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Majapahit

Majapahit

Majapahit war von 1293 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts das letzte große Hinduimperium im Indonesischen Archipel. Auf dem Gipfel der Macht, unter Hayam Wuruk von 1350 bis 1389, beherrschte es weite Teile der Malaiischen Halbinsel, Sumatras und Borneos. Die Hauptstadt lag im östlichen Java, dem heutigen Trowulan, in der Umgebung von Surabaya.

Gründung

Nachdem die Singhasari um 1290 die Truppen Srivijayas von Java vertrieben hatten und damit große Teile des Archipels beherrschte, schickte Kublai Khan Sendboten in das Gebiet, um Tribut zu fordern. Der letzte Herrscher Kertanagara verweigerte die Zahlung und so sandte der Khan ein Strafexpedition mit 1000 Schiffen und 20.000 Soldaten. 1292, als Marco Polo Sumatra erreichte, führte eine Rebellion zu dem Tod von Kertanagara und Jayakatwang, sein Schwager, der behauptete ein Nachkomme der alten Könige von Kediri zu sein, übernahm die Macht. Raden Wijaya, der Schwiegersohn Kertanagaras, konnte nach dem Angriff auf die Insel Madura fliehen. Er kehrte aber bald zurück und gründete die Siedlung Majapahit. Von Boten dieser Siedlung wurde 1293 die von Taifun und Hunger geplagte mongolische Flotte vor der Küste Javas begrüßt. Wijaya bot den Truppen Kublai Khans eine Allianz gegen Jayakatwang an und die Mongolen akzeptierten. Am 15. März 1293 began der fünftägige Angriff, bei dem Jayakatwang geschlagen und 5000 Kediri getötet wurden. Bei einem Überraschungsangriff schlug er die Reste der mongolisch-chinisische Armee. Raden Wijaya wurde am 10. November 1293 als Kertarajasa Jayawardhana gekrönt.

Verlauf

Es folgten mehrere Aufstände bis sein Sohn Jayanagara 1309 neuer König wurde. Nach dessen Ermordung im Jahr 1328, durch eine vorgetäuschte Operation, kam Gajah Mada ein paar Jahre später praktisch zur Macht. Er war ein ehrgeiziger Minister und Regent, der bis 1364 den Machtbereicht auf die umliegenden Inseln ausdehnte. 1334 wurde Hayam Wuruk geboren und 1350 neuer König. Das alte buddhistische Srivijayareich auf Sumatra mit der Hauptstadt Palembang wurde unter seiner Herrschaft 1377 endgültig vernichtet. Obwohl die Majapahit Herrscher ihr Gebiet erweiterten und benachbarte Königreiche unterwarfen oder Tribut erhielten, lag ihr Hauptinterresse an der Kontrolle des Handels, der durch das Inselreich führte. Auf dem Höhepunkt der Macht reichte der Einfluss von Sumatra, dem Gebiet von Malaysia, der Inseln Borneo, Sulawesi bis zu den Philippinen und der Insel Timor. Hayam Wuruk starb 1389 und Anfang des 15. Jahrhunderts kamen muslimische Händler in das Gebiet. Es began die Konversion zum Islam und langsam deutete sich sich Zerfall des Reiches an. Zwischen den zwei Söhnen des Königs brach 1401 für vier Jahre Krieg um die Nachfolge des Thrones aus. Es wurde immer schwieriger den Zusammenhalt des Reiches zu behaupten, nachdem ein Prinz von Srivijaya, der ein Nachkomme der alten Sailendra-Dynastie war, ein neues Reich erst bei Singapur, später in Malakka gegründete, daß immermehr an Macht gewinnen konnte. 1447 konvertierte König Kertawijaya zum Islam, wurde aber fünf Jahre später ermordet. Der neue Herrscher Rajasawardhana wollte die Verbreitung des Islam zurückdrängen, mußte aber nach Jahren des Chaos 1456 die Macht an Girisawardhana abgeben. Der Hofstaat wurde nach einer Rebellion 1466 in die Nähe von Kediri verlegt. Zu dieser Zeit zogen viele Priester und Angehörige der Königsfamilie nach Bali. Nach dem Angriff des Sultans von Demak im Jahr 1527 hat das Reich die Bedeutung verloren.

Herrscher von Majapahit

Regierungszeiten :
- Kertarajasa Jayawardhana (Raden Wijaya) 1294 - 1309
- Jayanagara 1309 - 1328
- Tribhuwana Wijayattungga Dewi 1328 - 1350
- Rajasanagara (Hayam Wuruk) 1350 - 1389
- Wikramawardhana 1389 - 1429
- Suhita 1429 - 1447
- Wijayaparakramawardhana (Kertawijaya) 1447 - 1451
- Rajasawardhana 1451 - 1453
- Girisawardhana (Bhre Wengker) 1456 - 1466
- Singhawikramawardhana (Bhre Pandan Salas) 1466 - 1478

Kultur und Religion

In der Gegend um Mojokerto im heutigen Provinz Jawa Timur gab es viele Maja Bäume mit bitteren Geschmack. Raden Wijaya nannte die Gegend Majapahit, weil pahit auf indonesisch bitter heißt. Diese Zeit wird in Indonesien als ein Goldens Zeitalter betrachtet. Aus dem Buch Sutasoma, eine der berühmtesten Schriften der Majapahit, kommt der Wahlspruch des Landes "Bhinneka Tunggal Ika" was soviel wie "Einheit in Vielfalt" bedeutet. Hinduismus und Buddhismus waren die wichtigsten Religionen. Es gab aber auch Animisten und später kam der Islam, der heute fast überall in Indonesien vorherrscht. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts war für Nationalisten das Reich der Beweis, dass die Menschen in dem Archipel zusammen geführt werden konnen. Ein paar Kilometer vor Bandung gibt es heute noch eine letzte winzige hinduistische Gemeinde auf der Insel Java.

Weblinks


- [http://www.eastjava.com/books/majapahit/ History] Tempel aus der Zeit
- [http://www.projectbiology10b.blogspot.com/ Project Biology 10b] Studentenblogger mit mehr Informationen
- [http://www.ancientsites.com/aw/Places/Place/418021 Geschichte von Majapahit in engl] Kategorie:Geschichte Indonesiens Kategorie:Malaysische Geschichte Kategorie:Südostasiatische Geschichte ja:マジャパヒト王国 ms:Majapahit

1293

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Erdbeben in der Sagamibucht (Japan) mit etwa 22.000 Toten.
- Beginn der Herrschaft von Majapahit im heutigen Indonesien.
- Waldhausen wird erstmalig urkundlich erwähnt.
- die Söhne Rudolfs I werden mit Babenbergererbe belehnt

Geboren


- Philipp V. der Lange, König von Frankreich († 1322)
- Philipp VI., König von Frankreich († 22. August 1350)

Gestorben


- Chalil, Sultan von Ägypten wird im Dezember ermordet (
- ?) ko:1293년

16. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert begann am 1. Januar 1501 und endete am 31. Dezember 1600. Mit der Reformation Luther im Jahre 1517 endete das Spätmittelalter in Europa, und es begann damit die Epoche der frühen Neuzeit.

Ereignisse/Entwicklungen


- Weitergehende Reformation der Kirche
- König Heinrich VIII. (England) bricht mit der katholischen Kirche (1533)
- Religionskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten in Frankreich
- Die Zeit der großen europäischen Hexenverfolgung beginnt gegen Ende des Jahrhunderts
- Erste Erdumseglung von Ferdinand Magellans Expedition.
- Die Türken schlagen Ungarn (Schlacht bei Mohács, 1526) und belagern Wien (Erste Wiener Türkenbelagerung, 1529)
- Kopernikus veröffentlicht seine Theorie vom heliozentrischen Weltbild (1543)
- Der Gregorianische Kalender wird in vielen katholischen Ländern eingeführt (1582)
- Die britische Flotte unter Sir Francis Drake schlägt die spanische Armada vernichtend (1588)

Persönlichkeiten


- Martin Luther, religiöser Reformator
- Michelangelo Buonarotti, Maler und Bildhauer
- Thomas More, englischer Politiker und Schriftsteller
- Miguel de Cervantes, spanischer Schriftsteller
- Elizabeth I., englische Königin
- Philip II., spanischer König
- Nostradamus, Arzt, wurde berühmt für seine Prophezeiungen
- Nikolaus Kopernikus, Astronom
- Mary Queen of Scots, Königin Schottlands und Mutter James I of England and VI of Scotland
- William Shakespeare, englischer Dichter und Dramatiker

Erfindungen und Entdeckungen


- Erfindung des Spinnrads. 01-16 ! ja:16世紀 ko:16세기

Hinduismus

Der Hinduismus ist mit etwa 900 Millionen Anhängern die (nach Christentum und Islam) drittgrößte Religion der Welt, gegründet nach den Vedas, und hat seinen Ursprung in Indien. Angehörige dieser Religion werden Hindus genannt. Gläubige Hindus verstehen ihre Religion auch als Lebensart. Der Hinduismus ist eine Religion, die aus verschiedenen Richtungen mit recht unterschiedlichen Schulen und Ansichten besteht. Darum gibt es kein gemeinsames für alle gleichermaßen gültiges Glaubensbekenntnis. Nur einzelne Richtungen gehen auf einen bestimmten Begründer zurück, z.B. gehen Anhänger Krishnas davon aus, dass Krishna in prähistorischer Zeit tatsächlich lebte und ihren Glauben begründet hat. Da es sich beim Hinduismus um verschiedene Religionen handelt, gibt es auch keine zentrale Institution, die Autorität für alle Hindus hätte. Die Lehren über spirituelle Belange und sogar die Gottesvorstellungen sind in den einzelnen Strömungen sehr verschieden, selbst die Ansichten über Leben, Tod und Erlösung (Moksha) stimmen nicht überein. Die meisten Gläubigen jedoch gehen davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf (Samsara) sind, sie glauben an die Reinkarnation. Für den persönlichen Glauben haben aufgrund der Vielfalt religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert. Trotz aller Unterschiede können Hindus der verschiedenen Richtungen weitgehend gemeinsam feiern und beten, wenn auch ihre Theologie und Philosophie nicht übereinstimmt. "Einheit in der Vielfalt" ist eine oft verwendete Redewendung zur Selbstdefinition im modernenen Hinduismus.

