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Maibaum
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Ein Maibaum ist ein geschmückter Baum oder Baumstamm. Das Austellen eines Maibaumes mit dem damit verbundenen Dorf- oder Stadtfest, das in der Regel am letzten Tag des Aprils, am 1. Mai, an Pfingsten oder am Johannistag stattfindet, ist ein in vielen Teilen Mittel- und Nordeuropas verbreiteter Brauch.
Varianten
Es gibt verschiedene Typen von Maibäumen. Einerseits große, hochstämmige Dorfmaibäume, die an zentralem Platz im Ort bei einer festlichen Veranstaltung aufgerichtet werden. Daneben gibt es aber auch den Brauch, dass die jungen, unverheirateten Männer eines Dorfes vor den Häusern aller unverheirateten Frauen kleinere Maibäume (meist Birken) als "Gunstbeweis" aufstellen.
In einigen Teilen Deutschlands schließlich, zum Beispiel im Rheinland, ist es üblich, dass männliche Jugendliche und junge Männer nur am Haus ihrer Freundin oder Angebeteten einen Baum anbringen. Üblich sind vor allem mit buntem Krepp-Papier geschmückte Birken. Im Schaltjahr ist es umgekehrt: weibliche Jugendliche und junge Frauen stellen ihrerseits Maibäume. Das Gegenstück zum Maibaum, dem "Gunstbeweis", ist die gestellte Tanne, die eine bösgemeinte Heimzahlung darstellt.
In Österreich wird in manchen Regionen zusätzlich zur Aufstellung des Dorfmaibaumes auch ein Maistrich gezogen.
Nicht am Vorabend des 1.Mai, sondern zu Pfingsten wird ein Maibaum besonderer Prägung auf der Nordseeinsel Borkum aufgestellt, die diese besondere Tradition mit der niederländischen Insel Schiermonnikoog gemein hat.
In der Schweizer Gemeinde Seewen gilt das Maibaumstellen eines total anderen Gebrauches. Hier werden die Maibäume jedes Jahr am 1. Mai von den Jungbürgern gestellt. Die Männer welche in diesem Jahr das 18. Lebensjahr erreichen fällen und stellen den Baum (Fichte) in die Dorfmitte von Seewen. Die Frauen welche ebenfalls das 18. Lebensjahr erreichen schmücken cirka 80 cm hohe Tannenbäumchen mit Schleifen und Bädern und befestigen diese an den zahlreichen Brunnen des Dorfes.
Aufstellen des Baumes
Entweder wird der Maibaum jedes Jahr neu gefällt, oder es wird jedes Jahr derselbe Stamm verwendet. In Ostfriesland zum Beispiel wird der Stamm unter Wasser gelagert und jedes Jahr zum Mai wieder hervorgeholt. Meist sind oder werden die Stämme geschält, bevor sie unter anderem mit bunten Girlanden, Tannengrün oder Krepp-Papier geschmückt werden. Am oberen Ende wird er meist von einem Kranz und auf der Spitze von einer frisch geschlagenen jungen Birke gekrönt.
Direkt vor dem Aufstellen wird der Baum je nach Region in einer Art Prozession durchs Dorf getragen, deren Ziel oft ein zentraler Platz und/oder eine Gaststätte ist und die meist von Zuschauern und einer Blaskapelle begleitet wird. Dort findet dann nachmittags oder gegen Abend das eigentliche Aufstellen des Baums statt.
Während sich die Zuschauer meist mit Bier und Bratwürsten die Zeit vertreiben, mühen sich die jungen Burschen damit ab, den regional auch mit Symbolen verschiedenener Berufe geschmücken Maibaum in die richtige Lage zu bringen.
Während der Maibaum früher meist mit Hilfe langer Stangen aufgestellt wurde, nimmt man heute auch Traktoren, Gabelstapler oder sogar Kräne zuhilfe.
Wenn, wie in Ostfriesland, der Baum am Vorabend des 1. Mai aufgestellt wird, dann geht die Veranstaltung meist in einen Maitanz über.
Der Maibaum bleibt je nach lokalem Brauch bis zum Monatsende stehen und wird dann an einem Wochenende wieder umgelegt, abgeschmückt und der Stamm für das nächste Jahr eingelagert.
Der Brauch des Maibaumstehlens
Vor allem das Stehlen des Maibaumes ist ein oft ausgeübter Brauch. In der Nacht nach dem Aufstellen wird der Maibaum meist noch einmal von jungen Männern bewacht.
Um das Entwenden des Maibaums zu verhindern, muss nach dem Brauch in Ostfriesland spätestens bei Annäherung von Fremden einer der Wächter eine Hand am Baum haben. Schaffen es die Gegner, dies zu verhindern oder die Wächter so abzulenken, dass sie ihre Pflicht vernachlässigen und dann drei Spatenstiche gegen den Baum auszuführen, gilt der Baum als gestohlen. Er wird mit einem Schild versehen, auf dem der Sachverhalt vermerkt ist, und entweder gleich oder am folgenden Tag abgeholt und neben dem eigenen Baum der erfolgreichen Diebe aufgestellt. In den meisten Teilen Österreichs gilt ein Maibaum erst dann als gestohlen, wenn er von den Dieben vollständig umgelegt wurde, oder erst wenn er bereits vom ursprünglichen Standort abtransportiert wurde. Es gilt als Regel, dass nur der Maibäume stehlen darf, der auch selber einen aufgestellt hat.
Gestohlene Bäume müssen später wieder ausgelöst werden. Dazu begibt sich eine Abordnung der Bestohlenen zu den Dieben und handelt den Preis aus, der üblicher Weise in Naturalien (Getränke und Essen) zu entrichten ist. In manchen Teilen Österreichs ist es auch üblich, das sich die Diebe des Maibaums in einem öffentlichem Schauprozess verantworten müssen, und in diesem durch geschicktes Verhandeln die Strafe für ihren dreisten Diebstahl niedrig halten können.
Maiherzen
Im Kreis Heinsberg(NRW) findet sich ein erweiteter Brauch des Mausbaum setzens.
Hier bringt man unter dem Fenster seiner Liebsten einen Mai in Form eines Herzens oder Bildes an.
Dazu dreht man kleine Röschen auf buntem Krepppapier und fügt sie auf einer Styroporplatte zu einem Bild zusammen. In der Nacht zum ersten Mai hängt ihn dann auf und man muss ihn bis zum Sonnenaufgang bewachen, sonst darf er gestohlen werden. Seine Liebste weckt man nätürlich nicht, stattdessen hinterlässt man ihr einen Brief am Fenster.
Ursprünge
Die Tradition des Maibaumaufstellens, mag noch verhältnismäßig "jung" sein, steht aber in einem weit in die Vorzeit zurückreichenden Zusammenhang.
Die Umsetzung solcher Kultpfähle wie dem Maibaum, aber in Stein, ist der Menhir in den Kulturen der Großsteinbauer und der Obelisk in Altägypten.
Die ursprünglich zugrunde liegenden Vorstellungen beruhen auf einer Symbolik aus dem Schamanismus der eurasischen Völker, die sogar bei den Ureinwohnern Amerikas noch auffindbar sind. Es ist das Symbol des Baumes, der die Verbindung zur jenseitigen Welt herstellt und dem Schamanen den Aufstieg dorthin ermöglicht.
Auch die altgermanische Weltenesche Yggdrasil gehört in diesen Vorstellungskreis ebenso wie die Symbolik der zentralen Zeltstange der Jurte zentral- und ostasiatischer Nomadenstämme. Und Bilder von bestimmten Ritualen des amerikanischen Sonnentanzes erinnern sowohl an die Baumsymbolik wie auch an die Geschichte von Odins Selbstopfer - wobei beide möglicherweise zusätzlich durch christliche Vorstellungen beeinflusst wurden. Auch die altsächsische Irminsul, die einst von Karl dem Grossen zerstört wurde, weist einige Parallelen zum Maibaum auf.
Karl dem Grossen
In den Kanon der Frühlingsfeste fügt sich das Aufstellen des Maibaums über die zugrundeliegenden Vorstellungen der Lebenserneuerung, wie sie in den genannten schamanistischen Ritualen bis hin zur Mythologie der Sonnentanzreligion verbreitet sind. Dem trägt auch die offenbare Sexualsymbolik des Maibaums Rechnung.
Diese Ideen waren zumindest in der Romantik (19. Jahrhundert) sehr verbreitet, heute spricht kaum ein Volkskundler mehr von diesen "Ursprüngen", die sich so nicht nachweisen lassen. Zudem tauchten die ersten Maibäume in Städten auf, so dass keine Verbindung zu einem agrarischen Bauernkult gefunden werden kann.
In seiner heutigen hohen Form mit belassener grüner Spitze und Kranz geschmückt ist der Maibaum schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt, allerdings in anderen Funktionen, wie als Kirchweihbaum, als Ehrenmaibaum für Individuen oder als mit Preisen behängte Kletterstange. Seit dem 19. Jahrhundert kam er (vor allem in Bayern) auch als Ortsmaibaum für die nun selbstständigen Gemeinden (als Symbol ihres Selbstbewusstseins) auf. Rund um den Maibaum hat sich im Laufe der Zeit allerdings sehr viel lokales Brauchtum entwickelt, das sich vielfach sogar von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet.
Dem Maibaum verwandt ist der Mittsommerbaum in Schweden.
Rekordmaibaum
Der Rekordmaibaum steht in Eicherloh (Gemeinde Finsing) bei München und hat eine Länge von 50,5 Metern.
Literatur
- Hans Moser: Maibaum und Maienbrauch. Beiträge und Erörterungen zur Brauchforschung. In: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1961, S. 115-160.
- Ingeborg Weber-Kellermann: Saure Wochen – Frohe Feste. München 1985.
Siehe auch
- Freiheitsbaum
- Mairose
Weblinks
- [http://www.garten-literatur.de/Kalender/1-5.htm Infos zum Maibaum]
- [http://www.travel-impressions.de/maibaum/maibaumaufstellen.htm Fotos vom Maibaumaufstellen per Hand]
- [http://www.ewetel.net/~hans-juergen.adams/html/maibaum.html Fotos und Text in Deutsch und English]
Kategorie:Feste & Brauchtum
Kategorie:Baum
Baum
Als Baum wird in der Botanik eine ausdauernde (mehrjährige) Pflanze bezeichnet, die einen deutlich erkennbaren aufrechten verholzten Stamm besitzt, der aus einer Wurzel emporsteigt und an dem sich oberirdisch Äste befinden, die wiederum Zweige ausbilden.
Die Zweige verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, verholzen dabei und nehmen kontinuierlich an Dicke und Umfang zu. Das besondere Merkmal des Baumes ist, dass sein holziger Stamm erst in einer gewissen Höhe eine aus blättertragenden Ästen bestehende Krone entwickelt.
