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| Konzentrationslager |
KonzentrationslagerKonzentrationslager (englisch concentration camp) ist eine Bezeichnung für verschiedene Formen von Gefangenenlagern. Die ersten "Concentration Camps" ließ der britische Stabschef General Horatio Herbert Kitchener während des Burenkrieges (1899-1902) in Südafrika einrichten, um 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, in diesen "Konzentrationslagern" zu internieren. Der Begriff wird im Deutschen meist KZ abgekürzt und seit der Zeit des Nationalsozialismus mit den Vernichtungslagern assoziiert. Woher das Kürzel stammt, ist unklar; daneben gab es damals auch die von Nazi-Funktionären verwendete Abkürzung KL. Nach Eugen Kogon ("Der SS-Staat") gaben SS-Wachmannschaften "KZ" wegen seines härteren Klanges den Vorzug.
Der Begriff
Der Begriff bezeichnet alle möglichen Arten von Sammel-, Internierungs- und Arbeitslagern, sagt aber nichts über den Zweck eines solchen Lagers aus. Sammellager für Kriegsgefangene, Strafgefangenen- und Strafarbeitslager waren schon längere Zeit verbreitet, daneben entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert die Form des Internierungs- oder Auffanglagers im Kontext von Vertreibung, Auswanderung und kolonialistischer Eroberung.
Seit der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland 1933–1945 verbindet man den Begriff jedoch vor allem mit der gezielten staatlichen Verfolgung und Ermordung von Andersdenkenden und anderweitig gesellschaftlich Ausgegrenzten, insbesondere mit der Verfolgung der europäischen Juden und dem Holocaust. Die Nazis selbst verwendeten ihn, ohne zwischen den während ihrer Gewaltherrschaft errichteten Arbeitslagern und Vernichtungslagern zu unterscheiden. Sie nannten ihre KZs zynisch auch "Würdegarten" oder "Konzertlager", in denen den Juden und Marxisten die "richtigen Flötentöne beigebracht werden". Damit verschleierten sie den geplanten und industriell durchgeführten Massenmord an Millionen von Menschen, der ihre Lager von allen bisherigen Gefangenenlagern unterscheidet. Neonazi-Kreise propagieren solche Ausdrücke dennoch gern heute noch.
Vor diesem Hintergrund wirkt der Gebrauch des Wortes für alle Arten von Sammellagern leichtfertig. Er soll meist auf massive und eklatante Menschenrechtsverletzungen hinweisen, die verschiedene Lagerarten verbindet. Manchmal werden sogar nach den Genfer Konventionen zulässige Kriegsgefangenenlager fälschlich als "Konzentrationslager" bezeichnet. Dies kann die Vernichtungslager der NS-Zeit zusätzlich verharmlosen.
Gleichwohl sind Konzentrationslager bisher nicht geächtet. Es gibt bis heute Gefangenenlager, die die Genfer Konvention missachten oder ihrem Geltungsbereich entzogen werden (s.u.), auch wenn diese anders genannt werden.
Kriegsgefangenenlager
Definition
Ein Konzentrationslager ist eine Einrichtung, um politische Gegner oder missliebige Menschen aus ethnischen, religiösen oder sozialen Gruppen festzuhalten und zu isolieren. Dies geschieht meistens auf unbestimmte Zeit durch bürokratische, administrative Verwaltungsakte, ohne Gerichtsurteil, ohne die Möglichkeit einer Rechtsvertretung, Verteidigung oder gar des Widerspruches und der Haftprüfung.
In Arbeitslagern müssen die Insassen zudem Zwangsarbeit verrichten. In Vernichtungslagern, zu denen viele deutsche Konzentrationslager zählten, werden sie gezielt ermordet oder kommen durch menschenunwürdige Haftbedingungen, Krankheit, Unterernährung, Erschöpfung, Hitze oder Kälte ums Leben.
Zu den Vorgehensmethoden zählen drastische Bestrafungen, Folter und willkürliche Hinrichtungen. In den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus verfolgte man das Programm der "Vernichtung durch Arbeit" (Überschrift: "Arbeit macht frei"). Die NS-Parole der "Erziehung durch Arbeit" fand in den stalinistischen, später auch chinesischen und anderen Umerziehungslagern ihre programmatische Weiterführung.
Ein Internierungslager dient der Kontrolle über politische Gegner oder als politisch unzuverlässig geltende Bevölkerungsgruppen. Ein Kriegsgefangenenlager hat den Zweck der Unterbringung gefangener Soldaten gegnerischer Streitkräfte. Nach der Genfer Konvention haben Internierte und Kriegsgefangene humanitäre Mindestrechte und dürfen auch nicht zur Arbeit gezwungen werden. Diese Regeln wurden und werden oft missachtet.
Es gab auch Gefangene, die durch Gerichtsurteil für eine bestimmte Zeit in ein Arbeitslager oder Konzentrationslager eingewiesen wurden, die Mehrheit der Häftlinge war jedoch ohne Gerichtsverfahren in Unfreiheit. Auch manche Flüchtlingslager unterscheiden sich von den Konzentrationslagern nur in Kleinigkeiten, oft werden Flüchtlinge genau so interniert und isoliert wie andere Missliebige, und deren schlechte Behandlung und Unterbringung soll gezielt weiteren Flüchtlingstrom unterbinden - so beispielsweise die Lager für Vietnamflüchtlinge in Hong Kong und Macao, Flüchtingslager in Australien, auf Nauru und auch anderswo heute. Während des Zweiten Weltkrieg wurden sogar die Flüchtlingslager in der Schweiz "Konzentrationslager" genannt. Das karge Leben dort war jedoch keinesfalls mit dem Dasein und Sterben in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus vergleichbar.
Es ist oft auch für den objektiven Beobachter schwer, die verschiedenen Lagertypen voneinander abzugrenzen. Allen Lagertypen ist gemeinsam, dass die Menschenrechte der Insassen missachtet und verletzt werden.
Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland
Die in der Zeit des Nationalsozialismus etablierten Konzentrationslager sind weltweit am bekanntesten: Liste der Konzentrationslager im Dritten Reich.
Man schätzt heute, dass insgesamt sechs Millionen Juden in den Lagern des Dritten Reiches ermordet oder an Folgen von Misshandlungen und Krankheiten gestorben sind. Es wurden viele andere ermordet: Homosexuelle, geistig behinderte,... . Die Anzahl der Toten ist bis heute unklar, da am Ende des Krieges keine Ermordungen mehr festgehalten wurden. Das NS-Regime betrieb damals im Reichsgebiet und den besetzten Gebieten mehr als 24.000 Lager, einschließlich aller Außenlager.
Historische Entwicklung
Die ersten in Deutschland errichteten Lager waren Arbeitslager im beschriebenen Sinne. In diese Lager wurden zunächst Mitglieder der von den Nationalsozialisten sofort verfolgten und verbotenen KPD und alsbald auch der SPD als so genannte "Schutzhäftlinge" eingeliefert. Bald wurden auch viele andere Gruppen, insbesondere Juden (siehe Holocaust), Zigeuner, Homosexuelle, Vertreter der großen Konfessionen (katholische und evangelische Geistliche, Angehörige der Bekennenden Kirche), insbesondere aber religiöse Minderheiten (beispielsweise die Bibelforscher wegen ihrer konsequenten Verweigerung des Kriegsdienstes), und andere politische Gegner sowie Kriegsgefangene (insbesondere aus der Sowjetunion) in Konzentrationslagern inhaftiert.
Arbeitslager
Auch die Arbeitslager dienten der Vernichtung, nämlich durch Arbeit. Menschen, die keine Arbeit mehr leisten konnten, wurden, soweit sie nicht an den unmenschlichen Bedingungen von selbst zugrunde gingen, ermordet, insbesondere durch Erschießen. Diejenigen Kranken, die nicht in voraussichtlich vier Wochen wieder arbeitsfähig waren, wurden vom medizinischen Personal mit Phenol oder anderem zu Tode gespritzt. Auch in den Arbeitslagern überlebten viele Gefangene nur kurze Zeit.
Im Verlauf des Krieges erlangten die Arbeitslager eine kriegswichtige Funktion, die zu dem Vernichtungsziel in gewissem Gegensatz stand. Die Lager waren Produktionsstätten der SS, zunächst zur Gewinnung von Natur- und Ziegelsteinen, später in vielen anderen Bereichen. Außerdem wurden Arbeitskräfte an die (Rüstungs-)Industrie ausgeliehen. Der bekannteste Fall betrifft die IG Farben. Praktisch die gesamte Großindustrie machte von solchen Zwangsarbeitern Gebrauch.
Vernichtungslager
Vernichtungslager wurden zu dem einzigen Zweck errichtet, jüdische Menschen, Sinti, Roma (und auch andere Minderheiten), Homosexuelle und andere Missliebige mit Hilfe von Gaskammern beziehungsweise Gaswagen massenhaft zu ermorden. Der nationalsozialistische Mordapparat konzentrierte sich dabei auf Menschen jüdischen Glaubens, in wesentlich geringerem Umfang zählten aber auch Menschen aus anderen Gruppen zu den Opfern, so z. B. russische Kriegsgefangene. Lager dieses Typs wurden zwischen Dezember 1941 und Juli 1942 in Chelmno im Wartheland, Belzec, Sobibor und Treblinka im Generalgouvernement, sowie Maly Trostinez in Weißrussland errichtet.
Etwas anders gelagert sind die Fälle KZ Auschwitz-Birkenau und Majdanek. In beiden Konzentrationslagern wurden erst nach Inbetriebnahme der ersten Vernichtungslager Gaskammern zum Massenmord an Juden eingerichtet. Wegen der ungeheuren Opferzahl werden daher auch Auschwitz-Birkenau und Majdanek zu den Vernichtungslagern gezählt. Anders als die erstgenannten Vernichtungslager waren sie aber zugleich Konzentrationslager im herkömmlichen Sinn.
Vernichtungslager unterscheiden sich weiter von Konzentrationslagern durch die Zahl jüdischer Opfer. In allen KZs zusammen, Birkenau und Majdanek ausgenommen, kamen weniger Juden um als im kleinsten Vernichtungslager. Auschwitz-Birkenau ist zwar das weltweit bekannteste aller Vernichtungslager, dennoch ist nachgewiesen, dass im erheblich weniger bekannten Treblinka deutlich mehr jüdische Menschen vergast wurden als in Auschwitz-Birkenau.
