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Mondatlas

Mondatlas

Ein Mondatlas ist - in Entsprechung zu einem Atlas der Erdoberfläche - eine systematisch angelegte Kartensammlung der Mondoberfläche. Die ersten gezeichneten Mondatlanten stammen aus dem 18. Jahrhundert (siehe Mond und die Selenografie von Hieronymus Schröter und andere). Beer und Mädler gaben 1837 den ersten Mondatlas heraus, der die gesamte sichtbare Mondhälfte umfasste. Um 1880 setzte sich dann die fotografische Kartierung durch und erreichte ihren Höhepunkt durch die Lunar Orbiter- Sonden von 1966 bis 1968. Noch genauere Karten stammen aus den 1990ern durch die Clementine- und Lunar Prospector -Missionen, sind allerdings nicht vollständig (?).

Systematische Selenografie

Das Vorliegen erster guter Grundlagen regte seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Astronomen an, nach Veränderungen auf dem Mond zu forschen. Bis in die 1960er-Jahre war ja noch keineswegs klar, ob am Mond noch aktive Tektonik und Vulkanismus existiert. Einzelne Forscher konnten am Fernrohr solche Veränderungen feststellen, allerdings nur im kleinen Maßstab. Um 1959 wurden vom russischen Astronomen Kozyrew Gaswolken im Alphonsus-Krater berichtet, dem er nach fotografischen Mustern als mögliches vulkanisches Objekt eingestuft hatte. Weitere lange Beobachtungsreihen erfolgten an den Mondkratern ... Fotografisch sind solche Analysen kaum erfolgreich, weil die Erscheinungen - an denen freilich manche Astronomen zweifeln - nur kurzfristig zu beobachten sind. Als Grundlage für systematische Studien von Oberflächenstrukturen und ihren Entstehungen sind Atlanten wie jener der Lunar Orbiter allerdings unentbehrlich.

Tektonische Muster der Mondoberfläche

Mond-Rillen, Dome und geologische Studien

Schattenwurf und Höhenmessungen

Links


- Mondkarte, Wilhelm Beer, Johann Heinrich Mädler, Josef Hopmann, Clementine (Sonde)
- [http://www.kheichhorn.de/html/body_mond_2.html Interessante Details und Veränderungen] Kategorie:Erdmond Kategorie:Kartografie

Atlas (Kartografie)

Der Atlas (Mehrzahl: Atlanten oder – für Kartenwerke weniger gebräuchlich – Atlasse) ist in der Kartografie eine Sammlung thematisch, inhaltlich oder regional zusammenhängender Landkarten in Buchform oder loser Folge. Abweichend von der Definition, dass ein Atlas normalerweise Kartenmaterial enthält, verwenden manche Verlage das Wort auch, um ein mit viel Bildmaterial versehenes Nachschlagewerk zu einem bestimmten Wissenbereich zu bezeichnen (zum Beispiel dtv-Atlas zur Ökologie, deutscher Taschenbuchverlag, 1990)

Etymologie

Der Begriff Atlas wurde durch Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert eingeführt, der sein geografisches Kartenwerk "Atlas sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et Fabricati Figura" nannte. Erst Anfang der 1990er Jahre fand man heraus, dass er ihn nicht wie zuvor angenommen nach dem Titan Atlas, sondern nach einem gleichnamigen König von Mauretanien benannt hatte.

Gliederungsmöglichkeiten

Mauretanien, auf der Internationale Raumstation (ISS) mit einem Atlas. Der Kommandant der ersten ISS-Crew, William Shepherd hatte bemängelt, dass der Umgang mit einem entsprechenden Computerprogramm unpraktisch sei. Also ging man wieder zur konventionellen "Technik" über.]]
- nach Medien
  - Papieratlas
  - elektronischer Atlas
- nach Format
  - Riesenatlas
  - Handatlas
  - Taschenatlas
- nach Zweck
  - Schulatlas
  - Fachatlas
  - Planungsatlas
- nach Darstellungsgebiet
  - Weltatlas
  - Nationalatlas
  - Stadtatlas
- nach Inhalten
  - Umweltatlas
  - Geschichtsatlas
  - Literaturatlas

Grundprinzipien der Atlaserstellung

Ein fester Plan, dessen Prinzipien für alle Karten maßgebend sind, sollte jedem solchen Unternehmen zu Grunde liegen. Dieser Plan erstreckt sich # auf die Zahl der Karten, ihre Ordnung und ihr Format # auf die Vollständigkeit, gegenüber der Anzahl von Landflächen, die nicht dargestellt werden und anderen, die ungenügend bearbeitet erscheinen # auf das Reduktionsverhältnis, insofern es des bequemen Vergleiches wegen erwünscht ist, wenn gewisse Folgen von Karten (zum Beispiel die Karten der Erdteile, der europäischen Staaten etc.) in gleichgroßem Maßstab entworfen werden oder, wenn Ausnahmen stattfinden müssen, die verschiedenen Maßstäbe unter sich kommensurabel sind (zum Beispiel 1:1 Mill., 1:2 Mill.,1:4 Mill. etc.) # auf den Karteninhalt, das heißt auf eine zum Raum verhältnismäßige, dem Hauptzweck des Atlas entsprechende Auswahl der Details, eine Hauptaufgabe des Kartografen, der bei dieser Gelegenheit seine geografischen Kenntnisse bestens verwerten und zeigen kann, dann eine den einzelnen Kartenfolgen tunlichst gleichförmige Bezeichnung der Objekte (Orte, Bahnen, Straßen etc.) # auf die kluge Benutzung disponibler Räume zu Illustrationen (Nebenkärtchen von Hauptstädten, Fabrikbezirken, Pässen etc.), wenn der Maßstab der Karten zu solchen oft sehr nötigen Darstellungen nicht ausreicht # auf die möglichst gleichartige technische Ausführung.

Geschichte der Atlaskartografie

Vor 1500

Bereits um 100 n. Chr. führte Marinus von Tyrus die Gradnetzkarte ein. Ca. 50 Jahre später fertigte Claudius Ptolemäus von Alexandrien eine Atlas-ähnliche Kartensammlung an. Der erste Weltatlas (mit Bedeutung) ist die "Mapa Mondi" (1375) aus Spanien. Besonders das Mittelmeergebiet ist genau dargestellt.

