Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Mündung (Gewässer)

Mündung (Gewässer)

Als Mündung bezeichnet man die Zuflussstelle eines Fließgewässers in ein anderes Gewässer. Viele Mündungen, die in ihrem natürlichen Zustand belassen wurden, bieten einzigartige Biotope (z.B. Rhônemündung in Südfrankreich).

Mündung mit Flussdelta

Es ist möglich dass ein Fluss ein Flussdelta bildet; dabei sind diese Deltaformen oder -arten zu unterscheiden:
- Die (endgültige) Mündung eines Flusses in das Weltmeer nennt man Mündungsdelta.
- Es ist auch möglich, dass ein Fluss im Binnenland in einen See, in einen anderen Fluss oder in eine abflusslose Landschaftsform (ein Becken (über NN) oder eine Depression (unter NN) mündet; dann spricht man von einem Binnendelta. Zu dieser Delta-Art gehören auch Verzweigungen eines Flusses auf dem so genannten "Inland" in einer Niederung. Beispiele zu "Mündungen mit Flussdelta" finden Sie bei den einzelnen Mündungsformen:
- Binnendelta
- Mündungsdelta

Mündung ohne Flussdelta

Mündungsdelta Wenn ein Fluss ohne ein Delta zu bilden in eines der zuvor genannten Gewässer mündet, kann er dabei direkt einmünden oder einen Ästuar (Mündungstrichter) bilden. Dabei ist es auch möglich, dass er ebenfalls in eine abflusslose Landschaftsform (ein Becken (über NN) oder eine Depression (unter NN) oder in einen anderen Fluss im Rahmen einer Niederung mündet. Je (ein) Beispiel zu "Mündungen ohne Flussdelta"
- Elbe, Ems und Weser münden in die Nordsee (Mündungstrichter); Deutschland; Europa
- Der Jordan mündet in das Tote Meer ("Endsee", Depression); Israel, Jordanien; Asien
- Main und Neckar münden in den Rhein (Oberrheingraben, Niederung); Deutschland; Europa
- Der Truckee River mündet in den Pyramid Lake ("Endsee", Becken); Nevada; USA

Siehe auch


- Flussdelta
  - Binnendelta
  - Mündungsdelta
- Mündungsarm
- Mündungstrichter (Ästuar) Kategorie:Limnologie Kategorie:Ozeanologie

Fließgewässer

Ein Fließgewässer ist ein Oberflächengewässer des Binnenlandes, in dem sich im Gegensatz zu stehenden Gewässern wie Seen oder Tümpeln Wasser über lange Strecken in Bewegung befindet. Der Begriff umfasst dabei Gewässer, die im normalen Sprachgebrauch als Rinnsale, Bäche und Flüsse bekannt sind. Die fließende Bewegung ist Grundlage für Auswaschungen. Die Erforschung der Binnengewässer, also der Gesamtheit von Stillgewässern und Fließgewässern, erfolgt in der Wissenschaft der Limnologie, einem Teilbereich der Ökologie.

Definitionen für Fließgewässer

In der Hydrologie sind Fließgewässer im Gegensatz zu stehenden Gewässern offene Ökosysteme und unterliegen aufgrund eines Gefälles der Schwerkraft. Sie münden fast immer in Meere oder in Ausnahmefällen in stehende Gewässer. Unterirdische fließende Gewässer und stehende Gewässer bezeichnet man als Grundwasser und Höhlengewässer. Rechtlich gesehen, z.B. im Sinne des Landeswassergesetzes Nordrhein-Westfalen, sind Fließgewässer oberirdische Gewässer mit ständigem oder zeitweiligem Abfluss, die der Vorflut für Grundstücke mehrerer Eigentümer dienen.

Einteilung und Beschreibung der Fließgewässer

Kriterien zur Unterscheidung von Fließgewässern können die Breite, die Wasserführung, die Fließgeschwindigkeit und das Einzugsgebiet sein. Nach Breite des Wasserspiegels unterscheidet man
- Quellbäche (bis 1 m breit, Einzugsgebiet bis 2 km2)
- große Bäche (1-3 m breit, Einzugsgebiet 2-50 km2)
- kleine Flüsse (3-10 m breit, Einzugsgebiet bis 50-300 km2)
- große Flüsse und Ströme (mehr als 10 m breit, Einzugsgebiet größer als 3000 km2) Die biologische Qualität von Fließgewässern wird anhand des Saprobiensystems in Gewässergüteklassen eingeteilt. Eine aktuell weitgehend akzeptierte ökologische Klassifikation bietet das River Continuum Concept. In Abhängigkeit vom Wasserangebot (z.B. Niederschlag) kann es in einem Fließgewässer zu Hochwasserereignissen oder Niedrigwasserzeiten kommen. Aus Wasserstandsaufzeichnungen z.B. von Pegeln kann ein Mittelwasserstand bestimmt werden. Kategorie:Limnologie Kategorie:Biotop Kategorie:Wasserwirtschaft Kategorie:Gewässer Kategorie:Fluss simple:Stream

Gewässer

Ein Gewässer ist nach DIN 4049 Teil 1 Nr. 1.10 ein in der Natur fließendes oder stehendes Wasser einschließlich Gewässerbett und Grundwasserleiter. Es ist in den natürlichen Wasserkreislauf eingebunden. Man unterscheidet #Oberflächenwasser (siehe unten) und #Grundwasser Es gibt folgende Arten von Oberflächengewässern: Grundwasser während eines Hochwassers]]
- Fließgewässer:
  - Rinnsal
  - Bach
  - Fluss
  - Strom
- Stillgewässer:
  - Pfütze
  - Tümpel
  - Teich
  - Weiher
  - See
    - Stausee
- Binnengewässer
- Meer:
  - Nebenmeer (= Oberbegriff für):
    - Binnenmeer
    - Binnensee
    - Mittelmeer
    - Randmeer
- Ozeane Eine andere Möglichkeit der Unterscheidung von Gewässern ist beispielsweise die Bezeichnung nach der Wasserqualität als
- Cyprinidengewässer
- Salmonidengewässer Siehe auch: Offenes Gewässer, Gewässergütewirtschaft Kategorie:Hydrologie Kategorie:Wasser Kategorie:Wassersport

Biotop

Biotop (grammatikalisch mask., oft aber inkorrekt neutr. benutzt; von griech. bios = Leben + topos = Ort) Der Begriff Biotop, wörtlich übersetzt, meint einen Lebensort oder den Raum des Lebens; eine kleine räumlich abgrenzbare Einheit, wobei maßgeblich deren abiotische Faktoren (nicht belebte Bestandteile) einen Lebensraum prägen. Die an einem Ort (Topos) vorkommende, durch abiotische Faktoren geprägte, Biozönose (die Lebensgemeinschaft meist mehrerer Arten von Pflanzen und Tieren) ist das Kriterium der räumlichen Abgrenzung. Die Vegetation hat sich wegen ihrer deutlichen Charakterisierbarkeit als Unterscheidungsmerkmal von terrestrischen (land-) Biotopen durchgesetzt.

