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Liste Der Chemischen Elemente Nach Dem Namen

Liste der chemischen Elemente nach dem Namen

Liste der chemischen Elemente und der nach IUPAC zulässigen Atomnamen sortiert nach dem Namen mit Symbol und Ordnungszahl. Die Atomnamen dienen zur Bezeichnung von Atomen in chemischen Verbindungen und sollten auch nur zu diesem Zweck verwendet werden.

A

Actinium (Ac, 89)
Aluminium (Al, 13)
Americium (Am, 95)
Antimon (Sb, 51)
Argentum (Ag, 47) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Argon (Ar, 18)
Arsen (As, 33)
Astat (At, 85)
Aurum (Au, 79) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Azote (N, 7) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)

B

Barium (Ba, 56)
Berkelium (Bk, 97)
Beryllium (Be, 4)
Bismut (Bi, 83)
Blei (Pb, 82)
Bohrium (Bh, 107)
Bor (B, 5)
Brom (Br, 35)

C

Cadmium (Cd, 48)
Calcium (Ca, 20)
Californium (Cf, 98)
Cäsium (Cs, 55)
Carbon (C, 6) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Cer (Ce, 58)
Chlor (Cl, 17)
Chrom (Cr, 24)
Cuprum (Cu, 29) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Curium (Cm, 96)

D

Darmstadtium (Ds, 110)
Dubnium (Db, 105)
Dysprosium (Dy, 66)

E

Einsteinium (Es, 99)
Eisen (Fe, 26)
Erbium (Er, 68)
Europium (Eu, 63)

F

Fermium (Fm, 100)
Ferrum (Fe, 26) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Fluor (F, 9)
Francium (Fr, 87)

G

Gadolinium (Gd, 64)
Gallium (Ga, 31)
Germanium (Ge, 32)
Gold (Au, 79)

H

Hafnium (Hf, 72)
Hassium (Hs, 108)
Helium (He, 2)
Holmium (Ho, 67)
Hydrargyrum (Hg, 80) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Hydrogen (H, 1)

I

Indium (In, 49)
Iod (I, 53)
Iridium (Ir, 77)

J

K

Kalium (K, 19)
Kobalt (Co, 27)
Kohlenstoff (C, 6)
Krypton (Kr, 36)
Kupfer (Cu, 29)

L

Lanthan (La, 57)
Lawrencium (Lr, 103)
Lithium (Li, 3)
Lutetium (Lu, 71)

M

Magnesium (Mg, 12)
Mangan (Mn, 25)
Meitnerium (Mt, 109)
Mendelevium (Md, 101)
Molybdän (Mo, 42)

N

Natrium (Na, 11)
Neodym (Nd, 60)
Neon (Ne, 10)
Neptunium (Np, 93)
Nickel (Ni, 28)
Niob (Nb, 41)
Nitrogen (N, 7) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Nobelium (No, 102)

O

Osmium (Os, 76)
Oxygen (O, 8)

P

Palladium (Pd, 46)
Phosphor (P, 15)
Platin (Pt, 78)
Plumbum (Pb, 82) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Plutonium (Pu, 94)
Polonium (Po, 84)
Praseodym (Pr, 59)
Promethium (Pm, 61)
Protactinium (Pa, 91)

Q

Quecksilber (Hg, 80)

R

Radium (Ra, 88)
Radon (Rn, 86)
Rhenium (Re, 75)
Rhodium (Rh, 45)
Roentgenium (Rg, 111)
Rubidium (Rb, 37)
Ruthenium (Ru, 44)
Rutherfordium (Rf, 104)

S

Samarium (Sm, 62)
Sauerstoff (O, 8)
Scandium (Sc, 21)
Schwefel (S, 16)
Seaborgium (Sg, 106)
Selen (Se, 34)
Silber (Ag, 47)
Silizium (Si, 14)
Stibium (Sb, 51) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Stickstoff (N, 7)
Strontium (Sr, 38)

T

Tantal (Ta, 73)
Technetium (Tc, 43)
Tellur (Te, 52)
Terbium (Tb, 65)
Thallium (Tl, 81)
Theion (S, 16) (Atomname zur Benutzung gemäß der chemischen Nomenklatur)
Thorium (Th, 90)
Thulium (Tm, 69)
Titan (Ti, 22)

U

Ununbium (Uub, 112)
Ununhexium (Uuh, 116)
Ununoctium (Uuo, 118, noch unentdeckt)
Ununpentium (Uup, 115)
Ununquadium (Uuq, 114)
Ununseptium (Uus, 117, noch unentdeckt)
Ununtrium (Uut, 113)
Uran (U, 92)

V

Vanadium (V, 23)

W

Wasserstoff (H, 1)
Wismut (Bi, 83)
Wolfram (W, 74)

X

Xenon (Xe, 54)

Y

Ytterbium (Yb, 70)
Yttrium (Y, 39)

Z

Zink (Zn, 30)
Zinn (Sn, 50)
Zirkonium (Zr, 40)
Die Elemente lassen sich im Periodensystem anordnen.

weitere Darstellungsformen


- Liste der chemischen Elemente nach der Ordnungszahl
- Liste der chemischen Elemente nach Symbol
- Periodensystem mit Elektronenkonfiguration
- einfaches Periodensystem ! Liste der chemischen Elemente nach dem Namen Elemente nach Namen ja:元素の名前順一覧

Chemisches Element

Stoffe, die ausschließlich aus Atomen mit gleicher Anzahl an Protonen im Kern (Kernladungszahl) bestehen, bezeichnet man als chemische Elemente. Sie treten im Universum mit einer bestimmten Elementhäufigkeit auf. Im Gegensatz zu den Elementen stehen die Verbindungen und die Stoffgemische. Früher war die Definition dieses Begriffs intuitiver, aber unpräziser: Robert Boyle definierte ein chemisches Element als einen Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann. Diese Definition hat den Nachteil, dass man nie sicher sein kann, ob man die chemischen Methoden völlig ausgeschöpft hat. Hätte man es z. B. im Labor nicht geschafft, Wasser zu zerlegen, so hätte man es als Element einordnen müssen. Der heutige Element-Begriff, der für die Stoffe eine Einteilung nach ihren Bestandteilen, den Atomen, vornimmt, ist abstrakter, dafür aber präzise. Seine praktische Bedeutung liegt darin, dass er Atome mit gleichem chemischen Verhalten (dem Verhalten bei chemischen Reaktionen) zusammenfasst. Das physikalische Verhalten von Atomen ein und desselben Elements kann dabei durchaus unterschiedlich sein, z. B. können die Atome eines Elements sich in der Masse unterscheiden (Isotope) und bei nuklearen Reaktionen unterschiedlich verhalten. Nach der Kernladungszahl (auch Ordnungszahl) ihrer Atome ordnet man die Elemente im Periodensystem der Elemente (PSE) an. Dieses System wurde vom russischen Gelehrten Dmitri Iwanowitsch Mendelejew zeitgleich mit dem deutschen Lothar Meyer 1869 begründet.

Kernladungszahl und Masse

Die Erklärungen dafür, dass die Massezahl nicht genau dem Vielfachen der Masse des Wasserstoffatoms entspricht, sind:
- Protonen und Neutronen, die den Hauptanteil der Masse bilden, sind fast, jedoch nicht genau, gleich schwer.
- Natürliche Elemente bestehen aus einer Mischung von Atomen mit unterschiedlicher Neutronenzahl. Eine Atomart überwiegt meist bei weitem, diese bestimmt dann die Massenzahl (Ausnahme Chlor Cl mit der 35,5-fachen Masse)
- Das natürliche Mischverhältnis ist bei einem Element meist gleich (Ausnahme ist Blei, das unterschiedliche durchschnittliche Atommassen zeigt, wenn man es aus verschiedenen Lagerstätten gewinnt)
- Bei sehr genauen Messungen zeigt sich die Bindungsenergie als Massendefekt, so dass die Kernmasse stets minimal kleiner ist als die Summe der Massen der Protonen und Neutronen.

Rein- und Mischelemente

Der Kern des Wasserstoffs besteht fast immer aus nur einem Proton. Wasserstoff mit einem Proton und einem Neutron im Kern (Deuterium) tritt in natürlichem Wasserstoff mit einem Anteil von 0,015 % auf. Der Heliumkern besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Es existieren aber auch Helium-Atome, die zwei Protonen, aber nur ein Neutron, enthalten. Diese treten in natürlichem Helium jedoch nur mit einem Anteil von 0,000137 % auf. Chlor (17 Protonen) besteht aus einer Mischung aus Atomen mit 18 Neutronen (75,8 %) und 20 Neutronen (24,2 %). Chemische Elemente, die nur aus einer Atomart bestehen, heißen Reinelemente, wenn sie dagegen aus zwei oder mehr Atomarten bestehen, heißen sie Mischelemente. Atome des gleichen Elements mit unterschiedlicher Neutronenzahl nennt man Isotope.

Chemische Verbindungen

Chemische Elemente können, bis auf wenige Ausnahmen, chemische Verbindungen eingehen. Dabei sind mehrere der elementaren Atome zu Molekülen zusammengeschlossen. Natürliche oder künstliche Stoffe sind entweder Elemente oder Verbindungen. Gewöhnliches Wasser H2O ist eine Verbindung aus den Elementen Wasserstoff H (2 Atome pro Molekül) und Sauerstoff (1 Atom pro Molekül). Metalle wie Eisen Fe oder Kupfer Cu sind dagegen stets Elemente. Elemente können auch eine Verbindung mit sich selbst eingehen. Bei vielen Gasen wie Chlor Cl oder Fluor F verbinden sich zwei Atome desselben Elements zu einem Molekül, also Cl2 bzw. F2.

