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Jet Propulsion Laboratory

Jet Propulsion Laboratory

Das Jet Propulsion Laboratory oder kurz JPL baut und steuert Satelliten und Raumsonden für die NASA. Es ist eine der angesehensten Raumfahrteinrichtungen der Welt. NASA Das JPL gehört zum California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena (Kalifornien); unter seiner Federführung wurden die erfolgreichsten Raumsonden-Projekte der NASA durchgeführt. Um den Kontakt zu den Sonden aufrecht erhalten zu können, betreibt das JPL das Deep Space Network. Das JPL arbeitet außer für die Nasa auch für das Pentagon, das Department of Energy sowie für weitere staatliche Einrichtungen. Darüber hinaus berät es die Produzenten von Science-Fiction Filmen und Serien (beispielsweise bei Babylon 5). Das JPL befindet sich heute auf einer 72 Hektar großen Fläche in La Canada Flintridge (California), die offizielle Adresse lautet allerdings 4800 Oak Grove Drive, Pasadena, CA 91109. Im JPL arbeiten ungefähr 5.500 Vollzeitangestellte und normalerweise werden jeden Tag noch ein paar tausend weitere Personen beim JPL eingesetzt. 2003 betrug das Budget fast 1,4 Milliarden US-Dollar.

Geschichte

Das JPL entstand in den 1930ern, als der Caltech Professor Theodore von Kármán zusammen mit Studenten und Assistenten begann, Experimente mit Raketenantrieben durchzuführen. Am 31. Oktober 1936 starteten sie ihre erste Rakete. Von Kármán überzeugte die US Armee, ihn zu unterstützen. Die Armee bat das neu zusammengestellte Team, die deutsche V2-Rakete zu untersuchen, wobei zum ersten Mal der Name Jet Propulsion Laboratory (Labor für Düsenantrieb) benutzt wurde. Diesen Namen erhielt die Forschungseinrichtung, um nach Außen einen seriösen Eindruck zu erzielen. Basierend auf den Forschungsergebnissen des JPL entstand die Corporal-Rakete, die die Amerikaner im Koreakrieg einsetzten. Am 3. Dezember 1958 übernahm die zwei Monate vorher gegründete NASA das JPL vom Militär. Das JPL behielt seinen Namen, obwohl in der Folgezeit keine Forschungen an Düsenantrieben mehr durchgeführt wurden.

Weltraumforschung

Am 31. Januar 1958 startete das JPL mit Explorer 1 den ersten Satelliten der USA. In den 1960ern startete das JPL die ersten Raumsonden zum Mond (Ranger Missionen und zu anderen Planeten (Mariner). Am 14. Dezember 1962 flog Mariner 2 als erste Raumsonde an einem fremden Planeten (Venus) vorbei. 1975 wurde mit den Viking Sonden zum ersten Mal auf dem Mars nach Leben gesucht. 1977 wurden die beiden Voyager 1 und Voyager 2 zu den äußeren Planeten gestartet. Im Oktober 1998 wurde mit Deep Space 1 eine Raumsonde mit Ionenantrieb und anderen neuen Technologien gestartet.

Erderforschung

In den 1970ern zeigte das JPL, dass man mit den Instrumenten an Bord von Raumsonden auch die Erde untersuchen könnte, woraus die Seasat Missionen entstanden.

Missionen

Zu den Missionen des JPL gehören:
- Explorer 1 bis 5
- Mariner 1 bis 10
- Ranger 1 bis 9, Surveyor 1 bis 7
- Seasat
- Viking 1 und 2
- Voyager 1 und Voyager 2
- Galileo
- Die Mars Rover Pathfinder, Opportunity und Spirit
- Cassini Das JPL baute auch Instrumente für andere Projekte, zum Beispiel die Weitwinkelkamera des Hubble-Weltraumteleskops.

Liste der Direktoren


- Dr. Theodore von Kármán, 1938-1944
- Dr. Frank Malina, 1944 - 1946
- Dr. Louis Dunn, 1946 - 1954
- Dr. William Hayward Pickering, 1954 - 31. März 1976
- Dr. Bruce C. Murray, 1. April 1976 - 30. Juni 1982
- Dr. Lew Allen 22. Juli 1982 - 31. Dezember 1990
- Dr. Edward C. Stone, 1. Januar 1991 - 30. April 2001
- Dr. Charles Elachi, 1. Mai 2001 - Noch im Amt

Weblinks


- [http://www.jpl.nasa.gov/index.cfm Homepage des JPL]
- [http://www.jpl.nasa.gov/news/fact_sheets/jpl.pdf PDF-Datei über JPL, u.a. Liste aller Missionen] Kategorie:Astronomische Organisation Kategorie:Raumfahrtorganisation ja:ジェット推進研究所

Satellit (Raumfahrt)

Ein Satellit ist in der Raumfahrt ein künstlicher Flugkörper, der ein anderes Objekt, wie Planeten oder Monde, auf einer elliptischen oder kreisförmigen Umlaufbahn zur Erfüllung wissenschaftlicher, kommerzieller oder militärischer Zwecke umrundet.

Unterscheidung

Umlaufbahn

Nach Art der Umlaufbahn unterscheidet man bei Erdsatelliten zwischen
- Low-Earth-Orbit-Satelliten,
- Medium-Earth-Orbit-Satelliten,
- Highly-Elliptical-Orbit-Satelliten,
- geostationären Satelliten und
- sonnensynchronen Satelliten.

Aufgaben

Satelliten können unterschiedlichste Aufgaben wahrnehmen:
- Erdbeobachtungssatelliten können Bilder für unterschiedliche Zwecke liefern, so die Wetter- und Spionagesatelliten. Diese Bilder können mit verschiedenen Techniken erstellt werden, zum Beispiel von Röntgensatelliten.
- Nachrichtensatelliten erfüllen kommerzielle Aufgaben, während Amateurfunksatelliten privaten Zwecken dienen, siehe auch Satellitenkommunikation.
- Astrometriesatelliten beobachten das Weltall, hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke.
- Raumstationen können aufgrund ihrer orbitalen Laufbahn ebenfalls zu den Satelliten gezählt werden.

Betrieb


- Bahnbeschreibung
- Bahnänderungsmanöver
- Antriebssysteme
- Bahnstörungen eines Satelliten
- Bahnregelung
- Lageregelung
- Thermalkontrolle
- Funkdienst
- Energieversorgung.

Abgrenzung

Man bezeichnet Flugkörper nur dann als Satelliten, wenn sie die Erde im Weltraum umkreisen. Alle Flugkörper, die den Erdorbit mit Fluchtgeschwindigkeit verlassen, werden Raumsonden genannt, unabhängig davon, ob sie in den Orbit eines anderen Planeten eintreten oder nicht.

Beobachtung von der Erde

Zahlreiche größere Erdsatelliten können mit bloßem Auge als langsam über das nächtliche Himmelsgewölbe wandernde Lichtpunkte beobachtet werden. Mit speziellen Instrumenten ist es auch möglich, den Vorüberzug von Satelliten vor der Sonne zu beobachten. Manche Satelliten, wie die ISS, können eine scheinbare Helligkeit von −1m erreichen. Die Satelliten des Iridium-Systems erreichen unter bestimmten Umständen kurzzeitig eine scheinbare Helligkeit von bis zu −9m. Im Unterschied zu einem Flugzeug hat ein Satellit keine blinkenden, farbigen Lichter.

Beispiele

Einige künstliche Satelliten: :SputnikTelstarHubble-WeltraumteleskopLandsatAstraEutelsatIntelsat (Early Bird)EnvisatAstérix - TUBSAT - BIRD

Siehe auch


- Raumfahrt
- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Erdbeobachtungssatellit
- Erdsatellit
- Geostationärer Satellit
- Liste der Erdsatelliten nach Ländern geordnet
- Nachrichtensatellit
- Satellitenfernsehen
- Satellitennavigation

Weblinks


- [http://www.heavens-above.com/ Heavens Above:] Berechnung der Sichtbarkeit von Satelliten (englisch)
- [http://science.nasa.gov/Realtime/JTrack/3D/JTrack3D.html J-Track 3D:] Echtzeitdarstellung von Satellitenpositionen, Java ist erforderlich (englisch)
- [http://128.250.125.178/wwp.html Satellitenbilder der Erde,] Flash ist erforderlich (englisch)
- [http://www.mygeo.info/satellitenbilder1.html Satellitenbilder:] Kultur- und Naturlandschaften
- [http://www.erdsicht.de/ Thematische Sammlung von Satellitenbildern weltweit]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249294.html Satelliten an der Leine:] Beitrag bei wissenschaft.de über die Idee, Satelliten mithilfe eines Seils in den Erdorbit zu bringen Kategorie:Künstlicher Satellit ja:人工衛星 ko:인공 위성

NASA

Die National Aeronautics and Space Administration (NASA, gegründet 1958) ist die zivile US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt.

Vision und Mission

Die NASA bezeichnet als ihre Vision "das Leben hier zu verbessern, das Leben nach draußen auszudehnen und Leben da draußen zu finden". Daraus ergibt sich die Mission "unseren Heimatplaneten zu verstehen und zu schützen, das Universum zu erforschen und nach Leben zu suchen und die nächste Generation von Forschern zu begeistern".

Geschichte

Wettlauf ins All

:Hauptartikel: Wettlauf ins All Die Sowjetunion machte 1957 mit dem ersten künstlichen Satelliten im All, Sputnik 1, die USA auf ihr eigenes Weltraumprogramm aufmerksam, das noch in den Kinderschuhen steckte. Der Kongress sah im sowjetischen Erfolg eine Gefahr für die nationale Sicherheit und den technologischen Vorsprung der USA und verlangte sofortige und konsequente Maßnahmen während US-Präsident Dwight D. Eisenhower und seine Berater sich eher für eine ruhige, durchdachte Reaktion aussprachen. Nach monatelangen Beratungen war klar, dass eine neue Behörde geschaffen werden sollte, die für alle nichtmilitärischen Weltraumaktivitäten zuständig sein sollte. Am 29. Juli 1958 unterzeichnete Präsident Eisenhower den "National Aeronautics and Space Act", der die Schaffung der NASA vorsah. Die neue Behörde nahm am 1. Oktober 1958 ihre Arbeit auf. Damals bestand sie aus vier Laboratorien und rund 8000 Mitarbeitern, die aus dem schon 46 Jahre alten National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) stammten. Die ersten Projekte der NASA beschäftigten sich mit der bemannten Raumfahrt und standen unter dem Druck des Wettlauf ins All. Das Mercury-Programm von 1958 war der erste Schritt: Man untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen ein Mensch im Weltall überleben könnte. Am 5. Mai 1961 war es so weit. Alan B. Shepard Jr. war der erste Amerikaner im Weltall, als er mit Freedom 7 15 Minuten lang in einem bogenförmigen Flug den Weltraum erreichte. Der erste Amerikaner, der die Erde umkreiste war John Glenn mit einem fünfstündigen Flug der Friendship 7 am 20. Februar 1962. Nachdem das Mercury-Project bewiesen hatte, dass bemannte Weltraummissionen möglich sind, rief die NASA das Gemini-Projekt ins Leben. Bei diesem Projekt sollten Experimente durchgeführt werden und Problemstellungen bezüglich einer Mondlandungs-Mission bearbeitet werden. Der erste bemannte Flug einer Gemini-Rakete wurde am 23. März 1965 von Virgil "Gus" Grissom und John W. Young durchgeführt. Es folgten neun weitere Missionen, bei denen die Machbarkeit längerer Weltraumaufenthalte und des Treffens und Andockens zweier Raumschiffe bewiesen wurde. Außerdem sammelten diese Flüge medizinische Daten über die Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper.

