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| Kaschubien |
KaschubienDie Kaschubei (auch Kaschubien) ist ein Landstrich in Pommern, Polen, westlich und südwestlich der Städte Danzig und Gdynia.
Die Kaschubei bildet den östlichsten Teil der pommerschen Seenplatte auf dem baltischen Landrücken. Etwa 40 km südwestlich von Danzig erreicht dieser mit 331 m seinen höchsten Punkt im Turmberg. Er ist der Mittelpunkt der kaschubischen Schweiz, des schönsten und bekanntesten Teils der Kaschubei. Die Kaschubei ist ein hoch gelegenes Hügelland auf eiszeitlichen Grund- und Endmoränen. Nach Westen fehlt eine scharfe Grenze, sowohl geologisch als auch ethnographisch, im Norden grenzt sie an die Ostsee, im Osten an die Danziger Niederung, und im Süden bilden die sandigen Flächen der Tucheler Heide ihren Abschluss.
Der größte Teil der in der Kaschubei entspringenden Flüsse gehört zum Stromgebiet der Weichsel. Zu ihr strömen die Brahe mit ihren Zuflüssen, das Schwarzwasser, das den großen Weitsee entwässert, ferner die Ferse mit der Fietze und schließlich der Hauptfluss der Kaschubei, die Radunia (Radaune), die die Gewässer zahlreicher Seen erst der Mottlau und dann der Weichsel zuführt.
Mehrere hundert Seen gibt es in der Kaschubei, sie sind meist langgestreckt und schmal.
Benannt wurde die Kaschubei nach der Volksgruppe der Kaschuben, die hier lebt. In seiner Arbeit Geografia współczesnych Kaszub [Geographie der heutigen Kaschubei] (Gdańsk 1999) hat der Danziger Wissenschaftler Jan Modrawski ethnologische Kriterien erstellt, nach denen Gebiete des heutigen Polens als Kaschubei angesehen werden dürfen. Die Bedingung, daß mindestens ein Drittel der Bewohner Kaschuben sind, erfüllen 43 Gemeinden in der Wojewodschaft Pommern. Die Gemeinden (Gmina - sg.) befinden sich in den folgenden Kreisen (Powiat - sg.):
Wojewodschaft Pommern
- Powiat Pucki (kasch. Pùcczi kréz): 1. Stadt Hel (kasch. Hél), 2. Gmina Jastarnia (kasch. Jastarniô), 3. Stadt und Gmina Puck (kasch. Pùck), 4. Gmina Władysławowo (kasch. Wiôlgô Wies), 5. Gmina Kosakowo (kasch. Kòsôkòwò), 6. Gmina Krokowa (kasch. Krokòwa).
- Powiat Wejherowski (kasch. Wejrowsczi kréz): 1. Stadt Reda (kasch. Réda), 2. Stadt Rumia (kasch. Rëmiô), 3. Stadt und Gmina Wejherowo (kasch. Wejrowò), 4. Teil der Gmina Choczewo (kasch. Chòczewò), 5. Gmina Gniewino (kasch. Gniewino), 6. Gmina Linia (kasch. Lëniô), 7. Gmina Luzino (kasch. Lëzëno), 8. Gmina Łęczyce (kasch. Łãczëce), 9. Gmina Szemud (kasch. Szëmôłd).
- Powiat Lęborski (kasch. Lãbòrsczi kréz): 1. Teil der Gmina Cewice (kasch. Céwice).
- Powiat Bytowski (kasch. Bëtowsczi kréz): 1. Stadt und Gmina Bytów (kasch. Bëtowò), 2. Gmina Czarna Dąbrówka (kasch. Czôrnô Dãbrówka), 3. Gmina Lipnica (kasch. Lëpnica,), 4. Gmina Parchowo (kasch. Parchòwò), 5. Gmina Tuchomie (kasch. Tëchòmié).
- Powiat Kartuski (kasch. Kartësczi kréz): 1. Stadt und Gmina Kartuzy (kasch. Kartuzë), 2. Stadt und Gmina Żukowo (kasch. Żukòwò), 3. Gmina Chmielno (kasch. Chmielno), 4. Gmina Przodkowo (kasch. Przedkòwò), 5. Gmina Sulęczyno (kasch. Sëlëczëno), 6. Gmina Sierakowice (kasch. Sërakòjce), 7.Gmina Somonino (kasch. Somònino)
- Powiat Kościerski (kasch. Kòscérsczi kréz): 1. Stadt und Gmina Kościerzyna (kasch. Kòscérzëna), 2. Gmina Dziemiany (kasch. Dzemiónë), 3. Teil der Gmina Karsin (kasch. Kôrsëno), 4.Gmina Lipusz (kasch. Lëpùsz), 6. Teil der Gmina Nowa Karczma (kasch. Nowô Karczma.
- Powiat Chojnicki (kasch. Chònicczi kréz): 1. Stadt und Gmina Brusy (kasch. Brusë), 2. Nördlicher Teil der Gmina Chojnice (kasch. Chònice), 3.Gmina Konarzyny (kasch. Kònarzënë).
- Powiat Człuchowski (kasch. Człëchòwsczi kréz): 1. Teil der Gmina Przechlewo (kasch. Przechlewò).
- Städte: Gdańsk (kasch. Gduńsk) (mit Ausnahme des östlichen Teils), Gdynia (kasch. Gdiniô), Sopot (kasch. Sopòt), in denen ungefähr 70.000 Kaschuben wohnen.
Innerhalb so bemessener Grenzen beträgt das Gebiet der Kaschubei annähernd 6.200 km².
Aufnahme in die Weltliteratur fand die Kaschubei in Günter Grass' Werk Die Blechtrommel.
Literatur
Friedrich Lorentz, Geschichte der Kaschuben, Berlin 1926
Ostrowska, R. und Trojanowska, I., Bedeker kaszubski, Gdańsk 1978
Weblinks
- [http://www.kaszubia.com/de kaszubia.com]
Kategorie:Region
Kategorie:Geographie (Polen)
Kategorie:Pommern
Pommern (Land)Pommern ist eine ehemalige preußische Provinz.
Die Verwaltungsgliederung in der Provinz Pommern von 1816 bis 1945
In der Zeit von 1816 bis 1945 hat sich die territoriale Verwaltungsgliederung in der überwiegend landwirtschaftlich strukturierten Provinz Pommern nur allmählich verändert.
Regierungsbezirke
Bis 1945 bestanden die beiden Regierungsbezirke Köslin und Stettin. Der vorpommersche Regierungsbezirk Stralsund wurde zum 1. Oktober 1932 aufgelöst und seine Kreise dem Stettiner Bezirk zugeschlagen. Zum 1. Oktober 1938 erhielt Pommern den größten Teil der Kreise aus der aufgelösten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen zugesprochen und organisierte sie in einem neuen Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen mit dem Sitz in Schneidemühl.
Stadtkreise
Außer dem bereits 1816 bestehenden Stadtkreis Stettin entstanden im Laufe der Zeit die folgenden weiteren Stadtkreise:
- Stralsund: 1874
- Stolp: 1898
- Stargard i. Pom.: 1901
- Greifswald: 1913
- Kolberg: 1920
- Köslin: 1923
Landkreise
Im übrigen wurden die folgenden Kreise aufgelöst:
- Lauenburg-Bütow: 1846
- Fürstenthum: 1872
- Schivelbein: 1932
- Bublitz: 1932
- Randow: 1939
während die folgenden Kreise neu entstanden:
- Bütow: 1846
- Lauenburg i. Pom.: 1846
- Bublitz: 1872
- Köslin: 1872
- Kolberg-Körlin: 1872
Kreise in Pommern 1945
Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen [Sitz: Schneidemühl]
Stadtkreise
#Schneidemühl
Landkreise
#Arnswalde
#Deutsch Krone
#Dramburg
#Flatow
#Friedeberg Nm.
#Netzekreis [Sitz: Schönlanke, Kreisstadt]
#Neustettin
#Schlochau
Regierungsbezirk Köslin
Stadtkreise
#Köslin
#Kolberg
#Stolp
Landkreise
#Belgard (Persante)
#Bütow
#Greifenberg i. Pom.
#Köslin
#Kolberg-Körlin [Sitz: Kolberg]
#Lauenburg i. Pom.
#Regenwalde [Sitz: Labes]
#Rummelsburg i. Pom.
#Schlawe i. Pom.
#Stolp
Regierungsbezirk Stettin
Stadtkreise
#Greifswald
#Stargard i. Pom.
#Stettin
#Stralsund
Landkreise
#Anklam
#Cammin i. Pom.
#Demmin
#Franzburg-Barth [Sitz: Barth]
#Greifenhagen
#Greifswald
#Grimmen
#Naugard
#Pyritz
#Rügen [Sitz: Bergen auf Rügen]
#Saatzig [Sitz: Stargard i. Pom.]
#Ueckermünde
#Usedom-Wollin [Sitz: Swinemünde]
Politik
Oberpräsidenten
- 1918-1919: Dr. Georg Michaelis
- 1919-1930: Julius Lippmann, DDP
- 1930-1933: Dr. Carl von Halfern, DVP
Provinziallandtag
- 1925: DNVP 49,4% - 37 Sitze | SPD 26,2% - 20 Sitze | DVP 5,9% - 5 Sitze | KPD 5,4% - 4 Sitze | WP 4,5% - 3 Sitze | AMP 4,2% - 3 Sitze | DDP 3,3% - 3 Sitze | Pommernliste 1,2% - 1 Sitz
- 1929: DNVP 40,8% - 31 Sitze | SPD 30,6% - 24 Sitze | KPD 5,8% - 5 Sitze | WP 5,2% - 4 Sitze | DVP 4,9% - 4 Sitze | NSDAP 4,1 - 4 Sitze | DDP 3,1 % - 3 Sitze
- 1933: NSDAP 57,9% - 44 Sitze | DNVP 18,4% - 14 Sitze | SPD 16,3% - 13 Sitze | KPD 5,2% - 4 Sitze An 100% fehlende Stimmen = Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge
Weitere Artikel
Ostelbien
Weblinks
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/provinz_pommern.htm Provinz Pommern]
- [http://www.kolberg-koerlin.de Landkreis Kolberg-Körlin]
- [http://www.pommersches-landesmuseum.de Pommersches Landesmuseum, Hansestadt Greifswald]
- [http://schlawe.de Landkreis Schlawe i. Pom.]
