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Isle Of Portland

Isle of Portland

Die Isle of Portland ist eine 6 km (4 Meilen) lange und 2,4 km (1,5 Meilen) breite Kalkstein Insel im Ärmelkanal. Sie liegt nahe Weymouth in Dorset. Die Insel ist mit dem Festland zum einen über eine schmale Landbrücke verbunden, die auch als Chesil Beach bezeichnet wird, zum anderen verbindet die A354 Autobahnbrücke die Insel mit Weymouth. Die Insel bildet ein zentrales Element der Jurassic Coast und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Auf der Insel befinden sich einige Siedlungen, die größten sind Fortuneswell und Easton. Weitere Ortschaften sind Weston, Southwell, Castletown und Grove.

Geschichte

Portland ist mindestens seit der Mittelsteinzeit bewohnt. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass sich damals Menschen in Portland Bill, dem südlichsten Punkt der Insel niedergelassen haben. Die Römer sollen die Insel Vindilis genannt haben; allerdings sind dafür keine schriftlichen Belege vorhanden. Der Schriftsteller Thomas Hardy nannte Portland in einem seiner Bücher "Insel der Steinschleuderer" (The Isle of Slingers). In früheren Zeiten waren die Inselbewohner als Meister im Steinschleudern bekannt. In der Angelsächsischen Chronik wird Portland im Jahr 789 als jener Ort vermerkt, an dem die Wikinger ihren Raubzug unternahmen. König Henry VIII ließ 1539 das Portland Castle errichten, um Angriffe der Franzosen abzuwehren. Die Baukosten für beliefen sich auf 4964 Pfund Sterling. Portland Castle gilt als eine der am besten erhaltenen Festungen jener Zeitperiode und ist heute für Touristen zugänglich. Im Domesday Book wird die Insel als "Besitz des Königs" vermerkt. Die meisten der Steinbrüche, durch die Portland bekannt wurde, befanden sich ebenfalls im Besitz der Krone. Nach dem großen Brand von London verwendete Christopher Wren sechs Millionen Tonnen Kalkstein aus Portland, um die Stadt wieder aufzubauen. Bekannte Gebäude, die mit diesem Gestein errichtet wurden, sind unter anderem die Saint Paul's Cathedral in London und das Hauptquartier der UNO in New York City. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Steinbruch eröffnet, der Gestein für den Londoner Kenotaph und eine halbe Million Grabsteine lieferte. Der Portland-Kalkstein wird heute noch verwendet, um bekannte Gebäude zu renovieren; ein aktuelles Beispiel ist das British Museum. British Museum Der Portland Harbour ist mit einer Fläche von 9 km² der größte künstlich errichtete Hafen der Welt. 1849 legte Prinz Albert den Grundstein. 1872 setzte Eduard III. (damals noch Prinz von Wales) den letzten Stein der ersten Bauphase. Die Wellenbrecher wurden zwar von privaten Baufirmen errichtet, doch sämtliche Steine wurden von Strafgefangenen herausgebrochen. Beim Bau verloren 22 Männer ihr Leben. Die Wellenbrecher bestehen aus 5.731.376 Tonnen Stein. Während des Zweiten Weltkriegs war auf der Insel und im Hafen ein großer Teil der Royal Navy stationiert. Aus diesem Grund war Portland häufig Ziel von Luftangriffen. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Marinebasis geschlossen, die Basis der Royal Air Force im Jahr 1998. Auf der Insel existieren noch immer ein Gefängnis, eine Jugendstrafvollzugsanstalt und ein Gefängnisschiff mit dem Namen HMP Weare. Letzteres wird allerdings Ende 2005 außer Dienst gestellt. Heute wird der Hafen von der privaten Gesellschaft 'Portland Port' betrieben. Am südlichen Ende des Hafens entstand zu Beginn des 21. Jahrhunderts die National Sailing Academy, das nationale Segelzentrum. Hier werden die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2012 stattfinden. Portland und Weymouth gelten als bestes Segelgewässer in ganz Europa. Am südlichen Ende der Insel, Portland Bill, befindet sich ein Leuchtturm, der seit 1996 vollständig computergesteuert ist. Die früheren Leuchttürme befinden sich etwas landeinwärts. Einer davonist heute ein wichtiges Vogelbeobachtungszentrum.

Weblinks


- [http://www.weymouth.gov.uk/ Weymouth & Portland Borough Council]
- [http://www.thedorsetpage.com/locations/Place/P120.htm Geschichte von Portland]
- [http://psqt.org.uk/ Portland Sculpture & Quarry Trust]
- [http://www.soton.ac.uk/~imw/portbib.htm Dr Ian West's Dorset Geologie-Seiten] (Southampton University)
- [http://www.information-museums.co.uk/museum.php?id=20 Portland Castle Museum] Kategorie:Insel (Großbritannien)



Meile

Die Meile ist ein altes Längenmaß. Heute sind international noch die britische Landmeile (Statute Mile, 1609,344 m) und die internationale Seemeile (NM - nautical mile) (1852 m) in Gebrauch.

Historische Informationen

Der Name Meile leitet sich vom Lateinischen mille (Tausend) ab und bezeichnete ursprünglich eine Strecke von 1000 Klafter (Lateinisch passus), die die römischen Soldaten mit 1000 Doppelschritten maßen, etwa 1470 bis 1490 Meter. Eine Meile selbst wurde daher in klassischer Zeit als mille passus (Plural milia passuum) bezeichnet. Alternativ wurde das Wort milliarium (Meilenstein) auch übertragend für die Meile verwendet. In der Folgezeit wurde der Begriff Meile für ganz unterschiedliche Entfernungen verwendet. So hatte die deutsche Landmeile in Sachsen (1840) eine Länge von 7.500 Metern, in Preußen dagegen von 5.532,5 Metern. Die badische Meile war 8.888,89 Meter lang; die schwedische (10,688 km) und die norwegische (11,296 km) gehören zu den längsten Meilen. Die häufigste alte englische Meile hieß London mile, die neue British mile oder statute mile und umfasst 5280 Fuß. Die preußische Meile besaß 10.000 Schritte. Viele Meilen und verwandte Einheiten (Leuge) waren festgelegt als einfache Vielfache einer Bogenminute des Äquators oder eines Meridians. So liegen die historisch vielfältigen Seemeilen alle um eine Minute. Die ehemals besonders im deutschen Sprachraum verbreitete geographische Landmeile beträgt vier Minuten oder rund 7420 m. Zu bemerken ist, dass die in den englischsprachigen Ländern bestehenden Längenmaßunterschiede durch internationale Übereinkunft zum 1. Juli 1959 aufgehoben wurden (seither einheitlich 1 inch = 25,4 mm). Deshalb ist bei früheren britischen Längenangaben eine etwas andere Meile gültig als nach 1959 (1 statute mile = 1760 yards = 63360 inch). In der US-amerikanischen Landvermessung kommt auch heute noch ein etwas größeres Zoll vor, mit dem die Länge der Meile um ungefähr 3,219 mm wächst. Im Neuen Testament wird auch eine (römische) Meile erwähnt, die 8 Stadien bzw. 1478 m entsprach.

