:: wikimiki.org ::
| Mai-Unruhen |
Mai-UnruhenDie sogenannten Mai-Unruhen, die 1968 wegen der Schließung einer Fakultät der Pariser Universität Sorbonne ausbrachen, gelten als Beginn der gewalttätigen Studentenunruhen der 68er-Bewegung in Frankreich.
Vorspiele
Bereits im November des Jahres 1967 verlangten mehrere politisch aktive Studentengruppen eine Verbesserung der Studienbedingungen, oder kritisierten anderweitig den Gaullismus, den französischen Konservativismus, was in der Administration jedoch ohne Gehör blieb. In Nantes (Besetzung des Justizpalastes) und in Jussieu (nahe Lyon) war es bereits zu mehreren Aktionen und Demonstrationen gekommen.
In Nanterre, einer Trabantenstadt von Paris, kam es zu Protesten von Studenten gegen auf dem Campus anwesende Polizei in Zivil. Im Januar 1968 wurden diese von Studenten fotografiert, und ihre Portraits als Schilder bei Demonstrationen getragen. Vorlesungen etwa der Soziologie wurden gestört. Am 14. Februar wurden dort Studentenheime besetzt.
Im März streikten Arbeiter der Garnier-Werke in Redon und der Streik griff auf die ganze Stadt über.
Als die sogenannte Bewegung 22. März, die sich u.a. als von Theorien des Situationismus inspiriert verstand, in der Universität von Nanterre das Verwaltungsgebäude besetzte, um z.B. den freien Zugang von Studenten zu Unterkünften von Studentinnen (und umgekehrt) zu erhalten, also die Aufhebung der Geschlechtertrennung, war einer der führenden Sprecher Daniel Cohn-Bendit, der später als Dany le Rouge in den folgenden Monaten und Ereignissen in der Presse hauptsächlich als Redner fungierte.
Die Studenten grenzten sich von den Stalinisten der KPF wie von anderen linken Organisationen ab, die zunehmend Einfluss auf den Protest zu nehmen versuchten. Die Aktionen stellten auch eine leidenschaftliche Stellungnahme gegen den nach Meinung vieler Studenten um sich greifenden Materialismus dar.
Aus einem Flugblatt, das in Nanterre zu dieser Zeit verteilt wurde:
Die Ideen verbessern sich. Die Bedeutung der Worte nimmt daran teil. Alles, was diskutierbar ist, muss diskutiert werden. Das Blau wird solange grau bleiben, wie es nicht wieder erfunden ist. Weitersagen! Genossen, es ist an euch, zu spielen.
Mai 68
Am 3. Mai 1968 besetzten politisch linksstehende Studierende der Sorbonne die Räume der Universität, nachdem eine Versammlung in der Universität verboten worden war. Wegen der Gefahr, dass es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit rechtsstehenden Studierenden kommen könnte, ließen die Pariser Autoritäten die Gebäude am 3. Mai durch die Polizei räumen. 200 Studierende wurden verhaftet und abtransportiert. Daraufhin begannen heftige Unruhen im Quartier Latin.
Einige Tausend Protestierer lieferten sich Strassenschlachten mit der zunehmend überforderten Polizei. 600 Personen wurden festgenommen. Als Reaktion rief die Gewerkschaft der Universitäten und die Studentengewerkschaft am 5. Mai zu einem Hochschulstreik auf. Die KPF distanzierte sich jedoch von den Protesten.
Am 6. Mai kam es wieder zu Demonstrationen, die bis zum Abend in Krawalle umschlugen. Mehr als 10.000 Demonstranten begannen, Barrikaden zu errichten, Autos wurden umgeworfen. Beteiligt waren neben den Studenten Arbeitslose, Schülern, Rocker und Arbeiter, Einwanderer, zumeist Männer, und einige Frauen. Die Medien fanden zunächst keine Anführer der Bewegung für Interviews oder Statements vor. Die Demonstrationen und Krawalle gingen in den folgenden Tagen weiter, die Polizei reagierte repressiv. Obwohl auch Autos der Anwohner in Flammen aufgingen, reagierten diese oft solidarisch und versorgten Protestierer mit Nahrung oder boten Fluchtmöglichkeiten.
Am 10. Mai wurden 60 Barrikaden im gesamten Gebiet zwischen Boulevard St. Michel, der Rue Claude Bernard, der Rue Mouffetard, und dem Pantheon errichtet, vor allem entlang der Rue Gay-Lussac. Nachts um 2 begann die Polizei, das Gebiet zurückzuerobern. Es gab hunderte Verletzte und 500 Festnahmen. Die Schlagzeilen der Zeitungen waren von den Ereignissen bestimmt.
Es folgte eine unglaubliche Solidarisierung mit den Pariser Studenten erst in ganz Frankreich, kurz darauf in ganz Europa.
Erstmals solidarisierte sich auch die Arbeiterbewegung mit den Studierenden. Die französischen Gewerkschaften, außer der kommunistischen CGT, die das alles für eine gesteuerte Aktion rechter Kreise betrachtete, organisierten ihrerseits Kundgebungen.
Am 13. Mai riefen alle Gewerkschaften ausser der stalinistischen CGT zu einem Generalstreik aus Protest über das harte vorgehen der Polizei aus. Die Empörung der Bevölkerung richtete sich weniger gegen die Sachbeschädigungen und Proteste, mehr gegen die zahllosen Schwerverletzten unter den Demonstranten, Gerüchte über Tote machten die Runde.
Premier Pompidou kündigte daraufhin die Freilassung der Studenten an und liess die Polizei abziehen. Die inmitten des Barrikadengebiets liegende Sorbonne wurde nun wieder besetzt und die Teilnehmer des Protestes dorthin eingeladen. An einer Demonstration der Gewerkschaften und Studenten beteiligten sich nahezu 1 Million Menschen.
Situationistisch inspirierte Parolen (Die Fantasie an die Macht, Nimm deine Wünsche für Wirklichkeit, Gewerkschaften sind Bordelle, Die Macht den Arbeiterräten) wurden nun in ganz Paris überall auf Wänden und Plakaten angebracht. Eine oft wiederholte Parole war Solidarität von Arbeitern und Studenten. Überall in Paris waren teils handgeschriebene Zettel und Wandzeitungen angebracht, auf denen politische Forderungen diskutiert wurden. In der besetzten Sorbonne wie auch auf den Strassen versammelten sich immer wieder Gruppen von Menschen, um Neuigkeiten auszutauschen und die Lage zu erörtern.
Weitere Fakultäten und Hochschulen wurden am 14. Mai besetzt, etwa die Akademie der Künste von Nanterre, das Konservatorium für dramatische Kunst, oder die medizinische Fakultät. Schwarze (Anarchismus) und rote (Kommunismus) Fahnen wehten von den besetzten Gebäuden und bei Demonstrationen. Die linken Parteien und Organisationen reagierten zunächst zurückhaltend, versuchten dann aber zunehmend, Einfluss auf den Verlauf der Geschehnisse zu nehmen und die Proteste in geordnete Bahnen zu bringen.
Gegen Abend des 14. Mai begannen dann Arbeiter bei Renault, ihre Fabrik zu besetzen, und schlossen die Verwaltung dabei in ihren Räumen ein. Am 15. Mai folgten die Arbeiter der Flugzeugfabrik Aviation-Sud ihrem Beispiel, und Studenten kamen zu den Streikposten, um ihre Solidarität zu demonstrieren. Am 16 Mai begannen Arbeiter der "Neuen Vertriebsgesellschaft der Pariser Presse" ihren wilden Streik. Der Streik griff auf immer mehr Unternehmen über, erst in Paris, dann zunehmend auch in anderen Städten.
Das Besetzungskomitee ruft zur sofortigen Besetzung aller Fabriken und zur Bildung von Arbeiterräten auf.
(Aufruf des sog. Besetzungskomitees an der Sorbonne, das dort von einer Vollversammlung gewählt worden war).
Frankreich erlebte nun den ersten wilden Generalsstreik der Geschichte, der sich fast einen Monat hinzog.
Die Regierung, aber auch die CGT setzte sich immer wieder für eine Beendigung der Streiks ein. Am 27. Mai wurde ein Vertreter der CGT ausgepfiffen, als er bei Renault Abkommen vorlegte, die zwischen Regierung, Unternehmen und Gewerkschaft ausgehandelt worden waren.
Von der CGT wurde eine sog. "Volksregierung" gefordert.
Auswirkungen
Die französische Politik, die von den Ereignissen überrascht wurde, reagierte erst, als in den meisten französischen Universitätsstädten fast bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. De Gaulle hatte die Erledigung der Ereignisse dem damaligen Premierminister Georges Pompidou überlassen. Als aber bald das gesamte Land von den Ereignissen betoffen war versicherte sich der Staatschef gar noch einmal ausdrücklich der Unterstützung des Militärs. Doch dann, am 24. Mai kündigte Charles de Gaulle die von den Studenten geforderten Reformen im Bildungswesen an, sowie Lohnerhöhungen für die Streikenden.
Pompidou kündigte ob der vermeintlichen Unzufriedenheit in der Bevölkerung alsbaldige Neuwahlen an, die die regierenden Gaullisten mit 358 von 487 Sitzen jedoch noch stärker als zuvor machte.
Am 30. Mai gab es noch einmal einen Marsch von etwa einer Million konservativer Gegner der Unruhen, angeführt von André Malraux und Michel Debré zum Regierungssitz.
