Iwan KrylowIwan Andrejewitsch Krylow (russisch Иван Андреевич Крылов, wiss. Transliteration Ivan Andreevič Krylov; - 2. Februar/13. Februar 1768 in Moskau; † 9. November/21. November 1844 in Sankt Petersburg) gilt als der bedeutendste Fabeldichter der russischen Literatur.
Krylow war Sohn eines Offiziers. Er war kleiner Beamter, Hauslehrer und Bibliothekar in Sankt Petersburg.
Seine insgesamt mehr als 200 Fabeln erschienen zwischen 1809 und 1843. Im Jahre 1842 erschien auch eine Ausgabe seiner Fabeln in deutscher Sprache.
Zu Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit übersetzte Krylow Fabeln Äsops und Jean de La Fontaine. Da er in der russischen Umgangssprache schrieb, die auch der einfache Mensch verstand, ist eine Reihe seiner Verse in Russland zu Sprichwörtern geworden.
Weblinks
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- [http://members.aol.com/maxstasch/kryl.htm Ausgewählte Texte]
Krylow, Iwan Andrejewitsch
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Russische Sprache
Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau.
Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.
Alphabet
Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt.
Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik].
Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918
Aussprache
Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.
Tonalität
Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.
Wortbetonung
Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet.
Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache
Phonetik
Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden.
Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen.
Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stiel – still) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik
Grammatik
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу).
Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt.
Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden.
Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache).
Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen.
Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern.
Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:
- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik
Dialekte
Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.
Nordrussisch
Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk
Mittelrussisch
Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet
Südrussisch
Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol
Mischsprachen
Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka).
Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.
Lehnwörter
Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь
Weitere verwandte Aktikel
- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat
Weblinks
- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Russische Sprache
ja:ロシア語
ko:러시아어
ms:Bahasa Russia
simple:Russian language
th:ภาษารัสเซีย
1768
- Es erscheint der erste Band der ersten Ausgabe der Encyclopædia Britannica
- Der Russisch-Türkische Krieg beginnt (endet 1774 siegreich für die Russen unter Katharina der Großen)
Kultur
- 18. Mai: Uraufführung der komischen Oper Die Liebe auf dem Lande von Johann Adam Hiller
- 7. Januar: Joseph Bonaparte, König von Neapel († 1844)
- 17. Januar: Sebastian Fahrländer, Schweizer Politiker und Arzt
- 28. Januar: Friedrich VI. (Dänemark), König von Dänemark und von Norwegen († 1839)
- 12. Februar: Franz II. Joseph Karl (HRR), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und als Franz I. Kaiser von Österreich († 1835)
- 25. Februar: Friedrich von Adelung, war ein deutscher Jurist und Philosoph († 1843)
- 1. März: Pierre Coudrin, französischer Priester und Ordensgründer († 1837)
- 4. März: Johann Friedrich Kind, deutscher Schriftsteller († 1843)
- 21. März: Jean Baptiste Joseph Fourier, französischer Mathematiker und Physiker († 1830)
- 27. März: Joseph Schreyvogel, österreichischer Schriftsteller († 1832)
- 22. April: Friedrich David Gräter, Begründer der wissenschaftlichen Nordistik in Deutschland († 1830)
- 23. April: Friedrich Groos, deutscher Arzt und Philosoph († 1852)
- 5. Mai: Karl Friedrich von dem Knesebeck, preußischer Generalfeldmarschall († 1848)
- 25. Juni: Lazare Hoche, französischer General der Revolutionszeit († 1797)
- 27. Juli: Joseph Anton Koch, österreichischer Maler († 1839)
- 15. August: Christoph von Schmid, Deutscher Dichter und Jugendbuchautor († 1854)
- 17. August: Louis-Charles-Antoine Desaix, französischer General († 1800)
- 22. August: Johann Friedrich Gottlieb Delbrück, preußischer Theologe und Erzieher († 1830)
- 24. August: Julius von Voß, deutscher Schriftsteller († 1832)
- 27. August: Charlotte Corday, französische Attentäterin († 1793)
- 27. August: Joseph Vitus Burg, Bischof von Mainz († 1833)
- 4. September: François-René de Chateaubriand, französischer Schriftsteller und Diplomat († 1848)
- 2. Oktober: William Carr Beresford, britischer General und portugiesischer Marschall († 1854)
- 6. Oktober: Josef Madersperger, Schneidermeister und einer der Erfinder der Nähmaschine († 1850)
- 17. Oktober: Sophie von Dönhoff, Frau des preussischen Königs Friedrich Wilhelm II. († 1838)
- 28. Oktober: Johannes Daniel Falk, Theologe und Schriftsteller († 1826)
- 31. Oktober: Simon Moritz Bethmann, deutscher Bankier († 1826)
- 13. November: Bertel Thorvaldsen, dänischer Bildhauer († 1844)
- 18. November: Zacharias Werner, deutscher Dramatiker († 1823)
- 21. November: Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, protestantischer Theologe und Philosoph († 1834)
- 24. November: Georg Friedrich Rebmann, deutscher Publizist († 1824)
- 26. November: Ferdinand von Bubna und Littitz, österreichischer Feldmarschallleutnant († 1825)
- 22. Dezember: John Crome, britischer Maler († 1821)
- 1. März: Hermann Samuel Reimarus, Wegbereiter der wissenschaftlichen Bibelkritik ( - 1694)
- 18. März: Laurence Sterne, britischer Schriftsteller ( - 1713)
- 19. April: Giovanni Antonio Canale (Canaletto), italienischer Maler ( - 1697)
- 8. Juni: Johann Joachim Winckelmann, deutscher Archäologe und Kunstschriftsteller ( - 1717)
- 24. Juni: Maria Leszczynska, war die Ehefrau des französischen Königs ( - 1703)
- 24. Juni: Johann Julius Hecker, gilt als Gründer der praxisorientierten Realschule ( - 1707)
- 28. Juni: George Hadley, war englischer Physiker und Meteorologe ( - 1685)
- 4. Juli: Johann Gottfried Borlach, Kurfürstlich-Sächsischer Bergrat ( - 1687)
- 11. Juli: José de Nebra, spanischer Komponist ( - 1702)
- 28. Oktober: Michel Blavet, französischer Flötist und Komponist ( - 1700)
- 31. Oktober: Francesco Maria Veracini, italienischer Violinist und Komponist ( - 1690)
- 10. November: Johann Jacob Leu, Enzyklopädist, Bürgermeister von Zürich und Bankier ( - 1689)
- 8. Dezember: Jean Denis Attiret, französischer Jesuiten-Missionar und Maler ( - 1702)
- Felix Benda, böhmischer Komponist ( - 1708)
ko:1768년
Moskau
Moskau (russisch Москва ) ist die Hauptstadt Russlands und mit 10.381.288 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 14.435.176 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005) die größte Stadt Europas. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes mit Lomonossow-Universität, Hochschulen und Fachschulen sowie zahlreichen Kirchen, Theatern, Museen, Galerien und dem 577 Meter hohen Fernsehturm.
Der Kreml und der Rote Platz im Zentrum Moskaus stehen seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Mit neun Kopfbahnhöfen, vier internationalen Flughäfen und drei Binnenhäfen ist die Stadt wichtigster Verkehrsknoten und größte Industriestadt Russlands.
Geografie
Geografische Lage
Weltkulturerbe
Moskau befindet sich im europäischen Teil Russlands, 55,75 Grad nördlicher Breite und 37,62 Grad östlicher Länge. Die Stadt liegt im Durchschnitt 156 Meter über dem Meeresspiegel im Hügelland zwischen Oka und Wolga und an den zum Teil steilen Ufern der Moskwa, einem Nebenfluss der Oka, die wiederum in die Wolga mündet.
Die Moskwa durchquert das Stadtgebiet in Mäandern von Nordwest nach Südost auf einer Länge von circa 80 Kilometern. Innerhalb Moskaus beträgt die Breite des Flusses 120 bis 200 Meter. Ungefähr 120 kleine Flüsse strömen der Moskwa zu. Mit Ausnahme von 14 wurden sie alle in unterirdische Rohrsysteme verlegt. Der 1937 fertiggestellte 128 Kilometer lange Moskau-Wolga-Kanal, der im Westen der Stadt in Richtung Norden abzweigt, sorgt für die schiffbare Verbindung des Flusses zum Iwankowoer Stausee beziehungsweise zur Wolga.
