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Michelstadt

Michelstadt

Michelstadt im Odenwald ist eine Stadt in Südhessen, zwischen Darmstadt und Heidelberg gelegen. Michelstadt ist die grösste Stadt des Odenwaldkreises und grenzt unmittelbar an die Kreisstadt Erbach.

Stadtteile


- Rehbach
- Steinbach
- Steinbuch
- Stockheim
- Vielbrunn
- Weiten-Gesäß
- Würzberg

Geschichte

Michelstadt wurde im Jahre 741 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt durch Fürst Karlmann, dem Onkel Karls des Großen. Michelstadt zählt zu den ältesten Siedlungen des inneren Odenwaldes. Seine Burg ist aus einem fränkischen Gutshof hervorgegangen. Diese wurde zu einem Zufluchtsort für die Bewohner der Umgebung ausgebaut; als fränkisches Königsgut verschenkte es im Jahre 741 Fürst Karlmann (der Onkel Karls des Großen) dem Bonifatiusschüler Burkhart, dem ersten Bischof von Würzburg. Diese Schenkung war sicherlich dem Bischof Burkhart persönlich zugedacht, denn das Gebiet von "Michelnstat" ging nach seinem Tode im Jahr 791 wieder an die fränkische Königskrone zurück. Im Jahre 815 wurde die Mark "Michlinstat" erneut verschenkt. Als Anerkennung für seine großen Verdienste als Vertrauter am Hofe Karls des Großen erhielt Einhard den Hauptort und alles Land im Umkreis von 2 Leugen (etwa 15 km) von Karls Sohn, Ludwig dem Frommen, als freies Eigentum. Im Jahre 819 vermachte er seinen Odenwälder Besitz dem Kloster Lorsch und beschrieb dabei recht genau die Grenzen der Mark Michelstadt. Mit Einhards Tod im Jahre 840 trat dann das Kloster Lorsch dessen Erbe an. Im 17. Jahrhundert wurden die ersten Häuser außerhalb der schützenden Mauern errichtet. Als drittes Stadttor kam 1773 noch das Neutor hinzu. Im 19. Jahrhundert wurden die Tortürme nacheinander abgerissen. Im Jahre 1806 kam Michelstadt mit der Grafschaft Erbach zum Großherzogtum Hessen. Der Bau der Eisenbahnlinie und ihre Fertigstellung 1870 nach Darmstadt, sowie 1881 nach Eberbach, brachte für Michelstadt einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Aus dem einstigen Ackerbürgerstädtchen mit all seinen Handwerkern und Händlern entwickelte sich ein ansehnliches Gemeinwesen mit bedeutenden Industriebetrieben auf der Grundlage einer jahrhundertealten Eisenverarbeitung. Wirtschaftlich begann ein neues Zeitalter. Aus der Tuchweber- und Färberzunft entwickelte sich eine Tuchfabrik, aus Eisenhütten entstanden Maschinenfabriken. Die Elfenbeinschnitzerei war Ausgangspunkt für Betriebe der Souvenir-Branche und der Kunststoff-Verarbeitung. Seit dem Ende zweiten Weltkriegs erlebt die Stadt einen beachtlichen Aufschwung und Bevölkerungszuwachs. Neue und moderne Wohnungen wurden geschaffen. Zu den vorhandenen Arbeitsstätten kamen neue hinzu. Kaugummi- und Kosmetik-Artikel von Weltruf werden heute in Michelstadt hergestellt. Eine Fertighausfabrik hat sich in der Stadt niedergelassen.

Politik

Der Michelstädter Stadtrat setzt sich aus 37 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
- CDU 10 Sitze
- SPD 14 Sitze
- Grüne 3 Sitze
- ÜWG 10 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 18. März 2001)

Staatliche Einrichtungen und Schulen


- [http://www.stadtschule-michelstadt.de/ Stadtschule Michelstadt] (Grundschule)
- Schule am Hollerbusch (Grundschule)
- Einhardschule (Grundschule)
- [http://www.schulserver.hessen.de/michelstadt/gs-vielbrunn/index.htm Grundschule Vielbrunn]
- [http://www.tls-michelstadt.de/ Theodor-Litt-Schule] (Real- und Hauptschule)
- [http://www.bso-michelstadt.de/ Berufliche Schulen des Odenwaldkreises], beinhaltet u. a. Berufsschule, Berufsfachschule und Berufliches Gymnasium.
- [http://www.gy-mi.de Gymnasium Michelstadt]

Städtepartnerschaften


- Rumilly, Frankreich
- Hulst, Niederlande

Kultur und Museen


- [http://www.patat.de Kleinkunstbühne Patat]
- [http://devel.michelstadt.de/MUSEEN.71.0.html Odenwald- und Spielzeug-Museum]
- [http://www.michelstadt.de/index.php?id=73&L=0 Museumsmühle Michelstadt - Historische Mühle von 1420]
- [http://www.odenwald.de/sights/index.php?id=37 Landesrabbiner Dr. l. E. Lichtigfeld-Museum]
- [http://www.odenwald.de/sights/index.php?id=40 Privates Elfenbeinmuseum Ulrich Seidenberg]
- [http://www.odenwald.de/sights/index.php?id=38 Motorrad-Museum ]

Sehenswürdigkeiten


- Einhards-Basilika Niederlande Die Einhards-Basilika wurde von Einhard erbaut, dem Chronisten und Vertrauten Karls des Großen. Die nach 815 und vor 827 errichtete karolingische Kirche ist eines von wenigen in großen Teilen erhalten gebliebenen karolingischen Bauwerken überhaupt. Nachdem die Einbettung der im Auftrag Einhards durch einen Kölner Kaufmann in Rom geraubten Reliquien der Heiligen Petrus und Marcellinus in der Krypta der Basilika nicht den erhofften Zutrom an Pilgern brachte, nutzte Einhard eine heute chemisch erklärbare Rotfärbung des Mörtels an der Stelle, wo die Reliquien eingemauert waren, und berichtete seinem verschreckten Hofstaat über seine Alpträume vom Blutschwitzen der Heiligen, die ob der Sünde der Raubes sich hier nicht wohl fühlten. Er müsse zur Buße Michelstadt verlassen. So verlegte Einhard zusammen mit seiner Frau Emma (der Tochter Karls des Großen, bei dem er wegen der Entführung Emmas zeitweise in Ungnade gefallen war) seinen Sitz und die Reliquien nach Mulinheim am Main, dem heutigen Seligenstadt, das dann auch zu einem florierenden Wallfahrtsort mit einer neuen, größeren Basilika wurde. Der "Reliquien"-Handel war bereits im frühen Mittelalter eine beliebte Form des "Stadtmarketing". Überliefert ist, dass die geraubten Reliquien versteckt von Rom bis nach Basel transportiert wurden. Von Basel wurden sie in einem jubelnden Pilger-Triumpfzug nach Michelstadt gebracht. Die Michelstädter Basilika wurde mehrfach umgebaut, erweitert, umgewidmet, diente als Pesthospital und ab dem 17. Jahrhundert als Steinbruch und Scheune. Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte ein Bauer beim Füllen der Scheune Fresken und meldete das dem Dorfschullehrer. Jetzt begann die Erforschung und Sicherung der noch intakten Teile der Basilika. (das verkürzte Hauptschiff, der Hauptchor, der nördliche Nebenchor und die Krypta, das nördliche Seitenschiff und der alleinstehende Glockenturm sind verschwunden, die nördlichen Arkaden des Hauptschiffes zugemauert). Die Einhards-Basilika war bis zur zweitem Hälfte des 20. Jahrhunderts im Besitz der Grafen zu Erbach-Fürstenau. Heute ist sie Staatseigentum.
- Historisches Rathaus Einhard Das Michelstädter Fachwerkrathaus, das auf einer Briefmarke der Deutschen Post verewigt und in der ganzen Welt bekannt ist, wurde im Jahre 1484 im Stil der Spätgotik errichtet. Es handelt sich aufgrund seiner besonderen Architektur um ein sog. "Stelzenrathaus." Das Rathaus diente von Beginn an als Markthalle und stand ursprünglich vollständig auf Säulen aus Eichenholz, die an der Rückseite im Osten später durch einen Unterbau aus Steinmauer ersetzt wurden. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer der Baumeister ist.
- Die Kellerei Der Kellereihof ist eine im frühen Renaissancestil überbaute fränkische frühmittelalterliche Burganlage, die in den Stadtmauer-Ring um Michelstadt integriert ist. Diese Burg ist selbst eine Überbauung eines römischen Siedlungs- und Handelsplatzes am Kreuzungspunkt zweier römischer Straßen zur Versorgung der Odenwälder und Mainischen Limes-Kastelle. Als Zeugnis dafür gilt der im benachbarten, hisorisierend restaurierten Diebsturm eingemauerte Mercur-Torso. Dieser Wehrturm diente bis in das beginnende 19. Jahrhundert als Gefängnis und wird heute bei Stadtführungen fälschlicherweise als der Burgfried der Frankenburg bezeichnet. Der tatsächliche Burgfried ist jedoch an der Nordostecke der Zehntscheune in den Bau integriert und bis zur Traufenhöhe der Scheune abgetragen aber gut durch seine Rundung zu erkennen.
- Die spätgotische Stadtkirche Die Stadtkirche wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts als Ersatz für die an gleicher Stelle hinter dem historischen Rathaus stehende Kilianskapelle erbaut. Sie beherbergte bis in die 1970er Jahre in ihrem Glockenturm eine der wertvollsten Bibliotheken Deutschlands, die über tausend Bände umfassende Bibliothek des aus Michelstadt stammenden Speyrer Domherren Nicolaus Matz, die dieser seiner Vaterstadt und ihren Bürgern zu Ende des 14. Jahrhunderts vererbte. Die Bibliothek ist mittlerweile in einem eigens dafür umgebauten Lagerhaus der Michelstädter Poststation derer von Thurn und Taxis untergebracht. Die Vorgängerin der Stadtkirche, die Kilianskirche selbst war über dem hier entspringenden Bach namens Kiliansfloß, einer frühkeltisch-germanischen Kultstätte und späteren römischen Mitraskultstätte errichtet worden. Der gefasste Kiliansfloß speißte neben dem Taufbecken auch alle städtischen Brunnen Die eigentliche Quelle des Kiliansfloßes liegt jedoch weit außerhalb der Stadt, der Bach verschwindet unweit des Friedhofs in einem Erdloch und entspringt dann wieder mitten in der Stadt.
- Das Schloss der Grafen zu Erbach-Fürstenau in Michelstadt-Steinbach Das gesamte Schlossensemble ist eine lupenreine Aneinanderreihung von Baustilen: von romanischen Teilen der alten Wasserburg auf den Nordseite über die gothischen Arbeiten der Steinmetze, die vom Straßburger Münsterbauhof nach Steinbach kamen, hin zum Renaissance-Stil des gigantischen Torbogens zwischen den beiden westlichen Ecktürmen der Wasserburg, das die Burgmauer ersetzte und den finsteren und feuchten Burghof zum ehemaligen Burgarten hin öffnete, Die Renaissance-Schlossmühle, das barocke Lustschlösschen an der Mümling, der streng klassizistische neue Wohntrakt und die spätbarocke Orangerie im Schlosspark. Schloss Fürstenau wird noch heute vom Hauschef der Grafen zu Erbach-Fürstenau bewohnt. Desweiteren haben sich mehrere prominente Künstler in den Aussenbereichen des Schlossensembles niedergelassen
- Römerbad und Kastell In der unmittelbaren Nähe von Würzberg befinden sich mitten auf einer Waldlichtung die Überreste eines römischen Kastells, das als Teil des Neckar-Odenwald-Limes etwa im Jahe 100 n. Chr. erbaut wurde und cirka 60 Jahre lang benutzt wurde, bevor die Grenzlinie weiter nach Osten verschoben wurde. Das Kastell ist nur noch in seinen Umrissen durch einen Erdwall zu erkennen. Das direkt am Kastell gelegene kleine römische Badehaus hingegen wurde teilweise restauriert, die Böden wieder hergestellt und die Mauern bis in eine Höhe von ungefähr einem Meter aufgebaut. So lässt sich trotz der geringen Grösse des Bades, das nur für die ca. 120 Mann starke Besatzung des Kastells erbaut wurde, der Aufbau eines Römischen Bades gut erkennen.