Abgrenzung

Zu unterscheiden ist aber Habitat (=Lebensraum), dessen Kriterium zur räumlichen Abgrenzung die Ansprüche aus Sicht eines Individuums oder einer Population einer Art ist. Habitate und Biotope müssen nicht deckungsgleich sein. Ein Biotop kann mehrere unterschiedliche Habitate (ein Wald hat Strukturen wie Astlöcher, Kronen- und Krautschicht, Boden...) bereitstellen, z.B. für Insekten, oder ein Habitat umfasst mehrere Biotope, z.B. komplementäre Habitate, wie bei Vögeln oder vielen Säugetieren, die Winter- und Sommerquartiere oder Biotope nur zur Nahrungssuche aufsuchen. Durch die Ausprägung der Biozönose können abiotische und menschliche (hemeroben) Einflüsse eines Ortes erfasst werden. Dennoch sind auch (vermeintlich) unbelebte Orte, wie Wüsten oder nackte Felsen Biotope, die aber durch abiotische Merkmale abgegrenzt werden müssen. Diese Definition geht davon aus, dass jeder Ort der Erde besiedelbar ist. Unter welchen Umständen sich eine Biozönose etablieren kann, ist Gegenstand von Diskussionen in der Ökologie und im Naturschutz. Der Begriff Biotop ist wertfrei. Als Biotope bezeichnet man sowohl natürlich entstandene Landschaftsbestandteile wie Bäche, ein Bergwald, Nadelwald, Mischwald etc., als auch – entgegen des umgangssprachlichen Gebrauchs – vom Menschen erschaffene Landschaftsbestandteile wie "Betonwüsten" (beispielsweise Autobahnen). Weitere gängige Beispiele von Biotopen sind etwa ein Bachlauf, ein Wald, ein Teich, ein Süßwasserwatt oder eine Streuobstwiese. Ein Biotop kann sowohl Raum verschiedener Habitate (faunistische oder floristische „Wohnräume“), als auch selbst Bestandteil ein oder mehrerer Habitate sein. Es kann die vorhandene Biozönose (Lebensgemeinschaft) prägen, als auch von ihr geprägt werden, weshalb man immer von einer Wechselwirkung zwischen Leben und Lebensraum ausgehen darf.

Systematik

In der Systematik der Ökologie setzt sich ein Biotop aus Phytotopen (Pflanzenstandort) und Zootopen (Wohnort) zusammen. Einem Biotop sind damit charakteristische Arten von Pflanzen, Pilzen und Tieren zuzuordnen. Ein Biotop ist die kleinste räumliche Einheit in der Landschaftsökologie. Ein sehr kleines Biotop kann z. B. ein Kirchturm oder ein absterbender Baum sein (Habitat für z. B. Fledermaus und Insekten). Trotzdem können manche Biotope je nach Systematik der Erfassung (Biotopkartierung) eine sehr große Fläche einnehmen (z. B. Seen, Watt). Mehrere Biotope mitsamt den darin lebenden Tieren und Pflanzen und den Interaktionen zwischen ihnen bilden ein Ökosystem. Ausgedehnte Gebiete, wie etwa eine Steppe, ein Regenwald oder das Meer bestehen als Ökosysteme aus einer Vielzahl unterschiedlicher Biotope und Biozönosen (Lebensgemeinschaften).

Liste besonders typischer Biotope

Zuweilen ist die Abgrenzung zu Ökosystemen schwierig. Weitere Biotope siehe unten: Kategorie Biotop.
- Auenwiese
- Bach (Gewässer)
- Bergwald
- Bodden
- Brachfläche mit Ruderalflora
- Brackwasser-See
- Bruchwald
- Buchenwald
- Düne
- Eisscholle
- Felsen
- Feuchtwiese
- Fluss (Gewässer)
- Flussmündung
- Friedhof
- Garten
- Hecke
- Heide (Landschaft)
- Magerrasen
- Mischwald
- Nadelwald
- Obstwiese
- Park
- Quelle (Gewässer)
- Salzwiese
- Seegraswiese
- Süßwasserwatt
- Sumpf
- Teich
- Tiefsee
- Totholz
- tropischer Regenwald (einzelne Zonen)
- tropisches Korallenriff (einzelne Zonen)
- Tümpel
- Viehweide
- Waldrand
- Watt (Küste)
- Wegrand

Bewertung und Gefährdung

Biotope werden häufig nach ihrer Seltenheit (bzw. Flächenentwicklung und funktionaler Stellung im Ökosystem), nach ihrer Eignung als Lebensraum für bedrohte Arten bzw. nach dem Grad ihrer Beeinflussung durch den Menschen Hemerobie bewertet. Habitate (Lebensräume) mobiler Tierarten setzen sich oft aus mehreren Biotopen zusammen. Dabei entstehen bei räumlicher Nachbarschaft von verschiedenen natürlichen Biotopen kleinerere Flächen artenreiche Ökosysteme. Solche mosaikartig zusammengesetzten Kulturlandschaften aus extensiven Wirtschaftsformen ersetzen teilweise Biotope, die sich ohne Beeinflussung des Menschen durch Naturgewalten im Verlauf der Sukzession (Ökosystementwicklung) von alleine entstehen könnten (Naturlandschaften) (siehe auch: Mosaik-Zyklus-Konzept, Megaherbivorentheorie). Kleinräumige und strukturreiche Landschaften dieser Art sind vor allem durch wirtschaftliche Interessen der Gesellschaft bedroht (Landnahme durch Verkehr, Siedlung, Rohstoffe, Intensivierung von Agrar und Forst). Einzelne Biotope oder Ökosysteme leiden zu dem unter den Eintrag von Schadstoffen aus der Luft oder durch direkte Einleitungen. Im Gegensatz dazu haben manche mobile Tierarten einen Minimalbedarf an Flächengröße. Vor allem Tierarten, die sich am Boden fortbewegen oder sehr scheu sind, benötigen größere, zusammenhängende Ökosysteme bzw. Biotope. Verkehrstrassen, landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Monokulturen und Siedlungen oder Einzelbauwerke (z. B. Wasserkraftwerke) stellen nicht nur einen Verlust von Biotopfläche dar, was zu einem Aussterben von relativ unempfindlichen Arten (die meisten massenhaft auftretenden Insekten, Spinnen, Kleinstlebewesen) in Teilräumen führen kann. Durch Zerschneidungen und negative Randzoneneinflüsse mindern sie die Qualität und Erreichbarkeit der verbleibenden Biotope (Isolation), so dass viele empfindliche und mobile Arten (beispielsweise Luchs, Wolf, Seeadler, viele Fischarten) ausgestorben oder gefährdet sind und trotz intensivster Bemühungen die Biotope nicht wieder besiedeln können. Dies wird als Unterschreitung der kritischen Verbunddistanz bezeichnet.

Biotopschutz und Biotopverbund

Biotopschutz ist eine Maßnahme des Artenschutzes und Ökosystemschutzes. Als Ziel des Naturschutzes dient er dazu, den Naturhaushalt zu erhalten. Da die menschlichen Lebensgrundlagen durch einen zerstörten Naturhaushalt gefährdet sind, ist der Schutz von Biotopen und der Biotopverbund als gesetzliches Ziel in Deutschland definiert worden. Der wesentliche Berührungspunkt zum Umweltschutz ergibt sich hier in der Minimierung der Emissionen von Industrie, Verkehr und Haushalten, die durch ihre Schadstoffe die Biotope gefährden oder zerstören. Das Naturschutzgesetz definiert besonders wertvolle Biotope, die ohne weitere Schutzgebietsausweisung geschützt sind. Das sind vor allem Biotope, die selten sind und eine sehr lange Regenerationszeit (Zeit zur Wiederentstehung) haben, wie z. B. Moore. Störungen und Zerstörungen sind generell verboten. Sofern „überwiegendes öffentliches Interesse“ besteht, müssen Beeinträchtigungen „gleichwertig“ ausgeglichen werden. Der Erfolg anfänglicher Bemühungen des Biotopschutzes, der sich auf den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Biotope beschränkte, war durch die Isolation der Biotope durch Verkehr und Siedlungen stark eingeschränkt. Wegen des zunehmenden Drucks wirtschaftlicher Landnutzungen lassen sich Minimalansprüche an Habitatsgrößen oder die kritische Verbunddistanzen mancher Arten nicht befriedigen. Die Tiere können ihre komplementären Habitate (z. B. Laichplätze) nicht mehr erreichen oder sind von anderen Populationen isoliert (genetische Verarmung). Daher ist der Biotopverbund seit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes 2001 ein weiteres wesentliches Ziel des Naturschutzes geworden. Der Biotopverbund soll die Barrieren für Tierarten abbauen und besteht aus sogenannten Trittsteinen (für mobile Arten, wie z. B. Vögel), aus linearen Elementen (z. B. Hecken, Flüsse, Bäche etc.), Verbundflächen (z. B. strukturreiche Gebiete für Wild), und aus den eigentlich zu schützenden Biotopen oder Kernflächen eines Naturschutzgebietes. Der Biotopverbund beansprucht dabei insbesondere Flächen innerhalb der Siedlungen oder an Verkehrsanlagen, um deren negative Barrierewirkung abzubauen. Einzelmaßnahmen sind z. B. Grünbrücken oder Krötentunnel, die Tiere in die Lage versetzen sollen, trotz der intensiven Landnutzung ihre Lebensraumansprüche ersatzweise zu erhalten. Seit 1988 wird in Hessen das Biotop des Jahres ausgerufen, um die Öffentlichkeit auf gefährdete oder besonders wertvolle Biotope aufmerksam zu machen.