Die Stadtgrenzen bildet, mit wenigen Ausnahmen, der 1962 angelegte, 109 Kilometer lange Autobahnring. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 1.097,12 Quadratkilometern. Die Grünflächen machen etwa ein Drittel des Stadtgebietes aus. Dazu gehören circa 100 Parks und über 800 gepflegte Anlagen, bereichert durch ungefähr 500 Teiche.
Um die Stadt zieht sich eine 30 bis 40 Kilometer lange Waldparkzone mit zahlreichen Erholungs- und Vergnügungseinrichtungen. Die Fläche des Waldparkgürtels beträgt 1.725 Quadratkilometer.
Stadtgliederung
1962
Moskau ist die Hauptstadt des Föderationskreises Zentralrussland und der Oblast Moskau, welche den Großraum Moskau ohne die Stadt selbst umfasst. Innerhalb des Föderationskreises Zentralrussland ist Moskau eine eigenständige Verwaltungseinheit.
Die Oblast Moskau ist in 39 Rajons (Kreise) unterteilt. Die Stadt selbst gliedert sich in zehn Bezirke und 125 Ortsteile. Die Stadtbezirke von Moskau sind:
1. Selenograd 2. Norden (Sewerny) 3. Nordosten (Sewerowostotschny)
4. Nordwesten (Sewerosapadny) 5. Zentrum (Zentralny) 6. Osten (Wostotschny) 7. Süden (Juschny) 8. Südosten (Jugowostotschny) 9. Südwesten (Jugosapadny)
Jeder der zehn Stadtbezirke hat einen Präfekten, der dem Moskauer Bürgermeister direkt unterstellt ist. Die Präfekten werden vom Bürgermeister ernannt. Jeder der Stadtbezirke hat ein eigenes Parlament, das aus elf gewählten Abgeordneten besteht.
Klima
Moskau befindet sich in der kontinentalen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 5 Grad Celsius, das Jahresmittel des Niederschlages liegt bei 688 Millimetern. Der meiste Niederschlag fällt im Juli (92 mm im Monatsmittel), der wenigste im März (34 mm).
Im Winter beträgt die Temperatur in Moskau meist -12 bis -15 Grad Celsius, manchmal werden aber auch Temperaturen unter -20 Grad Celsius gemessen. Recht oft herrscht Tauwetter. Die Winde sind mäßig, die Luft ist trocken. Der Windchill-Faktor ist deshalb relativ niedrig, d.h. die gefühlte Temperatur ist in der Regel höher als die tatsächliche. Stärkere Fröste sind also verhältnismäßig leicht zu ertragen.
Windchill
Das Moskauer Temperaturmittel beträgt im Dezember -6,1, im Januar -9,3 und im Februar -7,7 Grad Celsius. Der Sommer in der Hauptstadt ist in der Regel warm und sonnig, mitunter aber auch sehr heiß — Temperaturen von über 35 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Die langjährige Durchschnittstemperatur beträgt im Juni 16,6, im Juli 18,1 und im August 16,4 Grad Celsius.
Im Frühling beträgt die Durchschnittstemperatur im März -2,2, im April 5,8 und im Mai 12,9 Grad Celsius. Im Herbst liegt die Durchschnittstemperatur im September bei 10,9, im Oktober bei 5 und im November bei -1,1 Grad Celsius.
Die Schneeschmelze in der Stadt beginnt nach Berechnungen Moskauer Phänologen um den 16. März, der Eisbruch auf der Moskwa um den 12. April. Mit den ersten Gewittern ist um den 2. Mai zu rechnen, mit den ersten Nachtfrösten um den 14. September, und dem ersten Schneefall um den 28. Oktober. Die Moskwa friert um den 18. November wieder zu. Eine feste Schneedecke bildet sich um den 23. November.
In Moskau sind die Klimaverhältnisse in der Innenstadt, den Vororten und erst recht in der Umgebung unterschiedlich. In der Innenstadt ist es trockener und wärmer. In den Vororten ist die durchschnittliche Temperatur um 2-3 Grad Celsius niedriger als im Stadtzentrum.
Geschichte
Ursprung
Moskwa
Moskwa
Jahrhundertelang hat Moskau eine hervorragende Rolle im Leben des ganzen Landes gespielt. „Jeder russische Mensch fühlt, wenn er auf Moskau blickt, daß es seine Mutter ist“, sagte der Schriftsteller Lew Tolstoi. Seit neun Jahrhunderten breitet sich Moskau zu beiden Seiten des Moskwa-Flusses aus. In zahlreichen Legenden, Liedern und Sagen besingt das russische Volk die Schönheit und Größe seiner Hauptstadt.
Eine der Sagen kündet davon, daß der Fürst Juri Dolgoruki (1090-1157) eine hölzerne Stadt zu errichten befahl, und daß diese Stadt nach dem Fluß benannt wurde, an dessen Ufern sie emporwuchs. Die erste schriftliche Erwähnung Moskaus stammt aus dem Jahre 1147, das darum als das Gründungsjahr Moskaus gilt. Doch schon lange davor gab es an der Stelle, wo heute Moskau steht, menschliche Niederlassungen. Archäologische Ausgrabungen bezeugen, daß die ältesten von ihnen vor etwa 5.000 Jahren entstanden waren.
Seit seiner Entstehung ist Moskau mit dem Schicksal des russischen Volkes untrennbar verbunden. Nicht von ungefähr nannten die Ausländer früherer Zeiten den russischen Staat „Moskowia“ und seine Einwohner „Moskowiter“.
1156 entstand eine erste, noch hölzerne Wehranlage des Kreml, in deren Schutz sich der Marktflecken allmählich zu einer beachtlichen Ansiedlung entwickelte. Im Jahre 1238 ist die Stadt von den Mongolen erobert und niedergebrannt worden. 1263 wurde Moskau zum Fürstentum erhoben. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts — die Stadt zählte mittlerweile 30.000 Einwohner — erkannte der tatarische Großkhan den Moskauer Großfürsten als (ihm allerdings tributpflichtiges) Oberhaupt von Rußland an.
Der Sieg über die Tataren in der Schlacht von Kulikowo am 8. September 1380, angeführt durch den Großfürsten Dmitri Donskoi, befreite zwar nicht von der Hegemonie der Goldenen Horde (1382 wurde Moskau sogar abermals niedergebrannt und geplündert), doch die Stadt festigte dadurch ihr politisches und militärisches Ansehen erheblich und gewann mithin beständig an wirtschaftlicher Macht. 1480 konnte sie die Tatarenherrschaft abschütteln und wurde zur Hauptstadt des russischen Reiches.
Der seit 1462 regierende Großfürst von Moskau Iwan III., der Große (1440-1505), heiratete 1472 die byzantinische Prinzessin Sofia (Zoe) Palaiologos, eine Nichte des letzten oströmischen Kaisers Konstantin XI. Palaiologos, und übernahm von dort die autokratische Staatsidee und ihre Symbole: den Doppeladler und das Hofzeremoniell. Seither gilt Moskau als „drittes Rom“ und Hort der Orthodoxie.
Moskau wird Großstadt
Orthodoxie
In den beiden letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts begann der Ausbau des Kreml, in dessen Umkreis sich nun in großer Zahl Handwerker und Kaufleute niederließen. Die Einwohnerzahl stieg bald darauf auf mehr als 100.000, so dass um 1600 eine Ringmauer um Moskau und eine Erdverschanzung hinzukamen, die die blühende Stadt fortan nach außen abschirmten. 1591 war sie ein letztes mal von den Tataren heimgesucht worden, 1605 bis 1612 befand sie sich in der Hand der polnischen und weißrussischen Schlachta (Adel).
Während die ersten Tuch- Papier- und Ziegelmanufakturen, Glasfabriken und Pulvermühlen entstanden, kulminierten die sozialen Gegensätze des Großreiches: 1667 erhoben sich die Bauern im Wolga- und Dongebiet gegen die wachsende Unterdrückung, ihr Führer, Stepan Rasin, wurde 1671 auf dem Roten Platz in Moskau hingerichtet. Im Jahre 1687 ist die erste Hochschule Russlands, die „Slawisch-Griechische Akademie“ eröffnet worden, 1703 erschien die erste gedruckte russische Zeitung „Wedomosti“. Im Jahre 1712 ging unter Zar Peter der Große (1672-1725) das Privileg der Hauptstadt auf das neugegründete Sankt Petersburg über, aber Moskau blieb das wirtschaftliche und geistig kulturelle Zentrum des Landes. 1755 wurde in Moskau die erste russische Universität eröffnet.