Die Entstehung von Elementen

Bereits beim Urknall entstanden die leichten Elemente Wasserstoff (ca. 75%) und Helium (ca. 25%), zusammen mit geringen Mengen Lithium und Beryllium. Schwerere Elemente entstehen im Universum durch Kernreaktionen in den Sternen (meist durch Kernfusion). Am Anfang steht der Wasserstoff mit einem Atomgewicht von ca. 1,0 (ein Proton). In Hauptreihen-Sternen, wie auch unserer Sonne, verschmilzt unter hoher Temperatur (mehrere Millionen C°) und hohem Druck Wasserstoff zu Helium. (Atomgewicht ca. 4,0) Dabei verschmelzen 4 Wasserstoffatomkerne über mehrere Zwischenstufen zu einem Heliumatomkern. Dieser ist ein wenig leichter als die vier Protonen zusammen, die Massendifferenz wird als Energie in Form von (Gamma-)Strahlung frei. Die Fusion geht auf diese Art (Atome mit geringerer Protonenzahl und Atomgewicht verschmelzen zu höheren unter Abgabe von Energie) in den meisten Sternen bis zum Kohlenstoff, in massereichen bis zum Eisen weiter. Die Energieausbeute wird dabei immer geringer. Eisen ist der am dichtesten gepackte Atomkern, bei Fusionsreaktionen darüber hinaus wird Energie verbraucht anstatt freigesetzt. Sterne sind auf Energiegewinnung aus Kernfusion angewiesen, um ihren Gravitationskollaps aufzuhalten, daher können derartige Reaktionen nicht in nennenswertem Umfang stattfinden. Elemente schwerer als Eisen entstehen in Sternen am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei fangen Atomkerne Neutronen ein und werden so in Elemente höherer Ordnungszahl umgewandelt. Dies geschieht im sogenannten s-Prozess (bei massearmen Sternen) oder im r-Prozess (bei massereichen Sternen während einer Supernova). Ein Stern verliert am Ende seiner Lebensdauer große Mengen Material (kontinuierlich durch Sonnenwind oder explosiv in einer Supernova), dadurch gelangen die entstandenen Elemente zurück in das interstellare Medium. Jüngere Sternensysteme enthalten daher bereits von Anfang an auch geringe Mengen schwererer Elemente, die z.B. Planeten wie in unserem Sonnensystem bilden können.

Liste chemischer Elemente

A Actinium - Aluminium - Americium - Antimon - Argon - Arsen - Astat B Barium - Berkelium - Beryllium - Bismut - Blei - Bohrium - Bor - Brom C Cadmium - Cäsium - Calcium - Californium - Cer - Chlor - Chrom - Curium D Darmstadtium - Dubnium - Dysprosium E Einsteinium - Eisen - Erbium - Europium F Fermium - Fluor - Francium G Gadolinium - Gallium - Germanium - Gold H Hafnium - Hassium - Helium - Holmium I Indium - Iod - Iridium J Jod siehe Iod K Kalium - Kobalt - Kohlenstoff - Krypton - Kupfer L Lanthan - Lawrencium - Lithium - Lutetium M Magnesium - Mangan - Meitnerium - Mendelevium - Molybdän N Natrium - Neodym - Neon - Neptunium - Nickel - Niob - Nobelium O Osmium P Palladium - Phosphor - Platin - Plutonium - Polonium - Praseodym - Promethium - Protactinium Q Quecksilber R Radium - Radon - Rhenium - Rhodium - Roentgenium - Rubidium - Ruthenium - Rutherfordium S Samarium - Sauerstoff - Scandium - Schwefel - Seaborgium - Selen - Silber - Silizium - Stickstoff - Strontium T Tantal - Technetium - Tellur - Terbium - Thallium - Thorium - Thulium - Titan U Unnilpentium (
- ) - Unnilquadium (
- ) - Ununoctium - Ununhexium - Ununquadium - Ununbium - Ununtrium - Ununpentium - Ununseptium - Ununnilium (
- ) - Uran V Vanadium W Wasserstoff - Wolfram X Xenon Y Ytterbium - Yttrium Z Zink - Zinn - Zirkonium
- veralteter Name

weitere Darstellungsformen


- Sortierung nach Symbol
- Liste der chemischen Elemente nach der Ordnungszahl
- Periodensystem
- Periodensystem mit Elektronenkonfiguration

Literatur


- Lucien F. Trueb: Die chemischen Elemente. Ein Streifzug durch das Periodensystem. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1356-8

Weblinks


- [http://www.chemieseite.de/ www.chemieseite.de] enthält ausführliche Beschreibungen der Hauptelemente.
- [http://chemlab.pc.maricopa.edu/periodic/lyrics.html] Lied der chemischen Elemente Kategorie:Chemie

Siehe auch


- Elektronegativitäten der Elemente,
- Elementnamensgebungskontroverse,
- Systematische Elementnamen,
- Verdampfungswärme der chemischen Elemente
- Nebulium
- Kalzium ist ein Computerprogramm für das Betriebssystem Linux, das sehr viele Informationen zum Periodensystem und den Elementen bietet.
- Phlogiston
- Nukleosynthese ja:元素 ko:화학 원소 ms:Unsur kimia simple:Element th:ธาตุเคมี

IUPAC

Die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC; deutsch: „Internationale Union für reine und angewandte Chemie“) wurde im Jahr 1919 von Chemikern aus der Industrie und von den Universitäten gegründet. Ziel war es die weltweite Kommunikation der Chemiker untereinander zu ermöglichen und zu fördern. Die IUPAC ist seit langem als die bestimmende Institution anerkannt, wenn es sich um verbindliche Empfehlungen zu Nomenklatur, Symbolen, Terminologie, standardisierten Messmethoden, Werte für molare Massen der chemischen Elemente in natürlicher Isotopengemisch-Zusammensetzung und viele andere Themen in Bereichen der Chemie handelt. Die IUPAC gibt die Zeitschrift "Pure and Applied Chemistry" heraus. Chemiker auf der ganzen Welt engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen von Projekten für die IUPAC, die sich in die folgenden acht Abteilungen gliedern:
- Physikalische und biophysikalische Chemie
- Anorganische Chemie
- Organische und biomolekulare Chemie
- Makromolekulare Chemie
- Analytische Chemie
- Chemie und Umwelt
- Chemie und Gesundheit
- Chemische Nomenklatur und Strukturdarstellung

Entstehung

Unter den Chemikern bestand bereits lange vor Gründung der IUPAC der Wunsch die internationale Zusammenarbeit zu fördern. So gab es schon eine Vorläufer-Organisation, die International Association of Chemical Societies (IACS), die sich 1911 in Paris traf und sich u.a. bereits um Fragen der Nomenklatur und der Standardisierung in der Chemie kümmern sollte. Versuche die chemische Nomenklatur zu standardisieren begannen allerdings schon 1860, als August von Kekulé die ersten internationalen Treffen organisierte, die schliesslich 1892 zur sog. Genfer Nomenklatur für organisch chemische Verbindungen führten.

Weblinks


- [http://www.iupac.org/ Homepage der IUPAC (englisch)]
- [http://www.chem.qmw.ac.uk/iupac/ IUPAC Nomenklatur Homepage (englisch)]
- [http://www.acdlabs.com/iupac/nomenclature/ IUPAC Nomenklatur der organischen Chemie (englisch)] Kategorie:Wissenschaftliche Gesellschaft Kategorie:Chemie ja:国際純正・応用化学連合

Symbol

Das Symbol (latein symbolum, von griechisch σύμβολον - das (Kenn-)Zeichen, Emblem, Sinnbild, Bild, von συν~, syn'~ - zusammen~ und ballein - werfen, also das Zusammengefügte) bezeichnet ein Zeichen der Verbundenheit mit einer Bedeutung oder ihrem Besitzer. Symbole sind visuelle oder sprachlich formulierte Zeichen, die auf etwas außerhalb ihrer selbst verweisen. Zumeist enthalten sie einen Bedeutungsüberschuß, lassen sich also nicht restlos verstehen, entschlüsseln oder ausinterpretieren. Während beispielsweise Verkehrszeichen eine genau definierte Bedeutung transportieren, ist der Gehalt eines Symbols, wie es vor allem in Religion, Mythos, Kunst und Psychologie verwendet wird, im Prinzip nicht ausschöpfbar. Von Symbolen abgeleitet sind Zeichen, aus denen man etwas eindeutig schließen oder erkennen kann. Also: Kennzeichen, Wahrzeichen, Abzeichen, Sinnbild, (Erkennungs-)Marke, (Ausweis-)Karte, Bezeichnung. Nicht zu verwechseln mit der Allegorie. Gleichwohl spricht man beispielsweise auch von mathematischen Symbolen, obwohl diese genau definiert sind. Der Begriff wird also nicht einheitlich verwendet, woraus zuweilen eine Begriffsverwirrung resultieren kann.

Ursprung

Die Ursprungsbedeutung leitet sich von einem antiken Brauch ab: Ein Gast reichte seinem Gastgeber zum Abschied eine zerbrochene Tontafel oder einen Tonring. Sie dienten als Erkennungszeichen bei einem möglichen Gegenbesuch eines Mitglieds aus dem Gastgeberhaushalt bei dem ehemaligen Gast: Durch das Zusammenfügen der beiden Bruchstücke konnte sich der ehemalige Gastgeber (oder einer aus seiner Familie) als solcher zu erkennen geben. Der Ring als Symbol weist so über sich hinaus auf die Bedeutung „Freundschaft“.

In der Philosophie

In der Ästhetik (als einer Sparte der Philosophie) ein Erkennungszeichen, einfach in der Form, reich und tief im Sinn. Auf Denk- und Grabmälern nicht unüblich. Beispiel: Der „Lindenbaum“ im Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ von Franz Schubert/Wilhelm Müller. Nach Dietrich Ritschl sind Symbole „Produkte bewusster, reifer Erkenntnisleistung durch Repräsentanzen in Form von Worten, Handlungen oder Gesten. Symbole vermitteln, was anders nicht artikuliert werden kann.“ (Zur Logik der Theologie, München 1984, 22). Hiergegen steht die These der Psychoanalyse, besonders Sigmund Freud und Ernest Jones, daß sich Symbole hauptsächlich über Verdrängung strukturieren. Der Philosoph Jacques Derrida nimmt Symbole als wirkend an und schuf für das wirkende Zeichen den Begriff der Differance. Der Literaturtheoretiker Kenneth Burke versucht, Symbole als rhetorische Strategien zu begreifen, die dazu dienen, Konflikte der individuellen Psyche in die Gesellschaft zu entlassen. Mit der Symbolik, der Erforschung des Wesens und der Arten der Symbole, hat sich bahnbrechend Ernst Cassirer befasst.

