarien wird Mitglied in der Welthandelsorganisation WTO

Wissenschaft, Technik


- 1974 - Gründung der ersten und bislang einzigen deutschen Fernuniversität in Hagen.
- 1978 - In Österreich wird der 14 Kilometer lange Arlberg-Straßentunnel eröffnet.

Kultur


- 1739 - Uraufführung der Oper Nancy, or The Parting Lovers von Henry Carey in London.
- 1823 - Uraufführung der Oper Libussa von Conradin Kreutzer in Berlin.
- 1831 - Uraufführung der Oper Casimir ou Le Premier Tête-à-tête von Adolphe Adam am Théâtre des Nouveautés in Paris.
- 1909 - Uraufführung des Singspiels Brüderlein fein von Leo Fall in Wien.
- 1924 - Uraufführung des Musicals Lady Be Good von George Gershwin am Liberty Theatre in New York.
- 1982 - Das Erfolgsalbum Thriller von Michael Jackson erscheint.
- 1984 - Der Sender 3sat startet sein Programm als Gemeinschaftsproduktion von ZDF, ORF und SRG.
- 1993 - Der deutsche Musikfernsehsender VIVA nimmt den Sendebetrieb auf.
- 2002 - Die sterblichen Überreste des französischen Schriftstellers Alexandre Dumas werden 132 Jahre nach seinem Tod im Pariser Ruhmestempel Panthéon beigesetzt.
- 2004 - Nachdem der Berliner Senat den Berliner Symphonikern trotz Protesten die öffentlichen Zuschüsse gestrichen hat, wird ein Insolvenzverfahren über den Trägerverein eröffnet, um das Orchester in der Folge als privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen erhalten zu können.

Religion

Katastrophen


- 1923 - Die Gleno-Talsperre im Valle di Scalve in Bergamo / Italien bricht; bei der Katastrophe sterben bis zu 600 Menschen.
- 1959 - Eine Verkehrsmaschine stürzt in Williamsport, Pennsylvania, während eines Landeabbruchs ab, wobei 25 Tote zu beklagen sind.
- 1981 - Ajaccio, Korsika: Eine McDonnell Douglas MD-80 der jugoslawischen Inex Adria Aviopromet prallt während des Landeanflugs gegen einen Berg. Alle 178 Personen an Bord sterben.

Sport


- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1900 - 18 Schüler des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums Aachen gründen den Fußballclub Alemannia Aachen

Geboren


- 1081 - Ludwig VI., 1108 bis 1137 König von Frankreich
- 1083 - Anna Komnene, byzantinische Historikerin
- 1595 - Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
- 1690 - Ernst Johann von Biron, Herzog von Kurland
- 1717 - Etienne Falconet, französischer Bildhauer
- 1729 - Edmund Burke, britischer Staatsphilosoph und Politiker
- 1743 - Martin Heinrich Klaproth, deutscher Chemiker
- 1785 - Victor de Broglie, französischer Staatsmann und Diplomat
- 1796 - Friedrich Wilhelm Buttel, Baumeister, Oberbaurat und Hofbaumeister
- 1800 - Mihály Vörösmarty, ungarischer Dichter, Redakteur und Übersetzer
- 1808 - Atto Vannucci, italienischer Geschichtsschreiber und Professor der Humanitätswissenschaften
- 1810 - Joseph Gungl, ungarischer Komponist
- 1819 - Philipp Krementz, dt. Theologe, Kardinal und Erzbischof von Köln
- 1823 - Karl Schenk, schweizerischer Politiker
- 1832 - Friedrich Helbig, deutscher Jurist und Schriftsteller
- 1836 - Rudolph Freiherr von Roman zu Schernau, Regierungspräsident von Oberfranken
- 1841 - Eugenie Schumann, deutsche Musikschriftstellerin
- 1861 - Karl Legien, deutscher Gewerkschafter
- 1867 - Ignacy Moscicki, polnischer Wissenschaftler und Politiker
- 1873 - Wiktor Michailowitsch Tschernow, russischer Politiker
- 1884 - Karl Schmidt-Rottluff, deutscher Maler des Expressionismus
- 1886 - Rex Stout, US-amerikanischer Krimi-Schriftsteller
- 1890 - Fred Hale, ältester Mann der Welt
- 1893 - Ernst Toller, deutscher Politiker, Revolutionär und Schriftsteller
- 1895 - Heinrich Krone, deutscher Politiker
- 1895 - Henry Williamson, britischer Schriftsteller
- 1896 - Georgi Konstantinowitsch Schukow, sowjetischer General und vierfacher Held der Sowjetunion
- 1896 - Hans Müller, österreichischer Schachmeister und Theoretiker
- 1897 - Hansl Schmid, österreichischer Wienerliedsänger
- 1905 - Clarence Melvin Zener, amerikanischer Physiker
- 1909 - Franz Bardon, tschechischer Esoteriker
- 1910 - Alicia Markova, englische Primaballerina des klassischen Balletts
- 1911 - Franz Binder, österreichischer und deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1912 - Hans Hauschulz, SED-Politiker
- 1912 - Minoru Yamasaki, US-amerikanischer Architekt
- 1913 - Hans Glinz, schweizerischer Sprachwissenschaftler und Germanist
- 1913 - Luggi Waldleitner, deutscher Filmproduzent
- 1917 - Gerd Schmückle, deutscher General
- 1920 - Martin Rodbell, US-amerikanischer Mediziner
- 1922 - Gerd Mehl, deutscher Sportreporter
- 1923 - Maurice de Bévère, belgischer Comic-Zeichner
- 1923 - Morris, belgischer Comic-Zeichner und Autor (Lucky Luke)
- 1925 - Manfred Köhnlechner, deutscher Heilpraktiker
- 1925 - Peter Thomas, deutscher Filmkomponist
- 1929 - Alfred Moisiu, Staatspräsident der Republik Albanien
- 1929 - Karl Otto Pöhl, deutscher Bankier und Beamter, Präsident der Bundesbank
- 1930 - Carlheinz Hollmann, deutscher Fernsehmoderator
- 1930 - Joachim Hoffmann, deutscher Historiker und Publizist
- 1931 - Jean-Claude Abrioux, französischer Politiker
- 1933 - Horst Eylmann, deutscher Politiker
- 1933 - James David Wolfensohn, neunter Präsident der Weltbank
- 1934 - Billy Paul, US-amerikanischer Sänger
- 1935 - Heinz Riesenhuber, deutscher Politiker
- 1935 - Preston Sturges, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur
- 1935 - Woody Allen, US-amerikanischer Komiker, Regisseur, Autor und Schauspieler
- 1936 - Lou Rawles, US-amerikanischer Sänger
- 1937 - Vaira Vike-Freiberga, lettische Politikerin und Staatspräsidentin
- 1938 - Sandy Nelson, US-amerikanischer Musiker
- 1938 - Toni Schumacher, deutscher Fußballtorwart
- 1940 - Richard Pryor, US-amerikanischer Komiker
- 1941 - Dieter Annies, deutscher Politiker
- 1941 - Federico Faggin, italienischer Unternehmer
- 1941 - Peter Letzgus, deutscher Politiker und MdB
- 1942 - Dieter Annies, deutscher Politiker und MdB
- 1943 - Wolf-Rüdiger Eisentraut, deutscher Architekt
- 1944 - Achim Exner, Dipl.-Volkswirt und ehemaliger Oberbürgermeister von Wiesbaden
- 1944 - Charlie Grima, britischer Musiker
- 1944 - John Densmore, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1945 - Bette Midler, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 1946 - Gilbert O'Sullivan, irischer Songschreiber und Sänger
- 1946 - Tunc Hamarat, österreichischer Schachspieler türkischer Abstammung
- 1949 - Klaaseje Van der Wal, niederländischer Musiker
- 1949 - Wolfgang Gerhards, deutscher Politiker und Justizminister von Nordrhein-Westfalen
- 1950 - Absalom Themba Dlamini, Premierminister von Swasiland
- 1950 - Arthur König, deutscher Politiker, Oberbürgermeister der Hansestadt Greifswald
- 1950 - Paul Vincent Gunia, deutscher Musiker
- 1951 - Jaco Pastorius, US-amerikanischer Jazzmusiker und Komponist
- 1954 - Annette Haven, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 1954 - Karl-Heinz Körbel, deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer
- 1954 - Medha Patkar, indische Menschenrechtsaktivistin
- 1956 - Julee Cruise, US-amerikanische Sängerin
- 1958 - Alberto Cova, ehemaliger italienischer Leichtathlet
- 1958 - Charlene Tilton, US-amerikanische Schauspielerin
- 1959 - Urs Rohner, Vorstandschef der Pro7Sat.1 Media AG
- 1960 - Kenneth Branagh, britischer Schauspieler und Regisseur
- 1962 - Detlev Buck, deutscher Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent und Regisseur
- 1963 - Sam Reid, kanadischer Musiker
- 1964 - Salvatore Schillaci, ehemaliger italienischer Fußballspieler
- 1964 - Tim Renner, deutscher Musikproduzent, Journalist und Autor
- 1968 - Stefan Beckenbauer, deutscher Fußballspieler und Sohn von Franz Beckenbauer

