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Lithium
Lithium [] ist ein Chemisches Element und wird zu den Leichtmetallen gerechnet.
Es wurde 1817 von Johan August Arfwedson entdeckt. Der Name stammt vom altgriechischen Wort lithos (altgriech. λιθος = Stein, da Lithium zuerst im Gestein nachgewiesen wurde). Lithium ist das leichteste aller Metalle. Es ist sehr reaktionsfreudig und deshalb in freier Form in der Natur nicht anzutreffen. An völlig trockener Luft ist es bei Zimmertemperatur stabil. An feuchter Luft bildet sich an der Oberfläche schnell eine mattgraue Schicht aus Lithiumhydroxid. Als Spurenelement ist es ein häufiger Bestandteil von Mineralwasser.
Vorkommen
Lithium findet man in zahlreichen, natürlich vorkommenden Mineralen: Amblygonit (LiAl(PO4)F), Kryolithionit (Li3Na3[AlF6]2), Lepidolith (Lithionglimmer), ein Kalium-, OH-, Fluorid- haltiges Lithium-Aluminium-Silikat, Petalit (Kastor; LiAl[Si2O5]2), Spodumen (Triphan; Li[AlSi2O6]), Triphylin (Li(FeII,MnII)[PO4]), Zinnwaldit (KLiFeAl(F,OH)2[AlSi3O10]).
Technisch ausbeutbare Vorkommen befinden sich in Chile (Salar de Atacama), den USA (North Carolina und Nevada), Kanada, Australien und Simbabwe. In den Handel kommt es überwiegend als Lithiumcarbonat (Li2CO3)
Gewinnung und Darstellung
Die Herstellung von metallischem Lithium erfolgt durch Schmelzflusselektrolyse eines bei 352 °C schmelzenden Gemisches aus 52 Gewichtsprozent Lithiumchlorid und 48 Gewichtsprozent Kaliumchlorid. Das flüssige Lithium sammelt sich an der Elektrolytoberfläche und kann so relativ einfach aus der Elektrolysezelle ausgeschleust werden.
Es ist ebenfalls möglich, Lithium per Elektrolyse von Lithiumchlorid in Pyridin zu gewinnen. Diese Gewinnungsmöglichkeit ist besonders gut geeignet für kleine Labore.
Verwendung
Es wird in qualitativ hochwertigen Batterien und Akkumulatoren verwendet.
In der Medizin wird Lithium, vor allem in Form von Lithiumsalzen, wie z. B. Lithiumcarbonat, als Mittel bei Manien und manisch-depressiven Störungen eingesetzt. Die therapeutische Breite ist gering, d. h. eine giftige Menge ist nur wenig höher als die, bei der die gewünschte Wirkung eintritt. Daher ist eine Selbstbehandlung nicht empfohlen. Bei Menschen mit wiederkehrenden Phasen von Depression (unipolar rezidivierende Depression) oder von Depression und Manie (manisch-depressive oder bipolar affektive Krankheit) kann eine regelmäßige Lithiumeinnahme dem erneuten Auftreten von Krankheitsphasen vorbeugen. Diese vorbeugende Behandlung (Stimmungsstabilisation) ist heute das Hauptanwendungsgebiet von Lithiumsalzen in der Medizin. Eine Manie ist eine Hochphase mit inadäquat gehobener Stimmung, Selbstüberschätzung, Tatendrang und Schlaflosigkeit. Diese kann durch Lithiumgabe auch akut gebessert werden. Zur Behandlung einer Depression können Lithiumsalze zu einem so genannten Antidepressivum hinzugegeben werden, wenn das Antidepressivum alleine keine ausreichende Wirkung gegen die Depression entfaltet (so genannte Lithiumaugmentation, von lat. augmentare = verstärken).
Lithiumsalze machen nicht abhängig und sind, wenn sie richtig dosiert werden, gut verträglich. Um die richtige Dosis zu finden, ist es erforderlich, regelmäßig die Lithiumkonzentration im Blut zu kontrollieren. Ein regelmäßig durchgeführtes EEG, um die Krampfbereitschaft zu überprüfen, sollte alle zwei bis drei Monate erstellt werden. Nebenwirkungen, die gelegentlich auftreten können, sind feines Zittern der Hände, verstärkter Durst und verstärktes Wasserlassen, Durchfall und Unterfunktion der Schilddrüse. Da Lithium bereits seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zur Stimmungsstabilisierung eingesetzt wird, verfügt die Medizin über eine im Vergleich zu anderen psychiatrischen Medikamenten unvergleichlich große Erfahrung und Kenntnis dieser Behandlungsmethode. Unverändert ist Lithiumsalz das Medikament der ersten Wahl zur Prophylaxe der manisch-depressiven Erkrankung.
Weiterhin dient es als Einsatzstoff zur Herstellung von Lithiumhydrid und Lithiumamid, zur Herstellung von Organolithiumverbindungen, als Reduktionsmittel in der organischen Chemie und zur Raffination von Metallen (Desoxidation, Entschwefelung).
Wegen der im Vergleich zu Wasserstoff besseren Lagerfähigkeit von Lithium wird das Isotop 6Li als Ausgangsreagenz in der Kernreaktion von Wasserstoffbomben zusammen mit Deuterium als festes Lithiumdeuterid (LiD) beziehungsweise mit Deuterium und Tritium als Li2DT eingesetzt. Aus 6Li entsteht dabei durch Neutronenbeschuss in einer exothermen Reaktion Tritium und Helium:
:
Daran schließt sich die Kernfusion von Deuterium und Tritium an. Durch die Reaktion von 6Li zu Tritium soll auch das Tritium für zukünftige Kernfusionsreaktoren erzeugt werden. Die Neutronen sollen dabei aus der im Reaktor ablaufenden Kernfusion stammen.
In der Atomphysik wird Lithium gerne verwendet, da es als einziges Alkalimetall ein stabiles fermionisches Isotop besitzt, weshalb es sich
zur Erforschung der Effekte in ultrakalten fermionischen Quantengasen eignet, wie der BCS-Theorie.
Gleichzeitig weist es eine sehr breite Feshbach-Resonanz auf, die es ermöglicht, die Streulänge zwischen den Atomen nach belieben einzustellen, wobei die Magnetfelder aufgrund der Breite der Resonanz nicht besonders präzise gehalten werden müssen.
Eine neue technische Anwendung ergibt sich im Flugzeugbau, nachdem Airbus angekündigt hat, die Rümpfe einer neuen Generation von Flugzeugen (A350) künftig aus Aluminium-Lithium-Legierungen herzustellen.
Lithiumverbindungen
- Lithiumaluminiumhydrid
- Lithiumbromid
- Lithiumcarbonat
- Lithiumchlorid
- Lithiumfluorid
- Lithiumhydrid
- Lithiumhydroxid
- Lithiumiodid
- Lithiumnitrat
- Lithiumoxid
- Lithiumseifen
- Lithiumniobat
Literatur
- Jürgen Deberitz, Gernot Boche: Lithium und seine Verbindungen - Industrielle, medizinische und wissenschaftliche Bedeutung. Chemie in unserer Zeit 37(4), S. 258–266 (2003),
Siehe auch
- Chemikalienliste
- WikiProjekt Elemente
Weblinks
- [http://periodic.lanl.gov/elements/3.html Los Alamos National Laboratory – Lithium] (engl.)
- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Li/key.html WebElements.com – Lithium] (engl.)
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Li.html EnvironmentalChemistry.com – Lithium] (engl.)
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Amblygonit Amblygonit] (Lithiumerz)
- [http://www.seilnacht.com www.seilnacht.com]
Kategorie:Alkalimetall
Kategorie:Periode-2-Element
Kategorie:Antidepressivum
ja:リチウム
simple:Lithium
th:ลิเทียม
zh-cn:锂
Chemisches ElementStoffe, die ausschließlich aus Atomen mit gleicher Anzahl an Protonen im Kern (Kernladungszahl) bestehen, bezeichnet man als chemische Elemente. Sie treten im Universum mit einer bestimmten Elementhäufigkeit auf. Im Gegensatz zu den Elementen stehen die Verbindungen und die Stoffgemische.
Früher war die Definition dieses Begriffs intuitiver, aber unpräziser:
Robert Boyle definierte ein chemisches Element als einen Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann.
Diese Definition hat den Nachteil, dass man nie sicher sein kann, ob man die chemischen Methoden völlig ausgeschöpft hat. Hätte man es z. B. im Labor nicht geschafft, Wasser zu zerlegen, so hätte man es als Element einordnen müssen.
Der heutige Element-Begriff, der für die Stoffe eine Einteilung nach ihren Bestandteilen, den Atomen, vornimmt, ist abstrakter, dafür aber präzise.
Seine praktische Bedeutung liegt darin, dass er Atome mit gleichem chemischen Verhalten (dem Verhalten bei chemischen Reaktionen) zusammenfasst. Das physikalische Verhalten von Atomen ein und desselben Elements kann dabei durchaus unterschiedlich sein, z. B. können die Atome eines Elements sich in der Masse unterscheiden (Isotope) und bei nuklearen Reaktionen unterschiedlich verhalten.
Nach der Kernladungszahl (auch Ordnungszahl) ihrer Atome ordnet man die Elemente im Periodensystem der Elemente (PSE) an. Dieses System wurde vom russischen Gelehrten Dmitri Iwanowitsch Mendelejew zeitgleich mit dem deutschen Lothar Meyer 1869 begründet.
Kernladungszahl und Masse
Die Erklärungen dafür, dass die Massezahl nicht genau dem Vielfachen der Masse des Wasserstoffatoms entspricht, sind:
- Protonen und Neutronen, die den Hauptanteil der Masse bilden, sind fast, jedoch nicht genau, gleich schwer.
- Natürliche Elemente bestehen aus einer Mischung von Atomen mit unterschiedlicher Neutronenzahl. Eine Atomart überwiegt meist bei weitem, diese bestimmt dann die Massenzahl (Ausnahme Chlor Cl mit der 35,5-fachen Masse)
- Das natürliche Mischverhältnis ist bei einem Element meist gleich (Ausnahme ist Blei, das unterschiedliche durchschnittliche Atommassen zeigt, wenn man es aus verschiedenen Lagerstätten gewinnt)
- Bei sehr genauen Messungen zeigt sich die Bindungsenergie als Massendefekt, so dass die Kernmasse stets minimal kleiner ist als die Summe der Massen der Protonen und Neutronen.
Rein- und Mischelemente
Der Kern des Wasserstoffs besteht fast immer aus nur einem Proton. Wasserstoff mit einem Proton und einem Neutron im Kern (Deuterium) tritt in natürlichem Wasserstoff mit einem Anteil von 0,015 % auf.
Der Heliumkern besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Es existieren aber auch Helium-Atome, die zwei Protonen, aber nur ein Neutron, enthalten. Diese treten in natürlichem Helium jedoch nur mit einem Anteil von 0,000137 % auf.
Chlor (17 Protonen) besteht aus einer Mischung aus Atomen mit 18 Neutronen (75,8 %) und 20 Neutronen (24,2 %).
Chemische Elemente, die nur aus einer Atomart bestehen, heißen Reinelemente, wenn sie dagegen aus zwei oder mehr Atomarten bestehen, heißen sie Mischelemente.
Atome des gleichen Elements mit unterschiedlicher Neutronenzahl nennt man Isotope.
Chemische Verbindungen
Chemische Elemente können, bis auf wenige Ausnahmen, chemische Verbindungen eingehen.
Dabei sind mehrere der elementaren Atome zu Molekülen zusammengeschlossen.
Natürliche oder künstliche Stoffe sind entweder Elemente oder Verbindungen.
Gewöhnliches Wasser H2O ist eine Verbindung aus den Elementen Wasserstoff H (2 Atome pro Molekül) und Sauerstoff (1 Atom pro Molekül). Metalle wie Eisen Fe oder Kupfer Cu sind dagegen stets Elemente.
Elemente können auch eine Verbindung mit sich selbst eingehen. Bei vielen Gasen wie Chlor Cl oder Fluor F verbinden sich zwei Atome desselben Elements zu einem Molekül, also Cl2 bzw. F2.
Die Entstehung von Elementen
Bereits beim Urknall entstanden die leichten Elemente Wasserstoff (ca. 75%) und Helium (ca. 25%), zusammen mit geringen Mengen Lithium und Beryllium.
Schwerere Elemente entstehen im Universum durch Kernreaktionen in den Sternen (meist durch Kernfusion). Am Anfang steht der Wasserstoff mit einem Atomgewicht von ca. 1,0 (ein Proton). In Hauptreihen-Sternen, wie auch unserer Sonne, verschmilzt unter hoher Temperatur (mehrere Millionen C°) und hohem Druck Wasserstoff zu Helium. (Atomgewicht ca. 4,0) Dabei verschmelzen 4 Wasserstoffatomkerne über mehrere Zwischenstufen zu einem Heliumatomkern. Dieser ist ein wenig leichter als die vier Protonen zusammen, die Massendifferenz wird als Energie in Form von (Gamma-)Strahlung frei.
Die Fusion geht auf diese Art (Atome mit geringerer Protonenzahl und Atomgewicht verschmelzen zu höheren unter Abgabe von Energie) in den meisten Sternen bis zum Kohlenstoff, in massereichen bis zum Eisen weiter. Die Energieausbeute wird dabei immer geringer. Eisen ist der am dichtesten gepackte Atomkern, bei Fusionsreaktionen darüber hinaus wird Energie verbraucht anstatt freigesetzt. Sterne sind auf Energiegewinnung aus Kernfusion angewiesen, um ihren Gravitationskollaps aufzuhalten, daher können derartige Reaktionen nicht in nennenswertem Umfang stattfinden.
Elemente schwerer als Eisen entstehen in Sternen am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei fangen Atomkerne Neutronen ein und werden so in Elemente höherer Ordnungszahl umgewandelt. Dies geschieht im sogenannten s-Prozess (bei massearmen Sternen) oder im r-Prozess (bei massereichen Sternen während einer Supernova).
