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Kirgisistan
Kirgisistan (auch Kirgisien oder Kirgistan; kirgisische Selbstbezeichnung Кыргызстан/Kyrgysstan; offiziell Kirgisische Republik, kirgisisch Кыргыз Республикасы / Kyrgys Respublikasy, russisch Киргизская Республика / Kirgisskaja Respublika) ist ein Staat in Zentralasien.
Es grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan. Die Hauptstadt ist Bischkek.
Im allgemeinen Sprachgebrauch und in den Medien herrscht eine gewisse Unklarheit über den genauen Landesnamen. Die Bezeichnungen Kirgisien und Kirgistan oder Kirgisistan enthalten jeweils unterschiedliche politische Untertöne.
Der Name Kirgisien stellt eine Eindeutschung des russischen Namens Киргизия dar, der während der Zarenzeit und der Sowjetzeit galt.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion versuchten die Kirgisen, ihre nationale Identität durch die Rückbesinnung auf ihre turksprachige Kultur zu stärken und wählten als Landesnamen Кыргызстан/Kyrgysstan. Dieser Name mit der ursprünglich persischen Endung für Region oder Land "-stan" unterstreicht die kulturelle Beziehung zu anderen turksprachigen Ländern wie z.B Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan.
Geographie
Usbekistan
Kirgisistan liegt im Hochgebirge Tienschan; die höchsten Erhebungen erreichen 7.439 m und 7.134 m. Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem im Tschutal im Norden und dem Ferganatal im Süden sowie in geringerem Maße in Bergtälern wie dem um den großen See Issyk-Kul (kirgis. Yssyk-Köl/Ысык-көл). Den südlichen Abschluss des Landes bildet die Gebirgskette des Alai. Zu den bedeutendsten Flüssen des Landes gehören der Naryn, der Tschu und der Talas.
Bis in eine Höhe von 1.500 m besteht das Land aus Steppe, die allerdings durch weitläufige Bewässerungssysteme urbar gemacht worden ist. Ab 1.500 m herrschen alpine Wiesen und Weiden vor, die bis an die Schneefelder und Gletscher heranreichen. In den Wäldern leben Reh, Bär, Marder, Wildschwein und Luchs. In den Hochlagen gibt es die höchst seltenen Schneeleoparden und Marco-Polo-Schafe. Murmeltiere sind in den Hochwiesen weit verbreitet, und seit dem Zusammenbruch der sowjetischen Massenweidetierhaltung dringen Wölfe wieder in wachsender Zahl in die Gegend ein.
Bevölkerung
Die Kirgisen sind ein Turkvolk und bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Außerdem leben Russen, Usbeken, Tadschiken, Dunganen (chinesische Muslime), Ukrainer, Uiguren, Tataren und Angehörige weiterer Ethnien, wie etwa 57.000 Mescheten, im Lande. Anfang der 1990er Jahre lebten noch ca. 100.000 Deutsche dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert, aber es gibt noch kleine deutsche Gemeinden in Dörfern wie Luxemburg und Rotfront.
Siehe auch: Liste der Städte in Kirgisien
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kirgisiens
Das Gebiet des heutigen Kirgisistan wurde im 8. Jahrhundert von turkstämmigen Kirgisen bevölkert. Den nächsten Eckpunkt der Geschichte markiert das Jahr 1291, als das Land von Dschingis Khan erobert wurde. Das Gebiet blieb mongolisch, bis es im 18. Jahrhundert von den Chinesen unterworfen wurde. Ein gutes Jahrhundert später, 1875, übernahmen die Russen das Land und gliederten es ins Zarenreich ein. Nach 1918 wurde es schrittweise in die Sowjetunion eingegliedert und errang erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 seine Unabhängigkeit. Das Parlament wählte Askar Akajew zum neuen Staatspräsidenten und gab sich 1993 eine Verfassung.
Politik
1993
Die Verfassung von 1993 ist an westlichen Vorbildern orientiert und sieht ein gewaltenteilendes Regierungssystem mit einer starken Stellung des Staatspräsidenten sowie eine weite Palette an Grundrechten vor. Durch Referenden zur Verfassungsänderung im Februar 1996 und Oktober 1998 wurde die ohnehin starke Stellung des Präsidenten zu Lasten des Parlaments weiter ausgebaut und der Trend zur autoritären Präsidialdemokratie bestätigt. Ein erneutes Verfassungsreferendum im Februar 2003 änderte daran wenig. Der Präsident konnte das Parlament auflösen, er bestimmte den Regierungschef, die Minister, Richter und Gouverneure der Oblaste. Die Exekutive besteht aus dem Regierungskabinett, den Ministerien und staatlichen Komitees, den Oblasten (Verwaltungsbezirken) und der lokalen Administration.
Nach dem Wahlgesetz hat jeder kirgisische Staatsbürger ungeachtet seiner Herkunft, Rasse, Geschlecht, Ethnie, religiösen oder politischen Überzeugungen ab 18 Jahren das Recht zu wählen und kann ab 25 Jahren selbst gewählt werden. Als erstes Land in Zentralasien hat Kirgisistan im Dezember 2001 Wahlen auf Ebene der Lokalverwaltungen abgehalten. Seit 2003 unterstützt die Weltbank die ländlichen Gemeinden bei der Erstellung und Durchführung ihrer eigenen örtlichen Investitionspläne, und ein deutsches Projekt, von der KfW finanziert, wird sich voraussichtlich 2005 ebenfalls an dieser Aufgabe beteiligen.
Bis März 2005 bestand das Parlament (Dschogorku Kenesch) aus zwei Kammern mit insgesamt 105 Sitzen, der ständig tagenden Gesetzgebenden Kammer (60 Sitze) und der Volkskammer (45 Sitze). Die Verfassungsänderung vom Februar 2003 führte dann ein Einkammersystem mit 75 Abgeordneten ein, was mit der Parlamentswahl von 2005 wirksam wurde.
Im Februar 1995 wurde erstmals in der kirgisischen Geschichte in demokratischen Wahlen ein Parlament gewählt. Die regierungsnahen Parteien erhielten damals rund 55 % der Stimmen. In den zweiten, von Wahlmanipulationen überschatteten Parlamentswahlen im Februar/März 2000, wurden 15 der 105 Sitze beider Kammern nach Parteilisten vergeben. Stärkste Partei wurde die oppositionelle Kommunistische Partei mit 27,7 % der Stimmen. Auf die vier regierungsnahen Parteien "Union Demokratischer Kräfte", "Demokratische Frauenpartei", die "Partei der Afghanistan-Veteranen" sowie die Partei "Mein Land" entfielen zusammen rund 40 %. Die übrigen fünf zur Wahl zugelassenen Parteien scheiterten an der 5%-Klausel. Es gibt in Kirgistan mehr als 30 registrierte politische Parteien, deren Status durch das "Gesetz über politische Parteien" geregelt ist. Davon sind ca. neun Parteien der Opposition zuzuordnen. Genaue Abgrenzungen der Oppositionsparteien von Regierungsparteien und der Regierung nahestehenden Parteien sind nur in wenigen Fällen eindeutig möglich, da sich politische Bündnisse und Allianzen schnell ändern.
Der erste Präsident Askar Akajew wurde 1990 vom kirgisischen Obersten Sowjet in das Amt des Staatspräsidenten gewählt und im Dezember 1995 in den ersten freien Wahlen mit 70 % der Stimmen wiedergewählt. Obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsah, entschied das Verfassungsgericht im Sommer 1998, dass der Präsident sich im Jahr 2000 erneut zur Wahl stellen konnte, da bei seiner ersten Wahl die erst 1993 in Kraft getretene Verfassung noch nicht galt.
Sowjet
Das in den ersten Jahren der Unabhängigkeit als "Insel der Demokratie" bekannte Land sah sich seitdem mit zunehmender internationaler Kritik im Menschenrechtsbereich konfrontiert. Sowohl die Parlamentswahlen im Februar/März 2000 wie auch die Präsidentschaftswahl am 29. Oktober 2000 wurden von der OSZE, die Beobachtermissionen entsandt hatte, als nicht den Kriterien der OSZE entsprechend kritisiert. Die Verurteilung des ehemaligen Vizepräsidenten, Sicherheitsministers und Bischkeker Bürgermeisters, Felix Kulow, im März 2001 wegen Amts- und Machtmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis, die Verhaftung des Parlamentariers Beknasarow im Januar 2002, ebenfalls wegen Machtmissbrauchs, und der Tod von fünf Demonstranten durch Polizeischüsse in der Stadt Aksy im März 2002 löste im In- und Ausland Proteste aus. Zwar herrschte im Land insgesamt noch immer ein im Vergleich zu anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion eher liberales Klima mit einer aktiven und starken Zivilgesellschaft, aber positive Reformschritte wie Ansätze zu Reformen im Justizwesen und der Gefängnisverwaltung, Einführung von Wahlen auf Ebene der Lokaladministration u. a. waren begleitet von anhaltenden Einschüchterungsversuchen gegenüber unabhängigen Stimmen aus Presse und Opposition.
Bei weitgehender Gewährleistung der Religionsfreiheit ging die Regierung besonders nach dem Einbruch von Freischärlern im Südwesten des Landes in den Jahren 1999 und 2000 und infolge der Ereignisse vom 11. September 2001 konsequent gegen fundamentalistisch-islamische Gruppen vor, die sie als eine Gefahr für die säkulare Struktur und Stabilität des Landes betrachtete.
11. September 2001
Kirgistan ist den wichtigsten Menschenrechtsabkommen beigetreten und hat sich dem OSZE-Wertekanon unterworfen. Die kirgisische Verfassung garantiert eine weite Palette von Grundrechten, deren Durchsetzbarkeit aber selten von den Bürgern getestet wird. Es gibt weder eine rechtsstaatliche Tradition noch eine unabhängige Justiz. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte verkündete Präsident Akajew am 5. Dezember 1998 ein zweijähriges Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe (von 1996 bis 1998 wurden 82 Todesurteile vollstreckt). Das Moratorium wurde seitdem alljährlich erneuert und ist weiterhin gültig. Ende 2002 trat der erste Ombudsman des Landes seinen Dienst an.
- Mitgliedschaften: OATCT, Shanghai Cooperation Organization (SCO), Rat für kollektive Sicherheit, Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft, GUS, Economic Cooperation Organization (ECO), Organisation der Islamischen Konferenz (OIC)
- Nationalfeiertag: 31. August
Machtwechsel 2005
Im Februar und März 2005 fanden in zwei Runden Wahlen zum kirgisischen Parlament statt, zu denen die OSZE, GUS und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) Wahlbeobachter entsandten. Präsident Askar Akajew warf der Opposition im Vorfeld der Wahlen vor, sich "Technologien der samtenen Revolution" zu bedienen. Seine Aussage bezog sich auf die kurz vorher stattgefundenen Ereignisse in Georgien und der Ukraine, bei denen die jeweiligen Demokratie-Bewegungen dieser Länder einen Machtwechsel herbeiführen konnten. Aufgrund der durch internationale Beobachter gestützten Vermutung, Akajew habe die Abstimmung zu seinen Gunsten manipuliert, kam es ab Mitte März 2005 zu teilweise gewalttätigen Protestdemonstrationen, vor allem im wirtschaftlich rückständigen Süden des Landes. Am 24. März 2005 wurde die Regierung gestürzt. Eine Menschenmenge stürmte den Regierungssitz in Bischkek. Der Präsident floh nach Kasachstan und von dort nach Moskau.
