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Jöns Jakob Berzelius

Jöns Jakob Berzelius

Jöns Jakob Berzelius (
- 20. August 1779 in Väversunda, Östergötland, Schweden); † 7. August 1848 in Stockholm) war ein schwedischer Chemiker. Er gilt als Begründer der modernen Chemie. Berzelius verlor im Alter von vier Jahren seinen Vater. Er studierte von 1796 an Medizin an der Universität Uppsala, wo er 1802 eine Abschlussarbeit über die Effekte von galvanischer Elektrizität auf Patienten anfertigte, die allerdings keinen praktischen Nutzen zeigte. Seine ersten chemischen Erfahrungen sammelte er durch die Analyse von Mineralwässern. Dies führte zu einer unbezahlten Stelle am Kolleg für Medizin in Stockholm, wo er im Hause von Wilhelm Hisinger, einem reichen wissenschaftlichen Amateur, wohnte und mit ihm zusammen elektrochemische Studien durchführte. Berzelius beschwerte sich jedoch später, Humphry Davy habe davon den meisten Vorteil gehabt. 1807 wurde er Professor der Medizin und Pharmazie in Stockholm und begann seine umfassenden Untersuchungen zu chemischen Verbindungen. 1808 wurde er Mitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm. 1835 wurde er Baron. 1815 bekam er eine Professur für Chemie am Karolinska Institutet, welche er bis 1832 innehatte. Dort gelangte er zur Meisterschaft in allen damaligen chemischen Disziplinen. Er publizierte im Jahr 1818 eine Tabelle der Atomgewichte, begründete die chemische Elementaranalyse und führte die auch heute gebräuchliche Symbolschreibweise ein: Die Elemente werden durch den oder die beiden Anfangsbuchstaben des lateinischen Namens des Elementes gebildet, z.B.:
- H für Wasserstoff (hydrogenium),
- O für Sauerstoff (oxygenium),
- Fe für Eisen (ferrum),
- Au für Gold (aurum) und
- Hg für Quecksilber (hydrargyrum). Quecksilber Berzelius führte grundlegende Begrifflichkeiten der organischen Chemie ein und prägte unter anderem die Begriffe Allotropie, Isomerie und Katalysator. Bei der Entwicklung neuer - heute klassischer - Techniken und Analysegeräte war er federführend (Wasserbad, Desiccator, Filterpapier etc.). Zudem gehen auf ihn Bestimmung des Atomgewichtes sowie die Entdeckung der Elemente Cer (1803), Selen (1817), Lithium (ebenfalls 1817, zusammen mit Johan August Arfwedson) und Thorium (1828) zurück. Ganze Klassen von Verbindungen, wie die der Flusssäure, der Platinmetalle, des Tantals, Molybdäns, Vanadiums, Tellurs, die Schwefelsalze u. a., hat er entdeckt oder untersucht. Seine Experimente zur Elektrolyse in verschiedenen Lösungen führte ihn zu seiner elektrochemischen Theorie, nach der chemische Verbindungen aus zwei elektrisch unterschiedlich geladenen Komponenten bestehen. Die Mineralien, die bislang nach äußerlichen Eigenschaften eingeteilt waren, klassifizierte er nach ihrer chemischen Zusammensetzung. Der Versuch, die elektrochemische Theorie auf organische Verbindungen auszudehnen, führte zu der Theorie der Radikale (eine Atomgruppe, die als Einheit fungieren kann). Berzelius war konsequenter Empiriker und stützte seine theoretischen Arbeiten stets auf sorgfältig ausgeführte experimentelle Untersuchungen. Er veröffentlichte über 250 Schriften, sein Lärebok i kemien (Lehrbuch der Chemie), das in viele Sprachen übersetzt wurde, beeinflusste die Entwicklung der Chemie im 19. Jahrhundert ganz entscheidend. Als Persönlichkeit wurde Berzelius als sehr temperamentvoll, wenn nicht leicht reizbar beschrieben. Berzelius arbeitete eng mit seinem ehemaligen Schüler Friedrich Wöhler zusammen.

Weblinks


- Berzelius, Jöns Jakob Berzelius, Jöns Jakob Berzelius, Jöns Jakob Berzelius, Jöns Jakob Berzelius, Jöns Jakob ja:イェンス・ベルセリウス

20. August

Der 20. August ist der 232. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 233. in Schaltjahren) - somit bleiben 133 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse 20. August


- 636 – In der Schlacht am Jarmuk unterliegen die Byzantiner den Arabern. Ende der byzantinischen Herrschaft im Nahen Osten.
- 1400 – Unzufrieden mit der Entwicklung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und der Untätigkeit des amtierenden Königs setzen die Kurfürsten König Wenzel ab und wählen stattdessen Ruprecht III. von der Pfalz.
- 1794 – In der Schlacht von Fallen Timbers schlagen die Truppen der Vereinigten Staaten eine Allianz von Chippewa, Ottawa, Potawatomi, Shawnee, Delaware und Mingo, die vom Shawnee Häuptling Weyapiersenwah angeführt wird.
- 1898 – Die Gornergratbahn nimmt den Betrieb auf.
- 1940 – Attentat auf Leo Trotzki durch Ramón Mercader. Trotzki stirbt am darauf folgenden Tag.
- 1942Roland Freisler wird als Nachfolger des zum Reichsjustizminister ernannten Otto Georg Thierack Präsident des Volksgerichtshofs.
- 1960 – Als ehemalige französische Kolonie wird Senegal endgültig von Frankreich unabhängig.
- 1968 – In der Nacht vom 20. auf den 21. August besetzen Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten die Tschechoslowakei und beenden so den Prager Frühling.
- 1973 – Ein Putschversuch in Laos scheitert.
- 1980Reinhold Messner bezwingt als erster Bergsteiger den Mount Everest im Alleingang und ohne Sauerstoffgerät
- 1988 – Erdbeben der Stärke 6,6 in Nepal und Indien, ca. 1.450 Tote.
- 1988 - Mit einem Waffenstillstand zwischen dem Iran und dem Irak endet der Erste Golfkrieg.
- 1991Estland erklärt seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
- 1998 – Operation „Infinite Reach“: Als Vergeltung für die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania greift die US-Luftwaffe überraschend Ziele in Afghanistan und Sudan an. In Afghanistan sei ein Stützpunkt von Terroristen angegriffen worden, in Sudan eine Chemiewaffenfabrik, in der angeblich chemische Waffen hergestellt wurden.

Wissenschaft, Technik


- 1975 – Start der NASA Mars-Sonde Viking 1
- 1977 – Start der amerikanischen Raumsonde Voyager 2, welche am 9. Juli 1979 Jupiter, am 25. August 1981 Saturn, am 24. Januar 1986 Uranus und am 25. August 1989 Neptun besuchen wird.

