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Isolation

Isolation

Eine Isolierung oder Isolation bedeutet den Vorgang des getrennt haltens von Dingen oder Individuen, oder eine Einrichtung zu diesem Zweck. Das Verb isolieren wurde aus dem französischen isoler entlehnt, und dieses wiederum aus dem italienischen isolare, das von isola (Insel) kommt. Unter Isolation versteht man
- in der Technik eine Einrichtung zur Verhinderung des Durchgangs von Stoff oder Energie
  - Eine Bauwerksisolierung sind Maßnahmen, wie Anstriche, die das Eindringen von Nässe verhindern.
  - Eine Wärmeisolierung von Gebäuden oder Bauteilen bezeichnet man korrekt als Wärmedämmung.
  - In der Elektrotechnik ist eine Isolierung der Schutz der stromführenden Teile gegen Berührung. Siehe: Isolator, Isolierband, Optische Isolation.
  - Als isoliert bezeichnet man Behälter, in deren Wandung sich ein Vakuum oder ein Wärmedämmstoff (Schaumstoff, Vlies o.ä.) befindet, das den Inhalt möglichst vollständig umgibt und warmhält (z.B. Thermosflasche, Thermoskanne) oder kalt hält (z.B. Kühltasche, Kannen für flüssigen Stickstoff).
  - In der Hochenergiephysik gibt es verschiedene Verfahren zur Isolation durch Kraftfelder, z.B. die magnetische Flasche.
  - Sollen Bewegungen (speziell Schwingungen) eines Körpers nicht auf einen anderen übertragen werden, so müssen diese voneinander Isoliert werden. Es existiert dabei passive und aktive Schwingungsisolation.
- in der Biologie eine der Ursachen für Evolution, siehe Isolation (Biologie);
- in der Infektiologie eine Maßnahme zur Verhütung von Infektionen, siehe Isolierung (Medizin) sowie Quarantäne;
- eine Eigenschaft von Datenbanken, siehe en.: Isolation (computer science).
- In der Topologie sind Punkte einer Menge isoliert, wenn sie keine Häufungspunkte dieser Menge sind, siehe Isolierter Punkt.
- In der Sozialpsychologie ist soziale Isolation einen schwerer Mangel an Sozialkontakten.
- Politisch versteht man unter Isolationismus Bestrebung einer Nation, sich vom Ausland abzusondern.
- die Isolationshaft ist eine umstrittene Methode des Strafvollzugs.
- In der Psychoanalyse wird mit Isolierung eine bestimmte Form der Abwehr (Abwehrmechanismus) bezeichnet.

Individuum

Unter einem Individuum (lat.: unteilbar, aber auch nicht zu Teilendes) versteht man etwas Einzelnes in seiner Gesamtheit mit allen Eigenheiten und Eigenarten, die in ihrem Gesamtgefüge wiederum bestimmend sind für seine Individualität. Es bezeichnet also das räumlich und qualitativ einmalige Einzelwesen (seltener auch Einzelding). Der Begriff Individuum wird praktisch ausschließlich auf Lebewesen und auf den Menschen angewendet; Einheit und intakte Ganzheit ist bei ihnen lebensnotwendig. Bei Menschen wird statt von Individuen mit derselben Bedeutung auch von Personen geredet, deren individuelle Eigenschaften und Interessen dann den Besonderheiten, die in einer Personengruppe (Gemeinschaft, Gesellschaft, Kollektiv) vorherrschen, gegenübergestellt werden können. Die Bedeutung des Individuums schwankt in der Geistesgeschichte sowohl in der zeitlichen Dimension (epochenabhängig) wie auch in der räumlichen Dimension (Kulturen). Die Moderne, die heute Europa und Nordamerika bestimmt, betont das Individuum im historischen wie auch im interkulturellen Vergleich sehr stark. Diese starke Betonung des Individuums wird auch Individualismus genannt, im Gegensatz zum Kollektivismus. Die geistesgeschichtliche Streitfrage ist die nach der Bedeutung des Einzelnen im Vergleich zu der Gemeinschaft, in der er lebt. In neuerer Zeit wurde dies in den Extrempositionen von Max Stirner ("Der Einzige und sein Eigentum") und dem Nationalsozialismus ("Du bist nichts, Dein Volk ist alles") besonders deutlich. Dem Individualismus kommen Gedankensysteme wie der Anarchismus oder der Liberalismus sehr entgegen. Die Gegenpositionen zum Indiviualismus nehmen besonders sozialistische Systeme ein. Es gibt allerdings Ausnahmen von dieser groben Orientierung. So betont etwa der Liberale Max Weber das Volk als hohen Wert, während es Sozialisten gibt, die eine Gesellschaftsordnung anstreben, in der der einzelne ohne gesellschaftliche Bindung leben kann. Einer der ersten, die im europäisch-abendländischen Kulturkreis das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft thematisiert haben, war Aristoteles, der in seiner Politik den Menschen als zoon politikon, also als Gemeinschaftslebewesen bezeichnete. In neuerer Zeit war es vor allem Jean-Jacques Rousseau, der sich des Themas annahm. Er unterschied in der Gesellschaft zwischen dem Willen aller (Individuen) einerseits und dem allgemeinen Willen der Gemeinschaft. Diese Unterscheidung findet heute z. B. Anwendung im Versicherungsparadoxon. Danach hat jeder individuelle Versicherte ein Interesse daran, möglichst viel aus der Versicherung herauszuholen. Wenn dies aber alle tun, wird die Versicherung immer teuerer, was dem Interesse der Versichertengemeinschaft widerspricht. Die Abhängigkeit der Moral und Ethik von der Gesellschaft hat der Soziologe Emile Durkheim herausgearbeitet. Nach ihm gibt es Moral überhaupt erst durch das Kollektiv. Das Individuum an sich kennt keine Moral. Nach Durkheim sind so auch Verbrechen nichts als ein Verstoß gegen kollektive Gefühle. In der liberalen Wirtschaftsideologie von Adam Smith hingegen wird - ganz im Gegensatz zur Aussage von Rousseau - davon ausgegangen, dass die Summe der Eigenegoismen automatisch zum größtmöglichen Glück der größten Zahl führt. Lediglich für die wenigen Ausnahmen muss der Staat Sicherheit gewähren, was polemisch häufig als Nachtwächterstaat bezeichnet wurde.

Individuum, Masse und Persönlichkeit

Mit dem Heraufkommen der besonderen Bedeutung eines jeden Individuums entstanden Begriffe wie Masse und Persönlichkeit. Individuen werden ohne soziale Einbindung zur einsamen Masse, wie der Soziologe David Riesmann es nannte. Einen Aufstand der Massen diagnostizierte der spanische Philosoph Ortega y Gasset. Er erfolgt aus der Vereinigung der zu Individuen Vereinzelten. Unter einer Persönlichkeit versteht man im allgemeinen ein Individuum, dem es gelungen ist, sich aus der Masse zu erheben. So sieht denn die Kritik am Individualismus zwei Möglichkeiten: Das anonyme Aufgehen des Einzelnen in der Masse, die unter Umständen von kollektivistischen Bewegungen organisiert werden und dann geschichtsträchtig werden können. Die andere Möglichkeit ist die Höherentwicklung des Individuums zur eigenständigen, emanzipierten Persönlichkeit. Daraus ergeben sich zwei Bewegungsrichtungen. Eine optimistische unterstellt, dass sich die meisten Individuen zur Persönlichkeit weiterentwickeln können und der Indivualismus daher ein Fortschritt auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft ist. Die entgegengesetzte pessimistische unterstellt, dass die Individuen dies nicht schaffen, sondern als Masse lediglich Spielball einer Minderheit sind bzw. werden oder von Demagogen ausgenutzt werden, der Individualismus daher eine Fehlentwicklung sei.

Individuum im interkulturellen Vergleich

Das Individuum hat unter einer religiös-göttlichen Betrachtung eine gänzlich andere Bedeutung als in der Moderne. Zwar ist es der einzelne Mensch, der selig wird, aber dies wird nicht so sehr im Gegensatz zur Gesellschaft, sondern im Verhältnis zu Gott gesehen. Der Individualismus der Moderne setzt daher die Säkularisierung voraus. Wo diese nicht erfolgt ist, hat das Individuum eine sehr persönliche Bedeutung gegenüber Gott, aber nicht gegenüber der Gesellschaft. Erkennbar wird das beispielsweise daran, dass im Mittelalter Künstler, die Kirchen ausschmückten, ihre Werke nicht individuell zeichneten. Die Signatur eines Kunstwerkes kam erst auf, als das Individuum begann, eine gesellschaftliche Bedeutung zu erlangen. Auch der Islam hat in weiten Zügen eine solche anonyme Ausrichtung, verstärkt durch die Bilderfeindlichkeit im Koran. Im Gegensatz der Moderne und dem Islam prallen so auch unterschiedliche Vorstellungen über die Bedeutung und den Wert des Individuums aufeinander. Das vor allem aus indischen Einflüssen bestimmte asiatische Denken legt dem Individuum ebenfalls einen deutliche geringeren Wert bei. Die antiwestlichen Strömungen werden auch daraus genährt. Zwar gibt es auch im asiatischen Denken den einzelnen Menschen, aber niemals in der starken Betonung wie in der westlichen Moderne. Das Indiviuum ist dort viel stärker eingebunden in den ewigen Kreislauf bzw. in die Tradition der Familie, wie dies insbesondere in China deutlich wird.

Wissenschaften, die sich mit dem Individuum befassen


- Die Soziologie befasst sich mit der Einbindung des Indivduums in die Gesellschaft.
- Die Philosophie behandelt das Thema Individuum und Gemeinschaft im weitesten Sinne. Spezialgebiete wie Anthropologie und politische Wissenschaften greifen Einzelbereiche des Individuums heraus.
- Die Psychologie befasst sich insbesondere mit individuellen Problemen, die aus dem Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft erfolgen.
- Die Verhaltensforschung befasst sich mit den genetischen Bedingungen von Individuum und Gruppe.
- Die Rechtswissenschaften behandeln die Normen, die eine Gesellschaft (der Staat) den einzelnen Individuen gibt und bestimmt das Verhältnis zwischen den individuellen und den kollektiven Interessen.
- In der Biologie sind Individuen Einzellebewesen einer Art.
- Die Theologie nimmt sich des Verhältnisses des Einzelmenschen zu Gott an und thematisiert die Moral.