Es erscheint wissenschaftlich nicht haltbar und ethisch bedenklich, die Judenvernichtungslager unter "Konzentrationslager" zu subsumieren und dadurch letzten Endes Verharmlosungen Vorschub zu leisten, denn allein in Auschwitz wurden über eine Million Juden ermordet.
Organisation
Insgesamt gab es 23 KZ-Stammlager, die selbstständig waren und denen weit über 1.000 Außenlager als "Außenkommandos" organisatorisch unterstellt waren. Diese Stammlager waren in Deutschland die Konzentrationslager Arbeitsdorf, Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau,
Flossenbürg, Groß-Rosen, Dora-Mittelbau, Neuengamme, Ravensbrück, Sachsenhausen und Niederhagen-Wewelsburg, in Österreich Mauthausen, in Polen
Auschwitz I Stammlager, Auschwitz-Monowitz, Majdanek, Warschau, Plaszow und Stutthof, in Estland Waiwara, in Litauen Kauen, in Lettland
Riga-Kaiserwald, in Frankreich Natzweiler-Struthof sowie in den Niederlanden Herzogenbusch. Waren die Häftlinge als Arbeitskräfte nicht bzw. nicht mehr einsetzbar, wurden sie umgebracht oder in die 7 Vernichtungslager transportiert.
Diesem System waren Durchgangslager und Sammellager vorgeschaltet. Abgetrennte Stadtteile wurden als Ghettos bezeichnet, welche es in Europa längst nicht mehr gab. Allein in Osteuropa gab es ca. 600 Ghettos, in denen mindestens 4 Millionen Menschen zwischenzeitlich interniert wurden.
Medizinische Experimente
An Erwachsenen und Kindern wurden von Ärzten wie Josef Mengele (Auschwitz), Robert Ritter (KZ Buchenwald) u.a. medizinische Experimente vorgenommen, die dadurch meist qualvoll starben. Sie wurden mit Fleckfieber ([http://www.gesch.med.uni-erlangen.de/gewissen/ausstell/fleck/text_03.htm]) infiziert, um Impfstoffe zu testen, ebenso geschah es mit dem Infizieren durch TBC Erreger, dem Beifügen von Brandbombenverletzungen ([http://www.stiftung-evz.de/soperss/medizinische_versuche_uebersicht.html]) und der Durchführung von Salzwasserversuchen an diesen Personen. Der Nürnberger Ärzteprozess fand vom 9. Dezember 1946 bis zum 20. August 1947 vor dem Ersten Amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg statt. Angeklagt war u.a. der Abteilungsleiter für Tropenmedizin am Robert-Koch-Institut in Berlin Dr. med. Gerhard Rose für die Fleckfieberversuche an Sinti und Roma in Buchenwald ([http://www.gesch.med.uni-erlangen.de/gewissen/ausstell/fleck/text_04.htm]). Weiterhin wurde der SS-Hauptsturmführer Dr. med. Waldemar Hoven, Lagerarzt KZ Buchenwald angeklagt.
Quellengrundlage für die Experimente in Buchenwald sind das Stationstagebuch von Dr. med. Erwin Ding-Schuler SS-Hauptsturmführer, Aussagen von europäischen Medizinern die im KZ inhaftiert waren sowie Häftlingen wie der österreichische Soziologe und Philosoph Eugen Kogon, der 1946 unter dem Titel Der SS-Staat über das Leben in Buchenwald berichtete. Die Publikation der vollständigen Dokumentation, der Wortprotokolle, des Anklage- und Verteidigungsmaterials erfolgte erst 1999 durch den Saur-Verlag München die Analyse dazu liefert 2001 Angelika Ebbinghaus/Klaus Dörner (Hg.): Vernichten und Heilen. Der Nürnberger Ärzteprozess und seine Folgen.
Die Bundesärztekammer weigert sich, diese Edition finanziell zu unterstützen. Erst Einzelspenden von 8.000 Ärzten ermöglichen sie.
Todesarten der KZ-Häftlinge
Die Todesursachen der Häftlinge wurden im Aktenverkehr der NS-Organe zum Zweck der Geheimhaltung häufig chiffriert. Als Kürzel wurden die Aktenzeichen verwendet, unter denen der Aktenvorgang bei der Inspektion der Konzentrationslager(IKL) (1) bearbeitet wurde.
Folgende Chiffre-Formen wurden verwendet:
- 14 f 1 : "natürliche Todesfälle"
- 14 f 2 : "Freitod oder Tod durch Unglücksfall"
- 14 f 3 : "Erschießung auf der Flucht"
- 14 f I : "Exekution"
- 14 f 13 : "Sonderbehandlung kranker und gebrechlicher Häftlinge" (siehe auch: Aktion 14f13, Sonderbehandlung)
Siehe auch: SS, Zyklon B, Kapo, Wannsee-Konferenz, Nürnberger Kriegsverbrechertribunal Schutzhaft, Jugendkonzentrationslager, Arbeitserziehungslager
Verschiedene Lager aus der Geschichte
Erste Lager
Erstmalig wurden 1838 von der US-Armee die Cherokee-Indianer vor ihrer zwangsweisen Umsiedlung in Lagern gefangengehalten. Diese Maßnahme wurde vom Präsidenten Andrew Jackson angeordnet, um den "Indian Removal Act" durchzusetzen. Die Cherokee erinnern sich noch heute an den "Trail of Tears" ihrer Umsiedlung.
Auch die in der Folgezeit von den USA angelegten Indianerreservationen für zahlreiche indigene (eingeborene) Ethnien sind als Konzentrationslager anzusehen: Die Menschen wurden aus rassistischen Motiven unter inhumanen Umständen auf Gebieten festgehalten, die ein eigenes Auskommen unmöglich machten und dazu führten, dass Kinder, Frauen und auch Männer verhungerten. Flucht oder Gegenwehr wurden mit dem Tod bestraft.
Die Geschichte des Begriffes Konzentrationslager beginnt wohl im kubanischen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien 1868-1898, als zunächst der spanische General Valmaseda und später in weitaus größerem Umfang General Valeriano Weyler y Nicolau anordneten, dass sich diejenigen Bauern, die nicht als Aufständische behandelt werden wollen, in befestigten Lagern konzentrieren müssen, den so genannten campos de reconcentración. (siehe auch: Guerilla)
Der Begriff "concentration camp" (Konzentrationslager) wurde danach vom Militär Großbritanniens benutzt, um die im Burenkrieg (1899-1902) angelegten Lager zu beschreiben. Frauen und Kinder der Buren sowie Afrikaner, die im Burengebiet lebten, wurden in Lagern in Südafrika zusammengetrieben. Obwohl diese Lager keine speziellen Vernichtungslager waren, bedingten die schlechte Ernährung sowie die schlechten hygienischen Verhältnisse eine hohe Sterblichkeitsrate. Hier starben etwa 26 000 Frauen und Kinder. Die Offenlegung der Verhältnisse in Südafrika durch Emily Hobhouse führte dort zu einer Entspannung der Situation.
Auch die deutschen Kolonialtruppen setzten in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika beim Völkermord an den Herero und Nama entsprechende Lager ein. Nach Angaben der deutschen Militärverwaltung starben zwischen Oktober 1904 und März 1907 insgesamt 7.682 Inhaftierte. Die Sterblichkeit betrug je nach Lager zwischen 30 und 50% der insgesamt Gefangenen.
In Deutschland wurden um 1920 die ersten als ‘Konzentrationslager’ bezeichneten Einrichtungen zur Abschiebung unter anderem in Stargard errichtet. In diesen Lagern wurden vor allem jüdische EinwandererInnen aus Osteuropa aber auch Sinti und Roma interniert. Sie wurden 1923 nach Protesten aufgrund der unmenschlichen Bedingungen aufgelöst.
Nordamerika
Im Ersten Weltkrieg internierte Kanada tausende von Ukrainern, und zwang diese 'feindlichen Fremden' zur Arbeit in Stahlindustrie und Forstwirtschaft.
Im Zweiten Weltkrieg wurden amerikanische Staatsbürger japanischer, deutscher und italienischer Herkunft in Lagern interniert, ohne jedoch Zwangsarbeit oder der Vernichtung ausgesetzt zu sein.
Seit dem Afghanistan-Krieg als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 werden Talibankämpfer und mutmaßliche Al-Quaida-Terroristen von der US-Armee in großer Zahl in Guantanamo Bay (Kuba) gefangen gehalten. Die amerikanische Regierung gewährt ihnen nicht den Kriegsgefangenenstatus. Sie besitzen also keine Rechte, außer denen, die die US-Armee für sie vorsieht.
Es gibt inzwischen einzelne Häftlinge, die sich mit viel Mühe als unschuldig erklären konnten und einen von der US-Regierung gestatteten Anwalt erhalten haben.
Sowjetunion und Osteuropa
Das zur Zeit des Stalinismus in der Sowjetunion existierende Lagersystem wird heute oft als "Gulag" bezeichnet, nach der Hauptabteilung des sowjetischen Innenministeriums, die maßgeblich für ihre Verwaltung zuständig war.
Sie dienten als Gefangenlager sowohl für "gewöhnliche" Kriminelle als auch für politische Opponenten und waren in erster Linie Arbeitslager.
Alexander Solschenizyn hat in seinen Werken "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" und "Archipel Gulag" die Haftbedingungen literarisch offengelegt. Viele Bauvorhaben, beispielsweise der Ostsee-Weißmeer-Kanal, die Stadt Norilsk oder die Moskauer Universität, wurden von Lagerhäftlingen gebaut.
"Der erste Kreis der Hölle" beschreibt die "Sharashka", in denen Wissenschaftler und Ingenieure gezwungen wurden, für den Staat zu arbeiten.
Von 1930 bis 1959 haben insgesamt etwa 18 Millionen Menschen das Lagersystem durchlaufen, mindestens 1,5 Millionen Menschen sind im Lager umgekommen. Die Schätzungen der Opfer der Jahrzehnte des leninistischen und stalinistischen Terrors sind jedoch schwierig, manche gehen in mehrere Millionen.
Unter der Herrschaft Lenins und Stalins konnte es passieren, dass jemand wegen einer kritischen Äußerung im Familienkreis oder wegen des Diebstahls eines Apfels denunziert und verhaftet wurde. Während des Großen Terrors (1937-38) wurden von der Staats- und Parteiführung Verhaftungsquoten festgelegt, die dazu führten, dass eine Vielzahl Unschuldiger inhaftiert und verurteilt wurden, viele darunter zu Lagerhaft. Derartige Urteile stützten sich meist auf vom Geheimdienst fabrizierte "Beweise" oder auf unter Folter erpresste Geständnisse. Sehr vage und undeutlich war insbesondere der berüchtigte Paragraph 58 des sowjetischen Stafgesetzbuches, der "konterrevolutionäre Verbrechen" betraf. Sogar "Verbeugung vor dem Westen", "das Äußern von Hoffnungen auf das Ende des Kommunismus" und "der beabsichtigte Versuch der Spionage" waren strafbar.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Osteuropa Menschen, die wirklich oder angeblich mit dem deutschen Kriegsgegner zusammengearbeitet hatten oder selbst Deutsche waren, in Lagern interniert (zum Beispiel in der Tschechoslowakei und Polen).
