Die Juno II Rakete war eine Weiterentwicklung der Juno I (Jupiter-C). Dabei wurde die Redstone Stufe durch eine verlängerte JupiterMittelstreckenrakete ersetzt. Darauf befanden sich zwei oder drei Feststoffoberstufen. Die Variante mit nur zwei Oberstufen wurde nur einmal zum erfolglosen Start des Beacon-2 Satelliten verwendet.
Die Juno II wurde in den Jahren 1958 bis 1961 ausschließlich von Cape Canaveral aus gestartet. Von insgesamt zehn Starts waren nur vier erfolgreich.
Raketen dieses Typs transportierten zwei Pioneer Mondsonden (ein Fehlstart), sieben Explorer Satelliten (vier Fehlstarts) und einen Beacon Satelliten (Fehlstart).
Die Juno II konnte 41 kg auf eine niedrige Erdumlaufbahn oder 6 kg auf eine interplanetare Bahn befördern.
Aufgrund ihrer geringen Leistung fand keine weitere Entwicklung dieses Raketentyps statt.
Redstone ist die Bezeichnung der ersten amerikanischen ballistischen Mittelstreckenrakete, die noch auf der Technologie der deutschen A-4Rakete basierte. Die Entwicklung dieses Raketentyps wurde auf dem Redstone Arsenal in Huntsville (Alabama) unter Beteiligung der deutschen Raketentechnikergruppe unter Walter Dornberger und Wernher von Braun durchgeführt. Die Rakete konnte einen nuklearen Sprengkopf von ca. 3000kg (Sprengkraft 3750 KT) über 320 km tragen. Die Stationierung erfolgte in Deutschland und der Türkei (wo sie nach der Kubakrise abgebaut wurden). Der Erststart erfolgte 20. August 1953. Bis zum letzten Start am 30. November 1965 erfolgten 56 Starts bei 28 Fehlstarts.
Auf Grund der relativ erprobten Technologie konnte kurzfristig nach dem Sputnik-Schock eine Trägerrakete abgeleitet werden, mit deren Hilfe diverse Satelliten (unter anderem auch der erste amerikanische Satellit Explorer 1) und die ersten bemannten suborbitalen Raumflüge mit Mercury-Kapseln durchgeführt wurden.
Varianten
- Die Redstone-Variante für Wiedereintrittstests für Interkontinentalraketen wurde als Jupiter-C bezeichnet. Sie bestand aus der Redstone-Rakete und zwei Feststoffoberstufen. Zwischen 1956 und 1957 starteten drei Raketen.
- Die Redstone-Variante für den Start des ersten amerikanischen Erdsatelliten wurde als Juno-1 bezeichnet. Sie bestand aus der Redstone-Rakete und drei Feststoffoberstufen. 1958 starteten sechs Raketen. Drei Starts davon misslangen.
- Die Redstone Mercury für den Start der Mercury-Kapseln besaß nur eine Antriebsstufe.
- Daneben gab es noch die Redstone Sparta. Sie wurde für einige suborbitale Testflüge 1966 in Woomera und zum Start von Australiens ersten künstlichen Erdsatelliten Wresat eingesetzt.
Als Mittelstreckenraketen bezeichnet man im deutschen Sprachraum ballistische Raketen mit einer Reichweite von rund 1.000 bis 5.500 km.
Nach international üblicher Klassifizierung fallen zwei Klassen von ballistischen Raketen in diesen Bereich:
- MRBMs (Medium Range Ballistic Missiles) für Raketen mit einer Reichweite von rund 1.000 bis 2.750 km (siehe MSBS M1)
- IRBMs (Intermediate Range Ballistic Missile) für Raketen mit Reichweiten von 2.750 bis 5.500 km.
Zu ihnen zählen unter anderem die US-amerikanische Pershing II und die sowjetische SS-20. Im Zusammenhang mit dem Nato-Doppelbeschluss werden oft BGM-109 TomahawkMarschflugkörper den Mittelstreckenraketen zugeordnet, obwohl sie nicht auf ballistischen Bahnen fliegen und auch keinen Raketenantrieb haben. Vergleichbar war nur die Bedrohungslage durch vergleichbare Angriffs-Entfernungen, kurze Reaktionszeiten, Treffgenauigkeit und insbesondere Stationierung auf deutschem Territorium. In den Medien wurden diese Marschflugkörper (engl. Cruise Missile) den Mittelstreckenraketen oft gleichgesetzt. Dies führte zu der Anfang der 1980er üblichen deutschen Formel "Pershing II und Cruise Missile".
Für eine Liste der internationalen Klassifizierung von ballistischen Raketen, siehe: Ballistische Raketen
Weblinks
- [http://www.peterhall.de/lexikon/lexikon3.html US-amerikanische und sowjetische Mittelstreckenraketen]
!Mittelstreckenrakete
Pioneer
vorbei.]]
Unter dem Namen Pioneer (dt.: Pionier) werden insgesamt 19 verschiedene Raumsonden der NASA zusammengefasst, die zwischen 1958 und 1978 zur Erforschung des Mondes, der Sonne, des Jupiters, des Saturns und der Venus gestartet wurden.
Mission
Die "Pioneer"-Mission standen allesamt unter dem Motto der Grundlagenforschung. Wissenschaft stand zunächst an zweiter Stelle, wichtiger war die Erprobung der Technik. Denn im Jahre 1958 befand sich die Raumfahrt noch in den Kinderschuhen.
