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Mittelgebirge

Mittelgebirge

Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge, das im Gegensatz zum Hochgebirge eine bestimmte Höhe nicht überschreitet. Diese Höhe ist nicht genau festgelegt, sie liegt etwa zwischen 500 und 1.500 m. Mittelgebirge sind oft alte Rumpfgebirge oder Tafelbergländer und weisen wegen der geringen Höhe keine glazialen Formen auf, so dass flachwellige Oberflächenformen vorherrschen. Im Unterschied zu den Hochgebirgen gibt es wegen der geringen Höhe der Mittelgebirge nur wenige oder gar keine unterschiedlichen Höhenstufen der Vegetation. Bei einer entsprechenden Exposition der Mittelgebirge zur Hauptwindrichtung sind häufig stark ausgeprägte Steigungsregen zu beobachten. Das in Tschechien und Polen gelegene Riesengebirge kann man als Grenzfall zwischen Hoch- und Mittelgebirge einordnen, es überschreitet in mehreren Bereichen die 1.500-m-Marke und weist dort auch eine typische Hochgebirgsvegetation auf, seine Oberflächenformen sind jedoch überwiegend denen von Mittelgebirgen vergleichbar. Alle Gebirge in Deutschland mit Ausnahme der Alpen sind Mittelgebirge. Das höchste deutsche Mittelgebirge ist der Schwarzwald.

Entstehung der Salzlagerstätten im deutschen Mittelgebirge

Vor 45 Millionen bis 10 Millionen Jahren entstanden im Mittelgebirge Deutschlands große Salzlagerstätten. Man kann die Entstehung der enormen Menge an Salz nicht auf ein einzelnes Ereignis in der Erdgeschichte zurückführen, doch haben Geowissenschaftler festgestellt, dass ein mehrfach eingetretener Zyklus die Ursache für die Salzanreicherung im deutschen Mittelgebirge darstellt: Nachdem sich durch Verschiebung und Kollision der Erdplatten unter anderem das deutsche Land bildete (begleitend: Variskische Gebirgsbildung), wurde besonders das Gebiet des heutigen Mittelgebirges von gewaltigen Wassermassen überschwemmt (Transgression). So befand sich mindestens sechs Mal über dem deutschen Mittelgebirge ein vom offenen Meer durch eine flache Schwelle (Barre) abgeschlossenes salzhaltiges Binnenmeer. Mit der Zeit verdunstete das Wasser und das in ihm gelöste Salz blieb auf dem Meeresgrund, der hauptsächlich aus Salz und kleinen Steinen bestand, zurück. Das nun ausgetrocknete Meer wurde wieder und wieder mit Wasser vom offenen Meer gefüllt und der Verdunstungsvorgang setzte erneut ein. Es ist vorgekommen, dass das Binnenmeer nicht ganz austrocknete, sondern gleich mit Wasser aus dem offenen Meer gefüllt worden ist. Dieser Zyklus, der seinen Höhepunkt im Perm hatte, wird als Salinarzyklus bezeichnet. Am Ende waren große Teile des Bodens im Mittelgebirge in abwechselnde Schichten von Salzen, Tonlagen und Steinen unterteilt. Diese Schichten wurden durch das Wirken von endogenen und exogenen Kräften verformt und in andere Höhenlagen befördert. Heute sind im Mittelgebirge Chloride (z.B. Steinsalz), Anhydrit, Gips und Kalisalze zu finden.

Inntal

Als Mittelgebirge bezeichnet man auch die eiszeitlich geformten Terrassen des Tiroler Inntales südwestlich und südöstlich von Innsbruck. Sie überragen den Talboden um etwa 100–500 m.

Deutsche Mittelgebirge

Die Geokoordinaten in der folgenden Tabelle geben die Position der höchsten Erhebung an. An den Namen mancher Erhebungen ist zu erkennen, dass manche Mittelgebirge grenzübergreifend sind. Die Tabelle ist nach der Höhe der höchsten Erhebung sortiert. Kategorie:Physische Geographie

Gebirge

Unter einem Gebirge versteht man # im Bergbau die Gesteinsschichten, die Lagerstätten umschließen. # in der Geologie und insbesondere Ingenieurgeologie die durch Trennfläche geprägte Struktureinheit über den Gesteinen # im geografischen Sinne eine Gesamtheit von Bergen. # eine Region mit Gebirge, Gebirgszug. Es werden Mittelgebirge und Hochgebirge unterschieden. Die Unterscheidungsgrenze liegt bei etwa 1500 m. Der längste oberirdische Gebirgszug der Erde wird von Anden und Rocky Mountains gebildet und reicht von Alaska im Norden bis nach Feuerland im Süden. Man nennt ihn amerikanische Kordilleren. Daneben gibt es die längsten Gebirgszüge im Meer, dies sind die so genannten mittelozeanischen Rücken. Beispielsweise liegt der mittelatlantische Rücken an der Grenze zwischen den amerikanischen sowie der europäischen und afrikanischen Kontinentalplatte. Hochländer, wie beispielsweise Tibet, gelten nicht als Gebirge.

Europäische Gebirge

Deutschland

Siehe auch: Liste der Gebirge Deutschlands

Hochgebirge

Die Bayerische Alpen an der Südgrenze Oberbayerns und Schwabens von Bad Reichenhall bis ins Allgäu

Mittelgebirge

Ahrgebirge, Bayerischer Wald, Ebbegebirge, Eifel, Elstergebirge, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Fränkische Schweiz, Harz, Haßberge, Hunsrück, Kyffhäuser, Leinebergland, Nordpfälzer Bergland, Odenwald, Rhön, Rothaargebirge, Schwäbische Alb, Schwarzwald, Spessart, Taunus, Teutoburger Wald, Thüringer Wald, Vogelsberg, Weserbergland, Westerwald, Wiehengebirge, Zittauer Gebirge,

Österreich

Hochgebirge


- Alpen (Zentralalpen, Hohe Tauern),
- Nördliche Kalkalpen,
- Südliche Kalkalpen, Karawanken

Mittelgebirge


- Voralpen, niedere Gebirgszüge der Kalkalpen
- Bayerischer Wald bzw. Böhmerwald

Schweiz


- Jura
- Alpen (Teile der Ost- und Westalpen), Kalkalpen

Italien, Frankreich


- Alpen (Süd- bzw. Westalpen), Kalkalpen
- Apennin, Ätna
- Das französische Zentralmassiv

Übriges Europa

Sudeten, Karpaten, Pyrenäen, Balkangebirge, schottische Highlands, Ardennen, Vogesen, Chibinen, Taurus, Pontisches Gebirge, Dinarisches Gebirge, Šar Planina, Rhodopen, Pirin, Rila

Gebirge der Erde

Asien

Altai, Himalaya, japanische Alpen, Ural, Pamir, Kaukasus, Hindukusch, Stanowojgebirge, Kuenlun, Tienschau

Afrika

Atlas, Hoggar, Kilimandscharo-Massiv, Mount-Kenya-Massiv, Ruwenzori-Gebirge

Australien

Great Dividing Range, Snowy Mountains (auch Australische Alpen), Neuseeländische Alpen

Nordamerika

Rocky Mountains, Appalachen, Sierra Nevada (USA), Green Mountains

Südamerika

Anden

Antarktis

Transantarktisches Gebirge

Siehe auch


- Gebirgsbildung
- Orographie
- Teufelskanzel Kategorie:Physische Geographie ja:山脈

Hochgebirge

Unter einem Hochgebirge werden im wissenschaftlichen oder technischem Sprachgebrauch eine Berggruppe oder mehrere Gebirgszüge verstanden, die über 1500 m Meereshöhe erreichen und dadurch zur Anökumene gehören. Bewohner von Gebirgsländern sehen diese Grenze aber oft erst bei 2000 Metern (Zweitausender), was vermutlich mit der runden Zahl zusammenhängt. Niedriger sind die Mittelgebirge. Übersicht der wichtigsten Hochgebirge:

In Europa


- Alpen
  - Westalpen (Mont Blanc 4808 m; Monte Rosa 4633 m)
  - Berner Alpen (bis 4150 m)
  - Ostalpen (bis 4050 m Bernina; Großglockner 3800 m)
  - Kalkalpen (Dachstein bis 3000 m)
  - Lechtaler Alpen (bis 3000 m)
  - Triglav (2900 m)
- Apenninen (bis 2900 m)
- Balkan (bis 2400 m)
- Chibinen (bis 1191 m)
- Dinariden (bis 2500 m)
- Karpaten (Hohe Tatra bis 2660 m, Niedere Tatra bis 2045m , Südkarpaten bis 2550 m)
- Kantabrien (bis 2650 m)
- Kastilien (bis 2600 m)
- Kaukasus (bis 5600 m; Grenze zu Asien)
- Peloponnes (bis 2400 m)
- Pindos (bis 2600 m, Olymp 2900 m)
- Pirin (bis 2914 m)
- Pyrenäen (bis 3400 m)
- Rhodopen (bis 2191 m)
- Rila (bis 2925 m)
- Sierra Nevada (bis 3500 m)
- Skandinavisches Gebirge ("Skanden")
  - Galdhøpiggen (2469 m, Norwegen)
  - Kebnekaise (2111 m, Schweden)
- Ural (bis 1900 m)
- Zentralmassiv (bis 1900 m)

Auf Inseln Europas


- Azoren (bis 2300 m)
- Island (bis 2100 m)
- Korsika (bis 2700 m)
- Kreta (Ida etc. bis 2450 m)
- Nowaja Semlja (bis 1590 m)
- Sardinien (bis 1800 m)
- Schottland, Großbritannien (Ben Nevis 1343 m)
- Sizilien (Ätna, 3340 m)
- Spitzbergen (bis 1700 m)
- Lofoten, Norwegen (bis 2100 m)