Viele französische Universitäten, die bis dahin in oft jahrhundertealten Gebäuden in den Innenstädten residiert hatten, wurden in der Folge der Unruhen gezwungen, in weit abgelegene Vororte umzuziehen. Staatliche Stellen sahen die Studenten und somit ihre Institution Universität pauschal als potentielle Unruhestifter an. Sie sollten aus den unübersichtlichen, "sensiblen" Stadtzentren verschwinden. So zog beispielsweise fast die gesamte Universität Bordeaux 1968 von Bordeaux in den verschlafenen Vorort Talence. Bezeichnenderweise blieben nur die als staatstragend angesehenen Fachbereiche Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften in Bordeaux zurück.
Die französischen Philosophen Gilles Deleuze und Jean Baudrillard unterrichteten beide zu dieser Zeit Studenten und verfolgten ihre Diskussionen, Baudrillard sogar in Nanterre. Sie wurden von den Ereignissen in ihrer späteren Philosophie stark geprägt.
Zitat
Der erste Eindruck war, als ob sich plötzlich ein riesiger Deckel hob, als ob plötzlich bisher zurückgehaltene Gedanken und Träume in das Reich des Wirklichen und Möglichen übertragen wurden. Indem sie ihre Umgebung verändern, verändern sich die Leute auch selbst. Leute, die es niemals gewagt haben, etwas zu sagen, bekamen plötzlich das Gefühl, daß ihre Gedanken das Wichtigste auf der Welt seien - und redeten auch so. Die Schüchternen wurden mitteilsam. Die Hoffnungslosen und Vereinsamten entdeckten plötzlich, daß gemeinsame Macht in ihren Händen lag. Die traditionell Apathischen erfuhren plötzlich, wie stark sie an der Sache beteiligt waren. Eine ungeheure Woge von Gemeinschaft und Zusammenhalt ergriff diejenigen, die sich selbst zuvor nur als vereinzelte und machtlose Marionetten angesehen hatten, die von Institutionen beherrscht wurden, die sie weder kontrollieren noch verstehen konnten. Die Leute machten sich jetzt ganz einfach daran, ohne jede Spur von Befangenheit miteinander zu reden. Dieser Zustand der Euphorie dauerte die ganzen vierzehn Tage an, in denen ich dort weilte. Eine Inschrift, die auf eine Mauer gemalt worden war, bringt das wohl am besten zum Ausdruck: "Schon zehn Tage Glück".
(Der Sozialist Maurice Brinton über die Diskussionen an der besetzten Sorbonne)
Siehe auch
Anarchismus, Außerparlamentarische Opposition, Generalstreik, Konsumgesellschaft, Mario Savio, Neue Linke,
Situationistische Internationale, Studentenbewegung, Zengakuren
Literatur
- Bookchin, Murray: Die Mai/Juni Ereignisse in Frankreich, in: 'Die Formen der Freiheit. Aufsätze über Ökologie und Anarchismus'.Seite 82-99.Wetzlar 1977. ISBN 3-88178-009-2. (aus anarchistischer Perspektive)
- Brinton, Maurice: Zeit der Kirschen. Pariser Tagebuch. in:DIE AKTION.Heft 175/180. Mai 1998. Edition Nautilus, Hamburg. ISSN: 0516-340X.(Anschaulicher Bericht eines libertären Sozialisten).
- Gilcher Holtey, Elisabeth: Die Phantasie an die Macht! Mai 1968 in Frankreich. Suhrkamp, Frankfurt 1995. (sehr zu Empfehlen!)ISBN 3-518-28780-X.
- Schulenburg, Lutz: Das Leben ändern, die Welt verändern! 1968 - Dokumente und Berichte. Edition Nautilus, Hamburg 1998. ISBN 3-89401-289-7. (Dokumente u.Berichte von den Protagonisten in Frankreich und vielen anderen Ländern, dieser internationalen Revolte).
- Stowasser, Horst: Paris Mai 1968, Kapitel 37 in: 'Freiheit Pur. Die Idee der Anarchie, Geschichte und Zukunft' Eichborn, Frankfurt 1995.ISBN 3-8218-0448-3. (Betrachtung des Beginns der Renaissance des Anarchismus).
- Vienet, Rene: Paris Mai '68. Wütende und Situationisten in der Bewegung der Besetzungen., Nautilus Verlag, 1977
Weblinks
- "Das Glück ist immer ein neuer Gedanke!" Der Mai 1968 in Frankreich
[http://www.libertaereszentrum.de/archiv/france68.html]
- [http://geogate.geographie.uni-marburg.de/parser/parser.php?file=/deuframat/deutsch/4/4_3/gilcher/start.htm Analyse des Mai 68]
- [http://www.infopartisan.net/archive/1967/266773.html] - Maurice Brinton: Paris Mai 1968]
- http://www.historyguide.org/europe/lecture15.html - 1968: The year of the barricades (engl.)
- [http://www.charles-de-gaulle.org/article.php3?id_article=254 Der Mai 68 aus der Sicht von Anhängern Charles de Gaulles]
- [http://gerard.homann.free.fr/mai_68.htm Fotos vom Mai 68]
- [http://dhost.info/photocanon/mai1968/ Mehr Fotos]
- [http://membres.lycos.fr/mai68/affiches/affiches.htm Plakate beim Mai 68]
Kategorie:Demonstration
Kategorie:Unruhen
Kategorie:1968
1968
Jahreswidmungen
- 1968 ist „Internationales Jahr der Menschenrechte“
Politik und Weltgeschehen
- 1. Januar: Willy Spühler wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: In der Angestelltenversicherung wird die Versicherungspflichtgrenze in Deutschland aufgehoben
- 1. Januar: Die Mehrwertsteuer wird in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Sie beträgt 10 %, ist aber für bestimmte Produkte (Nahrungsmittel, Druckerzeugnisse, ...) auf 5 % ermäßigt
- 2. Januar: Scheich Mohammed Abdullah, ehemaliger Regierungschef von Kaschmir, wird von der indischen Regierung freigelassen
- 30. Januar: Nordvietnamesische und Vietcong-Einheiten beginnen die Tet-Offensive. Die Offensive unter General Vo Nguyen Giap kommt für die amerikanischen und südvietnamesischen Truppen völlig überraschend. Besonders betroffen sind die Städte Saigon und Hue (das fast vollständig zerstört wird). Zwar scheitert die Offensive militärisch, aber sie ist sowohl politisch als auch psychologisch sehr wirksam. Danach regen sich starke Proteste gegen den Vietnamkrieg der USA in aller Welt und leiten den sukzessiven Rückzug der USA aus Vietnam ein (März 1973)
- 31. Januar: Nauru wird von Australien unabhängig
- 12. März: Gabun. Gründung der Einheitspartei „Parti Démocratique Gabonais“
- 12. März: Mauritius wird unabhängig
- 18. März: Der Kongress der USA hebt die Bestimmung auf, dass Goldreserven für US-Währung gebildet werden müssen
- 3. April: eine Gruppe um Andreas Baader und Gudrun Ensslin begeht in Frankfurt am Main einen Brandanschlag auf ein Kaufhaus
- 4. April: Martin Luther King wird in einem Hotel in Memphis (Tennessee) ermordet
- 11. April: Josef Bachmann fügt dem Studentenführer Rudi Dutschke lebensgefährliche Schussverletzungen zu
- 24. April: Mauritius wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 3. Mai: In Paris beginnt die Besetzung der Sorbonne (Universität)
- 6. Mai: Paris (Frankreich), erste Straßenschlacht um die besetzte Sorbonne (Mai-Unruhen)
- 17. Mai: Frankreich: Generalstreik dehnt sich auf gesamte Industriezweige aus
- 5. Juni: Ermordung von Robert Kennedy
- 7. Juni: Wien: Aktionisten sorgen in einer Universität für einen Skandal: Uni-Ferkelei
- 20./21. August: Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in der Tschechoslowakei (Ende des Prager Frühling)
- 6. September: Swasiland wird von Großbritannien unabhängig
- 17. September: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Italien
- 23. September: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Senegal. In Kraft seit dem 1. Juli 1969
- 24. September: Swasiland wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 12. Oktober: Äquatorialguinea erlangt die Unabhängigkeit von Spanien
- 24. Oktober: Barbados wird Mitglied in der UNESCO
- 25. Oktober: Mauritius wird Mitglied in der UNESCO
- 5. November: der Republikaner Richard Milhous Nixon gewinnt die Wahl zum 37. Präsidenten der USA
- 11. November: Malediven. Neue Verfassung
- 12. November: Äquatorialguinea wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 20. Dezember: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Iran
- 68er-Bewegung
- Veröffentlichung des Neuen Testaments der modernen Bibelübersetzung „Gute Nachricht“
- Die Hongkong-Grippe fordert ¾ bis 1 Millionen Menschenleben