Kritik und Widerstände

Das Ziel des Biotopschutzes ist gesetzlich definiert und demokratisch legitimiert. Andererseits machen Erhalt und Pflege von wertvollen Biotopen einen finanziell und energetisch hohen Aufwand notwendig, der externe, also meist von der Allgemeinheit zu tragende, Kosten bedeutet. Die wertvolle, künstliche Kulturlandschaft ist vor allem, entgegen wirtschaftlicher Interessen flächenintensiver Nutzungen (Land- und Forstwirtschaft, Bau- und Siedlungen, Rohstoffabbau), nur durch politische Instrumente zu erhalten. Die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen erschließt sich dem fachlich nicht gebildeten Beobachter nicht immer, und so werden Maßnahmen häufig als „unsinnige Verschwendung“ oder als „Zumutung“ empfunden. Dass diese externen Kosten nicht internalisiert (dem Verursacher (Verbraucher, Autofahrer) angelastet) werden, ist, nach dem Druck durch Landnahme, ein wesentlicher gesellschaftlicher Widerstand gegen den Biotopschutz. Diese aufwändige Pflege von Biotopen wäre in einem wesentlich geringerem Maße notwendig, wenn ihre Bewirtschaftung durch höhere Preise bezahlt (und gefördert) würde. Durch gesteigerte Effizienz, die mit einer Verschlechterung des Zustandes von Natur und Landschaft einherging, wurden Ressourcen freigestellt. Diese Ressourcen werden aber nicht im ausreichendem Maße zum Erhalt des Zustandes der Natur als Lebensgrundlage des Menschen genutzt. Eine weitere Möglichkeit wäre die Einrichtung von Großschutzgebieten, in denen sich solche Biotope von selbst einstellen könnten. Stattdessen nimmt der Bebauungs- und Siedlungsdruck zu. Die flächige Zersiedelung und der Erholungsbedarf der Bevölkerung machen wirksame Großschutzgebiete, in denen die Natur wirklich in letzter Konsequenz sich selbst überlassen bleiben könnte, scheinbar unmöglich.

Weblinks


- [http://www.nlwkn.niedersachsen.de/master/C7533817_N5512539_L20_D0_I5231158.html Erläuterungen zu gesetzlich besonders geschützten Biotopen des Landes Niedersachsen]

Siehe auch

Neobiota, Sukzession, Biotopkartierung, Biotopwertverfahren Kategorie:Biotop Kategorie:Ökologie Kategorie:Naturschutz ja:ビオトープ

Flussdelta

Als Flussdelta bezeichnet man eine charakteristische Mündungsform eines Flusses oder Stroms. Der Nil bildet das wohl bekannteste Mündungsdelta, weil dies auch die Bezeichnung Delta prägte, zumal das Nildelta die charakteristische aus dem Buchstaben Delta (Δ) abgeleitete Form aufweist. Delta

Entstehung

Die Entstehung des Flussdeltas ist gekennzeichnet durch die Aufschüttung von Material (Sediment), das vom Fluss transportiert wird. Die nachlassende Transportkraft des Wassers als Folge der verminderten Fließgeschwindigkeit im Bereich der Mündung lässt den Fluss das mitgeführte Material ablagern. Die abgelagerten Sedimente wiederum fungieren als Fließhindernis und zwingen den Fluss, seinen Lauf aufzuspalten. In größeren Deltas teilt der Fluss seine Läufe mehrfach und führt sie teilweise wie in einem Labyrinth (mit Flussinseln) fließender und nichtfließender Läufe zu- und auseinander. Flüsse, die in Gewässer mit starker Tide münden, haben kein Flussdelta, sondern eine Trichtermündung. Da die Regelfließrichtung meerwärts ist, werden viele Sedimente abgelagert, so wächst ein Delta in das Meer hinein. Dies ist am obigen Bild durchaus zu erkennen. In der Regel sind Deltas mit Pflanzen bewachsen, die sie von oben grün erscheinen lassen. Trichtermündung, Lappland, Blick vom Gipfel des Skierffe. Eiszeitiche Gletscher haben das Trogtal geformt. Der Fluss kommt aus dem Hochgebirge des Sarek und mündet unterhalb (links) des Bildausschnittes in den See Laitaure. Je nach Jahreszeit und Wasserzufuhr nehmen die Flussarme ganz unterschiedliche Farben an und ändern häufig ihren Lauf. Entlang der Flussarme erkennt man die Galeriewälder, dazwischen Moorbereiche und ehemalige Toteisbereiche, die nun mit Seen ausgefüllt sind.]] Siehe auch: Fluvialer Transport

Delta-Arten


- Mündungsdelta
- Binnendelta
- Gezeitengeprägtes Delta
- Wellendominiertes Delta
- Flussdominiertes Delta

Beispiele


- Donau (Donaudelta; 4000 km², Rumänien) - das zweitgrößte Flussdelta Europas
- Ebro (Ebrodelta; 400 km²)
- Ganges-/Brahmaputra (Gangesdelta) Bangladesch; 80.000 km²
- Indus (8000 km²)
- Mekong (70.000 km²)
- Mississippi (Mississippidelta; 36.000 km²)
- Niger (Nigerdelta) 24.000 km² - bildet in seinem Mittellauf auch ein Binnendelta (Nigeria)
- Nil 24.000 km² (Ägypten, Nildelta)
- Rhein
- Rhône (über 750 km²)
- Ural (Uraldelta)
- Irawadi (30.000 km²)
- Lena (45.000 km²)
- Ogone (4.800 km²)
- Orinoko (24.000 km²)
- Sonkoi (15.000 km²)
- Weichsel (1.500 km²)
- Wolga (Russland) - das größte Flussdelta Europas

Siehe auch


- Weitere Mündungsformen
- Flussterrasse Kategorie:Limnologie Kategorie:Ozeanologie ja:三角州 ko:삼각주

Fluss (Gewässer)

Ein Fluss (althochdeutsch.: fluz zu fliozan «fließen») ist ein größerer natürlicher Wasserlauf, ein Fließgewässer. Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet. __TOC__ Ein Fluss wird aus Niederschlägen gespeist und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder anderer Flüsse. Ein Fluss hat mindestens zwei Ufer. Die meisten Flüsse haben eine Quelle und eine Mündung. An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden. Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden auch als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta. Manche Flüsse versickern auch in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Andere gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter. Bisweilen bilden Flüsse Staatsgrenzen. Oftmals durchfließen Flüsse mehrere Staaten. Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens perennierende (beständige, ausdauernde), episodische (manchmal, in unregelmäßigen Abständen) und periodische (manchmal, in regelmäßigen Abständen) Flüsse. Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade. Ein Fluss wird in vier Regionen aufgeteilt (siehe Flussregionen).

Flora, Fauna und menschliche Nutzung

Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind somit der Lebensraum einer besonderen Süßwasserflora und -fauna. Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht.

