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Jäger (Militär)Ursprünge der Jägertruppe
Im alten deutschen Heer wurde der Begriff Jäger für leichte Infanterie-Einheiten benutzt. Ihre Verwendung setzte sich vor allem im Rahmen der preußischen Heeresreform durch. Im Kampf gegen die Truppen des revolutionären Frankreich und später Napoleons hatte sich herausgestellt, dass diese mit ihrer Kampfesweise im Stil der Tirailleure den herkömmlich vorgehenden Linientruppen deutlich überlegen waren.
Die Aufstellung der Jägertruppe war ein Versuch, die Stärken der gegnerischen Einheiten zu kopieren. Dazu wurde der Drill, der für die bisherigen Linientruppen galt, weniger streng angewendet. Bei den Jägern stand nicht das möglichst "automatenhafte" Ausführen von Schieß- und Ladeabläufen in dichten Formationen im Mittelpunkt. Die Jäger sollten vielmehr in lockerer Aufstellung und kleineren Einheiten operieren, die weniger stark an geschlossenen Formationen gebunden waren, dafür aber insbesondere bewachsenes und durchschnittenes Gelände sowie Deckung aller Art besser ausnutzten. Jägereinheiten operierten vergleichsweise unabhängig, Befehlshierarchien wurden verflacht, Entscheidungen auf untere Ebenen verlagert. Der einzelne Jäger sollte in der Lage sein, selbstständig Ziele anzuvisieren, im Gegensatz zur Linientruppe, bei deren Kampf es vor allem darum ging, den Gegner aus der dichten Formation mit einem weitgehend ungezielten Kugelhagel einzudecken.
Dieser Ansatz schlug sich auch in der Ausrüstung nieder: Jäger kämpften mit Gewehren, die sich aus Jagdwaffen entwickelt hatten und ein genaueres Zielen ermöglichten als die üblichen Infanteriegewehre der Zeit. Jägereinheiten verfügten außerdem über eine weitaus geringere Menge an Ausrüstung, was einerseits den weitgehenden Verzicht auf Bagagewagen ermöglichte und damit die Bewegungsfähigkeit in unwegsamen Gelände erhöhte, andererseits Probleme bei Unterbringung und Versorgung der Truppe aufwarf.
Eine Vielzahl der frühen Jäger rekrutierte sich tatsächlich aus den Reihen der Forstleute und Jäger. Deshalb trugen sie grüne Uniformen und Jagdhörner als Signalinstrumente.
Die Jägertruppe in der Bundeswehr
In der heutigen Bundeswehr werden die Aufgaben der "klassischen" Infanterieverbände (also auch der Jäger) teilweise auch von Panzergrenadieren übernommen, die durch ihre Ausrüstung und Ausbildung allerdings besser auf den Kampf mit und gegen gepanzerte Fahrzeuge ausgelegt sind. Der Grund dafür liegt im Wandel des Schlachtfelds. Die Jäger waren als reine Infanterie nur begrenzt zum Kampf gegen gepanzerte Fahrzeuge und zum Kampf im Verbund mit eigenen gepanzerten Fahrzeugen in der Lage.
Eigentliche Jäger (also Soldaten, die das goldene Eichenlaub als Abzeichen tragen) stellen heute nur noch in drei Bataillonen in Hammelburg (Jägerlehrbataillon 353), Donaueschingen (Jägerbataillon 292) und Marienberg (Jägerbataillon 371) annähernd die Gesamtheit der Mitglieder. Die Angehörigen des Jägerbataillons in Donaueschingen gehören zwar der Deutsch-Französischen Brigade an und tragen das Brigade-Abzeichen, sind aber Jäger. Des Weiteren gehören zahlreiche Jäger den Sicherungseinheiten der Großverbände an und sind im Wachbataillon vertreten.
Nach dem derzeitigen (Frühjahr 2005) Planungsstand der Bundeswehr-Reform werden einige dieser Jägereinheiten aufgelöst, umgruppiert oder in andere Truppengattungen überführt. Demnach ist in der heutigen Form lediglich der Fortbestand des Jägerbataillons in Donaueschingen, der Sicherungseinheiten und des Wachbataillons gesichert. Die Aufstellung eines (neuen) luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes in Schwarzenborn ist in Planung. Die Jägerbrigade 37 in Frankenberg/Sa. wird zwar weiterhin diesen Namen führen, allerdings werden ihr keine eigentlichen Jägerverbände mehr unterstehen. In verschiedenen Verbänden werden zudem auch weiterhin einzelne Jägerkompanien weiter bestehen.
Neben der Jägertruppe besteht die heutige deutsche Infanterie aus
- Fallschirmjägern (luftbewegliche Infanterie vorwiegend für den Kampf hinter den feindlichen Linien) und
- Gebirgsjägern (für den Kampf im Gebirge).
Außerdem haben folgende Truppengattungen bzw. Verwendungen die nicht der Infanterie angehören den Begriff "Jäger" mit in ihre Bezeichnung aufgenommen
- Feldjäger ist die Bezeichnung der Militärpolizei der Bundeswehr. Sie gehören nicht zu den Kampftruppen
- Panzerjäger: ausgestattet mit Jagdpanzern ist ihre Hauptaufgabe die Bekämpfung feindlicher Panzer auf weite Entfernung.
Dienstgrad
Heutzutage bezeichnet man in der deutschen Bundeswehr einen Soldaten im niedrigsten Dienstgrad der Truppengattungen Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und der Jägertruppe als Jäger (Jg). Bis in die 60er Jahre war in diesen Truppengattungen die Bezeichnung für den niedrigsten Unteroffizierdienstgrad Oberjäger.
Bundesgrenzschutz
Auch in der Geschichte des Bundesgrenzschutzes (heute: Bundespolizei) ist eine "Variante" des Jägers bekannt, die Grenzjägerlaufbahn mit mehreren Dienstgraden. Sie wurden infolge der Anpassung an die Dienstgrade der Polizei abgeschafft.
Siehe auch: Dienstgrade im Bundesgrenzschutz.
Die Jägertruppe im Österreichischen Bundesheer
Im Österreichischen Bundesheer trägt die Waffengattung, die infanteritisch kämpft (Infanterie), die Bezeichnung Jäger. Die Jägertruppe stellt mit ca. 33 000 Mann die meisten Soldaten aller Kampftruppen des Bundesheeres.
Besonders hervorzuheben sind die im Gebirgsdienst ausgebildeten Gebirgsjäger sowie die Garde, die ausschließlich in Wien stationiert ist und vorwiegend Repräsentationsaufgaben wahrnimmt.
Weblinks
[http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
[http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft]
Kategorie:Truppengattung
Kategorie:Mannschaftsdienstgrad
Napoléon Bonaparte
Napoléon Bonaparte ( - 15. August 1769 in Ajaccio, Korsika; † 5. Mai 1821 in Longwood House, St. Helena, Süd-Atlantik) war General in der französischen Revolutionsarmee. Von 1799 bis 1804 Erster Konsul der Französischen Republik (durch Selbsternennung), von 1804-1815 (ebenfalls durch Selbsternennung) mit kurzer Unterbrechung Kaiser der Franzosen, 1805 König von Italien, 1806 Protektor des Rheinbundes.
französischen Revolution
Bedeutung
Napoléon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser von Frankreich und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder.
Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren Sunzis studiert und befolgt, dessen Buch Die Kunst des Krieges erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoléons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch Code Civil gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts.
Die von Napoléon erzwungene Abdankung des deutschen Kaisers Franz II. und die Beendigung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Neuordnung deutscher Fürstentümer zu größeren Territorien wie auch der spätere Befreiungskampf gegen Napoléon förderten das deutsche Nationalgefühl und den Aufstieg Preußens bis hin zum Deutschen Reich.
Leben
„Ein Korse von Geburt“ – Kindheit
Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte bzw. korsisch Nabulione in Ajaccio auf der Mittelmeer-Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua im Jahre 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo di Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem großen korsischen Führer, gewesen und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Als studierter Jurist hatte er an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat bzw. Richter und als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne, darunter Napoléon, früh für Geschichte, Literatur und Jura. Außerdem war Napoléon Linkshänder, was zu der damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Paoli war Napoléons Jugend-Vorbild.
Jugend und militärische Ausbildung
Dank eines königlichen Stipendiums, welches Ludwig XVI. für verarmte aber verdiente französische Adlige ins Leben gerufen hatte, zog der zehnjährige Napoleone - Napoléon, wie er nun genannt wurde - 1779 zusammen mit seinem Bruder Joseph nach Frankreich in ein Internat in Autun wo er - erst jetzt - Französisch lernte. Danach ging er an die Kadettenschule von Brienne, um eine erste militärische Ausbildung zu erhalten, wo er als Stipendiat und einziger Korse als Außenseiter, aber auch als guter Schüler, galt. Ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik, außerdem interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar. Seine Lieblingslektüre waren - ähnlich wie bei Friedrich dem Großen - die Parallel-Biographien von Plutarch, in denen je ein bedeutender Grieche und Römer gegenübergestellt und in ihrem Wert als Vorbilder sittlich-heroischer Lebensführung abgewogen werden. Mit zwölf Jahren hegte er den Wunsch, zur See zu gehen. Als 1783 England und Frankreich ihren Seekrieg beendeten, versuchte er sogar, in die englische Marine aufgenommen zu werden. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris angenommen und erreichte die Stadt am 21. Oktober. Da er weiterhin zur Marine wollte, kam er in die Artillerie-Klasse, wo er u.a. Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung studierte.
Am 24. Februar 1785 starb sein Vater Carlo an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr war Napoléon bei den Prüfungen so gut, dass er sein Studium schon nach einem Jahr, statt nach zweien, abschließen konnte und erhielt kaum 16 Jahre alt sein Offizierspatent. Da die französische Marine in diesem Jahr keine Offiziere suchte, entschied er sich für das Regiment La Fère in Valence, der Korsika am nächsten gelegenen Garnisonsstadt. Dort nahm er als Unterleutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um seine Erziehung.
Literatur und Reformvorstellungen
In der Freizeit seines militärischen Dienstes widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel und sehr umfangreich: von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie die Platos bis hin zu neuzeitlichen Werken, wie z.B. von Voltaire, Corneille und Lavater, oder naturwissenschaftliche Werke wie Rollins Geschichte des Altertums, Buffons Histoire Naturelle oder Marignys Geschichte der Araber. Als Autodidakt brachte er sich hier ein umfangreiches Wissen bei. Als er sich auch zunehmend für Politik und Ungerechtigkeiten im Staat interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild und eine konstitutionelle Monarchie wie die Englands, die im Interesse des Volkes regierte, schien ihm vorbildlich; Patriotismus, bzw. im Dienste des Volkes zu handeln, wurde sein Ideal.
Zu dieser Zeit fing er auch selber an zu schreiben. Unter anderem schrieb er einen Gruselroman mit politischem Hintergrund, den Versuch einer Geschichte Korsikas - wegen der ablehnenden Haltung Paolis, den er um Unterstützung bat, gab er dies enttäuscht auf -, und einen philosophischen Essay über menschliches Glück, den er für eine Preisausschreibung der Akademie von Lyon schrieb - kein Essay wurde für würdig gefunden, den Preis zu erhalten. Er vertritt hier die Auffassung, dass der Mensch geboren wird, um glücklich zu sein und "Sittlichkeit wird es geben, wenn die Regierungen frei sind."
