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Main
Der Main ist der wichtigste rechte Nebenfluss des Rheins und der längste innerdeutsche Fluss. Der 524 km lange Flusslauf führt, für mitteleuropäische Flüsse ungewöhnlich, von Osten nach Westen und verläuft dabei entlang mehrerer fränkischer Mittelgebirge, historischer Kleinstädte, der markanten Silhouette Würzburgs und durch das fränkische Weinbaugebiet. Kurz oberhalb der Mündung bilden die durch zahlreiche Brücken verbundenen Mainufer Frankfurts einen der schönsten großstädtischen Stadträume Deutschlands.
Daten
Frankfurts
Der Main verläuft durch den fränkischen Teil Bayerns und durch Süd-Hessen. Im Bereich der Stadt Wertheim bildet er auf rund 25 Kilometer Länge die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg, an seiner Mündung in den Rhein bildet dieser die Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz.
Das Attribut „Längster innerdeutscher Fluss“ trifft nur bei einer sehr verengten Betrachtungsweise zu, tatsächlich ist die Weser einschließlich des längeren der beiden Quellflüsse, der Werra, mit 744 km deutlich länger als der Main. Nur wenn man erst den Zusammenfluss von Fulda und Werra als Startpunkt der Weser ansieht, ist diese mit 452 km kürzer als der Main. Die Weser ist an ihrer „Quelle“ jedoch bereits ein stattlicher Fluss.
Die anderen deutschen Flüsse, die länger als der Main sind (Donau, Rhein, Elbe, Oder und Mosel) entspringen oder münden im Ausland und sind damit keine rein innerdeutschen Flüsse.
Die Mosel gilt mit 544 km als der längste Nebenfluss des Rheins, aber auch der Main wird erst ab dem Zusammenfluss seiner beiden Quellflüsse gemessen, zählt man den Weißen Main hinzu, ist der Main mit 574 km etwas länger als die Mosel.
Neben der Warthe und ihrem Nebenfluss Netze ist der Main der einzige große Fluss in Mitteleuropa, der von Osten nach Westen fließt. Die meisten mitteleuropäischen Ströme fließen nach Norden, nur die Donau nach Osten.
Das Einzugsgebiet des Mains und seiner Nebenflüsse umfasst 27.292 km² und erstreckt sich über den größten Teil Frankens, den nordöstlichsten Teil Badens und Südhessen. Es grenzt im Süden an das Einzugsgebiet der Donau, die Grenze zwischen beiden ist Teil der Europäischen Hauptwasserscheide. Wenige hundert Meter südlich der Weißmainquelle liegt die Quelle der Fichtelnaab, die über die Naab in die Donau mündet und damit ins Schwarze Meer abfließt.
Der Main ist mit einem mittleren Abfluss von 200 m³/s (Pegel Frankfurt) nach Aare (550 m³/s) und Mosel (300 m³/s) der drittwasserreichste Nebenfluss des Rheins.
Der Main ist auf 396 km (ab Bamberg) schiffbar und seit 1992 über den Main-Donau-Kanal mit der Donau verbunden. Vor allem im Ballungsraum Rhein-Main um Frankfurt befinden sich mehrere große Binnenhäfen.
Entlang des Mains verlaufen der Mainwanderweg und der Mainradweg.
Siehe auch: Liste von Städten und Orten am Main
Name
Der Name Main ist keltischen Ursprungs: Sie nannten den Fluss Moin oder Mogin. Als die Römer im 1. Jahrhundert v. Chr. in das Gebiet kamen, latinisierten sie den Namen in Moenus, so z. B. bei Plinius (naturalis historia) oder Tacitus (Germania). Flüsse ähnlichen Namens gibt es in Irland (Maoin) und Britannien (Meon, lat. maionus). Für den Ursprung des Namens gibt es mehrere Erklärungen. Einige Autoren führen ihn auf ein alteuropäisches Wort mei mit der Bedeutung Wasser zurück (vgl. lettisch maina oder litauisch maiva: Sumpf), andere auf eine Mauer oder einen Zaun (vgl. lat. moenia: Ringmauer). Im Mittelalter wurde der Fluss zumeist als Moyn oder Moyne überliefert, der Name Meyn erschien erstmals im 14. Jahrhundert.
In den am Main gesprochenen Dialekten führt der Fluss folgende Namen:
- Mee in Unterfranken,
- Mää in der Aschaffenburger Gegend,
- Maa (lokal teilweise nasaliert, teilweise verdumpft) im Raum Frankfurt.
Flusslauf
Der Main fließt, in weiten Bögen, in ost-westlicher Richtung durch Oberfranken, Unterfranken und Südhessen und durch Städte wie Bamberg, Schweinfurt, Würzburg, Aschaffenburg und Frankfurt, und mündet an der Mainspitze bei Mainz in den Rhein. Während der Fluss vor allem im unterfränkischen Abschnitt durch siedlungsarmes Gebiet verläuft, ist die Untermainebene von Aschaffenburg bis zur Mündung fast ganz durch die Siedlungsflächen und Verkehrswege der Rhein-Main-Region geprägt.
Quellflüsse
Rhein-Main-Region
Der Main hat zwei kurze Quellflüsse, den Weißen und den Roten Main.
Der 41 km lange Weiße Main ist der rechte bzw. nördliche Quellfluss des Mains. Er entspringt im Fichtelgebirge – 20 km Luftlinie nordöstlich von Bayreuth, südöstlich von Bischofsgrün. Seine in Granit gefasste Quelle liegt auf 887 m ü. NN am Osthang des 1024 m hohen Ochsenkopfs. Das 679 Meter hoch gelegene Bischofsgrün ist die erste Gemeinde, die der Weißen Main durchfließt.
Das noch sehr junge Fließgewässer durchquert das Heilbad Berneck und das durch sein Zisterzienserinnenkloster bekannte Himmelkron und schließlich die von der Plassenburg gekrönte Bierstadt Kulmbach.
Der Weiße Main verdankt seinen Namen dem hellen Granitgestein seines Quellgebiets, das das Wasser weißlich erscheinen lässt.
Der 50 km lange Rote Main ist der linke bzw. südliche Quellfluss des Mains. Er entspringt in der Fränkischen Alb – 10 km südlich von Bayreuth, 5 km westlich von Creußen. Seine ungefasste Quelle (hölzernes Rohr) liegt im Lindenhardter Forst knapp 2 km nordwestlich von Hörlasreuth. Das aus dem lehmigen Grund des Quellgebiets stammende Sediment, das der junge Fluss mitführt, gibt ihm eine rötliche Farbe und damit auch den Namen.
Hörlasreuth ist das erste kleine Dorf, das der Rote Main berührt, das Städtchen Creußen der erste etwas größere Ort. Der Rote Main fließt weiter in nördlicher Richtung bis Bayreuth, die Hauptstadt Oberfrankens und Stadt der weltberühmten Richard-Wagner-Festspiele. Der Fluss fließt in zahlreichen Mäandern weiter in nordwestlicher Richtung durch ein weites Tal.
Die beiden Quellflüsse vereinigen sich südwestlich von Kulmbach bei Schloss Steinenhausen. Diese Stelle bildet den Ursprung des Mains. Wie bei den meisten Flüssen (eine prominente Ausnahme ist zum Beispiel der Rhein) beginnt die Zählung der Flusskilometer jedoch nicht an dieser Stelle, sondern sie endet hier. Die Mainkilometer werden rückwärts, also an der Mündung beginnend, gezählt.
Der Main in Oberfranken
Flusskilometer
Flusskilometer
Flusskilometer
Vom Zusammenfluss der beiden Quellflüsse am Schloss Steinenhausen fließt der junge Main westwärts durch ein weites Tal am Nordrand der Fränkischen Alb. In seinem Lauf durchfließt er die ersten beiden (die an den Quellflüssen liegenden Städte Bayreuth und Kulmbach einmal ausgenommen) von zahlreichen Kleinstädten mit gut erhaltenem historischem Stadtbild, das aus einer karolingischen Burg hervorgegangene Burgkunstadt sowie Lichtenfels mit seiner teilweise erhaltenen Stadtbefestigung.
In Burgkunstadt mündet ein linker Nebenfluss namens Weismain, nicht zu verwechseln mit dem Weißen Main, der auch Weißmain genannt wird.
Zwischen Lichtenfels und der flussabwärts folgenden Kleinstadt Staffelstein steht eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Barock auf einem Berg über dem linken Mainufer, die nach Plänen von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Neumanns Werke sind im weiteren Verlauf den Mains noch öfter vertreten, vor allem in der Region um Würzburg. Vierzehnheiligen direkt gegenüber, über dem rechten Mainufer, liegt das im 11. Jahrhundert gegründete Benediktinerkloster Banz, ebenfalls ein prächtiger Barockbau.
