Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Minensuchboot

Minensuchboot

Minensuchboote sind besonders zum Suchen und Räumen von Seeminen geeignete kleine Schiffe. Sie finden sich im Bestand vieler Seestreitkräfte und sind schwach bewaffnet. Der Schiffskörper war früher meistens aus Holz, inzwischen überwiegt glasfaserverstärkter Kunststoff. In Deutschland wird auch nicht magnetisierbarer Stahl als Baustoff verwendet. Um beim Räumen Schutz vor Seeminen zu bieten, wird durch eine »Magnetische-Eigenschutz-Anlage« das Magnetfeld metallischer Einbauten (z. B. Antriebsmaschinen) kompensiert. Schallemissionen werden durch dämpfende Lagerung, insbesondere der Antriebsmaschinen, vermindert.

Minenräumung

MagnetfeldMagnetfeld Mechanisches Minenräumgerät besteht aus langen Drahtseilen, die in unterschiedlichen Wassertiefen gezogen werden und Ankertauminen von Tauen und Ketten abschneiden. Grundminen können durch nachgeschleppte Geräuscherzeuger oder Elektromagnete (Hohlstäbe), die ein Schiff simulieren, zur Detonation gebracht werden. Die Gefahr, die sich durch das gezielte Überfahren von Minenfeldern ergibt, wurde durch ein neues Prinzip der Suche verringert. Dabei werden bis zu vier unbemannte Kleinboote (Hohlstabboote) vom Hohlstablenkboot aus ferngesteuert durch das Minenfeld gelenkt und simulieren dabei Magnetfeld und Geräusch eines Schiffes. Eine weitere Minenräummöglichkeit ist der Einsatz von Sperrbrechern, die durch das zu räumende Minenfeld laufen und dadurch Minen zur Explosion bringen. Es handelt sich um größere Schiffe, deren Laderäume durch verschiedene Maßnahmen gegen das Volllaufen geschützt sind. Eine weitere Minenabwehrmethode ist die Minenjagd, bei der die Minen mit Schallortungsgeräten einzeln geortet und anschließend mit Sprengladungen vernichtet werden.

Minensuchboote der Bundeswehr

Als Teilstreitkraft der Bundeswehr hält die Deutsche Marine derzeit (Januar 2005) folgende Einheiten in Dienst:
- 12 Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse (Klasse 332) Die ehemaligen 10 Schnellen Minensuchboote der Hameln-Klasse (Klasse 343) wurden inzwischen umgebaut zu
- 5 Minenjagdbooten der Kulmbach-Klasse (Klasse 333) und
- 5 Hohlstablenkbooten der Ensdorf-Klasse (Klasse 352) mit 3 bis 4 Minensuchdronen, genannt Seehund oder Hohlstab.

Weblinks


- [http://www.marine.de/einheiten www.marine.de/einheiten: Die Einheiten der Deutschen Marine] Kategorie:Militärschiffstyp ja:掃海艇

Mine (Waffe)

Eine Mine ist eine Explosionswaffe, die in der Regel vom Opfer selbst ausgelöst wird. Man kann sie deshalb auch im weitesten Sinn als eine Sprengfalle bezeichnen. Manche Minen werden auch vom Bediener ferngezündet, der den Wirkungsbereich der Mine beobachtet; vom Militär werden diese Minen als Beobachtungsminen bezeichnet. Minen und Selbstschussanlagen sind technisch kaum zu unterscheiden. Seit 1999 ist die, bis Ende 2004 von 144 Ländern unterzeichnete, "Ottawa-Konvention" zur Ächtung von Antipersonenminen in Kraft. Im Jahr 2003 wurden weltweit mehr als 8000 von Landminen getötete oder verstümmelte Menschen registriert, die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bei rund 20.000.

Geschichte

Die ersten "Minen" waren simple Stollen, die man vor der Erfindung des Schießpulvers unter feindliche Befestigungen grub, um Breschen in Festungen zu schaffen (davon kommt auch unser Ausdruck etwas unterminieren). Um den Effekt zu vergrößern und um die Mineure zu schützen wurde die Mine solide mit Holz abgestützt, dann wurde leicht brennbares Material eingebracht und angezündet. Sobald die tragenden Elemente weggebrannt waren stürzte der darüberliegende Festungsteil ein. Durch Schießpulver wurden diese Stollen noch wirksamer. Beginnend im amerikanischen Sezessionskrieg und besonders im Ersten Weltkrieg wurde durch den Stellungskampf verstärkt dieser Minenbau betrieben. Dabei wurden z.B. so genannte Horchstollen gegraben, um die feindlichen Minenbauaktivitäten zu entdecken, Quetschstollen um die feindlichen Minenbauer mit einer kleinen Sprengladung zu zerdrücken oder eine Sprengkammer um mit mehreren Tonnen Sprengstoff gegnerische Stellungen zu zerstören. siehe auch: Minenkrieg

Landmine

Die klassische Landmine ist ein flacher Behälter mit Sprengstoff und einem Zünder, der explodiert, wenn er mit einem bestimmten Gewicht belastet wird. Die ersten modernen Landminen wurden nach dem Ersten Weltkrieg industriell hergestellt. Es hatte schon vorher verborgene Sprengladungen und Bomben gegeben, aber durch die Massenfertigung wurde die Mine erst zur weit verbreiteten Plage für die Menschheit. Bombe] Bombe

Bauart

Es gibt mehrere Kriterien, nach denen Landminen unterschieden werden:

Nach dem Ziel, das angegriffen werden soll:


- Antipersonenminen (militärische Abkürzung: APM) sollen Menschen töten oder verstümmeln und auf diese Art und Weise aufhalten; (z.B. M14, M16, Bouncing Betty, M18 Claymore)
- Antifahrzeugminen sollen Fahrzeuge zerstören, vermögen aber nur schwache Panzerungen zu durchdringen; Der Begriff Antifahrzeugminen wird in vielen Systematiken nicht verwendet, da Antipersonenminen ungepanzerte Fahrzeuge beschädigen und Antipanzerminen in der Regel auch von ungepanzerten Fahrzeugen ausgelöst werden. Die meisten modernen Antifahrzeug- und Antipanzerminen sind mit einem Aufhebeschutz versehen, oder können mit Zugzündern für Stolperdräte ausgerüstet werden. Sie wirken also tatsächlich auch als Antipersonenminen.
- Antipanzerminen (Militärische Abkürzung. ATM) sollen Panzer aufhalten, indem das Fahrwerk zerschlagen oder die Ketten zerrissen werden, oder indem der Panzer zerstört wird.

Nach der Wirkungsweise:


- Sprengminen wirken vor allem durch die bei der Detonation entstehende Druckwelle. Die Wirkung durch Wurfkörper oder Splitter ist hier nachrangig. Derartige Anitipersonenminen werden oft als Tretminen bezeichnet. (z.B. M14).
- Splitterminen wirken durch die Splitter, die bei der Detonation als Geschosse gerichtet (z.B. Bauart M18 Claymore oder die deutsche SM-70) oder ungerichtet in der gesamten Umgebung verteilt werden und den Explosionsdruck; eine Sonderform sind auch Selbstschusssplitterminen in Form einer Selbstschussanlage (z.B. an der Innerdeutschen Grenze zwischen BRD und DDR);
- Richtminen mit Hohlladung oder hohlladungsähnlichen Sprengsätzen, die entweder auf das Ziel ausgerichtet ein Projektil mit Hohlladungseffekt (z.B. die schwedische FFV 016) oder eine Kurzstreckenrakete mit einer Hohlladung verschießen (z. B. deutsche DM-12 PARM);
- Projektilbildende Minen (FEP), deren Schwermetalleinlagen durch die Sprengladung zu tropfenförmigen Projektilen umgeformt werden und durch die hohe Geschwindigkeit die Panzerungen durchdringen. (z.B. M93 "Hornet").
- Springminen, die bei der Auslösung eine Sprengladung mit Splittermantel hochschleudern, welche in ca 0,8 - 1,2 Meter Höhe explodiert und je nach Typ in einem Radius bis zu 30m tödlich wirken können (zum Beispiel die in Deutschland hergestellte DM-31 oder die Antipersonenmine M16); in diese Kategorie kann man auch einige experimentelle Antipanzerminen einordnen, die bei Auslösung ihren Sprengsatz in einige Dutzend Meter Höhe schleudern und dann mit Hilfe von Sensoren die meist schwächer gepanzerte Oberseite des Ziels angreifen.

Nach Zündung:


- Druckzünder werden durch das Gewicht des Zieles ausgelöst,
- Zugzünder werden durch Stolperdraht ausgelöst oder über eine Zugleine ferngezündet,
- Magnetzünder reagieren auf Änderung eines Magnetfeldes z. B. durch Fahrzeuge oder Minensuchgeräte,
- Erschütterungszünder reagieren auf Erschütterungen, die sie vom Erdboden aufnehmen. z.B. das russische VP-13 System reagiert durch einen seismischen Sensor auf Schrittgeräusche bis ca. 15 m um den Sensor und steuert dann bis zu 5 Minen gleichzeitig. Dabei müssen sich die Minen nicht in der Nähe des Auslösers befinden sondern können etwas weiter entfernt sein. Das System ist batteriebetrieben und zerstört sich bei der Auslösung selbst durch eine kleine außen angebrachte Sprengladung.
- Zeitzünder bringen die Mine nach Ablauf einer gewissen, vom Minenleger eingestellten Zeit zur Detonation. Zeitzünder haben mehrere Zwecke: Das verminte Gebiet ist für eine gewisse Zeit nicht räumbar; der Zeitzünder dient als Selbstzerstörungsmechanismus, der die Minenräumung überflüssig machen und so die Landmine humaner machen soll. Zeitzünder sind meistens nicht die einzigen Zünder einer Mine, sondern werden zusätzlich eingesetzt. Minen nur mit Zeitzünder wären mit Zeitbomben identisch.
- Knickzünder wird vor allem bei Panzerabwehrminen eingesetzt um gegen die ganze Fahrzeugbreite zu wirken.
- IR-Minenzünder, die optisch im infraroten Spektralbereich empfindlich sind.
- Fernausgelöste Minen werden elektrisch oder mit Sprengschnur gezündet.

Nach der Art der Verlegung:


- Verdeckt verlegte Minen werden so in der Erde vergraben, dass der Zünder noch wirksam bleibt.
- Offen verlegte Minen werden offen auf den Boden verlegt oder teilverdeckt verlegt, wobei die Mine nur feindseitig getarnt wird. Abgeworfene oder verschossene Minen liegen meist offen.
- Wurfminen können mittels Raketen, Artillerie, Hubschraubern oder speziellen Fahrzeugen verlegt werden. Die Minen richten sich nach dem Aufprall selbsttätig auf. Die Zündung zu dieser Gruppe gehöriger Antipanzerminen erfolgt durch Knickzünder, magnetische Zünder oder Erschütterungszünder, so dass die Mine über die gesamte Breite des darüberfahrenden Fahrzeugs wirkt und nicht nur bei Gewichtsbelastung. Da solche Minen offen verlegt sind, sind sie gegen Aufnahme gesichert. Die Wirkdauer wird vor der Verlegung eingestellt, danach soll sich die Mine selbst zerstören (funktioniert nicht immer zuverlässig, für Minen der Bundeswehr und einige andere NATO-Länder gilt eine geforderte Zuverlässigkeit der Selbstentschärfung von über 99%).
- Von Luftfahrzeugen abgeworfene Minen; der Sowjetarmee wurde vorgeworfen, in Afghanistan von Flugzeugen aus kleine Plastikminen abzuwerfen, die explodieren, wenn man sie in die Hand nimmt. Teilweise waren dies Sprengkörper die wie Kinderspielzeug aussahen. Oft waren es Antipersonenminen vom Typ PFM-1, die wie große Ahornblätter aussehen und von der es eine Variante gibt die gegen Aufnahme gesichert ist.([http://ndmic-cidnm.forces.gc.ca/landmine.asp?lang=e&LandmineID=57# Beschreibung hier]), Nachbauten der amerikanischen BLU-43/B "Dragontooth" . BLU-43/B sind sehr kleine Minen (ca. 10 cm breit) mit aerodynamischen Flächen, sie werden in verschiedenen Farben hergestellt. Ihr Trivialname ist Schmetterlingsmine. Andere Minen, die von Luftfahrzeugen abgeworfen werden, gleichen den Wurfminen.

