:: wikimiki.org ::
| MI5 |
MI5MI5 (offizieller Name: Security Service) ist der britische Inlandsgeheimdienst. MI5 steht für "Military Intelligence, Abteilung fünf". Sein Auftrag besteht aus dem Schutz der parlamentarischen Demokratie und der wirtschaftlichen Interessen Großbritanniens sowie der Verbrechensbekämpfung. Der MI5 ist hauptsächlich mit der inländischen Sicherheit beschäftigt, während Secret Intelligence Service (MI6) eher auf das Ausland ausgerichtet sind. In Regierungskreisen wird der MI5 oft einfach "The Box" genannt (nach seiner offiziellen Post-Adresse "PO Box 3255, London SW1P 1AE") oder einfacher: "Five".
London
Geschichte
Frühe Jahre
Genau wie der SIS hat der Security Service seine Ursprünge im Secret Service Bureau, eine Organisation, die 1909 zu Kontrolle geheimdienstlicher Operationen gegründet wurde. Diese Behörde wurde ursprünglich in zwei Sektoren aufgeteilt: Je einer für Marine und Heer.
Die Marine-Sektion spezialisierte sich zunehmend auf Spionage-Aktivitäten im Ausland, während die Heeres-Sektion Gegenspionage innerhalb von Großbritannien unternahm.
Diese neue Trennung wurde auch bürokratisch umgesetzt. Der inländische Teil wurde bekannt unter dem Namen MI5, der ausländische Teil wurde zum MI6.
Der Security Service war gegen eine zugegebenermaßen schwache Gegenwehr sehr erfolgreich in den Vorjahren des Ersten Weltkriegs. Er wurde gegründet in einer Zeit der Hysterie über ein vermeintlich riesiges Netzwerk deutscher Spione, die bereit seien für Spionage und Sabotage vor einer deutschen Invasion. In Wirklichkeit waren nur etwa 20 deutsche Agenten aktiv. Der MI5 identifizierte diese Gruppe rasch und Kelly traf die sinnvolle Entscheidung, sie vorerst noch nicht zu verhaften, und sie bis zum Ausbruch des Krieges nur zu observieren. Er argumentierte, dass Deutschland im Fall ihrer Verhaftung einfach neue Agenten schicken würde, die den Behörden zunächst unbekannt wären. Stattdessen wartete er bis kurz vor Ausbruch des Krieges mit ihrer Verhaftung und schnitt Deutschland damit praktisch vollständig von verlässlichen Geheimdienstinformationen aus Großbritannien ab.
1. Weltkrieg
Nach dem vielversprechenden Start wurde die Geschichte des MI5 dunkler. Er war in den 1910ern und 1920ern weiterhin erfolgreich in der Gegenspionage. Deutschland versuchte weiterhin, Großbritannien über den gesamten ersten Weltkrieg hindurch zu infiltirieren, aber durch strenge Kontrolle der Ein- und Ausreisen in und von der Insel sowie einer noch effektiveren, groß angelegten Kontrolle der Post war es dem MI5 ein leichtes Spiel, alle ausgesandten Agenten zu identifizieren. In den Nachkriegsjahren richtete sich die Aufmerksamkeit auf Versuche durch die Sowjetunion, heimlich revolutionäre Aktivitären in Großbritannien zu unterstützen. Durch die Fähigkeiten des MI5 zusammen mit der -in dieser Zeit- Inkompetenz der Sowjets fiel es dem MI5 auch hier leicht, diese Aktivitäten zu unterbinden.
In der Zwischenzeit hatte sich die Rolle des MI5 jedoch immer weiter vergrößert. Durch die Spionage-Hysterie wurden dem MI5 wesentlich mehr Gelder zugewiesen, als er eigentlich gebraucht hätte, um deutsche Spione zu finden. Wie es in Bürokratien üblich ist, bedeutete das eine Ausweitung seiner Kompetenzen, um seine überschüssigen Ressourcen zu nutzen. Seine Rolle der Gegenspionage wurde beträchtlich ausgeweitet.
Pazifistische Organisationen, Programme gegen die Wehrpflicht und Arbeiterorganisationen wurden überwacht, auf Grundlage des -falschen- Glaubens, sie seien durch ausländische Einflüsse gelenkt. Bei Ende des Krieges war der MI5 eine vollwertige Geheimpolizei, zusätzlich zur ursprünglichen Organisation der Spionage-Abwehr.
Diese Ausweitung seiner Kompetenzen ging nach Ende des Krieges weiter: Dem MI5 gelang es, Verantwortlichkeiten für Operationen innerhalb des gesamten British Empires zu übernehmen, was ihm eine bedeutsame Rolle in Irland verschaffte. Damit hatte MI5 vergleichbare Kompetenzen wie das amerikanische FBI, wenn auch nicht ganz so umfangreich, die Verbrechensbekämpfung genauso umfasste wie politische Überwachung und Gegenspionage. Die Ausweitung geschah praktisch ohne Überwachung, der MI5 hatte keine Verantwortung gegenüber dem Parlament und war oftmals in der Lage, mit beachtlicher Unabhängigkeit gegenüber dem Kabinett und dem Premier Minister zu arbeiten. Seit 1994 unterliegen die Aktivitäten der Überprüfung durch einen Ausschuss des Parlaments.
Seit den 1930ern sank die Effektivität der Gegenspionage des MI5. Er war in gewisser Weise das Opfer seines eigenen Erfolgs: Die Mitarbeiter des MI5 waren nicht in der Lage, die in den 1910er und 1920ern entwickelten Gedankengänge über Bord zu werfen. So war es dem MI5 nicht möglich, sich an die neuen Methoden des NKWD, dem russischen Geheimdienst, anzupassen. Sie dachten immernoch im Sinne von Agenten, die Informationen lediglich durch Observation oder Bestechung erlangten oder innerhalb von Arbeiterorganisationen agierten - und dabei prinzipiell nur in der Stellung normaler Bürger waren.
Der NKWD hatte aber ausgeklügeltere Methoden entwickelt: Er begann Agenten aus dem Establishment selbst zu rekrutieren, in besonderem Maße von der Cambridge University aus, die als eine Art "Langzeitinvestition" gesehen wurden. Dem NKWD gelang es, Positionen innerhalb der Regierung besetzen (und, im Fall von Kim Philby sogar im Britischen Geheimdienst selbst), von wo aus die Agenten in der Lage waren, weitaus geheimere Informationen zu übermitteln.
2. Weltkrieg
Der MI5 beging weitere Fehler während des Zweiten Weltkriegs. Er war zum Ausbruch des Kriegs unvorbereitet, sowohl organisatorisch als auch in der Verwendung seiner Ressourcen - in keinem Verhältnis zu der dem MI5 zugewiesenen Aufgabe: einer großangelegten Internierung von feindlichen Ausländern, um feindliche Agenten zu enttarnen. Die Operation wurde schlecht gehandhabt und führte 1940 fast zum Ende der Behörde.