Länder und ihre Meilen

Meile (mil, miil, mijl, mila, mile, mille):
- ca. 1482 m – Römisches Reich, mille passus,milliarium
- 1524 m – England (London Mile)
- 1609,3426 m – Angloamerikanisches Maßsystem (historische statute mile in Großbritannien bis 1. Juli 1959)
- 1609,344 m - USA (statute mile, gleich 1760 yards)
- 1820 m – Italien
- 1852 m – Internationale Seemeile
- 1852,3 m – (eine Meridianminute)
- 1853,181 m – nautische Meile, Türkei
- 1855,4 m – (eine Äquatorminute)
- ca. 1900 m – arabische Meile
- 2065 m – Portugal
- 2470 m – Sardinien, Piemont
- 2622 m – Schottland
- 2880 m – Irland
- 3780 m – Flandern
- 4808 m – Schweiz
- 5532,5 m – Preußen (Landmeile)
- 6277 m – Luxemburg
- 6280 m – Belgien
- 6797 m – Sachsen (Landvermessermeile)
- 7400 m – Niederlande
- 7409 m – (vier Meridianminuten)
- 7419,2 m – Königreich Hannover
- 7419,4 m – Herzogtum Braunschweig
- 7420,4 m – Bayern
- 7420,439 m – geografische Meile (1/15 Äquatorialgrad)
- 7421,6 m – (vier Äquatorminuten)
- 7448,7 m – Württemberg
- 7450 m – Hohenzollern
- 7480 m – Böhmen
- 7500 m – Sachsen (kleine / neue Postmeile 1840), Deutsches Reich, Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Russland
- 7532,48 m – Preußen
- 7532,5 m – Deutsche Land(es)meile, Hamburg, Dänemark (Ole Rømer)
- 7585,9 m – Österreich-Ungarn (Postmeile)
- 7850 m – Rumänien
- 8800 m – Schleswig-Holstein
- 8888,89 m – Baden
- 9062 m – Sachsen (mittlere Post- oder Polizeimeile, 1722)
- 9206,3 m – Kurfürstentum Hessen
- 9261,4 m – (fünf Meridianminuten)
- 9277 m – (fünf Äquatorminuten)
- 9323 m – Hannover (alte Landmeile), vor 1836
- 9347 m – Hannover (alte Landmeile), nach 1836
- 9869,6 m – Oldenburg
- 10000 m – Skandinavien heute
- 10044 m – Westfalen (große Meile)
- 10670 m – Finnland
- 10692 m – Schweden (mil)
- 11113,7 m – (sechs Meridianminuten)
- 11132,4 m – (sechs Äquatorminuten)
- 11299 m – Norwegen (mil), Heute exakt 10 km. Ähnliche Einheiten:
- 1066,7 m – Russland (Werst)
- 4452,2 m – Frankreich (lieue commune, z.B. bei Jules Vernes 20.000 Meilen unter den Meeren) Legua:
- 5200 m – Bolivien
- 5500 m – Portugal
- 5510 m – Ecuador
- 5570 m – Spanien, Chile
- 5600 m – Brasilien

Siehe auch

Letzte Meile, Bannmeile

Weblinks


- [http://ikar.sbb.spk-berlin.de/werkzeugkasten/sonderregeln/4_3.htm Längen zahlreicher historisch benutzter Meilen weltweit] Kategorie:Angloamerikanische Einheit ja:マイル simple:Mile

Insel

Eine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet. Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf. Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln: #Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle)) #Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen. Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in: #Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel #Binnenseeinsel #Flussinsel

Große Inseln

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Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia


- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey

Verwandte Themen


- Größte Insel
- Schwimmende Insel
- Gefängnisinsel
- Schatzinsel
- Inselkette
- Liste der Inseln
- Liste der Inselstaaten
- Liste britischer Inseln
- Liste dänischer Inseln
- Liste deutscher Inseln
- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln

siehe auch


- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei Kategorie:Physische Geographie ja:島 ko:섬 ms:Pulau simple:Island th:เกาะ zh-min-nan:Tó-sū

Weymouth (England)

Weymouth ist eine kleine Küstenstadt in Dorset, England. Sie liegt südlich von Dorchester und nördlich der Isle of Portland ("Insel von Portland"). Der Bereich von Weymout und Portland hat eine Bevölkerung von ungefähr 63.648 Einwohnern (Stand: 2001). Die Stadt hat einen langen Sandstrand und ist einer der beliebtesten englischen Ferienorte. Zudem ist Weymouth auch Ziel von einigen Sprachreisen, die von Europa ausgehen. Die Kleinstadt gilt als erster Touristenort in England, wobei nicht die Kultur, sondern Erholung das Hauptziel der Reisenden ist. Als weitere Touristenmagneten dienen jährlich das internationale Drachenfest, das Folk- sowie das Military Veteran's festival. Weitere Informationen dazu unter [http://www.weymouth.gov.uk]. Es wird angenommen, dass der Hafen von Weymouth der Ankunftsort der Pest in England war. Diese sei durch ein anlegendes Händlerschiff an Land gekommen.

Persönlichkeitem


- PJ Harvey, Sängerin und Songschreiberin Kategorie:Ort in England

Dorset

Dorset (auch Dorsetshire) ist eine Grafschaft in Südwest-England. Die Hauptstadt ist Dorchester. Die benachbarten Grafschaften sind Devon im Westen, Somerset in Nordwesten, Wiltshire im Nordosten und Hampshire im Osten. Dorset zählt rund 645.000 Einwohner und verfügt über den höchsten Anteil älterer Leute von allen Grafschaften in Großbritannien: 25,9 % der Bevölkerung sind über 65 Jahre alt. Bournemouth und Christchurch - beide vormals Hampshire - wurden 1974 nach Dorset eingemeindet. Das Seebad Bournemouth und der Hafen von Poole dominieren den Südosten der ansonsten eher ländlich geprägten Grafschaft. In Poole ist der Tower Park - Europas größter Freizeitkomplex - beheimatet. Noch im 19. Jahrhundert war der heutige Ballungsraum kaum mehr als ein kleiner Hafenort umgeben von Heideland. In der Literatur ist Dorset als Heimat des Autors und Dichters Thomas Hardy bekannt. Zahlreiche Orte, die er in seinen Erzählungen dem fiktiven Wessex zuschreibt, liegen in Dorset. Sein Cottage, in den Wäldern östlich von Dorchester gelegen, sowie sein Haus in Dorchester werden vom National Trust verwaltet und können besichtigt werden. Stalbridge ist die Heimat von Douglas Adams, dem Autor von The Hitchhiker's Guide to the Galaxy. Der Dichter William Barnes, die Schriftsteller Theodore Francis Powys, John le Carré und P. D. James sowie der Satiriker Thomas Love Peacock stammen ebenfalls aus Dorset. Darüber hinaus wurden in Dorset der Künstler Sir James Thornhill, die Musiker P J Harvey und Robert Fripp (King Crimson), die Paläontologin Mary Anning, der Ruderchampion Matthew Pinsent und die Erzbischöfe John Morton und William Wake geboren. Der Hafen von Poole ist weltweit der zweitgrößte Naturhafen nach dem von Sydney. In der sehr flachen Bucht liegen zahlreiche Inseln. Darunter auch Brownsea Island, die Gründungsstätte der Pfadfinderbewegung. Unter dem Hafen befindet sich eines der wenigen britischen Ölfelder. Ein Großteil der Küstenlinie von Dorset wurde wegen seiner außergewöhnlichen geologischen Formationen 2001 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt.

Städte und Ortschaften


- Abbotsbury, Ashmore
- Beaminster, Blandford Forum, Bournemouth, Bridport, Broadstone
- Cerne Abbas, Charmouth, Christchurch, Corfe Castle
- Dorchester
- East Lulworth
- Ferndown
- Gillingham
- Iwerne Courtney, Iwerne Minster
- Kington Magna
- Langton Matravers, Lyme Regis, Lytchett Matravers, Lytchett Minster
- Melcombe Regis, Milton Abbas
- Poole, Poundbury, Puddletown
- Shaftesbury, Sherborne, St. Ives, Stalbridge, Sturminster Marshall, Sturminster Newton, Swanage
- Tolpuddle
- Verwood
- Wareham, West Lulworth, West Moors, West Stour, Weymouth, Wimborne Minster, Worth Matravers

Sehenswürdigkeiten

Worth Matravers (um 1900)]]
- Abbotsbury Swannery
- Abbotsbury Subtropische Gärten
- Badbury Rings
- Brownsea Island
- Cerne Abbas Giant
- Corfe Castle
- Edmondsham House
- Forde Abbey
- Hardy Monument (Admiral Thomas Masterman Hardy gewidmet)
- Hardy Cottage (Wohnsitz des Schriftstellers Thomas Hardy)
- römischer Tempel bei Jordan Hill
- Jurassic Coast (ein Weltnaturerbe)
  - Chesil Beach und The Fleet
  - Durdle Door
  - Durlston Country Park
  - Isle of Portland und Portland Bill
  - Kimmeridge
  - Lulworth Cove
  - South West Coast Path, ein Fernwanderweg
  - Studland Bay
- Kingston Lacy
- Lulworth Castle
- Maiden Castle
- Nothe Fort
- Purse Caundle Manor
- Sherborne Abbey
- Sherborne Castle
- Swanage Railway
- Tank Museum, Bovington
- Wimborne Minster

