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| Kategorie:Apollo-Besatzung |
Kategorie:Apollo-Besatzung
In diese Kategorie sollen alle Raumfahrer einsortiert werden, die einen Weltraumflug an Bord eines Apollo-Raumschiffes absolviert haben. Die drei Raumfahrer, die einem Apolloflug bereits fest zugeordnet waren, aber vor dem Flug ums Leben kamen (Apollo 1) werden ebenfalls hier einsortiert, nicht aber Ersatzmannschaften.
Kategorie:Apolloprogramm
Kategorie:Raumfahrer
Apollo-Raumschiff
Das Apollo-Raumschiff wurde im Rahmen des Apollo-Projekts von North American Aviation entwickelt. Es besteht aus zwei Komponenten: dem Kommandomodul (CM) und dem Servicemodul (SM). Die Kombination (CSM) wurde erst kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre getrennt. Nur das CM mit den drei Astronauten ist für eine Wasserung im Meer ausgerüstet.
Kommandomodul (CM)
Das CM hat eine Masse von 5.900 kg bei einer Höhe von 3,23 m und einen Durchmesser von 3,91 m.
Vorderteil
Im Vorderteil sind Stabilisierungsfallschirme sowie die drei großen Hauptfallschirme untergebracht. Letztere öffnen sich nach dem Wiedereintritt in einer Höhe von 2,5 km. Zwei Schirme sind ausreichend für eine sichere Wasserung. Bei Apollo 15 versagte einer der drei Schirme, ohne dass es zu Schäden oder Verletzungen gekommen wäre. Weiterhin sind im oberen Bereich zwei Steuerdüsen des Lagekontrollsystems für den Wiedereintritt sowie das Kopplungssystem und die Luke für die Mondlandefähre angebracht. Abschließend finden sich hier Antennen und Signalleuchten um die Bergung auf See zu erleichtern sowie die aufblasbaren Ballons des Aufrichtsystems falls die Kapsel nach der Wasserung mit der Spitze nach unten schwimmt.
Mittelteil
Antennen
Hier befindet sich die druckfeste Kabine für die Astronauten. Darin ist die Hauptinstrumententafel zur Kontrolle und Steuerung des Raumschiffs, die Lebenserhaltungssysteme und einige Materialschränke untergebracht. Es gibt fünf kleine Fenster und seitlich die Luke für den Ein- und Ausstieg. Die Lebenserhaltungssysteme kontrollieren die Kabinenatmosphäre und halten die Temperatur bei 22 Grad. Während des Fluges besteht sie aus reinem Sauerstoff bei einem Drittel des Drucks auf der Erde. Nur in der Startphase wird, nach den leidvollen Erkenntnissen aus der Katastrophe mit Apollo 1, 40% Stickstoff hinzugefügt. An Bord befinden sich zudem Landkarten vom Mond wie auch von der Erde, Sternenkarten zur Navigation und Orbitkarten für jede der einzelnen Missionsphasen.
Die Platzverhältnisse im CM sind mit 2 m³ pro Astronaut ausgesprochen beengt.
Heck
Im Heck des CM sind 10 weitere Steuerdüsen des Lagekontrollsystems für den Wiedereintritt, deren Treibstoff sowie Helium- und Wassertanks untergebracht.
Instrumente des CM
Der Hauptteil der Instrumente befindet sich auf der Hauptkontrolltafel, gegenüber den drei Liegen der Astronauten. Die Lebenserhaltungssysteme sind auf der linken Seite des Moduls angebracht. Die Entsorgungssysteme auf der rechten Seite. Die Astronauten können das Raumschiff mittels an zwei der drei Liegen angebrachten Handcontrollern (Flysticks) steuern und stabilisieren.
Die Hauptkontrollkonsole unterteilt sich in drei Bereiche. Sie sind so konstruiert, dass sie von den Astronauten auch mit Handschuhen bedient werden können.