Nach Umfang der Zerstörung

Beispiel der Klassifizierung in den USA (eigentlich nur für Antipanzerminen angewendet, zeigt sie doch deutlich die Denkweise bei der Anwendung von Landminen):
- M-Kill oder mobility kill. Die M-Kill-Mine zerstört "nur" eine oder mehrere für die Fortbewegung notwendige Komponenten (Fahrzeugachse, Kette, Fuß und Unterschenkel). Das Waffensystem bleibt in der Regel unzerstört, der Tod der Besatzung ist nicht zu erwarten. Übertragen auf Antipersonenminen (in dieser Kategorie meistens Sprengminen): Personen werden in der Regel verstümmelt, aber nicht getötet, wenn sie rechtzeitig gerettet werden.
- K-Kill oder catastrophic kill: Die Zerstörung des Waffensystems oder der Besatzung ist das Ziel. Überträgt man die Systematik auf Antipersonenminen (in dieser Kategorie meistens Splitter- oder gar Springminen), so ist die Tötung der die Mine auslösenden Person das Ziel.

Flussmine

Flussminen , auch als Uferminen bezeichnet. Sie sind wasserdicht, verankerbar, oft hydrodynamisch geformt und werden in flachen Binnengewässern und vor/an Stränden zur Abwehr amphibischer Landungen gelegt. Sie wirken gegen Amphibienfahrzeuge, schnorchelnde Fahrzeuge oder Schiffe. Vor allem die Sowjetunion hat mehrere derartige Minentypen entwickelt. Beispiel: MIRJAM (Niederlande). Die Zünder besitzen meistens magnetische und elektromagnetische, sowie Schallsensoren. Teilweise werden für flache Gewässer auch geeignete Seeminen verwendet. Beispiel: Die von Luftfahrzeugen abgeworfene U.S. NAVAL MINE, MK 62 MOD 0 (QUICKSTRIKE).
In flachen Gewässern werden auch wasserdichte Landminen verlegt.

Seemine

Schmetterlingsmine Schmetterlingsmine Seeminen sind Minen, die gegen Schiffe eingesetzt werden. Die erste Seemine wurde 1776 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von David Bushnell konstruiert. Die Unterwasser-Haftladung mit Zeitzünder wurde an gegnerische Schiffe mit einem Haken befestigt. David Bushnell Mit Berührungszündern ausgestattete Ankertauminen werden durch Kontakt mit dem Schiffskörper ausgelöst und können so unbeaufsichtigt und entfernt von Küsten eingesetzt werden. Lösen sich Ankertauminen von ihrer Verankerung, so werden sie zu Treibminen. Der vorsätzliche Einsatz von Treibminen ist nach dem Haager Abkommen weitgehend verboten und militärisch relativ sinnlos, da sie eine große Gefahr auch für die eigene Schifffahrt beinhalten. Die ersten Minen dieser Art wurden bereits 1813 vor den Forts Hudson und Richmond eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden Grundminen entwickelt, die in flachem Gewässer auf Grund liegen. Die Zerstörungswirkung geht hierbei von der bei der Detonation entstehenden Gas-/Schaumblase aus, die die tragende Wirkung des Wassers aufhebt und zu erheblichen Belastungen des Schiffskörpers mit daraus folgenden Rissbildungen führt. Die Zündung erfolgt bei einer Änderung des erdmagnetischen Feldes am Ort der Mine, hervorgerufen durch das Magnetfeld des überfahrenden Schiffes. Weitere gängige Zünder reagieren auf die Geräusche der Schrauben und Maschinen eines Schiffes oder die geringfügige Wasserdruckerhöhung während des Überlaufes. Manche Zünder sind mit Zählwerken ausgestattet, die erst nach einer bestimmten Zahl von Überläufen ansprechen, dadurch soll die genaue Lokalisierung des Minenfeldes und dessen Räumung erschwert werden. Moderne Seeminen können durch Kombination mehrerer Sensoren und elektronischer Auswertung und Steuerung die Zündung auf bestimmte Schiffsgrößen oder sogar -typen eingrenzen und das Räumen durch Simulation (z. B. deutsches Troika-Verfahren) erschweren. Moderne Grundminen werden gerne so geformt dass sie schnell Bewuchs ansetzen oder auf dem Sonar wie ein Felsen wirken. Zweiten Weltkrieg Einen begrenzten Schutz vor der Auslösung von Akustik-Minen bietet eine möglichst geräuschminimierte Fahrtstufe oder bei Minensuchbooten eine entsprechend ausgelegte Antriebsanlage. Zweiten Weltkrieg Da Magnetik-Minen auf eine Änderung des Erdmagnetfeldes reagieren, muss man zum Schutz diese Änderung durch das Schiff möglichst minimieren. Dies ist durch eine aufwändige Anlage möglich, bei der im Schiff verlegte elektromagnetische Schleifen abhängig von Kurs, Fahrtstufe und Eigenmagnetfeld des Schiffes ein Gegenfeld aufbauen. Zur Überprüfung und Einstellung dieser Anlagen, über die aus wirtschaftlichen Gründen nur Minensuchboote und Kriegsschiffe verfügen, unterhält die Bundeswehr im Nord-Ostsee-Kanal nord-östlich der Rader Hochbrücke eine Messstelle, in deren überdimensionale Spule die Schiffe einfahren. Eine Alternative besteht in der Verwendung amagnetischen Stahls, der fast gar kein Eigenmagnetfeld erzeugt. Im U-Boot-Bau schon seit langer Zeit eingesetzt, verfügt die Deutsche Marine mittlerweile auch über Minensuchboote aus amagnetischem Stahl. Andere Nationen fertigen Minenjagdschiffe aus Holz bzw. GFK. Eine Sonderbauform der Seemine sind unbemannte Unterwasserplattformen, die elektronisch die Annäherung von feindlichen Schiffen detektieren und einen Torpedo auf das Schiff abschießen (z.B. Mk-60 CAPTOR, USA). Das Legen der Seeminen ist nicht an einen bestimmten Schifftyp gebunden, beinahe jedes Kriegsschiff besitzt eine zumindest begrenzte Minenlegekapazität. Schiffe mit möglichst großen, durchgehenden Decksflächen (wie zum Beispiel Fähren oder RoRo-Frachter) lassen sich innerhalb weniger Stunden mit Minenschienen ausrüsten, um so als Hilfsminenleger eingesetzt werden zu können. Das Suchen und Räumen erfolgt durch Minensuchboote und deren besonders ausgebildeten Besatzungen, zu denen zum Teil auch Minentaucher gehören. Länder mit Seestreitkräften haben seit der Entwicklung dieser Waffe im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung Seeminen sowohl zum eigenen Schutz der Küsten und Häfen ausgelegt, als auch das Seegebiet des Gegners durch Ausbringen von Seeminen blockiert. Bis heute sind viele Meere, zumeist in den Küstenregionen, durch Minen aus beiden Weltkriegen belastet. Das gilt besonders für Ost- und Nordsee. Bis 1972 wurden Seewege in Nord- und Ostsee systematisch von Seeminen geräumt und in Seekarten als minenfrei vermerkt. Aufgrund des Alters ihrer technischen Ausstattung wie Zünder und Batterien und der Korrosion durch Seewassereinfluss wurde das Risiko durch die verbliebenen Minen als nicht höher eingestuft als das Risiko der Seefahrt überhaupt. Trotzdem werden immer noch Minen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges in der Ostsee von den Anrainerstaaten geräumt. 1919 schufen Jauch & Hübener eine Police, die Seekaskoversicherung für Minenschäden, die das Risiko eines Schadens durch Seeminen für Handelsschiffe abdeckte.

Andere Minen

Luftminen und von Minenwerfern geworfene Wurfminen haben mit der Mine zwar die dünnwandige Hülle gemein, werden jedoch durch Aufschlagzündung gezündet und wirken wie Sprengbomben oder Granaten. Kurios mag inzwischen anmuten, dass im Zweiten Weltkrieg kurzzeitig von den Sowjets so genannte Panzerabwehrhunde zum Einsatz kamen, um eine fernzündbare Sprengladung unter die feindlichen Panzer zu bringen. Auch wurden von US-amerikanischer Seite Versuche mit so genannten Fledermausbomben unternommen, die im Pazifikkrieg gegen Japan eingesetzt werden sollten - all diese Projekte waren nur sehr kurzlebig. In gewisser Weise werden ähnliche Konzepte spätestens seit Beginn der 1990er Jahre von menschlichen so genannten Selbstmordattentätern im größeren Maßstab praktiziert.

Humanitäre Gesichtspunkte

Selbstmordattentäter Gerade die nicht als Sprengkörper erkennbaren oder besonders kleinen Minen stellen vor allem für Kinder eine große Gefahr dar. Nach dem UN-Landminenprotokoll muss die Position von verlegten Minen notiert werden. Eingebaute Selbstentschärfungsmechanismen sollen die Minen nach einer bestimmten Zeit automatisch entschärfen. In der Realität werden Minen jedoch oft unkontrolliert, hastig und ohne Plan verlegt. Von Luftfahrzeugen abgeworfene Minen verteilen sich unregelmäßig, teilweise über weite Strecken. Da sie oft Falldämpfer in Form von kleinen Fallschirmen oder aerodynamisch wirksamen Flächen ("Schmetterlingsminen") haben, können sie eine gewisse Strecke vom Wind getragen werden. Manche kriegsführenden Parteien benutzen Minen auch mit voller Absicht gegen die Zivilbevölkerung, um eine Gegend unbewohnbar zu machen, Äcker und Weiden unbenutzbar zu machen oder schlicht Terror gegen eine feindliche Bevölkerung zu üben. Hunger, Tod und lebenslange Verstümmelung Unschuldiger sind die Folgen. Ähnlich in der Wirkung sind Streubomben. Ein nicht geringer Teil der Streubomben bleibt als Blindgänger liegen und explodiert in der Regel leichter als Anti-Personenminen bei Berührung. Minen kosten sehr wenig, lassen sich leicht herstellen und rasch in großen Stückzahlen verlegen. Sie sind daher insbesondere von Interesse für Kriegsparteien, die keinen Zugang zu teuren Waffensystemen haben. Doch auch Armeen wie die der USA und Russlands, Chinas, Indiens und Pakistans nutzen immer noch Landminen.