Mit dem Moskau des 18. Jahrhunderts ist das Schaffen hervorragender russischer Schriftsteller und Dichter verknüpft wie Alexander Sumarokow, Denis Fonwisin, Nikolai Karamsin und vieler anderer. In Moskau trat der große russische Gelehrte Michail Lomonossow seinen Weg in die Wissenschaft an. Auch in späteren Zeiten lebten und wirkten in Moskau viele hervorragende russische Schriftsteller und Dichter, Wissenschaftler und Künstler, die durch ihr Schaffen nicht nur zur russischen, sondern auch zur Weltkultur einen immensen Beitrag geleistet haben.
Michail Lomonossow
Im Vaterländischen Krieg von 1812, als Napoléon Bonaparte (1769-1821) mit seiner „Großen Armee“ auf Moskau zumarschierte, verlor die Stadt in einem Flächenbrand - die Bewohner zündeten ihre Häuser an und flohen aus der Stadt - zwei Drittel ihrer Bausubstanz. Aber in Moskau kam die französische Armee zum Stehen, hier wurde sie wegen Hunger und Kälte zur Umkehr gezwungen, die mit ihrem Untergang endete.
Der im Frühjahr 1813 einsetzende großstilige Wieder- und Neuaufbau sprengte rasch den alten städtischen Verteidigungsring und verschaffte der Stadt von der Mitte des 19. Jahrhunderts an durch zügigen Straßen- und Bahnstreckenbau Anschluss an die wichtigsten Städte des Landes. 1890 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen; die erste Volkszählung des Landes fand am 28. Januar 1897 statt, die Bevölkerung der Stadt war auf etwa eine Million angewachsen, und bis 1914 hatte sie sich verdoppelt.
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nahmen die sozialen Spannungen zu. Die Konzentration der Industrie, vornehmlich der Leichtindustrie, war hier, von Sankt Petersburg abgesehen, am weitesten fortgeschritten, die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 hatte Zehntausende landloser Bauern zur Lohnarbeit in die Städte getrieben. 1898 wurde in Moskau die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands gegründet.
Die Übernahme der Macht durch die Kommunisten
1898
Die russische Revolution von 1905 bis 1907 erfasste die Stadt im Dezember 1905, als die Moskauer Arbeiter vom politischen Massenstreik zum bewaffneten Aufstand übergingen. Das Wirtschafts- und Versorgungschaos im 1. Weltkrieg schürte die sozialen Spannungen weiter. 1917 wurde während der Februarrevolution Zar Nikolaus II. (1868-1918) gestürzt. Im gleichen Jahr leitete Lenin (1870-1924) in Sankt Petersburg die Oktoberrevolution, was zum Bürgerkrieg von 1917 bis 1922 und zur Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki in Russland führte.
Am 12. März 1918 wurde Moskau zur Hauptstadt des Landes erklärt und die Regierung übersiedelte in den Kreml am Roten Platz. Am 22. Dezember 1922 ist dort die UdSSR gegründet worden. Nach Beendigung des Bürgerkrieges wurde 1925 eine grundlegende Umgestaltung Moskaus nach neuen städtebaulichen Grunsätzen, die eine Verbesserung der Wohnverhältnisse der Bevölkerung und die Beseitigung der Elendsbehausungen am Stadtrand vorsahen, in Angriff genommen. 1926 zählte die Stadt wieder zwei Millionen Einwohner.
1935 begann mit dem von Josef Stalin beschlossenen „Generalplan zur Stadterneuerung“ eine komplexe Neugestaltung Moskaus - damals sind die breiten Radialstraßen angelegt und die U-Bahn eröffnet worden, über die Moskwa spannte man neue Brücken und baute den Moskau-Wolga-Kanal. Quer durch die Altstadt wurden neue Magistralen geschlagen, zahlreiche historische Baudenkmäler wichen überdimensionierten sowjetischen Prunkbauten. Etwa 200.000 Bauarbeiter - überwiegend politische Gefangene - waren an der Umsetzung des Generalplans beteiligt.
Die vollständige Zerstörung des alten Moskau wurde paradoxerweise nur durch den 2. Weltkrieg verhindert, der zur Einstellung der Arbeiten führte. Auch das höchste Gebäude der Welt, der 415 Meter hohe "Palast der Sowjets", konnte nicht mehr fertiggestellt werden. Anstelle der am 5. Dezember 1931 gesprengten Christ-Erlöser-Kathedrale sollte das gewaltige Politik- und Kulturforum die Überlegenheit des sozialistischen Gesellschaftsmodells zeigen. Zur Ausführung gelangte jedoch nur das Fundament, denn bei Ausbruch des "Großen Vaterländischen Krieges" wurde das Projekt stillgelegt - und nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen.
Der Große Vaterländische Krieg
Christ-Erlöser-Kathedrale
Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 22. Juni 1941 in die damalige Sowjetunion begann am 30. September des Jahres ihre Offensive auf Moskau. Rund 80 Divisionen, unter ihnen 14 Panzer- und acht mechanisierte Divisionen sowie Hunderte Flugzeuge, Tausende Panzer, Geschütze und Granatwerfer wurden gegen die Hauptstadt eingesetzt. Adolf Hitler erklärte, er werde in eigener Person die Parade seiner Truppen in Moskau abnehmen. Aus den geplanten Festlichkeiten wurde jedoch nichts. Eine andere Parade fand allerdings am 7. November auf dem Roten Platz statt, die traditionelle Militärparade der sowjetischen Armee.
Am 15. November startete eine 2. Offensive der Deutschen, dabei konnten sie bis in einzelne südliche Vororte einrücken. Der sowjetische Gegenangriff begann am 5. Dezember 1941, währenddessen die deutsche Armee um 100 bis 300 Kilometer zurückgeschlagen wurde. Die deutsche Luftwaffe flog gegen Moskau 12.000 Einsätze, aber nur ein Teil der Maschinen konnte die Stadt erreichen. In der Schlacht um Moskau haben die deutschen Truppen 250.000 Mann, 1.300 Panzer, 2.500 Geschütze, mehr als 15.000 Kraftfahrzeuge und vieles andere Material verloren. Etwa 700.000 sowjetische Soldaten wurden getötet, verwundet oder vermißt. Dies war die erste große Niederlage der deutschen Wehrmacht, kaum sechs Monate nach dem Beginn des Blitzkrieges.
Die Schlacht an der Wolga von Juli 1942 bis Februar 1943 leitete die Niederlage der deutschen Truppen in der damaligen Sowjetunion ein. Am 24. Juni 1945 fand auf dem Roten Platz in Moskau die Siegesparade der sowjetischen Armee statt. An der Kremlmauer ruht der Leichnam des Unbekannten Soldaten, der bei der Verteidigung der Hauptstadt fiel. Auf seinem Grabstein wurden die Worte gemeißelt:
::Dein Name ist unbekannt,
::deine Heldentat ist unsterblich.
Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
1945
Moskau wurde nach den schweren Zerstörungen im Krieg wieder aufgebaut. Im Jahre 1947 fasste man den Beschluss, die Stadt an acht ausgewählten Standorten mit Hochhäusern zu versehen. Denn Moskau hatte durch den Abriss zahlreicher Kirchen und Kathedralen sowie die nun allgemein höhere Bebauung nicht nur bedeutende Orientierungspunkte, sondern auch ihre einst malerische Silhouette verloren. Die Sowjetführung forderte dabei, dass die Gebäude keine Kopien ausländischer Wolkenkratzer sein dürfen, sondern von russischer Architekturtradition geprägt sein müssen.
Am 5. März 1953 stirbt Josef Stalin auf seiner Datscha in Kunzewo bei Moskau. Er wurde zunächst im Mausoleum am Roten Platz neben Lenin aufgebahrt. Im Zuge der beginnenden "Entstalinisierung" unter Regierungschef Nikita Chruschtschow wurde Stalins Leichnam 1961 aus dem Mausoleum entfernt und an der Kremlmauer beigesetzt.
Ein besonders intensives Baugeschehen erlebte Moskau nach dem Jahre 1955. Allein in der Zeitspanne von 1961 bis 1970 machte die Neubaufläche zweieinhalbmal soviel aus wie die Gesamtwohnfläche des ganzen vorrevolutionären Moskau. 1970 war die Einwohnerzahl auf fast sieben Millionen angestiegen.
1980 war Moskau Austragungsort der XXII. Olympischen Spiele. Ende der 1980er Jahre geriet die sowjetische Wirtschaft immer mehr in eine Krise. Im Zuge der Politik von Präsident Michail Gorbatschow (Perestrojka und Glasnost) wurde der wirtschafliche Niedergang des Landes immer offensichtlicher. Auf einigen Gebieten der Versorgung herrschte großer Mangel. Der Unmut der Bevölkerung entlud sich immer offener.