Eine der ersten Handlungen von Winston Churchill nach seiner Machtübernahme Anfang 1940 war die Absetzung des langjährigen Leiters der Behörde, Vernon Kell. David Petrie übernahm den Posten, nachdem sich der zunächst ernannte A.W.A. Harker als ineffektiv herausstellte. Mit dem Ende des Angriffes auf Großbritannien wurde auch die Arbeit des MI5 erleichtert, was schließlich den größten Erfolg des Zweiten Weltkriegs ermöglichte, dem sogenannten "double-cross"-System.
Nach diesem System sollten enttarnte feindliche Agenten nicht sofort verhaftet und vor Gericht geschickt werden, sondern stattdessen "umgedreht" werden, sofern möglich. Feindlichen Agenten wurde demnach die Chance gegeben, einem Gerichtsverfahren (und der möglichen Todesstrafe) zu entgehen und falsche, aber dennoch glaubwürdige, Informationen an den eigenen Geheimdienst, beispielsweise der deutschen Abwehr zu senden. So konnte man feindliche Geheimdienste in die Irre führen. Diese Vorgehensweise entwickelte sich zu einem außerordentlich erfolgreichen System der Täuschung im Zweiten Weltkrieg.
Eine Analyse nach Ende des Krieges ergab anhand von Deutschen Geheim-Dokumenten, dass von etwa 115 ausgesandten Agenten alle Agenten (bis auf einen der Selbstmord beging) identifiziert und gefangen werden konnten, von denen mehrere "umgedreht" und Doppelagent wurden. Das System hatte einen entscheidenden Anteil in der Täuschung der deutschen Militärs bezüglich Zeit und Ort der Landung alliierter Truppen am D-Day.
Nachkriegszeit
Die persönliche Verantwortung des Premier Minister wurde 1952 dem Innenminister übergeben, was bis heute noch so der Fall ist. Erst 1989 wurde eine Direktive des Innenministers, die den Auftrag des Security Services festschrieb, in ein Gesetz eingebracht. Erst Gegen Ende der 1980er wurde die Existenz des Dienstes überhaupt erst offiziell zugegeben. Seit 1997 wirbt der Dienst auch offen in Zeitungsanzeigen und hat seit 2000 auch eine Website. Aktuelle Leiterin der Behörde ist Eliza Manningham-Buller.
Die Nachkriegszeit war eine schwierige Periode für den MI5, dem es sichtlich nicht gelang, die noch vom NKWD eingeschleusten sowjetischen Agenten zu enttarnen. Daneben sah sich der Dienst durch den sowjetischen Nachrichtendienst KGB, der in Großbritannien hochaktiv war, sowie durch den ansteigenden Terrorismus in Nordirland herausgefordert.
Die Rolle des Security Services im Kampf gegen den Terrorismus
Das Ende des Kalten Krieges und mehr noch der Krieg gegen Terrorismus machten eine zunehmende Neuausrichtung hin zu einer internationalen Kooperation gegenüber dem internationalen Terrorismus notwendig.
Der MI5 war sehr erfolgreich im Kampf gegen den irischen Terrorismus, seine Operationen führten in diesem Zusammenhang zwischen 1992 - 1999 zu 21 Verurteilungen.
1996 hat die neue Regierung den gesetzlichen Aufgabenbereich des Security Service im Hinblick auf eine Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden ausweitet. Das hat zu einiger Diskussion geführt, da einige Politiker einerseits eine neue "Geheimpolizei"-Funktion des Security Services und andererseits ein Eindringen in den streng gehüteten Gebietsbereich anderer Strafverfolgungsbehörden befürchteten.
MI5 ist heute an vorderster Front im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus in Großbritannien. Einige Hausdurchsuchungen gegen verdächtige Islamisten und die Verhafung von Schlüsselverdächtigen werden dem Security Service gutgeschrieben. Es wurde außerdem berichtet (und nicht abgestritten), dass Mitarbeiter des Security Services an der Befragung von verdächtigten britischen Staatsbürgern in Guantanamo Bay beteiligt waren.
Weblinks
- [http://www.mi5.gov.uk MI5 - The Security Service]
Kategorie:Nachrichtendienst (Großbritannien)
ja:イギリス情報局保安部
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
__TOC__
Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste.
Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen.
Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry.
Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien
Klima und Vegetation
Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden.
Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten.
Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut.
Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.
Bevölkerung
Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner.
Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.
Sprachen
Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.
Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language.
Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall).
Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)
Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten:
Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Inder (über 1 Million - 2001)
Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.
Pakistaner (747.285 - 2001)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.
Bengalen (283.063 - 2001)
Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime.
Chinesen (247.403 - 2001)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens.
Sinti & Roma (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion.
Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
- Church of England (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
- Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
- Methodistische Kirche
- Wales die
- Church in Wales (Anglikanisch)
- United Reformed Church (Reformiert)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- Nordirland die
- Church of Ireland (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Verschiedene Presbyterianische Kirchen
Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden).
Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.
Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet.
Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005
Politik
Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung.
Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.
Militär
Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird.
Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties).
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man
Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten.
Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.
Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie
Infrastruktur
Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung.
Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert.
Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden.
Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester.
Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen.
Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten.
Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.
Siehe auch
- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland
Wirtschaft
Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas.
In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin.
Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).
Kultur
Höchste Bauwerke
- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter
Weitere Themen
- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus
Weblinks
Geschichte Großbritanniens
- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)
Landschaft und Natur
- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)
Politik
- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)
Institutionen
- http://www.statistics.gov.uk/products/p5703.asp – Britain 2004: Das offizielle Jahrbuch über Großbritannien
- http://www.agf.org.uk – Anglo-German Foundation (Deutsch-Britische Stiftung)
- http://www.gbf.com – Deutsch-Britisches Forum
- http://www.britischebotschaft.de/ – Britische Botschaft in Berlin
Reisen
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=189 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.nationalexpress.com – National Express: bekanntester britischer Reisebus-Service (englisch)
- http://www.schottlandportal.de/ – Schottland: Portal und Informationsseite zu Urlaub, Reisen, Land und Leute
- http://www.vereinigtes-königreich.de/ – Vereinigtes Königreich
Vermischtes
- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GBR,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Großbritannien
- http://www.career-contact.de/laenderinfos/grossbritannien/uebersicht.php – Jobs und Praktikum in Großbritannien - Das Infoportal
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
als:Grossbritannien und Nordirland
ja:イギリス
ko:영국
ms:United Kingdom
simple:United Kingdom
th:สหราชอาณาจักร
zh-min-nan:Liân-ha̍p Ông-kok
London
London (engl.: []) ist die Hauptstadt des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland und liegt an der Themse in Südostengland auf der Insel Großbritannien. In der Stadt leben 7.385.575 Menschen, davon etwa 2,7 Millionen in den zwölf Stadtbezirken von Inner London, in der Agglomeration 10.645.800(Stand jeweils 10. Juni 2005). Das heutige Verwaltungsgebiet mit den Stadtbezirken entstand am 1. April 1965 mit der Gründung von Greater London.