In Asien (regionale Auswahl)


- Alai (bis 5600 m)
- Altai (bis 4506 m)
- Altun Shan (bis 6200 m)
- Arakan (bis 3100 m)
- Belutschistan (bis 4050 m)
- Changai-Gebirge (bis 3905 m)
- Chingan (bis 1700 m)
- Elburs (bis 5604 m)
- Ghats (bis 2700 m; Ostghats, Westghats bis je 1600 m)
- Gobi-Altai (bis 3957 m)
- Gondwana (bis 1400 m)
- Himalaya (bis 8844 m Mount Everest / (Tschomolungma), ~6 Achttausender)
- Hindukusch (bis 7700 m)
- Hochland von Tibet (bis 6800 m)
- Karakorum (bis 8611 m)
- Sredinnyj-Höhenrücken (bis 3621 m)
- Kaukasus (bis 5642 m)
- Kunlun Shan (bis 7724 m)
- Mongolischer Altai (bis 4362 m)
- Pamir (bis 7495 m)
- Putorana-Gebirge (bis 1701 m)
- Qin Ling (bis 3800 m)
- Sichote-Alin (bis 2078 m)
- Stanowojgebirge (bis 2412 m)
- Taihang Shan (bis 3100 m)
- Taurus, Pontisches Gebirge (je bis 2900 m)
- Tienschan (bis 7439 m)
- Tonking (bis 3150 m)
- Tscherskigebirge (bis 3147 m)
- Werchojansker Gebirge (bis 2959 m)
- Jemen (bis 3800 m)
- Zagros-Gebirge (Persien, bis 4600 m)

Erhebungen auf großen Inseln oder Halbinseln Asiens


- Borneo (Kalimantan) (bis 4100 m)
- Ceylon (Sri Lanka (bis 2500 m)
- Java (bis 3676 m)
- Kamtschatka (bis 3621)
- Sumatra (bis 3805 m)
- Sulawesi (früher Celebes) (bis 3455 m)
- Japan (bis 3800 m)
- Philippinen (bis 3000 m)
- Sachalin (bis 1600 m)

In Afrika


- Atlas (bis 4165 m)
- Drakensberge (bis 3482 m)
- Haggar/ Ahaggar (bis 3005 m)
- Hochland von Abessinien (bis 4620 m)
- Hochland von Adamaua (bis 2710 m)
- Hochland von Bie (bis 2610 m)
- Jabal Marrah (bis 3088 m)
- Kalahari (bis 1900 m)
- Kamerunberg (bis 4070 m)
- Kilimandscharo-Massiv (bis 5895 m)
- Kipengere (bis 3000 m)
- Loma Mountains (bis 2000 m)
- Massai (bis 3400 m)
- Mitumba-Gebirge (bis 1735 m)
- Mount-Kenya-Massiv (bis 5199 m)
- Mulanje Mountains (bis 3000 m)
- Ruwenzori-Gebirge (5109 m)
- Somali-Hochland (bis 4307 m)
- Swartberge (bis 2504 m) (Kompassberg)
- Tibesti (bis 3415 m)

Große Inseln Afrikas


- Kanaren (bis 3700 m; La Palma 2400 m)
- Kap Verde (bis 2000 m)
- Madagaskar (bis 2900 m)
- Réunion (bis 3100 m)
- Sao Tome (bis 2000 m)
- Tristan da Cunha (bis 2100 m)

In Amerika


- Anden (Kordilleren (>30 Sechstausender, Aconcagua 6960 m)
- Appalachen (bis 2000 m)
- Brasilianisches Bergland (bis 2000 m)
- Cordillera Central (Mexiko, Venezuela je bis 5200 m)
- Cordillera Oriental (bis 5200 m)
- Cordillera Occidental (bis 6500 m)
- Grönland (Mount Forel 3360 m)
- Guayana (bis 2800 m)
- Rocky Mountains (Felsengebirge, bis 6200 m)
- Sierra do Mar (bis 2800 m)
- Sierra Nevada (bis 4400 m)
- Sierra Madre Occidental (bis 3300 m)
- Sierra Madre Oriental (bis 3700 m)

Große Inseln Amerikas


- Baffin, Ellesmere (je bis 2600 m)
- Feuerland (bis 2500 m)
- Haiti (bis 3200 m)
- Kuba (bis 2000 m)

In Australien und auf Inseln Ozeaniens


- Great Dividing Range (bis 1600 m)
  - Snowy Mountains
- Mount Bruce (bis 1250 m)
- Südalpen (AUS., bis 2200 m)
- Tasmanien (bis 1600 m)
- Neuguinea (bis 5000 m)
- Neukaledonien (bis 1600 m)
- Neuseeländische Alpen (bis 3700 m)
- Ozeanien (... weitere bis ...)

In der Antarktis


- Antarktis (bis 5100 m) Kategorie:Physische Geographie

Rumpfgebirge

Ein Rumpfgebirge ist der stark erodierte Rest einer Gebirgsbildung, die in einer lange zurückliegenden Epoche der Erdgeschichte stattgefunden hat. Die geologisch alten Rumpfgebirge und ihre Talstrukturen sind oft unregelmäßiger gegliedert als junge Faltengebirge, was auf tektonische Vorgänge und die starke Erosion der früher oft 2-5 km hohen Gebirge zurückgeht. Orografisch gleichförmiger sind hingegen ihre Hochflächen. Im westlichen Europa zählen viele Mittelgebirge zum Typus der Rumpfgebirge - z.B. der Harz, das nördlichste Mittelgebirge von Deutschland, welches einst über 4000 m hoch war (siehe 1.Weblink). Auch andere deutsche Bergländer - etwa jene beidseits des Rhein und im Nordosten Bayerns bis zur Böhmischen Masse in Österreich und Tschechien, oder das französische Zentralmassiv stammen aus der Zeit der variszischen Orogenese. Diese Gebirgsbildung fand im mittleren Paläozoikum statt - in den Epochen des Devon und Karbon vor etwa 350 bis 250 Millionen Jahren. Noch älter - nämlich etwa 500 Mio Jahre - sind die kaledonischen Gebirge in Schottland und dessen restliche Hochflächen und Küstengebirge in Skandinavien. In Nordamerika stellt die fast 3000 km lange Gebirgskette der Appalachen eines der weltweit größten Rumpfgebirge dar. Es erstreckt sich mit 200-300 km Breite von den Südstaaten der USA bis zum ostkanadischen Neufundland, erreicht aber nur im Süden Höhen über 2000 Meter. Viele Lagerstätten von Kohle, Erdöl und Eisenerzen, sowie fruchtbare Ebenen machen das Gebirge und seine Umgebung zu einem der wertvollsten Gebiete Amerikas.
Eine ähnliche Bedeutung für Bergbau und Wirtschaft hat der Ural zwischen Osteuropa und Sibirien; auch in seiner Ausdehnung ist dieses bis 1900 m hohe Gebirge Russlands den Appalachen vergleichbar. Russland Gleichzeitig mit den damaligen Auffaltungen setzte starke Erosion ein, weil diese mit der Meereshöhe zunimmt. Die erodierten Sedimente bedeckten auch viele organische Schichten, was vielerorts - beispielsweise im Ruhrgebiet - zur Bildung von Kohleflözen führte.
Bereits im Perm war das variszische Hochgebirge zur sogenannten permischen Rumpffläche ab-erodiert und von Sedimentschichten überlagert. Diese Restbestände blieben daher nur als variszische "Inseln" zwischen den jüngeren Gesteinen des Mesozoikums erhalten. Im Laufe der weiteren Erdgeschichte folgte die Bruchtektonik, welche die heutige Gestalt der noch vorhandenen deutschen Mittelgebirge prägte. Teilweise sind diese variszischen Rumpfgebirge von vulkanischen Vorgängen mitgeprägt. Auch Erzlagerstätten gibt es zahlreiche - im Harz z.B. Eisen- und vor allem Kupfer-Bergbau. Starke Metamorphose formte aus tonigen Gesteinen den heutigen Tonschiefer, der einen widerstandsfähigen Dachschiefer abgibt.

Siehe auch


- Böhmerwald
- Erzgebirge
- Harz
- Rheinisches Schiefergebirge
- Schwarzwald
- Vogesen
- Ural

Weblinks


- [http://www.innovations-report.de/html/berichte/geowissenschaften/bericht-9223.html Der Harz "wuchs" um mehr als 4km! Rumpfgebirge, geolog.Profile]
- [http://home.datacomm.ch/marsteam/gg/europa.htm Geografie Europas] Kategorie:Geologie Kategorie:Historische Geologie

Glazial

Das Wort Glazial (lat. glacies Eis) wird verwendet
- für die Kaltzeiten
- für alle geomorphologischen Erscheinungen die während einer Eiszeit entstanden sind. Ein besserer Begriff hierfür ist glazigen
- für geomorphologische Formen, die im Umkreis des Eises auftreten. Hierfür verwendet man heute besser den Begriff glaziär

Phänomene

Material aus Gletscherbächen oder Schmelzwässern des Inlandeises enthält teils glaziale, teils fluviatile Merkmale. Dies heißt glazifluvial oder fluvioglazial. Hierzu gehören die Übergangskegel in Gletschernähe, deren Gerölle im Allgemeinen noch wenig gerundet sind. Die Materialsortierung ist zwar bereits vorhanden aber undeutlich. Mit zunehmender Entfernung vom Gletscher sind die glazifluvialen Ablagerungen zwar rein fluviatil, jedoch ohne den Gletscher nicht zu erklären. Die glaziäolischen Ablagerungen verdanken ihre Bildung dem Wind und dem Gletscher, aus dessen Vorland ihr Material stammt. In Mitteleuropa gehören dazu der Löß sowie Flugsandablagerungen (Düne). Glaziolimnische Ablagerungen werden im Becken eines Sees entweder unmittelbar durch den Gletscher oder durch gröberes Material abgelagert. Material, das durch Gletscher und Gletscherflüsse im Meer abgelagert ist, heißt glazimarin. Siehe auch: Gletscher, Glaziologie, Glazialmorphologie, Glaziale Serie, Os, Periglazial Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geologie Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Klimatologie