Kategorie:Preußische Provinz
Kategorie:Pommern
Kategorie:Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns
Kategorie:Geschichte Polens
ja:ポモージェ
Polen
Die Republik Polen (poln. Rzeczpospolita Polska) ist ein Staat in Mitteleuropa.
Polens Grenzen sind 3582 km lang, wobei 467 km auf die Grenze zu Deutschland im Westen, 790 km auf die zu Tschechien und 539 km auf die zu der Slowakei im Süden, 529 auf die zur Ukraine und 416 auf die zu Weißrussland im Osten, 103 km auf die zu Litauen und 210 auf die zur russische Exklave Kaliningrad im Nordosten sowie 528 auf die Ostsee-Küste im Norden entfallen. Flächenmäßig ist Polen der neuntgrößte Staat in Europa.
Der Name "Polen" kommt von dem westslawischen Stamm der Polanen, deren Siedlungsgebiet sich im zentralpolnischen Großpolen um Posen und Gnesen befand und die die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug im 10. Jahrhundert unterwarfen und einigten. Den Namen "Polanen" kan man mit "Feldbewohner" übersetzen (pole = Feld). Der latainische Name Terra Poloniae oder Regnum Poloniae wurde seit dem 11. Jahrhundert für das ganze polnische Staatsgebiet verwendet. Das Ursprungsgebiet der Polanen wurde ab dem 14. Jahrhundert als Altpolen und später Großpolen (von lat.: Polonia Maior) bezeichnet, während die südlicheren Landesteile um Krakau Kleinpolen (von lat.: Polonia Minor) genannt wurden.
Andere Namen für das Land Polen und die Polen gehen auf den Stamm der Lędzianen zurück, die im Südosten Polens an der mittleren Weichsel siedelten, z.B. Lechia, Lenkija (litauisch), Lechistan (persisch) sowie Lach (russisch), Lengyel (ungarisch).
Geographie
Weichsel
Das Gebiet Polens besteht aus fünf geografischen Räumen. Im Nordwesten befindet sich die von der pommerschen bis zur Danziger Bucht reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen, Binnengewässer und Dünen gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das das Stettiner- und Frische Haff sowie die Pucker Bucht gegliedert. Im Norden und der Mitte schließt sich das von der Eiszeit geformtes Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, das durch seine vier großen Seenplatten (Masurische Seenplatte, Kaschubische Seenplatte, Pommersche Seenplatte und Großpolnische Seenplatte) gekennzeichnet wird, deren Mermal neben den zahlreichen Gewässern vor allem die hügelige Moränenlandschaft ist, vgl. z.B. Kaschubische Schweiz. Südlich daran schließt sich die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägte Landschaft Schlesiens und Masowiens an. Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch die Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge Krakauer-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzberge, Beskiden, Waldkarpaten und Sudeten. Die höchste Erhebung, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge.
Siehe auch: Großpolen, Masowien, Ermland-Masuren, Pommern, Schlesien, Kleinpolen, Podlasien.
Geologie
Podlasien]
Die geologische Struktur Polens ist im wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision der Kontinente Afrika und Europa während der letzten Jahrmillionen und die Vergletscherung aus Skandinavien. Beide Ereignisse formten die Karpaten und die Sudeten. Die Moränenlandschaft Nordpolens weist zumeist Sand- und Lehmböden auf, während die südlicheren Urstromtäler oft Lößböden haben. Der Jura, die Pieninen und die Westliche Tatra betehen aus Kalkstein, während die Hohe Tatra, die Beskiden und das Riesengebirge sich zum großen Teil aus Granit und Basalten zusammensetzten. Das Heiligkreuzgebirge ist eines der ältesten Gebirge der Welt.
Berge
Basalt
Polen hat 21 Zweitausender, von denen sich alle in der Tatra befinden. Die Tatra, auf polnischem Gebiet bestehend aus Hoher- und Westlicher Tatra, stellt die höchste Bergkette in Polen und den ganzen Karpaten dar. Der mit 2.499 m höchste Berg Rysy mit seinem hochgelegenen See Morskie Oko liegt in der Hohen Tatra.
Der mit 2 m unter N.N. am tiefsten gelegene Punkt befindet sich bei Raczki Elbląskie in der Nähe von Elbląg im Weichseldelta.
Die zweithöchste Gebirgkette in Polen sind die Saybuscher Beskiden mit der Babia Gora (1725 m) als höchsten Gipfel. Gefolgten werden sie von dem Riesengebirge, dessen Schneekoppe mit 1602 m die höchste Erhebung der Sudeten darstellt. Zu den schönsten Bergen Polens gehören die Waldkarpaten im äußersten Südosten des Landes, deren höchste in der Polonina die Tarnica mit ca. 1300 m ist. Unter Touristen sind zudem die Niederen Beskiden ca. 1000 m , die Gorce ca. 1300 m, und die Pieniny ca. 1000 m bekannt, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt sind.
:Kategorie:Gebirge in Polen
Seen
:Kategorie:Gebirge in Polen
Polen gehört mit fast 10.000 geschlossenen Gewässern, deren Fläche einen ha überschreitet, zu den seenreichsten Ländern der Welt. In Europa weist nur Finnland mehr Seen pro qm als Polen auf. Die größten Seen mit über 100 km² Fläche sind Sniardwy und Mamry in Masuren sowie Łebsko und Drawsko in Pommern. Neben den Seenplatten im Norden (Masuren, Pommern, Kaschubei, Großpolen) gibt es auch eine hohe Anzahl an Bergseen in der Tatra, von denen das Meeresauge der flächenmäßig größte ist. Der mit über 100 m tiefste See ist der Hancza in der Seenplatte von Wigry östlich von Masuren in der Wojewodschaft Podlachien. Gefolgt wird er von dem Tatra Bergsee "Großer Polnischer See" im "Tal der fünf polnischen Seen". Zu den ersten Seen deren Ufer besiedelt wurden, gehört die Großpolnische Seenplatte. Die Pfahlbausiedlung von Biskupin, die von mehr als 1000 Einwohnern bewohnt wurde, gründeten bereits vor dem 7. Jahrhundert v. Chr. Menschen aus der Lausitzer Kultur. Die Vorfahren der heutigen Polen, die Polanen, bauten ihre ersten Burgen auf den Seeinseln (pl. "Ostrów"). Der legendäre Fürst Popiel soll im 8. Jahrhundert von Kruszwica am Gopło-See regiert haben. Der erste historisch belegte Herrscher Polens, Herzog Mieszko I., hatte seinen Palast auf der Wartheinsel "Ostrów Tumski" in Posen.
:Kategorie:See in Polen
Flüsse
:Kategorie:See in Polen ]]
Die längsten Flüsse sind die Weichsel mit 1047 km, der Grenzfluss Oder mit 854 km, die Warta mit 808 km und der Bug mit 772 km. Die Weichsel und die Oder münden genauso wie zahlreiche kleiner Flüsse in Pommern in die Ostsee. Die Liebe und die Wegorapa fließen über die Pregel und die Czarna Hancza über die Memel in die Ostsee. Daneben entwässern einige kleinere Flüsse, wie die Izer in den Sudeten über die Elbe in die Nordsee. Die Orawa aus den Beskiden fließt über die Waag und die Donau genauso wie einige kleiner Flüsse aus den Waldkarpaten über den Dnister ins Schwarze Meer. Die polnischen Flüsse wurden schon sehr früh zur Schifffart genutzt. Bereits die Wikinger befuhren mit ihren Drachenbooten während ihrer Raubzüge durch Europa die Weichsel und die Oder. Im Mittelalter und der Neuzeit als Polen-Litauen die Kornkammer Europas waren, gewann die Verschiffung von Agrarprodukten auf der Weichsel Richtung Danzig und weiter nach Westeuropa eine sehr große Bedeutung, wovon noch viele Renaissance- und Barockspeicher in den Städten entlang des Flusses zeugen.
:Kategorie:Fluss in Polen
Küste
:Kategorie:Fluss in Polen]
Die polnische Ostseeküste ist 528 km lang und erstreckt sich von Swinemünde auf den Inseln Usedom und Wollin im Westen bis zu Krynica Morska auf der Frischen Nehrung (auch Weichsel Nehrung genannt) im Osten. Die polnische Küste ist zum großen Teil eine sandige Ausgleichsküste die durch die stetige Bewegung des Sandes aufgrund der Strömung und des Windes von West nach Ost charakterisiert wird. Dadurch bilden sich viele Kliffe, Dühnen und Nehrungen, die nach dem Auftreffen auf Land viele Binnengewässer schaffen, wie z.B das Jezioro Łebsko im Slowinzischen Nationalpark bei Łeba. Die bekanntesten Nehrungen sind die Hela und die Frische Nehrung. Die größte polnische Ostseeinsel ist Wolin. Die größten Hafenstädte sind Gdingen, Danzig, Stettin und Swinemünde. Die bekanntesten Ostseebäder sind Zoppot, Misdroy,Kolberg, Łeba, Habichtsberg und Jurata.