Kultur
- 1. Januar: Uraufführung des Kurz-Dramas Ariadne von Boris Blacher in Berlin
- 8. Januar: Ein mutmaßlich Geistesgestörter ritzt im Pariser Louvre mit einem Messer durch das Gemälde „Die Jungfrau mit den Engeln“ von Peter Paul Rubens
- 3. April: Uraufführung der Operette Drottningen av Golconda (Die Königin von Golconda) von Franz Berwald am Königlichen Theater in Stockholm
- 3. Juni: Die radikale Frauenrechtlerin Valerie Solanas verübt ein Attentat auf Andy Warhol, bei dem dieser durch zahlreiche Schusswunden lebensgefährlich verletzt wird
- 29. September: Uraufführung der Oper Ulisse von Luigi Dallapiccola an der Deutschen Oper in Berlin
Katastrophen
- 1. Januar: Überschwemmungen im Bundesstaat Bahia in Brasilien. Über 200 Tote und rund 50.000 Obdachlose
- 15. Januar: Erdbeben in Sizilien, 231 Tote und 263 Verletzte, Opferzahlen sind Dank der Flucht der Menschen auf die Straßen nach einem ersten Beben verhältnismäßig gering
- 8. März: Explosion an Bord des sowjetischen U-Boots K-129, woraufhin es sinkt. 98 Besatzungsmitglieder finden den Tod. Auftakt zum Jennifer-Projekt, dem geheimen Versuch der CIA, ein sowjetisches U-Boot aus über 5.000 Metern Tiefe zu bergen
- 8. April: Flughafen Heathrow, London, Großbritannien. Ein Motor einer Boeing 707 der BOAC fing direkt nach dem Start an zu brennen. Nach der anschließenden geglückten Notlandung breitete sich das Feuer rasant aus. 5 Menschen starben, 117 wurden gerettet
- 20. April: Windhoek, Namibia. Absturz einer südafrikanischen Verkehrsmaschine. 129 Tote
- 3. Mai: Dawson, Texas, USA. Explosion einer Lockheed L-188 Electra in der Luft. Alle 88 Menschen starben
- 22. Mai: Paramount, Kalifornien, USA. Ein Hubschrauber vom Typ Sikorsky S-61, auf dem planmäßigen Flug von Disneyland, stürzte kurz vor der Landung ab. Alle 23 Personen starben
- 14. Juni: Der unter liberianischer Flagge fahrende Öltanker „World Glory“ bricht im Indischen Ozean in zwei Teile auseinander. Nur 9 der 35 Besatzungsmitglieder können sich retten
- 10. Juli: Pforzheim, Baden-Württemberg, Deutschland. Ein für Deutschland ungewöhnlich heftiger Tornado der Stärke F4 richtete in der Stadt und dem Umland erhebliche Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden an. 2 Menschen starben, über 200 Menschen wurden verletzt
- 11. Juli: Bitterfeld, DDR, Bei einem Explosionsunglück innerhalb der PVC Produktion im VEB Elektorchemischen Kombinat Bitterfeld starben 41 Menschen, 260 wurden verletzt
- 9. August: Pfaffenhofen, Deutschland. Eine Vickers Viscount 739A der British Eagle Airways zerbrach in der Luft aufgrund von Materialermüdungen. Alle 48 Menschen an Bord starben
- 14. August: Compton, Kalifornien, USA. Ein Hubschrauber vom Typ Sikorsky S-61 der Los Angeles Airways, auf dem Flug nach Disneyland, stürzte ab. Alle 21 Menschen starben
- 15. August: Erdbeben auf Celebes, etwa 68.200 Tote
- 31. August: Erdbeben der Stärke 7,3 im Iran, 12.000 bis 20.000 Tote
- 11. September: Nizza, Frankreich. Absturz einer Caravelle der Air France
- 24. Dezember: Bradford, Pennsylvania, USA. Absturz einer Convair CV 580 der Allegheny Airlines während der Landung in einem Schneesturm. 20 der 37 Menschen an Bord starben
- 31. Dezember: Port Hedland, Australien. Absturz einer Vickers Viscount 720 der Robertson-Miller-Airlines nach Abbruch der rechten Tragfläche. Alle 26 Menschen starben
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1. Januar: Das Neujahrs-Skispringen in Garmisch-Partenkirchen gewinnt der norwegische Skispringer Björn Wirkola
- X. Olympische Winterspiele in Grenoble, Frankreich
- XIX. Olympische Sommerspiele in Mexiko-Stadt, Mexiko
- Italien gewinnt die Fußball-EM im eigenen Land
Wissenschaft und Technik
- 2. Januar: Christiaan Barnard vollbringt im Groote-Schuur-Hospital von Kapstadt, Südafrika die zweite erfolgreiche Herztransplantation
- 11. Oktober: Mit Apollo 7 wird der erste bemannte Flug eines Apollo-Raumschiffs durchgeführt
- 21. Dezember: Start von Apollo 8. Mit Apollo 8 wird die erste bemannte Mondumkreisung durchgeführt
- 31. Dezember: Jungfernflug des ersten Überschall-Passagierflugzeuges Tupolew Tu-144. Die sowjetische Tu-144 fliegt am 5. Juni 1969 erstmals mit Überschall-Geschwindigkeit
- ASCII, der standardisierte Zeichensatz für Computer und andere Kommunikationseinrichtungen zur Textdarstellung wird als ANSI-Standard X3.4 eingeführt
- Georges Charpak erfindet einen Teilchendetektor, der in einer gasgefüllten Kammer eine große Anzahl parallel angeordneter Drähte zur besseren Orts- und Energieauflösung enthielt. Er revolutioniert damit den Teilchennachweis
- Gründung der Universität Dortmund
- 1. Januar: Cheb Hasni, algerischer Sänger († 1994)
- 1. Januar: Davor Šuker, kroatischer Fußballspieler
- 1. Januar: Joey Stefano, US-amerikanischer Porno-Darsteller († 1994)
- 1. Januar: Ceri Seel, walisischer Schauspieler
- 2. Januar: Hannes Trinkl, ehemaliger österreichischer Skirennfahrer
- 2. Januar: Anky van Grunsven, niederländische Dressurreiterin
- 2. Januar: Cuba Gooding Jr., US-amerikanische Schauspieler
- 3. Januar: Kent Carlsson, ehemaliger schwedischer Tennisspieler
- 4. Januar: Andreas Weiß, deutscher Autor, Regisseur und Produzent
- 4. Januar: Ernst Mader, ehemaliger österreichischer Profifußballer
- 5. Januar: Giorgi Baramidse, georgischer Staatsminister
- 5. Januar: DJ Bobo, schweizer DJ und Popmusiker
- 7. Januar: Simone Beckmann, deutsche Künstlerin
- 14. Januar: Andreas Sassen, deutscher Profi-Fußballspieler († 2004)
- 14. Januar: Karsten Mende, ehem. deutscher Eishockey-Profi, heute Manager
- 14. Januar: LL Cool J, US-amerikanischer Rapper
- 16. Januar: David Chokachi, US-amerikanischer Schauspieler
- 17. Januar: Swetlana Alexandrowna Masterkowa, ehemalige russische Leichtathletin
- 18. Januar: Armin Falk, deutscher Ökonom
- 19. Januar: Timo Lange, deutscher Fußballspieler
- 22. Januar: Franka Dietzsch, deutsche Leichtathletin
- 23. Januar: Petr Korda, ehemaliger tschechischer Tennisspieler
- 23. Januar: Alexander Zinn, deutscher Soziologe, Bundespressesprecher des Lesben- und Schwulenverbands
- 23. Januar: Tracy Lawrence, US-amerikanischer Country-Sänger
- 24. Januar: Michael Kiske, deutscher Rockmusiker und Schriftsteller
- 24. Januar: Mary Lou Retton, US-amerikanische Kunstturnerin
- 25. Januar: Matthias Wahls, deutscher Schachspieler
- 27. Januar: Tricky, britischer Musiker
- 27. Januar: Matt Stover, US-amerikanischer Footballspieler
- 27. Januar: Mike Patton, US-amerikanischer Sänger und Songwriter
- 28. Januar: Sarah McLachlan, kanadische Sängerin
- 29. Januar: Susi Erdmann, deutsche Rodlerin und Bobpilotin
- 30. Januar: Felipe von Spanien, spanischer Thronfolger
- 31. Januar: Markus Foser, ehemaliger liechtensteiner Skirennläufer
- 1. Februar: Javier Sánchez, ehemaliger spanischer Tennisspieler
- 1. Februar: Mark Recchi, kanadischer Eishockeyspieler
- 1. Februar: Lisa Marie Presley, US-amerikanische Sängerin
- 3. Februar: Mary Onyali, nigerianische Leichtathletin und Olympionikin
- 4. Februar: Astrid Klug, deutsche Politikerin
- 5. Februar: Marcus Grönholm, finnischer Rallyefahrer
- 7. Februar: Katja Kean, dänische Pornodarstellerin
- 7. Februar: Peter Bondra, slowakischer Eishockey-Profi
- 8. Februar: Georg Fahrenschon, deutscher Politiker
- 12. Februar: Josh Brolin, US-amerikanischer Schauspieler
- 14. Februar: Martin Bader, deutscher Fußball-Funktionär
- 15. Februar: Kaspar Henny, deutscher Gleitschirmpilot
- 18. Februar: Robert Orth, deutscher Politiker
- 19. Februar: Stochelo Rosenberg, niederländischer Sinti und Jazz-Gitarrist
- 20. Februar: Dirk Dufner, deutscher Fußball-Funktionär
- 21. Februar: Florian Meyer, deutscher Fußballschiedsrichter