Kultur


- 1730 – Uraufführung der Oper The Generous Free-Mason von Henry Carey in London.
- 1851 – Uraufführung der romantischen Oper Aurelia, Herzogin von Bulgarien von Conradin Kreutzer in Kassel.
- 1857 – Der französische Dichter Charles Baudelaire wird wegen „Beleidigung der öffentlichen Moral und der guten Sitten“ zu einer Geldstrafe verurteilt.
- 1882Pjotr Iljitsch Tschaikowskis 1812 Ouvertüre wird in Moskau uraufgeführt.
- 1972 - in Los Angeles findet das Musikfestival Wattstax statt.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1086Boleslaw III. (Polen), Herzog von Polen
- 1517Antoine Perrenot de Granvelle, spanischer Kardinal und Minister
- 1600Jacopo Peri, italienischer Komponist
- 1710Thomas Simpson, englischer Mathematiker
- 1752Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt, Tochter von Georg Wilhelm von Hessen Darmstadt und Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg
- 1778Bernardo O'Higgins, chilenischer Politiker, Führer der chilenischen Armee im Unabhängigkeitskampf gegen Spanien und Chiles erstes Staatsoberhaupt
- 1779Jöns Jakob Berzelius, schwedischer Chemiker
- 1796Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud, französischer General und Staatsmann
- 1798Paul Wilhelm Eduard Sprenger, österreichischer Architekt
- 1799Heinrich von Gagern, liberaler deutscher Politiker zur Zeit der bürgerlichen Märzrevolution
- 1817Cölestin Joseph Ganglbauer, Erzbischof von Wien
- 1827Charles De Coster, belgischer Schriftsteller
- 1827Josef Strauß, österreichischer Komponist und Dirigent
- 1833Benjamin Harrison, US-amerikanischer Politiker (23. US-Präsident)
- 1847Boleslaw Prus, polnischer Schriftsteller
- 1858Fritz Skowronnek, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1860Raymond Poincaré, französischer Politiker
- 1873Eugen Schmalenbach, deutscher Wirtschaftswissenschaftler
- 1883Robert Lehr, deutscher Politiker, Mitbegründer der CDU, MdB, Bundesinnenminister 1950-1953
- 1884Rudolf Bultmann, deutscher Theologe
- 1886Paul Tillich, US-amerikanischer Theologe
- 1889Wilhelm August Flitner, deutscher Philosoph und Pädagoge
- 1890Howard Phillips Lovecraft, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1890Cees ten Cate, niederländischer Fußballspieler
- 1898Vilhelm Moberg, schwedischer Schriftsteller
- 1899Johannes Lilje, deutscher Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
- 1901Salvatore Quasimodo, italienischer Lyriker
- 1905Jack Teagarden, US-amerikanischer Musiker
- 1909 - Olga Nikolajewna Rubzowa, russische Schachspielerin
- 1910 - Otto Piltz, deutscher Maler
- 1910Eero Saarinen, finnischer Architekt und Designer
- 1915Hans Quest, deutscher Schauspieler
- 1916Richard Stücklen, deutscher CDU-Politiker, MdB, Postminister 1957-1966, Bundestagspräsident 1979–1983
- 1918Jacqueline Susann, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1924Ernst Breit, deutscher Politiker, 1982–90 Vorsitzender des DGB
- 1924Jim Reeves, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1928Luciano De Crescenzo, italienischer Schriftsteller
- 1930Jan Olszewski, polnischer Politiker
- 1931Don King, US-amerikanischer Boxpromoter
- 1931Bernd Becher, deutscher Fotograf
- 1934Sneaky Pete Kleinow, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1936Alice und Ellen Kessler, deutsche Entertainerinnen (Kessler-Zwillinge)
- 1937Andrei Konchalovsky, russischer Regisseur (Bruder von Nikita Michalkow)
- 1939Fernando Poe Jr., philippinischer Präsidentschaftskandidat und Filmstar
- 1940John Lantree, US-amerikanischer Musiker
- 1941Slobodan Milošević, ehemaliger Präsident Serbiens, ehemaliger Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien
- 1942Isaac Hayes, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1942Hannelore Hoger, deutsche Schauspielerin
- 1944Rajiv Gandhi, indischer Premierminister
- 1945Jürgen Heinrich, deutscher Schauspieler
- 1946Ralf Hütter, deutscher Musiker („Kraftwerk“)
- 1946Hans Meiser, deutscher TV-Moderator
- 1946Gudrun Schaich-Walch, deutsche Politikerin, SPD-MdB seit 1990
- 1947Jim Pankow, US-amerikanischer Musiker
- 1948Robert Plant, britischer Sänger („Led Zeppelin“)
- 1948Bernhard Russi, schweizerischer Skifahrer
- 1951Phil Lynott, irischer Musiker, Sänger und Songschreiber („Thin Lizzy“)
- 1951Kalle Pohl, deutscher Comedian
- 1952John Hiatt, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1952Doug Fieger, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1954Barry Johnson, britischer Musiker
- 1955Gary Lalonde, kanadischer Musiker
- 1955Mike McKenzie, britischer Musiker
- 1957Leslie Knauer, US-amerikanische Sängerin
- 1961Maren Winter, deutsche Schriftstellerin
- 1962James Marsters, US-amerikanischer Schauspieler und Musiker
- 1966Dimebag Darrell, Thrash-Metal Gitarrist („Pantera“)

Gestorben


- 984Johannes XIV., Papst von 983 bis 984
- 1025Burchard von Worms, Bischof und Kirchenrechtler
- 1153Bernhard von Clairvaux, mittelalterlicher Abt, Kreuzzugsprediger und Mystiker
- 1396Marsilius von Inghen, mittelalterlicher Logiker und Philosoph
- 1471Borso d'Este, Herzog von Ferrara, Modena
- 1528Georg von Frundsberg, deutscher Soldat und Landsknechtsführer
- 1607Wilhelm Zepper, reformierter Theologe
- 1621Rudolf von Anhalt-Zerbst, Fürst von Anhalt
- 1639Jakob Bidermann, deutscher Dramatiker
- 1639Martin Opitz, deutscher Barockdichter
- 1672Johan de Witt, niederländischer Staatsmann, Ratspensionär der vereinigten Niederlande
- 1711Louis-François de Boufflers, französischer Feldherr und Marschall von Frankreich
- 1804Charles Floyd, US-amerikanischer Entdecker, Mitglied der Lewis-und-Clark-Expedition
- 1823Friedrich Arnold Brockhaus, deutscher Verleger
- 1823Pius VII., Papst von 1800 bis 1823
- 1834Johann Jakob Humann, Bischof von Mainz
- 1854Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, deutscher Philosoph
- 1862Eduard Pistorius, deutscher Genremaler und Radierer
- 1882Fjodor Petrowitsch Lütke, russischer Marineoffizier und Schriftsteller
- 1890Nicolás Ruiz Espadero, kubanischer Pianist und Komponist
- 1891Franz Friedrich Ernst Brünnow, deutscher Astronom
- 1905Franz Reuleaux, deutscher Ingenieur
- 1910August Robert Wolff, Warschauer Verleger und Buchhändler
- 1912József Samassa, Erzbischof von Eger und Kardinal
- 1912William Booth, Gründer und erste General der Heilsarmee
- 1914Pius X., Papst von 1903 bis 1914
- 1915Paul Ehrlich, deutscher Chemiker, Mediziner und Serologe
- 1917Johann Friedrich Wilhelm Adolf von Baeyer, deutscher Chemiker und Nobelpreisträger
- 1927Enrique Reig y Casanova, Erzbischof von Toledo und Kardinal
- 1932Paul Keller, schlesischer Publizist und Schriftsteller
- 1942Rudolf Spielmann, österreichischer Schachgroßmeister
- 1944Hans Fischinger, deutscher Filmregisseur
- 1945Alexander Roda Roda, österreichischer Schriftsteller und Publizist
- 1952Kurt Schumacher, deutscher Politiker, Parteivorsitzender
- 1959Alfred Kubin, österreichischer Grafiker und Buchillustrator
- 1959William Frederick Halsey, US-amerikanischer Admiral
- 1961Percy Williams Bridgman, US-amerikanischer Physiker, Nobelpreisträger
- 1963Heinrich Gerns, deutscher Politiker und MdB
- 1965Odile Defraye, belgischer Radrennfahrer
- 1980Joe Dassin, französischer Sänger
- 1982Ulla Jacobsson, schwedische Schauspielerin
- 1990Rudolf Gellesch, deutscher Fußballspieler
- 1990Werner Lansburgh, deutscher Schriftsteller und Publizist
- 1995Hugo Pratt, italienischer Comic-Autor
- 1996Rio Reiser, deutscher Rockmusiker
- 2001Fred Hoyle, britischer Astronom und Mathematiker

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag Seborga
- Ungarn: Nationalfeiertag, Fest des Staatsgründers und ersten ungarischen Königs, des heiligen Stephan I.