In der Religion

Religion] # Alle Religionen drücken Kerngedanken in Symbolen aus, z.B. das Rad (als Symbol der ewigen Wiederkehr), das leere Grab (als Symbol der Auferstehung), der Weg (als Symbol der Lebensgeschichte oder der Lebensführung). # Daneben gibt es in den christlichen Kirchen Glaubenssymbole, das sind Glaubensbekenntnisse. Dies leitet sich von einer Nebenform des griechischen Wortes sýmbolon, dem symbólaion (griechisch συμβόλαιο[ν]), ab: der Vertrag, die Übereinkunft. Diese Symbola sind als verbindliche Glaubensurkunden zu verstehen (z.B. das Apostolikum und die Confessio Augustana). Auch eine Zahlensymbolik durchzieht das theologische Denken, deren Grundlage die Drei als Zahl der Dreieinigkeit und der theologischen Tugenden, und die Vier als Zahl der Welt bilden. Es gibt vier Tages- und Jahreszeiten, Himmelsrichtungen, Elemente, Lebensalter, vier christliche Kardinaltugenden (Glaube, Liebe, Hoffnung, Barmherzigkeit), vier Ströme des Paradieses (Euphrat, Tigris, Pison, Geon), als Männer mit Wasserkrügen z.B. am Taufbecken des Hildesheimer Doms abgebildet. In der Vierzahl kommen auch die großen Propheten und die Evangelisten vor. Drei und vier ergeben addiert sieben, multipliziert zwölf. In der Siebenzahl treten die Tugenden, die Todsünden und die freien Künste (artes liberales) auf, zu zwölfen die Monate, die Stämme Israels, die kleinen Propheten, die Jünger Jesu. Religiöse Symbole sind konstitutive Elemente religiöser Identifikation, Sprache und Handlungen. Paul Tillich hat darauf hingewiesen, dass alle "Religiöse Sprache" im Wesentlichen symbolisch sei, weil die Religion sich ja meist auf die Transzendenz bezieht und damit alles Vordergründige ( als die Immanenz )übersteigt.

Beispiele

Religiöse Symbole sind u.a.:
- Baha'i: der neun-zackige Stern
- Buddhismus: das acht-speichige Rad der Lehre; Internationale Buddhistische Flagge
- Christentum: Alpha und Omega, Kreuz, Fisch, Christusmonogramm, Agnus Dei [http://www.apfelweibla.de/fachlexikon_symbole_christliche.htm Christliche Symbole]
- Hinduismus: Om
- Islam: Halbmond
- Judentum: Davidstern (magen David, das Schild Davids), Menora (siebenarmiger Leuchter) Beispiele „Religiöser Handlungen“ sind Sakramente wie Taufe und Abendmahl.

In der Mythologie

... werden, wie in der Religion, Symbole verwendet, die auf Transzendenz verweisen. Mit ihrer Erforschung befasst sich vor allem die Tiefenpsychologie in der Tradition von Carl Gustav Jung und die Vergleichende Mythologie. Auf der Arbeit Jungs beruhen z.T. auch die Forschungen von Mythologen wie Joseph Campbell, der die Symbole in Religion und Mythos als innere und geistige Wahrheiten im Gegensatz zu historischen Fakten interpretiert und zu den wichtigsten Vertretern der Vergleichenden Mythologie (Comparative Mythology) zählt. Laut Campbell enthält die Bildsprache von Mythos und Religion selbst keine absolute Wahrheit, sondern verweist auf eine Wahrheit jenseits von Bildern, Bedeutungen, Ideologien, Theologien und Konzepten. Insofern ist das mythische Symbol ein Hilfsmittel, um das Bewusstsein zu transformieren und zu erweitern im Hinblick auf Transzendenz. Es steht damit im Gegensatz zur ideologischen oder manipulativen Verwendung von Symbolen, wie sie zum Teil in Politik oder Religion zu beobachten ist.

In der Kunst

Die bildende Kunst verwendet seit den frühesten Beispielen von Höhlenmalerei bis in die Gegenwart hinein Symbole. In sakraler Kunst folgt die Symbolik dabei den Vorgaben von Religion und Theologie. Es gibt häufig eine verbindliche Ikonographie. In der Moderne tritt dagegen der individuelle und freie Umgang mit Symbolen an die Stelle traditioneller Bildprogramme.

In der Naturwissenschaft

Auch die Wissenschaft verwendet Symbole, indem Wirklichkeit in Form von symbolischer Repräsentanz abgebildet wird. Ernst Cassirer deutet den gesamten Bereich menschlicher Kultur in Form von symbolischen Formen: Auch in den Wissenschaften wird mit sinnlichen Zeichen gearbeitet, die zum Träger von geistigen Bedeutungen und damit von Sinn werden.

In der Politik

finden Symbole häufige Verwendung (z. B. in Gestalt nationaler Fahnen), siehe auch politisches Symbol

Beispiele

Beispiele für politische Symbole:
- das Hakenkreuz als Symbol für den Nationalsozialismus
- Hammer und Sichel als Symbol des Kommunismus
- der Halbmond als Symbol für den Islam und islamische Einrichtungen (Roter Halbmond)
- das christliche Kreuz als Zeichen christlicher Bewegungen und Institutionen (Rotes Kreuz)
- das Kreuz ist das zentrale religiöse Symbol des Christentums, wurde aber vielfach politisch gezeigt (von den Kreuzzügen bis zu politischen Freiheitsdemonstrationen 2004 in der Ukraine)
- das rote Kreuz auf weißem Grund als Abzeichen des Roten Kreuzes als einer nichtstaatlichen Organisation, in politischer Absetzung zu Nationalfahnen, besonders im Krieg als Zeichen politischer Neutralität
- der Turban und das Schwert des Sikh als öffentliches symbolisches Bekenntnis
- der Fez als Kennzeichen islamischer Männer (vgl. das laizistische Fez- und Kopftuchverbot in der modernen Türkei im Kampf gegen das Kalifat)
- das Kopftuch oder auch der Schleier als Kennzeichen islamischer Frauen, politisch vom Islamismus zum Zeichen der öffentlichen Bekenntnisses zur Recht- und Strenggläubigkeit aufgewertet
- die Farbe Grün steht für den Islam und islamische Einrichtungen und wird politisch vielfach verwandt (vgl. die Fahne des revolutionären Libyen)
- die Farbe Violett steht für die evangelische Kirche bzw. für die Frauenbewegung In manchen Staaten (z. B. in Frankreich), ist das Tragen von politischen oder religiösen Symbolen in öffentlichen Gebäuden verboten. Siehe auch: Nationale Symbole, Meinungsfreiheit, Kopftuchstreit, Staatsneutralität, weltanschauliche Neutralität

In der Wirtschaft

sind Symbole zumal am Erfolg von Marken beteiligt (z. B. der "Erdal"-Frosch, "Mercedes"-Stern). Doch auch allgemeine Symbole existieren, wie das Standbild zum Zeichen des Marktfriedens - der "Roland" - in deutschen Städten (heute noch unter anderem in Bremen und Wedel, einige im Ausland).

In der Technik

sind eher Allegorien als Symbole von großer Bedeutung,vereinfachte Darstellungen als Repräsentanten real existierender Teile oder Systeme. (Aus ihnen geht hervor, um welches prinzipielle Teil es sich handelt, unabhängig davon, ob die reale Ausführung modernisiert ist, wie z.B. der Papierkorb in der Desktopeinstellung.) Doch haben einige davon auch symbolische Kraft gewonnen (die Silhouette einer Dampflokomotive, der Zirkel in der Fahne der DDR).

Im Sport

Im Wettkampf haben sich etliche Symbole durchgesetzt (z. B. die Goldmedaille bei Sieg, Silber für den zweiten, Bronze für den dritten, dem vierten bleibt nur die „blecherne“ Medaille).

In der Pädagogik

Hier ist die Symboldidaktik zu nennen.

Siehe auch


- Symbolik
- Liste von Symbolen
- Abzeichen
- Allegorie
- Begriff
- Dingbats
- Einheitenzeichen
- Formelzeichen
- Genealogische Zeichen
- Hieroglyphen
- Kennzeichen
- Maskottchen
- Piktogramm
- Siegel
- Signal
- Signographie
- Sinnbild
- Symbolischer Interaktionismus
- Symbolismus (Symbole in der Literatur)
- Symboltier
- Todessymbolik
- Wappen
- Wikipedia:Tabelle mathematischer Symbole

Literatur


- Udo Becker: Lexikon der Symbole, ISBN 3-89836-219-1
- Manfred Lurker: Die Botschaft der Symbole, ISBN 3466203198
- Carl Gustav Jung et al.: Der Mensch und seine Symbole, ISBN 3530565016
- Rudi Keller: "Zeichentheorie”, UTB, ISBN 382521849X

Weblinks


- [http://www.katholisch.de/2493.htm katholische Kirche im Internet: katholische Symbole und Riten]
- [http://www.kunstdirekt.net/Symbole/exkursheinzmohr.htm Gerd Heinz-Mohr: Über Symbolik]
- [http://www.sukhavati.de Symbole in Mythologie, Religion und Tiefenpsychologie]
- [http://www.kath.de/kurs/symbole/ christliches Symbollexikon]
- [http://www.symbolforschung.org Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e.V.]
- [http://www.reinigungsportal.com/pictogramme.html Typische Reinigungs- und Entsorgungssymbole] ! Kategorie:Rhetorischer Begriff Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Stoffe und Motive Kategorie:Psychoanalyse ja:シンボル simple:Symbol

Ordnungszahl

Die Ordnungszahl, auch Atomnummer oder Kernladungszahl, gibt die Anzahl der Protonen in einem Atomkern an. Ihr Formelzeichen ist Z. Atome mit gleicher Ordnungszahl gehören zum selben Element und haben somit das gleiche Verhalten bei chemischen Reaktionen. Sie wird links unten neben dem Elementsymbol angegeben, Beispiele: :1H (Wasserstoff) oder 8O (Sauerstoff) Da aber das Elementsymbol eindeutig die Ordnungszahl bestimmt, wird die Ordnungszahl selten – meist nur in tabellarischen Übersichten – in dieser Form angegeben. Siehe auch: Massenzahl, Isotop, Periodensystem Kategorie:Atomphysik Kategorie:Kernphysik als:Ordnungszahl ja:原子番号 ko:원자 번호 th:เลขอะตอม

Aluminium

Aluminium (von lat. alumen = Alaun) ist ein chemisches Element des Periodensystems mit der Ordnungszahl 13. Das Elementsymbol ist Al. Es gehört zur Borgruppe (früher auch als Gruppe der Erdmetalle bezeichnet). Aluminium ist das dritthäufigste Element und häufigste Metall in der Erdkruste und tritt nur in chemisch-gebundenem Zustand auf.