Exposition

Der Begriff Exposition (v. lat.: expositio wörtlich: Aussetzung oder übertragen: Darlegung) bezeichnet:
- eine Gliederung
- in der Literaturwissenschaft den vorbereitenden Teil eines Dramas, der die Voraussetzung für das weitere Geschehen bildet, siehe Exposition (Literatur)
- (selten) eine Ausstellung, siehe auch Exponat
- in der Fotografie die Belichtung eines Films
- den Kopfteil einer Fuge oder Sonate, siehe Exposition (Musik)
- einem Schadstoff oder Krankheitserreger ausgesetzt zu sein, siehe Exposition (Medizin)
- die Konfrontation mit einem angstauslösenden Reiz in der Verhaltenstherapie
- in der Geographie die Ausrichtung eines Hanges, siehe Exposition (Geographie)
- wird auch als Einwirkdauer bezeichnet (selten)

Tschechien

Tschechien (tschechisch Česko) oder die Tschechische Republik (tschechisch Česká republika , Details zum Namen siehe unten) liegt in Mitteleuropa und grenzt an Deutschland (810 km) im Westen und Nordwesten, an Polen (762 km) im Norden, die Slowakei (252 km) im Osten und Österreich (466 km) im Süden. Tschechien umfasst traditionell die drei historischen Länder Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in acht Regionen aufgeteilt (6 für Böhmen, 2 für die anderen beiden Landesteile), seit dem Jahr 2000 gilt eine neue Verwaltungsgliederung in 14 Regionen (siehe auch Verwaltungsgliederung Tschechiens). Der Staat wurde 1999, einige Jahre nach Auflösung des Warschauer Vertrags Mitglied der NATO und trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei.

Geografie

Europäischen Union Tschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man z. B. in Oberösterreich "ich fahre nach Böhmen hinein" - und nicht hinüber. An der Südwest-Grenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné Hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge mit der Schneekoppe 1.602 m erreichen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (tschech. Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus. Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weißen Karpaten, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet großteils ein Fluss - die stark mäandrierende Thaya (Dyje). Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide. Europäische Wasserscheide Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, vor allem im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut. Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.

Bevölkerung

Bevölkerungsanzahl: 10,3 Millionen Einwohner (Juni 2005) Ethnische Gruppen: Tschechen 94 %; Slowaken 3 %; Minderheiten von Polen, Deutschen, Ungarn und Roma insgesamt 3 % Flüchtlinge: 1297 Bevölkerungsverteilung: in Städten 75 %; auf dem Land 25 % Lebenserwartung: Männer 72 Jahre; Frauen 79 Jahre Altersstruktur: 0-14 Jahre 15,4 %; 15-64 Jahre 70,6 %; über 65 Jahre 14,0 % Bevölkerungswachstum: -0,08 % (2005) Fruchtbarkeitsrate: 1,2 Geb./Frau Religionen: römisch-katholisch 39 %; protestantisch 5 %; orthodox 3 %; konfessionslos 40 %; sonstige 13 %

Größte Städte

Siehe auch: Liste der Städte in Tschechien, Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte, Nationalparks in Tschechien, Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien

Staats- und Landesname

Tschechien vs. Tschechische Republik

Laut der Staatenliste auf der Webpage des deutschen Auswärtigen Amtes ist die Kurzform "Tschechien" nur im nichtamtlichen Gebrauch zulässig. Laut Duden, entsprechend dem Wunsch der tschechischen Behörden, entsprechend dem alltäglichen Gebrauch zumindest in Tschechien selbst sowie gemäß tschechischen Normen über die Verwendung fremdsprachlicher Äquivalente des Staatsnamens ist jedoch "Tschechien" eine herkömmliche Kurzform sowie das geografische Äquivalent der Langform ("Tschechische Republik") des Staatsnamens und ist somit mit Namen wie Frankreich, Deutschland, Polen etc. völlig gleichwertig.

Tschechien vs. Tschechei und Geschichtliches

Wegen der Auflösung (Teilung) der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 musste die deutsche und tschechische offizielle Bezeichnung für den neuen Staat beschlossen werden. Eine tschechische staatliche Kommission schlug damals die deutsche Bezeichnung Tschechien vor, zumal offizielle tschechische Kreise auch darum ersuchten, die Form "Tschechei" nicht mehr zu verwenden (siehe dazu unten). Das deutsche Auswärtige Amt zieht allerdings in seiner Namensliste die längere Form Tschechische Republik vor und bezeichnet Tschechien (tschech. Česko) ausdrücklich als nichtamtlich. Beide neuen Namen waren sowohl für Deutschsprachige als auch für die Tschechen gewöhnungsbedürftig und sind es für Teile der deutschen Bevölkerung noch immer. Da es sich aber um eine Festlegung handelt, sollte im offiziellen Gebrauch ausschließlich Tschechien oder Tschechische Republik verwendet werden. Sowohl die Bezeichnung Tschechien als auch Tschechei wurden historisch verwendet. Tschechien ist die ältere Form und bereits 1876 belegt (Österreich-Ungarn: Anlehnung an Kroatien und Slawonien). Tschechei ist hingegen (außer in Teilen Preußens) erst 1918 nach Bildung der Tschechoslowakei aufgekommen - als Kontamination von Tscheche + Slowakei oder als Kontraktion von Tschech[oslowak]ei. Tschechei bezeichnete aber manchmal auch den Gesamtstaat Tschechoslowakei, nicht nur den westlichen Teil. Eine breitere Verwendung des Wortes Tschechei ist erst seit den 1930er Jahren festzustellen. Gleichzeitig kam der ältere Begriff Tschechien außer Gebrauch, so dass er heute von vielen als "Neukonstrukt" empfunden wird. Hinzu kommt, dass die Bezeichnung Resttschechei negativ besetzt ist, weil sie der Propaganda der NS-Diktatur während der Zerschlagung der Tschechoslowakei entstammt (1938/39). Der negative Klang übertrug sich bei den meisten Tschechen auch auf den Begriff Tschechei, obwohl der Begriff kurz vor- und nachher auch in anderem Zusammenhang verwendet wurde. Es war jedoch immer ein Begriff von nicht offizieller Natur. In Erwägung der obigen Argumente haben deutsche und österreichische Sprachforscher sowie die tschechische Regierung beschlossen, den Begriff Tschechien für die 1992 neu entstandene Tschechische Republik zu forcieren. Dementsprechend ist auch seit 1992 in deutschen Nachschlagewerken ausschließlich Tschechien als Kurzform für "Tschechische Republik" vorzufinden. Die Tschechen selbst stellen sich die analoge Frage etwas anders. Das Wort Čechy (Böhmen) hat zwei Bedeutungen: 1. das ganze Gebiet des heutigen Tschechiens, 2. Tschechien ohne Mähren (und Schlesien). "Česko" [tschessko] wurde selten (und eher archaisch) für das heutige Tschechien benutzt (war der Öffentlichkeit eigentlich völlig unbekannt), aber in der Umgangssprache oft als Kurzform für Tschechoslowakei (Československo) für die gesamte Tschechische Republik (Böhmen und Mähren). Doch allmählich hat sich eine Gewohnheit herausgebildet das Wort "Čechy" eher als Tschechien ohne Mähren (und Schlesien) zu gebrauchen. Da sich vor allem die englischsprachige Welt und die ältere Generation Tschechiens immer noch weigert, die Form "Česko" (Czechia) zu verwenden, mit dem Fehlen eines kurzen Namens aber diverse wirtschaftliche und andere Schwierigkeiten verbunden sind, musste der tschechische Senat im Sommer 2004 in einer Sondersitzung die Verwendung von "Česko" anstelle von "Česká republika" offiziell verabschieden. In den 1990er Jahren gab es zum Teil eine Art Medienstreit: die Kurzform "Česko" galt bei einem großen Teil der älteren Bevölkerung als minderwertig - obwohl im Tschechischen eine analoge Wortform schon immer für über 19 Staaten (von Irland (Irsko) bis Japan (Japonsko)) allgemein verwendet wurde. "Česko" ist ähnlich wie Tschechien und Tschechei keine Neubildung von 1992, da der Begriff bereits 1777 belegt ist. Er wurde aber vor 1992 selten verwendet - außer in Fachkreisen und mit Ausnahme der Jahre 1918 und 1968 als logischer Parallelbegriff zu Slovensko (deutsch Slowakei). Die Eigenschaftswörter für "tschechisch" und "böhmisch" sind in der tschechischen Sprache identisch (český). Bild:EGER1.jpg|der Marktplatz von Cheb/Eger - Westböhmen Bild:MARIENB.jpg|Innenansicht der Kolonnade in Marienbad - Westböhmen Bild:LITOM.jpg|Blick auf Litoměřice von der Brücke über die Elbe - Nordböhmen Bild:ELBE1.jpg|Die Elbe zwischen Litoměřice und Ústí nad Labem