Oberhalb von Bad Staffelstein, das außer seiner kulturell äußerst reichen Umgebung auch noch ein sehenswertes historisches Stadtbild und ein großes Fachwerkrathaus aus dem 17. Jahrhundert vorweisen kann, liegt der 540 m hohe Staffelberg, dessen felsiges Gipfelplateau seit der Steinzeit besiedelt war. Hier befand sich aller Wahrscheinlichkeit nach die im 2. Jahrhundert vor Christus vom griechischen Geographen Claudius Ptolemäus erwähnte keltische Stadt Menosgada, die um 30 v. Chr. aufgegeben wurde.
Unterhalb von Bad Staffelstein wendet sich der Flusslauf in südliche Richtung. In zahlreichen Flussschlingen durchfließt der Main eine Auenlandschaft, nimmt bei Breitengüßbach von rechts die Itz auf und erreicht nach einigen weiteren Kilometern einen der unbestrittenen kulturellen Höhepunkte des Maintals, die Stadt Bamberg.
Die Stadt mit dem größten unversehrt erhaltenen historischen Stadtkern in Deutschland wurde 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Überragt vom riesigen romanischen Kaiserdom erstreckt sich die aus mehreren Kernen entstandene Stadt auf beiden Ufern sowie einigen Inseln der Regnitz, die am Stadtrand in den Main mündet. Das im 15. Jahrhundert erbaute Alte Rathaus steht sogar mitten in der Regnitz.
Der Main fließt nicht durch den Stadtkern, sondern am nördlichen Stadtrand entlang. Bamberg ist für den Main jedoch nicht nur aus geschichtlichen und kulturellen Gründen bedeutend, sondern vor allem, weil sich hier das nördliche Ende den Main-Donau-Kanals befindet. Der Kanal folgt über viele Kilometer der Regnitz und mündet gemeinsam mit ihr in den Main, an der Mündung befindet sich der erste neuzeitliche Binnenhafen des Mainlaufs.
Bereits 1843 wurde ein Kanal zwischen Main und Donau eröffnet, der Ludwigskanal. Auch er traf in Bamberg auf den Main, an seinen Ufern befanden sich Treidelpfade, auf denen Pferde die Schiffe auf dem schmalen Kanal vorwärts zogen. Der technisch veraltete und im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kanal wurde 1950 aufgegeben. Pläne für einen modernen Neubau gab es bereits seit den 20er Jahren. 1960 wurde in Bamberg mit dem Bau begonnen, das erste Teilstück bis Nürnberg 1972 eröffnet. Damit war die eine Million Einwohner zählende Industrieregion um Nürnberg an das Binnenschifffahrtssystem den Mains angeschlossen, eine spürbare Verbesserung der Verkehrsverhältnisse. 1992 wurde der Kanal bis Kelheim an der Donau fertig gestellt und die Verbindung zwischen beiden Flüssen eröffnet.
Unterhalb von Bamberg fließt der nun schiffbare Main in westliche Richtung. Bis Schweinfurt verläuft er für seine Verhältnisse relativ geradlinig, doch auch hier begleiten romantische Kleinstädte wie die Burgstadt Eltmann, Zeil mit seinem Fachwerk-Marktplatz oder Haßfurt mit dem Kloster Mariaburghausen den Fluss. In Limbach und Zeil gibt es bekannte Wallfahrtskirchen. Rechts des Mains liegen die Haßberge, links der Steigerwald. Nach rund 20 Kilometern wird Schweinfurt erreicht und damit der Bereich des sogenannten Maindreiecks.
Maindreieck
Steigerwald
Steigerwald
Steigerwald
Der Lauf des Mains bildet in Unterfranken zwei auffällige Landschaftsformen, das Maindreieck und das Mainviereck.
Das so genannte Maindreieck bildet der Main zwischen Schweinfurt, Ochsenfurt und Gemünden. Auf der Landkarte erscheint dieser Bereich als auf der Spitze stehendes, nach oben offenes Dreieck.
Bei Schweinfurt ändert der Main seine Fließrichtung von Ost-West nach Nord-Süd. Der südlichste Punkt des Dreiecks ist zwischen Marktbreit und Ochsenfurt, dort fließt der Main wenige Kilometer nach Westen, wendet sich dann aber wieder nach Norden, fast entgegengesetzt zur vorherigen Richtung. Ab Gemünden fließt der Main wieder in Richtung Westen weiter.
Das Maindreieck ist vor allem durch den Weinbau bekannt. Ein großer Teil der Anbaufläche des Weinbaugebietes Franken befindet sich unmittelbar am oder um das Maindreieck.
Das Maindreieck beginnt in Schweinfurt, ehemalige Freie Reichsstadt und späterer Schwerpunkt der Kugellagerindustrie. Wegen letzterer wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg Ziel verheerender Luftangriffe (der sog. Operation Double Strike). Zu den größten Kunstschätzen Schweinfurts gehört das Alte Rathaus (1572), eines der schönsten Bauwerke der süddeutschen Renaissance.
Wenige Kilometer unterhalb von Schweinfurt steht am linken Mainufer das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, dessen zwei jeweils 143 m hohe und mit Mainwasser betriebene Kühltürme kilometerweit das Landschaftsbild beherrschen.
Nach rund 20 km folgt die Mainschleife, an deren Scheitelpunkt die Stadt Volkach liegt, bekannt für den Weinbau und die außerhalb des Städtchens gelegene Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Der Main fließt bei Volkach in weitem Bogen um einen Berg herum, auf dem die Vogelsburg in früheren Zeiten den Schiffsverkehr auf dem Fluss kontrollieren konnte. Ein Teil der Mainschleife ist durch einen Kanal für die Schifffahrt abgeschnitten. Dadurch bildet sich die sog. Weininsel.
Rund zehn Kilometer flussabwärts liegt auf dem linken Ufer das noch heute seinem ursprünglichen Zweck dienende Benediktinerkloster Münsterschwarzach mit seiner monumentalen Abteikirche. Kurz darauf folgt auf dem rechten Ufer das einschließlich der Stadtbefestigung in seinem mittelalterlichen Erscheinungsbild erhaltene Weinstädtchen Dettelbach.
Die historischen Kleinstädte Kitzingen (mittelalterliche Mainbrücke), Marktbreit (Renaissancerathaus, barocke Weinhandelshäuser) und Ochsenfurt (gotisches Rathaus und teilweise erhaltene Mainbrücke von 1519) liegen an der südlichen Spitze des Maindreiecks und am südlichsten Punkt des Flusslaufs überhaupt.
Kurz unterhalb des Wendepunkts des Maindreiecks liegt Würzburg, die zweitgrößte Stadt Frankens und mit ihrem zum Weltkulturerbe der Menschheit zählenden historischen Stadtbild, das Monumente von internationaler baukünstlerischer Bedeutung wie den romanischen Dom, die Festung Marienberg und die barocke Residenz umfasst. Im Vorort Veitshöchheim liegt das bekannte Barockschloss der Fürstbischöfe. Die beiden letztgenannten Bauwerke sind wiederum Werke des bereits erwähnten Balthasar Neumann.
Der westliche Schenkel des Maindreiecks ist weniger dicht besiedelt, zwischen Würzburg und dem nordwestlichen Eckpunkt liegt mit Karlstadt nur eine einzige Kleinstadt. Bei Gemünden geht das Maindreieck in das Mainviereck über.
Mainviereck
Gemünden
Gemünden
Gemünden
Das Mainviereck schließt sich unmittelbar an das Maindreieck an. Als Eckpunkte des nach Norden offenen Vierecks kann man die Städte Gemünden, Wertheim, Miltenberg und Aschaffenburg ansehen. Der Lauf des Mains umschließt in diesem Bereich den südlichen Teil des Spessarts und beträgt circa 100 km.
Bereits in Gemünden versperrt der Spessart dem Main den Lauf nach Westen, und er fließt in südwestliche Richtung weiter. Bei Lohr wendet er sich nun direkt nach Süden und fließt durch ein enges, waldreiches und siedlungsarmes Tal. Das winzige Rothenfels unterhalb der gleichnamigen romanischen Burg ist mit etwa 1000 Einwohnern die kleinste Stadt Bayerns. Erst am südöstlichen Eckpunkt des Mainvierecks folgen mit Marktheidenfeld und Wertheim wieder zwei „ausgewachsene“ Kleinstädte.
Zwischen beiden Städten bildet der Main eine neun Kilometer lange Schleife, nur wenige hundert Meter trennen ihn vor einem Zusammenfluss.
Wertheim ist administrativ eine „geteilte Stadt“: die eigentliche Stadt auf dem linken Mainufer gehört zu Baden, die (allerdings ältere) Vorstadt Kreuzwertheim auf dem rechten Ufer zu Bayern. In Wertheim mündet die Tauber in den Main, die Stadt gehört mit ihrem mittelalterlichen Stadtbild und ihrer riesigen Burgruine zu den schönsten des an romantischen Kleinstädten ohnehin reich gesegneten Maintals.