Ein Soldat der Revolution
Patriotismus
Als im Frühjahr des Jahres 1789 die Französische Revolution ausbrach, emigrierte Napoléon nicht, wie viele andere Offiziere, sondern wurde trotz seiner eigenen Adelsabstammung glühender Befürworter der Republik und deswegen bald zum Hauptmann befördert, anders als die vielen adligen Offiziere, die geflohen waren. Bonaparte versah zunächst nur einige unbedeutende Ordnungsaufgaben in der französischen Provinz und hielt sich zumeist in seiner Heimat Korsika auf, wo die Nationalbewegung einen neuen Aufschwung erlebte und die Unabhängigkeit von Frankreich anstrebte.
Im Jahre 1792/93 erhielt Napoléon sein erstes militärisches Kommando und wurde mit der Befehlsgewalt über ein Freiwilligen-Bataillon der korsischen Nationalgarde für die Invasion nach Sardinien betraut, mit dem sich die Französische Republik seit 1792 im Krieg befand. Der Landungsversuch scheiterte jedoch, wofür Bonaparte vor allem die französischen Truppenteile verantwortlich machte. Die undurchsichtige Verwicklung seiner Brüder in einen Staatsstreich gegen den Führer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Pasquale Paoli zwang die Familie im Sommer 1793 Korsika fluchtartig zu verlassen und völlig verarmt nach Frankreich zu gehen.
Napoléon unterstützte die Revolution und machte schnell Karriere. 1793 befreite er Toulon von den mit den Engländern kooperierenden königstreuen Royalisten. Zum Glück für den Sieger befand sich neben Saliceti im Lager von Toulon ein noch viel einflussreicherer Mann: Augustin Robespierre, der Bruder von Maximilién. Er war bei der Einnahme von Toulon zugegen und meldete das Ereignis in einem Bericht nach Paris. Das Resultat stellte sich sofort ein: Mit Verfügung vom 14. Januar 1794 erhielt Napoléon Bonaparte den Rang eines Brigadegenerals.
Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten
Nach der Entmachtung und Hinrichtung Robespierres fiel Napoléon in Ungnade und wurde kurzfristig als Robespierreianer in Haft genommen. Wenig später wurde er Kommandeur der Westarmee gegen die Royalisten in der Normandie, wieder zurück in Paris schlug er im Auftrag des Direktoriums einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder. Dabei setzte er zum ersten Mal Geschütze in der Stadt ein. Dieser Sieg brachte ihm das Vertrauen des Direktoriums und den Oberbefehl über die Italienarmee ein, welchen er am 27. März 1796 erhielt.
Zuvor lernte er bei Paris Joséphine de Beauharnais kennen und lieben, die er am 9. März 1796 heiratete.
Joséphine de Beauharnais
Als Kommandierender General der schlecht ausgerüsteten französischen Truppen gelang es ihm mehrfach, die österreichischen Truppen zu besiegen. Österreich, unter der Führung von Erzherzog Karl, musste einen ungünstigen Vertrag hinnehmen. Zur gleichen Zeit organisierte Napoléon einen Coup, der mehrere Royalisten in Paris entmachtete.
1798 marschierte Napoléon in Ägypten (siehe Die Ägyptische Expedition Napoleons) ein, um Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Napoléon war den Prinzipien der Aufklärung zugetan, deshalb nahm er Gelehrte auf seine Expedition mit. Die Übersetzung des Steins von Rosetta ist ein Ergebnis davon.
Bürger Napoléon Bonaparte – Erster Konsul der Französischen Republik (1799–1804)
Steins von Rosetta
Napoléons Expeditionsflotte wurde in der Seeschlacht von Abukir von der britischen Flotte unter Horatio Nelson fast völlig zerstört. Daher war Napoléon auf den Landweg angewiesen. In Europa formierte sich eine Koalition gegen Frankreich, die Royalisten wurden wieder mächtiger und Napoléon kehrte im Oktober 1799 ohne seine Truppen nach Paris zurück. In den darauf folgenden Wochen planten Abbé Sieyès und Roger Ducos, Direktoren der französischen Regierung, einen Staatsstreich. Dafür benötigten sie aber militärische Hilfe und Napoléon war ihr Mann um die Truppen zu führen. Am 9. November 1799, marschierte Napoléon mit seiner Armee in Paris ein und wurde durch diesen Staatsstreich des 18. Brumaire VIII zum Ersten Konsul und Alleinherrscher.
Er vollzog mehrere dauerhafte Reformen im Bildungswesen, in der Verwaltung sowie im Rechts- und Finanzwesen. Seine Gesetzessammlung, der Code Civil oder Code Napoleon, wie sie nach Napoléon auch genannt wurde, hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung.
Im Jahre 1800 griff Napoléon Österreich an und besiegte es erneut, vor allem in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800. In der Schlacht fiel sein enger Mitstreiter General Desaix. Danach unterschrieben auch die Briten einen Friedensvertrag.
1802 war Thomas Jefferson bereit, New Orleans von Napoléon zu kaufen, der kurz zuvor der unumstrittene Herrscher von Frankreich geworden war und Louisiana von Spanien erworben hatte. Jefferson sandte James Monroe nach Paris, um die Verhandlungen beim Verkauf von Louisiana zu unterstützen.
Das Wiederaufflammen des Krieges zwischen Großbritannien und Frankreich war unausweichlich. Napoléon hatte gerade einen schweren militärischen Rückschlag erlitten, als seine Armee, die Santo Domingo erobern und eine Basis errichten sollte, durch Gelbfieber und erbitterten Widerstand, angeführt von Toussaint l'Ouverture, zerschlagen wurde.
Napoléon wusste, dass er mit seinen geschwächten westlichen Streitkräften Louisiana nicht verteidigen können würde und beschloss, das gesamte Gebiet an die Vereinigten Staaten zu verkaufen.
Die amerikanischen Unterhändler waren bereit, 2 Millionen Dollar für New Orleans auszugeben. Sie waren verblüfft, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis Kanada und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains - eine Fläche so groß wie die damaligen Vereinigten Staaten - für weniger als 20 Millionen Dollar angeboten wurde. Der Verkauf kam zustande und wird als Louisiana Purchase oder Louisiana-Landkauf bezeichnet.
Nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau, die ein Attentat im Malmaison auf den Korsen planten, suchte Bonaparte mit Hilfe seines Polizeiministers Joseph Fouché nach einem Bourbonen, den man als Signal in seine Gewalt bringen kann. Der politisch eher unbedeutende Herzog von Enghien war das am leichtesten zu erreichende "Ziel", um das Exempel zu statuieren.
Durch ein Kommandounternehmen von drei Gendarmeriebrigaden und 300 Dragonern am 14./15. März ließ ihn Bonaparte von Ettenheim in Baden nach Frankreich entführen, um ihm dort einen politischen Schauprozess aufgrund Hochverrats machen zu können. Bei der Verhaftung leistete der Herzog keinen Widerstand. Bereits während der Fahrt nach Vincennes erklärte er, dass er Napoléon unversöhnlichen Hass geschworen habe und jede Gelegenheit nutzen würde, um ihn zu bekämpfen. Die konfiszierten Papiere bewiesen, dass die Bourbonen Verschwörer gegen Napoléon anwarben. Daraufhin reagierte der Erste Konsul heftig:
"Warum führen sie nicht Waffen gegen mich? (...) Stattdessen senden sie Straßenräuber aus, sprengen Paris in die Luft, töten Unschuldige. Dafür sollen sie mir blutige Tränen weinen."
Nach der zu erwartenden Verurteilung als "Emigrant, der vom Ausland bezahlt wird, um eine Invasion Frankreichs zu erleichtern" durch ein Tribunal von sieben Obristen, vor denen sich Enghien stolz als Feind Bonapartes und des revolutionären Frankreich bezeichnete, erschoss man den Herzog von Enghien im Garten des Schlosses von Vincennes. Dies schadete Napoléon aussenpolitisch insbesondere in Deutschland und Preußen, da man die eigenen Souveränitätsrechte bedroht sah. Ein von Joséphine überbrachtes Gnadengesuch hatte Napoléon zuvor schon abgelehnt, da er einen Bourbonen als Signal hingerichtet sehen wollte.
Innenpolitisch hatte Bonaparte jedoch mit dieser "terroristischen Hinrichtung" (Louis Bergeron) alle weiteren royalistischen Komplotte erstickt und die Zustimmung der breiten Bevölkerung hinter sich. Bezeichnenderweise meinte Napoléon selbst als Reaktion auf die Empörung des Auslandes nur knapp: "Ich bin die Französische Revolution". Doch sein Außenminister Talleyrand, der zuvor die Aktion unterstützt hatte, urteilte später, dass dies nicht nur ein Verbrechen, sondern ein Fehler gewesen sei.
Napoléon I. – Kaiser der Franzosen (1804–1815)
Talleyrand
Nachdem Napoléon seinen Einfluss auf die Schweiz und Deutschland vergrößert hatte, gab eine Meinungsverschiedenheit über Malta den Briten einen Vorwand, um Frankreich 1803 den Krieg zu erklären und die französische royalistische Opposition zu unterstützen (Beginn der Napoleonischen Kriege). Nachdem ihm in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen wurde, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie selbst zum Kaiser. Es war eine ungewöhnliche Szene, als er die Krone Pius VII. aus den Händen nahm und sich selbst aufs Haupt setzte. Diese Szene war allerdings abgesprochen und keineswegs wie später dargestellt, die Handlung eines Diktators. Das Gemälde zu dieser Zeremonie stammt vom Maler Jacques-Louis David, der nachträglich die Mutter Napoléons I. auf einer Empore sitzend darstellte. Nachträglich, weil sie sich geweigert hatte, bei der Krönung anwesend zu sein. Der Kaiser bestand aber auf deren Anwesenheit, wenigstens im Bild dargestellt. Da die Zeremonie sich über Stunden hinzog, konnte der Kaiser von Zeit zu Zeit ein Gähnen nicht unterdrücken. Er hielt das Zepter in der Hand wie ein Kinderspielzeug und flüsterte seinem Bruder Joseph zu: „Wenn uns jetzt unser Vater sehen könnte!“ Die Kaiserin Joséphine war von der Krönung so beeindruckt, dass man sie spät abends dazu überreden musste, ihre Krone zum Schlafengehen abzulegen.
Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt.
Der französische Plan, zusammen mit den Spaniern die Briten zur See zu schlagen, schlug bei Trafalgar fehl und die Briten erlangten die dauerhafte Herrschaft über die Weltmeere. Ökonomisch missachtete Napoléon aus kriegstaktischen Gründen an Adam Smith orientierte Vorstellungen von Ökonomen wie Jean-Baptiste Say, der durch seine abweichenden wirtschaftspolitischen Vorschläge sogar von der Zensur betroffen war und seine Anstellung verlor.
Jean-Baptiste Say
In Europa hatte sich eine weitere Koalition gegen Napoléon formiert. Napoléon griff an, überschritt am 25. September mit seinen Truppen den Rhein und sicherte sich am 3. Dez. 1805 einen großen Sieg gegen Österreich und Russland in der Schlacht bei Austerlitz, auch Dreikaiserschlacht genannt. Als Ergebnis wurde Napoléon praktisch Herrscher über die meisten Gebiete Europas. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtet wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein; Preußen blieb für Jahre besetzt und musste hohe Kontributionen bezahlen. Napoléon marschierte durch Polen und unterzeichnete ein Abkommen mit dem russischen Zar Alexander I., das Europa zwischen den beiden Mächten aufteilte.
