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Jülich
Jülich ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Geographie
Jülich liegt im Rurtal an der Rur. Jülich und sein Umland liegen im Norden der Jülich-Zülpicher-Börde. Begrenzt wird das Stadtgebiet im Norden von der Stadt Linnich, im Nordosten von der Gemeinde Titz, im Südosten von der Gemeinde Niederzier, im Süden von der Gemeinde Inden und im Westen von der Gemeinde Aldenhoven. Die größte Ausdehnung von Ost nach West beträgt 13,3 km und von Nord nach Süd 10,9 km. Der höchste Punkt von Jülich liegt in Bourheim bei 110 m (außer Sophienhöhe), der tiefste bei 70 m in Barmen. Jülich besteht neben der Kernstadt aus 15 weiteren Stadtteilen.
Stadtbezirke
Die Stadt Jülich gliedert sich in 16 Stadtbezirke:
- Kernstadt
- Altenburg
- Barmen
- Bourheim
- Broich
- Daubenrath
- Güsten
- Kirchberg
- Koslar
- Neu-Lich-Steinstraß
- Mersch
- Merzenhausen
- Pattern
- Selgersdorf
- Stetternich
- Welldorf (mit Serrest)
Geschichte
Stadtbezirk
Jülich wird erstmals in römischer Zeit als Kastell Juliacum an einer Straße durch das Rurtal genannt. Die Grafen und Herzöge von Jülich bauen ihre Macht im Mittelalter aus und erheben Jülich 1234 (Graf Wilhelm IV.) zur Stadt. Durch Schlachten gegen den Erzbischof von Köln wird Jülich 1239 zerstört. Am 14. Oktober 1279 schließen die Grafen von Jülich mit dem Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg den Frieden zu Pingsheim. 1416 erhält die Stadt von Herzog Rainald von Jülich-Geldern das finanzielle Selbstbestimmungsrecht. 1547 wird die Stadt nach einem Brand im Stil der Renaissance als Idealstadt unter Leitung des Architekten Alessandro Pasqualini neu gebaut. Die Zitadelle wird später von dem französischen Festungsbaumeister Sébastien le Prestre de Vauban besucht und als vorbildlich beurteilt. Nachdem die Herzogliche Linie 1609 ausstirbt, wird das Herzogtum Jülich aufgeteilt.
Die Stadt gehört danach mit dem Herzogtum zu Pfalz-Neuburg, dann Kurpfalz (1685) und Bayern (1685).
1794 bis 1814 gehört Jülich als Juliers im Departement Roer zum französischen Staatsgebiet. Die Franzosen erweitern die Festungsanlagen um den napoleonischen Brückenkopf an der Rur. 1815 wird Jülich preußische Festungsstadt und Kreisstadt. Die Festung wird 1860 geschleift.
Brückenkopf
Am 16. November 1944 (Zweiter Weltkrieg) wird Jülich bei einem Angriff alliierter Bomber zu 97% zerstört, da es - obwohl die Stadtanlage, der Brückenkopf und die Zitadelle längst nicht mehr als Festung genutzt werden - als ein Haupthindernis bei der Einnahme des Rheinlandes gilt.
In den Jahren 1949 bis 1956 erfolgt der Wiederaufbau des Stadtkerns, bei dem es gelingt, den überlieferten Renaissance-Grundriss zu erhalten.
1998 findet die Landesgartenschau in Jülich statt. Durch diese Entscheidung wurde die umfangreiche Restaurierung der Festungsanlagen des Brückenkopfes und die Anlage eines großen Naherholungsgebietes - des Brückenkopfparks - ermöglicht.
In der heutigen Zeit erhält Jülich vor allem durch das weltweit bekannte Forschungszentrum (seit 1956), das Kurzwellensendezentrum der Deutschen Telekom AG und die Fachhochschule (seit 1970) Bedeutung. Wahrzeichen von Jülich ist der Hexenturm.
Bevölkerungsentwicklung
Umfassendere Daten zur Jülicher Bevölkerungsentwicklung finden sich unter Jülich/Bevölkerungsentwicklung.
Jülich/Bevölkerungsentwicklung
Klima
Die folgenden Daten wurden erhoben von der meteorologischen Station des Forschungszentrums Jülich.
Bildung und Forschung
Das Forschungszentrum Jülich ist eine der größten Forschungseinrichtungen Europas. Ein weiterer Studienstandort ist der Standort Jülich der Fachhochschule Aachen. Das Technologiezentrum Jülich beherbergt Existenzgründer und innovative Unternehmen, um Technologietransfer aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region zu erleichtern.