- 22. Februar: Bradley Nowell, US-amerkianischer Sänger und Gitarrist († 1996)
- 22. Februar: Jeri Ryan, US-amerikanische Schauspielerin
- 24. Februar: Martin Wagner, deutscher Fußballspieler
- 24. Februar: Steven St. Croix, US-amerikanischer Pornodarsteller
- 25. Februar: Sandrine Kiberlain, französische Filmschauspielerin
- 26. Februar: Hennes Bender, deutscher Kabarettist
- 2. März: Chris Hülsbeck, deutscher Spieleentwickler und Musiker
- 3. März: Jörg Stiel, ehemaliger Schweizer Fußballspieler
- 3. März: Brian Leetch, US-amerikanischer Eishockeyspieler
- 3. März: Scott Radinsky, US-amerikanischer Sänger und Footballspieler
- 4. März: Patsy Kensit, englische Schauspielerin und Musikerin
- 5. März: Theresa Villiers, deutsche Europaabgeordnete
- 6. März: Smudo, deutscher Musiker
- 8. März: Wolfram Köhler, deutscher Politiker
- 8. März: Michael Bartels, deutscher Rennfahrer
- 9. März: Youri Djorkaeff, französischer Fußballspieler
- 10. März: Simone Violka, deutsche Politikerin
- 10. März: Michael Morgan, deutscher Schlagersänger
- 10. März: Tommy Denander, schwedischer Gittarist
- 11. März: Simone Buchanan, australische Schauspielerin
- 14. März: Gerd Audehm, deutscher Radfahrprofi
- 15. März: Sabrina Salerno, italienische Discosängerin
- 19. März: Khaled Mardam-Bey, jordanischer Softwareentwickler
- 20. März: Alexander Strehmel, deutscher Fußballspieler
- 21. März: Günter Vallaster, österreichischer Schriftsteller
- 23. März: Fernando Hierro, spanischer Fußballspieler
- 26. März: Laurent Brochard, französischer Radrennfahrer
- 26. März: Alessio Galletti, italienischer Radrennfahrer († 2005)
- 26. März: Kenny Chesney, US-amerikanischer Countrysänger
- 26. März: Jutta Müller, deutsche Windsurferin
- 29. März: Ulrich Kelber, deutscher Politiker
- 29. März: Lucy Lawless, neuseeländische Schauspielerin
- 30. März: Patrick Bach, deutscher Schauspieler
- 30. März: Céline Dion, franko-kanadische Popsängerin
- 31. März: Christian Liebig, deutscher Journalist († 2003)
- 1. April: Sergei Wassiljewitsch Lukjanenko, russische Science-fiction- und Fantasy-Autor
- 2. April: Garrelt Duin, deutscher Politiker und MdB
- 3. April: Bernd Karbacher, ehemaliger deutscher Tennisspieler
- 3. April: Sebastian Bach, US-amerikanischer Sänger
- 6. April: Konstantina Vassiliou-Enz, deutsch-griechische Radiomoderatorin
- 8. April: Patricia Girard-Léno, französische Leichtathletin und Olympionikin
- 8. April: Patricia Arquette, US-amerikanische Schauspielerin
- 15. April: Wano Merabischwili, georgischer Innenminister
- 15. April: Ed O'Brien, britischer Musiker
- 16. April: Andreas Hajek, ehemaliger deutscher Ruderer
- 16. April: Martin Dahlin, ehemaliger schwedischer Fußballspieler
- 18. April: David Hewlett, britischer Schauspieler
- 18. April: Thomas Eder, österreichischer Literaturwissenschafter
- 19. April: Johannes Flöck, deutscher Comedian und Moderator
- 19. April: Mswati III., König von Swasiland
- 19. April: Ashley Judd, US-amerikanische Schauspielerin
- 21. April: Tita von Hardenberg, deutsche TV-Moderatorin und -Produzentin
- 23. April: Timothy McVeigh, US-amerikanischer Terrorist († 2001)
- 25. April: Thomas Strunz, deutscher Fußballspieler
- 28. April: Howard Donald, britischer Musiker und DJ
- 29. April: Jürgen Vogel, deutscher Schauspieler
- 29. April: Michael Herbig, deutscher Schauspieler, Autor, Regisseur und Filmproduzent
- 29. April: Michael Niavarani, österreichischer Kabarettist und Schauspieler
- 30. April: Verona Pooth, deutsche Entertainerin
- 1. Mai: Oliver Bierhoff, deutscher Fußballspieler
- 5. Mai: Dariusz Michalczewski, polnisch-deutscher Boxer
- 7. Mai: Tommy Wosch, deutscher Radiomoderator und Kabarettist
- 7. Mai: Traci Lords, US-amerikanische Schauspielerin
- 8. Mai: Ivan Mikulic, kroatischer Sänger
- 8. Mai: Veronika Šarec, slowenische Skirennläuferin
- 8. Mai: Omar Camporese, italienischer Tennisspieler
- 9. Mai: Marie-Josée Perec, französische Leichtathletin
- 10. Mai: Johannes Kalpers, deutscher Tenor
- 10. Mai: Markus Zoecke, ehemaliger deutscher Tennisspieler
- 12. Mai: Falilat Ogunkoya, nigerianische Leichtathletin und Olympionikin
- 12. Mai: Tony Hawk, US-amerikanischer Profiskateboarder
- 13. Mai: Sonja Zietlow, deutsche Fernsehmoderatorin
- 17. Mai: Florian Schwarthoff, deutscher Hürdensprinter
- 18. Mai: Thomas Sykora, ehemaliger österreichischer Skirennläufer und jetziger Co-Kommentator beim ORF
- 19. Mai: Rodrigo González, chilenischer Musiker, Bassist
- 24. Mai: Karsten Blumenthal, deutscher Fernsehmoderator
- 26. Mai: Friedrich Andreas, dänischer Thronfolger
- 27. Mai: Chris Roberts, US-amerikanischer Gamedesigner
- 27. Mai: Kiyohiko Azuma, japanischer Manga-Zeichner
- 27. Mai: Edina Thalhammer, österreichische Sängerin
- 28. Mai: Kylie Minogue, australische Sängerin und Schauspielerin
- 30. Mai: Nina Hauer, deutsche Politikerin
- 1. Juni: Jason Donovan, australischer Sänger und Schauspieler
- 1. Juni: Jens Dowe, deutscher Fußballspieler
- 2. Juni: Flemming Andersen, dänischer Comiczeichner
- 3. Juni: Peter Nielsen, ehemaliger dänischer Fußballspieler
- 3. Juni: Serdar Somuncu, deutsch-türkischer Schauspieler und Regisseur
- 4. Juni: Rachel Griffiths, australische Schauspielerin
- 4. Juni: Jim Boni, italienischer Eishockeytrainer und ehemaliger Eishockeyspieler
- 7. Juni: Gölä, schweizer Rockmusiker
- 9. Juni: Andreas Zeyer, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 10. Juni: Sascha Raabe, deutscher Politiker und MdB
- 10. Juni: Jim Shea, US-amerikanischer Sportler
- 11. Juni: Alois von Liechtenstein, Erbnachfolger des Fürsten Hans Adam II von Liechtenstein
- 12. Juni: Dirk Bojer, deutscher Liedermacher
- 12. Juni: Luke Slater, britischer Musiker
- 13. Juni: Volker Sassenberg, deutscher Musik- und Hörspielproduzent, Komponist und Texter
- 17. Juni: Kristin Krone, ehemalige Skirennläuferin aus den USA
- 17. Juni: Charly Lownoise, niederländischer Musiker
- 18. Juni: Masahito Soda, japanischer Manga-Zeichner
- 21. Juni: Chris Gueffroy, letzte Todesopfer an der Berliner Mauer († 1989)
- 23. Juni: Tiken Jah Fakoly, westafrikanischer Reggaemusiker
- 24. Juni: Boris Gelfand, israelischer Schachmeister
- 26. Juni: Paolo Maldini, italienischer Fußballspieler
- 29. Juni: Tilo Kummer, deutscher Politiker und MdL
- 30. Juni: Anja Bergerhoff, deutsche Fernsehmoderatorin
- 30. Juni: Volker Zerbe, deutscher Handballspieler
- 30. Juni: Phil Anselmo, US-amerikanischer Musiker
- 3. Juli: Ramush Haradinaj, kosovarischer Politiker
- 5. Juli: Markus Brier, österreichischer Profigolfer
- 7. Juli: Jorja Fox, US-amerikanische Schauspielerin
- 8. Juli: Billy Crudup, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 9. Juli: Paolo di Canio, italienischer Fußballspieler
- 10. Juli: Hassiba Boulmerka, algerische Leichtathletin
- 10. Juli: Serhane Ben Abdelmajid, mutmaßlicher tunesischer Terrorist († 2004)
- 12. Juli: Olaf Holetschek, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 15. Juli: Birgit Roth, deutsche Dozentin und Politikerin
- 16. Juli: Barry Sanders, ehemaliger American-Football-Spieler
- 16. Juli: Larry Sanger, US-amerikanischer Philosoph
- 17. Juli: Davis Kamoga, ugandischer Leichtathlet
- 17. Juli: Bitty Schram, US-amerikanische Schauspielerin
- 20. Juli: Rocco Clein, deutscher Musikjournalist und Musiker († 2004)
- 20. Juli: Robert Rodriguez, US-amerikanischer Regisseur
- 22. Juli: Karin Scheele, österreichische Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments
- 23. Juli: Gary Payton, US-amerikanischer Basketballspieler
- 27. Juli: Julian McMahon, australischer Schauspieler
- 29. Juli: Alan Cox, britischer Programmierer
- 30. Juli: Robert Korzeniowski, polnischer Leichtathlet