Pflanzengruppen, bei denen Stämme vorkommen
Krone
Baumförmige Lebensformen kommen in fünf verschiedenen Pflanzengruppen vor:
Echte Bäume sind die Laubbäume (aus den Bedecktsamern) sowie die Nadelbäume (aus den Nadelholzgewächsen). Beide Pflanzengruppen haben verholzte Stämme.
Daneben kommen drei kleinere Pflanzengruppen vor, die baumartige Strukturen ausbilden: die Palmen, die Palmfarne und die Baumfarne.
Diese drei Gruppen besitzen kein echtes Holz mit Dickenwachstum.
Daher ist der Stammdurchmesser (von unten nach oben) auch relativ gleichmäßig.
Der Stamm entsteht aus den Blattansätzen. Per Definition von Baum sind Palmen, Palmfarne und Baumfarne keine echten Bäume, sondern baumförmige Lebensformen.
Die Baumform findet sich hauptsächlich in rund 50 höheren Pflanzenfamilien. Dagegen fehlt die Baumform bei Algen, Moosen, Liliengewächsen, Iridaceae, Hydrocharitaceae, Orchideen, Chenopodiaceae, Primelgewächsen und meist auch bei den Lamiales, Convolvulaceae, Enziangewächsen, Glockenblumengewächsen, Cucurbitaceae, Doldengewächsen, Saxifragaceae, Papaveraceae, Ranunculaceae oder Caryophyllaceae..
Die besonderen Merkmale der Bäume
Die Blätter
Die Gestaltverhältnisse der Blätter sind wichtige Merkmale, um den Baum an seinem Laub zu erkennen. Es kann ein Baum entweder Laubblätter von unterschiedlicher, meist charakteristischer Form oder Nadelblätter tragen.
Nicht minder brauchbar zur Unterscheidung im winterlichen Zustand sind die Knospen des Baums. Manche Bäume sind überdies mit Dornen ausgestattet. Dies sind entweder kurze Zweige, die mit dorniger Spitze enden wie beim Weißdorn und bei den wilden Formen der Obstbäume, oder es sind stachelartig ausgebildete Nebenblätter wie etwa bei der Gewöhnlichen Robinie.
Gewöhnlichen Robinie
Gewöhnlichen Robinie
Die Blüten
Die Blüten der Bäume aus gemäßigten Breiten sind manchmal verhältnismäßig unscheinbar, bei einigen Taxa sind einzelne Blütenblattkreise reduziert. Einige Baumarten gemäßigter Breiten haben eingeschlechtliche Blüten. Dabei sitzen die Blüten beider Geschlechter entweder auf demselben Baum (einhäusig) (wie bei der Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Erle und beim Nussbaum) oder auf verschiedenen (zweihäusig), so dass man männliche und weibliche Bäume zu unterscheiden hat (zum Beispiel bei Weiden und Pappeln). Andere Bäume haben Zwitterblüten, und diese besitzen vielfach farbige Blütenblätter, wie die Obstbäume, die Rosskastanie und viele Bäume der wärmeren Klimate.
Ein Europäischer Laubbaum besitzt durchschnittlich 30.000 Blätter
Frucht- und Samenbildung
Die Frucht- und Samenbildung zeigt weniger Eigentümlichkeiten. Bei den meisten fällt die Reife in den Sommer oder Herbst desselben Jahres; nur bei den Kiefernarten erlangen die Samen und die sie enthaltenden Zapfen erst im zweiten Herbst nach der Blüte vollständige Ausbildung.
Die Früchte sind meistens nussartig mit einem einzigen ausgebildeten Samen, oder sie zerfallen in mehrere einsamige nussartige Teile, wie bei den Ahornen. Saftige Steinfrüchte, ebenfalls mit einem oder wenigen Samen, finden sich bei den Obstbäumen, Kapseln mit zahlreichen Samen bei den Weiden und Pappeln.
Morphologie baumförmiger Lebensformen
Baumförmige Lebensformen haben eine unterschiedliche Morphologie (inneren Aufbau), und damit hängt zum Teil auch das charakteristische Aussehen zusammen.
Bei den baumartigen Farnen und den meisten Palmen findet sich ein einfacher Stamm, der mit einer einzigen großen Gipfelknospe endigt und daher keine Äste bildet und am Ende mit seinen dicht übereinander stehenden riesenhaften, meist gefiederten Blättern besetzt ist. Es sind damit per Definion keine echten Bäume.
Bei den echten Bäumen wächst der Spross des Keimpflänzchens heran zum Anfang des künftigen Baumstammes. Bei den Wuchsverhältnissen der Stämme bemerkt man aber in der Regel schon von den ersten Lebensjahren an zahlreiche Unterschiede.
Entweder bildet sich der Spross an der Spitze durch seine dauernd erhalten bleibende Gipfelknospe regelmäßig weiter und wird zum geraden, bis zur höchsten Spitze durchgehenden Baumstamm, wie beispielsweise bei der Fichte, Tanne und Lärche, an welchen sich dann seitlich die zahlreichen horizontal abgehenden Äste ansetzen, wodurch die Krone die pyramidenförmige Gestalt erhält, die schlanker wird, wenn sich auch die Äste steil am Stamm aufwärts richten, wie bei der italienischen Pappel.
Oder der Stamm zeigt zwar auch längere Zeit dieses Verhalten, doch später folgen ihm einer oder mehrere seiner Äste in bald schrägerer, bald steilerer Richtung sowohl im Höhenwuchs als in der Erstarkung nach oder überholen ihn oder übernehmen nach gänzlicher Unterdrückung des Hauptstammes allein die Fortbildung, so dass also der Stamm nicht bis in den Gipfel reicht, sondern sich in seiner Krone in mehrere starke Hauptäste teilt, wie bei der Kiefer, der Pappel, der Eiche, dem Apfelbaum und vielen anderen Bäumen.
Oder es verliert der Hauptspross schon in den ersten Lebensjahren die Zellteilungsfähigkeit der Endknospe. Die Seitenknospen übernehmen das Hauptwachstum und es bilden sich Seitenäste. Da dies alljährlich geschieht, baut sich hier der Stamm aus so vielen einzelnen auseinander hervorgegangen Ästen verschiedenen Grades auf, wie er Jahre alt ist, und erscheint dann im erwachsenen Zustand ebenso regelmäßig und gerade wie diejenigen Stämme, welche durch stetige Verlängerung einer Hauptachse gebildet sind. Diese Stammbildung ist charakteristisch für die Ulme, Buche, Hainbuche, Linde.
Hinsichtlich des inneren Baues des Baumstammes weichen die zu den Einkeimblättrigen gehörigen baumförmigen Lebensformen, nämlich die Palmen, von den echten Bäumen erheblich ab. Bei ersteren stehen die Gefäßbündel im Grundgewebe zerstreut, weshalb es auch keinen Kambiumring, keinen Holzzylinder und somit auch kein fortdauerndes Dickenwachstum des Stammes gibt.
Bei den zu den Dikotyledonen gehörigen Bäumen besitzt der Stamm schon in der frühesten Jugend als dünner Stängel einen unter der Rinde gelegenen Kreis von Leitbündeln, welcher den Rindenbereich vom innen liegenden Mark scheidet.
Dieser Leitbündelring stellt in seiner inneren, dem Mark anliegenden Hälfte das Holz und im äußeren, an die Rinde angrenzenden Teil den Bast dar; zwischen beiden zieht sich der Kambiumring hindurch.
Dieser wird aus zarten, saftreichen, sich ständig teilenden Zellen gebildet und vergrößert durch seinen laufenden Zellvermehrungsprozess die beiderseits ihm anliegenden Gewebe. So wird alljährlich an der Außenseite des Holzringes eine neue Zone Holzgewebe angelegt, wodurch die Jahresringe des auf diese Weise erstarkenden Holzkörpers entstehen, die man als konzentrische Linien am Stammquerschnitt wahrnimmt.
Andererseits erhält aber auch der weiter außen liegende Bast an seiner Innenseite einen jährlichen, wenn auch weit geringeren Zuwachs. Auf diese Weise kommt die dauernde Verdickung des Stammes und aller seiner Äste sowie auch der Wurzeln zustande.
Einzeln stehende oder zusammen stehende Bäume
Jahresring
Von großem Einfluss auf die Wuchsform ist bei allen Bäumen der Umstand, ob sie frei stehen oder eng mit anderen Bäumen zusammen aufgewachsen sind. So kann zum Beispiel bei der Rotbuche, wenn sie frei steht, eine Krone schon in geringer Entfernung vom Boden entstehen, indem hier nicht selten wenig über Mannshöhe die ersten, horizontal ausstreichenden Äste sich am Stamm ausbilden.
Im geschlossenen Rotbuchenwald dagegen tragen die säulenförmigen Stämme erst in sehr beträchtlicher Höhe spitzbogenartig aufstrebende Äste, auf denen sich erst dann das Laubdach über den hohen Säulenhallen ausbreitet.
Ähnliche Verhältnisse zeigen auch meistens die anderen Bäume bei freiem und bei geschlossenem Stand. Daneben finden sich bei einigen Varietäten auch so genannte "Trauerbäume", bei denen sämtliche Zweige zur Erde niederwachsen. Die bekannteste "trauernde" Varietät ist die Traueresche; doch kennt man auch bei vielen anderen Bäumen "Trauerbäume", so beispielsweise die Trauerbuche oder ähnliche Formen bei den Birken, Ulmen, Linden, Weiden, etc.
Die Wurzel
Auch in der Wurzelbildung unterscheiden sich die Bäume. Manche behalten die Hauptwurzel, die sich am Keimpflänzchen entwickelt, ihr ganzes Leben hindurch. Die Hauptwurzel wächst dann als gerade, dicke Pfahlwurzel tief in den Boden hinab, was besonders für die Eiche charakteristisch ist.
In anderen Fällen bleibt die Pfahlwurzel frühzeitig zurück; aus dem Stock entwickeln sich mehrere Seitenwurzeln, und diese wachsen entweder auch zu beträchtlicher Tiefe in schiefer Richtung in den Boden hinein, wie zum Beispiel bei der Linde, oder sie halten sich nur oberflächlich und breiten sich dabei oft weit im Umkreis aus, wie bei den Pappelarten.
Überdies erzeugt ein stets lockerer und tiefgrundiger Boden eine tiefere Wurzelausbildung. Ist die Bodenbeschaffenheit dagegen bindiger und flachgrundiger, kommt es zu einer oberflächlicheren Wurzelausbildung. Bei einigen Baumarten bilden diese flachen Wurzeln neue Triebe aus, so genannte Wurzelbrut.
Die einkeimblättrigen baumförmigen Lebensformen haben nie eine Pfahlwurzel; ihr Stamm endet nahe unter der Bodenfläche und ist mit seitlich aus ihm hervorkommenden Nebenwurzeln im Erdreich befestigt.
