Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Juri Gagarin

Juri Gagarin

Der sowjetische Kosmonaut Oberst Juri Alexejewitsch Gagarin (russisch Юрий Алексеевич Гагарин, wiss. Transliteration Jurij Alekseevič Gagarin;
- 9. März 1934 in Kluschino bei Smolensk, Russische SFSR; † 27. März 1968 bei Nowosolowo, ebd.) war der erste Mensch im Weltall.

Biografisches

Gagarins Vater war Zimmermann, die Mutter Kolchosbäuerin. Die Familie lebte im Dorf Kluschino. Er hatte zwei Brüder und eine Schwester. Gagarin wurde 1941 in die Dorfschule von Kluschino eingeschult. Sein Schulbesuch wurde durch den Zweiten Weltkrieg und die Besatzung des Dorfes durch deutsche Soldaten unterbrochen. Seine Schwester und einer seiner Brüder wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt, kehrten aber nach dem Krieg wohlbehalten zurück. In die Zeit des Krieges fällt auch ein angeblich prägendes Erlebnis, das in der Vorbildliteratur zu Gagarin stets erwähnt wird: Gagarin soll gesehen haben, wie ein sowjetischer Jagdflieger in seiner Nähe landete, um einen anderen, notgelandeten Flieger mitzunehmen und so vor deutscher Gefangenschaft zu retten. Nach einem Umzug in die Stadt Gschatsk besuchte Gagarin die Mittelschule. 1951 beendete er eine zweijährige Ausbildung an einer Handwerkerschule in Luberzy mit der Facharbeiterprüfung als Gießer. Anschließend studierte er am Industrietechnikum in Saratow und erhielt dort ein Diplom als Gießereitechniker. Während des Studiums wurde er Mitglied des Aeroklubs in Saratow und bestand seine erste Flugprüfung am 3. Juni 1955. Im gleichen Jahr wurde er in die Fliegerschule in Orenburg aufgenommen. Am 7. November 1957 wurde Gagarin zum Leutnant befördert. Ebenfalls im Jahr 1957 heiratete er die Ärztin Valentina Gorjatschowa. Von 1957 bis 1959 diente Gagarin in der sowjetischen Luftwaffe. Sein Geschwader war am Polarkreis stationiert. Hier wurde Gagarin Mitglied der KPdSU. 1959 wurde seine Tochter Jelena geboren, am 12. März 1961, genau ein Monat vor seinem Raumflug, seine zweite Tochter Galja. 1961 1960 wurde Gagarin als potenzieller Kosmonaut ausgewählt und erhielt von März 1960 bis Januar 1961 eine entsprechende Ausbildung. Er wurde vor allem wegen seines ruhigen Temperaments als einer von 20 möglichen Kandidaten ausgewählt, um als erster Mensch die Erde zu verlassen. Am 12. April 1961 absolvierte er mit seiner Raumkapsel Wostok 1 seinen spektakulären Raumflug und umrundete dabei in 108 Minuten einmal die Erde. Gagarin war bis 1963 Kommandeur der sowjetischen Kosmonautengruppe und studierte danach an der Schukowsky-Akademie. Am 27. März 1968 verunglückte er bei einem Übungsflug mit einer MiG-15 tödlich. Sein Grab befindet sich auf dem Ehrenfriedhof (Roter Platz) in Moskau.

Würdigungen

Noch während des Raumfluges wurde Gagarin vom Oberleutnant (Старший лейтенант) zum Major (Майор) befördert. Nach seiner erfolgreichen Landung bei Saratow wurde Gagarin, nun in der ganzen Welt bekannt, insbesondere in den Ländern des Ostblocks ein Idol. Dazu trug nicht zuletzt eine ganze Reihe in der Sowjetunion erschienener, den Prinzipien der Vorbildliteratur gehorchender Gagarin-Biographien bei, darunter auch seine Autobiographie Der Weg in den Kosmos. Die erste Weltumrundung war ein wichtiger Prestigeerfolg der Sowjetunion im Kalten Krieg. Nach dem Sputnik-Schock war dies bereits der zweite Anlass, in dem der Staat eine technologische Überlegenheit zur Schau stellte. Gagarin erhielt den Leninorden und ihm wurde der Titel Held der Sowjetunion verliehen. Gagarin unternahm in der Zeit nach seiner Landung als wirkungsvoller Sympathieträger zahlreiche Promotion-Reisen durch die Welt, bei denen er ebenso für die Erforschung des Weltraums wie für das politische System der Sowjetunion warb. 1968 wurde die Stadt Gschatsk in Gagarin umbenannt.