Regelmäßige Veranstaltungen


- Michelstädter Bienenmarkt. Jedes Jahr an Pfingsten. Wurde von Altbürgermeister Hasenzahl als Konkurrenz zum "Erbacher Wiesenmarkt" um 1960 ins Leben gerufen.
- Musiknacht. Jedes Jahr im Juli finden in der Altstadt verschiedene Konzertaufführungen mit vielen unterschiedlichen Musikstilen statt.
- Kirchweihfest mit Weinbrunnenfest. Aus den vielen Brunnen der Altstadt wird am Weinbrunnenfest durch die verschiedenen Keltereien und Betriebe Wein ausgeschenkt. Das "Brunnenfest" ist das eigentliche traditionelle Michelstädter Volksfest, bei dem die "unzähligen" Brunnen der Stadt geschmückt werden.
- Michelstädter Weihnachtsmarkt. Einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands, vor dem mitteralterlichen Stadtbild, ist jedoch eine noch sehr junge Schöpfung des gegen Ende der 70 Jahre des 20. Jahrhunderts TV-gesponsorten "Stadtmarketings". Beginn ist immer in der Woche des ersten Adventes, zuletzt war er Dienstag bis Sonntag, von 12:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet.
- Nightgroove. Ein Tag im November (am ersten Wochenende), an welchem viele Bands in verschiedenen Kneipen und Restaurants spielen.

Persönlichkeiten


- Rebecca Horn, Performance-Künstlerin
- Jessica Schwarz, Moderatorin und Schauspielerin
- Ludwig Bogen, Jurist, Revolutionär, linker Paulskirchenabgeordneter 1848
- Heinrich Bogen, Bürgermeister
- Graf zu Erbach-Fürstenau, Generalmajor, Titular-Offizier von der preußischen Armee(1801)
- Graf Edgar zu Erbach - Fürstenau, Oberst der österreichischen Armee und Regimentskommandeur(1861)
- Nicolaus Matz, Rektor der Universität Freiburg, Domherr in Speyer
- Bernhard Koziol, Gründer der Kunststoffmanufaktur Koziol (Spritzguss)
- Ludwig Hasenzahl (1876-1950) SPD-Reichstagsabgeordneter
- Erwin Hasenzahl, Sohn des Ludwig Hasenzahl, erster freigewählter Bürgermeister nach 1945
- Heinrich G. Ritzel (
- 10. April 1893 in Offenbach a.M./ † 19.6.1971 in Basel) Bürgermeister und Bundestagsabgeordneter

Weblinks


- [http://www.michelstadt.de www.michelstadt.de] Kategorie:Ort in Hessen

Odenwald

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, Deutschland.

Lage

Deutschland] Deutschland] Deutschland]] Deutschland im Hintergrund]] Deutschland] Deutschland] Deutschland] Deutschland] Deutschland] Deutschland]] Deutschland] Der Odenwald liegt zwischen der Oberrheinischen Tiefebene mit der Bergstraße im Westen, dem Main und dem Bauland im Osten, der Rhein-Main-Ebene bei Darmstadt im Norden und dem Kraichgau im Süden. Der Teil südlich des Neckartals ist der Kleine Odenwald. Der Norden und der Westen des Odenwaldes gehören zum südlichen Hessen, im Osten und im Süden erstreckt er sich nach Unterfranken und Baden hinein.

Geologie

Der Odenwald gehört mit vielen Mittelgebirgen Deutschlands zum Variszischen Gebirge, das sich vor mehr als 300 Millionen Jahren im Devon durch große Teile Europas zog. Auslöser der Gebirgsbildung war die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika. In der Trias vor ca. 200 Millionen Jahren senkte sich das Land wieder, und es bildete sich das so genannte 'Germanische Becken', in dem sich meterdicke Schichten des roten Buntsandsteins ablagern konnten. Diese wurden später durch die Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers überdeckt, gefolgt von den Sedimenten der Keuperzeit. Es bildete sich das süddeutsche Schichtstufenland. Als sich das Land im Bereich des heutigen Odenwalds vor etwa 180 Millionen Jahren wieder hob, wurden mehrere 100 m der Sedimentschicht z. T. bis auf das Grundgebirge wieder abgetragen, wie es im Westen des Odenwalds noch zu sehen ist. Im östlichen Odenwald ist von den Sedimentpaketen nur der rote Buntsandstein übrig geblieben. Weiter östlich im Bauland bestehen noch die Muschelkalkablagerungen über dem Buntsandstein. Vor ungefähr 60-50 Millionen Jahren bildeten sich Vulkane entlang den großen geologischen Störungszonen. Einer der erhaltenen Reste ist der Otzberg, ein anderer der Katzenbuckel. Entlang der Störungen haben sich die Flüsschen Gersprenz und Weschnitz teilweise ihr Flussbett gegraben. Etwa zur gleichen Zeit begann die mitteleuropäische Platte aufzureißen, so dass der Rheintalgraben einbrach und die Hessische Senke entstand. Während sich der Rheintalgraben heute noch mit knapp einem Millimeter pro Jahr absenkt, wurde der Odenwald relativ dazu in seine heutige Höhe emporgehoben. Der Rheintalgraben ist Teil eines Grabenbruchs, der vom Mittelmeer bis nach Norwegen reicht. Direkt am Odenwaldrand ist er ca. 2.500 m tief, aber bis auf die heutige Höhe aufgefüllt mit jungen Fluss- und Meeressedimenten, denn noch vor etwa 20 Millionen Jahren reichte die Nordsee über die Wetterau-Senke bis herunter in das Rheintal.

Topographie

Berge


- Katzenbuckel (626 m; Aussichtsturm, 18 m hoch), Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg
- Neunkircher Höhe (605 m; Kaiserturm, 34 m hoch, 1907 erbaut), Kreis Bergstraße, Hessen
- Hardberg (593 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Stiefelhöhe (589 m), Grenze Hessen/Baden-Württemberg
- Tromm (577 m; Aussichtsturm), Kreis Bergstraße, Hessen
- Krehberg (576 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Königstuhl (567,8 m; mit Sternwarte, Standseilbahn), Stadt Heidelberg, Baden-Württemberg
- Kinzert (553 m), Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg
- Weißer Stein (550 m; Aussichtsturm), Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg
- Hohe Warte (548 m), Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg
- Spessartskopf (547 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Falkenberg (546 m), Odenwaldkreis, Hessen
- Walzknopf (538 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Wagenberg (535 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Eichelberg (526 m; Aussichtsturm), Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg
- Krähberg (520 m), Odenwaldkreis, Hessen
- Melibokus ("Malschen") (517 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Morsberg (517 m), Odenwaldkreis, Hessen
- Felsberg (514 m; mit Felsenmeer), Kreis Bergstraße, Hessen
- Daumberg (461,7 m), Gorxheimertal - Trösel,Kreis Bergstraße, Hessen
- Heiligenberg (445 m), Stadt Heidelberg, Baden-Württemberg
- Otzberg (367 m), Kreis Darmstadt-Dieburg, Hessen
- Breuberg (306 m; mit Burg Breuberg), Odenwaldkreis, Hessen

Politische Gliederung

Landkreise (mit Kreisstädten)


- Kreis Bergstraße (Heppenheim)
- Landkreis Darmstadt-Dieburg (Darmstadt-Kranichstein)
- Main-Tauber-Kreis
- Landkreis Miltenberg (Miltenberg)
- Neckar-Odenwald-Kreis (Mosbach)
- Odenwaldkreis (Erbach)
- Rhein-Neckar-Kreis

Kreisfreie Städte


- Stadt Darmstadt
- Stadt Heidelberg

Verkehr und Tourismus

Straßen

Der geplante Weiterbau der Odenwaldautobahn (A 45) wurde nie verwirklicht. Durch den Odenwald laufen mehrere Bundesstraßen.
- B 426: Darmstadt - Reinheim - Höchst - Obernburg
- B 38: Reinheim - Groß-Bieberau - Brensbach - Reichelsheim - Fürth - Mörlenbach - Birkenau - Weinheim
- B 460: Heppenheim - Fürth - Mossautal - Hüttenthal
- B 45: Groß-Umstadt - Höchst - Bad König - Michelstadt - Erbach - Beerfelden - Eberbach
- B 47: Bensheim - Lindenfels - Reichelsheim - Michelstadt - Amorbach