In Jülich gibt es fünf Grundschulen (GGS Nord, GGS Ost, GGS Süd, GGS West und Katholische Grundschule), zwei Sonderschulen (Schirmerschule für Lernbehinderte und Stephanus-Schule für geistig Behinderte), sowie fünf weiterführende Schulen (Gemeinschaftshauptschule, Realschule, Mädchengymnasium, Gymnasium Haus Overbach, Gymnasium Zitadelle)
Freizeit und Sport
Im ganzen Stadt- und Umlandbereich finden sich vielfältige Möglichkeiten für Freizeit- und Sportaktivitäten. So existiert ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen entlang der Rur mit einer Vielzahl Routen durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Besonders hervorzuheben ist die nahe Sophienhöhe - ein durch den Tagebau Hambach entstandener künstlicher Berg: Neben Wander-, Reit- und Radwegen bieten sich hier günstige Verhältnisse für Drachenflieger und Wintersportler.
Jülich besitzt mehr als 60 Sportvereine mit mehreren Fußball- und Tennisplätzen, sowie Reit- und Turnhallen. Bekannt ist vor allem der mehrfache Europapokalsieger und Tischtennis-Bundesligist TTC Jülich.
Der SC Jülich 1910 war von 1969 bis 1971 dreimal in Folge deutscher Fußball-Amateurmeister und ist somit Deutschlands erfolgreichster Amateurverein. Außerdem nahm der Verein mehrfach am DFB-Pokal teil und spielte dort gegen namhafte Gegner wie Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Arminia Hannover. Der Verein wurde 1997 nach Neugründung in SC Jülich 1910/97 umbenannt.
Städtepartnerschaft
Jülich hat seit 1964 eine Städtepartnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Haubourdin.
Verkehr
Autobahnanschlüsse
- (Abfahrt Düren)
- (Abfahrt Jülich Ost / Mersch aus Richtung Düsseldorf)
- (Abfahrt Jülich West / Koslar aus Richtung Aachen)
- Rurtalbahn (Linnich - Jülich - Düren - Heimbach)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Stadtgeschichtliches Museum
Siehe auch: Liste deutscher Museen nach Orten, Liste deutscher Museen nach Themen
Bauwerke
Liste deutscher Museen nach Themen
Besonders hervorzuheben sind:
- der Hexenturm
- die Zitadelle
- der napoleonische Brückenkopf
- die Propsteipfarrkirche "St. Mariä Himmelfahrt"
- das Aachener Tor
- die Sendetürme des Kurzwellenzentrums Jülich
Kurzwellenzentrum Jülich
1956 errichtete der Westdeutsche Rundfunk auf der Merscher Höhe den ersten Kurzwellensender. In den Folgejahren wurde diese Anlage stark ausgebaut. Am 1. September 1961 wurde diese Anlage im Zuge der Gründung der Deutschen Welle an die damalige Deutsche Bundespost übergeben. Im Laufe der Zeit wurden 10 Sender mit Leistungen von 100 Kilowatt installiert, wobei als Sendeantennen riesige Dipolwände zwischen freistehenden Stahlfachwerktürmen gespannt wurden. Heute werden diese Sender zum überwiegenden Teil an ausländische Anbieter vermietet. In den 1990er Jahren wurde auf dem Areal des Kurzwellenzentrums Jülich auch eine Sendeanlage für Mittelwelle, bestehend aus an einer an einem Turm der Sendestation abgespannten Langdrahtantenne installiert. Sie sollte zur Verbreitung des Programms von Radio Viva auf 702 kHz genutzt werden, allerdings wurde diese Anlage nie für die reguläre Ausstrahlung des Programms von Radio Viva benutzt.
Seit 6. Dezember 2004 sendet der kommerzielle deutsche Rundfunksender TruckRadio über diesen Sender sein Programm auf 702 kHz.
Sonstiges
Reliquien der Christina von Stommeln
Lokale Bräuche
Muttkrate
In Jülich Geborene nennt man Muttkrat (Mehrzahl: Muttkrate). Diese Bezeichnung wird von den Jülichern mit stolz verwendet, auch wenn die Herkunft des Wortes wenig schmeichelhaft ist: Die Bezeichnung leitet sich aus den Worten Mutt (Schlamm) und Krat (Kröte) ab. Die Kröten verkrochen sich bei Gefahr in den Schlamm der Festungsgräben.
Lazarus Strohmanus
Zum Jülicher Karneval gehört seit mehr als dreihundert Jahren der Brauch des Lazarus Strohmanus. Lazarus, eine blau-weiß bekleidete Strohpuppe, wird am Veilchendienstag durch die Stadt getragen und an zentralen Orten mit einem Sprungtuch in die Luft geworfen ("gepreckt"). Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Lazarus bei einem großen Hochfeuerwerk von der Stadionbrücke aus in der Rur versenkt.