Die neuen Machthaber, eine lose Zweckkoalition aus Akajewgegnern ohne eindeutige Führung und klares Programm, erkannten zuerst das noch bestehende alte Parlament an und kündeten Neuwahlen für den Herbst 2005 an. Am Abend des 24. März 2005 wurde Ischenbai Kadyrbekow vom Oberhaus des alten Parlaments zum Übergangspräsidenten gewählt, dann aber nicht vom Unterhaus bestätigt. Am Morgen des 25. März 2005 teilte der frühere Premierminister Kurmanbek Bakijew mit, er sei zum amtierenden Staats- und Regierungschef gewählt worden. Innerhalb der folgenen Tage wurde dann das neue Parlament doch anerkannt, und beide Häuser des alten lösten sich auf. Felix Kulow, erst am 24. März aus der Haft befreit und zum Sicherheitskoordinator ernannt, trat bereits fünf Tage später von diesem Posten zurück und kündigte seine Kandidatur bei den nächsten Präsidentschaftswahlen an.
Am 3. April erklärte Askar Akajew im russischen Fernsehen seinen Rücktritt als Präsident, und am 4. April unterschrieb er in der kirgisischen Botschaft in Moskau die entsprechende Erklärung. Danach befasste sich das kirgisische Parlament mehrfach mit dieser Angelegenheit, akzeptierte den Rücktritt aber erst am 11. April, nachdem es erst eine Reihe der mannigfachen Privilegien (Immunität, finanzielle und wirtschaftliche Vergünstigungen, Grundbesitz usw.) annulliert hatte, die dem ehemaligen Präsidenten und seiner Familie in den letzten Jahren zugeschanzt worden waren.
Neue Präsidentschaftswahlen wurden für den 10. Juli angesetzt. Übergangspräsident Kurmanbek Bakijew gewann diese mit sehr großem Vorsprung und ernannte nach seinem Amtsantritt Felix Kulow zu seinem Ministerpräsidenten.
Siehe auch: Parlamentswahlen in Kirgisien 2005
Verwaltungsgliederung
Parlamentswahlen in Kirgisien 2005
Kirgistan ist in 7 Provinzen ("Oblasten") und das zu keiner Oblast gehörende Gebiet der Hauptstadt Bischkek gegliedert. Die Oblaste untergliedern sich wiederum in 40 Rajone (Landkreise). Die Stadt Bischkek ist in 4 Rajone untergliedert. Die Rajone wiederum untergliedern sich in insgesamt 470 ländliche Lokalverwaltungen (Gemeinden, Aiyl Okmotu) und 22 Städte.
Infrastruktur
Hochgebirge trennen den Norden und den Süden Kirgistans; die Verkehrsverbindungen sind mangelhaft.
Das Schienennetz hat eine Länge von nur 370 km, daher spielt das Straßennetz die Hauptrolle. Auf dem See Issyk Kul besteht geringer Schiffsverkehr.
Wirtschaft
Das 1991 unabhängig gewordene Land übernahm eine vollkommen auf den Markt der Sowjetunion ausgerichtete Wirtschaftsstruktur. Die Restrukturierung derselben und die Privatisierung der Betriebe wurden zwar in Angriff genommen, auch mit Hilfe internationaler Organisationen wie des IWF und der Weltbank, gerieten aber immer wieder aufgrund Korruption, politischer Opposition und mangelndem Investoreninteresses ins Stocken. Dennoch bekam die Regierung ein ökonomisches Grundproblem postsowjetischer Staaten, hohe öffentliche Ausgaben bei gleichzeitigem Einbruch der Staatseinnahmen, relativ gut in den Griff. Das Haushaltsdefizit nahm im Laufe der 1990er stetig ab, sodass 2001 sogar ein kleiner Überschuss vermeldet werden konnte. Dennoch bleibt die Haushaltsplanung problematisch. Naturkatastrophen in den darauffolgenden Jahren erhöhten die öffentlichen Ausgaben und sorgen für ein Haushaltsdefizit 2002 und 2003. Ein großer Schwarzmarkt (geschätzte 40-50 % des BIP), korrupte und inkonsequente Steuereintreibung und niedrige Steuersätze sorgen für sehr beschränkte Haushaltsmittel; Maßnahmen wie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 20 % im Jahre 2004 wurden ergriffen.
Mit 35 % des BIP ist die Landwirtschaft die Basis kirgisischer Wirtschaft. 75 % des Ackerlandes wurden an die ländliche Bevölkerung verteilt, der Rest wurde den ländlichen Gemeindeverwaltungen unterstellt, damit sie durch Pachteinnahmen eine eigene Finanzquelle haben. 85 % der landwirtschaftlichen Produktion stammen mittlerweile aus Privatbetrieben. In der kirgisischen Landwirtschaft sind nach dem starken Rückgang im Zuge des Zusammenbruchs der UdSSR seit einigen Jahren wieder Zuwächse zu verzeichnen, und die Gesamtproduktion liegt heute deutlich über der der letzten Sowjetjahre. Angebaut werden in den Tälern vorwiegend Weizen, Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse, im Süden außerdem Tabak und Baumwolle. Problematisch für die Landwirtschaft sind das unbeständige Wetter, zahlreiche Naturkatastrophen und die Knappheit von Düngemitteln, Maschinen und Treibstoff.
Mit über 35 % trägt der Dienstleistungssektor seit einiger Zeit mehr zum BIP bei als die dominierende Landwirtschaft. Die Liberalisierung der kirgisischen Wirtschaft führte zum Erstehen unzähliger Familienbetriebe im Einzelhandels- und Nahrungsmittelgewerbe.
Die landschaftliche Schönheit Kirgistans birgt ein gewisses touristisches Potenzial, das zur Realisierung aber eine entsprechende, noch nicht vorhandene Infrastruktur voraussetzt. So beschränkt sich der Fremdenverkehr bisher größtenteils auf die jährlich etwa 400.000 Besucher aus den alten Sowjetrepubliken und auf junge Abenteuertouristen.
Weitere 15 % des BIP bildet die Industrie, vorrangig die Gewinnung von Gold und in geringerem Ausmaß Antimon aus Minen in den abgelegenen Bergregionen des Landes. Die staatseigene Gesellschaft Kyrgysaltyn überwacht die Tätigkeiten aller Minen. Es wird mit der Erschöpfung der betriebenen Minen im Jahre 2009 gerechnet; es gibt nur wenig Fortschritt im Entdecken und Erschließen neuer Vorkommen.
Die zum größten Teil ebenfalls staatlich kontrollierte Förderung von Gas, Öl und Kohle ist im Vergleich zu den anderen zentralasiatischen Republiken marginal. Das ohnehin beschränkte Potenzial kann aufgrund mangelnder und mangelhafter Anlagen nicht optimal genutzt werden.
Kirgistan besitzt Uranvorkommen; eine Anlage zur Herstellung von angereichertem Uran ist in Planung. Diese soll von einem russisch-kasachisch-kirgisischem Joint Venture erstellt und betrieben werden; die Gelder kommen zum Großteil aus Russland. Ein erhebliches Problem, das dringend gelöst werden muss, sind die vielen ungesicherten nuklearen Abfalllager aus sowjetischer Zeit; die Weltbank hat 2004 mit einem ersten Projekt diese Problematik in Angriff genommen.
Mit Ausnahme der Textil- und Nahrungsmittelindustrie können andere Industriebranchen kein oder kaum Wachstum seit den frühen 1990er Jahren nachweisen; sogar im Vergleich zu den anderen GUS-Staaten war der Rückgang der Industrieproduktion um 70 % sehr dramatisch. Kaum Investitionen und Umstrukturierungen lassen darauf schließen, dass es in näherer Zukunft keine Basis für eine grundlegende Erholung der kirgisischen Industrie geben wird.
Eine strenge Währungspolitik konnte die Inflation von über 700 % (1993) und 200 % (1994) auf Werte zwischen 2 % und 3 % im Jahre 2004 drücken.
Regionale Disparitäten
Während zu Sowjetzeiten im Norden moderne urbane Zentren gegründet wurden, blieb der Süden mit seiner großen usbekischen Minderheit ländlicher geprägt. Ethnische Konflikte im Süden sowie eine Unterrepräsentanz des Südens in der kirgisischen Politik bergen weiter ein Spannungspotenzial. Diesem wird versucht zu begegnen mit präsidentaler Kontrolle über die Provinzgouverneure einerseits sowie Investitionsprogrammen für den Süden andererseits.
Wirtschaftliche Außenbeziehungen
Als erster GUS-Staat wurde Kirgistan 1998 Mitglied der WTO. Geschichte und isolierte Lage des Landes binden es aber weiterhin eng an die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Auslandsverschuldung beläuft sich auf 1 Mrd. Euro (das entspricht 85 % des BIP) und ist vor allem auf schlecht geplante und durchgeführte Investitionsprogramme zurückzuführen, die mit ausländischen (insbesondere russischen und türkischen) Krediten in den ersten Jahren der Unabhängigkeit finanziert wurden. Ziel der Regierung war es daher, ausländische Direktinvestitionen ins Land zu bekommen sowie den Exportsektor jenseits des traditionellen Goldexports auszubauen. Dieser sorgt für 40 % der Exporteinnahmen und sogar für über zwei Drittel der Einnahmen aus Exporten in Nicht-GUS-Staaten. Importiert wird immer noch hauptsächlich aus den GUS, vor allem Kasachstan bildet sich als Haupthandelspartner in der Region heraus, zuungunsten des anderen Nachbarn Usbekistan, mit dem es wiederholt zu Grenzstreitigkeiten gekommen ist.
Kultur
Literatur
Das zentrale Werk der kirgisischen Literatur is das große Manas-Epos, erheblich länger als die Odyssee und seit etwa 1000 Jahren durch mündlicher Überlieferung bewahrt und weitergeformt. Es besingt die Taten des mythologischen Helden Manas und seiner Nachkommen, die im 10. Jahrhundert im Kampf mit den benachbarten Uiguren die kirgisische Freiheit bewahrten.
Der wohl bekannteste moderne kirgisische Autor ist der in russischer Sprache schreibende Tschingis Aitmatow.
Weiterführende Literatur
- Wassilios Klein, Das nestorianische Christentum an den Handelswegen durch Kyrgyzstan bis zum 14. Jh., Turnhout 2000 (Silk Road Studies 3)
Weblinks
- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/kirgistan/index.htm Linksammlungen zu Kirgisistan des Osteuropa-Netzwerks]
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/kirgisien/ Bilder und Erlebnisse einer Reise durch das Bergland Kirgisiens]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19769/1.html Revolution, die dritte ...]