Eisenbahnen


- Odenwaldbahn von Darmstadt oder Hanau über Wiebelsbach-Heubach nach Eberbach, 1882 eröffnet
- Weschnitztalbahn von Weinheim nach Fürth, 1895 eröffnet
- Überwaldbahn von Mörlenbach über Wald-Michelbach nach Wahlen, 1901 eröffnet, 1996 stillgelegt
- Schellekattel von Hetzbach nach Beerfelden, 1904 eröffnet, 1954 stillgelegt
- Odenwaldexpress von Mosbach nach Mudau, ehemalige 1000-mm-Schmalspurbahn, 1905 eröffnet, 1973 stillgelegt, seit 1980 Trasse als (Rad-)Wanderweg ausgebaut
- Neckartalbahn von Osterburken über Mosbach und Eberbach nach Heidelberg
- Gersprenztalbahn von Reinheim nach Reichelsheim, 1887 eröffnet und ab 1963 stillgelegt
- Madonnenlandbahn von Seckach nach Miltenberg

Sehenswürdigkeiten


- Im hessischen Hainstadt (Stadtteil von Breuberg) im Mümlingtal befindet sich ein Steinbruch, der von den Odenwälder Kletterfreunden zum Klettern eingerichtet worden ist. Es gibt zudem einen kurzen mit Drahtseilen gesicherten Klettersteig. Die Odenwälder Kletterfreunde sorgen dafür, dass die Wege gepflegt werden. Der Steinbruch liegt auch im Einzugsbereich der Sektion Darmstadt des DAV.
- Unterhalb des 514 m hohen Felsbergs und nördlich von Lautertal-Reichenbach befindet sich ein Felsenmeer, eine weit ausgedehnte Ansammlung von sehr großen Felsbrocken, das schon von den Römern als Steinbruch benutzt wurde.
- In Eberstadt, einem Stadtteil von Buchen (Odenwald), wurde 1971 eine der bedeutendsten Tropfsteinhöhlen Süddeutschlands entdeckt. Sie ist für Besucher zugänglich.
- Um den Katzenbuckel führt der Kristall-Lehrpfad, der anschaulich vulkanische Entwicklungen im Odenwald zeigt.
- Der Odenwald ist durch ein über 10.000 km umfassendes Streckennetz von Wanderwegen erschlossen.
- Wegen seiner kurvenreichen Landstraßen ist der Odenwald ein beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer.

Geschichte

Historie


- Um 400 v. Chr.: Kelten (Gallier) besiedeln fast ganz Süddeutschland. Nahezu der komplette Odenwald ist von Urwald bedeckt und unbesiedelt. Germanen verdrängen die Kelten westwärts über den Rhein nach Frankreich.
- Um 70: Die Römer besetzen den südöstlichen Odenwald.
- Um 130: Der Neckar-Odenwald-Limes wird unter Kaiser Hadrian (117-138) errichtet. Er verläuft von Bad Wimpfen nach Norden über Neckarburken, Sattelbach, Fahrenbach, Trienz, Oberscheidental, Schloßau und Hesselbach an den Main. Teile des Odenwaldes liegen nun im römisch beherrschten Obergermanien.
- Um 155: Der Limes wird um ungefähr 30 km nach Osten (WalldürnOsterburken) verlegt.
- 260: Zerfall der römischen Macht. Die Alemannen drängen auch in den Odenwald und besiedeln das Land zwischen Main und Neckar, danach kommen die Franken.
- 5. Jahrhundert: Die Franken unter Chlodwig I. teilen das Land in Gaue ein.
- 7./8. Jahrhundert: Es erfolgt die Christianisierung durch iro-schottische Mönche (Pirminius, Bonifatius). Auf den für die Landwirtschaft günstigen Muschelkalkböden des heutigen Baulandes entsteht ein weitmaschiges Siedlungsnetz. Der Hintere Odenwald mit seinen kargen Buntsandsteinböden bleibt im Gegensatz dazu noch siedlungsfrei.
- 9. Jahrhundert: Im südöstlichen Odenwald nahe dem inzwischen dichter besiedelten Bauland werden Siedlungen angelegt, die Gesteinsgrenze vom Muschelkalk zum Buntsandstein wird überschritten.

Name

Die Herkunft des Namens Odenwald ist offen und wird weiterhin kontrovers diskutiert:
- Der Name könnte von Odins Wald abgeleitet sein. Hauptproblem dieser Deutung ist, dass Odin im süddeutschen Raum lange Zeit oder gar ausschließlich als Wotan verehrt wurde. Allerdings gibt es 80 km westlich im Nordpfälzer Bergland eine Gemeinde Odenbach, die im Mittelalter nachweislich Odinbach hieß.
- Eine weitere Namensdeutung sieht einen Zusammenhang zwischen dem Odenwald und der Bezeichnung der ehemaligen römischen Verwaltungseinheit Civitas Auderiensium, die unter anderem den Norden des Gebirges umfasste und nach einem Volksstamm der Auderienser benannt sein könnte.
- Postuliert wird ein Zusammenhang mit dem Namen des "Euterbaches", also etwa Waldgebirge des Euterbaches. Diese Erklärung wirft allerdings unmittelbar die Frage nach der Herkunft des Wortes "Euterbach" auf.
- Es soll eine Verwandtschaft mit dem Wort öde bestehen - nicht im heutigen Sinne einer Wüstenlandschaft, sondern mit der Bedeutung "dünn besiedelt".
- Die Herkunft von Odem (für Atem) soll auf Winde hindeuten, die irgendwelchen Göttern als Atem zugeordnet waren. Dies lässt indessen die Frage offen, wie im allgemeinen Sprachgebrauch zwar Odem zu Atem, Odemwald jedoch zu Odenwald wird.

Legende und Mythologie

Im Nibelungenlied (siehe auch Nibelungensage) wird der Drachentöter Siegfried bei einem Jagdzug (anstelle eines ausgefallenen Feldzugs), der von der Burgundenstadt Worms in den Odenwald führt, von Hagen von Tronje ermordet. Da kein genauer Ort überliefert ist, streiten sich zahlreiche Gemeinden vor allem des hessischen Odenwalds um das Recht, sich Mordstätte Siegfrieds nennen zu dürfen. Nach neueren Forschungen könnte jedoch ein anderer Odenwald viel eher in Frage kommen: Drei Kilometer südlich von Worms auf der linken Rheinseite in der Oberrheinischen Tiefebene gab es früher einen Odenwald, der in der Gemarkung der heutigen Gemeinde Bobenheim-Roxheim noch als Flurname erhalten geblieben ist. Man darf ihn sich als urwaldartiges Gelände vorstellen, das von Seitenarmen des damals noch nicht kanalisierten Rheins sowie Sumpfgebieten durchzogen und bei Hochwasser teilweise überflutet war. Es ist fraglich, ob der Jagdzug der Burgunden, auf dem Siegfried hinterrücks gespeert wurde, wirklich in den mehr als 20 km entfernten hessischen Odenwald führte, da dies auf dem Hin- und Rückweg mit der mühsamen und gefährlichen Überquerung des Rheins verbunden gewesen wäre. Plausibler erscheint manchen Forschern, dass die Jagd in dem Odenwald veranstaltet wurde, der quasi vor der Haustür lag. Auch die Ure, von denen Siegfried vier erlegt haben soll, gehörten eher zur Fauna der Wälder im Flachland als zu derjenigen des Mittelgebirges. Hiergegen wird eingewendet, dass im Nibelungenlied die Jäger sehr durstig gewesen seien und nach einer Quelle hätten lange suchen müssen, was in einem Auenwald unwahrscheinlicher sei. Nur - Oberflächenwasser gibt es in einem sumpfigen Wald sicherlich zur Genüge, aber Quellen mit Frischwasser wohl doch nicht so häufig.

Musik

Über den Odenwald wurden etliche Lieder geschrieben:
- Tief im Odenwald
- Wir sind die Odenwälder
- Der Bauer aus dem Odenwald

Siehe auch


- Dialekte: Odenwälderisch | Odenwäldisch | Hessisch | Kurpfälzisch
- Historische Territorialzugehörigkeiten: Kurpfalz | Kurmainz
- Weitere bemerkenswerte Orte: Fürth (Odenwald) | Michelstadt | Birkenau

Weblinks


- [http://www.odenwald.de Der Odenwald]
- [http://www.regioausflug.de/odenwald/ Wandertourenplaner für den Odenwald]
- [http://www.odenwaldklub.de/ Odenwaldklub - Wandern im Odenwald]
- [http://www.info-odenwald.de Info-Odenwald.de - Freie Internet Presse]
- [http://www.odenwald-geschichten.de www.odenwald-geschichten.de - Kritisches zum Odenwald]
- [http://www.odenwald-tourismus.de/ Odenwald Tourismus (mit einer Karte des Kern- und Randbereiches)] Kategorie:Deutsches Mittelgebirge Kategorie:Geographie (Hessen) Kategorie:Geographie (Baden-Württemberg) Kategorie:Geographie (Bayern) Kategorie:Waldgebiet

Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine kreisfreie Stadt im Süden von Hessen, Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Die Stadt gehört zum Rhein-Main-Gebiet. Darmstadt ist nach Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel die viertgrößte Stadt des Landes Hessen. Die geographisch nächsten größeren Städte sind Frankfurt am Main, etwa 30 km nördlich und Mannheim, etwa 45 km südlich. Darmstadt bildet eines der neun Oberzentren des Landes Hessen. Die Einwohnerzahl der Stadt Darmstadt überschritt 1937 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geografie

Großstadt Naturräumlich treffen in Darmstadt vier Einheiten aufeinander: Der Westen des Stadtgebiets befindet sich in der Oberrheinischen Tiefebene. Daran schließt sich im südlichen Stadtgebiet nach Osten hin der schmale Saum der Bergstraße an, die hier ihren Beginn hat. Der Südosten des Stadtgebiets zählt bis etwa zur Mathildenhöhe zum Vorderen Odenwald. Der Nordosten Darmstadts hingegen zählt zum Naturraum Messler Hügelland.

Nachbarstädte und -gemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Darmstadt. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und liegen alle — mit Ausnahme von Egelsbach und Langen (Hessen), die Teil des Kreises Offenbach sind — im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Erzhausen, Egelsbach, Langen (Hessen), Messel, Dieburg, Groß-Zimmern, Roßdorf (bei Darmstadt), Ober-Ramstadt, Mühltal, Seeheim-Jugenheim, Pfungstadt, Griesheim und Weiterstadt

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Darmstadt ist in neun Stadtteile gegliedert: Darmstadt-Mitte, Darmstadt-Nord, Darmstadt-Ost, Bessungen, Darmstadt-West, Arheilgen, Eberstadt, Wixhausen und Kranichstein. Die Stadtteile sind zu statistischen Zwecken in „Statistische Bezirke“ unterteilt. Siehe auch: Liste der Stadtteile von Darmstadt (mit Karte)

Geschichte

siehe Geschichte der Stadt Darmstadt.

