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Iwo Jima

Iwo Jima

Iwo Jima (jap.: 硫黄島 Iōjima (), wörtlich: Schwefelinsel) ist eine rund 21 km² große Vulkaninsel im Pazifik, etwa 1.050 km südlich von Tokio; sie gehört zu den Bonin-Inseln.

Geschichte

Besiedlung

Die Insel war bis ins frühe 18. Jahrhundert unbewohnt, wurde dann aber besiedelt und als Stützpunkt im Pazifik ausgebaut. 1943 betrug die Einwohnerzahl ca. 1100 auf fünf Orte verteilt.

II. Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg gehörte sie zu Japans pazifischen Stützpunkten. Nach über 50-tägiger Bombardierung landeten am 19. Februar 1945 schließlich US-Truppen auf der Insel. Die Schlacht um Iwo Jima wurde die blutigste des Pazifikkrieges.

Politische Situation

Iwo Jima war bis 1968 von den USA besetzt. Heute ist die Insel unbewohnt.
Für den Zutritt ist eine besondere Erlaubnis erforderlich. Erster Gebrauch von Napalm.

Geologie

Die Gegend ist immer noch vulkanisch aktiv. So kam es zu Unterwassereruptionen in den Jahren 1986, 1992 und 2005.

Wirtschaft

Nur im Norden ist Zuckerrohranbau möglich, da die Gegend keine natürlichen Süßwasserquellen hat und die Erde nicht sehr fruchtbar ist. Auf den Inseln wird immer noch Schwefel abgebaut.

Sonstiges

Das am 23. Februar 1945 aufgenommene preisgekrönte Foto des Associated Press-Fotografen Joe Rosenthal, das das Hissen der US-Flagge auf dem höchsten Punkt der Insel, dem Vulkan Suribachi, zeigt, wurde sehr bekannt und hat sich in den USA ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Die Aufnahme zeigt allerdings nicht das ursprüngliche Ereignis, sondern wurde vielmehr einige Stunden später, mit einer größeren Flagge, wiederholt und dabei fotografisch festgehalten. Nach dem Foto wurde das U.S. Marine Corps War Memorial in Virgina erstellt. Iwo Jima ist auch der Titel eines US-amerikanischen Films mit John Wayne.

Weblinks


- [http://www.nps.gov/gwmp/usmc.htm U.S. Marine Corps War Memorial]
- [http://www.stuttgarter-zeitung.de/page/detail.php/877189 Japans Niederlage begann in Iwo Jima] (am 15. Februar 2005 in der Stuttgarter Zeitung erschienener dpa-Artikel) Kategorie:Unbewohnte Insel Kategorie:Pazifikkrieg Kategorie:Japanische Geschichte Kategorie:Insel (Japan) ja:硫黄島 (東京都) ko:이오 섬

Japanische Sprache

Japanisch (jap. 日本語 nihongo) ist die Amtssprache Japans. Der Language Code nach ISO 639 ist ja bzw. jpn.

Verbreitung

Mit etwa 127 Mio. Sprechern und einem Anteil an der Weltbevölkerung von 2,4% steht Japanisch in der Liste der am häufigsten gesprochenen Sprachen auf Platz 8. Außer in Japan selbst wird es hauptsächlich in den USA (ca. 200.000 Sprecher auf dem nordamerikanischen Festland, ca. 220.000 Sprecher auf Hawaii) und in Südamerika (ca. 380.000 Sprecher, vor allem in Brasilien) gesprochen. Dies ist vor allem auf drei große Auswanderungswellen von Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts zurückzuführen. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 4,9% aller Web-Seiten auf Japanisch sind (Platz 4 hinter Englisch, Deutsch und Französisch).

Herkunft

Aus den japanischen Inseln sind nur drei einheimische Sprachen bekannt: Japanisch, Ainu in Hokkaido und die Sprachen von Ryūkyū (Okinawa), die mit dem Japanischen relativ nahe verwandt ist; beide werden aus dem Proto-Japonisch hergeleitet. Dessen nächste (nicht: nahe) Verwandte sind vermutlich Sprachen in Korea, besonders das ausgestorbene Alt-Koguryo im Norden der Halbinsel. Die Ainu-Sprache, die sich vom Japanischen stark unterscheidet, leiten viele Forscher von den Trägern der mesolithischen und neolithischen Jōmon-Kultur (1896) ab. Der genaue Ursprung der japanischen Sprache ist jedoch bis heute unklar, eindeutig nachgewiesen werden kann eine Sprachverwandtschaft bisher nur zu den oben erwähnten Ryūkyū-Sprachen (sog. "Okinawa-Dialekte des Japanischen"). Eine sehr lange Periode der schriftlosen Isolierung (von mehreren tausend Jahren v. Chr. bis ca. 300 n. Chr.) hat die altjapanische Sprache weit von allen eventuellen Ursprüngen entfernt. Während der Jōmon-Zeit (縄文時代) wurde im westlichen Teil Japans vermutlich eine austronesische Sprache gesprochen, die wohl mit den Inselsprachen Melanesiens und Mikronesiens verwandt gewesen sein dürfte. Zu Beginn der Yayoi-Zeit (弥生時代) um etwa 300 v. Chr. gelangten die Technik des Reisanbaus und die Verwendung von Bronze von Südkorea nach Nord-Kyūshū und verbreiteten sich von dort über das gesamte westliche Japan. Zusammen mit der koreanischen Kultur -- eventuell aber auch schon merklich früher -- kam wohl auch die damalige Form einer oder mehrerer koreanischer Sprachen nach Japan, wodurch sich altaische (sibirisch-türkische) und austronesische Sprachelemente teilweise schon in Korea und später auch in Japan vermischten. Im 3./4. Jahrhundert brachte eine neue Welle koreanischer Einwanderer die Japaner in Kontakt mit der in Korea schon länger einflussreichen chinesischen Kultur. Ab dem 4./5. Jahrhundert besuchten japanische Mönche für buddhistische Studien das Kaiserreich China und nahmen die chinesischen Schriftzeichen und andere Kulturgüter mit nach Japan. Dort vermischten sich diese Einflüsse, ausgehend von den religiösen Zentren, mit der lokalen Kultur.

Sprachaufbau

Die japanische Sprache ist in ihrer Entstehung etwas weitgehend Eigenständiges. Zwar entspricht ihre Grammatik – ebenso wie z. B. die des Koreanischen – dem Altaischen (Agglutination, Wortstellung), die Aussprache ist jedoch typisch austronesisch (wenig Konsonantenverdoppelungen, nur ein stimmhafter Endkonsonant "-n"), und im Wortschatz lassen sich kaum Ähnlichkeiten mit dem Koreanischen feststellen, sieht man von Begriffen aus dem landwirtschaftlichen Bereich und in beiden Sprachen vorhandenen chinesischen Lehnwörtern ab. Altaische Ausspracheelemente wie die Vokalharmonie wurden im Laufe der Zeit immer mehr zurückgedrängt. Das japanische Schriftsystem verwendet die chinesischen Schriftzeichen (漢字 Kanji), sowie zwei davon abgeleitete Silbenschriften, Hiragana (für den indigenen Wortschatz) und Katakana (für neuere Lehnwörter). Mit der Schrift wurden auch viele chinesische Begriffe in das Japanische übernommen. Doch in Aussprache und Grammatik unterscheiden sich Japanisch und Chinesisch grundlegend: Anders als die chinesischen Sprachen kennt das Japanische keine Töne und auch weniger Konsonanten, daher ist der Silbenvorrat des Japanischen mit rund 150 Silben im Vergleich zu den rund 4000 des Chinesischen viel geringer. In der Grammatik ist Japanisch, im Gegensatz zu den isolierenden chinesischen Sprachen, eine agglutinierende Sprache, besitzt also eine Vielzahl von grammatischen Suffixen – so genannten Partikeln und Funktionalnomen –, die eine vergleichbare Funktion wie die Flexionsformen, Präpositionen und Konjunktionen der europäischen Sprachen haben. Noch im heutigen Japanisch werden „altjapanische“ und chinesische Elemente voneinander abgegrenzt. Bei den Schriftzeichen wird zwischen 音読み (On-yomi) und 訓読み (Kun-yomi) unterschieden. On-yomi ist die sinojapanische Lesung, eine Übertragung der chinesischen Lesung (meist aus Sung- oder Tangzeit) in den Lautvorrat des Japanischen, bei der Kun-yomi wurde ein „urjapanisches“ Wort mit der Bedeutung des Schriftzeichens verbunden. Einige Lautfiguren finden sich nur in jeweils einem der beiden Bereiche. Aus dem Chinesischen stammende japanische Verben und Adjektive, die wie alle chinesischen Wörter nicht flektierbar sind, funktionieren auch grammatikalisch anders als ihre flektierbaren „urjapanischen“ Gegenstücke.

Grammatik

Die Satzstellung des Japanischen ist SOP, Subjekt - Objekt - Prädikat. Das heißt, das Verb steht immer am Ende des Satzes bzw. Nebensatzes. Das Japanische ist eine agglutinierende Sprache. Grammatische Formen werden gebildet, in dem das Verbende verändert wird, andere Satzteile werden durch Partikel verändert.

Nomen

Nomen werden im Japanischen nicht dekliniert. Japanisch kennt im Gegensatz zum Deutschen auch keinen grammatischen Genus (Geschlecht), keine Artikel, keinen Plural (Mehrzahl) und keinen Kasus (Fall).

Partikel

Die Funktion von Fällen und Präpositionen in der deutschen Sprache übernehmen Partikel, die an das Nomen angefügt werden. Eine zweite Gruppe von Partikeln wird an Sätze angefügt und dient als Satzverbinder.

Numerus

Bei japanischen Nomen ist der Numerus nicht festgelegt, mit geta (Sandale) kann eine einzelne Sandale, ein Paar, ein ganzes Regal voll oder Sandalen im Allgemeinen gemeint sein. Wenn es notwendig ist, die Menge näher zu bestimmen, muss dies durch zusätzliche Bestimmungen im Satz geschehen, z.B. ’’takusan’’ = "viele". Weiterhin gibt es Suffixe, mit denen sich der Plural bei Menschen ausdrücken läßt: -tachi (höflicher: -gata, informell: -ra)

Adjektive

Das Japanische kennt zwei Formen von Adjektiven: na-Adjektive (keiyōshi 形容詞) und i-Adjektive (keiyōdōshi 形容動詞). na-Adjektive sind nicht konjugierbar und werden mit Nomen durch den Partikel "na" verbunden. Sie können auch mit dem Verb "da" als Partizip verwendet werden. i-Adjektive lassen sich konjugieren und werden im Satz wie Verben verwendet.