"Pioneer" 0-4 und A-D hatten den Mond zum Ziel, "Pioneer 5" war ein interplanetarer Testflug, "Pioneer" 6-9 und E dienten zur Erforschung der Sonne, "Pioneer" 10-11 zum Vorstoß ins äußere Sonnensystem (zu den Riesenplaneten Jupiter und Saturn), "Pioneer-Venus" 1-2 flogen zur Venus. Für die letzten vier Sonden des "Pioneer"-Programmes gibt es eigene Artikel:
- Pioneer 10 - Pioneer 11 - Pioneer-Venus 1-2
Verlauf
Pioneer-Venus
Den Anfang machte die US-Luftwaffe: Drei 38 kg schwere Sonden hatte sie konstruiert. Ziel war zunächst ein Vorbeiflug am Mond. Alle Sonden waren bereits mit optischen Systemen ausgerüstet.
- "Pioneer 0" explodierte mitsamt der Thor-Able-Rakete nach 77 Sekunden am 17. August1958.
- "Pioneer 1" startete am 11. Oktober 1958, doch konnte die Sonde die Erdumlaufbahn nicht verlassen. Nach 114.000 Kilometern (fast ein Drittel der Entfernung Erde-Mond) machte die Sonde kehrt und verglühte tags darauf in der Erdatmosphäre.
- "Pioneer 2" erreichte aufgrund einer Fehlzündung am 8. November 1958 nur eine Entfernung von 1.500 km und verglühte dann in der Erdatmosphäre.
8. November
Danach war das US-Heer an der Reihe. Zu den beteiligten Wissenschaftlern zählte auch Wernher von Braun. Die beiden Sonden, die unter seiner Aufsicht konstruiert worden waren, hatten ein Gewicht von nur 6 kg und trugen nur ein wissenschaftliches Experiment: Einen Strahlendetektor.
- "Pioneer 3" fiel nach Start mit einer Juno II-Rakete am 6. Dezember 1958 nach Erreichen eines Erdabstandes von 102.000 km, ähnlich wie "Pioneer 1", wieder zur Erde zurück.
- Mit dem Start von "Pioneer 4" auf einer Juno II-Rakete gelang den USA am 4. März1959 der entscheidende Durchbruch: Der Mond wurde in 60.000 km Abstand passiert. Die Sonde verließ danach den Wirkungsbereich der Erdschwerkraft und drang als erstes US-amerikanisches Raumfahrzeug in den interplanetaren Raum vor. Dennoch waren die USA zu spät: Lunik 1 hatte dieselbe Mission bereits am 4. Januar1959, also zwei Monate vorher, durchgeführt.
1959
Um mit der Sowjetunion gleichzuziehen, bereitete die neue Weltraumbehörde NASA 1959 den Start von vier Mondorbitern vor, allesamt rd. 170 kg schwer. Diese Vierergruppe war ein einziger Fehlschlag und wurden in der Öffentlichkeit geheim gehalten. Daher auch die widersprüchlichen Bezeichnungen.
- "Pioneer A", n.a.A. "Pioneer P-1" (wird auch oft gar nicht aufgeführt!) explodierte 24. September 1959 mit der Atlas-Able-Rakete bei Triebwerkstests vor dem Start.
- "Pioneer B", n.a.A. "Pioneer P-3" wird am 26. November1960 45 Sekunden nach dem Start durch das Versagen der Nutzlastverkleidung der Atlas-Able Rakete zerstört.
- "Pioneer C", n.a.A. "Pioneer P-30" explodierte mit der Atlas-Able-Trägerrakete am 25. September1960.
- "Pioneer D", n.a.A. "Pioneer P-31" explodierte mitsamt der Atlas-Able-Rakete am 15. Dezember 1960.
15. Dezember
Im Jahr 1960 testete die NASA auch einen Prototypen für eine interplanetare Raumsonde. Obwohl hierfür nur ein einziges - 43kg schweres - Exemplar zur Verfügung stand, klappte alles:
- "Pioneer 5" startete am 11. März 1960 mit einer Thor-Able-Rakete. Der Kontakt konnte regelmäßig bis zum 30. April 1960 gehalten werden, danach empfing man noch bis zum 24. Juni 1960 unregelmäßig Signale von der Sonde, doch das Ziel war erreicht.
24. Juni
Danach trat ihm Rahmen der Ranger Mondsonden und des Mariner Programmes (Venus und Mars) eine Pause bei den "Pioneers" ein. Erst im Jahre 1965 wurden neue Sonden gebaut. Dabei wurde der interplanetare Raum zum Ziel, in welchem ein Sonden-Netzwerk zur Sonnenerkundung aufgebaut werden sollte.
- "Pioneer 6" startete am 16. Dezember1965 mit einer Delta-Rakete
- "Pioneer 7" startete am 17. August1966 mit einer Delta-Rakete
- "Pioneer 8" startete am 13. Dezember1967 mit einer Delta-Rakete
- "Pioneer 9" startete am 8. Dezember1968 mit einer Delta-Rakete
- "Pioneer E" startete am 27. August1969, doch explodierte die Delta-Rakete kurz nach dem Start und die Sonde wurde zerstört.
Die anderen Sonden arbeiteten aber zufriedenstellend. Die Experimente umfassten Messungen von Staubpartikeln, verschiedenen Strahlen und Magnetfeldern. Die Sonde "Pioneer 7" wurde 1986 auch zur Beobachtung des Halleyschen Kometen aus 12 Mill. km Entfernung eingesetzt.
Als erste verlor die NASA am 18. Mai1983 den Kontakt zu "Pioneer 9". Die anderen drei Sonden arbeiteten bis Mitte der 90er Jahre. Der Kontakt zu "Pioneer 7" brach am 31. März1995 ab, zu "Pioneer 8" am 22. August1996. Auch zu "Pioneer 6" war nach 1995 die Kommunikation teilweise unterbrochen. Ein letzter Kontakt zu "Pioneer 6" wurde am 8. Dezember2000 etabliert - 35 Jahre nach dem Start. Dies stellt einen absoluten Rekord in punkto Lebensdauer dar.