Werke

Juri A. Gagarin, Wladimir I. Lebedew: Der Sprung ins Weltall. Verlag Neues Leben, Berlin 1970

Literatur

Robert Kluge: Der sowjetische Traum vom Fliegen. Sagner, München 1997, ISBN 3876906652

Siehe auch


- Bemannte Raumfahrt
- Liste der Raumfahrer
- Liste der bemannten Raumfahrtmissionen
- Russische Raumfahrt
- Geschichte der Raumfahrt

Weblinks


- http://www.spaceclub.de/enid/7r.html
- [http://www.dra.de/dok_0401.htm Erste Radiomeldung vom Raumflug]
- [http://www.analogue.com/rao/gallery/gagarin/index.html Juri Gagarin. Sein Leben in Bildern (englisch)] Gagarin, Juri Gagarin, Juri Gagarin, Juri Gagarin, Juri Gagarin, Juri Gagarin, Juri Gagarin, Juri ja:ユーリイ・ガガーリン ko:유리 가가린 th:ยูริ กาการิน

Wikipedia:Formatvorlage Raumfahrer

Diese Seite dient vor allem als Vorlage für die Übersichtstabelle, die in Raumfahrer-Artikeln erscheinen soll. Achtung! Diese Seite ist noch KEINE Formatvorlage! Über Format und Inhalt der Tabelle wird derzeit noch diskutiert.
---- Wichtige Hinweise zur Erstellung oder zur Änderung eines Artikels über einen Raumfahrer:

Name

Bei russischen Personen ist es üblich, den Artikel unter dem Lemma "Vorname Vatername Familienname" anzulegen, und hierauf eine Weiterleitung von "Vorname Nachname" zu setzen. Amerikanische Personen haben oft mehrere Vornamen, dazu manchmal auch einen Rufnamen, z.B. Virgil Ivan "Gus" Grissom. Derzeit gibt es keine verbindlichen Regeln, unter welchem Lemma der Artikel angelegt werden soll, und welche Weiterleitungen gesetzt werden sollen. In der ersten Zeile des Artikels sollen aber alle Namen angegeben werden.

Landeszugehörigkeit

Hier soll die Nationalität des Raumfahrers zur Zeit seines Raumflugs vermerkt werden, ebenso die Zugehörigkeit zu einer Raumfahrtbehörde. Wechseln diese im Lauf der Karriere, so sollen alle zutreffenden aufgeführt werden.

Raumflüge

Hier sollen die einzelnen Raumflüge des Raumfahrers stehen. Im Allgemeinen wird das der Name des Raumschiffs sein, z.B. Wostok 1 oder Gemini 3. Bei Raumstations-Besatzungen kommt es aber vor, dass Hinflug und Rückflug mit zwei verschiedenen Raumschiffen erfolgen. Dann können entweder beide Raumschiffe in einer Zeile aufgeführt werden, oder aber der Missionsname. Für Franz Viehböck also entweder Sojus TM-13/Sojus TM-12 (1991) oder Austromir 91 (1991).

Kategorien

Wie bei allen Personen üblich sollte der Raumfahrer nach Geschlecht und Nationalität, evtl. auch nach Geburts- und Sterbejahr kategorisiert werden. Zusätzlich soll der Raumfahrer auch in den passenden Unterkategorien von :Kategorie:Raumfahrer einsortiert werden. In der Hauptkategorie :Kategorie:Raumfahrer sollen nur Raumfahrer stehen, die an Raumfahrtprogrammen teilgenommen haben, zu denen es keine Unterkategorie gibt. Raumfahrer

Sowjetisch

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR) ) war ein Staat in Osteuropa und Nordasien. Sie bestand vom 30. Dezember 1922 – nach der russischen Oktoberrevolution - bis zur offiziellen Auflösung am 8. Dezember 1991 – auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches. Später dehnte sie sich auf die von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen eroberten Gebiete aus. Die Sowjetunion war damit der geographisch grösste Staat in der neueren Geschichte der Menschheit. Ihr Rechtsnachfolger (mit 78% der früheren Fläche) ist seit 1991/92 die Russische Föderation. Formal war die Sowjetunion ein Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); de facto war sie ein zentralistisch regierter und von Russland dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) bzw. ein Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächlich demokratische Institutionen einzuführen.

Politik

Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen. In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach. In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mit trug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen. Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern. Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksbeauftragten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab. Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit den Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten, was auch zu Missbrauch führte. Die Sowjetunion war offiziell ein föderaler Staat, der aus 15 Republiken gebildet wurde, die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.

Fläche und Bevölkerung

Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei. Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde. Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.

Religion in der Sowjetunion

In dieser Zeit wurde die Religionsausübung verboten, waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxe Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %. Tausende Priester wurden hingerichtet oder in Arbeitslager deportiert. Ebenso in Zentralasiatischen Republiken wo mehrheitlich Muslime lebten, wurden die meisten Moscheen geschlossen und die Religiosausübung ebenfalls verboten. Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt. Mehr dazu in der englischen wikipedia.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden. Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.

Außenpolitik

Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei. Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest. Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt. Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete. Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina. Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front. Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen. Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa. In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.

Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Michail Sergejewitsch Gorbatschow Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, so genannte Volksdemokratien errichtete. Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation. Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen "Eroberung" des Weltalls. Mit dem Hund Leica entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All.(1961) 1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt (bis 1983. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des "Prager Frühling" in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft) Solidarität, geschah unter dem Druck Moskaus. 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch 1985 wieder abziehen. Die von Michail Gorbatschow ab 1985 eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, führten aber letztendlich zum Untergang des Staates. In Jahren 1990 - 1991 erklärten die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.