Polnische Inseln
Bodennutzung
Polnische Inseln]
28% des Landes sind von Wald bedeckt. Über die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, wobei allerdings die Gesamtfläche der Äcker zurückgeht und gleichzeitig die verbliebenen intensiver bewirtschaftet werden. Die Viehzucht ist insbesondere in den Bergen weit verbreitet. Große industrielle Ballungszentren sind das GOP in Oberschlesien, der Ballungsraum um Warschau und Lodsch sowie das Weichseldelta um die Dreistadt Danzig-Zoppot-Gdingen. Über 1 % der Fläche Polens - 3.145 km² - werden in 23 Nationalparks geschützt. In dieser Hinsicht nimmt Polen den ersten Platz in Europa ein. Drei weitere sollen in Masuren, im Krakauer-Tschenstochauer Jura und in den Waldkarpaten neugeschaffen werden. Die meisten polnischen Nationalparks befinden sich in den Bergen im Süden. Zudem werden Sumpfgebiete um Flüsse und Seen in Zentralpolen geschützt, sowie Küstengebiete im Norden. Zudem kommen zahlreiche Reservate und Schutzgebiete.
Flora und Fauna
Schutzgebiete]
In Polen leben noch Tiere, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie z.B. der Wisent im Urwald von Bialowieza in Podlachien und der Braunbär in Bialowieza, in der Tatra und in den Waldkarpaten, der Wolf und der Luchs in den Waldgebieten, der Elch in Nordpolen, der Biber in Masuren, Pommern und Podlachien. In den Wäldern trifft man auch auf Nieder- und Hochwild (Rotwild, Rehwild und Schwarzwild). Zudem gibt es im Osten Polens auch Urwälder, die nie von Menschen gerodet wurden, wie der zuvor erwähnte Urwald von Bialowieza. Große Waldgebiete gibt es auch in den Bergen, Masuren, Pommern und Niederschlesien. Polen ist auch das wichtigste Brutgebiet der europäischen Zugvögel. Ein Viertel aller Zugvögel die im Sommer nach Europa kommen brütet in Polen, insbesodere in den Seenplatten und den Sumpfgebieten der Biebrza, Narew und Warthe, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt werden. In Masuren gibt es Dörfer in denen mehr Störche als Menschen wohnen.
Liste der Nationalparks in Polen
Klima
Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler.
bild:Klima_gdynia.png|Klimadiagramm Gdynia
bild:Klima_warschau.png|Klimadiagramm Warschau
bild:Klima_krakau.png|Klimadiagramm Krakau
bild:Klima_zakopane.png|Klimadiagramm Zakopane
Größte Städte
Zakopane]
Zakopane]
Zakopane]
Zakopane]
Zakopane]
Siehe auch: Liste der Städte in Polen, Liste deutscher Bezeichnungen polnischer Orte :Kategorie:Ort in Polen
Bevölkerung
Polen hat mit 40 Millionen Einwohnern die achtgrößte Bevölkerungszahl in Europa und die sechstgrößte in der Europäischen Union.
Polen ist ethnisch betrachtet ein äußerst homogener Staat, was ein Novum in der polnischen Geschichte darstellt: Die Polen stellen mit 99,3 % die Mehrheitsbevölkerung. Die verbleibende Minderheitsbevölkerung in Polen setzt sich nach der Volkszählung von 2002 aus Deutschen (ca. 150.000), Weißrussen (ca. 49.000) und Ukrainern (ca. 30.000) sowie Tataren, Litauern, Roma, Lemken, Russen, Karäern, Slowaken und Tschechen zusammen. Unter den ausländischen Staatsangehörigen stellen Vietnamesen die größte ethnische Gruppe, gefolgt von Griechen und Armeniern.
Religion
Armenier
Armenier) ist die größte Kirche in Polen und die fünftgrößte auf der Welt]]
Armenier]
Die polnischen Stämme waren ursprünglich Heiden und hatten - ähnlich wie die anderen Westslawen - ein polotheistisches Religionssystem, dessen Hauptgott Świętowit war, dessen vierköpfige Statuten zwischen Pommern (z.B. bei Kap Arkona auf Rügen) und der Ukraine (z.B. der Antichrist aus dem Zburz) gefunden wurden. Diese Religion konnte sich teilweise bis ins 14. Jahrhundert behaupten. Insbesondere im Nordosten wurde auch ein Ahnenkult gepflegt, der teilweise bis ins 19. Jahrhundert überdauerte und in der Romantik u.a. von Adam Mickiewicz in seinem Drama Dziady wieder aufgegriffen wurde.
Die polnischen Stämme kamen wahrscheinlich im 9. Jahrhundert über das Großmährische Reich mit dem christlichen Glauben zum ersten mal in Kontakt. Die Wislanen in Kleinpolen wurde zur Zeit der byzantinischen Slawenapostel Kyrill und Method von den Herrschern des Großmährischen Reiches erobert und nach mährischen Chronisten soll bereits zu dieser Zeit das Christentum im slawischen Ritus in der Region um Krakau eingeführt worden sein. Im Jahre 965 heiratete der Herzog von Polen, Mieszko I., eine tschechische Prinzessin christlichen Glaubens und ließ sich im folgenden Jahr im lateinischen Ritus taufen. Damit hatten auch seine Untertanen den neuen Glauben anzunehmen. Polen war jedoch im Mittelalter nie einheitlich in der Religion. Noch bevor sich der christliche Glaube endgültig durchsetzten konnte, wanderten in den nächsten Jahrhunderten, begünstigt durch das Tolleranzedikt von Kalisch von 1265 Juden aus Westeuropa und Hussiten aus Böhmen nach Polen ein. Durch die Union mit Litauen 1386 und 1569 kamen viele weissrussisch- und ukrainischsprachige orthodoxe Christen unter die Herrschaft der polnischen Könige. Das Luthertum fand seit dem 16. Jahrhundert besonders bei der deutschen Bevölkerung in den nordpolnischen Städten viele Anhänger, während der Kalvinismus beim Kleinadel, der Szlachta, beliebt war. Es bildete sich auch eine polnische Sekte der arianischen Polnischen Brüder unter der Leitung von Fausto Sozzini, die in Rakow sogar eine eigene Universität gründete. Der Sejm von 1555 debattierte über die Einführung einer protestantischen Nationalkirche in Polen. Diese wurde zwar nicht eingeführt doch die Warschauer Konföderation und die Heinrichschen Artikel von 1573 sicherten die individuelle Glaubensfreiheit in der polnischen Verfassung, daher kam es in Polen nie zu Religionskriegen. 1596 wurde in der Kirchenunion von Brest die griechisch-katholische Kirche gegründet. Im 17. Jahrhundert vermochte die Gegenreformation jedoch die meisten "Andersgläubigen" auf die katholische Seite zu ziehen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts siedelte der polnische König Jan Sobieski moslemische Tataren in Podlachien an. Eine relativ große moslemische Minderheit lebte auch um Kamieniec Podolski in Podolien, das zwischen 1672 und 1699 zum Osmanischen Reich gehörte. Im 18. Jahrhundert bildeten sich unter den polnischen Juden zwei dominierende Glaubensrichtungen, die aufgeklärte Haskala und die orthodoxen Chassiden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Westverschiebung Polens ist Polen fast einheitlich katholisch - über 90 % römisch-katholisch, davon etwa 70 % praktizierend; 0,5 % Polnisch-Orthodoxe; 1,4 % Protestanten, 0,1 % Altkatholiken und religiöse Minderheiten von Zeugen Jehovas, Juden und Moslems (unter anderem die Tataren bei Białystok ). Die heute polnischen Regionen Niederschlesien, Lebus, Westpreußen, Pommern und das südliche Ostpreußen waren vor der Vertreibung der ansässigen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg mehrheitlich evangelisch-lutherisch. Oberschlesien und Ermland waren demgegenüber bereits vor dem Zweiten Weltkrieg schon mehrheitlich katholisch.
Ein besonders hohes Ansehen in Polen besitzt der verstorbene Papst Johannes Paul II., der vor seiner Papstwahl als Karol Wojtyła Erzbischof von Krakau war und eine bedeutende politische Rolle während des Zusammenbruchs des Ostblocks inne hatte.
Siehe auch: Konfessionen in Polen
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Polens
Vorhistorische Zeit und Gründung
Geschichte Polens im Frühmittelalter ]]
Während der Eiszeiten lebten bereits Jäger und Sammler auf dem Gebiet des heutigen polnischen Staates, soweit die Vergletscherung ihnen Lebensraum zurückließ. Zentren dieser frühen Kulturen waren z.B Höhlen und Felsen in den südlichen Bergen. So wurde z.B. der Wawelhügel mitsamt Grotte in Krakau schon vor 20.000 Jahren bewohnt. In der Bronze- und Eisenzeit dominierte die Lausitzer Kultur und Przeworsker Kultur. Als bekanntestes Beispiel gilt die Pfahlbausiedlung in Biskupin, die um 700 v. Chr. gegründet wurde und um 400 v. Chr. von Skythen zerstört wurde. Während der Antike unterhielt die Bevölkerung im Gebiet des heutigen Polen über die Bernsteinstrassen Handelsbeziehungen mit Rom und Griechenland. Die Römer erwähnten bereits um Christi Geburt die Städte Kalisch und Turso. Germanische Stämme, die zeitweilig in Nord- und Westpolen siedelten (Goten, Vandalen und Burgunder) zogen während der Spätantike ins heutige Frankreich, Spanien und Tunesien und vermischten sich mit den dortigen Bevölkerungen. Gleichzeitig kamen während der Völkerwanderung andere Völker, darunter die Hunnen, Slawen und Awaren in das heutige Polen. Dauerhaft siedelten seit dem 5. Jahrhundert die Westslawen. Vor der Staatsgründung veranstalteten die Wikinger, Ungarn und Mährer Raubzüge nach Polen. Mit dieser Zeit verbindet man auch die Sagen um die ersten Urfürsten Polens Popiel, Piast, Lech und Siemowit.