Der Name „Darmstadt“

Der Ursprung des Namens Darmstadt ist ungeklärt. Die älteste erhaltene Erwähnung der Ansiedlung unter der Bezeichnung Darmundestat stammt aus dem 11. Jahrhundert, mehrere Jahrhunderte nach Gründung der Siedlung. Die Erklärungsversuche zum Ursprung des Namens sind sehr unterschiedlich. Die Lokalpresse bevorzugt die Erklärung, dass Darmstadt die befestigte Siedlung eines königlichen Wildhübners mit Namen Darimund war. Andere Deutungen sehen den Namen als Ableitung der Begriffe darre für Tor oder Hindernis und mund für Schutz, somit wäre Darmundestat also eine Siedlung an einem befestigten Durchgang. Ein drittes Erklärungsmodell versucht, den Darmbach als Urheber des Namens zu identifizieren. Dieser Theorie folgend wäre Darmstadt entweder die Stätte am Wildbach (Dam-unda-stat) oder die Stätte am Moorbach (Darm-unda-stat). Alle Erklärungsmodelle haben Vorteile und Schwachpunkte. Den unbekannten fränkischen Edelmann Darimund heranzuziehen, würde zum Beispiel ein einheitliches Erklärungsmodell mit der etwa zur selben Zeit entstandenen Siedlung Bessungen (alt: Bezcingon) ermöglichen, das man dann als Ansiedlung der Gefolgsleute des Edelmanns Bezzo (fränkische Kurzform für Bernhard) deuten könnte. Für die Ableitung vom Darmbach spricht, dass, wie zum Beispiel auch im Falle vom nahegelegenen Frankfurt am Main, Ortsnamen eher nach Landmarken gewählt wurden oder, das würde dann für die Erklärung als befestigte Siedlung sprechen, nach Funktion der Stätte. Eindeutig gegen die Ableitung vom Darmbach spricht jedoch, dass dieser vermutlich erst im 17. oder 18. Jahrhundert diesen Namen erhielt.

Religionen

Frankfurt am Main Darmstadt gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. 1526 führte Landgraf Philipp der Großmütige die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein, so dass Darmstadt lange Zeit eine lutherische Stadt blieb. Die Christen reformierten Bekenntnisses erhielten erst 1770/71 das Recht, Gottesdienste abzuhalten. Da Darmstadt Residenzstadt war, befand sich hier auch das Konsistorium (Verwaltung der Kirche; Evangelische Landeskirche in Hessen), die 1934 bzw. 1947 mit den Landeskirchen von Frankfurt und Nassau vereinigt wurde. Ferner befindet sich in Darmstadt der Sitz der Superintendentur beziehungsweise Propstei Starkenburg. Heute sind alle evangelische Gemeindeglieder Darmstadts - sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören - dem [http://www.evangelisches-darmstadt.de Dekanat Darmstadt-Stadt] innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet.
³ Datenquelle: Statistisches Jahrbuch der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2002.
Römisch-katholische Gemeindeglieder zogen spätestens im 18. Jahrhundert wieder in die Stadt. Ihnen wurde es ab 1790 gestattet, wieder Gottesdienste abzuhalten. 1827 erhielten sie wieder eine eigene Kirche (St. Ludwig). Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Darmstadt innerhalb der Diözese Mainz. Die nach der evangelischen und katholischen Gemeinden größte Religionsgemeinschaft sind in Darmstadt die Muslime. Neben der Emir-Sultan-Moschee im Westen Darmstadts gibt es mehrere Gebetsstätten verschiedener islamischer Glaubensrichtungen. Auch ein aktives jüdisches Gemeindeleben existiert in Darmstadt. 1988 wurde die neue Synagoge eingeweiht. Des weiteren finden sich in Darmstadt auch verschiedene andere Freikirchen. So zum Beispiel die JEB-Citykirche. Diese ist dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR angeschlossen. Einige der Freikirchen in Darmstadt sind der Evangelischen Allianz angeschlossen.

Eingemeindungen

Folgende, ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, wurden in die Stadt Darmstadt eingegliedert:
- 1888 Bessungen
- 1937 Eberstadt
- 1937 Arheilgen
- 1977 Wixhausen Durch die Eingemeindungen von Eberstadt und Arheilgen wurde Darmstadt zur Großstadt.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis
² Statistische Kurzberichte 2/2004; Amt für Einwohnerwesen, Wahlen und Statistik, Stadt Darmstadt

Politik

Die Regierung einer Stadt heißt in Hessen Magistrat. Dieser setzt sich aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. An der Spitze des Magistrats steht der Oberbürgermeister. Das Parlament der Stadt, die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Darmstadt, besteht aus 71 gewählten Stadtverordneten. An der Spitze der Stadtverwaltung stand seit dem 19. Jahrhundert ein ehrenamtlicher Bürgermeister, der zum Teil den Ehrentitel „Oberbürgermeister“ erhielt. Ab 1874 waren die Oberbürgermeister hauptamtlich tätig. Seit 1993 wird das Stadtoberhaupt direkt vom Volk gewählt. Vorher wählte die Stadtverordnetenversammlung den Oberbürgermeister. Im Stadtteil Wixhausen wurde gemäß §8 der Hauptsatzung der Stadt ein Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern und ist zu wichtigen, den Stadtteil Wixhausen betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings der Stadtverordnetenversammlung der Gesamtstadt. Darmstadt gilt als rot-grüne Hochburg, so konnte das konservative Lager bisher keinen der Nachkriegs-Oberbürgermeister stellen. 2005 wurde Walter Hoffmann (SPD) als Nachfolger von Peter Benz (SPD) ins Amt des Oberbürgermeisters gewählt. 1 Prozentverteilungen nach der Kommunalwahl am 18. März 2001 und Zusammensetzung der 15. Stadtverordnetenversammlung mit Stand vom September 2005.
2 2004 schlossen sich die bisherigen Ein-Personen-Fraktionen von Offene Stadt (OS/3, 1,7%), Liste Europa Darmstadt (LEU, 1,6%) und Feministische Partei - Die Frauen (1,3%) zur Fraktion „Offenes Darmstadt“ zusammen.
3 Im Juni 2005 wurde der Grünen-Abgeordnete Jürgen Barth aus der Fraktion ausgeschlossen. Er blieb für eine Übergangszeit als Fraktionsloser im Stadtparlament. Anfang September 2005 ist er der Fraktion von UFFBASSE beigetreten.
4 Stand vom August 2005

Wappen

Feministische Partei - Die Frauen] Das Wappen der Stadt Darmstadt zeigt unter einer auf den oberen Schildrand gesetzten rot ausgeschlagenen großherzoglichen Krone im geteilten Schild, oben in Gold ein blau bewehrter und bezungter, wachsender roter Löwe, unten in Blau eine silberne Lilie. Das Wappen wird oft ohne Krone dargestellt. Das Wappen mit Löwe und Lilie befindet sich bereits auf einem Schlussstein des unteren Gewölbes des Stadtkirchenturmes aus dem 15. Jahrhundert. Das Wappen wurde 1917 in den heutigen Formen und Farben vom damaligen Großherzog von Hessen neu verliehen. Der Löwe ist das Wappentier der Grafen von Katzenelnbogen, die über die Stadt herrschten. Die Lilie ist später in das Wappen eingefügt worden, vermutlich zur Unterscheidung von Löwendarstellungen in anderen Wappen. Die Herkunft der Lilie ist nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Es wird jedoch vermutet, dass die Lilie die ursprünglich der Gottesmutter Maria geweihte Stadtkirche in Darmstadt versinnbildlichen soll. Die Lilie gilt als Zeichen der Reinheit und wird daher oft als Attribut der Gottesmutter Maria dargestellt.

Städtepartnerschaften

Darmstadt unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Alkmaar, Niederlande, seit 1958
- Troyes, Frankreich, seit 1958
- Chesterfield, England, seit 1959
- Graz, Österreich, seit 1968
- Trondheim, Norwegen, seit 1968
- Bursa, Türkei, seit 1971
- Płock, Polen, seit 1988
- Freiberg, Sachsen, seit 1990
- Szeged, Ungarn, seit 1990
- Brescia, Italien, seit 1991
- Saanen/Gstaad, Schweiz, seit 1991
- Uschhorod, Ukraine, seit 1992
- Liepāja, Lettland, seit 1993
- Logroño, Spanien, seit 2002

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

2002 Durch das westliche Stadtgebiet führen die Bundesautobahnen A 5 Karlsruhe-Frankfurt und A 67 Mannheim-Rüsselsheim. Beide treffen sich am Darmstädter Kreuz. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 3, Heidelberg-Frankfurt, B 26, B 42 und B 449. Der Hauptbahnhof liegt an der Bahn-Hauptstrecke Heidelberg-Frankfurt am Main und ist ICE-Haltestelle. Im Eisenbahngüterverkehr ist Darmstadt seit der Stillegung des Rangierbahnhofes Darmstadt-Kranichstein kein Eisenbahnknoten mehr. Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahnlinien und Busse der HEAG mobilo GmbH, einer Tochtergesellschaft der Hessischen Elektrizitäts-AG (HEAG), sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe. Ferner ist Darmstadt an die S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Die Linie S 3 fährt von Darmstadt über Frankfurt am Main nach Bad Soden am Taunus; die Linie S 4 über Frankfurt am Main nach Kronberg. Für alle Schienen- und Bus-Linien im Stadtgebiet gelten die einheitlichen Preise des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Weitere Informationen befinden sich im Artikel Nahverkehr in Darmstadt.

Straßenbau Projekte


- Im Anschluss an die B26 aus östlicher Richtung, wird derzeit die Nordost Umfahrung geplant.
- Zusätzlich ist eine Fortführung der Arheilger Ortsumgehung B3 durch den Westwald an den Eifelring in Planung.
- Der Eifelring soll später bis zur Escholbrücker Straße fortgeführt werden.