Gestorben


- 1433 - Go-Komatsu, 100. Kaiser von Japan
- 1483 - Charlotte von Savoyen, Ehefrau von König Ludwig XI. von Frankreich
- 1521 - Leo X. (Geburtsname: Giovanni de Medici), Papst 1513-1521 (
- 11. Dezember 1475 in Florenz)
- 1633 - Isabella Clara Eugenia, Infantin und Statthalterin der spanischen Niederlande
- 1707 - Jeremiah Clarke, englischer Komponist (
- um 1674)
- 1709 - Abraham a Sancta Clara, katholischer Geistlicher und Schriftsteller
- 1830 - Pius VIII., in Rom; Papst seit (
- 20. November 1761)
- 1862 - Agustín Durán, spanischer Literaturwissenschaftler
- 1866 - George Everest, englischer Ingenieur
- 1890 - Auguste Cornelius, deutsche Schriftstellerin
- 1916 - Charles de Foucauld, französischer Theologe und Ordensgründer
- 1930 - Adolph Hoffmann, Abgeordneter im Reichstag
- 1932 - Amadeo Roig Vives, in Madrid; spanischer Komponist und Chorleiter (
- 18.11. 1871)
- 1934 - Sergej Kirow, in Leningrad; sowjetischer Arbeiterführer und Politiker (
- 27.3. 1886)
- 1935 - Bernhard Schmidt, deutscher Optiker (Erfinder des Schmidt-Teleskops)
- 1939 - Nataly von Eschstruth, deutsche Schriftstellerin
- 1945 - Conrad Heese, Rechtsanwalt und Justizrat
- 1948 - Franz Fischer, in München; deutscher Chemiker (
- 19.3. 1877)
- 1951 - Peter Buck, in Honolulu; polynesischer Anthropologe, Arzt und Politiker (
- 15.12.1880)
- 1953 - Wladimir Arkadjew, in Moskau; sowjetischer Physiker, Entdecker der ferromagnetischen Resonanz (
- 21.4.1884)
- 1954 - Fred Rose, in Nashville, Tennessee; US-amerikanischer Musikverleger, Songschreiber, Produzent und Talentesucher (
- 24.8.1897)
- 1958 - George Wilkins, in Framingham, Massachusetts; australischer Polarforscher (
- 31.10.1888)
- 1959 - Ernst Max Unger, in Zürich; deutscher Dirigent und Musikwisenschaftler (
- 28.5.1883)
- 1960 - Ernst Rowohlt, in Hamburg; deutscher Verleger (
- 23.06. 1887)
- 1966 - Carter Stanley, US-amerikanischer Musiker
- 1969 - Magic Sam, US-amerikanischer Musiker
- 1973 - David Ben Gurion, erster Premierminister Israels
- 1973 - Willem Hesselink, niederländischer Fußballspieler
- 1975 - Hans Schweikart, deutscher Regisseur
- 1987 - James Baldwin, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1990 - Robert Cummings, in Los Angeles; US-amerikanischer Schauspieler (
- 9. Juni 1908)
- 1990 - Sergio Corbucci, in Rom; italienischer Filmregisseur (
- 6. Dezember 1927)
- 1990 - Pierre Dux, in Paris; französischer Schauspieler
- 1990 - Vijaya Lakshmi Pandit, in Dehra Dun; indische Politikerin (
- 18. August 1900)
- 1991 - George Joseph Stigler, in Chicago, Illinois; US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1982 (
- 17.1. 1911)
- 1994 - Lionel Stander, in Los Angeles; US-amerikanischer Schauspieler (
- 11. Januar 1908)
- 1997 - Stéphane Grappelli, französischer Jazz-Violinist
- 2003 - Carl Schenkel, schweizerischer Regisseur
- 2004 - Prinz Bernhard der Niederlande, niederländischer Prinz deutscher Herkunft

Feier- und Gedenktage


- rumänischer Nationalfeiertag
- Nationalfeiertag der Zentralafrikanischen Republik
- Welt-AIDS-Tag (UNAIDS)

Siehe auch


- 30. November - 2. Dezember
- 1. November - 1. Januar
- Dezember - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1201 ja:12月1日 ko:12월 1일 simple:December 1 th:1 ธันวาคม

1633

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 22. Juni: Galileo Galilei wird von der Kirche zu lebenslangem Hausarrest verurteilt