Auffassungen in der Antike und im Idealimus

In der antiken Philosophie wurde der Begriff hauptsächlich für das "Atom" verwendet, später, vor allem mit der frühbürgerlichen Revolution in Europa auch für das einzelne Lebewesen und den einzelnen Menschen. In idealistischen und religiösen Auffassungen beschränkt sich die Anwendung auf das Wesen, dem eine immatrielle Seele zugesprochen wird. In der neueren Zeit wird damit vorwiegend eine einzelnen Organisation und der Mensch bezeichnet, aber auch andere materiellen Objekte, z.B. für einzelne Elementarteilchen.

Die Systemeigenschaften im Hinblick auf Eigenschaften eines Individuums

Im Prinzip ist jedes materielle System als Individuum anzusehen, da es über Eigenschaften(d.h. Systemeigenschaften) verfügt, die keines seiner Elemente losgelöst von den anderen Elementen des Systems besitzt und in dieser spezifischen Ausprägung infolge seiner Herausbildung in einer konkreten spezifischen Umwelt auch kein anderes System. Als Individuum grenzt sich jedes System raumzeitlich und qualitativ von seiner Umwelt ab, mit der es in Wechselwirkung steht, so daß von einer dialektischen Wechselwirkung gesprochen werden kann, welches spezifische Bedingungen für das Individuum schafft. Daraus ergibt sich die relative Selbständigkeit des Individuums, die Fähigekit zu eigener Entwicklung aufgrund innewohnender Triebkräfte, zu ihm eigentümlichen Bewegungen und Reaktionen auf Einwirkungen aus der Umwelt.

Die Herausbildung der Individualität

Der Grad der relativen Selbständigkeit, Besonderheit und Eigentümlichkeit wird auch der Grad der Individualität bezeichnet. Der Grad der Individualität jedes Systems ist abhängig von dem des übergeordneten umfassenden Systems und dem seiner eigenen Elemente. In Integrationsprozessen nimmt in der Regel der Individualitätsgrad von Systemen zu und der ihrer Elemente ab(Integration (Philosophie)). Die Verabsolutierung der Individualität, besonders des einzelnen Menschen, wird als Individualismus bezeichnet. Im Sinne der oben genannten Auffassung vom Individuum kann man jedoch auch andere Verabsolutierungen der Individualität(z.B. einer terrotialen Einheit, einer Berufsgruppe, eines Volkes, einer Nation, der menschlichen Zivilisation auf der Erde) als verschiedene Formen des Individualismus auffassen. Daraus ergibt sich auch die Staatsräson.

Der Begriff des Individuums in der Biologie

In der Biologie wurde über lange Zeiträume der Begriff des Individuums fast ausschließlich auf den einzelnen Organismus bezogen. Diese Verabsolutierung wurde im 20. Jahrhundert schrittweise übernommen unter Kritik des "Organismozentrismus". Nach der Entdeckung der pflanzlichen und tierischen Zelle trat im 19. Jahrhundert zeitweilig eine gewisse Überbewertzung der Individulität der Zelle zuungunsten der Individualität des Gesamtorganismus auf("Zellenstaattheorien"). In der biologischen Diskussion um die Mitte des 20. Jahrhunderts gab es eine Überbewertung der Individualität der Art zuungunsten des Organismus. Derartige Überbewertungen sind in den heutigen Vorstellungen der hierarchischen Ordnung lebender Systeme weitgehend überwunden.

Das Individuum in der Logik

In der modernen Logik wird unter einem Individuum jedes Objekt außerhalb und innerhalb des Bewußtseins bezeichnet, das Eigenschaften besitzt und irgendwelche Beziehungen aufweist, aber nicht selbst Eigenschaft oder Beziehung bildet. Die Individuen in diesem allgemeinen und abstrakten Sinne mit ihren Eigenschaften und Beziehungen konstituieren Individuenbereiche, auf die sich die logischen Ausdrücke, Aussagen u.a. beziehen. Da die logischen Gesetze im Allgemeinen für beliebige (nicht leere) Individuenbereiche gelten, wird üblicherweise nicht näher bestimmt, welcher Natur diese Individuen sind. Hängt die Gültigkeit eines logischen Gesetzes von der Anzahl der Individuen ab, die dem zugrunde liegenden Individuenbereich angehören, so wird nur diese Anzahl angegeben. Der Begriff des Individuums gehört zu den Grundbegriffen der modernen Logik, die in ihrem Rahmen als indefiniert angenommen werden und auch dort gar nicht definiert werden können. Bei Anwendungen der Logik muss jedoch genau bestimmt werden, was im Rahmen des betrachteten Individuenbereichs als Individuum anzusehen ist. Wird insbesondere die Unterscheidung zwischen den Individuen einerseits und den ihnen zukommenden Eigenschaften und Beziehungen andererseits nicht streng eingehalten, besteht die Gefahr des Auftretens logischer, d.h. syntaktischer Antinomien. Im Rahmen verschiedener Anwendungen der Logik kann allerdings ein und dasselbe Objekt einmal als Individuum, ein anderes Mal als Eigenschaft angesehen werden. Will man z. B. gewisse Eigenschaften und ihre Beziehungen untersuchen, ohne ihre Beziehungen zu den Individuen, deren Eigenschaften sie sind, ebenfalls zu berücksichtigen, dürfen sie wie Individuen und dürfen ihre Eigenschaften und Beziehungen wie solche erster Stufe behandelt werden. Der Vorteil dieser Verfahrensweise besteht darin, dass man nicht von der Stufenlogik mitsamt den mit ihr verbundenen Schwierigkeiten Gebrauch machen muss, sondern mit der wesentlich enfacheren Prädikatenlogik der ersten Stufe auskommt. In Darstellungen der Prädikatenlogik verwendet man Individuenvariable, um Existential- oder Allaussagen über die Individuen des entsprechenden Individuenbeichs treffen zu können. Bei Anwendungen der Logik muss man eventuell auch Individuenkonstante einführen.

Individuum in der Wirtschaft

siehe: Homo oeconomicus (=Individuum (Wirtschaft))

Individuum in der Gesellschaft

siehe: Homo sociologicus

Individuum in der Politik

siehe: Homo politicus

Literatur


- Franciscus Suarez: Über die Individualität und das Individuationsprinzip (Fünfte metaphysische Disputation), lateinisch – deutsch, herausgegeben, übersetzt und mit Erläuterungen versehen von Rainer Specht, Hamburg 1976

Siehe auch


- Individualaussage
- Individualisierung
- Individualgut
- Individualbegriff Kategorie:Sozialphilosophie Kategorie:Logik Kategorie:Ontologie ja:個人

Lehnwort

Ein Lehnwort (Materialentlehnung) ist eine Form der Entlehnung, nämlich ein Wort, das einer anderen Sprache entlehnt ist. Im Unterschied zum Fremdwort, dem der fremdsprachige Ursprung noch anzumerken ist, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung so weit an den Sprachgebrauch der Zielsprache angepasst, dass es nicht oder kaum mehr als fremd wahrgenommen wird.

Begriff

Lehnwörter, die vor der 2. Lautverschiebung in die deutsche Sprache aufgenommen wurden, haben diese, ebenso wie die Erbwörter, mitgemacht und sind deshalb Erbwörtern so ähnlich geworden, dass man sie strukturell nicht mehr unterscheiden kann. (Beispiel: Palatin > Pfalz). In der deutschen Sprache kommt dazu, dass ihre Schreibweise erst viel später festgelegt wurde und man sie deshalb auch nicht mehr an einer abweichenden Schreibweise unterscheiden kann. Eine Unterscheidung ist hauptsächlich durch Kenntnis ihrer Etymologie oder durch Sprachvergleich möglich. Prinzipiell unterliegen Lehnwörter den gleichen sprachlichen Änderungen wie Erbwörter (zum Beispiel Bedeutungswandel und Lautverschiebungen). An der Art der Lautstruktur eines Lehnwortes kann man den Zeitraum der Entlehnung bestimmen. Einige Wörter wurden mehrfach entlehnt und unterscheiden sich heute in Bedeutung und Aussprache, beispielsweise Partei (seit dem Mittelalter) vs. Partie (seit dem 17. Jahrhundert) vs. Party (seit dem 20. Jahrhundert). Manchmal behält ein Lehnwort die ursprüngliche Form, während es sich in der Ursprungssprache ändert oder dort sogar verschwindet. Bei der Zuordnung eines Lehnwortes zur Ursprungsprache (siehe untenstehende Liste) kommt es nicht darauf an, aus welcher Sprache das Wort tatsächlich ursprünglich kommt, sondern nur, aus welcher Sprache heraus es in die Zielsprache übernommen wurde. Neben den Lehnwörtern gibt es auch Lehnbedeutungen, Lehnbildungen, Scheinentlehnungen und Falsche Freunde.
- Beim Lehnwort wird das Fremdwort in Klang und Schriftbild an die eigene Sprache angeglichen, beispielsweise Fenster aus dem Lateinischen fenestra oder Grenze aus dem Polnischen (granica).
- Bei einer Lehnbedeutung wird die Bedeutung eines fremden Wortes übernommen und auf ein einheimisches Wort übertragen. Das gotische daupjan mit der Grundbedeutung untertauchen bekam unter dem Einfluss des griechischen baptizein die Bedeutung jemanden durch Untertauchen zum Christen machen (taufen), und das deutsche Wort schneiden erhielt vom englischen Ausdruck to cut a person die Zusatzbedeutung jemanden absichtlich nicht kennen; s. Begriffsübernahme.
- Bei der Lehnbildung gibt es drei Varianten:
  - die Lehnübersetzung, wo ein meist zusammengesetztes Fremdwort Glied für Glied übersetzt wird: Beispiele sind Großvater von französisch grand-père oder Flutlicht vom englischen flood light.
  - die Lehnübertragung, wo die fremden Bestandteile teilweise übersetzt werden, z.B. Wolkenkratzer von englisch skyscraper (wörtlich Himmelskratzer) oder Fernsprecher von Telephon (Fern-Klang).
  - die Lehnschöpfung, wo unabhängig vom fremden Wort eine entsprechende deutsche Wortneubildung stattfindet um das Fremdwort zu ersetzen, z.B. Kraftwagen statt Automobil oder Wasserglätte statt Aquaplaning.
- Scheinentlehnungen sind Wörter, die so klingen, als kämen sie aus einer fremden Sprache, in dieser Sprache aber nicht existieren, z.B. Friseur (französisch coiffeur), Handy (englisch mobile phone), Smoking (englisch dinner jacket). Ein Xenismus (v. griech.: xenos fremd) ist ein Wort oder eine Wortbildung, das eine neue Bedeutung aus einer fremden Sprache in die eigene Sprache hineinträgt, oder den Begriff der eigenen Sprache ersetzt oder verdrängt. Z.B. bedeutete "realisieren" in der deutschen Sprache immer "verwirklichen"; unter dem Einfluss des englischen "to realise" wird es aber immer mehr als Synonym für "bemerken" verwendet. So wie die deutsche Sprache zu jeder Zeit durch fremde Begriffe verändert wurde, finden ebenso Germanismen in anderen Sprachen Aufnahme.