Eigenschaften

Das Leichtmetall Aluminium hat aufgrund einer sich sehr schnell an der Luft bildenden dünnen Oxidschicht ein stumpfes, silbergraues Aussehen. Die Oxidschicht macht Aluminium sehr korrosionsbeständig. Durch elektrische Oxydation (eloxieren) oder auf chemischem Weg kann die schützende Oxydschicht verstärkt werden. Aluminium ist ein sehr weiches, zähes Metall, es ist dehnbar und kann durch Auswalzen zu dünner Folie verarbeitet werden. Es lässt sich gut gießen, verformen, biegen, pressen, schmieden und spanabhebend bearbeiten. Entstandene Spannungen durch Kaltverformen können durch weichglühen (bis 250°C) beseitigt werden. Aluminium ist ein guter elektrischer Leiter (60% von Kupfer).

Geschichte

Aluminium ist im Vergleich zu anderen Metallen noch nicht lange bekannt. Es wurde erst im Jahr 1808 durch Sir Humphry Davy entdeckt und benannt. Friedrich Wöhler gelang die Herstellung von Aluminium im Jahr 1827 basierend auf einer unreinen Form, die Hans Christian Ørsted zwei Jahre zuvor hergestellt hatte. Der Preis von Aluminium war zu jener Zeit höher als der von Gold. Durch Henri Sainte-Claire Deville wurde der Wöhler-Prozess im Jahr 1846 weiter verfeinert und 1859 in einem Buch publiziert. Dadurch fiel der Aluminiumpreis innerhalb von zehn Jahren um 90 Prozent. 1886 wurde unabhängig voneinander durch Charles Martin Hall und Paul Héroult das jetzt nach ihnen benannte Verfahren zur Herstellung von Aluminium entwickelt: der Hall-Héroult-Prozess. Nach diesem Prinzip erfolgt noch heute die großtechnische Aluminiumherstellung. Im Jahr 1889 wurde das Verfahren durch Carl Josef Bayer weiter verbessert.

Vorkommen

Aluminium ist das Metall, welches in der Erdkruste am häufigsten vorkommt (7,57 Prozent des Gesamtgewichts der Erdkruste). Es tritt allerdings nirgends rein auf, sondern nur in chemischen Verbindungen. Aluminium findet man in der Natur häufig als Aluminiumsilikat in Ton, Gneis, Granit und Basalt. Eine wirtschaftliche Gewinnung von Aluminium ist nur aus Bauxit möglich. Bauxit enthält ca. 60% Aluminiumoxyd (Al2O3), ca. 30% Eisenoxyd (Fe2O3), Siliziumoxyd (SiO2) und Wasser. In seltener Form ist Aluminiumoxid in Korund, bekannt als Rubin und Saphir, vorhanden. Die rote bzw. blaue Farbe der Steine entstehen durch Verunreinigungen. Bauxitvorkommen befinden sich in Südfrankreich (Les Baux), Ungarn, Russland, Indien und USA.

Gewinnung und Darstellung

Nach dem Verfahren von Ørsted (1825) wird Aluminium aus Aluminiumchlorid und Kaliumamalgam hergestellt, wobei Kalium als Reduktionsmittel dient: \mathrm Nach Wöhler wird metallisches Kalium zur Reduktion verwendet. Technisch gelingt die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse (Kryolith-Tonerde-Verfahren, Bayer-Verfahren). Dieser Prozess ist sehr energieaufwändig. Der Energieaufwand beträgt etwa 13–16 kWh/kg. Wegen der geringen Dichte von Aluminium wird dieses Metall gerne da verwendet, wo Masse bewegt werden muss, vor allem in der Verpackungsindustrie und der Luft- und Raumfahrt; Aus diesem Grund gewinnt der Werkstoff Aluminium im Fahrzeugbau zunehmend an Bedeutung. In Legierungen mit Magnesium, Silizium und anderen Metallen werden Festigkeiten in Strangpressprofilen erreicht, die denen von Stahl nur wenig nachstehen. Daher ist die Verwendung von Aluminium für die Gewichtsreduzierung sehr beliebt. Insbesondere im Flugzeugbau und in der Weltraumtechnik ist Aluminium der Werkstoff der Wahl. Kraftfahrzeughersteller nutzen den Werbeeffekt des Werkstoffes. Im Haushalt trifft man Aluminium in Form von Getränkedosen und Aluminiumfolie an, zuweilen auch als Kochtöpfe. Umweltverbände kritisieren den Einsatz von Aluminium wegen des hohen Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung. In der Lebensmittel-Herstellung findet es Verwendung als Lebensmittelfarbe (E 173) bei Überzügen von Zuckerwaren zur Dekoration von Kuchen und Feinen Backwaren. In Pulverform (Partikelgröße < 500 µm) ist es vor allem, wenn es nicht phlegmatisiert ist, aufgrund seiner großen Oberfläche sehr reaktiv. So reagiert Aluminium beispielsweise mit Wasser unter Abgabe von Wasserstoff zu Aluminiumoxid. Ebenso ist es für die stark exotherme (bis zu 2500 °C) Thermit-Reaktion unerlässlich. Vorsicht: Nicht phlegmatisierter Aluminiumstaub entzündet sich bei Luftkontakt explosionsartig von selbst, er hat das Gefahrenzeichen [F+]. Aluminium wird häufig durch eine Eloxalschicht geschützt. Die Aluminiumverarbeitung geschieht oft mit Hilfe von Gußverfahren (Aluminiumgießerei). Urformen:
- Sandguss
- Strangguss
- Druckguss
- Kokillenguss
- Strangpressen
- Sprühkompaktieren

Sicherheitshinweise

Aluminium ist eines der wenigen reichlich vorhandenen Elemente, das keine vorteilhafte Funktion in lebenden Zellen zu haben scheint, aber einige Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch — sie erleiden Ausschläge in jeder möglichen Form durch Verwenden von Antitranspirationsprodukten, Verdauungsstörungen und Unfähigkeit, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, die in Aluminiumtöpfen gekocht wurde, oder Erbrechen und anderen Vergiftungserscheinungen durch Einnehmen aluminiumhaltiger Medikamente. Aluminium ist nicht so giftig wie Schwermetalle, aber vieles spricht für eine geringe Giftigkeit, wenn es in übermäßigen Mengen gebraucht wird. Jedoch ist der Gebrauch von Aluminiumgeschirr, das sehr populär wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und guten Hitzeübertragung ist, unbedenklich. Übermäßiger Verbrauch von Mitteln gegen Sodbrennen und Deodorants, die Aluminium enthalten, sind wahrscheinlichere Ursachen von Vergiftungserscheinungen. Es wurde eine Zeit lang vermutet, dass Aluminium Alzheimer hervorrufen kann. Diese Vermutung konnte nicht bewiesen werden. Ferner besteht jedoch der Verdacht, dass Aluminium Brustkrebs fördern könnte. Auch diese Vermutung ist noch nicht wissenschaftlich bestätigt.

Ökologie

Hinsichtlich der Umweltbelastung ist die gute Recyclierbarkeit von Aluminium hervorzuheben. Außerdem wird durch Leichtbau mit Aluminiumwerkstoffen (beispielsweise Aluminiumschaum, Strangpressprofile) Masse von beweglichen Teilen und Fahrzeugen gespart, was zur Energieeinsparung bei der Anwendung führt. Andererseits wird für die Elektrolyse von Aluminium sehr viel Elektroenergie benötigt. Der Abbau von Bauxit führt zu Umweltzerstörungen. Aluminium ist physiologisch unbedenklich und hat deshalb seine berechtigte Anwendung in der Nahrungsmittelindustrie.

Aluminiumlegierungen

Die erste hochfeste, aushärtbare Aluminiumlegierung bekam 1907 den Markennamen Duraluminium. Aluminium kann im schmelzflüssigen Zustand mit Kupfer, Magnesium, Silizium, Eisen, Titan, Beryllium, Chrom, Zink, Zirkon und Molybdän legiert werden, um bestimmte Eigenschaften zu fördern oder andere, ungewünschte Eigenschaften zu unterdrücken.
- Aluminiumgusslegierungen - Herstellung von Motoren- und Getriebegehäusen. Typische Aluminiumgusslegierungen sind: AlSi, AlSiCu, AlSiMg, AlCuTi, AlMg
- Aluminiumknetlegierungen - Platten und Bandproduktion durch Warmumformen (Walzen, Strangpressen). Typische Aluminiumknetlegierungen sind: AlMgSi, AlCuMg, AlMg, AlSi, AlZnMg, AlZnMgCu, AlMn
- Aushärtung von Aluminiumlegierungen - Gitterverspannung durch Abschrecken Es gibt Aluminiumknetlegierungen (AW, engl. wrought), zum Beispiel AlMg4,5Mn, und Aluminiumgusslegierungen (AC). Aluminiumgusslegierungen werden z.B. für Leichtmetallfelgen verwendet.

Verbindungen


- Aluminiumoxid Al2O3, auch als Tonerde oder Korund bekannt, liegt als weißes Pulver oder in Form sehr harter Kristalle vor und wird als Schleif- oder Poliermittel verwendet.
- Kaliumaluminiumsulfat KAl(SO4)2, bekannt als "Alaun" zum Blutstillen.
- Aluminiumacetat Al(CH3-COO)3, bekannt als essigsaure Tonerde für entzündungshemmende Umschläge.
- Aluminiumorganische Verbindungen - Triethylaluminium u.v.m. - werden im großtechnischen Maßstab als Katalysatoren in der Polyethylen-Herstellung eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Halbleitertechnik. Hier werden flüchtige Aluminiumalkyle (Trimethylaluminium, Triethylaluminium etc.) als Vorstufen zur CVD (Chemical-Vapor-Deposition)- Abscheidung von Alumiumoxid verwendet, das man als Isolator und Ersatz für das nicht ausreichend isolierende Siliziumdioxid einsetzt.
- Bei der Aluminothermie wird Aluminium zur Gewinnung anderer Metalle und Halbmetalle verwendet (siehe auch Thermitverfahren).