Das Apollo-Programm

Nach dem Erfolg des Mercury- und Gemini-Programms wurde das Apollo-Programm gestartet, um weitere Experimente im All durchzuführen und im Idealfalle sogar Menschen in die Nähe des Mondes zu bringen. Eine massive Änderung in seiner Konzeption erfuhr das Apollo-Programm durch die Ankündigung des neuen Präsidenten, John F. Kennedy. Am 25. Mai 1961 sagte er, die Vereinigten Staaten sollten sich vornehmen, bis 1970 "einen Menschen auf dem Mond abzusetzen und ihn wieder sicher auf die Erde zurückzubringen". Von nun an war es also Ziel des Apollo-Programms, Astronauten auf den Mond zu bringen. Nach acht Jahren vorbereitender Missionen, bei denen auch das erste große Unglück in der Geschichte der NASA stattfand, bei dem die NASA alle drei Besatzungsmitglieder der Apollo 1-Mission verlor, als die Rakete auf der Startrampe zu brennen begann, erreichte das Apollo-Programm schließlich ihr Ziel: Am 20. Juli 1969 landeten mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin die ersten Menschen auf dem Mond und kehrten am 24. Juli sicher auf die Erde zurück. Amstrongs erste Worte, als er aus der Mondlandefähre der Apollo 11 trat, hätten treffender nicht sein können: "That's one small step for [a] man, one giant leap for mankind." ("Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit."). Nach Armstrong und Aldrin landeten bis zum Ende des Apollo-Programms im Dezember 1972 noch zehn weitere Menschen auf dem Mond. Die NASA hatte mit der Landung auf dem Mond das Wettrennen ins All gewonnen. Eigentlich stellte das den gewünschten Erfolg dar, allerdings fehlte jetzt ein Ziel, auf das es sich lohnte hinzuarbeiten. Außerdem schwand das Interesse der Öffentlichkeit, das unbedingt nötig war, um große Budgets durch den Kongress sicherzustellen. Mit Lyndon Johnson, verlor die NASA dann auch noch ihren wichtigsten politischen Unterstützer. Für ihn wurde Wernher von Braun als Lobbyist in Washington tätig.

Jahresbudgets

Liste der NASA-Administratoren

# T. Keith Glennan (1958-1961) # James E. Webb (1961-1968) # Thomas O. Paine (1969-1970) # James C. Fletcher (1971-1977) # Robert A. Frosch (1977-1981) # James M. Beggs (1981-1985) # James C. Fletcher (1986-1989) # Richard H. Truly (1989-1992) # Daniel S. Goldin (1992-2001) # Sean O'Keefe (2001-2005) # Michael Griffin (2005-)

Einrichtungen

Die NASA besteht aus einer Reihe von Einrichtungen. Dazu gehören
- Jet Propulsion Laboratory (JPL): Raumsonden, Deep Space Network
- Goddard Space Flight Center
- Johnson Space Center
- Kennedy Space Center
- Marshall Space Flight Center
- Stennis Space Center
- Ames Research Center
- Dryden Flight Research Center
- Langley Research Center
- Glenn Research Center
- Michoud Assembly Facility
- NASA Institute for Advanced Concepts (NIAC): Nanotechnologie, Weltraumlift, usw.

Bemannte Raumfahrtprogramme der NASA


- Mercury-Programm
- Gemini-Projekt
- Apollo-Projekt
- Skylab
- Space Shuttle
- Internationale Raumstation
- Crew Exploration Vehicle (in Planung)

Weblinks


- Wikinews: Start der Discovery auf Juli verschoben
- [http://www.nasa.gov Website der NASA] (engl.)
- [http://spaceflight.nasa.gov NASA: Bemannte Raumfahrt] (engl.)
- [http://www.nasawatch.com NASA Watch] (engl.)
- [http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/bemannt/nasa.shtml Zusammenfassung US-Raumfahrtprogramm und NASA-Geschichte] (dt.)
- [http://www.nasa-statistik.de NASA-Statistik.de - Komplettes Missionsarchiv] (dt.)
- [http://www.niac.usra.edu/ NASA Institute for Advanced Concepts] (engl.)
- [http://science.nasa.gov Science@NASA; ausgewählte Themen und Artikel aus NASA Forschung für ein breiteres Publikum] (engl.)
- [http://www.astrolabium.net Deutsche Version der Science@NASA Webseite] (dt.)

Siehe auch

ESA, Russische Raumfahrtbehörde, Japan Aerospace Exploration Agency ----
- Der Abschnitt "Geschichte" basiert teilweise auf einer Übersetzung des Artikels :en:NASA vom 16.07.2005 in der englischsprachigen Wikipedia. Kategorie:Behörde (USA) Kategorie:Raumfahrtorganisation ja:アメリカ航空宇宙局 ko:미국항공우주국 simple:NASA th:องค์การนาซา

California Institute of Technology

Das California Institute of Technology, besser bekannt als Caltech, ist in Pasadena, Kalifornien, beheimatet. 1891 wurde es mit nur 31 Studenten gegründet, heute sind es etwa 2000 Studierende. Das Jet Propulsion Laboratory gehört zum Caltech. Derzeitiger Präsident der Universität ist David Baltimore, Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin (1975). Mit 283 Professoren und 2172 Studenten (2003) ist die wissenschaftlich hochproduktive Universität extrem klein. In der Geschichte der Universität haben Angehörige und Ehemalige insgesamt 31 Nobelpreise gewonnen, davon 13 in Physik, 9 in Physiologie oder Medizin, 6 in Chemie, sowie 2 in Ökonomie und einen Friedensnobelpreis.

Nobelpreisträger


- Robert H. Grubbs - Chemie 2005 Siehe auch: Universitäten in Kalifornien

Weblinks


- [http://www.caltech.edu/ California Institute of Technology] CalTech ja:カリフォルニア工科大学 ko:캘리포니아 공과대학교

Pasadena (Kalifornien)

Pasadena ist eine am Fuß der San Gabriel Mountains gelegene Stadt in Kalifornien. In Pasadena befindet sich das California Institute of Technology (Caltech), zu dem das Jet Propulsion Laboratory gehört, das in Zusammenarbeit mit der NASA (Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der USA) betrieben wird. Die Stadt ist Zentrum für die Entwicklung und Herstellung von Elektronik und Präzisionsinstrumenten. In Pasadena wird jedes Jahr am Neujahrstag das Tournament of Roses veranstaltet (erstmals 1890). Das Norton Simon Museum of Art besitzt viele Werke des deutschen Expressionismus. Das Gebiet des heutigen Pasadena gehörte früher zur Mission San Gabriel (1771). Bauern aus Indiana gründeten hier 1873 eine Kolonie. Um 1900 entwickelte sich die Gemeinde zu einem Urlaubsort und einem Anbaugebiet für Zitrusfrüchte. Nach 1920 wurde sie ein Vorort von Los Angeles und vergrößerte sich. Der Name Pasadena kam erstmals 1875 auf. Die übliche Herkunftsableitung deutet auf ein Wort der Chippewa Indianer, in deren Sprache Pasadena „Krone des Tales” bedeutet. Der Ort wuchs stark, als er ein Knotenpunkt der Santa Fe Eisenbahn wurde. Die Rolle als regionales Zentrum wird noch gestützt spätere Ereignissen, darunter der Roses Parade Ausscheid, sowie der Bau der Figueroa Street, des Pasadena Freeway, des Harbor Freeway, und zuletzt der Los Angeles Metro Gold Line im Jahre 2003. Nach dem Census 2000 beträgt die Einwohnerzahl 133.936 in 51.844 Haushalten, zum 1.7.2004 hatte die Stadt 144.068 Einwohner. Das Stadtgebiet umfasst 60,0 km².

Söhne und Töchter der Stadt


- Octavia Butler, Science-Fiction Autorin
- Sally Field, Schauspielerin
- Victor Fleming, Filmregisseur
- Lex Hixon, Poet, Philosoph und spiritueller Lehrer
- F. O. Matthiesen, US-amerikanischer Literaturwissenschaftler
- George Nader, US-amerikanischer Schauspieler
- Kevin Poulsen, wurde als erster Hacker in den USA der Spionage angeklagt
- Max Elliott Slade, US-amerikanischer Schauspieler und Musiker
- Jaleel White, US-amerikanischer Schauspieler Hier lebte, arbeitete und verstarb Albert Abraham Michelson, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger Kategorie:Ort in Kalifornien ja:パサデナ (カリフォルニア州) ko:패서디너

Deep Space Network

Das Deep Space Network (DSN) ist ein Netzwerk von Radioantennen, die zur Kommunikation mit Raumsonden und Satelliten dienen. Die NASA unterhält ein solches Netzwerk mit drei großen Antennenanlagen. Die ESA ist derzeit dabei, ein weiteres für europäische Raumfahrtmissionen aufzubauen.

DSN der NASA

Das Jet Propulsion Laboratory betreibt für die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA derzeit drei große Stationen:
- Goldstone Deep Space Communications Complex (GDSCC), Goldstone in der Mojave-Wüste, Kalifornien, USA
- Madrid Deep Space Communications Complex (MDSCC), Robledo bei Madrid, Spanien
- Canberra Deep Space Communications Complex (CDSCC), Tidbinbilla bei Canberra, Australien Jede Station hat neben kleineren Antennen mindestens eine 26 m-, zwei 34 m- und eine 70 m-Antenne. Die ersten großen Aufgaben für die Deep Space Stationen der NASA bestanden in der Kommunikation mit interplanetaren Raumsonden wie Mariner, Pioneer oder Voyager.