Die Mitglieder im Überblick


- 20px Armenien
- 20px Aserbaidschan
- 20px Estland (
- ) (
  - )
- 20px Georgien
- 20px Kasachstan
- 20px Kirgisien
- 20px Lettland (
- ) (
  - )
- 20px Litauen (
- ) (
  - )
- 20px Moldawien
- 20px Russland
- 20px Tadschikistan
- 20px Turkmenistan (
  - )
- 20px Ukraine
- 20px Usbekistan
- 20px Weißrussland Die mit (
- ) gekennzeichneten Staaten sind seit 2004 Mitglieder der EU und der NATO. Die mit (
  - ) gekennzeichneten Staaten waren Teilrepubliken der UdSSR, sind jedoch nicht Mitglied der GUS.

Führungsspitze der Sowjetunion

Parteichefs der Bolschewiki (19031918), der Kommunistischen Partei Russlands (1918–1925) bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion/ KPdSU (19251991), und somit eigentliche Machthaber, waren: #19031924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow) #19221953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili) (Generalsekretär) #19531964: Nikita Chruschtschow (Erster Sekretär) #19641982: Leonid Breschnew (ab 1966 Generalsekretär) #19821984: Juri Andropow (Generalsekretär) #19841985: Konstantin Tschernenko #19851991: Michail Gorbatschow Regierungschefs der Sowjetunion: (19171946: Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, 19461991: Vorsitzende des Ministerrates, 28.8.199125.12.1991: Ministerpräsident der UdSSR und Vorsitzender des Interrepublikanischen Wirtschaftskomitees) #19171924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow) Begründer der Bolschewistischen Partei #19241930: Alexei Rykow #19301941: Wjatscheslaw Molotow #19411953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili) #19531955: Georgi Malenkow #19551958: Nikolai Bulganin #19581964: Nikita Chruschtschow #19641980: Alexei Kossygin #19801985: Nikolai Tichonow #19851991: Nikolai Ryschkow #1991: Walentin Pawlow (Januar bis August) #1991: Iwan Silajew (August bis September) #1991: Oleg Lobow (September bis November) Staatsoberhäupter der Sowjetunion (19221938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 19381989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 19891990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 19901991: Staatspräsident) 1991 #19191946: Michail Kalinin #19461953: Nikolai Schwernik #19531960: Kliment Woroschilow #19601964: Leonid Breschnew #19641965: Anastas Mikojan #19651977: Nikolai Podgorny #19771982: Leonid Breschnew #19831984: Juri Andropow #19841985: Konstantin Tschernenko #19851988: Andrei Gromyko #19881991: Michail Gorbatschow (ab 1990 Präsident der Sowjetunion)

Nationalhymne

Bis 1944 war die Internationale die Nationalhymne der Sowjetunion. Im Jahre 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow (
-  1883; † 1946) eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne (siehe Hymne der Sowjetunion) und Sergei Wladimirowitsch Michalkow (
-  1913) schrieb den Text. Diese Hymne wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt. Von 1955 (nach Stalins Tod) bis 1977 wurde die Hymne stets ohne Text interpretiert. Diese Hymne erfuhr 1977 als Folge der Entstalinisierung ihre einzige Änderung, bei der unter anderem Stalins Name aus dem Text entfernt wurde. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.

Text

Vgl. hierzu den Artikel Hymne der Sowjetunion

Literatur


- Leonid Luks: Geschichte Russlands und der Sowjetunion: von Lenin bis Jelzin. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1687-5
- Helmut Altrichter: Kleine Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. München 2001 ISBN 3406459706
- Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917 – 1991. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56497-8
- Thomas M. Bohn (Hrsg.): Geschichte des russischen Reiches und der Sowjetunion. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-14098-8
- Karl Held (Hrsg.): Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow: Von der Reform des realen Sozialismus zur Zerstörung der Sowjetunion. Gegenstandpunkt Verlag, München 1992. ISBN 3-929211-00-9
- Mark R. Beissinger: Nationalist Mobilization and the Collapse of the Soviet State. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 052100148X

Siehe auch


- Russland
- GUS
- Geschichte der Sowjetunion
- Oktoberrevolution
- Wissenschaft in der Sowjetunion
- Zweiter Weltkrieg
- Ostblock
- Liste der Vertreter der UdSSR im Ausland