Weblinks


- [http://www.dorset-cc.gov.uk Dorset County Council] (englisch)
Kategorie:Englische Grafschaft ja:ドーセット

Unesco

Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (dt. Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur ), kurz UNESCO, ist eine der 16 rechtlich eigenständigen UNO-Sonderorganisationen und hat ihren Sitz in Paris. Zu den Aufgabengebieten der UNESCO gehört die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kommunikation, Information und Kultur. Sie besitzt eine eigene Verfassung, die am 16. November 1945 von 37 Staaten in London verabschiedet wurde und am 4. November 1946 in Kraft trat. Erster Generaldirektor war Julian Huxley. Aus der Erfahrung des Zweiten Weltkrieges zogen die Gründungsstaaten die folgende Lehre: :“Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.” Weiter aus der Präambel der Verfassung der UNESCO: :“Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.” Am 11. Juli 1951 wurde die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der UNESCO, im November 1972 auch die damalige Deutsche Demokratische Republik. 1982 wurde bei der UNESCO-Weltkulturkonferenz "Mondiacult" in Mexiko ein so genannter "erweiterter Kulturbegriff" festgeschrieben. Die 126 Teilnehmer-Staaten nahmen damit eine konzeptionelle Entwicklung zur Kenntnis. Dabei ging es im Grunde darum den elitären, bildungsbürgerlichen Kulturbegriff abzulösen. Heute zählt die UNESCO 191 Mitgliedstaaten (Stand: April 2005).

Aufgaben

Im Bereich der Bildung setzt sich die UNESCO vor allem für eine Grundbildung für alle ein. Aber auch die Gesundheitserziehung zur Drogen- und Aids-Prävention und der Wiederaufbau des Bildungswesens in Katastrophen- und Krisengebieten gehören zum Wirkungsfeld. Im wissenschaftlichen Bereich fördert die Sonderorganisation vorrangig die zwischenstaatliche Zusammenarbeit bei Ozeanographie, Hydrologie, Geologie und Umweltwissenschaft, mit dem Hauptziel des Erhalts der biologischen Arten und der Trinkwasserressoucen. Aber nicht nur die Wissenschaften selbst, sondern auch ihre Gefahren und Folgen für die Zukunft sind wichtige Themen. Im Bereich „Kommunikation und Information“ setzt sich die UNESCO mit den Problemen der Informationsgesellschaft auseinander. Dazu engagiert sie sich für die Pressefreiheit und den Informationszugang, indem sie unter anderem in Entwicklungsländern Medienkompetenz vermittelt, Journalisten ausbildet und Radiostationen bzw. Nachrichtenagenturen aufbaut. Zum Aufgabenbereich der UNESCO gehört zudem das UNESCO-Schulprojekt. Eine der Aufgaben der UNESCO ist die Verwaltung des Welterbes der Menschheit, welche durch die Unterorganisation World Heritage Committee durchgeführt wird. Zwei der vielen weiteren derzeit (Juni 2005) aktuellen Prioritäten der UNESCO sind die Erarbeitung eines Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt sowie die Steuerung und die Koordination der Weltdekade der Vereinten Nationen "Bildung für nachhaltige Entwicklung, 2005 - 2014".

Siehe auch


- Portal:Vereinte Nationen
- Liste der Mitgliedstaaten der UNESCO
- Memory of the World
- Liste des Welterbes der Menschheit (Weltkultur- und Weltnaturerbe)
- International Programme for the Development of Communication (IPDC)
- Internationales Jahr der Kleinstkredite
- Biosphärenreservate

Weblinks


- [http://www.unesco.de Deutsche Unesco-Kommission]
- [http://www.unesco.at Österreichische UNESCO-Kommission]
- [http://www.unesco.ch Schweizerische UNESCO-Kommission]
- [http://www.unesco.org Internationale Homepage der UNESCO]
- [http://whc.unesco.org Das Welterbekomitee]
- [http://www.unesco.ch/unescokurier Zeitschrift UNESCO-Kurier] Kategorie:UN-Sonderorganisation Kategorie:UNESCO ja:国際連合教育科学文化機関 ko:유네스코 simple:United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization th:องค์การศึกษา วิทยาศาสตร์ และวัฒนธรรมแห่งสหประชาชาติ zh-min-nan:Unesco

Römisches Reich

Das Römische Reich (lateinisch: Imperium Romanum) war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert n. Chr. Eine eindeutige Abgrenzung ist jedoch weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das Römische Reich über die Gebiete rund um das Mittelmeer, über Gallien und große Teile Britanniens und über die Gebiete rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich). Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen latinisiert wurde. Latein, die Sprache Roms, wurde zur Amtssprache des Reiches, in Teilen des Reichs blieben aber auch andere Sprachen erhalten. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen romanischen Sprachen Europas (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Sehr viele Lehnwörter finden sich zudem in den germanischen und in den slawischen Sprachen. Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.

Geschichtlicher Überblick

Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in folgende sechs Phasen gliedern, die im Verlauf dieses Artikels genauer beschrieben werden; zu Details siehe die entsprechenden Verweise im Artikel (Beispiel: Prinzipat): # Königszeit (753 v. Chr.510 v. Chr.) # Die Zeit der Republik (509 v. Chr.133 v. Chr.) # Zeit der Bürgerkriege (ab 133 v. Chr.) # Prinzipat (Römische Kaiserzeit I, ab 27 v. Chr.) # Spätantike, in der älteren Forschung auch Dominat (Römische Kaiserzeit II, ab 284 n. Chr.) # Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr., noch zur Spätantike zu rechnen)

Römische Königszeit und frühe Republik

395 n. Chr.]] Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand (Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte ebenfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik (Republik = res publika, die öffentliche Sache), während derer alljährlich zwei Konsuln die oberste Regierungsgewalt ausübten. Der letzte aller römischen resp. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, weil er eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch spätere Fiktion, die als Parallele zum Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. gesehen werden kann. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr. Als ersten, einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Über die römische Königszeit existieren verschiedene berühmte Legenden, die die römische Geschichte mit der Geschichte Trojas zu verknüpfen versuchen. Diese entstanden jedoch erst Jahrhunderte später. Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften (v.a. der Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 327-304 v. Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert schließlich ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Plätzen angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.

Der Aufstieg Roms - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum

Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhos von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte. Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) dehnte sich Rom nach vorherigen Spannungen auf Sizilien bis in karthagische Gebiete aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor fast alle seine sizilianischen Besitzungen und sann fortan auf Rache. Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) schmerzte, die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann. Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen. Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150-146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte. Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging. So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.

Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege

Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten "Vesper von Ephesus": Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen. Pontos Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius, Cinna, Sulla). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar, der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus und der reiche Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49-46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandeln konnte. Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gegen Marcus Antonius in der Schlacht bei Actium als Sieger durch (31 v. Chr.).

Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)

Prinzipat Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel einer außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb auch Prinzipat. Octavian selbst erhielt im Jahre 27 v. Chr. vom Senat den Titel „Augustus“ (der Erhabene). Das Imperium Romanum beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte zum römischen Reich; die Expansion nach Nordosten, die unter Augustus eingeleitet worden war, wurde erst durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Augustus' Adoptivsohn und Nachfolger Tiberius beschränkte sich auf weitgehend defensive Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen. Unter Claudius wurde einzig Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte noch Thrakien, das aber schon vorher ein von Rom abhängiger Klientelstaat gewesen war. Mit dem Tod des als unfähig und wahnsinnig geltenden Nero, der vor allem das Militär vernachlässigte, endete 68 das julisch-claudische Haus. Dessen Nachfolge traten nach den Wirren des Vierkaiserjahres die insgesamt erfolgreich regierenden Flavier an, wobei Vespasian im Jahre 70 einen Aufstand in Judäa durch seinen Sohn und späteren Nachfolger Titus niederschlagen ließ. Nach Titus´ nur kurzer Regierungszeit trat sein Bruder Domitian seine Nachfolge an. 96 brachte diesen eine Hofintrige zu Fall - es kam zu einer Krisenzeit, welche erst unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte. Die Zeit der Adoptivkaiser, die mit Nerva begann, wird allgemein als die Glanzzeit des Imperiums verstanden, sowohl kulturell als auch in Bezug auf die Machtstellung Roms. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich denn auch unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht, wobei Trajan, der als erster Kaiser aus den Provinzen stammte, als optimus princeps gefeiert wurde, als "bester Kaiser". Das Imperium erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd-Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost-Ausrichtung. Unter dem gebildeten Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgab, kommt es nun zu einer inneren Konsolidierung des Reiches und zu einer zivilisatorischen, kulturellen und technischen Blüte, die die Ausbreitung des damals noch jungen, schon stark angewachsenen Christentums begünstigte. Christentum Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten unter Mark Aurel bereits die ersten Probleme auf (Kämpfe mit Germanen, besonders den Markomannen, und im Osten Kämpfe mit den Parthern). Das Reich kam in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Von außen wurde es kriegerisch bedrängt, während im Inneren sich Zerfallserscheinungen bemerkbar machten. Nach dem Tod Marc Aurels, der gerade im Bereich der nördlichen Grenze nur vorläufige Erfolge verbuchen konnte, kam es zu einer Reihe von Krisenereignissen, zudem sein Sohn Commodus nicht in der Lage war, dem Reich Sicherheit zu geben. Zu Beginn des 3. Jahrhunderts konnten die Severer die Lage stabilisieren. Jetzt kam es vor allem an der Ostgrenze zu schweren Kämpfen mit dem Neupersischen Reich der Sassaniden, die sich Rom als gewachsen erwiesen und den römischen Heeren eine Reihe von Niederlagen bereiten sollten. Es folgte nach dem eher unrühmlichen Ende der Severer die Reichskrise des 3. Jahrhunderts, in welcher sich die Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der Sassaniden im Osten ausgesetzt sahen. Es kam sogar zur Abspaltung einzelner Provinzen (besonders Galliens), die aber wieder rückgängig gemacht werden konnten. 272 wurde Palmyra unterworfen, das in der Krisenzeit des Imperiums Teile der östlichen Provinzen Roms erobert hatte.

Die späte Kaiserzeit und der Beginn der Spätantike

Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike, die von einer stärkeren Zentralisierung und Bürokratisierung sowie dem späteren Sieg des Christentums geprägt war und die keineswegs die reine Zerfallszeit war, wie noch die ältere Forschung weitgehend meinte. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die so genannte Ordnung der Tetrarchie, wonach es zwei Senior-Kaiser (Augusti) und jeweils einen Junior-Kaiser (Caesar; pl.: Caesares) geben sollte. Denn für einen Kaiser alleine war das Imperium schon längst unregierbar geworden, besonders da der Druck auf die Grenzen ständig anwuchs. Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt von Rom nach Trier, an die nördlichen Grenzen verlegt. Die letzten Christenverfolgungen fanden unter Diokletian statt. Konstantin der Große, dessen Vater nach dem Rücktritt Diokletians und dessen Mitkaiser Maximian das Amt des "Senior-Augustus" im Westen übernahm, gab sich damit nicht zufrieden. Er beseitigte nach und nach seine Rivalen und etablierte 324 die Alleinherrschaft über das Imperium. Bedeutend wurde seine Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: 1) der Privilegierung des Christentums und 2) der Gründung von Konstantinopel. Der Blick des Reiches wandte sich mehr und mehr gegen Osten. Konstantins Dynastie überlebte ihn nicht lange. Es folgten zunächst Bruderkämpfe, bis Constantius II. die Alleinherrschaft erlangte. Nach seinem Tod kam es 361 unter seinem Nachfolger Julian Apostata zu einer "Renaissance" des Heidentums, die aber nicht von langer Dauer war. Mit Julian erlosch 363 die konstantinische Dynastie. Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen vorläufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius I. endgültig geteilt. Theodosius war nach dem Tod des Valens von Valentinians Sohn Gratian als Kaiser im Osten eingesetzt worden. Es gelang ihm nach der Niederlage von Adrianopel, die eingedrungenen Goten durch Verträge wenigstens vorläufig zu binden. 394 wurde Theodosius schließlich Alleinherrscher, nachdem es im Westen zu einer Reihe von Usurpationen und Revolten gekommen war; er war der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium herrschen sollte. Nach seinem Tod 395 kam es unter seinen Söhnen Honorius (im Westen) und Arcadius (im Osten) zur Reichsteilung, die von da an endgültig sein sollte.

Untergang des Reiches im Westen und Behauptung im Osten

Arcadius Das Oströmische Reich überlebte die Wirren der Völkerwanderung, vor allem, da es der ökonomisch gesündere und dichter bevölkerte Reichsteil war. Im Laufe des 5. Jahrhunderts zerfiel allmählich das Römische Reich im Westen. Eine wichtige Ursache dabei bildete die Völkerwanderung. Das Reich verlor nach der Schlacht von Adrianopel 378 zunehmend die Kontrolle über seine westlichen Provinzen. Große Teile Galliens und Spaniens gingen bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts an die eingedrungenen Germanen (Vandalen, Franken, Goten) verloren. Vor allem der Verlust Africas an die Vandalen 435 war ein schwerer Schlag für Westrom. Der Regierungssitz war bereits um die Jahrhundertwende von Mailand nach Ravenna verlegt worden. Und selbst Italien geriet immer mehr unter den Einfluss der Germanen. 410 plünderten die Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen darin die Vandalen (daher der Ausdruck "Vandalismus"). Es gab mehrere Gründe für den Verfall und Untergang des Römischen Reiches. Welche Prozesse letztlich zur Transformation des weströmischen Reiches in eine Reihe von germanischen Staaten führten, die spätestens seit dem 7. Jahrhundert als souverän gelten konnten, ist seit langem Gegenstand der Forschungsdiskussion. So bestand das Heer zum größten Teil nicht mehr aus römischen Bürgern, sondern aus "barbarischen" Söldnern. Die Stärke der Armee reichte zudem nicht mehr aus, um die Grenzen zu sichern. Im Inneren war die Verwaltung marode geworden, auch ein wirtschaftlicher Niedergang ist festzustellen, wenn auch nicht so dramatisch, wie noch die ältere Forschung meinte. 476 setzte der Germane Odoaker Romulus Augustulus als weströmischen Kaiser ab (letzter anerkannter Westkaiser war allerdings Julius Nepos gewesen). Odoaker sah sich selbst noch als einen "Germanen in römischen Diensten" und seine Herrschaft in Italien als Teil des Imperium Romanum unter dem römischen Kaiser in Konstantinopel. Anders war die Lage im Osten. Dies war der "gesündere" Reichsteil, der zudem über die größeren strategischen Reserven verfügte und auch die geschicktere Diplomatie betrieb. Zudem war es Hunnen und Germanen nie gelungen, den Hellespont zu überqueren; daher blieben die reichen Provinzen Kleinasiens, Syriens und Ägyptens weitgehend unbehelligt. Die "barbarischen" Elemente in der Armee, die mit zum Untergang Westroms beigetragen hatten, wurden noch im 5. Jahrhundert zurückgedrängt und zu Beginn des 6. Jahrhunderts zum größten Teil ausgeschaltet. Obzwar es zu schweren Kämpfen mit Hunnen und Sassaniden kam, blieb das Ostreich intakt. Unter Justinian I., dem letzten Kaiser, dessen Muttersprache Latein war, konnten die Oströmer große Teile des Westens (Nordafrika, Italien, Südspanien) zurückerobern, während sie im Orient unter großen Anstrengungen die Grenzen gegen die Perser halten konnten. Damit war der (ost)römische Kaiser noch einmal der mit Abstand mächtigste Herrscher im Mittelmeerraum, und Ostrom beherrschte den größten Teil des alten Reichsgebietes (mit Ausnahme Britanniens, Galliens und Nordspaniens). Die Wende kam Anfang des 7. Jahrhunderts, als zunächst weite Teile des Reiches zeitweilig von den Sassaniden erobert wurden. Nachdem Kaiser Herakleios den langen Krieg schließlich siegreich beendet hatte, konnte das erschöpfte Reich dem Angriff der islamischen Araber (arabische Expansion) kaum widerstehen und verlor ganz Syrien und Afrika. Herakleios brach außerdem mit der römischen Tradition, indem er statt des Titels Imperator den alten griechischen Königstitel Basileus annahm und Griechisch auch zur offiziellen Amtssprache machte. Das Oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel blieb dann zwar staatsrechtlich noch bis in das 15. Jahrhundert erhalten - und die Griechen bezeichnen sich noch heute volkstümlich auch als romoi, also Römer, aber die inneren Strukturen veränderten sich nach etwa 640 so grundlegend, dass es gerechtfertigt erscheint, von nun an von Byzanz zu sprechen. Siehe auch:
- Römische Republik
- Prinzipat
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Der Untergang des Römischen Reiches
- Byzantinisches Reich
- Weströmisches Reich
- Liste der römischen Kaiser