Personalpronomen

Das historische Japanisch kennt genaugenommen gar keine Personalpronomen. Noch heute ist es üblich, von sich selbst mit dem eigenen Namen oder der Stellung gegenüber dem Gesprächspartner zu reden. Genauso kann man den Gesprächspartner im Satz mit dessen Namen bezeichnen. Für die Selbstbezeichnung gibt es eine Reihe von Ausdrücken, die von "selbst" oder "persönlich" abgeleitet sind. Eines dieser Wörter ist watakushi (私; wörtlich "privat") das die höchste Höflichkeitsstufe im modernen Japanisch für "ich" darstellt und eine Reihe von informellen Verkürzungen kennt (watashi; atashi; ashi usw.). boku (僕) und ore (俺) sind weitere informellere Wörter, die "ich" bedeuten, dazu kommen dialektale Ausdrücke. Wo im Deutschen immer das Personalpronom nötig ist, um zu bezeichnen, um wen es geht, wird es im Japanischen eher weggelassen und aus dem Kontext geschlossen, um wen es eigentlich geht. Was in Japanisch-Lehrbüchern als Personalpronomen aufgeführt wird, hat in der japanischen Umgangssprache leider ganz andere Verwendungen. Mit kare (彼, höflicher kareshi 彼氏) und kanojo 彼女 ist immer der Freund und meistens die Freundin gemeint. Ob jemand Single ist, fragt man also mit "kare / kanojo ga imasu ka?" anata あなた Ist das einzige im aktuellen Japanisch verwendete Wort mit der Bedeutung "du" das in neutralen Zusammenhängen als "Sie" gebraucht werden kann z.B. in Hinweisschildern und Durchsagen: "Bitte benutzen Sie die Yamanote-Linie bis zur Station Shinjuku und steigen Sie dann...". Es stammt von einer gleichnamigen Anrede von Frauen für ihre Ehemänner. Anreden von unbekannten oder höhergestellten Erwachsenen mit anata ist ausgeschlossen! Weiterhin ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass ehemalige sehr höfliche Sie-Wörter in der Geschichte der Sprache oft unhöflich geworden sind. Beispiele dafür sind:
- kimi 君 ursprünglich Bezeichnung für den Tenno (ookimi 大君) in der Edo-Periode, jetzt Ausdruck für "du" in der Männersprache
- omae お前 (ehrenhafter Gegenüber) früher Sie, jetzt "hey du!" (Ausruf, unhöflich) oder im vertrauten Zusammenhang ein einfaches "du" (ebenfalls Männersprache)
- kisama 貴様 (Ehrenwerter hochverehrter [Herr]) bedeutet in heutiger Verwendung ironischerweise "du Arschloch"

Lehnwörter

Seit dem 3. Jahrhundert übernahm das Japanische zusammen mit der chinesischen Schrift zahlreiche chinesische Lehnwörter, die jedoch an die japanische Aussprache angepasst wurden. Ein großer Teil des heutigen japanischen Wortschatzes besteht aus diesen angeglichenen Begriffen. Als portugiesische Jesuiten im 16. Jahrhundert in Japan eine kurzlebige christliche Mission einrichteten, übernahm die japanische Sprache einige Wörter aus dem Portugiesischen. Dazu gehören beispielsweise パン pan (Brot) und テンプラ tempura (in Backteig frittiertes Gemüse und Fisch, von lateinisch tempora, [Fasten]zeiten). Zu dieser Zeit wurden diese Wörter in chinesischen Schriftzeichen phonetisch wiedergegeben, z.B. Kaffee = 珈琲 kōhi-, mittlerweile werden die praktischeren Silbenschriften dafür verwendet. Seit der Öffnung zum Westen 1853 und dem Beginn der Meiji-Zeit 1868 sind die Japaner mit einer Vielzahl westlicher Konzepte konfrontiert worden, für die neue Wörter geschaffen werden mussten. Als erste Möglichkeit wurden Begriffe in chinesischen Schriftzeichen neu geschaffen, z.B. minshushugi 民主主義 = Demokratie. (Interessanterweise finden sich diese Wörter heutzutage vielfach als japanische Lehnwörter im Chinesischen.) Andere Wörter wurden phonetisch übertragen, ihr Anteil an der japanischen Sprache beträgt mittlerweile ca. 10-15% und variiert je nach Sachgebiet stark. Die Aussprache in lateinischer Schrift geschriebener englischer Wörter ist für Japaner oft nur schwer nachzuvollziehen, zumal andere europäische Sprachen wie Französisch, Deutsch, Spanisch die lateinischen Buchstaben wieder anders lesen und damit die Schwierigkeiten vergrößern. Um die Lesung zu vereinheitlichen, werden phonetische Lehnwörter daher im Japanischen in der Silbenschrift Katakana wiedergegeben. Bei der Übertragung ins Japanische werden dabei allerdings oft die Laute verändert, so unterscheidet das japanische nicht zwischen l und r. Dass es sich bei タワー tawā um einen tower = Turm handelt und bei タオル taoru um ein towel illustriert die Schwierigkeiten vielleicht. Zu lange Begriffe werden dabei zusätzlich auf „japanische Weise” abgekürzt. So ist aus dem englischen Begriff personal computer durch Verkürzung und Angleichung das Wort パソコン pasokon geworden, ラブホ rabuho bezeichnet ein love hotel. Außerdem sind diese Wörter durch Umdeutung häufig nicht mehr mit ihrer ursprünglichen Bedeutung gleichzusetzen. Auch deutsche Lehnwörter sind im Japanischen zu finden (z. B. アルバイト arubaito von Arbeit, im Sinne von Teilzeitjob). Von Mitte des 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein orientierte sich die ärztliche Ausbildung in Japan an deutschen Dozenten und Lehrbüchern, und die Krankenberichte wurden auf deutsch in lateinischer Schrift geschrieben. Daher haben sich vor allem in der Medizin viele Begriffe erhalten (z. B. ルンゲ runge von Lunge, クランケ kuranke von Kranke, カルテ karute von Karte im Sinne von Patientenkartei). Auch in der Philosophie (z. B. ゲシュタルト geshutaruto von Gestalt, イデー idē von Idee) und beim Bergsteigen (z. B. シュタイクアイゼン shutaikuaizen von Steigeisen, エーデルワイス ēderuwaisu von Edelweiß) finden sich im Japanischen zahlreiche deutsche Lehnwörter, Recht und Militärwesen sind weitere Bereiche. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts übernimmt das Japanische große Mengen von Wörtern aus dem Englischen, die meisten Begriffe des „modernen Lebens” fallen im heutigen Japanisch in diese Kategorie. Besonders sind dabei die Bereiche Wirtschaft, Computer, Popkultur, Medien und Werbung zu nennen.

Weiterführende Informationen

Vokal

Verwandte Sprachen und Sprachfamilien


- Ryūkyū-Sprachen
- Koreanische Sprache
- Polynesische Sprache
- Altaische Sprachen

Schrift


- Japanisches Schriftsystem
- Kaibun

Zahlen


- Japanische Zahlen

Kultur


- Japanische Wochentage
- Japanische Namen
- Japanische Anrede

Literatur


- 大野晋 日本語の起源 (Ōno Susumu: Nihongo no kigen = Die Entstehung der Japanischen Sprache), Tokyo 1957
- Roy Andrew Miller: Die japanische Sprache. iudicium, München. ISBN 3-891-29484-0 (aktuelle Auflage 2000)
- Jens Rickmeyer: Japanische Morphosyntax.Groos, Heidelberg ISBN 3-872-76718-6 (Auflage 1995)
- Association for Japanese-Language Teaching: Japanisch im Sauseschritt 1 Universitätsausgabe mit Kana und Kanji. Doitsu Center Ltd., Tokyo 2002 ISBN 4-9900384-5-2 (offiziell an den deutschen Volkshochschulen verwendetes Lehrbuch)

Sprachzertifizierung


- JLPT - Japanese Language Proficiency Test
- ToJFL - Test of Japanese as Foreign Language

Weblinks


- [http://www.japanisch-netzwerk.de/ Japanisch Netzwerk] (Großes Forum für Japanischlernende)
- [http://www.nihongo4u.de/ Nihongo4u Japanisch für Alle] (Infos zur Sprache und Kultur für Groß und Klein.)
- [http://www.japanische-sprache.de/ www.japanische-sprache.de]
- [http://www2.rz.hu-berlin.de/japanologie/studium/dohlus.pdf Deutsche Lehnwörter im Japanischen] (Magisterarbeit in Japanologie, mit einer Liste von fast 500 Begriffen im Anhang)
- [http://www.wadoku.de/ Freies Japanisch-Deutsches Wörterbuch] (sehr umfangreich mit rund 200.000 Einträgen)
- [http://bunmei7.hus.osaka-u.ac.jp:591/WadokuJT/search.htm Japanisch-Deutsches Wörterbuch der Universität Osaka] (auch Eingabe von japanischen Wörtern in Romaji/Schreibung in lateinischer Schrift möglich)
- [http://www.bibiko.de/kanji/ Kanji-Lexikon] (12.168 Kanji, davon ca. 6.650 mit deutscher Übersetzung)
- [http://www.suteki.nu/translator Japanese-Translator] (Gute Übersetzungen aus dem Englischen)
- [http://www.sf.airnet.ne.jp/~ts/japanese/ Teach Yourself Japanese] (Sprachkurs in englischer Sprache)
- [http://www.sauseschritt.com/tombeck Japanisch-Trainer]
- [http://www.cjmweb.de/japtrain.php OJT - Der Japanisch-Trainer]
- [http://lrnj.com/ Slime Forest] - mit einem typischen japanischen PC-Rollenspiel die japanischen Schriftsysteme lernen
- [http://www.kuroitenshi.de/ KuroiTenshi] Das Wissensportal um und über die japanische Kultur. (deutsch - Private Homepage mit vielen Informationen aus dem Bereich Kultur, Sprache und Geschichte Japans. Mit detaillierten Angaben zu Kimonos).
- [http://www.din1031.de/verben/ Japanische Verben] - Eine kleine Seite mit Informationen zu Japanischen Verben
- [http://www.ganbattehora.de/ Ganbatte Hora] - Japanischwebsite zur Japanischübung
- [http://www.steffen.jp/cambrium.htm Multiple-Choice-Kanji-Quiz] Kategorie:Einzelsprache ! ja:日本語 ko:일본어 ms:Bahasa Jepun simple:Japanese language th:ภาษาญี่ปุ่น zh-min-nan:Ji̍t-pún-oē

Pazifik

Der bis 11.034 m tiefe Pazifische Ozean bzw. Pazifik (auch Stiller Ozean, zu lat. pacificus = Frieden schließend, oder auch Großer Ozean genannt) ist mit 179,7 Mio km² Fläche der größte Ozean der Erde.