Weblinks


- [http://www.ib.hu-berlin.de/~pbruhn/russgus.htm Datenbank des deutschsprachigen Schrifttums über Russland/UdSSR]
- [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/sowjetunion/@Generic__CollectionView;cs=default;ts=default;pt=reichstag;lang=de Helmut Altrichter: Die Sowjetunion. Von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod. München 1986 – Online Ausgabe]
- [http://www.linksnet.de/artikel.php?id=865 Domenico Losurdo: Scheitern - Verrat - Lernprozess. Drei Ansätze zur Interpretation der Geschichte der kommunistischen Bewegung]
- [http://www.tinius.org/mp3/musik/Hymne_der_Sowjetunion.mp3 Nationalhymne der UdSSR als MP3]
- [http://noise-over-ip.de/music/gimn_sowjetskowo_sojusa.mp3 Melodie der Nationalhymne der UdSSR als MP3]
- [http://herbert-thiess.de/Sowjetunion/ Die Sowjetunion - erlebt von einem deutschen Kriegsgefangenen (1945-1949)] !Sowjetunion Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Osteuropa ja:ソビエト連邦 ko:소비에트 연방 simple:Soviet Union th:สหภาพโซเวียต

Kosmonaut

Der Begriff Raumfahrer oder Weltraumfahrer bezeichnet den Teilnehmer an einer bemannten Expedition in den Weltraum. Der erste Raumfahrer war im Jahr 1961 der Russe Juri Gagarin. Je nach ihrer Herkunft bezeichnet man Raumfahrer als Astronauten (USA, Westeuropa), Kosmonauten (Russland, ehemalige DDR und Ostblock) und Taikonauten (Volksrepublik China) - Taikonaut ist allerdings nur eine Bezeichnung in der englischen Presse, die chinesische Bezeichnung ist yǔháng yuán (宇航員, wörtlich "Universum-Navigator"). Siehe Liste der Raumfahrer für eine Liste aller Raumfahrer aller Nationen der Erde.

Astronaut

Der Begriff Astronaut (v. griech.: astron = Stern + nauta = Seefahrer) wurde geprägt durch das Buch Les Astronautes (Die Astronauten) (1927) des französischen Science-Fiction-Autors J.-H. Rosny Aîne. Dies geschah in Anlehnung an den Begriff Aeronaut (Luftschiffer). Dieser Begriff hat sich durch die US-amerikanische Raumfahrt fest etabliert, so auch für den (west-)deutschen Begriff Raumfahrer. Durch die Teilung Deutschlands und der in dieser Zeit durch die Fortschritte in der Raumfahrt gebräuchlich gewordene Begriff entstand im deutschen Sprachraum eine Besonderheit. Während im westlichen Teil der Begriff „Astronaut“ benutzt wurde, wurde im östlichen Teil der Begriff „Kosmonaut“ verwendet. Die Bundesrepublik Deutschland als Teil des Westbündnisses war wirtschaftlich und wissenschaftlich zu den USA orientiert, die DDR hingegen in den beiden Bereichen zur Sowjetunion.

Kosmonaut

Der Begriff Kosmonaut (v. griech.: kosmos = Weltraum + nauta = Seefahrer) bezeichnet einen russischen Raumfahrer. Diese Prägung entstand während des Wettlaufs zum Weltall der 1950er Jahre, als der Begriff Astronaut der sowjetischen Raumfahrt bereits amerikanisch besetzt und möglicherweise auch zu hoch gegriffen und unpassend erschien („Astronauten“ fahren zu den Sternen oder wenigstens zu anderen Himmelskörpern). So entschied man sich für diese eigene Neuprägung. Diese Bezeichnung ist heute noch im gesamten ehemaligen Ostblock verbreitet.

Taikonaut

Taikonaut (v. chines.: tai (太) = universal + kong (空) = Himmel; zusammen: Weltraum + griech.: nautes (ναύτης) = Seefahrer) ist ein für die internationalen Medien erschaffenes Kunstwort für chinesische Raumfahrer. Chinesische Funktionäre und Medien bevorzugen das Wort Yuhangyuan (chines.: Weltraumfahrer, gesprochen: Jü-hang-jüän, geschrieben: 宇航員). Ob China bei dieser offiziellen Bezeichnung bleibt oder das für Ausländer leichter ausprechbare Taikonaut übernimmt, ist noch offen. In offiziellen Veröffentlichungen der chinesischen Regierung für die internationale Presse wird meist das Wort „Astronaut“ verwendet. Die chinesische Regierung startete am 15. Oktober 2003 mit dem Raumschiff Shenzhou 5 (siehe auch: Shenzhou–Reihe) und dem Taikonauten Yang Liwei den ersten bemannten chinesischen Weltraumflug (siehe auch: Chinesische Raumfahrt).

Spacionaut / Euronaut

Der Begriff Spacionaut bzw. Spationaut ist abgeleitet vom französischen Wort espace für (Welt-)Raum, dem englischen space entsprechend. Es ist also die französische Übersetzung für Raumfahrer – egal, ob dieser französische Raumfahrer nun zusammen mit russischen Kosmonauten oder amerikanischen Astronauten reist. Innerhalb der europäischen Raumfahrtagentur ESA ist zudem der Begriff Euronaut für alle ESA-Raumfahrer angeregt, aber noch nicht durchgesetzt worden, da die ESA bisher keine eigenen Missionen startet. Österreichiche Raumfahrer werden auch gerne als "Austronauten" bezeichnet.

Wann welche Bezeichnung für welchen Raumfahrer?