Siehe auch: die verwandte Nubbelverbrennung
Persönlichkeiten
- Alessandro Pasqualini
Söhne und Töchter der Stadt
- Carl Englerth, Wegbereiter des Eschweiler Bergwerks-Vereins
- Anton Fischer (Kardinal), Erzbischof des Erzbistums Köln
- Paul Heller, deutscher Jazz-Saxophonist
- Goswin Nickel, Ordensgeneral
- Johann Wilhelm Schirmer, deutscher Landschaftsmaler und Graphiker
- Siegfried J. Schmidt, Philosoph und Kommunikationswissenschaftler
- Josef Schregel, deutscher Dichter
Literatur
- Eva Behrens-Hommel: Sagen und Überlieferungen des Jülicher Landes, 1996, ISBN 3-87227-061-3
- Eva Behrens-Hommel: Mundartsammlung des Jülicher Landes, 1997, ISBN 3-87227-062-1
- Günter Bers: Jülich - Geschichte einer rheinischen Stadt, Jülich 2004, ISBN 3-932903-26-9
- Guido von Büren (Hrsg.): Jülich Stadt - Territorium - Geschichte, Kleve 2000, ISBN 3-933969-10-7
- Ulrich Coenen: Von Juliacum bis Jülich. Die Baugeschichte der Stadt und ihrer Vororte von der Antike bis zu Gegenwart, 2. Aufl., Aachen 1989. ISBN 3-925714-17-0
- Ulrich Coenen: Stadt Jülich = Rheinische Kunststätten, Heft 368, Neuss 1991. ISBN 3-88094-696-5
- Conrad Doose/Siegfried Peters: Renaissancefestung Jülich, 1998, ISBN 3-87227-058-3
- Ulrich Eckardt/Wolfgang Hommel/Werner Katscher: Flug über Jülich, 2003, ISBN 3-87227-076-1
- Dr. Erwin Fuchs/Wolfgang Hommel: Die Jülicher und ihre Wurzeln, 1997, ISBN 3-87227-063-X
- Wolfgang Hommel: Stadtführer Jülich, 1998, ISBN 3-87227-065-6
- Wolfgang Hommel: Jülich im Aufbruch - Landesgartenschau und Stadtentwicklungsprogramm Jülich '98, 1998, ISBN 3-87227-098-2
- Hartwig Neumann: Stadt und Festung Jülich auf bildlichen Darstellungen, Bonn 1991. ISBN 3-7637-5863-1
- Gabriele Spelthahn: An der Synagoge - Jülich und der Holocaust, 1997, ISBN 3-930808-08-0
- Dietz-Rüdiger Moser: Lazarus Strohmanus Jülich - Ein christlicher Volksbrauch, 2000, ISBN 3-980-4213-7-6
Weblinks
- [http://www.juelich.de/ Website der Stadt Jülich]
- [http://www.das-juelicht.de Nachrichten-Portal mit News und Infos aus und für Jülich und Umgebung]
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Kategorie:Rheinland
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kreis Düren
Der Kreis Düren ist ein Kreis im Westen von Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln.
Geographie
Räumliche Lage
Der Kreis Düren ersteckt sich auf Teile der Nord-Eifel im Süden des Kreisgebietes und der Jülicher Börde im Norden. Durch den Kreis fließt von Süd nach Nord die Rur. Der südwestliche Zipfel des Kreisgebiets gehört zum Nationalpark Eifel.
Kreisgliederung
Der Kreis Düren setzt sich aus fünfzehn Gemeinden zusammen. Fünf von ihnen führen den Titel „Stadt“. Von diesen fünf ist die Stadt Jülich Mittlere kreisangehörige Stadt, da ihre Einwohnerzahl zwischen 25.000 und 60.000 liegt. Die Stadt Düren ist Große kreisangehörige Stadt, da ihre Einwohnerzahl über 60.000 liegt.
Die folgende Liste zählt die fünfzehn Gemeinden des Kreises Düren alphabetisch mit amtlichen Namen auf.
Die Einwohnerzahlen – in Klammern – sind vom 30. Juni 2005 (Quelle: [http://www.lds.nrw.de/statistik/datenangebot/amtlichebevoelkerungszahlen/rp3_dez04.html Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen]).
# Aldenhoven, Gemeinde (14.301)
# Düren, Stadt (93.541)
# Heimbach, Stadt (4.609)
# Hürtgenwald, Gemeinde (8.800)
# Inden, Gemeinde (7.571)
# Jülich, Stadt (33.864)
# Kreuzau, Gemeinde (18.294)
# Langerwehe, Gemeinde (13.980)
# Linnich, Stadt (13.679)
# Merzenich, Gemeinde (9.980)
# Nideggen, Stadt (10.717)
# Niederzier, Gemeinde (14.309)
# Nörvenich, Gemeinde (11.445)
# Titz, Gemeinde (8.475)
# Vettweiß, Gemeinde (8.975)
Nachbarkreise bzw. -städte
Der Kreis Düren grenzt im Norden an den Kreis Heinsberg, im Nord-Osten an den Rhein-Kreis Neuss, im Osten an den Rhein-Erft-Kreis, im Süden an den Kreis Euskirchen und im Westen an den Kreis Aachen.
Gebietsreformen
1935 verlor der Kreis Düren Nothberg zusammen mit Bohl, Hastenrath, Scherpenseel und Volkenrath an den Kreis Aachen.