Geboren


- 27. Januar: George Byng, britischer Admiral († 1733)
- 23. Februar: Samuel Pepys, britischer Schriftsteller († 1703)
- 30. März: Friedrich II. (Hessen-Homburg), Landgraf von Hessen-Homburg († 1708)
- 20. April: Go-Komyo, 110. japanische Kaiser († 1654)
- 15. Mai: Sébastien Le Prestre de Vauban, französischer General, Festungsbaumeister und Marschall von Frankreich († 1707)
- 6. September: Sebastian Knüpfer, deutscher Komponist († 1676)
- 7. September: Katharina Regina von Greiffenberg, geistliche Lyrikerin († 1694)
- 8. September: Ferdinand IV., König des Heiligen Römischen Reiches, König von Böhmen, König von Ungarn († 1654)
- 4. Oktober: Anton Ulrich (Braunschweig-Wolfenbüttel), Politiker, Schriftsteller und Kunstfreund († 1714)
- 14. Oktober: Jakob II., König von England 16851688 († 1701)
- 29. Oktober: Franz Burmeister, evangelischer Theologe und Dichter († 1672)
- 1. November: Gerhard Wolter Molanus, Privatgelehrter, Büchersammler und evangelischer Abt des Klosters Loccum († 1722)
- 26. November: Johann Christoph Wagenseil, deutscher Polyhistor, Rechtsgelehrter und Orientalist († 1705)

Gestorben


- 21. Februar: Karl Hannibal von Dohna, Landvogt in der Oberlausitz (
- 1588)
- 17. Juni: Ernesto Montecuccoli, kasierlicher General im dreißigjährigen Krieg (
- 1582)
- 5. August: George Abbot, englischer Prälat (
- 1562)
- 12. August: Jacopo Peri, italienischer Komponist (
- 1561)
- 9. September: Heinrich von Holk, aus Dänemark stammender Offizier (
- 1599)
- 1. Dezember: Infantin Isabella Clara Eugenia, Statthalterin der spanischen Niederlande (
- 12. August 1566)
- George Herbert, englischer Dichter (
- 1593) ko:1633년

Brüssel

Brüssel (frz. Bruxelles [] oder [], niederl. Brussel []) ist die Hauptstadt von Belgien. Als Sitz wichtiger Institutionen, wie Europäische Kommission oder Rat der Europäischen Union (Ministerrat) wird die Stadt inoffiziell häufig als Hauptstadt der Europäischen Union bezeichnet.

Stadtgliederung und Zahlen

Europäischen Union Brüssel umfasst eine Fläche von 32 km². Mit 142.853 Einwohnern (Stand:01.01.2005) stellt sie mit 16 % die größte Bevölkerungszahl aller Gemeinden der Hauptstadtregion Brüssel, in der insgesamt 1.007.000 Menschen wohnen. Die Stadt Brüssel gliedert sich in sechs Bezirke:
- Brüssel-Haren
- Brüssel-Laeken / Laken
- Brüssel-Neder-Over-Heembeek
- Brüssel-Pentagone / de Vijfhoek
- Brüssel-Quartier Louise / de Louizawijk
- Brüssel-Espace Nord / de Noordwijk
- Brüssel-Nord-Est / de Noord-Oostwijk Brüssel-Nord-Est Die Hauptstadtregion Brüssel, Region de Bruxelles Capitale/ Brussels Hoofdstedelijk Gewest, ist ein Zusammenschluss von Brüssel-Stadt und 18 umliegenden Kommunen, die zwar dicht zu einer Stadt verwachsen sind, jedoch bis heute ihre Selbstständigkeit völlig bewahrt haben. Die Region, also Brüssel, ist die Hauptstadt eines zweisprachigen Landes (im Norden niederländisch / im Süden französisch), um Eupen und St. Vith gibt es auch ein kleines deutschsprachiges Gebiet. Aufgrund der Umstände und Brüssels Hauptstadtfunktion ist die Stadt offiziell zweisprachig (niederländisch/französisch). Mit etwa 80 % überwiegt aber die französische Sprache in Brüssel.

Verkehr

KFZ: Brüssel ist das Zentrum des gut ausgebauten, nachts zum Teil beleuchteten belgischen Autobahnnetzes. Die Autobahnen laufen strahlenförmig nach Brüssel bis zur Ringautobahn zu. Bahn: In Brüssel gibt es mehrere große Bahnhöfe (Brüssel-Nord, Brüssel-Central und Brüssel-Süd), die miteinander durch eine Nord-Süd-Tunnelstrecke verbunden sind. Zugreisende aus dem Ausland kommen meist in Brüssel-Süd (frz. Bruxelles Midi) an, wo Verbindungen aus Paris, Amsterdam, Köln (mit dem Thalys oder aus Köln auch mit dem ICE) und London (Eurostar) bestehen. Ebenso hat man direkten RER-Anschluss zu einem der vielen kleineren Brüsseler Bahnhöfe. Die Station Brüssel Luxemburg, abseits der Haupttunnelstrecke Nord-Süd, ist eigentlich ein Bahnhof zur Anbindung der EU-Institutionen, der jetzt nach der Renovierung immer mehr von der allgemeinen Bevölkerung angenommen wird. EU U-Bahn: Sie besteht aus den drei Linien 1a, 1b, und 2. Die ersten beiden verbinden Vororte mit der Stadt, Linie 2 fährt in einem erst 2007 vollständig geschlossenen Kreis um das Zentrum herum. Hinzu kommen 16 Straßenbahnlinien und über 50 Buslinien (bis etwa 00.30 Uhr). Nachts: Ein Nachtverkehr existiert in Brüssel - abgesehen von einer Nachtbuslinie - nicht. Taxis haben ein relativ hohes Preisniveau. Flugverkehr: Bei der Nachbargemeinde Zaventem befindet sich ein internationaler Flughafen mit Zuganbindung zum Zentrum. Ebenfalls in Reichweite (60 min entfernt) ist der Flughafen Charleroi, der vor allem von Billigfliegern frequentiert wird.

Wirtschaft

Brüssel ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort in Belgien. Volkswagen betreibt hier ein Werk, in dem u.A. das Modell VW Golf gefertigt wird. Die Europäischen Institutionen sowie der Sitz des Nato-Hauptquartiers sind der Grund, dass sich viele internationale Großunternehmen sowie Interessensverbände und Lobbyistenbüros in Brüssel niedergelassen haben. Auch Länderbüros, Kulturinstitute und Botschaften aus aller Welt bringen eine große Kaufkraft nach Brüssel. Natürlich ist auch die weltweite Presse ständig mit einem Großaufgebot vertreten. Dieses stößt nicht immer nur auf Gegenliebe der Brüsseler.

Geschichte

Die Anfänge

VW Golf Der Name Brüssel kommt von einer Wortzusammensetzung des keltischen Wortes bruoc, Sumpf, und des lateinisch-keltischen Wortes sella, Tempel oder Kapelle. Der Stadtname bedeutet also Kapelle im Sumpf. Der Legende nach wird Brüssel im 6. Jahrhundert durch den heiligen Goorik gegründet. Im Dokument nachweisbar ist die Siedlung jedoch erst 966, in einer Urkunde Otto des Großen, die Bruocsella erwähnt. 977 bis 979 errichtet Karl von Niederlothringen eine Burg und eine Kapelle auf einer Insel im Flüsschen Senne und damit die Grundlage für die weitere Stadtentwicklung. Im 11. Jahrhundert wird erste Stadtmauer angelegt. Die Stadtbefestigung des 14. Jahrhunderts spiegelt sich in den Boulevards des kleinen Rings wider.