Napoléon setzte einen europaweiten Handelsboykott (die sog. Kontinentalsperre) gegen Großbritannien durch und setzte einen neuen König in Spanien ein. Die Spanier erhoben sich und es gelang Napoléon nicht, den Aufstand niederzuschlagen.
Kontinentalsperre
Während sich Frankreich mit Spanien beschäftigte, griff Österreich 1809 unter Erzherzog Karl in der Schlacht von Aspern Napoléons Armeen an und war siegreich. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit Napoléons war das erste Mal gebrochen worden. Allerdings konnte dieser Erfolg bei der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 nicht wiederholt werden.
In diesem Jahr (1809) ließ sich Napoléon auch von Josephine de Beauharnais scheiden, da sie ihm keine Kinder gebären konnte. Sie hatte dies schon länger geahnt, aber aus Angst vor einer Scheidung die Behauptung aufgestellt, er könne ihr keine Kinder zeugen, schließlich hätte sie ja schon zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe. Die Generäle und Politiker Napoléons bedrängten ihn Marie-Louise von Habsburg zu heiraten. Aufgrund politischer Vorzüge durch diese Heirat, nämlich der Stärkung des österreich-französischem Bündnisses und der Legitimation des Kaiserreichs, wurde die Heirat im Jahr 1810 geschlossen. Die Leidtragende dabei war letztendlich sie selbst, denn seit ihrer Kindheit war ihr Napoléon zuwider, aber schließlich musste sie doch der Staatsräson geopfert werden. Marie Louise war die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Außerdem brauchte Napoléon ja einen Nachfolger, den ihm Marie Louise 1811 schenkte. Sie gebar Napoléon II. Napoléon versuchte zweimal, ihn als Erben einzusetzen, aber regiert hat er nie.
Zar Alexander I. war Napoléon gegenüber misstrauisch geworden und lehnte es ab, mit ihm gegen die Briten zu kooperieren. Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg. Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht. Für den Fall, dass eine Entscheidungsschlacht vor dem Winter 1812/13 nicht möglich gewesen wäre, sollte ein Winterlager im Baltikum bezogen werden, um den Feldzug im Frühjahr 1813 fortzusetzen.
Vaterländischen Krieg
Doch mit folgender Taktik der Russen hatte Napoléon nicht gerechnet: Die russischen Truppen zogen sich immer weiter in die Weite des Landes zurück und verweigerten wohlweislich eine frühe Austragung einer offenen Feldschlacht. Dieser Rückzug in die Tiefe des Raumes entfaltete auf den französischen Kaiser und seine Truppen eine gewisse Sogwirkung, die, auf Napoléons Ungeduld berechnet, den ursprünglichen Plan eines zwischenzeitlichen Winterlagers zunichte machte und die „Grande Armée“ den stetig zurückweichenden russischen Korps nachsetzen ließ. Erst bei Borodino stellten sich die Russen unter dem 'Cunctator' Kutusow einer Abwehrschlacht, die für beide Seiten äußerst blutig und verlustreich verlief und letztlich unentschieden endete.
Doch durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Von 250.000 Einwohnern waren 15.000 geblieben, Bettler, Sträflinge und Ausländer. Es waren inhaftierte Sträflinge angeheuert worden, die mit dem Versprechen der Amnestierung die Stadt an verschiedenen Stellen in Brand setzten. Es gelang nicht, die Feuer zu löschen, da selbst die Löschgeräte zum größten Teil zerstört waren. Der deutschstämmige Gouverneur Rostoptschin hatte ebenso Pumpen und Schläuche wegschaffen lassen. Die aus Holz gebauten Häuser brannten in kürzester Zeit nieder, dazu kam der Wind, der alle Versuche zunichte machte. In vier Tagen wurden 8500 Häuser zerstört, vier Fünftel der Stadt.
Und immer noch wartete Napoléon zwei Wochen lang auf Antwort von Zar Alexander, erhielt jedoch keine Nachricht. Alexander, von seinen Beratern (unter anderem dem Freiherrn vom Stein und preußischer Exil-Offiziere sowie der Schwedische Kronprinz Jean-Baptiste Bernadotte) nachhaltig zur Unnachgiebigkeit gedrängt, wollte keinen Frieden (entgegen anders lautenden früheren Versicherungen seinerseits). Der Marsch nach Moskau hatte zwölf Wochen gedauert, ebensoviel brauchte man für den Rückmarsch. Aber anstatt loszumarschieren, wartete er immer noch auf ein Wort von Alexander. Er studierte russische Almanache und stellte fest, dass der strenge Winter auf der Breite von Moskau gewöhnlich Ende November einsetzte. Aber nun fielen am 15. Oktober ungewöhnliche sieben Zentimeter Schnee, und immer noch wartete Napoléon auf eine Nachricht von Alexander. Dann aber, als am 18. Oktober Marschall Joachim Murat von Kutusow vor Moskau angegriffen wurde und 2500 Mann verlor, erwachte Napoléon aus seiner optimistischen Stimmung und gab den Befehl zum Abmarsch.
Joachim Murat
Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler (von ihm selbst zugegeben) war der immer wieder aufgeschobene Rückzug sowie die Wahl der Hinmarschroute mit ihrer "verbrannten Erde", anstatt einen weiter südlich verlaufenden Bogen zu beschreiben .Wesentlich für die hohen Verluste war die sehr schlecht vorbereitete Logistik der Versorgung der Truppen. Es gab Nächte, in denen mehrere tausend Pferde starben. Die Armee wurde immer wieder von marodierenden Kosaken angegriffen. Napoléon verlor bei diesem Feldzug die meisten seiner Soldaten. Trotz schwerer Verluste war der Übergang über den Fluss Beresina eine Leistung ohnegleichen.
Er marschierte mit etwa 612.000 Soldaten, 50.000 Pferden und einigen Frauen aus dem Dienstleistungsgewerbe los und kam mit weniger als 40.000 Mann zurück, wobei die meisten der restlichen Soldaten in Vilnius an Krankheiten und Übersättigung durch den langen Hunger-Zeitraum starben; die Bevölkerung der Stadt starb dadurch fast komplett aus. Zusätzlich hatten die meisten Verluste die verbündeten bzw. gepressten Truppen der Vasallenstaaten zu tragen. Durch diese schwere Niederlage Frankreichs ermutigt, griffen mehrere Nationen in Europa gegen Frankreich zu den Waffen. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. 1814 bildete sich ein Bündnis aus Großbritannien, Russland, Preußen und Österreich gegen Napoléon.
Der Feldzug von 1814 auf französischem Boden gilt auch heute noch militärgeschichtlich betrachtet strategisch wie taktisch als Napoléons „Meisterstück“ und Illustrierung napoleonischer Taktik überhaupt: Mit deutlich unterlegenen Kräften durch geschicktes und temporeiches Manövrieren den zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feind jeweils einzeln zu schlagen.
Elba, Herrschaft der Hundert Tage, Waterloo und das Ende auf St. Helena
1814
1814
1814
Nachdem Napoléon geschlagen war, dankte er zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab; er musste nun ins Exil nach Elba, einer kleinen Mittelmeerinsel. Er kehrte jedoch am 1. März 1815 aufs Festland zurück, wo ihn die Armeen, die ihn aufhalten sollten, als ihren Führer empfingen. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage, doch seine Regierung wurde aufgrund von gewaltsamen Taten nicht mehr akzeptiert. So stellte er zum Beispiel ein Heer auf, das aus 40.000 14-jährigen Jungen bestand. Teile der gegnerischen Allianz stellten ihn als den Antichristen dar, dem gegenüber sich die Vertraute des Zaren Juliane von Krüdener als das erlösende Sonnenweib stilisierte. Diese Zeit wird auch als die Herrschaft der Hundert Tage bezeichnet.
Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Engländer unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Engländern noch zu Hilfe kamen und somit die Schlacht verloren war, floh er mit seiner Kaiserlichen Garde nach Paris. Das Ende dieser Schlacht markiert gleichzeitig das Ende der Napoleonischen Kriege.
Napoléon musste am 22. Juni abdanken und wurde auf die englische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort schrieb er seine Memoiren und starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt. Die Vermutung, Napoléon könnte sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein, ist widerlegt. In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass er wie sein Vater und Großvater an Magenkrebs verstarb. Arsen wurde damals als Medikament gegen Appetitmangel eingesetzt (Fowlersche Lösung).
Es gibt eine Theorie, wonach General Montholon ihm regelmäßig Arsen in den Wein gegeben haben soll, um so seine Rückkehr nach Frankreich zu ermöglichen (Quelle: Vincent Croussier, L'Express, 06. Dezember 2004).
Es gibt allerdings auch noch die Theorie, dass Napoléon 'von' seiner Tapete vergiftet worden ist. Die Pigmente der Tapete enthielten nämlich einige Arsenverbindungen, die damals häufig benutzt wurden und eine schöne grüne Farbe hatten. In trockenem Klima waren diese Pigmente ungefährlich, doch in dem feuchten Klima auf St. Helena bildeten sich Schimmelpilze auf der Tapete, die aus den Pigmenten das gasförmige Trimethylarsen freisetzten, welches Napoléon dann eingeatmet hätte.
Die meisten der durch die Eroberungskriege Napoléons verursachten Veränderungen auf der politischen Landkarte wurden beim Wiener Kongress wieder rückgängig gemacht.
Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam exhumiert (15. Oktober 1840) und in den Pariser Invalidendom überführt.
Napoléon und die Frauen
Invalidendom
Trotz seiner eher geringen Körperlänge von rund 164 cm gab es in Napoléons Leben zahlreiche „Frauengeschichten“, größtenteils heimliche Affairen, die man einerseits auf sein Charisma und andererseits auf eine ihm nachgesagte ausgeprägte Libido zurückführen könnte. Die erste wichtige Frau war Désirée Clary (1777-1860), die Schwägerin von Joseph Bonaparte und später Königin von Schweden und Norwegen wurde. Beide waren seit 1794 ein Paar, zwischen 1795 und 1796 verlobt, als Napoléon noch ein politisch unbedeutender General war, aber die Familie Désirées stellte sich gegen einen zweiten Bonaparte, und Napoléon lernte 1796 seine zukünftige Frau kennen. Désirée heiratete General Jean-Baptiste Bernadotte, den späteren schwedisch-norwegischen König, von dem sie am 4. Juli 1799 einen Sohn Oscar bekam. Auf ihre Bitte hin wurde Napoléon Pate dieses Kindes. Ausgerechnet Bernadotte ist zu diesem Zeitpunkt als Kriegsminister Vorgesetzter Napoléons. Später tritt er als einer der Marschälle von Frankreich Kämpfer für, als Kronprinz von Schweden - Oberbefehlshaber der Nordarmee u.a. in der Völkerschlacht bei Leipzig - ein Gegner von Napoléon auf.
Napoléon war zweimal verheiratet: seine erste Frau war Joséphine de Beauharnais, geboren als Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie (1763-1814) und Witwe des Vicomte de Beauharnais, welche er zur Kaiserin Joséphine von Frankreich krönte und deren Kinder Eugène und Hortense er adoptierte. Da die Ehe kinderlos blieb, ließ sich Napoléon von Joséphine am 5. Dezember 1809 aus politischen Erwägungen und in beiderseitigem Einvernehmen scheiden. Joséphine durfte ihren Kaiserin-Titel und den gemeinsamen Wohnsitz Schloss Malmaison behalten.