Ansässige Unternehmen

siehe auch :Kategorie:Unternehmen_(Darmstadt) :Kategorie:Unternehmen_(Darmstadt)
- Carl Schenck AG
- Deutsche Post AG
- Döhler Gruppe
- Unifine Food & Bake Ingredients
- Donges Stahlbau GmbH
- Fluent Deutschland GmbH
- Goebel GmbH (Seit 2001 aufgeteilt in 'Goebel Schneid- und Wickelsysteme', 'Goebel Graphic Machines' und 'TMF Goebel')
- HORIBA Automotive Test Systems GmbH
- Livingston Electronic Services GmbH
- neeb & partner GmbH
- PROSTEP AG
- T-Com
- T-Online
- T-Systems
- Goldwell GmbH
- HEAG AG
- Merck KGaA
- Röhm GmbH & Co. KG
- Software AG
- Wella
- Wissenschaftliche Buchgesellschaft
- :em engineering methods AG

Institutionen und Einrichtungen

Medien


- In Darmstadt erscheint die Tageszeitung Darmstädter Echo.
- Die Frankfurter Rundschau bietet eine Darmstädter Lokalausgabe an.
- Als nichtkommerzielles Lokalradio ist [http://www.radiodarmstadt.de Radio Darmstadt] lizenziert.
- Der Hessische Rundfunk betreibt in Darmstadt ein Sendehaus.

Bildung


- Technische Universität Darmstadt (TUD), 1836 gegründet, ist sie eine der ältesten Technischen Hochschulen Deutschlands
- Fachhochschule Darmstadt (FHD), hervorgegangen aus der ehemaligen Landesbaugewerkschule, der Werkkunstschule und der Städtischen Maschinenbauschule
- Evangelische Fachhochschule Darmstadt (EFH), 1971 hervorgegangen aus der ehemaligen Evangelischen Höheren Fachschule für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Religionspädagogik. Die Fachhochschule befindet sich in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
- Akademie für Tonkunst, 1851 als private Musikschule gegründet, eine der ältesten Ausbildungsstätten in Deutschland, heute mit einer breitgefächerten Ausbildung von der Musikschule bis zum Hochschuldiplom

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater


- Staatstheater mit Großem Haus (zur Zeit in Umbau), Kleinem Haus und Kammerspielen
- halbNeun-Theater
- Komödie -TAP-
- Kikeriki-Theater
- Comedy-Hall
- Kabarett Kabbaratz
- TUD-Schauspielstudio e.V.
- Neue-Bühne Darmstadt
- Frankenstein Bühne e.V. Eberstadt
- Vorhang auf Theater
- Die Stromer (Kindertheater)
- Theater Mollerhaus
- Hoffart Theater

Museen


- Hessisches Landesmuseum Darmstadt
- Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung: Die Sammlung befindet sich am Rande des Herrngartens in einem Barock-Palais.
- Museum Künstlerkolonie: Das Museum Ernst-Ludwig-Haus zeigt die Geschichte der Darmstädter Künstlergemeinschaft von 1899 bis 1914 und das künstlerische Schaffen ihrer Mitglieder.
- Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe: Das Ausstellungsgebäude neben dem Hochzeitsturm bietet wechselnde Ausstellungen.
- Kunsthalle Darmstadt: Kunsthalle Darmstadt präsentiert im Jahr 4 bis 5 Ausstellungen von nationalem und internationalem Rang. Schwerpunkt ist die zeitgenössische Kunst.
- Cybernarium: Das Cybernarium beschäftigt sich auf 600 m² mit der Virtuellen und Erweiterten Realität.
- Schlossmuseum
- Centenarium
- Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein
- Wixhäuser Dorfmuseum
- Jagdschloss Kranichstein
- Altstadtmuseum Hinkelsturm

Sehenswürdigkeiten

Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein
- Altes Rathaus
- Luisenplatz mit Langem Ludwig (Ludwigsmonument)
- Schloss am Marktplatz
- Orangerie
- Rosenhöhe
- Kirchen:
  - Johanneskirche
  - Ludwigskirche, katholische Hauptkirche der Stadt
  - Pauluskirche
  - Stadtkirche (evang.)
- Weißer Turm
- Altes Pädagog, ehem. Lateinschule
- Waldspirale, ein Wohnkomplex, der von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde
- Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm (Wahrzeichen der Stadt), Russischer Kapelle und Künstlerkolonie Siehe auch: Sehenswürdigkeiten Darmstadt

Sport

Zu den bekanntesten Darmstädter Sportvereinen zählt der SV Darmstadt 98, der zwei Jahre in der ersten Fußball Bundesliga spielte und seine Heimspiele im Stadion am Böllenfalltor austrägt. Aktuell spielt die Mannschaft in der Saison 05/06 in der Regionalliga-Süd. Weitere bekannte Darmstädter Sportvereine sind der DSW 1912 Darmstadt, mit vielen deutschen Meisterschaften einer der erfolgreichen Schwimmvereine Deutschlands, sowie die Darmstadt Diamonds, eines der ersten American Football-Teams in Hessen (Stadion im Bürgerpark-Nord, Rasenplatz). Zwei Spitzenverbände des Deutschen Sportbundes haben ihren Sitz in Darmstadt, nämlich der Deutsche Leichtathletik-Verband und der Deutsche Verband für Modernen Fünfkampf. Der Darmstädter Lauftreff ist mit über 60 Betreuern nicht nur der größte, sondern mit Gründungsjahr 1974 auch einer der ältesten Deutschlands. Der Lauftreff ist ehrenamtlich organisiert und kein Verein, jeder kann kostenlos mitlaufen. Der Datterich Ultra – benannt nach dem Mundartstück von Ernst Elias Niebergall – ist ein Volkstriathlon mit hohem Unterhaltungswert, bei dem jedes Mitglied der je elfköpfigen Mannschaften ein Zehntel der Ultra-Triathlon-Strecken 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen leisten muss. Wegen des großen Andrangs ist der Datterich inzwischen in zwei Sportereignisse aufgeteilt worden, zunächst die Veranstaltung für Hobby-Mannschaften aller Art, einige Wochen später dann die für Firmen-Mannschaften. Die Sektionen Darmstadt (gegründet 1870, rund 5.000 Mitglieder) und Starkenburg-Darmstadt (gegr. 1884, rund 1.900 Mitglieder) des Deutschen Alpenvereins gehören zu den größten Sport- und Kulturvereinen in Darmstadt. Sie bieten ein großes Angebot an Ausbildungsveranstaltungen mit zusammen über 50 Fachübungsleitern. Breit gefächert sind die vom Hochschulsportzentrum der TU Darmstadt angebotenen Sportarten. Neben Studenten und Angestellten der TU steht das Programm auch Interessierten über eine Mitgliedschaft im „Verein zur Förderung des Darmstädter Hochschulsports e.V.“ offen.

Musik

TU Darmstadt
- Bach-Chor Darmstadt e.V.
- Darmstädter Hofkapelle
- Darmstädter Kantorei
- Kirchenmusik in der Pauluskirche Darmstadt
- Konzertchor Darmstadt e.V.
- Darmstädter Residenzfestspiele e.V.
- Darmstädter Ferienkurse Internationale Ferienkurse für Neue Musik
- Darmstädter Jazzforum / Jazzinstitut Darmstadt
- SurpriSing Chor 2002 Darmstadt e.V.
- Vocalensemble Darmstadt

Regelmäßige Veranstaltungen


- April: Frühjahrsmesse auf dem Messplatz
- Mai: Schlossgrabenfest rund um das Darmstädter Schloss
- Juli: "Heinerfest", größtes Volksfest Südhessens, zweitgrößtes Innenstadtfest Deutschlands
- Juli - August alle zwei Jahre: Kranichsteiner Ferienkurse für Neue Musik, auch bekannt als Internationale Ferienkurse für Neue Musik
- Juli - August: Darmstädter Residenzfestspiele
- August: Hessenschau
- September: Lappingskerb in Bessungen und Martinskerb am Riegerplatz
- September: Herbstmesse auf dem Messplatz
- November/Dezember: Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz

Persönlichkeiten

Siehe unter Persönlichkeiten der Stadt Darmstadt.

Trivia

Ein echter Darmstädter ist ein „Heiner“ (daher auch der Name „Heinerfest“). Das Theaterspiel „Datterich“, eine Lokalposse von Ernst Elias Niebergall in Darmstädter Mundart, ist die Geschichte des „genialen Schnorrers“ Datterich, eines versoffenen entlassenen Finanzbeamten, und unbestritten das wichtigste Stück Darmstädter Lokalkultur. Das chemische Element Darmstadtium mit der Ordnungszahl 110 ist nach der Stadt benannt, da es in der Darmstädter GSI entdeckt wurde. Das dort zuvor entdeckte Hassium mit der Ordnungszahl 108 wurde nach dem Bundesland Hessen benannt. Das „Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen“) von Matthias Claudius soll 1776 in Darmstadt am Schnampelweg entstanden sein. Die ZDF-Familienserie „Diese Drombuschs“ (1983-1994) spielt größtenteils in Darmstadt. Darmstadt ist eine der wenigen deutschen Großstädte ohne direkten Zugang zu einem Fluß.

Literatur


- Hessisches Städtebuch; Band IV 1. Teilband aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ — Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1957
- Das große Buch vom Darmstädter Humor, 1978 und 1979

Weblinks


- [http://www.darmstadt.de Offizielle Webseiten der Wissenschaftsstadt Darmstadt]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Deutschland/Hessen/St%c3%a4dte_und_Gemeinden/D/Darmstadt/ Darmstadt im Open Directory Project]
- [http://www.darmstadtgalerie.de/ Bilder aus Darmstadt]

Siehe auch

Portal:Frankfurt Rhein-Main :Kategorie:Darmstadt
Kategorie:Ort in Hessen ! Kategorie:Ehemalige deutsche Landeshauptstadt ja:ダルムシュタット

Odenwaldkreis

Der Odenwaldkreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt, Hessen. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Darmstadt-Dieburg, im Osten der bayerische Landkreis Miltenberg im Südosten der baden-württembergische Neckar-Odenwald-Kreis, im Süden der ebenfalls baden-württembergische Rhein-Neckar-Kreis und im Südwesten und Westen der Kreis Bergstraße. Mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern ist er der bevölkerungsärmste Landkreis Hessens.

Geografie

Wie der Name des Kreises es schon vermuten lässt, liegt der Odenwaldkreis im Odenwald.

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führt keine Bundesautobahn. Das Kreisgebiet wird daher nur durch Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten sind die B 38, die B 45 und die B 47. Es gibt nur noch eine Eisenbahnstrecke im Kreis, ein Teilstück der Verbindung Darmstadt - Eberbach. An ihr liegen u.a. die Kreisstadt Erbach sowie Michelstadt und Bad König. Den Betrieb der "Neuen Odenwaldbahn" führt ab 11. Dezember 2005 die Firma VIAS GmbH.