Die Bezeichnung hängt i. d. R. von der Nation ab, deren Raumfahrzeug für den Start in den Weltraum gewählt wird. Kosmonauten werden meist mit der Sojus in den Weltraum befördert, während Astronauten in jüngerer Zeit das Space Shuttle verwenden. Taikonauten (bzw. Yuhangyuan) sind bisher nur zwei mal mit Shenzhou gestartet. Es gibt auch „Astrokosmonauten“, die an russischen und amerikanischen Missionen beteiligt waren. Diese Wahl der Bezeichnungen hat einen rein nationalen, jedoch keinen sachbezogenen Hintergrund, ist ihr Nutzen fragwürdig. Sinnvoller wäre die Bezeichnung allein nach der Art des Raumfluges, z. B. Kosmonaut für mindestens erdnahe Umlaufbahnen, Astronaut für Flüge zu anderen Himmelskörpern (z. B. den Mond) und etwa „Exonaut“ für suborbitale Weltraumflüge wie SpaceShipOne.

Ausbildung

Körperliche Anforderungen

Belastungen

Ausbildungsstätten

In Russland werden die Kosmonauten im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum ausgebildet.

Berühmte Astronauten


- Alan Shepard, (1961) erster Amerikaner im Weltraum (ohne die Erde zu umkreisen), 5. Mensch auf dem Mond
- Neil Armstrong, erster Mensch auf dem Mond (1969)
- John Glenn, erster Amerikaner, der die Erde umkreiste, ältester Mensch im Weltraum (77 Jahre)
- Ulf Merbold, erster westdeutscher Astronaut im Weltraum (zweiter Deutscher im All nach Sigmund Jähn, zugleich erster Deutscher, der sowohl mit Amerikanern als auch Russen im Weltraum war)
- James A. Lovell, Kommandant von Apollo 13
- John W. Young, erster Kommandant des Space Shuttle Columbia (1981)
- Claude Nicollier, erster Schweizer Astronaut im Weltraum (1992)
- Sally Kristen Ride, erste US-amerikanische Frau im Weltraum (1983)
- Kathryn Sullivan, erste Amerikanerin, die einen Weltraumspaziergang machte
- Mae Carol Jemison, erste afroamerikanische Astronautin 1987
- Kathy Thornton, längster Spaziergang im Weltall (1992)
- Eileen Collins, erste US-amerikanische Raumfähren-Pilotin
- Shannon Lucid, längster Weltraumflug einer Frau (1996)
- Michael Melvill, erster Astronaut, der mit einem privaten Raumschiff den Weltraum erreichte (2004)

Berühmte Kosmonauten


- Juri Alexejewitsch Gagarin, erster Mensch im Weltraum (1961)
- German Stepanowitsch Titow, zweiter Mensch im Weltraum (1961) und bis heute jüngster Raumfahrer
- Walentina Wladimirowna Tereschkowa, erste Frau im Weltraum (1963)
- Alexei Archipowitsch Leonow, erster Weltraumspaziergang (1965)
- Wladimir Komarow, erster Mensch, der bei einer Weltraummission starb (1967)
- Sigmund Jähn, erster Deutscher im Weltraum (1978)
- Swetlana Sawizkaja, zweite Frau im Weltraum (1982), erster Weltraumspaziergang einer Frau (1984)
- Franz Viehböck, erster Österreicher („Austronaut“) im Weltraum (1991)
- Waleri Poljakow, längster Aufenthalt im All bzw. auf einer Raumstation (1994/95)
- Sergei Krikaljow, Start als letzter Sowjetbürger, Rückkehr als erster Bürger Russlands (1991), trägt den aktuellen Rekord der längsten Gesamtaufenthaltsdauer im Weltraum
- Vladimír Remek, erster Raumfahrer einer dritten Nation, als Tscheche Partner der Sowjets (1978)
- Jean-Loup Chrétien, erster Westeuropäer im All, als Franzose („Spationaut“) Gast der Sowjets (1982)
- Thomas Reiter, deutscher Raumfahrer an Bord der russischen Raumstation MIR (1995/96)

Berühmte Taikonauten


- Yang Liwei, chinesischer Staatsbürger und erster Taikonaut im Weltraum (2003)

Siehe auch


- Raumfahrt, Liste der Raumfahrer, Liste der Weltraumspaziergänge
- NASA, Mercury Projekt, Gemini Projekt, Apollo-Projekt, Skylab, Space Shuttle
- Russische Raumfahrtbehörde, Wostok, Woschod, Sojus, Mir, Saljut, Buran
- Internationale Raumstation
- Bilanzierte Nahrung
- Fliegerkosmonaut der UdSSR

Weblinks


- [http://www.raumfahrer.net/ Raumfahrer.net (deutsch)]
- [http://www.spacefacts.de/german/d_russia.htm Astronauten- und Kosmonauten-Kandidaten aus der UdSSR / Russland]
- [http://www.spacefacts.de/german/bio_cosm.htm Kosmonauten aus der UdSSR / Russland]
- [http://www.spacefacts.de/german/bio_taikonauts.htm Taikonauten]
- [http://www.astronautix.com/ Astronautix (englisch)]
- [http://www1.edspace.nasa.gov/text/what/whatis.html NASA’s Educator Astronaut], [http://edspace.nasa.gov/apply/educator_astronaut_blank.pdf Application package (PDF)] Raumfahrer ja:宇宙飛行士 simple:Astronaut th:นักบินอวกาศ

Russische Sprache

Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau. Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.