Siehe auch


- 19. August21. August
- 20. Juli20. September
- Historische JahrestageZeitskala
- Wikipedia:GlaskugelWikipedia:Formatvorlage Tag 0820 ja:8月20日 ko:8월 20일 simple:August 20 th:20 สิงหาคม

1779

Ereignisse


- 17. Januar: Uraufführung der komischen Oper Das Grab des Mufti oder Die beiden (zwei) Geizigen von Johann Adam Hiller
- 14. Februar: Uraufführung der Oper Gli Astrologi immaginari (Die eingebildeten Astrologen) von Giovanni Pacini in Sankt Petersburg
- 25. April: Uraufführung der Oper La vera costanza (Der flatterhafte Liebhaber) von Joseph Haydn in Esterház
- 20. September: Uraufführung des Melodrams Pygmalion von Georg Benda in Gotha
- 6. Dezember: Uraufführung der Oper L'isola disabitata (Die unbewohnte Insel) von Joseph Haydn in Esterház
- Lessing schreibt Nathan der Weise
- Erstes Erscheinen der Neuen Zürcher Zeitung

Geboren


- 18. Januar: Peter Mark Roget, englischer Arzt und Lexikograph († 1869)
- 21. Februar: Friedrich Carl von Savigny, deutscher Rechtsgelehrter († 1861)
- 2. März: Johann Albrecht Friedrich von Eichhorn, preußischer Staatsmann, Kultusminister. († 1856)
- 6. März: Antoine-Henri Jomini, schweizerischer Militärtheoretiker und General († 1869)
- 15. März: William Lamb, 2. Viscount Melbourne, britischer Innenminister und Premierminister († 1848)
- 28. Mai: Thomas Moore, irischer Schriftsteller († 1852)
- 3. Juni: Marie von Brühl, stammt aus einer aristokratischen Familie († 1905)
- 11. Juni: Bernhard von Lindenau, Astronom; sächsischer Minister; Kunstsammler († 1854)
- 30. Juni: Adam Heinrich Müller, deutscher Philosoph und Staatstheoretiker († 1829)
- 13. Juli: William Hedley, englischer Grubendirektor († 1843)
- 18. Juli: Gottlob König, deutscher Forstwissenschaftler († 1849)
- 1. August: Francis Scott Key, US-amerikanischer Rechtsanwalt und Amateurdichter († 1843)
- 1. August: Lorenz Oken, Naturgeschichtler und Naturwissenschaftler († 1851)
- 7. August: Carl Ritter, Begründer der wissenschaftlichen Geographie († 1859)
- 7. August: Louis de Freycinet, französischer Entdecker († 1842)
- 20. August: Jöns Jakob Berzelius, schwedischer Chemiker († 1848)
- 2. September: Ludwig Bonaparte, einer der drei Brüder Kaiser Napoleons I († 1846)
- 5. September: Franz von Sonnenberg, Dichter
- 8. September: Mustafa IV., Sultan des Osmanischen Reiches von 1807 bis 1808 († 1808)
- 10. September: Ludolph Christian Treviranus, deutscher Botaniker († 1864)
- 21. September: Hermann Wedel-Jarlsberg, norwegischer Politiker († 1840)
- 5. November: Washington Allston, US-amerikanischer Maler und Dichter († 1843)
- 14. November: Adam Oehlenschläger, dänischer Nationaldichter der Romantik († 1850)
- 20. November: Franz Haniel, deutscher Unternehmer († 1868)
- 22. November: Toussaint von Charpentier, Geologe und Entomologe († 1847)
- 13. Dezember: Sophie Barat, Gründerin des katholischen Frauenordens der Sacré Coeur-Schwestern († 1865)

Gestorben


- 20. Januar: David Garrick, britischer Schauspieler (
- 1717)
- 26. Januar: Thomas Hudson, britischer Maler (
- 1701)
- 14. Februar: James Cook, britischer Entdecker und Seefahrer (
- 1728)
- 24. Februar: Paul Daniel Longolius, lexikalischer Redakteur (
- 1704)
- 30. Mai: Johann Friedrich Hahn, deutscher Lyriker (
- 1753)
- 29. Juni: Anton Raphael Mengs, Maler, der in Rom, Dresden und Madrid arbeitete (
- 1728)
- 13. November: Thomas Chippendale, englischer Möbeldesigner (
- 1718)
- 28. November: Wilhelm Sebastian von Belling, preußischer Husarengeneral (
- 1719)
- 6. Dezember: Jean-Baptiste-Siméon Chardin, französischer Maler (
- 1699)
- 16. Dezember: Go-Momozono, 118. Kaiser von Japan (
- 1758)
- Lord Monboddo, ein schottischer Advokat und Literat (
- 1714) ko:1779년

Schweden

Das Königreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige ) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.

Geografie

Nordischen Rats Schweden grenzt an das Kattegatt, die Staaten Norwegen und Finnland, sowie die Ostsee. Zu Schweden gehören zwei große Inseln in der Ostsee: Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²). Es gibt ca. 221.800 Inseln. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 km, von Osten nach Westen 499 km. Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis über 2.000 m Höhe an, sie gipfeln im Kebnekaise, 2.111 m. Über das Land verteilt gibt es 28 Nationalparks die flächenmäßig größten im Nordwesten des Landes.

Regionale Einteilung

Traditionell wird Schweden in die drei Regionen (schwed.: landsdelar) Götaland, Svealand und Norrland eingeteilt. Die vierte historische Region Schwedens war bis 1809 Österland, das heutige Finnland. Bis zur von Axel Oxenstierna 1634 durchgeführten Verwaltungsreform waren die Regionen weiterhin in folgende 25 Landschaften (landskap) gegliedert: Die größte Stadt ist die Hauptstadt Stockholm. Andere wichtige Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Linköping, Västerås, Örebro und Norrköping. Siehe auch die Liste der Städte in Schweden. Grob lässt sich Schweden in den stärker entwickelten und besiedelten Süden und den sehr schwach besiedelten Norden einteilen. Der Norden beginnt nördlich einer Linie Mora-Borlänge-Falun-Gävle-Söderhamn. Um 1900 wurde begonnen den Norden zu erschließen. Zwischen 1907 und 1937 wurde die Inlandsbahn zwischen Kristinehamn und Gällivare gebaut, um diese Erschließung voranzutreiben.

Topografie

Gällivare Süd- und Mittelschweden (Götaland und Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfasst, ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden, das die restlichen drei Fünftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt. Der südlichste Teil, die historische Provinz Schonen, ist eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und Dänemarks. In Schonen liegt auch der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Seen u. ä.) mit 2,4 Metern unter Meereshöhe. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft, mit einer großen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Großlandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, jedoch zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen (darunter die vier größten Seen Schwedens Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren). Hjälmaren ]] Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette weist Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens höchster Berg, der Kebnekaise (2.111 m). Nach Osten hin schließt das Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich große Hochlandsebenen auf einer Höhe von 600-700 Metern über dem Meeresspiegel, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt. In dieser Landschaft befinden sich auch die großen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die großen Flüsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, fließen beinahe parallel in tiefen Talgängen in Richtung Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem bis an die Ostseeküste reichenden Ausläufer des Vorlandes (Höga kusten, Nationalpark) unterbrochen wird. Die skandinavische Halbinsel war während der letzten Eiszeit von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedrückt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungefähr 10.000 v. Chr.) zu einer Landhebung von 800 m geführt. Heutzutage beträgt die Landhebung 10-11 mm jährlich. Die längsten Flüsse Schwedens sind Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven. Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren.