Das mittelalterliche Brüssel und die Habsburger

14. Jahrhundert 1430 erbt Philipp der Gute, Herzog von Burgund, das Herzogtum Brabant. Er macht Brüssel zur Hauptstadt seines Burgunderreiches. In dieser Zeit entstehen das Rathaus und die ersten Zunfthäuser am Großen Markt. Die Stadt blüht in dieser Zeit wirtschaftlich auf. Bildhauer, Teppichwirker und Goldschmiede finden ihr Auskommen. Künstler wie Pieter Brueghel der Ältere und Rogier van der Weyden lassen sich der Stadt nieder. Die Enkelin Philipps des Guten, Maria von Burgund, heiratet 1477 Maximilian von Habsburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Dadurch kommt Brabant unter die Herrschaft des Habsburgerreiches. Nach einer kurzen Unterbrechung durch Margarete von Österreich, welche die Hauptstadt nach Mecheln verlegt, wird Brüssel nach 1531 erneut Hauptstadt von Burgund. Nach dem Tode Karls V., unter seinem Sohn Philipp II. wird der größere Teil des heutigen Belgien, mit Brüssel, Bestandteil der spanischen Niederlande. Unter Philipp II. kommt es zu Erhebungen gegen die spanische Herrschaft, unter anderem zu den Aufständen der Grafen Hoorn und Egmont. Mit der Hinrichtung der beiden Adligen auf dem Großen Marktplatz werden diese Aufstände 1568 blutig niedergeschlagen. In Folge dieses gescheiterten Aufstandes kommt es 1578-1579 zur Gründung der Union von Utrecht, der Keimzelle der späteren unabhängigen nördlichen Niederlande. Unter dem Statthalter Spaniens, des Herzogs von Alba, wurden die Anhänger des Protestantismus gnadenlos verfolgt. Diese Repression hat den Exodus der wirtschaftlichen und geistigen Elite, vorwiegend nach Amsterdam, und den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt Brüssel zur Folge. Amsterdam

Brüssel nach dem Dreißigjährigen Krieg

Im Westfälischen Frieden von 1648 werden die nördlichen Niederlande unabhängig, während die südlichen Niederlande und damit Brüssel unter spanischer Herrschaft bleiben. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kämpft Frankreich unter Ludwig XIV um die Vormachtstellung in Europa. Die Truppen Ludwigs XIV. erobern Westflandern und den Hennegau. Brüssels Großer Markt wird 1695 drei Tage lang mit Kanonen bombardiert und fast völlig zerstört. Im Frieden von Rijswijk 1697 muss Frankreich die belgischen Gebiete wieder abtreten. In Folge des spanischen Erbfolgekrieges, 1701 - 1714, erhalten die österreichischen Habsburger die Herrschaft über die südlichen Niederlande und damit über Brüssel.

Kampf um die Unabhängigkeit

1714 1789 wird im Brabanter Aufstand die Unabhängigkeit gegen die Habsburger unter Joseph II. errungen. Diese ist jedoch nur von kurzer Dauer, weil 1794 die Truppen der revolutionären französischen Republik das Land erobern. Die französische Herrschaft endet 1815 mit der Niederlage Napoleons auf dem Schlachtfeld von Waterloo, das sich unmittelbar südlich der heutigen Hauptstadtregion Brüssel befindet. Im Wiener Kongress 1814 - 1815 werden die südlichen Niederlande mit den nördlichen Niederlanden unter Wilhelm I. von Oranien vereinigt. Doch in Folge der divergenten politischen und kulturellen historischen Entwicklung sind Konflikte zwischen den beiden Landesteilen im Keim angelegt. Der zum Teil französischsprachige und hauptsächlich katholische Süden fühlt sich gegenüber dem protestantischen, holländischen Norden in der politischen Mitsprache, im Unterrichtswesen und in wirtschaftlicher Hinsicht benachteiligt. Der Aufstand im Süden wird zunächst militärisch unterdrückt. Die ausländischen Großmächte England, Österreich und Russland haben jedoch ein Interesse daran, den Konflikt friedlich beizulegen, um einer möglichen Einflussnahme und damit einem Wiedererstarken Frankreichs entgegenzuwirken. Durch ihre Intervention kommt es 1831 zur Konferenz von London. Das Königreich Belgien wird als Staat anerkannt, Brüssel wird Hauptstadt dieses neuen Staates, Leopold I. von Sachsen-Coburg wird der erste König einer neuen konstitutionellen Monarchie.

Das moderne Brüssel

Durch die neue Rolle als Hauptstadt eines unabhängigen Staates und durch den industriellen Aufschwung Belgiens im 19. Jahrhundert erlebt Brüssel einen gewaltigen Aufschwung. Die Bevölkerung wächst dramatisch, auch in Folge einer lebhaften Zuwanderung aus Wallonien und Frankreich. Ehemals ländliche Gemeinden um den alten Brüsseler Stadtkern herum verschmelzen zu einem urbanen Konglomerat; riesige neue Stadtgebiete wachsen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert scheinbar aus dem Nichts. In dieser Zeit entstehen große Gebäude wie der Justizpalast (1863 - 1866), die Börse (1873), der Königspalast auf dem Mont des Arts (Fertigstellung 1903), der Triumphbogen (Fertigstellung 1905), und die berühmten Jugendstilbauten der Stadt, beispielsweise Victor Hortas Bauten. Victor Horta Obwohl Belgien in beiden Weltkriegen als Vormarschgebiet Opfer der deutschen Offensivstrategie war, blieb Brüssel von Kriegszerstörungen weitgehend verschont. Deshalb prägen die Architektur und die Straßenzüge der Gründerzeit immer noch das allgemeine Stadtbild. Ein Zankapfel, der Belgien seit seiner Gründung zu spalten drohte, macht sich auch in jüngster Vergangenheit in Brüssel noch bemerkbar: Der sprachliche und kulturelle Konflikt zwischen der wallonischen, französisch sprechenden Bevölkerung im Süden und der flämischen Bevölkerung im Norden. Das kleinstädtische Brüssel des frühen 19. Jahrhunderts ist flämisch geprägt, im heutigen urbanen Brüssel dominiert das französische Element. Diese Verschiebung der Gewichte in der Hauptstadt verschärft eine Zeit lang den Konflikt, auch begünstigt durch das nationalsozialistische Deutschland und rechtsextreme Gruppen in Belgien, die darin in den 1930er Jahren politischen Profit suchen. 1932 - 1938 wird Brüssel zweisprachig. Straßennamen, Namen von Stadtteilen und Stationen des öffentlichen Nahverkehrs sind seitdem konsequent zweisprachig beschildert, sofern die Namen nicht in beiden Landessprachen übereinstimmen. 1988 verabschiedet das belgische Parlament ein Gesetz, das Belgien zum Bundesstaat macht, mit den autonomen Regionen Flandern und Wallonien und der Region Brüssel mit besonderem Status. In den letzten Jahren, mit der zunehmenden Internationalisierung Brüssels, verliert dieser Konflikt mehr und mehr seine Schärfe. Siehe auch: Flämisch-wallonischer Konflikt Nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert sich Brüssel auch international als Zentrum: 1958 wird es zum Sitz der EWG, der Vorläuferin der heutigen Europäischen Union. 1958 findet auch die Weltausstellung in Brüssel statt, die uns eines seiner berühmtesten Bauten, das Atomium, hinterlässt. 1967 wird der Sitz der NATO von Paris nach Brüssel verlegt.