1500 bis 1800

Niederlande

Der Anfang der großen Entdeckungsreisen läutete eine neue Entwicklung der Kartografie ein. Bis ins 15. Jahrhundert waren Landkarten basiert auf den klassischen Arbeiten des Ptolemäus (2. Jh. n. Chr.) und "Atlanten" beliebige Sammlungen zusammengebundener Karten. Der erste Atlas, im Sinne eines Buches, das in einer bestimmten Auflage verlegt wird mit Karten gleichen Formats die speziell für diese Ausgabe entworfen oder angefertigt sind, war "Theatrum Orbis Terrarum" (d. h. Weltbühne) von Abraham Ortelius (1527-1598), 1570 erschienen zu Antwerpen, ein Foliant mit 70 aktuellen Karten die inhältlich auf einander abgestimmt waren. Es sind 41 Ausgaben bekannt die bis 1612 in verschiedenen Sprachen publiziert wurden. Ein derartiger Atlas war jener von Gerhard und Cornelis de Jode: "Speculum Orbis Terrarum" (d. h. Weltspiegel, Antwerpen, 1578) mit 36 Karten (2. Aufl. 1593, 52 Karten). Der erste der "Atlas" als Titel für ein ähnliches Werk verwendete, war der aus Rupelmonde in Flandern gebürtige Gerhard Mercator (1512-1594, heute noch bekannt von der gleichnamigen Projektion, 1569), der den kurz nach seinem Tode verlegten "Atlas, sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et Fabricati Figura" (d. h. Atlas, oder kosmografische Betrachtungen über das Weltgebäude und die Gestalt desselben") schuf (Duisburg, 1595, 2. Aufl. Düsseldorf, 1602). Die Kupferplatten wurden 1604 verkauft an den Betrieb des aus Flandern gebürtigen Jodocus (Josse) Hondius (1563-1612) zu Amsterdam, der den Atlas Mercators 1606 mit 36 neuen Karten vermehrte; bis 1636 erschienen neue, erweiterte Ausgaben in mehreren Sprachen. Gleich erfolgreich war die von Hondius publizierte ausgewählte Ausgabe von Mercators Atlas, der "Atlas Minor" (d. h. kleiner Atlas, Amsterdam, 1607 und später). Amsterdam war der Mittelpunkt der Weltkartografie geworden. Der Teilhaber im Geschäft von Hondius, Joannes Janssonius aus Arnheim (1588-1664), gab 1638 den zweiteiligen "Novus Atlas" ( d. h. neuer Atlas) heraus, der 1658 bis zu 6 Bände ausgewachsen war. In diesem Jahr erschien außerdem der 11bändige "Atlas Maior" (d. h. großer Atlas), jedoch mit älteren Karten, mit der Absicht zu konkurrieren mit der, ebenfalls in Amsterdam ansässigen, kartografischen Anstalt gegründet von Willem Blaeu aus Alkmaar (1571-1638). Blaeu beschäftigte sich erst seit 1629 mit dem Verlag von Atlanten; erstmals mit Ergänzungsblättern zu den Atlanten von Ortelius und Mercator. 1634 verlegte Blaeu einen zweiteiligen Weltatlas, "Novus Atlas" mit 208 Karten, der 1655 einen Umfang angenommen hatte von 6 Bänden mit 400 Karten. Den Höhepunkt bildete dennoch der von dem Sohn Blaeus, Joan Blaeu (1598-1673) herausgegebene "Atlas Maior", der in verschienen internationalen Ausgaben in 9-12 Bänden mit etwa 600 Tafeln ab 1662 erschien. Der "Atlas Maior" bildete die Grundlage für den 50bändigen "Atlas Blaeu-Van der Hem" mit mehr als 2000 Tafeln, der in der Nationalbibliothek von Österreich in Wien aufbewahrt wird. Gleichfalls in Amsterdam ansässig war Frederick de Wit (1630-1706), der galt als einer der wichtigsten Verleger von Karten in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seine Atlanten sind meistens nicht datiert, tragen nur den Titel "Atlas" oder "Atlas Maior" und befassen in den älteren Ausgaben auch Karten von Janssonius oder Blaeu. Bekannt ist sein Seeatlas "Orbis Maritimus ofte Zee-atlas" mit 27 Karten. Der Verlag von Seeatlanten war übrigens schon früheren Datums: bereits 1584/85 war bei Plantijn in Leiden "Spiegel der Zeevaerdt" (2 Bde. mit je 23 Karten) von Lucas Jansz. Waghenaer (1533-1606) erschienen. Auch andere verlegten Seeatlanten, z. B. Blaeu: "Het Licht der Zee-Vaert" (1608, 42 Karten) und "Zeespiegel" (1623, mit 111 Karten).

Frankreich

"Das Goldene Jahrhundert" nennt man die Blütezeit des 17. Jahrhunderts in Holland. Doch das Ende dieser Epoche war auch das Ende der führenden Stelle der Niederländer auf dem Gebiet der Atlaskartografie. Atlanten wurden zwar neu aufgelegt, doch nicht auf dem laufenden erhalten. Die Vorherrschaft wurde von Frankreich übernommen, das damals voran ging in Wissenschaft und Kunst. Bereits 1652 hatten Nicolas Sanson (1600-1667) und Pierre Mariette (1603-1657) einen Atlas herausgegeben, der 1658 von den "Cartes générales de toutes les parties du monde" (Paris, 1658, mit 113 Karten, bis 1676 sechs weitere Auflagen) gefolgt wurde, welche die niederländischen Atlanten an Zuverlässigkeit und Aktualität übertrafen. Durch Anwendung der Triangulation wurde die Genauigkeit der Karten stark verbessert. Ein erstes Beispiel davon sind die Atlanten von Nicolas de Fer (1646-1720), der seinen "Atlas curieux ou le monde dressé" (Paris, 1699, 2 Bde. mit 295 Tafeln), basierte auf den neuesten Vermessungsdaten der französischen "Académie des sciences" und diese Daten außerdem noch ließ nachprüfen von Astronomen. Der "Atlas Nouveau" von Guillaume Delisle (1675-1726), der 1730 in Amsterdam erschien, zählte 56 Karten; in späteren Auflagen erweitert bis 138. Delisle pflegte Beziehungen mit Gelehrten und Behörden in der ganzen Welt (u. a. mit dem russischen Zaren Peter den Großen) mit der Absicht originelle Vorlagen für seine Karten zu erwerben. Der berühmte Kartograf Jean Baptiste Bourguignon d'Anville (1697-1782) verwendete nicht nur aktuelle geodätische Angaben, sondern auch, nach kritischer Prüfung, Berichte von Entdeckungreisenden. Bekannt ist sein "Atlas Général"(1780, 46 Blatt). Rigobert Bonne (1727-1794), der noch Bekanntheit geniesst durch die nach ihm genannten Kartenprojektion, machte von sich reden mit dem "Atlas moderne ou collection de cartes sur toutes les parties du globe terrestre" (Paris, 1771) und mit dem zusammen mit Nicolas Desmarest (1725-1815) verfassten 3bändigen Atlas zu der von Panckouke verlegten neuen Ausgabe (Paris, 1787/88) der berühmten Encyclopédie von Diderot und d'Alembert. Übrigens hat Max Eckert-Greifendorff festgestellt dass "die Karte damals als ein Gemälde angesehen wurde, was schon mit der Bezeichnung "pictura" gesagt wird; der Karteninhalt erscheint mehr oder minder als Nebensache und das Drum und Dran die Hauptsache, d. h. die reich verschnörkelte Randleiste, die Titelsetzungen und -verzierungen, die Parerga und sonstige Ausschmückungen. Erst Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts verblasst die Bezeichnung "pictura" und mehren sich die Ansichten, dass die Karte ein bedeutendes wissenschaftliches Erzeugnis ist." So gab in Frankreich die Aufklärung Anlass zum Erscheinen von Schul- und Taschenatlanten ohne überschwenglichen Schmuck, dennoch gut fundiert, z. B. der "Atlas moderne ou collection des cartes" von De La Croix (Paris, um 1762, mit 37 Karten und Text). Aber auch die französische Kartografie geriet in Verfall und war im 19. Jahrhundert unbedeutend geworden.