Polen, dessen Name sich vom westslawischen Stamm der Polanen ableitet, ist als Herzogtum im frühen 10. Jahrhundert von Posen und Gnesen aus gegründet worden. Es wurde von 960 bis 992 vom Herzog Mieszko I. aus der Dynastie der Piasten regiert, der nach und nach die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug unterwarf.
966 ließ sich Mieszko I nach römisch-katholischem Ritus taufen. Das Territorium erreichte durch Eroberungen unter Mieszko I. und seinem Sohn Boleslaw dem Tapferen Grenzen, die den heutigen Staatsgrenzen sehr nahe kamen. Um 997 schloss Polen ein enges politisch-militärisches Bündnis mit dem Heiligen Römischen Reich, während des Staatsakts zu Gnesen im Jahr 1000 wurde die Übereinkunft vom polnischen Herrscher Boleslaw I. und Kaiser Otto III. bestätigt. Mit der Krönung Boleslaws
im Jahr 1025 wurde Polen in den Stand eines Königreiches erhoben.
Mittelalter und Neuzeit
Königreich - 1795 ]]
Während der Regentschaft des Piasten Kasimir I., wurde die Hauptstadt 1040 von Gnesen nach Krakau verlegt. Nach dem Tod von Boleslaw Schiefmund 1138 wurde die Senioratsverfassung eingeführt, nach welcher die Söhne Boleslaw III. als Juniorherzöge unter dem Seniorat des jeweils Ältesten der Dynastie unter ihnen die einzelnen Landesteile regierten. Bis 1295 dauerte die feudale Zersplitterung, der sogenannte Partikularismus, in Polen an, der zu einer starken politischen Schwächung Polens im 13. Jahrhundert führte. Polen zerfiel in mehrere de facto unabhängige Herzogtümer, Kleinpolen, Großpolen, Pommern, Sandomir, Schlesien, Masowien und Leczyca. Hinzu kamen in den folgenden Jahrhunderten Eroberungen verschiedener Staaten (Kgr. Böhmen, Mgf. Brandenburg, Kreuzritter vom Deutscher Orden). Auch der Mongolensturm des Jahres 1241, und die nachfolgenden großen Plünderungszüge der Tartaren ließen die Bevölkerungszahl in den polnischen Teilfürstentümern schrumfen.
Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Polen unter der Regentschaft von Wladyslaw Ellenlang wiedervereinigt. Sein Sohn, Kasimir der Große, setzte den väterlichen Kampf um die Einheit fort und leitete erfolgreich soziale und wirtschaftliche Reformen ein, die Polen zu einer machtvollen Position in Mitteleuropa verhalfen. 1386 heiratete der litauische Großfürst Jagiello die polnische Königin Jadwiga von Anjou. Er, Wladyslaw II. Jagiello, nunmehr zugleich litauischer Großfürst und polnischer König, schuf den mächtigen Doppelstaat Polen-Litauen, der für die nächsten 300 Jahre die Geschicke Mittel- und Osteuropas entscheidend beeinflußte. Im 15. Jahrhundert, nach der politischen Ausschaltung des Deutschen Ordens, stieg das aus Polen und Litauen hervorgegangene Großreich zu einer der führenden Kontinentalmächte und war lange Zeit der größte Staat Europas mit Einflußsphären vom Baltischen- zum Schwarzen Meer und von der Adria bis an die Tore Moskaus. Auf Betreiben des letzten polnischen Königs aus der Jagiellonen-Dynastie, Sigismund August, wurde die Personalunion zwischen Polen und Litauen in Lublin im Jahr 1569 in eine Realunion umgewandelt. Polen und Litauen bildeten seit 1569 die sogenannte Adelsrepublik und damit den ersten modernen Staat Europas mit einem adelsrepublikanischen System.
Teilung, Unterdrückung und Kampf um die Unabhängigkeit
Geschichte Polens, 1793, 1795 ]]
Durch zahlreiche Kriege mit Schweden, dem Osmanischen Reich, Russland, Brandenburg-Preußen, Siebenbürgen, fehlende politische Reformen, sowie innere Unruhen in der Adelsrepublik, die sich durch Bildung von Magnaten Konföderationen gegen die Interessen des Staates und des Königs, Kosakenaufstände und dauerhafte Konfrontation mit den Krim-Tataren in den südöstlichen Wojewodschaften kennzeichneten, stürzten Polen im 17. und 18. Jahrhundert in dauerhafte Krise. In den drei Teilungen Polens 1772, 1793 und 1795 wurde Polens innere Schwäche von seinen Nachbarn Preußen, Österreich und Russland ausgenutzt, welche Polen überfielen und am Ende rechtswidrig unter sich aufteilten. Polen wurde damit seiner Freiheit beraubt und in drei unterschiedliche Staaten zerrissen.
Auf Drängen des französischen Kaisers Napoleon entstand im Rahmen des Friedens von Tilsit 1807 aus den preußischen Besatzungszonen der Zweiten- und Dritten Teilung (1809 kam das mit der Dritten Teilung seit 1795 österreichisch besetzte Westgalizien hinzu), ein relativ kleines Herzogtum Warschau, als Vasallenstaat des revolutionären Frankreichs. Durch die Niederlage der polnisch-französischen Allianz in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, wurde das Herzogtum auf dem durch die Teilungsmächte dominierten Wiener Kongress größenteils 1815 dem zaristischen Russland zugesprochen, welches als Kongress-Polen in Personalunion mit Russland bis 1831 weitgehende Autonomie genoß. Im fehlgeschlagenen Novemberaufstand von 1830 versuchten die Polen die russische Fremdherrschaft und Dominanz abzuschütteln. Mit der Niederlage der Polen wurde die polnische Bevölkerung seit 1831 in den preußischen und russischen Besatzungszonen einer verstärkten Germanisierung - zufolge den preußischen Volkszählungen ohne größere Auswirkungen auf die Bevölkerungsverhältnisse - und Russifizierung unterzogen, die nach dem zweiten gescheiterten großen polnischen Aufstand, dem Januaraufstand von 1863, besonders forciert wurde. Die Bezeichnung Polen wurde verboten und das Land durch die russische Obrigkeit in "Weichselland" unbenannt. Ähnlich verfuhren auch die Hohenzollern mit ihrer Clique in Pommerellen und Großpolen (Provinz Posen), obgleich in preußischen Schulbüchern und Volkszählungen die Bezeichnung "Polen" weiterhin gebräuchlich blieb. Nur im von Österreich besetzten polnischen Galizien konnten die Polen mit den Liberalisierungsbestrebungen des Hauses Habsburg in der Donaumonarchie seit 1867 der geistig-nationalen Knechtschaft in den von Preußen und Russland dominierten Teilen Polens entkommen, das von da ab das Fundament der Wiedergeburt Polens nach dem Ersten Weltkrieg bildete.
Unabhängigkeit und die Zweite Republik 1918 - 1939
Ersten Weltkrieg am 18. März 1921, administrative Aufteilung in Wojewodschaften ]]
Aufgrund der Niederlage der Teilungsmächte nach dem Ersten Weltkrieg, erlangte Polen 1918 seine Souveränität zurück. Im Versailler Friedensvertrag wurden die Unabhängigkeit Polens 1919 auch im internationalen Rahmen bestätigt, während die Teilungsverträge der Jahre 1772, 1793 und 1795 für illegal erklärt und anschließend annulliert wurden.
Aufgrund der unklaren politischen Verhältnisse nach dem Zusammenbruch der Hohenzollern- und Romanow-Monarchien, kam es zu Grenzkonflikten bei der Neuordnung Mittel- und Osteuropas. 1919 begannen kämpferische Auseinandersetzungen zwischen polnischen, ukrainischen und bolschewistisch-russischen Kräften. Im August 1920 eroberten die Bolschewiken während des Polnisch-Sowjetischen Krieges Ostpolen, darunter auch weite Teile Galiziens. Nach dem Sieg Marschall Piłsudskis gegen die Bolschewiken an der Weichsel, wurde im Friedensvertrag von Riga am 18. März 1921 Polens Ostgrenze im Vergleich zur Curzon-Linie um etwa 250 km nach Osten verschoben. Die Curzon-Linie markierte die östliche Grenze des geschlossenen polnischen Siedlungsgebietes, während die östlichen Gebiete eine gemischte Bevölkerungsstrukur aus Polen, Ukrainern, Weißrussen, Litauern, Juden, Tataren, Deutschen u.a. aufwiesen, wobei Polen in vielen Städten und die anderen Bevölkerungsgruppen, meist Weißrussen bzw. Ukrainer, auf dem Land dominierten. Während die Bevölkerungsmehrheit der Städte meist katholisch bzw. jüdisch war, war die Landbevölkerung überwiegend russisch- bzw. ukrainisch-orthodox. Gleichwohl verfehlte Piłsudski sein Ziel, die Ukraine als unabhängigen „Pufferstaat“ zwischen Polen und Russland zu etablieren, was eines der zentralen Ziele der polnischen Politik war. In Riga erkannte Polen die Ukraine als Teil der Sowjetunion unter Mykoła Skrypnyk an. Im annektierten Gebiet östlich des Westlichen Bugs, bildeten die Polen 1919 25% der Bevölkerung, 1939, nach der Amtszeit Piłsudskis waren es bereits etwa 38%. Polnische Sprachinseln im je nach Region mehrheitlich ukrainisch, weißrussischen oder litauischen Umland waren die Regionen Vilnius und Lemberg.