Seine zweite Frau war die Erzherzogin Marie-Louise von Habsburg (1791-1847), auch sie wurde zur Kaiserin gekrönt. Aus der Ehe mit Marie-Louise ging ein Kind hervor, Napoléon-François-Charles-Joseph Bonaparte (1811-1832), Franz Herzog von Reichstadt, der am Tag seiner Geburt zum König von Rom ausgerufen wurde, jedoch nie regierte.
Napoléon hatte schon während seiner Ehe mit Joséphine die folgenden zwei illegitimen Kinder von Mätressen:
Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne (1787-1868):
- Graf Charles Léon (1806-1881)
Aus einer sieben Jahre währenden Liebesbeziehung mit Gräfin Maria Walewska (1789-1817), seiner "polnischen Frau":
- Graf Alexandre Colonna Walewski (1810-1868)
Beide Söhne hatten ihrerseits Nachkommen.
Weitere Kinder:
- Émilie Louise Marie Françoise Joséphine Pellapra von Françoise-Marie LeRoy
- Karl Eugin von Mühlfeld von Victoria Kraus
- Hélène Napoleone Bonaparte von Gräfin Montholon (1816-1910)
- Barthélemy St Hilaire (19. August 1805 - 24. November 1895)
Zu Napoléons weiteren Geliebten gehörten u.a. die Schauspielerinnen Marguerite Josephine George, genannt Georgina, und Cathérine Josephine Duchesnois; Madame Duchâtel, Frau eines älteren Staatsrates; Carlotta Gazzani, eine genuesische Tänzerin, die von Napoléon zur Vorleserin von Joséphine ernannt wird, und teilweise Frauen seiner Offiziere.
Napoléons literarischer Nachlass
Seine wohl erste literarische Arbeit "Die Geschichte Korsikas", verfasste Napoléon im Alter von nur 16
Jahren. Später schrieb er vor allem über seine Feldzüge, oder er verfasste Abhandlungen mit besonderer militärischer Bedeutung (wie etwa über die Versorgung belagerter Städte mit Mehl). Mit dem Werk "Übersicht der Kriege Cäsars" legte er eine militärhistorische Arbeit vor, die auch eine Biographie Cäsars beinhaltet. Weniger bekannt ist, dass Napoléon der wohl einzige Kaiser ist, der einen Liebesroman schrieb: Schon während der Revolutionszeit verfasste er "Clisson et Eugénie", ein Werk, das seine Leidenschaft für Désirée Clary, die zukünftige Königin von Schweden, widerspiegelt.
Literatur
Schweden
Napoléon – Sein Leben und seine Zeit
- Thiers, Adolphe : Histoire de la Revolution française, 10 Bände + Atlas, Paris 1823-27 (Standardwerk auch in deutscher Übersetzung)
- Ders. : Histoire du Consulat et de l'Émpire, 20 Bände + Atlas, Paris 1845-62, (dt.: Geschichte des Konsulats und des Kaiserreichs, Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-22-7)
- Fournier, August : Napoleon I. - Eine Biographie, 3 Bände, Wien 1886
- Kircheisen, Friedrich : Napoleon I. - Seine Leben und seine Zeit, 9 Bände, Leipzig/München 1911-34
- Wencker-Wildberg, Friedrich/Kircheisen, Friedrich (Hrsg.) : Napoleon - Die Memoiren seines Lebens, 14 Bände, Wien/Hamburg/Zürich o. J. (ca. 1930), Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-14-6
- Markov, Walter : Napoléon und seine Zeit - Geschichte und Kultur des Grand Empire, Leipzig 1996
- Tulard, Jean : Napoléon, ou Le mythe de sauveur, Paris 1977 (die modernste Biographie, deutsche Übersetzung : Napoleon, oder der Mythos des Retters, 2. durchges. Aufl., Tübingen 1979, ISBN 3-8052-0306-3)
- Tulard, Jean (Hrsg.): Dictionnaire Napoléon, Nouv. éd., rev. et augm., Paris 1989, ISBN 2-213-02286-0
- Herre, Franz : Napoleon Bonaparte - Eine Biographie, Regensburg 2003
- Ders. : Marie Louise - Napoleon war ihr Schicksal, Köln 1996
- Willms, Johannes : Napoleon - Eine Biographie, München 2005
- Cronin, Vincent: Napoleon - Stratege und Staatsmann, Heyne Biographien, engl. Originalausgabe 1971, Deutsch 1973, Heyne-Verlag 1983, ISBN 3-453-55101
Die Napoleonischen Kriege
- Broers, Michael: The Napoleonic empire in Italy, 1796 - 1814, 1. Aufl., Basingstoke : Palgrave Macmillan 2005, ISBN 1-4039-0565-7
- Stephen Pope: The Cassell dictionary of the Napoleonic Wars, London 1999, ISBN 0-304-35229-2
- Muir, Rory: Tactics and the experience of battle in the age of Napoleon, New Haven [u.a.] 1998, ISBN 0-300-07385-2
- Clausewitz, Carl von : Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz über Krieg und Kriegführung, 10 Bände, Berlin 1832-37 (beinhaltet das militärisch-philosophische Hauptwerk Vom Kriege und verschiedene Feldzugsstudien zu den Napoleonischen Kriegen)
- Napoleon I./Boie, Bernhard (Komm.) : Militärische Schriften, 3 Bände, Berlin 1881
- Rothenberg, Gunther : Die Napoleonischen Kriege, Berlin 2000
- Wenzlik, Detlef: Die napoleonischen Kriege, Buchreihe (18 Bände), VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-01-4
Napoleon und die Frauen
- Gläser, Stefan: "Frauen um Napoleon", Regensburg 2001
- Herre, Franz: "Joséphine - Kaiserin an Napoleons Seite", Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1829-0
- Masson, Frédéric: "Napoleon I. und die Frauen", Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-09-X
Weblinks
-
- [http://www.napoleon-online.de/ Napoleon-online.de]
- [http://www.napoleonguide.com/ Napoleonguide.com]
- [http://www.napoleon.org/ Die Napoleon-Stiftung]
- [http://www.musees-nationaux-napoleoniens.org/ Die nationale Vereinigung der Napoléon-Museen in Frankreich]
Kategorie:Mann
Kategorie:Französische Geschichte
Kategorie:Kaiser (Frankreich)
Bonaparte, Napoleon
Bonaparte, Napoleon
Bonaparte, Napoleon
Bonaparte, Napoleon
Bonaparte, Napoleon
Bonaparte, Napoleon
Napoleon Bonaparte
ja:ナポレオン・ボナパルト
ko:나폴레옹 보나파르트
simple:Napoleon
th:นโปเลียน โบนาปาร์ต
TirailleureTirailleure (franz.) sind in aufgelöster Ordnung kämpfende Mannschaften der Infanterie, die auch Plänkler genannt werden.
Anfangs kämpften sie mit ihrer Arkebuse allgemein in losen Formationen, um mehr Platz zum Zielen zu haben, selbst nicht so leicht getroffen zu werden und Deckungen ausnutzen zu können. Außerdem konnten sie sich so in jedem Gelände fortbewegen. Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte diese Taktik in Europa der geschlossenen Formation weitgehend Platz gemacht, nur die wenigen mit gezogenen Büchsen bewaffneten Truppen ("Jäger") und schlecht ausgebildete Milizen behielten sie bei.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden teilweise wieder Schützeneinheiten zusätzlich zur Linientaktik eingeführt. Große Bedeutung erlangten die Tirailleure erstmals wieder bei den Truppen der Französischen Revolution, in der Kolonnentaktik. Zunächst nur in eigenen Regimentern oder Bataillonen, der Leichten Infanterie, organisiert, wurden bald allen Bataillonen solche Schützen zugewiesen - entweder in eigenen Kompanien (z.B. Voltigeurs) oder - v.a. im deutschsprachigen Raum - in Form der dritten (hintersten) Glieder jeder Abteilung. Die Tirailleure wurden so zum fixen Bestandteil der Taktik des 19. Jahrhunderts.
Kategorie:Militärgeschichte
Panzergrenadier
Ursprünglich beschreibt das Wort Grenadier den im Werfen von Granaten speziell ausgebildeten Infanteristen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die infanteristischen Truppenteile in den Panzerdivisionen dann als Panzergrenadiere bezeichnet.
Die Aufstellung von Panzergrenadierverbänden geht auf General Guderian zurück, welcher als der Entwickler der modernen Panzerwaffe gilt. Sein Konzept sah dabei vor, den Panzerverbänden beim Vorrücken alle notwendige Unterstützung mit zuführen. Dazu gehörten Pioniere, Artillerie, Instandsetzung und eben auch Infanterie. Für die Panzergrenadiere sah sein Konzept weiterhin vor, dass diese mit einem speziellen gepanzerten Fahrzeug, dem Schützenpanzer ausgerüstet werden sollten, mit welchem sie auf- und abgesessen kämpfen sollten.
Ursprünglich waren die Panzergrenadierverbände unter der Bezeichnung Schützen und Kavallerieschützen den Panzerdivisionen und leichten Divisionen zugeordnet. Nach dem Polenfeldzug wurden die leichten Divisionen in Panzerdivisonen umgegliedert, sodass nun alle infanteristischen Verbände als Schützen bezeichnet wurden. Am 5. Juli 1942 wurden diese dann in Panzergrenadiere umbenannt, unabhängig davon, ob sie über gepanzerte Fahrzeuge verfügten oder nicht. Nur etwa 25% der Panzergrenadiere verfügten im Verlauf des Krieges über gepanzerte Fahrzeuge. Als Waffenfarbe wurde 1943 Wiesengrün festgelegt. Einige Verbände behielten jedoch aus ihrer Geschichte heraus Weiß (Infanterie) oder Gelb (Kavallerie). Die Waffenfarbe der Panzergrenadiere (und der Panzertruppe im Allgemeinen) im österreichischen Bundesheer ist Schwarz.
Auch heute ist Panzergrenadier die noch gültige Bezeichnung für einen vom Schützenpanzer aus oder zu Fuß (abgesessen), den Panzer begleitend, kämpfenden Infanteristen. Die Panzergrenadiere übernehmen auf dem Schlachtfeld die Aufgabe des Kampfes gegen Infanterie sowie mittels geeigneter Panzerabwehrwaffe gegen gepanzerte Fahrzeuge. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Ausnutzung des Geländes zum eigenen Vorteil. Der Vorgänger war die Jägertruppe, die aber rein auf den infanteristischen Kampf ausgelegt war.
Panzergrenadier ist auch eine alternative Bezeichnung für den niedrigsten Mannschaftsdienstgrad in einer Panzergrenadier-Einheit der Bundeswehr. Die eigentliche Bezeichnung lautet Schütze.
In der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR war Mot-Schütze die übliche Bezeichnung für den Panzergrenadier.
Innerhalb dieser Truppenteile der Bundeswehr hat sich folgender Reim scherzhaft durchgesetzt:
„Es ist kein Mensch, es ist kein Tier – es ist ein Panzergrenadier“.