Nachfolger

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das Nord- und Mittelitalien, die Niederlande, Belgien, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Teile Frankreichs (Elsass, Lothringen, Provence), Luxemburg und Deutschland umfasste, sah sich später als Nachfolger des (west)römischen Reiches, während der russische Zar über das byzantinische Erbe ebenfalls die Nachfolge der römischen Kaiserkrone beanspruchte - die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich beide aus dem römischen Caesar ab.

Siehe auch


- Portal und Themenliste Rom
- Ab urbe condita
- Auxiliartruppen
- Esskultur im Römischen Reich,
- Feuerwehren im Römischen Reich
- Germanisierung
- Kataphrakt
- Liste der römischen Kaiser
- Liste der römischen Könige
- Liste der römischen Konsuln
- Romanen
- Römische Bautechnik
- Römische Bestattungsrituale
- Römische Ehe
- Römische Erziehung
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Sprachen im Römischen Reich
- Römische Legion
- Römische Marine
- Römische Mythologie
- Römische Namen
- Römische Provinz
- Römische Republik
- Römischer Senat
- Römisches Recht
- Römische Vornamen
- Römische Ziffern
- S.P.Q.R.
- Tierhetzen im Römischen Reich

Literatur

Allgemein (neben Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 2-4 und vor allem der Cambridge Ancient History, 2. veränderte Aufl. ab Bd. 7, Teilband 2, The Rise of Rome to 220 B.C.):
- Alfred Heuß: Römische Geschichte. Schöningh, 2003, ISBN 3506739271 Bester (wenn auch manchmal recht knapper) Überblick zur römischen Geschichte in deutscher Sprache.
- Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Deutscher Taschenbuchverlag, 2001, ISBN 3423590556 Geschichte Roms bis zur Ermordung Cäsars, für die Theodor Mommsen 1902 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Wissenschaftlich allerdings vollkommen veraltet.
- Ada Gabucci: Rom und sein Imperium Sehr reich bebilderte Geschichte über die Gründung, Ausbreitung und Herrschaft. Konrad Theiss Verlag, 2005, ISBN 380621932X Spezialisiertere Literatur:
- Hermann Bengtson: Grundriss der Römischen Geschichte mit Quellenkunde. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr.. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 5, München 1982, ISBN 3-406-08617-9
- Klaus Bringmann: Geschichte der Römischen Republik. München 2002, ISBN 3406492924 Solide und zuverlässige Darstellung der Republik.
- Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 4. Auflage. München 2002, ISBN 3406363164 Hervorragende moderne Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin. Standardwerk.
- David S. Potter: The Roman Empire at bay. AD 180-395. Routledge History of the Ancient World, London u.a. 2004. ISBN 0-415-10058-5 Sehr gute Gesamtdarstellung der Zeit von 180 bis 395.
- Glen Bowersock u.a.: Late Antiquity. A guide to the postclassical World. Cambridge 1999, ISBN 0674511735. Ausgezeichneter, gut lesbarer Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Spätantike mit einem nützlichen Lexikonteil.
- Alexander Demandt: Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989, Gutes Überblickswerk. (nur noch antiquarisch, 2. Auflage in Vorbereitung; aber als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat erhältlich: Geschichte der Spätantike. München 1998, ISBN 3-406-44107-6)
- Arnold H.M. Jones: The Later Roman Empire 284-602. (Erstdruck in 3 Bde., Oxford 1964) Nachdruck in 2 Bde., Baltimore 1986 Die beste aus den Quellen gearbeitete moderne Darstellung der Spätantike Alternative Darstellungen:
- Arthur Rosenberg: Demokratie und Klassenkampf im Altertum. Fritz Erik Hoevels: Roter Leitfaden durch die römische Geschichte. Ahriman-Verlag 1997. ISBN 3-89484-810-3. Die beiden Altphilologen und Marxisten Rosenberg und Hoevels bieten eine kompakte Übersicht über die Geschichte des römischen Reiches und untersuchen die Triebfedern und Gesetzmäßigkeiten ihres Ablaufes - umstritten, wie alles aus marxistischer Feder.

Weblinks


- [http://la.wikipedia.org Die lateinische Wikipedia]
- [http://www.kirke.hu-berlin.de/vl/vlagdt.html#roem Virtual Library Geschichte - Einzelprojekte: Die Römer in Deutschland] (Ressourcen im Internet)
- [http://www.roman-emperors.org/impindex.htm De Imperatoribus Romanis - Sammlung von Kurzbiografien der römischen Kaiser, verfasst von mehreren Fachgelehrten (englisch)]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/home.html LacusCurtius (Umfangreiche Informationen über das antike Rom)]
- [http://gutenberg.spiegel.de/mommsen/roemisch/roemisch.htm Theodor Mommsens Römische Geschichte im Projekt Gutenberg]
- [http://www.imperiumromanum.com Projekt Imperium Romanum: Darstellung der römischen Welt auf über 1000 Seiten]
- [http://www.die-roemer-online.de/ Die Römer online]
- [http://www.gottwein.de/roge/rom_hist.php Römische Geschichte in annalistischer Darstellung]
- [http://www.imperium-romanum.ch.vu Imperium Romanum: ausführliche Seite zur römischen Geschichte]
- [http://www.antikefan.de/kulturen/Roemisch.html Geschichte des Römischen Imperium] Romisches Reich ! Romisches Reich als:Römisches Reich ja:ローマ帝国 ko:로마 제국 simple:Roman Empire zh-min-nan:Roma Tè-kok