Im August 1991 wollte Gorbatschow einen Vertrag für eine neue Sowjetunion zur Unterschrift vorlegen. Um dies zu verhindern und die alte Union zu retten, initiierten in Moskau einige Generäle, Regierungsmitglieder und der KGB-Chef am 19. August des gleichen Jahres einen Putschversuch gegen den Präsidenten. Nach dessen Scheitern zwei Tage später trat vier Monate danach am 25. Dezember 1991 Gorbatschow von seinem Amt als Präsident zurück. Das Datum markiert gleichzeitig das Ende des ersten kommunistischen Staates.
Moskau seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion
1991]
1992 ließ der ein Jahr zuvor zum Präsidenten Russlands gewählte Boris Jelzin einen Föderationsvertrag unterzeichnen, der den Subjekten Russlands weitreichende Vollmachten zubilligte. Im September 1993 löste er den Kongress der Russischen Volksdeputierten und den Obersten Sowjet auf. Am 3. und 4. Oktober des gleichen Jahres kam es in Moskau erneut zu einem Putschversuch konservativer Politiker und deren Anhänger. Als diese das Weiße Haus (Parlamentsgebäude), das Rathaus und den Fernsehturm in Moskau besetzten, ließ Jelzin den Aufstand mit Gewalt (190 Tote) niederschlagen, um so einen Verfassungskonflikt zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Am 12. Dezember 1993 verabschiedete das Volk eine neue Verfassung und gleichzeitig fanden erstmals freie Wahlen mit mehreren konkurrierenden Parteien statt. Vom 5. bis 7. September 1997 feierte die Stadt mit insgesamt 450 Veranstaltungen den 850. Jahrestag ihrer Gründung.
Im Jahre 1999 wurde Moskau von den verheerendsten Terroranschlägen seiner Geschichte erschüttert.
Am 9. September führte ein Bombenattentat auf ein neunstöckiges Wohnhaus an der Gerjanow-Straße zu 95 Toten und 264 Verletzten. Am 13. September kamen bei einem Anschlag auf ein neunstöckiges Wohnhaus an der Kaschirskoje Chaussee 121 Menschen ums Leben, neun wurden verletzt. Die Urheberschaft der Anschläge konnte bis heute nicht geklärt werden. Während die Regierung tschetschenische Terroristen verantwortlich macht, beschuldigen Kritiker des russischen Präsidenten Geheimdienstagenten, die Bomben in den Hauskellern deponiert zu haben.
13. September
Am 31. Dezember 1999 trat Präsident Jelzin in Moskau überraschend vorzeitig zurück und übertrug Regierungschef Wladimir Putin die Amtsgeschäfte. Am 19. August 2000 wurde die 1931 gesprengte Christ-Erlöser-Kathedrale, der größte Russisch-orthodoxe Kirchenbau der Welt, wiedereröffnet. Anfang September 2002 musste in einigen Bezirken Moskaus der Notstand ausgerufen werden; der in die Stadt eingedrungene Rauch von mehreren Hundert Wald- und Torfbränden in der Umgebung brachte das öffentliche Leben in Moskau zeitweise zum Erliegen.
Am 23. Oktober 2002 stürmte ein Kommando von 41 tschetschenischen Geiselnehmern, unter ihnen 19 Frauen, das Musical-Theater "Nord-Ost", brachte rund 800 Zuschauer, Musiker und Schauspieler in seine Gewalt. Den Überfall leitete der tschetschenische Rebell Mowsar Barajew, als Organisator gilt der Feldkommandeur Schamil Bassajew. Bei der Erstürmung durch russische Sonderpolizeieinheiten kamen 170 Menschen, darunter 129 Geiseln, nach dem Einsatz eines Kampfgases ums Leben.
Bei einem Anschlag auf jugendliche Teilnehmer eines Rockfestivals auf dem Moskauer Flugplatz Tuschino kamen am 5. Juli 2003 einschließlich der Selbstmordattentäterinnen 16 Menschen ums Leben. Am 6. Februar 2004 wurden bei einem Bombenanschlag auf eine voll besetzte Metro in der Nähe der Station Awtosawodskaja 39 Menschen getötet und 140 verletzt.
Einwohnerentwicklung
2004
Moskau ist von alters her Anziehungspunkt für Ausländer. Die ersten Ansiedlungen wurden von angereisten Kaufleuten, Handwerkern, Lehnsleuten und deren Nachkommen schon im 16. Jahrhundert gegründet. Die deutsche Ansiedlung am Jausa-Ufer war die größte davon. Aber auch Menschen aus vielen Teilen Europas lebten dort. Damals hatte die Stadt etwa 100.000 Einwohner. Heute sind es mit zehn Millionen einhundertmal so viel. Von der ethnischen Vielfalt der Bevölkerung in Moskau zeugen die alten Ortsnamen des kompakten Ansiedelns der nichtrussischen Völkerschaften.
Die Treue der ethnischen Gruppen zu bestimmten Beschäftigungen und Handwerken blieb bis heute erhalten. Die Chinesen eröffneten Wäschereibetriebe, die Assyrer arbeiteten als Schuster oder Stiefelputzer, viele Tataren als Hausleute und die Juden als Ärzte, Pädagogen und Schriftsteller. Im Handel sind heute Gebürtige aus Transkaukasien, im Geschäftsbereich Vietnamesen und auf den Baustellen viele Ukrainer und Moldawier beschäftigt.
Insgesamt leben heute in Moskau Angehörige von mehr als hundert Nationalitäten. Von ihnen sind 90 Prozent Russen. Zu den größten ethnischen Gruppen gehören die Ukrainer, Tataren und Juden mit jeweils etwa zwei Prozent Anteil an der Bevölkerung der Hauptstadt. Allerdings ist der Zustrom der Übersiedler aus den ehemaligen Unionsrepubliken der früheren Sowjetunion nicht in vollem Maße statistisch erfasst worden, da sich viele nicht registrieren ließen.
Von einigen wenigen Ausschreitungen einzelner Extremisten gegen Ausländer abgesehen, gibt es in Moskau keine zwischenethnische Zwietracht oder Konflikte. Die Stadt ist seit Jahrhunderten durch ihre gastliche Aufnahme, Gastfreundschaft und nationale Toleranz berühmt.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1956 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1959 bis 2002 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Toleranz
Politik
Toleranz
Da Moskau Sitz des Präsidenten und seiner Präsidialverwaltung, der Föderationsregierung sowie zahlreicher Ministerien und Behörden ist, ist die Politik der Stadtverwaltung Moskaus naturgemäß geprägt von Koexistenz aber auch Konflikten mit dem Kreml und dem Weissen Haus. Dies ist seit langer Zeit eine Konstante der Politik in der Hauptstadt Russlands.
Der latente Konflikt wird verstärkt, wenn das Stadtoberhaupt Ambitionen auf die Führung des Staates anmeldet - oder sie ihm nachgesagt werden. Die wichtigsten Akteure in diesem Konflikt sind einmal der Präsident und der Premierminister mit den vielen Beamten und Staatsbediensteten sowie auf der anderen Seite der Bürgermeister Moskaus und die zahlreichen Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
Die Stadtverwaltung übt die Exekutivmacht (ausführende Gewalt) in Moskau aus, die aus der Regierung der Stadt und dem Regierenden Bürgermeister besteht. Der Bürgermeister wird zusammen mit dem Vizebürgermeister durch die Bevölkerung Moskaus auf vier Jahre gewählt. Die Legislative (gesetzgebende Gewalt) wird von der Stadtduma Moskaus gestellt. Diese besteht aus insgesamt 35 Abgeordneten und überwacht in ihrer Funktion den Bürgermeister.
Die Wähler in Moskau, die etwa zehn Prozent der gesamten Wählerschaft Russlands ausmachen, stimmten bei Wahlen seit Anfang der 1990er Jahre in der Regel stärker für liberale oder sozialliberale Parteien der Opposition, als der restliche Teil des Landes. Eine Ausnahme von diesem Trend sind die überwältigenden Wahlergebnisse für den gegenwärtig amtierenden Bürgermeister Juri Luschkow von über 70 Prozent. Dabei wird Luschkow trotz seiner pragmatischen Wirtschafts- und Investitionspolitik in Richtung Europa nicht als Liberaler und "Westler" betrachtet.