London ist eines der wichtigsten Kultur-, Finanz- und Handelszentren der Welt. In der Stadt befinden sich zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen und Baudenkmäler. Das Stadtgebiet von Greater London, welches in Inner- und Outer London unterteilt ist, gliedert sich in die City of London und weitere insgesamt 32 Stadtbezirke ("London boroughs"), darunter auch die City of Westminster. London ist auch UN-Stadt (IMO).
Geografie
Geografische Lage
IMO
London erstreckt sich etwa 40 Kilometer entlang der schiffbaren Themse und liegt durchschnittlich 62 Meter über dem Meeresspiegel. London entstand aus einer Siedlung am Nordufer, der heutigen City of London. Die London Bridge war während vieler Jahrhunderte die einzige Brücke über den Fluss.
Aus diesem Grund befindet sich der größere Teil der Stadt nördlich des Flusses. Mit dem Bau weiterer Brücken im 18. Jahrhundert und dem Bau der Eisenbahnen im 19. Jahrhundert begann sich die Stadt in alle Richtungen auszudehnen. Die Landschaft ist flach bis leicht wellig, wodurch das ungehinderte Wachstum begünstigt wurde.
Die Themse war in früheren Zeiten wesentlich breiter und seichter als heute. Sie wird heute fast gänzlich durch Dämme begrenzt und die meisten Zuflüsse fließen unterirdisch. Die Gezeiten der Nordsee machen sich in London noch deutlich bemerkbar, die Stadt ist deshalb durch Überschwemmungen und Sturmfluten gefährdet. Bei Woolwich (östlich von Greenwich gelegen), wurde in den 1970er Jahren der Thames Barrier gebaut, um diese Gefahr einzudämmen.
Die geografischen Koordinaten des Stadtzentrums (in der Nähe des Trafalgar Square) sind 51,30 Grad nördlicher Breite und 0,08 Grad westlicher Länge. Durch das königliche Observatorium (Royal Observatory) in Greenwich wurde der bekannte Nullmeridian gelegt. Er ist Ausgangspunkt der Längengrade und damit auch der Zeitzonen.
Klima
Zeitzone
London befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Sommer sind warm aber selten heiß; die Winter sind zwar kühl, doch sinkt die Temperatur selten unter den Gefrierpunkt. Der wärmste Monat ist Juli mit 16,3° Celsius im Durchschnitt, der kälteste Januar mit 3,9° Celsius im Mittel. Die höchste jemals in London gemessene Temperatur war 37,9° Celsius, gemessen während der Hitzewelle 2003. Die große überbaute Fläche hält die Wärme zurück und schafft dadurch ein Mikroklima. Manchmal ist es in der Stadt bis zu fünf Grad wärmer als in der umliegenden Landschaft.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,7 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 753 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Dezember mit durchschnittlich 80 Millimeter und der wenigste im Juli mit 44 Millimeter im Mittel. Schnee fällt eher selten, höchstens einige Zentimeter pro Jahr. Ereignisse wie die Schneekatastrophe von 1978, als London geradezu im Schnee versank, sind eine Seltenheit. Keine Seltenheit sind dagegen Inversionswetterlagen. Eine davon führte 1952 zu einer großen Smog-Katastrophe.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Londons
Geschichte Londons, im Vordergrund Parliament Square, im Hintergrund das Riesenrad "London Eye"]]
Auf dem heutigen Stadtgebiet stand einst eine unbedeutende keltische Siedlung. Etwa um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde sie von den Römern eingenommen und "Londinium" getauft. Die römischen Siedler bauten eine Brücke über die Themse und nutzten das Lager für die Verschiffung von Mineralien und landwirtschaftlichen Produkten. Unter Kaiser Septimius Severus (146-211) entwickelte sich Londinium schnell zum Handelszentrum der römischen Provinz "Britannia superior". Im Jahre 61 n. Chr. zerstörten die Briten, angeführt von Königin Boudicca (30-61), die Siedlung.
Nach deren Wiederaufbau wurden im 2. Jahrhundert n. Chr. schützende Wallanlagen um die Stadt errichtet. Dennoch büßte sie ihre bedeutende Rolle nach dem Abzug der Römer im Jahre 410 und während der Eroberung Britanniens durch die Angeln und Sachsen vorübergehend ein. Während der Herrschaft der Dänen verwaisten weite Teile Londons. Im Jahre 886 nahmen die Sachsen unter der Führung von König Alfred dem Großen (848-899) die Stadt ein, die seit dem 7. Jahrhundert unter dem Namen "Lundenevic" Hauptstadt der Könige von Essex war.
1066 nahmen die Normannen die Stadt ein. Wilhelm I. (1027-1087) ließ sich nach der siegreichen Schlacht von Hastings als erster König in der Westminster Abbey krönen und bestätigte die besonderen Rechte Londons. In der Folgezeit strebte die Stadt wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit an. Im Jahre 1192 wählten die Einwohner ihr erstes eigenes Stadtoberhaupt, ab 1351 auch einen eigenen Stadtrat. Bis Ende des 14. Jahrhunderts durfte der regierende Monarch das freie und selbstverwaltete London nur mit einer gesonderten Genehmigung betreten. Die Entwicklung der Stadt lag überwiegend in den Händen einer Oberschicht von Kaufleuten, die den englischen Außenhandel als Mitglieder der Hanse (Stalhof) ausbauten.
London musste in seiner wechselvollen Geschichte viele Rückschläge hinnehmen. Nachdem im 16. Jahrhundert die Gründung der ersten großen Handelskompanien und der ersten Warenbörse (1570) den wirtschaftlichen Aufstieg vorangetrieben hatte, wurde die Stadt 1664 und 1665 von einer verheerenden Pestwelle ("Great Plague") heimgesucht, die über 70.000 Menschenleben forderte. Im September 1666 verwüstete eine Feuerkatastrophe große Teile der Altstadt. Etwa 13.000 Häuser und 89 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer. Nach dem "Großen Brand von London" wurde London in erster Linie nach Entwürfen des Architekten Sir Christopher Wren (1632-1723) wiederaufgebaut. Das Stadtgebiet entwickelte sich weiter nach Westen - in Richtung der Gemeinden Kensington und Chelsea. In den Bezirken am westlichen Stadtrand von London entstanden in der Folgezeit große Plätze, wie die in "Berkeley", "Grosvenor" und "Hanover". Zudem wurden Wasserversorgungsanlagen und Abwassersysteme installiert und die Straßen gepflastert.