Instrument
- Die Flugkontrolle befindet sich auf der linken Seite, dem Platz des Kommandanten. Dazu gehören Instrumente für Stabilisierung, Steuerung, Schub und Landung. Weiterhin die Notfallsysteme ebenso wie eines der Bedienteile (DSKY - Display & Keyboard) für den Steuerungs- und Navigationscomputer (AGC - Apollo Guidance Computer), ein weiteres baugleiches Bedienteil ist am Navigationstelekop angebracht.
- In der Mitte sitzt der Pilot des Kommandomoduls. In seinem Bereich befinden sich die Warnsysteme sowie die Kontrollinstrumente für Lebenserhaltung und die Tanks. Am Fußende des Sitzes befinden sich die optischen Navigationsinstrumente, die im Flug mehrfach benutzt werden, um vor Kurskorrekturen den Kreiselkompass zu justieren. Darunter ist auch ein fest eingebauter Sextant zur Positionsbestimmung sowie ein Teleskop. Die Bauform dieses Sextanten weicht allerdings von den gewöhnlichen Geräten ab. Ohne diesen Sextanten wäre Apollo 16 in ernste Schwierigkeiten geraten, da auf dieser Mission das elektronische Navigationssystem ausgefallen war. An diesem Arbeitsplatz befindet sich auch das andere Bedienteil für den Computer.
- Auf der rechten Seite sitzt der Pilot der Mondlandefähre. In seinem Segment sind die Kontrollsysteme für Kommunikation, Elektrik, Datenspeicher und Brennstoffzellen angebracht.
Hitzeschild der Kapsel
Während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre treten, bedingt durch die hohe Geschwindigkeit des Kommandomoduls, Reibungskräfte auf. Die Reibung bremst das Modul ab. Dadurch treten jedoch auch extrem hohe Temperaturen von bis zu 3.000 Grad auf. Deshalb ist ein Hitzeschild erforderlich, der diese Hitze von den empfindlichen Systemen fernhält. Als Hitzeschild kommt bei der Apollo-Kapsel ein Epoxidharz zum Einsatz. Dieser wird bei hohen Temperaturen weißglühend, verkohlt dann, bis er zum Schluss wegschmilzt. Durch das Schmelzen wird die Hitze abgeleitet und der Schild gekühlt.
Servicemodul (SM)
Epoxid
Epoxid
Das SM ist eine zylinderförmige, 7,50 m lange und 4 m durchmessende Konstruktion. Es enthält die Elektrischen-, Lebenserhaltungs- und Kommunikationssysteme. Unterteilt ist es in eine Mittel- sowie weitere 6 Außensektionen. Darin befinden sich Tanks für den Antrieb, die Lageregelung, die Stromerzeugung und die Lebenserhaltungssysteme; die Steuertriebwerke und das Haupttriebwerk. An der Außenseite befinden sich vier Baugruppen mit je vier Steuerdüsen, Positionslichter, drei Antennen und vier Parabolantennen für die Kommunikation und die Radar-Transponder.
Struktur
Radar]
Die Struktur des Servicemoduls besteht aus einem inneren Zylinder mit einem Durchmesser von etwa einem Meter, umgeben von einem äußeren Zylinder von 4 m Durchmesser. Trennwände teilen den Raum zwischen innerem und äußerem Zylinder in sechs Sektoren auf. Vorne und hinten werden die Zylinder durch Schotts abgeschlossen.
Der innere Zylinder enthält zwei kugelförmige Tanks mit Helium unter hohem Druck.
Die sechs Sektoren sind wie folgt belegt:
- Sektor 1 ist ein 50°-Segment und anfangs unbenutzt. Nach dem Unglück von Apollo 13 wurde hier im oberen Teil ein dritter Sauerstofftank eingebaut. Bei den Flügen von Apollo 15, Apollo 16 und Apollo 17 befanden sich hier zusätzlich noch wissenschaftliche Instrumente zur Erforschung der Mondoberfläche aus der Mondumlaufbahn, wie Kameras, Höhenmesser und Strahlungsdetektoren.
- Sektor 2 umfasst 70° und wird für den Oxidator-Sammeltank verwendet.