Mit Landminen verseuchte Länder


- Afghanistan: ca. 10 Millionen
- Ägypten: mehrere Millionen (El Alamein, Sinai)
- Angola: die Zahl der Landminen kann nach dem Ende des Bürgerkrieges nicht geschätzt werden
- Bosnien und Herzegowina: ca. 1.000.000
- China
- Deutschland - Ehemalige Innerdeutsche Grenze : 33000 wurden nicht wiedergefunden (durch Tiere ausgelöst, durch Sturzregen weggeschwemmt u.a.).
- Eritrea
- Griechenland/Türkei - die Grenze
- Irak
- Iran
- Kambodscha: ca. 4 Millionen
- Kroatien: ca. 700.000
- Libyen unbekannte Anzahl noch funktionstüchtiger Minen aus dem Zweiten Weltkrieg.
- Mauretanien/West-Sahara - die Grenze.
- Mosambik: 800.000 bis 1 Million
- Namibia
- Somalia
- Sri Lanka
- Sudan
- Vietnam: mehr als 3,5 Millionen und zig Millionen noch nicht explodierter Blindgänger.
- Tschetschenien Tschetschenien

Minenräumung


- Minenräumung: Die Mine wird hierbei zerstört. Meistens durch kontrollierte Auslösung, Sprengung, Beschuß oder Minenflegel.
- Minenentschärfung: Die Mine wird gesichert, so dass sie nicht mehr auslösen kann. Anschliessend kann sie entweder wiederverwendet, eingelagert oder zerstört werden. Prinzipiell wird zwischen militärischer und humanitärer Minenräumung unterschieden. Während beim militärischen Minenräumen meist die schnelle Überwindung eines vermuteten Minensperrgürtels durch Schaffen einer Minengasse mit zumutbaren Verlusten das primäre Ziel ist, liegt die Anforderung beim humanitären Minenräumen komplett anders. Humanitäre Räumoperationen finden meist in Nachkriegsgebieten statt. Primäres Ziel ist es hier, der Zivilbevölkerung ein sicheres Leben (Erwerb auf den Ackerflächen, Zugang zu Wasservorräten, etc.) wiederherzustellen. Offiziell gilt hier meist eine Räumwahrscheinlickeit von nahezu 100% bis zu einer Tiefe von 20 cm für Anti-Personenminen. Tschetschenien Tschetschenien Das "Arbeitstier" der Minenräumer ist aktuell (und bleibt wohl auf absehbare Zeit) der Metalldetektor, obwohl der Metallanteil in modernen Minen immer geringer wird ("Plastikminen"). "Plastikminen" im eigentlichen Sinn von metallfreien Minen gibt es strenggenommen nicht. Zwar gibt es Minen, die komplett aus Kunststoff bestehen (z.B Jugoslawische PMA-2 und -3) oder nur einen minimalen Metallanteil haben (Zündmechanismus: südafrikanische R2M2 oder US-amerikanische M14). Alle (humanitär kritischen) Minen haben aber eines gemeinsam: sie müssen billig sein. Von daher haben alle Minen eine Zündkapsel, die meist aus Aluminium besteht und von modernen Metalldetektoren in einer Tiefe bis 15 cm detektiert werden. In letzter Zeit werden zunehmend Minenräumhunde (speziell trainierte Sprengstoffspürhunde) eingesetzt, die verlegte Minen durch ihren empfindlichen Geruchssinn erschnüffeln. Ebenfalls werden speziell auf den Geruch von Sprengstoff dressierte Ratten zur Minensuche eingesetzt. Versuche gibt es zum Einsatz von Bienen. Antipersonenminen räumt man bei militärischen Operationen (und in Einzelfällen auch bei humanitären, jedoch steht der Keiler zum Beispiel in erster Linie dem Militär zu Verfügung) mit Spezialfahrzeugen.
- Flegel-System: An einem drehbaren Zylinder sind Kettenstücke befestigt. Der Zylinder dreht sich schnell, die Ketten peitschen gegen den Boden und bringen die Minen zur Explosion (siehe auch Keiler (Panzer)).
- Pflug-System: Eine andere Methode ist es, Minenpflüge an der Vorderseite herkömmlicher Panzer / anderer Fahrzeuge (z.B. das auf dem US-amerikanischen M1 Abrams basierende Assault Breacher Vehicle (ABV)) zu montieren. Diese Fahrzeuge arbeiten aber nicht perfekt - einige Minen detonieren nicht und werden in der Mechanik nicht oder nur leicht beschädigt - und so ist eine manuelle Nachräumung vor der Freigabe eines Geländes weiterhin nötig.
- Roller-System: Vor dem Fahrzeug werden schwere Minenwalzen befestigt die in der Fahrspur liegende Minen auslösen sollen.
- Magnetsystem: Wird oft in Verbindung mit Minenwalzen oder Minenpflügen eingesetzt. Durch vor dem Fahrzeug angebrachte Elektomagnete wird ein Feld erzeugt das Magnetzünder vorzeitig auslösen soll. Panzerminen mit Druckzünder (Auslösedruck 150-300kg je nach Typ) werden durch das Gewicht eines Menschen normalerweise nicht ausgelöst. Deshalb wird durch Sicherungsminen, Aufnahmesicherungen und Sprengfallen ihre Räumung erschwert. Es ist üblich, verschiedene Minenarten zu mischen, damit Minenräumpanzer nicht gefahrlos in ein Feld von Anti-Personenminen fahren können und im Gegenzug menschliche Minenräumer nicht ungefährdet Panzerminen entschärfen können. Bei der menschlichen Minenräumung wird weiterhin hauptsächlich der Metalldetektor samt "Suchnadel" (engl. "Prodder"; nadelförmiges Gerät zum Ertasten des Verdachtsobjekts) verwendet, gefolgt von dem Einsatz von Spürhunden (z.T. auch nur zur "Verdachtsflächen-Reduzierung"; engl. "Area-Reduction"). Speziell zur Verdachtsflächen-Reduzierung werden auch mechanische Räumgeräte, wie das schon erwähnte rotierende Schlägel-System (engl. "Flail") oder rotierende aufeinanderpressende Walzen eingesetzt. Diese mechanischen Systeme eignen sich aber trotz großer Hoffnung nur bedingt zum humanitären Minenräumen, da Minen im Räumprozess z.T. nicht komplett zerstört werden und "nur beschädigt" in einem komplett unsicheren Zustand hinterlassen werden. Dabei wird auch der Erdboden durch giftige Sprengstoffe kontaminiert. Die Entschärfung von Minen erfolgt in der Regel entweder per Hand, indem der Entschärfer den Zünder unschädlich macht oder bei nicht handhabungssicheren Minen oder Minen mit Aufhebeschutz durch Sprengung am Fundort mit einer Schlagladung. Die Minenfräse ist eine Alternative, geeignetes Gelände vorausgesetzt. Des weiteren folgt nun eine ganz Reihe von labortechnischen Fortschritten, die meist durch EU-Projekte gefördert wurden und prinzipiell einen technischen Fortschritt bedeuten könnten. Alle haben aber einen Haken (Details müsste man auf einer separaten Seite klären). Tatsache ist, das keines der unten beschriebenen Projekte heute "im Feld" angewandt wird. Es bleibt bisher, trotz intensiver Förderung z.B. durch die EU, bei den existierenden Suchtechiken Metalldetektor in Kombination mit "Prodder", z.T. auch Hunde. Auch eine Entschärfung per ferngesteuertem Roboter ist denkbar, in armen Ländern aber nicht realistisch. Es gibt auch Pläne zum Einsatz von vielen kleinen, billigen, autonom agierenden Roboter, welche die Minen zur Detonation bringen sollen. Dieses Projekt ist aber noch nicht für die Praxis umgesetzt worden und verlangt auch weiterhin eine manuelle Nachräumung. Minen können mit einem Verfahren für expandierende Schäume mittels Mehrkammer-Kunststoffbehältern fixiert werden. Dadurch ist der weitere Umgang mit den Minen gefahrlos durchzuführen, da ein Auslösen der Mine durch die Blockade der Auslösemechanismen wirksam verhindert wird (DPMA-Patent-Nr. 102 04 784). Dänische Wissenschaftler haben ein genmanipuliertes Gewächs namens Mausohrkresse (auch Acker-Schmalwand genannt) entwickelt. Die grünen Blätter der Pflanze färben sich nach einigen Wochen rot und zeigen so Stickstoffdioxid an, das aus im Boden vergrabenen Landminen entweicht. Obwohl noch Probleme zu lösen sind, könnte diese Methode in Zukunft die Minenräumung wesentlich effizienter gestalten. Im Jahr 2000 wurde im Kosovo auch ein Luftschiff für die UN zum Einsatz gebracht, das mit einem Radargerät nach Minen und Blindgängern suchte.

Militärische Gesichtspunkte

Das ersten Anzeichen für ein vermintes Gebiet ist oftmals der Verlust eines Mannes oder Fahrzeugs. Solche Verluste sind oftmals leider unvermeidlich, aber man kann viel tun, um es zu verhindern. Minen oder Sprengfallen werden besonders gern an folgenden Stellen verlegt:
- Flaschenhälse oder Engpässe, wo ein durch Minen beschädigtes Fahrzeug den Weg oder die Straße versperrt. Das ist besonders wirkungsvoll, wenn das Beseitigen oder Reparieren des Fahrzeugs schwierig ist.
- Stellen, die für einen Hinterhalt auf Fahrzeuge oder Patroullien geeignet sind.
- Im Seitenstreifen von Straßen und Wegen. Auf befestigten Wegen verlegte Minen sind offensichtlich, außer im Seitenstreifen oder wo überwucherndes Gras und Schutt/Geröll Sichtschutz bietet. Auf Wegen mit aufgelockertem Boden muß ebenfalls mit Minen gerechnet werden, da ein Verstecken der Mine leicht ist.
- In und um Trümmer, auch Krater oder Straßensperren, werden Anti-Personen-Minen gern in großen Mengen verlegt
- In Umleitungen um Hindernisse herum, da ein Verstecken recht einfach ist.
- Manchmal auch in Hafengebieten oder Straßenabfahrten.
- In Gräben, Gebäuden oder anderen Stellen, wo man gern rastet oder Deckung sucht.
- Um verlassene Ausrüstung herum, um die Bergung zum Wiederverwenden zu verhindern oder um Souvenirjäger zu treffen.
- Hinter von der anderen kriegführenden Seite besetzten Stellungen.
- In und auf beschädigten Straßen, Eisenbahnschienen, Häfen, usw., um die Reparatur zu verzögern.
- In der Nähe von Helikopterlandeplätzen.
- An verwundeten oder toten Kombattanten des "Feindes" die bevorzugt mit dem Gesicht zum Boden platziert werden (Dies ist nach mehreren internationalen Abkommen zwar offiziell geächtet, wird aber in vielen Kriegsgebieten, nicht nur in der dritten Welt ordonanzmäßig durchgeführt )
- Insbesondere Panzerabwehrminen im Seitenstreifen von Kreuzungen und den Innenseiten von Kurven, da hier Panzerfahrer dazu neigen, die Straße zu verlassen Einige Anzeichen von gut versteckten Minen verschwinden mit der Zeit, doch einige der folgenden Anzeichen bleiben sichtbar:
- aufgerissene oder veränderte Bodenoberfläche, vorzugsweise auf Straßen oder Gras; oder verteilter Erdboden auf Gras
- Festgetretene Erde oder zertrampelter Bewuchs sowie ungleichmäßige Fuß-, Reifen- oder Kettenspuren
- beschädigte Büsche in Hecken oder Unterholz
- Minenmarkierungspfähle, -zäune oder -schilder
- Improvisierte Minenmarkierungen, wie Steinhaufen, Dosen, zusammengebundene Vegetation, Dreibeine aus Stöcken usw.
- Hohe und niedrige Stolperdrähte (können mit einem dünnen, langen Zweig am Gewehrlauf während einer Patroullie entdeckt werden)
- Teilweise Versperrung einer Straße durch ein scheinbar harmloses Hindernis, welches den Verkehr auf den Seitenstreifen zwingt.
- Leere Minenkisten, die möglicherweise absichtlich und mit einer Sprengfalle hinterlassen wurden.
- Ohne ersichtliche Ursache getötete Tiere.
- Von den Einheimischen gemiedene Gebiete.

Initiativen und Internationale Abkommen

Am 16. April 1996 erklärte der deutsche Bundesverteidigungsminister Volker Rühe, dass unabhängig vom Ausgang des Treffens der UN-Landminenkonferenz in Genf (Schweiz) die Bundeswehr in Zukunft auf sogenannte Anti-Personen-Minen verzichtet. Für die Entwicklung, Erprobung und Beschaffung von Schützenabwehrminen würden keine Haushaltsmittel des Staates mehr zur Verfügung gestellt. Weltweiter Druck durch nichtstaatliche Organisationen und der Mut einiger Regierungsvertreter führten am 3. Dezember 1997 im kanadischen Ottawa zur Unterzeichnung des Antipersonenminen-Verbotsvertrages ("Ottawa-Konvention"), der seit dem 1. März 1999 als für die Vertragsparteien bindendes internationales Recht in Kraft ist. Bis Ende 2004 haben 143 Länder den Vertrag unterzeichnet, darunter 9 Länder, in denen die Ratifizierung noch aussteht. 41 Staaten haben die Konvention bislang nicht unterzeichnet, darunter China, Indien, Pakistan, Russland und die USA. Weil nie zuvor eine Waffe aufgrund zivilgesellschaftlichen Engagements verboten worden war, wurde der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) 1997 der Friedensnobelpreis verliehen. Die deutsche Sektion der ICBL ist das Aktionsbündnis Landmine.de.