Geografie

Der Pazifik, der sich auf der West- und Osthalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Nordamerika im Nordosten, Mittelamerika im Osten, Südamerika im Südosten, der Antarktis im Süden, Australien im Südwesten, Ozeanien im Westen und Asien im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.

Daten

Die Fläche des Pazifischen Ozeans beträgt 179,7 Mio. km², was rund 35 Prozent der gesamten Erdoberfläche und die Hälfte der Meeresfläche der Erde ausmacht. Das Wasservolumen beträgt 723,7 Mio. km³. Während seine mittlere Tiefe 4.028 m (andere Angaben siehe hier) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 11.034 m unter NN (s.u.).

Tiefste Stelle des Weltmeeres

Im Pazifik liegt die tiefste Stelle des Weltmeeres, die sich im Marianengraben befindet; dies ist die 11.034 m unter NN liegende Witjastief 1.

Meeresboden

Innerhalb des Pazifiks bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich teils hohe und langgestreckte Mittelozeanische Rücken, viele niedrigere Schwellen, riesige Tiefseebecken, Tiefseerinnen, verschiedene Meerestiefs und der Pazifische Feuerring. Pazifische Feuerring] Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört insbesondere der Ostpazifische Rücken, der sich durch den Südosten des Stillen Ozeans zieht. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Marianengraben mit seiner 11.034 m unter NN liegenden Witjastief 1, welche die tiefste Stelle des Pazifiks darstellt. Zu den Tiefseebecken gehört das äußerst große Nordpazifische Becken, das den Großteil des nördlichen Pazifiks ausmacht, in Richtung Süden sogar über den Äquator hinaus reicht und nur wenig von Mittelozeanischer Rücken und Schwellen durchzogen ist. Am Pazifischer Feuerring (Ring of Fire), ein weitausgedehnter bzw. um den Ozean verlaufender Ring von aktiven Vulkanen verbunden mit Tiefseerinnen (Grabenbruchzonen - siehe Plattentektonik), fanden bezeichnenderweise einige der gewaltigsten Erdbeben des 20. Jahrhunderts statt (z. B. in Chile 1960 und 1923 in der japanischen Stadt Kobe). Eine weitere Gefahr sind die Seebeben, die meterhohe Flutwellen mit vernichtender Wirkung auslösen können, die Tsunamis.

Inseln

Die zahllosen Inseln der Südsee werden mehr nach kulturellen als nach geographischen Gesichtspunkten in die Archipele Melanesien, Polynesien und Mikronesien unterteilt.

Nebenmeere

Die meisten Randmeere des Pazifiks liegen vor der asiatisch-australischen Seite und werden zum Ozean hin durch eine Kette von Inseln und Tiefseegräben getrennt. Randmeere des Pazifik sind: Beringmeer, Ochotskisches Meer, Japanisches Meer/Ostmeer, Ostchinesisches Meer, Südchinesisches Meer (ein Teil des Australasiatischen Mittelmeers), Tasmansee, Golf von Kalifornien, Golf von Alaska, Korallenmeer.

Küstenstaaten

Die am Pazifik und an seinen Randmeeren liegenden Küstenstaaten sind: Russland, Japan, Nordkorea, Südkorea, Volksrepublik China, Taiwan, Philippinen, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Brunei, Indonesien, Palau, Mikronesien, Marshallinseln, Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu, Nauru, Tuvalu, Kiribati, Fidschi, Tonga, Samoa, Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala, Mexiko, USA, Kanada.

Siehe auch


- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Pazifischer Feuerring
- Plattentektonik
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser Kategorie:Ozean ja:太平洋 ko:태평양 simple:Pacific Ocean th:มหาสมุทรแปซิฟิก zh-min-nan:Thài-pêng-iûⁿ

Tokio

Tokio (auch: Tokyo, jap. 東京 Tōkyō, wörtlich: östliche Hauptstadt) liegt in der Kantō-Region im Osten der Insel Honshū und ist seit 1603, dem Umzug des Shogunats, de facto die Hauptstadt Japans. Außerdem ist Tokio seit 1868 auch offiziell Hauptstadt und Sitz des Kaiserpalastes. In der eigentlichen Stadt leben 8.336.599 Menschen. Mit 36.511.740 Einwohnern im Ballungsraum ist Tokio die größte Metropolregion der Welt (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die Region ist das Finanz-, Industrie-, Handels- und Kulturzentrum Japans mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theater und Museen. Tokio ist auch UN-Stadt (UNU).

Drei Definitionen von Tokio

UNU Vielen westlichen Beobachtern ist nicht klar, dass es keine Stadt Tokio im administrativen Sinn gibt. Die „Stadt“ Tokio als politische Einheit wurde 1943 aufgelöst. Tokio hat in den westlichen Sprachen heute drei verschiedene Definitionen, die in Japan selbst alle unterschiedliche Namen tragen. # Die 23 Stadtbezirke (jap. 23区 Nijūsan-ku) auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Tokio, also den Kernbereich. Jeder Stadtbezirk ist administrativ eine einer Stadt gleichgestellte eigenständige Kommune. Auf Englisch nennen sich die Hauptstadtbezirke neuerdings offiziell City (Shinjuku City, Shibuya City) und nicht mehr wie früher Ward (Stadtbezirk). # Die Präfektur Tokio (jap. 東京都 Tōkyō-to), die sich neben den 23 Hauptstadtbezirken auch noch über den westlichen Teil des Ballungsraumes, Ausläufer der Japanischen Alpen und sogar abgelegene Pazifikinseln ausbreitet. # Den Ballungsraum (jap. 首都圏 Shutoken, Hauptstadtbereich), der die Stadtbezirke und alle Vororte im Einzugsbereich (in insgesamt acht Präfekturen) umfasst, aber nicht die abgelegenen Gebirgsdörfer und Inseln. Dieser Artikel behandelt Tokio als organisches Stadtgebilde, also im Sinn der Definitionen 1 und 3. Politische, volkswirtschaftliche und geografische Informationen zu Tokio finden sich im Artikel Präfektur Tokio. In der westlichen Berichterstattung hat das Fehlen einer „Stadt Tokio“ einige Irrtümer hervorgerufen. Die oft irrtümlich als Einwohnerzahl des „Großraums Tokio“ in den Medien genannten 12 oder 13 Millionen Einwohner sind in Wirklichkeit die Einwohnerzahl der Präfektur Tokio inklusive der Gebirgsdörfer und abgelegene Pazifik-Inseln, aber ohne den Rest des Ballungsraumes in anderen Präfekturen. Daneben wird der Gouverneur der Präfektur Tokio (jap. 都知事, Tochiji), derzeit Shintaro Ishihara, meist fälschlich als „Bürgermeister“ Tokios bezeichnet. Der 1991 von Kenzo Tange erbaute Wolkenkratzer der Provinzverwaltung in Shinjuku im Stil einer Kathedrale figuriert meist falsch als Tokios „Rathaus“.

Geografie

Geografische Lage

Kathedrale Tokio liegt an der Tokiobucht, auf der Insel Honshū, der größten der vier Hauptinseln des japanischen Archipels, in der Kantō-Ebene (Kantō-heiya) durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel. Die 23 autonomen Bezirke der Stadt Tokio haben eine Fläche von 621,45 Quadratkilometern, die gesamte Metropolregion hat eine Bodenfläche von 5.258 Quadratkilometern. Die geografischen Koordinaten sind 35,41 Grad nördlicher Breite und 139,46 Grad östlicher Länge. Kantō ist das Gebiet, das in weitem Bogen um die Tokiobucht liegt. Der Name "Kantō" bedeutet "östlich der Barriere" - eine historische Bezeichnung (Kansai, also "westlich der Barriere", ist das Gebiet um Ōsaka). Mit "östlicher Barriere" sind die Berge in der Region Chūbu gemeint. Kantō ist die größte Ebene in Japan. Durch frühere, gewaltige Vulkanausbrüche des in den letzten Jahrhunderten eher ruhigen Fujisan wurde fast die komplette Ebene mit fruchtbarer, vulkanischer Asche eingedeckt - dem sogenannten kantō rōmu sō. Dazu kommt die große Tokiobucht, die tief genug ist, um als Hafen zu fungieren, und flach genug, um dem Meer größere Flächen abzuringen.

Geologie

Fujisan Tokio liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt. Kleine Erdbeben sind in der Stadt nichts besonderes. Während der sehr aktiven Phasen können kleine, bemerkbare Erdbeben fast täglich auftreten. Trotz aller Anstrengungen ist den Wissenschaftlern eine wirksame Erdbebenvorhersage bisher noch nicht gelungen. Eine der bekanntesten Theorien stammt von Kawasumi Hiroshi, Präsident des Instituts für Erdbebenforschung der Universität von Tokio. Er hat alle Erdbeben in Tokio seit dem Jahre 818 n. Chr. mit einer Stärke von über 5 auf der Richter-Skala analysiert und festgestellt, dass sich durchschnittlich alle 69 Jahre ein größeres Erdbeben ereignet. Demnach hätte das nächste große Beben im Jahre 1992 stattgefunden haben müssen. Allerdings ist dies eine rein statistische Berechnung, die keine geografischen Gegebenheiten berücksichtigt und deshalb zur Vorhersage völlig ungeeignet ist. Eine erheblich differenziertere Betrachtung nahm Professor Ishibashi Katsuhiko von der Universität in Kōbe vor. Nach seiner Feststellung ereignen sich die Erdbeben immer in einem gewissen Zyklus. Am Anfang kommen mehrere kleinere Beben; ein großes Beben bildet dann immer den Abschluss dieses Zyklus. Eines der schwersten Erdbeben war das Große Kantō-Erdbeben am 1. September 1923. Weitere schwere Beben ereigneten sich in den Jahren 1615 (Stärke 6,4), 1649 (7,1), 1703 (8,2), 1855 (6,9) und 1894 (7,0). Bei dem Genroku-Erdbeben am 31. Dezember 1703 wurden Tokio und andere Städte in der Umgebung zerstört. Etwa 200.000 Menschen kamen in der Region ums Leben.