Die 10 längsten Flüsse der Erde

# 7.250 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika). Länge seit Bestätigung des Río Apurímac als Quellfluss (2001). # 6.671 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika) # 6.300 km - Cháng Jiāng - (Asien) # 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika) # 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien) # 5.410 km - Ob-Irtysch - (Asien) # 5.052 km - Amur-Argun-Kerulen - (Asien). Der Amur-Argun-Kerulen entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren. # 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien) # 4.500 km - Mekong - (Asien) # 4.374 km - Kongo - (Afrika) Weitere "Längste Flüsse" siehe: Die längsten Flüsse der Erde

Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen

# 2.852 km - Donau # 1.320 km - Rhein # 1.165 km - Elbe # 866 km - Oder # 545 km - Mosel # 524 km - Main # 510 km - Inn # 433 km - Weser # 413 km - Saale # 343 km - Spree Weitere "Deutsche Flüsse" siehe: Liste der Flüsse in Deutschland

Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen

# 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee # 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer # 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau # 291 km - Aare - mündet in den Rhein # 248 km - Ticino - mündet in den Po Weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, :Kategorie:Fluss in der Schweiz

Orografie

Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen.

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde
- Flussbegradigung
- Hydrologie, Limnologie
- Liste der Flüsse (weltweit), Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Flüsse in der Schweiz, Liste europäischer Flüsse
- Wadi
- Flussordnungszahl
- Fluss des Jahres Kategorie:Hydrologie Kategorie:Limnologie Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Biotop Kategorie:Fluss ja:川 ko:강 ms:Sungai simple:River th:แม่น้ำ zh-min-nan:Hô

Weltmeer

Der Begriff Weltmeer wird für alle Ozeane inklusive aller Nebenmeere gebraucht, da all diese auf der 0-Meter-Höhenlinie miteinander verbunden sind, auch wenn Sie teils nur durch schmale Meerengen ineinander übergehen. Historisch sprach man von den Sieben Weltmeeren, die neben Atlantik, Pazifik und Indischem Ozean auch die Karibik, das Mittelmeer, das Gelbe Meer und Ostsee umfassten (oder auch andere Meere, die heute als Nebenmeere angesehen werden, wie z.B. das Schwarze Meer oder die Nordsee). Zu den sieben Weltmeeren, nach Rudyard Kipling, gehören
- das nördliche Eismeer,
- das südliche Eismeer,
- der nördliche Atlantik,
- der südliche Atlantik,
- der nördliche Stille Ozean,
- der südliche Stille Ozean und
- der Indische Ozean (Indik).

Siehe auch


- Meeresboden
- Meerestief
- Meerestiefe
- Nebenmeer
  - Binnenmeer
  - Binnensee
  - Mittelmeer
  - Randmeer
- Ozean
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Schwelle Kategorie:Ozean Kategorie:Ozeanologie Kategorie:Meer

Binnenland

Der Ausdruck binnen (aus dem niederdeutsch binnen innen) bedeutet soviel wie innerhalb (eines räumlichen oder zeitlichen Abschnittes). Der Begriff "Binnenland" bezeichnet Landgebiete, die nicht an der Küste (Waterkant) (einschließlich seeschifftiefer Flüsse) liegen. Der Ausdruck Binnenland wird auch in der Biologie verwendet, um Biotope, und Habitate von Arten zu charakterisieren. Binnen ist außerdem eine Gemeinde im Landkreis Nienburg (Weser) in Niedersachsen, siehe Binnen (Gemeinde).

Wortbildungen


- Binnenländer: Mensch, der aus dem Binnenland kommt, oft auch abschätzig für jemand, der nichts von Seefahrt versteht.
- Binnenlandverkehr: Frachtverkehr, der via LKW, Binnenschiff oder Eisenbahn abgewickelt wird
- Binnenschifffahrt: Schifffahrt im Binnenland mit nicht seegängigen Schiffen (Binnenschiff), siehe auch Binnenhafen
- das Binnen-I
- Binnenhandel: Handel, der innerhalb der eigenen Grenzen abläuft
- Binnenlage ist die Abgeschlossenheit einer Region vom Zugang zum Meer. Dabei darf auch kein schiffbarer Fluss zum Meer vorhanden sein.

Becken (Geomorphologie)

Ein Becken im Sinn der Geomorphologie ist eine über oder unter dem Meeresspiegel liegende, in sich geschlossene und abflusslose Einmuldung der Erdkruste; sie liegt also auf der Oberfläche eines Landes oder im Meer bzw. Ozean.

Becken an Land

Oberhalb der Meeresoberfläche liegende Becken befinden sich über NN bzw. der 0-Meter-Höhenlinie - also auf dem Land: Solche Becken sind im Gegensatz zur Niederung zumindest oberirdisch abflusslose Einsenkungen, die aber im Unterschied zur so genannten Depression oberhalb des Meeresspiegels - der 0-Meter-Höhenlinie - liegen. Diese Becken befinden sich zumeist innerhalb eines Landstriches, weit ab vom offenen Meer oder Ozean in Feucht-, Sumpfgebieten oder in Trockengebieten. In letzteren bilden sich oftmals innerhalb dieser Becken große Seen (z.B. Salzseen) oder Salzpfannen. Beispiele für solch große Becken sind:
- Aralsee - Asien; Usbekistan, Kasachstan
- Großes Becken - (Great Basin) Nordamerika; USA
- Okawangobecken - Afrika; Botswana
- Tarimbecken mit dem Becken des Lop Nor - Asien; China

Becken im Meer

Unterhalb der Meeresoberfläche liegende Becken befinden sich unter NN bzw. der 0-Meter-Höhenlinie: Diese bezeichnet man als Seebecken bzw. - wenn sie in der Tiefsee liegen - als Tiefseebecken.

Siehe auch


- Becken (Geologie) Kategorie:Geomorphologie

Senke (Geomorphologie)

Eine Senke im Sinne der Geomorphologie, die im Rahmen dieser Wissenschaft Depression genannt wird, ist ein Gebiet auf dem Festland, das tiefer liegt als der Meeresspiegel und daher sowie auch im Unterschied zu einer über NN liegenden Niederung keinen Abfluss hat. Diesbezüglich sind Depressionen oftmals weitläufige, schüsselartige Hohlformen der Erdoberfläche, die im Unterschied zu Becken unterhalb der 0-m-Höhenlinie liegen, also in sich geschlossene Bereiche, die von dieser Höhe umschlossen werden. Depressionen trifft man oft in den Trockengebieten der Erde an; dort wird die tiefste Stelle solcher Senken ohne Abfluss zum Meer entweder von einem Salzsumpf oder einem Salzsee eingenommen. In feuchten Gebieten der Erde sind alle derartigen geschlossenen Hohlformen von einem See erfüllt. Liegt deren Seeboden unterhalb des Meeresspiegels, so spricht man von einer Kryptodepression. Solche Senken treten besonders häufig in vergletscherten Gebieten oder in den Randseen der Hochgebirge auf. Hier haben die Gletscher die Täler bis unter den Meeresspiegel ausgeschürft. Endmoränen oder Felsriegel dämmen diese Gebiete ab. Die tiefsten Kryptodepressionen sind: Baikalsee, Kaspisches Meer, Totes Meer und Tanganjikasee. In Deutschland ist es der Grund des Hemmelsdorfer Sees (Ostholstein) mit 39,10 m unter NN. An flachen Meeresküsten und in manchen Flussmündungen wird durch die Eindeichung und ständige Entwässerung wenig unter dem Meeresspiegel liegendes Land künstlich von der Meeresbedeckung freigehalten und als Kulturland genutzt - hier spricht man von der Abdämmungsdepression. So liegt etwa mehr als ein Viertel der Niederlande tiefer als der Meeresspiegel bei Mittelwasser. Kategorie:Geomorphologie