1723]
Zwischen 1675 und 1711 schuf Christopher Wren sein Hauptwerk, die "St. Paul's Cathedral" mit ihrer 110 Meter hohen Kuppel. Ende des 17. Jahrhunderts wurde auch Soho mit seinem rechtwinkligen Straßennetz und dem "Soho Square" angelegt. Ein weiteres städtisches Viertel entstand in Westminster. Während des 19. Jahrhunderts wuchs London rapide und errang während des viktorianischen Zeitalters große Bedeutung als Hauptstadt des British Empires. 1851 ist London laut Volkszählung mit 2.651.939 Einwohnern die größte Stadt Europas und das Zentrum der industrialisierten Welt. Hier findet die erste Weltausstellung statt.
Während des 2. Weltkrieges, vor allem 1940 und 1941 erlitt London, wie viele andere britische Städte auch, durch Angriffe der deutschen Luftwaffe schwere Verwüstungen. Diese Bombardements gingen mit dem Namen "the blitz" in die Geschichte der Stadt ein. London war gerade deshalb ein so "beliebtes" Ziel, weil die Stadt stark industrialisiert war und die Moral der Bevölkerung gebrochen werden sollte. Die zerstörten Gebäude wurden nach dem Krieg durch moderne Bauten ersetzt.
Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 galt auch London, vor allem wegen des Einsatzes britischer Truppen an der Seite der US-Army im Irak, als Ziel möglicher Anschläge islamistischer Terroristen. Am 7. Juli 2005 kam es in der britischen Hauptstadt schließlich zu vier Bombenanschlägen in drei U-Bahn-Zügen und einem Bus. Die Polizei und die englische Regierung gingen davon aus, dass die Täter aller Wahrscheinlichkeit nach dem Umkreis der islamistischen Terror-Organisation Al-Qaida zuzurechnen sind und britische Staatsbürger mit pakistanischen Wurzeln waren ("Homegrown terrorists"). Die Anschläge forderten 56 Todesopfer und mehr als 700 Verletzte.
Einwohnerentwicklung
London war von 1825 bis 1925 die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, bis sie von New York überholt wurde. Bei der Volkszählung im Jahre 2001 wurden 7.172.036 Einwohner gezählt. London ist traditionellerweise ein Anziehungspunkt für verschiedene Kulturen und Religionen. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Iren, Polen, Italiener und osteuropäische Juden nach London kamen, sind seit circa 1950 vor allem Menschen aus ehemaligen britischen Kolonien, beispielsweise Indien, Pakistan und Bangladesch, eingewandert.
Heute stammen etwa zehn Prozent der Bevölkerung vom indischen Subkontinent und etwa fünf Prozent aus der Karibik, ein Prozent sind chinesischer Abstammung. 1,6 Millionen Einwohner sind Muslime. Insgesamt wurden 25,874 Prozent der Bevölkerung außerhalb der Europäischen Union geboren. Das Ballungsgebiet von London dehnt sich über das eigentliche Stadtgebiet von Greater London hinaus und zählt 12,6 Millionen Einwohner. Dies sind mehr als in Schottland, Wales und Nordirland zusammen. London ist damit der zweitgrößte Ballungsraum Europas und einer der größten in der Welt.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1750 handelt es sich um Schätzungen, von 1801 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Nordirland
Politik und Verwaltung
Nordirland
Im Jahre 1965 erfolgte die Gründung der Verwaltungsregion Greater London, ein Zusammenschluss der alten County of London mit Middlesex sowie Teilen der Grafschaften Essex, Hertfordshire, Kent und Surrey. Greater London ist unterteilt in 32 London Boroughs und die City of London. Die Boroughs sind für die lokale Selbstverwaltung und den Betrieb der meisten öffentlichen Einrichtungen auf ihrem Gebiet zuständig. Die City of London wird historisch bedingt von der Corporation of London verwaltet.
Die Greater London Authority (GLA) koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Boroughs, ist für die strategische Planung zuständig und betreibt öffentliche Einrichtungen, die in der ganzen Stadt tätig sind; dazu gehören die Feuerwehr, die Polizei und der öffentliche Verkehr. Die GLA besteht aus dem Mayor of London (Oberbürgermeister) und der London Assembly (Stadtparlament mit 25 Sitzen), die beide ihren Sitz in der City Hall haben. Der aktuelle Mayor of London ist Ken Livingstone. Nachdem er im Jahre 2000 gegen den offiziellen Labour-Kandidaten angetreten war, wurde er aus der Partei ausgeschlossen, dann allerdings 2004 wieder aufgenommen und im Amt bestätigt. Der Lord Mayor of London, der Bürgermeister der City of London, übt lediglich zeremonielle Funktionen aus.
Frühere Verwaltungsbehörden waren die Metropolitan Board of Works (MBW) von 1855 bis 1889, der London County Council (LCC von 1889 bis 1965 und der Greater London Council (GLC) von 1965 bis 1986. Der GLC wurde von Premierministerin Margaret Thatcher aufgelöst, nach politischen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und dem GLC-Vorsitzenden Ken Livingstone. 14 Jahren besass London keine übergeordnete Verwaltung; die meisten Aufgaben wurden an die Boroughs übertragen, einzelne direkt an die Zentralregierung. Diese Maßnahme führte zu großen Koordinationsproblemen. Auch nach der Einsetzung der GLA im Jahr 2000 besitzen die Boroughs eine größere Autonomie als noch zu Zeiten der GLC.
Die Polizeibehörde der 32 London Boroughs ist der Metropolitan Police Service, besser bekannt unter dem Namen Metropolitan Police oder kurz als "the Met". Die City of London besitzt eine eigene Polizeibehörde, die City of London Police.
Stadtbezirke
Nachfolgend sind die Stadtbezirke von London (London Boroughs) aufgeführt. In Klammern die Einwohnerzahl (Stand: UK Census, 2001).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
City of London Police
Das National Theatre der National Theatre Company in South Bank und das Barbican Arts Centre der Royal Shakespeare Company gehören zu den vielen Zentren des professionellen Theaterschauspiels . Das Royal Court Theatre, eine der traditionsreichsten Bühnen in London, ist im Februar 2000 nach vier Jahren Umbauzeit wieder eröffnet worden.
Das Royal Opera House in Covent Garden und das Coliseum, in dem die English National Opera Company untergebracht ist, sind die beiden berühmtesten Opernhäuser. Konzerthäuser sind die Barbican, die Royal Festival Hall und die Saint John’s Church in Westminster. Der beliebteste Konzertsaal liegt in der Wigmore Hall hinter der Oxford Street. Im Juni 2002 sind nach umfangreichen Renovierungsarbeiten Teile des 1988 im heutigen Finanzviertel entdeckten römischen Amphitheaters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
London bietet eine breite Palette an kulturellen Veranstaltungen. Im Londoner Westend sind mehr als ein Dutzend Theater zu Hause. Gespielt wird alles von der Klassik bis zur Moderne.