Stadtgliederung

31. Dezember Tokio gliedert sich in 23 Hauptstadtbezirke (区 ku):

Klima

31. Dezember Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone, weshalb das ganze Jahr relativ milde und angenehme Temperaturen herrschen. Die Sommer sind heiß und feucht, die Winter trocken und sonnig. Von Ende Juni bis Mitte Juli dauert die Regenzeit (Tsuyu), mit täglichen Regenschauern. Mitte Juli bis Ende August ist es anhaltend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit. Taifune drohen im September oder Oktober, dauern aber selten länger als einen Tag. Sie entstehen meist im Sommer oder Früh-Herbst im Nordpazifik westlich der Datumsgrenze und nördlich des 5. nördlichen Breitengrades am Rand des Kalmengürtels und wandern dann meistens zuerst nordwestlich in Richtung Vietnam, Philippinen und China. Wenn sie das Festland nicht erreichen, drehen sie in nordöstliche Richtung und suchen Korea und Japan heim. In Tokio bringen Taifune starke Windböen und Regenfälle, schwächen sich dann aber allmählich ab, je weiter sie ins Inland vordringen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Tokio beträgt 15,6 °C, die jährliche Niederschlagsmenge im Mittel 1.410 Millimeter. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 27,1 °C, der kälteste der Januar mit 5,2 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 186 Millimeter, der wenigste im Januar mit 45 Millimeter im Mittel.

Geschichte

Japan Das Stadtgebiet war schon in der Steinzeit besiedelt, wie archäologische Funde belegen. Tokio war unter seinem früheren Namen Edo (江戸) ursprünglich ein unbedeutender Fischereihafen. Um das Jahr 1457 ließ ein Vasall nahe dem Dorf Edo eine Burg bauen. Jedoch erst 1590 erlangte die Siedlung Bedeutung, als sie in den Besitz von Shogun Tokugawa Ieyasu (1543-1616) überging. Er bestimmte Edo 1603 zur Hauptstadt des Shogunats, der wahren Macht in Japan, während der machtlose Tennō (Kaiser) weiterhin in der offiziellen Hauptstadt Kyōto residierte. Die Burg ist während seiner Regierungszeit restauriert und erweitert worden. Für ein schnelles Wachstum der Stadt sorgte der Befehl Ieyasus an seine Daimyōs (Großgrundbesitzer), ihre Residenzen in Edo einzurichten, wo ihre Familien praktisch als Geiseln gehalten wurden. Zahlreiche Handwerker und Kaufleute, die zur Versorgung des Hofes gebraucht wurden, ließen sich Anfang des 18. Jahrhunderts in Edo nieder. Im Jahre 1868 wurde auf Veranlassung von Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852-1912) der kaiserliche Hof nach Edo verlegt und die Stadt in Tōkyō („östliche Hauptstadt”) umbenannt. Tokio ist häufig von verheerenden Erdbeben und großen Bränden heimgesucht worden. 1872 zerstörte ein Großbrand die Bezirke Ginza und Marunouchi. Der Wiederaufbau erfolgte nach westlichem Vorbild. Die schwerste Naturkatastrophe in der neueren Geschichte Tokios war jedoch das Große Kantō-Erdbeben und Feuer vom 1. September 1923, bei dem ein Großteil der Stadt zerstört wurde. Beim im Jahre 1930 beendeten Wiederaufbau entstanden über 200.000 neue Gebäude, darunter viele nach westlichem Muster, sowie sieben Stahlbetonbrücken über den Fluß Sumida und einige Parks. Im Zweiten Weltkrieg begannen die USA am 24. November 1944 mit der Bombardierung Tokios, und auch am 25. Februar und am 9. März 1945 flogen amerikanische Bomber schwere Luftangriffe. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden wurden ein Raub der Flammen, fast 100.000 Menschen starben. Auch der historische Kaiserpalast wurde vernichtet. Von September 1945 bis April 1952 war Tokio von amerikanischen Truppen besetzt. In der Zeit nach 1954 erlebte die Stadt eine Phase raschen Wachstums, in der viel für die Modernisierung getan wurde. Vom 10. Oktober bis 24. Oktober 1964 fanden in Tokio die XVIII. Olympischen Sommerspiele statt. Am 20. März 1995 verübten Mitglieder der Aum-Sekte einen Sarin-Anschlag auf die Tokioter U-Bahn. Dabei starben zwölf Menschen, und über 5.500 wurden verletzt. Für die nähere Zukunft sagen Seismologen Tokio ein verheerendes Erdbeben in der Größenordnung des Großen Kantō-Erdbebens von 1923 vorher. Dies und die exorbitanten Grundstückspreise sind der Grund, dass seit den 1990er Jahren eine Verlegung der Hauptstadt weg von Tokio diskutiert und geplant wird – Hauptstadtverlegungen gab es aus religiösen und politischen Gründen in der japanischen Geschichte schon oft. Die drei Hauptstadt-Kandidaten sind Nasu, 300 Kilometer nördlich von Tokio, Higashino unweit der Olympiastadt Nagano in Zentraljapan, und eine neu zu errichtende Stadt in der Provinz Mie, unweit von Nagoya, 450 Kilometer westlich von Tokio. Tatsächlich besteht bereits ein Parlamentsbeschluss zur Verlagerung der Hauptstadt, aber bisher sind noch keine Aktivitäten erfolgt.

Bevölkerungsentwicklung

Nagoya Schon seit dem 19. Jahrhundert hat Tokio mehr als eine Million Einwohner. Es war bereits damals zeitweilig größte Stadt der Welt und neben London eine der damals zwei Millionenstädte der Erde. Seit den späten 1940er Jahren ist die Metropolregion Tokio erneut rasch gewachsen, sowohl nach Fläche wie auch nach Einwohnerzahl. In ihr lebt ungefähr ein Viertel der Gesamtbevölkerung Japans. Ihre äußere Grenze liegt zwischen 40 und 70 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Demgegenüber hat sich seit 1965 die Bevölkerung der 23 inneren Bezirke verringert. Die 23 Hauptstadtbezirke haben zusammen 8,3 Millionen Einwohner. Der Großraum Tokio bildet gemeinsam mit den angrenzenden Präfekturen Kanagawa, Saitama und Chiba das größte zusammenhängende urbane Gebiet der Erde (Megaplex) mit 36,5 Millionen Einwohnern. (Stand 1. Januar 2005). Tokio hat drei weitere Millionenstädte als Vororte: (Yokohama, Saitama und Kawasaki). Im östlichen Vorort Chiba leben etwa 900.000 Menschen. Yokohama im Süden Tokios hat mit 3,5 Millionen Einwohnern etwa ebensoviele Einwohner wie Berlin oder Madrid. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Kernstadt, also auf dem Gebiet der 23 Hauptstadtbezirke, nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1914 handelt es sich um Schätzungen, von 1920 bis 2000 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Madrid]

Politik

Madrid Tokio (Tōkyō) ist die einzige to in Japan. Die japanische Regierung benutzt den Begriff Tōkyō-to im Sinne von Metropole Tokio. Die Verwaltung mit Sitz in Shinjuku wird offiziell in direkter Übersetzung Tokio-Metropolregierung genannt. Außerhalb Japans wird jedoch Tōkyō-to in der Regel als Tokio-Präfektur übersetzt. Nach der Abschaffung der Provinzeinteilung bestand Tōkyō-fu, eine urbane Präfektur wie Ōsaka und Kyoto, aus einer Anzahl von Städten, die zusammengewachsen waren. Die größte davon war Tokio-Stadt und in 15 Stadtbezirke unterteilt. 1943 wurde Tokio-Stadt aufgelöst und Tōkyō-fu zu Tōkyō-to umbenannt. Tokios Stadtbezirke wurden zu den autonomen Stadtbezirken, die jede eine eigene Versammlung (kugikai) sowie Bürgermeister (kuchō) hatten und direkt der Präfektur unterstanden. Zu dem Zeitpunkt existierten 35 solcher Stadtbezirke, die auch die Vorstädte und Kleinstädte um Tokio umfassten. Der Grund für diese Neuordnung lag darin, die Verwaltung der Umgebung der Hauptstadt Tokio zu festigen, indem man die Verwaltung der Stadt Tokio auflöste. 1947 wurde Tokio aufgrund der Bevölkerungsrückgänge, die durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verursacht wurden, in die bis heute bestehenden 23 autonomen Stadtbezirke aufgeteilt. Das Wachstum des Megaplexes Tokios nach dem Krieg führte jedoch dazu, das es in andere Präfekturen hineinwuchs. Es gibt einige Unterschiede in der Terminologie zwischen Tokio und den anderen Präfekturen. Das liegt vor allem daran, das Tokio zum einen die Hauptstadt Japans, zum anderen ein riesiger Megaplex ist. Zum Beispiel werden die Polizei- und Feuerwehrstationen als chō anstatt honbu bezeichnet. Der Hauptunterschied Tokios zu den anderen Präfekturen besteht darin, das jeder Teil Tokios wiederum eine eigene Stadt ist. Heute haben diese Stadtbezirke annähernd den gleichen Grad an Unabhängigkeit wie andere japanische Städte, was in der Vergangenheit nicht so war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Megaplex Tokio besitzt viele Theater, in denen sowohl traditionelle Formen des Theaters – wie zum Beispiel Nō und Kabuki – als auch moderne Stücke aufgeführt werden. Mehrere Sinfonieorchester und viele kleinere Orchester haben westliche und traditionelle japanische Musik in ihrem Repertoire. Theaterfreunde können sich entscheiden zwischen dem Opernhaus, dem Tokyo Globe Theatre, dem Kabuki-za Theater, verschiedenen Nō-Bühnen und dem Takarazuka Grand Theatre, in dem Revuen und Musicals aufgeführt werden. Das -Theater ist ein traditionelles japanisches Theater, das nur von Männern gespielt (getanzt) und musikalisch begleitet wird. Meist trägt der Hauptdarsteller eine Maske. Die traditionellen Themen betreffen meist japanische oder chinesische Mythologie oder Literatur. Einige Nō-Theaterstücke befassen sich mit Gegenwartsthemen. Kabuki (dt. Gesang - Tanz - Action) ist das traditionelle japanische Theater der Händlerschicht der Edo-Zeit. Kabuki ist eine im wesentlichen säkulare Kunstform und etwas weniger formell als das ältere, vom Buddhismus geprägte Nō-Theater der Samurai. Im wesentlichen besteht ein Kabuki aus Gesang, Pantomime und Tanz.