Angelsächsische Chronik

Die Anglo-Saxon Chronicle oder Angelsächsische Chronik ist eine Sammlung von (hauptsächlich) untergeordneten Quellen, die die Geschichte der Angelsachsen und ihrer Besiedlung Britanniens erzählen. Viele der darin enthaltenen Angaben bestehen aus Gerüchten über Ereignisse, die woanders geschahen, und können somit als unzuverlässig gelten. Für einige Zeiten und Orte ist die Chronik jedoch die einzige gehaltvolle erhaltene Informationsquelle. Die Manuskripte wurden an verschiedenen Orten verfasst, und jedes Manuskript spiegelt die Neigungen seines Schreibers wider. Die Chronik beinhaltet Einträge, die vom Jahr 1 bis zum Jahr 1154 reicht (obgleich eine Ausgabe einen falsch datierten Eintrag für das Jahr 60 vor Christus enthält). Die Chroniken (es gibt mehr als eine) wurden in erster Linie entwickelt als Mittel, um Zeitangaben festzuhalten. Es war ein weitverbreiteter zeitgenössischer Glaube, dass die Welt mit Jahr 1000 ende, und das es wesentlich war, auf diesen Zeitpunkt vorbereitet zu sein. Annalen wurden hauptsächlich in Klöstern geführt und waren daher vor allem lokale Dokumente. Aussagen zu lokalen Ereignissen, wie der Fruchtbarkeit der Felder oder dem Mangel an Bienen, wurden eifrig aufgeschrieben, wohingegen entferntes politisches Geschehen weitgehend ignoriert wurde. Eine Kombination der individuellen Annalen erlaubt es aber, ein allgemeingültiges Bild zu erhalten, mit einem Dokument, das die erste kontinuierlich geschriebene Geschichte Europa in der Landessprache enthält. Folglich stellen die Chroniken eine wichtige Entwicklung der Geschichtsschreibung dar, genauso wie ein nützliches historisches Dokument. Es gibt neun erhaltene gebliebene Manuskripte (einschließlich zweier Kopien), von denen acht durchgängig auf Altenglisch geschrieben sind, während es sich bei dem neunten um eine Mischung aus Altenglisch und Lateinisch handelt. Das älteste Exemplar (Corp. Chris. MS 173) ist unter dem Namen Parker Chronicle, nach Matthew Parker, der es einst besaß, oder Winchester Chronicle bekannt. Die erhalten gebliebenen Manuskripte sind:
- The Parker Chronicle (Corpus Christi College, Cambridge, MS. 173)
  - Cottonian Fragment (British Museum, Cotton MS. Otho B xi, 2)
- The Abingdon Chronicle I (British Museum, Cotton MS. Tiberius A vi.)
- The Abingdon Chronicle II (British Museum, Cotton MS. Tiberius B i.)
- The Worcester Chronicle (British Museum, Cotton MS. Tiberius B iv.)
- The Laud (oder Peterborough) Chronicle (Bodleian, MS. Laud 636)
- The Bilingual Canterbury Epitome (British Museum, Cotton MS. Domitian A viii.) - Einträge auf Englisch und Latein.
  - Cottonian Fragment (British Museum, Cotton MS. Domitian A ix.) · An Easter Table Chronicle (British Museum, Cotton MS. Caligula A xv.) Einige nehmen an, die Chroniken seien von König Alfred der Große in Auftrag gegeben worden, wozu es aber keinen Nachweis gibt. Viele der erhaltenen Manuskripte, die zusammen als The Anglo-Saxon Chronicles bekannt sind, haben mit ihn zu tun, andere hingegen stellen ihn an den Rand, auch hier in Abhängigkeit von den Vorlieben des Schreibers.

Weblinks


- [http://www.gutenberg.net/etext/657 The Anglo-Saxon Chronicle] im Project Gutenberg
- [http://www.georgetown.edu/labyrinth/library/oe/texts/asc/index.html Originaltext]
- [http://sunsite.berkeley.edu/OMACL/Anglo/ Übersetzung ins Englische] Kategorie:Englische Geschichte Kategorie:Mittelalter (Literatur) Kategorie:Literatur (Altenglisch) Kategorie:Literatur (Latein) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Handschrift Kategorie:Chronik (Literatur) Kategorie:Historiographie

789

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Karl der Große führt einen ersten Feldzug gegen die Slawen (Wilzen und Heveller) jenseits der Elbe. Dabei gelangt das fränkische Heer bis zur Peene.
- Pippin, Sohn Karls des Großen, unterwirft von der Mark Friaul aus Istrien. Da diese Region auch zur Interessenssphäre von Byzanz zählt, kommt es allmählich zu einer Entfremdung zwischen dem Frankenreich und Byzanz.
- Die Synode von Aachen beschließt eine Vermehrung der Kloster- und Domschulen und die Einführung von Prüfungen bei Proesterweihen.
- Der Heilige Simpert wird Bischof von Neuburg.
- Bischof Willehad weiht den ersten Bremer Dom.
- Nach dem Tod Willehads wird Willerich zweiter Bischof von Bremen.
- Gründung des Ortes Herford.
- Nachdem sich Marokko unter den Idrisiden vom Abbasiden-Kalifat gelöst hat, kommt es auch in Ägypten zu Unruhen, die gegen das Kailfat gerichtet sind.
- Fès ("Medinat Fas") wird von Idris I. als Heerlager errichtet.
- Idris I. siegt über die Banu Ifran und weitet sein Herrschaftsgebiet aus.
- Erste urkundliche Erwähnung von Bietigheim und Steinbach (Taunus).

Geboren


-

Gestorben


- 8. November - Willehad, Missionar und erster Bischof von Bremen (
- um 740) ko:789년

Wikinger

Wikinger (auch Nordmänner, Normannen, Waräger oder Rus) waren keine geschlossene ethnische Gruppe, sondern ursprünglich küstennahe Bauern aus verschieden Gebieten Skandinaviens. Diese entwickelten einen entscheidenden Vorsprung im Schiffbau und benutzten ihre allen anderen weit überlegenen Wikingerschiffe auch für Raubzüge, wodurch sie geschichtlich in Erscheinung traten. So wurden sie nach und nach seefahrende Krieger, die primär zwischen 517 und 1066 vornehmlich Küstengebiete und Inseln Europas plünderten und teilweise kolonisierten, und ein weitreichendes Handelsnetz errichteten. Handel

Überblick

Der Begriff Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Substantiv víkingr ab. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum sie Wikinger genannt wurden und wer den Begriff zuerst verwendete. Wikinger bezeichnet u. U. auch nur den Teil der Normannen, der auf Heerfahrt ging. (vikva = von der Stelle rücken, bewegen, sich bewegen; norw. vige = weichen; Vík ist eine kleine Bucht, wo das Ufer zurückweicht; Fritz Askeberg in "Norden och kontinenten i gammal tid" (Uppsala 1944) leitet davon víking (vom Verb víkja) als "Reise von Zuhause" ab; víkingr wäre danach einer, der eine Reise macht. [vgl. Korsar zu lat. cursus und Pirat uspr. verwandt mit "fara" = reisen]; die Viking (feminin!) wird gleichbedeutend mit hernaðr "Kriegszug, kriegerischer Überfall". Das Wort ist älter als die Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð [altenglischer Text im Exeter-Book des 10. Jh.] belegt. Auch wenn sie allgemein für Raub und Zerstörung bekannt sind, siedelten und handelten sie auch ebenso friedlich und hatten eine hohe Kultur. Die Wikingerzeit bezeichnet den jüngsten Teil der skandinavischen Eisenzeit, sie endet mit der Erobung Englands durch Wilhelm und der etwa gleichzeitigen Christianisierung der letzten Nordgermanen. Eine Neigung der staatenbildenden Wikinger zum Handel zeigt sich an Handelshäfen wie Birka, Kaupang, Ribe, Ralswiek, Seeburg oder Sigtuna, die auch zum kulturellen Austausch zwischen Skandinaviern, Slawen, Sachsen Balten und Franken beitrugen. Oder Haithabu (nahe Schleswig), bis es schließlich 1055 in einer Schlacht zwischen Harald Hardraada und Sweyn II. zerstört und 1066 von Westslawen endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Dennoch fand Handel mit Griechen, Arabern usw. statt. Ein Zentrum für den Handel mit dem Baltikum und Osteuropa war auch die schwedische Insel Gotland. Eine der wichtigen wenn auch parteiischen zeitgenössischen Quellen ist die Geschichte des Erzbistums Hamburg von Adam von Bremen, anno 1076, in der erstmals die Entdeckung Amerikas (Vinland genannt) durch die Wikinger schriftlich erwähnt wird. Vinland Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: Im Jahr 517 überfiel ein dänischer Kleinkönig mit Namen Chlochilaichum mit seiner Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theoderich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See, der König blieb jedoch am Strand und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte anrückte, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute zurückholen. Der zweite Bericht stammt erst wieder aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne auf einer Insel vor der Nordostküste Englands von fremden Seefahrern geplündert wurde. Für die nächsten 200 Jahre ist die Europäische Geschichte voll mit Berichten über die Plünderungen der Wikinger. Sie eroberten den größten Teil Finnlands und des Baltikums sowie große Teile Englands und erichteten Stützpunkte in Irland. Raubzüge führten sie jedoch auch flussaufwärts, weit ins Binnenland von Holland nach Dorestad, in Frankreich z.B. nach Paris, in das Landesinnere von Spanien und selbst nach Kiew in Zentralrussland, wo sie die Kontrolle über dortige Gebiete erlangten. Berichte erzählen außerdem von Überfällen im Mittelmeer (siehe Wikingerraubzüge ins Mittelmeer) und im Kaspischen Meer. Sie besiedelten Island und Grönland und durch archäologische Funde und deren Auswertung ist mittlerweile belegt, dass sie Neufundland, also Nordamerika, erreichten und dort für kurze Zeit (etwa 50 Jahre) siedelten. Ab etwa 900 n. Chr. kam es zu Reichsgründungen. In Skandinavien auf den drei Gebieten die heute in etwa denen der modernen Staaten entsprechen.