Das Alter, der Stammumfang und die Höhe der Bäume
einkeimblättrigen
einkeimblättrigen
Die Bäume können bei ungestörter Vegetation und unter günstigen Verhältnissen ein außerordentliches Alter erreichen. Mit dem hohem Alter, das oft mehrere Jahrhunderte betragen kann, ist in der Regel eine ungewöhnliche Dicke des Stammes, aber nicht immer eine entsprechende Höhe verknüpft.
- Siehe auch: Markante und alte Baumexemplare in Deutschland
Bäume in unterschiedlichen Klimaten
In den Tropen findet sich der üppigste Baumwuchs; zudem sind es lauter eigentümliche Baumarten, welche dort die Urwälder bilden. Sie gehören vorzugsweise den Familien der Palmen, Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), Brennnesselgewächse (Urticaceae), Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), Bombacaceae, Byttneriaceae, Mahagonigewächse (Meliaceae), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und Sapotaceae an.
In der subtropischen Zone findet man Bäume unter den immergrünen Myrtengewächsen (Myrtaceae) und Lorbeergewächsen (Lauraceae) sowie Silberbaumgewächsen (Proteaceae), denen sich in der wärmeren gemäßigten Zone andere immergrüne Bäume anschließen, so die immergrünen Eichen, Granatbäume, Orangen und Zitronen, Ölbäume, Feigen sowie Myrte und Lorbeer. Dagegen sind in der kälteren gemäßigten Zone die laubwechselnden Bäume vorherrschend. Eichen- und Buchenwälder, Linden, Ulmen, Eschen, Pappeln, Weiden sind hier charakteristisch.
Und obgleich auch hier bereits Nadelhölzer in zusammenhängenden Waldungen auftreten, werden diese doch erst in der subarktischen Zone eigentlich vorherrschend, wo die Laubbäume einer nach dem anderen verschwinden.
Überhaupt werden die Bäume, je mehr man sich den Polarkreisen nähert, geringer an Zahl und kleiner. Eichen, Linden, Eschen, Ahorne und Buchen hören in Schweden schon diesseits des 64. Grades nördlicher Breite auf.
Jenseits dieser Breite besteht die Baumvegetation hauptsächlich aus Fichten und Tannen, die in zusammenhängenden Waldungen nordöstlich noch über den 60. Grad hinausreichen, sowie aus Birken, die in zusammenhängenden Waldungen sich fast bis zum 71. Grad nördlicher Breite erstrecken, und zum Teil aus Ellern und Weiden.
Auch die Höhe über dem Meeresspiegel hat auf die Ausbreitung und Höhe der Baume, natürlich im Verhältnis zur Entfernung vom Äquator und zum Klima, bedeutenden Einfluss. In den Anden finden sich noch bis 94 m unter der Schneelinie ansehnliche Bäume; bis 2825 m Höhe gedeihen noch Wachspalmen, mehrere Cinchonen und Eskallonien. Unter 30 Grad nördlicher Breite, wo die Schneegrenze bei 4048-4080 m liegt, kommen auf dem Himalaja, nördlich von Indien, noch in 3766 m Höhe Baumgruppen vor, die aus Eichen und Fichten bestehen.
Ebenso sind in Mexiko, unter 25-28 Grad nördlicher Breite, die Gebirge bis 3766 m mit Fichten und bis 2825 m hoch mit mexikanischen Eichen bedeckt. In den Alpen des mittleren Europa hört der Holzwuchs bei einer Höhe von 1570 m, im Riesengebirge bei 1193 m und auf dem Brocken bei 1005 m auf.
Eichen und Tannen stehen auf den Pyrenäen noch bis zu einer Höhe von 1883 m; dagegen wächst die Fichte auf dem Sulitelma in Lappland, bei 68 Grad nördlicher Breite, kaum in einer Höhe von 188 m, die Birke kaum in einer von 376 m.
Schäden an Bäumen
Birke
Schäden an Bäumen sind Insektenschäden, Windbruch (Baumteile brechen ab), Windwurf (der Baum wird mit den Wurzeln aus dem Boden gehebelt), Schneebruch (Baumteile unter schweren Schneelasten brechen ab), Blitzschaden (Stammteile werden abgesprengt), Frost (Trockenschaden durch Transpiration bei gefrorenem Boden, Stammrisse) und bei Jungbäumen übermäßiger Wildverbiss. Die verschiedenen Krankheiten, von denen Bäume befallen werden können, bezeichnet man als Brand, Krebs, Grind oder Schorf, Baumkrätze, Rost, Mehltau, Rot- oder Kernfäule, Gelbsucht, Harzfluss, Gummifluss, Darrsucht, Wassersucht sowie das Aufspringen der Rinde.
Missbildungen an Bäumen sind die Maserkröpfe, die Hexenbesen oder Wetterbüsche sowie die Gallen.
Anbau von Bäumen
Baumkultur zum Zweck der Gewinnung von Holz, Zweigen, Rinden, Laub, Blüten, Früchten, Samen oder einzelnen chemischen Bestandteilen (Terpentin, Zucker, Kautschuk, Balsame, Alkaloide etc.) bildet einen Teilbereich der Forstwirtschaft, der Landschafts- und Nutzgärtnerei. Dieser Anbau erfolgt auch heute häufig noch in Form von Plantagen. Zurückgegangen ist dagegen die Nutzung von Streuobstwiesen, die früher in vielen Gebieten Mitteleuropas landschaftsprägend waren.
Mit der Lehre von den Bäumen (Gehölzen), welche in einem bestimmten Land im Freien gedeihen, beschäftigt sich die Dendrologie. Anpflanzungen von Bäumen in systematischer oder pflanzengeographischer Anordnung, die Arboreten, dienen ihr zu Beobachtungs- und Versuchszwecken. Bäume können vegetativ, das heißt durch Pflanzenteile, oder generativ durch Aussaat vermehrt werden. Bei der Pflanzung von Gehölzen in Garten und Landschaft sollten Pflanzregeln eingehalten werden.
Der Baum als „chemische Fabrik“
Pflanzregel
Am Beispiel einer 80jährigen Rotbuche wird deutlich, wieso ein Baum als „chemische Fabrik“ bezeichnet werden kann:
In diesem Lebensalter ist der Baum 25 m hoch und seine Baumkrone mit einem Durchmesser von 15 m beschattet eine Standfläche von 160 m². In ihren 2.700 m³ Rauminhalt finden sich 800.000 Blätter mit einer gesamten Blattoberfläche von 1.600 m², deren Zellwände zusammen 160.000 m² Fläche betragen.
Pro Stunde verbraucht diese Buche 2,352 kg Kohlendioxid, 0,96 kg Wasser und 25.435 Joule, im gleichen Zeitraum stellt sie 1,6 kg Traubenzucker her und deckt mit 1,712 kg Sauerstoff den Verbrauch von 10 Menschen. In 80 Jahren hat sie somit 40.000.000 m³ Luft verarbeitet.
Die 15 m³ Holz des Baumes wiegen trocken 12.000 kg, allein 6.000 kg davon sind Kohlenstoff.
In Mitteleuropa heimische und häufige Baumarten
Zu den in Mitteleuropa heimischen Laubbäumen zählen die Ahorne, Birken, Buchen, Eichen, Erlen, Eschen, Linden, Mehlbeeren, Pappeln, Ulmen, Weiden, Walnussbaum und viele Obstbäume.
Typische Nadelbäume sind die Eiben, Fichten, Kiefern, Lärchen, Tannen und Zypressen.
Der in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Baum, der in diesem Gebiet ursprünglich nicht beheimatet ist, ist die Gewöhnliche Robinie. Sie zählt ebenso wie beispielsweise die Späte Traubenkirsche zu den Neophyten.
Eine detailliertere Aufstellung bietet die Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa.
Extreme Bäume
Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa]
- Der höchste Baum der Welt ist ein Küstenmammutbaum Sequoia sempervirens mit 112,8 m aus Kalifornien
- Die niedrigsten Bäume sind Bonsais, die durch menschliche Eingriffe künstlich klein gehalten werden.
- Die ältesten Bäume sind 4700 Jahre alte Grannenkiefern (Pinus longaeva, Bristlecone Pines) in den White Mountains in Kalifornien. Die Mitarbeiter des Champion Tree Projektes klonen in den USA alte Bäume.
- Der dickste Baum ist der Ahuehuete - Baum in Santa Maria de Tule im Mexikanischen Staat Oaxaca, eine Sumpfzypressenart (Taxodium mucronatum). Sein Durchmesser an der dicksten Stelle beträgt 11,42 m.
- Die winterhärtesten Bäume sind die Dahurische Lärche (Larix gmelinii) und der Ostasiatische Zwerg-Kiefer (Pinus pumila): Sie widerstehen Temperaturen bis zu -70° C.
- Die Dahurische Lärche ist auch jener Baum, der am weitesten im Norden überleben kann: 72° 30' N, 102° 27' O.
- Der Baum, der die dünnste Luft atmet, ist die Schuppenrindige Tanne Abies squamata: sie wächst auf 4600m Seehöhe am Osthimalaya in Sichuan.
- Das leichteste Holz ist jenes des Balsabaumes
- Bäume, die bis dahin kahle Flächen besiedeln können, so genannte Pionierbäume sind zum Beispiel bestimmte Birken- und Pappelarten.
Bäume und Menschen
:Kein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so vielfältig, so eng verknüpft wie der Baum.
schrieb der Historiker Alexander Demandt und hat dem Baum mit Über allen Wipfeln - Der Baum in der Kulturgeschichte ein umfangreiches Werk gewidmet. Für ihn beginnt die Kulturgeschichte mit dem Feuer, das der Blitz in die Bäume schlug und mit dem Werkzeug, für das Holz zu allen Zeiten unentbehrlich war.
Alexander Demandt, Wallraf-Richartz-Museum]]
Dieser Bedeutung entsprechend ist auch ein vielfältiges Brauchtum mit dem Baum verknüpft. Das reicht vom Baum, der zur Geburt eines Kindes zu pflanzen ist über den Maibaum, der in manchen Regionen immer noch in der Nacht zum ersten Mai der Liebsten verehrt, dem Kirmesbaum und dem Weihnachtsbaum, unter dem gefeiert und dem Richtbaum, der zur Feier eines neu errichteten Hauses auf dem Dachstuhl aufgesetzt wird bis zum Baum, der auf dem Grab gepflanzt wird. Nationen und Völkern werden bestimmte, für sie charakteristische Bäume zugeordnet. Eiche und Linde gelten als typisch „deutsche“ Bäume. Die Birke symbolisiert Russland und der Baobab gilt als der typische Baum der afrikanischen Savanne.
Unter der Gerichtslinde wurde Recht gesprochen und unter der Tanzlinde gefeiert. Kelten, Slawen, Germanen und Balten haben einst in Götterhainen Bäume verehrt und das Fällen solcher Götzenbäume ist der Stoff zahlreicher Legenden, die von der Missionisierung Nord- und Mitteleuropas berichten.