- [http://www.radventure.de/index.htm?/touren/kirgistan/index.htm Sehr guter Radreisebericht Kirgistan]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=80 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.uni-graz.at/geowww/geo/geoweb_magazin_artikel_detail.php?recordID=36 Geographischer Überblick über Kirgisien] geoWEB Graz - Institut für Geographie und Raumforschung, Uni Graz
Kategorie:Staat
als:Kirgisistan
ja:キルギスタン
ko:키르기스스탄
ms:Kyrgyzstan
th:ประเทศคีร์กีซสถาน
zh-min-nan:Kyrgyzstan
Kirgisische SpracheDie kirgisische Sprache (Eigenbezeichung Кыргыз тили (kyrillisch) oder Kyrgyz tili beziehungsweise Kırgız tili) oder kurz Kirgisisch (Kyrgyzça beziehungsweise Kyrgyzca) ist eine der nordwestlichen Turksprachen. Sie ist die Amtssprache in Kirgisistan. Als Alternativbezeichung ist aus der türkischen Turkologie Kırgız Türkçesi (Kirgiso-Türkisch) bekannt.
Die kirgisische Sprache, vor allem das West-Kirgisische, ist dem Kasak-Kirgisischen (einem kasachischen Dialekt) recht ähnlich; sie weist aber im Gegensatz zum eigentlichen Kasachisch starke Eigenschaften einer Mischsprache auf. Das heutige Kirgisisch hat starke Bezüge zu den südlichen Dialekten der altaischen Sprache.
Als weitere Alternativbezeichnungen ist auch Kara Kyrgyzça/Kyrgyzca (Kara-Kirgisisch) bekannt.
altaischen Sprache
Die kirgisische Sprache gehört sprachgeschichtlich zum östlichen Zweig der Kyptschak-Gruppe.
- siehe auch: Vergleichende Betrachtung der Turksprachen
Sprecherzahl
Kirgisisch wird von über fünf Millionen Menschen in Kirgisistan (2,3 Millionen), Kasachstan (14.112), China (113.000 in,Ost-Turkestan]), Afghanistan (25.000), Tadschikistan (63.832), der Türkei (1.137) und Usbekistan (174.907) gesprochen.
Bei der Volkszählung (1989) gaben von den 2,5 Millionen Kirgisen der damaligen UdSSR 2,4 Millionen Kirgisisch als Muttersprache und 5.261 als Zweitsprache an.
In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1989 wurde Kirgisisch zur Staatssprache ernannt, während Russisch weiterhin Arbeitssprache blieb.
Alphabete
Im 15. bis 20. Jahrhundert diente den Kirgisen das Tschagataische als Schriftsprache.
Als eigenständige Schriftsprache ist Kirgisisch seit Anfang der 1920er Jahre anzusehen, als es im persisch-arabischen Alphabet niedergeschrieben wurde. 1926 wurde auch für die kirgisische Sprache das einheitliche türkische Alphabet verbindlich, das jedoch 1940 wieder abgeschafft wurde. Es wurde das heutige modifizierte kyrillische Alphabet eingeführt, während die Kirgisen in Ost-Turkestan nun wieder die arabischen Schriftzeichen einführten.
1990 wurde von der kirgisischen Regierung beschlossen, bis spätestens 2005 erneut ein lateinisches Alphabet auf der Basis des neuen türkischen Alphabetes einzuführen. Dieses wurde bis 1995 entwickelt. Es entspricht dem Lateinalphabet der Kasachen. Doch in der Praxis wird dieses lateinische Alphabet, wegen der großen Anzahl Russen im Lande, nur sehr sporadisch angewandt.
ISO-Code
- ISO 639-1: ky
- ISO 639-2: kir
Modifizierung des kyrillischen Alphabets
Dem kyrillischen Alphabet wurden in Kirgistan drei Zeichen hinzugefügt (Lautschrift entsprechend den SAMPA-Transkribierungscodes):
Weblinks
- [http://www.ethnologue.com/show_map.asp?name=Kyrgyzstan&seq=1 Kirgisisches Sprachgebiet]
- [http://www.omniglot.com/writing/kirghiz.htm Kirgisische Alphabete und Sprachbeispiele]
- [http://ky.wikipedia.org/ Kirgisische Wikipedia]
Kategorie:Turksprachen
ja:キルギス語
Kasachstan
Kasachstan (kasachisch Қазақстан/Qazaqstan, russisch Казахстан/Kasachstan; amtlich Republik Kasachstan, kasachisch Қазақстан Республикасы / Qazaqstan Respublîkasy, russisch Республика Казахстан / Respublika Kasachstan) liegt in Zentralasien und - betrachtet man den Fluss Ural als Grenze zwischen Europa und Asien - zu einem sehr kleinen Teil im äußersten Osteuropa. In Kasachstan selber sieht man sich in erster Linie im Zentrum Eurasiens. Es grenzt im Norden und Westen an Russland, im Südosten an die Volksrepublik China, im Süden an Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan und im Südwesten an das Kaspische Meer.
Geographie
Kasachstan ist mit seinen 2.717.300 km² das neuntgrößte Land der Erde. Es liegt ziemlich genau in der Mitte Eurasiens und zieht sich von der Ebene der Wolga im Westen bis zum Altai im Osten. Die südliche Begrenzung bilden der Tienschan-Gebirgszug, der Aralsee und die Kysylkum-Wüste. Nach Norden reicht Kasachstan ohne natürliche Begrenzung in das Mittelsibirische Tiefland hinein. Der größte Teil des Landes besteht aus Ebenen (Steppe und Wüste), im Nordwesten befinden sich die Mugodscharberge, im Zentrum die Kasachische Schwelle, während sich im Südosten im Tienschan Höhen bis zu 4.973 m finden.
Landschaften
Das Relief von Kasachstan ist sehr vielfältig. Dennoch kann man behaupten, dass den größten Teil des Territoriums Ebenen, niedrige Berge und Hügel beherrschen.
Der Westen des Landes wird von der Kaspischen Senke geprägt. Bei der Kaspischen Senke handelt es sich um ein meist sumpfiges Gebiet unterhalb des Meeresspiegels. Im Süden geht die Kaspische Senke in das Ustjurt-Plateau über. Westlich des Plateaus, auf der Mangghystau-Halbinsel, befindet sich auch die tiefste Stelle Kasachstans, die Karagije-Höhle (-132 m).
Von Osten wird die Kaspische Senke durch einen Ausläufer der Ural-Gebirge begrenzt, Mugodscharberge, Mittelhöhe 500 Meter. Weiter südöstlich liegt um den Aralsee die Turanische Senke, die auch größte Wüste des Landes miteinschließt, Kysylkum, sowie Aralkarakum. Im Zentrum von Kasachstan befindet sich die Kasachische Schwelle, kasachisch Saryarka. Saryarka ist ein von Steppen und Halbwüsten geprägtes Gebiet mit vielen mittelgroßen (500-1.500 m) Bergen und Gebirgen wie Ulutau, Kökschetau oder Karkaraly. Im Nordwesten wird Saryarka von dem Turgai-Plateau und im Norden von der Westsibirischen Ebene begrenzt. In diesen Regionen wird die Landschaft von fruchtbaren Steppen und Waldsteppen geprägt, mit vielen Seen und Flüssen. Im Osten der Republik befinden sich die mit Wäldern bedeckten Gebirgsketten des Altai, die Sibirien von den mittelasiatischen Wüsten trennen. Der höchste Berg ist Belucha (4.506 m).
Südlich der Kasachischen Schwelle liegt das Plateau der Hungersteppe, kasachisch Betpak-Dala. Weiter südlich des Plateaus und des Balchaschsees liegt ein Gürtel der Wüsten Mujunkum und das in der Vergangenheit fruchtbare Siebenstromland. Ganz im Süden Kasachstans, an den Grenzen zu China und Kirgisien, liegen Hochgebirge wie Alatau, Karatau und vor allem Tienschan (chinesisch: "Himmelsgebirge"). Der Tienschan ist eine der höchsten Gebirgsketten der Welt. Die von Wäldern und Gletschern bedeckten Gebirge erreichen im benachbarten Kirgisien fast 7.500 Meter Höhe. Der höchste Berg Kasachstans ist Khan Tengri (7.010 m), im äußersten Südosten gelegen.
Wasserressourcen
In Kasachstan gibt es einige bedeutende Flüsse, die auch schiffbar sind. Sie alle fließen aber in den Randregionen des Landes, im zentralen Teil dagegen gibt es fast ausschließlich abflusslose Steppenströmchen, die im Hochsommer häufig austrocknen, ähnlich wie australische Creeks.
Die längsten Flüsse Kasachstans sind Irtysch (4.248 km, davon 1.700 in Kasachstan), Syrdarja (2.212/1.400 km), Zhajyk (rus. und dt. Ural) (2.428/1.100 km) und Ili (1.001/815 km). Weitere wichtige Flüsse sind Ischim, Tobol, Emba, Sarysu (der längste abflusslose Steppenstrom), Tschu, und Nura. Irtysch und Nura verbindet der bedeutendste Kanal des Landes: der Irtysch-Karaganda-Kanal (500 km).
Kasachstan ist reich an Seen, besonders was den Norden des Landes angeht. Im ganzen Land gibt es ca. 4.000 große und kleine Seen, die mehrheitlich Salzseen sind.
Der größte See Kasachstans ist das Kaspische Meer. Das Kaspische Meer ist 390.000 km² groß, ungefähr ein Viertel der Fläche entfällt auf Kasachstan. Das Kaspische Meer verfügt über reiche Naturreserven, z. B. in Form von Fischen; hier lebt auch die artengeschützte kaspische Seerobbe.
Der zweitgrößte See ist der Aralsee, der auszutrocknen droht. Dieser Prozess dauert seit 1975 an und hat bereits nachhaltige Schäden für Mensch und Natur bewirkt. Inzwischen hat sich der See in zwei Teile aufgeteilt. Soweit bekannt, hat sich aber die Verkleinerung der Wasseroberfläche in den letzten Jahren sehr verlangsamt.
Der Balchaschsee zählt ebenso zu den weltweit bedeutendsten Seen. Er ist 18.200 km² groß und 614 km lang. Er gehört vollständig zu Kasachstan. Zu den Besonderheiten Balchaschs zählt, dass er als einziger See der Erde zur Hälfte aus Süß- und zur anderen Hälfte aus Salzwasser besteht.
In den Bergen des Altai liegt der wunderschöne und naturreiche Saisansee.
Weitere größere Seen Kasachstans sind der Siletinizsee im Norden, der Tengiz- und der Karakojynsee im Zentrum und der Alakolsee im Westen des Landes. Touristisch bedeutend sind die prächtigen Seen von Borowoje und Marakol.
Die größten Stauseen sind Kaptschagai und Buchtarma.