Kurz bevor Polen selbst vom nationalsozialistischen Deutschland überfallen wurde, stellte es im Zuge des Münchener Abkommens territoriale Forderungen an die Tschechoslowakei. Im Oktober 1938 annektierte Polen gegen den Willen der tschechischen Regierung das Olsagebiet, welches 1919 von der Tschechoslowakei besetzt wurde und mehrheitlich von Polen bewohnt wurde. Im September 1939 wurde Polen gemeinsam vom Dritten Deutschen Reich, dem deutschen Vasallenstaat Slowakei unter Jozef Tiso und der Sowjetunion überfallen. Zuerst besetzten Truppen des Deutschen Reichs und der Slowakei das Land und am 17. September, unter dem Vorwand des „Schutzes“ der weißrussisch-ukrainischen Bevölkerung, die Truppen der Sowjetunion. Die Annexion und Aufteilung des polnischen Staatsgebietes war zuvor in einem geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt von den Diktatoren beschlossen worden. Damit nahm der Zweite Weltkrieg seinen Anfang, in dem sechs Millionen polnische Staatsbürger, darunter fast die Hälfte jüdischen Glaubens, ihr Leben verlieren sollten.
Zweiter Weltkrieg 1939 - 1945
Zweite Weltkrieg] Mit dem Überfall Deutschlands am 1. September und der Sowjetunion am 17. September 1939 auf Polen, begann der Zweite Weltkrieg. Noch vor dem Zusammenbruch der polnischen Front, floh die polnische Regierung über das neutrale Rumänien nach Paris, später nach London und organisierte von dort aus die Streitkräfte und den Widerstand neu.
Der Krieg gegen Polen sollte nach dem Willen der NS-Führung Züge eines rassistischen Verdrängungs- und Vernichtungsfeldzugs annehmen. Anders als im Westen machte Hitler schon vorher klar, dass er die "Liquidierung des führenden Polentums" (Reinhard Heydrich) ins Auge fasste. Allein in den ersten vier Monaten der deutschen Besatzungsherrschaft wurden mehrere 10.000 Personen erschossen. Dabei ist noch einmal zu betonen, dass es sich hier nicht um einzelne Exzesse handelte, die aus dem Klima des Hasses und den Zufälligkeiten des Krieges heraus entstanden, sondern um durchorganisierten Massenmord. Bereits Anfang der 1940er Jahre errichteten die Nationalsozialisten mehrere Konzentrationslager auf dem Gebiet Polens, u.a. Auschwitz, Majdanek, Treblinka. Die Besatzungszeit hatte für große Teile der polnischen Zivilbevölkerung katastrophale Folgen. Großpolen, Westpreußen, Danzig und Oberschlesien wurden direkt von Deutschland annektiert. Kleinpolen, Masowien und Galizien mit etwa 10 Millionen Menschen wurden als so genanntes "Generalgouvernement" dem Reichsminister Hans Frank unterstellt, der vom Königssitz der polnischen Könige, dem Wawel in Krakau, die Vernichtungspolitik leitete. Zu den übergreifenden Zielen der Besatzungspolitik im gesamten Gebiet gehörte 1.) die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Juden und polnischen Intelligenz, 2.) die Vorverlegung der deutschen Ostgrenze und die Erweiterung des "Lebensraums im Osten" und 3.) die Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft durch rücksichtslose Ausbeutung des Arbeitskräftepotenzials der Zwangsarbeiter und der materiellen Ressourcen Polens. Auch die Polen, die unter sowjetische Herrschaft geraten waren, waren von Gewaltmaßnahmen betroffen. Man schätzt, daß ungefähr 1,5 Millionen ehemalige polnische Bürger deportiert wurden. 300.000 polnische Soldaten gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, nur 82.000 von ihnen überlebten. Ein Großteil der Offiziere - ca. 40.000 Personen - wurde durch sowjetische Truppen 1940 bei Katyn und in den Lagern von Starobielsk, Kozielsk und Ostaszków ermordet.
Polnische Soldaten kämpften auf den Seiten der Alliierten an allen Fronten des Weltkiegs von der Luftschlacht um England, in Afrika, der Sowjetunion, bis zu den Invasionen in der Normandie und Italien. Die polnischen Soldaten stellten damit noch vor den Franzosen die viertgrößte Armee der Alliierten. Polnische Partisanengruppen, die die grösste Widerstandbewegung im besetzten Europa darstellten, leisteten auch in Polen selbst Widerstand. Nachdem die Rote Armee im Januar 1944 die polnische Grenze von 1939 überschritten hatte, wurden die Truppen der Heimatarmee vom NKWD entwaffnet, ihre Offiziere erschossen oder in den Gulag geschickt. Der Kampf einzelner Untergrundeinheiten gegen die sowjetische Besatzungsmacht dauerte jedoch bis Ende 1949 an.
Am 1. August 1944 begann der Warschauer Aufstand. Die Sowjetunion, deren Truppen bereits am Ostufer der Weichsel standen, ließ die Einheiten der Heimatarmee ausbluten und machte eine Hilfe der Westalliierten unmöglich. So konnten deutsche Truppen die größte europäische Erhebung gegen die Okkupanten brutal niederschlagen. Die Zahl der Toten wird auf 180.000 bis 250.000 geschätzt. Dabei wurde die Innenstadt Warschaus unter großem Einsatz an Sprengmaterial akribisch Haus für Haus dem Erdboden gleichgemacht.
Volksrepublik, Sozialismus und die Gewerkschaftsbewegung Solidarność 1945 - 1989
Weichsel in Polen]]
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden die Grenzen des ehemaligen polnischen Staatsgebietes gemäß dem Potsdamer Abkommen nach Westen verschoben: Polen verlor das gemischt, mehrheitlich von Ukrainern und Weißrussen bevölkerte Drittel seines bisherigen Staatsgebietes an die Sowjetunion und die dort ansässige polnische Bevölkerung, ca. 2 - 2,5 Millionen Menschen, wurde vertrieben. Aus dem heutigen Ostpolen wurden etwa 1 Millionen Ukrainer in die Sowjetunion vertrieben. Bereits in den Jahren 1943 - 1944 wurden Zehntausende Polen in den Massakern in Wolhynien ermordet und viele mussten flüchten. Im Westen und Norden wurden Polen die zuvor deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie als "Wiedergewonnene Gebiete", die ein Drittel des deutschen Reichgebiets darstellten, zugesprochen. Etwa 5 Millionen waren gegen Kriegsende von dort geflohen und wurden durch Einreiseverbot an einer Rückkehr gehindert (Schließung der Oder-Neiße-Übergänge für Rückkehrende am 30. Juni 1945). Aus den Ostgebieten wurden nach dem Krieg weitere 5 Millionen Menschen vertrieben. Die Gebiete wurden später überwiegend mit Bürgern aus Zentralpolen 3 Millionen, darunter etwa 0,5 Millionen zwangsumgesiedelte Ukrainer, und mit Vertriebenen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten (etwa 2 Millionen) besiedelt. Einige Oberschlesier, Masuren und Deutsche blieben als Minderheit zurück. Die neuen Grenzen wurden mit dem Potsdamer Abkommen vom August 1945 geregelt. Im Widerspruch zu den Regelungen in diesem Abkommen, die bis zum Abschluss eines Friedensvertrages die Grenzziehung westlich von Swinemünde und dann entlang von Oder und Neiße festschrieben, besetzte Polen mit Unterstützung Stalins auch die westlich der Oder gelegene Stadt Stettin und westlich angrenzende Gebiete, um sich diesen wichtigen Ostseehafen zu sichern. Mit dem Görlitzer Abkommen zwischen der neu entstandenen DDR und Polen vom 6. Juli 1950 wurde diese Grenzziehung dann auch vertraglich zumindest von der DDR akzeptiert.
Auf die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges folgte nun die kommunistische Diktatur. Das Land kam in den Einflussbereich der Sowjetunion und wurde als Volksrepublik dessen Satellitenstaat. Durch mehrere Aufstände äußerte die polnische Bevölkerung immer wieder ihren Unmut gegenüber der kommunistischen Führung (z. B. im Posener Aufstand). Die Gründung der Gewerkschaft Solidarność führte schließlich zu einem gesellschaftlich-politischen Umschwung im Land und zu den revolutionären Ereignissen von 1980 bis 1989, an deren Ende mit der Auflösung des sogenannten Ostblocks und der Sowjetunion das kommunistische Regime durch eine demokratische Regierungsform ersetzt wurde.
Das freie Polen und die Dritte Republik seit 1989
Ostblock
Seit 1989 wurde die polnische Wirtschaft nach dem Balcerowicz-Plan mit schnellen Schritten in eine funktionierende Marktwirtschaft umgewandelt. Nach nur einer Amtszeit wurde der ehemalige Solidarność-Vorsitzende Lech Wałęsa von dem postkommunistischen Aleksander Kwaśniewski als Präsident abgelöst, dessen doppelte Amtszeit am 23. Dezember 2005 zu Ende geht. Unter ihm trat Polen am 12. März 1999 der Nato bei.
Unter Leszek Miller entwickelte sich Polen während des Dritten Golfkrieges und in der Nachkriegszeit neben Großbritannien, Italien und Spanien zum wichtigsten Verbündeten der USA in Europa. Aufgrund der unterschiedlichen Haltungen der polnischen sowie der deutschen Regierung während des Irak-Konflikts kam es zu schweren Misstönen zwischen den beiden Staaten. Zu weiteren Verstimmungen führten Äußerungen der Verbände Heimatvertriebener, die ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin errichten bzw. Eigen
Danzig
Danzig (polnisch: Gdańsk [] - / kaschubisch: Gduńsk) ist eine polnische Hafenstadt und ehemalige deutsche Hansestadt. Sie liegt westlich der Weichselmündung in der historischen Landschaft Pommerellen und ist Hauptstadt des Woiwodschaft Pommern. Die Stadt hat 459.000 Einwohner (2005) und bildet zusammen mit Gdingen (Gdynia) und Zoppot (Sopot) einen Ballungsraum (Dreistadt) mit mehr als 1.035.000 Einwohnern.