Auch in der Bibel werden Bäume immer wieder erwähnt. Das Alte wie das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie zum Beispiel den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ großen Blättern das erste Menschenpaar Adam und Eva nach ihrem Sündenfall ihre Blöße bedeckten. Im 1. Buch Mose, der Genesis, wird in Kapitel 1 in den Versen 11 und 12 berichtet, dass Gott die Bäume und insbesondere die fruchttragenden Bäume in seiner Schöpfung der Welt hervorbrachte. Zwei Bäume jedoch spielen in der Heiligen Schrift eine entscheidende Rolle: der Baum des Lebens sowie der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. So hat der Baum auch in der christlichen Ikonographie eine besondere Bedeutung. Dem Baum als Symbol des Sündenfalls, um dessen Stamm sich eine Schlange windet steht häufig das hölzerne Kreuz als Symbol der Erlösung gegenüber. Ein dürrer und ein grünender Baum symbolisieren in den Dogmenallegorien der Reformationszeit den Alten und den Neuen Bund. In der Pflanzensymbolik haben verschiedene Baumarten wie auch ihre Blätter, Zweige und Früchte eine besondere Bedeutung. So weist die Akazie auf die Unsterblichkeit der menschlichen Seele hin, der Ölbaum auf den Frieden und ist ein altes marianisches Symbol für die Verkündigung an Maria. Der Zapfen der Pinie weist auf die lebenspendende Gnade und Kraft Gottes hin, die Stechpalme, aus deren Zweigen nach der Legende die Dornenkrone gefertigt war auf die Passion Christi.
Siehe auch
- Baum des Jahres
- Deutsches Baumarchiv
- Baumtag
- Fälltechnik
- Markante und alte Baumexemplare in Deutschland
- Baumarten
Literatur (Auswahl)
Bestimmungsbücher
- Ulrich Hecker: BLV Handbuch Bäume und Sträucher, BLV Verlag München, 1995, ISBN 3-405-14738-7
- Peter Schütt, Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm, et al.: Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik - Morphologie - Pathologie - Ökologie - Systematik. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8
- Alan Mitchell, John Wilkinson und Peter Schütt: Pareys Buch der Bäume. Nadel- und Laubbäume in Europa nördlich des Mittelmeeres (OT: The Trees of Britain and Northern Europe). Paul Parey, Hamburg und Berlin 1987, ISBN 3-490-19518-3
- Peter Schütt, Hans Joachim Schuck und Bernd Stimm: Lexikon der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baumarten. ecomed, Landsberg 1992, ISBN 3-609-65800-2
- Angelika Lüttig & Juliane Kasten: Hagebutte & Co - Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen, Fauna Verlag, Nottuln, 2003, ISBN 3-9359980-90-6
Kulturgeschichte
- Alexander Demandt: Über allen Wipfeln - Der Baum in der Kulturgeschichte. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-3501-1
- Federico Hindermann (Hrsg.): "Sag' ich's euch, geliebte Bäume...". Texte aus der Weltliteratur. Manesse, Zürich 1984, ISBN 3-7175-1672-8
- Doris Laudert: Mythos Baum - Was Bäume uns Menschen bedeuten: Geschichte, Brauchtum, 30 Baumporträts. BLV, München, 2001, ISBN 3-405-15350-6
- Graeme Matthews und David Bellamy: Bäume. Eine Weltreise in faszinierenden Fotos (OT: Trees of the World). BLV, München 1993, ISBN 3-405-14479-5
- Romano Guardini, Karl-Heinz Raach und Maria Pelz: Kontemplation unter Bäumen / Contemplazione sotto gli Alberi. Grünewald und Morcelliana, Mainz und Brescia 2002, ISBN 3-7867-2364-8
Weblinks
Romano Guardini
- http://www.baumkunde.de/ Baumkunde
- http://www.holzwurm-page.de/holz/baum/aufbaustamm.htm Schaubild zum Aufbau eines Baumstammes
- http://www.sdw.de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
- http://www.baumstatik.de/ Arbeitsstelle für Baumstatik
- http://www.pilsak.de/start.htm ...von Bäumen und Wäldern
- http://www.baum-des-jahres.de/
- http://www.stihl.ch - vom Motorsägenhersteller, mit gutem Baumartenlexikon
- Informationen über verschiedene Baumarten
- http://www.baumkunde.de/baumlisten/baumliste_az.php baumkunde.de
- http://www.wald.de/wald/baeume/baeume.htm Stiftung Unternehmen Wald Deutschland e.V.
- http://bfw.ac.at/700/2092_1.html Bundesamt für Wald Österreich
- für Kinder und Jugendliche: http://www.zzzebra.de/index.asp?themaid=248
- Informationen über seltene mitteleuropäische Baumarten:
- [http://www.wald-in-not.de/seiten/band13.html - "Seltene Bäume in unseren Wäldern – Erkennen, Erhalten, Nutzen"]
- [http://www.genres.de/fgr/loebf/dez41/veroeffentlichungen.html - Merkblätter zur Arterhaltung (NRW)]
- [http://www.seba.ethz.ch/homed.htm - Projekt Förderung seltener Baumarten (Schweiz)]
Kategorie:Pflanzentyp
ja:木
ms:Pokok
simple:Tree
th:ต้นไม้
April
Der April ist der vierte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender.
Er hat 30 Tage.
Der Name bezieht sich vermutlich auf die sich öffnenden Knospen im Frühling und kommt vom Lateinischen aperire = öffnen her.
Der alte deutsche Name ist Ostermond (durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert eingeführt), weil Ostern meist im April liegt. Andere, heute kaum mehr gebräuchliche Bezeichnungen, sind Wandelmonat oder auch Launing.
Im römischen Kalender war der April ursprünglich der zweite Monat.
Der April beginnt mit dem selben Wochentag wie der Juli und in Schaltjahren wie der Januar.
Seit dem 16. Jh. ist in Europa der Brauch belegt, am 1. April einen Aprilscherz zu begehen, indem man seine Mitmenschen mit einem mehr oder weniger derben Scherz oder einer Lügengeschichte "in den April schickt".
Der Sage nach wurde Luzifer am 1. April aus dem Himmel verstoßen.
Zitate
:"April, April der macht was er will" (aufs Wetter bezogen) -- alte Bauernweisheit.
:"Am 1. April schickt man den Narren, wohin man will."
Siehe auch
- bewegliche Feiertage
- bewegliche Gedenktage
- Aprilscherz
- Historische Jahrestage
- Zeitskala
Weblinks
- http://www.feste-der-religionen.de/Kalender/April.html
!04
Kategorie:Kalender
ja:4月
ko:4월
ms:April
simple:April
th:เมษายน
Pfingsten
Pfingsten (von griech. pentekosté (heméra) "der fünfzigste (Tag)") bezeichnet das Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern. Pfingsten folgt immer auch 10 Tage auf Christi Himmelfahrt. Das Pfingsfest entstand aus dem jüdischen Schawuot (Wochenfest). Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt. Seine theologischen Eckpfeiler sind die Entsendung des Heiligen Geistes, der die Dreifaltigkeit komplettiert, und die offizielle Gründung der Kirche.
Pfingsten als gesellschaftlicher Festtag
Pfingsten ist in Deutschland traditionell ein eher volkstümlich als kirchlich geprägtes Fest. In vielen Regionen existieren Pfingstbräuche, so zum Beispiel das Pfingstbaumpflanzen in der Lüneburger Heide, in Mecklenburg das Schmücken des Pfingstochsen oder der Wäldchestag in Frankfurt am Main. Viele Jugendgruppen führen Pfingstzeltlager durch. Auf der Zitadelle in Mainz findet alljährlich das OpenOhr Festival mit Kabarett, Foren und Livekonzerten rund um ein "Thema" (2005 "Frauen") statt.
Der Pfingstmontag ist gesetzlicher Feiertag in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Deutschland forderten Wirtschaftsverbände 2005 seine Abschaffung. Sämtliche im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der FDP sprachen sich ebenso wie die Kirchen und Gewerkschaften gegen diesen Vorschlag aus. In Frankreich ist der Versuch der Regierung Raffarin, ihn 2005 erstmals zum unbezahlten Feiertag zu machen, am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Ein Regierungssprecher äußerte sich so dazu, dass eine Überprüfung des Gesetzes vorgenommen werden müsse, ob es nach diesen Erfahrungen dabei bleiben könne. In Schweden wurde der Pfingstmontag als Feiertag im Jahre 2005 abgeschafft. Stattdessen ist ab demselben Jahr der 6. Juni schwedischer Nationalfeiertag, auch ein gesetzlicher und damit arbeitsfreier Feiertag. In Italien wurde der Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag vor einigen Jahren abgeschafft.
Pfingstdaten
Die (westkirchlichen) pfingstlichen Feiertage der nächsten Jahre
Literatur
- Christel Dhom: "Unser Frühjahrs- und Osterbuch : mit Kindern den Jahreslauf erleben von Fasching bis Pfingsten". Verl. Freies Geistesleben, Stuttgart 2004. 128 S. ISBN 3-7725-2025-1
- Kath. Bibelwerk (Hrsg.): "Gottes Volk : Bibel und Liturgie im Leben der Gemeinde." Verl. Kath. Bibelwerk, Stuttgart 2005 (Teil: 5. Pfingsten bis 13. Sonntag im Jahreskreis) 2005. 120 S.ISBN 3-460-26635-X
- Maria Schwabe (Hrsg.): "Pfingsten statt Babel : Zur Mystik und Spiritualität im Weltsozialforum". Missionszentrale der Franziskaner, Bonn 2004.
- Joseph Ratzinger Komm, Heiliger Geist! - Pfingstpredigten ISBN 3879042993
Siehe auch
- Pfingsthymnus
- Pfingstbewegung
Weblinks
- EKD: [http://www.ekd.de/aktuell/442_34695.html An Pfingsten feiern die Kirchen Geburtstag]
- EKHN: [http://www.ekhn.de/inhalt/glaube/kirchenjahr/pfingsten/index.htm Infos zu Pfingsten (christliche Bedeutung, Symbole, Kindern erzählt)]
- [http://www.bfp.de/ Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden]
- [http://www.katholisch.de/2315_4735.htm katholische Kirche im Internet: Pfingsten]
- [http://www.katholisch.de/3781.htm katholische Kirche im Internet: das Sakrament der Firmung]
- [http://www.derbruderhof.de/articles/de/jca/Pfingsten.htm/ Pfingsten neu erleben]
- [http://www.pfingsten-info.de Pfingsten-Info]
- [http://de.geocities.com/frauoertel/Pfingsten.htm Themenseite: Pfingsten mit Bräuchen]
- [http://www.slovakradio.sk/rsi/ge/brachtum/txt/0521_pfingstbraeuche.html Pfingsten in der Slowakei]
- [http://www.uni-bamberg.de/ktheo/liturgie/fkal.html Kirchlicher Feiertagskalender]
!
ja:ペンテコステ
Johannistag
Der Johannistag ist der Gedenktag der Geburt Johannis des Täufers am 24. Juni. In der katholischen Kirche hat dieser Tag den Rang eines Hochfestes. In einigen Gegenden wird der Tag auch Sommerweihnacht genannt.