Lehnwörter nach Ursprungssprachen

Beispiele:

aus der arabischen Sprache (Arabismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen Aba - Admiral - Algebra - Algorithmus - Alkohol - Beduine - Chemie - Emir - Gibraltar - Harem - Kaffee - Kali/Kalium/alkalisch - Kalif - Laute - Matt - Mufti - Scheich - Tarif - Ziffer - Zucker

aus der chinesischen Sprache (Sinismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Chinesischen Ketchup (ursprünglich Malayisch) - Kotau - Kuli - Taifun - Tee (südchinesischer Dialekt) - Tofu

aus der deutschen Sprache (Germanismus)

siehe Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen.

aus der englischen Sprache (Anglizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Englischen und Amerikanischen

aus der Sprache der Aborigines

Hier sind Wörter aufgelistet, die durch die englische Sprache in die deutsche Sprache gelangt sind, jedoch ihren Ursprung von australischen Ureinwohnersprachen haben. Siehe auch: Australisches Englisch Bumerang - Känguru - Koala

aus Amerika (Amerikanismus)

Bob - lynchen ursprünglich aus dem irischen, ebenso wie Boykott - Quiz - Tanker

aus Großbritannien

clever - Film - Keks - Streik

aus Eskimosprachen

Iglu - Kajak - Kanu - Anorak

aus der finnischen Sprache (Fennizismus)

Sauna

aus der französischen Sprache (Gallizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Französischen Bistro (evtl. aus dem Russischen)

aus der griechischen Sprache (Gräzismus)

Achtung: Viele der folgenden Ausdrücke sind nur indirekte Lehnwörter aus dem Griechischen, denn
- es handelt sich um Wörter, die zwar ursprünglich aus dem Griechischen stammen, dann aber in eine andere Sprache übergingen und nachgewiesenermaßen erst von dort aus ins Deutsche entlehnt wurden
- es handelt sich um in der Neuzeit in modernen Sprachen aus griechischem Wortmaterial zusammengesetzte Bildungen, die im Griechischen in dieser Form nie existiert haben -- auch wenn sie teilweise heute in die Neugriechische Sprache zurück-übernommen worden sind.
- Liste deutscher Wörter aus dem Griechischen

aus der hebräischen Sprache (Hebraismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen Amen - betucht - Chuzpe - Ganove - Guten Rutsch - Hals- und Beinbruch - Kassiber - Kluft - Kohl - Massel - meschugge - Messias - mies - Mischpoche - Pleite - Schmiere - schofel - Stuss - Sabbat - Schickse - Schlamassel - Schmiere - Tacheles - Tinnef - Tohuwabohu - Zoff Jiddisch ist eine häufige Quelle für Hebraismen im Deutschen. Vgl. auch: Jenische Sprache, Jiddisch, Lottegorisch (Carlsberg), Manisch, Masematte (Münster), Mattenenglisch, Rotwelsch, Sintitikes

aus den indischen Sprachen


- Liste deutscher Wörter aus dem Indischen Dschungel - Gulli - Guru - Nirvana - Punsch - Pyjama - Shampoo - Yoga

aus den iranischen Sprachen (z.B: persisch)

Absinth - Algorithmus - Baldachin - Balkon - Basar - Kapern - Karawane - Kaviar - Khaki - Kiosk - Magier - Orange - Paradies - Pistazie - Pyjama - Rochade - Schach - Schal - Tambour - Tasse - Trabant - Tulpe - Jasmin

aus der italienischen Sprache

Antenne - Bank - Bankrott - Bilanz - Fango - Fumarole - Getto - Gorgonzola - Graffiti - Kanone - Kapital - Kartoffel - Kasse - Korridor - Kredit - Konto - Lava - Makkaroni - Marzipan - Melone - Mole - Mortadella - Mozzarella - Muskat - Netto - Parmesan - Peperoni - Pistazie - Pizza - Porto - Prokura - Rest - Risiko - Salami - Salto - Solfatare - Spaghetti - Zitrone - Zucchini sowie eine Vielzahl von Wörtern aus der Musik: Alt - Bass - Dur - Forte - Intermezzo - Mezzosopran - Moll - Piano - Sopran - Tenor

aus der japanischen Sprache


- Liste deutscher Wörter aus dem Japanischen Bonsai - Bonze - Harakiri - Judo - Kamikaze - Karaoke - Karate - Kimono - Manga - Mikado - Tamagotchi

aus der lateinischen Sprache (Latinismus)

Es gilt sinngemäß dieselbe Einschränkung wie oben bei den Gräzismen:
- Liste deutscher Wörter aus dem Lateinischen

aus der niederländischen Sprache

Auster - Boss - Korfball - Matrose - Matjes - Abstecher - Stillleben - bugsieren

aus den polynesischen Sprachen

Aloha - Tätowierung - Tabu

aus den slawischen Sprachen

Blinse (sächsisch) - Karst - Kren (österreichisch) - Kukuruz (Austriazismus) - Petschaft - Quark (Lebensmittel) - Ranzen - Vampir - Weichsel (Austriazismus) - Wodka

aus der slowenischen Sprache

Jause

aus der polnischen Sprache

Penunze - Jauche - Kalesche - Gurke - Grenze - Peitsche - Säbel - Solidarność - Szlachta - Zloty

aus der russischen Sprache (Russizismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Russischen Agitprop - Apparatschik - BolschewismusDatsche - Droschke - Intelligenzia - Kalaschnikow - Kosmonaut - Molotowcocktail - Perestroika - Podsol - Pogrom - Politbüro - Rubel - Sputnik - Werst - Zar

aus der slowakischen Sprache

Brimsen (österreichisch)

aus den skandinavischen Sprachen

Fjord - Geysir - Hummer - Knäckebrot - Ombudsmann - Rentier - Ski - Slalom - Troll

aus der spanischen Sprache (Hispanismus)


- Liste deutscher Wörter aus dem Spanischen

aus der tschechischen Sprache

Buchtel (Austriazismus) - Kolatsche (Austriazismus) - Powidl (Austriazismus) - Roboter - Polka - Tuchent (Austriazismus)

aus der türkischen Sprache

Döner Kebab - Tulpe

aus der ungarischen Sprache

Dolmetscher - Gulasch - Husar - Kutsche - Palatschinke - Paprika - Salamitaktik (unklar) - Tokajer - Tolpatsch Kategorie:Historische Linguistik ! ja:外来語

Italienische Sprache

Italienisch ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Innerhalb der romanischen Sprachen gehört das Italienische zur Gruppe der italoromanischen Sprachen. Unter den großen romanischen Sprachen steht die italienische Sprache dem Lateinischen in Lautung, Vokabular und Grammatik am nächsten. Es wird von etwa 70 Millionen Menschen als Muttersprache oder zweite Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Italien lebt. Als zweite Muttersprache oder als nah verwandte Fremdsprache sprechen es unter anderem die Sarden, die Friauler, die Südtiroler und Trentiner Ladiner. Für die deutschsprachigen Südtiroler, die albanische Minderheit und andere Volksgruppen, wie die Slowenen im Hinterland von Monfalcone und Triest, ist es eine Fremdsprache. Italienisch ist Amtssprache in folgenden Staaten:
- Italien (etwa 55 Mio. Muttersprachler)
- Schweiz (etwa 350.000 Muttersprachler)
- San Marino
- Vatikanstadt Außerhalb der Landesgrenzen wird die italienische Sprache beziehungsweise italienische Mundarten in folgenden Regionen gesprochen:
- Kanton Tessin
- Graubünden
- Korsika
- Istrien
- Dalmatien, insbesondere in Split, dem ehemaligen Spalato. Insbesondere alte Menschen sind hier noch häufig zweisprachig.
- Nizza (Anmerkung: Obwohl Nizza historisch viele Verbindungen zu Italien hat, gehört die dort gesprochene Sprache zum Okzitanischen. Gleichwohl leben in Nizza viele Italiener bzw. Italienischstämmige.)
- Fürstentum Monaco (Anmerkung: die Monegassen sprechen wie die Bewohner San Remos eine romanische Sprachvariante, die dem Provençalischen näher steht als dem "florentinischen" Italienisch.)
- in Somalia und Eritrea dient Italienisch neben dem Englischen als Handelssprache. Es existieren auch mehrere italienisch-sprachige Enklaven in Amerika, vor allem in den USA und Argentinien. Zudem flossen italienische Wörter in verschiedene Terminologien ein, z.B. in die Musikersprache oder die Bankensprache.