Sehenswürdigkeiten / Kultur

1967 1967 Hauptsehenswürdigkeiten sind der Grand Place/Großer Platz mit dem gotischen Rathaus im alten Zentrum, die Kathedrale Saint Michel/Sint-Michiels und das Atomium in Laeken/Laken, das Wahrzeichen der Weltausstellung von 1958. Die 9 Kugeln der 165-milliardenfachen Vergrößerung eines Eisenmoleküls sind zusammen 102 Meter hoch und 2400 Tonnen schwer. Der Architekt A. Waterkeyn widmete das Atomium dem wissenschaftlichen Fortschritt. Auch das "Männeken Pis", eine 60 Zentimeter hohe Bronzefigur in der Altstadt ist bei den Touristen sehr beliebt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Triumphbogen im Park Cinquantenaire, die Art-Deco-Basilika Sacre-Coeur, die Börse, das Brüsseler Königsschloss mit dem Park, der Kunstberg, der Justizpalast, das Königsschloss (Palais Royal), das Schloss mit den Gewächshäusern in Laeken, sowie die Gebäude der Europäischen Union im Europaviertel Leopold. Zum großen Kulturangebot Brüssels gehören viele Theater (darunter das international vielbeachtete Opernhaus Théâtre de la Monnaie/Muntschouwburg) und Museen aller Art – vom königlichen Kunstmuseum bis zum Comicmuseum. Zudem gibt es in den einzelnen Brüsseler Vierteln weitere Sehenswürdigkeiten und eigene kulturelle Angebote. Das Stadtbild im Zentrum wird von flämischen Bürgerhäusern geprägt. Besonders auffällig ist der Jugendstil, der durch den Brüsseler Architekten Victor Horta ins Leben gerufen wurde. In der Blütezeit des Jugendstils schossen in Brüssel neue Vorstädte aus dem Boden. Die Architektur der Viertel Schaerbeek/Schaarbeek, Etterbeek, Ixelles/Elsene und Saint-Gilles/Sint-Gillis ist daher besonders sehenswert. Ein absolutes Highlight des Jugendstil ist das in der Avenue de Tervueren 281 gelegene Palais Stoclet von dem Wiener Architekten Josef Hoffmann (leider nicht von innen zu besichtigen). Die modernen Gebäude im Quartier Leopold/Leopoldswijk oder Espace Nord runden das Bild ab. In der Stadt gibt es seit jeher eine große Künstlerszene. Der berühmte belgische Surrealist René Magritte beispielsweise hat in Brüssel gelernt. Die Stadt gilt auch als eine Hauptstadt des Comics: In Deutschland am bekanntesten sind Lucky Luke, Tim und Struppi, Cubitus, Gaston und Marsupilami. Graue Häuserwände werden mit riesigen Bildern belgischer Comichelden bemalt, Metrostationen werden von Künstlern gestaltet. Im Centre Nationale de la Bande Dessinnée verbinden sich zwei künstlerische Leitmotive Brüssels, denn dieses nationale Comicmuseum ist im ehemaligen, 1906 errichteten und von Victor Horta entworfenene Jugendstil-Kaufhaus Waucquez untergebracht. Kulinarische Spezialitäten Brüssels sind besonders Waffeln (Gaufres), Schokolade (vor allem dunkle), Pralinen und Muscheln (Moules). Die Pommes frites wurden von einem Belgier erfunden und werden wie auch die Waffeln überall in Brüssel auf der Straße verkauft. Zudem genießt das belgische Bier einen guten Ruf – Hoegaarden, Leffe,Duvel, Jupiler, Stella Artois und Kriek (Kirschbier) sind Beispiele dafür.

Söhne und Töchter der Stadt


- Lucas Achtschellinck, belgischer Landschaftsmaler
- Chantal Akerman, belgische Filmregisseurin und Professorin für Film an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz
- Albert I. (Belgien), König der Belgier
- Albert II. (Belgien), regierender König der Belgier
- Maria Viktoria Pauline von Aremberg, Markgräfin von Baden-Baden
- Leopold Philipp von Arenberg, kaiserlicher Feldmarschall
- Ludwig-Engelbert von Arenberg,
- Jacques d'Arthois, Flämischer Landschaftsmaler
- Konstantin Aspre, ein österreichischer General
- Bernard van Orley, Maler
- Victor Boin, belgischer Sportjournalist, Sportler und Sportfunktionär
- Adolphe van Soust de Borkenfeldt, belgischer Dichter und Kunsthistoriker
- Thierry Boutsen, Autorennfahrer
- Jan Brueghel der Ältere, flämischer Maler
- Georg Franz August, Graf von Buquoy, Sohn von Leopold Albert de Longueval
- Maria von Burgund, Herzogin von Burgund
- René Carcan, belgischer Künstler
- Philippe de Champaigne, französischer Maler
- Clemens August I. von Bayern, Erzbischof des Erzbistums Köln
- Johann Ludwig Graf Cobenzl, österreichischer Staatsmann
- Julio Cortázar, Argentinischer Schriftsteller
- Christl Cranz, deutsche Skirennläuferin
- Peyo, belgischer Comiczeichner
- Ivo Van Damme, belgischer Leichtathlet
- François Duquesnoy, flämischer Bildhauer
- Marc Dutroux, belgischer Serienmörder
- Maria von Eicken, Ehefrau des Markgrafen Eduard Fortunat von Baden
- Henri La Fontaine, belgischer Jurist und Politiker
- Lucien Emile Francqui, belgischer Afrikaforscher und Staatsmann
- André Franquin, belgischer Comiczeichner
- Olivier Gendebien, Rennfahrer
- Paul Gilson, belgischer Komponist und Professor
- Raymond Goethals, belgischer Fußballtrainer
- Jean Jérôme Hamer, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Johan Baptista van Helmont, Universalwissenschafter, Arzt, Naturforscher und Chemiker
- Audrey Hepburn, Schauspielerin britisch-niederländischer Herkunft
- Gustav René Hocke, Journalist, freier Schriftsteller und Kulturhistoriker
- Wilhelm Hyacinth, Prinz von Prinz von Oranien
- Jacky Ickx, belgischer Formel 1- und Sportwagen-Rennfahrer
- E. P. Jacobs, belgischer Zeichner von Comics.
- Joséphine Charlotte (Luxemburg), Mutter des Luxemburger Großherzogs Henri (Luxemburg) | Henri
- Karl Eugen (Württemberg), Herzog von Württemberg
- Karl Theodor (Pfalz), Kurfürst von der Kurpfalz|Pfalz und von Bayern
- Karl VII. (HRR), Kaiser des Heiliges Römisches Reich deutscher Nation|Heiligen Römischen Reiches
- Ferdinand Käs, österreichischer Berufssoldat und antifaschisticher Widerstandskämpfer
- Leopold II. (Belgien), König von Belgien (1865-1909)
- Leopold III. (Belgien), König der Belgien|Belgier
- Claude Lévi-Strauss, Ethnologe und Anthropologe
- Ursula von der Leyen, deutsche Politikerin
- Eugène de Ligne, belgischer Politiker
- Margarete von Österreich, österreichische Prinzessin, Regentin der Niederlande
- Philips van Marnix, niederländischer Schriftsteller
- Jean-Philippe-Eugène de Merode-Westerloo, kaiserlicher Feldmarschall
- Jos Moerenhout, belgischer Komponist und Dirigent
- Brian Molko, britisch-amerikanischer Musiker
- Jacques Neirynck, französischer Elektrotechniker, Verbraucherschützer und Autor
- Charles de Noyelle, Ordensgeneral
- Paul Otlet, Pionier der Informationsmanagements und Begründer der moderen Dokumentationswissenschaft
- Philipp von Belgien, belgischer Thronfolger, Herzog von Brabant
- Jacques Piccard, Schweizer Tiefseeforscher und Ozeanographie|Ozeanograph
- Pierre Alechinsky, belgischer Maler
- Plastic Bertrand, belgischer New Wave-Musiker
- Joseph Antoine Ferdinand Plateau, Physiker
- Jean Toots Thielemans, Jazz-Mundharmonikaspieler, -gitarrist, und -pfeifer
- Jean-Philippe Toussaint, Schriftsteller
- Philippe Vandevelde, belgischer Comiczeichner
- Agnès Varda, belgische Filmregisseurin
- Pierre-François Verhulst, belgischer Mathematiker
- Andreas Vesalius, belgischer Anatom und gilt als Begründer der neuzeitlichen Anatomie sowie des morphologischen Denkens in der Medizin
- Heinrich von Brederode, Vorkämpfer für die Befreiung der Niederlande|Niederländer von der spanischen Herrschaft
- Jean-Remy von Matt, deutscher Werber
- Wilhelm III. (Niederlande), niederländischer König
- Alfred I. Fürst zu Windisch-Graetz, österreichischer Feldmarschall
- Marguerite Yourcenar, Schriftstellerin
- Yslaire, Ist ein belgischer Comiczeichner