Klima

Schwedens Klima ist für seine geografische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes Klima mit reichlichem Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0 °C bis -2 °C im Süden und -12 °C bis -14 °C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 °C bis 18 °C im Süden und 12 °C bis 14 °C im Norden. Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.

Flora und Fauna

Polarkreis In Nordschweden prägen die ausgedehnten borealen Nadelwälder das Bild. Je südlicher man jedoch kommt, als markanter Grenzraum für Flora und Fauna gilt der sogenannte "limes norrlandicus", desto häufiger gibt es Mischwälder. In Südschweden mussten die Laubwälder dem Ackerbau Platz machen oder wurden durch Nadelbäume aufgrund der höheren Wachstumsrate ersetzt. Auf den Inseln Gotland und Öland findet man eine beeindruckende und vielfältige Flora vor. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Orchideenarten. Schwarz- und Rotwild gibt es reichlich, wobei das Wildschwein zum Ende des 19. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgerottet war, jedoch nach erfolgreicher Flucht aus Wildgehegen wieder eine lebensfähige Population entwickelte. Raubtiere wie Bären, Wölfe und Luchse sind in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch dank strenger Umweltbestimmungen. Die vielen Seen und langen Küsten bieten viel Lebensraum für Wassertiere. Süß- und Salzwasserfische gibt es reichlich und auch Robben sind anzutreffen. Schweden richtete 1910 als erstes Land in Europa Naturschutzgebiete ein und ist auch heute noch stets darauf bedacht, die heimische Natur zu schützen. Die Menschen haben ein starkes Umweltbewusstsein.

Bevölkerung

Rotwild Schweden hat ca. 9,04 Millionen Einwohner. 90,8 Prozent sind ethnische Schweden, 2,5 Prozent sogenannte einheimische Finnen (Tornedalen). Es wird geschätzt, dass noch etwa 20.000 Sami (Lappen) in Schweden leben, wovon ein Großteil bereits in der übrigen Bevölkerung aufgegangen ist und nur noch wenige sich mit der Rentierzucht beschäftigen. 6,7 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer, wovon die Finnen mit 100.000 die größte Gruppe sind. Die neu eingewanderten Finnen, werden zur Unterscheidung der alteingesessenen Tornedalen "Schweden-Finnen" genannt. Durch die Krise im Irak haben auch viele Iraker den Weg nach Schweden gefunden. Weiterhin gibt es noch Norweger, Dänen, Kroaten, Serben, Bosnier, Deutsche und Polen. Letztere sind im Gesundheitssektor als Gastarbeiter stark verbreitet (Stand 2001). Die Geburtenrate von 1,6 Kindern pro Frau (2002) ist eine der bisher niedrigsten in der Geschichte Schwedens, obwohl sie damit noch über dem europäischen Durchschnitt liegt.

Sprache

Polen Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch. Norwegisch wird meist im Norden und an der Grenze verstanden, da es dem Schwedischen sehr ähnlich ist. Dänisch wird im allgemeinen ab Mittelschweden nicht verstanden, da es sich in der Aussprache zu sehr vom Schwedischen unterscheidet. Südschweden war lange Zeit ein Teil des dänischen Königreiches, was sich auch im alltäglichen Idiom Südschwedens widerspiegelt. In einigen Gebieten werden Finnisch und Samisch gesprochen. In Schweden haben Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch den Status anerkannter Minoritätensprachen. Fast 80 % der schwedischen Bevölkerung sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist. Als zweite Fremdsprache wählt die Mehrheit der Schüler Deutsch und als dritte zu 24 % Französisch, wobei neuerdings Spanisch ebenfalls stark im Kommen ist und an manchen Schulen Deutsch schon überholt hat. Allerdings war Deutsch bis etwa 1950 die erste Fremdsprache in Schweden, wie auch im restlichen Skandinavien. Schwedisch wird ebenfalls auf der Inselgruppe Åland gesprochen. In Teilen Finnlands wird zudem noch Finnlandschwedisch gesprochen, eine mittlerweile fast eigene schwedische Sprache, die Einflüsse des Finnischen zeigt.

Religion

75 % der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Die zweitgrößte Gruppe, die der Moslems, lässt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl liegt bei ungefähr 250.000. Die römisch-katholische Kirche hat 150.000 Mitglieder und christlich-orthodoxe Kirchen etwa 100.000. Daneben gibt es in Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas. Etwa 10.000 Menschen gehören zu einer mosaischen Gemeinde.

Soziales Leben

mosaischen Gemeinde
- Hauptartikel: Wohlfahrtsstaat Schweden
- Hauptartikel: Schwedisches BildungssystemDas schwedische Modell”, ein Begriff vor allem der 1970er Jahre, bezieht sich auf den Wohlfahrtsstaat, ein umfassendes System sozialer Sicherheit und sozialer Fürsorge, das das Ergebnis einer einhundertjährigen Entwicklung ist. Zwischen 1890 und 1930 wurden teilweise die Grundlagen für ein Sozialsystem geschaffen, aber erst ab den 1930er Jahren – insbesondere nach der Regierungsübernahme der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1932 - wurde der Aufbau des Wohlfahrtsstaates als politisches Projekt vorangetrieben. Das schwedische Sozialsystem erfasste schließlich alle vom Kleinkind (über die kommunale Kinderfürsorge) bis zum Rentner (über die kommunale Altenfürsorge). Erst im letzten Jahrzehnt kam es zu einschneidenden Veränderungen. Eine schwere Wirtschaftskrise am Beginn der 1990er Jahre führte zu einer Kürzung von Sozialleistungen, und die erwartete demographische Entwicklung führte zu einem radikalen Umbau des Rentensystems, das nun an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist. Die letzten Wahlen zeigten aber, dass gerade die Kernbereiche des Wohlfahrtsstaates auch heute dem Staatsbürger am Herzen liegen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Schwedens

Politik

Hauptartikel siehe Politisches System Schwedens. Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Karl XVI. Gustav. Das Einkammern-Parlament, der Reichstag (schwed.: Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m), die Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp), die Zentrumspartei (Centerpartiet, c), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd), die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens(Sveriges socialdemokratiska arbetareparti, s) und die Linkspartei (Vänsterpartiet, v). Der Reichstag ernennt den Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.: statsråd) seiner Regierung ernennt. Zur Zeit wird Schweden von einer sozialdemokratischen Minderheitenregierung mit Unterstützung der Grünen und der Linkspartei regiert. Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.: län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden von einem Regierungspräsidenten (schwed.: landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed.: länsstyrelse) wahrgenommen. Die kommunale Selbstverwaltung geschieht auf zwei Ebenen: den 289 Gemeinden (schwed. kommun), die kommunale Aufgaben wie u. a. das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahrnehmen und den Provinziallandtagen (schwed. landsting), die für die Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig sind, die die Kraft einzelner Gemeinden übersteigen, wie das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung u. a. Die Gemeinden und die Provinziallandtage finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen. In Schweden gilt das Öffentlichkeitsprinzip, das heißt dass behördliche Schriftstücke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftstsück einsehen möchte, noch muss man sich ausweisen. Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsmänner (schwed.: ombudsman). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Veranlagung. Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen. Am 14. September 2003 wurde in Schweden über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2 %, Wahlausgang: 56,1 % dagegen, 41,8 % dafür, 2,1 % Enthaltungen, 0,1 % ungültig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh schwer überschattet.