ESTRACK, Europas DSN

Unter dem Namen ESTRACK (ESA tracking stations) betreibt die europäische Raumfahrtbehörde ESA ein eigenes Netzwerk. Zur Zeit (Sept 2005) besteht es aus 8 Bodenstationen, zwei von ihnen verfügen über deep space Radioantennen mit einem Durchmesser von 35m. Die Bodenstationen:
- ESOC-Hauptkontrollzentrum
- Cebreros, Spanien
Antenne:
  - Durchmesser: 35 m
  - Höhe: 40 m
  - Gewicht: 620 t
  - Frequenzbänder: S- und X-Band (Senden und Empfang), Ka-Band (Empfang)
  - Kosten: 30 MEUR
- New Norcia, Australien ( 116.19°Ost, 31.04° Süd)
Antenne:
  - Durchmesser: 35 m
  - Höhe: m
  - Gewicht: 580 t
  - Frequenzbänder: S- und X-Band (Senden und Empfang)
- Perth, Australien (115.88°Ost, 31.80° Süd)
Antenne:
  - Durchmesser 11 m
  - Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang), X-Band (Empfang)
- Villafranca del Castillo, Spanien (3.95°West, 40.44° Ost)
5 Antennen, davon die größten beiden:
  - Durchmesser: 15m
  - Frequenzbänder: S- und X-Band (Senden und Empfang)
- Maspalomas, (Gran Canaria) Spanien
- Kiruna, Schweden
- Kourou, Französisch Guayana
- Malindi, Kenia
- Redu, Belgien
4 Antennen, davon die Größte:
  - Durchmesser: 15 m
  - Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang) Wegen der Vielzahl europäischer interplanetarer Missionen benötigt die ESA ein eigenes DSN, um die Kontrolle zum Beispiel der Sonden Herschel Planck, LISA-Pathfinder, Gaia, BepiColombo oder Venus-Express selbst durchführen zu können. Eventuell errichtet sie eine dritte
Deep Space Station in den kommenden Jahren auf dem amerikanischen Kontinent. Im Gespräch sind Kanada oder Chile. Ob es dazu kommt, hängt vom ESA-Forschungsprogramm Aurora ab, über dessen weiteren Verlauf im Dezember 2005 auf einer ESA-Konferenz auf Ministerebene entschieden wird.

Siehe auch


- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
- Liste der Weltraumfunkstellen

Weblinks


- http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raumsonden/dsn_01.shtml – Neue Antennen für Mars Express & Co. (dt.)
- http://deepspace.jpl.nasa.gov/dsn/ – NASA: Deep Space Network Homepage (engl.)
- http://www.esoc.esa.de/pr/facilities/estrack.php3 – ESTRACK-Netzwerk der ESA (engl.) Kategorie:bodengebundene Raumfahrttechnik ja:ディープスペースネットワーク


Pentagon

Das Pentagon ist der Hauptsitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums. Es ist eines der größten Bürogebäude der Welt und eingebettet in 50 ha Park- und Rasenfläche. Das Pentagon liegt am Potomac River in Arlington (Virginia) an der Grenze zu Washington (D.C.). Mit dem Wort „Pentagon“ meint man auch oft nicht das Gebäude, sondern das US-Verteidigungsministerium selbst.

Baugeschichte

1941 litt das seinerzeit 24.000 Mitarbeiter umfassende Verteidigungsministerium unter akuter Platznot und war zudem auf 17 verschiedene Gebäude verteilt. Im Juli desselben Jahres ersuchte Brigadegeneral Brehon B. Sommervell darum, diese Probleme durch einen Neubau zu lösen, der ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht war. Der US-Kongress hatte, aufgrund der zu erwartenden hohen Baukosten, zunächst Bedenken, gab jedoch am 14. August 1941 angesichts der Kriegssituation in Europa grünes Licht für den Bau und stellte die nötigen Mittel bereit. Für den drohenden Fall des Kriegseintritts der USA sollte das Verteidigungsministerium einsetzbar sein. Ursprünglich sollte das Gebäude an einem anderen Standort entstehen. Das vorgesehene Bauland war unter dem Namen Arlington Farms bekannt und wurde durch 5 Straßen eingerahmt, was die charakteristische Form des Gebäudes vorgab. Präsident Franklin Delano Roosevelt fürchtete jedoch, der riesige Bürokomplex könne die Sicht vom Nationalfriedhof Arlington aus auf Washington (D.C.) beeinträchtigen und ließ einen anderen Bauplatz suchen. Eine weitere Bedingung von Roosevelt war, dass man kein Material aus Krieg führenden Staaten zum Bau verwenden darf. Damit war vor allen Marmor (aus Italien) gemeint. So musste das Pentagon aus Beton gebaut werden. Den endgültigen Standort fand man 1,2 km flussabwärts am Potomac River. Hier befanden sich zuvor der alte Hoover-Airport, eine ehemalige Ziegelei, ein Rennplatz sowie eine 'ärmlichere' Siedlung, genannt „Hell's Bottom“. An der fünfseitigen Form hielt man fest und entwarf die endgültige Version mit freiem Innenhof. Jede Seite des Fünfecks besteht ihrerseits aus fünf parallelen Gebäudereihen (den so genannten Ringen), so dass nur die Mitarbeiter ganz außen im Ring 1 oder innen im Ring 5 die Chance auf einen 'Gartenblick' haben. Außerdem hat jeder Ring 5 Stockwerke. Die fünf Gebäudeteile repräsentieren die ebenso vielen Sektionen des Amerikanischen Militärs: „Army“, „Navy“, „Marines“, „Air Force“ und die „Defense Intelligence Agency“ 14.000 Arbeiter und 1.000 Architekten arbeiteten nun in 3 Schichten rund um die Uhr. Am 11. September 1941 begonnen und nach 16 Monaten, am 15. Januar 1943, fertig gestellt, kostete der Bau 83 Millionen Dollar.

Führung der Streitkräfte

Das Pentagon wird mit den Streitkräften durch ein spinnennetzartiges globales Nervensystem verbunden: Global Information Grid.

11. September 2001

Global Information Grid Einer der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA galt dem Pentagon, das an seinem „60. Geburtstag“ punktuell beschädigt wurde. Dabei kamen 125 Menschen ums Leben. Das Einschlagloch war anfangs fast nicht auszumachen, da die entführte Boeing 757 mittig auf ein Eisentor für Zulieferer anflog und erst im Gebäude-Komplex in einer Kerosin-Feuerwolke spektakulär brannte. Aufgrund der geringen Beschädigung am und um das Gebäude, widersprüchlicher Zeugenaussagen und dem Vorenthalten von Informationen (z. B. Videoaufnahmen) durch das Verteidigungsministerium, kursieren einige von der offiziellen Version abweichende Theorien über den Anschlag. Eine dieser Theorien ist, dass es kein Flugzeug war was das Pentagon traf sondern eine Rakete. Diese Version basiert auf Aussagen von Zeugen, die angeben, kein Flugzeug gesehen, sondern nur den Lärm einer Rakete gehört zu haben. Für diese Theorie spricht die Tatsache, dass Videobänder existieren, die den Einschlag des Objektes zeigen und bis heute vom FBI zurückgehalten werden.

Siehe auch


- US-Streitkräfte

Weblinks


- [http://www.defenselink.mil/pubs/pentagon/ The Pentagon – Offizielle Webseite]
- [http://www.magazinusa.com/lv2/inside/i_pentagon.asp magazinUSA.com – „The Pentagon – Geschichte und Fakten“]
- [http://www.pentagonstrike.co.uk/pentagon_ge.htm#Main Pentagonanschlag – (deutsch)]
- [http://www.pentagonstrike.co.uk Pentagon Strike – (englisch)] Kategorie:Bürogebäude Kategorie:Militärische Einrichtung (USA) ja:ペンタゴン

Science Fiction

Science Fiction [] ("Wissenschaftsdichtung"; offiziell geschrieben: Sciencefiction oder Science-Fiction; Abk.: Sci-Fi, SF, deutsch auch: Wissenschaftliche Phantastik) ist eine Form der Literatur und des Films, aber auch anderer Disziplinen wie z. B. der bildenden Kunst, die den Einzelnen, die Gesellschaft oder die Umwelt in zeitlich, räumlich oder historisch radikal alternativen Konstellationen betrachtet. Am häufigsten geschieht dies in Form einer aus der tatsächlichen Gegenwart extrapolierten Zukunftsvorstellung, es finden sich aber auch andere Topoi, wie zum Beispiel jenes der so genannten Parallelwelt. Wenn sich die SF einer zeitlich relativ nahen Zukunft annimmt, diskutiert sie häufig den Einfluss neuer wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Entwicklungen.

Etymologie

Die von einigen Sprach- und Literaturwissenschaftlern im deutschen Sprachraum synonym verwendete Bezeichnung für einen Teilbereich lautet Zukunftsroman oder Zukunftsfilm. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich im professionellen Bereich und unter Liebhabern die Bezeichnung Science Fiction etabliert. Weitere Bezeichnungen, die mehr oder weniger exakt als Synonyme verwendet werden, sind Wissenschaftliche Phantastik, utopische Literatur und einfach nur Phantastische Literatur (nicht zu verwechseln mit Fantasy oder der romantischen Phantastik). Der Begriff Zukunftsliteratur wird ebenfalls (nicht ganz exakt) manchmal als Synonym für Science Fiction betrachtet. Er stimmt aber gegebenenfalls nur für das Teilgebiet der Science Fiction, welches sich mit der Zukunft beschäftigt. Die Kontroversen über die Bezeichnung des Genres sind kennzeichnend für seine Entwicklung und seine Themen und Motive, aber auch für politische Anschauungen. SF-Schriftsteller wie Heinlein, Haldeman und Robinson prägten als Begriff Speculative Fiction, um die Einengung des Genres auf technisch/wissenschaftliche Bereiche zu vermeiden, ohne andererseits unter das "Anything goes" der Fantasy zu fallen. Diese Stilrichtung wird häufig dadurch von der Science Fiction unterschieden, dass ihr Handlungsumfeld nicht von wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Errungenschaften gegenüber unserer Zeit geprägt ist, sondern die Geschichte in einer antiken oder mittelalterlichen Umgebung stattfindet, wobei das Vorhandensein übernatürlicher Phänomene wie beispielsweise Magie oder Fabelwesen essentiell ist. Von Science Fantasy spricht man, wenn sowohl Elemente aus Fantasy als auch aus der Science Fiction in einem Werk gefunden werden können. Beispiele hierfür sind die Star-Wars-Filme oder die Darkover-Romane. Das Wort Science Fiction hat sich in vielen Sprachen direkt oder als Lehnübersetzung eingebürgert.