Weblinks


- [http://www.bruessel-gui.de Die deutsche Website rund um Brüssel]
- [http://www.bruxelles.be Offizielle Website der Stadt]
- [http://www.ilotsacre.be/site/de/stadtplan_brussel.htm Interaktiver Stadtplan von Brüssel]
- [http://www.europa-digital.de/laender/bel/bruessel/ Das kleine abc von Brüssel] Kategorie:Hauptstadt in Europa Kategorie:Ort der Hauptstadtregion Brüssel ! Kategorie:Belgien Kategorie:Sprachinsel ja:ブリュッセル ko:브뤼셀 ms:Brussels simple:Brussels

Statthalter

Ein Statthalter ist ein Verwalter für eine bestimmte Region, der stellvertretend für seinen Vorgesetzten (König, Kaiser, Präsident, etc.) die Tagesgeschäfte regelt.

Allgemein

Während die grobe Richtung der (Firmen-)Politik von seinem Vorgesetzten vorgegeben wird, erledigt er die Kleinarbeit. Statthalter wurden früher eingesetzt, wenn der Herrschaftssitz des Staatsoberhauptes zu weit weg war, um effektiv das entsprechende Land zu regieren und auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Oft werden Statthalter auch als Gouverneure bezeichnet.

Bibel

In der Bibel wird Pontius Pilatus als römischer Statthalter (Präfekt) der römischen Provinz Judäa zur Zeit von Jesus Christus erwähnt.

Österreich

In Vorarlberg wird der Landeshauptmannstellvertreter als Landesstatthalter bezeichnet.

Schweiz

In einigen Kantonen der Schweiz nennt man die Vertreter der Kantonsregierung in den Verwaltungsbezirken Regierungsstatthalter. Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Beruf

Spanische Niederlande

Die Spanischen Niederlande sind das Gebiet der heutigen Niederlande, Belgiens und Luxemburgs unter spanischer Herrschaft. Nach der Abdankung Kaiser Karls V., der die vom Haus Burgund gesammelten Niederlande zu einer Blütezeit gebracht und sie auch im Burgundischen Reichskreis als politische Einheit organisiert hatte, fielen diese nach der Teilung der Habsburgischen Besitztümer an die Spanische Linie. Indes der Aufstand, welchen der Despotismus und der kirchliche Verfolgungseifer seines Nachfolgers Philipp II. hervorriefen, führte nach vergeblichen Versuchen, die politische Einheit der nördlichen und der südlichen Provinzen aufrecht zu erhalten, eine Trennung herbei. Die sieben nördlichen Provinzen konstituierten sich durch die Utrechter Union (Januar 1579) als protestantische Republik, während die Herrschaft der Spanier über den Süden, welcher dem Katholizismus treu geblieben war, durch die Eroberung Antwerpens (17. August 1585) dauernd befestigt wurde. Auf kurze Zeit selbständig wurden die Spanischen Niederlande, als Philipp II. das Land an seine Tochter Isabella Clara Eugenia und deren Gemahl Albrecht VII. von Österreich abtrat. (1598-1621). Durch seine Kunstsinnigkeit und seine tolerante Politik trug das Paar nicht unwesentlich dazu bei, die Einwohner der südlichen Niederlande für die spanische Herrschaft zu gewinnen. Nach des kinderlosen Albrecht Tod fiel das Land allerdings vertragsgemäß wieder an Spanien. In dem fast ununterbrochenen Krieg Spaniens mit den Niederlanden gelang weder jenem die Wiederunterwerfung der abgefallenen Provinzen noch diesem die Befreiung der spanisch gebliebenen. Nur Teile von Flandern, Brabant, Geldern und Limburg fielen als die sogenannten Generalstaaten an die Republik der Niederlande, als im Westfälischen Frieden 1648 die spanischen Niederlande definitiv von der Republik getrennt wurden. Diese verbliebenen südlichen Niederlande sind der Vorläuferstaat des heutigen Belgien. Das Schicksal der südlichen Niederlande unter Spaniens Herrschaft war ein klägliches und unwürdiges. Denn nicht nur, daß Spanien die Schließung der Schelde durch die Holländer zugab und so den Süden von dem Seehandel vollständig absperrte, sondern das Land bildete in den Eroberungskriegen Frankreichs gegen Spanien auch fast immer den Kriegsschauplatz und das Entschädigungobjekt. Im Pyrenäischen Frieden (1659) trat Spanien die Grafschaft Artois, Gravelines, Landrecy, Diedenhofen, Le Quesnoy, Montmédy u.a. an Frankreich ab. Neue, im sogenannten Devolutionskrieg von den Franzosen unter Ludwig XIV. gemachte und durch den Frieden von Aachen (1668) anerkannte Eroberungen rissen Lille, Charleroi, Oudenaarde, Kortrijk u. a. ab, die zwar im Nimwegener Frieden (1679) teilweise an die Spanischen Niederlande zurückfielen, wogegen dieses aber andre Gebietsteile mit Valenciennes, Nieuport, Cambrai, Saint-Omer, Ypern, Charlemont einbüßte und im Frieden von Rijswijk von 1697 nur teilweise wiedererhielt. Durch die Friedensschlüsse von Utrecht und Rastatt (1713 und 1714), welche dem zum Teil aus niederländischem Gebiet ausgefochtenen spanischen Erbfolgekrieg ein Ende machten, kamen die südlichen Niederlande an Österreich und hießen fortan Österreichische Niederlande.
- Siehe auch: Statthalter der habsburgischen Niederlande Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Niederländische Geschichte Kategorie:Belgische Geschichte