1972 verlor der Kreis Düren Weisweiler zusammen mit Hücheln und Wilhelmshöhe an den Kreis Aachen.
1972, 1. Januar: Heimbach aus dem damaligen Kreis Schleiden, Nideggen aus dem Kreis Düren und Schmidt aus dem damaligen Kreis Monschau wurden zu einer Kommune zusammengefasst und ebenso wie die Gemeinde Vossenack aus dem damaligen Kreis Monschau zum Kreis Düren geschlagen. Vossenack wurde Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Hürtgenwald.
1972, 1. Januar: Der Kreis Jülich wurde mit dem Altkreis Düren zum neuen Kreis Düren zusammengelegt. Da der Regierungsbezirk Aachen aufglöst wurde, kam der Kreis Düren jetzt zum Regierungsbezirk Köln.
1972, 4. August: Der Verwaltungsgerichtshof entschied, dass Heimbach wieder eine eigenständige Kommune wird. Schmidt bleibt bei Nideggen.
1975 kamen Wissersheim, Pingsheim und Dorweiler aus dem damaligen Erftkreis dazu.
Wappen
Das Wappen des Kreises Düren zeigt in der oberen Hälfte einen wachsenden Löwen, der aus dem Wappen der Herzöge von Jülich übernommen wurde, die früher die Stadt Düren mitregierten.
Die untere Hälfte des Wappens ist blau. Darauf ist ein weisses Blatt Papier zu sehen, was auf die lange Tradition der Papierherstellung in Düren schließen lässt, die bereits aus dem 16. Jahrhundert überliefert wird. Auf dem weissen Blatt ist der Buchstabe "D" abgebildet, der für Düren steht.
Wirtschaft
Größtes Unternehmen im Kreis Düren ist die Firma SIG Combibloc in Linnich.
Sie ist mit Ihrer Getränkekarton Herstellung nur ein Beispiel für die Papierindustrie im Kreisgebiet. In Düren finden sich klassische Papierfabriken und papierverarbeitende Betriebe, sowie in und um Jülich Wellkarton-Produzenten.
Im Kreis Düren liegen auch Tagebaue der Firma Rheinbraun, in denen Braunkohle gefördert wird, hauptsächlich zur Stromerzeugung in drei vier nahegelgenen Kraftwerken. Der größte Braunkohletagebau der Welt ist der Tagebau Hambach, erheblich kleiner ist der Tagebau Inden.
In der Voreifel ist sehr viel Tourismus zu finden.
In Jülich wurde 1956 die Kernforschungsanlage gegründet. Nachdem der Reaktor außer Betrieb genommen wurde, etablierte sich dort das Forschungszentrum Jülich, die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland.
Der seit 1956 -damals von den Engländern gebaute- Fliegerhorst Nörvenich ist die größte militärische Einrichtung im Kreisgebiet.
Verkehr
Im gesamten Kreisgebiet und auch darüber hinaus betreibt die Dürener Kreisbahn (DKB) ein Busliniennetz. 1993 übernahm die DKB die Eisenbahnstrecke Jülich - Düren - Heimbach von der Bundesbahn. Es war einer der ersten Strecken der Bundesbahn, die privatisiert wurde. 2003 wurde die Bahnlinie bis Linnich weitergeführt.
Durch den Nordkreis führt die A 44 von Aachen nach Düsseldorf. Die A 4 durchquert den Kreis Düren in Höhe der Kreisstadt von Köln nach Aachen mit Anschlüssen nach Belgien und in die Niederlande.
Folgende Bundesstaßen führen durch das Kreisgebiet:
- B 55
- B 56
- B 57
- B 264
- B 265
- B 399
- B 477
Museen
- Düren
- Siehe Museen in Düren
- Jülich
- Siehe Museen in Jülich
- Heimbach
- Jugendstil-Wasserkraftwerk
- Hürtgenwald
- Dokumentation "Hürtgenwald 1944 und im Frieden"
- Langerwehe
- Töpfereimuseum
- Linnich
- Deutsches Glasmalerei-Museum
- Merzenich
- Heimatmuseum
- Niederzier
- Karnevalsmuseum
- Nörvenich
- Schloss Nörvenich
Siehe auch: Liste deutscher Museen nach Orten, Liste deutscher Museen nach Themen
Sonstiges
- Auf dem Kreisgebiet befinden sich immer noch zahlreiche Ruinen des ehemaligen Westwalles.
- Eine angebliche Marienerscheinung in Sievernich
- Die KJF DN, im Volltext Kreisjugendfeuerwehr Düren, mit 60 Jugendfeuerwehren
Literatur
- Ulrich Coenen: Architektonische Kostbarkeiten im Kreis Düren. 2. Aufl., Aachen 1989
- Kreisjahrbücher, herausgegeben von der Kresiverwaltung seit 1962 fortlaufend
- Diverse Bildbände, herausgegeben vom Kreis Düren
Weblinks
- [http://www.kreis-dueren.de/ Website des Kreises Düren]
Duren
Kategorie:Rheinland
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Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Bundestag (1949–1953) abgesehen, nie im deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Richtung sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt zahlreiche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist jedoch aufgrund einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband gesetzlich garantiert vertreten.