Übersicht und Richtungen

Definitionen

Die Frage, ob und wie SF definiert werden sollte, ist fast so alt wie der Begriff selbst. Schon von Beginn an versuchten Autoren und Leser, SF zu definieren, die Zahl der Definitionsversuche ist mittlerweile Legion. Bis heute herrscht Uneinigkeit darüber, ob SF überhaupt definiert werden kann. Poststrukturalistisch orientierte Autoren wie Samuel R. Delany vertreten sogar die Ansicht, dass die Undefinierbarkeit ein wesentliches Merkmal von SF ist. In der theoretischen Diskussion ist auch ungeklärt, ob SF ein Genre bzw. eine Gattung ist, also ob sie sich durch ein relativ festes Set von formalen, inhaltlichen und/oder strukturellen Elementen definieren lässt, oder ob SF nicht treffender als Modus beschrieben werden sollte, der auf einer grundlegenderen Ebene als ein Genre die Beschaffenheit der fiktionalen Welt bezeichnet. Delany geht sogar weit, in der (literarischen) SF eine grundsätzlich eigene sprachliche Ausdrucksform zu sehen, die wie Poesie anders gelesen werden muss als "normale Literatur". Ein Versuch, den Begriff Science Fiction unter Beachtung untenstehender Erklärungen zusammenzufassen, könnte so aussehen: SF liegt immer dann vor, wenn (scheinbar) unmögliche Dinge gezeigt werden, die technischer Natur sind und von denen sich denken lässt, dass sie eines Tages möglich sein könnten. Um Fantasy handelt es sich immer dann, wenn die gezeigten Dinge dem Mentalen oder Spirituellen entstammen und uns als unmöglich für alle Zeit erscheinen. Wird beides gemischt, spricht man meist von SF/Fantasy Weitgehend Einigkeit herrscht darüber, dass sich SF durch ein oder mehrere Elemente auszeichnet, die in unserer 'normalen' Alltagswelt (noch) nicht möglich ist/sind. Für dieses Element hat sich der von Darko Suvin, einem Pionier der SF-Forschung, geprägte Begriff Novum (pl. Nova) weitgehend durchgesetzt. Uneinigkeit herrscht darüber, inwiefern sich das Novum von typischen Märchen- oder Fantasyelementen unterscheidet. Befürworter der Hard-SF argumentieren, dass das Novum wissenschaftlich erklärbar und rational nachvollziehbar sein muss. Diese Position ist sehr umstritten, da in der Praxis die meisten SF-Nova naturwissenschaftlich ungeklärt oder spekulativ sind. Typische Nova wie Zeitreise oder Überschreiten der Lichtgeschwindigkeit unterscheiden sich in ihrer Plausibilität kaum von Märchenelementen wie fliegenden Besen oder magischen Tränken. Neuere Definitionsansätze gehen deshalb auch meist nicht mehr von der Wissenschaftlichkeit von SF aus, sondern argumentieren, dass SF ihre Wissenschaftlichkeit primär behauptet. SF ist demnach weniger eine Frage der Plausibilität, sondern der Haltung, die ein Film/Roman gegenüber der dargestellten Welt einnimmt. Die SF gibt Wissenschaftlichkeit vor, sie 'tut so als ob', indem sie sich einer wissenschaftlichen oder wissenschaftsanalogen Rhetorik bedient. In der Literatur äußert sich dies durch einen typischen und oft parodierten (pseudo-)wissenschaftlichen Jargon, der darüber hinwegtäuschen soll, dass das jeweilige Novum schlicht unmöglich ist. Als Beispiel sei hier die Hexe angeführt, die mittels Zauberstab einen Menschen an einen anderen Ort verfrachtet, und der Beamer aus Star Trek: In beiden Fällen handelt es sich um Teletransportation und somit um einen Vorgang, der gemäß heutigem Wissen, trotz oder gerade wegen erster dahingehender Erfolge auf quantenmechanischer Ebene, nahezu unmöglich sein sollte, zumindest "oberhalb" der "Quantenwelt". Dass wir als Zuschauer den Beamer sofort als SF identifizieren, hat nichts damit zu tun, dass er plausibler oder technisch nachvollziehbarer wäre als der Zauberstab der Hexe, sondern einzig und allein damit, dass die Geräte an Bord der Enterprise technisch aussehen, weil sie "so tun", als wären sie technisch möglich. Vereinfacht lässt sich sagen: SF ist, was wie SF aussieht. Das heißt nicht, dass SF-Nova per se unmöglich sind, sie müssen aber keineswegs möglich sein, und je mehr sich SF in ihrer Darstellung von aktuellen Vorstellungen davon, wie Technik und Wissenschaft auszusehen haben, entfernt, desto mehr nähert sie sich der Fantasy an. Definitionen einiger SF-Autoren finden sich [http://www.literature.at/elib/www/wiki/index.php/Fokus_Phantastik:_Science_Fiction_Definitionen hier].

Phantastik

Der Begriff Science Fiction wird heute allgemein für Werke verwendet, die über die bekannte Wirklichkeit hinausgehen und die Ereignisse und Gegebenheiten rational erklären oder zumindest als rational erklärbar darstellen. Es gibt verschiedene Ansätze zum Ordnungssystem von Literatur (und Film, Theater, bildender Kunst) mit "nicht-realistischen" Elementen. Im ersten Ansatz wird Science Fiction neben Fantasy, phantastischem Horror und den Grenzbereichen dazwischen, die wegen Zuordnungsschwierigkeiten als Phantastik zusammengefasst werden, direkt unter "Literatur" (bzw. Film, Theater, bildender Kunst) eingeordnet. Systematischer ist das Vorgehen, Phantastik als Gruppe derjeniger literarischer (filmischen etc.) Werke anzusehen, welche mit nach heutigem Erkenntnisstand nicht realen Elementen operieren. In diesem Ordnungssystem belegt die Science Fiction dann den Bereich, der ohne Übernatürliches (wie Zauberei und Fabelwesen) operiert. Bei Fantasy dagegen gehören Magie und/oder Fabelwesen zur Kulisse bzw. zur Handlung. Übernatürliches, das weder mit »klassischer Magie« noch mit »typischen Fabelwesen« (Drachen, Elfen, Trolle etc.) zu tun hat, oder Dinge, die (noch) nicht wissenschaftlich-logisch erklärbar sind, werden oftmals unter »Mystery« zusammengefasst (dieser Begriff wird vor allem im Film-Bereich verwendet). Horror kann in dieser Ordnung in jedem der Genres stattfinden. Bevor Fantasy als eigenes Genre Anerkennung fand (und nicht mehr als »Märchen« gehandelt wurde), wurde Phantastik oft (z. B. abgrenzend zur Utopie) als Synonym für Science Fiction verwendet. Aus der Anfangszeit der Fantasy-Welle stammt auch der Gebrauch von Phantastik als Synonym für Fantasy.

Überschneidung mit anderen Genres

SF ist kein puristisches Genre, das sich allen anderen gegenüber verschließt. Im Gegenteil besteht eine der großen Stärken in der Absorption aller denkbaren literarischen Strömungen und Stile. Als übergeordneter Begriff wird deshalb häufig auch auf Phantastik zurückgegriffen.

Überschneidung mit Horror und Fantasy

Die größte Nähe besteht wohl zu Genres wie Horror (vergleiche die Kinoreihe Alien) und Fantasy. Horror beschreibt weniger den Inhalt einer Erzählung, als vielmehr den Stil, die Wirkung auf den Leser. Fantasy umfasst jene Fälle, in denen das Geschehene eben nicht mehr rational erklärbar ist. Von Grenzfällen zur Fantasy kann man auch sprechen, wenn entweder die Geschichte in einer so weit entfernten Zukunft / so anderen Welt spielt, dass das dort "Natürliche" auf uns wie "übernatürlich" wirkt (z. B. "Star Wars"), oder die Kulisse (z. B. mittelalterliche Hierarchien) und/oder die Handlungsstruktur (z. B. die Quest) fantasy-typisch ist, die Geschichte aber weder mit Magie noch Fabelwesen funktioniert. Obwohl Mary Shelleys Frankenstein und Robert Louis Stevensons Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde übernatürliche Elemente enthalten, enthalten sie immer noch eine Extrapolation wissenschaftlicher Ideen und gelten daher als Science Fiction. Dagegen ist Bram Stokers Dracula reine Fantasy. Auch viele unter dem Überbegriff SF laufende Werke nutzen etwa den Weltraum oder eine zukünftige Welt nicht, um über Fragen menschlicher Entwicklungen zu spekulieren, sondern als exotische Kulisse, vor der traditionelle Genres (Abenteuer, Romanze) ablaufen. Der Begriff hierfür lautet Space Opera – Beispiele sind u. a. Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise (Star Trek) oder Krieg der Sterne (Star Wars).

Überschneidung mit Utopie

Eine weitere Überschneidung ergibt sich für den modernen Science Fiction-Roman in der Regel mit der Utopie (Gegensatz: Dystopie). Während die SF sich oft mit der Darstellung von Teilaspekten technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen begnügt, wurde die Utopie, deren Ziel in dem Entwurf eines vollständigen Gesellschaftsentwurfes liegt, ursprünglich als Trojanisches Pferd benutzt. Ziel war es oft, der Öffentlichkeit ohne obrigkeitliche Zensur politische und philosophische Ideen vorzustellen. Allerdings können die klassischen Utopien wie Thomas Morus' Utopia (1516) oder Tommaso Campanellas Civitas Solis (1623) kaum als SF gelten, da sie zu einem Zeitpunkt entstanden sind, zu dem wissenschaftlicher und technischer Fortschritt noch keine wichtigen Kategorien darstellten; enstprechend weisen die frühen Utopien auch kein SF-Novum auf. Die klassischen Utopien sind meist auf einer fernen Insel angesiedelt, erst im 19. Jahrhundert, mit dem der Industriellen Revolution verlagert sich die Utopie in die Zukunft, werden Nova zu typischen Utopieelementen. Die klassische Utopie geht von einem statischen, perfekt organisierten Staatsgebilde aus, an dem höchstens noch im Detail gefeilt werden muss. Diese Vorstellung widerspricht einer modernen dynamischen Gesellschaftsauffassung. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass im 20. Jahrhundert kaum noch klassische Utopien erschienen sind, sondern eher satirische utopische Romane wie die von Robert Sheckley. Er kritisiert ironisch gesellschaftliche und technologische (Fehl-)Entwicklungen und weist dabei auf die Tücken des Alltags und die Gefahren des Weltalls hin. Je nach Inhalt der erdachten Welt wäre ein heute erscheinender Roman entweder als SF oder Fantasy anzusehen. Aus diesem Grund versuchen Verlage häufig erst gar nicht, eine genaue Trennung der Genres durchzuführen und führen eine "SF&F"-Reihe, in der Science Fiction, Fantasy und manchmal auch Horror zusammengefasst sind. Hierfür wurde auch der Begriff Speculative Fiction als alternative Deutung der Abkürzung SF geprägt. Im Deutschen spricht man auch von "Phantastischer Literatur". siehe hierzu auch: Themen und Motive in der Sciencefiction, Utopische Literatur

Harte und weiche Science Fiction

Die Unterscheidung zwischen hard (dt. "hart") und soft (dt. "weich") SF stellt nur eine grobe Orientierung dar und ist eher historischer Natur. Viele Romane entziehen sich in der Unterscheidung einer eindeutigen Zuordnung. Der Begriff Soft-Science Fiction ist im deutschsprachigen Raum ungebräuchlich, wohingegen Hard-SF als Sub-Genre durchaus anerkannt ist.