Verwaltungsgliederung

Die 21 offiziellen Verwaltungseinheiten, Län genannt, die mit den Landschaften nicht deckungsgleich sind, heißen:

Wirtschaft

Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden – trotz des Eisenbahnbaues - ein ausgeprägter Agrarstaat, in dem 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten. Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen für eine moderne Industriegesellschaft legte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der führenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 1960er Jahre ihren Höhepunkt, seit den 1970er Jahren geht die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie zurück, während der Dienstleistungsbereich wächst. 2002 betrug der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur mehr 2 % und der des sekundären Sektors 28 %, während 70 % des BIP durch den tertiären Sektor erwirtschaftet wurden.

Land- und Forstwirtschaft

Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima geprägt. 10 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 90 % der Anbaufläche befinden sich in Süd- und Mittelschweden. Ein Großteil der Landwirtschaftsbetriebe sind in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58 %) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24 % der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist. Von Wald bedeckt sind 52 % der Staatsfläche.

Bergbau und Industrie

Forstwirtschaft Schweden ist reich an Bodenschätzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird – nach der Eisen- und Stahlkrise der 1970er Jahre - nur noch in Norrland (Kiruna, Gällivare-Malmberget) abgebaut und exportiert. Kupfer, Blei und Zink übersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, während Silber zu 60 % und Gold zu 80 % den Eigenbedarf decken. Größere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zur Zeit unwirtschaftlich. Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verhältnismäßig hohe Anteil von Großunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 1990er Jahre (mit einem Produktionsrückgang von 10 % innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die größten Industriezweige sind Fahrzeugbau (1996: 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab-Automobile, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) u. a., die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit vier Großunternehmen, der Maschinenbau (12 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, Tetra-Pak, Alfa-Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10 % der industriellen Wertschöpfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.

Energie

Die in Schweden erzeugte elektrische Energie stammt zu einem Anteil von 50,8 % (2001) aus Wasserkraftwerken an den großen Flüssen (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv) im Norden des Landes und zu ca. 43 % aus Atomkraftwerken. Nur ca. 4 % der Stromproduktion stammt aus fossilen Energieträgern.

Atomausstieg

Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgeführt. Dies hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Atomkraftwerke mehr zu bauen und die vier vorhandenen bis 2000 abzuschalten. Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. Zwischenzeitlich versuchte eine konservative Regierung den Atomausstieg ganz auszusetzen, dies wurde jedoch durch starke Proteste aus Teilen der Bevölkerung verhindert. 1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage über „Eine nachhaltige Energieversorgung“ an. Diese bestimmte u. a., einen der Reaktoren am Standort Barsebäck vor dem 1. Juli 1998 und den zweiten vor dem 1. Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der frühere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barsebäck Block 1 wurde schließlich am 30. November 1999 stillgelegt, Barsebäck Block 2 am 1. Juni 2005. Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie befürchtet den Verlust einer preiswerten und auch umweltverträglichen Stromerzeugung und damit eine Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne über ausreichende andere und verlässliche Stromerzeugungstechniken zu verfügen, habe erhebliche negative Folgen für die schwedische Volkswirtschaft. Die Leistung der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung ermöglichte die Kompensation des Ausfalls von Barsebäck. Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren großen Wasserkraftpotenzialen ist nicht möglich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgründen keine weiteren Ausbauten von Gewässern zuzulassen. Per Gesetz geschützt sind die Flüsse Kalixälv, Piteälv, Torneälv und Vindelälv. Trotz erheblicher Anstrengungen, wirtschaftlich tragfähige Alternativen zur Kernenergienutzung als auch zum Verbrauch fossiler Brennstoffe zu schaffen, ist davon auszugehen, dass Schweden noch weit über das Jahr 2010 hinaus auf die Nutzung der Kernenergie nicht verzichten kann. Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus.

Dienstleistungen

Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70 % des BIP, was sich vor allem darauf zurückführen lässt, dass der öffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich für mehr als zwei Drittel der Produktion.

Außenhandel

Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Deutschland (10,2 %), Norwegen (8,3 %) und Großbritannien (7,8 %). Die wichtigsten Exportprodukte sind Maschinen (15,5 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Elektro- und Elektronikprodukte (14,9 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (14,4 %). Die wichtigsten Importländer sind Deutschland (19 % des Importes im ersten Quartal 2004), Dänemark (8,8 %) und Großbritannien (8 %). Die wichtigsten Importprodukte sind Elektro- und Elektronikprodukte (16,8 % des Importes im ersten Quartal 2004), Maschinen (11,4 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (11,3 %). Vergleichsmäßig hoch ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Schweden. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer kleinen Anzahl international tätiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne kommen für zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr trägt mit etwa 3 % (3,3 Mrd. Euro, 2000) zu Schwedens BIP bei. Vier Fünftel der Touristen sind Inländer und nur ein Fünftel kommt aus dem Ausland. Von den Auslandstouristen kamen 1998 23 % aus Deutschland, 19 % aus Dänemark, 10 % aus Norwegen und je 9 % aus Großbritannien und den Niederlanden.

Kultur

Literatur

Hauptartikel: Schwedische Literatur Überregionale Tageszeitungen sind die beiden in Stockholm erscheinenden Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet, sowie Göteborgs Posten.

Film

Hauptartikel: Schwedischer Film Um 1910 begann man mit der regelmäßigen Produktion von Spielfilmen. Der schwedische Film erreichte bald eine Qualität, die ihn international bekannt machte. Aber mit der Einführung des Tonfilmes und der damit verbundenen Begrenzung auf den kleinen, schwedischsprachigen Markt sank der Film auf ein provinzielles Niveau ohne künstlerischen Anspruch ab. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erlebte der schwedische Film einen neuerlichen künstlerischen Aufschwung, zuerst im Dokumentarfilm, z. B. Arne Sucksdorffs 1948 mit dem Oscar ausgezeichneten Film Menschen in der Stadt, und danach als Autorenfilm mit Ingmar Bergman als herausragender Persönlichkeit. Auch die Kinder- und Jugendfilme erlangten internationale Aufmerksamkeit. Die Schaffung des Schwedischen Filminstitutes in den 1960er Jahren trug zu einer Qualitätssicherung bei, die bis heute andauert.

Architektur

Hauptartikel: Schwedische Architektur

Sport

Schweden stand 1958 bei der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land im Finale gegen Brasilien.