Dort wurde unter anderem Andrew LLoyd Webbers weltberühmtes Musical Cats uraufgeführt. Das Globe Theatre ist eine Rekonstruktion des Freiluftschauspielhauses, das 1599 entworfen wurde. Für dieses Theater schrieb Shakespeare viele seiner größten Stücke. Die Spielzeit läuft von einem Mai bis September mit Produktionen von Shakespeare, seinen Zeitgenossen und von modernen Autoren.
The London Palladium ist das wohl berühmteste Londoner Theater. In den 1950er Jahren wurde die, in England, populäre Varieté Show „Sunday Night at the London Palladium“ live im Fernsehen ausgestrahlt. Das Royal Opera House, („Königliches Opern Haus“) in Covent Garden ist eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt. Es ist außerdem die Heimat des Royal Ballet. Weitere bekannte Theater sind das Theatre Royal Haymarket und das Theatre Royal Drury Lane.
Am Trafalgar Square befindet sich die Kirche St. Martin-in-the-Fields. Sie wurde in den Jahren 1721 bis 1726 nach den Plänen des Architekten James Gibbs gebaut. In der Kirche finden häufig Konzerte statt; zu den dort auftretenden Orchestern zählen unter anderem die Academy of St. Martin in the Fields und New Trinity Baroque aus den USA. In der Krypta wurde ein Café eingerichtet, in dem manchmal Jazz-Gruppen auftreten. Die Pfarrei beherbergt auch einen der berühmtesten Kirchenchöre der Welt.
London beheimatet fünf professionelle Symphonieorchester. Diese sind das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, die Philharmonia und das BBC Symphony Orchestra. Der Höhepunkt eines jeden Jahres ist die von der BBC weltweit übertragene “Last Night of the Proms“ aus der Royal Albert Hall.
Museen
Royal Albert Hall
Royal Albert Hall
Zu den größten und bekanntesten Museen weltweit zählt das British Museum in Bloomsbury. In ihm befinden sich über sechs Millionen Ausstellungsstücke. Dort kann man sich Sammlungen mit ägyptischen und klassischen Antiquitäten, Schätze aus dem Reich der Sachsen, aber auch zeitgenössischen Artefakte ansehen. Berühmt ist auch der Reading Room, ein kreisrunder Lesesaal, in dem schon Mahatma Gandhi und Karl Marx studierten. Rechtzeitig zum Millennium ist der Queen Elizabeth II Great Court festiggestellt worden. Es ist der größte überdachte Innenhof Europas.
Das Victoria and Albert Museum im Stadtteil South Kensington verfügt über eine Sammlung von Kunstschätzen aus aller Welt, darunter Skulpturen, Kleidung und Kostüme, kostbare Porzellan- und Glasgefäße, Möbelstücke und Musikinstrumente. Nahe befinden sich das Science Museum London und die Museen für Geologie und Naturgeschichte auch Naturhistorisches Museum (Natural History Museum). Auf der anderen Seite der Stadt, direkt in der City, liegt das Museum of London, dessen Ausstellungen die Entwicklung Londons von seinen Anfängen bis zum heutigen Tag zeigt.
Die National Gallery am Trafalgar Square besitzt eine vielfältige Gemäldesammlung, die von den frühen Anfängen in Italien bis hin zu Werken von Cézanne und Seurat reicht. Nebenan ist die National-Portrait-Galerie, in der über 9.000 Porträts ausgestellt sind. Im Jahre 1897 ist die Tate Gallery auf der Uferstraße zwischen Chelsea und Westminster eröffnet worden. Sie umfasst die größte Sammlung britischer Gemälde vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gegenüber der Saint Paul’s Cathedral ist im Juni 2000 die Tate Modern, ein Ableger der Tate Gallery, eröffnet worden.
Weitere bekannte Mussen und Ausstellungen sind Madame Tussaud's Waxworks, das National History Museum, die Cabinet War Rooms, das Medievel Archery Museum, das Imperial War Museum, Somerset House und in der Baker Street 221B das Sherlock Holmes Museum.
Bauwerke
Somerset House
Somerset House
Am westlichen Ende von London steht die Saint Paul's Cathedral und am nördlichen Ufer der Themse befindet sich der Tower von London, eine Festung der Normannen, die von Wilhelm dem Eroberer zur Verteidigung seiner neuen Ländereien Ende des 11. Jahrhunderts angelegt wurde. Die in der Nähe gelegene Tower Bridge zählt zu den Wahrzeichen von London.
Westlich davon verläuft die London Bridge; sie ist an Stelle der einzigen Brücke errichtet worden, die bis Ende des 18. Jahrhunderts die Themse in der Stadt überquerte. Bekanntester Turm in London ist der 98 Meter hohe Glockenturm, in dem sich Big Ben befindet, die 13. Glocke, die die Stunde schlägt. Er ist ein Teil des Palace of Westminster, dem Sitz des Parlaments. Am nördlichen Ufer der Themse findet man die Docklands, zu denen auch Canary Wharf mit dem Wolkenkratzer 1 Canada Square gehört.
Die altertümlichen Inns of Court, der Gerichtsbezirk, in dem sich viele Anwälte und Rechtsberatungsfirmen niedergelassen haben liegen im Westen und Nordwesten der City. Die Fleet Street, früher einmal Sitz der britischen Landespresseagentur, die heute in andere Teile der Stadt umgezogen ist, befindet sich im Westen der City. Den Stadtteil Bloomsbury, den eine berühmte Gruppe literarischer Intellektueller aus den 1920er Jahren dank seiner Nähe zur Universität in London und dem British Museum zu ihren Lieblingsplatz auserkoren hatte, kann man im Nordwesten besuchen.
Im Süden von West End liegt der Verwaltungsbezirk Londons, der Regierungsbezirk mit der Whitehall, dem Parlamentssitz (offizieller Name: Palace of Westminster), der St James's Palace (Wohnsitz des Prince of Wales) sowie der Buckingham Palace mit dem Ritual der Wachablösung, die Residenz der Königin in London. Die Stadtbezirke Knightsbridge und Kensington, beides äußerst elegante Wohnviertel besitzen vielen Sehenswürdigkeiten, darunter das Warenhaus von Harrods und die Royal Albert Hall.
Der Palast des Erzbischofs von Canterbury (Lambeth Palace) befindet sich im Süden von West End, am anderen Flussufer und in dessen Nähe der South Bank Arts Complex, zu dem auch die Royal Festival Hall gehört. Ganz in der Nähe liegen weitere Wohngebiete, die eng mit der Geschichte verknüpft sind, wie unter anderem Clapham, Dulwich, Greenwich und Wimbledon. Letzteres ist eine der ältesten Siedlungen der Stadt und Greenwich ist Namensgeber für die Greenwich Mean Time. Sie war früher die Hauptuhrzeit, von der die Uhrzeiten in der gesamten Welt berechnet wurden.