Städtepartnerschaften
Moskau unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Juri Luschkow
Das Bolschoi-Theater (Großes Theater) in Moskau ist das bekannteste Theater der Stadt. Es besteht seit dem Jahre 1776. Damals erhielt Fürst Peter Urussow vom Zaren das Alleinrecht, in Moskau Schau- und Singspiele aufzuführen. Die ersten Schauspieler waren Leibeigene des Fürsten.
Die Aufführungen fanden zuerst noch in einem Privathaus statt, erst im Jahre 1780 entstand der Theaterbau am heutigen Standort. Das Bauwerk steht auf Holzpfählen in einem sumpfigen Teil des Moskauer Zentrums. Zuerst war das Theater nach der vorbei führenden Straße Petrowsky-Theater benannt. Im 18. Jahrhundert wurden überwiegend Opern russischer Komponisten aufgeführt, aber auch Dramen und Ballette.
1805 brannte das Theatergebäude ab und wurde 20 Jahre später durch den Architekten Ossip Bowe (auch Osip Bove) neu errichtet. Erst damals erhielt es den Namen Bolschoi-Theater. Am 18. Januar 1825 wurde das neue Bolschoi-Theater mit dem Prolog Der Triumph der Musen zur Musik von Alexei Werstowski und Alexander Aljabjew wieder eröffnet. 1853 zerstörte erneut ein Brand die Inneneinrichtung des Theaters. Daraufhin stattete der Architekt Albert Cavos das Gebäude noch kostbarer aus. Bis heute ist bis auf kleinere Veränderungen diese Einrichtung erhalten geblieben. Durch seine außergewöhnliche Architektur im Stil des russischen Klassizismus gehört das Bolschoi-Theater heute zu den schönsten Theatern der Welt.
Heute arbeiten dort etwa 900 Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker. Die Stars sind meistens auf Tournee in aller Welt unterwegs und daher selten in Moskau anzutreffen. Das Bolschoi-Theater ist heute die Heimat einer der ältesten und besten Ballettkompanien der Welt, dem weltberühmten Bolschoi-Ballett.
Museen
Klassizismus
Klassizismus
Unter den vielen Museen der Stadt besonders sehenswert ist das "Puschkin-Museum für Bildende Künste" mit hervorragenden Exponaten zur Kulturgeschichte des Altertums, zur Renaissance und einer breitgefächerten Gemäldesammlung vornehmlich westeuropäischer Künstler.
Sehr interessant ist auch die "Tretjakow-Galerie". Sie ist das größte Museum der russischen nationalen Kunst und präsentiert mehr als 100.000 Gemälde, Graphiken und Skulpturen vom 11. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Galerie wurde 1902 erbaut. Der Gründer war der russische Kaufmann Pawel Michajlowitsch Tretjakow (1832-1898). Als ein leidenschaftlicher Sammler begann Tretjakow vom Jahre 1856 an die Werke zeitgenössischer russischer Maler zu erwerben. 1892 betrug seine Sammlung, die nun auch Ikonen umfasste, ungefähr 2.000 Werke. In diesem Jahr schenkte er seine Sammlung der Stadt Moskau.
Nach Tretjakows Tod wurde das Museum von der Stadtduma geleitet. Zu den Mitgliedern der Duma gehörten meist russische Künstler wie Ilja Ostruchow. Nach der Oktoberrevolution im Jahre 1917 erlangte die Galerie nationalen Status. 1920 bis 1930 wurden Sammlungen zahlreicher anderer Museen in die Tretjakow-Galerie übertragen. Mitte der 1930er Jahre fanden dort wegen des auf den ständigen Zuwachs folgenden Raummangels umfangreiche Erweiterungen statt. Auf Grund des großen Besucherandrangs erfolgte in den 1980er und 1990er Jahren ein weiterer Um- und Ausbau. 1995 wurde auch eine Abteilung für Moderne Kunst eröffnet.
Einen Besuch wert ist auch das Panorama der "Schlacht von Borodino", geschaffen von Franz Robaut (1856-1928), im Borodino-Panorama-Museum, oder eine der zahlreichen Kunstausstellungen.
Östlich des Stadtzentrums, im früheren Andronnikow-Kloster, befindet sich das Museum des Malers Andrei Rubljow (1360-1430), in dem der Meister der russischen Ikonenmalerei und Begründer der Moskauer Malschule im 15. Jahrhundert als Mönch lebte, starb und auch beigesetzt wurde. Das Museum beherbergt Ikonenmalerei des 14. bis 17. Jahrhunderts.
Bauwerke
Zu den zahlreichen sehenswerten Bauwerken gehören viele Zeugnisse der Baukunst aus Vergangenheit und Gegenwart, Denkmäler berühmter Schriftsteller, Gelehrter und Staatsmänner sowie Monumente und Denkmäler zu Ehren großer historischer Ereignisse. Der Kreml und der Rote Platz stehen seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Der Kreml
Weltkulturerbe
Das bedeutsamste Bau- und Geschichtsdenkmal ist der Kreml, der älteste Teil Moskaus. Dort befindet sich der Sitz des russischen Präsidenten. Die bis auf den heutigen Tag erhalten gebliebenen Mauern und 19 Türme wurden im 15. Jahrhundert errichtet und waren damals eine beachtliche Befestigungsanlage.
Die ältesten Baudenkmäler sind die Maria-Entschlafens-Kathedrale von 1479, die Verkündigungs-Kathedrale von 1489 und die Erzengel-Kathedrale aus dem Jahre 1509, die Kirche zur Gewandlegung der Muttergottes von 1486, der Facettenpalast aus dem Jahre 1491 sowie der 80 Meter hohe Glockenturm von Iwan dem Großen (Kolokolnja Iwana Welikogo) von 1508.
Später kamen die Kirche zu den zwölf Aposteln und der Patriarchenpalast und der Terem-Palast, beide erbaut im 17. Jahrhundert, das Arsenal von 1737 sowie das Senatsgebäude aus dem Jahre 1787 hinzu. In letzterem Gebäude lebte und arbeitete von 1918 bis 1922 Lenin. Sein Arbeitszimmer und seine Wohnung sind so erhalten geblieben, wie zu seinen Lebzeiten.
Das Gebäude der Rüstkammer von 1851 enthält ein einzigartiges Museum mit Sammlungen alter Waffen und Kriegstrophäen, der größten Sammlung von Zarengewändern, Insignien, Thronsesseln, Kutschen und anderen seltenen Meisterstücken des russischen und ausländischen Kunsthandwerks, die mit der Geschichte Russlands verbunden sind. Unweit des Glockenturms befinden sich die Zarenkanone und Zarenglocke, einzigartige Denkmäler der russischen Gießerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts.
1961 wurde auf dem Kreml-Gelände der Kongresspalast errichtet, ein sachlicher und zugleich festlicher Bau, dessen großer Saal ein Fassungsvermögen von 6.000 Personen hat. Hier finden wichtige öffentliche Veranstaltungen und internationale Kongresse statt, aber auch Schauspiele sowie Opern- und Ballettaufführungen des Bolschoi-Theaters.
Der Rote Platz
1961
1961
An den Kreml grenzt der Rote Platz,
der Hauptplatz Moskaus, auf dem sich das Leninmausoleum
befindet. Der Name leitet sich vom russischen Krasnaja
Ploschtschad ab. Die Bezeichnung Roter Platz ist nicht
politisch (aus der Zeit der Sowjetunion) motiviert,
und bezieht sich nicht auf die Farbe der Kremlmauern
und -türme, deren Anstrich bis zum 19. Jahrhundert weiß war.
Die Bezeichnung stammt aus dem 16. Jahrhundert,
und bedeutet eigentlich "Schöner Platz". Obwohl krasnaja auf Altrussisch "schön" bedeutet, wird es im Deutschen mit "rot" übersetzt. Das kommt daher, weil sich die Worte für "rot" und "schön" ähneln.
Neben dem Platz befinden sich einige Gräber. In die Kremlmauer sind Urnen mit der Asche berühmter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur eingelassen; beispielsweise von Josef Stalin und Juri Gagarin. Auf dem Roten Platz stehen die Basilius-Kathedrale, errichtet 1561, sowie ein Denkmal für Kusma Minin, ein Führer der Volkswehr von Nischni Nowgorod und Fürst Dimitri Posharski (1578-1642), die Helden des Befreiungskrieges gegen die polnisch-weißrussische Intervention zu Beginn des 17. Jahrhunderts, fertiggestellt 1818 von Iwan Petrowitsch Martos (1754-1835).