Siehe auch


- Explosionswaffe
- Mine - Begriffsklärung
- Minenkrieg
- Panzerabwehrhund
- Operation Marine Verminung des Rheins im Zweiten Weltkrieg

Weblinks


- [http://www.landmine.de/ Aktionsbündnis Landmine.de]
- [http://www.icbl.org/ ICBL]
- [http://ndmic-cidnm.forces.gc.ca/ndmic-cidnm.asp?lang=e National Defence Mine/countermine Information Centre (NDMIC), Canada] (englisch- und französischsprachige Datenbank zu Landminen)
- [http://www.uno.de/frieden/index.cfm?ctg=minen UNIC Bonn - Landminen]
- [http://vvaf.org/campaign/index.shtml Campaign for a landmine free world]
- [http://www.taz.de/pt/2005/08/19/a0072.nf/text Minenräumung mit Ratten - TAZ]
- [http://www.gichd.ch Genfer Internationales Zentrum für humanitäre Minenräumung GICHD] Kategorie:Explosionswaffe ! ja:地雷 ko:지뢰

Marine

Unter Marine versteht man die Seestreitkräfte eines Staates mit Kriegsschiffen, Hilfsschiffen und sonstigen zugeordneten Anteilen wie Marinefliegern, Marineinfanterie, Unterstützungs- und Ausbildungseinrichtungen. Daneben ist der Begriff Handelsmarine gebräuchlich für die Gesamtheit aller Handelsschiffe eines Landes und die dazu gehörige Administration. Für Deutschland regelt Art. 27 Grundgesetz: "Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte." In vielen Ländern werden neben der Handelsflotte die Fischereiflotte und die Forschungsflotte als eigenständige Einheiten betrachtet. Der Begriff Marine leitet sich vom lateinischen Wort marinus, zum Meer gehörig, ab (vergleiche auch marin). Die ersten organisierten Marinen waren bei den Karthagern, Griechen und Römern anzutreffen. Im deutschen Sprachgebrauch meint man mit Marine den auf die militärischen Aufgaben auf See spezialisierten Teil der Bundeswehr, zur Abgrenzung gegen Heer und Luftwaffe. Innerhalb militärischer Marinen wird meist organisatorisch zwischen einer oder mehreren Flotten und den unterstützenden Elementen wie etwa Stützpunkten, Schulen usw. unterschieden. In der Deutschen Marine sind letztere Anteile dem Marineamt zugrordnet, während alle Einsatzkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft dem Flottenkommando unterstehen. Große Marinen haben mehrere Flotten, wie z.B. die US Navy mit ihren Einsatzflotten (2., 3., 5., 6. und 7. Flotte) oder die russische Marine mit der Pazifik-, der Schwarzmeer, der Nordmeer- und der Baltischen Flotte. Die Dienstgrade in der Marine haben andere Bezeichnungen als die des Heeres oder der Luftwaffe. Dabei sind die militärischen Bezeichnungen teilweise an die der Handelsmarine angelehnt.

Marinen verschiedener Länder und Epochen

Deutschland


- Kurbrandenburgische Marine
- Preußische Marine
- Reichsflotte
- Marine des Norddeutschen Bundes
- Kaiserliche Marine
- Vorläufige Reichsmarine
- Reichsmarine
- Kriegsmarine
- Bundesmarine
- Volksmarine
- Deutsche Marine
- Deutsche Marine (Geschichte)

Andere Länder


- Australien
  - Royal Australian Navy
- Frankreich
  - Französische Marine
- Großbritannien
  - Royal Navy
- Italien
  - Italienische Marine
- Japan
  - Kaiserliche Japanische Marine
- Römisches Reich
  - Römische Marine
- Russland
  - Kaiserlich-Russische Marine
  - Sowjetische Marine
  - Russische Marine
- Südafrika
  - South African Navy
- Vereinigte Staaten von Amerika
  - United States Navy

Siehe auch

Seefahrt, Portal:Schifffahrt, Minensuchboot, Seemine, Seehandel, Seeschlacht, Seemacht Kategorie:Allgemeine Truppenkunde Kategorie:Seeschifffahrt ! ja:海軍

Glasfaserverstärkter Kunststoff

Glasfaserverstärkter Kunststoff, kurz GFK, ist ein Faser-Kunststoff-Verbund aus einem Kunststoff (z. B. Polyesterharz, Epoxidharz oder Polyamid) und Glasfasern. GFK ist auch unter der Bezeichnung Fiberglas bekannt. Fiber kommt hier aus dem Englischen (fibre, amerikanisch: fiber) und bedeutet Faser. Er ist der am häufigsten eingesetzte langfaserverstärkte Kunststoff.

Eigenschaften und Anwendungsgebiete

Glasfaserverstärkter Kunststoffe sind, inbesondere im Kombination mit thermoplastischen Matrixsystemen ein kostengünstiger Faser-Kunststoff-Verbund. In mechanisch hochwertigen Anwendungen findet sich der glasfaserverstärkte Kunststoff ausschließlich in der Form von Endlosfasern in Geweben und UD-Bändern. Verglichen mit Faser-Kunststoff-Verbunden aus anderen Vertärkungsfasern hat der glasfaserverstärkte Kunststoff einen relativ niedrigen Elastizitätsmodul. Selbst in Faserrichtung liegt er unter dem von Aluminium. Bei hohen Steifigkeitsanforderungen ist glasfaserverstärkter Kunststoff daher nicht geeignet. Ein großer Vorteil der Glasfaser, im Verbund mit einer Kunststoffmatrix, liegt jedoch in der hohen Bruchdehnung. Dieser Vorteil kann der Glasfaserverbund besonders in Blattfedern und ähnlichen Bauteilen zur Wirkung bringen. Bei Einsatz einer geeigneten Matrix zeigt der glasfaserverstärkte Kunststoff ein ausgezeichnetes Korrosionverhalten, auch in agressiver Umgebung. Dies macht den glasfaserverstärkten Kunststoff zu einem geeigneten Werkstoff für Behälter im Anlagenbau oder auch für Bootsrümpfe. Die, verglichen mit kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, hohe Dichte kann bei diesen Anwendung ohne Einschränkungen akzeptiert werden. Die gute elektrische Isolationswirkung, bei geeignetem Matrixsystem, macht den glasfaservertärkten Kunststoff zu einem geeigneten Werkstoff der Elektrotechnik. Besonders Isolatoren, die hohe Lasten übertragen müssen, werden aus glasfaservertärktem Kunststoff gefertigt.

Typische Bauteile

kurz- und langfaserverstärkte Bauteile

Kurzfaserverstärkte Bauteile finden vor allem Verwendung als Verkleidungen, oder werden wegen der guten Formbarkeit und großen Gestaltungsfreiheit hergestellt. Kurzfaserverstärkte Bauteile weisen meist ein quasiisotropes Verhalten auf, da die Kurzfasern zufällig verteilt vorliegen. Eine schwach ausgeprägte Orthotropie kann beim Spritzguss von kurzfaserverstärkten Thermoplasten entstehen. Die Fasern orientieren sich dabei entlang der Fließlinien. Die Beimischung von Kurzglasfasern zu Thermoplasten verbessert deren Steifigkeit, Festigkeit und insbesondere deren Verhalten bei hohen Temperaturen. Das Kriechen kurzfaserverstärkter Thermoplaste ist geringer als die des Grundmaterials.

Endlosfaserverstärkte Bauteile

Endlosfaserverstärkte Bauteile werden mit definierten Materialeigenschaften hergestellt. Immer häufiger finden sie Verwendung im Leichtbau.
- GFK aus Geweben oder Gelegen
- GFK aus Rovings oder unidirektionalen Geweben/Gelegen (hergestellt im Strangziehverfahren)
- Mischformen aus den oben genannten Arten

Typische Anwendungsbeispiele

Spoiler für Autos, Front-, Heckklappen, Kotflügel und Dachmodule für PKW, Cabrio-Hardtops, Ölwannen für Nutzfahrzeuge, Windabweiser für Nutzfahrzeug-Zugmaschinen (Dach- und Seitenspoiler), Nutzfahrzeug-Stoßfänger, -Einstiege, -Kotflügel, -Seitenverkleidungen, -Frontklappen, etc., Zugverkleidungen, Kühlwaggons, Rotorblätter für Hubschrauber und Windenergieanlagen, Sportboote, Caravans, Segelflugzeuge, Zeltgestänge bis hin zu Fußgängerbrücken, Leuchttürme oder Rohrleitungssystemen und Behältern im Kraftwerksbau und der chemischen Industrie sowie Werbe- bzw Dekorationsfiguren

Siehe auch


- Faserverbundwerkstoff
- Faser-Kunststoff-Verbund Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) Kategorie:Verbundwerkstoff

Minenjagdboot

Minenjagdboote dienen wie auch Minensuchboote der Bekämpfung von Seeminen. Seeminen

Minenjagd

Moderne Seeminen reagieren vorwiegend auf Veränderung des Erdmagnetfeldes, des Umgebungsgeräusches und/oder des Wasserdruckes. Daher sind Minenjagdboote aus Holz oder Glasfaserverstärktem Kunststoff, die modernen Einheiten der Deutschen Marine aus amagnetischem Stahl gebaut. Antriebsanlagen und Aggregate sind auf möglichst geräuscharmen Betrieb ausgelegt. Im Unterschied zu Minensuchbooten, die durch nachgeschlepptes mechanisches Räumgerät Ankertauminen schneiden oder durch nachgeschleppte Elektromagnete (sogenannte Hohlstäbe) und Geräuscherzeuger Grundminen zur Detonation bringen sollen, suchen Minenjagdboote mit einem in ihrem Rumpf eingebauten Sonar den Meeresgrund und Wassersäule im Vorausbereich ab. Sonar Die hierbei detektierten Kontakte werden anschließend mit einer Unterwasserdrohne oder durch Minentaucher identifiziert und gegebenenfalls mit Minenvernichtungsladungen bekämpft. Die Deutsche Marine unterhält derzeit zwei verschiedene Drohnentypen: Den Pinguin (siehe Foto) sowie die Einwegdrohne Seefuchs, die sich bei einer Minensprengung zusammen mit der Mine „in die Luft“ sprengt.

Minenjagdboote der Deutschen Marine

Derzeit (Januar 2005) sind in der Deutschen Marine
- 12 Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse (Klasse 332) und
- 5 Minenjagdboote der Kulmbach-Klasse (Klasse 333) sowie
- 5 Hohlstablenkbooten der Ensdorf-Klasse (Klasse 352). in Dienst. kategorie:Militärschiffstyp

Bundeswehr

Bundeswehr ist die Bezeichnung für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und ihre Verwaltung.