Ab Wertheim fließt der Main dann in mehreren Mäandern nach Westen, wobei der Fluss die Grenze zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Bayern bildet. Das Landschaftsbild ähnelt dem der östlichen Seite des Vierecks, außer den zwei winzigen, von Burgen bekrönten Städtchen Stadtprozelten und Freudenberg gibt es nur wenige menschliche Siedlungen, dafür viele bewaldete Berge des südlichen Spessart, durch die sich der Fluss mühsam schlängeln muss.
Das südwestliche Eck des Mainvierecks ist Miltenberg an der Mündung der Mudau. Die aus einem römischen Kastell hervorgegangene historische Kleinstadt wurde für ihre Steinbrüche bekannt, viele der großen mittelalterlichen Kirchen in Frankfurt und Mainz wurden aus Miltenberger Buntsandstein errichtet, der mit dem Mainschiff vom Steinbruch zur Baustelle transportiert wurde.
Unterhalb der Stadt setzt der Fluss seinen Lauf in nördlicher Richtung fort, nach wie vor in ein enges Tal eingezwängt, rechts vom Spessart, links vom Odenwald begleitet. Es folgen weitere gut erhaltene Kleinstädte wie Klingenberg und Obernburg, wobei die Siedlungsdichte aber deutlich ansteigt – der Flusslauf nähert sich dem Ballungsraum Rhein-Main.
Dieser ist spätestens in Aschaffenburg erreicht: die ehemalige kurmainzische Residenzstadt ist bereits Teil der zweitgrößten deutschen Metropolregion rund um Frankfurt am Main. Das Wahrzeichen Aschaffenburgs, das Renaissanceschloss Johannisburg thront hoch über dem Main.
Der Untermain
Johannisburg
Johannisburg
Johannisburg
Johannisburg
Johannisburg
Von Aschaffenburg bis zur Mündung, also in seinem ganzen hessischen Abschnitt, fließt der Main durch eine dicht bebaute Großstadtlandschaft. Nur an sehr wenigen Stellen befindet sich hier noch mehrere Kilometer durchgängig unbebautes Flussufer.
Unterhalb des Aschaffenburger Mainbogens fließt der Main in mehreren großen Bögen in nordwestliche Richtung weiter. Das Bundesland Hessen beginnt zunächst auf dem linken Ufer mit der uralten Stadt Seligenstadt mit seiner karolingischen Einhard-Basilika. Die Altstadt und die staufische Kaiserpfalz liegen direkt am Mainufer.
Aus wesentlich jüngerer Zeit stammt dagegen das markanteste Bauwerk der nächsten Gemeinde auf dem rechten Mainufer: in Kahl am Main entstand 1961 das erste Atomkraftwerk der Bundesrepublik. Der Versuchsreaktor wurde jedoch 1985 stillgelegt und soll abgerissen werden. In Kahl mündet außerdem das gleichnamige Flüsschen in den Main.
Kahl ist die letzte Gemeinde auf bayerischem Territorium, die Landesgrenze verläuft mitten durch bebautes Gebiet. Die erste hessische Gemeinde auf dem rechten Mainufer ist Großkrotzenburg mit dem weithin sichtbaren Großkraftwerk Staudinger. Auf dem gegenüberliegenden Ufer liegt Hainburg. Nach wenigen Kilometern folgt die hessische Stadt Hanau auf dem rechten und die alte Stadt Steinheim, heute ein Stadtteil der vorigen, auf dem linken Mainufer.
Die Kinzig umfließt in einem weiten Bogen fast die gesamte Hanauer Altstadt, bevor sie letztlich in den Main mündet. Vom historischen Kern der ehemaligen Residenz- und Garnisonsstadt ist jedoch nichts mehr zu sehen, er wurde 1945 bei einem Luftangriff fast ganz ausgelöscht. Die knapp 100.000 Einwohner zählende Industriestadt besitzt einen der größten Binnenhäfen am Main; unmittelbar am Main steht außerdem das barocke Schloss Philippsruhe.
Ab Hanau fließt der Main wieder nach Westen und erreicht kurz darauf den Fechenheimer Mainbogen. Auf der vom Main umflossenen Halbinsel liegt der Frankfurter Stadtteil
Fechenheim, ihm gegenüber die 120.000 Einwohner zählende Industrie- und Lederwarenstadt Offenbach. Das markanteste Bauwerk an der Offenbacher Mainfront ist das Isenburger Schloss.
Hier tritt der Main in eines der größten zusammenhängenden Gewerbegebiete Deutschlands ein, es reicht vom Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim über Fechenheim und das Ostend bis auf die südliche Mainseite nach Offenbach. In ihm befinden sich drei Mainhäfen: der Hafen Offenbach, der Frankfurter Oberhafen und der Osthafen, mit insgesamt fünf großen Hafenbecken. Der Strukturwandel der letzten Jahre hat dazu geführt, daß ein Teil der Hafenanlagen stillgelegt wurde. Auf der Mole des Offenbacher Hafens ist ein Beachclub entstanden.
Siehe auch: Der Main in Frankfurt
Kurz hinter der Staustufe Offenbach liegt auf dem linken Ufer die Frankfurter Gerbermühle, ein beliebter Ausflugsort. Hier trafen sich im September 1815 Johann Wolfgang von Goethe und Marianne von Willemer zum tête-à-tête.
Der nun folgende Flussabschnitt in der Frankfurter Innenstadt, etwa von der Deutschherrenbrücke bis zur Main-Neckar-Brücke, gehört zu den beeindruckendsten metropolitanen Stadtbildern in Deutschland. Ein großer Fluss im Zentrum der Stadt, mit breiten, großstädtischen Uferpromenaden, ist eine seltene Konstellation und in Deutschland in ähnlicher Form nur noch in Dresden im Elbtal zu finden, als städtebauliche Inszenierung von Wasser inmitten der Großstadt können noch das Kölner Rheinufer und die Hamburger Binnenalster genannt werden.
Neun Brücken überspannen auf diesen Kilometern den Fluss, zwei unterirdische Strecken der Frankfurter S- und U-Bahn unterqueren ihn, es sind die einzigen Maintunnels überhaupt. Bei Annäherung von Osten bietet sich das aus den Medien bekannte Bild mit den Türmen des Kaiserdoms und der Altstadtkirchen im Vorder- und den Hochhäusern der Skyline im Hintergrund. Auf dem rechten Ufer liegt die Altstadt, auf dem linken der Bezirk Sachsenhausen mit dem Museumsufer. In Höhe der historischen Alten Brücke liegt eine Insel im Main; zwischen dem Saalhof am Römerberg und der Sachsenhäuser Dreikönigskirche kreuzt der Eiserne Steg den Main.
Kurz vor Ende des Innenstadtabschnitts liegt auf der rechten Seite das inzwischen als Yachthafen dienende Becken des stillgelegten Frankfurter Westhafens. Auf dem ehemaligen Hafengelände entsteht derzeit ein neues Wohn- und Gewerbegebiet.
Einige Kilometer unterhalb der Innenstadt, an der Mündung der Nidda, liegt die alte Stadt Höchst, heute ein Frankfurter Stadtteil, hoch über dem rechten Mainufer. Der Renaissanceturm des erzbischöflichen Schlosses, die karolinigische Justinuskirche und die erhaltene Stadtbefestigung sind weithin sichtbar. Unmittelbar westlich der Höchster Altstadt folgt beiderseits des Mains der vier km² große Industriepark Höchst, das ehemalige Stammwerk des Chemiekonzerns Hoechst AG.
Ab Höchst wendet sich der Flusslauf nach Südwesten und erreicht bei Rüsselsheim eine weitere große industrielle Ballung, bestehend aus der chemischen Fabrik Ticona, die über einen eigenen Ölhafen verfügt, dem Stammwerk der Adam Opel AG, sowie dem Hafen des rechtsmainischen Flörsheim.
Kurz vor der Mündung, bei Hochheim, tauchen auf dem rechten Ufer Weinberge auf. Die bekannten Hochheimer Weine zählen bereits zum Weinbaugebiet Rheingau.
Die letzten Orte am Main sind Kostheim auf dem rechten und Gustavsburg auf dem linken Ufer, beide bis 1945 Stadtteile von Mainz. Seit der Abtrennung dieser Stadt von Hessen gehört Kostheim zu Wiesbaden, Gustavsburg ist als Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg wieder selbständig.
Die Mündung in den Rhein, die Mainspitze, liegt gegenüber der Mainzer Zitadelle, ein weiterer ehemaliger Mündungsarm dient heute als Kostheimer Floßhafen, die dazwischen liegende Insel ist die Maaraue.