Museen

Pantomime Im Ueno-Park befinden sich das Tokyo National Museum, das Nationale Naturkundemuseum, das Nationalmuseum für westliche Kunst und das Tokyo Metropolitan Art Museum. In der Nähe des Kaiserpalastes steht das Nationalmuseum für moderne Kunst. Das größte Museum Japans ist das Nationalmuseum. Dort sind permanent etwa 2.500 Exponate über die japanische Geschichte und Kultur ausgestellt, darunter nationale Schätze und bedeutende Kulturgüter des Landes. Manchmal werden zusätzlich noch Sonderausstellungen zu bestimmten Themen präsentiert, so dass ein ganzer Tag nicht ausreichend ist, um das gesamte Angebot des Museums zu besichtigen. Das Edo Tokyo Museum befindet sich in der Nähe der großen Sumo-Ringer-Halle südlich von Asakusa und östlich des Hauptbahnhofs. Dort ist das alte Tokio in Miniatur nachgebaut worden, einzelne Häuser auch in Originalgröße. Das Edo Fukagawa Museum liegt nur wenige Hundert Meter südlich des Tokyo Edo Museums entlang der Oedo-U-Bahn-Linie. Es beherbergt ebenfalls viele alte Häuser aus der Edo-Zeit.

Bauwerke

Edo Fukagawa Museum Edo Fukagawa Museum Tokio ist heutzutage eine der schnelllebigsten und modernsten Großstädte der Welt und kreiert einerseits in vielen Bereichen (wie beispielsweise Mode und Unterhaltungselektronik) ständig neue Trends, ist aber andererseits auch eng mit der japanischen Tradition verbunden. Das Zentrum des Stadtgebiets bildet die alte Stadt Edo, die vom Kaiserpalast inmitten eines großen Parks dominiert wird. Bemerkenswert ist der Meiji-Schrein, ein Anziehungspunkt für Touristen und Gläubige aus allen Teilen Japans. Im südlich und westlich gelegenen Bezirk Kasumigaseki schließen zahlreiche imposante Regierungsgebäude an, wie unter anderem die Staatskanzlei des Premierministers, das Gebäude des nationalen Unterhauses (Sitz des Parlaments), der Oberste Gerichtshof und die staatlichen Ministerien. Weiter südlich, im Shiba-Park im Stadtbezirk Minato, befindet sich der 333 Meter hohe Tokio Tower (Tōkyō tawā), eines der Wahrzeichen der Stadt. Östlich des kaiserlichen Palastes liegt der Bezirk Marunouchi, das bedeutendste Geschäftsviertel des Landes. Viele der großen Konzerne Japans und eine große Anzahl an Einrichtungen des Finanzwesens haben hier ihre Hauptgeschäftsstelle. Im Jahre 1914 erlangte dieser Bezirk nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs große Bedeutung. Im Osten von Marunouchi liegt das größte Einkaufsviertel Tokios. Es erstreckt sich vom nördlich gelegenen Bezirk Nihonbashi bis nach Ginza im Süden. Viele Kaufhäuser, internationale Mode-Marken, traditionelle Spezialitätengeschäfte, Vergnügungslokale und Restaurants haben sich entlang der Straßen dieser Bezirke angesiedelt. Das zweite Stadtzentrum und ein weiterer Hochhausdistrikt ist der Bezirk Shinjuku um den Bahnhof Shinjuku herum, wo ebenfalls bedeutende Firmenzentralen und die Präfekturregierung angesiedelt sind. Ausländische Firmen haben ihre Zentralen meist im Stadtteil Roppongi. Weitere bedeutende Stadtzentren und Sehenswürdigkeiten sind Akihabara (auch als Electric City (denki-machi 電気街) bekannt, ein großes Elektronik- und Computereinkaufsviertel und Treffpunkt der Otaku), der Tsukiji-Fischmarkt (größter Fischmarkt der Welt), der Tokio Dome, der Ueno-Park mit Ueno-Bahn, das Kaufhaus Mitsukoshi und die Rainbow Bridge.

Parks

Rainbow Bridge Rainbow Bridge Auch wenn in Tokio der Eindruck von dichter Stadtlandschaft mit wenig Grün überwiegt, gibt es im Stadtgebiet über hundert öffentlicher Parks, wobei allerdings schon ein Spielplatz mit ein paar Bäumen als Park gilt. Die größten innerstädtischen Parks Tokios sind der Ueno-Park (Taito-Bezirk), der Yoyogi-Park und der Shinjuku Gyoen, gefolgt vom Shinjuku-Chūō-Park, dem Hibiya-Park und den Grünanlagen rund um den Kaiserpalast (namentlich Ni-no-Maru-Park, Kita-no-Maru-Park, Chidori-ga-Fuchi-Park und Soto-Bori-Park). Weitere empfehlenswerte Parks sind der Inogashira-Park (Stadt Mitaka, in der Präfektur Tokyo]]), der Koishikawa-Gorakuen, ein Landschaftsgarten auf dem Grundstück eines ehemaligen Daimyo-Anwesens direkt neben dem Tokyo Dome und der Odaiba-Kaihin-Park, ein beliebter Pärchentreff mit Blick auf die Bucht von Tokio. Die bekanntesten Vergnügungsparks in Tokio sind der "Tokyo Sea Life Park", Hanayashiki, Korakuen, Toshimaen, Tokyo Disney Resort, der Tama-Zoo und der Ueno-Zoo. Der Tama-Zoo (Tama dōbutsu kōen) ist der größte Zoo von Tokio. Er wurde am 5. Mai 1958 eröffnet und umfasst ein Gelände von 52,3 Hektar. Der Zoo ist in drei ökologische Areale eingeteilt, den asiatischen Garten, den afrikanischen Garten und den australischen Garten. Dazu besitzt er ein Insektarium. In den jeweiligen Gärten werden typische Tiere des jeweiligen Erdteils gezeigt. Er liegt vor dem Bahnhof Tama Dōbutsu Kōen der Keiō-Dōbutsuen-Linie und der Einschienenbahn Tama. Der Ueno-Zoo ist der älteste Tierpark Japan. Er ist kleiner als der ebenfalls in Tokio liegende Tama-Zoo und befindet sich im Ueno-Park mitten in der Tokioter Innenstadt. Der Zoo ist durch eine in einem Einschnitt liegende Straße in zwei Teile geteilt, die mit einer Brücke und der Ueno-Zoo Monorail verbunden sind. Einen Besuch wert sind der "Hama-Rikyū-Garten", ursprünglich der Garten der kaiserlichen Villa und bekannt für seinen Meerwasserteich, der auch Ebbe und Flut hat sowie seine mit Glyzinien bewachsenen Brücken, sowie der "Kiyosumi-Garten". Er bekam seine gegenwärtige Gestalt von Baron Iwasaki im Jahre 1878. Ein kleiner Teich mit circa 10.000 Karpfen ist umgeben von großen Felsen, die aus ganz Japan stammen. 1924 wurde er der Stadt Tokio geschenkt. Sehenswert sind auch die weiter im Westen, hinter den Vororten, gelegenen Teile der schönen Gebirgslandschaft des Chichibu-Tama-Nationalparks.

Sport

Chichibu-Tama-Nationalpark Neben der Sportart Sumo, dessen Turniere in Tokio im Januar, Mai und September stattfinden, sind Baseball und Fußball in Japan sehr populär. Die Spielpläne werden in den Tageszeitungen veröffentlicht. Die traditionellen Sportarten wie Aikido, Judo, Karate, Kyudo und Kendo sind überwiegend nur in den jeweiligen Schulen zu bestimmten Zeiten zu besichtigen. Wer in Tokio joggen möchte, findet am Wassergraben um den Kaiserpalast viele Gleichgesinnte. Mehrere olympische Bauten, unter anderem das Olympiastadion, befinden sich im Yoyogi-Park in der Nähe des Meiji-Schreins. Die Sportstätten wurden anläßlich der Olympischen Spiele im Jahre 1964 nach Plänen des Architekten Kenzo Tange (1913-2005) erbaut.

Regelmäßige Veranstaltungen

2005 Jährlich Anfang April öffnen sich in Tokio die Kirschblüten (sakura 桜). Sie symbolisieren Schönheit, Perfektion, aber auch Vergänglichkeit auf der Höhe des Ruhmes. Die Menschen in Japan verehren die blassrosa Pracht deshalb als Sinnbild für ein kurzes, aber erfülltes Leben. Die Kirschblüte ist auch die offizielle Pflanze von Tokio. In den etwa zwei Wochen, in denen die Kirschen in der Stadt blühen, treffen sich Japaner zum Picknick (Hanami, wörtlich Blütenschau) in den Parks mit Freunden, Kollegen und Familie. Die Kirschblüte ist auch ein Anlass, zu für ihre Kirschblüte besonders berühmten Parks und Gegenden zu reisen oder bekannte Sehenswürdigkeiten neu zu erleben. Berühmt für ihre Kirschblüten sind der Ueno-Park und der Park des Kaiser-Palasts.