- 1. August: Marco Börries, deutscher Unternehmer
- 2. August: Stefan Effenberg, deutscher Fußballspieler
- 3. August: Eyjólfur Sverrisson, ehemaliger isländischer Fußballspieler
- 4. August: Olga Neuwirth, österreichische Komponistin
- 4. August: Daniel Dae Kim, US-amerikanischer Schauspieler
- 5. August: Andreas Lupzig, deutscher Eishockeyspieler
- 5. August: Terri Clark, kanadische Country-Musikerin
- 7. August: Martin Max, deutscher Fußballspieler
- 7. August: Harold Perrineau Jr., US-amerikanischer Schauspieler
- 9. August: Eric Bana, australischer Schauspieler
- 9. August: Gillian Anderson, US-amerikanische Schauspielerin
- 11. August: Mabel Wisse Smit, Ehefrau von Prinz Johan Friso von Oranien-Nassau
- 13. August: Uwe Bindewald, deutscher Fußballspieler
- 13. August: Merete Fjeldavlie, ehemalige norwegische Skirennläuferin
- 13. August: Jutta Nardenbach, deutsche Fußballspielerin
- 13. August: Tony Curran, schottischer Schauspieler
- 14. August: Catherine Bell, britische Schauspielerin
- 16. August: Mateja Svet, slowenische Skirennläuferin
- 17. August: Anja Fichtel, deutsche Florettfechterin
- 17. August: Steffen Fetzner, deutscher Tischtennisspieler
- 22. August: Horst Skoff, österreichischer Tennisspieler
- 25. August: Rolf Aldag, deutscher Radprofi, T-Mobile-Team
- 26. August: Chris Boardman, englischer Radrennfahrer
- 28. August: Billy Boyd, britischer Schauspieler
- 28. August: Jo van Nelsen, deutscher Schauspieler, Chansonsänger und Regisseur
- 29. August: Willi Landgraf, deutscher Fußballspieler
- 1. September: Mohammed Atta, ägyptischer Terrorist († 2001)
- 3. September: Christophe Mengin, französischer Radrennfahrer
- 3. September: Thomas Ostermeier, deutscher Theaterregisseur
- 4. September: Don Lemmon, US-amerikanischer Ernährungswissenschaftler und Buchautor
- 4. September: John Di Maggio, US-amerikanischer Schauspieler
- 5. September: Brad Wilk, US-amerikanischer Musiker
- 6. September: Thulla, dänische Jazz-Sängerin
- 7. September: Marcel Desailly, französischer Fußballspieler
- 8. September: Ray Wilson, britischer Rocksänger
- 9. September: Hans-Peter Steinacher, österreichischer Segler (Olympiasieger)
- 10. September: Juan Maldacena, US-amerikanischer Physiker
- 10. September: Andreas Herzog, österreichischer Fußballspieler
- 10. September: Guy Ritchie, britischer Regisseur
- 13. September: Emma Sjöberg, schwedische Schauspielerin
- 14. September: Josef Pröll, österreichischer Bundesminister
- 16. September: Marc Anthony, puerto-ricanisch amerikanischer Komponist und Sänger
- 17. September: Karsten Just, deutscher Leichtathlet
- 17. September: Olaf Hense, deutscher Leichtathlet
- 19. September: Vasile Miriuta, ehemaliger rumänischer Fußballspieler
- 19. September: Dave Clarke, international Musikproduzent und Techno-DJ
- 19. September: Lila Downs, mexikanische Sängerin
- 19. September: Nikolaos Kaklamanakis, griechischer Windsurfer
- 24. September: François Smesny, französischer Schauspieler
- 25. September: Will Smith, US-amerikanischer Schauspieler und Rapper
- 25. September: Johan Friso von Oranien-Nassau, zweiter Sohn von Königin Beatrix und Prinz Claus
- 26. September: James Caviezel, US-amerikanischer Schauspieler
- 27. September: Hans Pietsch, deutscher Go-Spieler († 2003)
- 28. September: Mika Häkkinen, finnischer Rennfahrer
- 29. September: Svenja Schulze, deutsche Politikerin
- 2. Oktober: Jana Novotná, tschechische Tennisspielerin
- 5. Oktober: Xavier Gravelaine, ehemaliger französischer Fußballspieler
- 5. Oktober: Julie Ashton, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 7. Oktober: Thom Yorke, Sänger der englischen Popgruppe Radiohead
- 7. Oktober: Moritz Freiherr Knigge, deutscher Unternehmensberater und Benimm-Experte der Neuzeit
- 8. Oktober: Zvonimir Boban, kroatischer Fußballspieler
- 8. Oktober: Emily Procter, US-amerikanische Schauspielerin
- 9. Oktober: Luminita Zaituc, deutsche Marathonläuferin
- 9. Oktober: Deon Hemmings, jamaikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 10. Oktober: Andreas Türck, deutscher Fernsehmoderator
- 12. Oktober: Hugh Jackman, australischer Schauspieler
- 13. Oktober: Sophie von Kessel, deutsche Schauspielerin
- 14. Oktober: Jan Seifert, deutscher Fußballspieler
- 15. Oktober: Didier Deschamps, französischer Fußballspieler und Fußballtrainer
- 17. Oktober: Rodolfo Esteban Cardoso, argentinischer Profifußballer
- 17. Oktober: Ziggy Marley, jamaikanischer Reggaemusiker
- 18. Oktober: Detlev Dammeier, deutscher Fußballspieler
- 18. Oktober: Michael Stich, deutscher Tennisspieler
- 21. Oktober: Kerstin Andreae, deutsche Politikerin und MdB
- 22. Oktober: Shaggy, US-amerikanischer Reggae-Musiker
- 25. Oktober: Doris Fitschen, deutsche Betriebswirtin und Fußballspielerin
- 27. Oktober: Magister Rother, deutscher Historiker, Schriftsteller, Künstler und Komödiant
- 28. Oktober: Rosanna Rocci, italienische Schlagersängerin
- 29. Oktober: Johann Olav Koss, ehemaliger norwegischer Eisschnellläufer
- Hochschule ist eine Gruppe zusammengehörender Wissenschaften oder eine Abteilung mit mehreren Wissenschaftsgebieten als Lehr- und Verwaltungseinheit einer Universität (auch TU), Kunsthochschule oder Fachhochschule. Zu ihr gehören Lehrende und Lernende, sowie auch das zugeordnete nichtwissenschaftliche Personal. An ihrer Spitze steht ein Dekan, der für die Fakultätsentwicklung verantwortlich ist. Dieser unterzeichnet stellvertretend für die Fakultät bei Habilitationen die Urkunde über die "Lehrbefugnis" und bei Promotionen diejenige über den Doktorgrad.
Eine Fakultät ist für die Organisation von Forschung und Lehre (= Studium) ihres Wissenschaftsbereichs zuständig. In gewissem Umfang ist sie körperschaftsrechtlich souverän (erkennbar am Promotionsrecht, eigener Siegelführung, eigenem (oft rechtlich noch existierenden, faktisch nicht mehr ausgeübten) Talarrecht u. a.).
Beispiele: Fakultät für Physik, Fakultät für Philologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Fakultät für Maschinenbau, Fakultät für Erziehungswissenschaften, Fakultät für Sportwissenschaften, Medizinische Fakultät, Theologische Fakultät.
Fakultätsrat
An der Spitze des Fakultätsrates (auch Fachbereichsrat) steht der Dekan, er vertritt zugleich die Fakultät nach außen. Der Dekan wird aus der Reihe der Professoren auf Zeit (z. B. für 2 Jahre) vom Fakultätsrat gewählt. Der Fakultätsrat besteht aus den Professoren der Fakultät, Vertretern der Wissenschaftlichen Mitarbeiter, Vertretern der Studenten und Vertretern des Personals aus Technik und Verwaltung.
Die genauen Strukturen sind in den Hochschulgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt.
Aufgabe des Fakultätsrates ist die Entscheidung über die Mittelverwendung der Fakultät (Geld- und Sachmittel, Personal) und über Fragen der Forschung und Lehre an der jeweiligen Fakultät. Dazu gehört u. a. die Beschlussfassung über die Einrichtung oder Einstellung von Studiengängen, und studien- und Prüfungsordnungen. Diese müssen in der Regel von der Hochschulleitung und / oder den zuständigen Wissenschaftsministerien des jeweiligen Bundeslandes genehmigt werden.
Institut oder Seminar
Große Fakultäten gliedern sich in der Regel in Institute oder Seminare. In seltenen Fällen, wie dem Fachbereich (heute Fakultät) Mathematik der Technischen Universität Berlin, setzt sich dieser auch aus Arbeitsgruppen zusammen. Sie bilden die nächst kleinere Untergliederung einer Fakultät. Ein Institut umfasst oft einen Lehrbereich (z. B. Anglistik, Soziologie, Informatik...) und wird von einem Geschäftsführenden Direktor (aus der Reihe der Professoren) geleitet. Ein Institut oder Seminar umfasst in der Regel mehrere Lehrstühle.