Philipp II. (Spanien)

Philipp II. (
- 21. Mai 1527 in Valladolid; † 13. September 1598 in Madrid) erbte als ältester und einzig überlebender legitimer Sohn Karls V., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (Karl I. von Spanien), und Isabella von Portugal das Königreich von Spanien, die amerikanischen Kolonien, die Niederlande, die Freigrafschaft Burgund, das Königreich Sizilien und das Herzogtum Lombardei. Außerdem lebte er fromm wie ein Mönch. Mönch Mönch Von 1580 an war Philipp II. auch als Philipp I. König von Portugal, nachdem er sich dort gegen den selbst ernannten Gegenkönig Antonio von Crato durchsetzten konnte. Philipp II. erkannte 1554 Don Juan de Austria als seinen Halbbruder an, nachdem dies bereits sein Vater Kaiser Karl V. im geheimen getan hatte. Philipps erste Frau war Prinzessin Maria von Portugal, die er 1543 ehelichte und mit der er einen Sohn, Don Carlos hatte. Diese Hochzeit vereinigte 1580 bis 1640 Portugal mit Spanien. Später machte man die nahe Verwandtschaft der Eltern (sie waren Cousin und Cousine) für die geistige und körperliche Behinderung des Sohnes verantwortlich. Nach Marias Tod am 12. Juli 1545 strebte er ein Bündnis mit England an und heiratete am 25. Juli 1554 die katholische Königin Maria I. von England - die Cousine seines Vaters, also seine so genannte „Tante“ - auch als Maria Tudor oder Bloody Mary bekannt. Diese Ehe war bei ihren Untertanen unbeliebt und, soweit es Philipp betraf, eine rein politische Allianz. Während der Dauer der Ehe führte er den Titel „König von England“. Am 16. Januar 1556 folgte Philipp, nach der Abdankung seines Vaters Karl, auf den spanischen Thron, jedoch war er bis zu dessen Tod, zwei Jahre später, nicht mehr im Land. Nachdem seine zweite Frau, Maria Tudor, 1558 kinderlos gestorben war, machte Philipp ihrer jüngeren Schwester Elisabeth I. von England Avancen, doch sein Plan schlug wegen einer ganzen Reihe von Gründen fehl. „Meine Schwester hat durch die Heirat mit euch die Gunst ihres Volkes verspielt, glaubt ihr ich werde den selben Fehler machen?“ Elisabeth von England über Philipps Heiratsantrag Philipp glaubte auch, dass sein Sohn Don Carlos gegen ihn intrigierte und ließ ihn verhaften. Als der Prinz nur kurze Zeit später starb, klagten Philipps Feinde ihn an, den Mord an seinem eigenen Sohn in Auftrag gegeben zu haben. Spanien und England wurden Feinde, insbesondere wegen des Erstarkens der spanischen Inquisition. 1559 endete der sechzigjährige Krieg mit Frankreich durch Unterzeichnung des Frieden von Cateau-Cambrésis. Eine Bedingung des Friedensvertrages war Philipps dritte Hochzeit am 2. Februar 1560 mit Prinzessin Elisabeth von Valois, der Tochter Heinrichs II. von Frankreich und Katharinas von Medici, die allerdings zuerst Philipps Sohn Don Carlos versprochen war. Elisabeth schenkte ihm zwei Töchter (Isabella Clara Eugenia und Catalina Micaela), aber keinen Sohn. Er liebte seine Frau aufrichtig und durch ihren frühen Tod verfiel er wieder in eine Letargie, der er während der kurzen Ehe teilweiße entflohen war. Philipps Nichte und vierte Frau, Anna von Österreich, Tochter von Kaiser Maximilian II., schenkte ihm den ersehnten Erben, Philipp III. von Spanien. Anna gebar des Weiteren die Söhne Ferdinand, Carlos Laurentius und Diego, sowie die Tochter María. Philipp schaffte es nicht, seine Gefühle für Elisabeth auf Anna zu übertragen und die beiden kamen sich nie wirklich näher. Während Philipps Regentschaft wurden die philippinischen Inseln erobert und nach ihm benannt, außerdem wurde eine nordamerikanische Kolonie in Florida etabliert. Seine Herrschaft war jedoch durch finanzielle Instabilitäten gekennzeichnet und durch eine drohende muslimische Invasion bedroht. Auch der Konflikt mit England und den Niederlanden wuchs beständig an. Die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande, die Nachfolgerin der Utrechter Union von 1579, erklärte sich 1581 unabhängig vom spanischen König. Währenddessen erbte Philipp den portugiesischen Thron und seine Erfolge während der Kolonisation Amerikas verbesserten seine finanzielle Situation, was ihm erlaubte, größeren Druck auf seine Feinde aufzuüben. Die Enthauptung der schottischen Königin Maria Stuart gab ihm die Rechtfertigung für eine Invasion Englands durch die Spanische Armada, die von den besser bewaffneten und schnelleren englischen Schiffen unter der Führung von Sir Francis Drake 1588 besiegt wurde. Das ungünstige Wetter half den Engländern sicherlich auch. Von 1590 bis 1598 führte Philipp auf Seiten des Papstes und des Herzogs von Guise den französischen Religionskrieg gegen den Hugenottenkönig Heinrich IV. von Frankreich. Phillip ist in die Geschichte als der „düstere König“ eingegangen. Er residierte mitten in der Einöde des kastilischen Hochlandes, in seiner Gründung, dem Kloster San Lorenzo del Escorial, wo er in pedantischer Einförmigkeit dahinlebte. Er trug immer schwarz, aß jeden Tag pünktlich dieselben Speisen und machte jeden Tag dieselbe Ausfahrt durch die einförmige Hochebene. In seinen späteren Lebensjahren verließ er sein Zimmer nur mehr, um die Messe zu hören. Er verkörperte das Ideal der undurchdringlichen Ruhe und Gelassenheit wie kein anderer: nie soll er gelacht haben, und weder bei der Nachricht seines größten Sieges (der Seeschlacht von Lepanto „Mucho ha aventurado Don Juan“ - ‚Viel hat Don Juan gewagt‘) noch bei seiner größten Niederlage (dem Debakel der Armada) auch nur eine Miene verzogen haben. Ein wenig Helligkeit zeigt sich etwa durch seine freundlichen und interessierten Briefe an seine Töchter. Er umgab sich mit einem undurchdringlichen Hofzeremoniell, nur die allerhöchsten Granden hatten Zutritt zu ihm, und das oft nur nach monatelanger Wartezeit. Er sprach soviel mit ihnen, wie gerade notwendig: seine Befehle erteilte er in kryptischen Halbsätzen, die man erst deuten musste. Durch diese Unnahbarkeit galt er fast schon als eine Art Gottheit, ein weltentrückter Mönchskönig. Den Forschungen des britischen Historikes Geoffrey Parker zufolge war Philipp der erste Monarch Europas, der eine Brille benutzte. Legendär ist auch sein Bürokratismus: jedes noch so kleine Detail in seinem Weltreich musste von ihm persönlich entschieden werden, was die Verwaltung dieses Reiches natürlich unglaublich schwerfällig machte. Dazu kam ein gewisser Hang zum Verfolgungswahn hinzu: er misstraute allen, auch und gerade jenen, die sich für das spanische Reich Verdienste erworben hatten. Es liegt auch auf der Hand, dass dies sich mit seinen weltumspannenden Plänen von einer katholischen Universalmonarchie überhaupt nicht vertrug. Am Ende seines Lebens musste er dem Aufstieg all derer zusehen, die er erbittert bekämpft hatte, vor allem England unter Elisabeth I.. Philipp II. starb 1598 im El Escorial bei Madrid, sein Nachfolger wurde sein Sohn, König Philipp III. von Spanien.