Geschichte

Siehe Hauptartikel: Geschichte Böhmens, Geschichte Tschechiens :2. Jh. v. Chr.: Teile des Gebiets des heutigen Tschechiens sind von dem keltischen Stamm der Boier besiedelt, dessen lateinischer Name, Boiohaemum, die Namensgebung für Böhmen ist. :Anfang des 1. Jh. nach Chr.: Die Kelten werden von den einwandernden Markomannen verdrängt oder assimiliert. :4.-5. Jh.: Völkerwanderungszeit :cca. 6. Jh.:Ankunft der Slawen, ihr Ursprung wird östlich des Dnjepr vermutet. :623-658: Samos Reich. :768-814: Böhmen ist vielleicht fränkische Herrschaftssphäre unter Karl dem Großen. :8. Jh-833: Mährisches Fürstentum in Mähren :833: Großmähren unter Fürst Mojmír I. (gefolgt von den Fürsten Rastislav – 894 und Svatopluk - 871) :864: Ankunft der byzantinischen Mönche Kyrill und Method in Großmähren, slawische Liturgie. :869: Kyrill stirbt, Ende der byzantinischen Mission. :888/890-895: Böhmen ist Teil des Großmährischen Reichs :894: Rastislavs Nachfolger Svatopluk stirbt, Beginn des Zerfalls des Großmährischen Reichs, Rückkehr zur westlichen lateinischen Kirche und Kultur. :895: Fürst Spytihněv akzeptiert in Regensburg ostfränkische Oberherrschaft über Böhmen :907: Zerfall Großmährens :929: Der Přemyslide Wenzel (Hl. Wenzel), später fälschlicherweise König Wenzel in einem Weihnachtslied genannt, wird von seinem Bruder Boleslav ermordet und wird der Schutzheilige des Landes. :973: Der Heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg, erteilt seine Erlaubnis zur Gründung eines Bistums in Prag, zweiter Bischof wird der Heilige Adalbert (Vojtěch). :1003: Boleslaw I.von Polen erobert Böhmen :1031: Mähren wird Böhmen angeschlossen (und 1182 zur Markgrafschaft erhoben) :1034: Bzetyslav von Böhmen fällt in Polen ein :1085: Der Přemyslide Vratislav II. wird zum ersten böhmischen König gekrönt (der Titel ist ihm von Heinrich IV., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, verliehen worden). :1212: Goldene Bulle von Sizilien, Kaiser Friedrich II. bestätigt Ottokar I. Přemysl (Erblichkeit des Königstitels). :1296: Böhmisch-Polnische Personalunion unter Wenzel II. und Wenzel III. :1306: Wenzel III. wird in Olmütz ermordet, Ende der Přemyslidendynastie. :1311-1346: Johann von Luxemburg, Sohn des römischen Kaisers Heinrich VII. heiratet Elisabeth von Böhmen, die Tochter von Wenzel II. und wird böhmischer König. :1347: Karl IV., sein Sohn, wird (als Karl I.) König von Böhmen. :1348: Gründung der Prager Universität. :1355: Karl IV. wird in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Er wählt Prag zu seiner Residenzstadt. :1378: In seinem Testament teilt Karl IV. seine Erblande unter seinen Söhnen auf in Brandenburg, Görlitz und das Kerngebiet Böhmen, dessen Herrscher sein Sohn Wenzel IV. wird. Seine Nachfolger (ab 1419) sind Sigismund, Albrecht II. und Ladislaus Postumus :1415: Jan Hus wird während des Konstanzer Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt – Beginn der Hussiten-Bewegung :1415-1434: Unruhen in Böhmen. Jan Žižka und Prokop Holý führen die Hussiten. Ende der Bewegung nach der Schlacht von Lipany. :1458: Georg von Podiebrad wird von den böhmischen Ständen zum König von Böhmen gewählt. :1471-1526: Nach seinem Tode fällt die böhmische Krone an die polnische Dynastie der Jagiellonen. Der letzte dieser Dynastie gibt durch seinen Tod in der Schlacht bei Mohács gegen die Türken die Krone wieder frei. :1526-1918: Tschechien ist habsburgisches Gebiet, nachdem die böhmischen Stände 1526 den Habsburger Ferdinand I. zum König von Böhmen gewählt haben. :1547: Aufstand der böhmischen Stände gegen Ferdinand I. :1583: Kaiser Rudolf II., Ferdinands Nachfolger, zieht mitsamt dem Hof von Wien nach Prag, welches ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft wird. 1609 erlässt er den Majestätsbrief der Religionsfreiheit. :1611: Rudolfs Bruder Matthias Corvinus übernimmt die Macht; die Konfessionsproblematik entflammt aufs Neue. :1618: Gesandte der böhmischen Stände (mehrheitlich protestantisch) dringen in die Kanzlei des Hradschin und werfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster (sie werden dabei nicht getötet). Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein. :1619: Matthias stirbt. Im August wählen die böhmischen Stände den deutschen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum König. Indem er im Herbst in Prag gekrönt wird und dort seine Residenz aufnimmt, wird der innerhabsburgische Konflikt zu einer Reichsangelegenheit. :1620: Schlacht am Weißen Berg. Friedrich von der Pfalz flieht aus dem Land ("Winterkönig", da er nur einen Winter regierte). Hinrichtungen und das Exil des böhmischen Adels. Die nun beginnende Epoche wird in der tschechischen Geschichte temno, die Zeit der Dunkelheit genannt. Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) führt eine Unterdrückungspolitik gegen Nicht-Katholiken. Protestanten fliehen (Comenius) oder werden hingerichtet. Dreiviertel des böhmischen Adels flieht. In Böhmen wird Deutsch zur Amtssprache erhoben. Tschechisch wird nur auf dem Lande gesprochen. :1740-1780: Herrschaft von Maria Theresia. :1780-1790: Herrschaft ihres Sohnes Joseph II. Der "aufgeklärte" Absolutismus mündet in die Aufklärung. :1781: Aufhebung der Leibeigenschaft. :Ende des 18. Jh. - 1885: sgn. Tschechische Nationale Wiedergeburt. Als Reaktion auf den österreichischen mit der Aufklärung zusammenhängenden Zentralismus formieren sich seit dem Ende des 18. Jh. Intellektuelle in der tschechischen Nationalbewegung (Wiedergeburt). Sie fördern die Pflege, Anerkennung und Verwendung der tschechischen Sprache (unterstützt auch von den deutschen Romantikern). Dem folgt später das Verlangen nach politischer Autonomie. :1848: Slawenkongress in Prag. Ein Aufstand wird niedergeschlagen. Die Industrialisierung beginnt - und Böhmen wird das "industrielle Rückgrat" von Habsburg. :1914-1918: Erster Weltkrieg. Gegen die Monarchie bildet sich im Exil eine tschechische und slowakische, von Tomáš Garrigue Masaryk angeführte, Opposition. :28.10.1918: Gründung der Tschechoslowakischen Republik, T.G. Masaryk wird erster Staatspräsident. Die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schließt sich dem neuen Staat an (Milan Rastislav Štefánik). :1919: Beitritt/Anschluss der Karpato-Ukraine (nach 1945 fällt sie an die Sowjetunion). :1920: Anschluss Teschens :1918-1938: sgn. Erste tschechoslowakische Republik :1933: Gründung der Sudetendeutschen Partei (SdP) durch Konrad Henlein. :24.04.1938: Karlsbader Programm: die SdP fordert die völlige Autonomie des Sudentenlandes. Die Gegenvorschläge der Regierung in Prag werden abgelehnt. :29.09.1938: Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier unterschreiben das Münchener Abkommen (was die Tschechen "Münchener Diktat" nennen). Die Grenzgebiete werden von der deutschen Armee besetzt. :05.10.1938: Präsident Edvard Beneš geht ins Exil nach England. Sein Nachfolger wird Emil Hácha. :15.03.1939: Einmarsch und Besetzung durch deutsche Truppen. Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Die Slowakei wird als Schutzstaat des Deutschen Reiches eigenständig (1939-1945). :10.06.1942: Auf Statthalter Neurath folgt Reichsprotektor Heydrich, der im Juni nach einem Attentat stirbt. Brutale Vergeltungsmaßnahmen, u. a. die Liquidierung des Dorfes Lidice. :1945: faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei; "Kaschauer Programm" der neuen Regierung unter Premierminister Fierlinger; amerikanische, sowjetische, tschechoslowakische Truppen befreien Tschechien: die in Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem US- und dem UdSSR-Gebiet verläuft entlang Budweis, Pilsen und Karlsbad. :05.05.1945: Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. :09.05.1945: Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag. Präsident Beneš übernimmt die Regierungsgeschäfte. Die nach ihm benannten Beneš-Dekrete sehen eine Bestrafung der Nazis und die Abschiebung der deutschen Bevölkerung unter Gewaltanwendung vor. Die Vertreibung der Sudetendeutschen beginnt. :19.06.1946: Die Kommunistische Partei Tschechiens wird in die Regierung gewählt und kann einen gewaltigen politischen Einfluss ausüben. Klement Gottwald (KPTsch) wird Ministerpräsident. :24.10.1946: Abschluss der Vertreibung von insgesamt 2,7 Mio. Deutschen. :25.02.1948: Vollständige Machtergreifung durch die Kommunisten (KPTsch) - mit Berufung auf die vorangegangenen freien Wahlen. Verfassungsänderung, Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster. Erster "Arbeiterpräsident" wird Klement Gottwald. :1951-1957: Verfolgung des Klerus und politische Prozesse (Rudolf Slánský). :1957: Antonín Novotný wird Präsident. :1964: Kafka-Konferenz in Libnice (Franz Kafka rehabilitiert). Rufe nach Reformen werden laut und kulminieren auf dem Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Kritik der politischen Führung. :03-05.01.1968: Novotný wird vom ZK abgesetzt. Alexander Dubček wird Vorsitzender der KP. Präsident wird General Ludvík Svoboda. Anfangs März folgt die Aufhebung der Zensur. "Prager Frühling" beginnt, die Weiterentwicklung verläuft überwiegend spontan. :05.04.1968: Aktionsprogramm der KPTsch unter Alexander Dubček. Ein "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wird angestrebt (Verbürgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Freilassung der politischen Gefangenen). :21.08.1968: Militärische Intervention - Einmarsch der sowjetischen Truppen und Truppen des Warschauer Paktes (ohne Rumänien und der DDR); Breschnew-Doktrin der "Begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten". Die nachfolgende politische Etappe wird "Normalisierung" genannt. :1.1.1969: Mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes über die tschechoslowakische Föderation entsteht die Tschechische Sozialistische Republik als eine der Teilrepubliken der Tschechoslowakei. :17.04.1969: Ablösung Dubčeks und Wahl Gustáv Husáks zum Generalsekretär der KPTsch. Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach. Beginn der "Normalisierung". Die CSSR wird in der Folge einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks. :01.01.1977: Bürgerbewegung "Charta 77". :17.11.1989: Das Bürgerforum wird zur tragenden Kraft der "Samtenen Revolution" in Tschechien. :17.11.1989: Die Polizei unterdrückt brutal eine Studenten-Demonstration, was eine Großdemonstration von bis zu 750.000 Menschen nach sich zieht. Unter den Rednern ist auch der Schriftsteller Václav Havel. Die kommunistische Regierung hat die Medien nicht mehr unter Kontrolle und wird nach 40 Jahren ohne Blutvergießen abgesetzt. :10.12.1989: Staatspräsident Gustáv Husák erklärt seinen Rücktritt. :28.12.1989: Alexander Dubček wird zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt. :29.12.1989: Václav Havel wird von der Föderalversammlung zum Präsidenten der CSSR gewählt. :Anfang 1990: Umbenennung der Tschechischen Sozialistischen Republik (siehe 1969) in Tschechische Republik. :23.04.1990: Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische und Slowakische Föderative Republik (CSFR). :08.06.1990: Erste freie Parlamentswahlen in der CSFR. :05.07.1990: Václav Havel wird zum Präsidenten der CSFR gewählt. :21.02.1991: Beitritt der CSFR zum Europarat. :16.12.1991: Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens. :05.06.1992: Parlamentswahlen in der CSFR. Der Ökonom Václav Klaus (Demokratische Bürgerpartei) wird Ministerpräsident. Er vertritt eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik ("Marktwirtschaft ohne Adjektiv"). Es wird eine Coupon-Privatisierung durchgeführt, wodurch 8 Mio. Tschechen Anteilseigner von privatisierten Firmen werden, was jedoch kein echtes Investment-Kapital nach sich zieht. Der Politiker Vladimír Mečiar wird Ministerpräsident in der Slowakei. In der Folge vereinbaren beide Politiker eine Teilung der Tschechoslowakei in zwei Staaten. :20.07.1992: Präsident Václav Havel tritt von seinem Amt zurück. :25.11.1992: Gesetz über die Auflösung der CSFR im föderalen Parlament. :16.12.1992: Die neue Verfassung der Tschechischen Republik als "demokratischer Rechtsstaat" wird verabschiedet. Die Charta der Grundrechte und -freiheiten, die nach dem Umbruch im Januar 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wird unverändert von Tschechien übernommen. :01.01.1993: Tschechen und Slowaken bilden zwei unabhängige Republiken – Tschechien und die Slowakei. :02.02.1993: Vereidigung des neugewählten Präsidenten Václav Havel. :30.06.1993: Beitritt zum Europarat. :29.10.1993: Wahl zum nicht-ständigen Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. :17.11.1993: Freiheitstag (Nationalfeiertag) :01.02.1995: Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommens. :1994-1996: Nach drei Jahren stark negativen Wirtschaftswachstums wächst die Wirtschaft wieder; 1997 folgt aber wieder tiefe Rezession :28.11.1995: Zeichnung der OECD-Beitrittsurkunde in Paris. :31.05.1996: Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die regierende Partei wird bestätigt, wenn auch mit Verlusten. :23.07.1996: Zweites Kabinett Klaus'. Dieser muss eine Allianz mit dem Sozialdemokraten Miloš Zeman eingehen, der sich verpflichtet, nicht gegen Klaus' Regierung zu stimmen. Ende der wirtschaftlichen Wachstumsphase, eingeleitet durch einen Bankenkrach (12 Banken insolvent). Grund: Innere Verflechtung von industriellen Großkomplexen, die durch faule Kredite künstlich aufrecht erhalten werden. Die tschechische Wirtschaft fällt in eine tiefe Rezession. :Juni 1997: Bei einer Flutkatastrophe ungewöhnlichen Ausmaßes müssen 40.000 Menschen evakuiert werden. Gesamtschaden: 2,5 Mrd. Euro. :21.01.1997: Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung. :24.04.1997: Rede von Präsident Havel vor dem Deutschen Bundestag. :30.11.1997: Václav Klaus tritt nach Spendenaffäre zurück. Nachfolger wird Josef Tošovský. :20.01.1998: Wiederwahl des Präsidenten Václav Havel. :28.06.1998: Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen die Sozialdemokraten mit Miloš Zeman (32 %) und können die Regierung bilden. :12.03.1999: Beitritt zur NATO (zusammen mit Polen und Ungarn) und Vorbereitungen für den EU-Beitritt. Ein Hindernis dabei ist das neu errichtete Atomkraftwerk von Temelín nahe der österreichischen Grenze, das trotz der Proteste Österreichs im Oktober 2000 ans Netz geht. :2000: Die Wirtschaft hat wieder einen leichten Aufschwung. Allerdings Kollaps der drittgrößten Bank IPB. :25.09.2000: In Prag wird das Treffen des IMF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank veranstaltet, begleitet von Straßenunruhen und Demonstrationen. 2001. :2000: Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des tschechischen Fernsehens Česká televize lässt die alte Feindschaft zwischen Václav Havel und Václav Klaus wieder hervorbrechen. Klaus hatte mehrere seiner Anhänger in die Top-Positionen des Senders manövriert, darunter auch Jiří Hodač als Direktor. Dies löst die größten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Folge: Hodač tritt zurück. Tschechien bekommt ein neues Mediengesetz. :2004: EU-Beitritt

Politik

Die Tschechische Republik ist eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident. Größeren Einfluss hat jedoch der Premierminister. Das tschechische Parlament hat zwei Kammern: das Abgeordnetenhaus und den Senat. Der Präsident wird vom Parlament gewählt. Bei der Wahl muss der Kandidat in den ersten zwei Wahlgängen in beiden Kammern die absolute Mehrheit erreichen, im dritten Wahlgang genügt eine Mehrheit aller anwesenden Abgeordneten. Kandidaten müssen von mindestens 10 Abgeordneten oder 10 Senatoren vorgeschlagen werden und mindestens 40 Jahre alt sein. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre, höchstens zweimal hintereinander. Außer der Rechte, die der Präsident im Einvernehmen mit anderen Verfassungsorganen ausübt, hat er das Recht in alleiniger Verantwortung
- das Abgeordnetenhaus unter bestimmten Bedingungen aufzulösen und
- in Gerichtsverfahren einzugreifen bis zur Einstellung des Verfahrens, Strafmaßmilderung und Streichen der Strafen im Strafregister (Begnadigung). Außerdem ernennt er in Eigenverantwortung die Richter (verfassungrechtlich bisher jedoch nicht genügend geklärt) und die Mitglieder des Nationalbankrats. Traditionsgemäß wird der Präsident oft von Bürgern zwecks Durchsetzung ihrer Rechte gegen staatliche Einrichtungen um Hilfe gebeten. Die von ihm ernannten Verfassungsrichter, müssen von dem Senat gebilligt werden. Das Abgeordnetenhaus wird aus Listenkandidaten nach Verhältniswahlrecht gewählt. Es gibt eine Sperrklausel von 5 % für Parteien. Das Abgeordnetenhaus besteht aus 200 Abgeordneten, die mindestens 21 Jahre alt sein müssen. Die Legislaturperiode beträgt 4 Jahre. Der Senat wird aus wahlkreisbezogenen Kandidaten durch eine Personenwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Entsprechend der Anzahl der Wahlkreise besteht der Senat aus 81 Personen, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen. Die Kandidaten können von politischen Parteien vorgeschlagen (und unterstützt) werden oder unabhängig kandidieren. Die Legislaturperiode eines Senators beträgt 6 Jahre. Die Wahlen erfolgen im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweils ein Drittel der Wahlkreise die Wahl bestreitet. Als Wahlkandidaten treten oft bekannte oder honorige Personen des öffentlichen Lebens auf. Stimmt der Senat einem Gesetz nicht zu, muss es von der Abgeordnetenkammer mit der Mehrheit aller Abgeordneten wieder gebilligt werden. Die Zustimmung des Senats wird lediglich bei Änderungen des Verfassungsgesetzes und der Wahlgesetze benötigt. Außerdem beteiligt sich der Senat an der Präsidentenwahl. In alleiniger Verantwortung bestätigt der Senat die von dem Präsidenten ernannten Verfassungsrichter. Die Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und einem vierstufigen Gerichtssystem, in dem den zwei obersten Gerichten (für Verwaltungssachen und Übriges) drei weitere Instanzen untergeordnet sind. In der Exekutive unterstehen der Regierung und deren zentralen Behörden 14 Regionen, (tschechisch: kraje) darunter die Landkreise (okresy) und darunter die Kommunen. (obce). Siehe auch: Verwaltungsgliederung Tschechiens Tschechien wurde am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen. Von den etwa 55,21 % der tschechischen Wahlberechtigten, die am Referendum teigenommen haben, haben einem Beitritt ca. 77,33 % zugestimmt, also etwa 42,7 % aller tschechischen Wahlberechtigten.

Verwaltungsgliederung

Siehe: Verwaltungsgliederung Tschechiens

Infrastruktur

Der Eisenbahnverkehr liegt größtenteils in den Händen der České dráhy (Tschechische Bahnen). Das Autobahnnetz wird seit dem Fall des eisernen Vorhangs immer weiter ausgebaut. So etwa die Autobahn Prag - Pilsen (- Nürnberg (Deutschland)) oder (Dresden (Deutschland) -) Prag - Budweis (- Linz (Österreich)). Im Jahre 2005 beträgt das gebührenpflichtige Autobahnnetz 800 km. Weitere ca. 200 km befinden sich im Bau, der jedoch durch zahlreiche Einwände erheblich verzögert wird. Trotz niedrigerer Verkehrsdichte ist die Mortalität im Straßenverkehr (bezogen auf Bevölkerungsanzahl) mit 1.215 Toten im Jahr 2004 ungefähr 1,6-mal höher als in Deutschland. Verkehrsflughäfen befinden sich in Prag (9,7 Mio abgefertigter Personen im Jahr 2004, Jahreszunahme 20 %), Brünn, Ostrau und Karlsbad. Die meisten Hauptstädte der Regionen können über Sportflugplätze angeflogen werden.

Flugverkehr

Den innerstaatlichen Flugverkehr betreibt die Fluggesellschaft CSA - die Tschechischen Aerolinien auf der Strecke Prag, Ostrau, Brünn und Karlsbad. Man kann ebenfalls die spezialisierten Fluggesellschaften ausnutzen, die Aussichtsflüge oder den Verkehr mit den kleinen Flugzeugen an viele Orte Tschechiens anbieten.

Schienenverkehr

Die Eisenbahnen der Tschechischen Republik bilden ein sehr ausgedehntes und dichtes Verkehrsnetz. Der Schienenverkehr auf dem Gebiet Tschechiens hat 160-jährige Tradition. Mit Rücksicht auf die Lage in Mitteleuropa ist die Tschechische Republik zu einem wichtigen Transitland geworden. Auf dem Staatsgebiet führen Korridore für Inter-City-Bahnen. Die Fahrpäne stehen auch in der Internetform zur Verfügung, wo man nicht nur Verbindungen aussuchen, sondern auch Fahrkarten reservieren kann. Die Fahrkarten können mittels des automatisierten Systems gekauft werden. Bei den ausgewählten Verbindungen und auf den ausgewählten Bahnhöfen kann man mittels eines Handys Informationen über die Lage des Zuges gewinnen. Für das Jahr 2006 hat die tschechische Regierung angekündigt, sämtliche Bahnhöfe des Landes zu renovieren. Die meist schon über 100 Jahre alten Bauten sind mit der Zeit heruntergekommen. Man erhofft sich durch die Renovierungen einen besseren Verkehr innerhalb und auch außerhalb des tschechischen Staatgebiets, wie z. B. den Ausbau der Strecken nach Deutschland.

Busverkehr

Den Busverkehr in ganz Tschechien betreiben die Privatverkehrsgesellschaften. Die Dichte der Busverbindungen ist ziemlich groß. Im Gegenteil zu den Zügen sind die Busverbindungen in den Regionen am Wochenende begrenzt.

Wasserverkehr

In Tschechien wird der Wasserverkehr nur teilweise auf den Flüssen Elbe und Moldau und auf den geschlossenen Wasserflächen (Stauseen, Seen, Flüssen), die für die Schifffahrt zubereitet sind, realisiert. Die Abschnitte der Elbe und Moldau mit dem internationalen Status sind mit dem europäischen System der Wasserwege verbunden, d. h. mit den Flüssen bis zu den Seehäfen (Elbe-Hamburg) und mit dem System der europäischen Kanäle zu den anderen Flüssen und ihren Binnen- und Seehäfen (Magdeburg, Duisburg, Rotterdam).

Taxis

Das Taxi kann man sofort bestellen oder auch 24 Stunden vorausreservieren. Die Gebühren für Taxis bestehen aus einer festen Summe für das Beistellen des Wagens und aus einer Gebühr für jeden zurückgelegten Kilometer. Die Taxen der Konkurrenzdienste oder in den verschiedenen Städten können unterschiedlich sein, aber die Angabe über die Taxe pro 1 km muss immer auf der Karosserie und im Interieur des Wagens angegeben werden. Jeder Taxifahrer ist verpflichtet eine Rechnung (die Empfangsbestätigung) auszustellen, wenn es der Kunde erfordert.

Stadtverkehr

In größeren Städten sind die Straßenbahn und der Bus gängige öffentliche Transportmittel. In den kleineren Städten gibt es nur Busse. Prag betreibt auch drei Trassen der U-Bahn, die das Zentrum mit den Stadträndern verbindet. Die Preise der Fahrkarten sind in den einzelnen Städten unterschiedlich. Die Fahrkarten für die Stadtverkehrsmittel kann man an Automaten und in den Fahrzeugen kaufen. In Prag und anderen größeren Städten sind touristische Fahrkarten für mehrere Fahrten, z. B. Wochenfahrkarten im Verkauf. Beim Eintritt in die Verkehrsmittel ist es nötig die Fahrkarten im Apparat sofort zu stechen.

Radfahren

In den Hauptzentren des Fremdenverkehrs oder in den Städten bereitet man das Netz der Radwege vor oder sie sind bereits aufgebaut, hier kann man auch Straßen- oder Bergfahrräder leihen. Eine Reihe der europäischen Radwege geht durch Tschechien durch. Viele Radwege führen durch hügliches Terrain, wie z. B. die vielen Routen im Böhmerwald, die auch in den Bayerischen Wald führen.

Autobahngebühren

Für die Benutzung der Autobahnen muss man bezahlen. Der Autofahrer ist verpflichtet, eine Autobahnmarke zu kaufen, die man auf die Windschutzscheibe von innen heraus aufklebt. Die Autobahnmarken kann man bei der Tschechischen Post, auf den Grenzübergängen oder an den ausgewählten Tankstellen kaufen.

Grundvorschriften

Fahrzeuge müssen in der Winterzeit (27.10.-31.03.) ganztags mit Abblendlicht fahren. Kinder bis 12 Jahre oder kleiner als 150 cm müssen während der Fahrt im Kindersitz befestigt werden. Der Autofahrer darf vor und während der Fahrt keinen Alkohol trinken. Telefonieren ist während der Fahrt verboten. Die Sicherheitsgurte müssen während der ganzen Fahrt umgelegt sein. Motorradfahrer und ihre Mitfahrer sind verpflichtet Motorradhelme zu tragen.

Wirtschaft

Während der sozialistischen Zeit hatte die Tschechoslowakei als Wirtschaftsform die Zentralverwaltungswirtschaft und war wie viele Ostblockstaaten im RGW, einer Analogie zur EWG, eingegliedert. In den 1990er Jahren wurde die Wirtschaft privatisiert. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresschnitt 2003 7,8 % (Angabe des Statistischen Amtes der Tschechischen Republik). Für den Februar 2005 beträgt sie 9,65 %. Es gibt große Unterschiede zwischen den Regionen. So hatte die Hauptstadt Prag 2003 eine Arbeitslosenquote von 4,2 %, die Region Moravskoslezský kraj (Region Mährisch-Schlesien) dagegen 14,7 %. Das Bruttoinlandsprodukt/Kopf liegt (2004) bei 8.351 Euro (2004) (unter den EU-Ländern zwischen dem Portugals und Ungarns), das Wachstum bei 3,7 %, die Inflationsrate bei 3,2 %. Währung: 1 Tschechische Krone (Kc) = 100 Hellers Kurs (Mitte 2004): 1 Kc = 0,03 Euro BSP: 46,7 Mrd. Euro (BSP/Kopf: 4.567 Euro) Wachstumsrate des BIP: 2 % Anteile am BIP: Dienstleistungen 57 %; Industrie 39 %; Landwirtschaft 4 % Arbeitslosenquote: 8,6 % Die tschechische Ökonomik gehörte im Rahmen des ehemaligen kommunistischen Ostblockes zu den am meisten entwickelten. Heute bildet die Mehrheit des Bruttoinlandsproduktes der Dienstleistungssektor. Bedeutsam sind ebenfalls ausländische Investitionen, die die Zusammensetzung der tschechischen Industrie ändern. Den größten Teil der Industrie bildet die Produktion der modernen Industrieanlagen und der Industriekomplexe, die überwiegend für Westeuropa und hochentwickelte Staaten der Welt bestimmt sind. Zu den größten Betrieben der Welt gehört Škoda-Auto, das den wesentlichen Teil des tschechischen Exportes bildet. Im Industriebereich überwiegen die Maschinen-, Lebensmittel- und Holzindustrie, weiter chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie, Glas- und Keramikerzeugung und Glaserei. Die Landwirtschaft beschäftigt sich vorwiegend mit dem Anbau von Weizen, Mais, Gerste, Zuckerrübe, Kartoffeln, Rübe, Futterpflanzen, Weinreben, Gemüse und Obst. Weltbedeutend ist die Hopfenproduktion als Grundlage der Tschechischen Braukultur. Man züchtet vor allem Rindvieh und Schweine. Traditionell ist die Viehzucht und die Wildjagd. Tschechien hat außerdem in der Fischzucht Weltrang. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Mai 2004, das durchschnittliche Einkommen eines tschechischen Bauerns um 108 % gesteigert hat. Ein Drittel des Gebietes bedecken die von der Industrie bedrohten Wälder, die auch Holz für den Export produzieren. Man fördert Kohle, Kaolin, Ton, Holz, Graphit und Kalkstein. Der Großteil des Erdöls und Erdgases muss aus Russland eingeführt werden. Ein bedeutendes Merkmal der Tschechischen Republik ist das böhmische Glas. Beim Aussprechen des Wortes Kristall erinnern sich die meisten Menschen an das böhmische Land, das auf seinem Gebiet eine so große Anzahl von Glashütten verbirgt, deren Qualität die höchste auf der Welt ist. Es ist hauptsächlich die ununterbrochene Tradition, die aus diesem Handwerk eine künstlerische Geschicklichkeit machte. Viele von diesen Glashütten können besucht werden. Siehe auch: Tourismus in Tschechien, [http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Unternehmen_%28Tschechien%29 Kategorie Unternehmen in Tschechien]

Umwelt

Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten.