Die Bedingungen für die deutschen Kriegsgefangenen entsprachen ebenfalls nicht den Vorschriften der Genfer Konvention, und viele Menschen starben oder überlebten nur mit Folgeschäden.
Unter der kommunistischen Diktatur Nicolae Ceauşescus in Rumänien "verschwanden" Regimekritiker in Gefängnissen und Irrenhäusern. Ceauşescus Versuch, die Anzahl der Rumänen zu vergrößern, führte zur Einrichtung von "Kinder-GULAGs" für behinderte oder überzählige Kinder, wie beispielsweise in Cighid.
Italien
Die größten Konzentrationslager des faschistischen Italiens
In italienischen Konzentrationslagern im besetzten Dalmatien und der besetzten nordkroatischen Küste Bakar, Kraljevica, Molat, Rab, Zlarin wurden von 1941- 1943 einige zehntausend gefangener Zivilisten festgehalten.
Zwangsarbeit und widrige Lebensumstände kosteten zahlreiche Insassen, die nicht gleich hingerichtet wurden, das Leben.
Die Lager in Molat und in Rab (34% der Insassen überlebten nicht) waren als Todeslager besonders berüchtigt.
- (...Hier fehlen weitere Daten und Kommentare...)
Jugoslawien
Zur Zeit der deutschen Okupation Jugoslawiens, während des 2. Weltkrieges, wurden von der faschistischen Ustascha [http://lexikon.idgr.de/u/u_s/ustascha/ustascha.php] und Kollaborateuren Konzentrationslager errichtet.
Diese befanden sich in: Topovske Supe, Sabac und Jasenovac. [http://www.antisemitismus.net/osteuropa/jugoslawien.htm]
In den Konzentrationslagern wurden 66000 jugoslawische Juden ermordet. Dies entspricht in etwa 83 % der damals dort ansässigen jüdischen Bevölkerung. Es starben auch Nazigegner sowie Sinti und Roma.
Die Gefangenen starben nicht durch Gas, sondern wurden vielfach erschlagen, erhängt, lebend verbrannt und andere grausame Tötungsarten.[http://lexikon.idgr.de/u/u_s/ustascha/ustascha.php] Für das Lager Jasenovac sind folgende Opferzahlen recheriert: "30.000 Serben, 15.000 Juden, 20.000 Roma und 20.000 kroatische Oppositionelle, die in Jasenovac durch Mord, Krankheit, Erschöpfung oder Hunger zu Tode kamen."[http://lexikon.idgr.de/u/u_s/ustascha/ustascha.php]
In der Zeit der militärischen Intervention der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien zu Ende der 90er Jahre, fand die kriegsvorbereitende Propagandalüge von der Existenz serbischer Konzentrationslager, weite Verbreitung. [http://www.kefk.net/Politik/Massenmedien/Manipulationen/Serbische.Konzentrationslager/index.asp] Ein Titel der auflagenstärksten deutschen Zeitung, Bild, vom ??.??.1999, welcher einen von serbischer Armee eskortierten Flüchtlingszug zeigt, wurde mit der Schlagzeile "Sie treiben sie ins KZ" unterlegt. Durch die militärische und politische Führung[http://www.gegeninformationsbuero.de/frameset.html?/krieg/jugos_brosch_propa.htm][http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/aktuell/Scharping.html] der NATO wurden zahlreiche Presseenten zu diesem Thema lanciert. [http://www.wdr.de/online/news/kosovoluege/sendung_text.pdf] [http://www.freitag.de/1999/16/99160102.htm] Neben der Existenz von serbischen Konzentrationslagern wurde kriegsvorbereitend auch von Vergewaltigungslagern gesprochen.[http://www.japs-jena.de/archiv/flugi/da_ist_alles_gelogen.htm]
Spanien
Auch in Francos Spanien richteten die Falangisten zahlreiche Konzentrationslager ein, über deren Existenz auch zwei Jahrzehnte nach der Diktatur immer noch sehr wenig bekannt ist.
Griechenland
Unter der Diktatur von Georgios Papadopoulos gab es auch in Griechenland für Regimegegner zahlreiche Konzentrationslager von denen die Öffentichkeit
und insbesondere der Tourismus keine Kenntnis hatten.
Kroatien
Das während des zweiten Weltkrieges selbständige Kroatien errichtete nach dem Vorbild des deutschen Reichs für seine Gegner, aber auch hauptsächlich für die serbische, jüdische und antifaschistische kroatische Bevölkerung Konzentrationslager, die jüdische Bevölkerung wurde auch willig den deutschen Mördern ausgeliefert. Im Konzentrationslager Jasenovac wurden Zehntausende Serben, Juden, Sinti und Roma und Kroaten (Antifaschisten) umgebracht. Die Zahlen schwanken zwischen 60.000 und 700.000 Menschen.[http://www.hagalil.com/archiv/99/03/jasenovac.htm]
Japan
In den besiegten Ländern richteten im Zweiten Weltkrieg auch die japanischen Besatzer zahlreiche Konzentrationslager ein, die Umstände waren den deutschen Vorbildern ähnlich, besonders traurig war das Schicksal der vielen koreanischen Sklavenarbeiter und noch mehr der vielen Tausenden von jungen chinesischen und koreanischen Frauen, die als Trostfrauen (Zwangsprostituierte) den japanischen Frontsoldaten zur Verfügung gestellt wurden. Zudem wurden medizinischen Versuche an russischen, chinesischen und anderen Gefangenen, bei denen beispielsweise mit Krankheitserregern experimentiert wurde, durchgeführt. In diesem Zusammenhang tritt besonders die Einheit 731 hervor. Das offizielle Japan hat bis heute keine Stellung zu dieser Kriegsschuld bezogen und auch nie Entschädigungen an die Opfer bezahlt.
USA
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges richteten die USA Concentration-Camps für alle potentiell gefährlich werden könnenden Bürger japanischer oder deutscher Abstammung ein. Aber auch Menschen mit anderem Hintergrund wurden zwangsinterniert (z.B. Zeugen Jehovas). Bekannt wurden insbesondere die kalifornischen Camps, weil sich dort die meisten japanstämmischen Familien aufhielten. Ein Gerichtsbeschluss war für die Zwangseinweisungen nicht nötig.
Heute betreiben die USA ein Lager auf Kuba (US-Stützpunkt Guantanamo Bay) für Menschen, die der Unterstützung des Terrors verdächtigt werden. Von offizieller Seite wird die Bezeichnung als "concentration camp" zurückgewiesen, jedoch genügt bereits der bloße Verdacht der aktiven Unterstützung des Terrors für eine Inhaftierung ohne ein nach der US-Verfassung zwingend vorgesehenes Gerichtsverfahren. Kritiker sehen damit alle wesentlichen Kriterien eines Konzentrationslagers als erfüllt an. Es gibt ernste Anzeichen, dass die Haftbedingungen für die Internierten, welche von Menschenrechtsorganisationen scharf gerügt werden, den Insassen physisch und psychisch massiv schaden. Auch das IKRK hat nach Informationen der New York Times im November 2004 gegenüber der US-Regierung die Haftbedingungen in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert und von Folter gesprochen. [http://www.g26.ch/texte_027_guantanamo_01.html]. Wiederholte Medienberichte weisen ebenfalls in diese Richtung. [http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~E20DBFDA9778949E2A428464736F03979~ATpl~Ecommon~Scontent.html]
Die völkerrechtliche Zulässigkeit des Lagers in Guantanamo, aber auch die Rechtmäßigkeit nach der US-Verfassung ist äußerst umstritten. Einige US-Gerichte haben das Festhalten von Verdächtigen ohne ordnungsgemäßen Gerichtsprozess inzwischen als illegal bezeichnet, so zum Beispiel Hens Joyce Green, Richter am District Court for the District of Columbia in seinem Urteil [http://news.findlaw.com/hdocs/docs/gitmo/inregitmo13105opn.pdf] vom 31. Januar 2005. Eine endgültige gerichtliche Klärung der Rechtmäßigkeit nach US-Recht steht jedoch noch aus.
Australien, Neuseeland, Schweiz
Während beider Weltkriege wurden fast überall Staatsangehörige von Kriegsgegenparteien in Internierungslager eingesperrt, in der Schweiz auch Menschen, die zuvor noch dem Schicksal eines Nazi-KZ geflohen waren.
Diese Lager wurden ganz ungeniert auch Konzentrationslager genannt, das Wort hatte damals noch einen anderen, rationalen Klang. Jedoch waren die Lebensbedingungen darin auf keinen Fall mit denen in einem deutschen KZ zu vergleichen.
Kambodscha
In Kambodscha starb unter Pol Pot ein bedeutender Anteil der Bevölkerung. Die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt wurde in den Wochen nach der Machtübernahme der Roten Khmer zum Aufbau eines utopischen Agrarkommunismus zur Feldarbeit aufs Land gebracht. Von einer Gesamtbevölkerung von sieben Millionen starben 1,7 bis 2 Millionen Menschen an den Folgen der Zwangsarbeit, verbunden mit Nahrungsknappheit und fehlender medizinischen Versorgung oder wurden ermordet - siehe Tuol-Sleng-Museum, Killing Fields.
Chile
Nach der faschistischen Machtergreifung sperrte die Junta ihre Gegner in Fußballstadien ein, unter freiem Himmel wurden sie der glühenden Sonne, dem Durst und dem Hunger ausgesetzt, aber auch gefoltert und ermordet. In der von Paul Schäfer und anderen faschistischen deutschen Kolonisten gegründeten Colonia Dignidad sind viele Menschen nach dem blutigen Putsch von 1973 ums Leben gekommen oder bis heute verschwunden. Nach der Verhaftung Schäfers im Jahr 2005 fand man umfassende Waffenlager auf dem Gelände.