Musik

Listen: Liste schwedischer Musiker

Varia

Ein einmaliges Kulturdenkmal ist die alte Sendeanlage SAQ in der Nähe von Varberg, denn sie verfügt über den einzigen funktionsfähigen Maschinensender der Erde. Schweden ist international für seine Popmusik bekannt. Bands wie ABBA, Roxette, Ace of Base und Army of Lovers sind weltbekannt. Zu den aktuellen bekannten Bands gehören zum Beispiel Looptroop, The Hives und The Cardigans. Ebenfalls gibt es eine große Anzahl an Metal Bands, wie zum Beispiel Dark Funeral, Hammerfall oder Amon Amarth. Siehe auch: Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste schwedischer Musiker, Schwedische Küche, Liste historischer Gebäude in Schweden

Typisch schwedische Feste und Bräuche

Liste historischer Gebäude in Schweden Liste historischer Gebäude in Schweden Liste historischer Gebäude in Schweden Am 6. Januar wird Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag, auch Trettondag jul) begangen. Dieser Tag entspricht dem deutschen Dreikönigstag und ist im hauptsächlich protestantischen Schweden ein staatlicher Feiertag. Am Tjugondedag jul (zwanzigster Weihnachtstag, auch Tjugondag jul) oder Knut (13. Januar) ist die Weihnachtszeit vorbei. Es finden gelegentlich Abschlussfeste mit Weihnachtsbaumplünderung statt. Die Kerzen und der Schmuck werden entfernt und der Baum hinausbefördert. Der Valborgsmässoafton wird am 30. April gefeiert und entspricht der deutschen Walpurgisnacht. Das Volk versammelt sich um große Lagerfeuer. Es werden Reden über den Frühling gehalten und Frühlingslieder gesungen. Vor allem in Lund und Uppsala ist Valborg am Abend vor dem 1. Mai ein wichtiges Studentenfest. Punkt 15 Uhr setzen alle versammelten ihre weißen Studentenmützen auf und singen Studentenlieder. Die darauffolgende Nacht verbringt man mit übermäßigem Alkoholgenuss und Katerfrühstück. Der 6. Juni, Svenska flaggans dag, ist der offizielle Nationalfeiertag Schwedens. Ursprünglich als "Flaggentag" 1916 ins Leben gerufen, ist der 6. Juni seit 1983 Nationaltag und seit 2005 auch gesetzlicher Feiertag. Das Midsommarfest wird an der ersten Nacht zum Samstag nach dem 21. Juni gefeiert. Die Heftigkeit des Feierns dieses Wochenendes ist nur mit Weihnachten vergleichbar. Wenn am Johannisabend Ende Juni das Sonnenlicht im Norden 24 Stunden lang zu sehen ist und im Süden nur wenige Stunden lang in blauen Dämmerschein übergeht, ist Schweden am schönsten. Der Feiertag ist eine uralte Tradition und wurzelt in den vorgeschichtlichen Sommersonnenwendefeiern. Um den mit Birkenreisig und Blumen geschmückte Maibaum, das vielleicht bekannteste schwedische Nationalsymbol, wird überall in Schweden getanzt und gesungen. Überall herrscht ausgelassene Feststimmung. Im August kamen früher die ersten frischen Krebse auf den Markt. Das dazugehörige Fest wird Kräftskiva genannt und kann zu beliebigem Zeitpunkt stattfinden. Man isst, so viel man schafft, von den in einem kräftigen Dillsud gekochten Krebsen und trinkt dazu Schnäpse. Als Schmuck dienen Girlanden und lustige Hüte. In Nordschweden gibt es zum Ende des Sommers noch das Surströmmingsfest. Der Verzehr der in einer Dose vorgegorenen Heringe mit Kartoffeln oder tunnbröd (Dünnbrot – eine Vorstufe des Knäckebrot aus Norrland) erfordert aber unempfindliche Geschmacksnerven (s. Sauerströmling). Das Luciafest beginnt am Morgen des 13. Dezembers und ist in Schweden der Tag der Lichterkönigin. Die älteste Tochter erscheint als Luziabraut in einem weißen Kleid und einem Kranz aus Preiselbeerzweigen und brennenden Kerzen auf dem Kopf. Die „Lussebrud“ weckt die Familie und serviert das Frühstück am Bett. Im ganzen Land werden Schulen und Arbeitsstätten in den frühen Morgenstunden von magisch schimmernden Luciazügen besucht. Junge Mädchen in fußlangen weißen Gewändern mit Kerzen auf dem Kopf und in den Händen werden von weißgekleideten jungen Männern begleitet, den „Sternjungen“, die bei dieser Gelegenheit einen langen, spitzen, mit einem Stern gekrönten Hut tragen. Zusammen singen sie die traditionellen Gesänge, die zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten gehören. Von diesem Tag an und über die gesamte Weihnachtszeit hinweg isst man ein besonderes, mit Safran gewürztes und gefärbtes, Hefegebäck.

Sonstiges

In der Nähe von Kiruna in Esrange wird ein Raketenstartplatz für den Start von Höhenforschungsraketen betrieben.

Weitere Themen

Portal:Schweden, Portal:Nordeuropa, Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste der schwedischen Könige, Schwedische Nationalenzyklopädie, Nationalparks in Schweden, Liste der Städte in Schweden, Liste der Gemeinden in Schweden, Liste schwedischer Sportler, Fußball in Schweden, Schweden (Volk) Schweden (Volk)

Literatur


- Anemone Schlich: Das Bild der Europäischen Union in der schwedischen Öffentlichkeit. Der Andere Verlag, Osnabrück 2004, ISBN 3-89959-243-3

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=147 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.swedengate.de Informationsportal rund um das Thema Schweden] (deutsch)
- [http://www.sweden.se Das offizielle Portal Schwedens] (deutsch, englisch, französisch, spanisch, ...)
- [http://www.schweden.org Schwedische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.riksdagen.se Der schwedische Reichstag] (schwedisch, englisch)
- [http://www.si.se Das Schwedische Institut] (deutsch, englisch, schwedisch, ...)
- [http://www.schwedentor.de Nachrichten und Infos über Schweden] (deutsch)
- [http://www.brunnvalla.ch/schweden Schweden - Land und Leute]
- [http://www.visit-sweden.com/de/frontpage.asp?show=fp Offizielle Seite für Touristeninformationen und Reisen in Schweden]
Kategorie:Staat Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU als:Schweden fiu-vro:Roodsi [[got:

7. August

Der 7. August ist der 219. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 220. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 146 Tage bis zum Jahresende. Die erste Hälfte des Sommers ist vorüber.

Ereignisse


- 1495 - Reichstag zu Worms: Der Ewige Landfriede im Heiligen Römischen Reich wird verkündet.
- 1819 - Befreiung Kolumbiens von spanischer Herrschaft durch Simon Bolivar
- 1884 - Die Kriegsschiffe Leipzig und Elisabeth nehmen in der Bucht von Angra Pequena die Kolonie Südwestafrika für das Deutsche Reich in Besitz.
- 1914 - Die österreichisch-ungarische Regierung erklärt Russland den Krieg. Gleichzeitig erfolgt die Kriegserklärung Serbiens an das Deutsche Reich.
- 1942 - Amerikanische Truppen landen auf Guadalcanal.
- 1947 - Thor Heyerdahl erreicht mit dem Holzfloß Kon-Tiki das Tuamotu-Archipel in der Südsee.
- 1960 - Die Elfenbeinküste erlangt die Unabhängigkeit.
- 1964 - Die Tonkin-Resolution des US-Kongresses als Reaktion auf den Tonkin-Zwischenfall am 4. August leitet die offizielle Beteiligung der USA am Vietnamkrieg ein.
- 1965 - In den USA tritt ein neues Bürgerrecht in Kraft, das auch der farbigen Bevölkerung das Wahlrecht endgültig garantiert.
- 1980 - Das erste Solarenergie-Flugzeug Grossamer Penguin absolviert seinen Jungfernflug.
- 1983 - In Helsinki werden die ersten Leichtathletikweltmeisterschaften eröffnet.
- 1988 - Eberhard Diepgen spricht als erster Regierender Bürgermeister Berlins auf einer öffentlichen Veranstaltung in der DDR.
- 1997 - Die Türkei und die nur von ihr anerkannte Türkische Republik Nord-Zypern (KKTC) unterzeichnen in Nikosia ein Assoziationsabkommen.
- 1998 - US-Botschaften in Kenia (Hauptstadt Nairobi) und Tansania (Hauptstadt Dodoma) werden Ziele von Terrorakten. In Nairobi sterben 253 Menschen, in Dodoma keine.
- 1999 - Jean-Claude Juncker wird Premierminister in Luxemburg.
- 2002 - Álvaro Uribe Vélez wird Staatspräsident in Kolumbien.
- 2005 - Beim bisher größten Bankraub Brasiliens und einem der größten in der Geschichte überhaupt werden aus der Banco Central in Fortaleza über 150 Mio Real (ca. 52 Mio Euro) gestohlen

Kultur


- 1956 - In der Gemäldegalerie in Dresden zerstört ein Verwirrter mit einem Messer das Bild „Ruhende Venus mit Amor“ von Guido Renis.
- 1984 - Uraufführung der Oper Un re in ascolto (Ein König horcht) von Luciano Berio im Kleinen Festspielhaus in Salzburg.