Struktur

Die Bundeswehr besteht aus den Streitkräften und der zivilen Bundeswehrverwaltung. Diese Zweiteilung in eine uniformierte und eine zivile Komponente verschleiert ein wenig die tatsächliche Personalstärke des deutschen Militärs, insbesondere im Vergleich mit dem Militär anderer Staaten, in denen die Verwaltung des Militärs ebenfalls militärischem Personal obliegt. Die Bundeswehr soll bis zum Jahr 2010 ihre neue Struktur mit einer Friedensstärke von etwa 250.000 Soldaten und 75.000 zivilen Mitarbeitern einnehmen. Heute (April 2005) hat sie etwa 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. In Zeiten des Kalten Krieges verfügte die Bundeswehr über eine Sollstärke von etwa 495.000 Soldaten. Dabei handelt es sich um Wehrpflichtige (zur Zeit neun Monate Pflichtdienstzeit), um Berufssoldaten und um Soldaten auf Zeit. Die Bundeswehr nahm nach der Wiedervereinigung rund 20.000 Soldaten der ehemaligen NVA der DDR auf. Außerdem wurde ein kleiner Teil des Materials der NVA übernommen und zum Teil bis heute weiter genutzt. Große Mengen der Bewaffnung und Ausstattung wurden hingegen verschrottet, verkauft oder verschenkt, so wie Panzer an die Türkei und kürzlich die letzten sechs MiG-29 der NVA-Luftwaffe an Polen. 39 Kriegsschiffe der Volksmarine kaufte Indonesien. Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt ist im Frieden der Verteidigungsminister, im Verteidigungsfall geht die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzler über ( GG). Oberster Soldat der Bundeswehr ist der Generalinspekteur der Bundeswehr, rangmäßig ein Viersterne-General, der jedoch nicht militärischer Oberbefehlshaber der Bundeswehr ist. Einen solchen kennt die Kommandostruktur der Bundeswehr nicht. Die Verantwortung für die Einsatzbereitschaft ihrer Bereiche haben die Inspekteure der Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine) beziehungsweise der militärischen Organisationsbereiche (Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst). Seit 2001 ist die Bundeswehr uneingeschränkt für Frauen geöffnet. Zuvor durften sie nur im Sanitätsdienst der Bundeswehr (seit 1975 als Offizier, seit 1991 auch in der Unteroffiziers- und Mannschaftslaufbahn) sowie im Militärmusikdienst (ebenfalls seit 1991) beschäftigt werden. Mit der Ernennung zum Generalarzt (w) wurde Verena von Weymarn 1994 der erste weibliche General in der deutschen Geschichte. Derzeit leisten über 12.000 weibliche Soldaten ihren Dienst in der Bundeswehr. Davon befindet sich etwa die Hälfte im Sanitätsdienst der Teilstreitkräfte. Insgesamt stellen sie damit einen Anteil von 6,2% der Berufs- und Zeitsoldaten. Dabei liegt ihr Anteil in der Marine bei 8,4%, im Heer bei 6,3% und in der Luftwaffe bei 4,9%. (Stand Januar 2005). Die Reservisten der Bundeswehr sind u.a. in Heimatschutzbataillonen verplant, die im Verteidigungsfall (oder in anderen Notfällen) aufgestellt werden.

Innere Führung

Hauptartikel: Innere Führung Der Begriff Innere Führung beschreibt die komplexe Führungskonzeption der Bundeswehr, er ist verbunden mit dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform. Das bedeutet, dass die Grundrechte des Soldaten nur so weit eingeschränkt werden sollen, wie es der militärische Auftrag erfordert. So ist das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung durch das Prinzip von Befehl und Gehorsam eingeschränkt (siehe: Vorgesetztenverordnung). Anders als Soldaten in vielen Ländern besitzen die Bundeswehrsoldaten das aktive und das passive Wahlrecht. Die Innere Führung soll so die Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft gewährleisten. Sie wurde unter anderem durch den späteren General Graf Baudissin entwickelt und markiert einen bedeutenden Unterschied zu allen früheren deutschen Armeen. Zuständig für die Lehre, Kommunikation nach außen und die Weiterentwicklung ist das Zentrum Innere Führung. Ein Merkmal der Inneren Führung ist das sehr weit gehende Beschwerderecht der Soldaten. Jeder Soldat kann sich in allen dienstlichen Fragen beschweren ohne dass ihm daraus Nachteile erwachsen dürfen. Dies bezieht sich sowohl auf Befehle, als auch auf das Verhalten von Vorgesetzten und Gleichgestellten.

Bundeswehrreform und Transformation

Die Bundeswehr hat sich in ihrer Geschichte immer wieder veränderten Bedingungen anpassen müssen. Während des Ost-West-Konflikts war das Bedrohungspotenzial des Warschauer Pakts bestimmend für die Struktur der Bundeswehr. Nach dessen Ende war deshalb eine Grundreform der Bundeswehr notwendig geworden. Dabei mussten anfangs die mögliche Restbedrohung aus dem osteuropäischen Raum und sich zunächst nur vage abzeichnende neue Aufgaben miteinander in Einklang gebracht werden. Auch die innenpolitische Diskussion in Deutschland, die sich unter anderem zwischen 1990 und 1994 in der so genannten out-of-area-Debatte niederschlug, stand einer schnellen und gründlichen Reform im Wege. Erst nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 über die Auslandseinsätze der Bundeswehr waren die Voraussetzungen gegeben, die Bundeswehr gezielt auf derartige Aufgaben auszurichten. Es blieb jedoch vornehmlich aus innenpolitischen Gründen zunächst bei einer Veränderung in kleinen Schritten. Nach dem Regierungswechsel 1998 und den Empfehlungen der so genannten Weizsäcker-Kommission wurde der Umbau unter Bundesminister Scharping erheblich beschleunigt. Nicht alle Reformansätze haben sich indes als praktikabel und finanzierbar erwiesen. Die Anschläge des 11. September 2001 und der darauf beginnende militärische Kampf gegen den Terror haben weitere Veränderungen der Reformen erforderlich gemacht. Inzwischen ist die Erkenntnis erwachsen, dass es nicht mehr möglich ist, einen am Ende der Reform anzustrebenden dauerhaften Sollzustand zu definieren, wie es für frühere Bundeswehrreformen unter den fast statischen Bedingungen des Kalten Krieges typisch war. Eine von Manchen erhoffte gründliche Reform, die alle Probleme der Bundeswehr auf einmal behebt, kann es nicht mehr geben. Die sich schnell verändernde Lage erfordert es vielmehr, dass sich die Bundeswehr zu einer lernenden Organisation entwickelt, die ihre Umwelt kontinuierlich analysiert und sich dem Wandel anpasst. Dieser Prozess trägt die Bezeichnung „Transformation“. Um die Transformation zu lenken, wurde das bisherige Zentrum für Analysen und Studien in ein Zentrum für Transformation umgewandelt. Der seit 1990 anhaltende Veränderungsprozess bringt für viele Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr erhebliche persönliche Belastungen mit sich. Die Menschen mussten teilweise mehrmals außer völlig neuen Aufgaben auch Standortschließungen, Beschwernisse durch Umzug und Umschulung oder die Veränderung persönlicher und familiärer Planungen bewältigen. Aufgrund dieser Unsicherheit stieg die Zahl von Eingaben der Soldaten an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages deutlich an, ein Indiz für die derzeitige Verunsicherung vieler Menschen in der Bundeswehr. Zusätzlich zu schultern waren Kürzungen des Weihnachtsgeldes, Wegfall des Urlaubsgeldes, und eine kontinuierliche Absenkung der Pension, bei steigender Auftragslast durch Auslandseinsätze mit erheblichem Gefahrenpotential z.B. Minen, oft unabsehbaren versetzungsbedingten (Standortschließungen) Umzügen mit allen daraus für die Familien entstehenden Belastungen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Bundeswehr Der ehemalige Panzergeneral Gerhard Graf von Schwerin wurde am 24. Mai 1950 Konrad Adenauers Berater in technischen Fragen der Sicherheit zur geheimen Vorbereitung des Aufbaus westdeutscher Streitkräfte. Am 26. Oktober 1950 berief Konrad Adenauer Theodor Blank zum Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen. Dieses Amt Blank wurde zur Keimzelle des späteren Bundesministeriums der Verteidigung. Die Gründung der Bundeswehr und die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik am 5. Mai 1955 führte zu erheblichen innenpolitischen Auseinandersetzungen, vor allem zwischen SPD und CDU über die Frage, ob es moralisch zu verantworten sei, dass Deutschland nach der Hitler-Diktatur jemals wieder über Streitkräfte verfügen sollte. Am 7. Juni 1955 wurde die Wehrverwaltung gegründet, am 12. November 1955 die ersten 101 Freiwilligen vereidigt. Der Name "Bundeswehr" wurde auf Vorschlag des FDP-Bundestagsabgeordneten Hasso von Manteuffel, früherer Wehrmachtsgeneral der Panzertruppe, gewählt. Die ersten Soldaten der Bundeswehr waren Offiziere und Unteroffiziere, die in der Wehrmacht gedient hatten. Im Jahr 1958 stammten 12.900 Offiziere aus der Wehrmacht. Alle Offiziere vom Oberst aufwärts wurden durch den Personalgutachterausschuss überprüft, ein Gremium aus 38 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung und nach Bestätigung durch den Bundestag ernannt worden waren. Auf den Vorwurf, alle hohen Offiziere hätten in der Wehrmacht gedient, antwortete Bundeskanzler Adenauer sinngemäß, die NATO nehme ihm keine 18-jährigen Generäle ab. Obwohl die Bundeswehr sich ausdrücklich nicht in der Tradition der Wehrmacht sieht, sondern als demokratische Armee aus mündigen Bürgern, geben die wenigen immer noch bestehenden Benennungen von Kasernen nach Wehrmachtspersönlichkeiten immer wieder Anlass zu Kritik.

Parlamentarisch-politische Kontrolle

Die Bundeswehr untersteht dem Bundesminister der Verteidigung, einem zivilen Angehörigen der vom Bundestag getragenen Bundesregierung. Der Verteidigungsminister ist der einzige Zivilist, der Soldaten Befehle erteilen kann. Dadurch wird das Primat der Politik, das heißt der Vorrang der Politik gegenüber dem Militär, sichergestellt. Dieses politische Primat erfordert, dass auch in der Bundeswehr das Prinzip von Befehl und Gehorsam gilt. Obwohl die Bundeswehr Teil der Exekutive ist, hat der Bundestag bedeutende Kontrollrechte, und die Bundeswehr gilt als „Parlamentsarmee“. Das Parlament verfügt über Kontrollinstrumente mit gegenüber der Bundeswehr erheblich weiter gehenden Rechten, als es sie für andere Bereiche der Exekutive wie etwa der Bundespolizei, der Finanzverwaltung oder den Botschaften gibt. Es handelt sich dabei um die besonderen Rechte des Verteidigungsausschusses als Untersuchungsausschuss, um den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages und um die Sonderregelungen im Haushaltsrecht.

Der Verteidigungsausschuss

Während der Bundestag in allen anderen Angelegenheiten einen Untersuchungsausschuss einsetzen kann ( GG), kann sich der Verteidigungsausschuss selber zum Untersuchungsausschuss erklären ( GG). Das erlaubt es den Abgeordneten, jede bundeswehrinterne Sache, der der Ausschuss politische Bedeutung beimisst, mit allen Mitteln eines Untersuchungsausschusses, das heißt ähnlich einer staatsanwaltlichen Ermittlung, zu überprüfen, ohne dass das Bundestagsplenum eingeschaltet werden muss. Dadurch können die zuständigen Parlamentarier die Bundeswehr leichter überwachen, ohne dass die gegebenenfalls notwendige Geheimhaltung verloren geht.

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages

GG bestimmt, dass zum Schutze der Grundrechte und als Hilfsorgan des Bundestages bei der Ausübung der parlamentarischen Kontrolle ein Wehrbeauftragter des Bundestages berufen wird. Der Wehrbeauftragte ist also ein Organ des Bundestages, nicht der Bundeswehr oder der Bundesregierung. Er untersucht mögliche Verletzungen der Grundrechte der Soldaten und Verstöße gegen die Grundsätze der Inneren Führung und berichtet dem Bundestag. Außerdem ist er Petitionsinstanz für alle Soldaten, die sich ohne Einhaltung des Dienstweges unmittelbar an ihn wenden dürfen. [http://www.bundestag.de/parlament/wehrbeauftragter/index.html Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages]

Sonderregelungen im Haushaltsrecht

Abs. 1 GG bestimmt: “Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.” Das bedeutet, dass die Stärke und Organisation der Streitkräfte jedes Jahr von neuem durch den Bundestag im Haushaltsgesetz festgelegt werden. Eine ähnliche Regelung gibt es für keinen anderen Bereich der Exekutive. Sie verhindert, dass der Verteidigungsminister die Streitkräfte vergrößert oder sie zu nicht vom Parlament gebilligten Zwecken umorganisiert.

Auftrag

Die Bundeswehr hat gemäß Abs. 1 Satz 1 GG den Auftrag, Deutschland und seine Verbündeten zu verteidigen („Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“). Deutschland und seine Staatsbürger gegen politische Erpressung und äußere Gefahr zu schützen, bei Katastrophen zu helfen, aus Notlagen zu retten und bei humanitären Aktionen zu unterstützen, die militärische Stabilität und die Integration Europas zu fördern sowie dem Weltfrieden und der internationalen Sicherheit im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen zu dienen sind grundgesetzlich Nebenaufgaben, wenn sie auch in den letzten Jahren die Haupttätigkeit der Bundeswehr bilden. Die Verteidigung der Bundesrepublik erfolgt dabei „nicht mehr nur in Hindelang, sondern auch am Hindukusch (Zitat Bundesverteidigungsminister [http://de.wikiquote.org/wiki/Peter_Struck Peter Struck], 2003).