Tier- und Pflanzenwelt
Wegen seiner Größe und der Ausdehnung über viele Naturzonen besitzt Kasachstan eine ausgesprochen reiche Palette von Flora und Fauna.
Im Norden, wo die Steppen und Waldsteppen vorherrschen, die zusammen 28,5 % der Fläche Kasachstans ausmachen, wachsen viele Getreidepflanzen, Gräser, besonders häufig in Steppen ist Federgras. Auch viele medizinisch nützliche Pflanzen kommen vor, so etwa Adonis, Johanniskraut und Baldrian. Sehr verbreitet ist Wermut. In den Wald-"Inseln" wachsen Birken, Espen, Weiden, Johannisbeersträuche; weiter westlich Fichten; nach Westen hin Eiche und Linde. In den Wäldern gibt es viele Beeren. Die typischen Bewohner dieser Zone sind Nagetiere wie Zieselmaus, Murmeltier, Springmaus, Eichhörnchen. Es gibt aber auch viele Hasen, Hermeline, Dachse, Wölfe und Füchse. In den Wäldern leben vereinzelt Hirsche und Rehe, in der Steppe die seltene und geschützte Saiga-Antilope. Vögel gibt es besonders viele, auch Wasservögel, da es in dieser Region über 1.500 Seen gibt. Man kann nur einige hervorheben: Schwäne, Adler, Trappen (diese sind die größten Vögel Kasachstans, erreichen bis zu 16 kg Gewicht), Geier, Kraniche, Reiher, Enten, Gänse, Waldhühner, Spechte, Lerche u.v.a.
Über 14 % des Territoriums erstrecken sich Halbwüsten. Hier trifft man auf deutlich geringeren Artenreichtum als in den Steppen. Besonders häufig sind Wermut, Kamillen, Federgras. Auch Hasen, Zieselmäuse und Springmäuse kann man hier noch finden, man trifft überall auf Wölfe und Korsak-Füchse, etwas seltener auf Saiga und Kropfgazelle. Es gibt viele Eidechsen und Schlangen wie Natter und Otter.
Wüsten sind die größte Naturzone Kasachstans - sie bedecken 44 % seiner Fläche. Es sind in der Regel Sandwüsten und Kieswüsten. Dort herrschen extreme Klimabedingungen; die Kälte im Winter erreicht bis zu -40° C, im Sommer dagegen ist es über +40° C heiß. Die Temperatur des Sandes geht bis an die Marke von +70° C!
Hier wachsen nur trockene, kleinwüchsige Pflanzen mit langen Wurzeln. Riedgras, Wüstenfedergras, Wermut, Stachelbarsch sind die häufigsten. Im Sommer verbrennen die meisten Pflanzen an der Sonne. Ziemlich verbreitet sind Sträuche, besonders Saksaul. Große Tiere trifft man in der Wüste sehr selten, es sind meistens Antilopen und Saiga oder Eber, die nahe der Wasserquellen vegetieren. Noch seltener sieht man Wölfe und Schilfkater. Die kleinen Tiere wie Igel, Schildkröten, Springmäuse können sich an die extremen Bedingungen besser anpassen. In der Wüste überall verbreitet sind Reptilien wie verschiedene Agamen und einige Schlangen, insgesamt kommen in Kasachstan ca. 50-60 verschieden Reptilien vor. Außerdem gibt es viele Spinnentiere wie die Malmignatte verschiedene Tarantelarten und ferner Skorpione.
In den riesigen Bergen von Tienschan, die meist von Fichtenwäldern bedeckt sind, trifft man heute noch auf den Schneeleopard - eins der Nationalsymbole Kasachstans. Auch der Luchs ist ziemlich verbreitet, und in Altai gibt es viele Bären. Einer Verbindung vom Nordpolarmeer bis zum Kaspischen Meer vor der letzten Eiszeit verdanken wir, dass am Kaspischen Meer noch heute große Robbenkolonien vorzufinden sind. Die Robbe am Kaspischen Meer stellt zusammen mit der Baikalrobbe die einzige außerpolare Robbenart dar.
Natürliche Ressourcen
Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde. Von den 105 Elementen des Periodensystems kommen auf dem Gebiet der Republik 99 vor.
Um das Kaspische Meer liegen große Erdöl- und Gasfelder, die eigentlich den gesamten Westen des Landes einschließen, besonders die Gebiete von Mangghystau, Atyrau und Aqtöbe. Bedeutendste Quellen sind Makat, Dossor, Usen, Karazhanbas. Man vermutet außerdem Erdölvorkommen um den Aralsee. Weitere, ärmere Erdöl- und Gasfelder gibt es im Süden der Republik, in den Gebieten von Taras, Schymkent, Schesqasghan und Qysylorda.
Ein weltweit bedeutendes Steinkohlevorkommen ist das Becken von Qaraghandy. Diese Region war eines der wichtigsten Kohlelieferanten in der Sowjetunion. Auch die Becken von Ekibatuz und Astana sind längst noch nicht ausgeschöpft.
Im Gebiet von Qostanai befinden sich reiche Vorkommen von reinem Eisen, wie Sarybaj. Um Schesqasghan und Balchasch liegen die bedeutendsten Kupfervorkommen der Republik, und in den Altai-Bergen wird Gold gewonnen. Ergiebige Manganvorkommen existieren um Atasu und Shesdy nahe Sheskasgan. Im Gebiet von Aqtöbe liegt Nickel unter der Erde.
Ca. 300 km südlich von Qostanai liegt die einst schöne Stadt Zitikara(Dshetygara). Das Gold liegt hier buchstäblich unter den Häusern. Diese werden nun abgerissen, um an das Gold zu gelangen.
Kasachstan nimmt weltweit den ersten Platz an Vorkommen folgender Rohstoffe ein: Chrom, Vanadium, Wismut, Fluor.
Einen der führenden Plätze hat Kasachstan bei den Vorkommen von Uran, Eisen, Kupfer, Kohle, Wolfram, Blei, Zink und Molybdän.
Klima
Das Klima ist kontinental, d. h. nach kalten Wintern folgen direkt heiße lange Sommer.
Bevölkerung
Kasachstan hat ca. 15.143.700 Einwohner (Juli 2004).
Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in Kasachstan beträgt 5,57 Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten der Welt. Am dichtesten besiedelt sind die Kreise im äußersten Süden, um Almaty, Schymkent und Taras, sowie Steppenregionen im Norden, Gebiete von Astana, Petropawl, der Norden der Gebiete Qostanai und Qaraghandy; das rechte Ufer des Irtysch. Dazu ist noch anzumerken, dass die höchste Bevölkerungsdichte in Kasachstan lediglich 25 E/km² beträgt, niedriger als in Vorpommern.
Nationalitäten
Die Bevölkerung Kasachstans besteht zu 54 % aus Kasachen, einem Turkvolk. Die größte Minderheit sind die Russen (30 %). Weitere Minderheiten europäischer Herkunft sind die Ukrainer (3,7 %) und Kasachstandeutschen (2 %).
Zu den turkvölkischen Minderheiten zählen die 332.017 Usbeken (2,5 %), 185.301 Uiguren(1,4 %), 132.000 Tataren (1,7 %), 105.000 Mescheten, 41.847 Baschkiren und ca. 8.000 Tschuwaschen.
Aufgrund der Bestrebungen der Regierung, die Kasachische Sprache als vorherrschende Amtssprache durchzusetzen, hat die Anzahl der Angehörigen der Minderheiten seit der Unabhängigkeit des Landes abgenommen, da es einige vorgezogen haben, auszuwandern. In den letzten Jahren scheint sich der Trend verlangsamt zu haben.
Sprachen
Die vorherrschende Sprache in Kasachstan ist nach wie vor das Russische, das von 83,1 % der Einwohner beherrscht wird, obwohl die Rolle des Kasachischen, das 40,2 % der Einwohner sprechen, durch die Bemühungen der Regierung in den Jahren nach der Unabhängigkeit stark gewachsen ist. Es herrschen 8 Jahre Schulpflicht. Die Rate der Analphabeten ist mit 2,5 % ungefähr so hoch wie in Deutschland.
Der private Sprachverein Qazaq tili (Kasachische Sprache) genießt heute halboffiziellen Status, da er den Kasachen seit 1989/90 den verstärkten Gebrauch der eigenen Sprache und eine Re-Turkisierung, d. h. die Anpassung des Kasachischen an andere Turksprachen ans Herz legt bzw. betreibt.
Religionen
Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung – größtenteils die Vertreter der Türkvölker – bekennt sich zum sunnitischen Islam, die andere Hälfte zum Christentum. Dabei handelt es sich größtenteils um russisch-orthodoxe Christen. Kasachstandeutsche bekennen sich zum Evangelismus und Protestantismus (größtenteils Lutheraner). Viele Ukrainer sowie Polen und Litauer sind Katholiken. In den Städten gibt es Gemeinden der Zeugen Jehovas und Juden.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kasachstans
Im Altertum entstanden auf dem Gebiet des späteren Kasachstan verschiedene Reiche, die z. T. Weltbedeutung erreichten. Am bekanntesten sind die Reiche der turkstämmigen Kangly, Scha-t'o, Kirgisen, Kimek und Naimanen, die vor allem das nördliche, südliche und östliche Kasachstan beherrschten. Der Süden wurde vor allem durch das türkisch-geprägte Reich des Choresm-Schah gebildet, dem auch formal die Gebiete der turkstämmigen Karakhaniden und der Türgesch untertan waren. Das spätere Westkasachstan unterstand den Reichen der Kyptschaken und der Oghusen.
Im 13. Jahrhundert wurde Kasachstan von den Mongolen Dschingis Khans überrannt und seinem Reiche einverleibt: Große Teile des heutigen Kasachstans zählten zu der Orda-Horde. Im Westen des Landes befand sich das Gebiet der Goldenen Horde, während der Süden formal durch das Khanat Tschagatai kontrolliert wurde - de facto herrschten aber im südlichen Kasachstan die Khane der Roten Nogaier-Horde.
Im 14./15. Jahrhundert von Timurs Eroberungen betroffen, bildete sich nun das Usbekische und Kasachische Khanat heraus.
Im 17./18. Jahrhundert fielen noch einmal Mongolen in Kasachstan ein, wo es zeitweise einen Bestandteil der Westmongolischen Föderation der Oiraten bildete. Es war die Zeit des "Großen Unglücks" für die Kasachen.
Mitte des 18. Jahrhunderts unterstellte sich das spätere Kasachstan nach und nach dem russischen Zarenreich. Es kam nun dort zur Bildung der drei "kasak-kirgisischen Horden".
Im 19. Jahrhundert beginnt der kasachische Widerstand gegen die russische Herrschaft: Auf dem Gebiet des einstigen Kasachen-Khanates wird nun die Buqai-Horde begründet, die das Khanat wieder herstellen wollte. Doch wird das nachmalige Kasachstan durch General Kaufmann († 1882) unterworfen und dadurch dem Generalgouvernement Turkestan unterstellt.