- Sektor 3 ist ein 60°-Segment und enthält den Oxidator-Lagertank.
- Sektor 4 ist wieder ein 50°-Segment. Im oberen Teil sind die drei Brennstoffzellen untergebracht, darunter die zwei Tanks mit superkritischem Sauerstoff für die Brennstoffzellen und die Lebenserhaltungssysteme. Ganz unten befinden sich zwei Tanks mit superkritischem Wasserstoff für die Brennstoffzellen.
- Sektor 5, ein 70° Segment enthält den Brennstoff-Sammeltank.
- Sektor 6 ist ein weiteres 60°-Segment für den Brennstoff-Lagertank.
Triebwerk
Apollo 17
Das Triebwerk des SM, das AJ10-137 entwickelt von der Aerojet-General Corporation, erzeugt einen Schub von 97,5 kN und ist für maximal 50 Zündvorgänge ausgelegt. Als Brennstoff wird Aerozine 50 verwendet, eine Mischung aus 50% Hydrazin und 50% Unsymmetrischem Dimethylhydrazin, als Oxidator kommt Distickstofftetroxid zum Einsatz, lagerfähige hypergole Treibstoffe. Das Triebwerk hat keine Pumpe. Vielmehr wird der Brennstoff und der Oxidator durch Helium als Treibgas aus ihren Tanks in die Brennkammer gepresst. Das gesamte Triebwerk und die Triebwerksdüse haben eine Länge von 3,90 m und wiegen zusammen 293 kg. Allein die Düse ist 2,80 m lang und hat einen Durchmesser von 2,10 m.
Tanks
Zwei Brennstofftanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 7 t, und zwei Oxidatortanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 11,3 t versorgen das Triebwerk. Die zwei kugelförmigen Heliumtanks befinden sich im Mittelteil des Moduls.
Zwei weitere Tanks mit einem Volumen von jeweils 144 l liefern den Sauerstoff für die Brennstoffzellen und die Lebenserhaltung. Zudem gibt es für die Brennstoffzellen zwei Wasserstofftanks mit einem Volumen von jeweils 13 l.
Das Unglück bei Apollo 13 war auf ein defektes Heizungselement in einem der Sauerstofftanks zurückzuführen, welches bereits früher in einer Kapsel eingesetzt, vor dem Start der früheren Kapsel jedoch wieder entfernt und trotz des Defektes bei Apollo 13 verwendet wurde.
Stromversorgung des CSM
3 Brennstoffzellen sind für die Stromerzeugung und Versorgung des Raumschiffs verantwortlich. Sie produzieren neben dem Strom noch Wärme und Trinkwasser. Weiterhin liefern Silber-Zinkoxid-Batterien 1,5 kW Strom und gewährleisten die Versorgung während des Wiedereintritts und der Landung. Zwei weitere Silber-Zinkoxid-Batterien im CM liefern 28 Watt und lösen die Explosionen in den Sprengbolzen für die Trennung der dritten Raketenstufe, für die Trennung von CM und SM sowie die des Fluchtturms aus. Sie sind auch für die Auslösung der Fallschirme zuständig. Insgesamt benötigt das CSM nur eine elektrische Leistung von 2000 W.
Die einzelnen Apollo-Raumschiffe
Kategorie:Apolloprogramm
Apollo 1
Der erste bemannte Flug im Rahmen des US-amerikanischen Apollo-Projekts war unter der internen Bezeichnung AS-204 geplant. Während eines Tests auf der Startrampe brach jedoch ein Feuer in der Kapsel aus, in dem die drei Astronauten ums Leben kamen. Das amerikanische Mondlandeprogramm wurde dadurch weit zurückgeworfen. Diese Mission, die nie durchgeführt wurde, bekam rückwirkend die Bezeichnung Apollo 1.