Geschichte des Hinduismus

Vedische Zeit

Guru Der Hinduismus ist eine der ältesten der heute noch praktizierten Glaubensformen. Nach einer Theorie, welche von Max Müller aufgestellt wurde, wanderten um 2000 v. Chr., am Ende der Indus-Kultur, arische Stämme nach Nordindien ein, die den weiteren kulturellen Verlauf maßgeblich prägten. Einige indische Historiker dagegen behaupten, dass die Arier ein schon ansässiger Stamm gewesen seien, der zu dieser Zeit die Oberherrschaft erlangen konnte. Zu den ältesten erhaltenen Schriften Indiens gehören der Rig Veda, der Sama Veda, der Yajur Veda und der Atharva Veda sowie einige astronomische Texte. Die ältesten indischen Texte können nicht mit Bestimmtheit datiert werden. Sie erlauben einen Einblick in das frühe religiöse Leben, das von Tier- und Pflanzenopfern, rituellen Waschungen und Hymnen an die Götter bestimmt war. Noch heute im Hinduismus bekannte Götter (Vishnu, Brahma, Saraswati) werden dort bereits verehrt, wenngleich sie damals noch nicht zu den Hauptgottheiten zählten.
- Der Rig Veda enthält Hymnen, um die Götter zu preisen und anzurufen. Er ist von allen Vedas der älteste, die anderen drei Veden entlehnen etliche Inhalte aus dem Rigveda.
- Der Sama Veda besteht aus Gesängen, die die Opfer musikalisch begleiten.
- Der Yajur Veda enthält Prosaverse, die bei Opferriten rezitiert werden.
- Der Atharva-Veda enthält Mantras und Beschwörungen gegen Feinde und Krankheiten sowie Gebete zur Vergebung für Fehler während der Opfer. Die frühe vedische Religion kannte keine Tempel oder Götterbilder. Die Götter wurden durch Feuer-Opfer angebetet, man bot Opfergaben des heiliges Safts Soma, Ghi (Butterschmalz), Milch, Brot und manchmal Fleisch der Tiere dar. Der Hinduismus ist eine Verschmelzung von mehreren verschiedenen religiösen Systemen: die altindischen Religionen und die Religion der vermutlich aus dem Norden eingewanderten Arier. Große Teile der Urbevölkerung Indiens, deren Geschichte weitgehend im Dunkeln liegt, wurde wahrscheinlich im Laufe der Zeit immer weiter in den Süden verdrängt. Aus dieser Kultur könnten Elemente wie die Verehrung von Göttinnen, heiliger Tiere und der Lingamkult stammen. Im Rigveda (auf ca. 1200 v.Chr. datiert, Datierung unsicher) der Arier hingegen werden die Götter teilweise als personifizierte Naturkräfte beschrieben, die Texte erzählen von Gold, Rindern und Kämpfen und fragen nach dem Wesen des Göttlichen. "Dem, das Eine Wahrheit ist, geben die Weisen viele Namen, sie nennen Es Agni, Yama, Matarishvan." (Rigveda 1,164,46)

Zeit der Upanishaden

Rigveda In der nächsten Entwicklungsstufe (ca. 800 v.Chr) erhielt die Brahmanenkaste durch komplizierte Rituale einen hohen Grad an Einfluss. Eine Neuausrichtung beginnt in der Zeit der Upanishaden (700 v. Chr. bis 500 v. Chr.). Sie wird bereits sichtbar in den Brahmanas und den Aranyakas und zeigt sich dann in der Philosophie der Upanishaden. Die Unterteilung in diese drei Textgattungen folgt der indischen Tradition, allerdings sind die Grenzen zwischen diesen Textsorten fließend. Die Brahmanas entwickeln eine komplizierte Opfertheologie, die Aranyakas ("Wald- oder Wildnisbücher") behandeln Geheimlehren, die nicht in den Siedlungen, sondern außerhalb (eben im Wald) diskutiert wurden, und die Upanishaden enthalten mystische Spekulationen. Sie umfassen etwa 250 Schriften, die über mehrere Jahrhunderte entstanden sind und Themen wie Wiedergeburt, Yoga und Karma ansprechen. Insbesondere die 13 vedischen Upanishaden haben den späteren Hinduismus geprägt.

Klassische Zeit

Das Ende der Upanishadenzeit wird oft als ein Einschnitt angesehen: Die Zeit davor wird in der Indologie gewöhnlich Brahmanismus genannt, und Hinduismus bezeichnet dann ausschließlich die nachfolgende Zeit. Seit 500 v.Chr. erfuhr der Hinduismus wahrscheinlich seine bis heute überlieferte wesentliche Ausgestaltung. Die Sprache der Überlieferung war Sanskrit, eine indogermanische Sprache, verwandt mit den europäischen Sprachen. Als Hauptgötter galten nun Brahma, Vishnu und Shiva und es wurden Tempel gebaut, Götterstatuen aufgestellt und viele Kult- und Weihehandlungen entstanden. Krishna und Rama, nach Hinduglauben menschliche Verkörperungen des Gottes Vishnu, erscheinen in der epischen Literatur zwischen 200 v. Chr. und 400. Das Ramayana und das Mahabharata sind umfangreiche und noch heute vielgelesene Dichtungen dieser Periode. Der wichtigste Teil des Mahabharata ist das Lehrgedicht Bhagavad Gita. In diese Zeit fällt auch die Ausformung einer Vielzahl von Glaubensrichtungen, die einzelne Götter speziell verehren (beispielsweise Shaktismus, Shivaismus und Vishnuismus) sowie eine Kodifizierung der brahmanischen Lehre im Dharma Sutra und dem Dharma Shastra. Seit dem 4. Jh. v.Chr. verloren die hinduistischen Religionen durch den Buddhismus zwar Anhänger, sie gingen jedoch nie ganz unter und wurde erst im 4. Jh. von den damaligen Königen wieder bevorzugt. Die darauf folgende Zeit von 400 bis 1000 ist durch die Puranas und eine Vielzahl historischer, mythologischer und lehrender Schriften charakterisiert. In diese Zeit fällt auch der Beginn tantrischer Traditionen. Im 8. Jh. gründete der Philosoph Shankara die ersten hinduistischen Orden.

Die islamische Invasion

Seit dem 8. Jahrhundert griff der Islam auf den indischen Subkontinent über und dominierte im 16. und 17. Jahrhundert unter dem Mogulreich. Im Punjab entstand der Sikhismus. Der Niedergang des Mogulreiches fiel mit der Ankunft der East India Company zusammen, die den Hinduismus mit christlichem und abendländischem Gedankengut konfrontierte.

Neohinduismus

East India Company Im 19. Jh. entstanden in Indien verschiedene religiös-soziale Reformbewegungen, die aus der Begegnung Indiens mit Europa hervorgegangen sind. Das Kastensystem oder die Tradition der Witwenselbstverbrennung wurden auch innerhalb des Hinduismus verstärkt hinterfragt. Im Zuge dieser Entwicklung begannen Hindus sich als Einheit aufzufassen (was vorher nicht in dem Maße der Fall gewesen war). Von Anfang an war der Neohinduismus mit den Unabhängigkeitsbestrebungen verbunden. Die christlichen Missionare in Indien bewirkten weniger ein Konvertieren zum Christentum als eine Auseinandersetzung mit der eigenen Religion. Die Übersetzungen der europäischen Indologen von Sanskrit in Englisch in gedruckter Form hatten zur Folge, dass das traditionelle Schriftgut auch in Indien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde. Mehrere Organisationen formierten sich in dieser Zeit. Der Brahmo Samaj (gegründet 1828 von Ram Mohan Roy in Kalkutta) entwickelte einen monotheistischen Ansatz und sah im absolut formlosen Brahman den einen und einzigen Gott, das höchste Wesen. Der Arya Samaj (gegründet 1875 von Dayananda in Mumbai) wollte den Hinduismus von späteren Einflüssen befreien, die er als Verfälschungen ansah, wie z.B. den Puranas. Er lehnte den Polytheismus und das Kastensystem ab und sah nur den Veda als Quelle der Offenbarung an. Beide Organisationen wandten sich gegen die Bilderverehrung und strebten soziale Reformen an. Nach dem Vorbild der christlichen Mission gründete Swami Vivekananda 1897 die Ramakrishna-Mission, mit dem Ziel die Lehre des Vedanta, den er als Vollendung der Religionen betrachtete, auf der ganzen Welt zu verbreiten. Sein Lehrer Ramakrishna vertrat die Ansicht, alle Religionen der Welt verkündeten dieselbe Wahrheit, die Vielfalt der Religionen sei jedoch nur Schein (Maya). Die Rede Vivekanandas vor dem "Weltparlament der Religionen" 1893 in Chicago, in der er erstmals den Hinduismus als Universalreligion vorstellte, war die erste Gelegenheit, bei der sich der Hinduismus außerhalb Indiens präsentierte. Die Unabhängigkeitsbewegung Indiens unter Mahatma Gandhi mit seinem gewaltfreien Widerstand, trug zu einem größerem Interesse an hinduistischen Traditionen in der westlichen Welt bei.

Verbreitung

Der Hinduismus ist heute in Indien, Nepal, Sri Lanka, Bali und selbst in Mauritius, Südafrika, Fidschi, Singapur, Malaysia, Trinidad und Tobago verbreitet sowie in Europa besonders in Großbritannien. Dies erfolgte größtenteils durch Händler und indische Arbeiter, die im 19. und 20. Jahrhundert einwanderten. In Nepal ist der Hinduismus schon seit dem 4. Jh., in Bali seit dem 9. Jh. präsent. In beiden Ländern spielte bei der Verbreitung des Hinduismus die Flucht von Hindus vor islamischen Eroberungen eine Rolle, in Nepal ab dem 10. Jh. (aus Nordindien) und in Bali im 15.Jh (aus Java).

Glaubensrichtungen und Lehre

Java Der Hinduismus kennt keine gemeinsame Gründerperson. Jede Glaubensrichtung hat eigene nur für sie verbindliche heilige Schriften: z.B. Vishnuiten das Bhagavatapurana, Shaktianhänger das Devi Mahatmyam, einem puranischem Werk zur Verehrung der Göttin. Dagegen gelten die Veden mit den Upanishaden und die Bhagavad Gita (als Bestandteil des Mahabharata) als die grundlegenden Heilige Texte für alle Hindus. Entgegen dem ersten Anschein ist der Hinduismus keine polytheistische Religion. Die westliche Religionswissenschaft und die Indologie bezeichnet ihn als Henotheismus, da alle Götter - je nach individueller Glaubensausrichtung - Ausdruck des einen höchsten persönlichen Gottes oder auch der unpersönlichen Weltseele (Brahman) sein können. Im Hinduismus wird der Kosmos als geordnetes Ganzes angesehen, der vom Dharma, dem Weltgesetz, welches die natürliche und sittliche Ordnung darstellt, beherrscht wird. Die Zentren der hinduistischen Religiosität sind neben dem eigenen Haus die Tempel. Einer der größten Tempelkomplexe und Pilgerzentren ist Tirumala Tirupati in Südindien. In Nordindien zieht die heilige Stadt Varanasi am Ganges immer wieder Unmengen von Pilgern an.