Normalnull

Mit Normalnull (Abkürzung: N.N. oder NN), auch Nullniveau, wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche bezeichnet (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben). In der Luftfahrt werden die Höhen der Lufträume in der Regel über NN angegeben. Auch Luftfahrtkarten wie die ICAO-Karte besitzen Angaben über NN. Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: Meter über NN“, „m ü. NN“, „m NN“ oder „müM“ (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell „Meter über (dem) Meer(esspiegel)“, korrekt „Meter über dem mittleren Meeresspiegel“). In der Luftfahrt und manchmal auch in der Schifffahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL), der mittleren Meereshöhe und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an. Hat man eine Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:
- Auf lange Strecken summieren sich die Messfehler der Einzelmessungen auf. (Fehlerrechnung)
- Die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt führt zu weiteren Fehlern. So kam es bei den Höhenangaben der Stadt Saarbrücken zu großen Höhenunterschieden, je nachdem, ob man die Messung an der Nordsee oder am Atlantik begann.
- Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“

Deutschland

Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis zur Einführung des gesamtdeutschen Höhensystems NHN der rund 14 Zentimeter niedrigere Pegel von Kronstadt, d.h. H(NN)=H(HN)+14cm. Die HN-Höhen unterschieden sich nicht nur in der Pegelhöhe, sondern auch vom Höhensystem her, da HN-Höhen genauso wie NHN-Höhen sogenannte Normalhöhen sind. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen wurden auch in der DDR unverändert NN-Höhen weiter verwendet.

Meter über Normalhöhennull (NHN)

Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92. Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Der NHN wurde eingeführt, da beim NN das Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Das Schwerefeld der Erde bildet keine Kugel sondern ähnelt mehr einer Kartoffel. Diese „Kartoffel“ beschreibt als Geoid eine nur mit Wasser bedeckte Erde, auf der nur die Zentrifugalkraft und die Gravitation wirken. Die Bestimmung des Schwerefeld-Geoids gelingt auf Meereshöhe gut, kann aber im Falle eines Berges wie dem Mont Blanc um zwei Meter differieren. Neben dem Deutschen Haupthöhennetz (DHHN92) nimmt auch das United European Levelling Net (UELN) diese „Kartoffel“ als Bezugssystem Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel). \beginh_ &=& \ h_ - 32~ \\ \ &=& h_ - 25~ \end

Schweiz

Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offizielle Bezeichnung lautet: m ü. M. \beginh_ &=& \ h_ + 32~ \\ \ &=& h_ + 7~ \end

Österreich

Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab. \beginh_ &=& \ h_ + 25~ \\ \ &=& h_ - 7~ \end

Sonstiges

NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen. Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotenzialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotenzial (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern – übertrieben gesagt – eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht. Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung Sea Level (kurz SL) für NN verwendet.

Weblinks


- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie – Begriffserklärungen]
- [http://www.gfz-potsdam.de/pb1/media/champ/eigen-cg01c/anim_web_EIGEN-CHGR01C.gif Gravitationsmodell der GfZ an der Uni Potsdam. Das Eiern der Erde stark überzeichnet]
- [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690951 Wo liegt eigentlich Normalnull?, spektrumdirekt]

Siehe auch


- Geodäsie
- Geografische Lage
- DHDN
- Haupthöhenpunkt
- Höhenmessung
- Kartennull
- Nivellement
- Höhennetz
- Fehlerrechnung
- Ausgleichungsrechnung
- Deutsches Haupthöhennetz Kategorie:Geodäsie Kategorie:Geographischer Begriff Kategorie:Ozeanologie als:Normalnull ja:海抜

Niederung

Eine Niederung - auch Flussniederung genannt - im Sinne der Geomorphologie ist ein durch zwei Hochufer begrenzter und in sich nicht geschlossener Bereich der Erdoberfläche über NN mit Abfluss, der sich durch einen Fluss oder mehrere Flüsse in eine Niederterrasse eingegraben hat bzw. weiterhin eingräbt.

Definition

Solche Niederungen sind - weit ausgedehnte - Einsenkungen (manchmal auch Grabenbrüche) der Erdoberfläche, langgestreckte und weitläufige Täler, die im Unterschied zur so genannten Depression oberhalb des Meeresspiegels - der 0 m-Höhenlinie - liegen, zumal sie im Gegensatz zum Becken einen Abfluss haben, so dass das Wasser aus diesen Niederungen abfließen kann, um in einem anderen Fluss, einem See, einem Meer bzw. Ozean oder vielleicht sogar in einem Becken zu münden. Sie befinden sich zumeist innerhalb eines Landstriches, weit ab vom offenen Weltmeer - nicht nur in Feucht- oder Sumpfgebieten.

Beispiele


- Niger in der Massina, Mali, Afrika
- Oberrheinische Tiefebene (Rhein) in Deutschland und Frankreich
- Pantanal in Brasilien, Bolivien und Paraguay Kategorie:Geomorphologie

Binnendelta

In einem Binnendelta - einer Form eines Flussdeltas - fließt ein Fließgewässer durch eine Niederung oder mündet in einem Becken. Dabei teilt sich ein Bach, Fluss oder Strom durch Sedimentablagerungen auf einem Gebiet mit geringem Gefälle in mindestens zwei oder mehrere Wasserläufe auf; im Unterschied zum Mündungsdelta geschieht dies aber nicht am Meer oder Ozean, sondern im Binnenland.

Binnendelta mit Abfluss

Niederungs-Binnendelta mit eigenem Abfluss

In einem "Niederungs-Binnendelta mit eigenem Abfluss" fließt das Wasser eines Fließgewässers aus einer Niederung nicht direkt aus diesem Landschaftsbereich ab: Es teilt sich zuerst in zwei oder mehrere Flussarme auf, die sich dann am niedrigsten Punkt der Gegend wieder vereinen, um wieder zu einem Bach oder Fluss zu werden und über nur einen Abfluss den "eigenen" Flusslauf fortzusetzen. Durch die den Bereich abschließende Engstelle kann sich das Wasser im Binnendelta stauen, es entsteht ein Feuchtgebiet mit häufigen Überschwemmungen, oder es bildet sich ein See. Beispiele für ein Niederungs-Binnendelta mit eigenem Abfluss sind:
- Hase bei Quakenbrück in Niedersachsen (Deutschland, Europa)
- Elbe in Hamburg (Deutschland, Europa)
- Niger in der Massina-Niederung (Mali, Afrika)
(der Fluss bildet am Ende seines Unterlaufs auch ein Mündungsdelta)
- Ob in der Zapadno Sibirskaja in Sibirien (Russland, Asien)
(er bildet am Ende seines Unterlaufs auch ein Mündungsdelta und einen -trichter)
- Spree im Spreewald in Brandenburg (Deutschland, Europa)
- Wümme bei Fischerhude in Niedersachen (Deutschland, Europa)

Niederungs-Binnendelta mit fremden Abfluss

In einem "Niederungs-Binnendelta mit fremden Abfluss" mündet ein Fließgewässer in zwei oder mehrere Arme aufgeteilt in einen anderen Bach, Fluss oder in einen See. Im Unterschied zum "Niederungs-Binnendelta mit eigenen Abfluss" fließt das Wasser über einen "fremden" (anderen) Fluss weiter. Beispiele für ein Mündungs-Binnendelta gibt es an diesen Flüssen:
- Rio Purus fließt im Rahmen seines Deltas in den Amazonas (Brasilien, Südamerika)
- Tiroler Achen fließt im Rahmen seines Deltas in den Chiemsee (Oberbayern, Deutschland, Europa)