Kulinarische Spezialitäten

Kaiser-Palast In Tokio hat man die Auswahl unter mehr als 50.000 Restaurants. Kulinarisch betrachtet ist die Stadt aufregend und abenteuerlich, wenn man die heimischen Spezialitäten probiert. Diese bieten eine überraschend große Auswahl von preiswerten Nudelsuppen, bis zum aristokratischen Kaiseki. Die Hauptrolle in der traditionellen japanischen Küche spielen Fisch, Reis, Sojabohnen und Gemüse. Am bekanntesten ist Sashimi (roher Fisch). Für die Haute Cuisine in Japan steht Kaiseki. Dieses aufwändige Genusserlebnis besteht aus einer Vielzahl kleiner Leckerbissen und verkörpert die drei Ideale der einheimischen Küche - aufwendige Zubereitung, dekoratives Anrichten und erlesenes Ambiente - und gilt deshalb als Krönung der japanischen Kochkunst. Dabei werden nur absolut frische und möglichst naturbelassene Lebensmittel verwendet. Kaiseki, das sich aus einer Zwischenmahlzeit zur Teezeremonie entwickelte, wird heute in noblen Restaurants und in Hotels serviert. Die Japaner haben aber auch mit Rind, Geflügel und Schwein experimentiert und Köstlichkeiten wie Teppanyaki, Shabu-Shabu und Sukiyaki entwickelt. Besonders schmackhaft ist das marmorierte einheimische Rindfleisch, dessen teuerste Marke das Kobe Beef ist. Ein einfaches Mittag- oder Abendessen für jeden Tag bieten die Zahlreichen Nudelrestaurants, die Udon, Soba oder Ramen preiswert anbieten. Viele der kleinen Nudellokale in Tokio sind selbst nachts geöffnet und es gibt sie in fast jeder Straße. Genauso beliebt sind nationale Spezialitätenrestaurants, "ethnic food" genannt. Unter "ethnic food" verstehen Japaner alles, was nicht japanische oder westliche Küche ist. Vorrangig finden sich hier chinesische, koreanische (Yakiniku), indische (Curry), thailändische und vietnamesische Restaurants. Modewellen bringen alle paar Jahre neues "ethnic food" nach Japan, die letzten Trends waren Bali food und Okinawa-Küche. Tokio als Weltstadt versammelt auch eine große Anzahl nationaler und internationaler Fast Food-Restaurant- und Café-Ketten, darunter Mos Burger, Royal Host, Yoshinoya, KFC und Starbucks.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Starbucks Starbucks Viele Fabriken, Universitäten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen haben seit den 1930er Jahren ihren Standort in die Außenbezirke Tokios verlagert. Ab Mitte der 1950er Jahre beschleunigte sich dieser Prozess, als Japan einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Auf Grund des Bevölkerungswachstums entstanden Subzentren in den (damaligen) Randgebieten wie Ikebukuro, Shinjuku und Shibuya. Dort haben sich verschiedene Dienstleistungsbetriebe – unter anderem des Einzelhandels und des Finanzwesens – angesiedelt. Mittlerweile ist die Großstadt Tokio (japanisch shutoken 首都圏, wörtlich Hauptstadt-Gebiet) in die umliegenden Präfekturen Ibaraki, Tochigi, Gunma, Saitama, Chiba, Kanagawa und Yamanashi hineingewachsen. Am Ufer der Tokiobucht konzentrieren sich die modernen Großindustrien der Stadt. Dort liegt zwischen Tokio und Yokohama das größte Industriegebiet Japans. Der dominierende Wirtschaftszweig ist die Schwerindustrie, die mehr als zwei Drittel des Gesamtproduktionswertes erwirtschaftet. Die Leichtindustrie ist breit gefächert: Hergestellt werden chemische Produkte, Kameras, Maschinen, Metallwaren, Nahrungsmittel, optische Geräte und Textilien sowie eine große Vielfalt an Konsumgütern. Die Wirtschaft der Stadt ist hoch effizient, ihre Stärken liegen besonders im Internationalen Handel und in der forschungsintensiven Hochtechnologie. Auf Grund des hohen Lohnniveaus haben Tokioter Firmen schon in den 1970er Jahren begonnen, ihre Produktion besonders nach Südostasien auszulagern. Die in diesen Ländern geschaffene Infrastruktur hat es aber in den letzten Jahren auch dortigen einheimischen Unternehmen erlaubt, zu ausgewachsenen Konkurrenten für die Tokioter Industrie heranzuwachsen. In den 1980er Jahren stiegen in Tokio die Grundstückspreise stark an. Es kam zu einem Immobilien-Boom (bubble economy), wobei die Grundstücke von Unternehmen als Sicherheiten für immer höhere Kredite benutzt wurden. Gleichzeitig stieg der Wert der Aktien und der Wert des Yen gegenüber dem US-Dollar, aber auch die Staatsverschuldung des Landes. Die Unternehmen hatten sehr viel Kapital zur Verfügung, dass teilweise zur Aquirierung von Unternehmen außerhalb Japans, vor allem in den USA, verwendet wurde, aber auch zu großer Geldverschwendung geführt hatte. Die Situation wurde riskant, als die Banken begannen, durch die überbewerteten Immobilien gegenfinanzierte Kredite auszugeben. Im Jahre 1990 platzte die Blase. Die Grundstückspreise sanken auf ein Viertel zurück, der Wert der Aktien kollabierte, und die Banken saßen auf ihren "faulen Krediten". Seit dem befindet sich die Tokioter Wirtschaft in einer Phase der Wirtschaftsflaute und Deflation, auch die Asienkrise 1997/1998 verhinderte eine Erholung. Das Regierungskabinett um Premierminister Junichiro Koizumi hat am Anfang dieses Jahrtausends Gesetze zur globalen Privatisierung erlassen (teilweise vergeblich) und mit der Erlassung von Gesetzen zur Kontrolle von ausländischen Investoren versucht, die noch schwächelnde Wirtschaft anzuregen. Obwohl bereits einige dieser Gesetze erlassen wurden, haben die Unternehmen noch nicht reagiert, und die alternde Bevölkerung soll nun die Wirtschaft ankurbeln. Hinweise auf eine Besserung der Lage geben der China-Boom, der in den letzten Jahren eingesetzt hat, und Fortschritte in der Robotik-Forschung. Auch ist es den Banken seit Anfang der 1990er Jahre gelungen, eine Vielzahl der "faulen Kredite" abzuschreiben, und durch Fusionen wurde der Sektor stabilisiert. Tokio ist heute neben New York und London einer der drei globalen Finanzplätze.

Verkehr

Fernverkehr

Finanzplätze Mit dem Beginn der Meiji-Zeit zwischen 1868 und 1912 wurde in Japan ein Eisenbahnnetz errichtet, in dessen Zentrum Tokio liegt. Die Stadt ist über Hauptlinien mit allen Teilen des Landes verbunden und ein gut ausgebautes Nebenliniennetz durchzieht das nahe Hinterland. Von den wichtigsten Bahnhöfen der Stadt – Ikebukuro, Shibuya, Shinagawa, Shinjuku, Tōkyō (Hauptbahnhof) und Ueno, in der Nähe befindet sich auch die Ueno-Zoo Monorail – werden täglich mehrere Millionen Pendler befördert. Da die existierenden Hauptverbindungen bald überlastet waren, sind neue Expresslinien (Shinkansen) eröffnet worden. Heute verkehren zwischen Tokio und Fukuoka Hochgeschwindigkeitszüge, die in circa sieben Stunden eine Entfernung von rund 1.070 Kilometern zurücklegen. Der Flughafen Haneda an der Tokiobucht südlich des Stadtzentrums diente lange Zeit sowohl dem internationalen als auch dem inländischen Flugverkehr, bis im Jahre 1978 der neue internationale Großflughafen Narita 55 Kilometer östlich des Stadtzentrums in der Präfektur Chiba eröffnet wurde. Auf diesem ist im April 2002 eine zweite Start- und Landebahn in Betrieb genommen worden, die dem Kurz- und Mittelstreckenbetrieb innerhalb Asiens dienen soll. Über den Flughafen Haneda werden heute vorwiegend Inlandsflüge abgewickelt. Auch für den Flughafen Haneda ist eine zweite Landebahn geplant, um der wachsenden Nachfrage nach Inlandflügen nachkommen zu können. Der Flughafen Narita wird von fast allen internationalen und nationalen Fluggesellschaften angeflogen. Er kann über zwei Bahnlinien erreicht werden. Dies sind der JR Narita Express mit den Haltestellen in Tokio, Shinjuku, Ikebukuro und Yokohama und die private Keisei-Linie mit den Zügen Skyliner und Limited Express, die den Bahnhof Ueno mit dem Flughafen Narita verbinden. Der Flughafen Haneda ist durch die Tokyo Monorail an die Yamanote-Linie angebunden. Der Hafen von Tokio bildet in der Bucht von Tokio zusammen mit dem Westen von Yokohama und dem Osten von Chiba eine Einheit. 25 Prozent aller Industriegüter werden hier weltweit verschifft. Der jährliche Güterumschlag beträgt damit über 360 Millionen Tonnen. Die meisten Industrien sind am Hafen angesiedelt, was die rasche Expansion der baulichen Maßnahmen erklärt.

Nahverkehr

Chiba Chiba Die Modernisierung des Straßennetzes der Stadt gestaltete sich besonders schwierig, da die Straßen der alten Stadt Edo sehr eng und gewunden und für den Autoverkehr völlig ungeeignet waren. Vor den Olympischen Spielen, die im Jahre 1964 in Tokio stattfanden, wurden jedoch strahlenförmig vom Stadtzentrum ausgehende Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen gebaut. Sie verbinden das Zentrum Tokios mit acht neuen Ringstraßen. Seit den 1960er Jahren ist der private Autoverkehr allmählich zugunsten des öffentlichen Busverkehrs reduziert worden. Der Straßenverkehr wird auch heute noch durch die meist engen Straßen und die fehlenden Parkplätze eingeschränkt. Seit der Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der U-Bahn Tokio am 30. Dezember 1927 entstand ein Netz mit zwölf Linien und einer Gesamtlänge von 292,6 Kilometern, eines der größten der Welt. Im Jahre 2007 ist geplant, eine weitere Linie der U-Bahn mit einer Länge von 8,9 Kilometern in Betrieb zu nehmen. Die U-Bahn von Tokio ist eine der am stärksten in Anspruch genommene U-Bahnen der Welt. Im Unterschied zu den meisten Metros anderer Städte werden auf den verschiedenen Linien der Tokioter U-Bahn Fahrzeuge mit verschiedenen Spurweiten, Stromabnehmersystemen und Spannungen eingesetzt, so dass diese Fahrzeuge jeweils nur auf ihren Linien verkehren können. Die U-Bahn wird von zwei Betrieben geleitet, der Tokyo Metro und der Toei (Verkehrsamt der Präfektur Tokio). Die Stadt ist auch von einem dichten Netz von S-Bahnen der Japan Railways und privaten Vorortbahnen wie der Keio-Linie und der Odakyu-Linie durchzogen. Wichtigste S-Bahnen sind die Yamanote-Linie und die Chuo-Linie. Der öffentliche Verkehr wird außerdem von städtischen und privaten Bussen sowie einer Straßenbahnlinie und diversen alternativen Schienensystemen wie der Yurikamome bewältigt. Über 80 Prozent der beförderten Personen werden in Tokio mit dem Bahnnetz befördert. Trotzdem gibt es in Tokio aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens noch große Probleme.