Gelegentlich findet sich auch die Schreibweise "Johannestag".
Ursprung
Das Datum wurde entsprechend einer Angabe des Lukasevangeliums (1,26.36) vom liturgischen Datum der Geburt Jesu her errechnet (6 Monate vorher). Im Kirchenjahr ergab sich daraus sehr passend das (antike) Datum der Sommersonnenwende mit der wieder abnehmenden Tageslänge, was schon früh auf den Täuferspruch in Hinblick auf den kommenden Christus bezogen wurde: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen." (Johannesevangelium 3,30). Johannes der Täufer ist neben der Gottesmutter Maria der einzige Heilige, an dessen Geburt ein kirchliches Fest erinnert; die Gedenktage der übrigen Heiligen sind meist ihre Todestage.
Die katholische Kirche begeht den Johannistag als Hochfest. Das Datum findet sich auch im Kalender anderer Kirchen. Johann Sebastian Bach schrieb für den Johannistag die Kantate "Christ, unser Herr, zum Jordan kam" (BWV 7).
Brauchtum/Mittsommerfeste
Kantate
Ein ausgepägtes Brauchtum hat sich um diesen Festtag entwickelt.
Zu den Bräuchen zählte in der Johannisnacht der Tanz um das Johannisfeuer.
Johannisfeuer
Das Johannisfeuer (oder Würzfeuer, Nodfeuer) ist ursprünglich heidnischer und im Volksleben fortlebender, zum Teil auch christianisierter Brauch und wird in der Nacht vor dem Johannistag angezündet.
Es hängt wohl mit verschiedenen anderen religiös motivierten Feueropfern zusammen. Dem Volksglauben nach sollte es Dämonen abwehren, die böse sind, Krankheiten bringen, Viehschaden und mißwüchsige Kinder hervorbringen. Darauf deuten auch die Strohpuppen, die man in manchen Gegenden ins Feuer wirft, das mit dem Feuer verknüpft war. Insbesondere sollten auch Hagelschäden abgewehrt werden. In dieser Beziehung deckt sich das Johannisfeuer auch mit dem Hagelfeuer.
Ein Zusammenhang besteht außerdem mit dem sogenannten Notfeuer, weshalb es mancherorts auch Nodfeuer genannt wird. Auch der Hergang ist ziemlich gleich, nur daß der Umlauf mit Fackeln und das Umwälzen eines Rades beim Johannisfeuer besonders hervortritt.
Schließlich steht es in enger Verbindung zur am 21. Juni stattfindenden Sommersonnenwende, weshalb es selbst mitunter als Sonnenfeuer bzw. Sonnwendfeuer bezeichnet wird. Das beim Johannisfeuer verwendete umwälzende Rad wird oft als Sonne gedeutet.
Das Johannisfeuer findet man in verschiedener Ausgestaltung fast über ganz Europa verbreitet.
Johannisfeste
Am stärksten ist der Brauch der Mittsommerfeste in Skandinavien und dem Baltikum ausgeprägt. In Lettland ist "Jāņi" der populärste Feiertag überhaupt.
In Mainz wird zu dieser Zeit das Johannisfest gefeiert. Traditionell gehört dazu eine Kirmes in der Innenstadt mit einigen Weinständen, ein Künstlermarkt und einem Markt für gebrauchte Bücher. Auch findet das traditionelle Schifferstechen und Gautschen (Taufe) der Druckerlehrlinge statt. Das Fest, auf dem auch viele Bühnen mit Künstlern zu finden sind, endet montags mit einem großem Feuerwerk.
- siehe dazu auch: Johannisnacht (Timm), Roman von Uwe Timm
Weitere Zusammenhänge
- Das Johanniskraut wurde so benannt, da es um den Johannistag blüht.
- Die Johannisbeere erreicht ihre Reife am Johannistag.
- Die Schwärme der Johanniskäfer entfalten ihre Leuchtkraft in der Johannisnacht.
Johannistag in Québec
Seit 1834 wird der Johannistag von den Franko-Kanadiern als Nationalfeiertag begangen. In Folge dessen erklärte 1908 Papst Pius X. Johannes den Täufer zum Schutzpatron der Franko-Kanadier. Seit 1977 ist der Johannistag in der Provinz Québec ein arbeitsfreier Feiertag.
Johanni als Bauernregel
Johanni ist als Lostag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und Wetter von zentraler Bedeutung. Die Sommersonnenwende am 21.06. läutet meist mit dem Ende der Schafskälte die Erntesaison ein. Futtergräser sind bereits reif und Sommer-Getreide und viele anderen Nutzpflanzen beginnen nun ihre Reifeperiode. Traditionell wird auch der Spargel bis zu diesem Tag gestochen.
Johanni gilt daher als spätester Termin auch in klimatisch schlechten Regionen (Küsten Norddeutschlands und Alpen) für die Heuernte, aber auch als Garant für gutes Wetter. Der Begriff Johannischnitt wurde geprägt.
- "Vor dem Johannistag / man Gerst und Hafer nicht loben mag."
- "Wenn die Johanniswürmer glänzen, / darfst Du richten Deine Sensen."
Die späte Mahd prägte die Artenvielfalt der europäischen Kulturlandschaft mit, da den meisten Wiesenpflanzen Zeit gelassen wird, auszusamen und auch den Bodenbrütern der Vögel und auch vielen anderen Tieren, wie Insekten und Spinnen, mehr Zeit für ihr erfolgreiches Vermehren gelassen wird.
- "Der Kuckuck kündet teure Zeit, / wenn er nach Johanni schreit" kann frei übersetzt werden: Eine verzögerte Entwicklung der Tiere ist meist verbunden mit schlechtem Wetter und daher mit Ernteausfällen.
Durch den Fortschritt der Landwirtschaft und die damit verbundene Intensivierung, vor allem die Werbung von Silage, verschob den Termin der Mahd immer weiter nach vorne. Der Johannischnitt gilt deshalb im Naturschutz als günstiger Termin für die Mahd von Wiesen und wird häufig bei der Pflege von naturnahen Wiesen angeordnet.
Johannistrieb
Einige Pflanzen, so beispielsweise die Rotbuche, Eiche und einige Ahornarten, treiben um das Datum des Johannistages noch ein zweites Mal aus. Dieser oft auch anders gefärbte, meist kräftige Blatt- und Astwuchs wird deshalb als Johannistrieb bezeichnet.
Johannistrieb im übertragenen Sinne auch scherzhafte Bezeichnung für übersteigerte Sexualität älterer Männer.
siehe auch: Johannisbrot
Weblinks
- [http://www.zauber-pflanzen.de/johannis.htm Johannistag]
Kategorie:Heiligenfeste
MitteleuropaMitteleuropa oder Zentraleuropa bezeichnet eine Region in Europa zwischen Westeuropa, Osteuropa, Südosteuropa, Südeuropa und Nordeuropa. Es gibt wenig deutliche geographische Kriterien, die zur Abgrenzung herangezogen werden könnten.
Der Begriff „Mitteleuropa“ kann auch politisch, kulturhistorisch oder naturräumlich definiert werden, wobei sich Verortung Mitteleuropas verschiebt und teils erhebliche Unterschiede auftreten können. Die Auffassung des Begriffes Mitteleuropa unterliegt auch dem geschichtlichen und politischen Wandel. Mitteleuropa wird daher niemals eindeutig zu definieren sein. Seit dem Ende des Kalten Krieges kommt der Definition Mitteleuropas erneut Aufmerksamkeit zu. Der Begriff Mitteleuropa macht deutlich, dass regionale Definitionen – neben dem praktischen und harmlosen Zweck der Ortsangabe – immer auch dem Zweck der Wertung und Abgrenzung dienen können, wodurch die Definition zum Streitobjekt, wenn nicht Kampfbegriff werden kann.
Geographische Abgrenzung Mitteleuropas
Kalten Krieges
Bei der geographischen Abgrenzung können klimatische und naturräumliche Gegebenheiten (beispielsweise Vegetationstypen oder tektonische Erscheinungen) herangezogen werden. Die Naturwissenschaften definieren als Kriterium das ozeanische bis subkontinentale, gemäßigt warme Großklima. Eine grobe Abgrenzung Mitteleuropas ist im Westen und Nordwesten der Rhein, im Norden die Nordsee, Skagerrak, Kattegat und die Ostsee, oder die Eider, im Osten die Weichsel, im Süden die Hauptkämme der Karpaten und Alpen. Auch hier gibt es Zweifel, ob Flüsse wie die Eider oder die Weichsel ausreichen, um einen Teilkontinent zu definieren. Die geographische Einteilung bleibt unscharf.
Im Gegensatz dazu findet man in Südeuropa mediterranes Klima (gemäßigt warm bis subtropisch), in Westeuropa gemäßigt warmes euozeanisches bis ozeanisches Klima, in Nordeuropa kühl-gemäßigtes bis subboreales Klima, in Osteuropa kontinentales bis eukontinentales Klima und entsprechende Naturräume vor.
Auch hier gelingt kaum eine eindeutige Abgrenzung durch fließende Übergänge und lokale Begebenheiten wie Höhenlage und Geländeform. Diese Abgrenzung ist nicht deckungsgleich mit Staatsgrenzen oder Kulturen.
Häufig werden die mittel- und osteuropäischen Länder gemeinsam betrachtet. Im EU-Jargon bezeichnet man die Region MOEL.
Kulturelle und politische Abgrenzung heute
MOEL
Wenig Zweifel bestehen an der Zugehörigkeit der Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Polen zu Mitteleuropa.
Spielräume bei der Einteilung gibt es aber bereits durch kulturelle Verflechtungen und Überlagerungen in Teilen
- Ungarns, Rumäniens (Siebenbürgen) und der Ukraine, die innerhalb des Karpatenbogens liegen: mit Südosteuropa und Osteuropa;
- Sloweniens: mit Südosteuropa und Südeuropa;
- Kroatiens, sie sind streng genommen (nördlich der Save und Teile Slawoniens) mitteleuropäisch (gehören also zu Ostmitteleuropa), überschneiden sich aber auch mit Südosteuropa, Zentralkroatien und die Küste Dalmatiens sowie Istrien gehören zu Südosteuropa, haben aber auch mediterrane (südeuropäische) Einflüsse;
Dies gilt aber auch bei der Einordnung von Regionen, die Staatsgrenzen überschreiten oder in Grenzgebieten liegen, wie
- Elsass (zu Frankreich in Westeuropa mit Einordnung der deutschen Kultur der Elsässer zu Mitteleuropa)
- Südtirol (zu Italien in Südeuropa mit Einordnung der deutschen Kultur der Südtiroler zu Mitteleuropa),
- Friesland (zu Deutschland und den Niederlanden in Mitteleuropa und zu Dänemark in Nordeuropa beziehungsweise Skandinavien.