Binnendelta ohne Abfluss

Becken-Binnendelta ohne Abfluss

In einem "Becken-Binnendelta ohne Abfluss", teilt sich ein Fließgewässer in zwei oder mehrere Flussarme auf, die dann maximal bis zum niedrigsten Punkt des abflusslosen Beckens fließen, wo das Wasser verdunstet oder versickert. In einer solchen Landschaftsform, die über NN, aber niedriger als das sie umgebende Gebiet liegt, staut sich das Wasser eines Bachs, Flusses oder mehrerer Flüsse auf, so dass vor allem in den tropischen Regenzeitgebieten ein Feuchtgebiet mit periodisch auftretenden Überschwemmungen entsteht. Es kommt vor, dass sich in diesen Becken Sümpfe und / oder zyklisch auftretende oder dauerhafte Seen bilden. Beispiele für ein Becken-Binnendelta ohne Abfluss sind:
- Amudarja mündet in den Aralsee ("Endsee") (Russland, Asien)
- Ili mündet in den Balchaschsee ("Endsee") (Kasachstan, Asien)
- Okawango mündet in das Okawangobecken (Botswana, Afrika)
- Syrdarja mündet in den Aralsee ("Endsee") (Russland, Asien)

Depressions-Binnendelta ohne Abfluss

In einem "Depressions-Binnendelta ohne Abfluss" teilt sich ein Fließgewässer ebenfalls in zwei oder mehrere Flussarme auf, die dann maximal bis zum niedrigsten Punkt der abflusslosen Depression (= Senke) fließen, wo das Wasser verdunstet oder versickert. In dieser Landschaftsform, die unter NN und niedriger als das sie umgebende Gebiet liegt, staut sich das Wasser eines Bachs, Flusses oder mehrerer Flüsse auf, so dass vor allem in den tropischen Regenzeitgebieten ein Feuchtgebiet mit periodisch auftretenden Überschwemmungen entsteht. In diesen Depressionen können sich Sümpfe und / oder zyklisch auftretende oder dauerhafte Seen bilden. Beispiele für ein Depressions-Binnendelta ohne Abfluss sind:
- Wolga (18.000 km²) mündet in Kaspisches Meer ("Endsee") (Russland, Asien)

Siehe auch


- Flussdelta
- Mündungsdelta
- Mündung
- Mündungsarm
- Mündungstrichter (Ästuar) Kategorie:Limnologie

Becken (Geomorphologie)

Ein Becken im Sinn der Geomorphologie ist eine über oder unter dem Meeresspiegel liegende, in sich geschlossene und abflusslose Einmuldung der Erdkruste; sie liegt also auf der Oberfläche eines Landes oder im Meer bzw. Ozean.

Becken an Land

Oberhalb der Meeresoberfläche liegende Becken befinden sich über NN bzw. der 0-Meter-Höhenlinie - also auf dem Land: Solche Becken sind im Gegensatz zur Niederung zumindest oberirdisch abflusslose Einsenkungen, die aber im Unterschied zur so genannten Depression oberhalb des Meeresspiegels - der 0-Meter-Höhenlinie - liegen. Diese Becken befinden sich zumeist innerhalb eines Landstriches, weit ab vom offenen Meer oder Ozean in Feucht-, Sumpfgebieten oder in Trockengebieten. In letzteren bilden sich oftmals innerhalb dieser Becken große Seen (z.B. Salzseen) oder Salzpfannen. Beispiele für solch große Becken sind:
- Aralsee - Asien; Usbekistan, Kasachstan
- Großes Becken - (Great Basin) Nordamerika; USA
- Okawangobecken - Afrika; Botswana
- Tarimbecken mit dem Becken des Lop Nor - Asien; China

Becken im Meer

Unterhalb der Meeresoberfläche liegende Becken befinden sich unter NN bzw. der 0-Meter-Höhenlinie: Diese bezeichnet man als Seebecken bzw. - wenn sie in der Tiefsee liegen - als Tiefseebecken.

Siehe auch


- Becken (Geologie) Kategorie:Geomorphologie

Normalnull

Mit Normalnull (Abkürzung: N.N. oder NN), auch Nullniveau, wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche bezeichnet (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben). In der Luftfahrt werden die Höhen der Lufträume in der Regel über NN angegeben. Auch Luftfahrtkarten wie die ICAO-Karte besitzen Angaben über NN. Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: Meter über NN“, „m ü. NN“, „m NN“ oder „müM“ (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell „Meter über (dem) Meer(esspiegel)“, korrekt „Meter über dem mittleren Meeresspiegel“). In der Luftfahrt und manchmal auch in der Schifffahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL), der mittleren Meereshöhe und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an. Hat man eine Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:
- Auf lange Strecken summieren sich die Messfehler der Einzelmessungen auf. (Fehlerrechnung)
- Die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt führt zu weiteren Fehlern. So kam es bei den Höhenangaben der Stadt Saarbrücken zu großen Höhenunterschieden, je nachdem, ob man die Messung an der Nordsee oder am Atlantik begann.
- Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“

Deutschland

Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis zur Einführung des gesamtdeutschen Höhensystems NHN der rund 14 Zentimeter niedrigere Pegel von Kronstadt, d.h. H(NN)=H(HN)+14cm. Die HN-Höhen unterschieden sich nicht nur in der Pegelhöhe, sondern auch vom Höhensystem her, da HN-Höhen genauso wie NHN-Höhen sogenannte Normalhöhen sind. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen wurden auch in der DDR unverändert NN-Höhen weiter verwendet.

Meter über Normalhöhennull (NHN)

Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92. Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Der NHN wurde eingeführt, da beim NN das Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Das Schwerefeld der Erde bildet keine Kugel sondern ähnelt mehr einer Kartoffel. Diese „Kartoffel“ beschreibt als Geoid eine nur mit Wasser bedeckte Erde, auf der nur die Zentrifugalkraft und die Gravitation wirken. Die Bestimmung des Schwerefeld-Geoids gelingt auf Meereshöhe gut, kann aber im Falle eines Berges wie dem Mont Blanc um zwei Meter differieren. Neben dem Deutschen Haupthöhennetz (DHHN92) nimmt auch das United European Levelling Net (UELN) diese „Kartoffel“ als Bezugssystem Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel). \beginh_ &=& \ h_ - 32~ \\ \ &=& h_ - 25~ \end

Schweiz

Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offizielle Bezeichnung lautet: m ü. M. \beginh_ &=& \ h_ + 32~ \\ \ &=& h_ + 7~ \end

Österreich

Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab. \beginh_ &=& \ h_ + 25~ \\ \ &=& h_ - 7~ \end

Sonstiges

NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen. Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotenzialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotenzial (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern – übertrieben gesagt – eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht. Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung Sea Level (kurz SL) für NN verwendet.

Weblinks


- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie – Begriffserklärungen]
- [http://www.gfz-potsdam.de/pb1/media/champ/eigen-cg01c/anim_web_EIGEN-CHGR01C.gif Gravitationsmodell der GfZ an der Uni Potsdam. Das Eiern der Erde stark überzeichnet]
- [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690951 Wo liegt eigentlich Normalnull?, spektrumdirekt]

Siehe auch


- Geodäsie
- Geografische Lage
- DHDN
- Haupthöhenpunkt
- Höhenmessung
- Kartennull
- Nivellement
- Höhennetz
- Fehlerrechnung
- Ausgleichungsrechnung
- Deutsches Haupthöhennetz Kategorie:Geodäsie Kategorie:Geographischer Begriff Kategorie:Ozeanologie als:Normalnull ja:海抜

Senke (Geomorphologie)