Die Mannschaft
Als im Jahre 1966 das Apollo-Projekt der NASA konkret wurde, ging man noch davon aus, dass der erste bemannte Start des dreisitzigen Apollo-Raumschiffs Ende 1966 oder Anfang 1967 unter der Projekt-Bezeichnung AS-204 stattfinden würde. Am 21. März 1966 wurde der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee als Besatzung ausgewählt worden waren. Grissom war einer der Mercury-Veteranen, White hatte mit Gemini 4 den ersten amerikanischen Weltraumspaziergang unternommen, und Chaffee war ein Weltraumneuling aus der dritten Astronautengruppe der NASA. Zu diesem Zeitpunkt standen noch vier Flüge des Gemini-Projekts aus.
Als Ersatzkommandant wurde James McDivitt nominiert, der bereits Gemini 4 geleitet hatte. Mit ihm in der Ersatzmannschaft waren David Scott, der mit Gemini 8 den ersten Abbruch eines Raumfluges durchgemacht hatte und Russell L. Schweickart, einer der wenigen Zivilisten unter den NASA-Astronauten.
Ende 1966 wurden die Projektpläne geändert. Der Flug AS-205, der als zweiter bemannter Apolloflug gedacht war, wurde gestrichen, so dass die AS-205-Mannschaft nun zur Ersatzmannschaft von AS-204 wurde. Dies waren Walter Schirra, Donn Eisele und Walter Cunningham. Die bisherige Ersatzmannschaft um James McDivitt wurde zur Hauptmannschaft des Fluges AS-207, der als Test der Mondlandefähre geplant war.
Der Unfall
Die drei Astronauten Edward H. White, Virgil I. Grissom und Roger B. Chaffee (Auf der Abbildung: sitzend, von links nach rechts in oben genannter Reihenfolge) hatten am 27. Januar 1967 die Kapsel (S/C 012) für eine Routineübung bestiegen. Es handelte sich dabei um einen "plugs-out"-Test, bei dem alle Verbindungen von Rakete und Raumschiff zum Startturm getrennt werden. Die Rakete und das CM/SM waren nicht betankt, die Brennstoffzellen dadurch nicht betriebsbereit, sie wurden durch eine verbliebene Einspeisung simuliert. Der "plugs-out"-Test galt bis zu dem Unglück als unkritisch, es wurden keine Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, es war keine Feuerwehr in Bereitstellung, die Turmmannschaft war nicht mehr an der Kapsel. Der Test sollte ursprünglich von der Inbetriebnahme bis zum Abschluss des Countdowns dauern.
Brennstoffzelle
Um 7:55 (EST) wurde mit der Inbetriebnahme begonnen, die Stromversorgung eingeschaltet. Um 13:00 bestiegen die Astronauten die Kapsel. Bereits beim Einsteigen in die Kapsel nahm Grissom einen unangenehmen Geruch wahr. In NASA-Unterlagen wird er als Geruch von "saurer Milch" beschrieben, in der späteren Untersuchung des Unfalls spielt dies noch eine Rolle. Gegen 18:20 wurde der Countdown bei T-10 min angehalten, da es bei der Sprechverbindung immer wieder starke Störungen gab. Um 18:31, der Countdown war immer noch angehalten, meldete ein Astronaut (vermutlich war es Chaffee) Feuer an Bord. Einige Sekunden vor der Meldung traten kurze Spannungseinbrüche und Stromspitzen auf. Das Lebenserhaltungssystem erhöhte die Sauerstoffzufuhr, da durch das entbrannte Feuer mehr Sauerstoff verbraucht wurde. Dadurch und aufgrund entstehender Verbrennungsgase stieg der Druck in der Kapsel schnell an, ein Druckausgleich war nicht mehr möglich. Die innere Luke ließ sich gegen den Druck nicht mehr öffnen, sie hätte nach innen entfernt werden müssen. Turmpersonal war zu dieser Zeit auf dem Weg zur Kapsel. Noch vor deren Eintreffen kam es zum Einriss der Kapsel zwischen Druckkörper und Hitzeschutz. Alle Sprech- und Datenverbindungen fielen endgültig aus. In der Kapsel war erst jetzt offenes Feuer sichtbar, aufgenommen durch eine Kamera außen an einem Fenster der Kapsel.