Geschichte

Wie alle romanischen Sprachen stammt das Italienische vom Lateinischen ab. Zu Beginn des Mittelalters, nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, blieb in Europa das Lateinische die Amtssprache und die Sprache der Kirche. Das Lateinische behauptete sich überdies als Schriftsprache. Gesprochen wurde allerdings – auch, als das Römische Reich noch bestand – eine vom Schriftstandard abweichende Sprachform, die man auch als Vulgärlatein oder Sprechlatein bezeichnet. Hieraus entwickelte sich die protoromanische Volkssprache und schließlich die romanischen Einzelsprachen. So entstanden in Italien und seinen Nachbarländern neue Sprachen, z.B. die Oïl-Sprachen in Nordfrankreich, die Oc-Sprachen in Südfrankreich und die Sì-Sprachen in Italien, so benannt von Dante Alighieri nach der jeweiligen Bezeichnung für „ja“. Die ersten schriftlichen Zeugnisse des italienischen volgare stammen aus dem späten achten oder frühen neunten Jahrhundert. Das erste ist ein Rätsel, das in der Biblioteca Capitolare di Verona gefunden wurde und als Indovinello veronese bezeichnet wird: :Se pareba boves, alba pratalia araba, versorio teneba et negro semen seminaba. :[Sie] schob Rinder, bebaute weiße Felder, hielt einen weißen Pflug und säte schwarzen Samen. :(Gemeint ist die Hand; Rinder = Finger, weiße Felder = Seiten, weißer Pflug = Feder, schwarzer Samen = Tinte) Die Verbreitung des volgare wurde durch praktische Notwendigkeiten begünstigt. Dokumente, die Rechtsangelegenheiten zwischen Personen betrafen, die kein Latein beherrschten, mussten verständlich abgefasst werden. So ist eins der ältesten Sprachdokumente des Italienischen das Placito cassinese aus dem 9. Jahrhundert. Das Konzil von Tours empfahl 813, die Volkssprache statt des Lateinischen bei der Predigt zu verwenden. Ein weiterer Faktor war das Aufkommen der Städte um die Jahrtausendwende, denn die Stadtverwaltungen mussten ihre Beschlüsse in einer für alle Bürger verständlichen Form abfassen. Jahrhundertelang lebten sowohl die italienischen Volkssprachen als auch das Lateinische, das weiterhin von den Gebildeten benutzt wurde, nebeneinander fort. Erst im 12. Jahrhundert beginnt eine eigenständige italienische Literatur, zunächst in Sizilien am Hof Friedrichs II (Scuola siciliana). Schriftsteller prägten die weitere Entwicklung des Italienischen entscheidend, da sie erst einen überregionalen Standard schufen, um die Sprachdifferenzen zwischen den zahlreichen Dialekte zu überwinden. In erster Linie ist hier Dante Alighieri zu nennen, der eine leicht veränderte Form des florentinischen Dialekts in seinen Werken verwendete. Großen Einfluss auf die italienische Sprache im 14. Jahrhundert hatten weiterhin Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio, die man zusammen mit Dante als die tre corone der italienischen Literatur bezeichnet. Im 16. Jahrhundert wurde in der Questione della lingua über Form und Status der italienischen Sprache diskutiert, massgeblichen Einfluss hatten hier Niccolò Machiavelli, Baldassare Castiglione und Pietro Bembo. Es setzte sich schließlich eine historisierende Form der Sprache durch, die auf das Toskanische des 13./14. Jahrhunderts zurückgeht. Die wirkliche Vereinheitlichung, besonders der gesprochenen Sprache, erfolgte allerdings erst infolge der nationalen Einigung.

Dialekte und Sprachen

Die einzelnen Dialekte des Italienischen unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander, in einigen Fällen ist ihr Status als Dialekt oder eigenständige Sprache auch unter den Linguisten umstritten. Alle italienischen Dialekte und in Italien gesprochenen romanischen Sprachen gehen unmittelbar auf das (Vulgär-)Lateinische zurück. Insofern könnte man - etwas überspitzt - auch alle romanischen Idiome Italiens als "lateinische Dialekte" bezeichnen. Die italienischen Dialekte stellen also nicht etwa degenerierte Formen des Italienischen dar, sondern verfügen über eine eigene Sprachgeschichte. Man unterschiedet nord-, mittel- und süditalienische Dialekte. Die Dialektgrenzen liegen entlang einer Linie zwischen den Küstenstädten La Spezia und Rimini sowie Rom und Ancona. Einige italienische Dialekte wie das Sizilianische oder Venezianische können zudem auf eine eigene literarische Tradition verweisen (die sogenannte Scuola siciliana zur Zeit Friedrichs II), weshalb gelegentlich auch eine Einordnung dieser (und weiterer Dialekte) als eigenständige Sprache postuliert wird. Auch in Lautbildung und Wortschatz weist das Sizilianische so viele Eigentümlichkeiten auf, dass es eher eine dem Italienischen nah verwandte Sprache ist. Hingegen ist die Einordnung beispielsweise des Sardischen oder Ladinischen (Dolomiten, Friaul) als Einzelsprache in der Sprachwissenschaft mittlerweile anerkannt. Das Friaulische steht anders als seit Mussolini offiziell dargestellt dem Französischen näher als dem Italienischen.

Phonetik

Die italienische Rechtschreibung spiegelt den Lautstand ähnlich wie die spanische oder die rumänische einigermaßen genau wider. Das heutige Italienisch gebraucht 21 Buchstaben des lateinischen Alphabets. Die Buchstaben k, j, w, x, y kommen nur in Latinismen, Gräzismen oder Fremdwörtern vor. Das j findet sich in historischen Texten zuweilen für ein (heute nicht mehr geschriebenes) doppeltes i. Anders als im Spanischen kennt das Italienische keine durchgehende Kennzeichnung der betonten Silbe. Lediglich bei endbetonten Wörtern wird ein Gravis (`) (Beispiel: martedì, città, ciò, più), bei e je nach Aussprache ein Akut (´) oder Gravis (`) gesetzt. (Beispiel: perciò, perché). In sehr seltenen Fällen wird auch bei a und o der Akut gesetzt. Der Zirkumflex findet sich zuweilen in Texten um die Verschmelzung zweier i anzuzeigen, Bsp. i principi (die Fürsten, von principe) vs. i principî (die Prinzipien, aus principii, von principio). Zur Klarheit wird der Akzent hin und wieder zur Bedeutungsunterscheidung gebraucht, teilweise auch in Wörterbüchern oder auf Landkarten.

Die Buchstaben g, c und Buchstabenkombinationen mit sc

Folgende Buchstabenkombinationen der italienischen Rechtschreibung sind besonders zu beachten:
- Folgt auf den Buchstaben g ein e oder ein i, so wird dieses g wie dsch (IPA: []) ausgesprochen
- Folgt auf den Buchstaben c ein e oder ein i, so wird dieses c wie tsch (IPA: []) ausgesprochen
- Sollte auf das i direkt ein weiterer Vokal folgen, bleibt es stumm - es führt zu der oben beschriebenen Veränderung des g bzw. des c, wird aber selbst nicht gesprochen
- Das h bleibt immer stumm, dadurch kann z. B. die beschriebene Wirkung von e oder i aufgehoben werden: d. h. Spaghetti wird // ausgesprochen. Spagetti (ohne h) würde wie // ausgesprochen werden.
- g und c vor a, o, u werden wie [] bzw. [] ausgesprochen.
- Die angeführten Regeln gelten auch im Falle der Doppelkonsonanten (siehe dort) gg und cc: bocca //, baccello //, bacchetta //, leggo //, leggio //
- Ähnlich verhält es sich mit der Buchstabenkombination sc(h): scambio //, scopa //, scuola //, schema //, schivo //, aber: scienza //, sciagura //. [] entspricht der deutschen Buchstabenkombination sch.
- Die Buchstabenfolge gl entspricht einem mouillierten "l", einer engen Verschmelzung der Laute [] und [] (IPA: [] ), etwa wie in "brillant", "Folie".
- Die Buchstabenfolge gn entspricht einem mouillierten "n", einer engen Verschmelzung der Laute [] und [] (IPA: []), etwa wie in "Kognak".

Vokale

Konsonanten

Allophone in Klammern

Doppelkonsonanten

Doppelkonsonanten werden im Italienischen als langer Konsonant ausgesprochen: "mm" ist deutlich länger als "m", "rr" hat (im Bühnenitalienisch) vier Zungenanschläge gegenüber zwei bei "r". Bei den Verschlusslauten beginnt man die Aussprache des Konsonanten, verweilt kurz darauf und löst dann den Verschluss. Bei Kombinationen mit Zischlauten // und // verweilt man zunächst kurz auf dem Verschluss und löst den Verschluss zusammen mit dem zweiten Bestandteil, dem Zischlaut: //,//.

Grammatik

Siehe Italienische Grammatik.

Literatur

Italienisch ohne Mühe heute, Assimil, ISBN 2700501136

Weblinks


- [http://www.italienisch-online.ch italienisch-online.ch] Italienische Grammatik, Vokabeln und Übungen
- http://bilder.pauker.at/pauker/DE/IT/wb - Deutsch ↔ Italienisch: Wörterbücher (incl. online Vokabeltrainer)
- http://www.italdict.de/ -- kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch-Italienisch (Open Source/Erweiterungen willkommen)
- http://pons.de/ -- kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch-Italienisch und Italienisch-Deutsch (auch in anderen Sprachen!)
- http://infoportal-deutschland.aus-stade.de/Italienisch/italienisch-deutsch.htm -- kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch-Italienisch und Italienisch-Deutsch
- [http://academic.brooklyn.cuny.edu/modlang/carasi/site/index.html Online-Kurs mit Soundausgabe]
- http://www.italienisch-online-lernen.de Grammatikaufgaben und Wortschatzübungen zur Italienischen Sprache
- http://www.vokabelheft.net Deutsch Italienisch Wörterbuch Kategorie:Romanische Sprache Kategorie:Italien Kategorie:Schweizer Sprache als:Italienische Sprache ja:イタリア語 ko:이탈리아어 simple:Italian

Technik

Unter Technik (altgriechisch τεχνη [téchne], „Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“) versteht man Verfahren und Fähigkeiten zur praktischen Anwendung der Naturwissenschaften und zur Produktion industrieller, handwerklicher oder künstlerischer Erzeugnisse, wobei der griechische Begriff zwischen den heutigen Kategorien Kunst und Technik nicht unterschied (siehe Martin Heidegger: Die Frage nach der Technik). Technik kann als die Fähigkeit des Menschen verstanden werden, Naturgesetze, Kräfte und Rohstoffe zur Sicherung seiner Existenzgrundlage sinnvoll einzusetzen oder umzuwandeln. Neben den materiellen Bedürfnissen (Nahrung, Kleidung, Wohnen) werden auch kulturelle Bedürfnisse durch die Technik gesichert. Technische Fertigkeiten werden in Handwerk und Industrie auf den verschiedensten Ebenen von den Lehrberufen bis zu den Ingenieurwissenschaften benötigt. Letztere sichern den Erhalt bekannter und die Entwicklung neuer Techniken, sind aber mit Technik nicht gleichzusetzen.

Bedeutungsvarianten

Das Fremdwörterbuch des Duden definiert die Technik in fünf Aspekten: # Alle Verfahren, Einrichtungen und Maßnahmen, die der praktischen Nutzung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse dienen - insbesondere in Fachgebieten wie Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Informationstechnik. # Ausgebildete Fähigkeit oder Kunstfertigkeit, die zur richtigen Ausübung einer Sache notwendig ist # Die Gesamtheit der Verfahren und Kunstgriffe, die auf einem bestimmten Fachgebiet üblich sind („Stand der Technik“) # Technische Hochschule bzw.-Universität, TU (süddt./österr.) # Industrielle und andere Herstellungs- und Produktionsverfahren.