Bewaffnung in der Bundeswehr
- Schützenpanzer Marder 1A3 & 1A5
- Schützenpanzer Puma
- Jagdpanzer Jaguar 1A3
- Panzermörser M113
- Panzerabwehrwaffe MILAN
- Sturmgewehr G36
- Maschinengewehr MG3
- Maschinengewehr MG4
- Scharfschützengewehr G22
- Pistole P8
- Panzerfaust Panzerfaust 3
- Granatpistole HK69 A1;Granatpistole 40mm
- Maschinenpistole MP 2
Weblinks
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/06415A476D442CBBC1256CA9003F049B Homepage der Panzergrenadiertruppe]
- [http://www.freundeskreis-panzergrenadiere.de Der Freundeskreis der Panzergrenadiertruppe e.V.]
- [http://www.freundeskreis-panzergrenadiere.de/87.0.html Informationen zum neuen Schützenpanzer PUMA]
Kategorie:Truppengattung
Kategorie:Mannschaftsdienstgrad
ja:機械化歩兵
Deutsch-französische BrigadeDie Deutsch-Französische Brigade ist eine binationale Einheit im Rahmen des Eurokorps.
Sie besteht aus dem Jägerbataillon 292 (deutsch), dem Panzerartilleriebataillon 295 (deutsch), der Panzerpionierkompanie 550 (deutsch), dem 3. Husarenregiment (leichtes Panzerregiment, französisch), einem Versorgungsbataillon (gemischt), dem 110. Infanterieregiment (französisch) und der Stabskompanie (gemischt).
1987 kam nach Gipfeltreffen in Karlsruhe die Entscheidung die D/F Brigade zu gründen. Die Brigade wurde daraufhin 1989 in Böblingen aufgestellt. Sie ist mit allen unterstellten Truppenteilen im Bundesland Baden-Württemberg stationiert. Das sind im Einzelnen die Standorte Müllheim (Sitz des Stabes D/F Brigade), Immendingen und Donaueschingen.
Weblinks
- http://www.df-brigade.de
Kategorie:Militärischer Verband (Frankreich)
Kategorie:Militärischer Verband (Bundeswehr)
Kategorie:Militärischer Verband (multinational)
Kategorie:Heer (Bundeswehr)
Wachbataillon
Als Wachbataillon (Vollständiger Name: Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung) bezeichnet man den Verband der deutschen Streitkräfte, der für die protokollarischen Einsätze, zur Bewachung des Verteidigungsministeriums und im Kriegsfall zum Schutz von Regierungsmitgliedern und wichtigen Regierungsobjekten eingesetzt wird. Das Wachbataillon ist das größte Bataillon der Bundeswehr und vereinigt als einziges alle Teilstreitkräfte – Marine, Luftwaffe und Heer – der Bundeswehr. Das Wachbataillon wurde als einer der ersten Verbände der Bundeswehr bereits im Jahr 1956 aufgestellt; bis dahin, d. h. seit Gründung der Bundesrepublik, übernahm der Bundesgrenzschutz den protokollarischen Ehrendienst.
In der Bundeswehr erhalten die Grundwehrdienstleistenden dieser Einheit eine spezielle Ausbildung im Marschieren in Formationen und in der Handhabung des Karabiners K98 K sowie dem Ablauf von Großen Zapfenstreichen, öffentlichen Gelöbnissen, Staatsbesuchen und anderen protokollarischen Ritualen und Zeremonien. Der Karabiner K98 K wird in der Bundeswehr ausschließlich zu Repräsentationszwecken verwendet, in ihrem Sicherungsauftrag des Ministeriums und der Bundesregierung verwendet das Wachbataillon die übliche Bewaffnung der Bundeswehr. Im protokollarischen Ehrendienst sind alle Karabiner K98 K schussfähig. Bei Show-Auftritten sogenannter Drill-Teams wird gelegentlich auch mit Platzpatronen geschossen, um das Publikum zu begeistern.
Das Wachbataillon der Bundeswehr ist in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding, sowie in der Brückberg-Kaserne in Siegburg stationiert und umfasst etwa 1.800 Soldaten und zivile Mitarbeiter. Es gliedert sich in 9 Kompanien auf.
Das Wachbataillon führt seine Tradition über das königlich preußische 1. Garde-Regiment zu Fuß und das Infanterie-Regiment 9 der Reichswehr bis ins Jahr 1688 zurück und ist damit der Verband der Bundeswehr mit der ältesten urkundlich verbrieften Tradition. Auf Grund dieser Tradition ist der Schlachtruf des Wachbataillons in Anlehnung an das 1. Garde-Regiment (und besonders dessen I. Bataillon, das diesen im Helmzirat führte) "Semper Talis".
Durch die Fortführung dieser Tradition ist das Wachbataillon eng mit dem Semper talis Bund (StB), dem Haus Hohenzollern und dem von Rohdich'schen Legatenfonds verbunden.
Das Wachbataillon ist für seine anspruchsvolle und fordernde Ausbildung sowie seinen strikte militärische Disziplin und seinen hohen Korpsgeist bekannt.
Gliederung
- 1./WachBtl BMVg Stabs- und Versorgungskompanie in Berlin
- 2./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Berlin
- 3./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Siegburg
- 4./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Marine in Berlin
- 5./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Luftwaffe in Berlin
- 6./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Siegburg
- 7./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Berlin
- 8./WachBtl BMVg Sicherungskompanie in Berlin
- 9./WachBtl BMVg Feldersatzkompanie (existiert in Friedenszeiten nur als gekaderte Einheit)
Bis März 1994 existierte in Bergisch-Gladbach die Wachausbildungskompanie 902, die für die Grundausbildung der Heeressoldaten im Wachbataillon zuständig war. Sie wurde als 7./WachBtl BMVg in den Protokolldienst eingebunden.
Alle Protokollkompanien dürfen nach einer bestandenen Protokollabnahme, in der die Soldaten ihre protokollarischen Fähigkeiten zeigen und bei Bedarf wiederholt werden muss, im protokollarischen Ehrendienst mitwirken.
Siehe auch: Wachregiment
Literatur
- Markus Euskirchen: [http://www.euse.de/milrit/ Militärrituale. Analyse und Kritik eines Herrschaftsinstruments], Köln ([http://www.papyrossa.de/militaerrituale.htm PapyRossa-Verlag]) 2005, S. 90ff.
Weblinks
- [http://www.wir-waren-protter.de 5. Wachbataillon BMVg]
- [http://www.wachbataillon-berlin.de Wachbataillon Berlin]
- [http://www.wachbataillon-siegburg.de 3./WachBtl BMVg Jahrgang 2003/2004]
- [http://www.die-siebte.de 7./WachBtl BMVg ]
Kategorie:Militärischer Verband (Bundeswehr)
SchwarzenbornSchwarzenborn ist der Name verschiedener Orte:
- eine Stadt im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, siehe: Schwarzenborn (Knüll)
- eine Gemeinde im im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz, siehe: Schwarzenborn (Eifel)
- ein Ortsteil der Gemeinde Cölbe im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen, siehe: Schwarzenborn (Cölbe)
InfanterieAls Infanterie bezeichnet man zu Fuß kämpfende Verbände von Soldaten. Die Infanterie wurde in ihrer Geschichte verschieden eingesetzt, bildet jedoch heutzutage bei den meisten Armeen die große Basis der Streitkräfte. Sie trägt die Hauptlast im Gefecht, und ist aber trotzdem vielseitig einsetzbar. Wurden früher vor allem eine große Anzahl Fußsoldaten als Infanterie bezeichnet, steht der Begriff heutzutage für eine bestimmte Gattung von Soldaten in einem Heer, für welche Mobilität und Schlagkraft von großer Bedeutung sind. Innerhalb dieser Truppengattung stellt die militärische Ausbildung eine äußerst große physische und psychische Herausforderung dar, da sehr viel Wert auf Vielfältigkeit gesetzt wird. Eine veraltete Bezeichnung für die Infanterie ist auch Fußvolk, dieser Begriff wird heutzutage häufig mit einer spöttischen Konotation verwandt.
Einsatzaufstellung
Im 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden Infanteriearmeen vor allem als große Massen von Fußsoldaten in den Kampf geschickt.
Die Weiterentwicklung der Feuerwaffen und das Ziel, ein Höchstmaß an Feuerwirkung zu erzielen, führten im 17. Jahrhundert zur Linientaktik als Hauptkampfform der Infanterie. Aufgrund höherer Feuergeschwindigkeit, größerer Reichweiten und besserer Treffgenauigkeit der neuen Handwaffengeneration entwickelte sich diese neue Taktik bis zum Jahre 1792 zu der so genannten Tirailleur- oder Kolonnentaktik weiter, die bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 als Gefechtsform das Bild zahlloser Schlachten dieser Zeit prägt. Mit dem Aufkommen von Mehrladern wurde nun das Schützengefecht in Form von Schützenlinie und Schützenschwarm die Hauptkampfform der Infanterie. Die Infanterie operiert meist in achtköpfigen Gruppen.
Ausbildung und Bewaffnung
Jeder Infanterist ist in Häuserkampf, Nahkampf und Territorialkampf geschult.
Die Waffen der modernen Infanterie sind sehr vielfältig:
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Handgranate
- Panzerfaust
- Minen
- Pistole
- Maschinengewehr
- Messer und Bajonett
zusätzlich verfügen die meisten Infanterieverbände noch über schwere Waffen wie Mörser (Geschütz) oder Panzerabwehrlenkwaffen.
Einsatzspektrum der Infanterie
Da die Stärke der modernen Infanterie in der Beweglichkeit und Geschwindigkeit liegt, eignet sie sich nicht für große Angriffe in Bataillonsstärke. Sie wird daher für Aufgaben wie verdeckte Operationen, Aufbau und Halten von Verteidigungslinien oder Zerstören von blockierten Gegnern eingesetzt. In Friedenszeiten leistet die Infanterie Dienst im Objektschutz.
Einsatzschwierigkeiten
Infanteristische Einsätze sind immer nur von möglichst kurzer Dauer. Infanteristen haben keine Möglichkeiten, sich vor Angriffen, wie Chemiewaffeneinsatz, Luftangriffen oder Artilleriebeschuss über längere Zeit zu schützen. In vielen Ländern wird darum geforscht, wie man Schutzmechanismen und andere Hilfsmittel verbessern kann, um die Soldaten längere Zeit im Einsatz zu halten. In Deutschland läuft dazu das Programm Infanterist der Zukunft. In den USA wird eine tragbare Waffe entwickelt, die Sturmgewehr, Granatwerfer, Zielfernrohr und Laserzielmarkierung miteinander vereint. Der Vorteil liegt hier im reduzierten Platzbedarf und Gewicht. Die Bundeswehr ist bereits jetzt mittels des Gewehres "G 36" in der Lage, eine Waffe als Sturmgewehr, als Präzisionswaffe und als Granatwerfer einzusetzen und ist somit den amerikanischen Entwicklungen in diesem Punkt teilweise voraus.
Geschichte der Infanterie
17.-18. Jahrhundert
Historisch geht die Bezeichnung Infanterie auf die Infantin Isabella Clara Eugenia, Tochter des Königs Philipp II. von Spanien zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Das auf ihren Befehl geworbene Fußvolk wurde auf eine neue Art bewaffnet und geübt und der Infantin zu Ehren "infanteria" genannt. Diese neue Truppe unterschied sich weiter je nach Bewaffnung und Verwendung in die schwere und die leichte Infanterie.