Lehrstuhl
Ein Lehrstuhl ist die kleinste organisatorische Einheit einer Fakultät. Ein Lehrstuhl ist die Arbeitseinheit einer Professorin/eines Professors. Ein Lehrstuhl umfasst in der Regel einen Forschungs- und Lehrbereich, z. B. "Lehrstuhl für Finanzierung und Kreditwirtschaft" in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften im Studiengang "Betriebswirtschaftslehre Diplom".
Zu einem Lehrstuhl gehören neben dem Professor/der Professorin, der/die diesen Lehrstuhl inne hat, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Verwaltungsangestellte, Techniker, Wissenschaftliche und Studentische Hilfskräfte.
Einrichtungen einer Fakultät
Eine Fakultät betreibt in der Regel gemeinsame Einrichtungen. Dies können sein: die Faktultätsbibiothek, Labore, Werkstätten etc.
Zu einer Fakultät gehört oft auch das Prüfungsamt und der Prüfungsausschuss dieser Fakultät, das die Prüfungen (Vordiplom, Bachelor, Diplom, Master...) organisiert und verwaltet. An einigen Hochschulen gibt es auch Zentrale Prüfungsämter, die die Prüfungen entweder für die gesamte Hochschule oder für mehrere Fakultäten organisieren.
Zu den Einrichtungen einer Fakultät gehört auch der Promotionsausschuss, der für die Promotionen zuständig ist.
Weiterhin sind alle Mitarbeiter einer Fakultät zur Studienberatung verpflichtet. In der Regel ernennen die einzelnen Fakultäten spezielle Berater als Studienfachberater, die sowohl Studenten wie auch Studieninteressenten zu den angebotenen Studienfächern beraten.
Weblinks
- Nordrhein-Westfalen: Hochschulgesetz http://www.wissenschaft.nrw.de/Hochschulen_in_NRW/Recht/
Kategorie:Akademische Bildung
Kategorie:Studium
SorbonneDie Sorbonne ist die bekannteste und älteste Universität von Paris.
Paris
Überblick
Die Gründung als Theologenschule in Paris wird auf Robert von Sorbon († 1274), den Hofkaplan Ludwigs des Heiligen, zurückgeführt; die Bestätigungsbulle Klemens' IV. datiert von 1268. Ursprünglich ein Alumnat für arme Studenten der Theologie, gelangte die Sorbonne (welchen Namen die Anstalt erst seit dem 14. Jahrhundert erhielt) durch berühmte Lehrer, welche an ihr wirkten, sowie durch reiche Ausstattung gegenüber anderen ähnlichen Kollegien zu immer größerem Ansehen. In ihrem Haus fanden regelmäßig die Sitzungen der theologischen Fakultät der Pariser Universität statt, so dass es seit dem Ende des 15. Jahrhundert üblich wurde, diese Fakultät selbst mit dem Namen Sorbonne zu bezeichnen. An diesen Namen knüpfen sich daher die wichtigsten Entscheidungen, welche vom Mittelalter bis zur Neuzeit für die Gestaltung des Katholizismus in Frankreich ausschlaggebend waren. Aber als Vorkämpferin des Gallikanismus und Feindin des Jesuitenordens, dessen Einführung in Frankreich (1562) sie vergeblich zu verhindern suchte, verlor die Sorbonne allmählich an Einfluss und Ansehen in dem selben Maß, als die Macht der Päpste wuchs. Vollends war es um ihren Ruhm geschehen, als sie sich im Sinn beschränkter Orthodoxie in einen erbitterten Kampf mit den freisinnigen Schriftstellern des 18. Jahrhunderts einließ (vgl. Voltairewurden ihre ausgedehnten, prächtigen Gebäude (1635 - 1653 vom Kardinal Richelieu errichtet) als Nationalgut eingezogen, 1808 aber der neuen kaiserlichen Universität wieder
übergeben. Jetzt bilden sie den Mittelpunkt des Quartier Latin, dem Universitätsviertels Paris', und beherbergen die theologische, die historisch-philologische und die naturwissenschaftliche Fakultät der Pariser Universität.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts unterstützte die Sorbonne König Philipp IV. bei den Gerichtsverfahren gegen den Templerorden.
1968 stand die (besetzte) Universität im Mittelpunkt der Studentenbewegung in Frankreich (Mai-Unruhen).
Diese Universität prägte auch am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit die "Theorie der doppelten bzw. zweifachen Wahrheit". Konkret bedeutet diese Theorie, dass ein Satz der für die Theologie wahr und richtig ist, es noch lange nicht für die Philosophie sein muss - und umgekehrt. Diese Theorie stellt einen Teil des Kampfes um die Freiheit des Denkens dar. Betroffene Themen waren vor allem die christliche Schöpfungslehre, das Weiterleben nach dem Tode als auch die göttliche Offenbarung.
Berühmte Persönlichkeiten
- Albertus Magnus
- Thomas von Aquin
- Siger von Brabant (siehe Averroismus, Averroistenstreit mit Thomas von Aquin)
- Johannes Calvin
- Pierre Janet
- Marie Curie
- Pierre Curie
- Jacques Lefèvre d'Étaples, Reformhumanist und Bibelübersetzer
Literatur
- Duvernet: Histoire de la Sorbonne. Straßburg 1792 (deutsch, 2 Bde.)
- Franklin: La Sorbonne. 2. Auflage. Paris 1875
- Méric: La Sorbonne et son fondateur. Paris 1888
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0044/meyers_b15_s0044.html#Sorbonne Sorbonne]. In: Meyers Konversationslexikon., 4. Aufl., 1888, Band 15, Seite 44
Weblinks
- [http://www.sorbonne.fr/ Homepage der Sorbonne]
Kategorie:Universität in Frankreich
Kategorie:Paris
ja:パリ大学
68er-Bewegung
Unter dem Begriff 68er-Bewegung werden die verschiedenen weltweiten Strömungen zusammengefasst, die seit Mitte der 1960er Jahre gegen die überkommenen kulturellen, politischen und sozialen Verhältnisse und Normen protestierten. Die Bewegung war deutlich studentisch dominiert und wird häufig deswegen auch Studentenbewegung genannt. Die Bildung der Großen Koalition in der Bundesrepublik Deutschland 1966 weitete die deutsche Studentenbewegung zur Außerparlamentarischen Opposition (APO) aus. Wichtigste internationale Impulse der westdeutschen Studentenbewegung waren vorhergehende oder parallele - häufig studentisch geprägte - ähnliche Aktivitäten in Frankreich (besonders Paris) und den USA (hier vor allem der studentische Protest in Berkeley, die Free Speech Movement, die US-Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) und die Bewegung der Vietnam-Kriegsgegner). Ferner spielten Ereignisse in Warschau, Prag (Prager Frühling) und Rom eine Rolle. In Wechselwirkung mit der 68er-Bewegung standen weiterhin die Flower-Power-Bewegung und die Sexuelle Revolution.
Außer in Frankreich (Mai-Unruhen) gelang es den Protestbewegungen nicht, einen Solidarisierungseffekt in der breiten Bevölkerung hervorzurufen; dies gilt auch für die Bundesrepublik. In Deutschland gehören heute einige prominente Alt-68er nach erfolgtem Marsch durch die Institutionen selbst zum Establishment.
Kurzfassung
Die Studentenbewegung von 1968 war international.
Keimzellen der Studentenbewegung in Deutschland waren an zahlreichen Universitäten bemerkbar, auffällig war die 1963 gegründete Gruppe Subversive Aktion oder die Kommune 1.
Seit 1967 entstand, verursacht durch die Restauration der Nachkriegs-Fünfziger-Jahre und die Große Koalition (ohne eine einflussreiche Opposition innerhalb des Bundestages), unter der Führung des Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) die außerparlamentarische Opposition (APO).
Ein entscheidender mobilisierender Faktor für die APO war die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien (Mohammad Reza Pahlavi), der sich auf Staatsbesuch in Berlin befand. Die Boulevardpresse, vor allem die Bild-Zeitung, verschärfte die Gegensätze durch eine polarisierende Berichterstattung.
Am 11. April 1968 wurde der Studentenführer Rudi Dutschke bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt (er starb etwa elf Jahre danach an den Spätfolgen.) Bei den anschließenden Osterunruhen wurden zwei Menschen (Journalisten) in München unter ungeklärten Umständen getötet und etwa 400 verletzt. Das Attentat auf Dutschke und die Ereignisse des Mai-Unruhen verstärkten die beginnende Radikalisierung der Bewegung, die sich gleichzeitig immer mehr aufsplitterte.
Als eine Folge der 68er-Bewegung gründete sich um Andreas Baader und Ulrike Meinhof die terroristische Rote Armee Fraktion (RAF). Große Teile der Bewegung wandten sich dagegen der SPD unter Willy Brandt zu. Auch Die Grünen und weitere Bürgerrechtsbewegungen, wie die Schwulenbewegung können als späte Folge der 68er-Bewegung gedeutet werden (vgl. auch Neue soziale Bewegungen).
Studentenbewegung International
Anfänge
Salinger schrieb 1951 den Fänger im Roggen, John Lennon sang 1968 über die Revolution. Dazwischen ereignete sich ein gesellschaftliches Phänomen, dessen politische, kulturelle und soziologische Aspekte eng zusammenhängen.
Nach dem Krieg war vor allem in Westeuropa eine Periode des Wiederaufbaus und ab Anfang der 1950er Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs und Wohlstands angebrochen. Dabei wurden wesentlich in Deutschland die Verbrechen des Nationalsozialismus verdrängt.