Technik als Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse

Technik besteht in der Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und den daraus resultierenden Verfahren in verschiedenen Fachgebieten:
- Elektrotechnik
- Computertechnik
- Tontechnik und Mediendesign
- Maschinenbau
- Verkehrstechnik und Fahrzeugbau
- Luftfahrt und Raumfahrt
- Bauingenieurwesen
- Bergbau und Metallurgie
- Technische Physik
- Technische Chemie
- Technische Mathematik
- Medizintechnik
- Gentechnik
- Geowissenschaften
- Informationstechnik
- Nachrichtentechnik
- Verfahrenstechnik
- Wehrtechnik
- Agrartechnik Entwicklungs- und Forschungseinrichtungen dieser Fächer erarbeiten an Hochschulen, in der Industrie und anderen Forschungsstätten zusammen mit Betrieben und Einzelpersonen auch die Grundlagen von Produktionsverfahren und den aktuellen „Stand der Technik“ (Aspekt 3).

Technik als menschliche Handlungsfertigkeit

bedeutet im Sinn der Aspekte 2 und 5 sinnvolle, zielgerichtete und wiederholbare Vorgehensweisen des menschlichen Handelns, die in sämtlichen Bereichen menschlicher Aktivitäten anzutreffen sind. Beispiele:
- im Sport (Technik des Stabhochsprungs, des Diskuswurfs, des Delphin-Schwimmstils etc.),
- in der Kunst (Technik der Aquarellmalerei, des Trompetenblasens etc.),
- Alltagsaktivitäten (Technik des Fensterputzens etc.) Neben der Befriedigung materieller Bedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Wohnen) werden auch kulturelle Bedürfnisse durch Anwendung von Techniken gedeckt. Auch der Einsatz naturwissenschaftlich unwirksamer Fertigkeiten - "magischer Techniken" nach Gehlen - wird hier gelegentlich einbezogen (z.B. als Götterzwang durch Opfer, Gebetsformeln, Tänze).

Technik als Kürzel für Hochschulen

folgt einem langjährigen Sprachgebrauch. Auch wenn dieser nicht ganz korrekt ist, entspricht die Gliederung technischer Hochschulen und -Universitäten (THs, TUs) in Abteilungen oder Fakultäten doch den obigen Aspekten. Außerdem tragen sie wesentlich zum „Stand der Technik“ bei.

Umgangssprachliche Verwendung und Abgrenzung des Begriffs zur Technologie

Der Begriff Technik wird oft verallgemeinernd – oft auch abwertend – für die Gesamtheit aller industriell hergestellten mechanischen Objekte in unserer Umwelt verwendet. Des Weiteren wird Technik oft mit Technologie (die Gesamtheit aller verfügbaren und industriell nutzbaren Techniken, samt ihrer (ingenieur)wissenschaftlichen theoretischen Grundlagen) gleichgesetzt. Dies ist aber inhaltlich irreführend, denn schlicht gesagt ist Technik die Anwendung oder Umsetzung einer Technologie, während eine Technologie also das Wissen über technische Zusammenhänge - als wörtliche "Übersetzung" des englischen Worts "technology" - sein soll.

Das Attribut „technisch“

bezeichnet verschiedene Aspekte im Alltag, in der Industrie und Technik bzw. in den Naturwissenschaften, die über o.e. Aspekte hinausgehen:
- "technisch" als nähere Beschreibung von Fachbereichen oder Fachgruppen - beispielsweise Technische Chemie, technische Geologie, Gewerkschaft der technischen Berufe
- "technisch" im Denken - meist gleichbedeutend mit systematischem oder ausgeprägt logischem Denken - oder
- als Vorgehensweise - im Gegensatz z.B. zu intuitiv - meist unter Ausschluss emotionaler Aspekte
- "technisch" als Ablauf - z.B. bei einer Veranstaltung, bei Produktionsmethoden, oder bei Störungen durch „technische Pannen“.

Siehe auch:


- Portal:Technik
- anerkannte Regeln der Technik
- Forschung & Entwicklung (FuE, auch Research and Development (R&D)
- Ingenieurwissenschaften
- Konstruktion
- Norm
- Qualität
- Technikphilosophie
- Technikgeschichte
- Techniksoziologie
- Technikethik
- Medientheorie
- Stand der Technik
- Technischer Fortschritt, Automatisierung
- Technizismus
- Techniker
- Technische Chemie
- Technische Mathematik
- Technische Physik
- Technische Universität
- Technischer Zeichner
- Technologie
- Technokrat
- Werkzeug
- Ziviltechniker
- Technik (Schulfach)
- Artes mechanicae

Literatur


- Seiffert, Helmut; Radnitzky, Gerard (Hrsg.) (1992): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. 2. unv. Aufl. (Orig. 1989), Berlin: dtv, ISBN 3-423-04586-8, S. 358-365 (Stichworte Technik und Technologie; und deren Abgrenzung zu anderen Wissenschaften). Kategorie:Technik Kategorie:Techniktheorie

Bauwerksisolierung

Unter Bauwerksisolierung versteht man das Abdichten eines Bauwerks gegen Feuchtigkeit und nichtdrückendes Wasser und Drückendem Wasser.Ist aber nicht der richtige Begriff "Isolieren" kommt nur bei einer Wärmedämmung vor, nicht im Keller- oder Abdichtungsbereich. wie z. B. das Behandeln mit einer Kellerabdichtung, Schutzanstriche sind dort nicht mehr zulässig, weil es nur den Lastfall 1 Bodenfeuchtigkeit besteht und nicht mehr. Schutzanstriche erfüllen nur den LF 1 Bodenfeuchtigkeit und der ist gestorben weil es muss immer nach dem Lastfall 2 nichtdrückendem Wasser mind. Abgedichtet werden. Dafür gibt es Bitumendickbeschichtungen oder Flexible mineralische Dichtungsschlämmen oder etwas neues die 1.ste mineralische Dickbeschichtung! Es gibt 2 Regelwerke die das Regeln einmal Die DIN Norm 18195 die schlechter ist als die anerkannten Regeln der Technik, Stand heute(Werksvorschriften der Hersteller). Sollten die Wände bereits nass oder durchfeuchtet sein, wird vorheriges Aufgraben des Kellers notwendig. Zum Schutz gegen aufsteigende Nässe können Bohrungen von innen in die Kellerwand durchgeführt werden und dorteine Verkieselung Kieselsäure eingepresst werden. Die Bohrungen haben einen Abstand von ca.15- 20 cm je nach Mauerwerk auch enger. Diese hilft aber nur bei Bodenfeuchtigkeit, nicht mehr ab nichtdrückendem oder drückendem Wasser! (Lastfall 2 + 3) Wichtig ist bei der Wiederverfüllung des Kellers ausschließlich sandiges Bodenmaterial ohne Lehmanteil zu verwenden. Als Ergänzung zu einer Abdichtung kann an der Kellersohle noch eine Drainage eingezogen werden. Kategorie:Bauausführung

Wärmedämmung

Wärmedämmung sind Maßnahmen zur Eindämmung der Abgabe thermischer Energie von Gegenständen oder ganzen Gebäuden an ihre Umgebung durch Einsatz von Dämmstoffen. Die Umgangssprache spricht in solchen Fällen häufig von Isolierung, doch während diese vollständig trennt, verringert eine Dämmung nur den Austausch von Energie. Beispiele für die Anwendung von Wärmedämmung an Gegenständen oder Anlagen sind Bettdecke, Thermobekleidung, Kühltasche, Kühl- und Heizungsanlagen mitsamt ihren Rohrleitungen oder auch Fahrzeuge.

Wärmedämmung von Gebäudeflächen

Die Wärmedämmung von Gebäuden zur Einsparung von Heizenergie hat im Zuge eines aufkeimenden Bewusstseins für Nachhaltige Entwicklung und der Verteuerung von Energieressourcen in den 1990er einen hohen Stellenwert erhalten. Baustoffe wie Stahl, Beton und Glas, aber auch Natursteine sind relativ gute Wärmeleiter, so dass die daraus errichteten Außenwände von Gebäuden bei kalter Witterung sehr schnell die Wärme von der Innenseite an die Außenseite abgeben. Deshalb verkleidet man heute derartig gebaute Wände mit so genannten Dämmstoffen; das sind Materialien mit geringer Wärmeleitung. Im Sommer soll die Dämmung verhindern, dass Wärme von außen in ein Haus eindringt, damit es relativ kühler bleibt. Gebräuchlich sind:
- Geschäumte Kunststoffe (wie Polystyrol, Neopor, Polyurethan)
- Mineral-, Glaswolle, Schaumglas
- mineralische Schäume wie Porenbeton, Bimsstein, Perlite
- Schüttungen aus Zelluloseflocken - diese können auch in Hohlräume eingeblasen werden -, Ceralith, Blähglas, Blähton
- Holzfaserwerkstoff, Holzwolle, Kork
- pflanzliche oder tierische Fasern wie Hanf, Flachs, Kokos, Wolle
- Schilfrohrmatten
- Kalzium-Silikat-Platten vorzugsweise für Innendämmung von Außenwänden Man unterscheidet Außen-, Innen- und Kerndämmung. In grossen Teilen Deutschlands ist der einschalige Wandaufbau aus wärmedämmenden Baustoffen wie zum Beispiel Ziegel oder Bims- und Porenbeton gängig. In Norddeutschland ist der zweischalige Wandaufbau mit Kerndämmung häufig. Für die nachträgliche Verbesserung der Wärmedämmung wird meist eine Außendämmung verwendet (Wärmedämmverbundsystem). Neben der Heizwärmeeinsparung im Winter wird bei dieser Form der Wärmedämmung eine Verbesserung der Behaglichkeit auch im Sommer erreicht, weil die Masse von Wänden, Decken und Boden die Raumtemperatur annimt und Wärme speichert. In manchen Fällen ist eine Außendämmung nicht möglich oder nicht gewünscht. So kann man bei Lehmaußenwänden in Fachwerkhäusern, Gebäuden, deren Außenfassade erhalten bleiben soll, auch nachträglich eine Innendämmung aufbringen. Innendämmung sind problematischer, da Wärmebrücken berücksichtigt werden müssen, der Taupunkt nach innen wandert und dadurch die Gefahr von Feuchtigkeitsbildung und damit von Gebäudeschäden besteht. Wenn die Konstruktion mit diffusionsoffenen Dämmstoffen ausgeführt wird, lassen sich diese Probleme heute beherrschen. Innendämmung mit Dampfsperren gelten als problematisch, da diese, wenn nicht absolut dicht, die Feuchteprobleme noch verstärken. Der optimale Dämmstoff besitzt mehrere Eigenschaften: Er ist schlecht wärmeleitend, hat also einen niedrigen U-Wert, aber auch eine hohe Wärmekapazität, die eine Verlangsamung der Gebäudererwärmung im Sommer oder Auskühlung im Winter bewirkt, ist feuchteresistent und ist kapillaraktiv, kann also auftretende Feuchtigkeit schnell verteilen und wieder abgeben. Da Dämmstoffe meist nicht all diese Eigenschaften auf einmal besitzen, werden sie oft kombiniert eingesetzt.