In Wandsworth befindet sich eines der markantesten und zugleich umstrittensten Wahrzeichen Londons, die Battersea Power Station. Das 1939 in Betrieb genommene Kraftwerk wurde durch das Pink Floyd-Album Animals weltberühmt und soll nun umfangreich restauriert werden.
Im Januar 2000 erregte die Eröffnung des London Eye-Riesenrades großes Aufsehen. Die Anlage, die mit einer Höhe von 137 Metern das höchste Riesenrad der Welt ist, sollte bereits zum Jahreswechsel fertig gestellt werden. Aufgrund von Sicherheitsmängeln ist das 35 Millionen Pfund Sterling teure Riesenrad aber erst einige Wochen später in Betrieb genommen worden.
Kurz nach dem Bau des Eiffelturms wollte man auch in London einen ähnlichen Turm bauen, den sogenannten Watkins Tower. Allerdings blieb er ein Turmstumpf, der 1907 abgerissen wurde. Der 1950 errichtete Crystal Palace Tower, ein 222 Meter hoher Sendeturm ohne Aussichtsplattform trägt wegen seiner Bauweise den Spitznamen "Londoner Eiffelturm".
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Abbey Road Studios, der Kensington Palace, der Stadtbezirk Covent Garden, der Sitz des Premierministers in Downing Street No. 10, Hampton Court Palace, das Riesenrad London Eye, der Platz Piccadilly Circus, der Stadtteil Soho mit seiner Chinatown, die Temple Church, Westminster Abbey sowie Carnaby Street und Whitehall.
Parks
Whitehall
London besitzt eine große Anzahl von luxuriösen Grünanlagen. Über 200 Parkanlagen breiten sich auf rund 220 Quadratkilometern aus. Die Royal Parks waren einst den englischen bzw. britischen Monarchen vorbehalten und wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in öffentlich zugängliche Parkanlagen umgewandelt.
Der bekannteste der "Royal Parks" ist der Hyde Park mit der Marble Arch und dem Speakers' Corner, der an die Kensington Gardens angrenzt, ist früher als die „Lunge Londons” bezeichnet worden. Von eleganten Wohngebäuden umgeben, die für den Prinzregenten entworfen wurden, ist der Regent's Park im Norden des West End. Dieser Park umfasst gleichzeitig auch den zoologischen Garten (London Zoo). Mitten im Stadtzentrum befinden sich der Green Park und der St. James's Park.
Im Januar 2001 ist der Thames Barrier Park fertig gestellt worden; die Anlage entstand bei den Stauwerken der Themse (Thames Barrier) auf alten Dockanlagen. In den äußeren Stadtbezirken von London befinden sich noch einige weitere ausgedehnte Grünflächen, wie der Greenwich Park, Richmond Park, Bushy Park, Hampstead Heath und die Kew Gardens.
Weltkulturerbestätten
Kew Gardens
Die UNESCO hat insgesamt vier Bauwerke bzw. bauliche Ensembles in London zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Diese sind:
- Das Ensemble bestehend aus Palace of Westminster, Westminster Abbey und St. Margaret's Church (1987)
- Tower of London (1988)
- Greenwich Park mit Queens's House, Royal Greenwich Observatory und Royal Naval College (1997)
- Royal Botanic Gardens (2003)
Sport
In London gibt es 13 professionelle Fußballklubs; die meisten sind nach dem Stadtteil benannt, in dem sie ihre Heimspiele austragen. In der Premier League sind folgende Mannschaften vertreten: Arsenal, Charlton Athletic, Chelsea, Fulham, Tottenham Hotspur und West Ham United. In der Football League Championship, der zweithöchsten Spielklasse, spielen Crystal Palace, Millwall und Queens Park Rangers. Im legendären Wembley-Stadion fanden die Endspiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 und der Fußball-Europameisterschaft 1996 statt.
Sehr beliebt in London ist Cricket. Die Mannschaft des Middlesex County Cricket Club spielt in Lord's, dem berühmtesten Cricketstadion der Welt, welches dem Marylebone Cricket Club gehört, die Mannschaft des Surrey County Cricket Club im Stadion The Oval.
In Wimbledon findet jeweils im Juni das wichtigste der Grand Slam-Tennisturniere statt. Im Twickenham-Stadion finden nationale und internationale Rugby-Spiele statt. Im April wird jeweils der London Marathon durchgeführt, einer der beliebtesten Marathonläufe der Welt überhaupt.
Mit der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2012 an die britische Hauptstadt ist London die erste Stadt, welche zum dritten Mal - nach 1908 und 1948 - Austragungsort der Spiele sein wird.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
1948
1948]
In London haben die produzierenden Industriezweige seit vielen Jahren an Bedeutung verloren. Gegenwärtig sind lediglich noch 10 Prozent der Arbeitnehmer in diesem Sektor beschäftigt. Die Druck- und Verlagsindustrie schreibt noch die besten Umsatzzahlen. Sie stellt ein Viertel der oben genannten Arbeitsplätze und hat einen Anteil von einem Drittel an der gesamten Produktion in London.
Die High-Tech-Industrie, die auf elektronische und pharmazeutische Erzeugnisse spezialisiert ist, arbeitet erfolgreich mit hohen Umsätzen. Viele der Industriebetriebe, die sich überwiegend in den äußeren Stadtbezirken befinden, tendieren dazu, sich völlig aus London zurückzuziehen. Im Sektor der Leichtindustrie sind Bekleidungswerke und Brauereien vertreten.
Über den Hafen von London werden im Gegensatz zu früher nur noch zehn Prozent des Binnen- und Außenhandels Großbritanniens abgewickelt. Seit 1971 ist die wirtschaftliche Wachstumsrate der Stadt mit 1,4 Prozent geringer als die des gesamten Landes in einer Höhe von 1,9 Prozent. Trotzdem weist London eine positive Handelsbilanz auf, was überwiegend auf den Dienstleistungssektor – insbesondere die Bereiche Finanzdienstleistungen und Tourismus – zurückzuführen ist. Jährlich besuchen etwa 20 Millionen Touristen die Stadt.
Die Internationale Börse Großbritanniens und der Republik Irland befindet sich in der City of London. Die Aufhebung der Regulierungen, bekannt unter dem Begriff Big Bang, ermöglichte 1986 den Einstieg in die moderne Welt des elektronischen Finanzwesens. Die Warenbörse London Metal Exchange ist die größte der Welt, die Wertpapierböse London Stock Exchange belegt weltweit den dritten Platz hinter New York und Tokio. London ist einer der drei globalen Finanzplätze.
Ein anderer Dienstleistungsbereich sind die Versicherungen, denen die Stadt seit über 300 Jahren ihren Wohlstand verdankt. Lloyd's ist die bekannteste Institution, nicht als Versicherungsgesellschaft im eigentlichen Sinn, sondern als eine Börse für Versicherungsverträge. Es ist eine Aktiengesellschaft von Versicherern, die fast jede Art von Versicherungen auf dem internationalen Markt übernimmt.