Häufig sind diese Gebiete wegen vielfacher Einflüsse mehrerer Regionen nicht eindeutig zuzuordnen und werden je nach politischer Intention oder „Heimatgefühl“ zugeordnet. Heute soll die Verortung eine Landes(-teils) zu „Mitteleuropa“ gleichzeitig auch eine tatsächliche oder angestrebte Nähe oder Zugehörigkeit zur Europäischen Union verdeutlichen. Auf diese Weise wird Mitteleuropa zum Politikum erhoben. Die Unschärfe der Abgrenzung zeigt jedoch deutlich, dass die Definition relativ beliebig ist.
Im heutigen englischen Sprachraum wird häufig nur zwischen ost- und westeuropäischen Ländern unterschieden. Dabei werden die Länder Ostmitteleuropas (siehe auch: Visegrád-Länder) manchmal auch als "Central Europe" bezeichnet. Die Staaten Westmitteleuropas (Niederlande, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich) werden
zu Westeuropa („Western Europe”) gerechnet. Diese Ost-/West-Einteilung verliert seit der EU-Osterweiterung an Bedeutung.
In dem kleinen Bergland Österreich wiederum ist die (empfundene) Abgrenzung eine ganz andere: dort wird Mitteleuropa oft mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie gleichgesetzt. Mitunter werden
zur Abgrenzung Mitteleuropas auch kulturreligiöse Kriterien herangezogen, genauer, das römisch-katholische Bekenntnis zum Protestantismus. Diese „Grenze” würde demnach durch Norddeutschland verlaufen, nach Ost- und Südosteuropa zum orthodoxen Bekenntnis (z.B. Weißrussland, Ukraine, Rumänien, Serbien und nach Süden (vor allem Bosnien) zum Islam.
Geschichte des Begriffs Mitteleuropa
Der Begriff Mitteleuropa war zunächst ein politischer Begriff, der jedoch unterschiedlichen Zielsetzungen gedient hat. Er kam in der Mitte des 19. Jh. auf,
als Constantin Frantz eine Föderation „Mitteleuropa“ aus Deutschland, Polen und Donauslawen vorschlug, um ein Gegengewicht zu den Großmächten Russland und Amerika zu schaffen. Ähnliche Ideen waren auch in der Nationalliberalen Partei verbreitet, so bei Friedrich List und Heinrich von Gagern, die ein deutsch-österreichisch geführtes Mitteleuropa von Hamburg bis Triest propagierten.
Zur selben Zeit – vor 1871 – wurde der Begriff auch in Österreich-Ungarn wichtig: als Alternative zur von vielen in Deutschland und Österreich propagierten großdeutschen Lösung, die vorsah, alle Deutschen – und nur diese – in einem Staat zusammenzufassen. In Österreich lehnte man dies mehrheitlich ab, da dies eine Zerschlagung des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarns bedeutet hätte. Die Regierung Österreichs schlug daher als Alternative die „mitteleuropäische Lösung“ der deutschen Frage vor: den Zusammenschluss Deutschlands mit ganz Österreich-Ungarn zu einem „70-Millionen-Reich“.
Tatsächlich wurde 1871 das „kleindeutsche“ bismarcksche Deutsche Reich gegründet.
Vor dem 1. Weltkrieg verbanden sich mit der Mitteleuropa-Idee vor allem wirtschaftliche Ziele, so forderte Walther Rathenau die Schaffung einer mitteleuropäischen Zollunion. Zu Beginn des 1. Weltkriegs plante Theobald von Bethmann Hollweg in seinem Septemberprogramm die Gründung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsverbandes. 1915 veröffentlichte Friedrich Naumann sein Buch Mitteleuropa. Er schlug darin einen Staatenbund vor, in dem Deutschland eine führende – jedoch nicht beherrschende – Rolle spielen sollte. Naumanns Idee fand in Deutschland großes Echo.
Im Dritten Reich wurde der Begriff von den Nationalsozialisten vereinnahmt und zur Rechtfertigung ihrer großdeutschen Ideologie benutzt.
Nach dem 2. Weltkrieg verlor der Begriff etwas an Bedeutung, da Europa nunmehr im Kalten Krieg in West- und Osteuropa geteilt war. Entsprechend dieser dualistischen Nomenklatur wurden die westlichen Staaten Mitteleuropas zu Westeuropa gerechnet und die östlichen Staaten zu Osteuropa. Allerdings wurde der Begriff Mitteleuropa oft und gern verwendet, wenn man die Teilung Europas in die zwei Blöcke thematisieren wollte; diese Teilung verlief durch die „Mitte Europas“. Auch im Zusammenhang mit polemisierenden Slogans wie „Mitteleuropa ist ein Pulverfass“ – eine Anspielung auf den extrem hohen Bestand an Atombomben in Ost- und Westdeutschland – hatte dieser Begriff seine Bedeutung.
Erst nach Ende des Kalten Krieges kam dem Begriff wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu; er diente nunmehr der Identitätsstiftung für die im Kalten Krieg als osteuropäisch bezeichneten Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes, insbesondere für Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei, die sich friedlich in Tschechien und die Slowakei teilte, mit dem Zerfall Jugoslawiens auch für Slowenien und Kroatien. Insofern ändert sich die politische räumliche Auffassung des Begriffes Mitteleuropa wieder zu einer größeren Ausdehnung in Richtung Osten.
Die mitteleuropäische Zeitzone
Wenn man Mitteleuropa als die Region Europas definiert, in der die mitteleuropäische Zeit (MEZ) gilt, so gehören folgende Länder dazu:
Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich (ohne Guyana, Réunion, Martinique und Guadeloupe), Italien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, San Marino, Schweiz, Schweden, Serbien und Montenegro, Slowakei, Slowenien, Spanien (ohne Kanarische Inseln), Tschechien, Ungarn und Vatikanstadt
Diese großzügige Einteilung hat jedoch teilweise paradoxe Folgen.
Siehe auch
Europäische Gliederung:
- Europa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa
- Nordeuropa
- Nordwesteuropa
- Nordosteuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
- Südosteuropa
- Westeuropa
Sonstiges:
- Himmelsrichtungen
- Norden
- Osten
- Süden
- Westen
- Kerneuropa
- Mittelpunkt Europas
- Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
- Handbuch der Vögel Mitteleuropas
- Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa
- Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas
Weblinks
- [http://www.uni-mainz.de/FB/Geschichte/Osteuropa/Dateien/Geographie.pdf Uni Mainz, FB Geschichte, Osteuropa]
- [http://www.geo.uni-augsburg.de/sozgeo/schrift/online/mitteleu.htm Uni Augsburg, Sozialgeografische Schriften]
- [http://www.integrace.cz/integrace/tisk.asp?id=651 Aktuelle Problematik des Begriffs]
- [http://geogate.geographie.uni-marburg.de/parser/parser.php?file=/deuframat/deutsch/1/1_2/mommsen/start.htm Geschichte des Begriffs von 1840 bis 1945]
- [http://www.uni-graz.at/geowww/geo/geoweb_magazin_artikel_detail.php?recordID=113 Der Mitteleuropabegriff. Entwicklung und Wandel unter dem Einfluss zeitspezifischer Geisteshaltungen] aus dem geoWEB Magazin - Institut für Geographie und Raumforschung
Kategorie:Europa
ja:中央ヨーロッパ
ko:중앙유럽
BrauchBrauchtum ist ein Begriff der Volkskunde für die Gesamtheit und für Teile der Bräuche und Sitten einer bestimmten menschlichen Gemeinschaft. Das Brauchtum wird in der Regel von der Mehrheit der Individuen dieser Gemeinschaft akzeptiert und tradiert.
Brauchtum ist zu unterscheiden einmal vom Ritus, der die soziale mit der religiösen Welt zu verbinden sucht, zum anderen von der Gewohnheit, die eine nüchterne zweckmäßige, nicht notwendigerweise soziale Routine darstellt. Das Ritual ist Teil des Brauchtums.
Ein Brauch (v. althochdt.: bruh = Nutzen) ist eine innerhalb einer festen sozialen Gemeinschaft erwachsene Gewohnheit (=Tradition). Die Gewohnheiten eines Individuums hingegen werden nicht "Brauch" genannt. Aus ethnologischer Sicht bestimmt "Brauch" den Ablauf von Zeremonien, "Sitte" hingegen ist die hinter dem Brauch stehende moralische Ordnung.
Ein Brauch äußert sich als Begleitphänomen bestimmter als Einschnitte wahrgenommener Lebenserfahrungen. Die menschliche Kultur hat ein reiches Brauchtum entwickelt, das sich im Bereich der
- biologischen (Geburt, Sexualität, Tod)
- gesellschaftlichen (Jubiläen, Feste, Feiern) bzw.
- transzendenten (Kultus)
Erfahrung und Entwicklung äußert.
Die Übergangsriten bei Menarche, Geburt und Tod, Mannbarkeit und Hochzeit haben ihr je eigenes traditionelles Brauchtum. Im Jahreskreis bietet dieser Vorrat eine bunte Vielzahl von Höhepunkten, von Advent, Weihnachten, Silvester, Dreikönigstag über Karneval und Ostern bis zum Erntedankfest (siehe auch [http://matriarchat.info/index.php?option=com_content&task=view&id=122&Itemid=158 Schnitterfest]), St. Nikolaus (Nikolaustag). Deren festlicher oder ausgelassener Charakter ermöglicht für einen Moment, sich über den Alltag hinauszuheben.
Bräuche dienen der Sinn-, Identitäts- und Integrationsstiftung.
Sie vereinen und wirken gemeinschaftsbildend. Bei Staatsbesuchen erklingen die Nationalhymnen und in Gestalt der gehissten Flagge wird die jeweilige Nation geehrt. Sport- und Musikvereine, Zünfte und Universitäten, Kindergruppen, Jugendcliquen oder -banden bilden und bewahren regionales wie nationales Brauchtum.
Brauchtum wirkt zudem handlungsorientierend. Es liefert einen Rahmen, einen Satz von Zeichen und Symbolen, Anweisungen und Rollen und passt diese an. Oftmals stellt das Brauchtum eine genaue Formulierung für eine bestimmte Gelegenheit bereit, die durch die Beteiligten erwartet wird.
Im Lauf der Entwicklung können Bräuche ihre Bedeutung verlieren und zum leeren Selbstzweck werden. Hierin sind sie dem Ritual verwandt, bei dem es auch durch die Entkopplung von Form und Inhalt zur Aushöhlung, bzw. Sinnentleerung kommen kann. Bräuche und Rituale werden von den sozialen Akteuren nur dann als sinnerfüllt erlebt, wenn Form und Inhalt zusammengehen.