England

Die bekanntesten englischen Atlanten des 18. Jahrhunderts waren "New and Compleat Atlas" (1720, 27 Karten) von Moll, "New General Atlas" (1721, 48 Tafeln) von Senex, "General Atlas" (1770) und "New Universal Atlas" (1790) von Kitchin, "General Atlas of the four grand quarters of the World" (1778, später "General Atlas of the World") von Faden, u. a. Sie lassen sich jedoch nicht vergleichen mit den französischen Atlanten in der gleichen Periode.

Deutschland

Der wissenschaftliche Wert der Atlanten, die im 18. Jahrhundert in Deutschland erschienen, war beschränkt. Der bekannteste Kartograph und Verleger war Johann Baptist Homann (1664-1724) aus Nürnberg, der mehrere großen Atlanten verlegte, so etwa "Grosser Atlas über die ganze Welt" (1716, 126 Karten). Seine Erben erweiterten den Verlag mit einem 3bändigen "Atlas geographicus maior" (1740), der aber auch Arbeiten von anderen enthielt. Ein Schüler Homanns, Mattias Seutter (1678-1756) aus Augsburg publizierte verschiedene Atlanten, z. B. einen "Atlas Geographicus" (1720) mit 46 Karten, der mehrmals aufgelegt wurde. Im allgemeinen aber sind Seutters Arbeiten wenig originell und meist Nachstiche.

Österreich

Erst am Ende des 18. Jahrhunderts ist in Österreich von einer eigenen Atlaskultur die Rede. Als bekannteste Werke gelten Schrämbls "Allgemeiner Grosser Atlas" (Wien, 1786 und später, 133 Karten) und der wohl namenreichste Atlas aller Zeiten, der "Schauplatz der fünf Theile der Welt", verlegt von Franz Johann Joseph von Reilly (Wien, 1789 und später), mit 830 Tafeln, der leider nicht ganz vollendet wurde.

1800 bis 2000

Deutschland

Im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die deutsche Atlaskartographie mit unübertroffenen Meisterwerken eine dominante Position ein. Die Produktion von Atlanten in Deutschland war bis ca. 1870 hauptsächlich in Thüringen (Weimar, Gotha, Hildburghausen) konzentriert. Während die kartographischen Unternehmungen in Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich in Thüringen stattfanden, wurde nach 1870 Leipzig das neue Zentrum, weil sich dort Verlage wie Velhagen & Klasing, Wagner & Debes und Bibliographisches Institut niederließen. Das blieb es bis 1945. Am Anfang gab es den in 1807 vollendeten "Allgemeiner Hand-Atlas der ganzen Erde..." verlegt durch das Landes-Industrie-Comptoir bzw. Geographisches Institut (1791-1905) zu Weimar. Der spätere Titel dieses Atlas war: "Großer Handatlas des Himmels und der Erde". In der Periode 1820-45 gab vor allem Carl Ferdinand Weiland (1782-1847) Gestalt an diesem Werk von ca. 60x40 cm, ab 1845-55 Heinrich Kiepert (1818-1899) und zuletzt Carl und Adolf Gräf. Die letzte (49.) Auflage erschien ab 1880.
Justus Perthes
Ebenfalls ist der Verlag von Justus Perthes aus Gotha, gegründet in 1785, sehr aktiv. Dieser Verlag ist heute noch immer in Gotha etabliert. Er ging erst später als seine Konkurrenten zur Lithographie über. In 1817 wurde angefangen mit der Veröffentlichung von Stielers Handatlas, genannt nach Adolf Stieler (1775-1836). Dieser Atlas bestand aus 50 Karten und wurde in 1823 vollendet. Kenner betrachten die späteren Ausgaben wie ein Kunstwerk von großem wissenschaftlichem Wert und schätzen die Qualität der Kupferdrucke. Eigentlich haben alle Karten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dieselbe Ansicht. Die Karten haben dieselbe Typographie, dieselbe raupenartige, manchmal tannenbaum-ästige Ansicht von Gebirgen. "Süd-West Deutschland und Schweiz" von 1868, nach dem Entwurf von Carl Vogel (1828-97), kann als die erste moderne Atlaskarte betrachtet werden. Die sachliche Schrift von H. Eberhardt und die plastische Gebirgsdarstellung von W. Weiler wurden folglich überall nachgeahmt. Es würde aber noch bis zur 9. Auflage von 1905 dauern, bevor alle Karten im Stieler auf diese Art angefertigt werden würden. Diese 9. Ausgabe, die zum ersten Mal in Lithographie realisiert wurde, enthielt 100 Karten. Das war eine Verdopplung des Umfangs seit der ersten Auflage von 1823, und wird drucktechnisch als die beste von Stieler angesehen. Die Bodendarstellung ist in frühen Auflagen der 10. Auflage (1925) zu schwer angesetzt, was die Lesbarkeit verschlechtert. Diese "Hundertjahr-Ausgabe", welche 108 Karten zählte und ein Register von 320.000 Namen enthielt, erschien bis 1944. Eine noch umfassendere, internationale Ausgabe von dem Stieler Atlas blieb mit 84 der geplanten 114 Karten leider unvollendet. Verleger Perthes ist auch bekannt wegen der Veröffentlichung der folgenden Atlanten:
- Berghaus' Physikalischer Atlas (1848, 3. Aufl. 1892),
- Spruners Historisch-Geographischer Handatlas (1851 und später),
- Justus Perthes' Taschenatlanten (Taschenatlas, Taschenatlas vom Deutschen Reich, See-Atlas, Atlas Antiquus, Geschichtsatlas, Staatsbürger-Atlas),
- verschiedene Schulatlanten unter welchen Sydow-Wagners Methodischer Schulatlas (1888; 23. (letzte) Aufl. 1944).
Bibliographisches Institut - Brockhaus
Das Bibliographische Institut wurde 1826 gegründet von Carl Joseph Meyer (1796-1856). 1984 fusionierte dieser Verlag mit F.A. Brockhaus. Die Aktien der "Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG" sind seit 1988 größtenteils im Besitz von Langenscheidt Verlag. Das Bibliographische Institut (BI) veröffentlichte im 19. Jahrhundert zahlreiche große Handatlanten, unter welchen der "Große Hand-Atlas über alle Theile der Erde in 170 Karten" (1843-60) der größte war. Die in der Periode 1892-1945 durch das Bibliographische Institut verlegte Atlanten waren alle basiert auf Kartenmaterial von Meyers Lexika und/oder Meyers Reisebücher. Der erste Atlas von größerem Umfang welcher nach dem Zweiten Weltkrieg vom Bibliographischen Institut herausgegeben wurde, war Meyers Großer Weltatlas von 1970. Die kartografische Tätigkeit des Brockhaus Verlages war weniger bedeutend und beschränkte sich hauptsächlich auf die Kartenbeilagen seiner Lexika.
Verlag Carl Flemming
Der von Verlag Carl Flemming herausgegebene "Vollständiger Hand-Atlas der neueren Erdbeschreibung" ... von Sohr darf nicht vergessen werden. Nach manchen Quellen ist Sohr eine fiktive Figur, der jedoch Prof. Wilhelm Bonacker einen lobenden Artikel widmete. Sohr erarbeitete diesen Atlas in Zusammenarbeit mit Heinr. Berghaus (1797-1884). Der Atlas erschien zum ersten Mal in den Jahren 1842-44, die 9. und letzte Auflage erschien 1902-06. Der Verlag wurde 1932 aufgelöst, als er sich in Głogów befand.
Dietrich Reimer
Der berühmte Kartograf Heinrich Kiepert (1818-1899) editierte den großen Atlas aus Weimar. Seine wichtigsten Aktivitäten entfaltete er jedoch für Verleger Dietrich Reimer aus Berlin. Vor allem ist sein dort veröffentlichter Atlas Antiquus (1859) bekannt, der in hunderttausenden Exemplaren über die ganze Welt verbreitet wurde und in viele Sprachen übersetzt wurde. Kieperts wichtigstes geografisches Werk ist sein "Neuer Handatlas" von 1860, von welchem die 3. Auflage 1896 erschien.
Velhagen & Klasing
Der große Handatlas dieses Verlags ist "Andrees Allgemeiner Handatlas" (nach R. Andree, 1835-1912). Der Verlag, gegründet 1835, wurde von Franz Cornelsen 1954 übernommen und rund 1990 aufgelöst. Die erste Auflage dieses Atlas erschien 1881. Die umfangreichste Ausgabe war die 8. Auflage, 5. Abdruck 1930 mit über 300.000 Namen. Eine ausgewählte Ausgabe erschien 1937. Dieser Atlas hatte ein größeres Format als der Stieler, und hatte eine ruhigere Kartenansicht und verwendete eine noch bessere Typografie. Die wichtigsten Mitarbeiter waren A. Scobel (1851-1912), G. Jungk (†1932), R. Köcher (†1958), E. Umbreit (†1904), A. Thomas (†1930), H. Mielisch (†1925) und K. Tänzler (†1944). Eine Anzahl Karten wurde aber anderswo gezeichnet oder lithografiert (Peip, Wagner & Debes, Sternkopf, Sulzer). Andere bekannte Titel von Velhagen & Klasing sind:
- Putzgers Historischer Schulatlas / Weltatlas (nach Friedrich Wilhelm Putzger (†1913)) von 1877, 100. Aufl. 1979,
- Großer Volksatlas 1935,
- Großer Wehratlas 1937.
weitere
Der letzte der großen deutschen Handatlanten aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den wir vermelden, hätte genau so gut der erste sein können: "Debes Neuer Handatlas" (genannt nach Ernst Debes (1840-1923)), 1895, 4. Auflage 1913 - 2. Abdruck 1914, von der Geographischen Anstalt von Wagner & Debes. Dieser Atlas erschien ab 1935 als "Columbus Welt­atlas", ergänzt mit Karten von Columbus Verlag P. Oestergaard (= 5. Auflage; 8. Aufl. 1941) mit noch einigen kürzeren Ausgaben nach dem Kriege. Wagner & Debes arbeiteten aber vor allem in Auftrag von anderen und lieferten zum Beispiel die Karten im Reiseführer von Baedeker und die Lexika von Pierer und Herder. Auch nach 1945 sind noch hervorragende deutsche Atlanten erschienen, aber meistens noch nicht halb so umfassend wie Andrees oder Stielers Handatlas, aber so gut wie alle versehen mit dem Prädikat "groß". Beispiele sind "Der Große Bertelsmann Weltatlas" von 1961 und den davon abstammenden "Bertelsmann Atlas International" von 1963, der bereits genannte "Meyers Großer Weltatlas", "Herders Großer Weltatlas" von 1968 und der wirklich große "Die Erde - Meyers Großkarten-Edition" von 1978. In der DDR erschien 1968 "Haack Großer Weltatlas". Seit 1945 kann man aber nicht mehr von einer deutschen Hegemonie auf diesem Gebiet sprechen und wurde diese von Großbritannien und den Vereinigten Staaten übernommen.