Siehe auch: Geschichte Chiles
Portugal
In den Jahren 1936–1954, der Salazar-Diktatur, richtete Portugal auf der Insel Kapverden ein Konzentrationslager ein. Am 29.10.1936 kamen die ersten Gefangenen im Lager Tarrafal an. Insgesamt waren in den 17 Jahren des Bestehens des Lagers etwa 340 Gefangene hier konzentriert. Bei ihnen handelte es sich vorwiegend um Matrosen der Organização Revolucionário da Armada die sich am 08.09.1936 an einer Revolte beteiligten, aber auch "Republikaner, antifaschistische Oppositionelle und das gesamte Sekretariat der kommunistischen Partei Portugals PCP" gehörten zu den Eingekerkerten.
In der Zeit ihrer Inhaftierung starben 32 Gefangene, darunter 1940 Mário Castelhano, Führer der Gewerkschaft CGT und Direktor der anarchosyndikalistischen Tageszeitung A Batalha, sowie 1942 der PCP-Generalsekretär Bento Gonçalves.
Ab 1938 war João da Silva Leiter des Konzentrationslagers. Silva besichtigte vorher die deutschen Konzentrationslager. Die Wachmannschaften bestanden aus 25 Mitgliedern der portugisieschen Geheimpolizei PVDE (ab 1945 PIDE), sowie einem Bataillon von über 75 kapverdischen und angolanischen Hilfswächtern. Die Gefangenen wurden zahlreichen Foltermethoden unterzogen.
Fluchtversuche der Gefangenen in den Jahren 1937 und danach scheiterten.
Nach dem Ende des deutschen Faschismus entspannte sich die Lage im Lager. Bis zur Schließung des Lagers am 26.01.1954 starben noch 2 Gefangene. Auch wurden bis zur Schließung die meisten Gefangenen auf das portugisische Festland verlegt oder gar amnestiert.[http://www.jungewelt.de/2005/10-19/012.php]
In den Jahren 1961 - 1974 wurde das Lager für Gefangene aus den antikolonialen Kämpfen genutzt. Es herrschten KZ ähnliche Bedingungen.
Volksrepublik China
Die in der Volksrepublik China Laogai (Umerziehungslager, wörtl. Umerziehung durch Arbeit) genannten Gefangenenlager werden auch als eine Art von Konzentrationslagern angesehen.
Sie wurden nach der Machtergreifung der Kommunistischen Partei eingerichtet. Vor allem Regimekritiker werden dort inhaftiert, es wird allerdings vermutet, dass zur
Erfüllung von Insassenquoten auch andere Häftlinge dort untergebracht werden.
Nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz von 1989 und der damit verbundenen Machtübernahme von Jiang Zemin wurden und werden in der Volksrepublik wieder Millionen von Dissidenten in Arbeitslagern gefangen gehalten, nachdem in den 70er Jahre durch Deng Xiaopings Reformen viele der politischen Gefangenen freigelassen worden waren.
Darunter befinden sich von der Partei verfolgte Gruppen wie Tibeter, Christen, Demokraten, Falun Gong Übende, Betreiber von Qigong-Schulen, Menschenrechtler, Uiguren, Gewerkschaftler und viele mehr.
Die Lager sind fabrikmäßig organisierte Produktionsstätten. Ihre jährliche Produktionskraft entspricht der eines durchschnittlichen europäischen Landes wie Spanien oder Frankreich.
In chinesischen Propaganda-Filmen werden die Arbeitslager als harmlos hingestellt und Beweise für Misshandlungen und Folter werden von der chinesischen Regierung geleugnet.
Des weiteren gab es vor einigen Jahren Berichte über Waisenheime für ungewollte, von ihren Eltern ausgesetzte oder behinderte Kinder. Als Folge der staatlich verordneten Ein-Kind-Politik werden ungewollte oder behinderte Kinder, oftmals Mädchen, in Heime gegeben. Die Lebensbedingungen in diesen Lagern sind so schlimm, dass 30% bis 50% der Insassen innerhalb kurzer Zeit sterben.
Literatur
- Johannes Tuchel: Die Inspektion der Konzentrationslager 1938-1945, Berlin, ISBN 3894681586
- Eugen Kogon et al.: Nationalsozialistische Massentötungten durch Giftgas. Eine Dokumentation, Frankfurt am Main, 1983
- Stephan Jegielka: Das KZ-Aussenlager Genshagen.Struktur und Wahrnehmung der Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb 1944/45, 1. Auflage. Tectum Verlag, Marburg 2005, 3-8288-8895-X
Siehe auch
- Ghetto
- Internierungslager
- Liste der Konzentrationslager
Weblinks
- [http://www.memorial-museums.net Internationale Übersicht von Holocaust-Gedenkstätten und Institutionen]
- [http://www.shoa.de/ Deutschsprachiges Portal zum Thema Shoah und Holocaust]
- [http://www.kz-kaltenkirchen.de/archivtexte/index.htm#Begriffsbestimmung Lager-Arbeitslager-Konzentrationslager - eine Begriffsbestimmung (KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen: Siehe "Archivtexte / Geschichtliches")]
- KZ-Kommando Kaufering/Landsberg und Europäische Holocaustgedenkstätte in freier Trägerschaft der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert ( http://www.buergervereinigung-landsberg.de )
- [http://www1.jur.uva.nl/junsv/Excerpts/697004.htm Zur Entstehung und Ausführung der Tötungsaktionen durch die "Sonderbehandlung 14 f 13"]
- [http://www.keom.de/denkmal/ Datenbank nationalsozialistischer Lager und Haftstätten]
- [http://www.deathcamps.org www.deathcamps.org auch mit deutschsprachigem Inhalt]
Kategorie:Holocaust
!Konzentrationslager
Kategorie:Nationalsozialismus
Kategorie:Rassismus
Kategorie:SS
Kategorie:Zweiter Weltkrieg
ja:強制収容所
StabschefDer Stabschef (engl. Chief of Staff) ist der Leiter eines Stabes, einer meist militärischen aber auch zivilen hierarchischen Organisation. Im Miltitär besteht der Stab aus allen Hilfsorganen die einem Kommandeur eines Verbandes beim Erfüllen seiner Führungsaufgaben zur Seite stehen.
Bekannte Stabschefs:
- Der Generalstabschef eines Generalstabes
- Der Stabschef im Weißen Haus (z.Z. Andrew Card), das ranghöchste Mitglied des Executive Office (vergleichbar dem Kanzleramt) des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
Kategorie:Allgemeine Truppenkunde
Horatio Herbert KitchenerHoratio Herbert Kitchener, 1. Earl Kitchener of Khartoum, ( - 24. Juni 1850 in Kerry, Irland ; † 5. Juni 1916 westlich der Orkneyinseln) war britischer General und Politiker.
Leben
Politiker
Horatio Herbert Kitchener wurde 1850 als Sohn des pensionierten Oberstleutnants Henry Horatio Kitchener in Crotter House bei Listowel, County Kerry (Irland), geboren. Von 1863 bis 1868 besuchte eine französische Schule in der Schweiz und trat danach in die britische Armee ein. Er wurde an der Royal Military Academy in Woolwich ausgebildet, nahm als Freiwilliger auf französischer Seite am Deutsch-Französischen Krieg teil und erhielt 1871 sein Patent als britischer Offizier.
Kitchener bewährte sich zunächst als General der anglo-ägyptischen Armee bei deren Kampagne im Sudan. Er war entscheidend an der Niederschlagung des Mahdi-Aufstands beteiligt (Schlacht von Omdurman 1898), was ihm einen Baronstitel (Lord Kitchener of Khartoum and of Aspall in the County of Suffolk, 1. November 1898) und den Bathorden einbrachte. Seine Vermittlung in der Faschoda-Krise (1898) legte die Streitigkeiten Großbritanniens mit Frankreich bei, dies ermöglichte 1904 die Bildung der Entente. Zu dieser Zeit lebte er auf einer kleinen Nilinsel neben Elephantine, die nach ihm Kitchener-Island benannt wurde. Da der Name aus der Kolonialzeit heute nicht mehr gern gebraucht wird, heißt die Insel heute Geziret El-Nabatat (Pflanzeninsel).
Von 1900 bis 1902 war Kitchener Generalstabschef der britischen Armee im Burenkrieg, wo er für seine kompromisslose Kriegsführung bekannt wurde. Nach dem Frieden von Vereeniging erhielt er den Titel eines Viscount (Viscount Kitchener of Khartoum and of the Vaal in the Colony of Transvaal, and of Aspall in the County of Suffolk, 11. Juli 1902).
Von 1902 bis 1909 war er Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Indien und wurde 1910 zum Feldmarschall befördert. Ein Aufstieg zum Vizekönig von Indien misslang 1911, stattdessen wurde er Vizekönig von Ägypten und Sudan (1911–1914).
1914 wurde Kitchener zum Earl (Earl Kitchener of Khartoum and of Broome in the County of Kent, 27. Juli 1914) erhoben. Einen Tag nach dem Eintritt Großbritanniens in den Ersten Weltkrieg wurde er von Premierminister Asquith zum Kriegsminister des britischen Königreichs ernannt (5. August 1914), was er bis zu seinem Tod 1916 blieb. Kitchner sagte als einer der ersten in der britischen Führung einen langen (mehrjährigen) Krieg voraus und richtete seine Politik von Anfang an darauf aus. Besonders erfolgreich war seine Kampagne zur Rekrutierung von Millionen Freiwilliger für den Einsatz in Frankreich (bekannt als Kitcheners Armee).
Kitcheners Armee
Aus dieser Zeit stammt auch das bekannte Plakat, das ihn direkt auf den Betrachter weisend zeigt, verbunden mit dem Aufruf zur Erfüllung der "vaterländischen Pflicht" (später kopiert, siehe etwa Uncle Sam). 1916 wurde bekannt, daß er frühzeitig auf eigene Faust große Mengen an Ausrüstung in den Vereinigten Staaten bestellt hatte. Im gleichen Jahr setzte er die Einführung der Wehrpflicht in Großbritannien durch. Sein Vorschlag einer Landung bei Alexandretta zur Entlastung der Westfront wurde zugunsten der Landung bei Gallipoli verworfen.
Kitchener starb auf einer diplomatischen Mission nach Russland beim Untergang des Panzerkreuzers HMS Hampshire, als dieser auf dem Weg nach Archangelsk am 5. Juni 1916 westlich der Orkneyinseln auf eine Mine lief. Mit ihm starb ein großer Teil seines Stabs und die Mehrzahl der 655 Mann Besatzung (12 Überlebende). Sein vorübergehender Nachfolger als Kriegsminister wurde der noch im gleichen Jahr zum Premierminister aufsteigende David Lloyd George.