Katastrophen


- 1994 - Der Tirlyan-Staudamm in Baschkirien, Region Beloretsk im Südural in Russland bricht. Es gibt bis zu 37 Tote.
- 1998 - Bei fast zeitgleichen Bombenattentaten auf die US-amerikanischen Botschaften in Daressalam und Nairobi sterben mehr als 200 Menschen.
- 2001 - Bei Osnabrück richtet eine Windhose innerhalb von zwei Minuten einen Millionenschaden an: Nach ersten Schätzungen rund fünf Millionen Mark.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1965 - Linda McGill durchschwimmt als erste Australierin den Ärmelkanal

Geboren


- 594 - Kōgyoku, 35. und 37. Kaiserin von Japan († 661)
- 1598 - Georg Stiernhielm, schwedischer Dichter
- 1779 - Louis de Freycinet, französischer Entdecker
- 1779 - Carl Ritter, deutscher Geograf
- 1867 - Emil Nolde, deutscher Maler
- 1868 - Granville Bantock, englischer Komponist
- 1870 - Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, deutscher Unternehmer
- 1876 - Mata Hari, niederländische Tänzerin und Spionin
- 1878 - Maria Caspar-Filser, deutsche Malerin
- 1880 - Walther Lietzmann, deutscher Mathematiker, Pädagoge und einflussreicher Mathematikdidaktiker
- 1883 - Joachim Ringelnatz, deutscher Schriftsteller
- 1887 - Ulrich Salchow, schwedischer Eiskunstläufer
- 1890 - Elizabeth G. Flynn, US-amerikanische Politikerin
- 1903 - Louis Leakey, britischer Paläontologe
- 1903 - Saburo Moroi, japanischer Komponist
- 1904 - Ralph Bunche, US-amerikanischer Diplomat
- 1904 - Hanna Melzer, deutsche Widerstandskämpferin
- 1906 - Gerhard Frommel, deutscher Komponist und Musikpädagoge
- 1908 - Robert Bernardis, österreichischer Wehrmacht-Offizier und Widerstandskämpfer
- 1911 - Nicholas Ray, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1922 - Boy Lornsen, deutscher Kinderbuch-Autor
- 1923 - Liane Berkowitz, deutsche Widerstandskämpferin
- 1923 - Curth A. Tichy, österreichischer Schauspieler
- 1925 - Felice Bryant, US-amerikanischer Songschreiber
- 1925 - Armand Gaétan Razafindratandra, Erzbischof von Antananarivo und ein Kardinal
- 1926 - Stan Freberg, US-amerikanischer DJ, Sänger und Synchronsprecher von Zeichentrickfiguren
- 1928 - Helen Vita, deutsche Schauspielerin
- 1932 - Abebe Bikila, äthiopischer Marathonläufer
- 1936 - Roland Kirk, US-amerikanischer Musiker
- 1936 - Charles Pope, US-amerikanischer Sänger
- 1938 - Giorgetto Giugiaro, italienischer Designer
- 1939 - Ron Holden, US-amerikanischer Sänger
- 1942 - Siegfried Held, deutscher Fußballspieler
- 1942 - B. J. Thomas, US-amerikanischer Sänger
- 1942 - Caetano Veloso, brasilianischer Sänger, Komponist und Liedermacher
- 1948 - Hans-Jürg Fehr, Schweizer Politiker
- 1948 - Wolfgang Haas, liechtensteinischer Erzbischof
- 1949 - Tim Renwick, britischer Musiker
- 1950 - Rodney Crowell, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1952 - Andy Fraser, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1957 - Harald Effenberg, deutscher Schauspieler
- 1958 - Bruce Dickinson, britischer Sänger (Iron Maiden)
- 1960 - David Duchovny, US-amerikanischer Schauspieler (The X-Files)
- 1969 - Domino Harvey, amerikanisches Fotomodell und Kopfgeldjägerin
- 1975 - Charlize Theron, südafrikanische Schauspielerin
- 1982 - Jana Klotschkowa, ukrainische Schwimmerin

Gestorben


- 479 - Yūryaku, Kaiser von Japan (
- um 418)
- 1106 - Heinrich IV., König und Kaiser des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation
- 1491 - Jacob Barbireau, niederländischer Komponist
- 1635 - Friedrich Spee von Langenfeld, deutscher Jesuit
- 1645 - Georg Corvin, Professor der Philosophie
- 1652 - Markus Friedrich Wendelin, evangelischer Theologe
- 1655 - Prasat Thong, König von Ayutthaya in Thailand
- 1759 - Georg Wilhelm Kirchmaier, Philosoph, Rhetoriker, Sprachwissenschaftler
- 1782 - Andreas Sigismund Marggraf, deutscher Chemiker
- 1799 - John Bacon d. Ä., britischer Bildhauer
- 1834 - Joseph-Marie Jacquard, französischer Erfinder
- 1846 - Christian Heinrich Rinck, deutscher Komponist und Organist
- 1847 - Johann Georg Rapp, deutscher Pietistenführer
- 1848 - Jöns Jakob Berzelius, schwedischer Chemiker
- 1851 - Johann Gottfried Gruber, deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller
- 1869 - Gustav Rée, badischer PolitikeR
- 1878 - Frank Buchman, US-amerikanischer Theologe
- 1893 - Alfredo Catalani, italienischer Opern-Komponist
- 1898 - Georg Ebers, deutscher Schriftsteller und Ägyptologe
- 1900 - Etienne Lenoir, französischer Erfinder und Geschäftsmann
- 1900 - Jean Joseph Étienne Lenoir, französischer Erfinder und Geschäftsmann
- 1900 - Wilhelm Liebknecht, Mitbegründer der SPD, MdR
- 1902 - Rudolf von Bennigsen, deutscher liberaler Politiker
- 1912 - François-Alphonse Forel, Schweizer Arzt, Naturforscher
- 1921 - Alexander Alexandrowitsch Blok, Dichter der russischen Moderne
- 1933 - Felix Fechenbach, deutscher Journalist und Dichter
- 1938 - Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, russischer Schauspiellehrer
- 1941 - Rabindranath Tagore, bengalischer Dichter, Maler, Philosoph, Pädagoge und Sozialreformer
- 1944 - Horst Ademeit, deutscher Militärpilot
- 1954 - Wilhelm Dittmann, deutscher Politiker
- 1957 - Oliver Hardy, US-amerikanischer Komiker und Filmschauspieler
- 1960 - Vaino Hannikainen, finnischer Komponist
- 1961 - Frank Buchman, US-amerikanischer Theologe
- 1969 - Joseph Kosma, österreichischer Komponist
- 1971 - Homer, US-amerikanischer Sänger
- 1977 - Dino Staffa, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1977 - Paul Chaudet, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1984 - Esther Phillips, US-amerikanische Sängerin
- 1990 - Gebhard Müller, Ministerpräsident von Baden-Württemberg
- 1991 - Kalina Jędrusik, polnische Schauspielerin und Sängerin
- 1992 - Eberhard Fechner, deutscher Regisseur
- 1993 - Gerhard Neuser, deutscher Fußballspieler
- 2001 - Larry Adler, US-amerikanischer Mundharmonikaspieler
- 2004 - Red Adair, amerikanischer Spezial-Feuerwehrmann
- 2005 - Peter Jennings, bekannter US TV- Journalist (ABC)
- 2005 - Michail Ewdokimow, russischer Komiker und Filmschauspieler, Gouverneur von Altai