Bündnisfall

Mit dem Bündnisfall regelt der NATO-Vertrag im Artikel 5 in Verbindung mit Abs. 3 GG eine weitere Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr. Die Bundeswehr kann auch eingesetzt werden, wenn ein NATO-Bündnispartner angegriffen wird. Der Bündnisfall wurde seit seiner Festlegung erstmals nach dem 11. September 2001 erklärt.

Die Bundeswehr im Auslandseinsatz

Zunehmend wird die Bundeswehr auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen außerhalb der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Bereits unmittelbar nach der Wiedervereinigung begann eine heftige Debatte über den Einsatz der Bundeswehr außerhalb des NATO-Vertragsgebiets (out-of-area-Debatte). Die ersten derartigen Einsätze waren 1991 eine Minenräumaktion der Marine nach dem 2. Golfkrieg im Persischen Golf und 1993 die Entsendung eines Feldlazaretts nach Phnom Penh im Rahmen einer UN-Mission. Es folgten Einsätze in der Adria (SHARP GUARD 19921996), in Somalia und auf dem Balkan im Rahmen der Einsätze IFOR und SFOR. Die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Einsätze nach Massgabe des Abs. 2 GG hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 geklärt. Darüber hinaus enthält dieses Urteil die Grundlegung für den Parlamentsvorbehalt für den Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte im Ausland. Im Schrifttum ist umstritten, ob dieser Vorbehalt durch das Urteil nur explizit klargestellt oder in extensiver Auslegung der Verfassung erst durch das Gericht "eingeführt" wurde. 1999 hat die Bundeswehr mit der Luftwaffe im Rahmen der NATO-Operation ALLIED FORCE mit etwa 500 Einsätzen zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an einem verfassungsmäßig und völkerrechtlich umstrittenen Krieg – dem Krieg gegen Jugoslawien – teilgenommen. Die völkerrechtliche Grundlage für den Einsatz war in der Fachdiskussion stark umstritten. Überwiegend wurde die Intervention von den verantwortenden Politikern als "humanitäre Intervention" bezeichnet und in der Hinsicht als gerechtfertigt angesehen. Die Legitimation der Beteiligung stützte sich besonders auf geheimdienstliche Informationen, die bei Kriegseintritt als fragwürdig galten. Die Teilnahme deutscher Streitkräfte an der Operation konnte bei Annahme des Rechtfertigungskonstruktes als verfassungsrechtlich zulässig angesehen werden: Es lag kein Angriffskrieg im Sinne des GG vor und die Teilnahme erfolgte im Rahmen eines Systems gegenseitiger und kollektiver Sicherheit, wie Abs. 2 GG es verlangt. Wird die Begründung der "humanitären Intervention" nicht geteilt, stellte die NATO-Intervention völkerrechtlich einen Angriffskrieg dar, wodurch die Beteiligung der BRD verfassungsrechtlich unzulässig war. Es schloss sich diesem Einsatz eine Beteiligung an der KFOR-Mission zum Schutz der Bevölkerung und der im Land tätigen Hilfsorganisationen an. Der Einsatz der internationalen Sicherheitspräsenz KFOR fußte von Anfang an auf einer Resolution des Sicherheitsrates ( 1244 (1999)). Seit 2001 ist die Bundeswehr auch im Rahmen der Antiterrorkoalition eingesetzt. Ein Marinekontingent überwacht, abgestützt auf Dschibuti, das Seegebiet am Horn von Afrika; außerdem ist die Marine an entsprechenden NATO-Operationen im Mittelmeer beteiligt. Ein Heereskontingent ist in Afghanistan im Rahmen von ISAF aktiv und schützt seit November 2003 im Rahmen der Bildung eines regionalen Aufbauteams den Handel der Stadt Kunduz und Demilitarisierungsprogramme wie DDR (Disarmament, Demobilization and Restauration). Auch die übrigen Teile der Bundeswehr sind an diesen Operationen unterstützend beteiligt. Im Irak sind derzeit keine Soldaten der Bundeswehr eingesetzt, bilden jedoch in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten Polizei- und Milizkräfte der neuen irakischen Sicherheitskräfte aus.

Überblick über Auslandseinsätze der Bundeswehr


- seit 1960 an mehr als 130 humanitären Hilfsaktionen beteiligt. Darunter Hilfeleistungen von Luftwaffe und Sanitätsdienst für die durch ein Erdbeben im Februar 1960 zerstörte Stadt Agadir in Marokko.
- Januar 1965 - Erstmals Beteiligung an einer großen internationalen Hilfsaktion in Algerien. Hierzu bilden zwei Lufttransportgeschwader mit 12 Flugzeugen vom Typ "Noratlas" eine Luftbrücke.
- August 1976 - Katastrophenhilfe im norditalienischen Erdbebengebiet Friaul.
- November 1984 - Flugzeuge vom Typ "Transall" der Luftwaffe fliegen Versorgungsgüter in die Hungergebiete in Äthiopien.
- 6. Januar 1991 - Verlegung von 18 Kampfflugzeugen des Typs "Alpha-Jet" auf den Fliegerhorst Erhac in der Türkei. Insgesamt 212 Soldaten der Luftwaffe sollen einen Beitrag zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus dem Irak leisten.
- ab März 1991 im Rahmen der US-geführten "Operation Südflanke" Entsendung von Minensuchbooten ins Mittelmeer und später zum Minenräumen in den Persischen Golf (ca. 350 Deutsche, 7 Schiffe).
- April 1991 - Im Rahmen der "Operation Kurdenhilfe" versorgen Transporthubschrauber vom Typ CH-53 kurdische Flüchtlinge in Anatolien.
- November 1991 - Sechs, später 18 deutsche Sanitätssoldaten werden zur medizinischen Betreuung von UN-Angehörigen nach Kambodscha entsandt.
- 1992-1996 SHARP GUARD, Embargo gegen das ehemalige Jugoslawien in der Adria durch Marineverbände, stets zwei deutsche Fregatten oder Zerstörer, außerdem Flugzeuge.
- April 1992 - Entsendung von 140 weiteren Soldaten, darunter 30 Ärzte, zur medizinischen Betreuung von UN-Angehörigen in Kambodscha.
- 1993 unter UN-Kommando: Entsendung eines Militärlazaretts zur Unterstützung der Vereinten Nationen in Kambodscha.
- 1993-1994 unter UN-Kommando: Teilnahme an UNOSOM, einer Stabilisierungsmission der UN in Somalia (ca. 1.700 Heeressoldaten u.a. stationiert in Belet Huen, später außerdem vier Schiffe der Marine für die Rückführung aus Mogadischu). In Mombasa in Kenia wurden zwei Transportflugzeuge stationiert.
- 1995-1996 (UNPF) innerhalb Kroatiens mit ersten Maßnahmen nach Bosnien Herzegovina, abgelöst durch IFOR
- 1995-1996 unter NATO-Kommando: IFOR (Implementation Forces in Bosnia and Herzegovina), abgelöst durch SFOR
- 1996-2004 unter NATO-Kommando: SFOR (Stabilisation Force in Bosnia and Herzegovina), 1.700 Deutsche, abgelöst durch EUFOR
- 1999 unter NATO-Kommando: Teilnahme an Luftangriffen im Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Kosovo-Krieg, Belgrad)
- 1999 unter NATO-Kommando: KFOR (Kosovo Force), bis 4.700 Deutsche
- 2001 Operation „Essential Harvest“ in Mazedonien, Entwaffnung von albanischen Extremisten, 600 Deutsche
- seit 2001 Operation ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeer zum Schutz des Seeverkehrs gegen terroristische Bedrohungen, deutsche Fregatten und Schnellboote
- Seit Januar 2002 unter US-Kommando: Operation Enduring Freedom als Teil des Kampfes gegen den Terrorismus mit bis zu 4.900 deutschen Soldaten
- seit 2003 unter NATO-Kommando: ISAF-Einsatz in Afghanistan zur Friedenssicherung
- seit Dezember 2004 unter EU-Kommando: EUFOR (European Union Force in Bosnia and Herzegovina) etwa 1100 Deutsche
- Dezember 2004 AMIS (African Union Mission in Sudan) - Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten für die Verlegung von Friedenstruppen der Afrikanischen Union in die sudanesische Krisenregion Darfur.
- seit Januar 2005 Humanitäre Hilfe in Indonesien - Einsatz von Sanitätskräften, MEDEVAC-Flugzeugen und dem Einsatzgruppenversorger "Berlin" nach der Flutwelle im indischen Ozean (ca. 385 Soldaten).
- seit April 2005 UNMIS (United Nations Mission in Sudan) - Entsendung von bis zu 75 unbewaffneten Militärbeobachtern in den Süden und Osten des Sudans zur Überwachung des Friedensabkommens. Karte der momentanen Bundeswehr-Außeneinsätze

Organisation der Bundeswehr

Karte der momentanen Bundeswehr-Außeneinsätze

Allgemeines

Das Hoheitszeichen der Bundeswehr und ihrer Teilstreitkräfte ist das Eiserne Kreuz.
- Dienstgrade in der Bundeswehr
- Wachdienst in der Bundeswehr
- Ehrenzeichen der Bundeswehr .

Teilstreitkräfte (TSK)


- Heer (Landstreitkräfte)
- Luftwaffe (Luftstreitkräfte)
- Deutsche Marine (vor 1990: Bundesmarine) (Seestreitkräfte)

Militärische Organisationsbereiche (TSK-übergreifend)


- Streitkräftebasis
- Zentraler Sanitätsdienst

Wehrverwaltung

Die Verwaltung der Bundeswehr ist eine bundeseigene und bundesunmittelbare Verwaltung mit eigenem Verwaltungsunterbau und übernimmt gem. Art. 87b des Grundgesetzes die Bundeswehrverwaltung, die sich in den Rüstungsbereich und die Territoriale Wehrverwaltung untergliedert (Organisationsbereiche). Die Bundeswehrverwaltung ist damit beauftragt den materiellen und personellen Bedarf der Streitkräfte zu decken. Insbesondere sind der Territorialen Wehrverwaltung Aufgaben des Wehrersatzwesens übertragen.

Ämter und Dienststellen der Bundeswehr

(Auswahl)
- Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation [http://www.aik-bundeswehr.de]
- Bundesamt für Wehrverwaltung
- Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
- Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr
- Bundessprachenamt
- Bundeswehrverwaltungsschule
- Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik
- Führungsakademie der Bundeswehr [http://www.fueakbw.de]
- Einsatzführungskommando
- Heeresführungskommando
- Heeresamt
- Luftwaffenführungskommando
- Luftwaffenamt
- Flottenkommando
- Marineamt
- Streitkräfteunterstützungskommando
- Streitkräfteamt
- Sanitätsführungskommando
- Sanitätsamt
- Katholisches Militärbischofsamt [http://www.kmba.de//]
- Evangelisches Kirchenamt für die Bundeswehr [http://www.ekd.de]
- Universität der Bundeswehr
- Zentrum für Informationstechnik der Bundeswehr
- Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr
- Zentrum für Nachwuchsgewinnung
- Zentrum für Transformation der Bundeswehr
- Zentrum Innere Führung
- Zentrum Operative Information

Fuhrpark

Zentrum Operative Information Der Fuhrpark ist zwar nicht homogen, jedoch relativ einheitlich gestaltet, sofern es sich nicht um Sonderfahrzeuge handelt, beispielsweise Bergungskräne. Auch Fahrräder, Motorräder und Anhänger zählen zum Fuhrpark, auch wenn diese nur in geringer Zahl vorhanden sind. Wesentliche Elemente sind jedoch Panzerfahrzeuge, geländegängige Fahrzeuge und Transportfahrzeuge aller Art. Weitgehend mit den zivilen Fahrzeugen vergleichbare Fahrzeugmodelle des Alltagsbedarfs für Truppe und Verwaltung werden mittlerweile durch die Bw FuhrparkService GmbH verwaltet. Die Bundeswehr unterhält noch an einer ganzen Reihe von Standorten KFZ-Werkstätten, in denen zum Teil auch ausgebildet wird. Die Fahrzeuge sind bis auf wenige Ausnahmen mit Diesel-Motoren ausgerüstet. Für die eingesetzten Modelle wird vom jeweiligen Hersteller eine mehrere Jahrzehnte lange Ersatzteil-Garantie eingefordert. Ebenso ist die in Deutschland ansässige KFZ-Industrie verpflichtet, in Friedenszeiten eine gewisse Prozentzahl an KFZ vorzuhalten, die in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall abgefordert werden können. Für Informationen über Fahrzeug-Kennzeichen der Bundeswehr siehe Kfz-Kennzeichen (Deutschland).