Als endlich Turmpersonal an der Kapsel eintraf, allerdings ohne ausreichenden Atemschutz, war der gesamte Bereich bereits stark verqualmt. Immer wieder musste das Personal die Arbeit an der Kapsel unterbrechen, um Luft zu holen. Um 18:36 waren die Luken geöffnet, Lebenszeichen der Astronauten aber nicht mehr wahrnehmbar. Das Feuer in der Kapsel erlosch alleine, die Mannschaft löschte noch kleine Brandnester am Turm selbst. Das Feuer war beim Eintreffen der Feuerwehr gelöscht, es wurde aber befürchtet, dass der Rettungsturm der Rakete durch die Hitze noch zünden könnte. Um 18:40 wurde ein Versuch unternommen, White aus seinem Sitz zu holen. Um ca. 18:45 wurde der Tod der Astronauten durch einen Arzt festgestellt. Erst mit Verzögerung konnten die Leichen aus der Kapsel geborgen werden, was über 90 Minuten dauerte. Die Leichen, Anzüge und Sitze waren teilweise stark miteinander verklebt.
Die Untersuchung
RaketeRaketeRaketeVor und unmittelbar nach der Leichenbergung wurden Innen- und Außenaufnahmen der Kapsel gemacht. Nach Bergung der Leichen begann die Sicherung und Bergung der Kapsel. Zunächst kletterten zwei Experten in die Kapsel und dokumentierten noch erkennbare Schalterstellungen. Am 28. Januar kletterte der Astronaut Frank Borman erneut in die Kapsel, er dokumentierte und verifizierte Schalterstellungen und Sicherungsautomaten, die unklar geblieben waren. Anschließend holte man die Kapsel von der unbeschädigten Rakete und brachte sie in die Werkstatt der Pyrotechnik, die für die Durchführung der Untersuchung am geeignetsten erschien. Dort wurde ein durchsichtiger Zwischenboden in die Kapsel eingebaut, um ungehindert alle Einbauteile schrittweise zu entfernen. Der Hersteller North American Aviation lieferte die Kapsel S/C 014, die annähernd baugleich war. Beide Kapseln wurden quasi synchron zerlegt, alle Einbauten miteinander verglichen. Dabei wurde jede Beschädigung daraufhin bewertet, ob sie durch das Feuer entstanden war oder zum Brandentstehung beigetragen haben konnte. Diese Arbeiten zogen sich über Wochen hin. Vergleiche mit der fabrikneuen Kapsel deckten viele konstruktive Mängel auf. Die Ergebnisse flossen in die Verbesserung der Block-II-Kapseln ein. Hier die wichtigsten Mängel im Bezug auf den Unfall:
Verkabelung
- Die genaue Ursache des Brandes konnte nicht mehr zweifelsfrei ermittelt werden. Gesichert ist der Ausbruch des Brandes im Bereich des Lebenserhaltungssystems links neben dem Platz von Grissom.
- Es steht auch fest, dass der Brand durch ein Versagen des elektrischen Systems ausgelöst worden sein musste.
- Die Kabel waren bisher mit Isolierungen aus Teflon gefertigt, das zwar gegen hohe Temperaturen beständig ist, mechanisch aber leicht beschädigt werden kann. Das stellte sich als Schwachstelle heraus.
- In Bereichen, in denen Kabelbäume mit der Aluminiumstruktur in Berührung kamen, wurden Beschädigungen durch Lichtbögen nachgewiesen. Beschädigungen der Isolierung in ähnlichen Bereichen waren auch bei S/C 014 zu finden.
- Versuche zeigten, dass Kabelbäume mit Teflon-Isolierung bei mechanischer Beanspruchung (Scheuern an Aluminiumteilen) in reinem Sauerstoff zu einem Brand führen konnten, selbst die Isolierung fing Feuer, Schmelzsicherungen und Sicherungsautomaten sprachen nicht an, die Stromspitzen waren zeitlich zu kurz. Ein ähnlicher Hergang wird auch für den Absturz der Swissair-Maschine vor Halifax (Kanada) am 2. September 1998 verantwortlich gemacht.