1917 proklamierte die kasachische Nationalbewegung Alasch Orda die Autonomie Kasachstans innerhalb eines föderativen Russlands. Da die Alasch Orda die Anerkennung der Machtübernahme der Bolschewiki verweigerte, geriet sie in Konflikt mit der neuen russischen Sowjetregierung. Im Laufe des russischen Bürgerkrieges war das Gebiet des heutigen Kasachstans zwischen den Bolschewiki, der Alasch Orda sowie russischen antikommunistischen Gruppierungen umkämpft, wobei die Allianzen und Machtverhältnisse mehrmals wechselten. 1919 wurde das Gebiet schließlich von den Sowjets unterworfen.
Am 26. August 1920 wurde aus dem nördlichen und zentralen Teil des heutigen Kasachstans die Kirgisische Autonome Sowjetrepublik innerhalb der RSFSR gebildet. Deren erste Hauptstadt wurde das heute zu Russland gehörende Orenburg. Nach der Auflösung der ASSR Turkestan wurden ihr 1924/1925 auch das heutige südliche Kasachstan sowie das heutige Karakalpakistan angegliedert. Im April 1925 wurde sie in Kasachische Autonome Sowjetrepublik umbenannt. Orenburg wurde von der Kasachischen ASSR getrennt und unmittelbar Teil der RSFSR, neue Hauptstadt wurde 1925 zunächst Qysylorda, 1929 dann Alma-Ata (heute Almaty).
Am 5. Dezember 1936 wurde Kasachstan als Kasachische SSR zu einer von der RSFSR getrennten eigenständigen Unionsrepublik der Sowjetunion erklärt, während Karakalpakistan als autonome Republik dem benachbarten Usbekistan zugeschlagen wurde.
1990 erklärte Kasachstan seine Souveränität innerhalb der UdSSR. Nursultan Nasarbajew wurde Staatoberhaupt.
Am 16. Dezember 1991 erklärte die Republik Kasachstan ihre Unabhängigkeit. Kasachisch wurde Amtssprache, die Hauptstadt Alma-Ata wurde in Almaty umbenannt, der 16. Dezember wurde Nationalfeiertag. Nursultan Nasarbajew war bereits am 1. Dezember 1991 in den ersten direkten Wahlen zum Präsidenten gewählt worden.
1992 gründete Kasachstan zusammen mit Usbekistan, Kirgisien, Turkmenistan, Tadschikistan, Aserbaidschan und der Türkei den Zentralasiatisch-Türkischen Gipfel.
1997 zogen Regierung und Parlament von Almaty nach Aqmola um. Akmola wurde als offizielle Hauptstadt proklamiert und 1998 in Astana ("Hauptstadt") umbenannt.
Karte von Kasachstan
Politik
Die Innenpolitik wird weitgehend durch den autoritären Regierungsstil von Präsident Nursultan Nasarbajew und seiner Familie geprägt. Die Opposition wird stark eingeschränkt.
Außenpolitik
Außenpolitisch schwankt Kasachstan zwischen enger Anlehnung an Russland - z. B. in der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft und dem Rat für kollektive Sicherheit - einerseits und Emanzipationsbestrebungen von Russland mit enger Anlehnung an die USA andererseits.
Mitgliedschaften: UNO und alle UNO-Organisationen wie UNESCO; Shanghai Cooperation Organization (SCO) , Rat für kollektive Sicherheit, Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft, GUS, Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), Economic Cooperation Organization (ECO), Zentralasiatisch-Türkischer Gipfel.
Zentralasiatisch-Türkischer Gipfel
Verwaltungsgliederung
Kasachstan ist in 14 Gebiete (Regionen, kasach. Oblys, Mehrzahl Oblystar) und 3 Städte mit Sonderstatus (kasach. Qala) gegliedert. Alle unten angegebenen Bezeichnungen sind in kasachischer Transkription. Russische Namen, die bis 1994 galten und unter denen die Städte in Europa bekannt sind, werden nach dem Schrägstrich angegeben. Da diese Bezeichnungen aber nicht mehr offiziell sind, sollte man sich an die neuen, kasachischen Bezeichnungen gewöhnen.
Städte mit Sonderstatus:
- Astana (Астана қаласы/Astana qalasy)
- Almaty (Alma-Ata) (Алматы қаласы/Almaty qalasy)
- Baikonyr (Baikonur, Leninsk)
Nach der Verwaltungsreform von 1997 wurden folgende Gebiete aufgelöst:
- Gebiet Turgai (Turgai/Arkalyk)
- Gebiet Schesqasghan (Schesqasghan/Dscheskasgan)
- Gebiet Kökschetau (Kökschetau/Koktschetaw)
- Gebiet Taldykorgan (Taldykorgan/Taldy-Kurgan)
- Gebiet Semei (Semei/Semipalatinsk).
Siehe auch: Liste der Städte in Kasachstan
Infrastruktur
Für den Verkehr hat die Eisenbahn mit Abstand die wichtigste Bedeutung. Das Streckennetz ist 14.560 km lang. Das Straßennetz ist durchschnittlich entwickelt und umfasst 141.000 km, europäischen Standards entspricht lediglich die Magistrale Astana-Almaty. In Atyrau und Aqtau befinden sich Häfen am Kaspischen Meer. Auf Irtysch und Zhajyk (Ural) gibt es Schifffahrt.
In Baikonur befindet sich der größte Weltraumbahnhof der ehemaligen Sowjetunion. Er ist von Russland für 115 Millionen Dollar jährlich bis 2022 gepachtet worden.
Wirtschaft
Kasachstan ist ein rohstoffreiches Schwellenland. Erdöl- und Erdgasförderung sowie Ölprodukte bilden die Basis kasachischer Wirtschaft. In den 1990er Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der kasachischen Steppe die größten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Experten schätzen sie auf rund neun Milliarden Barrel. Die Ausbeutung erfolgt mit Hilfe ausländischer Gesellschaften. Sie müssen von der Fördermenge zwischen 50 und 40 Prozent an den kasachischen Staat abgeben. Allein im Jahr 2002 wurden in Kasachstan rund 360 Millionen Barrel im Wert von 7 Milliarden Euro gefördert.
Sehr gut entwickelt ist auch die Hüttenindustrie (Schwarz- und Buntmetalle) sowie deren Erzeugnisse. Als Energieträger hat Steinkohle nach wie vor große Bedeutung. Kasachstan besitzt außerdem reiche Reserven an Zinn, Uran, Blei, Zink, Bauxit, Eisen, Gold, Silber, Phosphor, Mangan und anderem.
In Kasachstan werden zudem chemische Erzeugnise (Dünger, Kunststoffe), Maschinen, Ausrüstungen, Textilien und Lebensmittel hergestellt. Die wichtigsten Industriezentren sind Almaty, Qaraghandy, Schymkent, Pawlodar und Aqtöbe.
Nur ein Viertel der Landesfläche ist landwirtschaftlich nutzbar. Trotzdem deckt Kasachstan seinen Bedarf an Getreide dank der fetten, fruchtbaren Steppenböden vollständig selber und verkauft die überflüssigen Bestände nach China. Im Norden besteht um die Hauptstadt Astana ein landwirtschaftlich gut erschlossenes Gebiet. Darauf deutet auch der frühere russische Name der Stadt - Zelinograd - Neulandstadt hin. In den südlichen Gebieten von Almaty bis Schymkent werden Früchte angebaut. Von großer Bedeutung vor allem für die Bewohner der Halbwüsten- und Wüstengebiete ist die Viehhaltung. Es werden hauptsächlich Schafe gezüchtet, seltener Ziegen, Kühe, Pferde. In russisch oder deutsch dominierten Regionen ist auch Schweinezucht verbreitet.
Im Süden steht der Aralsee nach extensiver Wasserentnahme zur landwirtschaftlichen Kultivierung der Region vor dem Austrocknen, was eine der größten ökologischen Katastrophen der heutigen Zeit darstellt.
Kultur
Allgemeines
- [http://www.atameken.de/modules.php?name=News&file=article&sid=955/ Interview mit Dr. Werner Linden]
- [http://www.botschaft-kasachstan.de/de/kul/kultur.htm/ Kulturleben]
- [http://www.atameken.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=14/ Info zur Kultur]
Literatur
- Abai Kunanbajew (1845-1904)
Kasachische Küche
siehe Kasachische Küche
Weblinks
- [http://www.atameken.de/modules.php?name=coppermine&cat=9&art=2/ Kasachstan in Bildern] (Deutsch/Kasachisch/Russisch/Englisch)
- [http://www.government.kz/ offizielle Webseite der kasachischen Regierung] (kasachisch/englisch/russisch)
- [http://www.atameken.de/ ATAMEKEN - Kazakhstan Community Portal]
- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/Kasachstan/index.htm Linksammlungen zu Kasachstan des Osteuropa-Netzwerks]
- [http://www-x.nzz.ch/folio/archiv/2004/09/articles/enderlin.html Kasachstans große Erdölvorkommen]
- [http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2529.pdf Umweltsituation in Kasachstan]
- [http://www.fz-juelich.de/gs/forschung/ Forschungsprojekte des Forschungszentrum Jülich in Kasachstan]: 1. ehemaliges Atomwaffentestgelände Semipalatinsk, 2. Strahlenbelastung am Kaspischen Meer
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/kasachstan/ Bilder und Erlebnisse einer Reise durch den Süden Kasachstans]
Kategorie:Staat
ja:カザフスタン
ko:카자흐스탄
ms:Kazakhstan
th:ประเทศคาซัคสถาน
zh-min-nan:Kazakhstan
Tadschikistan
Tadschikistan (tadschik. Тоҷикистон, Todschikiston, amtlich Republik Tadschikistan, tadschik. Ҷумҳурии Тоҷикистон, Dschumhurii Todschikiston) ist ein zentralasiatischer Staat. Hauptstadt Tadschikistans ist die Metropole Duschanbe.
Geographie
Tadschikistan ist ein Hochgebirgsland, das an Afghanistan, Usbekistan, Kirgisistan und die Volksrepublik China grenzt. Fast 50 % des Staatsgebietes liegen auf einer Höhe von 3.000 m über NN oder noch höher. Der Osten des Landes wird vom Pamir-Gebirge und dem größten Teil des Pamir-Hochlandes geprägt. Dort befindet sich auch der höchste Berg des Landes, der 7.495 m hohe Pik Ismail Samani (früher Pik Kommunismus). Im Norden des Landes erstreckt sich die Gebirgskette des Alai. Nur im äußersten Norden besitzt Tadschikistan mit dem Ferghanatal, das durch den größten Fluss des Landes, den Syrdarja, bewässert werden kann, Tiefland, das intensiv ackerbaulich genutzt wird. Der größte Teil des Landes kann wegen der Höhenlage und des Reliefs nur extensiv viehwirtschaftlich genutzt werden. Der größte See ist der Kara-Kul (380 km²) im Osten Afghanistans, der größte Stausee ist der Kajrakkum-Stausee (520 km²) am eben genannten Syrdarja.