Physikalische Einheit

Der Wärmedurchgang wird angegeben durch den U-Wert (früher K-Wert) des Materials bzw. der gesamten Wandkonstruktion. Die Dämmung von Dächern und Decken (Böden) ist auch notwendig.

Probleme beim nachträglichen Einbau von Wärmedämmungen

Eine Wärmedämmung muss physikalische Gegebenheiten berücksichtigen. Nicht fachgerecht ausgeführte Konstruktionen können für erhebliche Probleme sorgen, meist sind dies Feuchtigkeitsprobleme durch Kondensation (s.a. Taupunkt), einige Beispiele hierzu: So ist eine einfache und effektive Maßnahme der Austausch von Fenstern. Bei schlecht gedämmten Gebäuden mit schlechtem u-Wert kann dies dazu führen, dass Feuchtigkeit sich an kalten Stellen (meist Raumecken) niederschlägt, da die modernen Fenster den Luftaustausch unterbinden. Schimmelbildung kann die Folge sein. Bei solchen Gebäuden ist deshalb eine Dämmung der Außenwände mit in Betracht zu ziehen. Alternativ läßt sich das Problem auch mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung lösen. Wird eine Innendämmung mit Mineralwolle ohne Dampfsperre angebracht, dringt Wasserdampf in die Konstruktion und kondensiert zu Wasser und verursacht ernste Schäden wie Schimmel oder irreparable Feuchteschäden im Holz. Es wird deshalb heute empfohlen bei Innendämmungen diffusionsoffene kapillaraktive Baustoffe ohne Dampfsperren einzusetzen. Das Eindringen von Wasserdampf sollen oft Dampfsperren, wie spezielle Folien, verhindern. Werden diese mangelhaft ausgeführt oder später beschädigt, sind ebenfalls Feuchteschäden die Folge. Ebenso ist die Einbeziehung von Wärmebrücken bei Wärmedämmmaßnahmen erforderlich.

Wärmedämmung – ein kontroverses Thema

Die Wärmedämmmaßnahmen wurden oft für Bauschäden verantwortlich gemacht, meist Feuchtigkeitsschäden. Tatsächlich sind Entwurfs- und Baufehler oder falsches Verhalten der Bewohner dafür verantwortlich. Als Planungshinweis bezüglich der Feuchtigkeit dienen die Normen DIN 4108-3 bzw. EN ISO 13788, die eine Berechnung nach dem Glaserverfahren benutzen. Hier wird anhand physikalischer Parameter wie Dampfdruck, Temperaturen und Wärmeleitfähigkeit der Konstruktion bestimmt, ob während der kritischen Winterperiode in der Konstruktion Kondensat auftreten kann und wieviel. Aufgabe des Planers ist es, die Konstruktion feuchtigkeitssicher zu wählen. Ob die nach der Norm allgemein als unkritisch geltende Kondensatmenge von 0,5-1 kg/m2 im speziellen Fall auch unkritisch ist, unterliegt dem Fachwissen des Planers - ggf. hat er eine andere Konstruktion zu wählen. In der Regel kann eine geringe Kondensatmenge von der Konstruktion aufgenommen und während der Wärmeperiode wieder abgegeben werden. Wenn der Planer aber nicht berücksichtigt, ob der Konstruktionsaufbau zur Wasseraufnahme überhaupt in der Lage ist, bzw. kapillaraktive Baustoffe das entstehende Kondensat fast sofort ableiten, ist die Berechnung weit von der Realität entfernt. Deshalb gilt das Verfahren als überholt und es gibt ausführlichere Rechenprogramme, die bessere Ergebnisse liefern. In einem neuen Norm-Entwurf soll dies berücksichtigt werden. Eine Gruppe, die sogenannten Ziegelphysiker, stellt die Wärmedämmung bei Massivkonstruktionen wie z.B. Ziegel fälschlich generell in Frage. Die Wärmekapazität der Baustoffe nutze bei Sonneneinstrahlung angeblich erhebliche solare Gewinne, die die Bauphysik nicht korrekt berücksichtige. Die Ziegelphysiker erfanden deshalb einen neuen "effektiven" U-Wert Ueff. Der wissenschaftliche Nachweis, daß diese Behauptung falsch ist, ist sowohl experimentell als auch theoretisch erbracht. Für den solaren Gewinn ist allein der U-Wert und die Oberflächengestaltung verantwortlich. Bei einer hellen Oberfläche wird z.B. viel Sonnenlicht reflektiert (im Sommer erwünscht - im Winter unerwünscht). Die Masse des Bauteils ist nur für die Zeitdauer der Wärmeausbreitung verantwortlich. Nachfolgend die Erklärung, warum kein Unterschied im Energiegewinn entsteht: Zunächst nehmen eine leichte sowie eine massereiche Konstruktion aus homogenem Material (z.B Ziegel) bei gleicher Farbe fast die gleiche Solarenergie auf. Eine leichte Konstruktion heizt sich dabei an der Oberfläche und in der Tiefe schneller und stärker auf, gibt aber wegen der hohen Oberflächentemperatur auch schon während der Einstrahlung mehr Wärme ab. Dabei ist ein Großteil der Wärmeenergie in der Tiefe (innen), so daß nach dem Ende der Einstrahlung relativ wenig nach aussen abgegeben wird. Eine massereiche Konstruktion nimmt an der Oberfläche genau so viel Wärme(energie) auf - hat dabei aber eine geringere Temperatur und dementsprechend eine geringere Abstrahlung. Allerdings bleibt die aufgenommene Wärme näher unter der Oberfläche konzentriert, da mehr gespeichert wird. Nach Ende der Einstrahlung wird relativ viel gespeicherte Wärme nach außen abgegeben, da der Weg von der warmen Zone nach innen viel länger ist. Die rechnerische Untersuchung zeigt dabei, daß nach ausreichend langer Zeit der solare Energiegewinn bei gleichen U-Werten der gleiche ist. Auch die eperimentelle Überprüfung (z.B. die EMPA-Untersuchung Nr. 136788 mit Beteiligung eines Ziegelphysikers bestätigte die theoretischen Ergebnisse.

Feuchtetransport: hygroskopische Speicherfähigkeit und Kapillarität

Die Fähigkeit, Wasser kurzzeitig aufzunehmen, und so bei Situationen wie Schlagregen oder Kondensatbildung eine kritische Durchfeuchtung zu vermeiden, wird als hygroskopische Speicherfähigkeit bezeichnet (s.a. w-Wert, Wasseraufnahmekoeffizient). Kapillaraktive Baustoffe sorgen dann für den Abtransport von Feuchtigkeit innerhalb der Konstruktion. Baustoffe, die beide Eigenschaften vereinen sind u.a. Ziegel, Gips, Holzfaserwerkstoffe, Lehm, oder Bauplatten aus Calciumsilikat. Porenbeton besitzt zwar eine hohe Speicherfähigkeit ihm fehlt aber die Eigenschaft, das Wasser wieder schnell abzugeben. Wichtig hierbei ist bei Konstruktionen, den Wassertransport nicht durch ungeeignete Wandbeschichtungen (Farben, Tapeten, Dampfsperren) zu behindern.

Weblinks


- [http://www.bbr.bund.de/bauwesen/projekte_bauforschung/kurzberichte/berichtsnr2403_erarbeitung.pdf PDF-Dokument des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung]
- [http://www.energiesparhaus.at Wissenswertes über das Energiesparhaus] Kategorie:Bauteil Kategorie:Fassade Kategorie:Thermodynamik Kategorie:Baukonstruktion ja:断熱材

Isolator

Ein Isolator in der Elektrotechnik ist eine Substanz, die keinen elektrischen Strom leitet und daher als Isolierung wirkt. Ein Isolator hat einen spezifischen Widerstand von typischerweise mehr als 1010 Ωm. Die Eigenschaften von Isolatoren können von der Temperatur und von der Umgebung abhängig sein. Üblicherweise ändert sich die Leitfähigkeit eines Isolators mit steigender Temperatur wenig. Man muss Isolatoren von Halbleitern unterscheiden. Auch Halbleiter haben oft eine geringe Leitfähigkeit. Diese wird aber schnell größer, wenn der Halbleiter erwärmt wird. Auch bei anderen Phänomenen der Leitfähigkeit, z. B. thermische Leitfähigkeit oder akustische Leitfähigkeit, spricht man von Isolatoren, wenn Stoffe eine geringe Leitfähigkeit aufweisen (Wärmeisolator, Schallisolator, Feuchtigkeitsisolator).