Weblinks
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- http://www.schwarzaufweiss.de/Nordzypern/lkitchener.htm Kitchener Kurzbiografie
- http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/KitchenerHoratio/ Kurzbiografie des Deutschen Historischen Museums
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener of Khartoum, Horatio Herbert Kitchener, 1. Earl
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener, Horatio Herbert
Kitchener, Horatio Herbert
ja:ホレイショ・キッチナー
Burenkrieg
Der Burenkrieg von 1899-1902 war ein Konflikt zwischen Großbritannien und den Burenrepubliken Oranje Freistaat und Transvaal, der mit der Eingliederung der letzteren in das Britische Empire endete. Ursachen waren einerseits das Streben Großbritanniens nach den Bodenschätzen der Region und nach einem territorial geschlossenen Kolonialreich in Afrika und andererseits die ausländerfeindliche Gesetzgebung der Burenrepubliken.
Vorgeschichte
Nach der Abtretung der niederländischen Besitzungen an der Südspitze Afrikas an Großbritannien 1806 gerieten die in der Kapkolonie lebenden Buren zunehmend in die Minderheit. Um ihre Identität zu wahren und sich nicht den britischen Gesetzen beugen zu müssen (z. B. der rechtlichen Gleichstellung freier Eingeborener oder der Abschaffung der Sklaverei), wichen Tausende von Buren im so genannten Großen Treck von 1836–1844 ins Hinterland aus. Nördlich des Oranje-Flusses gründeten sie 1842 den Oranje Freistaat mit der Hauptstadt Bloemfontein und 1853 nördlich des Vaal die Republik Transvaal (auch: Südafrikanische Republik) mit der Hauptstadt Pretoria.
Von Beginn an standen die beiden Burenrepubliken dem Expansionsstreben Großbritanniens im Wege, so dass immer wieder Konflikte – auch bewaffnete – entstanden. Die 1877 erfolgte Annexion Transvaals durch das Empire löste 1880/81 einen Aufstand der Buren aus, in dem sie die Unabhängigkeit ihres Landes vom Empire erreichten. Dieser Aufstand wird zuweilen auch als Erster Burenkrieg bezeichnet.
Auslösende Faktoren
Gold, Diamanten und Uitlanders
Erster Burenkrieg
Das wichtigste auslösende Moment für den Burenkrieg war die Entdeckung der ertragreichen Diamant- und Gold-Vorkommen 1869 in Kimberley und 1886 in Witwatersrand (Johannesburg) auf dem Gebiet der Burenrepubliken. Die Aussicht auf schnellen Reichtum lockte Tausende von Goldgräbern aus aller Herren Länder an, vor allem natürlich aus den benachbarten britischen Kolonien, der Kapkolonie und Natal. Die Buren sahen sich erneut in ihrer Eigenart bedroht. Unter dem anti-britisch gesinnten Präsidenten von Transvaal, Paulus „Ohm“ Krüger (1883-1902) verweigerten sie den so genannten „Uitlanders“ die politische und rechtliche Gleichstellung.
Rhodes und der Kap-Kairo-Plan
Krügers Politik lieferte Großbritannien den Vorwand, sich zum Anwalt der Ausländer in den Burenrepubliken zu machen und erneut gegen deren Unabhängigkeit vorzugehen. Das eigentliche Interesse der britischen Politik galt jedoch der Kontrolle der Bodenschätze und der Verwirklichung des so genannten Kap-Kairo-Plans, der ein geschlossenes britisches Kolonialreich von Ägypten bis Südafrika vorsah.
Einer der Protagonisten dieses Plans war der imperialistische Politiker Cecil Rhodes, ein im Diamantengeschäft reich gewordener Unternehmer, der seit 1881 als Abgeordneter im Parlament der Kapkolonie saß. Um die Burenrepubliken einzukreisen, hatte er 1885 die Inbesitznahme von Betschuana-Land, dem heutigen Botswana, und 1889 die des späteren Rhodesien (heute Sambia und Simbabwe) durch die Briten betrieben.
Der Jameson Raid
Simbabwe
Seit 1890 war Rhodes Premierminister der Kapkolonie und setzte seine Einkreisungspolitik fort. 1895 unterstützte er den so genannten Jameson-Raid, einen bewaffneten Überfall unter Führung des Briten Leander Starr Jameson, durch den Präsident Krüger gestürzt werden sollte. Der Regierung der Südafrikanischen Republik gelang es aber, diesen Plan zu vereiteln.
Die erfolgreiche Abwehr dieses Anschlags veranlasste Kaiser Wilhelm II. zu einem Glückwunschtelegramm an Ohm Krüger. Die so genannte Krüger-Depesche löste wiederum in England eine Welle anti-deutscher Empörung aus.
Während der Jameson Raid die Kriegsbereitschaft in den Burenrepubliken weckte, sahen sich die Briten 1897 durch das militärische Bündnis zwischen dem Oranje Freistaat und Transvaal provoziert.
Der Kriegsverlauf
Nach einem Ultimatum, das Krüger dem britischen Gouverneur der Kapkolonie, Alfred Milner gestellt hatte, brachen am 12. Oktober 1899 die Kampfhandlungen aus. Die Burenarmeen zählten bis zu 85.000 Mann, die gut bewaffnet waren und sich zudem im eigenen Land frei bewegen und verpflegen konnten. Davon standen aber selten mehr als 40.000 Mann im Feld. Ihnen standen anfangs nur ca. 10.000 britische Soldaten gegenüber. Die Kämpfe verliefen für die Buren daher zunächst äußerst günstig.
1899
Erste Erfolge der Buren
Unter den Generälen Jan Christiaan Smuts, Louis Botha und James Barry Munnick Hertzog zwangen sie die Briten, sich in die Städte Ladysmith, Kimberley und Mafikeng zurückzuziehen. Der britische Oberbefehlshaber General Redvers Buller scheiterte zunächst bei dem Versuch, den Fluss Tugela zu überschreiten, um die belagerten Städte zu entsetzen. Im Dezember 1899 und im Januar 1900 musste er zudem in den Schlachten von Colenso und Spion Kop zwei katastrophale Niederlagen gegen die Burenarmee unter General Botha hinnehmen.
Wende zugunsten der Briten
Das Blatt wendete sich für die Briten erst, als der unfähige Buller Anfang des Jahres 1900 von Feldmarschall Frederick Sleigh Roberts und dessen Stabschef General Horatio Herbert Kitchener abgelöst wurde und 60.000 Mann Verstärkung in Südafrika eintrafen. Die belagerten Städte wurden freigekämpft, und die Buren im Spätsommer bei Diamond Hill und Belfast geschlagen. Am 5. Juni fiel die Hauptstadt Transvaals, Pretoria, und Präsident Krüger floh nach Europa. Der Krieg schien für Großbritannien gewonnen zu sein; Roberts kehrte nach England zurück und überließ Kitchener den Rest der Arbeit.
Guerillakrieg und Verbrannte Erde
Nun aber änderten die Buren ihre Taktik und gingen zu einem für die Briten äußerst verlustreichen Guerilla-Krieg über. Unter ihrem Anführer, General Christiaan De Wet kämpften sie noch volle zwei Jahre lang weiter. In kleinen Trupps führten sie Überraschungsangriffe – zumeist auf die Nachrichtenverbindungen, Nachschub- und Verkehrswege der Briten – durch, um sich dann rasch zurückzuziehen.
Da ein so operierender Gegner auf konventionelle Weise kaum zu fassen war, wandte Kitchener eine Strategie der „verbrannten Erde“ an: Die Farmen in den Guerillagebieten wurden zerstört und die Ernten vernichtet, um den Gegner auszuhungern. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 27.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten.
Beide Seiten zogen zudem Ureinwohner Südafrikas in ihre Auseinandersetzung hinein, obwohl sie sich zu Kriegsbeginn darauf geeinigt hatten, dies nicht zu tun. Die Buren erschossen viele Schwarze, die auf Seiten der Briten kämpften, bei der Gefangennahme, weil sie sie nicht als reguläre Kombattanten anerkennen wollten. Daraufhin ließ auch Kitchener burische Gefangene hinrichten.
Friedensschluss
Am 31. Mai 1902 wurde der Burenkrieg schließlich mit dem Frieden von Vereeniging beendet. Der Vertrag sah die Eingliederung der beiden Burenrepubliken in das Britische Empire vor, gewährte den Buren aber ansonsten großzügige Friedensbedingungen: Sie erhielten alle Rechte britischer Staatsbürger und Afrikaans wurde als Amtssprache anerkannt. Um die Buren zu befrieden, stimmten die Briten in dem Vertrag aber auch diskriminierenden Regelungen zu, die die Bürgerrechte der nicht-weißen Einwohner Transvaals und des Oranje Freistaats einschränkten.
Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses standen 250.000 von insgesamt 450.000 eingesetzten britischen Soldaten ca. 30.000 Kämpfer auf Seiten der Buren gegenüber. (Die Briten hatten mitten im Burenkrieg ihre traditionellen Rotröcke gegen moderne Khaki-Uniformen in Tarnfarbe ausgewechselt.)
Versöhnung nach dem Krieg
Trotz der mit äußerster Grausamkeit geführten Kämpfe gelang die Versöhnung zwischen Briten und Buren relativ rasch. Bereits 1907 wurden dem Oranje Freistaat und Transvaal Selbstverwaltung und eigene Regierungen gewährt. 1910 bildeten sie mit der Kapkolonie und Natal die Südafrikanische Union. Diese erhielt den Status eines Dominion innerhalb des Britischen Empire, war von da an also de facto ein souveräner Staat. Alle drei Generäle der geschlagenen Burenarmee, Botha, Smuts und Hertzog, dienten der Union nacheinander als Premierminister.
Dennoch fanden sich nicht alle Buren mit der Situation ab: So versuchte der ehemalige Guerillaführer Christiaan De Wet während des 1. Weltkrieges, einen pro-deutschen Aufstand auszulösen, der aber auf Grund der Schwäche der deutschen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika keine Aussicht auf Erfolg hatte.
Siehe auch
- Geschichte Südafrikas, Liste von Kriegen, Liste von Schlachten
Literatur
- Winston Churchill, The Boer War, London 1989. ISBN 0-85052-261-7 (engl.)