Das Klima ist ein extrem kontinentales mit kalten Wintern und heißen Sommern. Große Temperaturunterschiede bestehen zwischen den tiefer und den höher gelegenen Regionen des Landes. Die Jahresniederschlagsmengen sind relativ niedrig, so dass Steppenvegetation vorherrscht.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Duschanbe 543.107 Einwohner, Chudschand 144.865 Einwohner, Kulob (russ. Kuljab) 78.786 Einwohner, Qurghonteppa (russ. Kurgan-Tjube) 60.084 Einwohner, Istarawschan (bis 2002 Uroteppa, russ. Ura-Tjube) 52.851 Einwohner und Konibodom 50.359 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte in Tadschikistan
Bevölkerung
Die Tadschiken sind das letzte Überbleibsel der Indoeuropäer in Zentralasien und gehören den iranischen Völkern an. Sie sind sprachlich, kulturell und ethnisch sehr stark mit den Persern verwandt und stellen auch im Nachbarland Afghanistan einen bedeutenden Bevölkerungsanteil. Im Ferganatal leben verschiedene Minderheiten von Kirgisen und Usbeken (ca. 25 % der Bevölkerung), ebenso im Osten des Landes. Fast die gesamte Bevölkerung gehört zum Islam sunnitischer Richtung.
Sprache
Die Amtssprache Tadschikistans ist Tadschikisch, eine Form des Persischen. Daneben dient noch immer Russisch als Sprache der internationalen Politik und Wirtschaft.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Tadschikistans
Das Gebiet Tadschikistans war abwechselnd unter der Herrschaft der Perser, Hunnen und gehörte auch zum Reich Alexanders von Mazedonien. Im 8. Jahrhundert erreichte der Islam die Region. Während des Mittelalters gehörte Tadschikistan zum Kaiserreich Persien. 1868 wurde Tadschikistan Kolonie Russlands, später Sowjetrepublik.
Sowjetrepublik
1991 erklärte sich Tadschikistan unabhängig und versank sofort in einem Bürgerkrieg zwischen islamischen Fundamentalisten und der Regierung von Emomali Rachmonow. Der Bürgerkrieg endete mit einer Regierungsbeteiligung der Fundamentalisten.
Nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 wurden US-Truppen in Chorog und Duschanbe sowie Soldaten Frankreichs in Duschanbe stationiert. Trotzdem spielt Russland nach wie vor durch seine Truppenpräsenz die Rolle der wichtigsten Ordnungsmacht der Region (Grenzkontrolle nach Afghanistan durch russische Truppen).
Politik
Tadschikistan ist laut seiner Verfassung eine demokratische Präsidialrepublik.
Zu Tadschikistan gehört das Autonome Gebiet Berg-Badachschan (Gorno-Badachschan) im Osten des Landes, das 44,5 % der Fläche der Republik umfasst.
Tadschikistan ist Mitglied der Shanghai Cooperation Organization (SCO), des Rates für kollektive Sicherheit, der GUS, der Economic Cooperation Organization (ECO), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und des OATCT.
Politische Gliederung
Tadschikistan gliedert sich in drei Provinzen (in Klammern die Hauptstädte):
- Chatlon (Qurghonteppa)
- Karotegin (Kofarnichon)
- Sughd (Chudschand)
ein Autonomes Gebiet:
- Berg-Badachschan (Chorog)
sowie die Hauptstadt Duschanbe, die einen Sonderstatus besitzt.
Infrastruktur
Die Verkehrserschließung Tadschikistans ist aufgrund der Oberflächengestalt des Landes sehr schwierig. Der Verkehr stützt sich vor allem auf das nur mangelhaft ausgebaute Straßennetz. Das Land verfügt über nicht miteinander verbundene Eisenbahnstrecken von insgesamt 470 km Länge. Die Hauptstadt Duschanbe ist durch die Transkaspische Eisenbahn an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen; Verbindungen bestehen über Taschkent nach Moskau.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2001 auf 880 Mio. Euro; mit einem BIP pro Kopf von 141 Euro gehört Tadschikistan zu den ärmsten Ländern der Erde. Nach der Definition der Vereinten Nationen zählt das Land zu den LDC; ein zusätzliches Erschwernis ist, dass es sich um einen Binnenstaat handelt, also ein LLDC.
Nach wie vor ist die Bedeutung der Landwirtschaft sehr groß. Sie trug 2001 29 % zum BIP bei, während 67,2 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft arbeiteten. Die Anteile der Industrie beliefen sich auf 29 % und 9,6 %, die des Dienstleistungssektors auf 41 % und 23,1 %.
Einen Schwerpunkt der Wirtschaft bildet der Anbau von Baumwolle. Die extensive Bewässerung trägt massiv zur Bodenversalzung und zum Austrocknen des Flusses Pjandsch bei. Daneben werden Schafe und Ziegen gehalten. Das Land verfügt über Reserven an Erdöl, Erdgas und Braunkohle. Wichtigstes Exportgut mit einem Anteil von 50 % an den Exporterlösen ist Aluminium; 23 % werden durch den Export von Elektrizität erzielt.
Kultur
Nationalfeiertag ist der 9. September (Tag der Unabhängigkeit).
Zu den ältesten wichtigsten Bräuchen des Landes gehört das traditionelle Neujahrsfest, Nauroz, das am Frühlingsanfang feierlich begangen wird.
Wappen
Das Wappen Tadschikistans ist eine Reinterpretation des Wappens aus der Zeit vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991.
Weblinks
- [http://www.lib.berkeley.edu/EART/tajikistan/100k.html Topographische Karten Tadschikistan 1:100.000] Berkeley University. Online verfügbar!
Kategorie:Staat
ja:タジキスタン
ko:타지키스탄
simple:Tajikistan
th:ประเทศทาจิกิสถาน
zh-min-nan:Tajikistan
Usbekistan---Sidenote START---
Usbekistan (usbek. O‘zbekiston; amtlich Republik Usbekistan, usbek. O‘zbekiston Respublikasi, inoffiziell auch O‘zbekiston Jumhuriyati) ist ein bevölkerungsreicher Staat in Zentralasien. Nachbarländer sind Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Turkmenistan.
Geographie
Usbekistan hat eine Fläche von 447.400 km² und liegt im mittleren Zentralasien. Es ist ein Binnenstaat, der selbst nur von Binnenstaaten umgeben ist (diese Eigenschaft teilt es weltweit nur mit dem Fürstentum Liechtenstein).
Landschaftszonen
Usbekistan erstreckt sich von den Wüsten am Aralsee im Westen über ca. 1.200 km bis zum fruchtbaren Ferghanatal im Osten.
Der von vollständiger Austrocknung bedrohte Aralsee hat derzeit eine Fläche von ca. 43.000 km². Südwestlich des Sees befindet sich das flachwellige, wüstenhafte Ustjurt-Plateau, dessen Westhälfte zu Kasachstan gehört und das ein großes Naturreservat bildet.
Der größte Teil der Fläche Usbekistans wird von Wüsten eingenommen. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich die Kysylkum-Wüste (usbek. Qizilqum), die vier Zehntel der Staatsfläche Usbekistans umfasst und sich auf dem angrenzenden Territorium Kasachstans fortsetzt. Sie wird nur durch einige Restmassive unterbrochen, die im Gora Aktau 920 m Höhe erreichen. Südlich davon liegt eine große Steppenlandschaft, durch die der Amudarja fließt.
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbauflächen befinden sich in den großen Oasen um Samarkand, Buchara und Taschkent sowie im Ferghanatal.
Im Osten Usbekistans liegen die Turkestankette und die vorgebirgige Landschaft des Tienschan.
Der höchste Berg Usbekistans ist der Beshtor, auf dem sich die Ortschaft Adelunga Toghi befindet. Er hat eine Höhe von 4.301 m. Die tiefste Stelle im Land liegt 12 m unter dem Meeresspiegel im Kysylkum.
Flüsse
Durch Usbekistan fließen die zwei wichtigsten Zuflüsse des Aralsees und größten Ströme Zentralasiens, der Amudarja (usbek. Amudaryo, in der Antike Oxus genannt; 2.539 km lang) und der Syrdarja (usbek. Sirdaryo; 2.212 km lang). Beide Flüsse liegen jedoch nur mit einem Teil ihres Laufes in Usbekistan. Ihre Quellflüsse entspringen außerhalb Usbekistans im zu Tadschikistan und Afghanistan gehörenden Pamir (für den Amudarja) bzw. im zu Kirgisien gehörenden Tienschan (für den Syrdarja). Der Syrdarja durchquert in seinem Mittellauf den zu Usbekistan gehörenden Teil des Ferghanatals, fließt dann über das Territorium Tadschikistans, südwestlich von Taschkent erneut eine Strecke durch Usbekistan, während sein Unterlauf zu Kasachstan gehört. Der Amudarja bildet in seinem Mittellauf zunächst die usbekisch-afghanische Grenze und verläuft sodann parallel zur Grenze Usbekistans zu Turkmenistan, die jedoch nur in einem Teilstück dem Fluss direkt folgt. Sein Mündungsbereich gehört ganz zu Usbekistan.
Weitere wichtige Flüsse sind noch der Surchundarja (usbek. Surxondaryo), der Kaschkadarja (usbek. Qashqadaryo), der die Oase von Qarshi erreicht, und der Zarafshon, der die Oasen von Samarkand und Buchara bewässert und schließlich in der Wüste südwestlich von Buchara endet, ohne den Amudarja erreicht zu haben.
Klima
In Usbekistan herrscht kontinentales Wüstenklima vor. Der Jahresniederschlag beträgt - je nach Region - nur 50–200 mm, steigt jedoch in den Gebirgen teilweise auf 1.000 mm jährlich an. Die Temperaturen schwanken sowohl jahres- als auch tageszeitlich stark.
Die Sommer sind meist heiß und wolkenlos, die Winter unbeständig und kalt.
Bild:Uz-map.png
Städte
Die größten Städte Usbekistans sind Taschkent (Toshkent) (ca. 1.978.000 Einwohner), Namangan (ca. 432.500 Einwohner), Samarkand (Samarqand) (ca. 319.400), Andijon (ca. 318.500), Buchara (Buxoro) (ca. 247.700) und Nukus (ca. 230.000) (Stand 2005).
Siehe auch: Liste der Städte in Usbekistan
Bevölkerung
Usbekistan ist dünn besiedelt. Deutschland ist etwa fünf Mal so dicht besiedelt wie Usbekistan. Die Besiedlung verteilt sich jedoch ungleichmäßig auf das Land. So steigt die Bevölkerungsdichte im Ferghana-Becken auf über 400 Einwohner pro km².