An der Kremlmauer befindet sich im Alexander-Garten das Grabmal des Unbekannten Soldaten, ein 1967 errichtetes Ehrenmal für die Gefallenen des 2. Weltkrieges. Ganz in der Nähe des Kreml und des Roten Platzes, angrenzend an das Hotels Rossija, sind einige der ältesten Steinbauten des Kitaj-Gorod, der Moskauer Altstadt, erhalten geblieben — unter ihnen Baulichkeiten des alten Zarenhofs, erbaut zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, das Haus des Bojaren Romanow, die Annen-Kirche aus dem 15. Jahrhundert sowie andere interessante Kirchen und Häuser.
Die Twerskaja-Straße
Die Twerskaja-Straße ist die Hauptstraße Moskaus. Der Weg nach Twer und weiter nach Sankt Petersburg nimmt hier seinen Anfang. Hier fuhr einstmals Tatjana Larina, die Heldin des Romans in Versen "Eugen Onegin" von Alexander Puschkin (1799-1837), in die Stadt ein. In den 1930er und 1940er Jahren wurde die Straße erweitert und mit neuen Gebäuden bebaut, einige alte sind von ihrem Standort bewegt und in die Tiefe der Wohnviertel verschoben worden. Die Straße ist heute ein Sammelort von luxuriösen Hotels, Bars, Restaurants und Einzelhandels-Geschäften.
1782 ist hier nach einem Entwurf des Architekten Matwej Fjodorowitsch Kasakow (1733-1812) das Rathaus der Stadt Moskau errichtet worden. Gegenüber dem Rathaus erhebt sich das Reiterstandbild des Begründers der Stadt Juri Dolgoruki. Die Denkmäler der russischen Dichter Alexander Puschkin und Wladimir Majakowski (1893-1930), hergestellt durch die Bildhauer Alexander Opekuschin 1880 beziehungsweise Alexander Kibalnikow 1958, stehen an der Kreuzung der Straße mit dem Boulevard- und dem Gartenring.
Boulevard- und Gartenring
1958
Straßen und Plätze des Stadtkerns umrahmen zahlreiche weitere Bau- und Geschichtsdenkmäler des 15. bis 18. Jahrhunderts. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Zentrum Moskaus mit einer neun Kilometer langen und 30 Türme zählenden Stadtmauer umgeben, die nicht erhalten blieb. An ihrer Stelle entstand der Boulevard-Ring.
Jenseits der Stadtmauer umzog die Stadt zusätzlich ein etwa 16 Kilometer langer Erdwall mit Palisaden und hölzernen Wehrtürmen. Den einstigen Verlauf des Wallgrabens markiert heute der Gartenring, von dem sternförmig die größten Straßen Moskaus abgehen. Der Komsomolskaja-Platz stellt das Haupteisenbahntor der Hauptstadt dar und ist einer der belebtesten Orte Moskaus. Von den drei hier gelegenen Bahnhöfen laufen Eisenbahnstrecken nach unterschiedlichen Richtungen auseinander.
Das Bauensemble des Platzes ist beeindruckend. An seiner Schaffung nahmen berühmte Architekten teil. Konstantin Ton entwarf den 1851 fertiggestellten "Leningrader Bahnhof", Fjodor Schechtel den "Jaroslawer Bahnhof" von 1904, Alexei Wiktorowitsch Schtschussew den 1926 eröffneten "Kasaner Bahnhof (Moskau)" und das Klubgebäude und Leonid Poljakow das 28geschossige Hotel "Leningradskaja" von 1953.
Moscow City
1953
Vier Kilometer vom Kreml gelegen, befindet sich das momentan größte Bauprojekt in Europa. Bereits in den 1990er Jahren hatte man in Moskau von einem "russischen Manhattan" geträumt, doch wegen Geldmangel wurde das Projekt auf Eis gelegt. Mit dem Wirtschaftsaufschwung und durch private Investitionen wurde im Jahr 2001 der erste Wolkenkratzer fertiggestellt, nun befinden sich fast alle Projekte im Bau. Damit sollte die riesige Nachfrage der Bürogebäude in Moskau gedeckt werden. Die Fertigstellung aller Gebäude ist für das Jahr 2012 geplant und die Kosten belaufen sich auf über zwölf Milliarden US-Dollar.
Zu Moscow City gehört auch das höchste Bürogebäude Europas, "Federazija", auf deutsch "Föderation". Am 9. Februar 2005 wurde der Grundstein für das 440 Meter hohe Gebäude gelegt. Mit der Fertigstellung wird im Jahre 2007 gerechnet. Rekordhalter ist bisher mit 264,1 Metern Höhe der Triumph-Palace (russ. Триумф-Палас) in Moskau. Die Gesamtplanung für die beiden Türme in Moskau erfolgte durch die deutsche Architektengemeinschaft Peter P. Schweger & Sergei Tchoban. Der höhere der beiden Türme wird 87 Stockwerke umfassen. In dem Gebäude in der Form zweier Spitzsegel werden sich Büroräume, Wohnungen, ein Hotel, ein Fitnessklub mit Schwimmbad und ein Aquarium befinden.
Weitere Bauwerke
Peter P. Schweger
Sehenswert sind des weiteren das "Schloß Ostankino", ein einmaliges Architekturdenkmal des 18. Jahrhunderts, der Fernsehturm von 1967, der Schuchowsk-Radioturm aus dem Jahre 1922, das zwischen 1888 und 1893 erbaute Kaufhaus GUM, das größte in Russland, der Arbat, ein altes historisches Stadtviertel, 1493 das erste mal erwähnt und die Christ-Erlöser-Kathedrale, im Jahre 2000 wiedereröffnet sowie die sieben "Wolkenkratzer", erbaut im Zuckerbäckerstil, auch "Stalinfinger" oder "die sieben Schwestern Stalins" genannt, wie zum Beispiel das Hotel Ukraina, das Außenministerium und die Lomonossow-Universität.
Letztere befindet sich in den Außenbezirken der Stadt. Über der Moskwa unverkennbar auszumachen das 240 Meter hohe Zentralgebäude der Universität, 1949 bis 1953 errichtet, um das sich vier 17etagige Seitenflügel gruppieren. Etwa 30.000 Studenten sind hier eingeschrieben, und um jeden der rund 45.000 Räume aufzusuchen, müßte man einen Weg von 145 Kilometern zurücklegen.
Ganz in der Nähe liegt der Luschniki-Sportpark - wichtigster Austragungsort der Olympischen Spiele 1980 - mit dem 84.000 Gäste fassenden Luschniki-Stadion, erbaut in den Jahren 1955 und 1956, mehreren kleineren Wettkampfanlagen und dem Sportpalast für 17.000 Zuschauer.
Parks
1956
Der "Gorki-Park für Kultur und Erholung" ist der populärste unter den rund 100 Parks in Moskau. Er befindet sich im Zentrum der Stadt, am Ufer der Moskwa. Hier gibt es zahlreiche Attraktionen, eine Bootsstation, Bars, Restaurants, Cafes und im Winter Eisbahnen.
Auf den Freilichtbühnen treten hier Künstler auf, an den Festtagen finden Volksvergnügungen statt und werden farbenprächtige Feuerwerke abgebrannt. Den älteren Teil des Parks bildet der Neskutschni-Garten mit malerischen Hügeln, Hainen und kleinen Brücken. Hier befanden sich im 18. Jahrhundert die Gutsgärten des Moskauer Adels.
Im Südosten der Stadt findet sich über der Moskwa der Park von Kolomenskoe, heute ein Freilichtmuseum. Berühmt ist vor allem die Christi-Himmelfahrtskirche, die erste russische Zeltdachkirche aus Stein.
Im Nordosten der Stadt befindet sich der etwa 300 Hektar große "Sokolniki-Park für Kultur und Erholung" in herrlicher Waldlandschaft. Größter Moskauer Erholungspark - er umfaßt rund 1.800 Hektar - ist, ganz am nordöstlichen Stadtrand gelegen, der "Park von Ismailowo", die einstige Vergnügungsstätte der letzten Zarendynastie; einige wenige Feudalbauten, unter anderem eine barocke Kathedrale vom Ende des 17. Jahrhunderts haben sich zwischen modernen Cafés, Pavillons und ähnlichem noch erhalten.
Erwähnenswert sind weiterhin der Park von Kuskowo im Osten der Stadt, ein Schlosspark teilweise im englischen und französischen Stil errichtet, sowie die Parks von Zarizino und Ostankino.