Geschichte
siehe dazu die Artikel: Geschichte der Stadt Danzig bis 1878 und Danziger Postgeschichte
Antike und Völkerwanderung
Die Gegenden um Danzig und der Weichsel an der Ostsee wurden zwar von Tacitus, Ptolemäus als Magna Germania bezeichnet, bewohnt wurden sie zur der Zeit jedoch von Balten, welche hauptsächlich von der Fischerei lebten.
Zu dieser Zeit blüht der Handel mit Rom über die Bernsteinstraße.
Mittelalter
967-979 wurde Pommern mit Pommerellen polnisch. 979 Gründung einer Festung bei Danzig durch den polnischen Fürsten Mieszko I..
972 versuchte der sächsische Marktgraf Hodon, Mieszkos Vorstoß gen Pommern zu verhindern, musste jedoch in der Schlacht bei Zehden eine Niederlage einstecken.
997 wird Danzig "Gyddanyzc urbs" das erste Mal von Jan Kanapariusz als Stadt erwähnt. 997 wurde die Stadt auch von Prager Bischof Adalbert-Wojciech christlich getauft.
1138 wurde Danzig im Rahmen der Senioratsverfassung Hauptstadt des polnischen Teilfürstentums Pommerellen.
Herzog Subislaw gründete um 1185 das Kloster Oliva. Es wurde durch Zisterzienser aus dem pommerschen Kolbatz besetzt. 1224 erfolgte nahebei die Stadtgründung Danzigs nach Lübischem Stadtrecht.
Am 13. November 1308 wurde Danzig vom Deutschen Orden überfallen; 10 000 Menschen (ein Großteil der Bevölkerung) wurden dabei im Blutrausch regelrecht abgeschlachtet. In den folgenden Jahren stieg die Zuwanderung Deutscher Siedler, die Danzig seit dieser Zeit als "Deutsche Stadt" sahen.
Danzig war Mitglied der Hanse und nahm seit 1361 an den Hansetagen teil. Es blieb bis zum letzten Hansetag im Jahr 1669 Teil der Hanse, die jedoch seit dem Ende des 15. Jahrhunderts immer unbedeutender wurde. Zusammen mit Elbing und Thorn war Danzig die führende preußische Hansestadt.
Die Spannungen zwischen Deutschen Orden und den Danziger Händlern, von denen sich viele noch an das Blutbad von 1308 erinnerten, stieg weiter an, da die tyrannische Herrschaft des Ordens den Handel beschränkte. Man blickte voller Hoffnung auf Polen, das mittlererweile an Stabilität und Stärke gewonnen hatte. 1410 brach zwischen dem Deutschen Orden und Polen ein Krieg aus, welcher durch sich immer mehr häufende Überfälle und Plünderungen des Deutschen Ordens auf polnische Bauern und Klöster ausgelöst wurde. Noch im gleichen Jahr fand am 15. Juli in Grunwald (in Deutschland als Tannenberg bekannt)eine entscheidende Schlacht statt, aus der die polnische Seite als eindeutiger Sieger hervor ging.
1466 im Zweiten Frieden von Thorn bekam Polen vom besiegten Deutschen Orden, ganz Pommerellen mit Danzig nach mehr als 150 Jahren Besatzung wieder zurück. Der Deutsche Orden zog sich zurück nach Königsberg.
1470 wurde die Peter von Danzig, ein ursprünglich französisches Schiff, als erster großer Kraweel der Hanse für Kriegszwecke ausgerüstet.
Frühe Neuzeit
Von 1454 bis 1792 gehörte die Stadt Danzig zum Königreich Polen, innerhalb dessen es eine gewisse Autonomie hatte. Es war Teil des so genannten Königlichen Preußen und zugleich, da unmittelbar an der Weichselmündung gelegen, wichtigster polnischer Handelshafen. Da Danzig in dieser Zeit das Außenhandelsmonopol Polens mit Westeuropa hatte, stieg es bald zu einer der reichsten Städte in Europa auf.
1522 begann in Danzig die Reformation mit dem evangelischen Prediger Jacob Hegge.
1612 kam es zum Streit zwischen Lutheranern und Reformierten um den Bau eines Hochaltars in der Kirche zu Sankt Johann. Dies erregt den Protest der Reformierten, allen voran Pfarrer Jakob Adam.
1615 führte der Stadtsekretär Reinhold Kleinfeld in einem Streit der Stadt Elbing mit dem ermländischen Bischof zusammen mit dem Bürgermeister und dem Ratsverwandten die Delegation Danzigs an. Hauptstreitpunkt war die Forderung des Bischofs an die Evangelischen nach Herausgabe einer Kirche. Im letzten Moment wurde 1616 ein Krieg abgewendet.
1701 wurde in Danzig und Königsberg mit den Arbeiten am Bernsteinzimmer begonnen.
Preußische Zeit
1793 im Rahmen der Zweiten Polnischen Teilung kam Danzig zum Königreich Preußen. Dabei verlor es aber seinen (eingeschränkten) Autonomiestatus. 1807 bis 1813 war die Stadt auf Betreiben Napoleons selbständig und hatte den Status „Freie Stadt Danzig“. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt von Polen, Deutschen und Kaschuben bewohnt. Ein Großteil der Bevölkerung machten Deutsche aus, die sich seit der Polnischen Teilung wieder vermehrt angesiedelt haben und die anderen Bevölkerungsschichten immer mehr verdrängten. Zuvor hatten deutschsprachige Danziger, die nicht unter preußischer Herrschaft leben wollten, die Stadt verlassen, darunter die damals in Danzig prominente Familie Schopenhauer.
1815 wurden die Teilungen Polens durch den Wiener Kongress, der durch die Teilungs- und Siegermächte über Napoleon Russland, Österreich und Preußen dominiert war, bestätigt. Danzig blieb bei Preußen und wurde Hauptstadt der Provinz Westpreußen.
Westpreußen
Westpreußen
Westpreußen
Westpreußen
1831 führte die preußische Verwaltung erstmals eine Erhebung über die Muttersprache der Einwohner des Regierungsbezirks Danzig durch. Laut der Erhebung waren im Regierungsbezirk Danzig, der die Stadt Danzig und das Umland umfasste, 24 % der Bewohner polnisch- und 76 % deutschsprachig.
1905 waren in Danzig 64 % der Bewohner evangelisch und 34 % katholisch.
Mit dem Vertrag von Versailles 1919 wurde Danzig mit seinen umliegenden Gebieten vom Deutschen Reich getrennt und zu einem unabhängigen Staat, der Freien Stadt Danzig erklärt. Dieser Staat stand allerdings unter Aufsicht des Völkerbunds; polnische und englische Truppen gewährleisteten den neuen Status der Stadt. Da diese Entscheidung nicht von einer Volksabstimmung abhängig gemacht wurde, sahen das Deutsche Reich und die mehrheitlich deutschen Bewohner der Stadt das vom US-Präsidenten Wilson geforderte Selbstbestimmungsrecht der Völker verletzt.
Am 6. Dezember 1920 konstituierte sich der erste Danziger Volkstag, der aus freien Wahlen hervorgegangen war. Er bestand aus 120 Abgeordneten. Oberbürgermeister Heinrich Sahm wurde zum Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig gewählt. Die Parteien stellten die folgenden Abgeordneten: Deutschnationale Volkspartei 34, Freie Wirtschaftliche Vereinigung 12, Deutsch-Demokratische Partei 10, Zentrumspartei 17, Sozialdemokratische Partei 19, Unabhängige Sozialdemokraten 21, polnische Partei 7.
1923 gaben im Rahmen einer Volkszählung 96 % der Bürger Deutsch und 3 % polnisch bzw. kaschubisch als Muttersprache an. Der polnische Historiker Drzycimski schätzt den Anteil polnischer Bürger an der Danziger Gesamtbevölkerung im Jahr 1923 auf 16 %.
Die Freie Stadt Danzig bestand damals aus den Städten Danzig und Zoppot sowie den kleinen Städten Tiegenhof, Neuteich, Oliva und Ohra, wobei Neuteich und Tiegenhof im Danziger Werder bzw. im Kreis Großes Werder lagen. Die polnische Minderheit besaß eigene Schulen und ein Vereinswesen, wurde aber von der Deutschen Bevölkerung des Öftern mit Missgunst betrachtet und diskriminiert; außerdem lebten in Danzig vor 1939 Kaschuben und Russen. Unter den Einwohnern fanden sich auch zahlreiche Juden, die nach 1938 zum überwiegenden Teil enteignet und deportiert wurden.
Danzig hatte in der Zwischenkriegszeit nach einem anfänglichen Wirtschaftsaufschwung erhebliche wirtschaftliche Probleme, bedingt durch die Zollgrenzen zum Deutschen Reich, die globale Wirtschaftskrise und eine wenig entwickelte Industrie.
Der Hafen und der Zoll sowie die internationalen Eisenbahnverbindungen - jedoch nicht die Straßenbahn und Kleinbahnen im Freistaatgebiet – wurden unter polnische Verwaltung gestellt. Die Republik Polen legte im Danziger Hafen (Westerplatte) ein Munitionslager an und stationierte dort ihr Militär. Des Weiteren war es dem polnischen Staat zwecks Verbindung des Hafengebiets mit Polen erlaubt, eine Post- und Telegrafenverwaltung, das so genannte „Polnische Postamt“ im Hafengebiet einzurichten.
Die problematischen Verhältnisse, die Anlass für viele - unbeachtet gebliebene - Beschwerden der Freien Stadt Danzig an den Völkerbund waren, schufen unter der Bevölkerung Ressentiments gegen Polen.
Mitte 1933 kamen daher (auch) in Danzig die Nationalsozialisten (NSDAP) an die Macht, die sich aber wegen der internationalen Kontrolle des Gebietes bis 1936/37 mit Oppositionsparteien abfinden mußten, die bei den Volkstagswahlen von 1935 (trotz versuchter Wahlbeeinflussungen) eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Nationalsozialisten klar verhindern konnten.