Nationalitäten
Die Bevölkerung Usbekistans besteht nach offiziellen Angaben von 1993 zu 73,7 % aus Usbeken, 5,5 % Russen, 5,1 % Tadschiken, 4,2 % Kasachen, 2 % Krimtataren, 2 % Karakalpaken, 1,1 % Koreaner. Zu den kleineren Minderheiten zählen Uiguren, Deutsche, Mescheten, Aserbaidschaner und Türken. Es gibt etwa 40.000 Deutsche im Land.
Von tadschikischer Seite wird behauptet, die Anzahl der Tadschiken in Usbekistan sei viel höher als offiziell angegeben. Diese Behauptung wurde in jüngster Zeit auch von einigen internationalen Menschenrechtsorganisationen, wie z. B. Human Rights Watch oder Amnesty International, aufgegriffen. Tatsächlich ist jedoch eine unparteiische Ermittlung des Bevölkerungsanteils der Tadschiken in manchen Landesteilen wie dem Gebiet um die Städte Samarkand und Buchara kaum möglich, da die dortige Bevölkerung traditionell zweisprachig (turk- und persischsprachig oder in heutiger Terminologie usbekisch- und tadschikischsprachig) ist und eine Trennung in zwei verschiedene Völker erst durch die moderne amtliche Terminologie eingeführt worden ist.
Dennoch wurden in letzter Zeit immer mehr Diskriminierungen gegen die Tadschiken berichtet. Im Jahre 2000 kam es zu Zwangsvertreibungen und zur Inhaftierung vieler Tadschiken [http://web.amnesty.org/library/Index/engEUR620162001?OpenDocument&of=COUNTRIES%5CUZBEKISTAN]. Zudem kam es 1998 zu Bücherverbrennungen und Unterdrückungen persischsprachiger Medien und Zeitungen [http://medlem.spray.se/Samarqand/].
Religionen
88 % der Usbeken sind sunnitische Muslime, 9 % russisch-orhodox (meist Angehörige der russischen Minderheit)
und 2 % andere (u.a Juden).
Wie in den anderen Ländern zentralasiens (ausgenommen Afghanistan)
liegt die Zahl der praktizierenden Muslime nur bei etwa 8 %.
Ramadan wird immerhin noch von c.a 40 % in der Stadt und 85 % auf
dem Land praktiziert.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Usbekistans
Politik
Von der demokratischen Fassade abgesehen ist Usbekistan eine Diktatur, in der Menschenrechtsverletzungen wie Folter an der Tagesordnung sind.
Bei den Parlamentswahlen 2004 waren nur fünf regimetreue Parteien zugelassen. Oppositionelle Gruppierungen durften nicht an den Wahlen teilnehmen und werden gewaltsam unterdrückt.
Aktuelle politische Lage
Im Mai 2005 wurden bei einer Demonstration in der Stadt Andijon im Ferghanatal hunderte Menschen durch das Militär erschossen.
Craig Murray, der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan hatte bereits Monate vorher auf die „sehr abscheuliche, totalitäre Diktatur“ des Präsidenten Islom Karimov hingewiesen und die systematische Folterung. Außerdem berichtete die Financial Times von einem internen Bericht Murrays, dem zufolge der britische Geheimdienst MI6 von usbekischen Behörden unter Folter erpresste Aussagen verwende. [http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/3732488.stm] Kurze Zeit darauf wurde er entlassen.
Die mehrtägigen Unruhen, die neben Andijon auch in Qorasuv und anderen Städten nahe der Grenze zu Kirgisistan stattfanden, wurden vom Regime Karimov den Islamisten der Hizb ut Tahrir (Partei der Befreiung) zugeschrieben und ihre blutige Unterdrückung als Kampf gegen den Terror ausgegeben. Tatsächlich hatten sie aber soziale und politische Ursachen - hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Armut und wurden durch die Unterdrückung ausgelöst (FAZ, 25. Mai 2005).
Siehe auch: Unruhen in Usbekistan
Außenpolitik
Usbekistan bemüht sich, gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu den USA und Großbritannien zu unterhalten. Diese werden als Verbündete gegen den islamischen Fundamentalismus betrachtet, der von Regierungsseite als größte äußere Bedrohung des Landes dargestellt wird.
Die verheerende Menschenrechtssituation wird durch das US-geführte Ausland ignoriert, da man mit dem Karimov-Regime im Kampf gegen den internationalen Terror zusammenarbeitet.
Obwohl die Regierung Usbekistans einen zu großen Machteinfluss der Türkei in Zentralasien scheut, ist Usbekistan trotzdem Mitglied des Zentralasien-Gipfels der Türkischen Republiken.
Mitgliedschaften: UNO, SCO, GUUAM, GUS, Economic Cooperation Organization (ECO), OATCT, Organisation der Islamischen Konferenz (OIC).
Militär
In Usbekistan sind neben Truppen der USA auch 300 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Die Deutschen nutzen den Stützpunkt Termiz, 500 Kilometer südlich von Taschkent, zur Versorgung der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF).
Usbekistan selbst hat 50.000 Mann Landstreitkräfte:
3 Korpskommanden, 2 Panzerbrigaden, 4 motorisierte Schützenregimenter,
1 Gebirgsbrigade (leicht), 1 motorisierte Brigade, 2 Luftsturmbrigaden, 1 Luftbewegliche Brigade, 1 Spetsnaz-Brigade, 4 Artilleriebrigaden, 1 Mehrfachraketenwerferbrigade.
(Quelle: Bundesministerium für Landesverteidigung)
Politische Gliederung
Usbekistan ist in 12 Provinzen (usbek. viloyat, Pl. viloyatlar), eine autonome Republik (usbek. respublika) und eine Stadt (shahar) mit Provinzrang gegliedert.
Infrastruktur
Usbekistan verfügt im Vergleich zu seinen Nachbarn über eine relativ gute Infrastruktur.
Die Eisenbahn dominiert den Verkehr. Das Schienennetz verfügt über 3.460 km (Stand 1990).
Das Straßennetz verfügt über 78.400 km, wovon 67.000 km mit festem Fahrbahnbelag ausgestattet sind (Stand 1990). Von Bedeutung ist die Strecke Taschkent–Samarkand–Buchara.
1.100 km der Wasserwege sind schiffbar. Die starken Wasserentnahmen aus dem Amudarja schränken den Schiffsverkehr jedoch stark ein.
Usbekistan besitzt eine staatliche Fluggesellschaft, Uzbekistan Airways (usbek. O‘zbekiston havo yo‘llari). Taschkent verfügt über einen internationalen Flughafen.
Wirtschaft
In der ehemaligen Sowjetunion war Usbekistan eines der ärmeren Gebiete. Mehr als 60 % der Bevölkerung lebten in schwach besiedelten ländlichen Gemeinschaften. Heute ist Usbekistan der drittgrößte Baumwollexporteur, ein bedeutender Förderer von Gold und Erdgas und örtlich Produzent von Chemie und Maschinen.
Knapp 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dient dem Anbau von Baumwolle. Nennenswerte Anbaugebiete sind das Ferghana-Becken und die Regionen um Taschkent, Samarkand und Buchara.
Die überwiegend in staatlicher Hand befindliche usbekische Baumwollproduktion beruht zum Teil auf Kinderarbeit.
In Folge der Unabhängigkeit 1991 versuchte die damalige Regierung die Planwirtschaft nach sowjetischen Muster mit Unterstützungsgeldern und starker Kontrolle der Produktion und der Preise aufzufangen. 1994 begann man aufgrund der starken Inflation die Wirtschaft zu reformieren. Das Investitionsklima für ausländische Investoren sollte verbessert, die Rolle des Staates langsam zurückgefahren, die Privatisierung weiter voran getrieben und eine strengere Geldpolitik eingeführt werden. Der Staat ist aber weiterhin ein dominierender Faktor in der usbekischen Wirtschaft und die Reformen sind soweit fehlgeschlagen, als dass sie die dringend gebrauchten strukturellen Veränderungen nicht brachten. Der IWF schob 1996 einen 185-Millionen-Dollar-Kredit auf, weil die damalige politische Lage in Usbekistan eine Erfüllung der Fond-Konditionen unmöglich machte. Aufgrund der Asien- und Russland-Krise wurden der Export und die Geldpolitik weiter gestrafft. Ein Hauptgrund für die derzeitige Stagnation ist die wirtschaftliche Politik, die ausländische Investoren verprellt.
Daten: Usbekische Wirtschaft
Kultur
Im Unterschied zu den Bevölkerungen in den Nachbarländern Kasachstan, Kirgisien und Turkmenistan - die bis heute im Nomadentum wurzeln und lange nur oberflächlich islamisiert waren, war die Region des heutigen Usbekistan schon seit dem frühen Mittelalter ein Kerngebiet islamischer Kultur. Wesentlich dafür war die hochentwickelte, persisch geprägte Stadtkultur. Insbesondere die alten Zentren in der heutigen Landesmitte, Buchara und Samarkand, haben kulturell eine außergewöhnliche Geschichte. Sie brachten viele bedeutende Philosophen, Wissenschaftler und Theologen hervor, von denen die berühmtesten sind:
- der Universalgelehrte Al-Biruni,
- der Mathematiker Al-Chwarizmi,
- der Traditionswissenschaftler Al-Buchari und
- der Arzt und Philosoph Ibn Sina.
- Scheich Burhan al Din Naqschband gründete dort den Orden der Naqschbandi-Derwische, der noch heute bis in die Türkei und nach Palästina verbreitet ist.
Die Sprache und Kultur Persiens wird noch heute von vielen Menschen im Umkreis dieser Städte gepflegt, während sich die Staatssprache Usbekisch aus osttürkischen Idiomen entwickelte. Der größte Dichter des Landes, Mir Ali Sher Nava'i im 15. Jahrhundert, stammte aus Herat und hat auf Tschagataiisch und Persisch gedichtet.
Zu den ältesten und wichtigsten kulturellen Überlieferungen des Landes gehört das traditionelle indoiranische Neujahrsfest Newroz (usbek. Navro‘z), das im Frühling feierlich begangen wird. Navro‘z ist ein gesetzlicher Feiertag.
Umwelt
Die übermäßige Wasserentnahme aus Flüssen zur Bewässerung von Ländereien für den Anbau von Baumwolle verursacht ökologische Schäden.
Der Aralsee steht vor seiner Austrocknung, weil seine Zuflüsse seit den Zeiten der UdSSR zu stark für künstliche Bewässerung verwendet wurden. Seine Tiefe halbierte sich, seine Fläche verringerte sich von 66.000 km² auf derzeit ca. 43.000 km². Das Verschwinden des einst riesigen Sees wird das Klima noch trockener machen.
Literatur
- James Critchlow: Nationalism in Uzbekistan : a Soviet republic's road to sovereignty. - Boulder [u.a.] : Westview Press, 1991.