Alphabet

Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt. Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik]. Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918

Aussprache

Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.

Tonalität

Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.

Wortbetonung

Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet. Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache

Phonetik

Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden. Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder ] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen. Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stielstill) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft). Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik

Grammatik

Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу). Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt. Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden. Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache). Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen. Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern. Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:

- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik

Dialekte

Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.

Nordrussisch

Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk

Mittelrussisch

Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet

Südrussisch

Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol

Mischsprachen

Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka). Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.

Lehnwörter

Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь

Weitere verwandte Aktikel


- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat

Weblinks


- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Russische Sprache ja:ロシア語 ko:러시아어 ms:Bahasa Russia simple:Russian language th:ภาษารัสเซีย

9. März

Der 9. März ist der 68. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 69. in Schaltjahren) - somit bleiben 297 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1152 - Friedrich I. Barbarossa wird zum deutschen König gekrönt.
- 1847 - Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg dringen US-amerikanische Truppen unter General Winfield Scott nahe Vera Cruz in Mexiko ein.
- 1924 - Italien annektiert Fiume.
- 1933 - Franz Ritter von Epp wird Reichskommisar für Bayern, damit haben die Nationalsozialisten auch hier die Macht übernommen.
- 1945 - Zweiter Weltkrieg: Die USA greifen Tokyo mit B-29 Bombern (Napalm) an; 80.000 Zivilisten sterben.
- 1946 - Finnland. Juho Paasikivi wird neuer Staatspräsident.
- 1963 - Afghanistan. Rücktritt von Premierminister Mohammad Daud
- 1967 - Josef Stalins Tochter Svetlana Alliluyeva setzt sich in die USA ab.
- 1982 - Irland. Sturz der Regierung von Garret Fitzgerald.
- 1991 - Bei Demonstrationen gegen Slobodan Milošević werden zwei Menschen in Belgrad getötet.
- 1994 - Erster Kriseninterventionsdienst im Rettungsdienst nimmt im deutschsprachigen Raum seinen Dienst auf.
- 1994 - Das Bundesverfassungsgericht verkündet das sog. "Cannabis" Urteil, nachdem geringe Mengen Cannabis grundsätzlich straffrei sind
- 1996 - Dr. Jorge Fernando Branco de Sampaio wird Staatspräsident in Portugal
- 1997 - Albanien. Staatspräsident Sali Berisha bildet mit den wichtigsten Parteien eine Übergangsregierung.
- 1998 - Roman Herzog bereist als erster deutscher Bundespräsident Südafrika.
- 2000 - Griechenland. Offizieller Antrag auf Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion der EU.
- 2004 - Lettland. Indulis Emsis wird neuer Ministerpräsident
- 2004 - Der Präsident des Bundesliga-Vereins 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser wird festgenommen. Ihm wird die Annahme von 2,8 Mio Euro Bestechungsgeld im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Stadions in München vorgeworfen.

Kultur


- 1801 - Uraufführung des Liederspiels Frohsinn und Schwärmerey von Friedrich Heinrich Himmel an der Hofoper in Berlin.
- 1839 - Uraufführung der Oper Il Bravo von Saverio Mercadante am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1849 - Uraufführung der komischen Oper Die lustigen Weiber von Windsor von Otto Nicolai am Königlichen Opernhaus in Berlin.
- 1861 - Uraufführung der Oper Bánk-Bán von Ferenc Erkel in Budapest.
- 1930 - Uraufführung der Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill in Leipzig
- 1984 - Die Neue Staatsgalerie Stuttgart wird nach viereinhalb Jahren Bauzeit unter dem Schotten James Stirling eröffnet.

Katastrophen


- 1976 - Ein Seilbahnunglück in Cavalese, Italien, fordert 42 Todesopfer.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1984 - Tim Witherspoon gewinnt seinen Box-Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Greg Page im Convention Center, Las Vegas, durch einen Punktsieg