Während Hermann Rauschning 1933/34 als Senatspräsident eine Annäherung zu Polen versuchte, blieb sein Nachfolger Arthur Greiser dazu auf Distanz und führte die Freie Stadt Danzig in zunehmende (auch finanzielle) Abhängigkeit zum Deutschen Reich. Ende August 1939 erklärte sich der Gauleiter Albert Forster selbst zum Staatsoberhaupt und verfügte am 1. September 1939 völkerrechtswidrig, nachdem reichsdeutsche Streitkräfte das polnische Munitionsdepot auf der Westerplatte angegriffen hatten, den Anschluss Danzigs an das Deutsche Reich. Der Deutsche Angriff auf die Westerplatte wird heute als Beginn des 2. Weltkrieges gesehen.
Westerplatte
In den Zeiten des zweiten Weltkrieges wurden auch den Juden und Polen in Danzig die wesentlichen Bürger- und Menschenrechte entzogen; viele verloren ihr Leben und wurden ermordet. Dazu wurden viele dieser Menschen in Konzentrationslager (wie das KZ Stutthof östlich von Danzig) deportiert und kamen dort ums Leben.
Ende März 1945 wurde Danzig von der sowjetischen Armee (Rote Armee) eingeschlossen und erobert. Durch die Kampfhandlungen sind große Teil der Innenstadt (bestehend aus Rechtstadt, Altstadt, Vorstadt und Niederstadt) zerstört worden. Während und nach dem Einmarsch wurden die noch erhaltenen Häuser der Innenstadt von den sowjetischen Soldaten geplündert und in Brand gesteckt. Insgesamt wurde ein sehr hoher Anteil der Bebauung zerstört.
Bereits in den ersten Nachkriegsmonaten wurden die meisten in Danzig verbliebenen Deutschen von den russischen und polnischen Behörden vertrieben. Zurück blieb eine Minderheit von etwa 5 % der ursprünglichen Stadtbevölkerung mit zumeist (auch) polnischen Vorfahren.
Nachkriegszeit
Die Danziger Rechtstadt sowie zahlreiche Baudenkmäler der Altstadt wurden in Anlehnung an frühneuzeitliche Vorbilder rekonstruiert.
Anfang der 80er rückte die Stadt erneut in den Blick internationaler Aufmerksamkeit: Die polnische Gewerkschaft Solidarność, angeführt von Lech Wałęsa, begann in der Danziger Werft ihren Widerstand gegen die Diktatur der
kommunistische Herrschaft.
kommunistische Herrschaft
Gegenwart
Mit dem Fall des eisernen Vorhanges veränderte sich die Lage der nationalen Minderheiten in der Republik Polen, auch der deutschen Minderheit. In Danzig wurde im Jahre 1990 der Bund der Deutschen Minderheit gegründet (Mitgliederstärke: 5.512 Mitglieder; Quelle: Bund der Deutschen Minderheit, Danzig, 2005).
Bald darauf begannen jüngere polnische Danziger, die bislang versteckten Spuren des deutschen Danzig zu entdecken; diese Suche nach lokaler Identität ist auch heute noch im Gange. Zu den wichtigsten Personen dieses Identitätsdiskurses zählen der liberale Politiker Donald Tusk sowie die Schriftsteller Paweł Huelle und Stefan Chwin.
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Günter Grass fasste im Roman Die Blechtrommel die Geschichte Danzigs lapidar so zusammen (bevor er sie ausführlicher nachzeichnet):
: Zuerst kamen die Rugier, dann kamen die Goten und Gepiden, sodann die Kaschuben, von denen Oskar in direkter Linie abstammt. Bald darauf schickten die Polen den Adalbert von Prag. Der kam mit dem Kreuz und wurde von Kaschuben oder Pruzzen mit der Axt erschlagen.
: Das geschah in einem Fischerdorf und das Dorf hieß Gyddanyzc. Aus Gydannyzc machte man Danczik, aus Danczik wurde Dantzig, das sich später Danzig schrieb, und heute heißt Danzig Gdańsk. (Die Blechtrommel, Luchterhand 1959, S. 379)
Siehe auch
- Freie Stadt Danzig
- Danzig-Westpreußen
Bevölkerungswachstum seit dem Jahr 1000
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Tourismus
Danzig ist der Startpunkt des Radweges EuroVelo 9 (die Baltische See - Adria oder Bernsteinroute), der von Danzig durch Polen, Tschechien, Österreich, Slowenien und Kroatien läuft. EuroVelo 10 (die Baltische See-Runde oder die Hanse-Runde) läuft auch durch Danzig.
Hochschulen
Danzig besitzt zehn Hochschulen mit 60.436 Studenten und insgesamt 10.439 Absolventen (Stand: 2001).
- Universität Danzig (Uniwersytet Gdański)
- Technische Universität Danzig (Politechnika Gdańska)
- Medizinische Akademie (Akademia Medyczna)
- Sportakademie (Akademia Wychowania Fizycznego im. Jędrzeja Śniadeckiego)
- Musikakademie (Akademia Muzyczna im. Stanisława Moniuszki)
- Kunstakademie (Akademia Sztuk Pięknych) [http://www.asp.gda.pl]
- Instytut Budownictwa Wodnego PAN
- Ateneum - Szkoła Wyższa
- Gdańska Wyższa Szkoła Humanistyczna
- Gdańska Wyższa Szkoła Administracji
- Wyższa Szkoła Bankowa
- Wyższa Szkoła Społeczno-Ekonomiczna
- Wyższa Szkoła Turystyki i Hotelarstwa w Gdańsku
- Wyższa Szkoła Zarządzania
Sehenswürdigkeiten
Kunstakademie]
Kunstakademie
- Krantor
- Grünes Tor
- Goldenes Tor
- Rechtstädtisches Rathaus
- Marienkirche
- Königliche Kapelle
- Großes Zeughaus
- Artushof
- Neptunbrunnen
- Große Mühle
- Katharinenkirche
- Altstädtisches Rathaus
- Frauengasse Danzig: Sie gehört zu den schönsten Straßen der Stadt und verläuft von der Marienkirche bis zum mittelalterlichen Frauentor an der Mottlau. Mit ihren schmalen und reich geschmückten Bürgerhäusern und den Beischlägen ist sie ein Beispiel für die einstige Danziger Straßenbebauung.
- Langer Markt
- Langgasse
- Lange Brücke
- Schiffsmuseum mit dem Museumsschiff Sołdek
Partnerstädte
- Sankt Petersburg (Russland)
- Bremen (Deutschland)
Persönlichkeiten
Zu den in Deutschland bekanntesten Persönlichkeiten Danzigs gehören wohl Andreas Schlüter, Arthur Schopenhauer, Günter Grass, Lech Wałęsa, sowie Dariusz Michalczewski.
Eine vollständige Liste der bedeutendsten Ehrenbürger und der in Danzig geborenen Persönlichkeiten findet sich unter Liste der Persönlichkeiten der Stadt Danzig.
Weblinks
- [http://www.gdansk.pl/gdansk/ Offizielle Homepage der Stadt Danzig] (mehrsprachig)
- [http://www.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/atlas/seite70.html Landkarte von 1598] - Pommern, Mark Brandenburg und Prvssia mit Dan(t)zig
- [http://www.elbing.de/landkreis.htm Danzig und anschließender Landkreis Elbing auf einer Karte]
- [http://roots.gdansk.pl/de/postacie/burmistrzowie.asp Die Namen der Danziger Bürgermeister seit 1342 bis heute]
- [http://www.dfk-danzig.de/ Webseite der Deutschen Minderheit in Danzig] - Deutsche Minderheit Danzig
- [http://www.ostsee-urlaub-polen.de/gdansk/ Online-Reiseführer Danzig]
- [http://www.danzig.de/ Geschichte und Menschen der Stadt Danzig]
- [http://www.danzig.at Straßen und Gassen in Danzig]
- [http://www.gdanskie-organy.com Danziger Orgeln - Die Geschichte der Orgeln in Danzig]
- [http://www.historische-wertpapiere-aktien.de/aktie/danzig.html Historische Wertpapiere Danzig] – Informationen zu Historischen Wertpapieren aus Danzig bzw. Danzig-Westpreußen
- [http://www.danzig-online.pl/ Danzigs Geschichte, auf Polnisch und Englisch mit vielen Bildern]
Kategorie:Ort in Polen (dt.)
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern
Kategorie:Backsteingotik
ja:グダニスク
Baltischer LandrückenDer Baltische Landrücken ist eine bis 200 km breite Moränen-Hügelkette, die von Jütland bis Estland die südliche Ostsee umrahmt.
Geographie
Der Landrücken, der im Turmberg bis zu 331 m über NN erreicht, ist der westlichste Teil der Osteuropäischen Ebene. Im Norden geht er nach und nach in den Finnischen Meerbusen über. In Richtung Osten schließt sich der Weißrussische Höhenrücken an; im Südosten geht der Landrücken allmählich in die Polesje-Niederung über. In Richtung Süden fällt das Gelände nach und nach in die weitläufige Weichsel-Niederung ab. Im Westen schließt sich schon die Norddeutsche Tiefebene an, im Nordwesten fällt das Gelände westlich von der Holsteinischen Schweiz zur Nordsee ab.
Der Baltische Landrücken wird von der Oder, der Weichsel, der Memel und der Düna durchflossen. Zum Landrücken gehören (in West-Ost-Richtung gesehen) die Holsteinische Schweiz, die Mecklenburgische Seenplatte, die Pommersche Seenplatte (mit dem Turmberg) und die Masurische Seenplatte (mit der Seesker Höhe).