Gottesbild

Die verschiedenen hinduistischen Traditionen und Philosophien vertreten verschiedene Gottesbilder, sie sind letztlich dem Einzelnen überlassen. Die Hauptrichtungen sind jedoch Shivaismus, Vishnuismus sowie Shaktismus, die aber wiederum völlig verschiedene Gottesvorstellungen beinhalten. Brahma, Shiva und Vishnu werden auch als Dreiheit Trimurti, dargestellt. Die Verehrung von Shiva und Vishnu, jeweils in unzähligen verschiedenen Formen und Namen, ist weit verbreitet. Brahma dagegen ist nur noch in der Mythologie präsent, in der Verehrung spielt er fast keine Rolle mehr, seine Stelle nimmt seine Shakti ein, Saraswati. Daneben gibt es aber unzählige andere Manifestationen z.B. den elefantenköpfigen Ganesha, der als Sohn von Shiva und Parvati gilt sowie Hanuman, der Diener Ramas, der wiederum ein Avatar von Vishnu ist. Es gibt auch eine große Zahl weiblicher Gottheiten, die entweder als 'Große Göttin' (Mahadevi) autonom auftreten wie etwa Durga oder als Gemahlinnen bzw. weibliche Seite der männlich gedachten Götter gelten, z.B. Sarasvati und Lakshmi. Die meisten Gläubigen gehen davon aus, dass die Anbetung eines jeden Gottes dem Anbeten des höchsten Göttlichen entspricht, da alle Erscheinungsweisen des Einen seien. Andere dagegen verehren das Höchste nur in einer Form, wie etwa viele der Anhänger Krishnas, und betrachten die anderen Götter als ihm untergeordnete Devas. Das Verehren des Göttlichen in Bildern dient dazu, dem Gläubigen zu helfen, Gott in einer einfacheren Weise anzubeten. Viele Hindus lehnen jedoch die Verehrung des Göttlichen in dieser Form strikt ab.

Hauptrichtungen

Die wichtigsten Strömungen innerhalb des Hinduismus sind der Vishnuismus und der Shivaismus. Vishnuiten glauben, dass ihr höchster Gott Vishnu sich in zehn Inkarnationen (Avatara) in der Welt manifestiert hat. Vishnu inkarniert sich vor allem dann in der Welt, wenn die kosmische Ordnung (Dharma) gefährdet ist und durch einen göttlichen Held wieder ins Reine gebracht werden soll. Zu den zehn Inkarnationen zählen auch Rama und Krishna. Die Idee der Inkarnationenlehre ist, dass Vishnu das höchste göttliche Prinzip ist, das alle anderen Gottheiten und die materielle Welt hervorbringt. Einige Schulen des Vishnuismus verkörpern eine monistische Sichtweise, die der Vedanta-Philosophie entspricht. Andere dagegen vertreten eine monotheistische Sicht, z.B. viele Anhänger Krishnas. Im Vishnuismus spielt die Hingabe an einen persönlichen Gott (Bhakti) meist eine größere Rolle als im Shivaismus. Die Shivaiten glauben, dass Shiva das höchste Wesen ist, das alle anderen Götter an Macht überragt und sie zudem erschaffen hat. Shiva ist der Gott der Asketen, der im Himalaya meditiert, und in periodischen Zyklen die Welt zerstört, um sie Kraft seines Yogas wieder neu zu schaffen. Shiva wird, mit Ausnahme des Nataraj, nicht figürlich, sondern mittels des formlosen Lingam verehrt. Shivaiten können Dualisten, wie im Shaiva Siddhanta, oder Monisten im Sinne Shankaras, oder auch Tantriker, wie im Shivaismus Kashmirs sein. In manchen Strömungen des Shivaismus spielt Yoga eine sehr große Rolle.

Wiedergeburt und Erlösung

Yoga Götter, Menschen und Tiere durchwandern nach hinduistischer Glaubensvorstellung in einem durch ewige Wiederkehr gekennzeichneten Kreislauf Samsara die Weltzeitalter Yuga. Während des Lebens wird je nach Verhalten gutes oder schlechtes Karma angehäuft. Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung von Handlungen beeinflusst nach hinduistischer Vorstellung zukünftige Reinkarnationen und die Erlösung (moksha), das Aufgehen des Atman (Atman ist das innewohnende Brahman). Es ist nur bedingt zu vergleichen mit der Seele, da die Seele etwas Individuelles (also bei jedem verschieden) und das Atman immer das gleiche ist im "kosmischen Bewusstsein" (Brahman). Die persönliche Erleuchtung ist der Endpunkt der Entwicklung des Geistes und je nach Realisation des Suchenden kann diese durch die klassischen vier Methoden erreicht werden: 1. Bhakti Yoga, die liebende Verehrung Gottes, 2. Karma-Yoga dem Weg der Tat, 3. Jnana Yoga, dem Weg des Wissens, 4. Raja Yoga, dem "Königsweg" des Yoga.

Philosophie

Wie früh vor, das höchste Göttliche, das Hindus in allen Göttern verehren, ist letztlich das Brahman. Es ist das Eine ohne ein Zweites. Weder männlich noch weiblich. Das Schaffende und das Erschaffene zugleich. Es ist der Urgrund und die letzte Wirklichkeit und kann nur erkannt werden in allem, was ist. Brahman wird in Tempeln nie dargestellt, da es ohne Form und ohne Eigenschaften ist. Es ist alles, was ist, war und wird. Nach Auffassung des Advaita Vedanta ist der Mensch in seinem innersten Wesenskern mit dem Brahman identisch und diese Identität gilt es zu erkennen. Advaita Vedanta (Nichtdualität) ist die Lehre Shankaras (788-820 n. Chr), die auf diese Erkenntnis der Einheit zielt. Nach Lehre des Vishishtadvaita (qualifizerter Monismus) von Ramanuja dagegen ist Gott alles was existiert, es besteht jedoch ein qualitativer Unterschied zwischen Individueller Seele und höchstem Gott. Am anderen Ende des Spektrums steht die rein dualistische Philosophie des Dvaita Vedanta des Madhvas, die streng zwischen Seele und Gott unterscheidet. (siehe: Indische Philosophie)

Die heilige Kuh und vegetarische Nahrung

Indische Philosophie Möglicherweise auch als Reaktion auf den Vegetarismus im Buddhismus und auf die gestiegene Bedeutung von Ahimsa, der Gewaltlosigkeit, forderten die hinduistischen Schriften verstärkt Verzicht auf den Verzehr von Fleisch. In vedischen Zeiten waren die Lebensumstände noch völlig anders. In einigen Schriften gibt es Hinweise, dass Fleisch, selbst Rindfleisch, gegessen wurde, wobei es sich aber stets um das Fleisch von Opfertieren gehandelt haben dürfte. Allgemeiner Vegetarismus ist jedoch für Hindus weder eine Forderung noch ein Dogma, jedoch wird die vegetarische Lebensweise als die ethisch höhere angesehen, da Fleisch ein Produkt der Tötung ist und nicht sattvic (rein). Vegetarier sind in allen Bevölkerungsschichten zu finden, besonders wird der Verzicht aber von Brahmanen erwartet. Prinzipiell lehnen aber fast alle Hindus den Genuss von Rindfleisch ab. In der indischen Mythologie finden sich vielfältige Bezüge zur Kuh (Go). Von Krishna wird gesagt, er sei einerseits ein Govinda (Kuhhirte) und andererseits ein Gopala (Beschützer der Kühe). Seine Gefährtin Radha ist eine Gopi (Hirtenmädchen), Shivas Reittier ist ein Bulle (Nandi). Siegel aus vergangenen indischen Kulturen (Indus-Kultur) lassen darauf schließen, dass Kühe schon vor mehr als viertausend Jahren einen besonders hohen Stellenwert hatten. Die wichtigsten Wurzeln für die Verehrung sind jedoch die Veden, in denen immer wieder das Bild der Kuh als göttliches Wesen auftaucht. Trotzdem wurden Rinder in Indien zur Zeit des Neolithikums uneingeschränkt geopfert und verspeist. Warum und wann sich dies änderte ist unklar. Der Kulturanthropologe Marvin Harris führt die Tatsache auf veränderte ökonomische Rahmenbedingungen zurück: Mit dem Aufkommen des Staates und einer größeren Bevölkerungsdichte konnten nicht mehr genügend Rinder gezüchtet werden, um sowohl als fleischliche Nahrungsquelle als auch als Zugtiere genutzt zu werden. Möglicherweise war das einer der Gründe, dass die Tötung von Kühen auch als Opfertier für Hindus ein absolutes Tabu wurde und ihr Fleisch bis heute nicht gegessen wird. Interessanterweise waren es gerade die früher für die rituelle Rinderschlachtung verantwortlichen Brahmanen, die sich später am stärksten für den Schutz der Rinder einsetzten.

Ethik und Soziologie des Hinduismus

Kastensystem

Die Zugehörigkeit zu einer Kaste hat für indische Hindus trotz Abschaffung des Kastensystems in der Verfassung weiterhin große soziale Relevanz. Grundsatz der Kastenordnung ist, dass die Lebewesen von Geburt an nach Aufgaben, Rechten, Pflichten und Fähigkeiten streng voneinander getrennt sind. Für die einzelnen Kasten (Varnas) gibt es unterschiedliche spezielle religiöse und kultische Vorschriften, die sich in allen Bereichen des Lebens äußern. Die oberste Kaste ist die Priesterkaste der Brahmanen, die zweite Kaste die der Kshatriya, die Kriegerkaste, dann die Vaishya, Bauern, Viehzüchter, Gewerbetreibende und Händler und die vierte Kaste, die Shudra, Arbeiter und Handwerker. Die niedrigste Gruppe sind die sogenannten Unberührbaren, die Dalits, die oft ein erbärmliches Dasein fristen und 'unreine' Berufe ausüben. Alle Kasten sind in viele Unterkasten (Jatis) geteilt, so dass es 2.000 bis 3.000 Kasten gibt. Obwohl das Kastenwesen im Hinduismus entstanden ist, wird es dort auch von anderen Religionen praktiziert. So hat die Christianisierung das Kastenwesen nicht immer überwunden. Noch heute müssen in vielen Kirchen Indiens Angehörige der unteren Kasten hinten sitzen.