Hard-Science Fiction

Hard-SF bezeichnet eine Richtung in der SF, die gekennzeichnet ist durch ein Interesse an wissenschaftlicher Genauigkeit oder Details. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen die Naturwissenschaften (zum Beispiel Astronomie, Physik, Mathematik, Biologie) sowie technische Fortschritte. Die Entwicklung der handelnden Personen kann gegenüber der Erforschung von wissenschaftlichen Phänomenen zweitrangig sein, es gibt aber auch Autoren, die das menschliche Wesen in den Vordergrund rücken. Gewöhnlich ist der technische beziehungsweise wissenschaftliche Aspekt ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Die Autoren gehen meistens vom modernsten Wissensstand ihrer Zeit aus, um eigene Ideen logisch weiterzuentwickeln. Als Vertreter aktueller Hard-SF gelten Greg Bear, Alastair Reynolds, Gregory Benford, Kim Stanley Robinson, Isaac Asimov und Greg Egan.

Soft-Science Fiction

Die Soft-SF befasst sich mehr mit philosophischen, psychologischen, politischen oder gesellschaftlichen Themen, und benutzt technische Errungenschaften eher am Rande und als Hilfsmittel, um die Handlung einzubetten. Der Begriff soft stammt aus dem Englischen, und grenzt dort die genannten Geisteswissenschaften gegen die (harten oder 'exakten') Naturwissenschaften ab. Ein Beispiel der Soft-SF stellt Frank Herberts Wüstenplanet-Serie dar, in der ein Universum mit fortgeschrittener Technik, aber gleichzeitig einer feudalen Struktur erdacht ist. Die Rolle der Führungsschicht und Fragen nach Verantwortung und Ethik sind tragender Teil der Handlung. Ein weiteres Beispiel ist die SF Stanisław Lems, in der er Fiktionen über psychochemische Weltverbesserung oder politische Ideen ins Extreme getrieben hat.

Zukunftsliteratur

Zukunftsliteratur ist zum einen das Teilgebiet der Science Fiction, das sich mit der Zukunft der Menschen befasst und über die Weiterentwicklung der Menschheit spekuliert. Zeitweise war es das Hauptgebiet der Science Fiction und wurde als Gattungsbezeichnung verwendet, wobei die Zukunft immer eng mit der Gegenwart verbunden war. Einige Autoren versuchten sich auf die nähere Zukunft zu beschränken. Ein Beispiel dafür ist das Konzept der »Nahphantastik«, das beispielsweise von Carlos Rasch vertreten wurde. Zum anderen kann man mit dem Begriff »Zukunftsliteratur« auch wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Arbeiten über die Zukunft bezweichnen. Die Fernsehsendung The future is wild nutzte dazu die Möglichkeiten der modernen Computeranimation.

Geschichte der Science Fiction

Vorläufer

Die Science Fiction im engeren Sinne konnte erst mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technik entstehen. Neben dem in allen Kulturen vorhandenen sagenhaften, märchenhaften und phantastischen Erzähl- und Literaturgut, das zwar Anregung gegeben haben mag, aber nicht als Vorläufer im eigentlichen Sinne verstanden werden kann, gibt es im Europa der beginnenden Neuzeit einige Ansätze. Nach der Entwicklung des Fernrohrs wurde der Mond als ausgedehnter Himmelskörper erkannt, und im Zeitalter der Entdecker wurde sogleich von Mondreisen geträumt (Johannes Kepler: Somnium, dt. Der Traum, 1634; Cyrano de Bergerac: L’histoire comique contenant les états et empires de la lune, 1656). Voltaire führte seine Leser im Micromégas (1752) in den weiten Weltraum, während Jonathan Swift in Gullivers Reisen (1726) fremde Völker und Kulturen auf der Erde erkundet. 1877 meinte der Italiener Schiaparelli Marskanäle gesehen zu haben. Im 19. Jahrhundert finden sich Elemente der SF bei Autoren wie Edgar Allan Poe, Nathaniel Hawthorne, und Fitz-James O'Brien - ein deutscher Vertreter war E.T.A. Hoffmann. siehe hierzu auch: Entwicklung der Science Fiction

Frühe Werke

Im ausgehenden 19. Jahrhundert begann in Europa die Zeit der eigentlichen Science Fiction. Bekannteste Vertreter sind Jules Verne mit seinen wissenschaftlich-romantischen Abenteuern und H. G. Wells mit technisch-gesellschaftskritischen Werken. Als Gründerin des Genre aber gilt Mary Shelley mit ihrem Roman Frankenstein. Ein deutscher Vertreter dieser Periode ist Kurd Laßwitz, nach dem der wichtigste Preis für deutsche Science-Fiction-Literatur benannt ist. Mit seinen technisch-wissenschaftlichen Werken wird Hans Dominik als der deutsche Jules Verne bezeichnet, er ist einer der wichtigsten Pioniere der Zukunftsliteratur in Deutschland. Viel gelesen wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts auch Paul Eugen Sieg mit seinen technischen Zukunftsromanen. In den USA trat die Science Fiction vorwiegend in der Kurzgeschichte an ihr Publikum. Das bekannteste periodisch erscheinende SF-Magazin dieser Zeit war das von Hugo Gernsback herausgegebene Amazing Stories, das sich seit 1926 ausschließlich der Veröffentlichung von SF-Geschichten widmete. Allerdings war die von Hugo Gernsback gewählte Bezeichnung scientifiction, und danach wird diese Periode der SF auch „scientifiction“ genannt. Die aus dieser Zeit stammende Assoziation der SF mit „billigen“ Magazinen und aufreißerisch gestalteten Titelseiten (scheußliche Monster und halbnackte, hilflose Frauen) machen es der SF bis heute schwer, in Deutschland als „seriöse“ Literatur anerkannt zu werden. Diese „Pulps“ jedoch gaben den SF-Autoren jahrzehntelang Gelegenheit, ihre unzähligen Kurzgeschichten zu drucken und wegen ihres billigen Preises das Publikum zu erreichen, das für SF am empfänglichsten war: Kinder und Jugendliche. Völlig unbeeinflusst durch die Pulps schrieb in den 30ern Olaf Stapledon seine beiden Hauptwerke Last and First Men und Star Maker. Die in diesen teilweise sehr trocken zu lesenden Werken vorkommenden Konzepte sollten für Jahrzehnte einen Steinbruch an Ideen für viele SF-Autoren bilden.

Das Golden Age in den USA

Eine Aufwertung der SF geschah, als 1937 John W. Campbell, Jr. der Herausgeber von Astounding Science Fiction wurde. Während Gernsback mehr auf technische Beschreibungen und einen eher einfachen Stil Wert legte, bevorzugte Campbell Ideen. Von ihm favorisierte Geschichten mußten auf einer verblüffenden Annahme beruhen oder zumindest eine erstaunliche Wendung nehmen. Er brachte Erzählungen später bekannter und erfolgreicher Autoren (Isaac Asimov, Arthur C. Clarke und Robert Heinlein) heraus. Insgesamt ist die SF weltweit stark von US-Autoren dieser Zeit beeinflusst. Aber auch eine Reihe von Autoren, die nur bedingt der SF zuzurechnen sind, versuchten sich im Genre und brachten der SF ein seriöseres Image (Karel Čapek, Aldous Huxley, Clive Staples Lewis, Ray Bradbury, Kurt Vonnegut, George Orwell, Gore Vidal). In der Philosophie wurde das Problem des möglichen Selbstbewusstseins von Robotern (einem Begriff, den Karel Čapek 1920 in seinem SF-Schauspiel "R.U.R." erstmals gebrauchte) als Problem der Logik von Gotthard Günther behandelt, der darüber sogar in Astounding Science Fiction publizierte, was A. E. van Vogt seinerseits in Die Welt der Null-A aufgriff.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Nachkriegszeit sah insbesondere in den USA eine wachsende Popularität der SF. In immer neuen Magazinen finden die Schriftsteller eine Plattform für ihre Geschichten. Der US-amerikanische Traum schien nach dem gewonnenen Krieg greifbar, die 50er waren eine Zeit des Aufschwungs und der Hoffnung. Trotzdem zog der Kalte Krieg heran. Die Ängste vor ihm oder der Atombombe zu benennen, war Aufgabe der SF, da das Thema ansonsten eher verschwiegen wurde. Ihre Autoren wurden inspiriert, über Paranoia und Diktaturen im Weltall zu schreiben und das mitunter mit tiefbösem Humor. Jetzt entdeckt auch das Kino die Möglichkeiten der SF. Legendär die Sonntag vormittags stattfindenden Doppelvorführungen, in denen die Kinder großartige Filme wie Der Tag, an dem die Erde stillstand, Das Ding aus einer anderen Welt (nach John W. Campbell), Gefahr aus dem Weltall, Metaluna 4 antwortet nicht oder Die Dämonischen (nach einer Vorlage von Jack Finney) sehen. Filme, die als Mahnmal gegen Atombomben oder - je nach Standpunkt - den Ausschuss von Joseph MacCarthy oder den Kommunismus gesehen werden können. Vielleicht die Phase der besten SF-Filme überhaupt, die das Interesse an den Büchern wach hielt. In den 60er Jahren debütierten so unterschiedliche Autoren wie John Brunner oder Frank Herbert und auch der bis dahin vor allem als Verfasser zahlreicher Kurzgeschichten hervorgetretene Philip K. Dick erfreut sich einer zunehmenden Popularität.