- Julia M. Eckert: Das unabhängige Usbekistan : auf dem Weg von Marx zu Timur : politische Strategien der Konfliktregelung in einem Vielvölkerstaat. - Münster : Lit, 1996. (Berliner Studien zur Internationalen Politik ; 1)
- Jürgen Nowak: Die ethnopolitische Situation Usbekistans. - Köln : Bundesinst. für Ostwiss. und Internat. Studien, 1995. (Berichte des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien ; 1995,30)
- Resul Yalcin: The rebirth of Uzbekistan : politics, economy and society in the post-Soviet era. 1. ed. - Reading [u.a.] : Garnet [u.a.], 2002.
Weblinks
- [http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/profiles/Uzbekistan.pdf Landesprofil Usbekistan der Library of Congress (Englisch, pdf)]
- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/usbekistan/index.htm Linksammlungen zu Usbekistan des Osteuropa-Netzwerks]
- [http://www.gov.uz/en/ Staatsportal der Republik Usbekistan (Usbekisch, Englisch, Russisch)]
- [http://www.studyrussian.com/seidenstrasse/reisebericht/Usbekische_Abenteuer.htm Reisebericht durch Usbekistan]
- [http://medlem.spray.se/Samarqand/index.html Uzbekistan: Ethnic Composition And Discrimination (Englisch)]
- [http://www.mare.de/mare/hefte/beitrag-aufm.php?seite=1&id=836&heftnummer=45 Reportage "Elender Staub" von Dimitri Ladischensky]
Kategorie:Staat
ja:ウズベキスタン
ko:우즈베키스탄
ms:Uzbekistan
th:ประเทศอุซเบกิสถาน
zh-min-nan:Uzbekistan
Bischkek
Bischkek [] (russ. Бишкек; englische Transskription Bishkek) ist die Hauptstadt und gleichzeitig der politische, wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt Kirgistans (Kirgisiens). Es hat ca. 900.001 Einwohner
Geographie
Kirgisien
Bischkek liegt auf einer Höhe von 800 m über dem Meeresspiegel am nördlichen Rand des bis zu 4800 m hohen Ala-Too-Bergkamms, eines Ausläufers des Tian-Schan-Gebirges, welcher der Stadt eine imposante Kulisse gibt. Der Nationalpark Ala Archa, in nur 45 Minuten von Bischkek zu erreichen, bietet eine eindrucksvolle alpine Berglandschaft und gute Wanderwege. Nordwestlich der Stadt zieht sich eine gewellte Steppenlandschaft bis weit ins nahe Kasachstan. Der Fluß Chui (Chu) durchfließt diese Gegend und ist Namensgeber des Bischkek umgebenden Verwaltungsbezirkes.
Geschichte
Auf kirgisisch bezeichnet bischkek oder pischpek ein Gefäß für die Zubereitung von Kumys, fermentierter Stutenmilch. Es gibt zahlreiche Legenden, die versuchen, einen Zusammenhang zwischen der Stadt und einem solchen Gefäß herzustellen. Wissenschaftlichere Erklärungen meinen, dass der Name durch eine volksetymologische Deutung eines alten Wortes für Ort unterhalb der Berge entstanden ist.
Die Stadt ist aus einer Karawanenstation an einem der Seidenstraße zugerechneten Weg durch das Tian-Schan-Gebirge hervorgegangen. 1825 ließ der usbekische Khan von Kokand hier eine Lehmfestung erbauen, die aber bereits 1862 von russischen Soldaten im Zuge der russischen Eroberung Zentralasiens eingenommen und zerstört wurde. Die von den Russen an der gleichen Stelle gegründete Garnison wuchs durch den Zuzug russischer Bauern, denen hier fruchtbarer Schwarzerdeboden zur Verfügung gestellt wurde, schnell an. 1878 wurde eine Stadt mit dem Namen Pischpek gegründet.
1926 wurde sie Hauptstadt der neu gegründeten ASSR Kirgisien und gleichzeitig in Frunse (russisch Фрунзе) umbenannt - nach Michail Wassiljewitsch Frunse, einem engen Vertrauten Lenins, der in Bischkek geboren war und während der Revolutionen von 1905 und 1917 und im Russischen Bürgerkrieg in den zwanziger Jahren eine entscheidende Rolle gespielt hatte.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Kirgistan im Jahre 1991 unabhängig, als Kirgisische Republik, und die Stadt erhielt wieder ihren kirgisischen Namen Bischkek.
Bischkek heute
Heute ist Bischkek eine lebhafte und in vieler Hinsicht moderne Stadt, mit vielen Restaurants und Cafes und einem Verkehrsgewühl aus zahllosen Gebrauchtwagen aus Westeuropa und Überbleibseln aus ehedem sowjetischer Produktion. Planmäßig im Schachbrettformat ausgelegt, ist es eine Stadt mit breiten Boulevards, marmorverkleideten öffentlichen Gebäuden und massigen Wohnblocks in typisch sowjetischer Bauart. Aufgrund seiner kurzen Geschichte hat Bischkek keine historischen Bauwerke. Fast alle Straßen in der Kernstadt sind beidseitig von Bewässerungskanälen flankiert, welche die zahllosen Bäume bewässern, die im heißen Sommer Schatten spenden und dem ansonsten recht farblosen Stadtbild einen lebendig-fröhlichen Charakter geben.
Während der Sowjetzeit gab es in der Stadt und in ihrem Umfeld eine beträchtliche Konzentration von industriellen Großbetrieben, von denen heute die meisten aber entweder geschlossen sind oder nur noch auf erheblich reduzierter Basis weiterarbeiten. Bischkek beherbergte auch eine wichtige sowjetische Kampfpilotenschule, und einer ihrer Absolventen war der spätere ägyptische Präsident Hosni Mubarak.
Im Jahre 2002 erlangten die USA das Recht, eine Luftwaffenbasis auf dem nahegelegenen internationalen Flughafen Manas anzulegen, um von dort aus ihre Operationen in Afghanistan zu unterstützen. Russland folgte diesem Beispiel sehr schnell und errichtete 2003 eine eigene Luftbasis auf dem Militärflugfeld in der Stadt Kant etwa 40 km entfernt.
Universität
- Kirgisisch-Russische Slawische Universität, Bischkek
Söhne und Töchter der Stadt
- Michail Wassiljewitsch Frunse, sowjetischer General während des russischen Bürgerkrieges
Weblinks
- [http://www.vb.kg Internetpräsenz der Stadt Bischkek] ru./en.
- [http://www.fietz-online.de/kirgistan/ex_m.html Bildersammlung über Bischek] de.
- [http://www.vircity.kg/system/pages/map/php/vircity2.0/vircity2004v2.0.html Stadtplan von Bischkek als Flash] ru.
- [http://www.krsu.edu.kg Kirgisisch-Russische Slawische Universität Bischkek] ru./ en.
- [http://www.worldlingo.com/wl/translate?wl_lp=RU-EN&wl_glossary=gl1&wl_fl=2&wl_rurl=http%3A%2F%2Fwww.worldlingo.com%2F&wl_url=http%3A%2F%2Finterstudy.krsu.edu.kg Informationscenter der KRSU]
Kategorie:Hauptstadt in Asien
Kategorie:Ort in Kirgisien
ja:ビシュケク
nb:Bisjkek
STAN
Die Stärke- und Ausstattungsnachweisung (StAN), teilweise auch als Stärke- und Ausrüstungsnachweisung bezeichnet, bestimmt, welche Fahrzeuge, Funktionen (Personen), Ausrüstungen und Verbrauchsmaterialien in taktischen Einheiten als planmäßige Ausstattung verwendet werden.
Der Begriff findet Verwendung bei Bundeswehr und Technischem Hilfswerk sowie bei allen am Katastrophenschutz beteiligten Hilfsorganisationen.
Weblinks
- [http://www.bbk.bund.de Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe] Offizielle Website
Kategorie:Katastrophenschutz
Kategorie:Bundeswehr
Kategorie:THW
Turksprachen
Die Turksprachen, in wörtlicher Übersetzung aus der türkischen Turkologie auch „türkische Sprachen“ oder „Türksprachen“ genannt, sind eine eng verwandte Sprachfamilie.
Die Anzahl der Muttersprachler aller turkstämmigen Nationen, Volksgruppen und Minderheiten betrug 1990 laut Vereinten Nationen ca. 165 Millionen. Heute geht man von etwa 180 Millionen Muttersprachlern aus.
Die UNESCO hatte in den 1980er Jahren ermittelt, dass für die Turksprachen eine Sprecherzahl von rund 200 Millionen angenommen werden kann, wenn die Personen hinzugezählt werden, die eine Turksprache als Zweit- oder Drittsprache sprechen. Heute kann aufgrund des Bevölkerungswachstums von einer höheren Zahl ausgegangen werden.
Als Alternativformen sind auch „Turktatarisch“, „Turk-Tatarisch“, „Turkotatarisch“, „Turko-Tatarisch“, „Turkomongolisch“ und „Turko-Mongolisch“ bekannt. In den Sprachen der turksprachigen Staaten, autonomen Republiken und Regionen erfolgt, ähnlich wie auch in anderen Sprachen, keine Unterscheidung zwischen den Wortstämmen „Turk-“ und „Türk-“.
Verbreitungsgebiet der Turksprachen
1980
Die Turksprachen sind in Sibirien und Zentralasien (wohl im Raume des Altai) entstanden und haben sich in großen Teilen Asiens und in Teilen Europas verbreitet.
Sie bilden nach einer verbreiteten Theorie mit dem Mongolischen und dem Tungusischen die Altaisprachen. Die Zugehörigkeit des Koreanischen zu dieser Gruppe ist umstritten, die des Japanischen gilt als widerlegt. Diese Einteilung entstand nur nach dem gemeinsamen Ursprungsraum dieser Völker, dem Altaigebirge. Eine ältere Sprachgruppenbezeichnung lautete Ural-Altaisch, doch auch die damit verbundene Theorie einer Verbindung zu den uralischen Sprachen wird heute als veraltet angesehen.
Die einzelnen Turksprachen und ihre Einteilung
Grundsätzlich ist die Abgrenzung dessen, was eine Sprache ausmacht, häufig eine Frage regionaler historischer Entwicklung, politischer Entscheidungen oder auch wissenschaftlicher Übereinkunft. (Siehe auch Abstandsprache und Ausbausprache.)
Doch gibt es – aufgrund verschiedener Ansätze – in Bezug auf die Turksprachen (im Gegensatz zu anderen Sprachen) keinerlei einheitliche Klassifizierungen. Vielmehr spielen hier subjektive Faktoren eine große Rolle.
Die unten benannten Sprachen sind überwiegend Schriftsprachen oder Sprachen von staatlich anerkannten ethnischen Gruppen. Andere turkologische Ansätze lassen die Zahl der Sprachen deutlich geringer werden oder verweisen auf weitere Sprachen, die in der Liste nicht erwähnt sind.
(Die ältesten Wörter einer Turksprache dürften wohl die turkukischen Wörter sein, die 1766 v. Chr. in China aufgezeichnet wurden.)
Gemäß einer häufigen Einteilung werden folgende Gruppen unterschieden:
- Oghusische Sprachen (Südwest-Gruppe): Türkisch und Aserbaidschanisch, | | |