Siehe auch


- Liste der größten Aluminiumproduzenten
- Aluminiummarkt

Weblinks


- [http://www.taprofessional.de/charts/Aluminium-Line-Chart.htm Charts: Kurs-Entwicklung Aluminium in Dollar]
- [http://www.aluinfo.de/index.html www.aluinfo.de]
- [http://www.kalzip.com/de/produkte/aluminium_home.htm Aluminum als Werkstoff in der Architektur] Kategorie:Chemisches Element Kategorie:ErdmetallKategorie:Periode-3-Element Kategorie:Metall ja:アルミニウム ko:알루미늄 simple:Aluminium th:อะลูมิเนียม

Americium

Americium ist ein chemisches Element des Periodensystems der Elemente. Es besitzt das Symbol Am. Die Ordnungszahl lautet 95. Es gehört zu Gruppe der Actiniden (7. Periode, f-Block). Neben Europium ist Americium das einzige nach einem Erdteil benannte Element.

Eigenschaften

Americium ist ein künstliches, radioaktives Element. Frisch hergestelltes Americium ist ein silberweißes Metall, welches jedoch bei Raumtemperatur langsam trüb wird. Es ist leicht verformbar.

Reaktionen

Americium ist ein sehr reaktionsfähiges Element, das schon mit Luftsauerstoff reagiert und sich gut in Säuren löst. Gegenüber Alkalien ist es stabil. Je nach Oxidationszahl variiert die Farbe von Americium in wässriger Lösung ebenso wie in festen Verbindungen: blassrot (+3, +4), goldbraun (+5, +6). Die Oxidationsstufe +3 ist die stabilste. Im Gegensatz zum homologen Europium - Americium hat eine zu Europium analoge Elektronenkonfiguration - kann Am3+ nicht zu Am2+ reduziert werden. Verbindungen mit Americium ab Oxidationszahl +4 aufwärts sind starke Oxidationsmittel, vergleichbar dem Permanganat-Ion MnO4- in saurer Lösung. Da Americium radioaktiv ist, sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Isotope

Von Americium sind Isotope mit Halbwertszeiten zwischen 20 Minuten und 7400 Jahren bekannt. Es gibt zwei langlebige Isotope mit der Massenzahl 241 und 243, die beide α-Strahler sind.

Vorkommen und Herstellung

Herstellung

Americium wird durch Neutronen-Einfang aus 239Pu gebildet:
- 23994Pu + 2n → 24194Pu + γ → 24195Am + β-
Die Halbwertszeit für den zweiten Schritt beträgt 14,4 Jahre.
- 23994Pu + 4n → 24394Pu + γ → 24395Am + β-
Die Halbwertszeit für den zweiten Schritt beträgt 4,956 Stunden.

Verwendung

Americium wird als Quelle für ionisierende Strahlung eingesetzt. Anwendungsgebiete sind die Fluoreszenzspektroskopie und Ionisationsrauchmelder.

Geschichte

Americium wurde 1944 von Glenn T. Seaborg, Ralph A. James, Stanley G. Thompson und Albert Ghiorso entdeckt. Sie isolierten es am metallurgischen Laboratorium der Universität von Chicago aus einer Plutonium-Probe, die im Reaktor mit Neutronen bestrahlt wurde (siehe Herstellung), ein bis dahin noch unbekanntes, α-Strahlen aussendendes langlebiges Nuklid.

Siehe auch


- Chemikalienliste
- WikiProjekt Elemente

Weblinks


- http://www.chemie-master.de/pse/pse.php?modul=Am
- [http://periodic.lanl.gov/elements/95.html Los Alamos National Laboratory - Americium] (engl.)
- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Am/key.html WebElements.com - Americium] (engl.)
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Am.html EnvironmentalChemistry.com - Americium] (engl.) Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Actinoid Kategorie:Periode-7-Element ja:アメリシウム th:อะเมริเซียม

Antimon

Antimon (vermutlich von arabisch itmid; Symbol von lateinisch Stibium = Grauspießglanz) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Sb und der Ordnungszahl 51. In der stabilen Modifikation ist es ein silberglänzendes und sprödes Halbmetall.

Geschichte

Antimon (von lat. Antimonium) wurde in Form seiner Verbindungen schon in der Bronzezeit als Zuschlag zu Kupfer verwendet, um Bronze herzustellen (Funde von Velem-St. Vid in Ungarn) und auch im Altertum genutzt. Im 17. Jahrhundert ging der Name Antimon als Bezeichnung auf das Metall über.
Die koptische Bezeichnung für den Schminkpuder Antimonsulfid ging über das Griechische in das Lateinische stibium über. Die von Jöns Jakob Berzelius benutzte Abkürzung Sb wird noch heute als Elementsymbol genutzt.
Ganz sicher ist diese Herleitung nicht. Es gibt auch andere Vermutungen über die Herkunft der Elementbezeichnung.
Der ungewöhnliche Name gehe auf das spät-griechische anthemon (deutsch: "Blüte") zurück. Damit sollen die stengelartigen Kristalle, die büscherförmig angeordnet sind und wie eine Blüte aussehen, beschrieben werden.

Vorkommen

Antimon ist ein selten vorkommendes Element, das auch gediegen gemeinsam mit Arsen als Allemontit vorkommt. Bekannt sind mehr als hundert Antimon-Mineralien. Industriell genutzt wird überwiegend der Antimonglanz Sb2S3, auch Stibnit, Grauspießglanz oder Antimonit.

Gewinnung und Darstellung

Arsen Technisch wird Antimon aus dem Antimonglanz gewonnen. Ein Verfahren beruht auf dem Abrösten und der Reduktion mit Kohlenstoff (Röstreduktionsverfahen): \mathrm \mathrm Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Reduktion mit Eisen durchzuführen (Niederschlagsverfahren): \mathrm

Eigenschaften

Metallisches Antimon ist silberweiß, stark glänzend, blättrig-grobkristallin. Es lässt sich aufgrund seiner Sprödigkeit leicht zerkleinern.
Die elektrische und thermische Leitfähigkeit ist gering. Flüssiges Antimon expandiert als einer der wenigen Stoffe beim Erstarren (Dichteanomalie).
Mit naszierendem Wasserstoff reagiert Antimon zum instabilen Antimonhydrid SbH3. Von Luft und Wasser wird Antimon bei Raumtemperatur nicht angegriffen. Oberhalb des Schmelzpunktes verbrennt es in Luft mit bläulich-weißer Flamme zu Antimon(III)-oxid. In heißen konzentrierten Mineralsäuren löst es sich auf. Mit den Halogenen reagiert es schon bei Raumtemperatur heftig zu den entsprechenden Halogeniden.
In Verbindungen liegt Antimon überwiegend in den Oxidationsstufen +3 und +5 vor. In Metallantimoniden wie Kaliumantimonid K3Sb bildet es Sb3--Ionen.

Isotope

Verwendung

Der überwiegende Teil des hergestellten Antimons wird zu Metalllegierungen verarbeitet, da es das Verhalten positiv beeinflusst:
- Härtung von Blei- und Zinnlegierungen
- Ausdehnung beim Erstarren. Antimonhaltige Legierungen können so eingestellt werden, das sie beim Erstarren nicht schrumpfen Wichtige Legierungen :
- Blei-Antimon-Legierungen : Hartblei, Letternmetall, Lagermetall, Akkumulatoren-Blei, Bleimantel für Erdkabel
- Zinn-Antimon-Legierungen : Britanniametall, Lagermetall
- Herstellung von Halbleitern
- Zinn-Antimon-Kupferlegierungen (Babbit-Metall) für Lagermetalle
- Zinn-Antimon-Kupfer-Bleilegierungen für Zinngeschirr und andere Gebrauchsartikel aus Zinn
- so genanntes Lötzinn oder Weichlot
- Aluminium-Antimon, Gallium-Antimon, Indium-Antimon für IR- und Halleffektgeräte
- Schrumpffreie Antimon-Legierungen für Präzisionsguss Weitere Anwendungen:
- Herstellung von Antimonverbindungen
- Im Mittellalter auch als Arzneimittel, zum Beispiel Brechweinstein
- Antimonsulfid als Kosmetikum und in der Augenheilkunde
- Bestandteil von Sprengstoffzündern
- Antimon(V)-sulfid zur Herstellung von rotem Kautschuck
- Antimontrioxid als Bestandteil von flammfesten und flammhemmenden Farben, Kunststoffen und Textilien für Kabelumhüllungen, Autositzbezüge, Vorhangstoffe, Kinderbekleidung und so weiter
- gelbes Farbpigment Antimonchromat
- Antimonoxid
  - Katalysator zur Herstellung von Polyester
  - als Weißpigment zur Färbung von Polystyrol, Polyethylen und Polypropylen
  - Herstellung weißer Glasuren und Fritten
  - Läuterung von Bleiglas
- Antimonsalze als Bestandteil von Pestiziden, Beizen und Feuerwerksartikeln
- Scheidemittel für Gold. Antimon fällt Silber aus Goldschmelzen aus.
- Bestandteil des Zündkopfes in Streichhölzern
- Tarnanstriche
- Antimonpräparate in Chemotherapien gegen Leishmania

Biologische Bedeutung

Antimon hat keine physiologische Bedeutung.

Sicherheitshinweise

Antimon und Antimonverbindungen sind giftig, wenngleich viel weniger als Arsen und seine Verbindungen (analog in der 6. Hauptgruppe, Selen ist stark, Tellur dagegen nur noch schwach giftig)

Nachweis

Vorproben: Flammenfärbung. Flamme fahlblau, wenig charakteristisch Phosphorsalzperle: Farblos (gestört durch alle Elemente die keine farbige Perle erzeugen) Nachweisreaktion: Reduktion durch unedle Metalle (z.B. Fe Zn Sn) Unedle Metalle Reduzieren in nicht zu sauren Lösungen von Sb(III) und Sb(V) Sb(III)/(V) zu metallischem Antimon. 2Sb3+ + 3Fe 2Sb + 3Fe2+ Die vermutlich Sb haltige Substanz wird in salzsaure Lösung gegeben und Eisenpulver dazugegeben. Schwarzer Antimon Niederschlag entsteht in Flocken oder direkt am Eisen.