Moderne Science Fiction

1957 startet der Sputnik als erster von Menschen geschaffener Satellit, kurz darauf folgt Sputnik 2 mit dem Hund Laika an Bord, 1961 wird Juri Gagarin der erste Mensch im All. Die USA sind geschlagen, weshalb Präsident John F. Kennedy verkündet, der erste Mensch auf dem Mond müsse US-Amerikaner sein. Das Interesse an der SF bekommt wieder einen Schub. Zumal in Folge des Weltraum-Wettlaufs eine Reihe technischer Errungenschaften gemacht werden, die bald darauf im Wohnzimmer der Bevölkerung stehen. Aber diese Fortschritte ziehen nicht, wie erhofft, Frieden nach sich. Im Gegenteil, Science Fiction wird erstmals ernst genommen, denn jeder potentielle Leser weiß, dass SF über kurz oder lang Realität werden kann. Die Probleme und ihre Lösungen unterscheiden sich nicht allzu sehr von denen auf der Erde. James Graham Ballard und Anthony Burgess stehen für eine SF, der die Gegenwart näher ist, als ihr lieb sein kann. Harry Harrison schreibt Soylent Green, Philip K. Dick verfasst Das Orakel vom Berge über die USA, die den Zweiten Weltkrieg verloren, Thomas M. Disch Die Feuerteufel. Frank Herberts Wüstenplanet ist der Beginn eines mehrbändigen Zyklus, der ein Universum beschreibt, nicht nur zeitlich und örtlich unendlich von der Gegenwart der Erde entfernt, das ihm eine ähnlich fanatische Leserschaft einbringt wie Tolkien mit Der Herr der Ringe. Herberts SF mit seiner Betonung auf Regierungsformen, Menschen und weniger auf Technik wird deshalb als Soft-SF betrachtet. Auch Raumschiff Enterprise, im Original als Star Trek bekannt, dessen Debüt 1966, also auf dem Höhepunkt des Weltraumfiebers erfolgt, kann letztlich als solche Soft-SF angesehen werden. Obwohl großer Wert auf die technischen Details und deren Stimmigkeit gelegt wurde (Asimov als Physiker fungierte einige Male als Berater), sind die Handlungen der Folgen nicht sehr SF-typisch: Kirk verliebt sich ständig unglücklich, muss mit überlegenen Außerirdischen Faustkämpfe bestreiten und es gibt sogar eine Halloween-, eine Hippie- und sogar eine erst in den späten 80ern in Deutschland auf Video veröffentlichte Nazi-Folge. Nichtsdestotrotz ist es die erste weltweit erfolgreiche SF-Serie, die für Universalismus und Humanismus eintritt. Mit einer Schwarzen, einem Asiatisch-stämmigen, einem Russen sowie dem Halbvulkanier Spock (nicht nur ein Außerirdischer sondern noch dazu ein Mischling!) an Bord wirbt sie für Völkerverständigung. Solche Aussagen waren politisch unbequem und trugen zum vorzeitigen Absetzung der Serie durch die Geldgeber bei. In Deutschland liefen um diese Zeit sieben Folgen der Raumpatrouille mit dem Raumschiff Orion und seiner Crew, die eine vergleichbare Zusammensetzung aufwies. Die Serie erreichte später Kultstatus. Speziell die 1987 gestartete Nachfolgeserie Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert (Original: Star Trek: The Next Generation) griff in der Tradition des Vorgängers immer wieder brisante gesellschaftskritische Themen auf. Das gleiche gilt für einige der Star-Trek-Kinofilme. Im Gegensatz zum Haudegen Kirk tritt Cpt. Jean-Luc Picard noch mehr für Völkerverständigung, Toleranz und friedliche Lösungen ein. Eine Weiterentwicklung im Film brachte die SF einem weiten Publikum näher: 2001: Odyssee im Weltraum (geschrieben von Arthur C. Clarke) und Planet der Affen (nach Pierre Boulle, beide 1968) zeigten, dass die bösen Außerirdischen das Publikum nicht mehr reizten. New Hollywood begann seine Revolution und erwischte auch das SF-Kino. Dann kamen Der weiße Hai und Krieg der Sterne und erfanden den Blockbuster. Zwischen dem "Space-Märchen" und Unheimliche Begegnung der dritten Art (beide 1977) liegen, auch im Stil und der Art, bereits Welten. Gleiches gilt für Alien (1978) und seinen Nachfolger 8 Jahre später. Die meisten folgenden SF-Filme sind bunte, teure Actionfilme, auf den Geschmack des jugendlichen Publikums zugeschnitten und kaum noch mit ernsthafter SF-Literatur vergleichbar. (Siehe auch: Science-Fiction im Fernsehen, Science-Fiction-Film) Eine zunehmend gedanklich und gesellschaftlich geprägte SF fand sich seitdem auch außerhalb der USA. Insbesondere in den Ländern des Warschauer Pakts konnte die SF eine verdeckte Gesellschaftskritik üben. Bekannte Autoren umfassen Stanisław Lem und die Brüder Arkadi und Boris Strugazki. Eine relativ neue Richtung der Science Fiction ist der Cyberpunk, in dem insbesondere die Idee der virtuellen Realität im Computer verfolgt wird. Als Begründer dieser Richtung sind vor allem William Gibson (Neuromancer, Count Zero (dt. Biochips), Mona Lisa Overdrive) und Bruce Sterling zu nennen, daneben Pat Cadigan und in jüngster Zeit Neal Stephenson (Snow Crash, Cryptonomicon). Vertreter dieser meist dystopischen Filme sind zum Beispiel Matrix oder Dark City. Eine der ersten virtuellen Realitäten kam mit der Film Tron auf die Kinoleinwände. Eine Unterart der Science Fiction ist die "Alternate Reality", eine andere Realität. Diese Geschichten beschreiben eine Welt, in der die Historie einen anderen Verlauf als in der uns bekannten Realität genommen hat. Bekannter deutscher Autor ist u. a. Oliver Henkel. Bekanntester aktueller SF-Autor aus Deutschland ist Andreas Eschbach, dessen Bücher Das Jesus Video und Eine Billion Dollar große Erfolge sind. Frank Schätzings Roman Der Schwarm beschreibt ein Szenario der Apokalypse. Die größte Science Fiction-Serie und damit das größte Science Fiction-Universum stellt Perry Rhodan dar. Ebenfalls sehr umfangreich ist der Kosmos von Star Trek, der sowohl durch die verschiedenen Serien und Kinofilme, aber auch durch Romane, Comics und Computerspiele gebildet wird. Auch bei Star Wars hat in den letzten Jahren ein umfassendes Merchandising eingesetzt.

Schreibweise

Die normale Schreibweise lautet schon seit Jahrzehnten Science Fiction. Nach der deutschen Rechtschreibreform gibt es aber auch die Alternativen:
- Sciencefiction (Schreibweise ohne Bindestrich, primäre Duden-Schreibweise)
- Science-Fiction (Schreibweise mit Bindestrich, laut Duden auch möglich) Die Abkürzung Sci-Fi wurde 1954 von Forrest J. Ackerman "erfunden". Sie gilt heutzutage als Kennzeichnung von zweitklassigen Filmproduktionen des Genres und ist in ihrer Bedeutung eher negativ besetzt.

Preise

Internationale Preise: Hugo Award (Science Fiction Achievement Award), Nebula Award, Locus Award, Rhysling Award (Poesie) Deutsche Preise: Deutscher Science Fiction Preis, Kurd Laßwitz Preis, Deutscher Phantastik Preis, Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar

Fandom

Das SF-Genre zeichnet sich durch eine starke Fan-Gemeinde (engl. Fandom) aus, in der sich auch viele Autoren aktiv beteiligen. In Deutschland hat diese eine bis in die 50er Jahre reichende Tradition. Neben engagierten Einzelprojekten, findet man auch kompetenten Rat in den vielen kleinen und großen Clubs sowie den zahlreichen Internet-Communitys, die nicht selten von den einschlägigen Verlagen unterstützt werden. Neben vielfältigen Publikationen (Fan-Magazine, Fanzine) und Chatrollenspielen, gehen die meisten SF-Konferenzen ebenfalls auf die Initiative engagierter Fan-Gemeinden zurück. Wichtige deutsche SF-Magazine sind [http://www.phantastisch.net phantastisch!], Nova und der von Franz Rottensteiner herausgegebene Quarber Merkur, sowie das Online-Magazin Alien Contact. Anlaufstellen für Fragen und Diskussionen zur SF sind natürlich neben den einzelnen Clubs die einschlägigen Science Fiction Newsgroups der [http://groups.google.de/groups/dir?hl=de&sel=33595024&expand=1 de.rec.sf.
- ] Hierarchie wie z.B. [http://groups.google.de/group/de.rec.sf.misc?hl=de de.rec.sf.misc], sowie die vielen verschiedenen Webforen und Chats, wie z.B. das [http://www.sf-netzwerk.de Science Fiction Netzwerk!] und das [http://www.sf-fan.de/phpBB/ SF-Fan.de-Forum]. Die bedeutendste SF-Konferenz ist der Worldcon, auf welcher der Hugo Award, einer der begehrtesten Preise der SF-Literatur, vergeben wird.