Die industrielle Revolution des 19. und 20. Jahrhunderts zeitigte den Übergang von einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten zu einer städtisch-industriellen, modernen Gesellschaft. Dieses brachte einen Verlust der Bedeutung vieler kollektiver Gewohnheiten und regionaler Bräuche mit sich, die in der vorindustriellen Welt beheimatet waren. Dies wird häufig als Traditionsverlust bezeichnet und kritisiert.
Umgekehrt stellen Volkskundler fest, dass permanent neues Brauchtum entsteht. Dieses Brauchtum hat aber oft nicht die gleiche Bindekraft wie die Bräuche früherer Zeiten. Hintergrund ist, dass die Traditionsketten, die Bräuche überliefern, kürzer werden.
Brauchtum im Jahreslauf
- Nach Jahreszeiten: Neujahrsbrauchtum - Brauchtum im Frühling - Brauchtum im Sommer - Brauchtum im Herbst - Brauchtum im Winter
- Nach Monaten: Brauchtum im Januar - Brauchtum im Februar - Brauchtum im März - Brauchtum im April - Brauchtum im Mai - Brauchtum im Juni - Brauchtum im Juli - Brauchtum im August - Brauchtum im September - Brauchtum im Oktober - Brauchtum im November - Brauchtum im Dezember
- Nach dem Kirchenjahr: Brauchtum zu Weihnachten (inkl. Adventszeit) - Fastnachtsbrauchtum - Karneval - Brauchtum zu Ostern (inkl. Fastenzeit) - Pfingstbrauchtum - Brauchtum zur Kirchweih - Brauchtum zu Allerheiligen
- Nach Tätigkeiten im Bauernjahr: Erntebrauchtum
Religiöses und nationales Brauchtum
Christliches Brauchtum - Jüdisches Brauchtum - Islamisches Brauchtum - Germanisches Brauchtum - Römisches Brauchtum
Brauchtum im Lebenslauf
- Liebesbrauchtum - Verlobungsbrauchtum - Hochzeitsbrauchtum
- Bestattungsbrauchtum
Brauchtum der Berufe und Stände
- Brauchtum zum Abitur - studentisches Brauchtum
- Brauchtum im Bergbau - Brauchtum im Handwerk
- Brauchtum der Schützen - soldatisches Brauchtum
Literatur
- Herbert Schwedt (Hrsg.): Brauchforschung regional. Stuttgart 1988 (Mainzer Studien zur Sprach- und Volksforschung 14)
- Andreas C. Bimmer: Brauchforschung. In: Rolf W. Brednich (Hg.): Grundriss der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. 3. überarb. u. erw. Auflage Berlin 2001, S. 445 – 468
Siehe auch
Tradition
- Folklorismus
- Historizismus
- Ethnologie
- Volkstanz
- Folklore
- Tanzverbot
Weblinks
- [http://www.brauchtumsseiten.de Das Brauchtum von A-Z verständlich erklärt]
!Brauchtum
Kategorie:Volkskunde
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Alltagskultur
simple:Custom
Birke
Die Birken (Betula) bilden eine Gattung von Pflanzen in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae).
Birken sind oft Pionierpflanzen, sind also erste Baumart auf freien Flächen. Da ihre Lebenserwartung nur etwa 40 bis 60 Jahre beträgt, werden sie bald von anderen Baumarten verdrängt.
Birken sind sommergrüne Bäume oder Sträucher. Sie gehören zu den sehr schnell wachsenden Gehölzen: so erreichten Birken in einer Eichenkultur des Forstamts Anzing schon nach 6 Jahren eine Höhe von bis zu 7 m.Ausgewachsen werden sie bis zu 12 Meter oder höher.
Birken (etwa 40 Arten) kommen in Europa, den USA und Kanada (besonders an deren Ostküsten) und in Asien bis Japan vor.
Japan
Wuchsbedingungen
Birken stellen nur geringe Ansprüche an Boden und Klima. Birken gedeihen sowohl auf trockenen wie nassen Böden, in Heidegebieten, auf Dünen wie auf Moor.
Für die Umsetzung einer Birke zu einem anderen Standort muss unbedingt Erde vom vorherigen Standort um die Wurzeln belassen werden, sonst stirbt der Baum innerhalb weniger Monate bis Jahre, da er sich so nicht schnell genug an die neuen Bodenbedingungen anpassen kann. Dies wurde schon oft bei öffentlichen Pflanzaktionen missachtet und führte zum absterben von ganzen neu gepflanzten Baumgruppen.
Moor
Ökologie
Viele Vogelarten sind auf Birken angewiesen, z.B. dienen dem Birkenzeisig und dem Birkhuhn Knospen und Samen der Birke als wichtige Winternahrung. Der Baum selbst ist Lebensraum für zahlreiche Pilze, Flechten und Moose, sowie Insekten und Säugetiere, als Parasiten oder in Symbiose leben sie in, an und auf der Birke.
Birken im Brauchtum und Volksglauben
Der Name Birke ist auf einen Begriff im Germanischen zurückzuführen und bedeutet soviel wie glänzend, schimmernd. Dem Volksglauben nach sollen Birken den Blitz anziehen. Aus diesem Grund duldete man früher Birken nur ganz selten in der Nähe von bäuerlichen Anwesen. Unter einer einzeln stehenden Birke soll einer alten Sage nach auch die letzte Weltenschlacht stattfinden. Diese beiden unerfreulichen Blickpunkte sind jedoch eine Ausnahme. Meist wird die Birke mit Erfreulicherem in Verbindung gebracht. Birken verbreiten meistens einen unangenehmen Geruch in der Nachbarschaft.
Im Germanischen, aber auch im Slavischen Volksglauben spielte die Birke eine grosse Rolle. Schon lange vor der Eiche und der Linde wurde die Birke von unseren Vorfahren als heiliger Baum verehrt. Sie war der Göttin Freya geweiht. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, einen Maibaum aus dem Wald zu holen um ihn auf dem Dorfplatz aufzustellen. Es wurde damit der erwachende Frühling und somit die Natur in das Dorf geholt. Noch heute lebt der gleiche Brauch in Gestalt des Maibaumes fort. Zu Fronleichnam wird regional die Birke verwendet, wenn unzählige junge Exemplare die Strassen in katholischen Ortschaften säumen, durch die Prozessionen führen.
Die Birke ist das Wahrzeichen Estlands, aber auch in Finnland, Litauen und Polen gilt der Baum als nationales Pflanzensymbol vergleichbar der "deutschen Eichen"
Birken als Nutzbaum
Symbiose
Hochwertiges Birkenholz eignet sich zur Furnierherstellung.
Das aussterbende ländliche Handwerk verwendet die Birke auf vielseitige Weise. Der Besenbinder stellt aus ihren Ästen und Zweigen, den sogenannten Besenreisern, für grobe Pflasterung kaum zu übertreffende Besen her. Buschbinder bündeln bevorzugt Birken-Reisig zu befestigenden Elementen für den Deich- und Wasserbau. Der Holzbitzler verwendet die Wurzelstöcke. Da diese viele verknorpelte Wurzelansätze haben, werden daraus besonders Bierkrüge mit Deckel hergestellt. Auch der Spänemacher war auf die Birke angewiesen. Späne und Schleißen aus diesem Holz sind die besten, da sie kaum Rauch entwickelten. Diese wurden im Winter beim Kirchgang zum Leuchten verwendet.
Birkenholz kann wegen seiner geringen Tragkraft als Bauholz kaum verwendet werden. Es ist aber ein leichtes Holz und dabei aber sehr haltbar. Es ist sehr resistent gegen Trockenheit, aber auch gegen Feuchtigkeit. In der Wagnerei und Tischlerei war es einst sehr geschätzt. Man stellte daraus unter anderem Holzschuhe, Deichseln, Leitern, Fassreifen, Tische, Stühle und Wäscheklammern her. Auch als Brennholz ist es als dekoratives Kaminholz beliebt. Dank der ätherischen Öle brennt Birkenholz sogar in frischem Zustand. Birkenrinde ist gut als Zunder und zum entzünden eines Feuers geeignet.
ätherischen Öle
Auch die Rinde, das sogenannte Birkenleder fand früher einen vielfältigen Gebrauch. Birkenrinde brauchte man als Dachabdeckung sowie als Unterlage bei Schwellen und Balken. Aufgrund der langanhaltenden weichen und biegsamen Eigenschaften der Rinde wurde Matten, Körbe, Tabakdosen, Fackeln und vieles mehr hergestellt. In Russland und Finnland (die finnische Sprache hat für "Birkenrinde" sogar ein eigenständiges Wort) wurden auch Schuhe, Rucksäcke, Umhüllungen für Glasflaschen, Messerscheiden und Signalhörner aus Birkenrinde angefertigt. Die Rinde der in Mitteleuropa wachsenden Birken lässt sich allerdings nicht so leicht in großen Stücken abschälen wie die der Birken finnischen, russsischen, aber auch nordamerkinaischen Teiga.
Wie Hieronymus Bock berichtet, verwendete man die Rinde im 16. Jahrhundert als Schreibmaterial, eine Verwendung, die deutsche Soldaten im 1. Weltkrieg in Form von Postkarten in die Heimat wieder aufleben ließen.
Der obere Teil der in zwei Schichten gegliederten Rinde war besonders zur Herstellung von Birkenteer und Birkenöl geeignet.
Die Birke als Symbol der Fruchtbarkeit galt früher als Helfer in Liebesnöten. Dieser Verwendungszweck ist heute fast vergessen. Ihre Zweige, Rinde und die Blätter mussten für allerlei obskure Mittel und Bräuche herhalten, von denen man sich eine Besserung in sexuellen Nöten erhoffte. Bekannter ist da heute schon die Birke als Helfer in der Kosmetik. In früheren Jahrzehnten wurde durch das Abzapfen des Stammes oder Anschneiden von Ästen, der für wenige Wochen im Frühjahr fließende Birkensaft gewonnen. Er sollte gegen Haarausfall gut sein, auch reinigte man damit schlecht heilende Wunden und verwendete ihn gegen Ausschläge und Schuppen. Der Saft kann äußerlich angewandt oder direkt getrunken werden. Da der Saft zuckerhaltig ist, lässt er sich in vergärter Form als Birkenwein geniessen. Eine intensive Nutzung des Birkensaftes kann jedoch zu Schäden und Infektionen am Baum führen. Auch Auszüge aus den Blättern sollten dagegen helfen. In der Heilkunde finden die Blätter aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung bei Rheuma, Gicht und Wassersucht ebenfalls Verwendung.
Büschel aus Birkenzweigen werden in der finnischen und russischen Sauna zum "Abschlagen" des Körpers verwendet. Daneben war die Birkenrute, ein zusammengebundenes Bündel entblätterter Birkenzweige, das jahrhundertelang beliebteste Züchtigungsinstrument in Mitteleuropa, Nordeuropa und Nordasien.