- Heinrich Jaenecke, Die weißen Herren. 300 Jahre Krieg und Gewalt in Südafrika, Hamburg 51986. ISBN 3-570-03210-8
- Johannes Meintjes, Der Burenkrieg 1899-1902, München 1979. ISBN 3-85339-158-3
- Thomas Pakenham, The Boer War, London 1979
- Ian R. Smith, The Origins of the South African War 1899-1902, London 1996
Weblinks
- [http://www.suedafrika.net/Seiten/boerwar.html suedafrika.net] - Der Burenkrieg und seine Folgen
- [http://www.jaduland.de/afrika/south-africa/burenkrieg/kampf/index.html Der Kampf zwischen Bur und Brite] von General Chr. R. de Wet (Deutsche Originalausgabe)
- [http://www.pinetreeweb.com/perspectives.htm PERSPECTIVES The South African War] (englisch; zeitgenössische Berichte von Arthur Conan Doyle und anderen)
- [http://www.anglo-boer.co.za/ Anglo Boer War Museum] (engl.)
Kategorie:Kolonialkrieg
Kategorie:Burenkrieg
Kategorie:Krieg (Afrika)
Kategorie:Geschichte Südafrikas
Kategorie:Britische Militärgeschichte
Kategorie:1890er
Kategorie:1900er
ja:ボーア戦争
Südafrika
Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas. Der Nationalfeiertag, Tag der Verfassung (1994), ist der 27. April. Südafrika liegt bei 22 - 35° Süd und 17 - 33° Ost und wird vom Atlantischen und dem Indischen Ozean umschlossen. Das Land grenzt an Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik und das Swasiland. Lesotho liegt innerhalb der Grenzen Südafrikas.
Geographie
Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km².
Das Zentralplateau liegt in einer Höhe zwischen 900 und 2.000 Metern. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer Breite von 20 bis 250 km wird Groot Randkant (Große Randstufe) genannt.
Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botswana bis nach Namibia hinein. Am Kaap Agulhas (port.: agulhas = Nadeln), der äußersten Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon ist das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die goeie Hoop).
Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der längste Fluss, der Oranje, mit einer Länge von 1.860 km entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle (Aukoerebis, "Ort des Großen Lärms") des Oranje im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Breite von ca. 3 km und sind 190 m hoch, davon 146 m im freien Fall. Der Hauptwasserfall ist ca. 150 m breit. Weitere wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss in Nordostrichtung nach ca. 1.600 km in den Indischen Ozean mündet, und der Vaal (1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.
Zu Südafrika gehören weiterhin die Prince-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.
Klima und Vegetation
Das Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis subtropisch, überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es im Winter meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr verteilten Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten ab, gleichzeitig nehmen die Temperaturen zu.
Durch seine Größe und mehrere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes:
Das Klima der Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes Klima.
Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im Winter, also zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und sogar in Johannesburg (1753 m über NN) und Umgebung Schnee liegen, abends und nachts ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen auf ungefähr 23° C, im Sommer 30° C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m über NN), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, u. a. in Durban (5 m über NN) und entlang der Ostküste ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Temperaturen hier ganzjährig 25° - 35° C.
Das Plateau im Osten des Landes (Johannesburg eingeschlossen) ist durch warme, aber selten unangenehm heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen.
Am Westkap weht eine ständige, lindernde Brise, die Sommer sind warm und selbst die Winter milde. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert.
Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten.
Am Nord- und Westkap wachsen im Frühling prachtvolle Wildblumen. Das Namaqualand (Nord-Kap) ist von Mitte August bis Mitte September ein wahres Blütenmeer.
Die artenreiche Tierwelt wird in Wildschutzgebieten (z. B. dem Kruger-Nationalpark) geschützt.
Siehe auch: Liste der Nationalparks in Südafrika
Liste der Nationalparks in Südafrika
Bevölkerung
Hauptartikel: Bevölkerung Südafrikas
Das Land hat eine kulturell und ethnisch vielfältige Bevölkerung.
Es ist die Heimat verschiedener afrikanischer Völker, von niederländischen, deutschen, französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und den sogenannten Coloureds (Farbigen - ein eigentlich rassistischer Ausdruck, der u. a. die Nachfahren der Khoisan, der Sklaven aus dem damals niederländischen Ostindien u. v. a. m. bezeichnet). Der soziale Aufbau ist ebenfalls sehr vielschichtig. Es ist ein multikulturelles Land, obwohl immer noch die Spuren der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.
Südafrika war 2002 zu 58 % urbanisiert, die Bevölkerungsdichte betrug im Jahr 2003 37 Einwohner pro km².
Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,8 % pro Jahr, die Kindersterblichkeit 6,9 %.
Es gibt 1.523 Einwohner pro Arzt. Die nutte Alphabetisierung beträgt etwa 85 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug für Frauen ungefähr 46 Jahre, für Männer ein Jahr weniger.
Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen, des weiteren gibt es Anhänger von Stammesreligionen (mehrheitlich Animismus), Muslime (ca. 2 %) und Hindus (1,5 %).
Die Kapprovinzen werden mehrheitlich von Farbigen und Weißen bewohnt.
Es gibt in Südafrika elf Amtssprachen, aus diesem Grund gibt es auch elf verschiedene Bezeichnungen für den Staat Südafrika:
- Afrikaans: Republiek van Suid-Afrika
- Englisch: Republic of South Africa
- isiNdebele: IRiphabliki yeSewula Afrika
- isiXhosa: IRiphabliki yaseMzantsi Afrika
- isiZulu: IRiphabliki yaseNingizimu Afrika
- Nördliches Sotho: Rephaboliki ya Afrika-Borwa
- Sesotho: Rephaboliki ya Afrika Borwa
- Setswana: Rephaboliki ya Aforika Borwa
- Siswati: IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika
- Tshivenda: Riphabuliki ya Afurika Tshipembe
- Xitsonga: Riphabliki ra Afrika Dzonga
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Südafrikas
Siehe auch Transvaal, Südafrikanische Republik und Oranje-Freistaat.
Politik
Hauptartikel: Politische Situation in Südafrika
Politische Situation in Südafrika
Südafrika ist seit 1961 offiziell Republik, die ersten demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er Jahre stand Südafrika unter der Herrschaft der international geächteten Apartheid (der getrennten Entwicklung weißer, schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen). Eine Wahrheits- und Versöhnungskommission versuchte, diese Zeit aufzubereiten.
Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament, das sich aus der Nationalversammlung (400 Mitglieder), die nach dem Verhältniswahlrecht gewählt wird, und dem Nationalrat der Provinzen (90 Mitglieder, von denen jede der 9 Provinzen 10 Mitglieder wählt) zusammensetzt.
Der Präsident ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und wird alle 5 Jahre durch die Nationalversammlung gewählt. Derzeitiger Staatschef ist Thabo Mbeki, wie sein Vorgänger Nelson Mandela Angehöriger der Partei und ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African National Congress (Afrikanischer Nationalkongress - ANC).
Provinzen
Hauptartikel: Provinzen Südafrikas
Südafrika ist in neun Provinzen unterteilt: Eastern Cape (Ostkap), Free State (Freistaat), Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Northern Cape (Nordkap), Nord West (Nordwest) und Western Cape (Westkap).
Infrastruktur
Flugverkehr
Die South African Airways (SAA) bietet internationale Verbindungen von und zu den Flughäfen in Johannesburg und Kapstadt. Auch andere große internationale Fluggesellschaften wie Lufthansa, British Airways, Swiss Int. Air Lines, Air France oder KLM fliegen täglich nach Johannesburg oder Kapstadt. Für Inlandsflüge in Südafrika oder Flüge in afrikanische Nachbarstaaten bestehen viele Angebote von SAA, Comair, Nationwide, Kulula.com, 1Time, Air Namibia etc. Neben Johannesburg und Kapstadt fliegen sie auch kleinere Flughäfen wie George, Durban, Port Elizabeth, Pretoria oder Bloemfontein an.
Bahnverkehr
In Südafrika verkehren auf einem Schienennetz von rund 24.000 Kilometern häufig Passagierzüge zwischen den größeren Städten, aber auch auf Nebenstrecken. Für den Tourismus gibt es etliche wichtige Bahnverbindungen:
- Trans-Oranje-Express: fährt die Strecke Kapstadt / Durban / Kimberley / Bloemfontein wöchentlich in 37 Stunden
- Trans-Natal-Nacht-Express: fährt täglich in 13,5 Stunden von Durban nach Johannesburg
- Blue Train: der Luxuszug verkehrt zwischen Pretoria und Kapstadt, eine Reservierung elf Monate im Voraus ist empfehlenswert
- Rovos Rail: der historische Zug verkehrt zwischen Pretoria und Kapstadt, die dreitägige Fahrt kostet ab 700 Euro
- siehe auch Kapspur
Busverkehr
Internationale Verbindungen stellen die Linien Intercape Mainliner (Windhoek-Kapstadt) und Translux (Harare-Bulawayo-Johannesburg) her. Translux verkehrt wie die Greyhound Coach Lines, die Baz-Busse und Intercape innerhalb Südafrikas. Die Haltestellen sind oft flexibel.
Straßennetz und Autoverkehr
In Südafrika herrscht Linksverkehr.
Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, mit Autobahnen in und zum Teil zwischen den Großstädten, z. B. die N3-Autobahn zwischen Johannesburg und Durban. Die Höchstgeschwindigkeitsgrenze liegt normalerweise bei 120 km/h auf Autobahnen, bei 100 km/h auf Landstraßen und bei 60 km/h innerhalb der Ortschaften.
Es gibt an allen Flughäfen Autoverleihe (z. B. Avis, Hertz, Budget). Der Südafrikanische Automobilclub (AA) bietet Mitgliedern von Automobilclubs aus anderen Staaten kostenlos ihre Hilfe an. Der AA unterhält eine Pannenhilfe und gibt Straßenkarten sowie Wetterberichte heraus.
Da das öffentliche Transportsystem schlecht ausgebaut ist, sind viele Pendler auf Sammeltaxis und Busse angewiesen. Dies erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich.
Fahrradverkehr
Für viele Südafrikaner ist das Fahrrad ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders in ländlichen Gegenden sind Fahrräder für die ärmere Bevölkerung oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der bisweilen großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse sind Fahrradfahrer im Straßenbild dennoch insgesamt recht selten anzutreffen.
In den Städten gibt es aber auch viele Hobby- und Sportradler. Sie werden vom Tri-Cycling Magazine informiert. Radwege existieren nur selten.
Die Argus Tour, die im März auf einer 105 Kilometer langen Route auf der Kap-Halbinsel stattfindet, gilt mit 35.000 Teilnehmern als eine der weltgrößten Eintagesradtouren überhaupt.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Südafrikas
Südafrika ist ein wohlhabendes Schwellenland und wird von manchen Beobachtern (UN, EU) sogar schon zur Ersten Welt gerechnet. Es ist reich an Bodenschätzen, hat ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem sowie eine allgemein gute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und Transportwesen).