Im deutschsprachigen Raum taucht der Infanteriebegriff erstmals im Jahre 1616 als allgemeine Bezeichnung von Fußtruppen auf. Bis dato waren für eben diese die Bezeichnungen "Fußvolck", "Kriegsvolck zu Fuß", die "Fußknecht", "die Hauffen zu Fuß" und "die Landsknechte" üblich. Die Verwendung und der Wert dieser Fußtruppen sind in der Kriegsgeschichte von unterschiedlicher Bedeutung gewesen. Schon im Altertum trugen sie oft die Hauptlast des Kampfes. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen der Reiterei allgemein nur unterstützende Aufgaben zu. Während des Mittelalters war jedoch der Ritter Hauptträger des Kampfes, es bildeten sich ganze Ritterheere.
Erst die Schweizer bewirkten 1386 durch die Schlacht bei Sempach eine Wende. Mit Spießen und Streitäxten gut gerüstet, straff organisiert und ausgebildet, zeigten sich Fußtruppen den Rittern überlegen. Diese Gliederungsform der Infanterie wurde Gewalthaufen genannt. Die Wirkung des Gewalthaufens beruhte auf der Stoßkraft der sich geschlossen vorwärts bewegenden Masse. Die Entscheidung wurde im Angriff gesucht. In dieser Weise führten die Spanier 1485 ihr Fußvolk erfolgreich gegen die Mauren. Sie wurden Vorbild für andere europäische Heere. Die Infanterie entwickelte sich zur "Krone aller Waffen".
Als Schöpfer der deutschen Infanterie werden Kaiser Maximilian I. und Georg von Frundsberg angesehen. Sie waren die bedeutendsten Führer und Organisatoren der Landsknechtheere. Mit ihnen begann das neuzeitliche Kriegswesen. Mit zunehmender Wiederentstehung einer bedeutenden Reiterwaffe und Einführung von Schusswaffen entstand bei den Fußtruppen die Form des Gevierthaufens als Defensivaufstellung. Arkebusiere, Füsiliere und Musketiere waren die ersten Feuerwaffenträger der Infanterie.
19. Jahrhundert
1825 unternahm Zar Nikolaus I. als erster den Versuch, Kavallerie und Infanterie in einer Waffengattung zu vereinigen. Es entstand das Dragonerkorps. Der Versuch scheiterte, weil das Korps die infanteristischen Aufgaben vernachlässigte. Etwa 1885 nahm England diesen Versuch wieder auf und stellte in einzelnen seiner Kolonien und Schutzstaaten berittene Infanterie auf. So kann die gesamte Streitmacht der Buren im Kampf gegen England als berittene Infanterie charakterisiert werden.
Im 19. Jahrhundert unterschieden verschiedene Armeen ihre infanteristischen Soldaten in etwa folgende Truppenteile:
- Preußen: Grenadiere, Musketiere, Füsiliere, Jäger
- Österreich: Linieninfanterie und Feldjäger (zusätzlich die Tiroler Kaiserjäger)
- Frankreich: Linieninfanterie und Zouaven- und Turkosregimenter (als leichte Infanterie), auch die Fremdenlegion kann zur seinerzeitigen Infanterie gezählt werden
- Russland: Garde- und Linieninfanterie und Schützen
- Italien: Linieninfanterie, Bersaglieri (Jäger) und Alpini (Gebirgsjäger)
20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Infanterie immer mehr zur Hauptwaffe des Kampfes. So ist unter anderem im Reglement für die deutsche Infanterie von 1906, das noch während des gesamten 1. Weltkriegs Gültigkeit hatte, der damalige Stellenwert dieser Truppengattung wiederzufinden: "Die Infanterie ist die Hauptwaffe. Im Verein mit der Artillerie kämpft sie durch ihr Feuer den Gegner nieder. Sie allein bricht seinen letzten Widerstand. Sie trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer. Dafür winkt ihr auch der höchste Ruhm."
Dieser Stellenwert als Schlachten entscheidende Waffe behielt auch im 2. Weltkrieg weiter seine Gültigkeit. Allerdings war die Infanterie im neuen Zeitalter der Panzer und der Flugzeuge nicht mehr die Hauptwaffe und die Königin des Schlachtfeldes, wohl aber noch die Königin auf ihrem Gefechtsfeld. Nach diesem Krieg erfolgte innerhalb der Wiederbewaffnung Deutschlands die Abkehr von der so genannten "Einheitsinfanterie" hin zur "besonders befähigten Infanterie".
Infanterie in Deutschland nach 1950
So ist die Infanterie der Bundeswehr heute nicht mehr in die bisher üblichen Truppengattungen der Jäger, der Fallschirmjäger, der Gebirgsjäger und der Grenadiere differenzierbar. Sie stellt heutzutage einen Truppengattungsverbund dar, welcher sich aus den bisherigen besonderen Befähigungen und Spezialisierungen der Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger zusammensetzt. Sie ist nicht mehr mit den herkömmlichen leichten Infanterieeinheiten zu vergleichen, diese werden gegenwärtig typischerweise von den Panzergrenadieren der Bundeswehr gebildet.
Die deutsche Infanterie der Bundeswehr ist somit eine sehr stark spezialisierte Truppengattung des deutschen Heeres, deren Soldaten über ein enorm hohes Anforderungspotential und mit dem System Infanterist der Zukunft über die weltweit beste infanteristische Ausrüstung verfügen. Im Rahmen ihrer Auftragserfüllung und ihres Einsatzspektrums arbeiten sie so auch eng mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) zusammen.
Aufgrund dieser besonderen Befähigungen sowie ihrer hohen Beweglichkeit, ihrem exzellenten Ausbildungsstand, ihrer hochwertigen Ausrüstung, ihren neuen Fahrzeugen und Handwaffen stellt sie im gesamten Aufgabenspektrum vor allem die Kräfte der ersten Stunde ("Eingreifkräfte") sowie Mittlere Kräfte für Einsätze bei kleinen und mittleren Operationen ("Stabilisierungskräfte") im Rahmen des internationalen Krisenmanagements bereit. Dabei bildet die Beherrschung der Aufgaben des Allgemeinen Infanteriekampfes weiterhin die gemeinsame Grundbefähigung der gesamten Infanterie.
- Mit den Fallschirmjägern als Kern der Spezialisierten Kräfte des Heeres in der Division Spezielle Operationen (DSO);
- dem Aufbau eines neuen luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes bis 2007, welches taktisch der zweiten Spezialdivision, der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) zugehörig ist;
- und der Gebirgsjägerbrigade 23, welche weiterhin vorrangig für Einsätze unter extremen Gelände- und Witterungsbedingungen eingesetzt wird,
wird ein Beitrag zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit im gesamten Aufgabenspektrum geleistet.
siehe auch
- Fußsoldaten im Mittelalter, Infanteriedivision, General der Infanterie
Weblinks
Deutschland:
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
- [http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ihre Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung]
- [http://www.infanterie-bund.de/ Bund der deutschen Infanterie]
International:
- [http://www.benning.army.mil/Infantry/index.asp US Infantry School, Fort Benning]
- [http://www.army.mod.uk/infantry/index.htm British School of Infantry]
- [http://www.bundesheer.gv.at/waffengattung/wafgt_jager.shtml Österreichs Jägertruppe]
Kategorie:Truppengattung
ja:歩兵
Gebirgsjäger]
]
]
Gebirgsjäger sind eine Spezialform der Infanterie und Teil der Gebirgstruppen.
Gebirgsjäger kämpfen unter extremen Witterungs- und Geländebedingungen in schwierigem Gelände.
Dies geschieht entweder zu Fuß oder im Winter auf Ski.
Geschichte
Nachdem das Gebirge und der Winter lange als ungeeignet für die Kriegsführung angesehen wurden, begann Italien ab 1872 mit der Aufstellung von Alpini-Kompanien. Österreich-Ungarn bildete ab 1878 einzelne Jägerregimenter für den Kampf im Gebirge aus, darunter die berühmten Tiroler Kaiserjäger und Tiroler Kaiserschützen. Ab 1888 begann auch in Frankreich die Ausbildung von Chasseur-Alpin.
Im ersten Weltkrieg waren die französischen Gebirgsjäger sehr erfolgreich gegen die deutsche Infanterie in den Vogesen. Dies führte zur Aufstellung von deutschen Schneeschuh-Bataillonen, die mittels Ski auch im verschneiten Gelände beweglich waren. Weiterhin wurden diese Verbände nach französischem Vorbild mit einer eigenen Gebirgsartillerie ausgestattet, die nicht so stark von geräumten Straßen abhängig war.
Aus diesen Verbänden entstand das Deutsche Alpenkorps, das nach dem Kriegseintritt Italiens zunächst in Tirol eingesetzt wurde. Im weiteren Verlauf aber standen sich italienische Aplini und anfangs improvisierte österreichische Gebirgsjäger an dieser Front gegenüber. Als Anerkennung der Leistungen erhielten die Angehörigen des Alpenkorps das Edelweiß der Tiroler Landesschützen verliehen. Dieses Abzeichen tragen deutsche und österreichische Gebirgstruppen, und somit auch die Gebirgsjäger noch heute.
Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg
artillerie
Gebirgsjägereinheiten der Wehrmacht waren im Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Invasion in Norwegen 1940 und der Landung auf Kreta 1941 beteiligt. Während des Russlandfeldzuges hissten deutsche Gebirgsjäger 1942 die Fahne auf dem Westgipfel des Elbrus. Die militärischen Leistungen der Gebirgsjäger gehörten zu den militärisch aufopfernsten des ganzen Krieges. Von den Sümpfen Finnlands bis zu den Bergen des Kaukasus, vom Sand der Cyreneika bis zu den norwegischen Fjorden kämpften und starben die Soldaten „unterm Edelweiß“. Ihr Ruf führt bis heute zu einer Anerkennung unter Miltärs aller Nationen. Der Elitecharakter der die Truppe bis heute zusammenhält wurde im Grundsteine gelegt durch die Leistungen und vor allem Opfer der Gebirgstruppe.
Gebirgsjägereinheiten der Wehrmacht waren aber auch an zahlreichen Kriegsverbrechen, wie der an der Erschießung von 600 jüdischen Männern vom 16-19. September 1939 in der polnischen Stadt Przemysl beteiligt. Weiterhin war die 1. Gebirgsdivision an der Erschießung von 5200 italienischen Kriegsgefangenen der Divison Acqui auf Kephalonia beteiligt. Dies war eines der schwersten Kriegsverbrechen mit direkter Beteiligung von Wehrmachtseinheiten.