Eine Besonderheit der Londoner Stromversorgung stellte der Einsatz der HGÜ Kingsnorth, der bis heute einzigen innerstädtischen Anlage zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung dar. Diese 1975 in Betrieb genommene Anlage muss sich offenbar nicht sehr bewährt haben und wurde inzwischen stillgelegt.
Verkehr
Alle Verkehrsträger der Stadt (außer den Flughäfen und den Eisenbahnen) werden durch die Verkehrsgesellschaft Transport for London koordiniert und reguliert.
Luftverkehr
Transport for London
London ist weltweit das wichtigste Zentrum des internationalen Luftverkehrs. Die fünf Londoner Flughäfen Heathrow, Gatwick, Luton, Stansted und City Airport fertigen jährlich über 120 Millionen Passagiere ab. Heathrow und City Airport befinden sich innerhalb der Grenzen von Greater London, die übrigen außerhalb. Gatwick, Heathrow und Stansted werden durch Airport-Express-Züge mit der Innenstadt verbunden.
Daneben existieren in und um London mehrere Flugplätze für privaten und kommerziellen Luftverkehr. Dies sind Northolt Aerodrome, Biggin Hill Airport, Manston Airport und Southend Airport.
Von London fand der allerletzte Flug des Überschall-Passagierflugzeugs Concorde statt. Die Maschine mit der Kennung G-BOAF startete am 26. November 2003 unter Leitung von Chefpilot Mike Bannister von London-Heathrow ins Museum nach Filton nahe Bristol.
Eisenbahn
Bristol
Das britische Schienennetz ist weitgehend auf London zentriert. Insgesamt acht große Kopfbahnhöfe in der Innenstadt bilden das Zentrum des englischen Bahnnetzes. Diese sind: Charing Cross, Euston, King's Cross, Liverpool Street, Paddington, St Pancras, Victoria und Waterloo. Hinzu kommt der Durchgangsbahnhof London Bridge.
Geringere Bedeutung haben die Bahnhöfe Cannon Street, Fenchurch Street, Marylebone und Moorgate. Der Bahnhof Clapham Junction im Stadtteil Wandsworth ist außerhalb Großbritanniens zwar relativ unbekannt, ist aber mit 2.000 Zugbewegungen täglich der meistbefahrene Bahnhof Europas.
Von Waterloo fährt zudem der Eurostar, der durch den Eurotunnel London mit Paris und Brüssel verbindet. In einigen Jahren, wenn die Hochgeschwindigkeitsstrecke Channel Tunnel Rail Link nach London fertig gestellt ist, werden die Eurostar-Züge im Bahnhof St. Pancras enden. Zusätzlich entstehen die Eurostar-Bahnhöfe Stratford International im Stadtteil Stratford und Ebbsfleet im Nordwesten von Kent.
Fast alle Vorortszüge enden in einem der Kopfbahnhöfe. Ausnahme ist Thameslink, eine S-Bahn-ähnliche Strecke in Nord-Süd-Richtung durch die Innenstadt. Eine weitere Verbindung in Ost-West-Richtung namens Crossrail befindet sich in der Planungsphase.
U-Bahn und Straßenbahn
Crossrail
Die London Underground (the Tube), deren erstes Teilstück am 10. Januar 1863 eröffnet wurde, ist die älteste und mit einer Länge von 415 Kilometern auch die längste U-Bahn der Welt. Südlich der Themse gibt es weitaus weniger U-Bahnlinien als im Norden. Der Grund liegt in der für den Tunnelbau ungünstigen Geologie südlich des Flusses. Der Süden von London wird stattdessen mit einem engmaschigen Netz von oberirdischen Vorortseisenbahnen erschlossen.
Die Docklands Light Railway, eine vollautomatische Stadtbahn, erschließt das ehemalige Hafengebiet Docklands. Mehrere Verlängerungen befinden sich in Bau oder sind geplant. Am 23. März 1861 fuhr die erste Pferdestraßenbahn durch London und am 4. April 1901 die erste elektrische Straßenbahn. Der Betrieb ist am 5. Juli 1952 eingestellt worden. Nach einer Zwangspause von fast 50 Jahren wurde am 10. Mai 2000 die Straßenbahn in London wieder eingeführt; Tramlink erschließt den südlichen Stadtteil Croydon und umliegende Gebiete. Geplant ist zudem eine Straßenbahnlinie durch das Stadtzentrum (Camden Town/ King's Cross - Euston - Waterloo - Elephant & Castle - Brixton/ Peckham).
Straßenverkehr
Auch der Straßenverkehr konzentriert sich auf London. Die wichtigsten Fernverkehrsstraßen und Autobahnen treffen in London aufeinander (siehe auch Straßensystem in Großbritannien). In den Außenbereichen von Greater London beginnen folgende Autobahnen: M1 nach Norden, M11 nach Nordosten, M2 und M20 nach Südosten, M23 nach Süden, M3 nach Südwesten, M4 nach Westen und M40 nach Nordwesten. Alle Autobahnen werden durch die M25 miteinander verbunden, eine rund um Greater London verlaufende Ringautobahn.
Um das Stadtzentrum herum führt eine Ringstraße, die sich aus der A406 (North Circular Road) und der A205 (South Circular Road) zusammensetzt.
A205
Im Februar 2003 führte Transport for London die City-Maut London Congestion Charge ein. Das Befahren der Mautzone in der Innenstadt mit PKWs und LKWs kostet acht Pfund (bis Juli 2005 fünf Pfund). Ausgenommen sind Busse, Taxis, Feuerwehr, Polizei, Ambulanzen, Fahrräder, Motorräder und mit Alternativenergien betriebene Fahrzeuge. Seit der Einführung hat sich der motorisierte Verkehr um etwa ein Drittel reduziert.
Busse und Taxen
Charakteristisch für London sind zudem die roten Doppeldeckerbusse. Der Busverkehr ist vollständig privatisiert; die einzelnen Gesellschaften sind aber gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Busse im traditionellen Rot anzustreichen. Die alten Routemaster-Doppelstockbusse sind bis circa 2006 noch unterwegs und werden allmählich durch Gelenkbusse (bendy buses) von Mercedes-Benz ersetzt. Zwischen dem 16. Mai 1931 und dem 8. Mai 1962 verkehrten Trolleybusse in der Stadt.
London ist auch bekannt für die schwarzen Taxis. Um die begehrten Taxilizenzen für die Innenstadt zu erhalten, müssen die zukünftigen Fahrer einen anspruchsvollen Test bestehen. Dabei müssen sie sämtliche Straßen in einem Radius von sechs Meilen rund um Charing Cross auswendig kennen. Die Taxis in den Außenbezirken sind weniger stark reglementiert.