Siehe auch


- Portal:Science Fiction, Science-Fiction-Film, Entwicklung der Science-Fiction, Liste von Science-Fiction-Autoren, Themen und Motive in der Science-Fiction, Science Fiction Club Deutschland, Fantasy, Rollenspiel, Science-Fiction im Fernsehen, Alternativweltgeschichte, Dark Future, Endzeit, Cyberpunk, Nacktheit in der Sciencefiction-Literatur, DSFDB, SciFi Technologie,Musik in der SF (Filk)

Literatur


- Brian Aldiss, David H. Wingrove: Trillion Year Spree: The History of Science Fiction. Atheneum Books, New York 1986, ISBN 0689118392
- Darko Suvin: Poetik der Science Fiction. Zur Theorie einer literarischen Gattung. Übers. aus dem Englischen von Franz Rottensteiner. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1979 (=Phantastische Bibliothek; 31). (Original: Metamorphoses of Science Fiction. Yale 1979), ISBN 3518370391
- Edward James: The Cambridge companion to science fiction. Cambridge: Cambridge University Press 2003, ISBN 0-521-01657-6
- John Clute, Peter Nichols: The Encyclopedia of Science Fiction, St. Martins Press, II.Ausgabe 1995, ISBN 0-312-13486-X
- Heyne Lexikon der SF-Literatur 1987, ISBN 3-453-02453-2
- Sowie der jährlich erscheinende Band: Jeschke, Wolfgang/Mamczak, Sascha (Hrsg. Stand 2005): Das Science Fiction Jahr, Heyne Verlag

Weblinks


- [http://www.chpr.at/sfstory.html Bibliographien deutschsprachiger SF-Stories und Bücher]
- [http://www.dsfdb.org Deutsche Spekulative-Fiktion DatenBank] (DSFDB.org - OpenSource-Datenbank)]
- Eintrag [http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?ScienceFiction ScienceFiction] im BücherWiki
- [http://www.epilog.de/Lexikon/S/Science_Fiction.htm Die Definition der Science-Fiction in The Encyclopedia of Science Fiction]
- [http://dmoz.org/Arts/Literature/Genres/Science_Fiction/ Open Directory: Science Fiction]
- [http://www.sf.top1000.fictionfantasy.de Autorenregister, Film- und Serienregister, die 1000 besten SF Bücher]
- [http://www.utopian.de/index.php Utopian.de]
- [http://www.spittel.de/sf/startseite/sf.htm Bibliographien zur SF in der DDR]
- [http://www.literature.at/elib/www/wiki/index.php/Fokus:Phantastik eLibrary Austria Themenfokus Phantastik] !Science-Fiction !Science-Fiction ja:サイエンス・フィクション ko:과학 소설 th:นิยายวิทยาศาสตร์ zh-min-nan:Kho-hoàn sió-soat

Babylon 5

Babylon 5, kurz B5, ist eine Science-Fiction-Fernsehserie der 1990er Jahre und wurde von 1993 bis 1998 produziert.

Allgemeines

Die Macher von Babylon 5 sind vor allem die ausführenden Produzenten Joseph Michael Straczynski, kurz „JMS“, und Douglas Netter. „Conceptual Consultant“ war der Science-Fiction-Autor Harlan Ellison. Das Besondere an dieser düsteren Serie ist ein von vornherein geplanter, epischer Handlungsbogen, der fünf Serienstaffeln umfasst. Laut Straczynski sollte die Serie, wie ein klassisches Drama, in fünf Abschnitten aufgebaut sein, pro Abschnitt eine Staffel: Einführung, gesteigerte Spannung, Konflikt, Höhepunkt, Auflösung. Straczynski war der erste, der Drehbücher für zwei komplette Staffeln (Staffel 3 und 4) einer Fernsehserie schrieb. Die Figuren wurden mit charakterlicher Tiefe angelegt, die durchaus auch Widersprüche an den Tag legen und sich im Laufe der Zeit verändern. Dies gilt insbesondere für Londo Mollari und G’Kar. Im Sinne der komplexen Handlung gibt es häufig Hinweise oder Handlungsstränge, die erst im Nachhinein erklärt werden. Auch in Folgen, die nicht offensichtlich den „roten Faden“ der Haupthandlung fortführten, wurden Aspekte dieser Handlung behandelt. Selbst wenn Charaktere aus der Serie ausscheiden, tauchen sie häufig später wieder auf. Deshalb erscheint vielleicht das Ausscheiden von Schauspielern im „Babylon-5-Universum“ als von Straczynski beim Entwerfen des Handlungsbogen geplant, dem war jedoch nicht so. So führten etwa die nach dem Pilotfilm üblichen Marktanalysen zu der unten genannten Umbesetzung. Michael O’Hare stieg in gegenseitigem Einvernehmen mit Straczynski nach der ersten Staffel aus, da er vom Theater kam und sich nicht daran gewöhnen konnte, in sechs Tagen eine 45-minütige Episode zu drehen. Claudia Christian verließ die Serie nach der 4. Staffel; die Rolle der Anna Sheridan wurde im Verlauf der Serie mit Bruce Boxleitners (John Sheridan) Frau neu besetzt, auch Na’Toth wurde von 2 verschiedenen Schauspielerinnen dargestellt. Die Serie besitzt eine große Fangemeinde, deren Mitglieder manchmal, analog zu den als Trekkies bezeichneten Star-Trek-Fans, „Fiver“ genannt werden.

Darsteller

Inhalt

Pilotfilm: „Spacecenter Babylon 5“ („The Gathering“)

(Im Zuge der DVD-Veröffentlichung wurde der Pilotfilm in „Die Zusammenkunft“ umbenannt.) Nach dem Ende des Krieges zwischen Menschen und Minbari im Jahr 2248 wird im Jahr 2257 die Raumstation Babylon 5 gebaut. Schnell wird sie zum Anlaufpunkt für Diplomaten, Flüchtlinge, Schmuggler, Geschäftsleute und Reisende aus verschiedensten Welten. Das Ziel ist, einen neutralen Ort zu schaffen, auf dem Menschen und Außerirdische friedlich zusammenleben können. Eine Viertel-Million Menschen und Außerirdische finden auf der ca. 9,65 Kilometer langen, und 2,5 Millionen Tonnen schweren Raumstation Platz. Als erster Commander befehligt Jeffrey Sinclair von der Erd-Allianz die riesige Station. Die Handlung beginnt mit einem Anschlag auf den Vorlonen-Botschafter Kosh bei dessen Ankunft auf Babylon 5. Hauptverdächtiger ist Commander Sinclair. Am Ende erfährt Sinclair, dass er „ein Loch in seinem Gedächtnis“ hat, bezüglich der Entscheidungsschlacht im Erde-Minbari-Krieg.

1. Staffel: „Zeichen und Wunder“ („Signs And Portents“)

Nach der Affäre um das Attentat auf den Vorlonen-Botschafter werden der Arzt Dr. Benjamin Kyle (Johnny Sekka) und die Stations-Telepathin Lyta Alexander (Patricia Tallman) versetzt, da sie direkten Kontakt mit Kosh in seinem Druckanzug hatten. Außerdem verlässt der 1. Offizier Laurel Takashima (Tamlyn Tomita) die Station. Neu auf der Station sind Commander Susan Ivanova, die Telepathin Talia Winters und der Arzt Dr. Benjamin Franklin. Die Station sieht sich im ersten Jahr konfrontiert mit Piraten (den Raiders), immer wieder aufflammenden Rivalitäten zwischen den Narn und den Centauri, die jahrzehntelang die Heimatwelt der Narn besetzt und diese versklavt hatten. Auch gewinnt das Psi-Corps auf der Erde zunehmend an Einfluss. Das Psi-Corps, abwertend auch „Gedanken-Polizei“ genannt, ist eine Institution, der alle menschlichen Telepathen, sobald ihre Fähigkeiten entdeckt werden, beitreten müssen. Die einzige Möglichkeit, dem legal zu entgehen, ist die telepathischen Fähigkeiten mittels starker Drogen unterdrücken zu lassen. Ebenso erhalten überall auf der Erde die Pro-Erde-Gruppen steigenden Zulauf und in der Mars-Kolonie bricht ein Bürgerkrieg aus. Ein Mensch namens Morden erscheint auf der Station, der mit den geheimnisvollen Schatten zu tun hat und seine Hände dabei im Spiel hat, als die Centauri erneut einen vernichtenden Schlag gegen den Narn-Planeten ausführen, was dem Centauri-Botschafter Mollari zugerechnet wird. Sinclair erkennt, dass die Minbari-Botschafterin Delenn in die Ereignisse um seine Erinnerungslücke verwickelt ist. Die verschwundene Station „Babylon 4“ taucht wieder auf, zusammen mit dem seltsamen Zathras, der über einen schrecklichen Krieg spricht und diesen zusammen mit dem „Einen“ verhindern will. Der Präsident der Erd-Allianz wird Opfer einer Explosion der Earthforce One, dem Raumschiff des Präsidenten. Delenn beginnt eine Art Metamorphose. Schon zu diesem Zeitpunkt gibt es Hinweise auf das, was kommen wird.

2. Staffel: „Schatten am Horizont“ („The Coming Of Shadows“)

Commander Sinclair wird erster ständiger Botschafter der Erde auf dem Heimatplaneten der Minbari. Sein Nachfolger an Bord von Babylon 5 wird Captain John Sheridan, dem es im Krieg gegen die Minbari als einzigem gelungen war, einen Minbari-Kreuzer (die Black Star), zu zerstören und dies auch zu überleben, was ihm den Spitznamen Star Killer einbrachte. Das Geheimnis um Sinclairs Erinnerungslücke über das Ende des Krieges zwischen Erde und Minbar wird gelöst. Delenn macht eine entscheidende Wandlung durch, um es Menschen und Minbari zu ermöglichen, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln. Weil dies jedoch ohne Zustimmung des Grauen Rates geschieht und sie nicht mehr als „reine“ Minbari gilt, muss sie den Rat verlassen und wird durch ein Mitglied der Kriegerkaste ersetzt, was die Ausgewogenheit des Rates zwischen den Kasten durcheinander bringt. Sie und Sheridan kommen sich näher. Vize-Präsident Clark wird neuer Präsident der Erd-Allianz und beginnt, totalitäre Strukturen, z.B. die Organisation Nightwatch, innerhalb der Erdallianz zu bilden. Es stellt sich heraus, dass seine Krankheit, aufgrund der er kurz vor der Explosion der Earthforce One diese verließ, vorgetäuscht war. Die Führungskräfte auf Babylon 5 schließen sich einer Widerstandsgruppe an. Der zunehmende politische Einfluss des Psi-Corps wird erkennbar und bringt auch Talia Winters dazu, diesem zunehmend kritisch gegenüber zu stehen. Es wird offensichtlich, dass in den Randzonen, insbesondere auf Z'ha'dum, eine Bedrohung für alle Völker entsteht, als eine der alten Rassen wieder erwacht und sich zu sammeln beginnt. Pläne von G'Kar, deren Existenz zu beweisen, scheitern an Mollari, der den mit den Schatten in Kontakt stehenden Morden informiert. Sheridan findet heraus, dass Morden Mitglied des Expeditionsschiffes Icarus war, das auf Z'ha'dum landete und seither als zerstört, und dessen gesamte Besatzung als getötet gilt. Zur Besatzung gehörte auch Sheridans Frau Anna. Ob sie noch am Leben ist, kann Sheridan nicht klären. Er wird jedoch von Delenn und Kosh über die Existenz der, und die Gefahr durch die Schatten aufgeklärt. Des Weiteren erfährt er von der Existenz der Ranger, einer „Armee des Lichts“ der Minbari, welche seit fast 1000 Jahren auf die Rückkehr der Schatten wartet, und der seit kurzem auch Menschen angehören. Sinclair ist Führer der Ranger, aber jetzt wird Delenn und Sheridan das Kommando über die Ranger auf der Station gegeben. Mit Hilfe der Schatten führen Botschafter Mollari und die Centauri einen vernichtenden Krieg gegen die Narn. Diese sind hoffnungslos unterlegen und erhalten keine offizielle Unterstützung durch andere Völker. G'Kar verliert sein Botschafteramt, Mollari wird von allen anderen auf der Station isoliert, Babylon 5 immer stärker in die Kriegswirren hineingezogen. Botschafter Kosh kann sein Geheimnis nicht mehr bewahren, als er Sheridan bei einem Attentat das Leben rettet. Neu zur Stammbesetzung stößt Delta-Flieger Keffer, der, gegen ausdrücklichen Befehl, Gerüchten über unbekannte Wesen oder Schiffe im Hyperraum nachgeht und so auf die Schatten stößt, und dabei stirbt. Zuvor kann er jedoch noch eine Videoaufzeichnung des Schattenschiffs absenden.