Frankreich

Bei den französischen Atlanten steht der "Atlas universel de géographie" von 1911 von Vivien de Saint-Martin & Schrader an der Spitze. Mit gutem Recht sind auch Schraders "Atlas de géographie moderne" von 1889, "Atlas général Vidal-Lablache" von 1900 und "Atlas Niox" bekannt. Nur nach Abmessungen groß ist der "Atlas International Larousse Politique et Économique" von 1950.

Großbritannien

Die britische Kartografie trieb und treibt seit 1850 auf den Veröffentlichungen von drei Verlage:
- Bartholomew in Edinburgh
- Johnston ebenfalls in Edinburgh und
- Philip in London. Von Bartholomew müssen genannt werden "The Citizen's Atlas of the World" (1898, 10. und letzte Auflage 1952) und vor allem "The Times Survey Atlas of the World" (1922, mit 112 Karten und über 200.000 Namen, jahrelang der Stolz der britischen Kartographie) und der daraus entwickelte "The Times Atlas of the World. Mid-Century Edition" (5 Teile, 120 Karten, 1955-59, Ausgabe in einem Teil 1967; erschienen in vielerlei internationalen Ausgaben). Die "Millenniumausgabe" (1999) der Ausgabe von 1967 ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern vollständig mit Computerkartografie hergestellt. Von Johnston sind zu vermelden "The Royal Atlas of modern geography" von 1861 und "The Cosmographic Atlas ..." von 1884. Der bekannteste Atlas von Philip ist "Philips' New Handy General Atlas" von 1920, 4. Auflage 1934. Der größte Atlas dieses Verlegers ist "Philips' New Imperial Atlas" von 1922 mit 95 Karten und 100.000 Namen. Im allgemeinen schaffen diese Werke es aber nicht die Qualität der deutschen Atlaskartografie dieser Periode zu übertreffen. Eine auffallende Merkwürdigkeit der britischen Atlanten ist zweifellos die enorme Verschiedenheit von Titeln ("The Victoria Regina Atlas", "The M.P. Atlas", "The Multum In Parvo Atlas of the World", "The Unrivalled Atlas", "The Graphic Atlas"), oft bei demselben Inhalt.

Italien

Der italienische "Atlante Internazionale del Touring Club Italiano" erschien zum ersten Mal 1927 und hat seine traditionelle Kartenansicht von überlegener Typografie und Geländedarstellung auch nach 1945 behalten. Ein anderer bekannter, aber weniger umfassender italienischer Atlas ist der "Grande Atlante Geografico" von De Agostini (1922, 5. Aufl. 1959), der auch in einer deutschen Ausgabe ("Goldmanns Großer Weltatlas" 1955, 2. Aufl. 1963) erschienen ist.