In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrere Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 unter anderem wegen Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als erfolgreich angesehen.
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4 Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch fehlt Deutschland die Zustimmung der USA, so wie Japans Beitritt durch China blockiert wird.
Militär
Vereinten Nationen
Vereinten Nationen]
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Bundesrepublik 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Bundeswehr dienten im April 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Bundesrepublik Deutschland gab im Jahr 2004 24,4 Mrd. Euro für die Bundeswehr aus, womit sie im internationalen Vergleich nach absoluten Ausgaben den sechsten Platz und im Vergleich zum jeweiligen BIP einen Platz im letzten Drittel der NATO belegt. Das wird von einigen als zu wenig angesehen, vor allem, da die Bundeswehr sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind heute noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Geschichte der DDR
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Besiedlung aus. In Deutschland existieren bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, etwa die Venus von Willendorf und die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 vor Christus in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 vor Christus war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Sprachforscher vermuten, dass viele Merkmale süddeutscher Dialekte auf keltischen Einfluss zurückgehen. Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Jahr 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
98
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und zeitgleich mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Elbe und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Herrscher in Deutschland. Im 10. Jahrhundert wurde erstmals für das bisherige ostfränkische Reich auch der Terminus regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt.
Die fränkischen Teilreiche waren schon zuvor unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen fränkische Bewohner sich romanisierten, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Obwohl die Kaiser des römisch-deutschen Reiches wiederholt versuchten ihre Position zu stärken, teilte sich das Reich immer weiter in weitgehend souveräne Klein- und Kleinststaaten sowie Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Heiligen Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des faktisch nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen).
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teilweise im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Kollision der Preußen mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie auch in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Intention Bismarcks auf eine staatliche Einigung unter der Hegemonie Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, sondern seit den Polnischen Teilungen Ende des 18. Jh. Teile Preußens außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Zentrale verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als ideeller Begründer des Deutschen Reiches wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundhaltung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Demokratie einander fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die polnische Minderheit und die katholische Kirche (siehe Kulturkampf). Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung dagegen zu einer Bündnispolitik, die auf die Isolierung Frankreichs abzielte und ein vertraglich geregeltes, aber fragiles Paktsystem in Europa schuf. Gleichwohl blieb die Außenpolitik imperialistisch ausgerichtet: Auf der Berliner Kongo-Konferenz trat Deutschland 1884 mit der Forderung nach einem „Platz an der Sonne“ in den Kreis der Kolonialmächte ein, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im Dreikaiserjahr kam Wilhelm II. an die Macht, der wenig später Bismarck zur Kündigung zwang und die Außenpolitik in Richtung Konfrontation änderte. Das Attentat auf den
Zülpich
Zülpich ist eine Stadt zwischen Aachen und Bonn. Sie gehört zum Kreis Euskirchen. Der lateinische Name ist "Tolbiacum".
Geographie
Zülpich liegt in der Zülpich-Jülicher Börde und ist ehemaliges Braunkohlerevier (Braunkohleförderung von 1953 bis 1967). Dies spiegelt sich noch heute in den beiden Baggerseen wieder, dem "Wassersportsee Zülpich" und dem "Naturschutzsee Füssenich".
Geschichte
- 1. Jh. v. Chr. - Vermutlich besteht Zülpich schon als kleine Siedlung.
- Um Chr. Geburt - Zülpich, was damals noch Tolbiacum heißt, wird zu einer römischen Kleinstadt ("vicus"). Durch die Stadt verlaufen 2 wichtige röm. Fernstraßen: Reims-Köln und Trier-Xanten.
- 2. Jh. - Bau einer römischen Thermenanlage
- 4. Jh. - Bau eines Mauerrings um die Kernstadt
- 496 - Schlacht von Zülpich: Die Alamannen werden vom Frankenkönig Chlodwig I. bei Zülpich geschlagen. Nach der Schlacht tritt Chlodwig zu dem katholischen Glauben über und begründet ein Großreich, auf dem das christlich-mittelalterliche Abendland fußt.
- 848 - Erste urkundlich Erwähnung der Kirche "St. Peter"
- Anfang des 15. Jh. - Vollendung der Burg, der Stadtmauer und der Toranlangen in ihrer heutigen Erscheinung
- 1864 - Bau einer Eisenbahnstrecke durch Zülpich
- 24. Dezember 1944 (Heiligabend) - Zülpich wird an diesem Tag von den Alliierten bombardiert. Große Teile der Kernstadt werden bombardiert. Die Kirche "St. Peter" wird vollkommen zerstört.
- 1952 - Grundsteinlegung der neuen Kirche Peterskirche
- 1953-1967 - Zülpich wird zum Braunkohlefördergebiet. Noch heute existieren die beiden dadurch entstandenen Baggerseen, ein Wassersportsee und ein Naturschutzsee.