Beispiele für elektrische Isolatoren

Beispiele für elektrische Isolatoren sind
- viele Keramiken (zu beachten ist, dass einige Keramiken bei tiefen Temperaturen zu Supraleitern werden!)
- viele organische Verbindungen
- Gläser
- trockene Salze
- die meisten Nichtmetalle,
- Gase (soweit sie nicht bei hohen Temperaturen als Plasma vorliegen)
- Kohlenstoff in der Modifikation Diamant
- Silikon

Anwendungen

Isolatoren finden in der Technik vielfache Anwendung. Sie dienen insbesondere dazu
- Kurzschlüsse zu vermeiden
- elektrische und elektronische Bauteile voneinander zu trennen
- Schalter zu bauen
- zur Befestigung von Leiterseilen von Freileitungen

Bauarten

Als Isolatoren für Fernsprechfreileitungen und Niederspannungsfreileitungen werden meist knopfförmige Keramikkörper gewählt, um deren Kappe das Leiterseil mit einer speziellen Schlinge geschlungen wird. Sie sind im Regelfall stehend auf den Masten montiert. Für Mittelspannung (Bereich 1 kV bis 30 kV) werden meist Isolatoren aus Glas oder Keramik verwendet, die zur Erhöhung des Kriechwegs gerippt sind. Die Leiterseile werden mit besonderen Klemmen befestigt, deren Bauart je nach Anwendungszweck (Trag- oder Abspannklemme) unterschiedlich ist. Es gibt in diesem Spannungsbereich sowohl auf den Traversen der Masten stehende als auch an diesen hängende Isolatoren. Stehende Isolatoren ermöglichen geringere Masthöhen und bieten durch die Mastkonstruktion eine Sicherheit vor dem Herabfallen des Leiterseils, während hängende Isolatoren größere Kräfte auszuhalten vermögen. Sie können für erhöhte statische Anforderungen auch doppelt (nebeneinander angeordnet) sein. In diesem Fall kann ein Isolator im Fall eines Isolatorbruchs noch das Leiterseil tragen. Isolatoren zur Befestigung von Oberleitungen (Fahrleitungen) unterscheiden sich nicht grundlegend von denen für Freileitungen, müssen aber für die besonderen mechanischen Belastungen der Oberleitung ausgelegt sein. Isolatoren für Stromschienen müssen die schwere Stromschiene tragen. Häufig dient auch eine vorhandene Schutzabdeckung als Isolation zur isolierten Befestigung wie bei der Berliner S-Bahn. Schutzabdeckung Isolatoren für Hochspannung (30 kV bis 150 kV) werden nur in hängender Ausführung verwendet. Die Technik der Befestigung der Leiterseile unterscheidet sich nicht von der im Mittelspannungsbereich angewandten Technik. Häufig werden Doppelisolatoren verwendet. Für Bahnstromleitungen werden die gleichen Typen wie für Drehstromleitungen verwendet. Isolatoren für Höchstspannungen (> 150 kV) werden häufig als Ketten aus zwei oder mehreren Isolatoren für Hochspannung hergestellt (Isolatorkette). Daneben kommen auch Langstabisolatoren zum Einsatz. Als Materialien werden neben Glas und Porzellan vermehrt auch hochfeste Kunststoffe verwendet. In Deutschland werden für 380 kV-Leitungen grundsätzlich doppelte Isolatoren verwendet. Für sehr hohe statische Anforderungen können auch drei oder vier parallele Langstabisolatoren oder Isolatorketten verwendet werden. Isolatoren für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung unterscheiden sich prinzipiell nicht von den für Drehstrom verwendeten Typen. Allerdings müssen sie bei gleicher Betriebsspannung im Regelfall länger sein als für Drehstromanwendungen, da sie leicht verschmutzen. Für Hochfrequenzanwendungen werden zur Vermeidung von Wirbelstromverlusten meist glatte Isolatoren verwendet. Besondere Anforderungen werden an die Isolatoren von selbststrahlenden Sendemasten gestellt, denn diese müssen bei hohen Sendeleistungen Spannungen von bis zu 300 kV und Lasten von bis zu 1000 Tonnen tragen können. Man verwendet hierfür zur Isolation der Pardunen Gurtbandisolatoren aus Steatit und zur Isolierung der Türme und Masten Hohl- oder Massivkörper aus Steatit, auf denen exakt passend der Aufliegekörper, der den Turm oder Mast trägt, befestigt ist. Der Isolator muss bis zum Einbau in einer Preßvorrichtung liegen. Der Turm oder Mast wird zum Einbau des Isolators hydraulisch gehoben und langsam auf dem Isolator abgesetzt.

Optischer Isolator

Unter einem optischen Isolator versteht man eine sog. optische Diode, also ein Ventil für Licht, ein Bauteil, das Licht in eine Richtung passieren lässt und es in der anderen Richtung sperrt. Das funktioniert jedoch nur mit polarisiertem Licht: in einer Richtung wird dessen Polarisationsrichtung um 90° gedreht, in der anderen jedoch nicht. Den gedrehten Anteil kann man mit Polarisationsfiltern oder schrägen dielektrischen Spiegeln (Brewsterfenster) entfernen.

Isolator als Bauelement der Hochfrequenztechnik

In der Hochfrequenztechnik ist ein Isolator ein Bauelement mit zwei Anschlüssen (Ports), dass die elektromagnetische Leistung nur in eine Richtung passieren lässt, während in Gegenrichtung idealerweise keine Leistung übertragen wird. Das in der Praxis endliche Übertragungsverhältnis zwischen Vor- und Rückrichtung wird als Isolation bezeichnet. In der Regel wird ein Isolator mit Hilfe eines Zirkulators realisiert, bei dem einer der drei Ports mit einem Abschlusswiderstand versehen ist. Die Signale werden auf diese Weise zwischen den verbleibenden zwei Ports nur in eine Richtung weitergeleitet, in der anderen Richtung werden sie auf den Abschlusswiderstand umgeleitet und dort in Wärme umgesetzt.

Siehe auch

Nichtleiter, elektrische Leitfähigkeit, elektrischer Widerstand, Leiter, Dielektrikum, Zirkulator Kategorie:Elektrotechnik Kategorie:Elektrische Energie Kategorie:Festkörperphysik ja:絶縁体

Isolierband

Isolierband ist ein elektrisch isolierendes Klebeband, meist auf der Basis von Textilgewebe oder PVC. Isolierband ist in verschiedenen Farbtönen erhältlich. Für die Verwendung in der Elektroinstallation geeignetes Isolierband hat ein VDE-Prüfzeichen. Es wird häufig zur provisorischen Isolation von elektrischen Leitungen benutzt, aber aufgrund seiner Farbgebung auch gern von Kindern zum Basteln verwendet.

Links


- [http://www.vde-verlag.de/data/normen.php?action=searchnorms&normnummer=60454-3-1&ermonat=&erjahr=&textsuche=&fassung=Schlussfassung Normvorschriften für Klebebänder] Kategorie:Elektrische Bauelemente

Optische Isolation

Ziel der optischen Isolation ist es nicht, die elektronischen Bauteile vor Hochspannungseinflüssen zu schützen, sondern vielmehr Potentialfreiheit der Schaltung zu gewährleisten. Zwischen den zu isolierenden Bauteilen wird eine elektrisch nichtleitende Schicht aufgebaut. Die Signale zwischen den Bauteilen werden dabei nicht elektrisch, sondern optisch übertragen. Somit ist gewährleistet, dass ein Störstrom das zwischen den Bauteilen übertragene Signal nicht verfälscht. Die nichtleitende Schicht wird dabei für eine maximale Störspannung ausgelegt, unterhalb derer Spannungsfestigkeit gewährleistet ist und somit die Isolation aufrecht erhalten werden kann. Kategorie:Elektronik

Vakuum

Das Wort Vakuum (von lat. vacuus (leer, frei)) wird in verschiedenen Bedeutungen gebraucht:
- Umgangssprachlich : Vakuum ist ein materiefreier Raum.
- Technik und Klassische Physik : Vakuum bezeichnet den Zustand eines Fluids in einem Volumen bei einem Druck, der geringer ist als der Atmosphärendruck bei Normalbedingungen.
- Quantenphysik : In der Quantenfeldtheorie wird der Zustand niedrigster Energie mit Vakuumzustand bezeichnet.

Vakuumtechnik

Auf der Erde kann man ein Vakuum herstellen, indem man einen abgeschlossene Hohlraum, den Rezipienten, vom darin enthaltenem Gas mittels geeigneter Vakuumpumpen befreit. Das einfachste Gerät zum Herstellen eines (minderwertigen) Grobvakuums ist die Wasserstrahlpumpe. Spezialpumpen oder Kühlfallen reduzieren die Gasmenge weiter. Während ein vollständig materiefreier Raum nicht herstellbar ist, können technische Vakua in verschiedenen Qualitäten hergestellt werden. Man unterscheidet in der Technik unterschiedliche Qualitäten der erzielten Vakua nach der Menge der verbleibenden Materie (gemessen durch den Druck in Pa = Pascal oder mbar = Millibar): Messgeräte zur Bestimmung des Gasdrucks in einem Vakuum nennt man Vakuummeter. Technische Vakua finden Anwendung in der Forschung, in der Elektronenmikroskopie, bei der Erschmelzung von metallischen Werkstoffen und in der Fertigung von Mikroelektronik. Auch im Innenraum von Bildröhren von Fernsehern oder Monitoren herrscht Hochvakuum vor, um die Streuung der Elektronenstrahlen gering zu halten. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Verpackung von Lebensmitteln mittels Vakuum. Diese werden dann von gasdichten Kunststoffhüllen umschlossen und sind durch die Abwesenheit des Alterungs- und Verwesungsprozesse unterstützenden Luftsauerstoffs länger haltbar. Neben Erdnüssen werden auch Fleisch und Kaffee sowie Käse 'vakuumiert'.

Vakuum im Weltraum

Das im Weltraum im interstellaren Raum oder im intergalaktischen Raum auftretende Vakuum ist im Allgemeinen dünner als jedes auf der Erde herstellbare Vakuum. Allerdings ist auch der Weltraum nicht völlig leer, sondern enthält durchschnittlich ein Teilchen pro cm³ und ist "Träger" von statischen elektromagnetischen und gravitativen Feldern sowie von Photonen.

Geschichte des Vakuums

Die Idee des Vakuums stammt wahrscheinlich von Leukipp oder seinem Schüler Demokrit und war eine tragende Säule des Weltbildes der epikureischen Philosophie. Diese nahmen an, dass die Materie aus unteilbaren kleinsten Teilchen (atomoi) aufgebaut ist, die sich im leeren Raum, also im Vakuum, bewegen und nur infolge der Leere des Raumes die Möglichkeit zur Bewegung und Interaktion haben. Diese Annahme wurde aber vor allem von Aristoteles und seiner Akademie abgelehnt, da sich Aristoteles eine Bewegung ohne treibendes Medium nicht denken konnte; man dachte sich den Raum zwischen den Gestirnen daher von 'Äther' erfüllt. Auch die Platonische Schule lehnte es ab, an das nicht-Seiende zu glauben. Im Mittelalter galt Aristoteles als Autorität. Obwohl bereits wieder von Giordano Bruno aufgegriffen und verteidigt, konnte sich die Idee vom Vakuum erst mit den ersten Demonstrationen durchsetzen. Das erste Vakuum wurde von Evangelista Torricelli mit der Hilfe einer Quecksilbersäule in einem gebogenen Glasrohr hergestellt. Populär wurde das Vakuum durch Otto von Guericke. Er spannte Pferde an zwei Metallhalbkugeln, aus denen er vorher die Luft herausgesaugt hatte. Der beobachtete Effekt ist allerdings weniger eine Eigenschaft des Vakuums als vielmehr des Drucks der umgebenden Luft (siehe Magdeburger Halbkugeln). Die Streuversuche von Ernest Rutherford (1911) zeigten, dass Alpha-Teilchen eine Goldfolie ohne Widerstand durchqueren können. Dies zeigte, dass die Masse von Atomen im Kern zentriert ist. Darauf aufbauend entwarf Niels Bohr ein Modell, nach dem die Elektronen den Atomkern umkreisen, wie die Planeten die Sonne. Im Inneren der Atome schien also ein Vakuum zu herrschen. Obwohl man diese Sichtweise noch gelegentlich in der Literatur antrifft, gilt das Innere der Atome heute als von den Aufenthaltsbereichen der Elektronen (Orbitale) ausgefüllt.