Gebirgsjäger heute
Deutschland
Nach der Gründung der Bundeswehr entstand die 1. Gebirgsdivision, die im Jahr 2001 aufgelöst wurde. Heute sind die Gebirgsjäger der Bundeswehr in der Gebirgsjägerbrigade 23 zusammengefasst. Diese untersteht der 10. Panzerdivision und hat ihr Hauptquartier in Bad Reichenhall. Zu ihr gehören:
- -GebJgBtl 231 in Bad Reichenhall („General Konrad Kaserne“, immer noch benannt nach dem Wehrmachtsgeneral Rudolf Konrad)
- -GebJgBtl 232 in Berchtesgaden / Strub (Jägerkaserne)
- -GebJgBtl 233 in Mittenwald (Edelweißkaserne)
- -GebPzArtBtl 225 in Füssen (Allgäu-Kaserne)
- -GebLogBtl 8 in Füssen
- -GebPiBtl 8 in Brannenburg (Karfeit Kaserne, wird geschlossen)
- -GebPzAufklBtl 8 in Freyung (Am Goldenen Steig)
- Das GebJgBtl 571 in Schneeberg (Jäger-Kaserne) zählt zur Jägerbrigade 37
Österreich
In Österreich sind die Gebirgsjäger heute in der 6. Jägerbrigade des Bundesheeres zusammengefasst. Zu der Brigade, die Garnisonen vor allem in Tirol, aber auch in Vorarlberg, Salzburg und Kärnten hat, gehören:
- Kommando mit Sitz in Absam
- Stabsbataillon 6 - Mit einer Spezialeinheit, der Hochgebirgskompanie 6
- Jägerbataillon 23
- Jägerbataillon 24
- Jägerbataillon 26
- Pionierbataillon 2
- Aufklärungsbataillon 2
Kameradenkreis der Gebirgstruppe
Jeweils zu Pfingsten treffen sich die Veteranen der Gebirgstruppe in Mittenwald. Das Treffen wird seit Jahren von Protesten und Gegenveranstaltungen mit Überlebenden und Widerstandskämpfern begleitet. Zu den Mitgliedern des traditionspflegenden „Kameradenkreises“ gehört auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Zuletzt im Mai 2005 wurde er von einer Reihe Widerstandskämpfer und Überlebender des Zweiten Weltkriegs zum Austritt aus der Kameradschaft aufgefordert.
Literatur zu den deutschen Gebirgsjägern im Zweiten Weltkrieg
- Ralph Klein/Regina Mentner/Stephan Stracke (Hrsg.) Mörder unterm Edelweiß. Dokumentation des Hearings zu den Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger. Papyrossa, 2004, ISBN 3-89438-295-3
- Roland Kaltenegger:
- Die deutsche Gebirgstruppe 1935-1945, Universitas Verlag, ISBN 3-800-41196-2
- Spezialverbände der Gebirgstruppe 1939-1945, Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-02383-0
- Gebirgsjäger 1939-1945 - Die große Bildchronik, Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-02203-6
- Seidel, Max: Wir tragen Stolz das Edelweiß, Belser Verlagsbuchhandlung Stuttgart, 1941
Weblinks
- [http://www.deutschesheer.de/__c1256b6c002d670c.nsf/vwContentByKey/N25RAKBX607GJBSDE?OpenDocument&Click= Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 der Bundeswehr]
- [http://www.gebirgsjager.de Berichte, Bilder, Videostreams, Links über Wehrdienst, Ausrüstung, Geschichte]
- [http://www.gebirgsjaegerbrigade23.de www.gebirgsjaegerbrigade23.de/]
- [http://www.bmlv.gv.at/organisation/beitraege/jgbrig6/index.shtml Gebirgsjäger in Österreich]
- [http://www.hgk.at.tt Hochgebirgskompanie/StbB6 Österr. Bundesheer]
- [http://www.nadir.org/mittenwald Proteste gegen die Feierlichkeiten von Gebirgsjägerveteranen der Wehrmacht]
- [http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Gebirgsdivisionen/Zusatz1GebD.htm Berichte über die Kriegsverbrechen der dt. Gebirgsjäger in Griechenland]
Bild:Gebirgsjaeger_abzeichen_deutschland.jpg|Mützenabzeichen der Gebirgstruppe in Deutschland und Österreich
Bild:Aermelabzeichen_gebirgsdivision.jpg|Ärmelabzeichen der Gebirgsjägerbrigade 23
Bild:Gebjg_232_11.jpg|Gebirgsjäger in der Winterausbildung
Kategorie:Truppengattung
FeldjägerAls Feldjäger wird seit 1956 die Militärpolizei der Bundeswehr bezeichnet. Sie gehört entsprechend der aktuellen Bundeswehrstruktur der Streitkräftebasis an. Die Bundeswehr verfügt über 32 Feldjägerdienstkommandos.
Streitkräftebasisstern (Stern des von Friedrich I. gestifteten Schwarzen Adlerordens mit der Devise Suum cuique = 'Jedem das Seine')]]
Aufgaben heute
Militärischer Ordnungsdienst
Der Militärische Ordnungsdienst soll die Vorgesetzten beim Überwachen, Aufrechterhalten und Wiederherstellen der Disziplin und soldatischen Ordnung unterstützen. Die Feldjäger verstehen sich ebenso als zentrale Ansprechstelle für alle Soldaten, die Hilfe benötigen. Darunter fallen folgende Aufgaben: Feldjägerstreifendienst, Einsatz bei Großveranstaltungen mit militärischer Beteiligung, Kontrollen in militärischen Liegenschaften, Unterstützen der Wehrdienstgerichte und sonstiger Justizorgane, Mitwirken beim Sammeln und Rückführen von Versprengten und von in Gewahrsam genommenen Personen, Mitwirken beim Sammeln und Transport von Kriegsgefangenen.
Militärischer Verkehrsdienst
Der Militärischer Verkehrsdienst beinhaltet die Überwachung und Regelung des militärischen Straßenverkehrs und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Polizei. Die Kontrollen dienen der Sicherheit im Straßenverkehr sowie der Abwehr von Gefahren für die Streitkräfte. Der militärische Verkehrsdienst gliedert sich in folgende Aufgaben: Erkunden und Kennzeichnen von Straßen, Aufnahme von Verkehrsunfällen mit Bundeswehrbeteiligung, Militärische Verkehrskontrollen, Militärische Verkehrsregelung, Begleiten und Kontrolle von militärischen Gefahrgut- oder Großraumtransporten, Mitwirken beim Planen und Überwachen des militärischen Straßenverkehrs, Einrichten eines Verkehrsleitnetzes inkl. Verkehrsleitpunkte, Regeln des Verkehrs im Spannungs- und Verteidigungsfall, soweit dies für die Erfüllung des Verteidigungsauftrages erforderlich ist.
Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben
Bei der Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben werden Feldjäger eingesetzt, um Straftaten gegen die Bundeswehr zu verhindern und rechtswidrige Störungen der dienstlichen Tätigkeit zu beseitigen. Darüber hinaus können sie auch mit dem Schutz verbündeter Streitkräfte beauftragt werden. Feldjäger leisten außerdem Personen- und Begleitschutz für gefährdete Bundeswehrangehörige. Es gibt folgende Sicherheitsaufgaben: Absicherung von Operationszentralen in Gefechtsständen von Großverbänden, Personen- und Begleitschutz, Eskorten- und Lotsendienst, Absicherung von Besprechungen, Ausstellungen und Vorführungen, Überwachen von Liegenschaften der Bundeswehr, Mitwirken beim Schutz von Objekten, Schutz von Transporten.
Erhebungen und Ermittlungen
Streitkräfte
Streitkräfte
Streitkräfte
Der Aufgabenschwerpunkt Erhebungen und Ermittlungen umfasst die Aufnahme von folgenschweren Unfällen, das Feststellen von Sachverhalten in dienstlichem Interesse, das Mitwirken bei der Aufklärung von Dienstvergehen (auf Ersuchen von Disziplinarvorgesetzten durch Spurensicherung und Sammeln sonstiger Hinweise) sowie die Suche nach unerlaubt abwesenden Soldaten.
Uniform heute
Die Feldjäger tragen rote Barette mit dem preußischen Gardestern (= Stern des Schwarzen Adlerordens) als Abzeichen. Die Kragenspiegel mit preußischer Litzenstickerei in der Waffenfarbe orange unterlegt; ebenso in orange die Vorstöße an den Schulterklappen. Je nach Einsatzart wird weißes Lederzeug (Koppel mit Gurt; Stulphandschuhe) getragen. Nach Tradition des Säbeltragens hängt die Pistolentasche auf der linken Seite des Koppels. Das weiße Koppel wurde inzwischen durch das "Schwarzzeug" ausgetauscht, d.h. schwarze MP-Binde, darüber etwas kleiner der Schriftzug "Feldjäger" sowie schwarzes Koppel mit schwarzem Pistolenholster, Handschließentasche usw. Das "Weißzeug" bleibt der Feldjägertruppe jedoch für repräsentative Veranstaltungen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit, wie z.B. den großen Zapfenstreich, erhalten.
Geschichte
Der Begriff "Feldjäger" hatte ursprünglich nichts mit militärpolizeilichen Aufgaben zu tun, sondern bezeichnete Truppen, die sich aus waffenkundigen Forstleuten und Jägern zusammensetzten. Schon 1631 stellte der Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel eine solche Einheit in seiner Armee auf. Der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm, übernahm diese Truppenteilkonzept einige Jahre später.
Das Königlich Preußische Reitende Feldjäger Corps / Feldjäger Corps zu Fuß
Am 24. November 1740 erfolgte auf Schloss Rheinsberg in Brandenburg durch König Friedrich II. von Preußen der Aufstellungsbefehl an den Aufseher Schenck des Jägerhofes in Potsdam. Dieser wurde zum "Capitaine de Guides" ernannt und sollte die preußische Armee mit guten Wegweisern versorgen.
Bedeutung erlangte dieser Truppenteil im Vorfeld der Schlesischen Kriege. Die Einheit, die sich im Gelände orientieren konnte, war gewandt, zuverlässig und auch im Umgang mit Waffen geübter als die meisten regulären Truppenteile. Auch in den napoleonischen Kriegen hat sich diese "Truppe ohne Mannschaft" bewährt. Vor allem als Späher und Kuriere waren sie überaus geschätzt. Bis 1919, als das Feldjäger-Corps im Rahmen der Reduzierung der deutschen Truppen auf die Stärke von 100.000 Mann gemäß Versailler Vertrag aufgelöst wurde, waren Feldjäger sogar den deutschen Botschaften im europäischen Ausland als Kuriere zugeordnet.
Neben der berittenen Truppe stellte Friedrich der Große vier Jahre später 1744 das Feldjägerkorps zu Fuß auf, rekrutiert aus dem einheimischen Forstpersonal und deren Söhnen. Die zu Beginn 300 Mann starke Einheit, die ihre eigene Bewaffnung mitbrachte (die Jagdgewehre waren zu dieser Zeit den Infanteriewaffen in Punkto Treffgenauigkeit deutlich überlegen), wuchs bis zu Friedrichs II. Tod auf rund 1000 Mann an und gilt als Vorläufer aller Jägerbataillone.
Den aus dem militärischen Dienst ausgeschiedenen Mitgliedern wurde eine Übernahme in den Forstdienst garantiert. Nach Schulungen traten Mannschaftsdienstgrade meist in den unteren Forstdienst ein. Anzumerken bleibt, dass der Anteil der forstlichen Ausbildung, insbesondere bei den Offizieren des Corps, gegenüber der militärischen überwog. Die Offiziere studierten dabei an der Preußischen Forstlichen Hochschule Eberswalde, an der zeitweise auch Georg Ludwig Hartig lehrte. Diese akademische Tradition des Königlich Preußischen Reitenden Feldjäger Corps (Emblem "RFC") wurde nach der Auflösung des aktiven Corps 1919 durch die sogenannten Akademischen Feldjägergesellschaften sowie später durch den Feldjägerverein weitergeführt.
Da mit wachsender Truppenstärke nicht alle in den Forstdienst übernommen werden konnten, wandelte sich im Laufe der Zeit der Aufgabenbereich der Truppe. Sie wurde vollständig zu "normaler" Infanterie.
Feldgendarmerie / Zweiter Weltkrieg
In der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen bis zum Ende des Dritten Reiches war die Bezeichnung "Feldgendarmerie" für die Polizei im Militärdienst üblich.