Geboren


- 1285 - Go-Nijo, 94. Kaiser von Japan
- 1451 - Amerigo Vespucci, italienischer Seefahrer und Entdecker
- 1697 - Friederike Caroline Neuber, deutsche Schauspielerin
- 1734 - Francisco Bayeu y Subías, spanischer Maler
- 1749 - Gabriel de Riqueti, comte de Mirabeau, französischer Abgeordneter
- 1750 - Johann Friedrich August Tischbein, deutscher Maler
- 1753 - Jean-Baptiste Kléber, französischer General
- 1758 - Franz Josef Gall, deutscher Arzt und Anatom
- 1777 - Aleksander Orlowski, polnischer Maler
- 1844 - Taras Schewtschenko, ukrainischer Dichter und Maler
- 1845 - Wilhelm Pfeffer, deutscher Botaniker und Pflanzenphysiologe
- 1847 - Martin Marsick, belgischer Violinvirtuose und -lehrer
- 1856 - Edward Goodrich Acheson, US-amerikanischer Chemiker und Techniker
- 1856 - Hermann Iseke, deutscher Dichter im Eichsfeld
- 1859 - Peter Altenberg, österreichischer Schriftsteller
- 1871 - Arthur Fickenscher, US-amerikanischer Komponist
- 1871 - Emil Rosenow, deutscher Schriftsteller
- 1874 - Karl Foerster, Staudenzüchter
- 1877 - Emil Abderhalden, schweizerischer Physiologe
- 1879 - Agnes Miegel, deutsche Dichterin, Schriftstellerin und Journalistin
- 1881 - Enver Pascha, türkischer Militär und Politiker
- 1881 - Ernest Bevin, britischer Politiker
- 1885 - Tamara Platonowa Karsawina, russische Tänzerin
- 1888 - Willy Westra van Holte, niederländischer Fußballspieler
- 1890 - Wjatscheslaw Molotow, sowjetischer Politiker
- 1891 - Hermann Eris Busse, deutscher Schriftsteller
- 1892 - Josef Weinheber, österreichischer Lyriker, Erzähler und Essayist
- 1892 - Victoria Sackville-West, englische Schriftstellerin
- 1893 - Roland Jacobi, ungarischer Tischtennisspieler
- 1894 - Franz Wilhelm Seiwert, Maler und Bildhauer
- 1895 - Isobel Baillie, schottische Sopranistin
- 1895 - Adolf Scheibe, Entwickler der Quarzuhr in Deutschland
- 1900 - Howard Hathaway Aiken, US-amerikanischer Computerpionier
- 1903 - Wage Rudolf Soepratman, Komponist der indonesischen Nationalhymne
- 1907 - Mircea Eliade, US-amerikanischer Religionshistoriker rumänischer Abstammung
- 1910 - Samuel Barber, US-amerikanischer Komponist
- 1914 - Abraham S. Luchins, Professor für Psychologie
- 1917 - Ian Watt, Literaturkritiker und Literaturhistoriker
- 1919 - Lola Müthel, deutsche Schauspielerin
- 1921 - Astor Piazzolla, argentinischer Tango-Musiker
- 1923 - Walter Kohn, US-amerikanischer Physiker österreichischer Abstammung
- 1924 - Peter Scholl-Latour, deutscher Journalist
- 1925 - Billy Ford, US-amerikanischer Sänger
- 1927 - Klaus Dieter Arndt, deutscher SPD-Politiker und MdB
- 1928 - Keely Smith, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Wilhelm Salber, Direktor des Psychologischen Instituts an der Universität Köln
- 1929 - Arnulf Zitelmann, deutscher Autor
- 1930 - Ota Filip, tschechoslowakischer Schriftsteller
- 1930 - Stephen Fumio Hamao, Bischof von Yokohama und Kardinal
- 1932 - Rodolfo Quezada Toruño, Erzbischof Guatemalas und ein Kardinal
- 1933 - Lloyd Price, US-amerikanischer Musiker
- 1934 - Juri Gagarin, russischer Astronaut, erster Mensch im Weltall
- 1936 - Mickey Gilley, US-Amerikanischer Country-Musiker
- 1937 - Olusegan Obasanjo, nigerianischer Militär und Staatschef
- 1942 - John Cale, britischer Artrock-Musiker mit klassischer Ausbildung
- 1943 - Jaap Schilder, niederländischer Musiker
- 1943 - Jeff Warner, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Robert James Fischer, US-amerikanischer Schachspieler und -weltmeister
- 1943 - Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Institutes für Hirnforschung
- 1944 - John Lee, australischer Sänger
- 1944 - Mark Lindsay, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Katja Ebstein, deutsche Sängerin
- 1945 - Robin Trower, britischer Musiker
- 1946 - Bernard Dowiyogo, Präsident von Nauru
- 1946 - Bernd Hölzenbein, deutscher Fußballspieler
- 1946 - Jim Cregan, britischer Musiker
- 1947 - Keri Hulme, neuseeländische Schriftstellerin
- 1948 - Jimmy Fadden, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - Trevor Burton, britischer Musiker
- 1951 - Zakir Hussain, indischer Musiker
- 1953 - Anna Henkel-Grönemeyer, deutsche Schauspielerin
- 1954 - Christian Eberl, deutscher Politiker
- 1955 - Ornella Muti, italienische Schauspielerin
- 1958 - Martin David Fry, britischer Sänger
- 1958 - Corinna Kirchhoff, deutsche Schauspielerin
- 1959 - Giovanni di Lorenzo, deutsch-italienischer Journalist
- 1963 - Artur Auernhammer, deutscher Politiker
- 1964 - Juliette Binoche, französische Schauspielerin
- 1970 - Hilmi Sözer, deutsch-türkischer Schauspieler und Kommödiant
- 1974 - Marte Huke, norwegische Lyrikerin
- 1975 - Roy Makaay, niederländischer Fußballspieler
- 1976 - Anier Garcia, kubanischer Leichathlet
- 1980 - Chingy, US-amerikanischer Musiker
- 1981 - Nikki Blond, ungarische Pornodarstellerin