Geomorphologie und Hydrologie
Geologie
Zitadelle
Der älteste Vorläufer des Mains existierte schon im frühen Oligozän vor rund 35 Millionen Jahren. Der Urmain floss allerdings damals nur bis Bamberg wie der heutige Main von Osten nach Westen, von da ab jedoch im heutigen Regnitz/Rednitz-Tal nach Süden und mündete etwa bei Augsburg in das zu jener Zeit im Alpenvorland sich ausbreitende Meer, einen Rest des Tethysmeeres. Vor etwa 14,7 Millionen Jahren wurde der Urmain durch Trümmermassen eines Meteoriteneinschlags (Nördlinger Ries) nördlich von Treuchtlingen zu einem riesigen See aufgestaut, der später wieder auslief.
Noch gegen Ende des Tertiärs vor etwa zwei Millionen Jahren wurde das Maingebiet durch mehrere Flussläufe nach Süden zur Donau hin entwässert. Erst mit der Entstehung des Oberrheingrabens verschob sich die Wasserscheide nach Südosten. Dementsprechend kehrte zunächst der Untermain seine Fließrichtung nach Westen um, später auch der Mittelmain. Der Obermain durchbrach dagegen erst in der Donau/Günz-Interglazialzeit die Haßfurter Keuperstufe und floss von da an ebenfalls nach Westen.
Zu Beginn des Pleistozäns entsprach das Flusssystem des Mains im großen und ganzen dem heutigen Zustand. Seither konnten sich die heutigen Talformen ausbilden. Dabei schnitt sich der Main in relativ kurzer Zeit um mehr als 100 m ein. Durch den Wechsel zwischen Warmzeiten und Kaltzeiten entstanden zunächst relativ breite und flache Täler, die später enger und tiefer eingeschnitten wurden. In den Kaltzeiten lagerten sich durch Frostverwitterung große Mengen Schutt ab, die in den Warmzeiten wieder ausgeräumt wurden. Durch den mehrfachen Wechsel von Klima und Wasserführung bildeten sich in den Tälern meist mehrere Terrassenstufen.
Charakteristisch für den Main sind die Talmäander, die sich dort bildeten, wo der Main durch Muschelkalk und Buntsandstein fließt. Mehrfach kam es dabei zu Mäanderdurchbrüchen und zur Entstehung von sogenannten Umlaufbergen, z. B. bei Lohr und bei Marktheidenfeld. Die Mainschleife von Volkach ist ein Beispiel eines noch nicht vollständig durchbrochenen Mäanders.
Wasserführung
Die mittlere Wasserführung des Mains beträgt in Schweinfurt 112 m³/s, in Würzburg 120 m³/s, in Frankfurt 200 m³/s und an der Mündung in den Main ca. 225 m²/s. Die Wasserführung unterliegt im Jahresverlauf starken Schwankungen. Die Höchstabflüsse werden für gewöhnlich im Frühjahr erzielt, zwischen Januar und März, die niedrigsten gegen Ende des Sommerhalbjahres.
Seit den 1970er-Jahren bis ins Jahr 2000 wurde in Bayern an der sogenannten Überleitung gebaut. Dabei wird die Niedrigwasserführung der Regnitz um bis zu 15 m³/s erhöht, indem Wasser aus der Altmühl und über den Main-Donau-Kanal in das Einzugsgebiet des Mains geleitet wird. Über das Fränkische Seenland gelangen so etwa 150 Millionen m³ Wasser pro Jahr in das wasserarme Franken und in den Main. Die Überleitung ist das größte wasserwirtschaftliche Projekt des Freistaates Bayern. Es wurde 1970 einstimmig im Bayerischen Landtag beschlossen, doch werden von Kritikern ökologische Bedenken geäußert. Die Überleitung erheblicher Wassermengen über die europäische Wasserscheide aus dem Einzugsgebiet der Donau in das des Rheins bedeutet für sie einen unzulässigen Eingriff in den natürlichen Wasserhaushalt. Die Befürworter des Projektes argumentieren dagegen, daß durch das Projekt die Ökologie des Mainsystems verbessert wird (durch Verbesserung der Wasserqualität in den Sommermonaten), während im Altmühltal und an der Donau die Gefahr sommerlicher Hochwässer vermindert wird.
Wassergüte
Bis ins 20. Jahrhundert war der Main einer der fischreichsten Flüsse Mitteleuropas. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum verschlechterte sich die Wasserqualität zunehmend. Auch der Bau von Kläranlagen, in Frankfurt z. B. seit 1882, konnte daran nichts ändern.
Nach dem zweiten Weltkrieg mussten die Strandbäder nach und nach geschlossen werden. Seit den 1960er Jahren traten vermehrte Fischsterben auf und in den 1970er Jahren lag die Wasserqualität des Untermain in Gewässergüteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) oder IV (übermäßig verschmutzt). Der Höhepunkt der Verschmutzung des Untermains war im besonders heißen Sommer 1976 erreicht. Erhebliches Aufsehen erregte damals ein Experiment, das Frankfurter Schüler angestellt hatten. Die Projektgruppe hatte Goldfische in Wasserproben gesetzt, die an verschiedenen Stellen im Frankfurter Stadtgebiet dem Fluss entnommen worden waren. Einer der Goldfische, dessen Aquarium mit Wasser gefüllt worden war, das aus einer Stelle unterhalb des Werkes Höchst stammte, hatte das Experiment nicht überlebt.
Der Aus- und Neubau von kommunalen und industriellen Kläranlagen sowie Verfahrensverbesserungen der Industrie sorgten dafür, dass sich die Wasserqualität allmählich wieder verbesserte. Nach dem aktuellen Bericht zur Biologischen Gewässergüte der Fließgewässer in Hessen entsprach die Wasserqualität des Mains im Jahr 2000 im gesamten hessischen Abschnitt der Güteklasse II (mäßig belastet). Die verbleibende Wasserbelastung ist zu einem erheblichen Teil auf Oberflächenabflüsse, z. B. nach starken Regenfällen, oder auf Belastungen aus der Landwirtschaft zurückzuführen und nur schwer weiter zu verringern.
Es wird trotzdem weiterhin davon abgeraten, im Main zu baden, da mikrobielle Verunreinigungen nicht ausgeschlossen werden können. Im Jahr 2004 wurde diskutiert, die Wasserqualität auf dem Flussabschnitt zwischen den Staustufen Offenbach und Griesheim durch Einleitung von mehreren 100.000 m³ Trinkwasser zeitweise so zu verbessern, dass der Schwimmwettbewerb des Triathlon Ironman Germany im Main ausgetragen werden kann, statt wie bisher im Langener Waldsee. Die Pläne waren jedoch in der Öffentlichkeit umstritten und konnten bislang nicht realisiert werden.
Flora und Fauna
Noch im 19. Jahrhundert gehörte der Main zu den artenreichsten Gewässern Deutschlands. An vielen Orten gab es seit dem Mittelalter bestehende Fischerzünfte, in Frankfurt am Main z. B. seit dem Jahr 945. Die Flussregulierung, verbunden mit den wegen der Schifffahrt erforderlichen Gewässerstrukturveränderungen (z. B. Uferbefestigungen), führte zusammen mit der bereits erwähnten Wasserverschmutzung zu einem drastischen Rückgang der Fischarten, am Untermain beispielsweise von ca. 30 bis 35 auf vier. Die gewerbliche Fischerei kam zum Erliegen. Mittlerweile ist der größte Teil der ursprünglich heimischen Arten wieder zurückgekehrt, allerdings können die Bestände vieler Arten sich nicht von selbst erhalten, sondern nur durch gezielten Besatz mit Jungfischen.
Fischerei
Fischökologisch gehört der größte Teil des Mains zur Brachsenregion oder zur Barbenregion. Zu den beobachteten Arten gehören Aal, Barbe, Brachse, Döbel, Flussbarsch, Güster, Hasel, Hecht, Karpfen, Nase, Rapfen, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Ukelei, Wels und Zander. Noch nicht wieder heimisch geworden sind insbesondere Lachs und Stör. Im Rahmen des Projektes Lachs 2020 wird angestrebt, bis 2020 im Flußsystem des Rheins wieder Lebensbedingungen für den Lachs zu schaffen. Dabei sollen durch Aktivierung von denaturierten Flussauen und Verbesserungen der Gewässerstruktur, z.B. Anschluß von Altarmen und Schutz von Kiesstrecken, geeignete Laichplätze eingerichtet werden. Im Einzugsgebiet des Mains kommen dafür einige Nebenflüsse in Frage, in denen bereits früher Lachse heimisch waren, z.B. Rodach und Kinzig.
Flussaue
Seit der Eröffnung des Main-Donau-Kanals 1992 sind ca. 20 Arten aus dem Donauraum in den Main zugewandert, darunter Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva), Marmorgrundel (Proterorhinus marmoratus), Rapfen (Aspius aspius), Zährte (Vimba vimba) und Zobel (Abramis sapa).
Die Auen des Obermains sind ein Lebensraum für seltene Tiere wie Eisvogel, Flussregenpfeifer, Blaukehlchen, Rohrweihe und Prachtlibelle. Durch Renaturierung des Flußlaufes, Anschluß ehemaliger Kiesgruben und andere Maßnahmen wird versucht, die überregional bedeutenden Vorkommen zu schützen.
Nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie von 1992 sind die Bundesländer verpflichtet, Gebiete zum Schutz bestimmter Lebensraumtypen sowie Habitate von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten nach Brüssel zu melden. Ausgewählte Gebiete aus den nationalen Vorschlägen sollen dann zusammen mit den nach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Vogelschutzgebieten das europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 bilden. Im Rahmen dieses Projektes wurden durch das Land Bayern auch verschiedene Gebiete am Main gemeldet, in Oberfranken z.B. die Mainaue und Muschelkalkhänge zwischen Kauerndorf und Trebgast, das Maintal von Theisenau bis Lichtenfels sowie von Staffelstein bis Hallstadt und die Mainaue zwischen Eltmann und Haßfurt. Im Regierungsbezirk Unterfranken wurden ebenfalls Mainauen gemeldet, aber auch z.B. Trockenhänge am Kallmuth und an den Weinbergen des Maindreiecks.
Hochwasser und Eisgang am Main
Hochwasserereignisse
Natura 2000Natura 2000
Im Laufe der Jahrhunderte sind zahlreiche Überschwemmungen des Mains dokumentiert, die große Schäden anrichteten oder Menschenleben forderten. Die Mainbrücken in Würzburg und Frankfurt wurden etliche Male durch Hochwasser zerstört. Während aus dem Mittelalter nur vereinzelte Berichte vorliegen, gibt es seit dem 17. Jahrhundert schriftliche Aufzeichnungen und Meßwerte über alle herausragenden Hochwasserereignisse. Der Schadensverlauf eines Hochwassers kann entlang des Mains sehr unterschiedlich sein. So lag zum Beispiel in Würzburg der Pegel des Januarhochwassers 2003 um ca. 30 cm über dem von Januar 1995, während es in Frankfurt genau umgekehrt war. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Pegel Frankfurt.
Bei Mittelwasser beträgt der Pegelstand in Frankfurt am Main 177 cm, bezogen auf den Pegelnullpunkt (+90,64m ü.NN). Steigt der Pegel auf über 300 cm, wird die Schifffahrt eingeschränkt, bei 3,70 m ist kein Schiffsverkehr mehr möglich. Dann kommt es auch zu ersten Ausuferungen. Solche Überschwemmungen ereignen sich im Mittel etwa alle drei Jahre.
Seit 1826 werden die Pegelstände in Frankfurt regelmäßig gemessen, zunächst durch den Physikalischen Verein, seit 1845 durch das Stadtvermessungsamt. Im 19. Jahrhundert traten in 40 Jahren Überschwemmungen auf, darunter in mehreren Jahren zweimal und 1845 sogar dreimal. Die höchsten Pegelstände waren:
- März 1845: ca. 6,40 m
- 27. November 1882: 6,33 m
- 31. Dezember 1882: 5,70 m
Im 20. und 21. Jahrhundert gab es in 35 Jahren Hochwasser mit folgenden Höchstständen:
- 1920: 6,18 m
- Februar 1909: 5,96 m
- 30. Januar 1995: 5,47 m
- 27. Februar 1970: 5,40 m
Insgesamt ist seit der Regulierung des Mains und der damit verbundenen Vertiefung des Flusses ein deutlicher Rückgang der Höchststände zu beobachten.
Aus früheren Jahrhunderten sind weitaus größere Hochwasserpegel überliefert. Das schlimmste je registrierte Hochwasser ereignete sich im Juli 1342, das sogenannte Magdalenenhochwasser. Damals stand das Wasser in der St. Nikolaikirche sechs Schuh hoch, das sind ca. 1,71 m. Dies entspricht aus heutiger Sicht einem Pegelstand von weit über 7 m. Weitere historische Hochwasserstände wurden erreicht am
- 17. Januar 1682 mit ca. 6,90 m
- 27. Januar bis 4. März 1784 mit ca. 6,59 m.
Mainhochwässer treten fast ausschließlich im Winterhalbjahr auf, häufig nach einer Niederschlagsperiode in Verbindung mit der Schneeschmelze. In früheren Jahrhunderten waren besonders hohe Schäden zu verzeichnen, wenn das Hochwasser mit Eisgang einherging, so z. B. 1306, 1784 und 1882.
Eisgang
Bis Ende des 19. Jahrhunderts fror der Main etwa in jedem zweiten Jahr über seinen gesamten Lauf zu, frühestens im November (1513 am 13. November) und spätestens im Januar. Das Eis brach im allgemeinen zwischen Ende Januar und Ende März (spätester Termin: 25. März 1845). Der Eisgang richtete oft verheerende Schäden an Brücken und Ufern an.
Die längste Vereisung im Jahr 1768 dauerte 79 Tage (vom 3. Januar bis zum 22. März). Sie dauerte also nie länger als bis Ostern, so wie von Johann Wolfgang Goethe im Osterspaziergang beschrieben (Faust. Der Tragödie erster Teil. Vor dem Tor).
Im 20. Jahrhundert führten die Flußregulierung, verbunden mit der Aufheizung durch Kraftwerke und Industrieanlagen, dazu, dass sich auf dem Fluss selbst in strengen Wintern immer seltener eine geschlossene Eisdecke bildete. In Frankfurt fror der Main zum letzten Mal im Winter 1962/1963 zu. Am Oberlauf kam es auch in den 1980er und 1990er Jahren noch zu starken Vereisungen, so dass die Schifffahrt eingestellt werden musste.
Mainschiffahrt
Von der Antike bis ins 19. Jahrhundert
1990er
Bereits die Römer nutzten den Main als Wasserstraße. Im Zuge der Expansion des Römischen Reichs unter Augustus und Tiberius war der Main neben der Lippe in Norddeutschland einer der beiden Haupteinfallwege in das freie Germanien. Auch die Gründung des römischen Mainz gegenüber der Mainmündung in den Rhein war maßgeblich auf die strategische Lage in Bezug auf die beiden Flüsse zurück zu führen.
In der römischen Siedlung Nida an dem kleinen Nebenfluss Nidda wurde bei Ausgrabungen ein Bootshafen entdeckt. Über die Nidda und den Main konnten auf diese Weise Güter zwischen der rechtsrheinischen civitas taunensium und dem römischen Mainz transportiert werden.
Auch Funde und Urkunden aus dem Mittelalter zeigen die hohe Bedeutung der Mainschifffahrt. Zahlreiche Siedlungen verdanken ihre Entwicklung entweder der Rolle als Umschlagplätze oder als Zollstationen. Karl der Große verfolgte als erster das Projekt eines Kanals zwischen Main und Donau. Die Pläne scheiterten jedoch an für die damalige Zeit unüberwindbaren technischen Schwierigkeiten. Reste dieser Fossa Carolina sind heute noch bei Treuchtlingen zu finden.
Die Schiffe des Mittelalters konnten bei einer Ladefähigkeit von 10 bis 20 Tonnen flussabwärts ca. 100 Kilometer pro Tag zurücklegen. Flussaufwärts mussten die Schiffe gestakt oder getreidelt werden. Auf diese Weise schaffte man Tagesetappen von über 30 Kilometern. Nachts durften die Schiffe nicht fahren und die Schiffsleute mußten an Bord bleiben.
Seit dem 12. Jahrhundert gab es eine regelmäßige Verbindung zwischen Frankfurt und Mainz, das Marktschiff. Seit dem 14. Jahrhundert verkehrten zwei Schiffe im täglichen Wechsel, das eine zu Berg und das andere zu Tal. Die Schiffe dienten dem Personen- und Gütertransport, aber auch der Postbeförderung. Die Abfahrt in Frankfurt erfolgte täglich um 10 Uhr vom Fahrtor aus. Die Fahrzeit nach Mainz betrug etwa sieben bis neun Stunden. 1391 verlieh Kaiser Wenzel die Gerichtsbarkeit über die Marktschiffe der Freien Stadt Mainz. 1474 eignete sich der Kurfürst von Mainz die Hoheit über das Marktschiff an. Die Stadt Frankfurt verlor ihre bis dahin bestehende Gerichtsbarkeit.
Gegenüber den regulären Marktschiffen war die freie Schiffahrt eher unbedeutend. Nach 1337 gab es in Frankfurt keine Schifferzunft mehr, sondern die wenigen eingeschriebenen Schiffsleute waren zugleicht Obst- und Fruchthändler. Zwischen Frühjahr (Lätare) und Herbst (Michaelis) pendelte seit 1602 täglich auch ein Marktschiff von Hanau nach Frankfurt, das unter der Hoheit des Grafen von Hanau stand.