Eine Senke im Sinne der Geomorphologie, die im Rahmen dieser Wissenschaft Depression genannt wird, ist ein Gebiet auf dem Festland, das tiefer liegt als der Meeresspiegel und daher sowie auch im Unterschied zu einer über NN liegenden Niederung keinen Abfluss hat. Diesbezüglich sind Depressionen oftmals weitläufige, schüsselartige Hohlformen der Erdoberfläche, die im Unterschied zu Becken unterhalb der 0-m-Höhenlinie liegen, also in sich geschlossene Bereiche, die von dieser Höhe umschlossen werden. Depressionen trifft man oft in den Trockengebieten der Erde an; dort wird die tiefste Stelle solcher Senken ohne Abfluss zum Meer entweder von einem Salzsumpf oder einem Salzsee eingenommen. In feuchten Gebieten der Erde sind alle derartigen geschlossenen Hohlformen von einem See erfüllt. Liegt deren Seeboden unterhalb des Meeresspiegels, so spricht man von einer Kryptodepression. Solche Senken treten besonders häufig in vergletscherten Gebieten oder in den Randseen der Hochgebirge auf. Hier haben die Gletscher die Täler bis unter den Meeresspiegel ausgeschürft. Endmoränen oder Felsriegel dämmen diese Gebiete ab. Die tiefsten Kryptodepressionen sind: Baikalsee, Kaspisches Meer, Totes Meer und Tanganjikasee. In Deutschland ist es der Grund des Hemmelsdorfer Sees (Ostholstein) mit 39,10 m unter NN. An flachen Meeresküsten und in manchen Flussmündungen wird durch die Eindeichung und ständige Entwässerung wenig unter dem Meeresspiegel liegendes Land künstlich von der Meeresbedeckung freigehalten und als Kulturland genutzt - hier spricht man von der Abdämmungsdepression. So liegt etwa mehr als ein Viertel der Niederlande tiefer als der Meeresspiegel bei Mittelwasser. Kategorie:Geomorphologie

Normalnull

Mit Normalnull (Abkürzung: N.N. oder NN), auch Nullniveau, wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche bezeichnet (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben). In der Luftfahrt werden die Höhen der Lufträume in der Regel über NN angegeben. Auch Luftfahrtkarten wie die ICAO-Karte besitzen Angaben über NN. Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: Meter über NN“, „m ü. NN“, „m NN“ oder „müM“ (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell „Meter über (dem) Meer(esspiegel)“, korrekt „Meter über dem mittleren Meeresspiegel“). In der Luftfahrt und manchmal auch in der Schifffahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL), der mittleren Meereshöhe und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an. Hat man eine Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:
- Auf lange Strecken summieren sich die Messfehler der Einzelmessungen auf. (Fehlerrechnung)
- Die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt führt zu weiteren Fehlern. So kam es bei den Höhenangaben der Stadt Saarbrücken zu großen Höhenunterschieden, je nachdem, ob man die Messung an der Nordsee oder am Atlantik begann.
- Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“

Deutschland

Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis zur Einführung des gesamtdeutschen Höhensystems NHN der rund 14 Zentimeter niedrigere Pegel von Kronstadt, d.h. H(NN)=H(HN)+14cm. Die HN-Höhen unterschieden sich nicht nur in der Pegelhöhe, sondern auch vom Höhensystem her, da HN-Höhen genauso wie NHN-Höhen sogenannte Normalhöhen sind. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen wurden auch in der DDR unverändert NN-Höhen weiter verwendet.

Meter über Normalhöhennull (NHN)

Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92. Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Der NHN wurde eingeführt, da beim NN das Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Das Schwerefeld der Erde bildet keine Kugel sondern ähnelt mehr einer Kartoffel. Diese „Kartoffel“ beschreibt als Geoid eine nur mit Wasser bedeckte Erde, auf der nur die Zentrifugalkraft und die Gravitation wirken. Die Bestimmung des Schwerefeld-Geoids gelingt auf Meereshöhe gut, kann aber im Falle eines Berges wie dem Mont Blanc um zwei Meter differieren. Neben dem Deutschen Haupthöhennetz (DHHN92) nimmt auch das United European Levelling Net (UELN) diese „Kartoffel“ als Bezugssystem Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel). \beginh_ &=& \ h_ - 32~ \\ \ &=& h_ - 25~ \end

Schweiz

Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offizielle Bezeichnung lautet: m ü. M. \beginh_ &=& \ h_ + 32~ \\ \ &=& h_ + 7~ \end

Österreich

Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab. \beginh_ &=& \ h_ + 25~ \\ \ &=& h_ - 7~ \end

Sonstiges

NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen. Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotenzialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotenzial (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern – übertrieben gesagt – eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht. Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung Sea Level (kurz SL) für NN verwendet.

Weblinks


- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie – Begriffserklärungen]
- [http://www.gfz-potsdam.de/pb1/media/champ/eigen-cg01c/anim_web_EIGEN-CHGR01C.gif Gravitationsmodell der GfZ an der Uni Potsdam. Das Eiern der Erde stark überzeichnet]
- [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690951 Wo liegt eigentlich Normalnull?, spektrumdirekt]

Siehe auch


- Geodäsie
- Geografische Lage
- DHDN
- Haupthöhenpunkt
- Höhenmessung
- Kartennull
- Nivellement
- Höhennetz
- Fehlerrechnung
- Ausgleichungsrechnung
- Deutsches Haupthöhennetz Kategorie:Geodäsie Kategorie:Geographischer Begriff Kategorie:Ozeanologie als:Normalnull ja:海抜

Niederung

Eine Niederung - auch Flussniederung genannt - im Sinne der Geomorphologie ist ein durch zwei Hochufer begrenzter und in sich nicht geschlossener Bereich der Erdoberfläche über NN mit Abfluss, der sich durch einen Fluss oder mehrere Flüsse in eine Niederterrasse eingegraben hat bzw. weiterhin eingräbt.

Definition

Solche Niederungen sind - weit ausgedehnte - Einsenkungen (manchmal auch Grabenbrüche) der Erdoberfläche, langgestreckte und weitläufige Täler, die im Unterschied zur so genannten Depression oberhalb des Meeresspiegels - der 0 m-Höhenlinie - liegen, zumal sie im Gegensatz zum Becken einen Abfluss haben, so dass das Wasser aus diesen Niederungen abfließen kann, um in einem anderen Fluss, einem See, einem Meer bzw. Ozean oder vielleicht sogar in einem Becken zu münden. Sie befinden sich zumeist innerhalb eines Landstriches, weit ab vom offenen Weltmeer - nicht nur in Feucht- oder Sumpfgebieten.

Beispiele


- Niger in der Massina, Mali, Afrika
- Oberrheinische Tiefebene (Rhein) in Deutschland und Frankreich
- Pantanal in Brasilien, Bolivien und Paraguay Kategorie:Geomorphologie

Ems

Die Ems (lat. Amisia) ist ein Fluss bzw. Strom im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland, in Westfalen und Niedersachsen. Niedersachsen

Flussverlauf

Der Fluss ist 371 km lang, 238 km davon sind schiffbar. In ihrem Unterlauf erreicht sie eine mittlere Abflussmenge von 80 m3/Sekunde. Die Ems entspringt in der ostwestfälischen Senne am Südwesthang des Teutoburger Waldes, etwa 15 km nördlich von Paderborn fast genau an der Grenze zwischen Hövelhof und Schloß Holte-Stukenbrock und mündet bei Emden am Dollart in die Nordsee. Das Ems-Ästuar bildet den Unterlauf der Ems, der dem Gezeiteneinfluss der Nordsee sowie dem Oberwassereinfluss unterliegt. Das Gebiet des Ems-Ästuars lässt sich in folgende Teilgebiete gliedern:
- Äußere Emsmündung
- Osterems
- Außenems
- Emder Fahrwasser
- Dollart
- Unterems
- Dortmund-Ems-Kanal
- Leda-Jümme-Gebiet Jümme Der Ems-Jade-Kanal verbindet den Fluss mit der Jade. Der Küstenkanal verbindet die Ems mit der Weser. Der Dortmund-Ems-Kanal verläuft von südlich Lingen (Hanekenfähr) bis Meppen etwa parallel zur Ems und verbindet sie mit dem Ruhrgebiet und über den Rhein-Herne-Kanal auch mit dem Rhein. Bei Leer überspannt die Jann-Berghaus-Brücke, die längste Klappbrücke Nordeuropas, die Ems. Bei Bingum unterquert der 945 m lange Emstunnel den Fluss. Bei Gandersum wurde 2002 das Emssperrwerk fertiggestellt, um die sturmflutgefährdeten Regionen an der Unterems besser zu schützen.