International strebten Teile der jüngeren Generationen aber zunehmend nach Idealen, die über eine materielle Versorgung hinausgingen.
In den 1950er Jahren wurde die Philosophie des Existentialismus in Europa populär - vor allem vertreten durch Jean-Paul Sartre, dessen Vordenker bereits in den beiden Jahrzehnten davor aufgetreten waren.
Hier kündigte sich ein neues Denken an, das vormaligen Sinnstiftungen wie Religion eine Absage erteilte. Im Mittelpunkt stand der Einzelne in einer unübersichtlichen, sinnlosen Welt. Sinn war etwas, das erst vom Menschen selbst, z.B. durch Gestaltung seines Lebens und, gemeinsam mit anderen, Gestaltung der Gesellschaft, geschaffen wurde.
In den USA entwarf die Beat Generation mit Literaten wie Jack Kerouac, William S. Burroughs oder Allen Ginsberg ab Ende der 1940er Jahre ihre Sicht auf die Nachkriegsgesellschaft, die ebenfalls eine neue individuelle Freiheit abseits gesellschaftlicher Normen propagierte.
Diese Zeit war auch sonst kulturell von Umbrüchen geprägt, so beispielsweise in der Kunst (vgl. z.B. Joseph Beuys, Fluxus, Pop-Art), aber auch in Popkultur und Jugendkultur (etwa Jeans, oder später Schlaghosen und lange Haare bei Jugendlichen). In der Musik nahmen die heutigen Genres Rock und Pop damals als Beatmusik ihren Anfang. In Deutschland stand z.B. der Beat-Club für einen neuen Musikgeschmack der Jugendlichen.
In der Filmkunst entwarfen Regisseure wie Godard oder Rainer Werner Fassbinder die Nouvelle Vague und den Autorenfilm als Reaktion auf das Kino der 50er (z.B. Heimatfilm). Auch ihre Werke waren Ausdruck einer veränderten Weltsicht und eines Generationenbruchs.
Ausbruch
Aber erst in der Zeit von 1967 bis 1969 sollte der bisher vage und vereinzelte Protest in den parallelen weltweiten Studentenbewegungen kulminieren.
Diese Bewegungen waren politisch gekennzeichnet durch Zweifel und Kritik an:
- Vietnamkrieg
- der Struktur der Hochschulen (gefordert wurde Demokratisierung)
- der repräsentativen Demokratie (vgl. APO)
- der Macht der Wirtschaft mit ihren Folgen für die Gesellschaft
- einer Technokratie
- der Rolle von Experten und Autoritäten
- dem Einfluss von Massenmedien auf die Gesellschaft
- der Rüstung im kalten Krieg
- der Konsumgesellschaft, und der mit ihr verbundenen Umweltverschmutzung
- teilweise als veraltet empfundenen Konventionen, Normen und Werten, die z.B. die Sexualität oder die sog. Sekundärtugenden betrafen
Weltweit wurde nun gegen das sog. Establishment protestiert, gegen Konformismus, gegen die Generation der Eltern und ihre Fortschrittsgläubigkeit, gegen das, was man als Scheinheiligkeit empfand, unter anderem etwa die Politik des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon in den USA, so wie in Deutschland die der großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU).
Der Protest wurde auch selbst zum kulturellen Phänomen, wenn Stars wie Joan Baez bei Demonstrationen des Free Speech Movement sangen, oder Regisseure wie Michelangelo Antonioni der Studentenrevolte filmisch ein Denkmal setzten (Zabriskie Point).
Parallelität
- In Japan tritt die Zengakuren-Studentenbewegung auf
- In Frankreich kommt es zu den Mai-Unruhen und einem Generalstreik
- In Italien kommt es 1968 das ganze Jahr durch zu Verbrüderungen mit streikenden Arbeitern, z.B. bei Fiat, und landesweiten Universitäts-Streiks und Unruhen
- In Spanien verhängt Franco 1969 nach Studentenprotesten den Ausnahmezustand
- In Mexiko kommt es zum Massaker gegen Studenten (Massaker von Tlatelolco, siehe auch Olympische Sommerspiele 1968, Octavio Paz)
- In den USA sind es die Bürgerrechtsbewegung (Free Speech Movement), die Anti-Vietnamkriegs-Bewegung, und die Hippie-Subkultur (Youth International Party), die in den Protest von 68 münden. Gruppen wie Black Panther-Bewegung und die Weathermen setzen diesen dann in der Folge radikalisiert fort.
Auch im Ostblock gab es auf den ersten Blick vergleichbare Ereignisse:
- In der damaligen Tschechoslowakei hatten Reformsozialisten, unter ihnen insbesondere Künstler (Plastic People of the Universe), Studenten und Intellektuelle schon länger einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz gefordert, bis es zum Prager Frühling kam, der jedoch sehr schnell gewaltsam niedergeschlagen wurde - ähnlich wie 1956, ein gutes Jahrzehnt davor der ähnlich motivierte Aufstand in Ungarn
- In Polen und der Sowjetunion entstanden um 1968 ähnliche Protestbewegungen, allerdings unter schwierigeren Bedingungen mit weniger Einfluss auf die Gesellschaft als in Westeuropa
In der Volksrepublik China kam es ab 1966 zur von Mao Zedong gestarteten Kulturrevolution. Sie war dort offiziell erwünscht, verfolgte andere Ziele, und ist somit nur bedingt vergleichbar, diente aber manchen westlichen Studenten als Vorbild.
Folgen
Insgesamt war es weltweit nicht unbedingt die Mehrheit der Studenten (dafür waren auch Schüler und Arbeitnehmer beteiligt), die demonstrierte, gesellschaftlich nur eine Minderheit, die auch zunächst auf Ablehnung bei der älteren Generation traf, die aber einen sozialen und kulturellen Paradigmenwechsel anstiess, der in den 70ern dann Mainstream-kompatibel, und somit zu einem Teil des Mainstream wurde (Wertewandel, Mode, Musik, politische Diskurse, siehe auch Willy Brandt).
Ähnlich wie die RAF in Deutschland entstanden aber auch in anderen Ländern als Nachwirkung der 68er-Generation Terror-Gruppen wie die Rote Brigaden in Italien, die Japanische Rote Armee oder die Symbionese Liberation Army in den USA.
Vorläufer der Studentenbewegung in Deutschland
Die Geschichte der außerparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik Deutschland beginnt nicht erst im Jahr 1968. Schon vorher, nach 1958 gab es dazu erste Ansätze ("Kampf dem Atomtod" - gegen eine Aufrüstung der Bundeswehr mit Nuklearwaffen). Die Vorläufer der Studentenbewegung waren durch eine zunehmende Politisierung der Öffentlichkeit und gesellschaftsinterne Gegensätze, insbesondere des sich verschärfenden Generationenkonflikts, geprägt. Die Elterngeneration, die durch die massive Werte-Entwurzelung der NS-Zeit zurück in ein bürgerlich-ziviles Leben wollte (Flakhelfer-Generation), kümmerte sich um den materiellen Wiederaufbau, statt sich gleichzeitig intensiv mit der NS-Vergangenheit auseinander zu setzen. In einigen Bevölkerungsteilen entstand der Eindruck, dass dies teilweise unter Zudeckung und Hintantstellung moralischer Phänomene geschah. Karrieren im so genannten Dritten Reich, die von einigen als unmoralisch angesehen wurden, liefen nach 1945 ohne Unterbrechung weiter. Hauptverantwortliche für die industrielle Ermordung von Bevölkerungsgruppen Europas wurden erst in den Sechzigern juristisch belangt. Die junge Generation empfand es als zunehmend anstößig, dass der Konsum offensichtlich deutlich mehr Beachtung fand als die Aufarbeitung der häufig ungesühnten und nicht mal hinterfragten nationalsozialistischen Vergangenheit.
Geschichte der Studentenbewegung in Deutschland
1950er: Protest gegen Wiederbewaffnung und Ostermarschbewegung
Die Politisierung der Öffentlichkeit lässt sich schon in den 1950er Jahren beobachten, zunächst vor allem an außenpolitischen Themen wie die Frage nach der Wiederbewaffnung oder der Westintegration. Die diesbezüglichen Debatten zeichneten sich durch ein hohes Maß an Emotionalität und breite öffentliche Anteilnahme aus. An der Frage um die Ausstattung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen entzündete sich ein von Intellektuellen (Otto Hahn) geführter, aber von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragener Widerstand gegen die Politik der restaurativen Adenauer-Regierung. Nicht nur hinsichtlich der bemerkenswert hohen Mobilisierung der Bevölkerung, sondern auch im Grad der Organisation der "Kampf dem Atomtod"-Bewegung bedeutete dies eine neue Qualität in der politischen Auseinandersetzung. Zwar zerfiel die Volksbewegung rasch nach der Verabschiedung des entsprechendes Gesetzes im Bundestag; immerhin ging aber aus ihrem harten, pazifistisch geprägten Kern die Ostermarschbewegung hervor, die in den 1960ern allmählich an Bedeutung - allerdings eher zahlenmäßig als politisch - gewann und schließlich eine gewisse kanalisierende Wirkung auf die entstehende, zunächst in ihren Zielen eher diffuse Studentenbewegung ausgeübt haben mag.