Rolle der Frau

Dalit und der affenköpfige GottHanuman ]] Die Rolle der Frau im Hinduismus hat über die Jahrhunderte und Jahrtausende eine kontinuierliche Entwicklung durchgemacht und muss immer auch im Zusammenhang mit den jeweiligen Lebensumständen sowie der verschiedenen hinduistischen Kulturen gesehen werden. Einerseits verboten einige Gesetzgeber den Frauen das lesen der Veden, einige Hymnen des Rigveda jedoch wurden von Frauen geschrieben, und in der Brhadaranyaka Upanishad finden wir einen Dialog zwischen der gelehrten Tochter von Vachaknu Gargi und Yajnavalkya. Aus dieser Zeit ist auch die Sitte des Svayamvara überliefert, wörtlich "Selbstwahl": Frauen am Königshof wurden nicht einfach verheiratet, sondern wählten den Bräutigam aus den in Frage kommenden Kandidaten selbst aus. Ein zentrales Ritual, das Upanayana (Initiationsritus für Knaben) ist von frühester Zeit an jedoch Männern vorbehalten. Es ist dieser den oberen Kasten vorbehaltene Ritus, der einen Menschen zum "Dvijati" werden lässt, zum "Zweimalgeborenen". Nach der natürlichen Geburt stellt das Upanayana die kulturelle Geburt dar. Eine wichtige Rolle im hinduistischen Frauenbild stellt Sita dar, die Gattin Ramas aus dem großen Epos Ramayana. Das Bild der opferbereiten Gattin stellt für viele noch heute das Modell der idealen Frau dar. Sie wurde dadurch zum wichtigen Thema im indischen Feminismus und in der modernen indischen Literatur. Einerseits kann man aus heutiger Sicht bemängeln, dass hinduistische Traditionen Frauen oft nicht die Rechte zugestehen, die ihnen aus moderner Sicht zustehen würden. Andererseits war etwa Professor H.H. Wilson der Ansicht, dass Frauen in keiner anderen antiken Nation in so großer Achtung standen wie bei den Hindus.
- Mutterschaft Eine der Hauptaufgaben der Frau im Hinduismus ist die Mutterschaft. Jedes Stadium der Schwangerschaft bis hin zur Geburt wird begleitet von sakramentalen Riten zum Schutz und zu körperlichem und geistigem Wohlergehen von Mutter und Kind. Früher sollten Frauen möglichst viele Söhne bekommen, da diese die Sicherheit und das Überleben der gesamten Familie garantieren konnten. Obwohl Hindus die Töchter nicht generell geringer schätzen, gelten sie doch zu oft auch heute noch in manchen Familien als Belastung, da sie bei ihrer Hochzeit die Mitgift mitbringen müssen und die Familie durch Mitgiftzahlungen für zu viele Töchter auch verarmen kann. Dieses Problem führt zu einer hohen Abtreibungrate bei weiblichen Föten. Viele moderne Hindus, besonders in den Städten, freunden sich allmählich mit dem Gedanken an, dass auch eine Tochter ihre Eltern im Alter versorgen kann.

Familie

Normalerweise ist in der traditionellen Familie der Vater das Oberhaupt. Er trifft alle wichtigen Entscheidungen, beispielsweise über Geldangelegenheiten, Hochzeit usw. - zumindest soll es nach außen hin so aussehen. Traditionellerweise ist die Mutter-Sohn Bindung die engste im indischen Familiensystem. Meist wohnt der Sohn mit seiner Ehefrau im Haus der Eltern, wenn die räumlichen Verhältnisse dies zulassen. Bei den Töchtern jedoch ist auch heute noch meist von vorneherein klar, dass sie das Haus verlassen werden, um in die Familie des Ehemannes zu ziehen. Dies ist nicht einfach für die junge Ehefrau. Sie ist diejenige in der Familie mit den wenigsten Rechten, ihr Status verbessert sich oft erst, wenn sie Kinder (am besten einen Sohn) bekommt. Ältere Frauen, d.h. Schwiegermütter, haben oftmals einen sehr soliden Status und sind mit genügend Autorität ausgestattet. Eine soziale Rolle, die im Hinduismus traditionell nicht sehr angesehen ist, ist die der unverheirateten Frau. Ledige Frauen wohnen in Indien meist nicht alleine, sondern weiter im Haushalt der Eltern. Das Verhältnis zwischen Ehegatten ist in erster Linie von Pragmatismus geprägt. Bei einer "arranged marriage" sucht die Familie jene Person als Ehemann bzw. Ehefrau aus, die in Bezug auf Bildung, Status etc. am ähnlichsten ist. Die Liebe kommt später, sagt man in Indien. Das sei wie ein Topf Wasser, den man auf den Herd stelle und der eben erst später zu kochen anfange. Sogenannte "love marriages" sind jedoch heute immer häufiger. Das Ideal ist ein vierstufiges Lebensmodell, das vorsieht, nach den Schülerjahren eine Familie zu gründen und erst nachdem die Kinder erwachsen geworden sind, sich zurückzuziehen und sich intensiv religiösen Studien und der eigenen Erlösung zu widmen.

Literatur

Ramayana
- Georg Feuerstein: "Tantra - The Path of Ecstasy", Shambhala, ISBN 1-57062-304-X
- David Frawley: "Die spirituelle Praxis des Vedanta", Windpferd, ISBN 3-89385-412-6
- Helmuth von Glasenapp: "Der Hinduismus - Religion u. Gesellschaft im heutigen Indien", 1922
- Jan Gonda: "Die Religionen Indiens I, Veda und älterer Hinduismus". Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 1978
- Jan Gonda: "Die Religionen Indiens II, Der jüngere Hinduismus". Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 1963
- Vanamali Gunturu: Hinduismus. Diederichs, 2002, ISBN 3720523446
- Linda Johnson: "The Complete Idiot's Guide to Hinduism", Alpha, ISBN 0-02-864227-9
- Kim Knott: Der Hinduismus - Eine kurze Einführung. Reclam, Ditzingen, 2000, ISBN 3150180783
- Hans Wolfgang Schumann: Die großen Götter Indiens. Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus. Diederichs, 2004, ISBN 3896314297
- Heinrich Zimmer: "Philosophie und Religion Indiens", suhrkamp taschenbuch, ISBN 3-518-27626-3
- Heinrich Zimmer: "Indische Mythen und Symbole", Diederichs Gelbe Reihe, ISBN 3-424-00693-9

Siehe auch


- Portal:Hinduismus
- Glossar hinduistischer Begriffe
- Indische Philosophie
- Portal:Religion

Weblinks


- http://www.hindunet.org/resources/ ja:ヒンドゥー教 ko:힌두교 nb:Hinduisme

Macht

Das Wort Macht dürfte von den meisten dem Bedeutungs- oder Wortfeld Herrschaft zugeordnet werden. Wörter wie Machtapparat, Machtergreifung, Machtwechsel, Machthaber legen dieses Verständnis nahe.

Etymologie

Im Althochdeutschen, Altslawischen und Gotischen bedeutete das Wort Macht soviel wie Können, Fähigkeit, Vermögen. Vergleichbar stammt das lateinische Substantiv für "Macht", potentia, von dem Verb posse ab, welches heute mit "können" übersetzt wird. Diese Urbedeutung ist bis heute verbreitet. In der politischen Theorie weicht deren Begriffsbildung allerdings heute von dieser etymologisch-naiven Bedeutung ab. In den meisten Definitionen und Darstellungen der Macht geht es um verschiedene Formen der Einflussnahme innerhalb kleiner oder größerer Gruppen. Dass jemand auch Macht über sich selbst gewinnen kann, dokumentieren Wörter wie Selbstbeherrschung oder Körperbeherrschung. Eine besondere Qualität hat die Macht über den eigenen Körper in der Kunst der indischen Yogi.

Definitionen


- Max Weber: Nach dieser wohl bekanntesten Definition ist Macht "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht." (Wirtschaft und Gesellschaft) Diese Definition abstrahiert von den Quellen der Macht, sieht also etwa von einer Legitimiertheit der Macht völlig ab.
- Robert A. Dahl: Sein Konzept nennt sich positionelle Macht. Laut Dahl ist Macht "die Fähigkeit von Akteur A einen Akteur B zu einer Handlung zu bewegen, etwas zu tun was Akteur A von ihm verlangt, abzüglich der Wahrscheinlichkeit, dass der Akteur B die von Akteur A gewollte Handlung auch ohne den Einfluß von Akteur A getan hätte." Robert Dahl ist es mit dieser Definition gelungen, Macht in einer mathematischen Formel auszudrücken, die wiederum wie bei Max Weber von der Quelle der Macht abstrahiert und ergebnisbezogen angewendet werden kann.
- John Mearsheimer: Macht ist für ihn rein materieller Natur. Sie wird auch als relationale Macht bezeichnet. Sie ist von Ressourcen abhängig. Als relevante Ressourcen gelten: Territorium, Rohstoffe, Export, Bevölkerungszahlen und Finanzstärke. Die wichtigste Ressource ist die militärische Fähigkeit, sie ist das universelle Machtpotential. Mearsheimers Definition ist eine politische. Sie lässt deutlich seine realismusbehaftete Theorieperspektive erkennen.
- Susan Strange: Sie prägte den Begriff der strukturellen Macht. Für Strange bedeutet er das Machtpotenzial, das Strukturen wie Sicherheit, Kreditkapazitäten, Wissenschaft und die Produktion auf die beteiligten Akteure haben. Akteure sind "mächtig", wenn sie Macht über diese Strukturen besitzen. Mächtig sind Akteure also immer dann, wenn sie in der Lage sind, Strukturen so anpassen zu können, dass es dem eigenen Vorteil gereicht und sich die anderen Konkurrenten/Akteure anpassen müssen. So besitzen sowohl Strukturen selbst als auch alle, die auf sie einwirken können, Macht. Stranges Modell ist sehr vielschichtig und komplex. Es bezieht sich auf globalsoziale Interaktionen und schafft es daher, eine Vielzahl von Größen der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung zu vereinen und in ein machttheoretisches Konzept einzubauen.
- Hannah Arendt: Sie vertritt einen abstrakten Ansatz, der "Macht" als das Zusammenwirken von Menschen definiert, also als etwas potentiell Kurzlebiges und Verortbares. Im Unterschied zu Webers Definition kann Macht nach Arendt nicht gespeichert werden und kann somit begrifflich leicht -- und in der Konsequenz streng -- von Ressourcen und Gewalt unterschieden werden. Dabei setzt Arendt nicht voraus, dass die beteiligten Menschen gemeinsame Meinungen, Prämissen oder Ideologien vertreten (Koalitionsfreiheit).
- Joseph Nye: Von ihm stammt das Modell der weichen Macht (soft power). Dieses Konzept bezeichnet die Fähigkeit, einen Akteur durch bestimmte (meist immaterielle) Mittel dahingehend zu beeinflussen, dass er identische Ziele und Bestrebungen entwickelt, wie der handelnde Akteur sie selbst besitzt. Die Mittel, einen anderen Akteur dazu zu bewegen dasselbe zu wollen, was man selbst will, wird als Soft power ressources bezeichnet. Sie sind die Quelle der Macht. (vgl. "Wen man nicht zum Feinde haben will, den soll man sich zum Freunde machen", auch wenn der Spruch etwas abgewandelt ist). Soft power ist zusammengefasst eine Machtkonzeption, die sich aus positioneller, relationaler und struktureller Macht addiert.
- Marshall B. Rosenberg: Spricht im Kontext seines Modells der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) von zwei verschiedenen Formen von Macht: strafender und beschützender Macht. Strafende Machtandwendung hat zum Ziel, Menschen in den Einklang mit moralischen Vorstellungen zurückzuweisen, von denen sie, laut Ansicht der Machtanwender, Abstand genommen haben. Beschützende Anwendung von Macht stellt laut diesem Modell im Konfliktfall den Frieden wieder her und hat zum Ziel, dass die Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten berücksichtigt und gewahrt werden.

Machtbezogene Studien in Einzelwissenschaften

Je nach Interesse werden verschiedene Aspekte oder Phänomene der Macht zum Gegenstand der jeweiligen Untersuchung gemacht:
- Psychologische Abhandlungen konzentrieren sich auf das individuelle Verhalten der vom Machtstreben bestimmten oder betroffenen Personen. Ein besonderes Untersuchungsgebiet behandelt die Machtverhältnisse oder Beziehungen in einer (meist kleinen) Gruppe Gruppendynamik.
- Soziologische und politologische Studien untersuchen die Machtverteilung, ihre Ursachen und Auswirkungen in einer Gesamtgesellschaft oder in politisch oder ökonomisch bedeutenden Gruppen (Machteliten).
- Ethnologen unterscheiden z.B. nach dem Grad der Differenzierung der Machtverhältnisse vier gesellschaftliche Organisationsformen: Familienverband, Stamm, Häuptlingsherrschaft, Staat.
- Pädagogen interessieren sich dafür, welcher Unterrichtsstil und welche Methoden den größten Lernerfolg bei den SchülerInnen versprechen.
- Historiker haben vor allem die Generierung von Macht und Herrschaft sowie die Bildung von Machteliten in der Vergangenheit im Blick.
- Literar- und Kunsthistoriker untersuchen unter anderem die Wirkungsgeschichte bestimmter Schriftsteller, Musiker oder bildender Künstler oder aber einzelne ihrer Werke.
- Werbefachleute möchten schließlich wissen, welche Möglichkeiten der Verhaltenssteuerung es gibt, bezogen auf bestimmte Zielgruppen, Werbeträger, Inhalte usw.
- Aus ethischer Sicht ist der Begriff Macht ambivalent. Er hat gewissermaßen eine positive und eine negative Ladung. Positiv zu bewerten sind die konstruktiven Fähigkeiten, negativ die destruktiven. Etwas konkreter und in Anlehnung an Albert Schweitzers Denken und Handeln beweist jemand im positiven Fall durch Rat und Tat Ehrfurcht vor dem Leben, im negativen Fall das Gegenteil. Positive Beispiele sind Zielsetzung und Tätigkeit der NGOs Ärzte ohne Grenzen und Greenpeace. Negativbeispiele sind die ökonomischen, militärischen und politischen Programme und Aktionen, die rücksichtslos auf Profit und Macht aus sind. Die starke Ambivalenz der Macht zeigt sich beispielhaft bei der Triage.
- Die Menschheitsgeschichte lenkt den Blick auf die Entstehung der gegenwärtigen Machtverhältnisse. Die Evolution vom den aufrechten Gang einübenden Vormenschen zum Gegenwartsmenschen verlief nicht geradlinig, sondern vereinfacht gesagt zunächst von der instinktgesteuerten und deutlich sozial strukturierten Horde zum Familienverband der Urgesellschaft, der auf sprachliche Verständigung und Zusammenarbeit angelegt war. Diese erste Phase der Menschwerdung reduzierte die Wirksamkeit der Rangordnung idealiter auf ein Minimum bei optimaler Kooperation. Erst nach Millionen Jahren begann die zweite Phase mit einer Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Es kam zur Re-Evolution der Rangordnung. Seit dem Sesshaftwerden des Menschen wurde in kürzester Zeit (nach dem Maßstab der Evolution) und in wenigen Schritten (Stammesverband, Häuptlingsherrschaft, Staat) die relativ egalitäre Urgesellschaft durch die extrem hierarchisierte Gesellschaft von heute ersetzt, begleitet von einer Rückkehr der Rangkämpfe. Diese wurden von Jahrtausend zu Jahrtausend verlustreicher und bedrohen inzwischen den Fortbestand der Spezies Homo sapiens. Das macht begreiflich, warum der Historiker Jacob Burckhardt, die Taten der Macht-Eliten vor Augen, zu dem Schluss kam: Und nun ist alle Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe.

Zitate


- Und nun ist die Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe. Sie ist kein Beharren, sondern eine Gier und eo ipso unerfüllbar, daher in sich unglücklich und muß also andere unglücklich machen. (Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905)
- Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen. (Theodor W. Adorno, Minima Moralia, Erster Teil, 1944)
- Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht. (Michel Foucault, Sexualität und Wahrheit 1983, S. 115)
- Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf der Erde. (Jesus Christus, Bibel Neues Testament Mt 28,18)

Literatur


- Wieser, Friedrich: Das Gesetz der Macht. Wien: Springer, 1926.
- Arendt, Hannah: Macht und Gewalt. München: Piper, 1960.
- Canetti, Elias, Masse und Macht,
- Kahl, Stefan: Michel Foucaults politische Analytik. Studien zum Verhältnis von Wissen und Macht. Hamburg: Kovac, 2004
- Neuenhaus, Petra: Max Weber und Michel Foucault. Über Macht und Herrschaft in der Moderne. 1993. ISBN 3890858201
- Greene, Robert: Power - die 48 Gesetze der Macht. dtv, 2001.
- Zenkert, Georg: Die Konstitution der Macht. Tübingen: Mohr Siebeck, 2004.
- Hoffmann, Walter: Macht im Management. Ein Tabu wird protokolliert. Mit einem Vorwort von Jean-Francois Bergier, Zürich: vdf, 2003.
- Hoffmann, Walter: Die Kehrseite der Macht, in: io new mamagement, Nr.9/2004
- Paris, Rainer: Normale Macht. Soziologische Essays. UVK, Konstanz 2005
- Popitz, Heinrich: Phänomene der Macht. Tübingen: Mohr Siebeck (2. Aufl.)´, 1992.
- Rosenberg, Marshall B.: Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens Paderborn: Junfermann, 2001.

Siehe auch


- Synonyme und Begriffe mit ähnlicher Bedeutung: Autorität, Einfluss, Fähigkeit, Gewalt, Herrschaft, Kompetenz, Kontrolle, Möglichkeit, Politische Macht, Potenz, Vermögen, Zwang, Machtdistanz
- Antonyme: Anarchie, Ohnmacht, Unvermögen
- Macht (Star Wars)

Weblinks


- detaillierte Arbeit über Michel Foucaults Machtbegriff [http://www.sicetnon.org/modules.php?op=modload&name=PagEd&file=index&topic_id=52&page_id=244] [Foucault spielt in der gegenwärtigen philosophischen Auseinandersetzung in Machtkontexten eine recht bedeutende Rolle]
- [http://www.bruehlmeier.info/macht.htm "Macht und Autorität in der Erziehung", vom Schweizer Pädagogen Arthur Brühlmeier]
- [http://www.naturalchild.com/marshall_rosenberg/protective_use_of_force.html] Kategorie:Herrschaftssoziologie Kategorie:Macht th:อำนาจ

1350

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Pest-Epidemie in Hamburg. Mit 6000 Toten fällt der Seuche rund die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer
- Die Kirche ruft ein Jubeljahr ein. Was wohl Gott hätte gnädig stimmen sollen, verbreitet die Pest nur noch mehr.
- Die Pest erreicht England und rafft die Hälfte der Bevölkerung dahin. Als vorbeugende Massnahme gegen Arbeitskraftmangel kommt es zu Arbeitszwang.
- In Frankreich kommt es wegen der Pest zu einer Agrarkrise.
- In Lübeck entsteht in der neu erbauten Marienkirche unter dem Eindruck der verheerenden Pestseuche der Totentanz (Gemälde).
- Der Kerzenwachs wird knapp. Karl IV. erlässt Sonderprivilegien für Imker.
- Die Technik der Papierherstellung gelangt nach Frankreich.
- Karl IV. fördert die Wissenschaft und die Kunst zu Lasten des Adels in Böhmen. Er erwirbt Schlesien, Niederlausitz, das obere Saalegebiet und Franken und finanziert dies durch die Ausbeute seiner Silberminen.
- Der falsche Woldemar, den Karl IV. 1348 mit der Mark Brandenburg belehnte, wird als Betrüger entlarvt.
- Mecklenburg und Pommern bekriegen sich um Rügen und Barth
- Der Höhepunkt der Pestepidemie ist überschritten.
- In England wird der Hosenbandorden durch Edward III. ins Leben gerufen.
- In der Zürcher Mordnacht wird Rapperswil von Zürich besetzt.
- Auf Java wird König Rajasanagara zum neuen König von Majapahit. Es beginnt eine "Goldene Zeit" von Macht und Eroberungen.
- Burkat und Buchenbach werden erstmals urkundlich erwähnt.

Geboren


- 12. Oktober - Dmitri Donskoi, von 1359-1389 Großfürst von Moskau († 1389)
- 27. Dezember - Johann I. (Aragón), 1387 bis 1395 König von Aragón

Gestorben


- 22. August - Philipp VI. (Frankreich), König von Frankreich von 1328 bis 1350 (
- 1293)
- Wilhelm von Ockham (oder 1349) (
- um 1285) ko:1350년

Malaiische Halbinsel

Die Malaiische Halbinsel, auch Malaien-Halbinsel, deren Südteil Malacca- oder Malakka-Halbinsel genannt wird, ist eine lange schmale Fortsetzung des Festlandes von Südostasien bzw. das südliche Ende der Hinterindischen Halbinsel.

Geographie

Die Malaiische Halbinsel liegt zwischen dem Golf von Thailand im Nordosten, dem südchinesischen Meer im Osten, der Straße von Johor im Süden, der Straße von Malakka im Südwesten und der Andamanensee im Westen; damit trennt sie die nordöstlichen Bereiche des Indik von den Westlichen des Pazifik. Auf der Halbinsel liegen Teile des Staatsgebietes von Myanmar, Thailand und Malaysia (von Norden nach Südosten betrachtet). Im Norden geht die Malaiische Halbinsel etwa am 13. nördlichen Breitengrad in den eigentlichen asiatischen Kontinent und den Hauptbereich von Hinterindien über, an den auch die östlich benachbarte Indochinesische Halbinsel angrenzt. Ihre nördliche Abgrenzung entspricht etwa der gedachten, völlig gerade Linie von Tavoy (etwa 14° nördlicher Breite) in Myanmar nach Bangkok (13,73° N) in Thailand. Im Süden reicht sie bis etwa 1° nördlicher Breite an der Straße von Johor bei der malaysischen Stadt Johor Baharu, die fast am Äquator liegt; der Südtteil der Halbinsel heißt Malacca oder Malakka-Halbinsel. Die Länge der so genannten Mittellinie der gesamten Malaiischen Halbinsel von Tavoy bis Johor Baharu beträgt 1.555 km. Die engste Stelle bildet der Isthmus von Kra in Thailand mit etwa 60 km Breite. Südwestlich der Straße von Malakka liegt die indonesische Insel Sumatra, die wie das weiter östlich liegende Borneo zu den Großen Sunda-Inseln gehört. Südlich der Straße von Johor liegt der Inselstaat Singapur.

Landschaftsbild

Die Erdoberfläche der Malaiischen Halbinsel ist vielgestaltig. Bergregionen wechseln sich mit Tiefebenen, Seen und schönen Stränden sowie den für äquatornahe Gebiete typischen Regenwaldflächen ab.

Bergwelt

Auf der Halbinsel verläuft die südliche Fortsetzung der hinterindischen Zentralkette, zu der auch die Perakkette gehört. In diesem Gebirge, das im Süden der Halbinsel liegt, liegt deren höchste Erhebung, der 2.187 m hohe Gunung Tahan und in einer etwas weiter westlich liegenden Bergkette der 2.184 m hohe Gunung Korbu (Malaysia). Im äußersten Süden der Malakka-Halbinsel liegt der 1.010 m ü. NN aufragende Gunung Belumut (Malaysia). Der Mittelteil ist insbesondere südlich des Isthmus von Kra deutlich flacher gegliedert. Trotzdem erhebt sich aus diesem Tiefland der 1.786 m hohe Khao Luang (Thailand). Im Norden ragt der Recho Taung (Myanmar/Thailand) 1.330 m hoch auf.

Regenwald und Gewässer

Die Westküste der Halbinsel ist wirtschaftlich weiter entwickelt als deren Ostküste. Im Binnenland findet man noch Reste des Regenwaldes. Im Taman Negara, dem Nationalpark im Norden des malaysischen Teils der Halbinsel, gibt es noch Urwald. Südlich davon liegt schwer zugänglich der Chini-See (tasek Chini), ein sagenumwobener Sumpfsee, in dem eine alte Stadt versunken sein soll. Im Mittelteil der Halbinsel liegt der Thale Luang, ein Binnensee unweit der Ostküste.

Geschichte

Am eben erwähnten Chini-See leben noch die orang asli, die Urbevölkerung der Malaiische Halbinsel. Die Halbinsel war lange zwischen den rivalisierenden europäischen Mächten Portugal, England und Niederlande umkämpft war, weil die Straße von Malakka eine wichtige Passage auf der Gewürzroute und das Tor zum China-Handel bildet. Das im 15. Jahrhundert gegründete Malakka wurde 1511 portugiesisch, 1641 niederländisch und 1824 britisch. Im Zweiten Weltkrieg eroberten die Japaner die Halbinsel, nach Kriegsende erhielt Singapur den Status einer Kronkolonie mit Selbstverwaltung. In den anderen Teilgebieten fand ein Guerillakampf gegen die Briten statt. Am 31. August 1957 wurde der Malaiische Bund von Großbritannien unabhängig und vereinigte sich schließlich 1963 mit Singapur, Sarawak und Sabah zur Föderation Malaysia, wobei Singapur später wieder ausgetreten ist.

Klima

Sabah Sabah Die Halbinsel ist geprägt durch drei Zonen, die Westküste, das Binnenland und die Ostküste. Diese drei Zonen weisen Unterschiede hinsichtlich der Niederschlagsverhältnisse auf.

Meere

An die Malaiische Halbinsel grenzen die folgenden Gewässer
- Indischer Ozean
  - Andamanensee
- Pazifischer Ozean
  - Australasiatisches Mittelmeer
    - Südchinesisches Meer
      - Golf von Thailand
      - Straße von Johor (an der Malakka-Halbinsel)

Inselwelt

Vor der Malaiischen Halbinsel liegen u. a. folgende Inseln, Inselgruppen und Eilande

Indik mit Nebenmeeren


- Andamanen und Nikobaren
  - Andamanen
  - Nikobaren
- Koh Chan
- Koh Lanta
- Koh Libong
- Koh Muk
- Koh Phayam
- Koh Yao Yai
- Koh Sukhon
- Koh Kerutao
- Langkawi
- Mergui-Archipel
- Phuket
- Penang
- Sumatra

Pazifik mit Nebenmeeren


- Borneo
- Riau-Inseln; darunter
  - Anamba-Inseln
  - Batam
  - Bintan
  - Karimun
  - Lingga-Inseln
  - Natuna-Inseln
- Samui-Archipel; darunter
  - Nang Yuan
  - Ko Phangan
  - Ko Samui
  - Koh Tao
- Sumatra
- Tioman

Politische Gliederung

Staaten

Auf der Malaiischen Halbinsel liegen Teilbereiche folgender Staaten
- Malaysia - Westteil des Staats
- Myanmar - äußerster Südteil des Staats
- Thailand - Südtteil des Staats

Anrainerstaaten

Anrainerstaaten der Malaiischen Halbinsel sind
- Indonesien - im Süden jenseits der Malakkastraße
- Singapur - im Süden jenseits der Straße von Johor

Siehe auch


- Asien
  - Nordasien
  - Ostasien
  - Südasien
  - Südostasien
    - Hinterindische Halbinsel
      - Indochina
      - Indochinesische Halbinsel
      - Malaiische Halbinsel
      -
- Malacca oder Malakka-Halbinsel
  - Vorderasien
  - Zentralasien Kategorie:Asien Kategorie:Südostasien Kategorie:Halbinsel ja:マレー半島 ko:말레이 반도 th:คาบสมุทรมลายู

Sumatra

Die Insel Sumatra (gesprochen Sumátra) oder Sumatera gehört zu Indonesien und ist mit 473.000 km² die sechstgrößte Insel der Welt. In diese Fläche sind mehrere vorgelagerte Inseln mit 50.000 km² eingerechnet.

Geografie

Die Insel erstreckt sich 1.700 km in Nordwest-Südost-Richtung und ist bis zu 370 km breit, der Äquator überquert genau die Mitte der Insel. Das Barisangebirge (Peg Barisan) begleitet die Westküste und wird südwärts immer höher. Der Mount Kerinchi (Gunung Kerinci) ragt bis auf 3.805 m, es gibt aber noch andere Dreitausender. Vulkanische Aktivität in diesem Gebirge statteten die Insel mit fruchtbarem Land und malerischen Landschaften (zum Beispiel um den Tobasee) aus. Die östliche Hälfte der Insel ist flach; die bis 300 km breite Ebene ist fast zur Hälfte mit Sümpfen bedeckt. Sumátra stellt den äußersten Westen des bevölkerungsreichen Staates dar, der mit seinen Hauptinseln in einer 5.000 km langen Kette über Java, Bali und Flores bis zu den Molukken vor Neuguinea reicht. Südöstlich von Sumatra liegt - durch die 40 km breite Sundastraße getrennt - die Zentralinsel Java. In der südlichen Sundastraße befinden sich einige Inselchen, darunter aber der gefürchtete Vulkan Krakatau (816m, siehe 1883 und 1930). Jenseits des östlichen Meeres, das 600 km breit ist, liegt die riesige, aber menschenleere Insel Borneo, und im Norden - durch die verkehrsreiche, enge Straße von Malakka getrennt, die Malaiische Halbinsel und Singapur. Von der Landspitze Aceh im Nordwesten kommt man nach 200 bis 1.000 km zur Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren, die aber trotz großer Distanz zu Indien gehören. Große Teile Sumatras waren früher mit Regenwald bedeckt und boten einer Vielzahl von Tieren (zum Beispiel, Tigern, Gibbons, Orang-Utans, Schabrackentapiren) und Pflanzen Heimat. Großflächige Waldrodungen, durch Korruption und mangelnde Überwachung selbst in Reservaten gefördert, gefährden jedoch dieses Ökosystem.

Verwaltung

rodung Sumatra (und die umliegenden Inseln) sind in insgesamt 10 Provinzen eingeteilt, wobei Aceh als Sonderregion Vorrechte genießt:
- Aceh (äußerster Nordwesten, mit der Insel Simeuluë), Hauptstadt Banda Aceh
- Bangka-Belitung (2 Ost-Inseln Richtung Borneo), Hauptstadt Pangkalpinang
- Bengkulu (südliche Küste), Hauptstadt Bengkulu
- Jambi (Mitte-Ost), Hauptstadt Jambi
- Lampung (Südostspitze Richtung Java), Hauptstadt Bandar Lampung
- Riau Kepulauan (Riaui-Inseln), Hauptstadt Tanjungpinang
- Riau (Ebene der Mitte, an Meerenge zu Singapur), Hauptstadt Pekanbaru
- Sumatera Barat (mittlere Westküste), Hauptstadt Padang
- Sumatera Selatan (Südost-Sumatra), Hauptstadt Palembang
- Sumatera Utara (Nordwest-Sumatra, mit der Insel Nias), Hauptstadt Medan

Bevölkerung

Medan Rund 47 Millionen Einwohner (Stand 2004) leben auf der Insel, die Bevölkerungsdichte liegt bei rund 100 Einwohner/Quadratkilometer und ist damit deutlich - nämlich 10-fach - niedriger als im benachbarten Java. Die bevölkerungsreichsten Regionen liegen um die Städte Medan und Palembang. Die Zentralregierung fördert(e) die Übersiedlung von Millionen Javanern im Rahmen des Transmigrasi-Programmes, was das politische Klima anheizt. Einige Regionen sind nahe am Bürgerkrieg. Die Bevölkerung ist großteils malaiischen Ursprungs, sie teilt sich auf über 50 verschiedene Sprachen, die einander jedoch recht ähnlich sind. Die Malaiische Sprache dominiert im Osten, im gebirgigen Westen finden sich zum Beispiel, die Minangkabau, die durch ihre matrilineare Gesellschaftsordnung besonders bekannt sind, daneben die Lampung, die Batak und die Achinesen. In den Städten leben zum Teil Chinesen. Die Mehrheit der Bevölkerung (etwa 90 %) bekennt sich zum Islam, 8 % Christen, der Rest verteilt sich auf die kleinen buddhistischen, hinduistischen und animistischen Gemeinden.

Wirtschaft

In Sumatra finden sich bedeutende Erdölvorkommen. Eine wichtige Rolle spielt der Bergbau, gefördert werden unter anderem Kohle, Gold, Bauxit und Zinn. An landwirtschaftlichen Produkten spielen unter anderem Kautschuk, Pfeffer, Kaffee, Palmöl und Tabak eine Rolle. Einen gewissen Stellenwert der nimmt auch der Fremdenverkehr ein - insbesondere im Gebiet des Tobasees.

Geschichte

Der ursprüngliche Name Sumatras war Swarna Dwipa ("Insel des Goldes"), er stammt vom Goldexport, der schon in frühen Zeiten aus dem Hochland Sumatras kam. Mit seiner Lage an der Seehandelsroute von Indien nach China begannen bald Handelsstädte zu blühen, die bekannteste war Srivijaya an der Stelle des heutigen Palembang. Im 11. Jahrhundert fielen Teile der Insel unter javanischen Einfluss und gleichzeitig begann sich der Islam auszubreiten. Es entstanden kleinere Sultanate, am bekanntesten war Aceh im Norden. 1596 landeten die Niederländer auf der Insel und eroberten nacheinander alle Sultanate, wobei Aceh erst 1905 völlig unterworfen werden konnte. Im Zweiten Weltkrieg war die Insel japanisch besetzt und wurde danach Teil der Republik Indonesien. Unruhepol Sumatras ist jedoch weiterhin die nach Unabhängigkeit strebende Region Aceh im Norden.

Seebeben vom 26. Dezember 2004

Große Teile der Nordwest-Provinz Aceh wurden durch das verheerende Seebeben im Indischen Ozean und der folgenden Flutwelle vor Sumatra am 26. Dezember 2004 zerstört. Behörden sprachen Anfang 2005 von mehr als 150.000 Opfern. Nach offiziellen Angaben kommen allein auf der besonders schwer getroffenen Insel Sumatra mehr als 94.000 Menschen ums Leben.
Doch einige Tage lang wurde die Schwere der Katastrophe von den javanischen Behörden vertuscht, weshalb die schwer zugängliche Westküste erst sehr spät von Hilfskräften erreicht wurde.

Literatur


- Jürgen Alex: Sumatra - Samosir im Tobasee - Insel auf der Insel, in: mtv (Medical Tribune) 4/1980, ISSN 0343-5237
- Schubart, Inge: Ärztin im Dschungel von Sumatra. Der biographische Roman spielt zwischen 1950-60 und schildert das ereignisreiche Leben der Ärztin Inge Schubart im Dschungel von Sumatra. ISBN 3-7987-0327-2
- Pfeiffer, Ida: Abenteuer Inselwelt. Reise 1851 einer bekannten österreichische Reiseliteratinn durch Borneo, Sumatra und Java, (Ed. Frauenfahrten), ISBN 3-900478-70-8
- Max Dauthendey: mehrere Veröffentlichungen. Auf der letzten Weltreise wird der zu seiner Zeit bekannte deutsche Reiseschriftsteller vom Weltkrieg überrascht und auf Java interniert, wo er u.a. über die Batak in Sumatra schreibt.
- Hofmann, Norbert: Der islamische Festkalender in Java und Sumatra. ISBN 3-88347-000-7

Siehe auch

Westsumatra Kategorie:Indonesische Insel ja:スマトラ島 ko:수마트라 섬 ms:Sumatera th:เกาะสุมาตรา zh-min-nan:Sumatra

Borneo

Borneo, das in Indonesien Kalimantan genannt wird, ist die drittgrößte Insel der Welt (nach Grönland und Neuguinea). Sie liegt inmitten des Indonesischen Archipels.

Daten


- Fläche: 743.122 km²
- Einwohner: 15.721.384 (Januar 2005)
- Einwohnerdichte: 16 E./km²

Landschaft

Die Küste der Insel ist durch Mangrovensümpfe relativ unzugänglich, woraus auch die schwache Besiedlung resultiert. Selbst die Flüsse sind infolge der Aufschüttungen vom Meer her nicht zugänglich. Die Oberfläche ist wenig gegliedert. Weite Teile sind mit dichtem Urwald bewachsen. Es gibt eine lange Bergkette, die vom Nordende der Insel, dem Kap Sampanmangio, bis zu ihrer nordwestlichen Spitze, dem Kap Datu, erstreckt. Eine zentrale Massenerhebung mit mehreren Gebirgsgruppen, die von Niederungen umgeben ist, findet sich ebenfalls. Die höchste Erhebung ist jedoch im Nordosten der Insel zu finden: der Vulkan Kinabalu (4.101 m). Granit und Schiefergebirge findet man insbesondere im Westen Borneos. Die Küste ist insgesamt 4.971 km lang und besitzt wenig Buchten. Im Westen liegen die Anamba-Inseln.

Klima

Das Klima von Borneo ist ausgesprochen tropisch. Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 27,7° C im Mai und 26,7° C im Dezember. Die größere südliche Hälfte Borneos hat eine ausgeprägte Trocken- und Regenzeit. Der Norden hat zwei Trocken- und Regenzeiten.

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich aus den malaiischen Dayak, aus Malaien und Chinesen zusammen. (Die Mehrheit der Malaien sind sog. Deutero-Malaien, sie kamen stammesgeschichtlich "als zweite" aus Asien über die Halbinsel Malaya.) Im Inneren von Borneo finden sich auch sammelnde und jagende Gruppen der Penan, die ethnologisch zu den sog. Proto-Malaien gehören, Einwanderern der ersten malaiisch-indonesischen Besiedlungs-Welle. In einigen Küsten-Randbereichen sind auch Ansiedlungen der Orang Laut zu finden, Meeres-Menschen, malaiisch-stämmiger sogenannter See-Zigeuner. Weiterhin gibt es den Volksstamm der Iban welcher im Landesinneren der Insel Borneo lebt. Die Zahl der Angehörigen wird auf 240 000 geschätzt. Die Mehrheit der Bevölkerung in Kalimantan ist entweder Muslimisch oder praktiziert noch Animismus. Minderheiten von Christen gibt es auch. Etwa 15 % der Dayaks sind durch Missionierung im 19. Jhd heute zumindest offiziell Christen.

Wirtschaft

An Bodenschätzen gewinnt man Kohle und Erdöl. Die Landwirtschaft gibt Kopra, Sago und Kautschuk her. Im Südosten wird zudem Pfeffer gewonnen. Von großer Bedeutung ist die Holzwirtschaft (Tropenhölzer). Die wenig kontrollierte Abholzung hat dazu geführt, dass die indonesische Regierung auf internationaler Ebene in die Kritik geraten ist.

Politische Verwaltung


- Sultanat Brunei
- Malaysia (Teilstaaten Sarawak und Sabah)
- Indonesien (Provinzen Kalimantan Barat, Kalimantan Tengah, Kalimantan Selatan und Kalimantan Timur

Weblinks


- http://kaltim.go.id/beranda.html
- http://bilder.fernweh.com/kategorie8.htm Bilder aus Sarawak und Borneo Kategorie:Indonesische Insel Kategorie:Insel (Malaysia) ja:ボルネオ島 ko:보르네오 섬 ms:Kepulauan Borneo th:เกาะบอร์เนียว

Srivijaya

Sri Vijaya war ein einflussreiches Handelsreich in Indonesien, das in der heutigen Geschichtsschreibung oftmals zu Unrecht übergangen wird. Seine Vorherrschaft in der Region dauerte vom Ende des 7. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts.

Grundlagen

Für die moderne Geschichtsschreibung entdeckt wurde dieser Staat erst 1918, als ein französischer Historiker den Namen Sri Vijaya deutete und mit dem Sribuza der islamischen bzw. dem San-fo-tsi der chinesischen Quellen identifizierte. Die Hauptstadt setzt man mit dem heutigen Palembang auf Sumatra gleich, d.h. sie liegt wahrscheinlich darunter begraben (z.B. Fund einer großer Ganesha-Satue). Ihr Geflecht aus Klöstern, (z.T. öffentlichen) Parks, Märkten und Häfen wurde durch das Flußsystem des Musi begrenzt, der heilige Berg Sri Vijayas war wahrscheinlich der Bukit Seguntang. Gegründet wurde Sri Vijaya wohl um 500, vielleicht anstelle von Kan-t'o-li oder einem anderen Vorgängerstaat. Ein Jahrhundert später sprachen chinesische Quellen von zwei Königreichen auf Sumatra: eines in Jambi und eines in Palembang, wobei Jambi vielleicht das bedeutendere Königreich war, da es eher Beziehungen nach China pflegte. Jambi wurde aber schon 686 von Sri Vijaya übernommen, wovon der Pilgermönch Yijing (I-Tsing) Zeugnis ablegt. Der Aufstieg des Staates war in der günstigen Lage Palembangs als Hafen bzw. Warenumschlagsplatz (Stoffe, Juwelen, Elfenbein, Elefanten, Rohsilber, Ambra, Kampfer, Gewürze, Edelhölzer) zwischen der Straße von Malakka und der Sundastraße begründet. Mit dem Monsun kamen Schiffe aus China, Indien und Arabien, so dass man hier von der Seidenstraße des Meeres spricht. Wichtig waren hierbei günstige Beziehungen nach China, so daß die Schiffe möglichst nicht in Kanton festgehalten, übervorteilt oder sogar ausgeraubt wurden.

Machthöhepunkt

Bald dehnte Sri Vijaya seinen Machtbereich aus - 650 und nochmal 683-86 unter König Jayanasa machte es seinen Einfluss an der Sundastraße und in West-Java geltend. Von großer Bedeutung war dabei die Unterstützung der indonesischen Urbevölkerung, die unter dem Namen Orang Laut (Seefahrer) Piraterie betrieb, aber bei entsprechender Behandlung auch das Rückgrat der Flotte stellte. Zwischen 702 und 724 schickte Sri Vijaya vier Gesandtschaften nach Tang-China. Bis 775 hatte es sein Herrschaftsgebiet auf die malaiische Halbinsel ausgedehnt und dabei 14 Stadtstaaten besetzt. Zu dem Zeitpunkt hätte es sowohl die Malakka- als auch die Sundastraße kontrollieren können. Aber die Javaner waren mit dem Piratenkönig Sanjaya (um 730) an der Spitze gefährliche Gegner. Erst 775 kam es zum Frieden. Man legte die gegenseitigen Beziehungen zu den gerade an die Macht gekommenen Sailendra-Königen Javas fest und festigte sie durch eine Heirat. Um 850 konnte sogar ein vertriebener Sailendra-Prinz namens Balaputra die Regierung in Sri Vijaya übernehmen, weil seine Mutter von dort stammte. Da Sri Vijaya seinen Reichtum dem Handel verdankte, arrangierte es sich auch mit Song-China und erkannte dessen Kaiser formell als Oberherren an. 905 könnte sogar ein König Sri Vijayas selbst bei Hofe erschienen sein - der Besucher bekam den Titel "General, der fremde Länder befriedet" verliehen. Jedenfalls ersuchte der Maharaja/König Chulamanivarmadeva 992 erfolglos chinesische Unterstützung gegen die Javaner, als beide Staaten wegen Religions- und Handelsfragen wieder in einen Kriegszustand gerieten (990-1006). Sri Vijaya siegte mit der Eroberung der feindlichen Hauptstadt und 1030 festigte König Sangrama Vijayottungavarman den Frieden mit einer Heirat.