Obwohl die letzten zehn Jahre vom Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 42 % (Stand: Januar 2005), und die Nachwirkung der Apartheid, vor allem Armut und wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Weitere Probleme sind die hohe Kriminalitätsrate, die Korruption und HIV/Aids.
Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an, das Wirtschaftswachstum und die Investitionen durch die Auflockerung des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe und die Senkung der Staatsausgaben zu fördern.
Diese Bestrebungen stoßen auf harten Widerstand von Seiten der organisierten Arbeitnehmerschaft.
Die Einführung von Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrten Entlassung von nicht mehr bezahlbaren Landarbeitern und zu einer entsprechenden Landflucht und Arbeitslosigkeit.
Ein weiteres Problem der südafrikanischen Wirtschaft ist das fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen wurden in den vergangenen Jahren oftmals an verdiente, aber auch leider inkompetente Widerstandskämpfer gegen das Apartheitsregime vergeben. Diese Praxis wird oftmals in den südafrikanischen Medien als Nepotismus bezeichnet.
Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Bruttosozialprodukt liegt bei 64 % durch den Dienstleistungssektor und 32 % durch die Industrie, wozu heute auch eine entwickelte Autoindustrie zählt. Obwohl nur 4 % des südafrikanischen Bruttosozialprodukts aus der Landwirtschaft stammen, ist das Land der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten in der Welt. Das Bruttosozialprodukt beträgt 115 Mrd. Euro und ist damit das höchste aller afrikanischer Staaten.
Südafrika ist an mehreren regionalen Wirtschafts- und Entwicklungsprojekten beteiligt:
- NEPAD - New Partnership for Africa's Development
- SADC - Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft
Kultur
Film
Die südafrikanische Carmen-Verfilmung "U-Carmen e-Khayelitsha" von Mark Dornford-May erhielt den Goldenen Bären 2005 in Berlin. Hauptdarstellerin: Pauline Malefane [http://www.n-tv.de/5495439.html]
Literatur
Zwei südafrikanische Schriftsteller wurden bereits mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Dies war 1991 Nadine Gordimer und 2003 J. M. Coetzee.
Bibliothekswesen
Hauptartikel: Bibliothekswesen in Südafrika
Feiertage
Per Gesetz werden folgende Tage in Südafrika zu Feiertagen erklärt:
- 1. Januar: Neujahr
- 21. März: Tag der Menschenrechte (Human Rights Day). Jahrestag des Massakers von Sharpeville 1960.
- Karfreitag und Ostermontag (Freitag vor und Montag nach dem Ostersonntag)
- 27. April: Freiheitstag (Freedom Day). Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen 1994.
- 1. Mai: Tag der Arbeit
- 16. Juni: Tag der Jugend (Youth Day), früher: Soweto-Tag. Jahrestag des Beginns der Rassenunruhen in Soweto 1976.
- 9. August: Tag der Frauen (Women's Day). Jahrestag der Frauen-Demonstration gegen das Pass-Gesetz 1956.
- 24. September: Tag des Erbes (Heritage Day).
- 16. Dezember: Versöhnungstag (Day of Reconciliation). Jahrestag der Schlacht am Blood River 1838 zwischen Buren und Zulu. Dieser Tag war bereits während der Apartheid als "Gelöbnis-Tag" oder "Schwur-Tag" Feiertag, und bekam 1995 seine neue Bedeutung.
- 25./26. Dezember: Weihnachten
Fallen diese Tage auf einen Sonntag, ist der folgende Montag ein Feiertag.
Probleme des Landes
Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika in den letzten 10 Jahren gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in so genannten Townships. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Nach wie vor ungelöst ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestieren.
Kriminalität in Südafrika
Die Kriminalität in Südafrika ist ein sehr großes Problem. Das Land hat eine der höchsten Verbrechensraten weltweit. Nur in Kolumbien ist die Lage noch drastischer.
In Südafrika gibt es große soziale Unterschiede. Viele Menschen, besonders die Schwarzen, sind oft arm und arbeitslos. Aus diesem Grund muss Südafrika mit einer hohen Kriminalitätsrate kämpfen. Unter dem Apartheidsregime gab es eine brutale Polizeibehörde, die das Problem größtenteils mit nicht zu rechtfertigenden Methoden zu lösen versuchte. Nach dem Übergang der Macht zu den Schwarzen wurde im Polizeiapparat ein Vakuum hinterlassen, das bis heute nicht gestopft werden konnte.
Nach der Kriminalitätsstatistik von 2004 sind 38.400 Frauen und Mädchen vergewaltigt worden und 172.500 Fälle schwerer Körperverletzung registriert. Eine südafrikanische Spezialität ist „Carjacking“ bei der das Auto gewaltsam entführt und der Fahrer, wenn er versuchen sollte, Widerstand zu leisten - aber auch ohne Widerstand, um ihn als Zeugen auszuschalten - häufig erschossen wird. 2004 wurden auf diese Weise 11.500 Autos entführt, weitere 81.900 auf übliche Weise gestohlen und in 142.450 Autos eingebrochen oder die Einbrüche gemeldet.
Townships
Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden für die schwarze, die farbige (Coloureds) oder die indische Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer ganzen Stadt annehmen. Ein typisches Beispiel ist Soweto (South Western Townships), ein Stadtteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng im nordöstlichen Teil des Landes.
Homelands
Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet. Die weißen Apartheidsführer nannten die Homelands Bantustan. Sie wollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der "separaten Entwicklung" auch territorial durchsetzen und formell unabhängige Staaten der Schwarzen in Südafrika schaffen, deren Bewohnern (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar.
AIDS in Südafrika
Hauptartikel: AIDS in Südafrika
Aids gilt als die "tickende Zeitbombe" Südafrikas. Auf der Website der Südafrikanischen Aidsstiftung (Aids Foundation of South Africa) werden Prognosen zitiert, die besagen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich fast 250.000 Südafrikaner an Aids sterben werden. Diese Zahl soll bis zum Jahr 2008 auf 500.000 jährlich anwachsen.
Deutsche Schulen in Südafrika
- [http://www.dsp.gp.school.za/index.htm Deutsche Schule Pretoria]
- [http://www.hmbschool.co.za/ Deutsche Schule Hermannsburg]
- Deutsche internationale Schule Kapstadt
- [http://www.dsj.co.za/german/index.asp Deutsche internationale Schule Johannesburg]
- [http://www.dsdurban.co.za/ Deutsche Schule Durban]
- Deutsche Schule Kroondal
Tourismus
Der Tourismus hat sich mittlerweile zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor Südafrikas entwickelt.
Sehenswürdigkeiten sind u. a.
- Sun City
- Kruger-Nationalpark und andere [http://www.sanparks.org Nationalparks in Südafrika]
- der 3000 km lange Küstenstreifen
- Kapstadt mit dem Tafelberg und der Kaphalbinsel (Kap der guten Hoffnung)
- Johannesburg, bekannt auch für die Goldminen
- Drakensberge
- Blyde River Canyon
Zurzeit wird der Tourismusanteil vom Bruttosozialprodukt schon auf mehr als 7 % geschätzt. Im Jahre 2002 waren mehr als sechs Millionen Touristen im Lande. Ungefähr 3 % der Angestellten arbeiten in der Branche, bei der man sich weiteren Zuwachs erhofft.
Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit soll nicht nur der Tourismus im Lande gefördert, sondern vor allem die lokale Bevölkerung in die Planung und Entwicklung des Tourismus einbezogen werden. Besonders die ärmeren Schichten sollen so direkter vom Tourismus profitieren.
Südafrika zählt bereits heute zu einem der attraktivsten Altersruhesitzländer und gilt unter Golfern als heißer Tipp.
Literatur
- Lonely Planet: Mary Fitzpatrick, Rebecca Blond, Gemma Pitcher - South Africa, Lesotho & Swaziland. 6. Auflage - November 2004 - ISBN 1741041627
- Michael Iwanowski: Südafrika. November 2004 - ISBN 3923975082
Weblinks
- [http://www.gov.za/ Offizielle Homepage]
- [http://www.parliament.gov.za Offizielle Homepage des Südafrikanischen Parlamentes]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=162 Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes zu Südafrika]
- [http://www.afrika-heute.de/ShowC.php?country_nr=197 Südafrika Länderinformationen auf afrika-heute.de]
- [http://www.suedafrika.org Botschaft der Republik Südafrika in Deutschland]
- [http://www.suedafrika-nachrichten.de Aktuelle Nachrichten aus Südafrika]
- [http://www.indexmundi.com/de/sudafrika/ Informationen und Statistiken über Südafrika]
- [http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/print/sf.html World Fact Book: South Africa]
- [http://www.columbia.edu/cu/lweb/indiv/africa/cuvl/SAfr.html Umfassende Linksammlung der Virtual Library]
- [http://www.southafrica-infoweb.com/ Deutschsprachiges Südafrika Portal mit Rezepte Verzeichnis, Forum und mehr.]
- [http://www-sul.stanford.edu/depts/ssrg/africa/southjo.html Südafrikanische Zeitungen und Zeitschriften - mit Beschreibung]
- [http://www.polity.org.za/html/people/pics.html Fotos, Flaggen und Symbole - (Photographs, Flags and Symbols)]
- [http://www.capepoint.de/ Kapstadt und die Kapregion, Informationen]
- [http://www.südafrika.info/ Allgemeine Infos über Südafrika in Deutsch mit vielen Infos, Community, Photobereich und Reisetipps.]
- [http://home.arcor.de/sirko.poehlmann/D_S_Roadbook/Reise_Links_und_Tipps/reise_links_und_tipps.html Umfangreiche Linkliste für Südafrika-Reisende]
Sudafrika
ja:南アフリカ共和国
ko:남아프리카 공화국
ms:Afrika Selatan
simple:South Africa
zh-min-nan:Lâm-hui
Zeit des NationalsozialismusDie Zeit des Nationalsozialismus, in einem historisch inkorrekten Sinn auch als „Drittes Reich“ bezeichnet, umfasst die Geschichte des Deutschen Reiches in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945, also die Regierungszeit der totalitären Diktatur der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) unter Adolf Hitler. Der Begriff meint hier nicht nur dessen Politik, sondern auch seine Ideologie, deren Geschichte und Wirkungen über die Regierungsdauer der Nationalsozialisten hinausgeht.