Bildung

Yurikamome Tokio ist Mittelpunkt des Bildungswesens in Japan. Die Metropolregion besitzt zahlreiche staatliche und private Universitäten (ein Viertel aller Universitäten des Landes), an denen ungefähr ein Drittel aller Studenten Japans eingeschrieben sind. Die Universität Tokio (Tōdai, Abk. für Tōkyō Daigaku) ist die älteste und renommierteste staatliche Universität Japans. Sie besitzt fünf Campusse, vier in der Mitte Tokios in Hongo, Komaba, Shirokane, Nakano, und einen, Kashiwa, in der Präfektur Chiba, sowie zehn Fakultäten mit insgesamt circa 28.000 Studenten, von denen 2.100 Ausländer sind. Obwohl so gut wie jeder akademische Zweig an der Tōdai unterrichtet wird, ist sie vermutlich am meisten für ihre Jura- und Literatur-Fakultäten bekannt. Viele wichtige japanische Politiker sind Absolventen der Tōdai. Der Hauptcampus liegt auf dem ehemaligen Grundstück von Kaga Yashiki, einem Feudalherr der Edo-Zeit. Die bekannteste Begrenzung des Universitätsgeländes, das Akamon (Rotes Tor), ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Die Keio-Universität (Keiō gijuku daigaku) ist Japans älteste und eine der prestigeträchtigsten Einrichtungen für höhere Bildung. Sie wurde 1858 vom berühmten Erzieher und Autor Fukuzawa Yukichi als Privatschule für westliche Studien gegründet und richtete 1890 ihre erste Fakultät ein. Obwohl Keiō die erste fortschrittliche Schule in Japan war, verblasste sie schnell neben der staatlich unterstützten Universität Tokio. Ein Grund dafür mag das schwierige Verhältnis von Fukuzawa Yukichi zu den Samurai gewesen sein, die die damalige Meiji-Regierung stützten. Keio wetteifert noch immer mit der Waseda-Universität um Platz zwei. Ein berühmter ehemaliger Student der Keio ist Junichiro Koizumi. Der Hauptcampus liegt im Tokioter Stadtteil Mita. Zusätzlich gibt es noch die Campusse Hiyoshi, Shonan-Fujisawa und New York Keio. Die Waseda-Universität (Waseda daigaku) befindet sich an der nördlichen Seite des Wolkenkratzers der Tokioter Bezirksverwaltung in Shinjuku. Die Schule wurde von dem gelehrten Samurai Shigenobu Okuma im Jahre 1882 gegründet und 1902 zu einer vollwertigen Universität erklärt. Große Teile des Campus wurden während der Bombardierung Tokios im 2. Weltkrieg zerstört, doch die Universität wurde wiederaufgebaut und 1949 wiedereröffnet. Wasedas Literaturzweig ist besonders berühmt und zählt Haruki Murakami und Machi Tawara zu seinen Absolventen. Einige berühmte Politiker, zum Beispiel Yoshiro Mori und Makiko Tanaka sind ebenfalls ehemalige Studenten von Waseda. Die Universität war auch an der Entwicklung von WL-16, einem laufenden Roboter, beteiligt. Weitere Universitäten sind die Hosei-Universität, die Rikkyo (St Paul's)-Universität, die National University of Fine Arts and Music und die Landwirtschaftsuniversität Tokyo (Tōkyō Nōgyō Daigaku). Nahe dem Kaiserpalast befinden sich die staatliche Bibliothek des Unterhauses und das Staatsarchiv.

Persönlichkeiten

In Tokio sind zahlreiche bekannte Pesönlichkeiten geboren. Dazu gehören unter anderem die US-amerikanische Sängerin Nikka Costa, die US-amerikanische Filmschauspielerin Joan Fontaine, die englische Filmschauspielerin Olivia de Havilland, der japanische Karate-Großmeister Taiji Kase, der Maler Takashi Murakami, der US-amerikanische Japanologe Edwin O. Reischauer, die japanische Prinzessin Takamatsu, die norwegische Schauspielerin und Regisseurin Liv Ullmann und der Journalist des deutschen Fernsehens und Moderator Ulrich Wickert. Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Tokio

Literatur


- Elke Hayashi-Mähner: Tagelöhner und Obdachlose in Tokyo, Iudicium, 2005, ISBN 3891291817
- Matthias Eichhorn: Pendlerverkehr in Tokyo. Probleme und Perspektiven, Holos, 1997, ISBN 3860974262
- Martin Lutterjohann: Tokyo mit Yokohama und Kyoto, Reise Know-How Verlag Rump, 2004, ISBN 3831712514
- Evelyn Schulz: Stadt-Diskurse in den Aufzeichnungen über das Prosperieren von Tokyo (Tokyo hano ki), Iudicium, 2004, ISBN 3891297750
- Dusan Simko: Einwohner und Umweltbelastung in Tokyo. Fallstudie: Die Nachbarschaft Ojima in Koto-ku., Birkhäuser-Verlag, 1990, ISBN 3764325399
- Gottfried Wohlmannstetter: Finanzplatz Tokio, Knapp, Frankfurt am Main, 1998, ISBN 3781911675

Weblinks


- [http://www.metro.tokyo.jp/ENGLISH/ Tokyo Metropolitan Government] (English)
- [http://www.goethe.de/ins/jp/tok/deindex.htm Goethe-Institut Tokyo]
- [http://www.tcvb.or.jp/ Tokyo Convention & Visitors Bureau] (Japanese, English, Traditional Chinese, Simplified Chinese, Korean)
- [http://www.tokiobilder.de/ Ein Tagesbesuch in Tokio]
- [http://www.die-dschungel.de/ANH/download/download.php?URL=../txt/pdf/tokyoter_laecheln.pdf/ Tokyos Lächeln. Entfernungen an eine ferne Stadt.] Poetisches Feature von Alban Nikolai Herbst. (DLF 2002). Kategorie:Ort in Japan ! Kategorie:Hauptstadt in Asien ja:東京都 ko:도쿄 simple:Tokyo th:โตเกียว zh-min-nan:Tang-kiaⁿ

Bonin-Inseln

Die Ogasawara-Inseln (jap. 小笠原諸島 Ogasawara-shotō), auch Bonin-Inseln, sind eine kleine japanische Inselgruppe, die etwa 1000 km südöstlich der japanischen Hauptinsel Honshū liegt. Verwaltungsmäßig gehören diese abgelegenen Inseln zur Präfektur Tokio. Entdeckt wurden die Ogasawara-Inseln von den Seefahrern Quast und Tasman (beide Holland) um das Jahr 1639. Sie nannten sie Gracht, was angesichts der äußeren Form auch passend erscheint. Die Inselgruppe besteht aus drei Gruppen, die durch tiefe Kanäle getrennt sind und sich über insgesamt etwa 84 km² erstrecken. Die Inseln als solche sind allesamt klein und eignen sich trotz der vielen steilen Berge für die landwirtschaftliche Nutzung in den grünen Tälern. Die Bedingungen ähneln denen des indischen Festlandes. Die Ogasawara-Inseln bestehen vorwiegend aus folgenden Inselketten:
- Mukojima-Inselgruppe (聟島列島 Mukojima-rettō)
  - Mukojima (聟島, wörtlich:
Bräutigaminsel)
  - Yomejima (嫁島, wörtlich:
Braut-Insel)
  - Kitanojima (北ノ島)
  - …
- Chichijima-Inselkette (父島列島
Chichijima-rettō)
  - Chichijima (父島, wörtlich:
Vaterinsel)
  - Anijima (兄島, wörtlich:
Großer-Bruder-Insel)
  - Ototojima (弟島等, wörtlich:
Kleiner-Bruder-Insel)
  - …
- Hahajima-Inselkette (母島列島
Hahajima-rettō)
  - Hahajima (母島, wörtlich:
Mutterinsel)
  - Anejima (姉島, wörtlich:
Große-Schwester-Insel)
  - Imōtojima (妹島, wörtlich:
Kleine-Schwester-Insel)
  - …
- Vulkan-Inselkette (火山列島
Kazan-rettō)
  - Kita-Iōjima (北硫黄島, wörtlich:
Nord-Schwefelinsel)
  - Iōjima (硫黄島, wörtlich:
Schwefelinsel)
  - Minami-Iōjima (南硫黄島, wörtlich:
Süd-Schwefelinsel) Chichijima und Hahajima sind die einzigen bewohnten Inseln. Auf den Inseln werden Zuckerrohr, Ananas und Bananen angebaut. Des Weiteren gibt es Edelhölzer; insbesondere Zedern-, Buchen-, Buchsbaum-, Rosen- und Sandelholz werden exportiert. Anfangs unbewohnt, entstand um das Jahr 1830 eine kleine Siedlung von Seeleuten und Hawaiianern auf der Peelsinsel. Diese Siedlung diente hauptsächlich zur Versorgung der Walfänger mit Lebensmitteln. Ab 1876 zeigten die Japaner mehr Interesse an den Ogasawara-Inseln, die zur Provinz Ogasawarajima gehörten, um dort eine Strafkolonie anzulegen. Nach Japans Kapitulation im August 1945 wurden die Ogasawara-Inseln bis zu ihrer Rückgabe an Japan im Juni 1968 von den USA verwaltet. Heute zählen die Inseln zu den isoliertesten Teilen Japans, denn sie sind nur mit einer 24-stündigen Schifffahrt erreichbar. Die Linienschiffe legen zweimal in der Woche in Tokio ab. Von der japanischen Bauindustrie und von Politikern wird seit längerem der Bau eines Flughafens gefordert, dem die einheimische Bevölkerung aber skeptisch gegenübersteht. Kategorie:Inselgruppe (Japan) ja:小笠原諸島