Nebenflüsse

Emssperrwerk Emssperrwerk]
- Sennebach
- Wapelbach
- Lutter
- Axtbach
- Hessel
- Bever
- Werse
- Münstersche Aa
- Glane
- Emsdettener Mühlenbach
- Frischebach
- Bevergerner Aa / Hesselter Bach
- Große Aa
- Lingener Mühlenbach
- Hase
- Nordradde
- Melstruper Beeke
- Leda

Tourismus

Die Ems wird von verschiedenen Radfernwanderwegen begleitet und gekreuzt:
- EmsAuenWeg zwischen Warendorf und Rheine
- Emsland-Route
- Hase-Ems-Weg

Orte


- Westfälisches Emsland (Kreise Gütersloh, Warendorf, Steinfurt) Hövelhof - Steinhorst - Westerwiehe - Schöning - Rietberg - Rheda-Wiedenbrück - Harsewinkel - Beelen - Warendorf - Telgte - Greven - Emsdetten - Rheine
- Niedersächsisches Emsland (Landkreise Emsland und Leer, sowie die kreisfreie Stadt Emden) Salzbergen - Emsbüren - Lingen - Geeste - Meppen - Haren - Lathen - Kluse - Dörpen - Lehe - Aschendorf - Tunxdorf - Papenburg - Weener - Leer - Jemgum - Midlum - Critzum - Rorichum - Oldersum - Gandersum - Emden - Knock

Siehe auch


- Liste der Flüsse in Deutschland
- Emslandstrecke Eisenbahnverbindung Münster - Norddeich

Weblinks


- [http://www.ems.nrw.de www.ems.nrw.de]
- [http://www.unsere-schoene-ems.de Die Ems bei Emsbüren] (Mit Landschaftsbildern der Ems bei Emsbüren)
- [http://www.emsland.de Landkreis Emsland]
- [http://www.emsradweg.de Emsradweg] Kategorie:Ostfriesland Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Niedersachsen Kategorie:Fluss in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Meppen Kategorie:Emsland ko:엠스 강

Nordsee

Die Nordsee ist ein relativ flaches Randmeer des Atlantischen Ozeans im nördlichen Europa.

Lage

Die Nordsee trennt die britische Insel im Westen vom mittel- und nordeuropäischen Festland mit Norwegen (Nordost), Dänemark (Ost) sowie Deutschland, Niederlande und Belgien (Südost). Im Süden geht die Nordsee durch die Straße von Dover in den Ärmelkanal über, im Osten hat sie über Skagerrak und Kattegat Kontakt zur Ostsee und nach Norden öffnet sie sich zum trichterförmig zum Arktischen Ozean. Die wichtigsten Zuflüsse sind vom Festland her die Schelde, die Maas, der Rhein, die Ems, die Weser und die Elbe, sowie die Themse, die in England nördlich der Straße von Dover in dieses Meer mündet.

Daten

Themse Die Oberfläche der Nordsee beträgt ungefähr 575.000 km² bei einer Wassermenge ca. 54.000 km³. Die Nordsee ist ein Flachmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 94 Metern. Die Ausnahme bildet die Norwegische Rinne; an dieser tiefsten Stelle misst die Nordsee 725 Meter. Die flachste Stelle an der Doggerbank beträgt 13 Meter. Im übrigen liegt der Meersboden größtenteils auf dem Schelf, und so steigt die Tiefe von 25 bis 35 Metern im südlichen Teil bis zu 100 bis 200 Metern zwischen Norwegen und den Shetlandinseln. Der Salzgehalt ist orts- und jahreszeitenabhängig und liegt zwischen 1,5 bis 2,5 Prozent in der Nähe der Flussmündungen bis zu 3,2 bis 3,5 Prozent in der nördlichen Nordsee. Die Temperatur schwankt im Mittel zwischen 18 °C (Sommer) und 1 °C (Winter); die Eisbildung ist damit ausgeschlossen. An der südlichen Küste der Nordsee beträgt der durch Gezeiten ausgelöste Tidenhub bis zu 4 Meter.

Entstehung

Die Nordsee ist ein geologisch altes Meer und seine Entstehung sowie die Veränderungen in Gestalt und Größe sind über einen Zeitraum von etwa 350 Millionen Jahren zu beobachten. Die jetzige Form erhielt sie jedoch erst mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren.

Gliederung

Der Südostteil der Nordsee ist die Deutsche Bucht.

Flora und Fauna

Starke Gezeiten, große algen- und kelpwaldreiche Flachwasserbereiche und der große Nährstoffvorrat in der See sorgen für ein vielfältiges maritimes Leben. An der Nordsee liegt das das größte Wattenmeer der Welt. Bekannte Vertreter sind die Miesmuscheln, Möwen, Krebse, Garnelen und kleine Haie.

Rohstoffe

In den 1960er Jahren wurde in der Nordsee erstmals Erdöl entdeckt, weitere große Entdeckungen von Ölfeldern folgten in den 1980ern und 1990ern. Obwohl die Produktionskosten vergleichsweise hoch sind, haben es die hohe Qualität des zu findenden Öls, die politische Stabilität der Region und die Nähe zu den Absatzmärkten Westeuropas zu einer wichtigen Ölregion werden lassen. Mittlerweile gilt die Nordsee als erschlossenes Rohstoffgebiet, in dem kaum noch große Entdeckungen zu erwarten sind. Große Ölkonzerne wie Shell oder British Petroleum haben die Ölförderung in dem Gebiet bereits eingestellt. Mittlerweile gibt es im Meer 450 Bohrinseln, die Nordsee ist das wichtigste Gebiet der Offshore-Förderindustrie. Die meisten Plattformen befinden sich im britischen Sektor der Nordsee, gefolgt vom norwegischen, dem niederländischen und dem dänischen Sektor. Im deutschen Sektor befinden sich nur zwei Plattformen, es handelt bei ihm um den am wenigsten erschlossenen Sektor in dieser Hinsicht. Das größere der beiden Felder ist das Ölfeld Mittelplate.

Inseln und Küste

Mittelplate Zu den größten Inseln der Nordsee gehören Helgoland, die Nordfriesischen Inseln, die Ostfriesischen Inseln und die niederländischen Westfriesischen Inseln (siehe auch Friesland). Zwischen Esbjerg (Dänemark) im Norden und Den Helder (Niederlande) im Westen erstreckt sich das Wattenmeer. Dies ist eine von Ebbe und Flut geprägte Landschaft, von der wichtige Teile mittlerweile zum Nationalpark erklärt wurden. Die Küstenlinie verändert sich stetig. Sowohl durch die natürlichen Wassersteigungen und -senkungen, die im Laufe der Geschichte immer wieder vorkamen, als auch in den letzten Jahrhunderten durch gezielte Landgewinnung. Besonders die Niederländer waren hierbei aktiv, das größte Projekt der Art war die Abdeichung des Ijsselmeeres und die Landgewinnung im Ijsselmeer. In einem 150-Kilometer-Bereich von der Küste leben 80 Millionen Menschen, davon fast die gesamte Bevölkerung der Niederlande und Belgiens, fast alle davon in urbanen Gegenden. In diesen Bereichen haben die Küstenregionen eine Bevölkerungsdichte von über 1000 Einwohner pro Quadratkilometer, der Küstenabschnitt zwischen Hamburg und Brüssel ist stark industrialisiert, wahrscheinlich findet sich hier die größte Ansammlung von Schwerindustrie weltweit. Im Einzugsbereich der Flüsse, die in die Nordsee münden, leben auf ungefähr 850 000 km² etwa 160 Millionen Menschen. Sie entwässern einen Großteil Westeuropas, darunter ein Viertel Frankreichs, dreivi