Das Vakuum in der modernen Physik

In der Quantenfeldtheorie erscheint das Vakuum als ein dynamisches Medium mit vielfältigen Eigenschaften (siehe Vakuumfluktuationen). Auch die in der heutigen Kosmologie wieder notwendige kosmologische Konstante soll ihren Ursprung in den Vakuumfluktuationen haben.

Eigenschaften und Anwendungen des Vakuums

Licht, Teilchen, Festkörper, elektrische, magnetische und Gravitationsfelder breiten sich im Vakuum aus; dagegen benötigen Schallwellen ein materielles Medium und können sich daher im Vakuum nicht ausbreiten. Wärmestrahlung kann sich als elektromagnetische Welle auch im Vakuum fortpflanzen. Dagegen führt die Absenkung des Drucks zur Verminderung der materiegebundenen Wärmeübertragungsprozesse. Die Verringerung von Wärmeströmung (Konvektion) und Wärmeleitung (Phononenschwingungen) findet Anwendung in der Thermoskanne (Dewar-Gefäß). Die hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit im Hochvakuum wird in Vakuumkondensatoren der Hochleistungselektronik und dem Hochspannungsteil von evakuierten Röntgenröhren genutzt. Allerdings sinkt zunächst bei Absenkung des Drucks ausgehend vom Normalluftdruck die Durchschlagsfestigkeit. Das Minimum der Durchschlagsfestigkeit in Luft wird bei einem Druck von 1 mbar erreicht, wo sie nur noch ca. 0,3 kVcm-1 beträgt. Wird der Druck weiter in Richtung Hochvakuum abgesenkt, vergrößert sich die Durchschlagsfestigkeit wieder exponentiell. Das Vakuum ist kein Lebensraum, da Lebewesen auf Materie zu ihrem Stoffwechsel angewiesen sind. Allerdings können viele Lebewesen (Bakterien, Pflanzen) einen gewissen Zeitraum im Vakuum überleben. Auch Tiere explodieren oder verkochen nicht, wenn sie dem Vakuum kurzzeitig ausgesetzt sind. Allerdings tritt in kurzer Zeit der Tod durch Ersticken ein. Das Gefriertrocknen etwa von Kaffee, Tee, Gemüse oder Blut ist kein Effekt des Vakuums, sondern durch die Siedepunktverminderung von Wasser bei tiefem Druck bedingt. Viele Stofftrennverfahren in der Chemie basieren ebenfalls auf der Vakuumtechnik.

Literatur


- Max Wutz, Hermann Adam, Wilhelm Walcher, Karl Jousten: Handbuch Vakuumtechnik. Theorie und Praxis. Vieweg, ISBN 3-528-54884-3
- Wolfgang Pupp, Heinz K. Hartmann: Vakuumtechnik. Fachbuchverlag Leipzig, ISBN 3-446-15859-6
- Karin Wey, Ralph Jürgen Peters: Geschichte der Vakuumtechnik. In: Vakuum in Forschung und Praxis. 14(3), S. 180 - 183 (2002),
- Heinz-Dieter Bürger: Die Geschichte der Vakuumkühlung. In: Vakuum in Forschung und Praxis. 16(2), S. 67 - 70 (2004),
- Henning Genz: Nichts als das Nichts. Die Physik des Vakuums. WILEY-VCH Verlag, Weinheim 2004, ISBN 3-527-40319-1

Weblinks


- [http://www.deutsches-museum-bonn.de/ausstellungen/meisterwerke/halbkugeln/default.html Deutsches Museum Bonn] - Abbildung der Halbkugeln von Guericke
- [http://www.bine.info/templ_meta.php/publikationen/projektinfo/348/link=clicked&search_year=2004/ Projektinformation: Vakuum-Isolation in Fassadenelementen]
- [http://www.fh-frankfurt.de/wwwfb2/Vakuumschule/schuleallgemein.htm Vakuumschule der FH-Frankfurt] - Schule für Vakuumtechnik (FH Frankfurt am Main / FH Gießen-Friedberg in Zusammenarbeit mit der DVG). Kategorie:Physik ja:真空

Hochenergiephysik

Die Hochenergiephysik untersucht den Aufbau der kleinen und kleinsten Teilchen und Elementarteilchen und deren Reaktionen miteinander. Sie ist ein Sammelbegriff für die Teilchenphysik und die hochenergetische Schwerionenphysik. Ihre Ergebnisse sind wichtig für ein Verständnis des Aufbaus der heutigen Welt, aber auch des frühen Universums, als es noch extrem heiß war und freie Teilchenreaktionen stattfanden. Bei der Suche nach neuen Teilchen und Wechselwirkungen sind große Teilchenbeschleuniger notwendig, beispielsweise Speicherringe. Hier bringt man Elementarteilchen auf höchste Energien, indem man sie bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Die Energie dieser Teilchen liegt meist im GeV- oder TeV-Bereich. Anlagen, an denen Experimente der Hochenergiephysik durchgeführt werden, sind unter anderem
- HERA am DESY in Hamburg
- LEP, SPS und LHC am CERN bei Genf.
- Relativistic Heavy Ion Collider in Brookhaven
- Unilac,SIS,ESR an der GSI in Darmstadt Siehe auch: Portal:Physik - Speicherring Weblinks
- http://www.cern.ch CERN
- http://www.desy.de DESY
- http://www.gsi.de GSI Kategorie:Teilchenphysik

Biologie

Biologie bezeichnet die Naturwissenschaft, die sich mit der Organisation und Entwicklung von Individuen, sowie deren Interaktion untereinander und mit ihrer Umwelt beschäftigt. Es ist die Lehre von der lebendigen Natur. Das Wort Biologie setzt sich aus den altgriechischen Wörtern βiοs (bios) = das Leben und λoγοs (logos) = die Lehre zusammen. Die Biologie ist eine äußerst umfassende Wissenschaft, die sich in viele Fachgebiete unterteilen lässt. Die Betrachtungsebenen reichen von Molekülstrukturen über Zellen, Zellverbände und Gewebe zu komplexen Organismen. In größeren Zusammenhängen untersucht man das Verhalten einzelner Organismen, sowie ihr Zusammenspiel mit anderen und ihrer Umwelt. Anders als in der Physik und der Chemie kann man biologische Systeme nicht immer mit mathematischen Formeln beschreiben. Trotzdem gibt es allgemeingültige Prinzipien, die überall in der Natur anzutreffen sind: Universalität, Evolution, Diversität, Kontinuität, Homöostase und Interaktion.

Kurze Historie

siehe auch Geschichte der Biologie Die Lehre vom Leben wurde bereits 600 v.Chr. von Thales von Milet entwickelt, der damals unter anderem glaubte, dass das Leben aus dem Wasser komme. Von der Antike bis ins Mittelalter beruhte die Biologie hauptsächlich auf Beobachtungen der Natur. In die Interpretation flossen häufig Dinge wie die Kraft der Elemente oder eine gewisse Spiritualität ein.
Erst mit Beginn der wissenschaftlichen Revolution begann man sich vom Übernatürlichen zu lösen und beschrieb reine Fakten. Im 16. und 17. Jahrhundert erweiterte sich das Wissen über die Anatomie durch die Wiederaufnahme von Sektionen und neue Erfindungen, wie das Mikroskop, enorm. Die Entwicklung der Chemie brachte auch in der Biologie Fortschritte. Experimente, die zur Entdeckung von molekularen Lebensvorgängen wie der Fermentation und der Photosynthese führten, wurden möglich.
In 19. Jahrhundert wurden die Grundsteine für zwei große neue Zweige der Biologie gelegt: Mendels Arbeiten an Pflanzenkreuzungen begründeten die Vererbungslehre und spätere Genetik und Werke von Lamarck, Darwin und Wallace beschrieben die Evolutionstheorie.
Mit der Weiterentwicklung der Untersuchungsmethoden dringt die Biologie in immer kleinere Dimensionen vor. Das 20. Jahrhundert ist das Zeitalter der Molekularbiologie. Grundlegende Strukturen wie die DNA, Enzyme, Membransysteme und die gesamte Maschinerie der Zelle können selbst auf atomarer Ebene sichtbar gemacht und in ihrer Funktion genauestens aufgeklärt werden.
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts beschreitet die Biologie neben dem Beobachten und Beschreiben nun einen neuen Weg. Mit Hilfe der Gentechnik verlässt sie ihren passiven Standpunkt und beginnt die Natur zu verändern. Die Menschheit hat durch die Erkenntnisse der Biologie eine neue Möglichkeit gefunden, die Umwelt den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Genetik Meilensteine der Biologie
- 600 v.Chr. Thales von Milet - stellt die erste Theorie zur Entstehung des Lebens auf
- 350 v.Chr. Aristoteles - diverse Schriften zur Zoologie
- 50-70 v.Chr.Plinius - veröffentlicht die 37bändige Historia Naturalis zur Botanik und Zoologie
- 1665 Hooke - Beschreibung von Zellen in Korkgewebe
- 1683 van Leeuwenhoek - entdeckt Bakterien, Einzeller und Blutzellen durch Mikroskopie
- 1839 Schwann und Schleiden - Begründer der Zelltheorie
- 1758 Linné - entwickelt die bis heute gültige Taxonomie im Tier- und Pflanzenreich
- 1858 Darwin und Wallace - widerlegen Lamarcks Ansichten und stellen Evolutionstheorie auf
- 1866 Mendel - Arbeiten über Versuche mit Pflanzenhybriden begründen die Genetik
- 1952 Hershey und Chase - identifizieren die DNA als Träger der Erbinformation

Einteilung der Fachgebiete

Chase
Die Biologie als Wissenschaft lässt sich durch die Vielzahl von Lebewesen, Untersuchungstechniken und Fragestellungen nach verschiedenen Kriterien in Teilbereiche untergliedern: Die verschiedenen Syst