Stadtgliederung
- Bessenich
- Bürvenich-Eppenich
- Dürscheven
- Enzen
- Füssenich-Geich
- Hoven-Floren
- Juntersdorf
- Langendorf
- Linzenich-Lövenich
- Lüssem
- Merzenich
- Mülheim-Wichterich
- Nemmenich-Schnorrenberg
- Niederelvenich
- Oberelvenich
- Rövenich
- Schwerfen
- Sinzenich
- Ülpenich
- Weiler in der Ebene
Entwicklung des Stadtgebiets
Einwohnerentwicklung
Kernstadt
(Stand 1. Juli 2002)
- Männlich: 2.693
- Weiblich: 2.960
- Insgesamt: 5.653
Großgemeinde
(Stand 1. Juli 2002)
- Männlich: 9.581
- Weiblich: 10.026
- Insgesamt: 19.607
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Kirche "St. Petrus"
- Burg aus dem 15. Jh.
- Stadtmauer
- 4 Stadttore (Kölntor, Bachtor, Weiertor und Münstertor)
- Römertherme aus dem 2. Jh., gilt als besterhaltene nördlich der Alpen, z.Zt. wird dort ein Museum für Badekultur neu erbaut.
Wissenswertes
- Nach Zülpich (franz.: Tolbiac) sind in Paris eine Straße sowie eine Brücke benannt. Rue de Tolbiac, Pont de Tolbiac.
siehe auch: Franken-Gymnasium Zülpich
Weblinks
- [http://www.stadt-zuelpich.de/ Website der Stadt Zülpich]
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Linnich
Linnich ist die nördlichste und drittgrößte Stadt im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt genau in der Mitte zwischen den Städten Mönchengladbach im Nordosten und Aachen im Südwesten, an der Rur.
Geografie
Flüsse
- Die Rur
- Merzbach
Stadtgliederung
Die heutige Stadt Linnich entstand 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung aus den ehemals selbständigen Gemeinden: Linnich (Stadt), Boslar, Ederen, Gereonsweiler, Gevenich, Glimbach-Kofferen, Hottorf, Körrenzig, Rurdorf, Tetz und Welz; 1972 kam noch Floßdorf hinzu.
Geschichte
Die "Stad van Lynneke" wurde am 27. April 1392 erstmalig durch Herzog Wilhelm von Geldern urkundlich genannt. Die erste urkundliche Erwähnung überhaupt datiert auf das Jahr 888 und bezeugt die Schenkung des Königsgutes "Linnica" von König Lothar II. an das Marienstift Aachen im Jahr 851. Der Name Linnich geht auf seinen vermutlichen Gründer, einen Kelten namens Linus, zurück.
Geschichtlich verbindet Linnich viel mit der südlich angrenzenden Herzogstadt Jülich, so auch die über 90-prozentige Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Dies war nach den Zerstörungen in den Jahren 1393, 1397 und 1794 die vierte und schrecklichste. Das Hubertuskreuz bei Linnich erinnert an die historische Hubertusschlacht von 1444 zwischen den Herzogtümern Geldern und Jülich sowie an eine der blutigsten Panzerschlachten an der Rurfront im Jahr 1944, es ist ein Mahnmal für den Frieden.
Nach der Zerstörung vom 2. Oktober 1794 während der Schlacht im ersten Koalitionskrieg zwischen den französischen Revolutionstruppen und den preußisch/österreichischen Truppen gehörte Linnich zu Frankreich und war von 1798 bis 1814 Hauptstadt eines Kantons (der die links der Rur liegenden Orte des Jülicher-Landes umfasste) im Département de la Roer.
In den Jahren 1992 und 2002 wurde Linnich von den Erdbeben in der rheinischen Tiefebene erschüttert. Davon war am meisten die kath. Pfarrkirche St. Martinus betroffen. Der Hang, an dem sie steht, könnte bei einem weiteren Beben abrutschen.
Religionen
Neben der katholischen und evangelischen Gemeinde existierte in Linnich bis 1938 eine kleine jüdische Gemeinde.
Nachdem im Mittelalter Juden in Linnich ansässig gewesen waren, liessen sich in der Neuzeit wiederum Juden in der Stadt nieder. 1861 lebten hier 123 Personen. Es existierte ein jüdischer Friedhof, eine jüdische Schule und eine Synagoge, die 1913 erbaut wurde. Im Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und angezündet.