Verbindungen


- Antimonwasserstoff, auch Monostiban SbH3 genannt.
Giftiges Gas, das sich aus Antimon und einwirkenden Säuren bildet.
- Distiban (Sb2H4)

Halogenverbindungen


- Antimonpentafluorid (SbF5) bildet (nach VSEPR) eine quadratische Pyramide aus und hybridisiert dabei zu sp3d
- Antimonpentachlorid (SbCl5)
- Antimontrifluorid (SbF3)
- Antimontrichlorid (SbCl3)
- Antimontribromid (SbBr3)
- Antimontriiodid (SbI3)

Sauerstoffverbindungen


- Antimontrioxid (Sb2O3)
- Antimontetroxid (Sb2O4)
- Antimonpentaoxid (Sb2O5)
- Antimonige Säure/Antimontrihydroxid (H3SbO3/Sb(OH)3)
- Antimonsäure (HSb(OH)6)

Schwefelverbindungen


- Antimontrisulfid, auch Antimonglanz genannt (Sb2S3)
Grauschwarze, metallisch glänzende Stängel. Ausgangsstoff zur Herstellung metallischen Antimons. Löslich in starken Säuren. Verwendung für Streichhölzer, Rubingläser und Tarnanstriche (Reflexion von IR-Licht).
- Antimonpentasulfid, früher als Goldschwefel bezeichnet (Sb2S5)

Literatur

Weblinks


- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Sb/index.html WebElements.com - Antimony]
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Sb.html EnvironmentalChemistry.com - Antimony]
- [http://www.vanderkrogt.net/elements/elem/sb.html Elementymology & Elements Multidict: Antimony] (by Peter van der Krogt)
- [http://idw-online.de/pages/de/news129937 "Nachrichten aus der Chemie"] "Antimon: das vergessene Gift?" von Michael Krachler, Universität Heidelberg Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Gruppe-15-Element Kategorie:Periode-5-Element Kategorie:Halbmetall ja:アンチモン nb:Antimon th:พลวง

Nomenklatur (Chemie)

Wichtig bei der Nomenklatur (Namensgebung) für chemische Substanzen ist, dass ein Verbindungsname eindeutig ist und nur zu einer einzigen Strukturformel führt. Die Bezeichnung "Ethanol" bezeichnet beispielsweise nur die Verbindung CH3-CH2-OH und keine andere. Umgekehrt haben chemische Verbindungen aber keinen eindeutigen Namen, z. B. kann man die Verbindung CH3-CH2-OH nach verschiedenen Nomenklatursystemen sowohl als "Ethanol" als auch als "Ethylalkohol" bezeichnen. Um die Bezeichnungsweisen für chemische Verbindungen zu vereinheitlichen, gibt es verbindliche Richtlinien der IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry). Da die systematische Bezeichnung von chemischen Verbindungen nach diesen Regeln aber oft sehr kompliziert ist, wird von den Chemikern im Alltagsgebrauch weiterhin eine große Anzahl von Trivialnamen verwendet.

Zahlenpräfixe in chemischen Namen

Falls eine Art von Atomen oder Atomgruppen in einem Molekül mehrfach vorkommt, wird die Anzahl durch ein entsprechendes Zahlenpräfix (Vorsilbe) angegeben, das von den griechischen Zahlwörtern abgeleitet ist und dem Namen des entsprechenden Atoms bzw. der entsprechenden Atomgruppe vorangestellt wird. Beispiele:
- P4S7 Tetraphosphorheptasulfid
- CrO3 Chromtrioxid
- CH2Cl2 Dichlormethan

Weglassen von Zahlenpräfixen

Falls der Name einer Verbindung dadurch eindeutig bleibt, kann man die Zahlenpräfixe auch weglassen. So gibt es z.B. nur ein einziges Oxid des Aluminiums, nämlich Al2O3, weshalb man statt Dialuminiumtrioxid auch einfach Aluminiumoxid schreiben kann. Sehr oft wird die Vorsilbe mono- weggelassen, z.B. PH3 = Phosphan (statt Monophosphan), obwohl es auch ein Diphosphan P2H4 gibt.

Alternative Zahlenpräfixe

Falls mehrere identische Gruppen vorhanden sind, bei denen die Verwendung der obigen Vorsilben mißverständlich wäre, werden die folgenden Präfixe verwendet: Beispiele:
- Ca5F(PO4)3 Pentacalciumfluoridtrisphosphat - Durch Verwendung der Vorsilbe tris ist sofort klar, dass es sich nicht um die Triphosphatgruppe [P3O10]5- handelt, sondern um drei Phosphatgruppen [PO4]3-.
- 5,6-Bis(1,1-dimethylpropyl)undecan - die Verwendung der Vorsilbe bis zeigt sofort, daß es sich hier um zwei identische 1,1-Dimethylpropyl-Substituenten handelt. Für die direkte Verknüpfung von identischen Einheiten verwendet man die folgenden Vorsilben, welche von den lateinischen Zahlwörtern abgeleitet sind: Beispiel:
- C6H5-C6H5 heißt Biphenyl (und nicht Diphenyl oder Bisphenyl).

Anorganische Chemie

Elementnamen und -symbole

Die Namen der chemischen Elemente werden von den Entdeckern festgelegt und sind hier aufgeführt. Für unbekannte oder neue Elemente, die noch keinen Namen erhalten haben, gibt es systematische Elementnamen, die sich von der Kernladungszahl ableiten. Eine systematische Anordnung der Elemente nach ihrer Elektronenkonfiguration bietet das Periodensystem der Elemente. Für jedes Element existiert ein Kürzel aus ein bis drei Buchstaben (Elementsymbol). Für die Haupt- und Nebengruppenelemente sind diese Symbole untenstehend aufgelistet, für eine vollständige Liste siehe die Liste der chemischen Elemente nach Symbol. Die Elementsymbole sind international gültig, sie werden also beispielsweise auch auf Japanisch durch lateinische Buchstaben wiedergegeben. Will man ein bestimmtes Isotop eines Elements bezeichnen, so stellt man dessen Massenzahl hochgestellt vor das Elementsymbol, zum Beispiel 12C für das Kohlenstoff-12-Isotop, 235U für Uran 235, etc. Eine Ausnahme bilden die schweren Isotope des Wasserstoffs, 2H (Deuterium) und 3H (Tritium), welche mit D bzw. T ein eigenes Elementsymbol besitzen. Um Verbindungen von verschiedenen Elementen untereinander zu benennen, werden die Elementnamen teilweise abgewandelt und mit Nachsilben versehen. Dazu verwendet man die Elementwurzeln in der folgenden Tabelle, welche aus den lateinischen Elementnamen abgeleitet sind. So wird beispielsweise der Sauerstoff in der Verbindung Aluminiumoxid (Al2O3) durch seine Elementwurzel (ox) und die Endung -id angegeben.

Hauptgruppenelemente

Übergangselemente

Formeln von anorganischen Verbindungen

Beim Schreiben von Formeln von chemischen Verbindungen folgt man im wesentlichen der Elektronegativitätsskala der chemischen Elemente. Man beginnt immer mit dem elektropositiveren Verbindungspartner, deshalb schreibt man etwa AgCl, Al2O3, PCl5 und nicht umgekehrt. Eine Ausnahme von dieser Regel sind die Wasserstoffverbindungen. Wasserstoffatome schreibt man in den Formeln an letzter Stelle (NH3, SiH4, etc.). Handelt sich jedoch um aciden Wasserstoff (d.h. die Verbindung reagiert in wäßriger Lösung sauer), so schreibt man den Wasserstoff am Anfang der Formel (HF, HCl, HBr, HI, H2O, H2O2, H2S, H2Se, H2Te, HN3). Auch bei anorganischen Oxosäuren schreibt man den Wasserstoff am Anfang der Formel, obwohl er eigentlich an den Sauerstoff gebunden ist, also für Schwefelsäure zum Beispiel H2SO4 statt SO2(OH)2.

Nomenklatur von einfachen anorganischen Verbindungen

Einfache binäre Verbindungen

Bei der Benennung von einfachen binären Verbindungen folgt man ebenfalls der Elektronegativitätsskala. Der elektropositivere Verbindungspartner behält seinen Elementnamen unverändert bei, der elektronegativere Verbindungspartner wird durch seine Elementwurzel (s.o.) und die Endung -id angegeben. Die Art der Bindung ist aus diesem Elementnamen nicht ersichtlich. Beispiele:
- Na2S Natriumsulfid (ionische Verbindung)
- SF6 Schwefelhexafluorid (kovalente molekulare Verbindung)
- SiC Siliciumcarbid (kovalente nichtmolekulare Verbindung)

Mehrere Oxidationsstufen des elektropositiven Partners

Anionische Gruppen die mit der Endung -id gebildet werden

Legierungen

Wasserstoffverbindungen

Komplexe Anionen

Es gibt auch Richtlinien für die Benennung von Komplexen.

Oxoanionen und Oxosäuren

Oxoanionen

Oxosäuren

Mehrbasige Säuren

Salzhydrate

Einteilung nach der Oxidationsstufe des Zentralatoms

Einteilung nach der Struktur

Liste von Oxosäuren und -anionen

Radikale

Organische Chemie

Für die Benennung von organischen Verbindungen nach dem IUPAC-System geht man üblicherweise von einem Stammsystem aus, das unter Umständen weitere Substituenten (Reste) trägt. Ein Substituent ist dabei ein Atom oder eine Atomkombination, welche ein Wasserstoffatom des Stammsystems ersetzt (substituiert). Für die Benennung der Verbindung wird der Name des Stammsystems unverändert übernommen und die Namen der substituierenden Gruppen werden dem Stammsystem in abgewandelter Form angefügt (substitutive Nomenklatur).