Bildung
Universitäten
Charing Cross
Die Universitäten und Hochschulen in London können auf eine lange Geschichte zurückblicken. London ist auch die Stadt mit den meisten Studenten. Die Universitäten Londons können in zwei Gruppen eingeteilt werden.
Die föderal organisierte University of London ist mit über 100.000 Studenten die größte Universität Europas. Sie besteht aus über 50 Colleges und Instituten, die über einen hohen Grad an Autonomie verfügen. Die größten und prestigeträchtigsten Colleges sind University College London, Imperial College, King's College, Queen Mary und die London School of Economics and Political Science. Kleinere Schulen und Institute sind auf bestimmte Wissensgebiete spezialisiert, wie die School of Oriental and African Studies, das Institute of Education und das Birkbeck College.
Daneben existieren weitere Universitäten, die nicht der University of London angeschlossen sind. Einige waren früher Technische Hochschulen, bis sie 1992 durch eine Gesetzesänderung den Status einer Universität erhielten wie z.B. die University of East London , während andere lange vor der der Gründung der University of London entstanden waren. Zu diesen zählen die City University im historischen Stadtzentrum, die Middlesex University im Norden Londons und die Brunel University im Westen Londons.
Kunstschulen
Brunel University
London ist das britische Zentrum der künstlerischen Ausbildung. Die vier Konservatorien sind das Royal College of Music, die Royal Academy of Music, das Trinity College of Music und die Guildhall School of Music and Drama. Auf die Schauspielerei spezialisiert sind die Royal Academy of Dramatic Arts (RADA), und die Central School of Speech and Drama.
Mit Kunst befassen sich das Central Saint Martins College of Art and Design, die Chelsea School of Art und die Camberwell School of Art (alle Bestandteil der University of the Arts), daneben auch das Goldsmith's College und die Slade School of Art (beide Bestandteil der University of London) sowie das Royal College of Art und die Wimbledon School of Art. Die ehemalige Hornsey School of Art ist heute ein Teil der Middlesex University.
Medizin und Forschung
Es gibt zahlreiche medizinische Fakultäten in London. Einige bestehen schon seit Jahrhunderten, darunter Queen Mary's School of Medicine and Dentistry, Guy's Hospital und St Thomas' Hospital. Das Imperial College ist ein führendes Zentrum der wissenschaftlichen Forschung und ist von der Reputation her mit dem MIT zu vergleichen. Ebenfalls von Bedeutung ist die Royal Institution.
Persönlichkeiten
London ist der Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Zu den bekanntesten gehören unter anderem mehrere britische Monarchen, die Premierminister Benjamin Disraeli, Clement Attlee, John Major, der Fußballer David Beckham, die Popsänger David Bowie, Phil Collins und Elton John, die Schauspieler Charlie Chaplin, Hugh Grant und Peter Ustinov, der Regisseur Alfred Hitchcock, der Theologe Thomas Morus, der Astronom Edmond Halley, die Supermodels Naomi Campbell und Kate Moss.
Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten aus London
Literatur
- Chris Ellmers and Alex Werner: Dockland life : a pictorial history of London's docks 1860 - 2000, Museum of London., NA (1. Aufl. 1991) Edinburgh [u.a.] : Mainstream 2000, 221 S., ISBN 1-8401-8318-7
- Doreen Evenden: The midwives of seventeenth-century London, Cambridge [u.a.] : Cambridge University Press 2000, 260 S., ISBN 0-521-66107-2
- Edward Impey and Geoffrey Parnell: The Tower of London. The official illustrated history, London : Merrell 2000, 128 S., ISBN 1-85894-106-7
- Ralf Nestmeyer: "London. Ein Reisehandbuch." Michael-Müller-Verlag, Erlangen 2004, ISBN 3-89953-187-6
- London suburbs, Einführung von Andrew Saint, London : Merrell Holberton [u.a.] 1999, 240 S., ISBN 1-85894-077-x
- Dale H.Porter: The Thames embankment : environment, technology, and society in Victorian London, Ohio : University of Ohio, Akon Press 1998. - XVI, 318 S., ISBN 1-88483-628-3
- Malcolm Thick, The Neat House gardens : early market gardening around London, Totnes, Devon : Prospect Books 1998, 175 S., ISBN 0-907325-78-5
Weblinks
- [http://www.london.gov.uk/ Offizielle Seite der Stadt London] (englisch)
- [http://www.routenplaner24.de/city/,0,,London,GB,-208614.957929,271607.213926.htm Stadtplan von London]
- [http://www.londonleben.co.uk Deutsche Seite mit vielfältigen Informationen über London]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Vereinigtes_K%c3%b6nigreich/England/St%c3%a4dte/London/ Linkliste zu London]
Kategorie:Ort in England
Kategorie:Hauptstadt in Europa
Kategorie:Ort mit Seehafen
als:London
fiu-vro:London
ja:ロンドン
ko:런던
ms:London
simple:London
th:ลอนดอน
zh-min-nan:London
Erster Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg war ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien geführt wurde und über 9 Millionen Menschenleben forderte.
Überblick
Er wurde zunächst zwischen den Mittelmächten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn auf der einen Seite und den Entente-Mächten Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen.
Wider Willen kam Belgien als Opfer hinzu, in das die Deutschen ungeachtet der belgischen Neutralität aufgrund des Schlieffenplans einmarschierten. Im Verlauf des Krieges wurden die Mittelmächte durch das Osmanische Reich und Bulgarien verstärkt, während auf alliierter Seite die Staaten Japan, Italien, Portugal, Rumänien und die USA in den Krieg eintraten. Im Ersten Weltkrieg entluden sich die machtpolitischen Gegensätze der europäischen Großmächte, die zu einer enormen Aufrüstung geführt hatten.
Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien, in denen insgesamt 1,35 Milliarden Menschen lebten, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand.
Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg weltweit auslöste, und der Folgen, die noch heute spürbar sind, gilt er bei vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.
Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts
Der Krieg begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Am 30. Juli befahl Russland die Generalmobilmachung zur Unterstützung Serbiens. Daraufhin erklärte das Deutsche Reich als Bündnispartner Österreich-Ungarns Russland am 1. August den Krieg. Am Abend des selben Tages überschritten russische Kavallerie-Abteilungen die ostpreußische Grenze.
Vorausgegangen war ein Attentat in Sarajewo am 28. Juni 1914, bei dem der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau ermordet worden waren und hinter dem die Mitglieder der verschworenen serbischen Geheimloge „Schwarze Hand“ vermutet wurden. In einem Ultimatum vom 23. Juli 1914 verlangte die österreichisch-ungarische Regierung in Wien Genugtuung von der serbischen Regierung in dem sie u.a. forderte, eine gerichtliche Untersuchung gegen die Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni einzuleiten und von der | | |