Die Mainschifffahrt im Industriezeitalter
Grafen von Hanau
Das Aufkommen der Eisenbahn im 19. Jahrhundert bedeutete zunächst einen Niedergang der Mainschifffahrt. Trotz Einführung der Dampfschifffahrt in den 1830er Jahren konnten nur kleine Schiffe bis zu einer Tragfähigkeit von 1000 Zentnern den Main befahren, während auf dem Rhein Mitte des 19. Jahrhunderts schon Schiffe mit bis zu 16.000 Zentnern (800 Tonnen) verkehrten. Infolgedessen musste die für den Main bestimmte Fracht in Mainz oder Gustavsburg umgeschlagen werden. Überdies war die Schifffahrt durch die zunehmende Versandung der Mainmündung und die jahreszeitlich oft geringe Wasserführung beeinträchtigt. Mit dem Bau der Taunusbahn nach Wiesbaden (1839), der Hanauer Bahn (1848) und der Mainbahn nach Mainz (1863) ging das Frachtaufkommen auf dem Main von früher über 200.000 Tonnen jährlich daher drastisch zurück und erreichte 1879 einen Tiefpunkt mit rund 93.400 Tonnen jährlich. Der Eisenbahn-Frachtverkehr in Frankfurt erreichte demgegenüber im gleichen Jahr rund 1,4 Millionen Tonnen.
Auf Initiative des Frankfurter Oberbürgermeisters Mumm von Schwarzenstein wurde deshalb ab 1868 der Bau eines 36 km langen Main-Seitenkanals zwischen Mainz und Frankfurt geplant. Die Pläne wurden allerdings mehrfach geändert, und 1875 wurde beschlossen, den Fluss selbst zu kanalisieren und den Wasserstand so anzuheben, dass er für die großen Mainschiffe ausreichte. 1882 bis 1885 wurden am Unterlauf des Mains zwischen Mainz und Frankfurt fünf Staustufen errichtet und am nördlichen Mainufer wurde ein neuer großer Hafen gebaut, der Westhafen. Gleichzeitig entstand am gegenüberliegenden Ufer der Kohlehafen, der bis 1912 betrieben wurde. Bis 1905 stieg der Umschlag des Westhafens auf 1.565.000 Tonnen, zur Hälfte Kohle und Koks aus dem Ruhrgebiet, darüberhinaus Getreide, Sand und Kies.
Die „Mainkuh“
Ruhrgebiet
Nach dem Bau des Westhafens erfolgte 90 % des Verkehrs über den Rhein, nur 10 % auf dem noch nicht kanalisierten Obermain. Zur Verbesserung der geringen Transportkapazität war von Mainzer Bürgern und dem Königreich Bayern die Aktiengesellschaft Mainkette gegründet worden, um die auf Elbe und Neckar bereits bewährte Kettenschifffahrt auch auf dem Main einzuführen. Dabei wird im Fluss eine Kette verlegt, an der sich ein Dampfschlepper – die Mainkuh – mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 Kilometern pro Stunde entlanghangeln und dabei bis zu 10 Kähne schleppen kann. Am 7. August 1886 wurde die Kette zwischen Mainz und Aschaffenburg in Betrieb genommen. 1891 verkehrten bereits drei Kettenschlepper auf dem Main. In den Folgejahren wurde die Kette immer weiter verlängert: 1893 bis Miltenberg, 1903 bis Kitzingen und 1908
Rhein
Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².
Name
Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.
Schifffahrt
Römer]]
Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.
Rheinstrom-Kilometrierung
Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen.
Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.
Flusslauf
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden.
Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.
Vorder-, Hinter- und Alpenrhein
Von der Quelle bis zum Bodensee
Isteiner Klotz]
Isteiner Klotz
Isteiner Klotz
Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein.
Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck.
Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.
Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist.
Rheindelta]
Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.
Hochrhein
Vom Bodensee bis Basel, km 0–150
Nach dem Verlassen des Bodensee-Obersees an der Engstelle der Rheinbrücke in Konstanz fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird und einige Kilometer weiter westlich von Schaffhausen in Neuhausen den Rheinfall hinabstürzt. Hier stößt er auf sein altes, voreiszeitliches Flussbett. Ab dem Verlassen des Bodensees wird er – etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert – Hochrhein genannt.
Der Überlinger See wird vom Rhein nicht durchflossen.
Von Schaffhausen fließt er als Hochrhein weiter zuerst noch Richtung Süden, mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei, bis er am Tösseck (Einmündung der Töss) in Richtung Westen dreht und bald darauf zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland wird. Bei Koblenz, nahe Waldshut mündet von Süden her die Aare als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s).
Oberrhein
Von Basel bis Bingen, km 150–530
Nebenfluss]]
Im sogenannten Rheinknie in Basel ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Seit dem Tertiär fließt der Rhein von hier aus den Oberrheingraben entlang. Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit 10 Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) geführt und dort zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken und für den Schiffsverkehr verwendet. Die Kanalisation hat jedoch auch ökologische Folgenund Nachteile, da der Grundwasserspiegel, in Abhängigkeit zum Fluss, sinkt. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat.
Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer erstreckt sich das Rheinbett in der oberrheinischen Tiefebene, einem rund 40 Kilometer breiten Tal zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald.
Dieser Teil wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem immer wieder in der Rheinniederung mäandrierenden Schlingenfluss in ein gerades, von Dämmen flankiertes Flussbett gezwungen. Bei Straßburg münden der Rhein-Marne-Kanal und der Rhein-Rhône-Kanal in den Rhein.
Von Lauterburg bis Mannheim bildet der Rhein die Grenze zwischen Baden-Württemberg (rechtsrheinisch) und Rheinland-Pfalz (linksrheinisch). Bei Mannheim mündet der von Südosten kommende Neckar als zweiter großer Nebenfluss und Hessen folgt Baden-Württemberg auf der rechten Rheinseite.
Gegenüber von Mainz mündet der Main in den Rhein, der von dort für einen kurzen Abschnitt, ebenfalls Rheinknie genannt, seine Richtung nach Westen ändert und anschließend bei Bingen an der Nahemündung nach Nordwesten dreht.
Nahe]]
Mittelrhein
Von Bingen bis Bonn, km 530–660
Von dort durchfließt der Mittelrhein in einem steilen, engen Tal den südlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Linksrheinisch erstreckt sich der Hunsrück, rechtsrheinisch der Taunus.
Taunus]]
Dieser Abschnitt ist der touristisch bekannteste Teil des Rheins, der von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz Weltkulturerbe ist.
Die bekanntesten touristischen Veranstaltungen in den Monaten Mai, Juli, August und September sind die Feuerwerke Rhein in Flammen.
Bei Kaub liegt malerisch mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Einige Kilometer weiter flussabwärts umfließt der Rhein den sagenumwobenen Loreley-Felsen, bis er sich bei Boppard durch den Bopparder Hamm, eine imposante Rheinschleife windet. Von Osten nimmt er nun die Lahn und am Deutschen Eck in Koblenz von Südwesten die Mosel auf. Linksrheinisch erstreckt sich die Eifel, aus der bei Sinzig die Ahr und rechtsrheinisch der Westerwald, aus dem unterhalb von Neuwied die Wied in den Rhein mündet. Zu den bekanntesten Burgen des Mittelrheins gehören Burg Lahneck, die Marksburg und die feindlichen Brüder Liebenstein und Sterrenberg.
Sterrenberg
Niederrhein
Von Bonn bis Hoek van Holland, km 660–1.033
Sterrenberg
An der südlichen Stadtgrenze von Bonn und der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitet sich das enge Mittelrheintal zur Kölner oder Niederrheinischen Bucht, die bereits zur norddeutschen Tiefebene zählt. Nördlich von Bonn mündet die Sieg in den Rhein, der von hier ab wie die ihn umgebende Region Niederrhein genannt wird.
Niederrhein
Wichtigste Hafenstädte in diesem Stromabschnitt sind Köln, Düsseldorf, Neuss und Duisburg mit Duisport, Europas größtem Binnenhafen und international bedeutendem Logistikstandort an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals. 30 km flussabwärts mündet in Wesel die zweite Ost-West-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein und nach 40 km spannt sich in Emmerich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 700 Meter breiten Strom.
Rheindelta
Nach weiteren 15 Kilometern, drei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen aan de Rijn, beginnt das große Delta des Rheins. Hier teilt sich der Rhein in zwei Hauptarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen.
Rotterdam
Der nördliche Rheinarm ist der Pannerdens Kanaal (dt. Pannerdenscher Kanal), von dem kurz vor Arnhem die IJssel abzweigt. Sie fließt über Deventer und Zwolle nach Norden und mündet bei Kampen ins IJsselmeer. Von der Abzweigung der IJssel an heißt der nördliche Rheinarm Nederrijn und im weiteren Verlauf Lek.
Bis etwa 900 n. Chr., als der Lek zum Hauptstrom wurde, bildeten der Kromme Rijn und der Oude Rijn den eigentlichen Flusslauf.
Der südliche Rheinarm ist der Bijlands Kanaal, der in die Waal übergeht, die im Unterlauf die Namen Boven Merwede, Beneden Merwede und Noord trägt, bis er sich wenige Kilometer vor Rotterdam in Krimpen aan de Lek mit dem nördlichen Arm vereinigt.