Niederlande

Die niederländische Atlaskartografie hat im 19. und 20. Jahrhundert nicht gerade sehr originelle Werke geliefert. Die Weltatlanten von Witkamp und Kuijper aus dem 19. Jahrhundert sind durchgehend Imitationen von Sydows oder Stielers Schulatlas. Im 20. Jahrhundert ist meistens die Rede von im Ausland hergestellte Übersetzungen für den niederländischen Markt, unter anderem durch Bartholomew, Rand McNally und Bertelsmann. Eine wichtige Ausnahme ist der "Bosatlas", jedoch ein Schulatlas, der auch in andere Sprachen übersetzt worden ist. Von eigenem Boden sind weiter die im so genannten Kompas-Kartografie verfassten Atlanten von Elsevier (ab ca. 1950) und Kompas selber (erschienen zwischen 1935 und 1960) ursprünglich niederländisch. Kenner beurteilen die Typografie ebenso wie die Gebirgsansicht dieser Atlanten als unbeholfen. Die Karten im Atlas von De Bezige Bij von 1951 sind von belgischer Herkunft. Aus derselben Ecke stammt der von verschiedenen Zeitungen rund 1940 in mehreren Folgen veröffentlichte Weltatlas, der im Vergleich mit den niederländischen Produkten sehr umfassend ist, aber eben von mäßiger Qualität.

Österreich und Österreich-Ungarn

Österreich hat Anfang 19. Jahrhundert sehr umfangreiche Kartenwerke aufzuweisen, z. B. der "Allgemeine Hand-Atlas der ganzen Erde", verlegt bei J. Riedl in Wien (1817/19 - 55 x 36,5 cm - 90 Karten) oder der noch größer angelegte Handatlas herausgegeben von F.A. Schrämbl ("Allgemeiner Großer Atlas", 1803, 64 x 44 cm mit 138 Karten). Bei der K.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration oder bei Artaria & Co. (gegründet 1770) erschienen Schulatlanten. Nach dem Wiener Kongress (1815) bis in die 1860er Jahre aber dominierten deutsche Produkte - etwa hatte ein Exemplar von "Stieler's Schul-Atlas" von 1852 erstmals einen eingebundenen Supplementteil zu Österreich. In der 1865 erschienenen 45. Auflage umfaßte der Österreichteil sieben Karten (von 39). Einen großen Aufstieg machte die österreichische Kartografie vor allem mittels Veröffentlichungen der Wiener - später fusionierten - geographischen Anstalten Artaria und Freytag & Berndt. Bei Artaria wurde der Handatlas von Scheda und Steinhauser (1868-92) verlegt und erschienen die Schulatlanten von Steinhauser (ab 1865), Peucker (ab 1892) und Johann Georg Rothaug (ab 1880), der auch bei Tempsky in Wien einen Schulatlas gestaltet hatte (ab 1884). Die Atlanten von Rothaug kamen seit den 1880er Jahren auch bei Freytag & Berndt (später "Freytag-Berndt u. Artaria" - http://www.freytag-berndt.at ) heraus und wendeten eine neue Farbhypsometrie an. Der Sohn J.G. Rothaugs, Rudolph Rothaug, gab dort 1911 den sehr weit verbreiteten "Geographischen Atlas zur Vaterlandskunde an den österreichischen Mittelschulen" heraus. Weite Anerkennung erfuhren die bei Freytag & Berndt verlegten kleinen Weltatlanten von Freytag ("G. Freytag's Welt-Atlas", 1900-1935, laut einer Anzeige "einem großen Atlas nicht nachstehend") und Hickmann ("Geographisch-Statistischer Universal-Atlas", bis 1930/31). Auch die Karten des (großformatigen) Hartlebenschen Volks-Atlas sind von dieser Firma gefertigt worden. Der Verlag Ed. Hölzel gab/gibt den bekanntesten österreichischen Schulatlas heraus: Den Kozenn - Atlas: einen Schulatlas seit 1861 in vielen Auflagen mit unterschiedlichen Bearbeitern, der aber in vielen Ländern (Frankreich, Niederlande, Belgien, Türkei...) auch als Weltatlas herausgegeben worden ist. Bemerkenswert ist weiter der bei Hölzel erschienene "Physikalisch-statistische Hand-Atlas von Österreich-Ungarn", herausgegeben von Jos. Chavanne u. a. (40 Karten, 1887). Bei M. Perles in Wien erschienen österreichisch-ungarische Ausgaben der 4. und 5. Auflage des deutschen Andrees Handatlas (1904 und 1909-13). Die Firma J. Otto in Prag verlegte "Ottuv Zemepisný Atlas" (= Ottos geographischer Atlas), 38 Blätter, 1901 ff., größtenteils basiert auf "E. Debes' Neuer Handatlas". Eine 2. Auflage erschien 1924 nach der Teilung Österreich-Ungarns.

Polen

Der polnische "Atlas swiata" (= Weltatlas) von 1962/63, der vor allem in einer englischen Ausgabe als "Pergamon World Atlas" von 1968 Bekanntheit erwarb ist ein weniger bekannter, mittelgroße Weltatlas von hervorragender Qualität. Er enthält eine große Anzahl thematischer Karten im Gegensatz zu vielen anderen Atlanten, die meistens nur die Funktion eines Such-Atlas und Nachschlagewerkes haben.

Russland

Dass die russische Kartografie, die anfangs auf wenig originelle Arbeit basiert war - so ist zum Beispiel der "Atlas Marxa" von 1905 größtenteils eine Übersetzung von Debes' Handatlas - zu außerordentlichen Ergebnissen führen kann, beweist der große Atlas Mira von 1954. Im Jahr 1967 erschien sowohl eine zweite russische als auch eine erste englische Ausgabe dieses Atlanten. Ein vergleichbares russisches Projekt war eher wegen des Krieges unvollendet geblieben.

Schweiz

Die schweizer Kartografie konzentriert sich vor allem auf die Herstellung von Routekarten und hat, seit dem Atlas von Ziegler von 1851 keinen Weltatlas von Bedeutung mehr produziert. Der bekannteste Verleger von Karten und Plänen ist Kümmerly & Frey in Bern. Siehe auch: Siegfriedatlas

Spanien

Von akzeptabler Qualität ist der 3-teilige spanische "Gran Atlas Aguilar" von 1969/70, der eine große Kartenoberfläche mit einer relativ geringe Namendichtigkeit paart.

Tschechoslowakei

Der tschechoslowakische "Československý Vojenský Atlas" (= Tschechoslowakischer Militärischer Atlas) von 1965/66 ist ein Weltatlas mit einem Anhang, worein sehr detailliert den Verlauf von vielen Schlachten geschildert worden ist.

USA

Nach dem Fall der deutschen Hegemonie kamen die amerikanischen Atlanten zur Blüte mit Rand McNally's "International Atlas" von 1969 und dem Nachfolger "The New International Atlas" von 1981. Genau wie der britische Times erschien dieser in vielen internationalen Ausgaben. Die Karten in diesen Ausgaben gleichen wegen der Typografie Routekarten. Auch die Verwendung von Druckbuchstaben für Ortsnamen, wie auf den Karten der bekannten Atlanten von Hammond, ist weniger zutreffend.