Nachkommen

Erste Ehe: 15. November 1543 heiratete Philipp Prinzessin Maria von Portugal († 12. Juli 1545)
- Don Carlos (
- 8. Juli 1545; † 24. Juli 1568) Zweite Ehe: 25. Juli 1554 heiratete Philipp Königin Maria I. von England (
- 18. Februar 1516; † 17. November 1558)
Dritte Ehe: 2. Februar 1560 heiratete Philipp Prinzessin Elisabeth von Valois (
- 2. April 1545; † 3. Oktober 1568)
- Isabella Clara Eugenia (
- 12. August 1566; † 1. Dezember 1633) - verheiratet mit Erzherzog Albrecht VII.
- Catalina Micaela (
- 10. Oktober 1567; † 6. November 1597), Mutter von Vittorio Amadeo I., einer ihrer Nachkommen bestieg als Ludwig XV. den französischen Thron Vierte Ehe: Anna von Österreich (1549-1580), Tochter des Kaisers Maximilian II.
- Ferdinand (
- 4. Dezember 1571; † 18. Oktober 1578)
- Carlos Laurentius (
- 12. August 1573; † 30. Juni 1575)
- Diego (
- 12. Juli 1575; † 21. November 1582)
- Philipp III. (
- 14. April 1578; † 31. März 1621)
- Maria (
- 14. Februar 1580; † 5. August 1583)

Siehe auch


- Geschichte Portugals
- Zeittafel Portugal

Weblinks

Kategorie:Mann Kategorie:Habsburger Kategorie:Spanische Geschichte Kategorie:König (Spanien) Kategorie:König (Portugal) Kategorie:Herzog (Geldern) Kategorie:Portugiesische Geschichte Kategorie:Achtzigjähriger Krieg (Person) Kategorie:Geboren 1527 Kategorie:Gestorben 1598 ja:フェリペ2世 simple:Philip II of Spain

Segovia

Segovia ist eine Stadt in Spanien mit etwa 55.000 Einwohnern und zugleich der Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Segovia in Kastilien-León. Die Stadt liegt etwa 90 Kilometer nordnordwestlich von Madrid auf einer 1.000 Meter hohen Felszunge zwischen den Flüssen Eresma und Clamores. Die Altstadt ist besonders sehenswert. Neben zahlreichen Monumenten ragen insbesondere die spätgotische Kathedrale von Segovia (1525 durch Auftrag Karls V. wiedererrichtet), der berühmte 28 Meter hohe und 728 Meter lange antike römische Aquädukt (aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr.) und die märchenhafte Palastfestung, der sog. Alcázar, der sich über der Stadt und der umgebenden Landschaft erhebt. Die Stadt gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kirche La Vera Cruz war seit 1208 bis zu seiner Zerschlagung eine Kirche des Tempelritterordens. Historisch war die im Jahr 80 v. Chr. gegründete Stadt von 714 bis ins 11. Jahrhundert maurische Besitzung. Erst Alfons VI. konnte die Stadt 1085 erobern, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert Königsresidenz war. 1474 wurde hier Isabella zur Königin von Kastilien ausgerufen. Image:Segovia from the top of the Alcazar.jpg Bild:Alcazar-Segovia.jpg|Alcázar von Segovia Image:Acueducto2 Lou.jpg|Aquädukt von Segovia Bild:Aquaeduct-Segovia.jpg|Römisches Aquädukt (Bild vor 1900) Image:Catedral de Segovia.jpg|Kathedrale von Segovia Image:Segovia Vera Cruz.jpg|Vera Cruz

Weblinks

Kategorie:Ort in Spanien Kategorie:Weltkulturerbe ja:セゴビア

Amme

Eine Amme stillt einen Säugling anstelle der Mutter mit Muttermilch. Dieser wurde dadurch zum Amming (als Wort außer Gebrauch gekommen). Die leiblichen Kinder der Amme waren seine "Milchgeschwister". In der Mythologie wird die geheimnisvolle Acca Larentia als Amme von Romulus und Remus genannt, die nach ihrer Aussetzung zunächst durch die Milch einer Wölfin überlebten. Soziologisch ist bedeutsam, dass sich (besonders in der europäischen Oberschicht bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts) Mütter früh als "Dauerpflegeperson" von ihren Kleinstkindern verabschiedeten und an ihrer Statt die Ammen zum festen Bestandteil des Hausgesindes wurden. Daraus ergab sich für die heranwachsenden Kinder oft die liebevolle Amme als eigentliche persönliche Vertrauensperson, was in der Literatur (vgl. William Shakespeares "Romeo und Julia") häufig aufgenommen wurde. Noch um 1880 waren im Stadtbild Berlins die mit ihren Pfleglingen ausgehenden Ammen aus der Niederlausitz in ihrer sorbischen Tracht auffällig (Volksmund: Wennste 'ne Spreewaldamme hast, | die Dich genährt als Rangen, | dann kannste, wennste Zwanzig bist, | von ihr det nich verlangen.) In Bern wurden die letzten beruflichen Ammen in den 1950er Jahren in den Ruhestand geschickt. Kategorie:Soziologie Kategorie:Historischer Beruf

Maximilian II. (HRR)

Maximilian II. (
- 31. Juli 1527 in Wien; †