Im Zweiten Weltkrieg und besonders zum Ende des Krieges hin fielen den deutschen Feldgendarmen Zehntausende »Fahnenflüchtiger« in die Hände und wurden entsprechend Hitlers Parole „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben“ exekutiert.
Die neue Feldjägertruppe der Bundeswehr
Die Bundeswehr übernahm schließlich die traditionsreiche preußische Bezeichnung "Feldjäger" für ihre militärische Ordnungstruppe. Nach Unterzeichnung des Aufstellungsbefehl Nr.1 für die Bundeswehr am 6. Oktober 1955 durch den damaligen General Heusinger wurde im ehemaligen Luftwaffenlazarett in Andernach u. a. eine Militärpolizei-Lehrkompanie aufgestellt. Am 30. Januar 1956 wurde der Begriff "Militärpolizei" durch den damaligen Staatssekretär Rust durch "Feldjäger" ersetzt.
Weblinks
- [http://www.Feldjaeger.de www.Feldjaeger.de] – Homepage der Kameradschaft der Feldjäger
- [http://www.militarypolice.de www.militarypolice.de] – Private Homepage über die Feldjägertruppe
Kategorie:Bundeswehr
Kategorie:Polizei (Deutschland)
Kategorie:Militärischer Verband
Kategorie:Truppengattung
Panzerjäger Panzerjägertruppe
Die Panzerjägertruppe ist ein Truppenteil von Armeen, der speziell der Panzerabwehr dient. Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges wurden bei der deutschen Reichswehr und später der Wehrmacht erstmals Panzerabwehrtruppen ausgebildet, auch wenn dies durch den Versailler Vertrag verboten war. Anfangs behalf man sich mit Holzattrappen, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten arbeitete man jedoch mit Panzerabwehrkanonen (Pak36, Pak38, Pak40, Pak43). Während des Zweiten Weltkrieges setzte man spezielle Jagdpanzer (zum Beispiel Jagdpanzer IV, Jagdpanzer Hetzer, Elefant und Jagdtiger) ein. Jagdpanzer waren günstiger herzustellen als Kampfpanzer, da auf einen drehbaren Turm und stärkere Panzerung verzichtet wurde, was in den Zeiten allgemeiner Ressourcenknappheit im späteren Kriegsverlauf sehr wichtig war. Als der beste Jagdpanzer des Zweiten Weltkrieges wird gemeinhin der Jagdpanther gesehen.
Die Panzerjägertruppe der Bundeswehr wurde im Jahre 1955 aufgestellt. Sie setzte anfangs amerikanische Panzer des Modells M47 Patton ein. Aber bereits nach kurzer Zeit wurde ein eigenes Modell, der Raketenjagdpanzer 1 entwickelt. Später wurde dieser durch den Raketenjagdpanzer 2 und den Kanonenjagdpanzer 2, sowie in den 1970er und 1980er Jahren durch den Jagdpanzer Jaguar und den Wiesel abgelöst. 1992 erhielt die Panzerjägertruppe ein eigenes Barettabzeichen.
Auch die Nationale Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) unterhielt eine Panzerjägertruppe.
Mit der Abschaffung des Waffensystems Jaguar 2 Mitte der Neunziger wurde die Panzerjägertruppe als Truppengattung aufgelöst und das bestehende Personal in die Panzertruppe, zu Teilen aber auch in die Panzeraufklärungstruppe sowie die Panzergrenadiertruppe eingegliedert.
Dienstgrad
Der Panzerjäger bezeichnete bei der Panzerjägertruppe der Bundeswehr einen Soldaten im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad.
Andere Waffengattungen verwenden oft eigene Bezeichnungen, wie Pionier, Kanonier oder Flieger.
Flugzeuge
Als Panzerjäger werden auch Flugzeuge bezeichnet, die speziell zur Bekämpfung von Panzern eingesetzt wurden. Als Beispiel wären hier der Kanonenvogel Junkers Ju-87 G2 (deutsch), die Hawker Typhoon (britisch) oder die IL-2 Sturmovik (sowjetisch) für den Bereich Zweiten Weltkrieg zu nennen. Auch die A-10 Thunderbolt II wird als modernes Panzerjäger-Flugzeug eingesetzt.
In der modernen Kriegsführung werden meist Kampfhubschrauber mit Panzerabwehrraketen gegen Bodentruppen eingesetzt.
Weblinks
- [http://www.panzerjaeger.info/ Die deutschen Panzerjäger 1916–heute]
Kategorie:Truppengattung
Kategorie:Mannschaftsdienstgrad
Kategorie:Panzer
ja:駆逐戦車
JagdpanzerEin Jagdpanzer ist ein spezieller Panzer zur Panzerabwehr.
Während des Zweiten Weltkriegs waren Jagdpanzer meist Panzer mit festem Aufbau. Sie wurden oft von Kampfpanzern abgeleitet. Dadurch waren sie in der Produktion günstiger und einfacher als Kampfpanzer, und es konnten Fahrgestelle veralteter Typen weiter verwendet werden. Jagdpanzer konnten in der Regel größere und stärkere Kanonen tragen als die entsprechenden Kampfpanzer, aus denen sie ursprünglich hervorgingen (z. B. Panther 75mm -> Jagdpanther 88mm / T-34/85: 85mm -> SU-100 100mm). Dies führte oftmals zu einer größeren Wirkungsreichweite.
Der Jagdpanzer wurde grob auf das Ziel ausgerichtet, die Feinausrichtung übernahm der Richtschütze, der die Bordkanone um einige Grad seitlich und in der Höhe richten konnte, deren Beweglichkeit im Gegensatz zu einem Panzer mit Drehturm stark eingeschränkt war. Daraus resultierte eine niedrigere Silhouette und günstigeres Leistungsgewicht, das einer anderen Kampftaktik entgegenkam, welche darin bestand, dass der Jagdpanzer getarnt feindlichen Panzern auflauerte, dann überraschend das Feuer eröffnete und sobald das Abwehrfeuer zu stark wurde, sich zurückzog, um erneut getarnt in Lauerstellung zu gehen. Zur Abwehr von Infanterie-Angriffen wurde häufig ein Bug-MG verbaut.
Die Jagdpanzer des 2. Weltkrieges waren meist nur an der Front schwer gepanzert, da er auf den feindlichen Panzer mit der Front ausgerichtet werden musste, so dass keine allzu schwere Seiten- und Heckpanzerung erforderlich war.
Im Zweiten Weltkrieg galten Jagdpanzer wie der Jagdpanther mit seiner 8,8 cm Kanone als sehr erfolgreich bei der Panzerabwehr.
Heutzutage basieren Jagdpanzer oft auf Fahrgestellen von leichteren Panzern, wie Schützenpanzern oder Spähpanzern. Sie sind zwar nur leicht gepanzert, aber sehr schnell und mit weitreichenden Panzerabwehrlenkflugkörpern bewaffnet. Wie der Jaguar der mit Panzerabwehrlenkflugkörper vom Typ TOW ausgestattet ist, um feindliche Panzer bis zu einer Entfernung von 3750m bekämpfen zu können.
Kategorie:Waffe
Kategorie:Panzer
Kategorie:Militärtechnik
Bundeswehr
Bundeswehr ist die Bezeichnung für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und ihre Verwaltung.
Struktur
Die Bundeswehr besteht aus den Streitkräften und der zivilen Bundeswehrverwaltung. Diese Zweiteilung in eine uniformierte und eine zivile Komponente verschleiert ein wenig die tatsächliche Personalstärke des deutschen Militärs, insbesondere im Vergleich mit dem Militär anderer Staaten, in denen die Verwaltung des Militärs ebenfalls militärischem Personal obliegt.
Die Bundeswehr soll bis zum Jahr 2010 ihre neue Struktur mit einer Friedensstärke von etwa 250.000 Soldaten und 75.000 zivilen Mitarbeitern einnehmen. Heute (April 2005) hat sie etwa 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. In Zeiten des Kalten Krieges verfügte die Bundeswehr über eine Sollstärke von etwa 495.000 Soldaten. Dabei handelt es sich um Wehrpflichtige (zur Zeit neun Monate Pflichtdienstzeit), um Berufssoldaten und um Soldaten auf Zeit.
Die Bundeswehr nahm nach der Wiedervereinigung rund 20.000 Soldaten der ehemaligen NVA der DDR auf. Außerdem wurde ein kleiner Teil des Materials der NVA übernommen und zum Teil bis heute weiter genutzt. Große Mengen der Bewaffnung und Ausstattung wurden hingegen verschrottet, verkauft oder verschenkt, so wie Panzer an die Türkei und kürzlich die letzten sechs MiG-29 der NVA-Luftwaffe an Polen. 39 Kriegsschiffe der Volksmarine kaufte Indonesien.
Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt ist im Frieden der Verteidigungsminister, im Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzler über ( GG). Oberster Soldat der Bundeswehr ist der Generalinspekteur der Bundeswehr, rangmäßig ein Viersterne-General, der jedoch nicht militärischer Oberbefehlshaber der Bundeswehr ist. Einen solchen kennt die Kommandostruktur der Bundeswehr nicht. Die Verantwortung für die Einsatzbereitschaft ihrer Bereiche haben die Inspekteure der Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine) beziehungsweise der militärischen Organisationsbereiche (Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst).
Seit 2001 ist die Bundeswehr uneingeschränkt für Frauen geöffnet. Zuvor durften sie nur im Sanitätsdienst der Bundeswehr (seit 1975 als Offizier, seit 1991 auch in der Unteroffiziers- und Mannschaftslaufbahn) sowie im Militärmusikdienst (ebenfalls seit 1991) beschäftigt werden. Mit der Ernennung zum Generalarzt (w) wurde Verena von Weymarn 1994 der erste weibliche General in der deutschen Geschichte. Derzeit leisten über 12.000 weibliche Soldaten ihren Dienst in der Bundeswehr. Davon befindet sich etwa die Hälfte im Sanitätsdienst der Teilstreitkräfte. Insgesamt stellen sie damit einen Anteil von 6,2% der Berufs- und Zeitsoldaten. Dabei liegt ihr Anteil in der Marine bei 8,4%, im Heer bei 6,3% und in der Luftwaffe bei 4,9%. (Stand Januar 2005).
Die Reservisten der Bundeswehr sind u.a. in Heimatschutzbataillonen verplant, die im Verteidigungsfall (oder in anderen Notfällen) aufgestellt werden.
Innere Führung
Hauptartikel: Innere Führung
Der Begriff Innere Führung beschreibt die komplexe Führungskonzeption der Bundeswehr, er ist verbunden mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform. Das bedeutet, dass die Grundrechte des Soldaten nur so weit eingeschränkt werden sollen, wie es der militärische Auftrag erfordert. So ist das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung durch das Prinzip von Befehl und Gehorsam eingeschränkt (siehe: Vorgesetztenverordnung). Anders als Soldaten in vielen Ländern besitzen die Bundeswehrsoldaten das aktive und das passive Wahlrecht.
Die Innere Führung soll so die Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft gewährleisten. Sie wurde unter anderem durch den späteren General Graf Baudissin entwickelt und markiert einen bedeutenden Unterschied zu allen früheren deutschen Armeen. Zuständig für die Lehre, Kommunikation nach außen und die Weiterentwicklung ist das Zentrum Innere Führung.
Ein Merkmal der Inneren Führung ist das sehr weit gehende Beschwerderecht der Soldaten. Jeder Soldat kann sich in allen dienstlichen Fragen beschweren ohne dass ihm | | |