Geschichte

In Erbach wurde 1822 für die Gräflich Erbachischen und Erbach-Fürstenauischen Ämter ein Landrats- und Gerichtsbezirk gegründet. Ebenfalls 1822 entstand ein Landrats- und Gerichtsbezirk Breuberg mit Sitz in Neustadt bzw. Höchst im Odenwald. Beide Bezirke wurden 1874 unter dem Namen "Kreis Erbach" vereinigt. Im Rahmen der Hessischen Kreisreform Anfang der 1970er Jahre kamen mehrere Gemeinden der Nachbarkreise Bergstraße und Dieburg zum Kreisgebiet und zum 1. August 1972 erhielt der Kreis seinen jetzigen Namen "Odenwaldkreis".

Wappen

Beschreibung: Auf goldenem Grund eine schwarze, bewurzelte Eiche, begleitet von drei sechsstrahligen roten Sternen (Wappen-Verleihung 20. November 1956) Bedeutung: Die Eiche steht für die Wälder der Region, die dem Kreis auch ihren Namen gegeben haben. Die drei Sterne wurden dem Wappen der Ritter von Erbach entnommen, die diese Region in der Vergangenheit beherrscht haben.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 30. Juni 2005)

Landratsamt

Bergstraße Das Gebäude des Landratsamtes wurde 1902-1904 vom Wormser Stadtbaumeister und späterem Professor der Technischen Hochschule Darmstadt, Karl Christian Hofmann (1856-1933), im Renaissancestil entworfen und vom Bauunternehmer und Steinmetz Adam Hild aus Hetzbach errichtet. Erweiterungsbauten wurden 1960 und 1989 notwendig. An dieser Stelle befand sich ehemals die Gerichtsstätte der Erbacher Zent und danach eine Ziegelhütte.

Weblinks


- [http://www.odenwaldkreis.de/ Offizielle Website des Odenwaldkreises]
- [http://www.odenwald.de/ Tourismus-Website der Region]
- http://www.info-odenwald.de Kategorie:Landkreis in Hessen

Kreisstadt

Mit Kreisstadt wird die Stadt bezeichnet, in der der (Land-)Kreis seinen Sitz hat. Dort befindet sich in der Regel das Landratsamt oder die Kreisverwaltung. Eine Kreisstadt muss nicht unbedingt Stadtrechte haben. Vor der Kreisreform gab es vor allem in Bayern Kreisstädte, die keine "Städte" im eigentlichen Wortsinn waren, zum Beispiel Wegscheid, Roding, Illertissen. Diese Kreissitze waren allenfalls Marktgemeinden. Die heutigen 323 Kreissitze in Deutschland tragen jedoch nahezu alle die Bezeichnung "Stadt". Lediglich Garmisch-Partenkirchen hat kein Stadtrecht, sondern ist nur Marktgemeinde. Bei einigen (Land-)Kreisen in Deutschland liegt die Kreisstadt nicht im Kreisgebiet selbst, sondern in einer benachbarten kreisfreien Stadt (Stadtkreis), z.B. beim Kreis Aachen, bei den Landkreisen Karlsruhe oder Augsburg. Vom Begriff Kreisstadt zu unterscheiden ist der besondere Rechtsbegriff Große Kreisstadt. Eine Große Kreisstadt muss nicht unbedingt Kreisstadt sein. Beispiel: die Große Kreisstadt Backnang im Rems-Murr-Kreis, dessen Sitz jedoch Waiblingen ist.

Siehe auch


- Gemeindearten
- Liste der Landkreise in Deutschland
- Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland (z.B. Große Kreisstädte) Kategorie:Politische Geographie

741

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 18. Juni - Nach dem Tod Kaiser Leos III. von Byzanz wird Konstantin V. sein Nachfolger. Gegen ihn erhebt sich Artabasdos zum Gegenkaiser.
- 21. Oktober - Bonifatius weiht Willibald zum ersten Bischof von Eichstätt (s.u.)
- 22. Oktober - Das Frankenreich wird unter den beiden Söhnen Karl Martells Pippin und Karlmann aufgeteilt.
- 3. Dezember - Zacharias wird neuer Papst als Nachfolger von Gregor III.
- Errichtung von Bistümern in Würzburg (Bf. Burkard), Eichstätt (Bf. Willibald), Büraburg (Bf. Witta) und Erfurt (Bf. Adalar).
- Gründung des Klosters Niederalteich. Der dortige erste Abt, Eberswind, verfasst vermutlich die Lex Baiuvariorum, das erste bairische Volksrecht.
- Erstmalige Erwähnung der Zürichseeinseln Ufenau und Lützelau
- Erstmalige Erwähnung von Heilbronn, Michelstadt, Bad Windsheim, Burgbernheim und Königsfeld.
- Erste Erwähnung der Remigiuskirche von Ingelheim.

Geboren


-

Gestorben


- 18. Juni - Leo III., Kaiser von Byzanz (
- um 680)
- 22. Oktober - Karl Martell fränkischer Hausmeier (
- um 689)
- 28. November - Papst Gregor III. (
- ?)
- Tengri Khan, Herrscher der Göktürken ko:741년

Fürst

Fürst (lat. princeps = der Erste, davon engl. u. franz. prince) ist in der hierarchischen Ordnung des Adelssystems im Alten Reich der höchste Titel, unter dem auch Herzöge und Landgrafen inbegriffen waren. Etymologisch ist das deutsche Wort Fürst mit dem engl. the first = "der (die, das) Erste" verwandt. Prince wird deshalb ins Deutsche richtigerweise mit Fürst und nicht, wie häufig falsch gehört, als Prinz übersetzt, deshalb heißt es, für Prince of Wales richtig übersetzt, auch Fürst von Wales. In den fränkischen Königreichen und später im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren Fürsten die Landesherren nach dem König bzw. Kaiser, das heißt königliche Amtsträger mit teils erblicher Hoheit über einen weltlichen und ggf. auch kirchlichen Herrschaftsbereich. Zum Fürstenstand (Reichsfürst) zählten im Spätmittelalter Herzöge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen. Als geistliche Fürsten wurden Erzbischöfe, Bischöfe und manche Äbte bezeichnet. Im Hochmittelalter wählten die Fürsten den König, später war dieses Recht den sieben Kurfürsten vorbehalten. Mit dem Ende des Alten Reiches wurden viele deutsche Fürsten souveräne Herrscher ihres Landes. Die anderen, deren Territorium unter die Herrschaft eines anderen Staates kam, behielten den Fürstentitel als Ehrenprädikat. Eine deutsche Besonderheit ist die Bezeichnung Prinz oder Prinzessin für die Kinder des Fürsten, daher rührt der oben beschriebene häufige Übersetzungsfehler von prince in Prinz. Heute werden in Europa noch die Kleinstaaten Monaco und Liechtenstein von Fürsten regiert; in Luxemburg nennt sich der fürstliche Regent Großherzog.

Siehe auch


- Monarchie
- Liste der Referenztabellen#Personen
- Regierungsform
- Großfürst
- Woiwode
- Bojaren
- Hospodar
- Daimyō

Literatur


- Niccolo Machiavelli: Der Fürst. Insel Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3458344721 Kategorie:Adelstitel

Karlmann (Karolinger)

Karlmann (
- um 714, † 17. Juli 754 in Vienne) war von 742 bis 747 ein fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger. Als der Bruder Pippins des Jüngeren und somit Onkel Karls des Großen wird er heute noch in Geschichtsbüchern erwähnt. Das liegt daran, dass er gemeinsam mit dem angelsächsischen Missionar Winfried Bonifatius bemüht war, die in Unordnung geratene Kirchenstruktur des Fränkischen Reiches wieder herzustellen. Gemeinsam mit Bonifatius leitete er das Concilium Germanicum, eine Zusammenkunft der Kirchenoberen, die um 743 stattfand. Hier legte er urkundlich fest, dass es Priestern verboten sei, Waffen zu tragen, Frauen in ihrem Haus zu beherbergen und dass es auf der anderen Seite eine der wichtigsten Aufgaben der Priester zu sein habe, Aberglauben und Geisterbeschwörung unter dem christlichen Volk zu beseitigen. Im Gegensatz zu seinem Vater Karl Martell, der sich immer wieder des Kirchengutes bedient hatte, um seine Getreuen zu belohnen, war Karlmann bemüht, der Kirche wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Politische Unbotmäßigkeit von Nichtklerikern wusste Karlmann allerdings auch grausam zu bestrafen, so löschte er im Blutgericht zu Cannstatt einen großen Teil des angestammten alamannischen Adels aus. Nachdem er sein Hausmeieramt abgegeben hatte, wurde er Mönch in Monte Soracte und Monte Cassino, wo er auch begraben wurde. Karlmann hatte einen Sohn, Drogo, der 747–754 erwähnt wird, sowie weitere Kinder, die 754 ins Kloster gesteckt wurden. Kategorie:Mann Kategorie:Franke Kategorie:Geboren 714 Kategorie:Gestorben 754

Großherzogtum Hessen

Das Großherzogtum Hessen (auch Hessen-Darmstadt) war von 1871 bis 1919 ein Bundesstaat des Deutschen Reiches.

Flagge

Die Farben der Flagge waren von oben nach unten # Ein Viertel Rot # Ein Halb Weiß # Ein Viertel Rot

Geschichte

Der Staat Hessen-Darmstadt geht auf die Teilung Hessens nach dem Tod Philipp I. im Jahre 1567 zurück. Von den vier Linien Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels starben die beiden letzten bis 1604 aus. Der Erb- und Konfessionsstreit um Hessen-Marburg brachte Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel in erbitterte, jahrzehntelange Gegnerschaft, die sich ab 1618 mit dem dreißigjährigen Krieg überlagerte. Als Reaktion auf den von Moritz dem Gelehrten (von Hessen-Kassel) an der gesamthessischen Universität Marburg erzwungenen Konfessionswechsel gründete Hessen-Darmstadt 1607 die lutherische Universität Gießen. Im Jahr 1622 wurde durch Erbteilung Hessen-Homburg aus Hessen-Darmstadt ausgegliedert. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 konnte Hessen-Darmstadt einige Gebiete hinzu gewinnen und wurde schließlich 1806 im Zuge der Rheinbund-Gründung zum Großherzogtum erhoben. 1815/16 kamen weitere Gebiete hinzu, unter anderem Worms, Alzey, Bingen und Mainz, das als Rheinhessen bezeichnet wurde. 1815 trat das Großherzogtum Hessen-Darmstadt dem Deutschen Bund bei. Nach der Niederlage im Krieg von 1866 musste Hessen-Darmstadt einige kleinere Gebiete an Preußen abtreten, ebenso die Gebiete des Landgrafentums Hessen-Homburg, die erst zu Beginn des Jahres nach Erlöschen der dortigen Seitenlinie an das Großherzogtum gefallen waren. Für den nördlichen Teil (Oberhessen) wurde es 1866 Mitglied des Norddeutschen Bundes, 1871 wurde es Bundesstaat des neugegründeten Deutschen Reichs. Während der Märzrevolution 1848 wurde der bekannte Liberale Heinrich von Gagern vorübergehend Ministerpräsident des Großherzogtums. Er vertrat die rheinhessischen Gebiete auch in der Nationalversammlung, deren Präsident er zeitweise war. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde aus dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt der republikanische Volksstaat Hessen.