Ein Stern verliert am Ende seiner Lebensdauer große Mengen Material (kontinuierlich durch Sonnenwind oder explosiv in einer Supernova), dadurch gelangen die entstandenen Elemente zurück in das interstellare Medium. Jüngere Sternensysteme enthalten daher bereits von Anfang an auch geringe Mengen schwererer Elemente, die z.B. Planeten wie in unserem Sonnensystem bilden können.
Liste chemischer Elemente
A Actinium - Aluminium - Americium - Antimon - Argon - Arsen - Astat
B Barium - Berkelium - Beryllium - Bismut - Blei - Bohrium - Bor - Brom
C Cadmium - Cäsium - Calcium - Californium - Cer - Chlor - Chrom - Curium
D Darmstadtium - Dubnium - Dysprosium
E Einsteinium - Eisen - Erbium - Europium
F Fermium - Fluor - Francium
G Gadolinium - Gallium - Germanium - Gold
H Hafnium - Hassium - Helium - Holmium
I Indium - Iod - Iridium
J Jod siehe Iod
K Kalium - Kobalt - Kohlenstoff - Krypton - Kupfer
L Lanthan - Lawrencium - Lithium - Lutetium
M Magnesium - Mangan - Meitnerium - Mendelevium - Molybdän
N Natrium - Neodym - Neon - Neptunium - Nickel - Niob - Nobelium
O Osmium
P Palladium - Phosphor - Platin - Plutonium - Polonium - Praseodym - Promethium - Protactinium
Q Quecksilber
R Radium - Radon - Rhenium - Rhodium - Roentgenium - Rubidium - Ruthenium - Rutherfordium
S Samarium - Sauerstoff - Scandium - Schwefel - Seaborgium - Selen - Silber - Silizium - Stickstoff - Strontium
T Tantal - Technetium - Tellur - Terbium - Thallium - Thorium - Thulium - Titan
U Unnilpentium ( - ) - Unnilquadium ( - ) - Ununoctium - Ununhexium - Ununquadium - Ununbium - Ununtrium - Ununpentium - Ununseptium - Ununnilium ( - ) - Uran
V Vanadium
W Wasserstoff - Wolfram
X Xenon
Y Ytterbium - Yttrium
Z Zink - Zinn - Zirkonium
- veralteter Name
weitere Darstellungsformen
- Sortierung nach Symbol
- Liste der chemischen Elemente nach der Ordnungszahl
- Periodensystem
- Periodensystem mit Elektronenkonfiguration
Literatur
- Lucien F. Trueb: Die chemischen Elemente. Ein Streifzug durch das Periodensystem. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1356-8
Weblinks
- [http://www.chemieseite.de/ www.chemieseite.de] enthält ausführliche Beschreibungen der Hauptelemente.
- [http://chemlab.pc.maricopa.edu/periodic/lyrics.html] Lied der chemischen Elemente
Kategorie:Chemie
Siehe auch
- Elektronegativitäten der Elemente,
- Elementnamensgebungskontroverse,
- Systematische Elementnamen,
- Verdampfungswärme der chemischen Elemente
- Nebulium
- Kalzium ist ein Computerprogramm für das Betriebssystem Linux, das sehr viele Informationen zum Periodensystem und den Elementen bietet.
- Phlogiston
- Nukleosynthese
ja:元素
ko:화학 원소
ms:Unsur kimia
simple:Element
th:ธาตุเคมี
LeichtmetallLeichtmetalle sind Metalle, aber auch Legierungen, deren Dichte unter 5 g/cm3 liegt.
Liste der Leichtmetalle
Eine vollständige Liste der Leichtmetall-Elemente mit ihren Dichten:
Alkalimetalle:
- Lithium: 0,53 g/cm3
- Natrium: 0,97 g/cm3
- Kalium: 0,86 g/cm3
- Rubidium: 1,53 g/cm3
- Cäsium: 1,90 g/cm3
- Francium: 1,87 g/cm3
Erdalkalimetalle:
- Beryllium: 1,85 g/cm3
- Magnesium: 1,74 g/cm3
- Kalzium: 1,54 g/cm3
- Strontium: 2,63 g/cm3
- Barium: 3,65 g/cm3
Nebengruppenelemente:
- Scandium: 2,99 g/cm3
- Yttrium: 4,47 g/cm3
- Titan 4,51 g/cm3
Element der 3. Hauptgruppe
- Aluminium: 2,70 g/cm3
Leichtmetall-Brände
Beim Löschen von Bränden von Leichtmetallen muss beachtet werden, dass Wasser nicht verwendet werden darf. Leichtmetalle (insbesondere Alkali- und Erdalkalimetalle) neigen dazu mit Wasser unter Bildung einer Lauge und Wasserstoff zu reagieren. Im Falle eines Löschversuchs mit Wasser würde sich der Wasserstoff entzünden und es käme zu einer Explosion.
Siehe auch: Schwermetalle
Kategorie:Stoffgruppe
ja:卑金属
th:โลหะหลังทรานซิชั่น
1817
- 12. Juni: Karl Drais unternimmt in Mannheim die erste öffentliche Fahrt mit der von ihm erfundenen Draisine (Vorläufer des Fahrrads)
- 18./19. Oktober: Wartburgfest in Eisenach
- James Monroe wird nach James Madison US-Präsident
- Inthronisation Kaiser Ninkos in Japan
- Am 12. April wird durch den Zusammenschluss der Universität Halle und der Universität Wittenberg die Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg beschlossen
Kultur
- 31. Mai: Uraufführung der Oper La gazza ladra (Die diebische Elster) von Gioacchino Rossini am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 30. Dezember: Uraufführung der Oper Adelaide e Comingo von Giovanni Pacini am Teatro Regio Ducale in Mailand
- 2. Januar: François Chabas, französischer Ägyptologe († 1882)
- 22. Januar: Eugen Adam, deutscher Schlachtenmaler († 1880)
- 23. Januar: George Frederic Watts, britischer Maler († 1904)
- 17. Februar: Christoph Moufang, Diözesanadministrator von Mainz († 1890)
- 18. Februar: Johannes Bosboom, niederländischer Maler († 1890)
- 19. Februar: Wilhelm III., niederländischer König († 1890)
- 22. Februar: Carl Wilhelm Borchardt, Mathematiker († 1880)
- 22. Februar: Karl Wilhelm Borchardt, deutscher Mathematiker († 1880)
- 22. Februar: Niels Wilhelm Gade, dänischer Komponist und Dirigent († 1890)
- 22. Februar: Ottilie Wildermuth, deutsche Schriftstellerin († 1877)
- 28. Februar: Ryszard Wincenty Berwinski, Polnischer Dichter († 1879)
- 1. März: Giovanni Dupré, italienischer Bildhauer († 1882)
- 4. März: August Peters, deutscher Erzähler († 1864)
- 5. März: Moritz Carrière, deutscher Schriftsteller und Philosoph († 1895)
- 27. März: Carl Wilhelm von Nägeli, Schweizer Botaniker († 1891)
- 3. April: Mathilde Franziska Anneke, Schriftstellerin und Journalistin († 1884)
- 16. April: Rudolf von Delbrück, deutscher Politiker († 1903)