Herstellung

Gravierer

Der Stich auf Stahl oder (meist) Kupfer für die Karten wurde oft von einer erlesenen Gruppe Gravierer hergestellt, die auf Deutsch "Stecher" genannt werden. Diese Gravierer arbeiteten als kleine selbständige Unternehmer und der Beruf wurde von Vater auf Sohn vererbt. Gravierer arbeiteten für verschiedene Verlage oder waren selber auch Verleger. Hierdurch begegnet man in den Atlanten dieser Zeit immer wieder denselben Namen. Beim Druck vom Stein (Lithografie) spricht man von Steingravur.

Technik

Als Technik wurde ursprünglich der Kupferdruck verwendet weil es die besten Resultate ergab. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde diese Technik ersetzt durch Lithografie, welche unter anderem als Vorteil hat dass auch maschineller Farbdruck möglich ist. Als eines der wenigen verwendete das Bibliographische Institut, Hildburghausen den härteren "Stahlstich", der größere Auflagen zuließ. In Großbritannien wurde der Stahlstich übrigens, auch nach der Erfindung rund 1840 des Galvanisierens von Kupferplatten, noch längere Zeit verwendet.

Berühmte Atlanten


- Atlas Blaeu-Van der Hem - UNESCO Weltdokumentenerbe ([http://www.onb.ac.at/aktuell/atlasblaeu_fr.htm])
- Sammelatlas Ryhiner ([http://www.stub.unibe.ch/stub/ryhiner/ry-dt1.html]) Kategorie:Kartografie !

Mond

Der Erdmond (lateinisch Luna), der meist nur Mond genannt wird, ist der einzige natürliche Trabant der Erde. Von ihr abgesehen ist er der einzige Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde, und damit auch der am besten erforschte. Trotzdem birgt er noch viele Geheimnisse, etwa zu seiner Entstehung und manchen Geländeformen. Die spätere Entwicklung und sein innerer Aufbau sind jedoch seit einigen Jahren weitgehend geklärt. Das Zeichen des Mondes ist eine Mondsichel: Gelände

Bahn und Rotation des Mondes

Scheinbare Bewegung von der Erde aus gesehen

Von der (rotierenden) Erdoberfläche aus betrachtet, umkreist der Mond die Erde von Osten nach Westen auf einer Bahn, die um 5,1 Grad gegen die Sonnenbahn geneigt ist. Seine scheinbare Bewegung ähnelt damit der der Sonne; sie dauert etwa 24 Stunden und 50 Minuten. Der Zeitpunkt des Mondauf- und -untergangs ist damit jeden Tag etwa 50 Minuten später. In 29 Tagen geht der Mond 28 Mal auf. Für einen Beobachter auf der Nordhalbkugel steht der Mond (wie auch die Sonne) an seinem höchsten Bahnpunkt im Süden, für einen Beobachter auf der Südhalbkugel im Norden (und die sichtbaren Oberflächenstrukturen erscheinen im Vergleich zur Nordhalbkugel auf den Kopf gestellt, wie man beispielsweise bei den in Neuseeland gedrehten „Der Herr der Ringe“-Filmen in einigen Szenen gut sehen kann). In Äquatornähe kann man den Mond an seinem höchsten Punkt im Zenit sehen.

Mondbahn

Die Bahn des Mondes um die Erde ist eine Ellipse der numerischen Exzentrizität 0,055; das heißt, die größte und die kleinste Entfernung vom Zentrum weicht jeweils um 5,5 Prozent von einer wirklichen Kreisbahn ab. Der mittlere Bahnradius – die große Halbachse – misst 384.400 Kilometer. Den erdnächsten Punkt der Bahn nennt man Perigäum. Er befindet sich 356.410 km vom Erdmittelpunkt entfernt. Der erdfernste Punkt heißt Apogäum und ist 406.740 km vom Erdmittelpunkt entfernt. Die Durchgänge des Mondes durch die Bahnebene der Erde (die Ekliptik) nennt man Mondknoten, wobei der aufsteigende Knoten den Eintritt in die Nord-, der absteigende den in die Südhemisphäre beschreibt. Der Mond umläuft zusammen mit der Erde die Sonne, durch die Bewegung um die Erde pendelt der Mond jedoch um eine gemeinsame Ellipsenbahn. Die Variation der Gravitation während dieser Pendelbewegung führt zusammen mit geringeren Störungen durch die anderen Planeten zu Abweichungen von einer exakten Keplerellipse um die Erde.
- Das Perigäum umläuft die Erde direkt mit einer Periode von 8,85 Jahren.
- Die Mondknoten umlaufen die Erde aufgrund einer Präzessionsbewegung retrograd, also gegen die Umlaufrichtung des Mondes, mit einer Periode von 18,61 Jahren. Sie bewirken daher eine schwache Modulation der Erdpräzession mit eben dieser Periode, die als Nutation bezeichnet wird.

Bahnperiode

Die Dauer eines Bahnumlaufs des Mondes (Monat) kann man nach verschiedenen Kriterien festlegen, die jeweils unterschiedliche Aspekte abdecken.
- Nach einem siderischen Monat (27,32 d) nimmt der Mond wieder die gleiche Stellung zu den Fixsternen ein (von der Erde aus beobachtet).
- Nach einem synodischen Monat (29,53 d; Periode der Mondphasen) erreicht der Mond wieder die gleiche Stellung zur Sonne (von der Erde aus beobachtet).
- Einen drakonitischen Monat (27,2122 d) benötigt er, um wieder durch den gleichen Knoten seiner Bahn zu laufen; er ist wichtig für die Sonnen- und Mondfinsternisse.
- Einen anomalistischen Monat (27,555 d) benötigt der Mond von einem Perigäumdurchgang zum nächsten.

Mondphasen

Das Aussehen des Mondes variiert im Laufe seines Bahnumlaufs und durchläuft die Mondphasen Mondphase
- Neumond – der Mond steht zwischen der Sonne und der Erde
- zunehmender Mond (abends sichtbar)
- Vollmond – die Erde steht zwischen der Sonne und dem Mond
- abnehmender Mond (morgens sichtbar) right Die nicht von der Sonne beleuchteten Teile der erdzugewandten Mondseite sind dabei nie völlig dunkel, sondern werden durch das Erdlicht – den Widerschein der Erdoberfläche und der Erdatmosphäre – indirekt ein wenig aufgehellt. Diese Aufhellung wird auch als aschgraues Mondlicht bezeichnet und ist am besten bei schmaler Mondsichel zu sehen. Seine Ursache wurde schon von Leonardo da Vinci richtig erkannt. Mit einem Fernglas selbst geringer Vergrößerung sind in dem Erdschein sogar Einzelheiten erkennbar, denn aufgrund des größeren Durchmessers und des höheren Rückstrahlungsvermögens der Erde ist die „Vollerde“ rund 50 mal so hell wie der Vollmond. Messungen des aschgrauen Mondlichts erlauben Rückschlüsse auf Veränderungen der Erdalbedo.

Mondrotation

Durch die Gezeitenwirkung, die durch die Gravitation der Erde entsteht, hat der Mond seine Rotation der Umlaufzeit (siderischer Monat) angepasst (gebundene Rotation), das heißt bei einem Umlauf dreht er sich im gleichen Drehsinn einmal um die eigene Achse. Daher ist von der Erde aus immer dieselbe Seite zu sehen. Die Rückseite des Mondes konnte 1959 erstmals durch Raumsonden beobachtet werden. Wegen der gebundenen Rotation würde ein Beobachter auf dem Mond die Erde immer an der selben Stelle des Himmels sehen (abgesehen von leichten Schwankungen, die durch Librationen verursacht sind). Die Erde geht also niemals „auf“ oder „unter“. Ein Beobachter auf der Mondrückseite kann die Erde dagegen niemals sehen. Wegen des Fehlens einer richtigen Atmosphäre ist der Mondhimmel nicht farbig, sondern schwarz. Sterne kann man jedoch auch auf dem Mond nur nachts sehen, oder wenn man die Augen gegen die Umgebung abschirmt, denn die Lichtempfindlichkeit des menschlichen Auges stellt sich auf die hell leuchtende Mondoberfläche ein und kann die Sterne nicht mehr wahrnehmen. Die Erde erscheint als bläuliche Scheibe, fast viermal größer als der Mond von der Erde aus. Sie rotiert (in knapp 24 Stunden) und durchläuft Phasen, die den Mondphasen entsprechen und diesen entgegengesetzt sind. Bei Neumond herrscht „Vollerde“ und bei Vollmond „Neuerde“. Die Sonne wandert vom Mond aus gesehen sehr langsam über den Sternenhimmel. Von Sonnenaufgang bis zum Höchststand der Sonne dauert es eine Woche, und von dort eine weitere Woche bis zum Sonnenuntergang, worauf eine 14-tägige Nacht folgt. Ein Tag-Nacht-Zyklus auf dem Mond dauert somit einen Monat.

Finsternisse

Verfinsterungen zwischen Sonne, Mond und Erde treten auf, wenn die drei Himmelskörper auf einer Linie liegen, das heißt, nur bei Vollmond oder Neumond, und wenn sich der Mond in einem der zwei Mondknoten befindet. Das passiert nur zwei mal pro Jahr.

Mondfinsternis

Verfinsterung Bei einer Mondfinsternis, die nur bei Vollmond auftreten kann, steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Sie kann auf der gesamten Nachtseite der Erde beobachtet werden und dauert maximal 3 Stunden 40 Minuten. Man unterscheidet
- totale Mondfinsternis, bei welcher der Mond völlig in den Erdschatten wandert. Die Totalität dauert höchstens 100 Minuten. Betrachtet man die geometrischen Verhältnisse bei einer totalen Mondfinsternis, so sollte der Mond im Kernschatten der Erde liegen, der sich theoretisch knapp 1,4 Millionen Kilometer in den Raum erstrecken sollte, tatsächlich aber wegen der starken Streuung durch die Erdatmosphäre nur etwa 250.000 Kilometer weit reicht. Der Mond wird deshalb auch bei totalen Finsternissen nicht völlig verdunkelt. Da die Erdatmosphäre die blauen Anteile des Sonnenlichts stärker streut als die roten, erscheint der Mond bei totalen Finsternissen als dunkle rotbraune Scheibe; daher auch die gelegentliche Bezeichnung "Blutmond".
- partielle Mondfinsternis, bei der nur ein Teil des Mondes von der Erde abgeschattet wird, das heißt ein Teil des Mondes bleibt während des gesamten Verlaufs der Finsternis sichtbar.
- Halbschattenfinsternis, bei welcher der Mond nur (ganz oder teilweise) in den Halbschatten der Erde eintaucht. Halbschattenfinsternisse sind ziemlich unauffällig; es zeigt sich lediglich eine leichte Vergrauung derjenigen Mondseite, die dem Kernschatten der Erde am nächsten ist. Vom Mond aus gesehen stellt sich eine Mondfinsternis als Sonnenfinsternis dar. Dabei verschwindet die Sonne hinter der schwarzen Erdscheibe. Bei einer totalen Mondfinsternis herrscht auf der ganzen Mondvorderseite totale Sonnenfinsternis, bei einer partiellen Mondfinsternis ist die Sonnenfinsternis auf dem Mond nur in einigen Gebieten total, und bei einer Halbschatten-Mondfinsternis herrscht auf dem Mond partielle Sonnenfinsternis. Ringförmige Sonnenfinsternisse gibt es auf dem Mond wegen des im Verhältnis zur Sonne viel größeren scheinbaren Durchmessers der Erdscheibe nicht; lediglich durch die beschriebene Lichtstreuung in der Erdatmosphäre wird der Rand der schwarzen Scheibe zu einem kupferrot schimmernden Ring, der dem Mond die entsprechende Farbe verleiht.

Sonnenfinsternis

Erdatmosphäre]] Bei einer Sonnenfinsternis, die nur bei Neumond auftreten kann, steht der Mond zwischen Sonne und Erde. Sie kann nur in den Gegenden beobachtet werden, die den Kern- oder Halbschatten des Mondes durchlaufen; diese Gegenden stellen sich meist als lange, aber recht schmale Streifen auf der Erdoberfläche dar. Man unterscheidet:
- totale Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonnenscheibe einige Minuten lang vollständig bedeckt und die Erde den Kernschatten (Umbra) des Mondes durchläuft;
- partielle Sonnenfinsternis, bei welcher der Mond die Sonnenscheibe nicht vollständig bedeckt; der Beobachter befindet sich dabei im Halbschatten (Penumbra) des Mondes;
- ringförmige Sonnenfinsternis, wenn der Mond durch zu große Erdferne die Sonnenscheibe nicht ganz abdeckt (siehe auch: Durchgang).

Sarosperiode

Bereits den Chaldäern war (um ca. 1000 v. Chr. ?) bekannt, dass sich Finsternisse nach einem Zeitraum von 18 Jahren und 11 Tagen, der Sarosperiode, wiederholen. Nach 223 synodischen bzw. 242 drakonitischen Monaten (von lat. draco, Drache, altes astrologisches Symbol für die Mondknoten, da man dort einen mond- und sonnenfressenden Drachen vermutete) besteht wieder fast die selbe Stellung von Sonne, Erde und Mond zueinander, so dass sich eine Finsternisstellung nach 18 Jahren und 11,33 Tagen erneut ergibt. Die Ursache dieser Periode liegt darin begründet, dass bei einer Finsternis sowohl die Sonne als auch der Mond nahe der Knoten der Mondbahn liegen müssen, welche in 18 Jahren einmal um die Erde laufen. Thales hat diese Periode, die er bei einer Orientreise kennenlernte, für seine Finsternisprognose 585 v. Chr. benutzt. Durch sie konnten die Griechen die militärisch überlegenen Perser besiegen. Da die Übereinstimmung der 223/242 Monate nicht exakt ist, reißt die Sarosperiode etwa alle 1.300 Jahre ab und eine neue beginnt, in der sich die vorigen Finsternisse nicht mehr wiederholen.