Landgrafen


- 1518–1567 – Philipp I., der Großmütige
- 1568–1596 – Georg I.
- 1596–1626 – Ludwig V.
- 1626–1661 – Georg II.
- 1661–1678 – Ludwig VI.
- 1678 – Ludwig VII.
- 1678–1739 – Ernst Ludwig
- 1739–1768 – Ludwig VIII.
- 1768–6. April 1790 – Ludwig IX.
- 6. April 1790–6. April 1830 – Ludwig X. (ab 14. August 1806 als Großherzog Ludwig I.)

Großherzöge


- 6. April 1790–6. April 1830 – Großherzog Ludwig I.
- 6. April 1830–16. Juni 1848 – Großherzog Ludwig II.
- 16. Juni 1848–13. Juni 1877 – Großherzog Ludwig III.
- 13. Juni 1877–13. März 1892 – Großherzog Ludwig IV.
- 13. März 1892–Novemberrevolution 1918 – Großherzog Ernst Ludwig 1937 starben bei einem Flugzeugunglück nahe Oostende die Großherzogin Eleonore, Erbgroßherzog Georg Donatus, Erbgroßherzogin Caecilie und deren Kinder Ludwig und Alexander.

Verwaltungsgliederung

Das Großherzogtum besaß drei Provinzen:
- Starkenburg, Sitz: Darmstadt (Rechtsrheinische Gebiete südlich des Mains)
- Rheinhessen, Sitz: Mainz (Linksrheinische Gebiete)
- Oberhessen, Sitz: Gießen (Gebiete nördlich des Mains, vom übrigen Territorium durch das Gebiet der Stadt Frankfurt am Main getrennt) Zur genaueren Verwaltungsgliederung Hessens siehe Volksstaat Hessen.

Weblinks


- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/grossherzogtum_hessen.htm Das Großherzogtum Hessen 1806–1918]
- [http://www.gonschior.de/weimar/Hessen/index.htm Der Volksstaat Hessen im Überblick]
- [http://www.crwflags.com/fotw/flags/de-he866.html Abbildung der Fahnen Hessen-Darmstadts]
- [http://www.hoeckmann.de/geschichte/darmstadt.htm Geschichte und Karte Hessen Darmstadt 1789]] Hessen, Großherzogtum Hessen, Grossherzogtum Kategorie:Darmstadt ko:헤센-다름슈타트

Christlich Demokratische Union Deutschlands

Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist eine der beiden deutschen Volksparteien. Sie versteht sich als christlich-demokratische, liberale und konservative Partei der Mitte. Ziel der CDU ist es, im Gegensatz etwa zum einst rein katholischen ZENTRUM, alle christlichen Konfessionen in einer politischen Partei zu bündeln. Sie stellt mit ihrer Bundesvorsitzenden Dr. Angela Merkel die amtierende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.

Inhaltliches Profil

Die CDU hat im Laufe ihrer Geschichte mehrere Programme vorgelegt. Das Ahlener Programm, das 1947 vom nordrhein-westfälischen Landesverband beschlossen wurde, propagierte einen sog. „christlichen Sozialismus“. Zwei Jahre später wurden anlässlich der Bundestagswahl 1949 die Düsseldorfer Leitsätze verabschiedet, die eine soziale Marktwirtschaft propagierten. Das aktuelle Grundsatzprogramm wurde am 23. Februar 1994 auf dem Parteitag in Hamburg verabschiedet und trägt den Titel „Freiheit in Verantwortung“. In ihrem aktuellen Grundsatzprogramm spricht die CDU vom „christlichen Verständnis vom Menschen und seiner Verantwortung vor Gott. Die CDU strebt eine Soziale Marktwirtschaft in einem föderalen Rechtsstaat an. Außenpolitisch strebt sie vor allem eine Vertiefung der Europäischen Einigung und eine Vertiefung der nordatlantischen Beziehungen zu den USA an. In der jüngeren Vergangenheit setzte die CDU ihre Schwerpunkte vor allem auf die Themen Wirtschafts-, Steuer-, Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Außen- und Sicherheitspolitik. So heißt auch der Titel des Wahlprogramms für die Legislaturperiode von 2005–2009: „Wachstum. Arbeit. Sicherheit.“ Siehe auch: Bundestagswahl 2005

Wirtschafts- und Sozialpolitik

In der Wirtschaftspolitik verfolgt sie das Modell der reformierten sogenannten „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“. In diesem Zusammenhang steht auch ihr Grundsatz: „Sozial ist, was Arbeit schafft!“ So kritisiert sie, dass die von der Union teilweise im Bundesrat mitgetragenen Sozial- und Arbeitsmarktreformen (Hartz-Konzept) der rot-grünen Bundesregierung bisher keine positiven beschäftigungspolitischen Effekte hätten. Im aktuellen Wahlprogramm, vorgestellt im Juli 2005, plädiert die CDU für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 % auf 18 %, der ermäßigte Satz für die Mehrwertsteuer von 7 % soll beibehalten werden. Die Mehreinnahmen sollen zu einem Viertel an die Bundesländer fließen, zu drei Vierteln sollen sie zu einer Senkung der Lohnnebenkosten verwendet werden. Außerdem will sie das linear-progressive Einkommenssteuersystem beibehalten. Dabei soll der Eingangssteuersatz von 15 % auf 12 % gesenkt werden, und der Spitzensteuersatz von 42 % auf 39 %. Die Steuerfreiheit von Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschlägen soll mit einer sechsjährigen Übergangsfrist wegfallen. Insgesamt sollen durch Streichungen von Steuervergünstigungen Einnahmen in Höhe von rund 4 Mrd. Euro entstehen. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll als Gegenfinanzierung für die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 6,5 % auf 4,5 % gesenkt werden. Dadurch sollen die Produktionskosten im Inland gesenkt werden. Einzelne Sozialleistungen (etwa Arbeitslosengeld II) sollen daran gemessen werden, wie lange jemand in die Staatskasse eingezahlt hat. Nach Willen der CDU soll nur derjenige Unterstützung vom Staat bekommen, bei dem Eltern oder Kinder für deren Unterhalt nicht aufkommen können (der sogenannte „Unterhaltsrückgriff“). Die Pendlerpauschale dagegen soll reduziert werden: Die täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz sollen nur noch mit 25 statt bisher 30 Cent pro Kilometer steuerlich abgesetzt werden können, und dies auch nur für eine Strecke von maximal 50 Kilometern. Außerdem sollen zukunftsorientierte Technologien wie die Genforschung wieder stärker gefördert werden. In der Frage der Atomkraft ist eine Verlängerung der Restlaufzeiten geplant. Durch eine engere Zusammenarbeit der Ämter, Behörden und Stellen soll das sogenannte „Lohndumping“ bekämpft werden. Die Infrastruktur soll erheblich ausgebaut werden, besonders in den neuen Bundesländern. Dazu sollen „viele“ von Rot-Grün gestoppte Verkehrprojekte wieder aufgenommen werden. Nach Willen der CDU sollen betriebliche Bündnisse für Arbeit Abweichungen von Flächentarifverträgen erlauben, wenn eine große Mehrheit der Belegschaft dem in geheimer Wahl zustimmt. Der Kündigungsschutz soll bei Neueinstellungen in den ersten drei Jahren aufgehoben werden. Bei Betrieben mit weniger als 20 Beschäftigten soll er für zukünftig Eingestellte entfallen. Existenzgründer sollen von der Statistikpflicht freigestellt werden. Vollstatistiken sollen zudem „weitestgehend“ abgeschafft werden und durch repräsentative Stichproben ersetzt werden. „Kleine“ Unternehmen sollen der Buchführungspflicht entledigt werden. Außerdem soll die Nachweis- und Dokumentationspflicht zurückgeführt werden. Das Verbandsklagerecht bei Planungsverfahren soll abgeschafft werden, sofern es nicht durch die EU vorgeschrieben wird. Die von Rot-Grün eingeführte sogenannte „Ich-AG“ soll wieder abgeschafft werden, jedoch sollen Ich-AGen, die bereits bestehen, das Recht erhalten, auch weiterhin zu existieren. Die EU-Agrarsubventionen sollen stark gekürzt werden. Den neuen Bundesländern sollen für die Zeit von 2006 bis 2019 wie bisher vereinbart Solidarpaktmittel in Höhe von 156 Mrd. Euro zugesichert. Außerdem will die CDU Druck auf die EU ausüben, dass die Förderung der wirtschaftlich benachteiligten Regionen auch in der Förderperiode von 2007–2013 fortgeführt wird.

Bildung

Das dreigliedrige Schulsystem soll beibehalten werden, es soll demnach im Gegensatz zur SPD keine zusätzlichen Gesamtschulen eingeführt werden. Sozialverträgliche Studiengebühren werden befürwortet.Die Studienbeiträge dürften die finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht übersteigen und dürften die Aufnahme eines Hochschulstudiums nicht verhindern. Die CDU befürwortet eine Kombination von BAföG, Bildungssparen, Bildungsdarlehen und Entgelten bei einkommensabhängiger Darlehensrückzahlung sowie Freiplätze für Begabte und Bedürftige. Die Studienbeiträge sollen die finanzielle Situation an den Hochschulen verbessern. Durch die besseren Studienbedingungen soll sich das Studium verkürzen.

Innenpolitik

Verbrechen sollen härter bestraft werden, dadurch soll die Sicherheit erhöht werden. Die Bundeswehr soll im Innern Deutschlands insbesondere bei Katastrophen und Anti-Terror-Einsätzen beteiligt werden. Die CDU strebt eine relativ restriktive Ausländerpolitik an. Doppelte Staatsbürgerschaft wird nur in Ausnahmefällen befürwortet. Zuwanderung soll strenger kontrolliert werden.