- 29. April: Vincent Graf Benedetti, französischer Diplomat († 1900)
- 4. Mai: Florian Ceynowa, Landwirt und Schriftsteller, praktizierte unerlaubt als Arzt († 1881)
- 10. Mai: Emma Herwegh, deutsche Revolutionärin († 1901)
- 12. Mai: Edmund Heusinger von Waldegg, deutscher Maschinenbauingenieur und Eisenbahnpionier († 1886)
- 14. Mai: Alexander Kaufmann, deutscher Schriftsteller († 1893)
- 20. Mai: Edward Armitage, englischer Historienmaler († 1896)
- 21. Mai: Niklaus Riggenbach, Ingenieur, Erfinder der Zahnradbahn († 1899)
- 31. Mai: Georg Herwegh, deutscher Dichter des Vormärz und Revolutionär († 1875)
- 3. Juni: Pauline von Mallinckrodt, Ordensgründerin († 1881)
- 14. Juni: Theobald Kerner, deutscher Arzt und Dichter († 1907)
- 27. Juni: Marie Louise von François, deutsche Schriftstellerin († 1893)
- 30. Juni: Joseph Dalton Hooker, englischer Botaniker und Reisender († 1911)
- 7. Juli: Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, russischer Marinemaler († 1900)
- 12. Juli: Henry David Thoreau, US-amerikanischer Philosoph († 1862)
- 13. Juli: Franz Leopold Sonnenschein, Chemiker († 1879)
- 15. Juli: John Fowler, britischer Ingenieur und Erfinder († 1898)
- 15. Juli: John Fowler, englischer Erfinder und Ingenieur († 1898)
- 24. Juli: Adolf I. (Luxemburg), Herzog zu Nassau und Großherzog von Luxemburg († 1905)
- 26. Juli: Bernhard Windscheid, deutscher Jurist († 1892)
- 29. Juli: Wilhelm Griesinger, deutscher Psychiater und Internist († 1868)
- 1. August: Richard Dadd, englischer Maler († 1886)
- 3. August: Albrecht Friedrich Rudolf von Habsburg, Erzherzog von Österreich und Feldherr († 1895)
- 3. August: Erzherzog Albrecht, Erzherzog von Österreich und Feldherr († 1895)
- 5. August: Carl Friedrich Zimmermann, deutscher Instrumentenbauer
- 20. August: Cölestin Joseph Ganglbauer, Erzbischof von Wien († 1889)
- 6. September: Mihail Kogalniceanu, rumänischer Staatsmann, Historiker und Publizist († 1891)
- 9. September: Johann Gottfried Piefke, Militärmusiker und Komponist († 1884)
- 11. September: Matthäus Hörfarter, katholischer Theologe († 1896)
- 14. September: Theodor Storm, deutscher Schriftsteller († 1888)
- 5. Oktober: Eduard Franck, deutscher Komponist († 1893)
- 8. Oktober: Eduard Hölzel, österreichischer Buchhändler und Verleger († 1885)
- 23. Oktober: Pierre Larousse, französischer Schriftsteller († 1875)
- 27. Oktober - Antoni Kątski, polnischer Komponist und Pianist († 1889)
- 12. November: Baha'u'llah, Religionstifter der Baha'i-Religion († 1892)
- 13. November: Louis James Alfred Lefébure-Wely, Organist, Komponist († 1869)
- 30. November: Theodor Mommsen, deutscher Historiker († 1903)
- 2. Dezember: Adolph Schoder, württembergischer Politiker († 1852)
- 2. Dezember: Heinrich von Sybel, deutscher Historiker († 1895)
- 22. Dezember: Tuiskon Ziller, deutscher Philosoph und Pädagoge (Herbartianer) († 1882)
- José Escolástico Andrino, salvadorianischer Komponist († 1862)
- 1. Januar: Martin Heinrich Klaproth, deutscher Chemiker ( - 1743)
- 12. Januar: Juan Andres, spanischer Jesuit ( - 1740)
- 28. Januar: Michel-François Calmelet, Französischer Ingenieur ( - 1782)
- 10. Februar: Karl Theodor von Dalberg, Erzbischof von Mainz, Fürstprimas, Bischof von Konstanz ( - 1744)
- 23. Februar: Bazyli Bohdanowicz, polnischer Komponist ( - 1740)
- 28. Februar: Pietro Carlo Guglielmi, italienischer Komponist ( - 1772)
- 8. März: Anna Maria Lenngren, schwedische Schriftstellerin ( - 1754)
- 2. April: Johann Heinrich Jung gen. Stilling, dt Augenarzt und Schriftsteller, ( - 1740)
- 4. April: André Masséna, Marschall von Frankreich, Herzog von Rivoli und Fürst von Essling ( - 1756)
- 12. April: Charles Messier, französischer Astronom ( - 1730)
- 25. April: Joseph von Sonnenfels, Schriftsteller und Professor der Staatswissenschaften ( - 1733)
- 30. Juni: Abraham Gottlob Werner, deutscher Mineraloge ( - 1749)
- 14. Juli: Anne Germaine de Staël, französische Schriftstellerin ( - 1766)
- 28. Juli: Jane Austen, englische Schriftstellerin ( - 1775)
- 13. Oktober: Julius Caesar Ibbetson, britischer Maler ( - 1759)
- 14. Oktober: Fjodor Fjodorowitsch Uschakow, russischer Marineoffizier und Admiral ( - um 1745)
- 15. Oktober: Johann Ludwig Burckhardt, Schweizer Orientreisender ( - 1784)
- 18. Oktober: Gomes Freire de Andrade, portugiesischer General ( - 1757)
- 18. Oktober: Étienne-Nicolas Méhul, französischer Komponist ( - 1763)
- 26. Oktober: Moritz August von Thümmel, Schriftsteller ( - 1738)
- 8. November: Andrea Appiani, italienischer Maler ( - 1754)
- 1. Dezember: Justin Heinrich Knecht, deutscher Komponist, Organist, Dirigent, Musikpädagoge und Musiktheoretiker ( - 1752)
- 3. Dezember: August Eberhard Müller, deutscher Komponist, Virtuose und Thomaskantor ( - 1767)
- 7. Dezember: William Bligh, britischer Seeoffizier und Gouverneur ( - 1754)
- 11. Dezember: Maria Walewska, Geliebte Napoléon Bonaparte´s ( - 1786)
- 11. Dezember: Max von Schenkendorf, Schriftsteller ( - 1783)
ko:1817년
simple:1817
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
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Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
Metall]
Metalle sind die größte Gruppe der chemischen Elemente, etwa 80 % der Elemente sind Metalle. Sie sind im allgemeinen gute elektrische Leiter. Im Periodensystem der Elemente sind sie nicht bestimmten Reihen oder Perioden zugeordnet, vielmehr befinden sie sich links und unterhalb einer Linie vom Bor zum Polonium. Oben rechts befinden sich die Nichtmetalle, dazwischen die Halbmetalle.