3. Staffel: „Punkt ohne Wiederkehr“ („Point Of No Return“)

(Im Zuge der DVD-Veröffentlichung wurde diese Staffel auf „Kriegsrecht“ umbenannt.) Die Bilder, die Keffer um den Preis seines Lebens machte, werden veröffentlicht und machen den Schatten klar, dass sie entdeckt wurden. Doch Delenn und Sheridan gelingt es vorerst zu verhindern, dass sie auch bemerken, dass sie erkannt wurden. Marcus, ein Ranger, kommt auf die Station um Hilfe gegen die Zerstörung eines Ranger-Trainingscamps zu organisieren. Bei dieser Aktion bekommt Sheridan auch erstmals eine neue Waffe zu Gesicht: ein Raumschiff der neuen White Star-Klasse, welche von den Rangern im Geheimen mit der Technologie der Minbari und der Vorlonen gebaut wurde. Beweise tauchen auf, dass der Erdpräsident Morgan Clark für die Ermordung seines Vorgängers Santiago verantwortlich ist. Diese werden jedoch von Clark-nahen Ministerien, allen voran Nightwatch, als außerirdische Intrige dargestellt, um die Erde zu destabiliseren, und auf der Erde wird das Kriegsrecht ausgerufen. Daraufhin erklärt John Sheridan im Jahr 2260 die Unabhängigkeit der Station, und sagt sich von der Erd-Allianz los. Sheridan und Delenn erkennen ihre Liebe zueinander, aber bei der Durchführung eines Minbari-Rituals kommt Sheridans Exfrau Anna, von der man annahm sie wäre auf Z'ha'dum gestorben, dazwischen. Sheridan folgt ihr nach Z'ha'dum und lässt sein Raumschiff, einen Weißen Stern, in die unterirdische Stadt der Schatten stürzen in der er sich zu diesem Zeitpunkt befindet. Die Nuklearsprengköpfe an Bord vernichten die Stadt und bewegen die Schatten zu einem vorübergehenden Rückzug. Sheridan „rettet“ sich mit einem Sprung in einen gigantischen Abgrund im Boden dieser Stadt von Z'ha'dum.

4. Staffel: „Keine Kapitulation, kein Rückzug“ („No Surrender, No Retreat“)

(Im Zuge der DVD-Veröffentlichung wurde diese Staffel auf „Die Befreiung von Proxima 3“ umbenannt.) Sheridan erwacht in einer Höhle, obwohl er eigentlich nach seinem Fall in den Abgrund, am Ende der dritten Staffel, tot sein müsste. In dieser Höhle trifft er auf einen Außerirdischen, der sich ihm als Lorien vorstellt. Lorien ist einer der Allerersten, er hat Sheridan einen Teil seiner Lebensenergie gegeben, damit dieser weiterleben kann. Durch Sheridans Verschwinden beginnt die Allianz der Völker langsam auseinanderzubrechen. Die Vorlonen zerstören die Stützpunkte der Schatten. Babylon 5 leidet weiter unter den Sanktionen der Erde. Michael Garibaldi wird während einer Belagerung der Station, durch die Schatten entführt und gelangt auf Umwegen in die Hände des PSI-Corps. Dort wird er einer Gehirnwäsche unterzogen und nach Babylon 5 zurückgeschickt um dort die Besatzung zu unterwandern. Er tritt kurze Zeit später von seinem Amt als Sicherheitschef zurück. Zack Allen tritt seine Nachfolge an. Sheridan kehrt in Begleitung von Lorien auf die Station Babylon 5 zurück. Gerade rechtzeitig um das endgültige Auseinanderbrechen der Allianz der Völker zu verhindern. Er hält eine Kampfrede und vereinigt die Völker wieder unter seiner Führung. Kurze Zeit später führt er die größte Raumflotte aller Zeiten zur alles entscheidenden Schlacht gegen die Schatten und Vorlonen um Corianna 6. Die große Schlacht um Corianna 6 endet in einem Unentschieden zwischen den Schatten, den Vorlonen und der Allianz der jungen Völker. Mit Hilfe Loriens gelingt der Dialog zwischen den Kriegsparteien. Am Ende der Verhandlungen verlassen die Allerersten endgültig und für alle Zeiten die Galaxie um sie den jungen Völkern zu überlassen. Auf Minbar bricht ein Bürgerkrieg aus und wird mit der Stärkung der Arbeiterkaste beendet. Garibaldi beginnt für William Edgars zu arbeiten, den Mann seiner großen Liebe Lise. Dabei gerät er zwischen die Fronten des sich anbahnenden Krieges der Menschen gegen die Telepathen. Aufgrund der Gehirnwäsche des Gedankenpolizisten Bester verrät Garibaldi zuerst Sheridan an Edgars, der diesen an die Erdregierung ausliefert sowie kurze Zeit später Edgars wegen seiner telepathenfeindlichen Aktivitäten an das Psi-Corps. Dr. Franklin, Lyta Alexander und Garibaldi können Sheridan aus dem Gefängnis auf dem Mars befreien. Susan Ivanova wird beim Kampf um die Erde tödlich verwundet. Daraufhin opfert sich der Ranger Marcus Cole, um Susan Ivanova, mit Hilfe einer außerirdischen Technologie, zu retten. Die Truppen um Captain Sheridan können die Entscheidungsschlacht im Erdorbit für sich entscheiden. Präsident Clark erschießt sich, bevor er gefangen genommen werden kann. Viele der Völker der Galaxis gründen eine neue Allianz, deren Vorsitzender Sheridan wird. Er und Delenn heiraten, Ivanova verlässt die Station.

5. Staffel: „Feuerrad“ („Wheel Of Fire“)

(Im Zuge der DVD-Veröffentlichung wurde diese Staffel auf „Augen aus Feuer“ umbenannt.) Ein neuer Captain kommt auf die Station, der eine geheimnisvolle Beziehung zu Sheridan hat. Auf Babylon 5 wird eine Telepathenkolonie gegründet, die immer offener beginnt sich dem Psi-Corps zu widersetzen. Captain Sheridan wird Präsident einer neu gegründeten Allianz, der alle bekannten Völker des Babylon 5 Universums angehören. Auf Grund von Angriffen auf Schiffe innerhalb der Allianz tritt Centauri Prime später aus der Allianz aus. Londo Mollari wird Imperator und muss die Zerstörung Centauri Primes mitverantworten. Lennier wird, weil er sich zwischen Delenn und Sheridan im Weg fühlt, ein Ranger.

Die Raumstation Babylon 5

Die Raumstation Babylon 5 ist eine 5 Meilen (8 km) lange Hohlkörper-Konstruktion, welche die Erdschwerkraft durch Rotation simuliert. Das Prinzip beruht auf der Idee der Bernal-Sphäre, einer zylindrischen Hohlkörperkonstruktion, auf deren Innenseite eine Biosphäre angelegt wird. Im Inneren der Station herrscht größtenteils eine Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre, die der Erde nachempfunden ist. Es gibt jedoch auch einzelne abgegrenzte Bereiche mit außerirdischen Atmosphären. Dadurch wird es nicht-menschlichen Spezies ermöglicht in den eigenen Sektoren ohne spezielle Atemgeräte zu leben. Die Raumstation kreist im Orbit des Planeten Epsilon 3 im Epsilon Eridiani-System. Es handelt sich dabei um den dritten von 8 Planeten im Epsilon-System.

Ebenen der Station


- Blau: Kommando, Personal, Militär
- Rot: Geschäfte, Wohnungen
- Grün: Botschafter, Diplomatie
- Grau: Industrie
- Gelb: Fracht
- Braun: Nicht ausgebauter Bereich

Das Babylon Projekt

Das Babylon Projekt wurde ursprünglich schon mit der ersten Babylon-Station begonnen, wobei das eigentliche Projektziel eine gemeinsame Raumstation war, in der sich alle Völker treffen, gemeinsam Handel betreiben und miteinander friedlich kommunizieren können. Also ganz nach der Idee des Vorbildes von Alexander dem Großen, nur mit der Ausnahme, daß die Babylonstation ein rein ziviles Projekt und somit auch nur friedlich genutzt werden sollte. Und mit der Raumstation Babylon 5 konnte dieses Ziel erstmals erfolgreich erreicht werden.

Völker im Babylon-Universum

Hauptartikel: Völker im Babylon-5-Universum Für Babylon 5 wurde ein Universum mit einer Vielzahl unterschiedlicher Völker mit unterschiedlichsten Historien, Eigenarten und diplomatische Verflechtungen geschaffen. Die Handlung konzentriert sich im Wesentlichen auf die Erdallianz, Minbari, Centauri und Narn, jedoch spielen etliche weitere Völker für die Handlung bedeutende Nebenrollen.

Politische Gruppierungen

; Centaurum : Das Centaurum ist das Parlament der Republik Centauri. Es setzt sich aus verschiedenen Ministerien zusammen und wird durch einen Imperator geführt. Das Centaurum ist geprägt durch ständige Intrigen und Ränkespiele der einzelnen Minister. ; Erdallianz : Die Erdallianz hat ihren Regierungssitz auf der Erde. Sie bildet die Regierung der früheren Nationen auf der Erde. Die Erdallianz kontrolliert zudem alle Außenposten und Kolonien der Erde, wie z.B. auf dem Mars oder Proxima 3. ; Interstellare Allianz : Die Interstellare Allianz wird 2261 von John J. Sheridan und Delenn gegründet. Ihr treten bei ihrer Gründung die Centauri, Minbari, Narn und die Völker der Liga der blockfreien Welten bei. Wenig sp