Politik
Stadtrat
Die 32 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:
- CDU 16 Sitze (Vorsitzender: Hans-Willi Dohmen; Stellvertreter: Wilfried Meisen; Geschäftsführer: Konrad Philippen)
- SPD 10 Sitze (Vorsitzender: Hans-Friedrich Oetjen, Stellvertreter: Helmuth Geisler)
- Grüne 3 Sitze (Vorsitzender: Karl-Heinz Hilfert; Stellvertreter und Geschäftsführer: Christoph Barzen)
- FDP 2 Sitze (Vorsitzender: Dr. Christoph Gerlach; Stellvertreter: Dr. Klaus Selter; Geschäftsführer: Patrick Schunn)
- Freier Bewerber (Hartmut Mandelartz) 1 Sitz (Hospitant der SPD-Fraktion)
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Städtepartnerschaften
Linnich pflegt seit 1974 eine Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Lesquin nahe Lille.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Lille
Museen
- Deutsches Glasmalerei-Museum
- Heimatmuseum Linnich
Bauwerke
- Evangelische Kirche
- Katholische Pfarrkirche St. Martinus
- Wehr an der Rur
- Hubertuskreuz
Regelmäßige Veranstaltungen
- Andreasmarkt - Der Andreasmarkt findet jährlich am 1. Montag nach Andreas (meist der 1. Montag im Dezember) statt. Es ist der letzte traditionelle Bauernmarkt in weitem Umkreis und zieht somit viele Leute an.
- Schützenfest - Das große Schützenfest aller drei Schützengesellschaften, der Hubertus-Schützen, der Sebastianus-Schützen und der Schützengilde findet alljährlich von Freitag nach Pfingsten bis Fronleichnam statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Schützen
Autobahnanschluss
Linnich ist über die nachfolgend aufgeführten Anschlusstellen an das Autobahnnetz angebunden. Durch das Stadtgebiet Linnichs selber führt keine Autobahn.
- Rurtalbahn (Linnich - Jülich - Düren - Heimbach)
- Aachener Verkehrsverbund
Ansässige Unternehmen
- Linnich ist die Heimat des Getränkekartons. (Schauen Sie doch mal unter Ihre Saft- oder Milchtüte - steht dort combibloc, so halten Sie ein Stück Linnich in der Hand.)
- In Linnich arbeitet die älteste Glasmalerei Deutschlands, die Firma Oidtmann. Seit einigen Jahren gibt es daher das Deutsche Glasmalerei-Museum in einer historischen Wassermühle im Stadtkern.
Öffentliche Einrichtungen
Gut ein Viertel der Kernstadt besteht aus dem Areal der Landespolizei. Hier waren in den letzten Jahrzehnten mehrere Hunderschaften Bereitschaftspolizei und die Polizeischule, zuletzt eine Außenstelle des Polizei-Ausbildungs-Instituts NRW angesiedelt. Seit dem 30. August 2004 werden einige Gebäude von der Fachhochschule für Finanzen NRW genutzt.
Weblinks
- [http://www.linnich-info.de Website mit Informationen über Linnich]
Kategorie:Kreis Düren
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Rheinland
Niederzier
Niederzier ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Kreis Düren.
Stadtgliederung
Die Gemeinde Niederzier besteht aus den Ortschaften Niederzier, Oberzier, Ellen, Hambach, Krauthausen (Niederzier), Selhausen und Huchem-Stammeln
Geographie
Niederzier liegt in der Jülicher Börde, die durch weite, ebene Ackerflächen geprägt ist. Im Süden wird Niederzier durch das Rurtal begrenzt, im Norden bildet die Sophienhöhe und der Tagebau Hambach eine künstliche Begrenzung der Gemeinde. Im Osten bis Südosten verläuft die Gemeindegrenze entlang der BAB 4.
Angrenzende Städte und Gemeinden sind im Nordwesten die Stadt Jülich, im Norden die Gemeinde Titz, im Nordosten die Gemeinde Elsdorf (Rhein-Erft-Kreis), im Südosten die Gemeinde Merzenich, im Süden die Stadt Düren und im Westen die Gemeinde Inden.
Geschichte
Niederzier und Oberzier können bereits im 12. Jahrhundert nachgewiesen werden. Die späteren Teile der Gemeinde gehörten bis zum Einmarsch der Franzosen 1794 zum Herzogtum Jülich, von 1794 bis 1814 standen die Teile der Gemeinde dann unter französischer Verwaltung. Durch die Grenzziehung des Wiener Kongresses wurden die Ortschaften unter preußische Verwaltung gestellt. Seine heutige Struktur besitzt die Gemeinde seit dem 1. Januar 1972, da zu diesem Zeitpunkt ein Gesetze zur Neuordnung des Raumes Aachen inkrafttrat.
Bauwerke
Das bekannteste Bauwerk der Gemeinde ist die Wasserburg Niederzier, momentan dient sie als Verwaltungssitz der Gemeindeverwaltung. Nach der Zerstörung durch französische Truppen um 1674, wurde im Jahre 1698 das Herrenhaus und 1765 die Vorburg wieder aufgebaut worden. Ein zweites Mal wurde die Burg durch die Kämpfe an der Rurfront am 11. Februar 1945 zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie wiederaufgebaut und im Jahre 1975 und 1976 erfolgte die Erweiterung der Burg als Verwaltungssitz.
Freizeit- und Sportanlagen
Zu den regionalen Naherholungsgebieten gehört der Ellbachpark in der Ortschaft Niederzier, sowie die Sophienhöhe am Nordrand der Gemeindegrenze.