Metalle in der Chemie
Grundsätzliches
Metallatome sind durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
- Die Zahl der Elektronen in der äußeren Schale ist gering und kleiner als die Koordinationszahl
- Die Ionisierungsenergie ist klein (< etwa 10 eV)
Daraus ergibt sich, dass Metallatome sich nicht wie viele Nichtmetalle über Atombindungen zu Molekülen oder Gittern verbinden können. Allenfalls in Metalldämpfen kommen solche Atombindungen vor, z. B. besteht Natriumdampf zu etwa 1 % aus Na2-Molekülen. Metalle ordnen sich vielmehr zu einem Metallgitter, in dem die Valenzelektronen über das ganze Gitter verteilt sind, man spricht auch von einem Elektronengas. In dem Elektronengas ordnen sich die positiv geladenen Atomrümpfe. Eine exaktere Betrachtung unter Berücksichtigung des Orbitalmodells liefert das Energiebändermodell.
In Verbindung mit Nichtmetallen treten die Metalle im Allgemeinen als Kationen auf, d. h. die äußeren Elektronen werden vollständig an die Nichtmetallatome abgegeben und es bildet sich eine Ionenverbindung (Salz). In einem Ionengitter werden die Ionen nur durch elektrostatische Kräfte zusammengehalten.
Eigenschaften
Aus der Bindungsart und dem Gitteraufbau resultieren folgende typische Eigenschaften der Metalle:
- Undurchsichtigkeit durch leicht verschiebbare Elektronen (dadurch, dass die Elektronen nicht an bestimmte Energieniveaus (Orbitale) gebunden sind, sondern frei in Form eines Elektronengases vorkommen, können sie viele Wellenlängen absorbieren und haben deshalb eine grau bis schwarze Farbe)
- Glanz, bedingt durch leicht verschiebbare Elektronen an der Oberfläche (dadurch dass die Elektronen nicht an bestimmte Energieniveaus (Orbitale) gebunden sind, sondern frei in Form eines Elektronengases vorkommen, können sie die ganze zuvor aufgenommene Energie wieder emittieren. So entsteht der Glanz)
- Gute Verformbarkeit (Duktilität): Im Metallgitter befinden sich Versetzungen, die sich schon bei einer Spannung unterhalb der Trennspannung bewegen können; je nach Gittertyp verformt sich also ein Metall eher, als dass es bricht
- Hoher Schmelzpunkt durch die allseitig gerichteten Bindungskräfte
- Gute Elektrische Leitfähigkeit durch leicht verschiebbare Elektronen
- Gute Thermische Leitfähigkeit durch leicht verschiebbare Elektronen
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Schmelz- und Siedetemperaturen
Die folgende Tabelle zeigt die Schmelz- und Siedetemperaturen einiger Metalle (in °C bei Normaldruck):
Wärmeleiteigenschaften
Die für die Wärmeleitung relevaten Eigenschaften wie Dichte, Wärmekapazität, Wärmeleitfähigkeit und Temperaturleitfähigkeit variieren stark. So hat etwa Silber mit 427 W/(m K) eine ca. 20-fach höhere Wärmeleitfähigkeit als Mangan. Weitere Werte.
Einteilung
Traditionell unterteilt man Metalle nach der Dichte in Schwermetalle und Leichtmetalle, nach der Reaktivität in Edelmetalle und unedle Metalle.
Daneben ist gerade für das chemische Verhalten die Zugehörigkeit zu Haupt- oder Nebengruppen des Periodensystems entscheidend.
Siehe auch: Refraktärmetalle
Für technisch verwendete Metalle
Die technisch verwendete Metalle werden entsprechend ihrem Basismetall und nach dem Verwendungszweck unterteilt:
- Metalle
- Eisenwerkstoffe
- Stahl (unlegiert, niedriglegiert, hochlegiert)
- Gusseisen (Grauguss, Stahlguss, Temperguss)
- Nichteisenmetalle
- Reinmetalle
- Edelmetalle
- Schwermetalle (ρ ≥ 4,5 g/cm3)
- Leichtmetalle (ρ < 4,5 g/cm3)
- Nichteisen-Legierungen
- Knetlegierungen
- Gusslegierungen
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Vorkommen
Der Erdkern besteht zum größten Teil aus Eisen, da es das physikalisch stabilste Element ist.
In der Erdkruste dagegen überwiegen die Nichtmetalle, relativ häufige Metalle sind Aluminium, Eisen, Mangan, Titan, Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium. Viele seltene Metalle treten aber in ihren Abbaustätten stark angereichert auf, so dass sich ein Abbau lohnt.
Gesteine, die klassische Werkmetalle in abbauwürdigen Konzentrationen enthalten, werden Erze genannt. Zu den wichtigsten Erzen gehören:
- Oxide
- Sulfide
- Carbonate
Andere Metallverbindungen wie Kochsalz oder Kalk werden dagegen nicht als Erze bezeichnet.
Manche Edelmetalle, v. a. Gold, kommen auch gediegen, d. h. in reiner Form und nicht als Verbindung/Erz vor.
Verbindungen
Die Verbindungen oder auch Lösungen von verschiedenen Metallen heißen Legierungen. Diese haben oft völlig andere physikalische und chemische Eigenschaften als die reinen Metalle. Vor allem die Härte ist teilweise um Größenordnungen höher. Ebenso ist vielfach die Korrosionsbeständigkeit deutlich erhöht. Reine Metalle werden praktisch nicht verwendet, außer bei der Herstellung elektrischer Leitungen, da reine Metalle die größte Leitfähigkeit besitzen. Hier werden unlegierte Metalle verwendet, vor allem Kupfer und Aluminium.
Mit vielen Nichtmetallen werden Ionenverbindungen eingegangen, wobei aber gerade bei Übergangsmetallen und bei größeren Anionen (wie dem Sulfid-Ion) alle Übergangsstufen zur Atombindung vorkommen.
Mit Nichtmetallen wie Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff werden auch Einlagerungsverbindungen gebildet, wobei sich die Nichtmetallatome in Lücken des Metallgitters befinden, ohne dieses wesentlich zu verändern. Diese Einlagerungsverbindungen behalten die typischen Metalleigenschaften wie die Elektrische Leitfähigkeit.
Metallkationen, v. a. die der Nebengruppenmetalle, bilden mit Basen (Wasser, Ammoniak, Halogeniden, Cyanid u. v. a.) Komplexverbindungen, deren Stabilität nicht allein durch die elektrostatische Anziehung erklärt werden kann.
Metalle in höheren Oxidationsstufen bilden auch Komplexanionen, z. B. löst sich Chromtrioxid CrO3 in Kalilauge unter Bildung des Chromat-Anions CrO42-: CrO3 + 2 KOH -> K2CrO4 + H2O
Verwendung
Viele Metalle sind wichtige Werkstoffe. Unsere moderne Welt wäre ohne Metalle unmöglich. Nicht ohne Grund werden Phasen der Menschheitsentwicklung nach den verwendeten Werkstoffen als Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bezeichnet.
Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Metalle und Legierungsbestandteile, keine Verbindungen.
- Aluminium: bedeutendstes Leichtmetall
- Beryllium
- Bismut: Legierungen
- Blei: Legierungen, Bleiakkumulator, Lote, Korrosionsschutz, Gewicht
- Cadmium: Bestandteil von Akkumulatoren
- Chrom: Legierungsbestandteil (Chrom-Vanadium-Stahl, Chrom-Nickel-Stahl), Überzugsmetall
- Eisen: wichtigstes Werkmetall (Gusseisen, Stahl), viele Legierungen
- Gold: Schmuckmetall, Blattgold, Elektrotechnik, Wertanlage, Währungsabsicherung
- Iridium
- Kalium: legiert mit Natrium als Kühlmittel in Kernreaktoren
- Kobalt: Magnete
- Kupfer: Elektrotechnik (zweithöchste Leitfähigkeit nach Silber), Bronze, Messing
- Magnesium: für besonders leichte Werkstücke mit nicht allzuhohen Ansprüchen an die Festigkeit; Einweg-Blitzbirnen bzw. Blitzlichtpulver
- Mangan: Legierungsbestandteil (Manganstahl)
- Molybdän: Legierungsbestandteil (Molybdän-Stahl) zur Erhöhung der Warmfestigkeit
- Natrium: legiert mit Kalium als Kühlmittel in Kernreaktoren
- Nickel: Legierungen (Nickel-Eisen, Nickel-Chrom, Nickel-Kupfer etc.), Legierungsbestandteil (Chrom-Vanadium-Stahl, Chrom-Nickel-Stahl), Magnete
- Osmium: legiert mit Wolfram in Glühlampen
- Palladium: Katalyse, Wasserstoffspeicherung
- Platin: Schmuckmetall, Katalyse, Wertvollstes Metall
- Quecksilber: Thermometer
- Rhodium: Schmuckmetall
- Ruthenium
- Silber: Schmuckmetall, Fotografie
- Tantal: Kondensatoren
- Titan: für Leichtbauweise ohne Rücksicht auf die hohen Kosten, Schmuck
- Uran: Kernreaktoren, Radioaktivität
- Vanadium: Legierungsbestandteil (Chrom-Vanadium-Stahl) für wärmfeste Stähle, Katalysator zur Synthetisierung von Schwefelsäure (Vanadium-V-Oxid)
- Wolfram: Glühlampen (höchster Schmelzpunkt aller Metalle), Spezialstähle, Wolframcarbid
- Zink: Legierungsbestandteil (Messing), Zinkdruckgussteile (Zamak-Legierung), Verzinkung von Stahlteile (Feuerverzinkung, Bandverzinken, ..)
- Zinn: Legierungsbestandteil (Bronze), Lote (Lötzinn), Weißblech, Zinnfiguren
- Zirkonium: Lamdasonde im Auto (Messung des Sauerstoffgehalts im Abgas)
Metalle in der Astronomie
In der Astronomie bezeichnet Metall jedes chemische Element mit einer Ordnungszahl höher als Helium. Diese Unterscheidung ist sinnvoll, da Wasserstoff und Helium zusammen mit einigen Spuren von Lithium die einzigen Elemente sind, welche im Universum auftreten, ohne ein Produkt der Kernfusion innerhalb von Sternen zu sein. Die Metallizität von Objekten des Weltraums kann daher als Indikator für seine stellare Aktivität aufgefasst werden.
Metall in der Chinesischen Philosophie
Metall bezeichnet ein Element der traditionellen Fünf-Elemente-Lehre.
Siehe auch
- Metallurgie
- Metallgitter – Metallbindung
- Halbmetall – Nichtmetall
- Periodensystem
- Festkörper
Weblinks
- Animationen der Atome von Metallen und Nichtmetallen: http://www.physik.rwth-aachen.de/~harm/aixphysik/atom/Periodic/index.html
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Kategorie:Stoffgruppe
Kategorie:Metallurgie
ja:金属
ko:금속
simple:Metal
th:โลหะ
ZimmertemperaturAls Zimmertemperatur oder Raumtemperatur wird die Temperatur bezeichnet, die üblicherweise in bewohnten Räumen herrscht.
„Zimmertemperatur“ ist ein feststehender Begriff, auch wenn ein Zimmer unterschiedliche Temperaturen haben kann. Die damit verbundenen Temperaturwerte liegen um 21 Grad Celsius bzw. 70 Grad Fahrenheit oder 294,15 Kelvin, die nach Ländern unterschiedlichen Spannweiten zwischen 18 °C und 25 °C.
Die Zimmertemperatur findet Anwendung bei der Bemessung und Auslegung technischer Geräte und Konstruktionen. Auch Maßangaben zu (Dampf-)Drücken oder dem spezifischen Gewicht bzw. der Dichte z. B. von Flüssigkeiten, sowie chemische Reaktionsgeschwindigkeiten, Angaben zur Haltbarkeitsdauer für Lebensmittel, Medikamente oder anderes werden häufig auf die Zimmertemperatur bezogen.
Siehe auch
- Standardbedingung
- Normalbedingung
- Temperatur
Weblinks
- [http://www.schlafumgebung.de/startseite.htm Das optimale Raumklima]
Kategorie:Physikalische Größe
Kategorie:Thermodynamik
Kategorie:Temperaturmessung
ko:실온
th:อุณหภูมิห้อง
SpurenelementSpurenelemente bzw. Mikroelemente sind chemische Stoffe, die im Gegensatz zu Mengenelementen in Kleinstmengen (s.g. "Spuren") von weniger als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht vom Organismus für lebenswichtige Stoffwechsel-Funktionen benötigt werden.
Ein Fehlen von essentiellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen bei Mensch, Pflanze und Tier ruft schwere physiologische Schäden hervor. Bekannte Mangelerscheinungen sind Anämie bei Eisenmangel oder Stoffwechselstörungen bei Jodmangel. Eine überhöhte Aufnahme kann eine Vergiftung bewirken, da einige Mikroelemente hoch giftig sind.
Allgemein als essentielle Spurenelemente anerkannt sind:
Chrom, Eisen, Fluor, Iod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Vanadium, Zink
Diese Spurenelemente sind entweder wichtige Bestandteile von Enzymen, Vitaminen und Hormonen oder wirken im Sinne von Coenzymen katalysierend oder aktivierend bei bestimmten Stoffwechselreaktionen.