Liegenschaften

Die Bundeswehr verfügt über zahlreiche Grundstücke und Gebäude. Im Zuge der wiederholten Standortschließungen der Neuzeit wurden jedoch zahlreiche Liegenschaften für eine andere, meist zivile Nutzung frei gemacht (Konversion) oder schlicht still gelegt.

Ausrüstung

Uniform

Für die Soldaten der Bundeswehr gibt es eine große Zahl unterschiedlicher Uniformen. Neben den Ausgehuniformen der Teilstreitkräfte gibt es verschiedenartige Arbeits- und Gefechtsanzüge und Sonderbekleidung für bestimmte klimatische Verhältnisse wie zum Beispiel Kälteschutzbekleidung. Siehe dazu den Fachartikel Uniform (Bundeswehr). Die Bestimmungen für die Uniformen der Bundeswehr sind ausführlich in der ZDv 37/10 "Anzugordnung für die Soldaten der Bundeswehr" festgelegt.

Waffen

ZDv Während der Grundausbildung werden die meisten Rekruten sowohl an Feuerwaffen als auch an Waffen mit Sprengwirkung ausgebildet. Die Standardwaffe der Bundeswehr ist das Sturmgewehr Gewehr 36 (G36), welches das alte Gewehr 3 (G3) weitestgehend abgelöst hat. Dazu kommt die Pistole 8 (P8), der Nachfolger der Pistole 1. Fahrzeugbesatzungen sind teilweise mit der Maschinenpistole 2 (MP2) ausgerüstet, die durch die Maschinenpistole 7 (auch: PDW) ersetzt werden soll. Die Bundeswehr verfügt auch über ein Standard-Maschinengewehr, das Maschinengewehr 3 (MG3), dessen Nachfolger das MG4 sein wird. Als Fahrzeugbewaffnung bleibt allerdings das MG3 erhalten. Waffen mit Sprengwirkung sind beispielsweise die Handgranate DM51, DM41 oder die Handflammpatrone, sowie die Granatpistole 40mm oder Panzerabwehrwaffen wie die Panzerfaust 3 oder die leichte Panzerfaust. Außerdem verfügt die Bundeswehr über die Leuchtbüchse, welche die Leuchtpatrone 84mm verschießt, um das Gefechtsfeld zu beleuchten. Explosive Granaten können mit der Leuchtbüchse nicht verschossen werden. Zusätzlich benutzen die Scharfschützen der Bundeswehr das Gewehr G22 der britischen Firma Accuracy International und eine modifizierte Variante des G3, das G3A3 ZF.

Siehe auch


- Bundeswehrfeuerwehr
- Darmstädter Signal
- Deutsche Marine (Geschichte)
- Dienstgrade in der Bundeswehr
- Ehrenmedaille der Bundeswehr
- Gelöbnis
- Handwaffen der Bundeswehr
- Kriegsdienstverweigerer
- Liste von Kriegsschiffen (Deutschland seit 1945)
- Luftfahrzeuge der Bundeswehr
- Militärbasen im Ausland
- Militärrituale
- Panzermodelle nach 1945
- Portal:Militär
- Soldatensprache
- Wehrrecht
- Wehrersatzdienst

Literatur


- Detlef Bald: Die Bundeswehr. Eine kritische Geschichte 1955-2005 (2005), C.H. Beck Verlag, ISBN 3-406-52792-2
- Heinz Karst: Die Bundeswehr in der Krise (1997) ISBN 3-8004-1350-7
- Paul Klein u. Dieter Walz (Hrsg.): Die Bundeswehr an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (2000) ISBN 3-7890-7013-0
- Der Reibert - Das Handbuch für den deutschen Soldaten ISBN 3-8132-0755-2
- Heinz Karst/Karlhelmut Schnell/Hansdieter Seidel: Taschenbuch für Wehrausbildung Walhalla und Praetoria Verlag, Regensburg und München, 1966 ff.

Weblinks


- [http://www.bundeswehr.de Homepage der Bundeswehr]
- [http://www.bmvg.de Homepage des Verteidigungsministeriums]
- [http://www.bundeswehr-karriere.de Karriere-Portal der Bundeswehr]
- [http://www.deutschesheer.de Homepage des Heeres]
- [http://www.luftwaffe.de Homepage der Luftwaffe]
- [http://www.marine.de Homepage der Marine]
- [http://www.streitkraeftebasis.de Homepage der Streitkräftebasis]
- [http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de Homepage des Zentralen Sanitätsdienstes]
- [http://www.reservistenverband.de Verband der Reservisten der Bundeswehr]
- [http://www.janmaat.de/m_geschichte1.htm Chronik der Gründung der Bundeswehr]
- [http://edition.cnn.com/SPECIALS/2004/oef.casualties/ Gefallene deutsche Soldaten während der Operation Enduring Freedom] Kategorie:Militär (Deutschland) Bundeswehr

Deutsche Marine

Deutsche Marine ist die offizielle Bezeichnung der Seestreitkräfte der deutschen Bundeswehr seit 1990 und wird in der Umgangssprache auch für alle anderen Seestreitkräfte in den verschiedenen Epochen der Deutschen Geschichte verwendet. Die richtigen Bezeichnungen lauten:
- Reichsflotte (1848 bis 1853)
- Marine des Norddeutschen Bundes (1866 bis 1871)
- Kaiserliche Marine (1871 bis 1918)
- Vorläufige Reichsmarine (1919 bis 1921)
- Reichsmarine (1921 bis 1935)
- Kriegsmarine (1935 bis 1945)
- Bundesmarine (1955 bis 1990)
- Volksmarine (1956 bis 1990) (DDR)
- Deutsche Marine (ab 1990) als offizielle Bezeichnung

Allgemeines

Die Marine ist die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr. Sie leistet einen Beitrag zu deren Aufgaben, wie sie in den jeweils gültigen Verteidigungspolitischen Richtlinien des Bundesministers der Verteidigung festgelegt sind. Seit 1990 haben sich die Aufgaben der Bundeswehr immer mehr weg von der Landesverteidigung hin zu friedensunterstützenden Einsätzen am Rande und außerhalb Europas gewandelt. Die Deutsche Einheit im Jahr 1990 wurde nicht durch die Vereinigung zweier Staaten sondern durch den Beitritt der fünf neuen Länder zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen. Mit der DDR sind ihre Institutionen untergegangen, während die der Bundesrepublik fortbestehen. Das gilt auch für die Streitkräfte. Die Marine der Bundesrepublik Deutschland ist 1990 - wie die gesamte Bundeswehr – bruchlos fortgeführt worden. Die Führung der Marine hat jedoch entschieden, die bisherige, stets inoffizielle, Bezeichnung Bundesmarine nicht mehr zu verwenden, sondern fortan den Begriff „Deutsche Marine“ in allen offiziellen Texten zu benutzen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung Bundesmarine noch immer anzutreffen. Die Veränderungen in der Marine seit 1990 sind inzwischen so groß, dass es auch sachlich geboten ist, die Periode zwischen 1955 und 1990 und die Zeit seit 1990 in getrennten Artikeln „Bundesmarine“ und „Deutsche Marine“ zu behandeln.

Entwicklung seit 1990

1990 hatte die Marine zunächst ihre bisherige Struktur im Wesentlichen beibehalten, war jedoch, wie die gesamte Bundeswehr, schrittweise verkleinert worden. Die Nationale Volksarmee der DDR hatte mit Ablauf des 2. Oktober 1990 aufgehört zu bestehen. Ein Teil des Personals und des Materials wurde von der Bundeswehr übernommen. Die Regelungen des 2+4-Vertrages erlaubten es bis Ende 1994 nicht, der NATO zuzuordnende Streitkräfte auf dem Territorium der vormaligen DDR zu stationieren. Deshalb wurden die Teile der ehemaligen Volksmarine, die zunächst noch weiterhin in Dienst gehalten werden sollten, in einem eigenen Marinekommando Ost mit Sitz in Rostock zusammengefasst, das zunächst dem Bundeswehrkommando Ost in Strausberg unterstand. Ab 1995 konnte eine einheitliche Marinestruktur geschaffen und die im Beitrittsgebiet stationierten Kräfte der NATO assigniert werden. Das Marinekommando Ost wurde aufgelöst, statt dessen wurden einige neue Dienststellen im Beitrittsgebiet aufgestellt (Marineabschnittskommando Ost, Marinetechnikschule), andere wurden von Westen dorthin verlagert (Schnellbootflottille, Marineamt). Erst mit der 2000 von Verteidigungsminister Rudolf Scharping eingeleiteten Bundeswehrreform begann sich die Organisation der Marine grundsätzlich zu verändern. Inzwischen ist an die Stelle der bisher üblichen stufenweisen Bundeswehrreformen ein kontinuierlicher Prozess getreten, der mit dem Begriff Transformation beschrieben wird. Die wesentlichen Veränderungen, die noch nicht alle vollzogen wurden, sind:
- Verlagerung wichtiger Unterstützungsaufgaben in die neu geschaffene Streitkräftebasis und damit verbunden die Auflösung des Marineunterstützungskommandos und der Marineabschnittskommandos
- Abgabe der Marinejagdbomber Tornado an die Luftwaffe
- Umgliederung der Flotte in zwei Einsatzflottillen (englisch: Naval Task Flotilla) und zwei dem Flottenkommando direkt unterstehende Marinefliegergeschwader Die Anzahl kleinerer, vor 1990 speziell für die Ostseekriegführung vorgesehener Schiffe und Boote wird reduziert. Dafür wird eine kleinere Zahl größerer Fahrzeuge verschiedener Typen beschafft. Gleichzeitig wird die Anzahl der Marinesoldaten auf etwa 25.000 verringert. Im Verhältnis zu den anderen Teilstreitkräften ist der Anteil der Marinesoldaten in der Bundeswehr allerdings gewachsen von etwa 7,7% vor 1990 auf künftig etwa 10%.

Organisation und Führung

An der Spitze der Marine steht der Inspekteur der Marine im Bundesministerium der Verteidigung. Als truppendienstlicher Vorgesetzter seiner Teilstreitkraft untersteht er direkt dem Bundesminister der Verteidigung. Der Inspekteur wird unterstützt durch den Führungsstab der Marine, eine Abteilung des Ministeriums in Bonn. Die Teilstreitkraft Marine besteht aus zwei Kommandobereichen, der Flotte und dem Marineamt. Wie vor 1990 bleibt die Marine in die Struktur der NATO eingebunden, die sich ihrerseits den Veränderungen nach Ende des Ost-West-Konflikts angepasst hat. Schiffe und Boote beteiligen sich an den ständigen Einsatzverbänden der NATO, die im Wechsel mit anderen Nationen auch von deutschen Marineoffizieren geführt werden.