Gemeinsam durchfließen sie als Nieuwe Maas und danach als Scheur den Hafen Rotterdam und münden über den Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland in die Nordsee.
Dort strömen 2.330 m³ Wasser pro Sekunde ins Meer.
Nebenflüsse des Rheins
Nordsee
Brücken über den Rhein
Nordsee
Der Rhein wird in seinem Verlauf von etwa 100 Brücken überquert. Zu folgenden Brücken existieren eigene Artikel:
Ökologie
Nach den Angaben des Umweltbundesamts nimmt die Schadstoffbelastung des Rheins seit 1960 kontinuierlich ab. Dies ist einerseits auf die systematische Abwasserreinigung durch den Bau von Kläranlagen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass die Industrie immer weniger mit Chemikalien und Schwermetallen belastete Abwässer in den Rhein einleitet. Heute leben wieder etwa 40 Fischarten im Rhein. Trotz der deutlichen Reduzierung der Gewässerbelastung durch Haushalts- und Industrieabwässer transportiert der Rhein jährlich noch immer beträchtliche Mengen an Schwermetallen und Chemikalien wie Pestizide in Richtung Nordsee.
So brannte am 1. November 1986 eine Lagerhalle der Firma Sandoz an der Schweizerhalle bei Basel am Rhein. Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien vernichteten praktisch das gesamte tierische und pflanzliche Leben im Rhein. Es benötigte eines jahrelangen Prozesses, bis der Rhein sich wieder erholt hatte.
Viele andere den Rhein belastende Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide und Rückstände von Medikamenten, sind in der Tabelle noch nicht berücksichtigt.
Medikamenten
Rhein-Hochwasser
- Mai 1999 (Hochrhein/Oberrhein)
- Januar 1995 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Mai 1994 (Hochrhein/Oberrhein)
- Dezember 1993 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Dezember 1991 (Oberrhein)
- Februar 1990 (Oberrhein)
- März 1988 (Rhein gesamt)
- Juni 1987
- Mai 1983
- April 1983
- Februar 1980 (Oberrhein)
- Mai 1978 (Oberrhein)
- Dezember 1882
Siehe auch
- Die Rheinfähren
- Rheinbegradigung
- Pegel Köln
- Rheinland
- Flüsse in Deutschland
- Europäische Flüsse
- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Nebenflüsse des Rheins
Literatur
- Herausgeber Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. ISBN 3-896-78465-X
- Herausgeber Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas: Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. ISBN 3-832-17323-4
- Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen - Nordsee und zum IJsselmeer. Delius Klasing ISBN 3-89225-466-4
Weblinks
- [http://www.iksr.org Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)]
- [http://www.chr-khr.org Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR)]
- http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm01.htm
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm02.htm SWR Wissen: Geomorphologie – Der Rhein]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,A5700176B4284972E0340003BA087C6D,,,,,,,,,,,,,,,.html Wissen über den Rhein bei Planet-Wissen.de]
- [http://umverka.de/hefte/heft103/rheinbruecke.html Im Artikel: Tabelle der Rheinbrücken 2003]
- [http://www.rhein-wandern.de Wanderwege am Rhein]
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als:Rhein
ja:ライン川
ko:라인 강
simple:Rhine River
Franken (Land)]
Franken bezeichnet heute eine Region in der Bundesrepublik Deutschland, die sich größtenteils über das nördliche Bayern erstreckt. Sie liegt im östlichen Teil des historischen Herzogtums Franken.
Franken ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Westdeutschlands; wegen der lieblichen Landschaft sowie seiner in vielen historischen Gebäuden präsenten langen Geschichte und Kultur und gleichzeitig vergleichsweise wenig industrieller Ansiedlungen gilt Franken vor allem aber als romantisch. Schließlich gilt es wegen des Frankenweins und der reichen Biertradition auch als genussfreudig, so dass es ein beliebtes Touristenziel in Deutschland ist. Einige der touristischen Glanzlichter im Westen Frankens werden durch die Romantische Straße verbunden, die bekannteste deutsche Themenstraße.
Definition
Im Allgemeinen umfasst Franken die bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Oberfranken und Mittelfranken, Südthüringen und in Baden-Württemberg die Region Heilbronn-Franken und den Ostteil des Neckar-Odenwald-Kreises. Im alten "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" gab es ab dem Jahr 1500 den Fränkischen Reichskreis, in dem die meisten fränkischen Gebiete zu einer territorialen Einheit zusammengefügt waren. Dieser hatte bis zur sogenannten napoleonischen Flurbereinigung 1806 Bestand. Heute stellt Franken keine einheitliche politisch-administrative Einheit mehr dar, so dass die genaue Grenzziehung umstritten ist. Franken wird daher heute nicht mehr administrativ definiert, sondern durch
1806
- gemeinsame bzw. eng verbundene Kultur und Geschichte (z. B. erkennbar durch die charakteristische Form der fränkischen Dorfkirchtürme),
- die Selbst-Bezeichnung der Bewohner als Franken
- und sehr oft durch den auf dem Gebiet gesprochenen gemeinsamen fränkischen Dialekt.
- Viele Gebietskörperschaften in Franken demonstrieren ihre Zugehörigkeit zu Franken durch die Aufnahme des Fränkischen Rechens in Wappen, Fahne oder Siegel.
Bis 2003 gab es in Baden-Württemberg eine "Region Franken", die durch die Novellierung des Landesplanungsgesetzes jedoch zum 20. Mai 2003 in "Region Heilbronn-Franken" umbenannt wurde. (siehe auch Niederfranken und niederfränkisch)
Manchmal wird auch der Landkreis Eichstätt, der verwaltungstechnisch zu Oberbayern gehört, zu Franken gezählt.
Bekannte Städte
Bekannte und historisch interessante fränkische Städte sind z.B. Ansbach, das Städtedreieck Nürnberg, Fürth und Erlangen, sowie Würzburg, Schweinfurt, Lohr a. Main, Bamberg, Coburg, Bayreuth, Hof, Rothenburg ob der Tauber, Tauberbischofsheim oder Wertheim.
Geschichte
Wertheim]]
Franken war eines der fünf Stammesherzogtümer im Ostfrankenreich. Das heutige Franken umfasst nur den östlichen Teil des ostfränkischen Herzogtums Franken. Bis zum 10. Jahrhundert bestand Franken auch aus Rheinfranken (umfasste das heutige Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordbaden) sowie aus Teilen Thüringens südlich des Rennsteigs mit den heutigen Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen.
Im Frühmittelalter bis ins 6. Jahrhundert lag die ostfränkische Region im Spannungsfeld zwischen Thüringern und Schwaben. Im 7. Jahrhundert wurde sie zunächst nur lose als östliche Mark dem Fränkischen Reich angegeliedert. Im Ostfrankenreich entstand ab Mitte des 9. Jahrhunderts das Stammesherzogtum Franken. Bis zur Wahl des Sachsenherzogs Heinrich war es dann zum Stammland und Machtzentrum der ostfränkischen bzw. deutschen Könige geworden. So fanden in der fränkischen Pfalz Forchheim die Königswahlen statt: 900 (Ludwig das Kind), 911 (Konrad I.), 919 (Gegenkönig Arnulf von Bayern) und letztmalig 1077 (Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden).
Rudolf von Rheinfelden]
Franken war im späten Mittelalter und in der Neuzeit besonders stark von der Kleinstaaterei in Deutschland betroffen. Völlig unterschiedliche Herrschaftsformen drängten sich eng aneinander. So waren Nürnberg und Schweinfurt freie Reichsstädte, während die Gegenden um Würzburg und Bamberg als religiöse Fürstbistümer regiert wurden. Teilweise hatte schon der Nachbarort einen anderen Grafen mit seinem eigenen, kleinen Herrschaftsgebiet. Dazu waren die Gebiete noch in katholische und protestantische Gegenden geteilt.
Diese Zersplitterung machte es den deutschen Mittelmächten und Nachbarn Frankens am Anfang des 19. Jahrhunderts leicht, sich Stücke der Region einzuverleiben. So erhielt Bayern, das vorher weder historisch noch politisch mit Franken verbunden gewesen war, den Löwenanteil der Region, beispielsweise das Gebiet des Fürstbistums Würzburg im Tausch gegen das Großherzogtum Toskana.
Nur während der Nazi-Diktatur erhielten Teile Frankens mit den Gauen Mainfranken und Franken die administrative Eigenständigkeit. Oberfranken bildete dagegen mit Teilen Niederbayerns und der Oberpfalz die Bayerische Ostmark.
In den 80er Jahren wurde von vielen Bewohnern Frankens eine Loslösung von Bayern als eigenes Bundesland gefordert, die sich unter anderem in der Organisation "Fränkischer Bundschuh" bzw. heute
"Fränkischer Bund" und [http://www.bundesland-franken.de freien Interessensgemeinschaften] organisierten.