Nationalsozialismus
Die damals herrschende, staatlich verordnete totalitäre Ideologie des Nationalsozialismus gilt als Variante des ursprünglich in Italien geprägten Faschismus. Mit diesem verbinden ihn einige wesentliche Merkmale, zum Beispiel:
- antidemokratischer Führerkult,
- Militarismus,
- aggressiver Nationalismus
- der Anspruch einer aus dem Sozialismus entlehnten "Einheit von Volk und Staat".
In Italien war der originäre Faschismus unter dem so genannten "Duce" (= Führer) Benito Mussolini von 1922 bis 1943 an der Macht. Seit Beginn des 2. Weltkriegs war Italien zusammen mit dem Kaiserreich Japan der wichtigste politische und militärische Verbündete des Deutschen Reiches (vgl. Achsenmächte).
Zur Vorgeschichte des Nationalsozialismus gehört daneben vor allem der deutschvölkische Antisemitismus, der die faschistischen durch rassistische Elemente und weit aggressivere Vernichtungsziele ergänzte.
In Österreich begann die Zeit des Nationalsozialismus mit seinem "Anschluss" an das nunmehr "Großdeutsche Reich" im März 1938. Auch dort gab es eine längere Vorgeschichte, zu der auch ein österreichischer Ableger der NSDAP gehörte.
Die NS-Propaganda nannte das auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtete Regime anfangs auch "Drittes Reich". Dieser historisch falsche Begriff hat sich bis heute im deutschen Sprachbereich, aber auch im englischen Sprachbereich als "Third Reich" als Synonym für die NS-Diktatur eingebürgert.
Welthistorische Wirkungen erlangte das NS-Regime besonders durch den von Hitler ausgelösten 2. Weltkrieg, der ca. 55 bis 60 Millionen Menschenleben forderte, und den Holocaust: einen bis heute beispiellosen, weil vor allem industriell betriebenen Völkermord, dem allein etwa 6 Millionen europäischer Juden zum Opfer fielen. Hinzu kamen weitere Massenmorde an verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die im NS-Jargon als "unerwünscht", "lebensunwert" oder "rassisch minderwertig" galten: zum Beispiel an Behinderten, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuellen, Slawen (vor allem Polen und Russen) sowie verschiedenen Regimegegnern.
Die Zeit des Nationalsozialismus wird oft in die Vorkriegszeit (1933 bis 1939) und die Zeit des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) unterteilt. Der Artikel berücksichtigt außerdem die Vorgeschichte.
Geschichtlicher Ablauf
Deutschland und der Nationalsozialismus vor der Machtübernahme
siehe auch: Deutsches Kaiserreich, Weimarer Republik, Geschichte der Parteien in Deutschland
Wurzeln und Bestandteile der NS-Ideologie
Die Ursprünge des Nationalsozialismus gehen vor allem auf antisemitische und nationalistische Stimmungen und Ziele zurück, die während des Kaiserreichs in der deutsch-völkischen Bewegung vertreten waren.
Daraus gingen gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterschiedliche kleine Parteien und Gruppen
hervor, deren wichtigste Gemeinsamkeit der Antisemitismus und die Bereitschaft zu terroristischer Gewalt gegen Andersdenkende war. Eine davon war die Thule-Gesellschaft: Sie entstand in der Endphase des 1. Weltkriegs als eine Art Geheimbund. Viele seiner Mitglieder wechselten bald nach ihrer Gründung in die neue NSDAP über: darunter auch spätere NS-Größen und führende "Ideologen" wie Alfred Rosenberg, Rudolf Hess, Hans Frank oder Julius Streicher.
Die NSDAP verfügte jedoch zunächst nicht über eine einheitliche Programmatik. Partei-Ideologen griffen auf ein Konglomerat verschiedener philosophischer und pseudowissenschaftlicher Theoreme des 19. Jahrhunderts zurück, die unausgeglichen nebeneinander standen: Bruchstücke der Ideen Friedrich Nietzsches, genetische Begründungen des Rassismus unter Bezugnahme auf die Forschungen Charles Darwins (vgl. Sozialdarwinismus), antisemitische Verschwörungstheorien wie die "Protokolle der Weisen von Zion", esoterische Elemente und ein "völkischer" Antikapitalismus.
Das Symbol der Swastika (Hakenkreuz) übernahmen die Nationalsozialisten aus asiatischer und germanischer Mythologie. Als Heilsbringer aufgefasst, ersetzte es in gewisser Weise den mit dem christlichen Kreuzessymbol verbundenen Messianismus durch eine politische Heilserwartung. Ihre Flaggenfarben knüpften bewusst an das Schwarz-Weiß-Rot der Kaiserzeit an, wobei die Dominanz der Farbe Rot auch den Kommunismus beerben und dessen Anhänger beeindrucken sollte. Auch der Name "National-Sozialismus" appellierte an Wählerschichten der Rechten wie der Linken zugleich, um sie auf die eigene Seite zu ziehen.
Die Geschichtsauffassung des Marxismus, nach der die Geschichte eine Abfolge von Klassenkämpfen darstellt, wurde von den Nationalsozialisten, namentlich von Hitler, umgedeutet, und in seiner programmatischen Autobiographie „Mein Kampf“ definiert als eine Abfolge von "Rassenkämpfen" um „Lebensraum“, an deren Ende die "gesündeste" und "durchsetzungsfähigste" "Rasse" obsiege, nachdem sie "minderwertige Rassen" ausgerottet oder versklavt habe.
Laut Hitler war die "arische" Rasse, zu der er das „deutsche Volk“ zählte, zu diesem Sieg auserwählt. Als Hauptfeind in diesem "Menschheitskampf" - noch vor anderen "Rassen" -, bezeichnete Hitler dabei die Juden, die er nicht als Religionsgemeinschaft, sondern - entgegen jeglichem Augenschein - als "Rasse" definierte, deren besondere Gefahr darin bestehe, die verschiedenen "Rassen" vermischen zu wollen, und dabei auf Ideologien wie den Liberalismus, Internationalismus, Pazifismus oder den Marxismus zurück griffen. Dadurch würden sie an sich "gesunde Rassen" zersetzen. Wo die Nationalsozialisten nicht-arische "Rassen" "nur" als „Untermenschen“ betrachteten, wurden „die Juden“ im Sprachgebrauch Hitlers zu „Ungeziefer“ und „Krankheitserregern“.
Entstehungsbedingungen
Kriegsniederlage
siehe Hauptartikel: Erster Weltkrieg, Novemberrevolution
Die verbreitete Ablehnung der Republik wurde durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu gehörten zunächst vor allem die Maßnahmen der kaiserlichen Obersten Heeresleitung (OHL) am Ende des Ersten Weltkriegs, die die Kriegsführung zu verantworten hatte. Im September 1918 mussten die Generäle Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg die Kriegsniederlage einräumen und stuften den Kampf als aussichtslos ein. Sie empfahlen dem Kaiser nun, die zuvor abgelehnten Waffenstillstandsbedingungen des US-Präsidenten Woodrow Wilson anzunehmen und die Regierungsverantwortung den liberalen und demokratischen Kräften anzuvertrauen, was in den Oktoberreformen geschah. Damit schoben sie zugleich die Verantwortung für ihr Versagen und dessen Folgen ab, so dass die Zustimmung zu den Kapitulationsbedingungen des 10. November 1918 und später zum Versailler Vertrag formell nicht mehr in ihre Zuständigkeit fiel.
Diese Situation ermöglichte die seit etwa 1920 verbreitete Propagandalüge der "Dolchstoßlegende". Hindenburg selbst stellte diese auf, indem er behauptete, das "...im Felde unbesiegte deutsche Heer" sei "von hinten...erdolcht..." worden. Der Vorwurf sollte die linken Kräfte treffen, deren Novemberrevolution das von den Generälen hinausgezögerte Kriegsende erzwungen hatte. Die Dolchstoßlegende wurde von zahlreichen Medien, vor allem des Hugenberg-Pressekonzerns, begeistert aufgegriffen und propagiert.
Revolution und Entstehung der Republik
siehe Hauptartikel: Novemberrevolution, Weimarer Republik
Die Novemberrevolution ermöglichte zwar die Gründung der Republik; doch in ihrem Verlauf sah die SPD-Führung um Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann und Gustav Noske vor allem eine Gefahr durch weitergehende Forderungen der Revolutionäre. Um dieser Gefahr zu begegnen wurde der Ebert-Groener-Pakt geschlossen: Die neue Regierung erhielt die Unterstützung rechtsextremer Gruppen wie den Freikorps und regulärer Truppen, im Gegenzug verzichtete sie auf demokratische Reformen bei der Reichswehr. So war schon die Entstehung der ersten Demokratie auf deutschem Boden von blutigen, bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen überschattet. Diese begünstigten auch bei Teilen der linken Wählerbasis eine republikfeindliche Einstellung.
Die Strukturen und das Personal der Kaiserzeit mit oft rechtsextremer Einstellung in weiten Teilen von Wirtschaft, Verwaltung, Justiz und Militär wurden in die Weimarer Republik übernommen. Die Weimarer Reichsverfassung schützte ausdrücklich einige Privilegien des kaiserlichen Beamtenapparats.
Die NSDAP war weder die einzige noch die erste rechtsextreme Partei, die die parlamentarisch-demokratische Weimarer Republik von Grund auf ablehnte und bekämpfte. Diese Haltung verband sie vielmehr mit einer Reihe von national-konservativen und nationalistischen Parteien, die sich um 1918/1919 neu gründeten, vor allem die DNVP. Sie vertrat die antidemokratische Grundhaltung von großen Teilen des konservativen, d.h. monarchistisch-kaisertreuen Bürgertums.
Seit 1919 begingen Rechtsextremisten relativ häufig politische Morde an bedeutenden Vertretern der Arbeiterbewegung (z.B. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner). Die Münchner Räterepublik wurde durch die Freikorps brutal niedergeschlagen, und auch liberale und konservative sogenannte Erfüllungspolitiker (Walter Rathenau, Matthias Erzberger) wurden Opfer von Mordanschlägen. Rechtsextreme Täter entgingen häufig einer Strafverfolgung oder milde bestraft, gegen politisch motivierte Straftaten von Sozialisten und Kommunisten ging die Justiz mit äußerster Härte vor.
Diese Blindheit galt auch für die massenwirksame Propaganda, die nicht nur von den Rechtsextremen selbst ausging, sondern von einer Vielzahl "bürgerlicher" Medien geteilt und mitgetragen wurde. Die Demokraten in der Verwaltung der Weimarer Republik wurden zum Teil systematisch verunglimpft: so z.B. der Berliner Polizeipräsident Bernhard Weiß, der gegen Rechtsbrüche | | |