Stammsysteme

Lineare Ketten

Die einfachsten Stammsysteme sind lineare Ketten aus Kohlenstoffatomen, bei denen alle übrigen Bindungen mit Wasserstoffatomen gesättigt sind. Solche gesättigte Kohlenwasserstoffe nennt man Alkane, sie erhalten die Endung -an. Für die vier kleinsten Alkane werden die Namen Methan, Ethan, Propan und Butan beibehalten, für die übrigen Alkane ergibt sich der genaue Name der Verbindung nach der folgenden Tabelle aus der Anzahl der Kohlenstoffatome. Man kombiniert das Zahlwort der ersten Dekade mit den Zahlwörtern für die folgenden Dekaden. Am Ende folgt ein n, sodass man die Alkan-typische Endung -an erhält. Beispiele:
- C32H66 = Dotriacontan (Do + Triaconta + n)
- C99H200 = Nonanonacontan (Nona + Nonaconta + n)
- C403H808 = Tritetractan (Tri + Tetracta + n)
- C4728H9458 = Octacosaheptactatetralian (Octa + Cosa + Heptacta + Tetralia + n) Ausnahmen von der Benennung nach der obigen Tabelle gibt es bei: Falls eine Doppelbindung in der Verbindung vorhanden ist, spricht man von Alkenen und verwendet statt der Endung -an die Endung -en. Die Position der Doppelbindung wird durch eine Nummer angegeben siehe unten bei Nummerierung), z.B.
- CH2=CH-CH2-CH3 heißt 1-Buten (oder auch But-1-en),
- CH3-CH=CH-CH3 heißt 2-Buten. Bei Ketten, die eine Dreifachbindung enthalten (= Alkinen), wird die Endung -in verwendet, z.B.
- CH≡C-CH2-CH3 heißt 1-Butin,
- CH2=CH-CH2-C≡C-CH2-CH3 heißt Hept-1-en-4-in. Falls mehrere Doppel- oder Dreifachbindungen vorkommen, verwendet man die multiplizierenden Vorsilben di, tri, tetra, penta, hexa, hepta, ...
- CH2=CH-CH=CH2 heißt also Buta-1,3-dien,
- CH≡C-C≡C-C≡C-CH3 heißt Hepta-1,3,5-triin.
Bestimmung der Hauptkette bei verzweigten acyclischen Kohlenwasserstoffen
Die Hauptkette (Stammsystem) ist jene Kette, welche # die größte Zahl an Mehrfachbindungen enthält # bei Mehrdeutigkeit von (1): die größere Zahl von C-Atomen enthält # bei Mehrdeutigkeit von (2): die größere Zahl von Doppelbindungen enthält # bei Mehrdeutigkeit von (3): die meisten Seitenketten aufweist.

Cyclische Systeme ohne Heteroatome

Bei cyclischen Systemen ist i.a. ein Cyclus das Stammsystem.
Monocyclische Systeme
Falls es sich um eine monocyclische Verbindung handelt, erfolgt die Benennung wie bei linearen Ketten, und zusätzlich wird die Vorsilbe Cyclo- vorangestellt, also z.B. Cyclohexan. Für Benzol wird der Trivialname beibehalten. Monocyclische Verbindungen mit mehr als 6 C-Atomen, die die maximale Anzahl nichtkumulierter Doppelbindungen aufweisen, können als (n)-Annulene bezeichnet werden (n = Anzahl der C-Atome).
Kondensierte polycyclische Systeme
Bei kondensierten polycyclischen Kohlenwasserstoffen (d.h. die einzelnen Ringe sind jeweils über genau eine gemeinsame Bindung verknüpft) ist jene Komponente das Basissystem, welche
- die meisten Ringe aufweist
- den größten Ring aufweist Dabei werden folgende Polycyclen als eigene Systeme aufgefasst (in ansteigender Priorität, in Klammern die Anzahl der Ringe): Pentalen (2), Inden (2), Naphthalin (2), Azulen (2), Heptalen (2), Biphenylen (3), as-Indacen (3), s-Indacen (3), Acenaphthylen (3), Fluoren (3), Phenalen (3), Phenanthren (3), Anthracen (3), Fluoranthen (4), Acephenanthrylen (4), Aceanthrylen (4), Triphenylen (4), Pyren (4), Chrysen (4), Naphthacen (4), Pleiaden (4), Picen (5), Perylen (5), Pentaphen (5), Pentacen (5), Tetraphenylen (5), Hexaphen (6), Hexacen (6), Rubicen (7), Coronen (7), Trinaphthylen (7), Heptaphen (7), Heptacen (7), Pyranthren (8), Ovalen (10). Alle übrigen Ringe werden als Vorsilben vorangestellt, wobei die Endsilbe -en in -eno umgewandelt wird (z. B. Benzocycloocten). Die Art der Verknüpfung wird durch Zahlen und Buchstaben angegeben, was aber hier nicht näher erläutert werden soll. Zur Benennung von gesättigten oder teilweise gesättigten Derivaten der oben angeführten Polycyclen gibt es die Möglichkeit, beim Wegfallen einer Doppelbindung die beiden zusätzlichen Wasserstoffatome durch die Positionsnummern und die Vorsilbe dihydro- anzuzeigen. Analog gibt es tetrahydro-, hexahydro- usw. Vollständig gesättigte Systeme erhalten die Vorsilbe perhydro-. Einzelne Wasserstoffatome werden durch das sogenannte indizierte H angegeben, welches in kursiver Schrift vorangestellt wird (z.B. 4H-Pyrazol)- Cyclophane können nach den gleichen Regeln benannt werden, obwohl es für diese auch eine eigene Nomenklatur gibt.
Verbrückte polycyclische Systeme
Bei verbrückten polycyclischen Kohlenwasserstoffen (d.h. die einzelnen Ringe sind jeweils über mehr als eine gemeinsame Bindung verknüpft) wird das von-Baeyer-System verwendet.
Spiroverbindungen
Die Nomenklatur von Spiroverbindungen ist (wenig ausführlich) unter dem entsprechenden Stichwort erklärt.
Kompliziertere Systeme
Die Entscheidung, was nun als Stammsystem betrachtet wird, ist bei komplizierteren Verbindungen nicht mehr ganz einfach.

Heterocyclen

Sofern keine Trivialnamen vorliegen, benennt man monocyclische Heterocylen mit weniger als 10 Ringgliedern meist nach der Hantzsch-Widmann-Patterson-Nomenklatur. Bei kondensierten Polycyclen haben Heterocyclen Vorrang gegenüber Carbocyclen (= Ringen, die nur aus Kohlenstoffatomen bestehen). Auch für Heterocyclen gibt es dabei Systeme mit Trivialnamen, welche als eigene Stammsysteme aufgefasst werden (ohne Reihung und unvollständig):
- O-hältige Verbindungen: Furan, Xanthen, ...
- N-hältige Verbindungen: Pyrrol, Imidazol, Pyrazol, ... Ansonsten folgt die Benennung von Heterocyclen weitgehend den oben angeführten Regeln für cyclische Systeme ohne Heteroatome. Die Art und Position der Heteroatome wird dann mit Hilfe der Austauschnomenklatur oder "a"-Nomenklatur angegeben. ----

Substituenten (Reste)

Ein Substituent kann z.B. eine funktionelle Gruppe sein, oder wiederum ein (kleineres) Stammsystem, etwa eine Seitenkette. Die Bezeichnung für Substituenten werden dem Namen des Stammsystems als Vorsilbe (Präfix) oder Endungen (Suffix) angefügt. Die genaue Position des Substituenten wird durch Ziffern präzisiert (siehe unten bei Nummerierung). Falls es mehrere Vorsilben (Präfixe) gibt, werden diese in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Stammsysteme als Substituenten

Falls es sich beim Rest wiederum um ein Stammsystem handelt, zum Beispiel eine Seitenkette oder einen Ring, so wird an dessen Namen die Silbe -yl angehängt und das Ergebnis als Vorsilbe (Präfix) vorangestellt. Die Benennung von Seitenketten erfolgt nach den gleichen Regeln wie für die Grundkette, bis auf folgende Ausnahmen:
- bei Alkanen wird die Endung -an weggelassen
- die Nummerierung der Seitenkette startet immer bei der Verknüpfung mit der Hauptkette Beispiele:
- Methyl: -CH3
- Ethyl: -CH3-CH2
- Ethinyl: -C≡CH
- 2-Propenyl: -CH2-CH=CH2
- Cyclohexyl: -C6H11 Wenn man beispielsweise an die Verbindung Propan (CH3-CH2-CH3) in der Mitte noch einen Methanbaustein anhängt, heißt die entstehende Verbindung CH3-CH(CH3)-CH3) dann 2-Methylpropan. Die Verbindung CH3-CH2-CH(CH3)-CH2-CH(CH2CH3)-CH2-CH3 heißt 3-Ethyl-5-methylheptan.

Funktionelle Gruppen

Die ranghöchste funktionelle Gruppe wird als Endung (Suffix) hintangestellt, übrige funktionelle Gruppen als Vorsilben (Präfixe) vorangestellt:
- CH3-CHOH-CH3) heißt 2-Propanol
- CH3-CH2-CH2-C(OOH) heißt Butansäure
- CH2-CH(OH)-CH2-CH(NH2)-CH2-CH3 hat zwei funktionelle Gruppen. Der Alkohol hat höhere Priorität, deshalb heißt die Verbindung 4-Aminohexan-2-ol. Für die Bezeichnungen einzelner funktioneller Gruppen und ihre Rangfolge siehe das Stichwort Funktionelle Gruppe.

Trivialnamen

Für manche Substituenten gibt es Trivialnamen, welche z. T. auch verbindlich sind. Z. B.:
- Phenyl: -C6H5
- Benzyl: -CH2-C6H5
- Isopropyl: -CH-(CH3)2
- Vinyl: -CH=CH2
- u.v.m. ----

Nummerierung

Die Nummerierung des Stammsystems erfolgt so, dass die erhaltenen Nummern möglichst klein sind. CH3-CH2-CH(CH3)-CH3 heißt also 2-Methylbutan und nicht 3-Methylbutan. Eine 1 kann auch weggelassen werden (z.B. Propanol = 1-Propanol). Falls es nur eine mögliche Kombination gibt, können die Nummern ebenfalls weggelassen werden (z.B. Methylpropan = 2-Methylpropan, weil alles andere wäre als Butan zu benennen.). Falls Seitenketten nummeriert werden müssen, ist die Verbindungsstelle zur Hauptkette immer die Position 1. Bei kondensierten polycyclischen Systemen gibt es oft verbindliche Nummerierungsweisen, die jeder Logik widersprechen und auswendiggelernt werden müssen. ----

Mehrfach vorkommende Substituenten

Für mehrfach vorkommende gleiche Gruppen werden die multiplizierenden Vorsilben di, tri, tetra, penta, hexa, hepta, ... (siehe oben) verwendet:
- ein Benzolring mit drei Methylgruppen an den Positionen 1, 3 und 5 heißt 1,3,5-Trimethylbenzol,
- ein Methan mit 4 Chloratomen heißt Tetrachlormethan.
- ein Ether mit zwei Ethylgruppen heißt Diethylether, usw. Falls die Verwendung von di, tri, tetra, usw. missverständlich wäre, etwa bei identischen weitersubstituierten Seitenketten, muss man wie oben beschrieben die ensprechenden alternativen Vorsilben bis, tris, tetrakis, usw. verwenden. Für direkt verknüpfte identische Einheiten sind die Vorsilben bi, ter, quater, usw. in Verwendung. ----

Beispiel

Nach IUPAC-Nomenklatur muss zum Beispiel die Substanz NH2-CH2-CH2-OH den Namen 2-Aminoethanol erhalten. Auf folgende Weise gelangt man zu diesem Namen: # Da die Kohlenstoffatome nur Einfachbindungen aufweisen, erhält die Wurzel als erste Endung "an". # Die Grundkette enthält zwei Kohlenstoffatome; damit ergibt sich die Wurzel "eth". (--> "ethan") # Als funktionelle Gruppen sind enthalten eine Alkohol-(OH) und eine Aminogruppe (NH2). Die Alkoholgruppe hat die höhere Priorität und erhält Vorrang vor der Aminogruppe. Also "ol" hinten anhängen. (--> "ethanol") # Die Aminogruppe befindet sich nicht am selben Kohlenstoffatom wie die Alkoholgruppe (Atom Nr. 1), sondern an dem daneben (Nr. 2). Deshalb geben wir den Ort an durch "2-Amino". # Die Kombination von Vorsilbe, Wurzel und Endungen ergibt die Namen "2-Aminoethanol".

Stereochemie

Chirale Verbindungen

Zur Unterscheidung von chiralen Verbindungen gibt es die kursiv geschriebenen Vorsilben (R)- und (S)-. Ihre Verwendung wird durch die Cahn-Ingold-Prelog-Regel (CIP-Regel) und ihre Nebenregeln festgelegt. Bei biochemischen Substanzen wie Kohlehydraten und Aminosäuren wird auch noch häufig die Fischer-Nomenklatur verwendet, welche die Vorsilben D- und L- verwendet (wobei D und L als Kapitälchen geschrieben werden). Zur Unterscheidung des Drehsinns bei optisch aktiven Verbindungen werwendet man die Vorsilben (+)- und (-)-. Es sei darauf hingewiesen, dass sich die unterschiedlichen Bezeichnungsweisen (R, S bzw. D, L und +, -) nach den verschiedenen Nomenklaturarten nicht von den jeweils anderen Bezeichnungen ableiten lassen. Zur Bezeichnung von Verbindungen mit mehreren Chiralitätszentren eignen sich nur die CIP-Regeln.

cis-trans-Isomere

cis-trans-Isomere bei Doppelbindungen werden nach IUPAC durch ein vorangestelltes kursives (Z)- oder (E)- bezeichnet. Bei Ringsystemen verwendet man die kursiv geschriebenen Vorsilben cis- oder trans-.

Anomere

Bei Kohlehydraten unterscheidet man Anomere durch die Vorsilben α- bzw. β-.

Biochemie

Für die Nomenklatur von Enzymen gibt es gemeinsame Richtlinien der IUPAC und der IUBMB (International Union of Biochemistry and Molecular Biology). Nach dieser Nomenklatur enden Enzymnamen mit -ase und enthalten eine Information über die Funktion des Enzyms. Details unter dem Stichwort Enzym und auf der [http://www.chem.qmul.ac.uk/iubmb/ Website der IUBMB]. Außerdem wurde ein Codesystem (siehe EC-Nummern) entwickelt, in dem die Enzyme unter einem Zahlencode aus vier Ziffern zu finden sind.

Chemische Nomenklatur außerhalb der IUPAC-Vorschriften


- Für Kunststoff-Bezeichnungen gibt es durch eine DIN-Norm festgelegte Kurzzeichen.
- Für Lebensmittelzusatzstoffe gibt es das System der E-Nummern.

Literatur


- Karl-Heinz Hellwich: Chemische Nomenklatur. GOVI-Verlag, ISBN 3-7741-0815-3
- Hellwinkel, D.: Die systematische Nomenklatur der organischen Chemie. Eine Gebrauchsanweisung, 4. Aufl., Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-63221-2

Weblinks

deutsch


- [http://www.kfunigraz.ac.at/ipcwww/info/nomenklatur.htm Virtuelle Nomenklaturvorlesung (Universität Graz)]

englisch


- [http://www.iupac.org IUPAC Website (englisch)]
- [http://www.chem.qmul.ac.uk/iubmb/ IUBMB Website (englisch)]
- [http://www.chem.qmul.ac.uk/iupac/ IUPAC Recommendations on Organic & Biochemical Nomenclature, Symbols & Terminology etc. (englisch)]
- [http://www.acdlabs.com/iupac/nomenclature/ IUPAC-Regeln zur Nomenklatur in der organischen Chemie (englisch)]
- [http://www.iupac.org/nomenclature/ACD/calc_3dparty.html Online Naming Tool (englisch, benötigt Java)]
- [http://www.chem.qmw.ac.uk/iupac/stereo/ IUPAC-Nomenklatur in der Stereochemie (englisch)] Kategorie:Werkzeug der Chemie

Argon

Das Argon (griechisch αργό(ν) [sächlich] - das träge [Element] - wegen seiner chemischen Reaktionsträgheit) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Ar und der Ordnungszahl 18. Das farb- und geruchlose inerte Gas ist das häufigste Edelgas in der Erdatmosphäre.

Geschichte

Entdeckt wurde Argon durch Lord Rayleigh und Sir William Ramsay im Jahre 1894. Der Entdeckung ging die Vermutung der Existenz dieses Elements durch Henry Cavendish im Jahre 1785 voraus.

Vorkommen

Argon ist mit etwa 0,933 Volumen % das am häufigsten in der Atmosphäre vorkommende Edelgas. Es wird bei der fraktionierten Destillation flüssiger Luft (siehe Luftverflüssigung) gewonnen. Ebenfalls fällt Argon als Nebenprodukt bei der Ammoniak-Synthese (-> Haber-Bosch-Verfahren) an, da es sich mit ca. 10 % im Gasgemisch anreichert.

Eigenschaften

In Wasser ist Argon fast so gut löslich wie Sauerstoff. In Metallschmelzen ist es unlöslich. Als Edelgas mit einer abgeschlossenen Valenzschale reagiert es mit keinem anderen Element. Erst im Sommer 2000 konnten Chemiker Argonverbindungen unter ganz besonderen Bedingungen herstellen. Einem Team unter der Leitung des finnischen Chemikers Markku Räsänen (Universität Helsinki) war es gelungen, das stabile Molekül Argonfluorohydrid (HArF) zu synthetisieren: Hierbei wurde gefrorenes Argon, dem noch eine kleine Menge Fluorwasserstoff beigegeben wurde, mit UV-Licht bestrahlt. Mit Wasser kann Argon Klathrate (Einlagerungsverbindungen von Argon in Eis) bilden.

Verwendung

Der größte Teil der Weltproduktion wird als Inertgas beim Schweißen verwendet. Es ist als Argonlaser in der Augenheilkunde im Einsatz. Argon wird als Inertgas ebenfalls in automatischen Feuerlöschanlagen genutzt. Bei der Wolframverarbeitung dient es als Schutzgasatmosphäre, da Wolfram schon bei geringen Mengen Sauerstoff versprödet. Argon wird wegen seiner geringeren Wämeleitfähigkeit als Luft auch als wärmeisolierendes Füllgas in Isolierglasscheiben und Trockentauchanzügen eingesetzt. In Gasentladungsröhren leuchtet Argon violett. Die Argonmethode oder auch Kalium-Argon-Methode macht sich zu Nutze, dass das gewöhnlich feste Element Kalium 40K mit einer Halbwertszeit von 1,3 Milliarden Jahren zum gasförmigen 40Ar zerfällt, welches aus einer Schmelze, nicht aber aus einem Festkörper entweichen kann. In der Archäometrie und in der Geologie wird damit die Erstarrungszeit vulkanischer Materialien datiert. Argon wird des weiteren in Argon-Ionen-Lasern und Argon-Krypton-Lasern (Mischgaslaser) eingesetzt. Weiterhin wird Argon in der Beschichtungstechnik (Sputtern / Bedampfen) als Trägergas eingesetzt, wobei es keine Reaktionen mit dem Targetmaterial eingeht.

Weblinks


- [http://www.periodensystem.info/elemente/argon.htm Periodensystem.info]
- [http://www.chemie-master.de/pse/pse.php?modul=Ar Argon (Periodensystem für den Schulgebrauch), mit Fotos] Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Edelgas Kategorie:Periode-3-Element Kategorie:Löschmittel ja:アルゴン ko:아르곤 ms:Argon simple:Argon th:อาร์กอน

Astat

Astat ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol At und der Ordnungszahl 85. Dieses radioaktive Element wird beim natürlichen Zerfall von Uran und Thorium erzeugt und ist das schwerste bekannte Halogen.

Geschichte

Astat (altgriechisch αστατεω = unbeständig, wegen des radioaktiven Zerfalls von Astat) wurde zuerst 1940 von Dale Corson, Kenneth MacKenzie und Emilio Segrè in der University of California künstlich hergestellt, und zwar durch Beschuss von Bismut mit Alphateilchen. Sein natürliches Vorkommen wurde erst 1943 von Berta Karlik und Traude Bernert entdeckt.

Vorkommen

Die Gesamtmenge an Astat in der Erdkruste liegt bei ca. 25 Gramm. Damit ist es das seltenste natürliche Element überhaupt.

Gewinnung und Darstellung

Astat wird durch Beschuss von Bismut mit Alphateilchen im Energiebereich von 26 bis 29 MeV hergestellt. Man erhält dabei die relativ langlebigen At-209- bis At-211-Isotope, die dann im