Tourismus in Franken
- Veranstaltungen & Events
- Veranstaltungen und Events in Franken findet man am besten auf http://www.frankentipps.de dem Veranstaltungsportal für Franken
Fränkischer Bund]
- Wandern
- In jüngster Zeit wurde ein zusammenhängender Frankenwanderweg vom Nordrand der Frankenwaldes bis Harburg bei Donauwörth markiert
- Der Frankenweg
- Schöne Wandergebiete sind der Frankenwald, das Fichtelgebirge, die Fränkische Alb und deren nördlicher Teil, die Fränkische Schweiz, das Altmühltal, der Steigerwald mit seinem Keltenweg, der Spessart, Teile der Rhön und die Haßberge
- Radfahren
- Schöne Radwege führen entlang der Flüsse Main, Tauber, Altmühl
Siehe auch: Franken (Volk), Franken (Weinanbaugebiet), Ostfränkische Dialektgruppe, Mainfränkische Dialekte, Frankenlied, Kärwa (Kirchweih)
Literatur
- Martin Bötzinger: Leben und Leiden während des Dreißigjährigen Krieges in Thüringen und Franken, Langensalza ²1997. ISBN 3-929000-39-3
- Ralf Nestmeyer: "Franken. Ein Reisehandbuch", Michael-Müller-Verlag, Erlangen 2004, ISBN 3-89953-151-5
Weblinks
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=57 Karte: Franken um 850 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=60 Karte: Franken um 1500 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=64 Karte: Stadtgründungen in Franken bis 1254 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
Kategorie:Region in Bayern
Kategorie:Historische Landschaft
Silhouette
]]
]
Als Silhouette oder Schattenriss bezeichnet man den Umriss (Kontur) einer Fläche oder die von dieser Kontur umschlossene Fläche, die sich dunkel von einem hellen Hintergrund (oder umgekehrt) abhebt. Das kann eine natürliche Kontur (zum Beispiel der Schatten eines Körpers oder die durch die Bebauung erzeugte Kontur einer Stadt) oder eine künstliche (zum Beispiel eine Schattenzeichnung oder ein Scherenschnitt) sein.
Die Bezeichnung geht auf den einstigen französischen Finanzminister Étienne de Silhouette ( - 1709, † 1767) zurück, der die Wände seines Schlosses mit selbstgemachten Scherenschnitten statt mit repräsentativen Gemälden schmückte. So hatte der Begriff zunächst eine negative Konnotation im Sinne von billige Kunst, schlecht gemachtes Porträt. Mit der Zeit übertrug sich der Begriff aber auch auf wertneutrale Sachverhalte wie natürliche Konturen und auf Hell-Dunkel-Konturen als künstlerisches Mittel.
Ein Legespiel, das mit Silhouetten arbeitet, ist das ursprünglich aus China stammende Tangram.
Kategorie:Kunst
Würzburg
Würzburg ist eine kreisfreie Stadt in Bayern am Mainufer. Sie ist Sitz der Regierung von Unterfranken, des Bezirks Unterfranken und des Landkreises Würzburg. Gegenwärtig hat die Stadt etwas über 129.000 Einwohner und steht damit nach München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg an fünfter Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Gleichzeitig ist Würzburg nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt und ein Zentrum Frankens.
Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Würzburg. Würzburg bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Frankfurt am Main etwa 120 km nordwestlich, Nürnberg etwa 115 km südöstlich und Stuttgart etwa 140 km südwestlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Würzburg überschritt 1934 die Grenze von 100.000, wodurch sie nominell zur Großstadt wurde und als solche - trotz ihrer geringen Industriedichte - der vernichtenden Bombardierung im Zweiten Weltkrieg (am 16.März 1945) anheim fiel. Nach der Gemeindereform 1974-1978, bei der u.a Lengfeld, Ober- und Unterdürrbach sowie Versbach und Rottenbauer eingemeindet wurden, entwickelte sich Würzburg zu einer dynamischen Stadt. Im Jahr 2004 beging Würzburg sein 1300-jähriges Stadtjubiläum.
Die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Geografie
Würzburg liegt zu beiden Seiten des Mains im mittleren Maintal (Maindreieck). Die Stadt wird überragt von der Festung auf dem Marienberg auf der westlichen Höhe einer Muschelkalkplatte, in die sich der Main eingesenkt hat.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Würzburg. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und gehören alle zum Landkreis Würzburg:
Veitshöchheim, Rimpar, Estenfeld, Rottendorf, Gerbrunn, Randersacker, Eibelstadt, Reichenberg, Eisingen, Höchberg, Waldbüttelbrunn und Zell am Main
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Würzburg ist in 13 Stadtbezirke eingeteilt, die sich weiter in insgesamt 25 Stadtteile gliedern. Die Stadtbezirke und Stadtteile sind fortlaufend nummeriert. Bei der folgenden Übersicht sind die Stadtteile mit ihren Nummern den 13 Stadtbezirken zugeordnet:
Geschichte
Stadtteil
Stadtteil
Für die Zeit um 1000 v. Chr. ist eine keltische Fliehburg nachgewiesen.
689, noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung - 1. Mai 704, erfolgte die Missionierung durch Kilian, Kolonat und Totnan.
- 741/742 Gründung des Bistums Würzburg mit Bischof Burkard
- Im 11. Jahrhundert gelangt eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt.
- 1156 Hochzeit Friedrich I. Barbarossas mit Beatrix von Burgund
- 1168 Belehnung des damaligen Bischofs Herold mit der Herzogswürde durch Friedrich I. Barbarossa auf dem Reichstag zu Würzburg. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan "Fürstbischöfe" nennen und den Titel "Herzog in Franken" führen.
- 1402 Erstbegründung der Universität Würzburg
- 1476 Ketzerprozess und Feuertod des Hans Böhm
- 1573–1617 Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn regiert
- 1582 Neu-Gründung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
- 1631 Eroberung durch den Schwedenkönig Gustav Adolf
- 1720-1744 Bau der Residenz
- 1805 Würzburg wird Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums
- 1814 Würzburg wird bayerisch und gleichzeitig eine direkt der Regierung unterstehende Stadt (welche später als kreisfreie Stadt bezeichnet wird); ferner wird die Stadt Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorgeht
- 1817 Würzburg wird Hauptstadt des Regierungsbezirks Unterfranken
- 1895 Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die nach ihm benannten Strahlen
- 1934 Würzburg wird Großstadt
- 1945, 16. März Würzburger Schicksalstag: Bei einem etwa zwanzig Minuten dauernden Terrorangriff der Royal Air Force kommen über 5 000 Menschen ums Leben; die Innenstadt wird zu neunzig Prozent zerstört (Würzburgs Bombardierung am 16. März 1945). Das prächtige barocke Stadtbild der Würzburger Altstadt liegt in Schutt und Asche. Die Stadt wird als Grab am Main bezeichnet. Die Zerstörungen sind so verheerend, dass Stimmen laut werden, die Stadt gar nicht wieder aufzubauen, sondern als mahnendes Trümmerfeld zu belassen (die Siegermächte unterstützten dies). Wie man heute jedoch sieht, hat die Bevölkerung sich damals anders entschieden und ihr Würzburg zu neuer Blüte gebracht.
- 1990 Bayerische Landesgartenschau in Würzburg
- 2004 Feier des 1300-jährigen Stadtjubiläums
Eingemeindungen
Folgende ehemals selbständige Städte und Gemeinden wurden nach Würzburg eingemeindet:
- 1. Januar 1930: die Stadt Heidingsfeld mit den Gemeindeteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Vogelshof und Zwickerleinshof
- 1. Januar 1974: die Gemeinde Rottenbauer
- 1. Juli 1976: aus der Gemeinde Oberdürrbach die Gemeindeteile Oberdürrbach, Schafhof und Ziegelhütte
- 1. Juli 1976: die Gemeinde Unterdürrbach
- 1. Januar 1978: die Gemeinde Lengfeld mit den Gemeindeteilen Holzmühle, Pilziggrund, Riedmühle und Rosenmühle
- 1. Januar 1978: die Gemeinde Versbach mit den Gemeindeteilen Herrnmühle, Schäfermühle und Straubmühle
- 1. Mai 1978: aus der Gemeinde Höchberg der Gemeindeteil Steinbachtal
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
Steinbachtal
Religion
Würzburg wurde 741/742 Sitz eines Bistums, das sich neben seinem geistlichen Gebiet bald auch ein weltliches Herrschaftsgebiet schaffen konnte (Fürstbistum ab 1164 beziehungsweise Hochstift Würzburg). Oberster Herr dieses Territoriums war der Bischof, später der Fürstbischof.
Die Reformation konnte im Bistum zunächst Fuß fassen, wurde dann aber vor allem durch die Gegenreformation ab 1586 stark unterdrückt. Die Anhänger des Luthertums wurden aus der Stadt verbannt. Während der schwedischen Besatzung konnten die Protestanten vorübergehend wieder Fuß fassen. 1633 wurde ihnen für | | |