Als nicht-essentielle Spurenelemente oder Elemente, deren biologische Funktion noch nicht eindeutig bekannt ist, gelten:
Arsen, Aluminium, Barium, Bismut, Bor, Brom, Germanium, Lithium, Nickel, Quecksilber, Rubidium, Silizium, Strontium, Tellur, Titan, Wolfram, Zinn
Gründe für eine Unterversorgung mit Spurenelementen können sein:
- vermehrte Ausscheidung, etwa durch Schwitzen oder Durchfallerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen
- Regionale Gegebenheiten (z.B. das Vorkommen im Ackerboden)
- Ernährungsgewohnheiten
Der strategische Einsatz organisch gebundener Spurenelemente
Bioplex Kupfer, Eisen, Zink, Mangan und Selen (Sel-Plex)
Die Versorgung landwirtschaftlicher Nutztiere mit Spurenelementen wird zurzeit aus verschiedenen Beweggründen kontrovers diskutiert. Im Visier steht die aktuell praktizierte Versorgung, die zunächst weit über den offiziellen Bedarfsnormen liegt, jedoch trotzdem die Gefahr einer Unterversorgung birgt, da die gültigen Empfehlungen nicht an die schnelle genetische Entwicklung der Tiere angepasst wurden.
Auch die Gefahr einer Interaktion zwischen verschiedenen, anorganischen Spurenelementen ist in den Empfehlungen nur wenig berücksichtigt und stellt ein mögliches Risiko für eine potentielle Unterversorgung dar. In der Praxis kommt es häufig zu einem exzessiven Einsatz insbesondere der Schwermetalle Kupfer und Zink in der Schweinefütterung. Grund ist nicht nur die Bedarfsdeckung des Tieres sondern erhoffte, leistungsfördernde Effekte. Bei Absatzferkeln ist der Einsatz hoher, über den Bedarf des Tieres hinausgehender, Zinkmengen zur Vermeidung von Coli-Durchfällen üblich. Höhere Dosen Kupfer zeigen wachstumsfördernde Einflüsse. Aus diesem kontinuierlich erhöhten Spurenelementeinsatz resultiert eine starke Belastung der Umwelt über die Gülle. Dies hat auch der Europäische Gesetzgeber erkannt und ein Fachgremium beauftragt, neue Empfehlungen für das Futtermittelrecht zu erarbeiten. Die endgültigen Höchstwerte stehen noch nicht fest, aber es gilt als sicher, dass die neuen Werte weit unter den aktuellen liegen. Ein erhöhter Einsatz zur Erzielung nicht-nutritiver Nebeneffekte wird dann nicht mehr möglich sein.
Vor diesem Hintergrund wird vermehrt der Einsatz von organisch gebundenen Spurenelementen diskutiert. Der Begriff „organisch gebunden“ wird dabei jedoch nicht immer korrekt verwendet. Klar definiert und futtermittelrechtlich geregelt sind die sogenannten Chelate (Aminosäure-Spurenelementchelat, Hydrat). Geregelt sind die zulässigen Maximaldosierungen im Futtermittel, das Molekulargewicht und die zu ihrer Herstellung verwendeten Rohstoffe.
Das Problem in der Praxis ist, dass die aktuelle Analytik den tatsächlichen Chelatierungsgrad nicht routinemäßig feststellen kann und auch die Eiweißquelle selten untersucht wird. Die Einhaltung der futtermittelrechtlichen Vorschriften kann daher nicht so einfach überprüft werden. Umso wichtiger ist es für den Futtermittelhersteller, ihre Lieferanten gezielt auf den Herstellungsprozess und das Qualitätsmanagement anzusprechen. Zu den weltweit führenden Herstellern von Spurenelement-Chelaten gehört das Unternehmen Alltech mit der Bioplex-Spurenelementreihe. Bioplexe sind jeweils die einzelnen Spurenelemente Kupfer, Eisen, Zink oder Mangan in Bindung an Peptide und Aminosäuren, beziehungsweise nach tierphysiologischen Kriterien abgestimmte Gemische für unterschiedliche Spezies. Somit zielt diese Produktgruppe auf die Nutzung aller bekannten Absorbtionswege im Darm und das ideale Verhältnis zueinander.
Wesentliche Vorrausetzungen für das Funktionieren dieser Konzepte im praktischen Einsatz sind:
1. Stabilität im Verdauungstrakt, d.h. intakte Pansenpassage sowie Unempfindlichkeit gegenüber HCL im Magen und proteolytischen Enzymen
2. Stabilität im Produktionsprozess (Druck, Hitze, Säuren)
3. Feinheit der Verteilung ohne Entmischung im Futter
4. 99% organische Bindung
Als weltweit einziges Unternehmen verwendet Alltech daher neben eigens entwickelten hydrolytischen Enzymen als schonendes Verfahren die Sprühtrocknungstechnologie, mit der gleich bleibende Produktqualität erreicht wird. Die Sprühtrocknung erfordert neben umfassendem Know-how allerdings einen kontinuierlich hohen Mengendurchsatz, dann kann das Verfahren auch zur erheblichen Kostenreduktion beitragen. Um gleich bleibend hohe Produktqualitäten zu garantieren, ist ein Echtzeit-Monitoring mit Ausrichtung auf die unterschiedlichen Qualitätsansprüche der Bestimmungsländer unumgänglich. Außerhalb der EU bietet Alltech mit dieser Technik auch Kobalt und Iod sowie die Mengenelemente Magnesium und Kalzium an.
Selen kann durch technische Verfahren nicht organisch gebunden werden, auch wenn derartige Produkte als Zusatzstoffe im Markt angeboten werden. Nur Pflanzen und Hefen sind in der Lage, Selen im Rahmen ihrer Aminosynthese organisch zu binden. Derartige Selenverbindungen sind streng genommen keine organischen Bindungformen von Selen an Aminosäuren oder Protein sondern schlicht Seleno-Aminosäuren, die durch Austausch des Schwefelatoms aus schwefelhaltigen Aminosäuren hervorgehen.
Die Qualität von Bioplex - Produkten ist durch eine innovative Methode der Qualitätskontrolle gewährleistet. Durch die Verwendung der Membranfiltrations-Technologie wird sichergestellt, dass die in den Bioplexen enthaltenen Spurenelemente in organisch gebundener Form (Chelate) vorliegen. Zunächst wird in dem flüssigen Bioplex-Rohmaterial mittels Atom-Absorptions-Spektroskopie (AAS) der Gesamtspurenelementgehalt ermittelt.
Anschließend durchfließt die Suspension unter Einwirkung von Druck eine Ultrafiltrationsmembran. Bestandteile mit einem Molekulargewicht >300 Dalton werden auf der Membran zurückgehalten, während kleinere Partikel passieren können. Somit verbleiben die chelatierten Spurenelemente in der Filtrationskammer, nicht jedoch freie Spurenelemente und niedermolekulare Aminosäuren bzw. Peptide. Nach der Bestimmung des Spurenelementgehalts im Filtrat wird der Chelatierungsgrad bestimmt und das Material bei Einhaltung der Spezifikation für die weitere Verarbeitung freigegeben.
Im Vergleich zu anorganischen Spurenelementen und weiteren Typen von organischen Komplexen zeichnen sich Bioplexe durch eine höhere Verfügbarkeit für das Tier aus. Beispielsweise verbessert der Zusatz von Bioplex Eisen zum Trächtigkeits- und Laktationsfutter außer der Eisenversorgung des Muttertieres insbesondere den Eisenstatus des neugeborenen Ferkels. Infolge der Plazentagängigkeit des chelatierten Eisens weist das Ferkelblut zum Zeitpunkt der Geburt einen deutlich höheren Gehalt an diesen Spurenelementen auf. Darüber hinaus sind positive Effekte auf Absetzgewichte, Saugferkelverluste und Homogenität zu erwarten.