1943

Ereignisse

Politik


- 1. Januar: Enrico Celio wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Die erste Panzerarmee an der Ostfront beginnt mit ihrem Rückzug aus dem Kaukasus
- 1. Januar: auf Vorschlag des Deutschen Normenausschusses beginnt die Woche in Deutschland jeweils sonntags um 0.00 Uhr und endet am darauf folgenden Samstag um 24.00 Uhr. Erst 1976 wird der Wochenbeginn auf „Montag“ umgestellt
- 14. Januar: Casablanca-Konferenz. Westalliierte Kriegsziele: „Bedingungslose Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans.“
- 2. Februar: Die deutsche 6. Armee kapituliert in Stalingrad. Rund 90.000 Soldaten gehen in sowjetische Gefangenschaft
- 18. Februar – NS-Propagandaminister Joseph Goebbels fordert in einer Rede im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“ (siehe: Sportpalastrede)
- 22. Februar: Sophie (
-  1921) und Hans Scholl (
-  1918) sowie ihr Freund Christoph Probst werden als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hingerichtet
- 27. Februar: Beginn des Rosenstraße-Protests gegen die Deportation von Juden aus Berlin
- 19. April: Der Aufstand im Warschauer Ghetto bricht aus
- 13. Mai: Kapitualtion der deutschen Truppen in Tunesien
- 17. Mai: Bei britischen Bombenangriffen auf mehrere Talsperren im Sauerland werden die Edertalsperre und die Möhnetalsperre zerstört. Es sind über 1600 Tote zu beklagen
- 10. Juli: Landung der Alliierten auf Sizilien
- 27. Juli: Britischer Bombenangriff auf Hamburg (Operation Gomorrha), 35.000 Menschen sterben daraufhin im Feuersturm
- 1. August: Bei einem amerikanischen Luftangriff auf die Ölfelder von Ploesti in Rumänien werden 53 von 177 eingesetzten Bombern abgeschossen
- 17. August: Bei einem Luftangriff auf Regensburg und Schweinfurt erleidet die USAAF schwere Verluste (siehe auch Operation Double Strike)
- in der Nacht zum 18. August bombardiert die Royal Air Force die Deutsche Raketen-Versuchsanstalt in Peenemünde
- 8. September: Beginn der Deutschen Besatzung in Albanien
- 14. Oktober: erneut erleiden amerikanische Bomber bei einem Angriff auf Schweinfurt hohe Verluste
- 22. Oktober: Britischer Bombenangriff auf Kassel. Die Stadt wird größtenteils zerstört, tausende Menschen sterben im Bombenhagel oder sterben durch Panik oder Luftmangel in Bunkern. Noch Tage danach stehen hohe Rauchwolken über der Stadt
- 22. November: Libanon wird unabhängig
- 28. November-1. Dezember: Konferenz von Teheran über die Neuordnung Europas nach der Beendigung des 2. Weltkrieges

Wissenschaft und Technik


- 16. April: Zufallsentdeckung der Psychoaktivität des LSD-25 durch Dr. Albert Hofmann
- 19. April: Nachweis psychoaktiver LSD-Wirkungen durch Selbstversuch von Dr. A. Hofmann

Kultur


- 20. Februar: Uraufführung der Oper Die Kluge von Carl Orff in Frankfurt am Main
- 1. April: Uraufführung der Oper Das Schloss Dürande von Othmar Schoeck an der Staatsoper in Berlin
- 10. Oktober: Uraufführung der komischen Oper Barbe-bleue von Jacques Ibert

Katastrophen


- 10. September: Erdbeben der Stärke 7,4 in Tottori, Japan, 1.190 Tote
- 26. November: Erdbeben der Stärke 7,6 in der Türkei, ca. 4.000 Tote

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren

1. Halbjahr


- 1. Januar: Mohamed Mahmoud Ould Louly, ehemaliger Präsident von Mauretanien
- 1. Januar: Allan Starski, polnischer Szenenbildner
- 2. Januar: Barış Manço, türkischer Sänger, Komponist und Fernsehproduzent († 1999)
- 3. Januar: Reinhold Massag, deutscher Autor und Schauspieler († 1999)
- 3. Januar: Van Dyke Parks, US-amerikanischer Musiker, Komponist und Arrangeur
- 4. Januar: Emil Zopfi, Schweizer Autor
- 4. Januar: Egon Schultz, Unteroffizier der Grenztruppen der DDR († 1964)
- 5. Januar: Christine Wodetzky, deutsche Schauspielerin († 2004)
- 5. Januar: Günther Maria Halmer, deutscher Schauspieler
- 5. Januar: Ignace van Swieten, niederländischer Fußballschiedsrichter († 2005)
- 5. Januar: Ramón Sampedro, Tetraplegiker und Befürworter der Sterbehilfe († 1998)
- 7. Januar: Sadako Sasaki, Opfer des Abwurfs der Atombombe († 1955)
- 8. Januar: Lee Jackson, britischer Musiker
- 10. Januar: Jim Croce, US-amerikanischer Sänger und Songwriter († 1973)
- 11. Januar: Rémy Zaugg, Schweizer Künstler († 2005)
- 11. Januar: Eduardo Mendoza, spanischer Schriftsteller
- 11. Januar: Oscar Bronner, Zeitungsherausgeber und Maler
- 12. Januar: Brun-Otto Bryde, Richter am Bundesverfassungsgericht
- 13. Januar: Klaus-Peter Puls, deutscher Politiker
- 14. Januar: Mariss Jansons, lettischer, international Dirigent
- 14. Januar: Shannon Lucid, US-amerikanische Astronautin
- 16. Januar: Gavin Bryars, englischer Komponist und Kontrabassist
- 16. Januar: Ivar Combrinck, Synchronsprecher und Regisseur
- 17. Januar: Chris Montez, Sänger
- 17. Januar: Hans-Jürgen Krahl, Studentenaktivist der 68er-Bewegung († 1970)
- 17. Januar: Billy Harper, US-amerikaninischer Jazz Sayophonist
- 18. Januar: Dave Greenslade, britischer Keyboarder
- 19. Januar: Margriet von Oranien-Nassau, Prinzessin der Niederlande, Prinzessin von Oranien-Nassau, Prinzessin von Lippe-Biesterfeld
- 19. Januar: Janis Joplin, Sängerin, Rock- und Bluesmusikerin († 1970)
- 20. Januar: Einar Førde, norwegischer sozialdemokratischer Politiker und Journalist († 2004)
- 20. Januar: Rick Evans, US-amerikanischer Sänger und Gitarrist
- 21. Januar: Mirko Frýba, Psychoanalytiker, buddhistischer Mönch
- 22. Januar: Wilhelm Genazino, deutscher Schriftsteller
- 22. Januar: Michał Urbaniak, polnischer Jazz-Musiker
- 23. Januar: Gary Burton, ein Jazz-Vibraphonist
- 23. Januar: Gil Gerard, US-amerikanischer Schauspieler
- 24. Januar: Peter Struck, deutscher Politiker
- 25. Januar: Dagmar Berghoff, deutsche Hörfunk- und Fernsehmoderatorin
- 25. Januar: Norbert Königshofen, deutscher Politiker
- 25. Januar: Roy Black, deutscher Schlagersänger und Schauspieler († 1991)
- 26. Januar: Kazimiera Prunskienė, litauische Politikerin
- 28. Januar: Dick Taylor (Musiker), britischer Musiker und Mitglied der Urformation der Rolling Stones
- 28. Januar: Manfred Jendryschik, deutscher Erzähler, Lyriker, Essayist und Herausgeber
- 29. Januar: Bernd Schiphorst, deutscher Medienmanager
- 30. Januar: Wolfgang Spanier, deutscher Politiker und MdB
- 30. Januar: Günter Hirsch, Präsident des Bundesgerichtshofs
- 30. Januar: Marty Balin, US-amerikanischer Rockmusiker
- 2. Februar: Paul Friedhoff, deutscher Unternehmer und Politiker (FDP) und Mitglied des Bundestages
- 2. Februar: Wanda Rutkiewicz, polnische Bergsteigerin († 1992)
- 3. Februar: John Kornblum, US-Diplomat
- 4. Februar: Otto Lohmüller, deutscher Maler, Bildhauer und Autor von Pfadfinder-Abenteuerbüchern
- 4. Februar: Franz-Josef Kniola, deutscher Politiker
- 4. Februar: Ken Thompson, Informatiker
- 5. Februar: Ernst Hinsken, deutscher Politiker
- 5. Februar: Nolan Bushnell, Gründer der Computerfirma Atari
- 5. Februar: Michael Kenneth Mann, US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor
- 6. Februar: Fabian (Sänger), US-amerikanischer Sänger und Schauspieler
- 7. Februar: Peter Carey, australischer Schriftsteller
- 7. Februar: Margit Sponheimer, deutsche Schlagersängerin
- 7. Februar: Gareth Hunt, englischer Schauspieler
- 7. Februar: Finnbogi Ísakson, färöischer Journalist, Schriftsteller und Politiker († 2005)
- 9. Februar: Joseph E. Stiglitz, US-amerikanischer Ökonom
- 9. Februar: Joe Pesci, US-amerikanischer Schauspieler
- 11. Februar: Gerhard Glogowski, deutscher SPD-Politiker, Ministerpräsident von Niedersachsen
- 12. Februar: Rainer Eppelmann, deutscher Geistlicher und Politiker (CDU)
- 12. Februar: Samuel Karokikki, erfolgreicher Leichtathlet des Inselstaates Nauru
- 13. Februar: Friedrich Christian Delius, deutscher Schriftsteller
- 14. Februar: Klaus Lippold, deutscher Politiker
- 14. Februar: Maceo Parker, Funkmusiker
- 14. Februar: Ischa Meijer, niederländischer Journalist, Schriftsteller und Talkmaster († 1995)
- 15. Februar: Heinz-Josef Algermissen, Bischof von Fulda
- 15. Februar: Elke Heidenreich, deutsche Autorin, Kabarettistin, Moderatorin und Journalistin
- 16. Februar: Anthony Dowell, berühmter Ballett-Tänzer und Choreograph
- 17. Februar: Hans-Artur Bauckhage, deutscher Politiker
- 19. Februar: Robert Trivers, Biologe
- 19. Februar: Tim Hunt, britischer Biochemiker
- 20. Februar: Diana L. Paxson, US-amerikanische Schriftstellerin von historischen Fantasy-Romanen
- 21. Februar: Louis Jauffret, ehemaliger französischer Skirennläufer
- 21. Februar: Paul Kirchhof, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht
- 22. Februar: Horst Köhler, deutscher Politiker, Bundespräsident
- 22. Februar: Eduard Weniaminowitsch Limonow, russischer Autor und Politiker
- 23. Februar: Manfred Carstens, deutscher Politiker
- 23. Februar: