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Maksutov-Teleskop

Maksutov-Teleskop

Der Maksutov-Reflektor ist eine Teleskopkonstruktion, die nach dem russischen Optiker Dmitri Maxutow (deutsche Schreibweise) benannt wurde. Sie findet auch als Tele-Objektiv Verwendung. Das Maksutov-Teleskop ähnelt dem Schmidt-Cassegrain-Teleskop. Wie dieses hat es einen sphärischen Hauptspiegel, der in der Mitte durchbohrt ist. Auch im deutschen Sprachraum hat sich die englische Schreibweise "Maksutov-Teleskop" durchgesetzt, auch wenn die Schreibweise "Maxutow-Teleskop" korrekt wäre. An der vorderen Tubusöffnung sitzt eine meniskusförmige Linse, welche die sphärische Aberration des Hauptspiegels korrigiert. Sie trägt gleichzeitig den Gegenspiegel. Diese Linse, auch Korrektionsplatte genannt, ist zwar durchgebogen, hat aber über die ganze Fläche eine nahezu konstante Dicke. Der Farbfehler der Meniskuslinse ist deshalb äußerst gering. Da ihre optisch wirksamen Flächen, ebenso wie der Haupt- und der Fangspiegel, sphärisch sind, ist die Herstellung der Optik für ein Maksutov-Teleskop deutlich einfacher als bei anderen Teleskop-Typen. Trotzdem wird die Qualität dieser Optik bei kleineren Teleskopen durch kein anderes System übertroffen. Die Bauweise ist sehr kurz. Nachteilig ist nur das große Gewicht der dicken Korrektionsplatte. Meniskus Es gibt eine Reihe von Herstellern von Maksutov-Teleskopen. Am bekanntesten sind das MENISCAS 150/2250 und das MENISCAS 180 der Firma Carl Zeiss in Jena. Beide Geräte werden nicht mehr produziert. Die HRSC Kamera der Marssonde Mars Express verfügt über eine SRC (Super Resolution Channel) genannte Optik vom Maksutov-Typ, die ebenfalls von Zeiss gefertigt wurde. Diese hat eine Apertur (Öffnung) von 100 mm und eine Brennweite von 1000 mm. Es können Objekte von 2 bis 5 m auf der Marsoberfläche aufgelöst werden. Die beschriebene optische Anordnung ist auch bei Spiegelobjektiven für Kleinbildkameras sehr beliebt, weil sie ein großes nutzbares Bildfeld hat. So gibt es Objektive mit Brennweiten von 500, 750 und 1000 mm. Im Gegensatz zu reinen Teleskop-Optiken nach Maxutow liegt bei Tele-Objektiven der Fokus nach Haupt- und Gegenspiegel noch im Tubus. Mit einer brennweitenverlängernden Linsengruppe Barlow-Linse wird der Fokus so weit nach hinten verlagert, dass er auf die Filmebene einer angesetzten Kamera fällt. Die Brennweite des Systems wird dabei meist verdoppelt. Mit einem Adapter lassen sich derartige Tele-Objektive in Maksutov-Bauform auch als sehr kompakte Teleskope einsetzen. Verwendung finden zum Beispiel Adapter, die den Anschluss von handelsüblichen Okularen mit einem Steckdurchmesser von 31,7 mm zulassen. Mit dem sogenannten Field-Maksutov-Reflektor ist zwischenzeitlich eine Variante entwickelt worden, bei der die Meniskuslinse nicht mehr vor der Tubusöffnung, sondern dem Sekundärspiegel sitzt. Konzipiert hat dieses System 1981 der australische Amateurastronom Ralph W. Field. Okular

Literatur


- Rolf Riekher: Fernrohre und ihre Meister. 2. Auflage. Verlag Technik GmbH, Berlin 1990 S. 338-347 ISBN 3-341-00791-1 Kategorie:Astronomisches Instrument

Optiker

Optiker, die optisch wirksame Teile (zumeist aus Glas) anfertigen, tragen die Berufsbezeichnung Feinoptiker. Optiker, die sich auf das Anfertigen und das Anpassen von Brillengläsern und das Einsetzen der Brillengläser in Brillenfassungen spezialisiert haben, nennt man Augenoptiker. Diese stellen auch, durch Messung, die notwendige Stärke der Brillengläser fest. Als Optiker werden aber auch Ingenieure bezeichnet, die sich mit dem Design und der Auslegung optischer Systeme beschäftigen. Dieses Teilgebiet der Ingenieurwissenschaften heißt Technische Optik. Auch Physiker, deren Spezialgebiet die Optik ist, nennt man Optiker.

Bedeutende Optiker


- Ernst Abbe
- Alhazen
- John Dollond
- Peter Dollond
- Joseph von Fraunhofer
- Hans-Joachim Haase
- Johannes Kepler
- Antoni van Leeuwenhoek
- Dmitri Dmitrijewitsch Maxutow
- Josef Maximilian Petzval
- Hermann Pistor
- Carl Pulfrich
- Christoph Scheiner
- Bernhard Schmidt
- Ludwig Seidel
- August Sonnefeld !Optiker Kategorie:Beruf

Dmitri Maxutow

Dmitri Dmitrijewitsch Maxutow (
- 11. April 1896 in Odessa; † 12. August 1964 in Leningrad) war ein Optiker und der Erfinder des nach ihm benannten Maksutov-Teleskops. Er organisierte ab 1930 das Laboratorium für astronomische Optik im Staatlichen Optischen Institut der UdSSR. __TOC__ UdSSR Maxutow wurde als Sohn einer Seemannsfamilie in Odessa geboren. Bereits als Kind interessierte er sich für Astronomie und fertigte sich mit 12 Jahren ein 180-mm-Teleskop an. Später las er Publikationen des bekannten russischen Optikers A. A. Chikin, der sein Lehrer wurde. Er konstruierte ein Fernrohr mit einer Öffnung von 210 mm und begann damit ernsthafte astronomische Beobachtung zu betreiben. Im Alter von 15 Jahren wurde er bereits als Mitglied in die Russische astronomischen Gesellschaft aufgenommen. Drei Jahre später schloss er die Schule für Militäringenieure in Petersburg ab. Zwischen 1921 und 1930 arbeitete er am Physikalischen Institut der Universität von Odessa auf dem Gebiet der astronomischen Optik. 1930 rief er in Leningrad das Laboratorium für astronomische Optik im Staatlichen Optischen Institut der UdSSR ins Leben und leitete dieses bis 1952. Diese Einrichtung war eine der führenden astronomischen Forschungsgruppen in der UdSSR. Hier veröffentlichte er1932 "Anaberratische reflektierende Flächen und Systeme und ihre neuen Testmethoden". In diesem Werk analysierte er aplanatische Zweispiegelsysteme und stellte die Kompensationsmethode vor, die er bereits in 1924 vorgeschlagen hatte. Diese Methode wurde damals neben der Schattenmethode zum wichtigsten Prüfverfahren für abbildende Spiegel. Spiegel Sein wichtigster Beitrag auf dem Gebiet der Optik war die Erfindung des Maksutov-Teleskops (1942). Er setzte eine meniskusförmige Korrektionsplatte vor die Öffnung eines Spiegelteleskops. Damit gelang es ihm die sphärische Aberration des sphärischen Hauptspiegels zu beheben. Diese Methode wurde nicht von seinem Laboratorium für viele der wichtigsten Sternwarten in der Sowjetunion verwendet, auch international fand sie große Verbreitung. Neben seinen astronomischen Beobachtungsgeräten stellte er auch viele Objektive, Linsen, Spiegel und Prismen für medizinische Instrumente und andere Anwendungen her. 1944 wurde er Professor und 1946 korrespondierendes Mitglied Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Ab 1952 arbeitete er an der Sternwarte in Pulkowo. Er starb 1964 in Leningrad.

Auszeichnungen


- Stalinpreis (1941, 1946)
- Leninorden (1945,1958)
- The Badge of Honour (1943)
- Grand Prix auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel

Werke


- D. D. Maksutov: New Catadioptric Meniscus Systems, in Journal of the Optical Society of America, 34 (1944) S. 270-284
- D. D. Maksutov: Technologie der astronomischen Optik. VEB Verlag Technik, Berlin 1954

Literatur


- Rolf Riekher: Fernrohre und ihre Meister. 2. Auflage. Verlag Technik GmbH, Berlin 1990 S. 338 ISBN 3-341-00791-1

Weblinks


- [http://soi.srv.pu.ru/about/ran/maks.htm Biografie - on the website of Vavilov State Optical Institute]
- [http://tec.idcomm.com/tec_us/company/DmitriMaksutov.html Dmitri Maksutov: The Man and His Telescopes] Maxutow, Dmitri Maxutow, Dmitri

Schmidt-Cassegrain-Teleskop

Das Schmidt-Cassegrain-Teleskop zählt zu den Spiegelteleskopen. Die Ausführung des Schmidt-Cassegrain-Teleskops geht auf das Schmidt-Teleskop des bedeutenden Optikers Bernhard Schmidt zurück. Wobei aber durch einige Kompromisse, die aus praktischen Gründen eingegangen wurden, die Leistungsfähigkeit der Schmidt-Kamera nicht erreicht wird. Im Tubus des Schmidt-Cassegrain-Teleskops wird das einfallende Licht von einem sphärischen Hauptspiegel (Primärspiegel) gebündelt und zum Fangspiegel (Sekundärspiegel) zurückgeworfen. Im Unterschied zum Newton-Teleskop wird das Licht vom Sekundärspiegel nicht seitlich aus dem Tubus herausgelenkt, sondern in die Mitte des Hauptspiegels zurückgeworfen. An dieser Stelle ist der Hauptspiegel durchbohrt, so dass das Licht dort aus dem Tubus heraus zum Okular geführt wird. Der Fangspiegel ist in der Mitte einer dünnen Glasscheibe (Schmidt-Platte) mittels einer Spiegelfassung als separates optisches Glied angebracht. Die Aufgabe der Korrektionsplatte (hier oft auch als Schmidt-Platte bezeichnet) ist es, die sphärische Aberration des Hauptspiegels zu beheben. Der Unterschied zum Maksutov-Cassegrain-Teleskop liegt in der Korrektionsplatte, die beim Maksutov-Cassegrain sehr dick und gewölbt ist (Meniskuslinse). Kategorie:Astronomisches Instrument ja:シュミットカセグレン式望遠鏡

Aberration (Optik)

In der Optik versteht man unter Abbildungsfehlern oder Aberrationen Abweichungen des Objektbildes von der idealen optischen Abbildung. Bei Betrachtungen innerhalb der geometrischen Optik wird untersucht, inwieweit sich Lichtstrahlen, die von einem bestimmten Objektpunkt ausgehen, wieder exakt in einem Bildpunkt treffen. In der Realität zeigt das konvergente Strahlenbündel nur eine mehr oder weniger enge Einschnürung (Kaustik), bevor es wieder auseinander läuft. Wellenoptisch betrachtet ist das Bild eines Punktes ein kleines, von konzentrischen Beugungsringen umgebenes Scheibchen. Dessen Größe wird durch die Apertur (Durchmesser oder Winkel der Öffnung) des jeweiligen optischen Systems bestimmt. Ist die Einschnürung des Strahlenbündels kleiner als das zentrale Beugungsscheibchen, spricht man von einer beugungsbegrenzten Optik. Größere Abweichungen von diesem Zustand werden als Abbildungsfehler wahrgenommen. Bis auf die Farbfehler treten die verschiedenen Arten von Abbildungsfehlern sowohl bei Linsen als auch bei Spiegeloptiken auf. Bei realen Optiken überlagern sich die verschiedenen Abbildungsfehler. Maßnahmen zur Vermeidung eines bestimmten Fehlers machen sich so auch in Hinsicht auf das Wirken anderer Fehler bemerkbar. Deshalb sollen die Abbildungsfehler hier gemeinsam dargestellt werden. Die mathematische Behandlung der Abbildungsfehler wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Seidel und Petzval durchgeführt. Schon 1858 gab Maxwell Argumente, dass eine perfekte Abbildung eines ausgedehnten Objekts nur im trivialen Fall eines ebenen Spiegels möglich sei. Nach einigen Zwischenergebnissen legte schließlich Carathéodory 1926 einen strengen Beweis dafür vor.

Sphärische Aberration (Öffnungsfehler)

Die Form einer Kugeloberfläche ist zwar eine gute Näherung, aber nicht die beste Linsen- oder Spiegeloberfläche, um ein Objekt abzubilden. Allerdings ist das Schleifen einer Kugeloberfläche deutlich einfacher als das Schleifen anderer, asphärisch gekrümmter Flächen. Der weite Einsatz sphärischer Flächen beruht auf der Tatsache, dass ihre Abbildungseigenschaften gut genug sind, bei gleichzeitig akzeptablem Herstellungsaufwand. Asphärische Linsen sind teuer in der Herstellung. Das relativiert sich bei Mehrlinsensystemen, da man gegebenenfalls mit weniger Linsen den gleichen Effekt erzielen kann. sphärische Aberration Sphärische Aberration selbst manifestiert sich bei Lichtstrahlen, die nahe am Rand der Optik einfallen. Diese Lichtstrahlen werden in einer anderen Entfernung fokussiert als mittig einfallende Lichtstrahlen; die Folge ist ein leicht verschwommenes Bild. Das heißt achsenferne Parallelstrahlen (im Gausschen Raum, d.h. in ca. 5° um die optische Achse) werden stärker gebrochen als achsennahe Parallelstrahlen: es entsteht der sogenannte Kugelgestaltsfehler. Sphärische Aberration kann in optischen Systemen, die aus mehreren Linsen bestehen, oft durch eine geeignete Kombination mehrerer Linsenoberflächen reduziert werden. Mit Hilfe des Foucaultschen Schneidenverfahrens lassen sich sphärische Aberrationen auch mit einfachen Mitteln gut nachweisen. In der Massenfertigung optischer Teile sind heute interferometrische Verfahren üblich.

Chromatische Aberration (Farblängsfehler und Farbvergrößerungsfehler)

Der Brechungsindex jeden Materials variiert mit der Wellenlänge (sprich Farbe) des einfallenden Lichts, hier mit \lambda abgekürzt. Die Bestimmungsgleichung für die Brennweite f enthält den Brechungsindex n , der eigentlich als n(\lambda) geschrieben werden sollte, um die Abhängigkeit von der Wellenlänge zu betonen. Insofern ist die Brennweite auch von der Wellenlänge abhängig, so dass Licht verschiedener Wellenlänge in verschiedenen Punkten fokussiert wird. Das Bild eines Objektes erscheint dann mit farbigen Rändern um das Bild. Der Begriff chromatisch stammt vom griechischen Wort für Farbe. chromatische Aberration achromatischer Zweilinser Chromatische Aberration kann durch zwei direkt aneinanderstoßende Linsen, die ein achromatisches Doppel bilden, reduziert werden. Die Materialien werden dabei derart gewählt, dass die Effekte der beiden Linsen bei zwei Wellenlängen einander kompensieren. Eine Fortentwicklung stellen so genannte apochromatisch korrigierte Linsen oder Apochromaten dar. In der klassischen Ausführung werden die Linsensysteme so berechnet, dass die Bilder bei drei Wellenlängen genau übereinstimmen, wodurch auch bei allen anderen Wellenlängen des sichtbaren Lichts der Fehler minimiert wird. Hinweis auf solche Gläser ist die Abkürzung APO auf den Objektiven.

Koma (Asymmetriefehler)

Eine Koma (von lat.: Coma; Haar, Schweif) kann sowohl bei Linsen als auch bei Spiegeloptiken auftreten. Koma an einer Sammellinse Lichtstrahlen, die von einem Objektpunkt abseits der optischen Achse kommen, also als paralleles oder divergentes Strahlenbündel schräg zur optischen Achse in ein Objektiv oder einen Teleskopspiegel einfallen, werden auch abseits dieser Achse gebündelt. Bei unvollkommenen optischen Systemen erfolgt diese Bündelung asymmetrisch. Anstelle eines scharfen Beugungsscheibchens entsteht ein Bildpunkt mit zum Rand der Optik gerichtetem „Schweif“, der dem Phänomen den Namen gibt (vom griechischen κόμη = Haar). Durch Abblenden der Randstrahlen kann die Erscheinung gemindert werden.

weitere Arten von Abbildungsfehlern


- Astigmatismus (siehe auch Augenoptik)
- Bildfeldwölbung (Krümmung der "Brennebene")
- Verzeichnung (Verzerrung im Bildmaßstab)
- Vignettierung (dunklere Randzone) Kategorie:Technische Optik

Meniskus

Unter Meniskus (Mehrzahl: Menisken) versteht man:
- die gewölbte Oberfläche einer Flüssigkeit in engen Gefäßen, siehe Meniskus (Hydrostatik)
- in der Optik wird als Meniskus oder Meniskenglas eine Linse bezeichnet, die zwei nach derselben Seite gekrümmte Linsenflächen hat und z. B. als Brillenglas dient.
- in der Anatomie einen scheibenförmigen Knorpel in Gelenken, siehe Meniskus (Anatomie) Der Wortursprung kommt aus der griechischen Bezeichnung für Halbmond = Meniskos (Möndchen, von Mene = Mond), die Form der oben erwähnten Menisken ähnelt einem Halbmond.

Carl Zeiss (Firma)

Carl Zeiss ist eines der weltweit bekanntesten Unternehmen der feinmechanisch-optischen Industrie. Sitz der Konzernleitung ist heute Oberkochen. Weitere Standorte befinden sich in Jena (Carl Zeiss Jena GmbH), Göttingen, Aalen, Wetzlar (Hensoldt AG) und Calmbach (Prontor Werk). Neben Mikroskopen und Ferngläsern (bei Hensoldt) werden auch andere Geräte für Wissenschaft, Forschung und Industrie produziert. Ferngläsern Große Bekanntheit erlangte die Firma Carl Zeiss durch ihre astronomischen Instrumente. Hierzu gehören Linsenfernrohre, Spiegelteleskope und Ausrüstungen für Observatorien aber auch Planetarien. Diese wurden jedoch in den letzten Jahren durch ein Universarium bezeichnetes Gerät verdrängt. Die bekannte Bauform, wegen seiner Form oft Knochen genannt, ist einer weit schlichteren Konstruktion gewichen. Der Produktkatalog umfasst aber auch andere Bereiche, zum Beispiel chemische Analysentechnik auf optischer Basis, Anlagen zum Umweltschutz (Ermittlung atmosphärischer Verschmutzungen mittels reflektierten Laserlichtes) und vieles mehr. Heute gehören Geräte für die Halbleiterindustrie (Produktions- wie Kontrolltechnik), für die Medizintechnik (Operationsmikroskope, Augenoptiker-Arbeitsplätze) ebenso zum Produktprogramm wie die "klassischen" optischen Erzeugnisse - Brillengläser (Gleitsichtgläser und Spezialschliffe) und Mikroskope. Carl Zeiss fertigt exklusive Kameraobjektive für Hasselblad, Rollei, Kyocera-Contax und neuerdings Sony (Digitalkameras/ Camcorder). Bekannt ist die hochwertige T
- -Mehrschichtvergütung der Zeiss-Objektive. Teilweise sind die Objektive dieser Firmen aber auch Lizenzfertigungen.

Firmengeschichte

Gründerjahre (1846-1905)

Der aus Weimar stammende Mechaniker-Meister Carl Zeiss eröffnete 1846 eine feinmechanisch-optische Werkstatt in der Neugasse 7 in Jena. Hierfür erhielt er eine "Großherzogliche Konzession zur Fertigung und zum Verkauf mechanischer und optischer Instrumente". 1847 stellte er August Löber als seinen ersten Lehrling ein, der später Werksmeister bei Zeiss wurde. Ende des Jahres wurden bereits die ersten einfachen Mikroskope in der Werkstatt gefertigt. 1852 beschäftigte Zeiss 10 Mitarbeiter. Der 1860 zum Universitätsmechanikus ernannte Carl Zeiss war mit der Qualität seiner Mikroskope nicht zufrieden. Jedes Mikroskop war ein Unikat. Man hatte zwar große Übung darin, Linsen durch Probieren (Pröbeln) zu einem vollständigen Mikroskop zusammen zu stellen. Es gab aber keine Möglichkeit, die Eigenschaften eines Mikroskops voraus zu berechnen und gezielt zu optimieren. Zwar versuchte der Mathematiker Friedrich Wilhelm Barfuß zwischen 1850 und 1854 Mikroskop-Optiken zu berechnen, um so die Grundlagen für einen wissenschaftlichen Mikroskopbau zu schaffen - aber leider ohne Erfolg. Zeiss arbeitete deshalb ab 1866 mit Ernst Abbe, einem Physikprofessor der Jenaer Universität, zusammen. Diesem gelang es nach jahrelanger Arbeit und Rückschlägen eine Theorie der Mikroskop-Optik aufzustellen. Hervorzuheben ist dabei neben den genialen Leistungen Ernst Abbes, die Geduld und das Durchhaltevermögen des Unternehmers Carl Zeiss. Als weltweit einzige Firma war Carl Zeiss nun in der Lage, Mikroskope nach Katalog und mit definierten Eigenschaften zu produzieren. Damit begann eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Bereits 1875 beschäftigte Carl Zeiss 60 Mitarbeiter. Im Jahr seines Todes, 1888, waren es bereits 327. Ein wichtiges Problem, die gleichbleibende Qualität des Glases, konnte aber von Zeiss und Abbe nicht gelöst werden. Sie holten deshalb den Chemiker Otto Schott nach Jena. Nach erfolgreichen Glasschmelzversuchen für die Firma Carl Zeiss baute dieser ein Werk für optische Gläser in Jena auf. Otto Schott 1875 entschloss sich Carl Zeiss, seinem Freund Ernst Abbe die Teilhaberschaft an der Firma anzubieten. Als Kommanditist setzte Ernst Abbe nun einen großen Teil seiner Arbeitskraft für die Firma ein. Roderich Zeiss, der älteste Sohn von Carl Zeiss, trat ein Jahr später ebenfalls in die Firma ein. Carl Zeiss starb 1888 und hinterließ ein bedeutendes Unternehmen mit glänzenden Perspektiven. Spannungen um die Unternehmernachfolge löste Abbe durch die Umwandlung des Unernehmens in ein Stiftungsunternehmen. Ab 1891/96 gehörte das Unternehmen der neu gegründeten Carl Zeiss-Stiftung. Es war über Stiftungsorgane an staatliche Kontrollinstitutionen des Landes Sachsen-Weimar-Eisenach gebunden. Das operative Geschäft lag in den Händen einer vierköpfigen Geschäftsleitung, der bis 1903 Abbe als Stiftungsbevollmächtigter vorstand.

Das Unternehmen nach dem Tod Abbes bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs (1905-1945)

Vor dem Ersten Weltkrieg erlebte das Unternehmen einen rasanten Aufstieg, der auch mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges nicht nachließ. In beiden Weltkriegen gehörte das Unternehmen zu den führenden deutschen Produzenten von rüstungs- und kriegsrelevanten Gütern.

Zeiss in Ost- und Westdeutschland (1945-1990)

Mit dem Ende des Zweiten Welkrieges gehörte das Jenaer Zeiss-Werk für kurze Zeit zur amerikanischen Besatzungszone. Mit ihrem Abzug aus Thüringen im Juni 1945 verschleppten die US-Streitkräfte wichtige Unterlagen, Spezialisten sowie die amtierenden Geschäftsführung in die Westzonen. Dort bauten sie nach und nach in Heidenheim/Oberkochen einen neuen Produktionsstandort wieder auf. In Jena übernahmen die sowjetischen Besatzer die Kontrolle über das Unternehmen und begannen mit der Entnahmen von Reparationsleistungen. 1946 wurde die Teildemontage des Werkes beschlossen und bis 1947 durchgeführt. 1948 wurde das Unternehmen enteignet und als VEB Carl Zeiss Jena in die neue DDR-Staatsindustrie integriert. 1965 wurde der VEB Carl Zeiss Jena zum Stammbetrieb des gleichnahmigen Kombinates weiterentwickelt, dem nach und nach andere VEB der optisch-feinmechanischen und Elektronik-Industrie zugeordnet wurden. In den 80er Jahren umfasste das Zeiss-Kombinat 25 Betriebe mit bis zu 70.000 Beschäftigten. In Oberkochen sammelten sich währenddessen die nach Westen verbrachten und geflohenen Mitarbeiter und bauten ein neues Unternehmen Carl Zeiss und eine neue Carl Zeiss-Stiftung auf.

Meilensteine

16. Juli 1969 Mit Apollo 11 kamen an diesem Tag nicht nur Armstrong, Collins und Aldrin auf die Mondoberfläche. Die verwendete Video- und Fotoausrüstung mit der die weltbekannten Bilder entstanden, war mit Objektiven aus dem Hause Zeiss ausgestattet.

Literatur


- Edith Hellmuth, Wolfgang Mühlfriedel: Zeiss 1846-1905. Vom Atelier für Mechanik zum führenden Unternehmen des optischen Gerätebaus, Böhlau Verlag, Köln et al. 1996
- Rolf Walter: Zeiss 1905-1945, Böhlau Verlag, Köln et al. 2000
- Wolfgang Mühlfriedel, Edith Hellmuth: Carl Zeiss in Jena 1945-1990, Böhlau Verlag, Köln et al. 2004
- Armin Hermann: Nur der Name war geblieben. Die abenteuerliche Geschichte der Firma Carl Zeiss, Stuttgart 1989
- Armin Hermann: Jena und die Jenoptik. Vom Kombinat zum Global Player, München 1998
- Armin Hermann: Und trotzdem Brüder. Die deutsch-deutsche Geschichte der Firma Carl Zeiss, München 2002
- F. Scheffel: Gläserne Wunder. Drei Männer schaffen ein Werk. Zeiß, Abbe, Schott. Braun & Schneider, München 1938
- Heinz Sponsel: Made in Germany. Die dramatische Geschichte des Hauses Zeiss. Bertelsmann, Gütersloh 1957

Siehe auch


- Zeiss Ikon

Weblinks


- http://www.zeiss.de/ - Homepage der Firma Carl Zeiss : Firmengeschichte nach 1888 Kategorie:Fotounternehmen Kategorie:Optikhersteller Kategorie:Unternehmen (Jena) Kategorie:Markenname (DDR)

Apertur (Optik)

In der Optik ist eine Apertur die Öffnung eines technischen Gerätes für Lichtstrahlen, die entweder durch Linsen oder Spiegel weitergeleitet werden. Diese Öffnung ist meist kreisförmig. Man spricht auch von einer Aperturblende. (Vgl. Fotografische Blende.) Wegen der Beugung des Lichtes hängt die Auflösung eines optischen Gerätes von der Apertur ab. Zum Beispiel kann man beim Mikroskop mit einer Aperturblende das Auflösungsvermögen beeinflussen. Im Fernrohrbau bezeichnet die Apertur den freien Durchmesser des Objektivs bzw. des Hauptspiegels. Die Öffnung D ist entscheidend für die Lichtstärke eines Teleskops und für seine Auflösung (Trennschärfe). Für D = 120 mm erreicht letztere 1". Siehe auch: Öffnungsverhältnis, Numerische Apertur, Blende (Optik), Fotografische Blende Kategorie:Technische Optik

Brennweite

Brennweite ist in der Optik der Abstand eines Brennpunkts (auch Fokus genannt) von dem ihm zugeordneten Hauptpunkt auf der Linse oder dem Hohlspiegel beziehungsweise der Bildebene. Hohlspiegel Der Kehrwert der Brennweite (bezogen auf Luft) heißt Brechkraft D: D = \frac Die Brechkraft besitzt demzufolge die Einheit 1/Meter. Diese Einheit wird nur im Zusammenhang mit einer Brechkraft auch Dioptrie (Abkürzung: dpt) genannt. Beispiel: Eine freistehende Linse der Brennweite 10 cm = 0,10 m (Meter) hat die Brechkraft von 1/(0,10 m) = 10 dpt. Ein optisches System, das Licht in einem Punkt, dem Brennpunkt, vereinigt, hat eine Brennweite. Bei einer dünnen Linse ist die Brennweite in etwa die Entfernung des Brennpunktes von der Linse. Genauer bezeichnet die Brennweite die Entfernung der Hauptebene der Linse vom Brennpunkt. Mit einer Sammellinse (auch Konvexlinse) kann man das Sonnenlicht so konzentrieren, dass z. B. Papier allein durch das Licht in Flammen aufgeht, daher rühren eigentlich die Begriffe Brennweite und Brennpunkt. Eine Zerstreuungslinse (auch Konkavlinse) hat eine virtuelle (negative) Brennweite. Werden Linsen dicht aufeinanderfolgend kombiniert, addieren sich die Brechkräfte der Einzellinsen unter Berücksichtigung des Vorzeichens für Sammel- bzw. Streulinsen \frac + \frac = \frac wobei f+ und f- die Brennweiten einer Sammel- bzw.Zerstreuungslinse bezeichnen und fS die Brennweite des Systems darstellt. Bei verschiedenen optischen Systemen kann die Brennweite nicht direkt aus dem Abstand zwischen Objektiv und Bildebene abgemessen werden. Dabei handelt es sich um Systeme, bei denen der Strahlengang hinter dem Lichteintritt des Objektivs noch einmal aufgefächert wird, z.B. bei Zoom-Objektiven, bei Einsatz einer Barlow-Linse oder bei Spiegelobjektiven in der Bauart Schmidt-Cassegrain oder Maksutov.

Abhängigkeit von der Form

Bei einer sphärischen Linse ist die Brennweite im Zentralbereich eine andere als im Randbereich. Um den Brennweitenunterschied auszugleichen und das Bild scharf zu stellen gibt es mehrere Möglichkeiten. Dazu zählen: Abblenden (nur der mittlere Teil der Linse wird genutzt), Verwendung von Linsenkombinationen, die den Fehler ausgleichen, Verwendung asphärischer Linsen oder Spiegel (z.B. Parabolspiegel).

Abhängigkeit von der Farbe (Wellenlänge)

Glas hat normalerweise für verschiedene Farben eine unterschiedliche Brechkraft. Deshalb ist die Brennweite einer einfachen Linse abhängig von der Farbe und es können Farbsäume oder unscharfe Stellen auf Schwarz-Weiß-Bildern entstehen. Zum Ausgleichen kann man achromatische oder apochromatische Linsenkombinationen aus speziellen Gläsern verwenden.

Brennweitenangaben bei Digitalkameras

Zum Vergleich mit Kleinbildkameras wird bei Digitalkameras zusätzlich oder alternativ zur tatsächlichen Brennweite des Objektivs oft die Brennweite angegeben, die am Kleinbildformat (24mmx36mm) denselben Bildwinkel ergibt. Durch die weite Verbreitung des Kleinbildformats wurde zur Einteilung in Teleobjektiv, Normalobjektiv und Weitwinkel nicht (wie es eigentlich korrekt wäre) der Bildwinkel herangezogen, sondern die Brennweite. Der Bildwinkel ändert sich jedoch, wenn bei gleicher Brennweite die Größe der lichtempfindlichen Fläche (das Aufnahmeformat) geändert wird. Die lichtempfindliche Fläche bei Digitalkameras ist meistens kleiner als das Kleinbildformat, der Bildwinkel ist daher ebenfalls kleiner. Beispiele: :9,7 mm (entspricht 38 mm Kleinbild) :48,5 mm (entspricht 190 mm Kleinbild)
- Funktion: y = 3,92 x
- Umkehrfunktion: x = 0,26 y Siehe: Brennweitenverlängerungsfaktor (auch Crop-Faktor genannt) Kategorie:Geometrische Optik Kategorie:Fototechnik ja:焦点距離

Spiegelobjektiv

Als Spiegellinsenobjektiv oder katadioptrisches System bezeichnet man in der Fotografie ein spezielles Teleobjektiv mit fester Brennweite.

Konstruktion

Spiegellinsenobjektive, auch Katadiopter genannt, sind von astronomischen Teleskopen abgeleitet; aufgrund eines durch sphärische Linsen zweifach geknickten Strahlenganges liegt ihre Baulänge typischerweise bei nur knapp einem Fünftel der effektiven Brennweite. Der geknickte Strahlengang hat überdies zur Folge, daß der vordere Teil zum fokossieren nur wenig bewegt werden muß (sich Baulänge und Schwerpunkt nur geringfügig verändern), da sich die Längenänderung an drei Stellen auf den Strahlengang auswirkt. Ein weiteres konstruktives Merkmal von Spiegellinsenobjektiven ist die feste Blende, die meist bei 1:5,6 oder 1:8,0 liegt; dies liegt daran, dass sich bei dieser Bauart keine Irisblende integrieren läßt, da deren Mechanik in den Strahlengang hineinragen würde. Infolgedessen ist kein Abblenden nicht möglich, so daß bei großer Helligkeit niedrigempfindliche Filme oder neutrale Graufilter (Neutralgraufilter) verwendet werden müssen; letztere sind in der Regel in die Konstruktion des Objektivs eingerechnet. Bei den Blendenangaben ist zu beachten, daß sie sich wie bei allen Objektiven nur auf das Öffnungsverhältnis beziehen, also die Verluste durch die Linsen und Spiegel nicht berücksichtigt sind. Diese sind bei Nur-Linsen-Objektiven nicht erheblich, die beiden Spiegel der Spiegellinsenobjektive verursachen allerdings mindestens ½ Blende Verlust.

Abbildungseigenschaften

Eine Besonderheit der optischen Abbildung von Spiegellinsenobjektiven sind die so genannten Unschärferinge; dabei handelt es sich nicht um einen Konstruktionsfehler, sondern um eine unvermeidliche Eigenschaft von Objektiven dieser Bauart: Während bei reinen Linsenobjektiven unscharf abgebildete Lichtreflexe als Zerstreuungskreise wiedergegeben werden, zeigen sich diese bei Spiegellinsenobjektiven in den typischen Zerstreuungsringen.

Verbreitung

Spiegellinsenobjektive für Kleinbildkameras waren speziell um 1980 populär, typischerweise als f/8 mit 500 mm Brennweite, sie kosteten etwa 500 bis 800 DM. Amateure erhielten damit ein gut transportables Objektiv mit allerdings eingeschränkten Anwendungsmöglichkeiten. Aufgrund dieser Einschränkungen lehnen professionelle Fotografen diese Bauform zumeist grundsätzlich ab: Zum einen läßt sich der Tiefenschärfebereich mangels Abblendmöglichkeit nicht vergrößern, was bei näher gelegenen Objekten schnell problematisch wird. Zum anderen werden die Unschärferinge als unschön empfunden. Sie treten aufgrund der geringen Tiefenschärfe eines Teleobjektivs bei Objekten, die von der Unendlichstellung nicht erfaßt werden, in der Praxis so gut wie immer auf. Aus diesen Gründen sind die Spiegelobjektive schnell wieder weitgehend in Vergessenheit geraten, insbesondere so gut wie keine Autofokus-Versionen erschienen. Dennoch handelt es sich um einen guten Kompromiß zwischen Baugröße und Anwendungsmöglichkeiten, zumal die Nachteile bei weit entfernten Objekten, dem Haupteinsatzgebiet von starken Teleobjektiven, nicht zum Tragen kommen.

Produkte

Ein optisch und mechanisch hochwertiges Spiegellinsenobjektiv bietet beispielsweise Konica-Minolta (vor 2003: Minolta) mit dem 1:8,0/500 mm an, das seit Anfang der 90er Jahre sogar als AF-Modell für die Kleinbild-Spiegelreflexkameras der Minolta Dynax-Modellreihe erhältlich ist; es handelte sich dabei um das erste Spiegellinsenobjektiv für eine Autofokus-Kamera überhaupt. Auch Jenoptik fertigt ein Spiegellinsenobjektiv 1:4,0/500 mm für Kleinbild-Spiegelreflexkameras. Eine noch längere Brennweite weist das Sigma 1:8,0/600 mm auf; mit einer Länge von rund 12 cm liegt die Baulänge bei nur knapp einem Fünftel der effektiven Brennweite. Die längsten Brennweiten von Spiegellinsenobjektiven fertigten die Firmen Pentax (1:13,5/2000 mm), Nikon (1:11/2000 mm) sowie Minolta (1:11/1600 mm). Diese Objektive wurden nur auf Bestellung gefertigt.

Literatur


- Ernst A. Weber: Foto-Praktikum. Basel, Boston, Berlin 1997.

Weblinks


- http://www.matuschek.net/photo/reviews/mirror-500.de.html - Erfahrungsbericht zu einem preiswerten Spiegellinsenobjektiv 500/8 von Daniel Matuschek Kategorie:Fotografie

Kleinbildkamera

Bei Kleinbildkameras handelt es sich um fotografische Kameras mit einen Bildformat im Bereich von ungefähr 2 cm bis 4 cm Kantenlänge.

Filme und Formate

Typ 127

Der kleine Rollfilm vom Typ 127 kam als erster Kleinbildfilm heraus. Sein ursprüngliches Format 4 x 6,5 cm² galt damals noch als Kleinbild, zählt aber heute bereits zum Mittelformat; die Formate 3 x 4 cm² und 4 x 4 cm² hingegen noch zum Kleinbild. Der Film hatte bis zum Erscheinen des Instamaticfilms eine nennenswerte Bedeutung für einfache Kameras, außerdem verwendete die 1957 erschienene Rolleiflex Baby ihn. Nach 1970 geriet er jedoch in Vergessenheit. Die genannten Rollfilmformate sind gerundete Maßangaben, die exakten Werte siehe unter Rollfilm.

Typ 135

Im engeren Sinn bezieht sich die Bezeichnung Kleinbildfilm nur auf den Typ 135, da er das Kleinbild populär gemacht hat und seitdem bis heute am am häufigsten vorkommt. Es handelt sich um den 35 mm-Kinofilm, welcher in einer Patrone konfektioniert wird. Infolgedessen weist er eine beidseitige Perforation auf, welche allerdings für die Verwendung in einer Fotokamera nicht erforderlich wäre. Am Anfang des Typ 135 steht die von Oskar Barnack entwickelte Leica, sie besaß bereits das Format 24 x 36 mm², mit dem der Filmtyp 135 seitdem nahezu immer belichtet wird. Nur ganz wenige Kameras verwendeten das Halbbildformat 18 x 24 mm², die bekannteste von ihnen ist die Olympus Pen. Bis Anfang der 1950er Jahre gab es auch Modelle, die nur das Format 24 x 32 mm² belichteten, darunter insbesondere die frühen Nikon-Sucherkameras.

Typ 126

Für Einsteigerkameras entwickelte Kodak die leicht zu handhabende Instamatic-Kassette, die mit dem quadratischen Format 28 x 28 mm² arbeitete. Kodak bot zwar auch eine Spiegelreflexkamera an, Instamatickameras wurden aber so gut wie ausschließlich in der unteren Preisklasse bis etwa 120 DM gekauft. Dort war der Film ein riesiger Erfolg, so daß er in den 1960er bis 1980er Jahren extreme Verbreitung fand.

Rapidfilm

Agfa stellte als Instamatic-Konkurrenz den Rapidfilm vor, der ebenfalls mit quadratische Bildern belichtet wurde, allerdings im Format 24 x 24 mm². Das System hatte einen nur geringen Erfolg, so daß Rapidfilme nur in den 1960er und frühen 1970er Jahren eine gewisse Bedeutung erlangten.

Digitale Sensoren

Bei den Kleinbildkameras gelangten digitale Sensoren zunächst in die Spiegelreflex-Kameras, wobei es anfänglich nicht möglich war, das Format 24 x 36 mm² auszunutzen, da Halbleiter mit zunehmender Größe überproportional teuer werden. So gab es zunächst nur Kameras mit einen um den Faktor von 1,3 bis 1,6 kleineren Bildfläche zu kaufen. Olympus brachte, dem Halbbildformat der Pen-Serie folgend sogar ein System mit um den Faktor 2 kleineren Sensorn heraus (siehe Four Thirds Standard). Mittlerweile erscheinen zunehmend Systemkameras mit einen 24 x 36 mm² großen Sensor und Kompaktkameras mit Sensoren im Kleinbildformat.

Kameratypen

Sucherkameras

Praktisch sämtliche einfachen Kameras werden als Sucherkamera gebaut, hinzu kommen noch einige System-Sucherkameras, insbesondere die Leica-M-Serie. Dadurch machen sie den größten Anteil unter den Kleinbildkameras aus. Sucherkameras gibt es von zahlreichen Anbietern, nahezu jeder Kamerahersteller hält welche in seinen Programm. Besondere Bauformen sind die Unterwasserkamera Nikonos von Nikon und die Panoramakamera Hasselblad XPan. In den 1990er Jahren ist die russische Lomo sehr bekannt geworden, eine unkonventionelle Kameras, die eine eigene Bildsprache provoziert.

Einäugige Spiegelreflexkameras

Die meisten hochwertigen Kleinbildkameras sind einäugige Spiegelreflexkameras, zumeist handelt es sich um Systemkameras, für die es ein großes Angebot an Objektiven und sonstigen Zubehör gibt. Die bedeutendsten Hersteller sind Canon und Nikon, außerdem sind Minolta, Olympus, Pentax, Sigma und Leica zu erwähnen.

Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Zweiäugige Spiegelreflexkameras haben im Kleinbildbereich keine Bedeutung. Zum einen gab es die Rolleiflex Baby und einige asiatische Nachbauten, eine quaderförmige Kamera mit Lichtschachtsucher und dem Format 4 x 4 cm². Zum anderen exsitierten in den 1960er Jahren wenige zweiäugige Kameras für den Filmtyp 135, sie sahen aus wie eine gewöhnliche einäugige Kamera, besaßen also einen fest eingebauten Pentaprismensucher, nur eben zwei kleine, fest eingebaute Objektive.

Eigenschaften

Größe und Gewicht

Pentaprismensucher Kleinbild- unterscheiden sich von Mittelformatkameras zumeist erheblich im Gewicht: mit 5 bis 6 kg läßt sich bereits ein ausgesprochen universell verwendbares System zusammenstellen. Kompaktkameras näheren sich sogar mitunter der Pocketkamera in ihrer Größe an. Einen ersten Schritt in diese Richtung machte die Rollei 35, gefolgt von der Minox 35 und der Olympus XA.

Kosten

Aufgrund der großen Stückzahlen lassen sich Kleinbildkameras sehr kostengünstig fertigen, hinzu kommt, daß der kleine erforderliche Bildkreis die Objektive gegenüber dem Mittelformat nenneswert billiger macht. Auch werden die Filme zumeist besonders günstig angeboten.

Tiefenschärfe

In puncto Tiefenschärfe stellt das Kleinbildformat 24 x 36 mm² einen nahezu idealen Kompromiss dar, einerseits sind die Brennweiten kurz genug, um bereits mit geringem Abblenden einen großen Schärfenbereich erzeugen zu können, andererseits steht voll aufgeblendet meist genügend Unschärfe zur Verfügung, um den Hinter- vom Vordergrund abheben zu lassen. Letzteres wird auch durch die sehr lichtstarken Objektive unterstützt, Normalobjektive mit f/1,2 und leichte Teleobjektive mit f/2 lassen sich mit vertretbaren Kosten und Gewicht bauen. Bereits mit 18 x 24 mm² ist es jedoch schon schwierig, einen für gestalterische Zwecke ausreichend unscharfen Hintergrund zu erzeugen.

Sucher

Die meisten Speigelreflexkameras weisen einen fest eingebauten Prismensucher auf, bei Topmodellen war es bis in die 1980er Jahre üblich, daß man ihn gegen einen Lichtschachtsucher auswechseln konnte. Dies ist heute zumeist nicht mehr der Fall, da solch ein Lichtschachtsucher eine gegenüber dem Mittelformat zu kleine Mattscheibe besitzt, als daß man das Motiv perfekt beurteilen könnte.

Bildqualität

Das Kleinbild bietet generell eine hohe Bildqualität, mit einigem Aufwand (Stativ, besonders hochauflösender Film) kommt es sogar dem Mittelformat nahe.

Einsatzgebiete

Kleinbildkameras lassen sich am universellsten von allen einsetzen, es gibt kein Gebiet, auf dem sie nicht zumindest akzeptable Leistungen bieten könnten. Ihre besonderen Stärken liegen bei weit entfernten, schnell bewegten und dunklen Motiven. Für die Systemkameras gibt es Objektive bis etwa 12facher Vergrößerung mit extrem guten Abbildungseigenschaften, wobei sich die Vergrößerung mit einem davor angeschlossenen Telekonverter bei nur geringem Qualitätsverlust weiter erhöhen läßt. Die zahlreichen lichtstarken Objektive erlauben Freihand-Nachtaufnahmen, an die bei Mittelformat nicht zu denken ist und perfekt funktionierende Autofokussysteme sowie Bildstabilisatoren liefern eine so große Anzahl an perfekten Fotos von bewegten Objekten, daß bei Sport- und Tieraufnahmen kaum ein Weg daran vorbei führt.

Literatur


- Andreas Feininger: Andreas Feiningers große Fotolehre. Heyne, München: 2001
- Andreas Feininger: Die hohe Schule der Fotografie. Heyne, München: 1996
- Erich Stenger: Die Geschichte der Kleinbildkamera bis zur Leica; hrsg. von den optischen Werken Ernst Leitz, Wetzlar, aus Anlaß des 100-jährigen Firmen-Jubiläums. Frankfurt: Umschau-Verlag 1949
- Ernst A. Weber: Fotopraktikum (3. überarb. u. erw. Aufl.). Birkhäuser Verlag, 1997 Kategorie:Fototechnik

Okular

Ein Okular ist eine Linse oder Linsensystem, durch das man mit dem Auge (lat. oculus) in ein optisches System blickt. Diese optischen Systeme sind zum Beispiel Ferngläser, Fernrohre, Teleskope oder Mikroskope. Das Okular bereitet das in der Fokalebene entstehende Bild für das menschliche Auge auf. In Verbindung mit der Augenoptik wird ein Bild auf der Netzhaut projiziert. Die Austrittspupille des Okulars muss mit der Eintrittspupille des Auges übereinstimmen. Ältere Konstruktionen erlaubten keine vollständige Anpassung an das Auge. Entweder lag die Austrittspupille zu dicht hinter der letzten Linse, so dass sie für Brillenträger ungeeignet waren oder sie machten keine vollständige Farbkorrektur. Der Okularauszug ist am Tubus eines Teleskops dort angebracht, wo das gebündelte Licht seinen Brennpunkt hat und aus dem Teleskop austritt. Bei Reflektoren ist dies oben seitlich am Tubus, bei Refraktoren am hinteren Ende. In den Okularauszug werden die Okulare eingesteckt. An einem Stellrad kann man dann das Okular fokussieren.

Okulartypen

Einlinsige-Okulare


- Galilei-Okular
Das Galilei-Okular besteht aus nur einer bikonkaven Einzellinse und erlaubt keine Pupillenabbildung. Es wurde als erstes praktisch realisiert und wird nur noch in billigen Geräten eingesetzt, um ein aufrechtes Bild zu erhalten.
- Kepler-Okular
Das Kepler-Okular geht von einer bikonvexen oder plankonvexen Linse aus und erlaubt die Pupillenabbildung. Dafür ist das Bild auf dem Kopf. Das Bildfeld ist durch die Fehler einer Einzellinse beschränkt, es findet keine Farbkorrektur statt.

Mehrlinsige Okulare

Bildfeld
- Huygens-Okular
Huygens hat durch Berechnungen bewiesen, dass der achsnahe Bereich durch Aufteilung der plankonvexen Linse in zwei Einzellinsen der Farbfehler berichtigt werden kann. Dieser Okulartyp findet immer noch Verwendung in preisgünstigen Geräten. Huygens
- Ramsden-Okular
Das Ramsden-Okular wurde wahrscheinlich ohne Kenntnisse des Huygens-Okulars entwickelt. Es arbeitet auch mit zwei plankonvexen Linsen, doch ist hier die erste Linse umgedreht, sie zeigt mit ihrer planen Seite zum Objektiv. Das Okular hat ähnliche Eigenschaften wie das Huygens-Okular. Nur liegt eine Zwischenbildfläche auf der Planseite der ersten Linse, so dass sich Strichmarken für Messzwecke einätzen lassen Die Austrittspupille liegt auf der Planseite der Augenlinse, weshalb das Gesichtsfeld nicht vollständig zu überblicken ist. Durch Zusammenrücken der Linsen kann man das ändern, wobei aber die Achromasiebedingung nicht mehr erfüllt wird. Abhilfe: Kellner-Okular.

Kellner- und monozentrische Okulare

Zwischenbildfläche
- Kellner-Okular
Das Ramsden-Okular wurde durch Kellner verbessert in dem er die augenseitige Linse durch ein verkittetes Linsenpaar zur Farbkorrektur ersetzte.
- Monozentrisches Okular
Das Monozentrische Okular besteht aus einer symmetrischen bikonvexen Kronglaslinse, die von zwei Flintglasmenisken eingeschlossen wird. Hier wird der Farbfehler vollständig berichtigt. Da die Linsen verkittet sind, ist es sehr Streulicht- und reflexarm.

Orthoskopische Okulare

Farbfehler
- orthoskopisches Okular nach Ernst Abbe
Dieses Okular besteht aus einer Feldblende einer verkitteten Dreiergruppe und einer plankonvexen Linse. Das Okular korrigiert sehr gut durch die 4 Glas-Luftflächen. Die Dreiergruppe besteht aus einer bikonkaven Linse die von zwei bikonvexen Linsen eingeschlossen wird. Dieses Okular gilt als Standard für astronomische Beobachtungen.
- orthoskopisches Okular nach Albert König
Es besteht ebenfalls aus einer Feldblende und einer plankonvexen Linse auf der Augenseite. Die verkittete Zweiergruppe besteht aus einer plankonkaven und einer bikonvexen Linse. Die Bauweise spart eine Linse ein, verlangt aber hochwertigere Gläser. Ansonsten sind die Eigenschaften vergleichbar mit der Konstruktion nach Abbe.

Plössl- und Erfle-Okulare

Albert König
- Plössl-Okular
Das Plössl besteht aus zwei gegeneinander gerichteten Achromaten, also zwei verkitteten Zweiergruppen zur Farbkorrektur. Die Farbfehler sind vollständig korrigiert. Die Leistung ist vergleichbar mit dem orthoskopischen Okular nach Abbe, während die Kosten kleiner sein können. Achromat Achromat
- Erfle-Okular
Durch das Einfügen von einer oder zwei Linsen in das Plössl erhält man das Erfle-Okular. Das Erfle ist ein Weitwinkel-Okular mit Bildfeldern von 60 bis 75°, hat aber Randunschärfen. :Das Erfle wird in der Ausführung als Fünflinser oft als Superplössl- oder Ultima bezeichnet. In der Version als Sechslinser als Panoptic-Okular.

Sechslinsiges Okular

:ein weiteres Sechslinsiges Okular besteht aus einem Plössl, das um eine verkittete Augengruppe erweitert wurde. Die letzte Gruppe besteht aus einer plankonvexen und einer plankonkaven Linse wobei letztere nur eine ganz schwache Brechkraft aufweist.

Nagler-Okular

Brechkraft :Das Nagler besteht aus 3 verkitteten Zweiergruppen und einer Plankonvexlinse. Die Nagler-Okulare werden als Weitwinkelokulare mit 82° scheinbarem Gesichtsfeld gebaut. Hohe Bildgüten werden nur mit Varianten mit asphärischer Fläche oder einer zusätzlichen 8. Linse erreicht.

Zoom-Okulare

:Zoom-Okulare sind noch in der Entwicklung. Sie sind noch von Fehlern behaftet und bilden nicht so gut ab wie Einzelokulare. Dafür decken sie den benötigten Brennweitenbereich ab. Des Weiteren gib es noch erweiterte Typen mit asphärischen Flächen. Die Hyperbelflächen treiben, bedingt durch die Herstellprobleme, die Kosten hoch. Allerdings weisen die meisten Zoom-Okulare ein recht kleines Gesichtsfeld auf. Siehe auch: Objektiv Kategorie:Optisches Instrument ja:アイピース

Kategorie:Astronomisches Instrument

Astronomisches Instrument Kategorie:Apparatebau

Wilhelm List

Wilhelm List (
- 14. Mai 1880 in Oberkirchberg bei Ulm; † 16. August 1971 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Heeresoffizier (seit 1940 Generalfeldmarschall) und während des Zweiten Weltkrieges Armee- und Heeresgruppenkommandeur.

Anfänge

List tritt 1898 ins Bayerische Heer ein, wo er 1900 zum Leutnant befördert wird und ab dem Jahr 1904 als Bataillonsadjutant eingesetzt wird. Im Jahr 1908 wechselt List als Oberleutnant zur bayerischen Kriegsakadamie und wird nach dem Abschluss zum Hauptmann befördert. In der Zeit bis zur Beginn des 1. Weltkrieges wird er dann im bayerischen Generalstab verwendet.

Erster Weltkrieg

Nach Kriegsausbruch 1914 wird List zunächst als Generalstabsoffizier im bayerischen II. Armeekorps eingesetzt, als er schwer erkrankt. Nach seiner Genesung dient er erst als Ib in der Armee-Abteilung Strantz und ab 1917 als Ia der bayerischen 8. Reserve-Infanterie-Division. Im Januar 1918 wird List zum Major befördert. Zum Kriegsende ist er im bayerischen Kriegsministerium eingesetzt.

Zwischenkriegszeit

In der Zeit nach dem Waffenstillstand ist List als Angehöriger des Freikorps Epp an verschiedenen Einsätzen gegen die Räterepublik beteiligt. Ab April 1923 ist List Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment Nr. 19. Im folgenden Jahr ist er, inzwischen zum Oberstleutnant befördert, als Leiter der Führergehilfenausbildung im Wehrkreis VII eingesetzt. Die folgenden rund zehn Jahre ist List überwiegend im Ausbildungswesen der Reichswehr tätig. So wechselt er 1926 in das Reichswehrministerium, um dort zunächst als Referent der Heeresausbildungsabteilung eingesetzt zu werden. Mit dem 1. März 1927 wird List zum Oberst befördert und gleichzeitig mit der Leitung der Abteilung betraut. Im Jahr 1930 übernimmt er die Leitung der Infanterieschule in Dresden. Auf diesem Posten wird List am 1. Oktober 1930 zum Generalmajor und im Jahr 1932 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Oktober 1933 wird List dann Befehlshaber im Wehrkreis IV und Kommandeur der 4. Infanterie-Division. Zwei Jahre später, am 1. Oktober 1935, wird List zum General der Infanterie ernannt. Er ist jetzt Kommandierender General des IV. Armeekorps. Im Februar 1938 übernimmt List die Position des Oberbefehlshabers des Gruppenkommandos 2. Bereits am 1. April 1938 wird List nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 5 in Wien, mit der Aufgabe, das österreichische Bundesheer in die Wehrmacht einzugliedern. Am 1. April 1939 wird er zum Generaloberst befördert.

Zweiter Weltkrieg

Mit der 14. Armee nimmt List am Polenfeldzug teil und erhält am 30. September 1939 das Ritterkreuz. Ihm gelingt im Frankreichfeldzug im Jahr 1940 mit der 12. Armee der Durchbruch durch die Maginot-Linie. Am 19. Juli 1940 wird er zum Generalfeldmarschall befördert. Der am 6. April 1941 beginnende Balkanfeldzug sieht List als Oberbefehlshaber der 12. Armee und in dieser Stellung als Chef der gesamten deutschen Militäroperationen auf dem Festland. Am 21. April 1941 nimmt List die griechische Kapitulation entgegen, nachdem bereits am 17. April 1941 Jugoslawien kapituliert hatte. Am Rande der griechischen Kapitulation kommt es zu Verwicklungen mit dem damaligen deutschen Verbündeten Italien. List lässt, von Hitler angewiesen, die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde ohne Beteiligung italienischer Offiziere vornehmen. Nachdem der italienische Diktator Mussolini bei Hitler dagegen protestiert, sendet dieser den Chef des Wehrmachtführungsstabes, Alfred Jodl, nach Griechenland, damit dieser den Akt der Kapitulation ein zweites Mal - diesmal mit italienischer Beteiligung - durchführt. Nach dem Abschluss des Balkanfeldzuges wird List Wehrmachtbefehlshaber Südost. In dieser Funktion unterstehen ihm die Militärbefehlshaber Serbien, sowie Nord- und Südgriechenland. Aufgrund einer Erkrankung gibt List diesen Posten im Oktober 1941 wieder ab. Anfang des Jahres 1942 wird List von Hitler beauftragt, eine Inspektionsreise durch das von Deutschland seit 1940 besetzte Norwegen durchzuführen, mit dem Ziel die Abwehrbereitschaft gegen eine eventuelle britische Landung an der norwegischen Westküste zu ermitteln. List, dem eine übermäßige Nähe zum Nationalsozialismus nicht nachgesagt werden kann und der diese Einstellung auch Hitler gegenüber nicht verbarg, wurde dann allerdings erst auf Fürsprache verschiedener Offiziere aus Wehrmacht- und Heeresführung mit einer neuen Aufgabe betraut. Am 1. Juli 1942 bekommt List den Oberbefehl über die Heeresgruppe A im Süden der Ostfront. In dieser Stellung kommt es schon bald zu Streitigkeiten mit Hitler über die Operationsführung. Bereits am 10. September 1942 wird List von seinen Aufgaben als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A wieder entbunden. Er wird bis Kriegsende nicht wieder eingesetzt. Auch wenn List sich dem militärischen Widerstand nicht anschloss, so ist doch registriert worden, dass er nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 keine Ergebenheitsadresse schickte - im Gegensatz zu etlichen anderen höheren Offizieren. 1945 wird er von US-amerikanischen Truppen gefangen genommen.

Nachkriegszeit

Bei den Nürnberger Prozessen wird List 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wird allerdings, da er schwer erkrankt ist, 1952 aus der Haft in Landsberg entlassen.

Auszeichnungen


- Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
- Eisernes Kreuz (1914) 2. und 1. Klasse
- Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
- Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Siehe auch: Prozess Generäle in Südosteuropa List, Wilhelm List, Wilhelm List, Wilhelm List, Wilhelm List, Wilhelm List, Wilhelm

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