Nordasien
Inhaltstoffe
Im Rindensaft finden sich die Terpene Betulin, Lupeol und Betulinsäure (bis zu 8 Prozent im getrocknetem Saft) sowie Phytosterine. In den Blättern findet sich unter anderem auch Vitamin C.
In der Rinde und den Blättern der Birke wurde ein natürlicher, schmerzhemmender Stoff gefunden, der letztlich im 19. Jahrhndert in chemisch veränderter (optimaler) Form in die Medizin Einzug gehalten hat: Acetylsalicylsäure (bekannt als "Aspirin").
Birken in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Sandbirke (Betula pendula), den anderen Birkenarten werden jedoch ähnliche Wirkungen zugeschrieben:
Zur inneren Anwendung verwendet man die Blätter als Tee (Aufguss), äußere Anwendung findet Birkenknospentinktur zur Unterstützung der Wundheilung.
Birkenblätter enthalten als therapeutisch wirksame Bestandteile: ätherische Öle, Calcium, Eisen, Flavonoidglykosid, Iod, Natron und Phosphor.
Sie wirken anregend, blutreinigend, diuretisch, harntreibend, salzausscheidend und schwemmen die Gelenke aus.
Daher finden sie Anwendung bei Arthritis, Cholesterinüberschuss, Gicht, Haut- und Haarproblemen, Nierengries, Nieren- und Blasensteinen und anderen Nieren-Blasenerkrankungen, Rheuma, Transpiration, Wassersucht und um die Gallensekretion zu fördern.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Kontraindikation: Ödeme infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit!
Systematik
Man unterscheidet unter anderem die folgenden Arten:
- Hänge-Birke (Betula pendula) (auch Gemeine Birke, Sandbirke, Trauer-, Warzen- oder Weißbirke genannt)
- Moorbirke (Betula pubescens)
- Zwergbirke (Betula nana)
- Papierbirke (Betula papyrifera)
- Graubirke (Betula populifolia) (auch Pappelblättrige Birke genannt)
- Blaubirke (Betula caerulea)
- Gelbbirke (Betula alleghaniensis)
- Chinabirke (Betula chinensis)
- Nördliche Kleine Birke (Betula borealis)
- Haselnußbirke (Betula corylifolia)
- Ermanbirke (Betula ermanii)
- Strauchbirke (Betula fruticosa)
- Drüsige Birke (Betula glandulosa)
- Ulmenblättrige Birke (Betula grossa)
- Niedrige Birke (Betula humilis)
- Zuckerbirke (Betula lenta)
- Wasserbirke (Betula occidentalis)
- Eisenbirke (Betula schmidtii)
Weblinks
- [http://www.griffon.de/oekologie/birken.html Umfangreiche Informationen zur Birke]
- [http://www.sdw.de/wald/baum_infos/faltblatt-birke/betula.htm Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Baumfaltblatt Birke]
Kategorie:Birkengewächse
Kategorie:Baum
Kategorie:Heilpflanze
ja:シラカバ
TanneDer Begriff Tanne bezeichnet
- einen Nadelbaum aus der Gattung der Tannen, siehe Tannen
- eine Gemeinde im Landkreis Wernigerode in Sachsen-Anhalt, siehe Tanne (Harz)
- eine Göttinger Forstverbindung, siehe Tanne (Göttingen)
Maistrich Maistrich
Am Abend des 30. Aprils werden in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas Maibäume feierlich aufgestellt und bewacht.
Begleitet wird dieses Fest mancherorts von einer alten Tradition, um zwei liebende oder sich noch nicht liebende Herzen zueinander zu führen oder um der Öffentlichkeit einen Wink auf das geheime Liebesleben der Beteiligen zu geben.
Materialien
Hierzu bedarf es einiger Vorbereitung:
Man benötigt Löschkalk, Wasser und etwas Öl, damit der Maistrich wasserbeständig wird.
Dann sind noch zwei Liebes-Gedichte, die auf der Straße vor den beiden Liebenden aufgetragen werden (die Sprüche und Gedichte sind am Besten bei älteren Dorfbewohnern einzuholen) vorzubereiten, ein leicht zu reinigendes Fluchtfahrzeug (Lieferwagen oder Pritsche), ein Fass, eine Europalette, ein kurzer Schlauch und ein paar getreue Komplizen.
Die Mischung macht es aus
Die Zutaten werden in einem größeren Gefäß zusammengemischt (50-Liter Fass) und testweise aufgetragen, ob die Farbe auch deckend ist. Das gefüllte und verschlossene Fass wird auf der Ladefläche des Fahrzeuges auf eine Euro-Palette gelegt und verzurrt, damit es bei etwas zu rasant genommenen Kurven nicht in die Selbstständigkeit entflieht. Durch einen kleinen Schlauch (Gartenschlauch) rinnt nun der Kalk auf die Straße, welche nun in erhöhtem Tempo Richtung Ziel verlassen wird. Dabei bildet sich je nach Durchflussmenge der typische Maistrich.
Sicherheit
Zu empfehlen ist, dass die letzen 50 Meter vor den beiden Ziel-Standorten mit einer Gießkanne oder ähnlichem der Strich per Hand weitergezogen wird, damit es nicht so auffällig ist und auch die Ersteller des Maistriches nicht sofort enttarnt werden.
Bei der Mischung und beim Auftragen ist ein Schutz für die Augen zu empfehlen, da es schon zu Verätzungen und anderen Verletzungen im Gesichtsbereich kam.
Weiters ist auch mit einer starken Verschmutzung des Fahrzeuges zu rechnen.
Kategorie:Feste & Brauchtum
Borkum
Borkum ist die westlichste und mit etwa 30,7 km² die größte der sieben Ostfriesischen Inseln vor der deutschen Nordseeküste. Sie hat etwa 5.500 Einwohner und liegt rund 20 Kilometer vom Festland entfernt in der Ems-Mündung. Die Nachbarinseln sind Rottumeroog (Niederlande) im Westen sowie Juist und die Kachelot-Plate im Osten.
Tideunabhängige Fährverbindungen zum Festland bestehen mit Emden-Außenhafen und mit Eemshaven (Niederlande). Außerdem existiert auf der Insel ein Flugplatz für Sport- und kleinere Passagierflugzeuge (Linienflug nach Emden).
Die Insel und das angrenzende Watt gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Borkum ist seit 1830 Badeort und hat vier bewachte Badestrände.
Vom Strandgut zum Tourismus - Die Geschichte Borkums
Am 11. September 1398 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Insel Borkum. Die Insel galt während der Hansezeit als Fluchtort von Piraten.
Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts wurde Borkum von den ostfriesischen Häuptlingen regiert. Ab 1464 übernahmen die Grafen von Ostfriesland die Regentschaft. Mit diesen lagen die Inselbewohner im ständigen Streit in Bezug auf die Zahlung von Anteilen an Strandungsgütern, die zu dieser Zeit nahezu die einzige Einnahmequelle der Borkumer darstellte.
Im 17. Jahrhundert brachte der Walfang vielen Borkumern, die meistens auf niederländischen Walfangschiffen als erfolgreiche Kapitäne und Harpuniere tätig waren, einen gewissen Wohlstand ein. Viele Straßennamen auf Borkum, aber auch aus Walfischkiefern hergestellte Zäune (der imposanteste "Walfischzaun" umfaßt das ehemalige Haus von Roelof Gerrits Meyer, der mit seiner Mannschaft auf 42 Fahrten rund 270 Wale erlegte)und ähnliche Relikte zeugen aus dieser Zeit. Im 18. Jahrhundert jedoch ließ der Walfang zunächst nach und wurde auf Grund des holländisch-englischen Seekriegs endgültig eingestellt, wodurch auf der Insel die Zeit der Armut begann und viele Einwohner ihre Heimat verließen; die Einwohnerzahl erreichte gegen 1811 einen Tiefstand von rund 400 Personen.
Nach einem kurzen Intermezzo der napoleonischen Herrschaft in der Zeit von 1810 bis 1813 kamen ab 1834 die ersten Urlauber, hauptsächlich begüterte Bürger aus Emden, auf die Insel, und 10 Jahre später, 1844, wurden die ersten Badeeinrichtung errichtet, man begann, den Tourismus als Einnahmequelle zu entdecken.
Seither ist die Zahl der Touristen, die Borkum als Urlaubs-, Erholungs- und Kurziel wählen, kontinuierlich angestiegen. Während man im Jahre 1850, als mit der Registrierung der Urlauber begonnen wurde, noch 252 Personen zählte, wurden 2003 etwa 270.000 Urlauber registriert.
Im Jahre 1902 wurde Borkum durch Kaiser Wilhelm II. der Status einer Seefestung verliehen; damit verbunden war der Ausbau der Insel mit Geschützstellungen und Bunkern sowie der Ausbau der Bahnanlagen von einer Streckenlänge von etwa 8 Kilometern auf über 40 Kilometer sowie dem Ausbau auf eine zweispurige Strecke.
Kaiser Wilhelm II.
Entstehung der Insel
Borkum ist aus ursprünglich zwei, noch 1863 durch einen Priel getrennten Inseln, dem West- und Ostland, zusammengewachsen. Das Tüskendör ("Zwischendurch") zeigt heute die alte Nahtstelle an. Die beiden Inselteile weisen deutlich die hufeisenförmige Gestalt der konzentrisch verlaufenden Dünenketten auf, die zum Randzel-Watt hin offen sind. Das Innere der Dünenbogen ist mit eingedeichten Marschen aus großenteils Grünland und Salzwiesen vor dem Seedeich ausgefüllt. Der Scheitel der Dünenketten des Westlandes ist von der Meeresbrandung gekappt und muss mit Betonmauern und Buhnen geschützt werden.
Im Westen der Insel liegt die Greune Stee ("grüne Stelle"), ein ausgedehnter Sumpfwald, der an trockenen Stellen von Dünen durchzogen ist.
Stadt Borkum
Buhne
Buhne
Buhne
Buhne am Badestrand]]
Die Stadt Borkum ist der einzige Ort auf der Insel und gehört zum Landkreis Leer in Niedersachsen. Sie verfügt als staatlich anerkanntes Nordseeheilbad über zahlreiche Kureinrichtungen. Im Ortskern von Borkum gelten für private Kraftfahrzeuge saisonale Verkehrssperren (in der Regel Mitte März bis Ende Oktober und etwa drei Wochen zum Jahreswechsel). In diesen Zeiten sind Fahrten nur mit einer Sondergenehmigung erlaubt.
Besonderheiten
- Erster elektrischer Leuchtturm Deutschlands
Der in den Jahren 1887 bis 1889 errichtete "Kleine Leuchtturm Borkum", oft auch nur kurz "Der Elektrische" genannt, war der erste für den elektrischen Betrieb gebaute Leuchtturm in Deutschland. Er wurde im Sommer 2003 außer Dienst gestellt | | |