Sport
17. Jahrhundert
Moskau war Austragungsort der XXII. Olympischen Spiele 1980 sowie vieler Welt- und Europameisterschaften und anderer internationaler Wettkämpfe. Die Stadt besitzt mehr als 6.000 sportliche Einrichtungen, unter ihnen etwa 100 Stadien, sechs Sportpaläste, über 180 Schwimmhallen, mehr als 2.500 Sportsäle und Turnhallen, 3.500 Sportplätze, einen Ruderkanal, mehrere Sportkomplexe, ein Wasserstadion, eine Radrennbahn und 60 Schießsportplätze.
Die größten Stadien der Hauptstadt - das Luschniki-Stadion mit 84.000 Plätzen und das Dynamo-Stadion mit 51.000 Plätzen - haben außer der eigentlichen Arena Sportsäle, Schwimmbecken, Spielfelder, Trainingsplätze etc.
Kulinarische Spezialitäten
Das Restaurantangebot der Stadt ist kaum überschaubar, ständig sind neue Lokalitäten angesagt, andere werden wieder geschlossen. Die Preise sind sehr unterschiedlich. Es gibt Gaststätten die der Unterhaltung dienen, Bars, Cafes, aber auch Selbsbedienungsrestaurants und Kantinen. Insgesamt verfügt Moskau im Vergleich zu anderen Hauptstädten der Welt immer noch über ein erstaunlich geringes Gastronomieangebot.
Eines der berühmtesten russischen Gerichte ist Borschtsch, eine Suppe aus roter Bete, die dem Gast im Restaurant heiß mit saurer Sahne serviert wird und ähnlich wie Akroschka (kalte Kwas-Suppe) schmeckt. Weltweit bekannt sind Bœuf Stroganoff (geschnetzeltes Rinderfilet, in saurer Sauce geschmort), Ikra oder Krasnaja Ikra (schwarzer oder roter Kaviar), Blini (Pfannkuchen meist mit Kaviar oder Lachs und saurer Sauce serviert) und Aladyi (süße Blini mit Marmeladenfüllung). Zum Nachtisch besonders beliebt sind Blintschiki (Pfannkuchen) aus Grieß oder Buchweizen mit süßer Soße.
Einkaufen
Buchweizen
Die Stadt bietet im Gegensatz zu anderen Regionen des Landes gute Einkaufsmöglichkeiten. Viele Geschäfte sind nicht nur von Montag bis Sonnabend, sondern sogar Sonntags geöffnet. Kaufhäuser und Supermärkte haben durchgehend offen. Für Antiquitäten, Kunstwerke, Manuskripte und andere wertvolle Gegenstände, die nicht in den Souvenirgeschäften gekauft werden, ist eine Exportgenehmigung notwendig. Beliebte Souvenirs sind Matroschkas (buntbemalte Holzpuppen), geschnitztes Spielzeug und Schatullen mit Märchenmotiven und Malereien auf Holz oder Emaille.
Das größte und bekannteste Kaufhaus in Moskau und eines der größten der Welt ist das Warenhaus GUM. Es befindet sich am Roten Platz 3, gegenüber dem Lenin-Mausoleum und dem Kreml, mitten im Herzen Moskaus. Das Moskauer Handelshaus wurde zwischen 1888 und 1893 im Auftrag des Zaren durch die Architekten Alexander Nikolajewitsch Pomeranzew und Wladimir Grigorjewitsch Schuchow im neorussischen Stil erbaut, einer neoklassizistischen Spielart mit starken russisch-traditionalistischen Einflüssen.
Zwei der beliebtesten Einkaufsstraßen in Moskau sind die Nowi Arbat, eine wichtige Durchgangsstraße westlich des Kremls und die Arbat-Straße, eine Parallelstraße zur Nowi Arbat und die älteste Fußgängerzone Moskaus. Die vom Roten Platz in nördlicher Richtung verlaufende Twerskaja-Straße ist die vornehmste Einkaufsstraße der Stadt und die Adresse einiger teurer Boutiquen. Klassische russische Mode kann man bei Walentin Judaschkin im Kutusowskij-Prospekt kaufen, einer der imposantesten Einkaufsstraßen Moskaus, in der sich auch das exklusive Einkaufszentrum "Moskwa" befindet.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
neoklassizistischen
neoklassizistischen
Moskau spielt eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft Russlands. Der Anteil der Stadt am Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes beträgt 12,5 Prozent. Etwa ein Viertel der Industrieproduktion Moskaus entfallen auf den Maschinenbau. Seine Hauptzweige sind Werkzeugmaschinen- und Werkzeugbau, Elektroindustrie, Lagerfertigung, Kraftfahrzeugindustrie und Gerätebau. Weitere wichtige Industriezweige sind das Hüttenwesen, die Leicht-, Kraftfahrzeug-, Baustoff-, Chemie- und petrochemische Industrie. Die Stadt ist ein großes Zentrum des Militär-Industrie-Komplexes.
In Moskau sind etwa 80 Prozent des Finanzpotenzials des Landes konzentriert. Zwei Drittel des Gesamtumfanges ausländischer Investitionen in die Wirtschaft Russlands geht in die Hauptstadt. Moskau ist damit das größte Betätigungsfeld ausländischer Investoren. In der Stadt befinden sich etwa 18.500 Handelsbetriebe, Gaststätten und Dienstleistungsbetriebe, 9.000 Kleinhandelsobjekte und circa 150 Märkte in denen ungefähr eine Million Personen beschäftigt sind. In der Stadt gibt es etwa 1.200 Banken, über 60 Versicherungsgesellschaften und mehrere Dutzend Börsen. Etwa ein Viertel aller Einnahmen des Staatshaushalts steuert Moskau bei.
Die Wirtschaftsreformen nach Einführung der Perestroika in den 1980er Jahren stürzte die Stadt und das ganze Land in eine Krise. Die Industrieproduktion Moskaus sank um 30 Prozent. Die Auswirkungen des wirtschaftlichen Einbruchs sind aber dank der Entwicklung zahlreicher kleiner und mittelständischer Industrie-, Bau-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe in den letzten Jahren weniger zu spüren als in anderen Regionen Russlands.
Die Arbeitslosigkeit in der Stadt liegt gegenwärtig bei nur zwei Prozent. Erwerbslos sind nur die armen und weniger gebildeten Bevölkerungsschichten. Bei den qualifizierten Arbeitskräften gibt es keine messbare Arbeitslosigkeit. Der Mindestlohn der Beschäftigten Moskaus beträgt 720 Rubel (21 Euro). Der durchschnittliche Monatsbruttolohn liegt bei 13.038 Rubel (381 Euro). In ganz Russland sind es zum Vergleich 8.788 Rubel (255 Euro). In den einzelnen Wirtschaftssektoren der Stadt herrschen erhebliche Unterschiede im Lohn- und Gehaltsniveau.
In Moskau verbesserte sich der Lebendsstandard innerhalb der letzten Dekade erheblich. Die Stadt hat sich seit Anfang der 1990er Jahre von einer der preiswertesten zu einer der teuersten Städte der Welt entwickelt. Nach dem Wert des Verbraucherkorbes, der über 150 Hauptwaren beinhaltet, nimmt sie den ersten Platz in Europa ein und steht nur den japanischen Städten Tokio und Osaka nach.
Etwa fünf bis zehn Prozent der Moskauer Bevölkerung zählen zur wohlhabenden oder reichen Schicht. Das heißt rund eine Million Menschen besitzen eine hohe Kaufkraft. Rund 40 Prozent der Einwohner, das sind etwa vier Millionen Menschen, gehören der neuen Mittelschicht ein.
Verkehr
Fernverkehr
Osaka
Die zentrale Lage prädestiniert Moskau zum wichtigsten Verkehrsknoten des Straßen-, Bahn-, Fluß- und internationalen Flugverkehrs im europäischen Teil des Landes. Ein Kanalsystem verbindet die Stadt mit fünf Meeren. Moskau besitzt mehr
21. NovemberDer 21. November ist der 325. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 326. in Schaltjahren) - somit bleiben 40 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1259 v. Chr. (nach Beckeraths Berechnung) - Der Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag wird geschlossen.
- 1272 - Nach dem Tod von Heinrich III. fünf Tage zuvor wird sein Sohn Edward in Abwesenheit neuer Köng von England.
- 1803 - Deutschland: Nach einem mehrwöchigen Prozess wird der Schinderhannes mit 19 Kumpanen in Mainz hingerichtet.
- 1806 - Frankreich: Kaiser Napoléon Bonaparte verhängt eine Kontinentalsperre gegen Großbritannien
- 1918 - Am Ende des Ersten Weltkrieges verlassen die deutschen Truppen das Elsass
- 1945 - Radio RIAS (Radio im amerikanischen Sektor) wird in Berlin gegründet.