Gestorben


- 1009 - Bruno von Querfurt, Missionar in Polen und Preußen, Märtyrer
- 1249 - Siegfried III. von Eppstein, Erzbischof von Mainz
- 1463 - Katharina von Bologna, Vorsteherin des Klarissenklosters in Bologna
- 1537 - Quirin op dem Veld von Willich, Weihbischof in Köln
- 1551 - Andreas Kritzmann, Büchsenmeister in Magdeburg
- 1661 - Jules Mazarin, französischer Kardinal und Politiker italienischer Abstammung
- 1707 - Jean II. d'Estrées, Marschall und Admiral von Frankreich
- 1824 - Anna Katharina Emmerick, deutsche Nonne und Mystikerin
- 1831 - Friedrich Maximilian Klinger, deutscher Dramatiker
- 1847 - Mary Anning, wird als eine der ersten Paläontologinnen betrachtet
- 1851 - Hans Christian Ørsted, dänischer Physiker und Chemiker
- 1857 - Domenico Savio, Schüler bei Don Bosco
- 1870 - Theodore Labarre, französischer Harfenvirtuose und Komponist
- 1888 - Wilhelm I. (Deutsches Reich), deutscher Kaiser und König von Preußen
- 1889 - Paolo Ferrari, italienischer Lustspieldichter
- 1891 - Amalie Dietrich, deutsche Botanikerin, Zoologin
- 1895 - Leopold von Sacher-Masoch, österreichischer Schriftsteller
- 1918 - Frank Wedekind, deutscher Schriftsteller und Schauspieler
- 1933 - Joakim Frederik Skovgaard, dänischer Maler, Grafiker und Keramiker
- 1936 - Sri Yukteswar, indischer Yogi und Guru
- 1943 - Otto Freundlich, deutscher Maler und Bildhauer
- 1949 - Charles Bennett, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1952 - Alexandra Michailowna Kollontai, russische Revolutionärin, Diplomatin und Schriftstellerin
- 1952 - Eberhard Wildermuth, deutscher Politiker
- 1954 - Clara Westhoff, Bildhauerin
- 1954 - Eva Ahnert-Rohlfs, deutsche Astronomin
- 1954 - Walter Braunfels, deutscher Komponist
- 1955 - Matthew Henson, US-amerikanischer Polarforscher
- 1955 - Monique Saint-Hélier, Schweizer Schriftstellerin
- 1963 - Werner Beumelburg, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1964 - Paul von Lettow-Vorbeck, preußischer Generalmajor und Schriftsteller
- 1969 - Charles Brackett, US-amerikanischer Drehbuchautor
- 1969 - Walter Christaller, deutscher Geograf
- 1971 - Karl Knaths, US-amerikanischer Maler
- 1971 - Kirellos VI., Patriarch von Alexandria
- 1974 - Earl Wilbur Sutherland, US-amerikanischer Physiologe (Nobelpreis für Medizin)
- 1979 - Jean-Marie Villot, Kardinal und Camerlengo der katholischen Kirche
- 1980 - Olga Konstantinowna Tschechowa, deutsche Schauspielerin russischer Herkunft
- 1980 - Olga Tschechowa, deutsche Schauspielerin
- 1981 - Max Delbrück, US-amerikanischer Biologe, Nobelpreisträger
- 1983 - Ulf von Euler, schwedischer Mediziner und Neurochemiker
- 1984 - Imogen Holst, englische Musikschriftstellerin, Komponistin und Dirigentin
- 1986 - Walter Bader, deutscher Archäologe und Denkmalschützer
- 1988 - Kurt Georg Kiesinger, deutscher Politiker und Bundeskanzler
- 1989 - Robert Mapplethorpe, US-amerikanischer Fotograf
- 1992 - Menachem Begin, israelischer Politiker und Regierungschef
- 1993 - Cyril Northcote Parkinson, britischer Historiker und Publizist
- 1993 - Max August Zorn, US-amerikanischer Professor der Mathematik
- 1994 - Charles Bukowski, US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller
- 1994 - Fernando Rey, spanischer Schauspieler
- 1994 - Wilhelm Brese, deutscher Politiker
- 1996 - George Burns, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1997 - Christopher Wallace alias The Notorious B.I.G., US-amerikanischer Hip Hop-Musiker
- 1997 - Vera Ferra-Mikura, österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin
- 1998 - Ulrich Schamoni, deutscher Filmregisseur und Schriftsteller
- 2003 - Bernard Dowiyogo, nauruischer Politiker
- 2003 - Konrad Buchwald, deutscher Botaniker und Politiker
- 2003 - Stan Brakhage, US-amerikanischer Filmregisseur
- 2005 - Benno Hoffmann, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 2005 - Chris LeDoux, US-amerikanischer Country-Musiker
-