Die Flotte

Die Flotte wird vom Befehlshaber der Flotte im Flottenkommando in Glücksburg operativ und administrativ geführt. Größere Einsätze werden seit 2002 durch das Einsatzführungskommando in Potsdam geführt. Zur Flotte gehören die Schiffe und Flugzeuge der Marine und sonstige Einsatzkräfte. Die Flotte gliedert sich derzeit noch in fünf Flottillen, künftig werden es nur noch zwei Einsatzflottillen und zwei Marinefliegergeschwader sein. Der Schiffs- und Flugzeugbestand der Flotte 2005:
- 15 Fregatten
- 10 Schnellboote
- 12 U-Boote
- 22 Minenjagdboote
- ca. 20 Hilfsschiffe
- 12 Seeaufklärer Breguet Atlantic
- 4 Dornier Do 228
- 21 Hubschrauber des Typ Sea King MK 41
- 22 Hubschrauber des Typ Sea Lynx MK 88A Zur Flotte gehören auch einige Landeinheiten, darunter
- das Flottenkommando, Glücksburg
- die Marinefliegergeschwader 2, 3, und 5 in Tarp, Nordholz und Kiel
- das Kommando Spezialisierte Einsatzkräfte der Marine (einschließlich der Kampfschwimmer), Eckernförde
- das Schifffahrtsmedizinische Institut der Marine, Kiel Kiel

Das Marineamt

Das Marineamt in Rostock ist für die Ausbildung und die Logistik der Marine zuständig. Eine eigene Abteilung Weiterentwicklung Marine (WEM) bearbeitet die Marineaspekte des Transformationsprozesses der Bundeswehr. Dem Marineamt unterstehen Schulen, Stützpunkte und Ämter. Derzeit hat die Marine fünf Schulen:
- Marineschule Mürwik, Flensburg (Offizierausbildung, unterstellt: Segelschulschiff Gorch Fock)
- Marineunteroffizierschule, Plön
- Marinetechnikschule, Parow bei Stralsund (unterstellt: Ausbildungszentrum Schiffssicherung, Neustadt in Holstein)
- Marineoperationsschule, Bremerhaven
- Marineversorgungsschule, List auf Sylt (wird zum 31.12.2007 geschlossen) Zuküftige Marinestützpunkte:
- Wilhelmshaven (Fregatten der Klasse 122, 123, 124, größere Hilfsschiffe)
- Eckernförde (U-Boote, Hilfsschiffe, Marineschutzkräfte, Spezialisierte Einsatzkräfte Marine)
- Kiel (Minenabwehreinheiten, Hilfsschiffe, Segelschulschiff, Marineflieger)
- Warnemünde (Schnellboote, Hilfsschiffe und zukünftig die Korvetten (Kl. 130)) Die Marinestützpunktkommandos Eckernförde, Kiel und Warnemünde unterstehen ab Mitte 2006 truppendienstlich dem Marinestützpunktkommando Wilhelmshaven. Die wichtigsten, dem Marineamt nachgeordneten Fachkommandos sind:
- Kommando für Truppenversuche der Marine, Eckernförde
- Kommando Marineführungssysteme, Wilhelmshaven Kommando Marineführungssysteme Das Marinearsenal mit Betrieben in Wilhelmshaven und Kiel untersteht nicht der Marine sondern dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung [http://www.bwg.org/ BWB].

Personal

Von den derzeit 26.000 Marinesoldaten dienen etwa 20.000 in der Marine selber, die anderen in den übrigen Teilen der Bundeswehr, vor allem in der Streitkräftebasis, dem Zentralen Sanitätsdienst und im Ministerium. In der Marine gibt es neben Berufs- und Zeitsoldaten auch Wehrpflichtige, diese allerdings in sehr viel kleinerer Zahl als in anderen Bereichen der Bundeswehr. Ca. nur 6.000 Soldaten sind auf seegehenden Einheiten. Außer den Soldaten arbeiten in der Marine eine Anzahl ziviler Mitarbeiter. Einige Hilfsschiffe der Marine sind zivil besetzt, darunter auch die Flottentanker. Die Pflege von Tradition und Brauchtum der Marine vermitteln den Angehörigen ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl zu ihrer Teilstreitkraft. Wichtigste Vereinigungen von Marineangehörigen und Ehemaligen sind
- Der Deutsche Marinebund
- Die Marine-Offizier-Vereinigung

Aufgaben der Marine

Während des Ost-West-Konflikts hatte die Bundesmarine im Wesentlichen drei Aufgaben. Sie sollte die Ostseezugänge gegen die Besetzung durch den Warschauer Pakt schützen und dadurch die in der Ostsee befindlichen Seestreitkräfte des Warschauer Pakts einschließen. In der Nordsee und im Nordatlantik sollte sie alliierte Verstärkungstransporte nach Europa schützen. Seit 1990 hat die Marine neue Aufgaben im Rahmen von Auslandseinsätzen bekommen (siehe unten). Künftig zeichnen sich drei Bereiche ab, in denen die Marine eingesetzt werden wird:
- Auf der Hohen See, also außerhalb der Hoheitsgewässer von Staaten, gilt es, Transporte militärischer Güter zu schützen und zugleich illegale Transporte, insbesondere von Massenvernichtungsmitteln, zu unterbinden.
- In Krisengebieten, und hier vor allem vor fremden Küsten, leistet die Marine zusammen mit anderen Teilstreitkräften einen Beitrag zu Konfliktverhütung und Krisenmanagement.
- Der Schutz Deutschlands und seiner Bürger bleibt Aufgabe der Marine, steht aber konzeptionell nicht mehr im Mittelpunkt der Überlegungen. Wie in der Vergangenheit wird die Marine in aller Regel zusammen mit den Streitkräften der Verbündeten eingesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit den anderen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr wird verstärkt. So können zum Beispiel die neuen Luftverteidigungsfregatten der Sachsen-Klasse auch in Küstennähe eingesetzte Landverbände gegen Luftangriffe schützen. Die Marine beteiligt sich am SAR-Dienst im deutschen Küstenbereich.

Einsätze der Marine seit 1990

Bereits unmittelbar nach der Wiedervereinigung begann in Deutschland eine intensive Debatte über den Einsatz der Bundeswehr außerhalb des NATO-Vertragsgebiets ("out-of-area-Debatte"). Sie wurde beflügelt durch den Einsatz deutscher Streitkräfte während des Golfkonflikts, ausgelöst durch die irakische Besetzung Kuwaits am 2. August 1990. Die rechtlichen Fragen der bewaffneten Auslandseinsätze wurden durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 weitgehend geklärt, die out-of-area-Debatte damit beendet. Es fehlt allerdings weiterhin eine Regelung für den Einsatz der Marine zur Bekämpfung der Proliferation von Massenvernichtungsmitteln, des Drogenhandels, des Menschenhandels und der Piraterie auf der Hohen See. An entsprechenden Operationen verbündeter Staaten kann sich die deutsche Marine auf Grund der innerstaatlichen Rechtslage nur mit Einschränkungen beteiligen. Die Marine wurde hingegen von Beginn an mit bewaffneten Einsätzen im Sinne des Urteils des Bundesverfassungsgerichts beauftragt. Im Rahmen der ständigen Einsatzverbände der NATO nimmt die Marine darüber hinaus in wichtigen Seegebieten Überwachungs- und Präsenzaufgaben war, die nicht unter den formalen Begriff des bewaffneten Einsatzes fallen. Außerdem sind an fast allen anderen Einsätzen der Bundeswehr Marinesoldaten beteiligt, die im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr und der Streitkräftebasis dienen oder von der Marine für Sonderaufgaben abgestellt sind. Die Einsätze haben die Marine, wie andere Teile der Bundeswehr auch, mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Das lag unter anderem daran, dass die vorhandenen Schiffe für die Aufgaben des Kalten Krieges konzipiert waren. Die neuen Aufgaben verlangten neue Ausrüstung (z.B. kleinkalibrige Maschinenwaffen auf Fregatten) und neue Verfahren. Das heiße Klima am Horn von Afrika führte auch zu technischen Problemen, z.B. bei der Kühlung der Wohnräume und der Schiffsdiesel. Insofern sind die Einsätze auch mit hohen physischen Belastungen für die Besatzungen verbunden. Zu den neuen Verfahren gehörte auch, kleine Fahrzeuge, in diesem Falle Schnellboote, nicht auf eigenem Kiel sondern an Bord eines Dockschiffs in das Einsatzgebiet zu transportieren, um das Material zu schonen. Die Einsatzerfahrungen fließen in die Entwürfe für neue Schiffe ein.

Einsätze im Zusammenhang mit dem Golfkrieg 1990-1991

Nach der Besetzung Kuwaits durch den Irak am 2. August 1990 wurden Kräfte der Bundeswehr zur Verstärkung der Südflanke der NATO ins Mittelmeer und in die Türkei verlegt. Die Marine beteiligte sich daran mit einem Minenabwehrverband (Operation Südflanke), mit Zerstörern, Fregatten, Hilfsschiffen und einigen Flugzeugen. Zeitweise befanden sich bis zu 20 Schiffe und Boote im Mittelmeer. Nach Ende der Kampfhandlungen beteiligte sich der Minenabwehrverband an der Minenräumung im Persischen Golf.

Einsätze in der Adria seit 1992

Mit Ausbruch der ersten bewaffneten Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien 1992 begann die NATO mit Überwachungsoperationen in der Adria. Daran waren auch Schiffe und Flugzeuge der deutschen Marine beteiligt. Das erste Schiff der Deutschen Marine in der Adria war der Zerstörer "Bayern" D-183. Auf Grundlage verschiedener Resolutionen der Vereinten Nationen wurde aus der Überwachungsoperation der Embargoeinsatz Operation Sharp Guard. Die deutsche Beteiligung daran war einer der Gegenstände des erwähnten Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht. Erst nach dessen Abschluss 1994 konnte sich die deutsche Marine in vollem Umfang an den Adriaoperationen beteiligen. Die Operation diente zum Einen dazu, Waffenlieferungen in das gesamte ehemalige Jugoslawien zu unterbinden, und sollte zum Anderen ein Handelsembargo gegen Rest-Jugoslawien durchsetzen, um es zu einer friedlichen Konfliktbewältigung in Bosnien und Herzegowina zu zwingen. Auch nach Abschluss der Operation SHARP GUARD 1996 blieb die Marine - meist als Teil von NATO-Verbänden – mit Schiffen und Flugzeugen in der Adria präsent. So beteiligte sie sich im März 1997 an der deutschen Operation Libelle zur Evakuierung deutscher Bürger aus Albanien. Auch während des Kosovokrieges dauerten die Schiffspatrouillen in der Adria an, und nach Abschluss des Konflikts beteiligte sich die deutsche Marine an der Beseitigung von in der Adria versenkter Munition.

Somalia 1994

Im Dezember 1993 beschloss das Bundeskabinett, den seit Juli laufenden Unterstützungseinsatz des deutschen Heeres in Somalia bis Ende März 1994 zu beenden. Wegen der sich zügig verschlechternden Sicherheitslage wurde darauf verzichtet, das Heereskontingent per Lufttransport zurück zu führen. Die Marine evakuierte bis Februar 1994 die etwa 1.700 Soldaten mit Fregatten und Versorgungsschiffen in mehreren Transporten von Mogadischu nach Mombasa und Dschibuti.

Kampf gegen den Internationalen Terrorismus seit 2001

Dschibuti Seit 2001 ist die Bundeswehr auch im Rahmen des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus eingesetzt. Ein Marinekontingent überwacht seit Anfang 2002 abgestützt auf Dschibuti das Seegebiet am Horn von Afrika als Teil der internationalen Operation Enduring Freedom. In der Anfangsphase waren daran drei Fregatten, fünf Schnellboote, mehrere Hilfsschiffe, Seefernaufklärer und Hubschrauber mit etwa 1.500 Soldaten beteiligt. Das war der bisher größte Einsatz der Marine seit 1990. Inzwischen ist der Umfang erheblich reduziert worden. Das Marinekontingent besteht aus einer Fregatte, zeitweilig einem Versorgungsschiff und einer kleinen Basis in Dschibuti. Außerdem ist die Marine bereits seit Ende 2001 an der NATO-Operation Active Endeavour im Mittelmeer beteiligt.
- [http://www.marine.de/enduring_freedom Informationen zur Operation ENDURING FREEDOM]
- [http://www.afsouth.nato.int/operations/Endeavour/Endeavour.htm Informationsseite der NATO zur Operation Active Endeavour (engl.)]
- [http://www.bundeswehr.de/C1256EF4002AED30/CurrentBaseLink/W264VFYS337INFODE Informationsseite der Bundeswehr zur Operation Active Endeavour]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/aussenpolitik/friedenspolitik/abr_und_r/jab2003/1/1_2_html Informationsseite des Auswärtiges Amts zu Auslandseinsätzen]

Verweise

Wikilinks


-