Die dänischen Wikinger

Die Dänen segelten südlich nach Friesland, Frankreich und um 900 n. Chr. ins südliche England. Knut der Große war König über Dänemark, Norwegen und Teile Englands, als sein Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Den Grundstein für dieses Großreich hatten bereits sein Vater, Sven Gabelbart und sein Großvater, Harald Blauzahn. Ein gewisser Rollo dessen genaue Herkunft unklar ist setzte sich 911 in der Normandie fest.

Die norwegischen Wikinger

Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern, Orkney, Shetlands und nach Irland und Nordengland. Interne Auseinandersetzungen in Norwegen führten im Jahre 970 zur Emigration nach Island, wo sie unbewohnte Gebiete vorfanden und siedelten. Erik der Rote musste Island verlassen und segelte Richtung Westen, wo er nach einer beschwerlichen Seefahrt Grönland fand und ab 985 besiedelte. Etwa um 1000 wurde Nordamerika vermutlich von Leif Eriksson, dem Sohn Eriks des Roten, von Grönland aus entdeckt, der es Vinland nannte. Eine kleine Siedlung wurde auf der nördlichen Halbinsel von Neufundland bei L'Anse aux Meadows angelegt, aber die Gegenwehr der Ureinwohner führte innerhalb einiger Jahre zu ihrem Ende. Die archäologischen Überreste sind nun UNESCO-Weltkulturerbe. Siehe auch Geschichte Norwegens

Die schwedischen Wikinger

Die Schweden richteten ihren Blick mitunter nach Schleswig und auf die südliche Ostseeküste primär aber nach Osten. Schon in der Vendelzeit bestand ein intensiver Austausch über Osteuropa bis ins Schwarze Meer, wovon unter anderem die Übernahme von Helmarten wie dem Spangenhelm und Nasalhelm oder dem später für die Wikinger so charakteristischen Brillenhelm zeugen, die auf byzantinische Vorbilder zurückgehen.
Die Wikinger nutzten das verzweigte Flusssystem, um sich in Osteuropa zu bewegen. So kamen sie übers Schwarze Meer nach Konstantinopel (Byzanz) und trieben selbst mit Bagdad Handel. Mit den Ostslawen tauschten sie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Waffen und Sklaven, und verkauften diese für Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Die Finnen und Slawen nannten diese Skandinavier Rus oder Warjagi (Waräger), von den Byzantinern wurden sie Rhos und Waragoi genannt, und die Araber bezeichneten sie als Al-Madjus, Ruser oder auch Saqaliba.
Die wikingischen Händler-Abenteurer kooperierten mit den Slawen, mitunter schwangen sich kampferfahrene Skandinavier zu lokalen Stammesfürsten auf. Manchmal kam es daher auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. So heißt es in der Nestorchronik, die Slawen hätten die Waräger über das Meer verjagt, sie dann später zurückgerufen, um die Ordnung wiederherzustellen und über sie zu herrschen. Sie erwählten Rurik zu ihrem Fürsten. Viele Nordmänner ließen sich auf Dauer in Russland nieder. Von diesen Rus hat Russland seinen Namen (siehe Kiewer Rus).
Zusammen mit den Slawen überfielen die Rus mit ihren Schiffen ab 860 immer wieder Konstantinopel, so dass sie im Byzantinischen Reich bald gefürchtet waren. Die Byzantiner erkauften sich mit Handelsprivilegien den Frieden und sicherten sich die Dienste der Rus in der kaiserlichen Warägergarde. Ein Häuptlingsbegräbnis mit ritueller Opferung einer Sklavin sowie einer Schiffverbrennung auf dem Lande - und nicht auf dem Wasser wie in vielen Filmen oft fälschlicherweise dargestellt - hat im Jahre 922 der arabische Reisende Ahmad Ibn Fadlān akkurat beschrieben.

Die Wikingerschiffe

Der Bau des Wikingerschiffs erfolgte ohne Pläne nur aus dem mündlich überlieferten Gedächtnis der Väter. Es werden zwei Arten von Schiffen unterschieden:
- Langschiffe, auch als Kriegs- oder Kampfschiffe bezeichnet und auf Grund ihres Stevenschmucks oft "Drachen" genannt
- und Handelsschiffe, so genannte Knorren. Langschiffe waren die Kriegs- bzw. Kampfschiffe der Wikinger. Sie konnten mit ihnen schnell und unerwartet angreifen - sich aber wieder zurückziehen, bevor ein Vergeltungsschlag organisiert werden konnte. Dieser Schiffstyp war ein ca. 20 m langer Verdränger, deren Holzplanken überlappend in Klinkertechnik verbaut wurden. An den Überlappungen wurden die Planken mit Metallnieten zusammengehalten. Sämtliche hölzernen Schiffsteile aller Schiffstypen wurden mit verschiedenen Beilen aus Baumstämmen nach der jeweiligen Maserung gehackt. Daraus ergab sich insgesamt eine enorme Festigkeit und Belastbarkeit. Auch die Planken wurden nicht gesägt. Die Langschiffe wurden gerudert und gesegelt; sie hatten einen umlegbaren Segelmast, der in kürzester Zeit (ca. 1,5 Minuten) auf- und abgebaut werden konnte. Der Tiefgang aller Schiffe betrug nicht mehr als 1,5 m und sie erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 20 Knoten! Neben der Möglichkeit von Fahrten über lange Entfernungen konnten die Wikinger daher mit ihren Schiffen nicht nur in flachen Gewässern segeln, sondern zusätzlich entlang der Flüsse, selbst unter Brücken hindurch, tief in das jeweilige Landesinnere vordringen. Mit den Handelsschiffen, die breiter und hochbordiger als die Langschiffe waren, brachen die Wikinger z. B. zu ihren Entdeckungsfahrten nach Grönland und zum Handel in das heutige Russland auf. Das Steuerruder aller Schiffstypen war auf der rechten Seite, davon leitet sich die Richtungsangabe steuerbord in der allgemeinen Schifffahrt her. Aus der Saga von Riem lässt sich entnehmen, dass die Wikinger schon damals wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Ein archäologischer Fund lässt auf die Verwendung einer kompassähnlichen Navigationshilfe schließen. Auch die Gezeiten haben sie gekannt. Insgesamt waren die Wikinger in der Navigation und dem Schiffbau nicht nur für ihre Zeit richtungsweisend, vielmehr stammen viele noch heute verwendete Begriffe aus dem Bereich letztlich von ihnen. Siehe auch: Geschichte des Wikingerschiffbaus, Langschiffe, Knorren

Gründe der Expansion

Den Grund für die Überfälle sehen einige, neben dem erheblichen Vorsprung im Schiffbau und den damit verbundenen Möglichkeiten, in einer Überbevölkerung, die durch die technischen Fortschritte (wie etwa die Verwendung von Eisen), aber auch durch die seit 800 n. Chr. einsetzende Klimaverbesserung hervorgerufen wurde. Eine Ursache könnten auch Notlagen gewesen sein. So verließen in Frühgeschichtlicher Zeit Kimbern und Teutonen (wahrscheinlich auch Vandalen) Jütland. Etwa zur selben Zeit gingen auch die Goten aufs Festland. Jahrhunderte später verließen Angeln, Jüten und Sachsen die Halbinsel. Ein weiterer Grund war, dass sich zu dieser Zeit einige Länder (besonders England und Irland) destabilisiert und somit leichte Beute für Überfälle waren. Das Frankenreich hatte besser verteidigte Küsten und befestigte Häfen, was die Wikinger aber nicht von ihren Raubzügen abhielt.