Kultur

Sport

Der Sport mit dem höchsten Stellenwert in Tschechien ist Eishockey, wo die Tschechen mehrmals Weltmeister (zuletzt am 15. Mai 2005 in Wien mit 3:0 gegen Kanada) und 1998 in Nagano auch Olympiasieger wurden. Viele Persönlichkeiten des tschechischen Sports sind auch weltweit sehr gut bekannt. Man schätzt, dass in den bürgerlichen Vereinigungen der Körpererziehung und des Sports seit dem Jahre 1995 ca. 15 % der tschechischen Bevölkerung organisiert ist. Auch der Wintersport ist in Tschechien beliebt. Bekannte Regionen für Wintersport sind das Riesengebirge im Norden und auch der Böhmerwald im Westen des Landes. Fußball: Die erste Liga umfasst 16 Mannschaften. Zwei davon steigen am Ende der Saison, also nach 30 Spieltagen in die landesweite 2. Liga ab. Von dort steigen dementsprechend zwei Teams in die 1. Liga auf. Die dritthöchste Spielklasse ist zweigeteilt. Den westlichen Teil (Böhmen), deckt die CFL (Ceská Fotbalová Liga - Tschechische Fußballliga, 18 Teams) ab, den östlichen Teil des Landes (Mähren und Schlesien) die MSFL (Moravsko-Slezká Fotbalová Liga - Mährisch-Schlesische Fußballliga, 16 Teams). Der jeweilige Meister der beiden dritten Ligen steigt in die zweite Liga auf. Der Abstieg aus der zweiten Liga bestimmt auch den Abstieg aus den Ligen darunter mit, denn es können z. B. zwei Mannschaften aus der 2. Liga absteigen die beide in den Bereich der CFL oder eben der MSFL fallen, womit dort eine Mannschaft zuviel wäre. Es muss also noch eine zusätzliche Mannschaft absteigen. Der Unterbau des dritten Levels ist fünfgeteilt. Unterhalb der CFL gibt es drei Gruppen (A, B, C) der Divize, unterhalb der MSFL zwei (D und E). Von diesen Ligen steigt jeweils der Meister in die CFL bzw. MSFL auf, die jeweils letzten zwei in einen der "Krajský Prebor" ab, je nach regionaler Zugehörigkeit. Insgesamt gibt es nach einer Reform 2002/2003 nun 13 Gruppen solcher fünften Ligen (zuvor lediglich 10), 9 als Unterbau der CFL bzw. der Divize A, B, C und 5 als Unterbau der MSFL bzw. der Divize D und E. Die "Krajský Prebor" sind auch die ersten wirklich regionalen Ligen, über die dann auch nur noch im Lokalsportteil der Zeitungen berichtet wird. Siehe auch: Tschechischer Fußball

Weblinks


- [http://www.tschechien-online.org/ tschechien-online.org] Tschechien-online- Deutschsprachiges Informationsportal mit täglich aktualisierten Informationen sowie einem Webkatalog mit über 5000 Links und einem Katalog tschechischer Firmen
- [http://fotos.tsjechie.net/ tsjechie.net] Mehr als 2100 bilder von tschechien
- [http://www.czech.cz/ czech.cz] englischsprachiges Landesportal
- [http://www.hrad.cz/cz/ hrad.cz] Homepage des Präsidenten der Tschechischen Republik
- [http://www.vlada.cz/1250/aktuality.htm vlada.cz] Tschechische Regierung
- [http://www.psp.cz/ psp.cz] Tschechisches Parlament
- [http://www.senat.cz/ senat.cz] Tschechischer Senat
- [http://www.concourt.cz/ concourt.cz] Ústavní soud České republiky - Tschechisches Verfassungsgericht, Brünn
- [http://www.mzv.cz/ mzv.cz] Tschechisches Außenministerium
- [http://www.czso.cz/eng/redakce.nsf/i/home czso.cz] Statistisches Zentralamt der Tschechischen Republik
- [http://www.tschechische-kulturtage.de tschechische-kulturtage.de] Größtes Festival der tschechischen Kultur in Deutschland (Sachsen)
- [http://www.dtsg.de/ dtsg.de] Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e.V., Köln
- [http://www.bruecke-most-stiftung.de/ bruecke-most-stiftung.de] Brücken-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit
- [http://www.tu-dresden.de/jfaufbau/osteuropa/tschechien.html tu-dresden.de] Linksammlung Tschechien- TU Dresden
- [http://slovnik.seznam.cz/ slovnik.seznam.cz] Wörterbuch- Tschechisch - Englisch/Deutsch/Französisch etc.
- [http://web.volny.cz/najdito/slovnik/ web.volny.cz] Wörterbuch- Tschechisch - Englisch/Deutsch/Französisch
- [http://auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/publikationen/staatennamen.pdf auswaertiges-amt.de] Staatennamen der Bundesrepublik Deutschland PDF-Dokument
- [http://www.collegium-carolinum.de/index.html Collegium Carolinum (CC)/ Institut zur Geschichte, Kultur und Politik der Tschechischen und der Slowakischen Republik]
- [http://www.pragerzeitung.cz/] aktuellste Nachrichten aus Tschechien in deutscher Sprache
- [http://www.turistik.cz/] Reiseangebote und Informationen für die Tschechische Republik
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Polen

Die Republik Polen (poln. Rzeczpospolita Polska) ist ein Staat in Mitteleuropa. Polens Grenzen sind 3582 km lang, wobei 467 km auf die Grenze zu Deutschland im Westen, 790 km auf die zu Tschechien und 539 km auf die zu der Slowakei im Süden, 529 auf die zur Ukraine und 416 auf die zu Weißrussland im Osten, 103 km auf die zu Litauen und 210 auf die zur russische Exklave Kaliningrad im Nordosten sowie 528 auf die Ostsee-Küste im Norden entfallen. Flächenmäßig ist Polen der neuntgrößte Staat in Europa. Der Name "Polen" kommt von dem westslawischen Stamm der Polanen, deren Siedlungsgebiet sich im zentralpolnischen Großpolen um Posen und Gnesen befand und die die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug im 10. Jahrhundert unterwarfen und einigten. Den Namen "Polanen" kan man mit "Feldbewohner" übersetzen (pole = Feld). Der latainische Name Terra Poloniae oder Regnum Poloniae wurde seit dem 11. Jahrhundert für das ganze polnische Staatsgebiet verwendet. Das Ursprungsgebiet der Polanen wurde ab dem 14. Jahrhundert als Altpolen und später Großpolen (von lat.: Polonia Maior) bezeichnet, während die südlicheren Landesteile um Krakau Kleinpolen (von lat.: Polonia Minor) genannt wurden. Andere Namen für das Land Polen und die Polen gehen auf den Stamm der Lędzianen zurück, die im Südosten Polens an der mittleren Weichsel siedelten, z.B. Lechia, Lenkija (litauisch), Lechistan (persisch) sowie Lach (russisch), Lengyel (ungarisch).

Geographie

Weichsel Das Gebiet Polens besteht aus fünf geografischen Räumen. Im Nordwesten befindet sich die von der pommerschen bis zur Danziger Bucht reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen, Binnengewässer und Dünen gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das das Stettiner- und Frische Haff sowie die Pucker Bucht gegliedert. Im Norden und der Mitte schließt sich das von der Eiszeit geformtes Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, das durch seine vier großen Seenplatten (Masurische Seenplatte, Kaschubische Seenplatte, Pommersche Seenplatte und Großpolnische Seenplatte) gekennzeichnet wird, deren Mermal neben den zahlreichen Gewässern vor allem die hügelige Moränenlandschaft ist, vgl. z.B. Kaschubische Schweiz. Südlich daran schließt sich die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägte Landschaft Schlesiens und Masowiens an. Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch die Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge Krakauer-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzberge, Beskiden, Waldkarpaten und Sudeten. Die höchste Erhebung, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge. Siehe auch: Großpolen, Masowien, Ermland-Masuren, Pommern, Schlesien, Kleinpolen, Podlasien.

Geologie

Podlasien] Die geologische Struktur Polens ist im wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision der Kontinente Afrika und Europa während der letzten Jahrmillionen und die Vergletscherung aus Skandinavien. Beide Ereignisse formten die Karpaten und die Sudeten. Die Moränenlandschaft Nordpolens weist zumeist Sand- und Lehmböden auf, während die südlicheren Urstromtäler oft Lößböden haben. Der Jura, die Pieninen und die Westliche Tatra betehen aus Kalkstein, während die Hohe Tatra, die Beskiden und das Riesengebirge sich zum großen Teil aus Granit und Basalten zusammensetzten. Das Heiligkreuzgebirge ist eines der ältesten Gebirge der Welt.

Berge

Basalt Polen hat 21 Zweitausender, von denen sich alle in der Tatra befinden. Die Tatra, auf polnischem Gebiet bestehend aus Hoher- und Westlicher Tatra, stellt die höchste Bergkette in Polen und den ganzen Karpaten dar. Der mit 2.499 m höchste Berg Rysy mit seinem hochgelegenen See Morskie Oko liegt in der Hohen Tatra. Der mit 2 m unter N.N. am tiefsten gelegene Punkt befindet sich bei Raczki Elbląskie in der Nähe von Elbląg im Weichseldelta. Die zweithöchste Gebirgkette in Polen sind die Saybuscher Beskiden mit der Babia Gora (1725 m) als höchsten Gipfel. Gefolgten werden sie von dem Riesengebirge, dessen Schneekoppe mit 1602 m die höchste Erhebung der Sudeten darstellt. Zu den schönsten Bergen Polens gehören die Waldkarpaten im äußersten Südosten des Landes, deren höchste in der Polonina die Tarnica mit ca. 1300 m ist. Unter Touristen sind zudem die Niederen Beskiden ca. 1000 m , die Gorce ca. 1300 m, und die Pieniny ca. 1000 m bekannt, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt sind. :Kategorie:Gebirge in Polen

Seen

:Kategorie:Gebirge in Polen Polen gehört mit fast 10.000 geschlossenen Gewässern, deren Fläche einen ha überschreitet, zu den seenreichsten Ländern der Welt. In Europa weist nur Finnland mehr Seen pro qm als Polen auf. Die größten Seen mit über 100 km² Fläche sind Sniardwy und Mamry in Masuren sowie Łebsko und Drawsko in Pommern. Neben den Seenplatten im Norden (Masuren, Pommern, Kaschubei, Großpolen) gibt es auch eine hohe Anzahl an Bergseen in der Tatra, von denen das Meeresauge der flächenmäßig größte ist. Der mit über 100 m tiefste See ist der Hancza in der Seenplatte von Wigry östlich von Masuren in der Wojewodschaft Podlachien. Gefolgt wird er von dem Tatra Bergsee "Großer Polnischer See" im "Tal der fünf polnischen Seen". Zu den ersten Seen deren Ufer besiedelt wurden, gehört die Großpolnische Seenplatte. Die Pfahlbausiedlung von Biskupin, die von mehr als 1000 Einwohnern bewohnt wurde, gründeten bereits vor dem 7. Jahrhundert v. Chr. Menschen aus der Lausitzer Kultur. Die Vorfahren der heutigen Polen, die Polanen, bauten ihre ersten Burgen auf den Seeinseln (pl. "Ostrów"). Der legendäre Fürst Popiel soll im 8. Jahrhundert von Kruszwica am Gopło-See regiert haben. Der erste historisch belegte Herrscher Polens, Herzog Mieszko I., hatte seinen Palast auf der Wartheinsel "Ostrów Tumski" in Posen. :Kategorie:See in Polen

Flüsse

:Kategorie:See in Polen ]] Die längsten Flüsse sind die Weichsel mit 1047 km, der Grenzfluss Oder mit 854 km, die Warta mit 808 km und der Bug mit 772 km. Die Weichsel und die Oder münden genauso wie zahlreiche kleiner Flüsse in Pommern in die Ostsee. Die Liebe und die Wegorapa fließen über die Pregel und die Czarna Hancza über die Memel in die Ostsee. Daneben entwässern einige kleinere Flüsse, wie die Izer in den Sudeten über die Elbe in die Nordsee. Die Orawa aus den Beskiden fließt über die Waag und die Donau genauso wie einige kleiner Flüsse aus den Waldkarpaten über den Dnister ins Schwarze Meer. Die polnischen Flüsse wurden schon sehr früh zur Schifffart genutzt. Bereits die Wikinger befuhren mit ihren Drachenbooten während ihrer Raubzüge durch Europa die Weichsel und die Oder. Im Mittelalter und der Neuzeit als Polen-Litauen die Kornkammer Europas waren, gewann die Verschiffung von Agrarprodukten auf der Weichsel Richtung Danzig und weiter nach Westeuropa eine sehr große Bedeutung, wovon noch viele Renaissance- und Barockspeicher in den Städten entlang des Flusses zeugen. :Kategorie:Fluss in Polen

Küste

:Kategorie:Fluss in Polen] Die polnische Ostseeküste ist 528 km lang und erstreckt sich von Swinemünde auf den Inseln Usedom und Wollin im Westen bis zu Krynica Morska auf der Frischen Nehrung (auch Weichsel Nehrung genannt) im Osten. Die polnische Küste ist zum großen Teil eine sandige Ausgleichsküste die durch die stetige Bewegung des Sandes aufgrund der Strömung und des Windes von West nach Ost charakterisiert wird. Dadurch bilden sich viele Kliffe, Dühnen und Nehrungen, die nach dem Auftreffen auf Land viele Binnengewässer schaffen, wie z.B das Jezioro Łebsko im Slowinzischen Nationalpark bei Łeba. Die bekanntesten Nehrungen sind die Hela und die Frische Nehrung. Die größte polnische Ostseeinsel ist Wolin. Die größten Hafenstädte sind Gdingen, Danzig, Stettin und Swinemünde. Die bekanntesten Ostseebäder sind Zoppot, Misdroy,Kolberg, Łeba, Habichtsberg und Jurata. Polnische Inseln

Bodennutzung

Polnische Inseln] 28% des Landes sind von Wald bedeckt. Über die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, wobei allerdings die Gesamtfläche der Äcker zurückgeht und gleichzeitig die verbliebenen intensiver bewirtschaftet werden. Die Viehzucht ist insbesondere in den Bergen weit verbreitet. Große industrielle Ballungszentren sind das GOP in Oberschlesien, der Ballungsraum um Warschau und Lodsch sowie das Weichseldelta um die Dreistadt Danzig-Zoppot-Gdingen. Über 1 % der Fläche Polens - 3.145 km² - werden in 23 Nationalparks geschützt. In dieser Hinsicht nimmt Polen den ersten Platz in Europa ein. Drei weitere sollen in Masuren, im Krakauer-Tschenstochauer Jura und in den Waldkarpaten neugeschaffen werden. Die meisten polnischen Nationalparks befinden sich in den Bergen im Süden. Zudem werden Sumpfgebiete um Flüsse und Seen in Zentralpolen geschützt, sowie Küstengebiete im Norden. Zudem kommen zahlreiche Reservate und Schutzgebiete.

Flora und Fauna

Schutzgebiete] In Polen leben noch Tiere, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie z.B. der Wisent im Urwald von Bialowieza in Podlachien und der Braunbär in Bialowieza, in der Tatra und in den Waldkarpaten, der Wolf und der Luchs in den Waldgebieten, der Elch in Nordpolen, der Biber in Masuren, Pommern und Podlachien. In den Wäldern trifft man auch auf Nieder- und Hochwild (Rotwild, Rehwild und Schwarzwild). Zudem gibt es im Osten Polens auch Urwälder, die nie von Menschen gerodet wurden, wie der zuvor erwähnte Urwald von Bialowieza. Große Waldgebiete gibt es auch in den Bergen, Masuren, Pommern und Niederschlesien. Polen ist auch das wichtigste Brutgebiet der europäischen Zugvögel. Ein Viertel aller Zugvögel die im Sommer nach Europa kommen brütet in Polen, insbesodere in den Seenplatten und den Sumpfgebieten der Biebrza, Narew und Warthe, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt werden. In Masuren gibt es Dörfer in denen mehr Störche als Menschen wohnen. Liste der Nationalparks in Polen

Klima

Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler. bild:Klima_gdynia.png|Klimadiagramm Gdynia bild:Klima_warschau.png|Klimadiagramm Warschau bild:Klima_krakau.png|Klimadiagramm Krakau bild:Klima_zakopane.png|Klimadiagramm Zakopane

Größte Städte

Zakopane] Zakopane] Zakopane] Zakopane] Zakopane] Siehe auch: Liste der Städte in Polen, Liste deutscher Bezeichnungen polnischer Orte :Kategorie:Ort in Polen

Bevölkerung

Polen hat mit 40 Millionen Einwohnern die achtgrößte Bevölkerungszahl in Europa und die sechstgrößte in der Europäischen Union. Polen ist ethnisch betrachtet ein äußerst homogener Staat, was ein Novum in der polnischen Geschichte darstellt: Die Polen stellen mit 99,3 % die Mehrheitsbevölkerung. Die verbleibende Minderheitsbevölkerung in Polen setzt sich nach der Volkszählung von 2002 aus Deutschen (ca. 150.000), Weißrussen (ca. 49.000) und Ukrainern (ca. 30.000) sowie Tataren, Litauern, Roma, Lemken, Russen, Karäern, Slowaken und Tschechen zusammen. Unter den ausländischen Staatsangehörigen stellen Vietnamesen die größte ethnische Gruppe, gefolgt von Griechen und Armeniern.

Religion

Armenier Armenier) ist die größte Kirche in Polen und die fünftgrößte auf der Welt]] Armenier] Die polnischen Stämme waren ursprünglich Heiden und hatten - ähnlich wie die anderen Westslawen - ein polotheistisches Religionssystem, dessen Hauptgott Świętowit war, dessen vierköpfige Statuten zwischen Pommern (z.B. bei Kap Arkona auf Rügen) und der Ukraine (z.B. der Antichrist aus dem Zburz) gefunden wurden. Diese Religion konnte sich teilweise bis ins 14. Jahrhundert behaupten. Insbesondere im Nordosten wurde auch ein Ahnenkult gepflegt, der teilweise bis ins 19. Jahrhundert überdauerte und in der Romantik u.a. von Adam Mickiewicz in seinem Drama Dziady wieder aufgegriffen wurde. Die polnischen Stämme kamen wahrscheinlich im 9. Jahrhundert über das Großmährische Reich mit dem christlichen Glauben zum ersten mal in Kontakt. Die Wislanen in Kleinpolen wurde zur Zeit der byzantinischen Slawenapostel Kyrill und Method von den Herrschern des Großmährischen Reiches erobert und nach mährischen Chronisten soll bereits zu dieser Zeit das Christentum im slawischen Ritus in der Region um Krakau eingeführt worden sein. Im Jahre