- 1945 - Guatemala wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1946 - Peru und die Philippinen werden Mitglieder der UNESCO.
- 1948 - Gründung Radio Bremen
- 1958 - Im Hüttenwerk Oberhausen wird erstmals in Deutschland die Lohnzahlung überwiesen.
- 1967 - Rahmenabkommen zwischen Deutschland und Paraguay über deutsche Entwicklungshilfe
- 1991 - Gemeinsame Erklärung des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow
- 1995 - In Dayton, Ohio, finden die Präsidenten von Bosnien, Kroatien und Rest-Jugoslawien zu einer Einigung über die künftige Gestaltung Bosniens.
- 2000 - Peru. Der Kongress enthebt Staatspräsident Alberto Fujimori seines Amtes.
- 2002 - Mir Zafarullah Khan Jamali wird Regierungschef in Pakistan.
- 2002 - Auf ihrem Gipfeltreffen in Prag werden von der NATO sieben Staaten Mittel- und Osteuropas zum Beitritt eingeladen.
- 2005 - Der israelische Premierminister Ariel Scharon verlässt die von ihm mitgegründete Likud-Partei.
Wirtschaft
- 1956 - Per Jacobsson, Schweden, wird Direktor des IWF (Internationaler Währungsfond).
- 1993 - Die Fusion der Fluggesellschaften KLM, SAS, AUA und Swissair scheitert sowohl am Machthunger der Airline-Manager wie auch am Widerstand der öffentlichen Meinung.
Wissenschaft, Technik
- 1783 - Paris: Start des ersten bemannten Heißluftballons der Gebrüder Montgolfier mit dem Passagier Jean-François Pilâtre de Rozier.
- 1898 - Pierre und Marie Curie entdecken gemeinsam mit Gustave Bémont das Radium.
- 1964 - In New York wird die Verrazano-Narrows-Brücke über den Hudson, die bis dato längste Hängebrücke der Welt, für den Verkehr freigegeben.
- 1999 - Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, dass das erste unbemannte Raumschiff der VR China planmäßig wieder gelandet sei.
Kultur
- 1827 - Die Oper "Viva la Mamma" von Gaetano Donizetti wird im Teatro Nuovo in Neapel uraufgeführt.
- 1831 - Die Oper "Robert le diable" von Giacomo Meyerbeer wird an der Pariser Opéra uraufgeführt.
- 1847 - Das Märchenspiel "Der Dudelsackpfeifer von Strakonice oder Das Fest der Waldfrauen" von Josef Kajetán Tyl wird in Prag uraufgeführt.
- 1862 - Uraufführung der Oper "Blanche de Nevers" von Michael William Balfe im Covent Garden in London.
- 1874 - Mit der "Götterdämmerung" beendet Richard Wagner in Bayreuth den letzten Teil des "Ring des Nibelungen".
- 1901 - Das Singgedicht "Feuersnot" von Richard Strauss wird in Dresden uraufgeführt.
- 1902 - Uraufführung der Operette "Wiener Frauen" von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien.
- 1963 - Mit einer Aufführung von "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss wird das Münchner Nationaltheater wieder eröffnet.
Religion
- 235 - Der Heilige Anterus wird als Nachfolger von Pontianus als Papst inthronisiert.
- 2002 - Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Bremen wird von Bürgermeister Dr. Henning Scherf und dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Giovanni Lajolo, unterzeichnet.
Katastrophen
- 1990 - Thailand. Auf dem Inlandsflug der Bangkok Airways von Bangkok nach Ko Samui verlieren die Piloten einer DHC-8 Dash 8 nach missglücktem Landeanflug die Orientierung. In schlechtem Wetter sinkt die Maschine unbemerkt und stürzt in eine Kokosnuss-Plantage. Keiner der 38 Menschen an Bord überlebt.
- 1997 - Ein Erdbeben der Stärke 6,1 in Indien und Bangladesch fordert 23 Tote.
Sport
- 1991 - Nach 133 Tagen auf See erreicht Gérard d'Aboville nach seiner Pazifiküberquerung mit seinem Einmann-Ruderboot die amerikanische Westküste.
Geboren
- 1694 - Voltaire (François-Marie Arouet), französischer Schriftsteller und Philosoph
- 1768 - Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, protestantischer deutscher Theologe und Philosoph
- 1789 - Cesare Graf Balbo, piemontesischer Politiker
- 1791 - Heinrich Ritter, deutscher Philosoph
- 1805 - Wilhelm Friedrich Christian Gustav Krafft, deutscher Politiker († 1854)
- 1811 - Zeng Guofan, Chinesischer Staatsmann († 1872)
- 1818 - Lewis Henry Morgan, US-amerikanischer Ethnologe
- 1824 - Hieronymus Theodor Richter, deutscher Chemiker († 1898)
- 1827 - Martin Traugott Blumner, deutscher Komponist und Musiktheoretiker
- 1840 - Viktoria, deutsche Kaiserin
- 1849 - Paul Rée, deutscher Philosoph
- 1851 - Désiré Mercier, belgischer Kardinal
- 1854 - Benedikt XV., Papst
- 1866 - Oskar Messter, deutscher Filmpionier
- 1868 - Peter Friedrich Georg von Holstein-Gottorp, Schwager des russischen Zaren Nikolaus II. († 1924)
- 1870 - Alexander Berkman, litauischer Politiker und Schriftsteller, Anarchist
- 1870 - Sigfrid Edström, schwedischer Unternehmer und Sportfunktionär
- 1878 - Gustav Radbruch, deutscher Rechtsgelehrter und Politiker
- 1880 - Franz Hessel, deutscher Schriftsteller und Übersetzer
- 1882 - Paul Niehans, schweizer Arzt
- 1886 - Harold G. Nicolson, britischer Diplomat
- 1890 - Jeanne Mammen, deutsche Malerin
- 1891 - Karl Hubbuch, Akademieprofessor, Zeichner und Maler
- 1891 - Just Göbel, niederländischer Fußballspieler
- 1895 - Josef Mattauch, deutscher Physiker
- 1897 - Veza Canetti, Schriftstellerin
- 1898 - René Magritte, belgischer Maler
- 1904 - Coleman Bean Hawkins, US-amerikanischer Jazz-Musiker
- 1909 - Hermann Paul Müller, deutscher Rennfahrer
- 1912 - Eleanor Powell, US-amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin
- 1918 - Dieter Mauritz, deutscher Tischtennisspieler
- 1922 - Maria Casarès, französische Schauspielerin
- 1917 - John Francis Reuel Tolkien, ältester Sohn des Schriftstellers J.R.R. Tolkien
- 1924 - Christopher Tolkien, Sohn des Schriftstellers J.R.R. Tolkien
- 1926 - William Wakefield Baum, emeritierter Erzbischof von Washington und ein Kardinal
- 1929 - Marilyn French, US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin
- 1932 - Heinrich Lummer, deutscher Politiker
- 1933 - Jean Shepard, US-amerikanische Sängerin
- 1942 - Brigitte Blobel, deutsche Kinderbuchautorin und Journalistin
- 1942 - Heidemarie Wieczorek-Zeul, deutsche Politikerin
- 1943 - Jacques Laffite, Formel-1-Rennfahrer
- 1945 - Goldie Hawn, US-amerikanische Schauspielerin
- 1946 - Heinz Bosl, deutscher Tänzer
- 1947 - Klaus Esser, deutscher Manager
- 1948 - Lonnie Jordan, US-amerikanischer Rock-Musiker und Sänger
- 1949 - Randy Zehringer, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Alberto Juantorena, kubanischer Leichtathlet
- 1961 - Martin Andermatt, schweizerischer Fußballtrainer
- 1965 - Björk Guðmundsdóttir, isländische Musikerin
- 1968 - Inka Bause, deutsche Schlagersängerin
- 1981 - Tim Pauwels, belgischer Radsportler
Gestorben
- 496 - Gelasius I. in Rom; Papst seit 492; katholischer Heiliger
- 615 - Columban von Luxeuil, irischer Wandermönch und Missionar
- 1011 - Reizei, 63. Kaiser von Japan
- 1555 - Georgius Agricola in Chemnitz; deutscher Universalgelehrter und "Vater der Mineralogie" ( - 24. März 1494)
- 1695 - Henry Purcell in London; englischer Komponist ( - 1659)
- 1728 - Fjodor Apraksin in Moskau; russischer Admiral ( - 1661)
- 1796 - Angelo Soliman, afrikanischer Kammerdiener
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