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag von Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
- Heilige Afra von Augsburg
- seit 1970 Sankt Dominikus

Siehe auch

:6. August - 8. August :7. Juli - 7. September :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0807 ja:8月7日 ko:8월 7일 simple:August 7 th:7 สิงหาคม

Stockholm

Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens und mit ihren 767.000 Einwohnern (Stand 2005) zugleich größte Stadt Skandinaviens. Sie liegt an der Ostsee und wird zu den schönsten Städten der Welt gezählt. Bekannt ist sie für ihre hohe Lebensqualität. Stockholm ist Residenz des Königspaares, Sitz des schwedischen Parlamentes und der schwedischen Regierung, Sitz einer Universität und mehrerer Hochschulen. In Stockholm befindet sich der Sitz der katholischen Kirche Schwedens[http://www.sanktaeugenia.se].

Geografie

katholischen Kirche katholischen Kirche Das Landschaftsbild Stockholms hat sich in der Geschichte der Stadt aufgrund der skandinavischen Landhebung stark verändert. Teile, die heute zum Festland gehören, waren vor einigen hundert Jahren noch Inseln. Ein Meerbusen der Ostsee umschließt mit zahlreichen Buchten, Landzungen, etwa 24.000 Schären (kleinen Inseln) und Seen wie ein Labyrinth die Stadt. Dieses Gebiet wird Schärengarten genannt. Stockholm liegt am Ausfluss des Mälarsees in die Ostsee. Der Mälarsee erstreckt sich 120 km nach Westen ins Landesinnere. Slussen[http://www.stockholm.se/templates/template_121.asp_Q_mainframe_E_template_117.asp_Q_number_E_53211_A_category_E_12677], eine Schleuse mitten in Stockholm, trennt das Süßwasser des westlich liegenden Mälarsees vom Salzwasser der östlich liegenden Ostsee. Etwa 30 % der Stadtfläche ist mit Wasser bedeckt. Die hohe Wasserqualität erlaubt es, mitten in der Innenstadt Lachse zu angeln. Die Stadt erstreckt sich heute über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Ein großer Teil der Stadt besteht aus Waldregionen. In nord-südliche Richtung zieht sich eine eiszeitliche Kiesmoräne, die vom Ausfluss durchbrochen worden war. Die Inseln im Strom sind Reste dieses Rückens. Wegen der Lage im Norden Europas sind die Winter dunkel. Im Sommer hingegen bleibt es auch nachts angenehm hell.

Politik

Stockholm ist bevölkerungsmäßig die größte der 290 schwedischen Kommunen und liegt in der Verwaltungsprovinz Stockholms län. Die kommunale Tätigkeit der Stadt Stockholm ist politisch wie folgt organisiert:

Stadtparlament

Das höchste beschlussfassende politische Organ ist das alle vier Jahre gewählte Stadtparlament (schwed. kommunfullmäktige), das aus 101 Abgeordneten besteht. In der Wahl von 2002 wurden folgende Parteien in das Stadtparlament gewählt: die konservative Moderate Sammlungspartei (27 Mandate), die Liberale Volkspartei (17 Mandate), die Christdemokraten (5 Mandate), die Grünen (6 Mandate), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (35 Mandate) und die Linkspartei (11 Mandate).

Stadtregierung

Linkspartei Die Stadtregierung (schwed. kommunstyrelse), die aus 13 Mitgliedern besteht (5 Sozialdemokraten, 3 Moderaten, 2 Liberalen, 1 Christdemokraten, 1 Grünen, 1 Vertreter der Linkspartei), wird nach dem Verhältniswahlprinzip gewählt, d.h. dass die im Stadtparlament vertreten Parteien auch in der Stadtregierung repräsentiert sind. Die Beschlüsse der Stadtregierung werden vorbereitet und durchgeführt von der Stadtratskommission (schwed. borgarrådsberedningen), die aus 12 Stadträten (schwed. borgarråd) besteht, die alle vier Jahre vom Stadtparlament gewählt werden. Dabei unterscheidet man zwischen regierenden Stadträten (schwed. styrande borgarråd) und oppositionellen Stadträten (schwed. oppositionsborgarråd). Die jetzige Stadtratskommission besteht aus 8 regierenden Stadträten (6 Sozialdemokraten, 1 Vertreter der Linkspartei und 1 Grünen), die gleichzeitig Leiter von Abteilungen (schwed. rotel) sind, und 4 oppositionellen Stadträten ohne Portefeuille (3 Moderate und 1 Liberaler). Der Finanzstadtrat ist i. d. R. gleichzeitig Vorsitzender der Stadtratskommission und der Stadtregierung (d. h. Bürgermeister). Dies ist zur Zeit die Sozialdemokratin Annika Billström.

Bezirksausschüsse

Ein großer Teil der Verantwortung für die Wahrnehmung der kommunalen Aufgaben liegt bei den 18 Bezirksausschüssen (schwed. stadsdelsnämnd), die in den 18 Stadtbezirken (schwed. stadsdelsområde) tätig sind. Die Bezirksausschüsse, die je nach Größe des Stadtbezirkes aus 11 oder 13 Mitgliedern bestehen, werden vom Stadtparlament ernannt und sind dem Stadtparlament direkt unterstellt. Es gibt 18 Stadtbezirke. Siehe auch: Liste der Stadtbezirke in Stockholm

Fachausschüsse

Gewisse übergreifende Tätigkeitsbereiche werden von zentralen Fachausschüssen (schwed. facknämnd) abgedeckt, wie z.B. dem Bildungsausschuss, dem Sportausschuss oder dem Wahlausschuss.

Städtische Unternehmen

Ein Teil der kommunalen Dienstleistungen wurde in Aktiengesellschaften ausgelagert, in denen die Stadt die Aktienmehrheit besitzt. So werden etwa die Gemeindewohnungen, die Wasserversorgung, das Stockholmer Stadttheater u. a. von Aktiengesellschaften verwaltet, die unter einer Konzernleitung, der Stockholms Stadshus AB, zusammengefasst sind.

Geschichte

Die Entstehung der Stadt

Liste der Stadtbezirke in Stockholm] Es gibt keine historischen Belege für eine Existenz Stockholms vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Eventuell gab es jedoch ältere Verteidigungsanlagen zur Sicherung der Einfahrt in den Mälarsee. Eine Besiedlung kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Stockholm (Stock=Stock, Baumstamm; holm=kleine Insel) wurde zum ersten Mal 1252 als Ausstellungsort in zwei Urkunden des Jarls Birger Magnusson erwähnt, der manchmal als Gründer der Stadt erwähnt wird. Aber auch dafür fehlen historische Belege. Doch entwickelte sich Stockholm unter der Regierung Birger Magnussons und des Königs Magnus Ladulås in den folgenden Jahrzehnten zu einer wichtigen H