Kühlsystem
- Der saure Geruch, den Grissom wahrnahm, stammte höchstwahrscheinlich von älteren Lecks im Kühlsystem, teilweise hatten Mechaniker sich an den Rohren festgehalten, die zu der Zeit weitgehend verlötet waren. Kleinere Lecks und Undichtigkeiten sind vielfältig dokumentiert.
- Das Kühlmittel (RS-89) setzte sich zusammen aus 62,5 % Ethylenglykol, 35,7 % Wasser und 1,8 % Stabilisatoren (nicht näher beschriebene Ammoniumsalze), es wurde daher als brandfördernd und korrosiv eingestuft.
- Eine direkte Auslösung des Feuers durch ein Kühlmittelleck war nicht nachweisbar. Es wird aber angenommen, dass Kühlmittel im Bereich des Lebenserhaltungssystems ausgetreten sein kann. Dort verläuft auch ein oben beschriebener Kabelbaum.
Luke
- Die ursprüngliche Luke bei Block-I-Kapseln war eigentlich ein Lukensystem aus zwei Luken, einer inneren und einer äußeren. Diese wurden beim Öffnen und Schließen montiert, demontiert und vollständig abgenommen. Die innere Luke wurde zudem nach innen abgenommen. Der Innendruck diente so auch zur Abdichtung, verhinderte aber bei dem Unfall das Öffnen.
- Bei Block-I-Kapseln war eine EVA durch diese Luke nicht möglich.
- Ein dritter Deckel lag bis zum Abwurf des Rettungsturms außen vor den Luken.
Raumanzüge
- Die Raumanzüge waren weiterentwickelte Anzüge, die noch immer große Ähnlichkeit mit den Anzügen aus dem Mercury- und Gemini-Projekt hatten. Sie stammten ursprünglich u. a. aus dem U-2-Projekt von US-Luftwaffe und CIA.
- Nylon stellte sich als Material für Raumanzüge als ungeeignet heraus, es ist zu leicht entflammbar und schmilzt bei Erhitzung.
Qualitätssicherung, Organisation
- Bei der Verarbeitung der Kapsel wurden viele Qualitätsmängel gefunden, z. B. vergessenes Material und Werkzeug. In einem Kabelbaum wurde sogar die Nuss eines Steckschlüssels gefunden. Dieser Kabelbaum war aber ins Brandgeschehen nicht unmittelbar verwickelt.
- Sicherheitsrichtlinien waren viel zu lasch ausgelegt oder wurden recht oberflächlich befolgt.
Schlussfolgerungen
Nach den ersten Untersuchungen war rasch klar, dass eine große Anzahl an Mängeln zu dem Unfall führte. Sie führten zu einer Unzahl Korrekturen und Verbesserungen.
Zum einen wurde das Raumschiff grundlegend umgebaut:
- Die Luken wurden ersetzt durch eine einzige Luke, die nicht mehr innenbords geöffnet werden musste und sich mit einem einfachen Hebelmechanismus notfalls auch gegen einen höheren Innendruck öffnen ließ.
- Die Anzüge wurden vollkommen neu gestaltet, auch hier wurden andere Werkstoffe benutzt.
- Nylon und andere brennbare Materialien wurden nicht mehr verwendet.
- Teflon als Isolationsmaterial wurde beibehalten, jedoch sind die Kabelbäume stärker armiert worden. Sie wurden nur noch so verlegt, dass sie nicht mehr mit scharfen Kanten in Berührung kommen konnten.
- Alle elektrischen Anschlüsse wurden wasserdicht gemacht.
- Alle verlöteten Rohrverbindungen wurden durch Verschraubungen oder Schweißverbindungen ersetzt.
- Die Atmosphäre innerhalb der Kapsel wurde während aller Arbeiten vor dem Start und der Startphase durch ein Stickstoff – Sauerstoff Gemisch ersetzt. Im Orbit wurde sie wieder gegen eine Atmosphäre von 100% Sauerstoff getauscht.