Verkehr
Autobahnanschlüsse
- (Abfahrt Düren / Jülich)
- (Abfahrt Jülich Ost)
- (Abfahrt Jülich West)
Bundesstraßen
Durch den südlichen Teil der Gemeinde Niederzier und durch den Ortsteil Selhausen führt die B56, nordwestwärts Richtung Jülich, südostwärs Richtung Düren.
- Rurtalbahn (Linnich - Jülich - (Niederzier-Krauthausen) - Düren - Heimbach)
- Dürener Kreisbahn Mitglied im AVV
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Karnevalsmuseum in der Rentei am Rathaus.
Politik
Kommunalwahl
Ergebnisse der letzten Kommunalwahl im September 2004:
- SPD - 50,1%
- CDU - 33,9%
- Grüne - 3,6%
- FDP - 2,7%
- BG - 9,7%
Gemeinderat
Aufgrund dieser Ergebnisse sind die 26 Sitze des Gemeinderates wie folgt verteilt:
- SPD - 13 Sitze
- CDU - 9 Sitze
- Grüne - 1 Sitz
- FDP - 1 Sitz
- BG - 2 Sitze
Bürgermeister
- Bürgermeister: Hartmut Nimmerrichter (SPD)
- 1. stellvertretender Bürgermeister: Heinz-Josef Wirtz (SPD)
- 2. stellvertretende Bürgermeisterin: Sylvia Frisch-Unterlugauer (CDU).
Städtepartnerschaften
- Vieux-Condé (Frankreich), seit 1988
- Bleicherode (Deutschland), seit 1989
Weblinks
- [http://www.karneval-rvdueren.info/museum.htm Das Karnevalsmuseum]
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Kreis Düren
Inden (Rheinland)
Inden ist eine Gemeinde im nordrheinischen Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie gehörte bis zum 1. Januar 1972 zum Kreis Jülich.
Geografie
Höchste Erhebung: Goltsteinkippe 143,5 m über NN
Tiefster Punkt: Viehöven 90,0 m über NN
Geografische Lage
Das Gebiet der Gemeinde bildet den Übergang der Zülpicher zur Jülicher Börde.
Die Gemeinde wurde seit Ende der 1990er Jahre zum Großteil abgebaggert wegen des Braunkohletagebaus Inden durch Rheinbraun. Im Halbkreis der Ortsteile Frenz / Lamersdorf / Lucherberg entstand das neue Ortszentrum mit Namen Inden/Altdorf. Zur Zeit (2005) beginnt die Umsiedlung der Ortschaft Pier. Der neue Ort Pier liegt in der Gemeinde Langerwehe. Durch die Ortsteile Frenz und Lamersdorf fließt die Inde. Mit großem Aufwand wurde 2005 die Inde auf Neuland um den vorrückenden Tagebau herum umgeleitet. Im Abbaugebiet des Tagebaus soll ab ca. 2035 ein See entstehen, der im Jahr 2060 ungefähr die Größe des Tegernsees erreichen würde. In der Umgangssprache wird wegen der Größe bereits der Begriff des "Indenschen Ozeans" gebraucht. In den Einzugsbereich des Projektes Indeland fällt der ebenfalls künstliche Blausteinsee.
Nachbargemeinden
Die Nachbargemeinden von Inden sind: Aldenhoven, Düren, Eschweiler, Jülich, Langerwehe und Niederzier.
Gemeindegliederung
- Frenz
- Inden/Altdorf
- Lamersdorf
- Lucherberg
- Pier
- Schophoven
- Viehhöven
Abgebaggerte Ortschaften
- Altdorf
- Geuenich
- Inden
Politik
Gemeinderat
Die 26 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:
- CDU 12 Sitze
- SPD 11 Sitze
- Grüne 3 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Wappen
In Blau ein silbernes (weißes) Schildhaupt, überdeckt durch eine silberne (weiße) Kirche in Frontalansicht mit stumpfem Dach und silbernem (weißen) Balken-Dachreiter mit blauem Dach; die beiden Dachecken besteckt mit je einem silbernen (weißen), das blaue Dach des Dachreiters mit einem blauen Tatzenkreuz. Im offenen Portal in Blau ein goldener (gelber) Schild, darin ein rotbewehrter und -bezungter schwarzer Löwe.
Sehenswürdigkeiten
2004
- Gut Lützeler in Inden/Altdorf
- Gut Müllenark in Schophoven
- Aussichtspunkt Tagebau Inden
- Haus Pesch in Pier
- St. Helena Kapelle in Vilvenich
- Indeniederung
Bauwerke
Weithin sichtbar weist das in Eschweiler liegende Kraftwerk Weisweiler den Weg nach Inden, welches direkt am Gemeinderand liegt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Inden liegt an der B 56 und an der Autobahn A 4 und hat seit den 1970er Jahren keinen Eisenbahnanschluss mehr.
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