Wirtschaft, Tourismus, Landschaftsbild
Die flachwelligen Grundmoränenlandschaften sind fruchtbar und ermöglichen ertragreichen Ackerbau. Die Seenketten und Endmoränenzüge sind beliebte Feriengebiete. Die unfruchtbaren Sandgebiete werden großräumig von Nadelwald bedeckt (z. B. Schorfheide, Tucheler Heide, Rominter Heide).
Siehe auch: Osteuropäische Ebene
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Baltikum
Pobrzeże KaszubskieDie Kaschubische Schweiz (polnisch Pobrzeże Kaszubskie) ist eine reizvolle hügelige Wald- und Seenlandschaft, deren Mittelpunkt etwa 40 km südwestlich von Danzig liegt. Die Gegend ist dünn besiedelt. Mit ihren bis zu 200 m hohen Hügeln und rund 250 Seen gilt sie als eines der größten zusammenhängenden polnischen Waldgebiete. Sie wird allmählich für den Tourismus erschlossen. Viele Seen sind durch Kanäle miteinander verbunden und ermöglichen längere Wasserwanderungen. In dem kleinen Ort Wdzydze Kiszewskie am kreuzförmigen Weitsee findet sich ein Freilichtmuseum mit alten kaschubischen Holzhäusern und anderen Zeugnissen für die Lebensweise dieser Volksgruppe. Mittelpunkt der kaschubischen Schweiz ist der Turmberg, der mit seinen 331 m die höchste Erhebung des baltischen Landrückens ist.
Als Hauptstadt der kaschubischen Schweiz gilt das kleine Städtchen Karthaus, das erst 1923 Stadtrechte erhalten hat. In Karthaus befindet sich das kaschubische Museum, in dem Zeugnisse der kaschubischen Kultur und des traditionellen Kunsthandwerks ausgestellt sind. Etwas außerhalb des Ortes finden sich Reste des ehemaligen Kartäuserklosters, von dem der Ort seinen Namen hat. Sehenswert ist die gotische, später barockisierte Klosterkirche mit einem Dach in der Form eines Sargdeckels. Das große, prächtig geschnitzte Chorgestühl stammt aus dem 3. Viertel des 17. Jahrhunderts. Von den Klostergebäuden ist nur eine der ursprünglich 18 Klausen erhalten.
Literatur
- Ostrowska, R. und Trojanowska, I., Bedeker Kaszubskie, Gdańsk 1978
- Dehio/Gall, Deutschordensland Preußen, München Berlin 1952
Kategorie:Geographie (Polen)
GrundmoräneEine Grundmoräne ist eine glaziale Aufschüttungslandschaft, die unter dem Gletscher/Inlandeis entsteht. Sie ist ein Bestandteil der Glazialen Serie. Das typische Sediment der Grundmoräne ist der Geschiebemergel, den der ehemalige Gletscher ablagerte.
Grundmoränenlandschaften sind in Norddeutschland und im Alpenvorland sehr weit verbreitet. Sie entstanden während der wiederholten Vergletscherungen im Eiszeitalter.
Durch Gletscher werden große Mengen an Material in Form von Kies, Sand, Schluff und Ton von den Eismassen mitgeführt und am Grund des Gletschers unsortiert abgelagert. Sie kommen beim Abschmelzen des Eises zum Vorschein. Je nach seinem Gehalt an Karbonat wird das Ergebnis der Sedimentation als Geschiebelehm und Geschiebemergel bezeichnet. Auch sehr große Gesteinsbrocken (Findlinge / Blöcke) konnten durch die vordringenden Gletscher während der Eiszeit über sehr weite Strecken transportiert werden.
Die Grundmoränen liegen im Alpenvorland in den weiten Gletscherzungenbecken und werden oft von den Endmoränen umrahmt.
In Norddeutschland nehmen sie nördlich der Endmoränenzüge sehr große Flächen ein. Die typische Grundmoräne besitzt eine flachwellige Oberfläche mit relativ geringen Höhenunterschieden. Es gibt aber auch extrem flache (z.B. in Polen nördlich von Torun) oder sehr hügelige (z.B. nördlich von Chorin/Brandenburg) Grundmoränengebiete. Besonders große Steine, die vereinzelt in der sonst flachwelligen Landschaft liegen, werden Findlinge genannt.
Weitere Formen, die sich oft in Grundmoränenlandschaften finden, sind Drumlins, Glaziale Rinnen und Oser
In der Fachliteratur ist es in den letzten Jahren üblich geworden, den Begriff Grundmoräne nur noch auf die Landschaftsform, die unter dem Gletschereis entsteht, zu beziehen. Die Ablagerung (Sediment) hingegen, welches unter dem Gletscher entsteht, wird als Geschiebemergel oder Till bezeichnet.
Siehe auch: Moräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling, Glaziale Rinne, Drumlin, Os
Kategorie:Glaziologie
Kategorie:Geomorphologie
EndmoräneEine Endmoräne (im alpinen Raum auch Stirnmoräne) ist eine wallartige Aufschüttung von Gesteinsmaterial am Rande eines Gletschers. Eine Endmoräne kennzeichnet die Linie des weitesten Gletschervorstoßes. Sie ist Bestandteil der Glazialen Serie. Da Endmoränen entlang eines Eisrandes meist nicht lückenlos abgelagert werden bzw. durch jüngere Prozesse (z.B. Abtragung durch Schmelzwasser) wieder abgetragen werden können, benutzt man auch den neutralen Begriff Eisrandlage.
Entstehung: Endmoränen entstehen, wenn sich am Rande eines Gletschers Abschmelzen und Eisnachschub die Waage halten. Der Eisrand bleibt dann über längere Zeit stabil. Das Eis selbst bewegt sich aber nach wie vor. Das aus dem Gletscher ausschmelzende Material lagert sich dann am Eisrand ab und baut nach und nach die Endmoräne als Satzendmoräne auf. Durch das austretende Schmelzwasser wird Feinmaterial meist weggespült, so dass die Ablagerungen von Satzendmoränen für gewöhnlich grob sind (Kies, Steine, Findlinge). Stauchendmoränen entstehen, wenn durch den Druck des Gletschers älteres Material an der Gletscherfront emporgedrückt (gestaucht) wird. Je nach der Beschaffenheit des älteren Materials bestehen Stauchendmoränen aus verschiedensten Sedimenten. Meist handelt es sich aber um ältere glaziale Ablagerungen (Sand, Eisstauseeablagerungen, Geschiebemergel).
Da der Eisrand nicht schnurgerade verläuft sondern in einzelne Loben zerfällt, haben auch Endmoränen ein solchen lobenartigen Verlauf. Die Berührungsstelle zwischen zwei Loben nennt man auch Endmoränengabel. Dort befinden sich meist besonders kräftig ausgeprägte Endmoränen und große Gletschertore, von denen aus die Sander geschüttet wurden.
Ein gut erreichbares Beispiel für eine Endmoränenlandschaft der Weichsel-Eiszeit befindet in Chorin (Brandenburg), 50 km nordöstlich von Berlin. Eine saale-eiszeitliche Endmoräne ist beispielsweise der niedersächsische Göhrde-Drawehn-Höhenzug (= Osthannoversche Endmoräne) zwischen der Lüneburger Heide und dem Wendland.
Siehe auch: Moräne, Grundmoräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling
Kategorie:Glaziologie
Kategorie:Geomorphologie
Tucheler HeideDie Bory Tucholskie (deutsch Tucheler Heide) ist ein großes Heidegebiet in der Nähe von Tuchola (Tuchel) nördlich von Bromberg (Polen).
Zwischen August 1944 und Januar 1945 wurden vom Gebiet des dort befindlichen SS-Truppenübungsplatzes Westpreußen, nachdem der SS-Truppenübungsplatz Blizna geräumt werden musste, unter der Leitung des Generals Walter Dornberger 107 A4-Raketen zu Versuchszwecken und zur Ausbildung der Einheiten an der Raketenwaffe von diesem Platz in südlicher Richtung gestartet.
Im Januar 1945 musste das Areal, das auch den Namen Heidekraut trug, geräumt werden.
Dornberger suchte noch danach noch nach weiteren Orten zum Aufbau einer Versuchsstation zur Ausbildung von Soldaten an der Raketenwaffe, u.a. in den Wäldern bei Wolgast, im Weserbergland und in der Nähe von Liebenau bei Nienburg, allerdings kam es nur noch zu zwei Versuchsstarts in der Nähe dieses Orts Anfang April 1945.
Weblinks
- http://www.astronautix.com/sites/heikraut.htm
Kategorie:Geographie (Polen)
Kategorie:Raketenstartplatz
BraheBrahe ist
- der Name zweier dänischer bzw. schwedischer Adelsgeschlechter, siehe Brahe (Geschlecht). Mitglieder dieser Familien waren
- der dänische Astronom Tycho Brahe,
- der schwedische Graf und Reichsrat Per Brahe der Ältere,
- der schwedische Graf und Reichsdroste Per Brahe der Jüngere,
- die schwedische Hofdame und Geschäftsfrau Ebba Magnusdotter Brahe.
- der deutsche Name des Flusses Brda in Polen.
Ferse (Fluss)Die Ferse ist ein Fluss in der polnischen Woiwodschaft Pomorze. Er entspringt aus einem See östlich von Kościerzyna (Berent), läuft in südöstlicher Richtung und mündet bei Gniew (Mewe) in die Weichsel. Er ist 112 km lang.
Kategorie: Fluss in Polen
RaduniaDie Radunia (Radaune) ist ein Fluss im Norden von Polen. Er entspringt im Jeziora Stężyckiego (Stendsitzer See) im Zentrum der kaschubischen Schweiz. Einige Forscher meinen, dass der Name prußisch sei. Die Radunia mündet bei Krampitz in die Motława (Mottlau), die wiederum bei Danzig in die Weichsel mündet.
Die Länge des Flusses beträgt 103,2 km, die Fläche des Einzugsgebiets - 837 km². Der Höhenunterschied von der | | |