Außenpolitik

Außenpolitisch strebt sie vor allem ein intaktes Verhältnis zu den USA an. So warf sie im zeitlichen Umfeld des Irak-Krieg der Bundesregierung häufig Anti-Amerikanismus vor. Eine „ominöse Achse“ Paris-Berlin-Moskau-Peking könne nach Aussage von Edmund Stoiber (CSU) niemals die Einbindung in das westliche Bündnis ersetzen. Deutschland brauche vielmehr die USA als Garanten von Frieden und Freiheit in der Welt. Eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei hält sie zurzeit für falsch. Stattdessen tritt die Partei für eine privilegierte Partnerschaft ein. Sie argumentiert vor allem, die Türkei verstoße häufig gegen Menschenrechte und die türkische Regierung leugne den Völkermord an den Armeniern 1915 noch heute. Des Weiteren müsse die Türkei Zypern als souveränen Staat anerkennen, da es Grundvoraussetzung sei, dass sich die Mitglieder der EU untereinander anerkennen. Die CDU beklagt, es könne bei der Frage, ob die Türkei in die EU eintrete, ein Automatismus entstehen, wenn der Türkei zum jetzigen Zeitpunkt EU-Beitrittsverhandlungen angeboten würden. Im künftigen Verhältnis zu Polen soll vor allem die von der Union befürwortete Schaffung eines Zentrums gegen Vertreibungen eine Rolle spielen.

Parteipolitik

Bevorzugter Koalitionspartner ist im Regelfall die FDP, da die CDU mit ihr vor allem in der Wirtschafts- und Steuerpolitik am meisten Gemeinsamkeiten sieht, unterschiedliche Ansichten gibt es vor allem in der Frage der Bürgerrechte; insbesondere ist in diesem Zusammenhang die von CDU befürworte, von FDP jedoch vehement abgelehnte Ausweitung der Videoüberwachung sowie langfristgere Speicherung von Verbindungsdaten etc. zu nennen. Teilweise koaliert sie auf Landesebene auch mit der SPD. Bündnisse mit den GRÜNEN und im Osten Deutschlands mit der PDS gab es bisher nur auf kommunaler Ebene.

Verhältnis zu den Kirchen

Seit ihrer Gründung steht die CDU Menschen aller Konfessionen offen, auch Nichtchristen. Dass sich die CDU ausdrücklich als christlich bezeichnet, beruht auf dem Entschluss der Partei, sich dem christlichen Menschenbild ausdrücklich verpflichtet zu erklären. In den Wahlprogrammen von SPD, FDP oder den Grünen ist ein solcher Bezug nicht vorhanden. Bei der Parteigründung im Jahre 1945 war zudem die Überwindung des politischen Gegensatzes zwischen Katholiken und Protestanten ein Hauptmotiv für die Aufnahme des Adjektivs „christlich“ in den Parteinamen. In Deutschland hatte es zuvor keine überkonfessionellen christlichen Parteien gegeben, da die Zentrumspartei überwiegend katholisch geprägt war. Die überkonfessionelle Ausrichtung ist auch in der Gegenwart an der Mitgliederstruktur ablesbar. Laut einer Studie der Freien Universität Berlin von 2005 bekennen sich gegenwärtig 51 % der CDU-Mitglieder zur katholischen Konfession, 33,3 % geben ein evangelisches Bekenntnis an und 15,7 % fühlen sich keiner Kirche zugehörig. Thematisch gibt es im Verhältnis zu den politischen Äußerungen führender Kirchenvertreter regelmäßig Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedliche Ansätze und Widersprüche zu den Kirchen, etwa in der Sozialpolitik (vgl. Christliche Soziallehre) oder bei der Förderung der Biotechnologie, insbesondere der Genomforschung.

Innere Struktur

Die CDU hat in allen Bundesländern außer Bayern (dort gibt es die CSU) Landesverbände gebildet und ist in allen entsprechenden Landtagen in Fraktionsstärke vertreten. FraktionFraktion

Mitglieder

Die CDU hat zurzeit 574.526 Mitglieder (Stand: 2. Februar 2005) Das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder beträgt 55,3 Jahre. 25,2 % der Mitglieder sind weiblich und 74,8 % männlich. Dabei ist der Frauenanteil in den neuen Bundesländern mit 29,2 % höher als in den alten Bundesländern, wo er nur 24,8 % beträgt. Vor 1966 wurde die Mitgliederentwicklung von der CDU-Bundesgeschäftsstelle lediglich geschätzt. Die Zahlen ab 1966 beziehen sich auf den 31. Dezember des jeweiligen Jahres. Sie stammen aus der Zentralen Mitgliederkartei der CDU.

Daten der Landesverbände

Parteifinanzen

Die CDU erhielt 2002 Einnahmen von 141,6 Mio. Euro. Davon entfielen 41 % auf die Mitgliedsbeiträge, 31 % durch Zahlung staatlicher Mittel, 22 % durch Spendenzahlungen, 2 % durch sonstige Einnahmen. Zum Vergleich: die CSU erhielt Einnahmen von 46,1 Mio. Euro und die SPD in Höhe von 158,8 Mio. Euro.

Hochburgen

Die Hochburgen der Partei konzentrieren sich vor allem auf ländliche und/oder katholische Regionen wie die Eifel, das Münsterland, das Sauerland, den Niederrhein, den Landkreis Fulda, Oberschwaben, das Emsland, Nordfriesland, Vorpommern sowie weite Gebiete von Sachsen, das thüringische Eichsfeld, Taunus und wohlhabende Städte wie Baden-Baden, Konstanz und Pforzheim. Nur geringen Zulauf hat die Partei in Bremen, Brandenburg und Ost-Berlin.

Verhältnis zur CSU

CDU und CSU sind als Sammlungsbewegungen nach den Wirren des 2. Weltkrieges entstanden und hatten als Leitbild künftiger Politik das christliche Menschenbild im Mittelpunkt. Als Sammlungsbewegung ist hierbei zu verstehen, dass sich dezentral Gruppen zusammenschlossen – Schwerpunkte in Köln, Berlin, München. Daher auch der Begriff „Union“ und nicht Partei. Im Falle der CDU fand man sich erst im Jahre 1949 zum ersten Bundesparteitag, also nach der Wahl des ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer (CDU) zusammen. Die Union in Bayern beließ es bei ihrem Engagement auf Landesebene, stellt aber frühzeitig klar, dass die CSU-Partei mit bundespolitischem Bezug sein und auf Bundesebene gemeinsam mit der CDU eine Einheit darstellen wollte. Zusammen mit der CSU bildet sie eine gemeinsame Bundestagsfraktion der beiden Unionsparteien, die programmatisch gemeinsam agiert. Dieses Verhältnis war aber nicht immer unproblematisch und es gab teilweise heftige Auseinandersetzungen, die ihren Höhepunkt beim Kreuther Trennungsbeschluss fanden.

Vereinigungen und Sonderorganisationen der CDU

Neben den Landesverbänden spielen die Vorfeldorganisationen in der CDU eine wichtige innerparteiliche Rolle. Die Vereinigungen sind im Statut der CDU satzungsrechtlich verankert. Dabei kommen ihnen zwei Hauptaufgaben zu. Sie sollen einerseits die Politik der Partei innerhalb ihrer jeweiligen Wirkungskreise verbreiten. Andererseits sollen sie aber auch die Anliegen der von ihnen vertretenen Gruppen in die Politik der CDU einfließen lassen. Die Vereinigungen genießen im Verhältnis zu anderen Parteien eine weitgehende Unabhängigkeit von der Gesamtpartei. Neben dem Recht, sich eine eigene Satzung zu geben, drückt sich dies vor allem darin aus, dass ihre Mitglieder nicht zwangsläufig Mitglied der Gesamtpartei seien müssen. Zudem haben sie ausdrücklich das Recht auf eigene politische Verlautbarungen, wenn diese nicht den Grundsätzen der Partei widersprechen. Neben den satzungsmäßig verankerten Vereinigungen gibt es in der CDU noch weitere Vorfeldorganisationen mit unterschiedlichem Status. In der Literatur werden sie teilweise auf eine Stufe mit den Vereinigungen gestellt. Zurzeit verfügt die CDU über sieben Vereinigungen. Ihr Entstehen geht zum größten Teil auf die Anfangszeit der Partei in den 1950er Jahren zurück. Ihr innerparteiliches Gewicht ist unterschiedlich groß. Neben der Jungen Union wird allgemein die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung als besonders einflussreich angesehen. Die Bedeutung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA oder auch Sozialausschüsse), die noch bis in die 1970er Jahre hinein ein wichtiger innerparteilicher Machtfaktor war, hat seither stark abgenommen. Die erst 1988 gegründete Senioren-Union wird vermutlich schon wegen der demografischen Entwicklung zunehmend an Einfluss gewinnen. Des weiteren gibt es die Frauenunion. Unter die Sonderorganisationen fallen Zusammenschlüsse von CDU-Mitgliedern oder CDU-Sympathisanten, die nicht den formalen Status einer Vereinigung haben. Von besonders hervorgehobener Bedeutung ist unter ihnen der Wirtschaftsrat der CDU, der 1963 als Zusammenschluss einiger CDU-naher Unternehmer entstand. Er hat großen Einfluss bei der Formulierung der Wirtschaftspolitik der Partei. Eine weitere der CDU nahestehende Organisation ist die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Geschichte

Gründung

Die CDU wurde im Juni 1945 in Berlin (siehe Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR)) und im Rheinland gegründet. Die CDU organisierte sich 1945 bis 1949 in den deutschen Ländern und Besatzungszonen und schloss sich 1950 in Goslar auf Bundesebene zusammen. Ein wesentlicher Teil ihrer Mitgliederschaft (unter anderem Konrad Adenauer) entstammt der vor dem Zweiten Weltkrieg existierenden katholisch und süd-/westdeutsch geprägten Zentrumspartei. Aber auch führende Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei, der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei und der liberalen DDP traten der CDU bei, insbesondere in Norddeutschland. Auch ehemalige NSDAP-Mitglieder wie z.B. Gerhard Schröder (nicht zu verwechseln mit Gerhard Schröder (SPD)), Kurt Georg Kiesinger und Hans Filbinger wurden eingebunden. Die CDU schaffte es damit, weit über das katholische Milieu des alten Zentrums hinaus auch in protestantischen Kreisen Fuß zu fassen. In den ersten Jahren von einem „