Kultur und Staat

Kulturell war das Königreich vom Buddhismus dominiert, auch noch, als der in Indien und im benachbarten Java bereits vom Hinduismus verdrängt wurde. Der chinesische Pilgermönch Yijing (I-Tsing) besuchte es auf seiner Reise nach/von Indien (671/95). Er fand dort nicht weniger als 1000 Gelehrte internationaler Herkunft und eine ausgezeichnete Bibliothek vor bzw. ein buddhistisches Zentrum, das in ständigem Kontakt mit Nalanda stand. Der König Balaputra tätigte dort sogar Stiftungen, um sich zu legitimieren. Allerdings darf man den indischen Einfluß auch nicht überbewerten. Die Verkehrsprache (lingua franca) war wahrscheinlich Malaiisch, mit eingestreutem Sanskrit. Neben dem bereits beschriebenen Handel und den damit verbundenen Handelssteuern stützte sich Sri Vijaya auch auf eine Industrie für Luxus- und Bedarfsgüter, speziell Nipamatten, Schildpatt, Bienenwachs, aromatische Hölzer und Kampfer. Beim Sammeln der Naturprodukte nahm man ebenfalls die Dienste der hier Orang Asli (Waldbewohner) genannten indonesischen Urbevölkerung in Anspruch. Das indische Erbe prägte die Gesetze, die Politik und die Religion des Staates Sri Vijaya, auch wenn er im Zuge des Handels ebenfalls chinesischen und später islamischen Einflüssen ausgesetzt war. Der Staatsaufbau ähnelte wie in Indien einer Fürstenpyramide mit einem System von Abhängigkeiten bzw. Treueverhältnissen. Wurde ein Kleinstaat angeschlossen, so behielt er seinen freien Handel, musste aber Tribut zahlen, Heiratsverbindungen eingehen und auf eigene Gesandtschaften verzichten.

Zerfall und Untergang

Das lockere Staatsgefüge erwies sich als Nachteil, als im 11. Jahrhundert mit den Chola-Königen auch Eroberer aus (Süd-)Indien kamen. Die Chola-Könige attackierten Sri Vijaya 1017, 1025 und 1068 mit ihrer neugeschaffenen Flotte und konnten einige Gebiete an sich binden, obwohl ihnen nie an einer dauerhaften Herrschaft, sondern eher an der Ausschaltung von Handelskonkurrenz gelegen schien. In jedem Fall war der Angriff des Chola-König Rajendra 1025 ein Schock - 14 Häfen wurden geplündert und der Handel mit China stockte für einige Jahre, so daß die chinesischen Behörden sogar um den Handel bitten mussten. Von da an begann der Abstieg Sri Vijayas, das unter dem Einfluß von Unabhängigkeitsbestrebungen und Piraterie zerfiel. Das erkennt man daran, daß nun abhängige Könige wie die von Kedah, Malayu bzw. Jambi und Kampe eigene Gesandtschaften schickten. Im 12. Jahrhundert stellten die Könige von Jambi auf Sumatra -und nicht mehr die im benachbarten Palembang- die Herren Sri Vijayas dar. Ein weiterer Abstiegs-Faktor war anscheinend die Zunahme des chinesischen Schiffsverkehrs zur Song-Zeit, der dem malaiischen Zwischenhandel bzw. Sri Vijaya Konkurrenz machte. Trotzdem besaß Sri Vijaya im frühen 13. Jahrhundert noch 15 Vasallen. Der König von Singhasari auf Java, Kertanagra (reg. 1268-1293) eroberte um 1275-90 einen großen Teil des heutigen Indonesiens und beendete damit die Vormachtstellung Sri Vijayas. Das Königreich stand im folgenden Jahrhundert unter javanischer Oberhoheit, endete allerdings erst 1377 endgültig, als die Truppen von Majapahit Palembang eroberten. Vielleicht hat es auch noch etwas länger fortbestanden, denn ein rebellischer Prinz aus Sri Vijaya nahm 1414 den Islam an und gründete Malakka.
- [http://www.vizvoyz.freeservers.com/custom.html Ursprünge Sri Vijayas]
- [http://www.sabrizain.demon.co.uk/malaya/hindu.htm Eine hübsch bebilderte englischsprachige Seite]
- [http://www.gimonca.com/sejarah/sejarah01.shtml Eine Zeitleiste zu Indonesien] Die bekannten Könige bis zum 11. Jahrhundert:
- 682/95 Jaya-nasa
- 702/24 Sri Indra-varman
- 728/42 Rudra Vikkama
- ca. 775 Dharmasetu
- 832-60 Balaputra-deva
- 960/62 Sri Udayaditya
- 980/83 Haji
- 1003/05 Sri Culamani Varma-deva
- 1017 Haji Sumatra-bhumi
- 1024/30 Sri Sangramu Vijayottunga-varman
- 1064 Dharmavira Kategorie:Geschichte Indonesiens Kategorie:Malaysische Geschichte Kategorie:Indische Geschichte ja:シュリーヴィジャヤ王国 ms:Srivijaya

Archipel

Archipel, der, (von griech.: pelagos, Meer) bezeichnet ein Hauptmeer. Ursprünglich war damit die Ägäis mit den griechischen Inseln gemeint. Seit dem 13. Jahrhundert werden auch große Inselgruppen in Meeren anderer Regionen als Archipel bezeichnet. Eine Skandinavische Bezeichnung ist Schärengarten. Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Archipelen. Einige Archipele sind durch Vulkanismus, andere aus Korallenriffen entstanden. Auch die Plattentektonik kann z.B. durch Hebung des Meeresbodens Archipele entstehen lassen. Bekannte Archipele sind
- Åland
- Andamanen
- Azoren
- Bahamas
- Bissagos-Archipel
- Färöer
- Fidschi
- Franz-Joseph-Land
- Französisch-Polynesien
- Galápagos-Inseln
- Hawaii
- Indonesischer Archipel
- Japan
- Kanaren
- Kapverden
- Los Roques Archipel (Venezuela)
- Nowaja Semlja
- Philippinen
- Solentiname
- Stockholmer Schärengarten
- Svalbard
- Toskanischer Archipel
- Tschagos-Archipel
- Tuamotu-Archipel Im übertragenen Sinn wird der Begriff Archipel auch benutzt: Archipel GULAG benennt der Schriftsteller Alexander Solschenizyn das Unterdrückungssystem der Konzentrationslager, die es über die ganze Sowjetunion verteilt gab. Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Inselgruppe ja:列島

Kublai Khan

Kublai Khan (auch Qubilai Khan oder Kubilai Khan und seinerzeit auch als Setsen Khan betitelt), (
- 23. September 1215; † 18. Februar 1294 in Peking), war als Sohn von Sorghaghtani Beki und Bruder von Möngke Khan ein Enkel Dschingis Khans und mongolischer Herrscher von 1260 bis 1294 sowie von 1271 bis zu seinem Tod Kaiser von China.

Jugend

Als Kind hatte er chinesische Erzieher, doch in seiner Jugend lebte der spätere Khan noch ständig in der Mongolei. Als es deswegen zur Missverwaltung und zum Exodus in seinen chinesischen Ländereien kam, verlegte er seinen Aufenthaltsort dauerhaft dorthin und wurde bald ein Vertreter der chinesischen Interessen. Gleich nach dem Regierungsantritt seines Bruders, des Großkhans Möngke Khan (reg. 1251-1259) wurde Kublai zum Statthalter in Nordchina ernannt, als solcher eroberte er 1253/54 das Königreich Tali in Yunnan. Schon damals versammelte sich um ihn eine Reihe fähiger Beamter (Lien Hsi-hsien, Liu Binzhong u.a.), welche sich um eine Verbesserung der mongolischen Verwaltung in China bemühten. 1253 übertrug Kublai, der sich selbst zum Buddhismus bekannte, dem tibetischen Mönchsgelehrten Phagspa die Verwaltung Tibets und begründete damit die bis 1354 währende Herrschaft der Sakyapa auf dem Dach der Welt. Tibetanische Wandermönche erwirkten bis zum 16. Jahrhundert nach und nach die Bekehrung der schamanistischen Mongolen. Später wurde Phagspa auch zum Reichslehrer ernannt und verbrachte lange Zeit an Kublais Hofe.
So war es auch Kublai Khan, der den Buddhismus zur Staatsreligion der Mongolen machte. Diese Religion hatte zugleich für sein Reich gegenüber allen andersartigen Einströmungen eine Schutzwirkung und trug damit nicht unwesentlich zum Zusammenhalt des Reiches bei.

Als mongolischer Großkhan

schamanistischen Nach dem Tod Möngkes 1259 hatte sich Kublai Khan in einem Bruderkrieg gegen Arigkbugha 1260 entgegen aller Traditionen selbst zum Großkhan der Mongolen ernannt. Allein sein Bruder Hülägü (oder Hülegü), der Herrscher des Ilkhanat in Persien, war bereit, ihn als Großkhan anzuerkennen. Die Beziehungen des Kublai Khan zu seinen Vettern an der Wolga (Goldene Horde) waren angespannt, die zu den Herren im Khanat Tschagatai waren wiederholt feindselig. Trotz dieser Differenzen waren die Mongolen damals jedoch noch in der Lage, das große Reich insgesamt unter Kontrolle zu halten. Kublai Khan verlegte nach 1264 die mongolische Reichshauptstadt schrittweise von Karakorum nach Peking, übernahm die Verwaltungspraktiken der Chinesen und bis zu einem gewissen Grad auch ihre Kultur. Seine pro-chinesische Politik brachte ihm die Missbilligung eines bedeutenden Teils des mongolischen Adels ein, da man einen in der Steppe lebenden Anführer statt