Mythologie und Literatur

Klimaverbesserung Die germanische Mythologie und die altnordische Literatur berichten uns über ihre heidnische Religion und ihre kühnen Helden. Das bedeutendste Beispiel für die germanische Mythologie stellt wohl die Edda (Ältere Edda und Jüngere Edda) dar. In dieser Sammlung sind die verschiedensten Erzählungen der Wikinger zusammengefasst.
Allgemein war Thor der wichtigste Gott der Wikinger und regional hatte dieser sogar eine wichtigerere Position als Odin, der germanische Göttervater. Die Wikinger im Gebiet des heutigen Schwedens verehrten Freyr als einen ihrer wichtigsten Götter, der daher sein Hauptheiligtum im heutigen Uppsala besaß. Außerdem kannten die Wikinger keine Priester.

Sitten und Gebräuche

Sehr oft wurden bei den Wikingern weibliche Säuglinge kurz nach der Geburt getötet. Das hatte den Zweck, dass die Frauen bald wieder schwanger werden konnten, um einen erhofften Knaben zu gebären. Für Ihre kriegerischen Raubzüge waren sie besonders auf männlichen Nachwuchs angewiesen. Auf ihren Raubzügen nahmen sie Gefangene jeden Alters und Geschlechts mit nach Hause und hielten sie als Sklaven. Mit diesen wurde auch regelrechter Handel betrieben bis in den vorderen Orient. Dort waren besonders blonde Kinder und Frauen begehrt.

Ende der Wikinger

Nach Jahrzehnten des Plünderns wurde der Widerstand in allen Teilen Europas wirkungsvoller und der Druck der deutschen Kaiser förderte die Christianisierung Skandinaviens und führte zu einem milderen Verhalten. Es etablierten sich die großen Königreiche Norwegen, Dänemark und später auch Schweden und man kann annehmen, dass ihre Könige friedlichere Verhältnisse schaffen wollten. Zeitlich wird das Ende der Wikingerzeit mit der Schlacht bei Hastings im Jahre 1066 festgelegt. Weiter könnte die zu hohe Bevölkerungszahl und der damit verbundenen Ressourcenknappheit und Bodenknappheit ein Grund für das Ende der Wikinger sein.

Die Normandie

Um 911 bekamen der Wikingerfürst Rollo die Normandie als Lehen im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom französischen König Karl dem Einfältigen zugesprochen, nachdem sie lange das Seine-Gebiet rund um Paris verwüstet hatten. Sie sollten nun Frankreich vor weiteren Überfallen durch Wikinger schützen.
Aufgrund ihrer Herkunft wurden sie Nordmänner oder Normannen genannt; so erhielt die Normandie ihren Namen. Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten im Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eine neue kulturelle Identität. Zur weiteren Geschichte, insbesondere zur Eroberung Englands 1066 durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer und zur Ausbreitung der Normannen bis nach Sizilien, siehe Normannen.

Erfinderreichtum der Wikinger

Schon die Wikinger haben die Linse erfunden. Sie war aus Bergkristall geschliffen und perfekt gearbeitet. Vermutlich hatten die Wikinger auch dafür ein eigenes Gerät entwickelt. Es wurde mit dem Fuß angetrieben und konnte den Bergristall schleifen. Mir der Linse hätten sie theoretisch auch das Fernrohr erfinden können, vielmehr wird aber vermutet dass die Linse zum ausbrennen von Krankheiten und zum Feuerzünden dienlich war. Eine weitere "Erfindung" der Wikinger war die Hochseefischerei. Die Wikinger fischten im grossen Stile auch auf dem Meer und nicht nur mit Reusen und ähnlichem vom Land aus.

Andere Bedeutungen

Der Begriff "Wikinger" ist auch unter Modelleisenbahn-Freunden bekannt : für die kleinen Automodelle im Maßstab 1 zu 87 H0 (gesprochen: "Ha-Null") als Zubehör zur Modellbahn.
- siehe auch: Wiking

Literatur


- Ian Heath, David Nicolle, Angus McBride: Wikinger und Normannen, St. Augustin, Siegler 2003. ISBN 3-87748-630-4
- Benjamin Hudson: Viking pirates and Christian princes. Dynasty, religion, and empire in the North Atlantic, Oxford, Oxford Univ. Press 2005. ISBN 0-19516-237-4
- Angus Konstam: Atlas der Wikinger. Geschichte, Eroberungen und Kultur der Wikinger, Wien, Tosa 2002. ISBN 3-85492-555-7
- Peter H. Sawyer (Hrsg.): Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes, Stuttgart, Theis 2001. ISBN 3-8062-1688-6 Siehe auch: Wikinger-Museum Haithabu, Berserker, Jomswikinger, Runenstein, Wickie und die starken Männer :Kategorie:Wikinger

Weblinks


- [http://www.heimskringla.no heimskringla.no - «Kulturformidlingen norrøne tekster og kvad»]
- http://www.vikingnet.de/
- http://www.wikinger.org/
- http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/links/links22.htm
- http://www.norwegen-service.de/Kultur/Die_Wikinger/die_wikinger.htm
- http://www.blinde-kuh.de/wikinger/ (für Kinder)
- http://www.jordheim.info/ Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Europäische Ethnie !Wikinger als:Wikinger ja:ヴァイキング ko:바이킹 ms:Viking simple:Vikings zh-min-nan:Viking-lâng

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Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Mai: Hernando de Soto landet bei Tampa Bay an der Küste Floridas und beginnt seine vierjährige Expedition durch den nordamerikanischen Südosten
- Der französische König Franz I. erlässt die „Ordonnance de Villers-Cotterêt“, in der verfügt wird, dass jedes offizielle Dokument in Französisch verfasst werden muss

Geboren


- 17. April: Tobias Stimmer, schweizer Maler († 1584)
- 22. Oktober: Luigi Gonzaga, Italienischer Adliger († 1595)
- 20. Dezember: Paul Melissus, neulateinischer humanistischer Schriftsteller († 1602)

Gestorben


- Marco Palmezzano, italienischer Maler (
- 1459 oder 1463 in Forlì)
- 6. Februar: Johann III. (Kleve), Regent der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg (
- 1490)
- 6. Februar: Ogimachi, 106. Kaiser von Japan (1557–1586) (
- 1517)
- 13. Februar: Isabella d'Este, eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance (
- 1474)
- 11. März: Johannes Baptist Righi, franziskanischer Einsiedler (
- 1469)
- 17. April: Georg der Bärtige, Herzog von Sachsen (
- 1471) ko:1539년 simple:1539

Pfund Sterling

Das Pfund Sterling, engl. Pound Sterling ist die britische Währung.

Geschichte

Währung Das Währungssymbol ist £ (oder L) und leitet sich vom lateinischen libra (Pfund) her. Der Standard ISO 4217 Währungscode lautet GBP (Great Britain Pound). Der Name Sterling kommt von einer gleichnamigen alten englischen Silbermünze von 1,555 Gramm (1/240 Pfund). Entweder leitet sich der Name von "easterling" (Ostling) ab und bezog sich auf die Münzen der (von England aus östlich gelegenen) norddeutschen Hansestädte, oder er kommt von "star" oder "starling", da Sterne oder Stare auf manchen mittelalterlichen englischen Münzen erscheinen. Seit 1971 ist das Pfund unterteilt in 100 Pence (Einzahl Penny), Abk. "p". Vorher war es unterteilt in 20 Schilling (abgekürzt "s" von solidus) zu je 12 Pence (abgekürzt "d" von denarius). In der ersten Zeit nach der Umstellung wurde der Dezimal-Penny als "new penny" bezeichnet. Die alten Penny-Münzen wurden eingezogen, aber die alten Schillinge blieben noch lange als 5-Penny-Münzen im Umlauf. Hier ein Einblick in das Ursprüngliche Währungssystem: 2 Farthings = ein halber Penny ; 2 Halbe Pennies = ein ganzer Penny ; 3 Pennies = ein Thrupenny Bit ; 2 Thrupennies = ein Sixpence ; 2 Sixpences = ein Shilling oder Bob ; 2 Bob = ein Florin ; 1 Florin + 1 Sixpence = eine halbe Crown ; 4 halbe Crowns = ein Zehn-Bob (Ten-Bob) ; 2 Zehn-Bob = ein Pfund oder 240 Pennies ; 1 Pfund + 1 Shilling = eine Guinee ;

Geldscheine

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