Zum anderen gab es viele organisatorische Veränderungen:
- Die Liste der "kritischen" Tests wurde stark erweitert, auch der "plugs-out"-Test war danach ein kritischer Test. Bei allen dieser Tests mussten fortan eine Sicherheitsmannschaft und die Feuerwehr bereitstehen.
- Den Mechanikern wurde verboten, sich an Rohren und Leitungen abzustoßen oder festzuhalten.
- Es wurde ein weiterer Mockup-Test eingeführt, bei dem eine voll ausgestattete Apollo-Boilerplate in Brand gesetzt wurde.
Die Saturn-1B-Rakete blieb beim Brand unbeschädigt und wurde ein Jahr später für den Start von Apollo 5 verwendet.
Die Nummerierung
Im Gemini-Projekt wurden sämtliche Starts, ob unbemannt oder bemannt, gemeinsam durchnummeriert. Nach zwei unbemannten Gemini-Starts erfolgte der erste bemannte Flug als Gemini 3, damals ebenfalls mit Grissom als Kommandant des Jungfernflugs. Für das Apollo-Projekt war ein Nummerierungsschema noch nicht festgelegt. Einerseits hatten sowohl Raumschiffe als auch Raketen Seriennummern, andererseits wurden intern meist die Raketen-Seriennummern (hier: AS-204) als Projektbezeichnung verwendet.
Grissom, White und Chaffe reichten ein Missionsabzeichen ein, dass die Bezeichnung "Apollo 1" trug, wobei sie befürworteten, dass nur die bemannten Apollo-Missionen nummeriert werden sollten. Im Juni 1966 wurde das Abzeichen genehmigt, wobei das noch nichts darüber aussagte, unter welcher Nummer der Flug dann schließlich starten würde.
Nach dem Unfall baten die drei Witwen darum, dass die Bezeichnung "Apollo 1" im Andenken an die Toten keinem anderen Flug verliehen werden sollte. Die NASA-Manager James Webb, Robert Seamans und George Mueller stimmten dem zu.
Zeitweise wurde der nächste Flug intern mit "Apollo 2" bezeichnet. Im März 1967 schlug Apollo-Manager George Low Mueller vor, die bisherigen drei unbemannten Flüge rückwirkend "Apollo 1A", "Apollo 2" und "Apollo 3" zu nennen, was jedoch nicht geschah. Im April gab Julian Scheer, der zuständige Sprecher der NASA-Öffentlichkeitsarbeit, bekannt, dass der erste, unbemannte Flug der Saturn V die Bezeichnung Apollo 4 tragen werde. Die drei unbemannten Testflüge, die zuvor durchgeführt wurden, würden aber nicht rückwirkend umbenannt werden. Es blieb bei den Bezeichnungen AS-201 (Februar 1966), AS-203 (Juli 1966) und AS-202 (August 1966).
Beginnend mit Apollo 4 wurden dann wie im Gemini-Programm unbemannte und bemannte Missionen gemeinsam durchnummeriert. Der erste bemannte Start fand im Oktober 1968 mit Apollo 7 statt, wobei die Reservemannschaft von Apollo 1, Schirra, Eisele und Cunningham, zum Einsatz kam.
Weblinks
- [http://history.nasa.gov/SP-4029/Apollo_01a_Summary.htm Zusammenfassung des Ereignisses] (engl.)
- [http://history.nasa.gov/SP-4029/Apollo_01c_Timeline.htm Zeitlicher Ablauf des Unfalls] (engl.)
Apollo 01
ja:アポロ1号
Kategorie:Apolloprogramm
Apolloprogramm
Kategorie:US-Amerikanische bemannte Raumkapsel
Kategorie:Erdmond
Lagoa de VelhosLagoa de Velhos, município no Estado do Rio Grande do Norte (Brasil), localizado na microrregião da Borborema Potiguar. De acordo com o censo realizado pelo IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) no ano 2000, sua população é de 2.651 habitantes. Área territorial de 112 km².
Categoria:Municípios do Rio Grande do Norte
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