NS-Vergangenheit
Die NS-Kriegsverbrecherprozesse, insbesondere der Eichmann-Prozess in Israel ab 1961, brachten die Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit - für den Einzelnen unverdrängbar - aufs Tableau. An Schärfe gewann die Auseinandersetzung mit der 1964/65 anstehenden Verjährung von Schwerstdelikten der NS-Zeit, die im Bundestag kontrovers diskutiert wurde. Gleichzeitig gerieten insbesondere für die jüngere Generation die Verdrängungsbemühungen der frühen Bundesrepublik und die in den 1950er Jahren von einigen als milde empfundenen Urteile gegen NS-Kriegsverbrecher zunehmend in die Kritik. Das Verständnis für vergangenheitsbelastete Personen in hohen politischen Ämtern, etwa die des Bundespräsidenten Heinrich Lübke, nahm in diesen Bevölkerungsteilen ebenfalls ab.
Spiegel-Affäre
Die Spiegel-Affäre 1962 lässt deutlich erkennen, dass sich eine funktionierende kritische Öffentlichkeit gebildet hatte: Selbst die konservative Presse kritisierte das unangemessene Vorgehen der Regierung gegen das Nachrichtenmagazin und sah darin einen verfassungswidrigen Eingriff in die zu schützende Pressefreiheit. Das Potential der kritischen Medien nahm in dieser Zeit trotz einer problematischen Konzentration im Pressewesen eher zu. Auch das zunehmend Verbreitung findende Fernsehen strahlte kritische Magazine aus.
Literatur und Wissenschaft
Ein Signum der 1960er Jahre ist, dass die Literatur und hier insbesondere die Gruppe 47 sich immer deutlicher auf die Restauration kritisierende Positionen stellte und schließlich in ihrer Mehrzahl konkret und prosaisch für den Regierungswechsel, für eine SPD-Regierung zu werben begann. Der Einfluss solcher Wahlaufrufe auf die Bevölkerung ist womöglich nicht besonders groß gewesen; mit der Gattung des Dokumentartheaters aber fanden einige Dramatiker den Schlüssel, die breite Öffentlichkeit mit der problematischen Vergangenheit zu konfrontieren, mit dem Höhepunkt des unzählige Male rezensierten und kritisierten Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth, der u.a. das Reichskonkordat des Vatikans mit der Nazi-Regierung thematisierte.
Besonders die Soziologie und angrenzende, geisteswissenschaftliche Bereiche entwickelten nun den Ruf einer "kritischen Wissenschaft". Der Einfluss der z.T. aus der Emigration zurückgekehrten, hoch angesehenen Wissenschaftler wie Horkheimer, Adorno mit ihrer kritischen Staats- und Gesellschaftsanalyse (Frankfurter Schule, Kritische Theorie) hatte auf die Studenten - trotz Generationsunterschieden - elektrisierende Wirkung.
Jugendkultur
Im Zusammenhang mit neuen Musikrichtungen wie Rock und Beatmusik hatte sich währenddessen eine Jugendkultur entwickelt, die sich in ihren Ausdrucksformen von der etablierten Gesellschaft zu unterscheiden suchte, jedoch in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung teils auch unpolitisch, unorganisiert und sicherlich in mancher Hinsicht systemkonform war.
Trotzdem wurde diese Jugendbewegung (die keineswegs alle Jugendliche umfasste) von den Erwachsenen als ernsthafte Bedrohung ihres herkömmlichen Lebensstils - insbesondere im Hinblick auf die Aufweichung einer rigiden, religiös begründeten Sexualmoral, und den hergebrachten gesellschaftlichen Konventionen der 50er (kulturell etwa bei Musik und Kleidung, Ablehnung von Sekundärtugenden, Konsumismuskritik statt Wirtschaftswunder-Enthusiasmus) - aufgefasst und abgelehnt. Diese Fehleinschätzung und eine daraus folgende Intoleranz mag viel zur rapide wachsenden Unversöhnlichkeit zwischen den Generationen gegen Ende der 1960er Jahre beigetragen haben.
Auf der anderen Seite gab es aber auch Ansätze einer Vermischung von kommerzieller Jugendkultur und Gesellschaftskritik. Ein Beispiel hierfür war die Jugendzeitschrift "twen".
Große Koalition
In der Parteipolitik machte sich in den 1960ern eine gewisse Nivellierung von Unterschieden bemerkbar. Symptomatisch sind die ähnlichen Slogans, mit der SPD und CDU 1965 in den Wahlkampf zogen. Schon ein Jahr später kam es zur großen Koalition, was die Rolle der parlamentarischen Opposition allein bei der kleinen FDP beließ. Der Plan der Regierung, ein neues Mehrheitswahlrecht einzuführen und so den politischen Markt weitgehend auf die Volksparteien zu beschränken, schien ein weiterer Faktor zu sein, der die Notwendigkeit einer außerparlamentarischen Opposition unterstrich. Ebenso wirkten die Diskussionen um die Verabschiedung der Notstandsgesetze mobilisierend auf Studenten und Schüler. Das Gefühl auch weiter Teile des Bildungsbürgertums, dass etwas faul war im Staate BRD, bestätigte das Empfinden mancher, vor einem "neuen 1933" zu stehen. Dies führte dazu, dass 1968 der Begriff APO allgemein diskutiert wurde.
1967/68: Höhepunkt der Mobilisierung
Forderung nach Reformen in der Hochschulpolitik
Die an den Universitäten entstandene politische Bewegung forderte zunächst Hochschulreformen, ehe der Kampf für gesellschaftliche Veränderungen in den Vordergrund trat, der schließlich in ein allgemeines Aufbegehren der Jugend gegen die Gesellschaftsstrukturen der westlichen Staaten mündete. Die Studentenbewegung ging von den USA aus und breitete sich schnell auch in Europa aus. Auslöser des politischen Protests war die Verwicklung der USA in den Vietnamkrieg. In Frankreich erhielten die Studenten Unterstützung von Arbeitern und Intellektuellen und lösten die so genannten Mai-Unruhen aus.
Treibende Kraft der Studentenbewegung in der Bundesrepublik war der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS), der den Kern der so genannten Außerparlamentarischen Opposition bildete. Sie formierte sich nach dem Zustandekommen der Großen Koalition aus SPD und CDU/CSU 1966. Nach dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg 1967 und dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke 1968 eskalierten die Unruhen. In der Folgezeit zerfiel die Studentenbewegung in zahlreiche z. T. sektiererische Gruppierungen, die unterschiedliche Vorstellungen über die Verwirklichung der politischen Ziele hatten. Damit war der Bewegung die Massenwirksamkeit entzogen. Eine Minderheit entschied sich für den bewaffneten Kampf gegen den Staat und glitt in den Terrorismus ab, die Mehrzahl hoffte auf gesellschaftliche Veränderungen
Springer-Kampagne
Die Wurzeln der Kampagne "Enteignet Springer" entwickelten sich schon Anfang 1967, als die Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Hochschulbundes im Hinblick auf die Machtstellung des Springer-Verlags ein Gesetz gegen die Konzentration im Pressewesen forderte.
Die Forderung gewann an Nachdruck infolge des 2. Juni 1967, als in West-Berlin eine Demonstration gegen den Besuch des persischen Schahs von der Polizei mit unverhältnismäßig brutalen Mitteln aufgelöst (Jubelperser), und im Laufe dieser Aktion der Student Benno Ohnesorg erschossen worden war. Der Großteil der Berliner Presse, insbesondere aber die Publikationen des Springer-Verlags, interpretierte die Ereignisse des 2. Juni zunächst als skandalöse Ausschreitungen der Studenten, die die Polizei korrekt beendet habe.
Dieses Ereignis bestätigte die Meinung der Studentenbewegung, die sich nun zunehmend von einer "systematischen Hetze", der "gezielten Diffamierung einer Minderheit" durch den Springerkonzern verfolgt fühlte. Unterstützt wurde die im September 1967 von der SDS schließlich beschlossenen Kampagne "Enteignet Springer" unter anderem von der in den 1950er Jahren entstandenen "Kampagne für Abrüstung", die ihr Engagement damit begründete, dass nur so die Meinungsfreiheit in Deutschland noch gerettet werden könne.
Eine neue publizistische Eskalationsstufe der ohnehin schon scharfen Auseinandersetzung kann auf Seiten des Springer-Konzerns und einiger Politiker im Februar 1968 diagnostiziert werden. Das Einwerfen einiger Scheiben von Berliner Filialen des Springer-Verlags wurde mit der sog. Reichskristallnacht 1938 verglichen. Aber auch die APO hantierte mit haarsträubenden Vergleichen zur Nazizeit - so stellte ein Flugblatt Axel Springer in eine Reihe mit dem Herausgeber des "Stürmers", Julius Streicher.
Attentat auf Rudi Dutschke
Eine weitere Radikalisierung der Studentenbewegung, nicht nur in Bezug auf das Thema Springer, lässt sich eindeutig auf den Anschlag auf ihre Symbolfigur Rudi Dutschke, am Gründonnerstag, den 11. April 1968, festlegen. Die folgenden Ostertage sahen "Straßenschlachten, wie es sie Westdeutschland seit der Weimarer Republik nicht mehr gekannt hatte" (Spiegel). Die Verhinderung der Auslieferung der Zeitungen des Springer-Verlags in nahezu allen Großstädten der Bundesrepublik stand dabei im Kern der Auseinandersetzungen.
Die | | |