Fazit
Der Einsatz der Bioplexe ist eine sehr effiziente Möglichkeit, die Anforderungen hochleistender Tiere an die Versorgung mit Mikronährstoffen zu erfüllen. Bioplexe sind durch die Chelatierung den natürlich vorkommenden Mineralstoffquellen in Pflanzen nachempfunden. Die Bindung der Spurenelemente an Aminosäuren und kurzkettige Peptide verbessert die Absorption aus dem Darm und die Retention im Organismus.
Siehe auch
- Mineralstoffe
Kategorie:Biochemie
Kategorie:Physiologie
Kategorie:Stoffgruppe
th:เกลือแร่
Mineral
Als Mineral (Mehrzahl Minerale, auch Mineralien) definieren Mineralogen natürlich vorkommende Feststoffe mit einer einheitlichen chemischen Zusammensetzung und einem auch auf mikroskopischer Ebene gleichförmigen Aufbau. Die meisten Minerale sind kristallin.
Die Mehrzahl der heute bekannten ca. 4000 Minerale sind anorganisch, es sind aber auch wenige organische Minerale bekannt. Die Lehre von den Mineralen ist die Mineralogie.
Alle Gesteine der Erde und anderer Himmelskörper sind aus Mineralen aufgebaut. Am häufigsten kommen etwa dreißig Minerale vor, die so genannten Gesteinsbildner. Der spezifische Mineralinhalt eines Gesteins liefert Informationen über die Bildung und Entwicklungsgeschichte eines Gesteins und trägt damit zur Kenntnis des Ursprungs und der Entwicklung des Planeten Erde bei.
Nach ihrer Entstehung lassen sich Primärminerale und Sekundärminerale unterscheiden: Erstere entstehen zur selben Zeit wie das Gestein, dessen Teil sie sind, letztere werden dagegen erst durch chemische Verwitterung oder Metamorphose aus den Primärmineralen gebildet.
Struktur und Form
Metamorphose
Fast alle Minerale treten in der Natur als kristalline Feststoffe auf, sehr wenige dagegen als amorphe Stoffe, die dem Glas vergleichbar sind. Gediegenes, das heißt elementares, Quecksilber und Wasser, die flüssige Modifikation des Eises, stellen die einzigen Flüssigkeiten dar, die zu den Mineralen gezählt werden.
Frei kristallisierte Minerale zeigen äußerlich eine feste geometrische Form mit wohldefinierten natürlichen Flächen, die in festen Winkeln zueinander stehen. Dies wird auch als Gesetz der Winkelkonstanz bezeichnet. Die symmetrische Anordnung der Flächen ist Ausdruck der inneren Struktur eines kristallinen Minerals: Es zeigt eine wohlgeordnete Atomstruktur, die durch vielfach wiederholte Aneinanderreihung so genannter Elementarzellen entsteht, die die kleinste Struktureinheit des Minerals ausmachen.
Man unterscheidet aufgrund der inneren Symmetrie sechs bis sieben Kristallsysteme, nämlich das kubische, das hexagonale, das trigonale, das tetragonale, das orthorhombische, das monokline und das trikline System. Hexagonales und trigonales System werden von manchen Mineralogen gelegentlich zusammengefasst.
Durch ungleichmäßiges Kristallwachstum können so genannte Zwillinge entstehen, das sind zwei aus einem Urkristall hervorgegangene miteinander verwachsene Kristalle, die sich, bestimmten Gesetzen gemäß, symmetrisch zueinander verhalten.
Mineral-Erkennung und Eigenschaften
Die Erkennung eines Minerals kann in vielen Fällen auf Grund einiger weniger Eigenschaften wie Kristallform, Härte, Farbe, Bruchverhalten usw. erfolgen.
In manchen Fällen sind jedoch weitergehende chemische Analysen, optische Tests oder Röntgenstrukturuntersuchungen zur Identifikation eines Minerals notwendig.
Eine wichtige Analysemethode der Mineralogie ist die Durchleuchtung eines Mineral-Dünnschnitts im Polarisationsmikroskop, wo sich die unterschiedlichen chemischen und strukturellen Eigenschaften des Minerals im optischen Verhalten zeigen.
Wichtige Eigenschaften eines Minerals sind:
- die Farbe: Sie wird durch die chemische Zusammensetzung eines Minerals, insbesondere durch kleinere Verunreinigungen oder Fehlordnungen im Gitter, beeinflusst. So lässt sich beispielsweise Zinnober an seiner blutroten Färbung erkennen.
- die Strichfarbe: Sie ist die Farbe des pulverförmigen Minerals, die sich oft von der Färbung seiner Oberfläche unterscheidet. Hämatit lässt sich immer an seiner eisenroten Strichfarbe erkennen. Der Strich wird üblicherweise an einem unglasierten Keramikplättchen geprüft.
- der Glanz: Durch die Art, wie Licht an der Oberfläche eines Kristalls reflektiert oder absorbiert wird, ergibt sich sein Glanz. Beim metallisch glänzenden Bleiglanz ist er sogar namensgebend.
- die Transparenz: Manche Minerale sind für Licht vollkommen durchlässig wie die Bergkristall genannte Quarz-Varietät. Viele metallische Erze wie z.B. der Kupferkies sind dagegen undurchsichtig, was auch als opak bezeichnet werden kann.
- die Dichte: Sie hängt von der chemischen Zusammensetzung und Struktur ab. So lässt sich Zinnober von Realgar durch seine durch den Gehalt an schwerem Quecksilber wesentlich höhere Dichte unterscheiden. Wird die Dichte auf die Dichte von Wasser bezogen, so wird sie relative Dichte genannt und ist dann einheitenlos.
- die Härte: Sie wird durch die Stabilität der chemischen Bindungen im Mineral bestimmt und durch ihre Ritzbeständigkeit ermittelt. Angegeben wird sie in der Mineralogie durch ihren Wert auf der Mohs-Skala, die von eins (sehr weich, Beispiel Talk) bis zehn (sehr hart, Beispiel Diamant) reicht.
- die Spaltbarkeit: Sie beschreibt Kristallebenen, zwischen denen nur schwache Kräfte bestehen und an denen daher der Kristall gespalten werden kann. Beispielsweise hat Kalzit drei Spaltebenen und ist so sehr vollkommen spaltbar. Quarz besitzt dagegen gar keine Spaltebene.
- das Bruchverhalten: Bricht ein Mineral nicht entlang seiner Spaltebenen, treten oft charakteristische Bruchstrukturen auf. Beispiele sind der muschelige Bruch von Dolomit und der faserige Bruch von Kyanit.
- die Lumineszenz: Sie ist ein Sammelbegriff für die verschiedenen Arten des Aufleuchtens einer Substanz unter Einwirkung irgendeiner Strahlung mit Ausnahme der reinen Wärmestrahlung (z. B. F | | |