Selenologie und Selenografie

Perser Die Selenologie oder „Geologie des Mondes“ beschäftigt sich mit seiner Entstehung, seinem Aufbau und seiner Entwicklung sowie mit der Entstehung der beobachteten Strukturen und der dafür verantwortlichen Prozesse, während die Aufgabe der Selenografie in der Erstellung von Mondkarten besteht.

Eigenschaften und Entwicklung des Mondes

Hauptartikel: Entstehung des Mondes Der Mond hat einen Durchmesser von 3.476 km und weist mit 3,345 g/cm3 eine geringere Dichte als die Erde auf. Aufgrund seines im Vergleich zu anderen Planeten recht großen Größenverhältnisses zur Erde bezeichnet man Erde und Mond deshalb gelegentlich auch als Doppelplanet. Seine im Vergleich zur Erde geringe mittlere Dichte blieb auch lange ungeklärt und sorgte für zahlreiche Theorien zur Entstehung des Mondes. Das heute weithin anerkannte Modell zur Entstehung des Mondes besagt, dass vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ein Himmelskörper von der Größe des Mars nahezu streifend mit der Erde kollidierte. Dabei wurde viel Materie, vorwiegend aus der Erdkruste und dem Mantel des einschlagenden Körpers, in eine Erdumlaufbahn geschleudert, ballte sich dort zusammen und formte schließlich den Mond. Nach aktuellen Simulationen bildete sich der Mond in einer Entfernung von rund drei bis fünf Erdradien, also in einer Höhe zwischen 20.000 und 30.000 Kilometern. Durch den Zusammenstoß und die freiwerdende Gravitationsenergie bei der Bildung des Mondes wurde dieser aufgeschmolzen und vollständig von einem Ozean aus Magma bedeckt. Im Laufe der Abkühlung bildete sich eine Kruste aus den leichteren Mineralen aus, die noch heute in den Hochländern vorzufinden sind. Auf der Erde wird der Pazifik teilweise als Überrest dieses Ereignisses betrachtet. Die „junge“ Mondkruste wurde bei größeren Einschlägen immer wieder durchschlagen, so dass aus dem Mantel neue Lava in die entstehenden Krater nachfließen konnte. Es bildeten sich die Maria, die erst einige hundert Millionen Jahre später vollständig erkalteten. Das sog. „Große Bombardement“ endete erst vor 3,8 bis 3,2 Milliarden Jahren, nachdem die Anzahl der Meteoriteneinschläge vor etwa 3,9 Milliarden Jahren deutlich zurückgegangen war. Danach ist keine starke vulkanische Aktivität nachweisbar, doch konnten einige Astronomen vereinzelte Leuchterscheinungen beobachten. Im November 2005 konnte ein [http://idw-online.de/pages/de/news138356 internationales Forscherteam] der ETH Zürich sowie der Universitäten Münster, Köln und Oxford erstmals die Geburtsstunde des Mondes präzise datieren. Dafür nutzten die Wissenschaftler eine Analyse des Isotops Wolfram-182 und berechneten das Alter des Mondes auf (4.527 ± 10) Millionen Jahre.

Innerer Aufbau des Mondes

Wolfram Wolfram Unser Wissen über den Aufbau des Mondes beruht im Wesentlichen auf den Daten der vier von den Apollo-Missionen zurückgelassenen Seismometer, die diverse Mondbeben und Erschütterungen durch Meteoriteneinschläge aufzeichneten, sowie den Kartierungen der Oberfläche, des Gravitationsfeldes und der mineralischen Zusammensetzung durch die Clementine- und die Lunar Prospector-Mission. Der Mond besitzt eine 70 (an der Mondvorderseite) bis 150 km (Rückseite) dicke Kruste, die von einer mehrere Meter dicken Regolithschicht bedeckt ist. Darunter liegt ein fester Mantel aus Basaltgesteinen. Es gibt Anzeichen für eine Unstetigkeitsfläche in 500 Kilometer Tiefe, an der ein Wechsel der Gesteinszusammensetzung vorliegen könnte. Der 200 bis 400 Kilometer große eisenhaltige Kern dürfte Temperaturen um 1.600 Grad Celsius aufweisen. Die gebundene Rotation des Mondes hat auch Einflüsse auf Form und inneren Aufbau. Der Mond ist in Richtung Erde lang gezogen und sein Massenschwerpunkt liegt etwa 2 Kilometer näher zur Erde als sein geometrischer Mittelpunkt.

Mondbeben

eisen Die zurückgelassenen Seismometer der Apollomissionen registrieren etwa 500 Mondbeben pro Jahr. Die Beben sind im Vergleich zu irdischen Beben sehr schwach, das stärkste erreichte eine Stärke von knapp 5 auf der Richterskala, die meisten liegen aber bei einer Stärke von 2. Die seismischen Wellen der Beben können ein bis vier Stunden lang verfolgt werden, sie werden im Mondinneren also nur sehr schwach gedämpft. Mehr als die Hälfte der Beben entstehen in einer Tiefe von 800 bis 1.000 Kilometer und weisen Häufigkeitsspitzen beim Apogäum- und Perigäum-Durchgang auf, das heißt alle 14 Tage. Auch sind Beben aus der oberflächennahen Region des Mondes bekannt. Die Ursache liegt darin, dass sich der Aufbau des Mondes dem Mittelwert der durch die Erde verursachten Gravitation angepasst hat. Durch die Beben werden die inneren Spannungen abgebaut, die am erdnächsten und erdfernsten Punkt der Mondbahn ihr Maximum erreichen. Der Ursprung der Beben verteilt sich nicht gleichmäßig über eine komplette Mantelschale, sondern die meisten Beben entstehen an nur etwa 100 Stellen, die jeweils nur wenige Kilometer groß sind. Der Grund für diese Konzentration ist noch nicht bekannt.

Mascons

Mascon Durch ungewöhnliche Einflüsse auf die Bahnen der Lunar-Orbiter-Missionen erhielt man Ende der 1960er erste Hinweise auf Schwereanomalien, die man Mascons (Mass concentrations, Massenkonzentrationen) nannte. Durch Lunar Prospector wurden diese Anomalien näher untersucht, sie befinden sich meist im Zentrum der Krater und sind vermutlich durch die Einschläge entstanden. Möglicherweise handelt es sich um die eisenreichen Kerne der Impaktoren, die aufgrund der fortschreitenden Abkühlung des Mondes nicht mehr bis zum Kern absinken konnten. Nach einer anderen Theorie könnte es sich um Lavablasen handeln, die als Folge eines Einschlags aus dem Mantel aufgestiegen sind.

Mondoberfläche

Die Oberfläche des Mondes ist nahezu vollständig von einer trockenen, aschgrauen Staubschicht, dem Regolith, bedeckt, der scheinbare „Silberglanz“ wird einem irdischen Beobachter durch den Kontrast zum Nachthimmel nur vorgetäuscht – in Wirklichkeit hat der Mond sogar eine besonders geringe Albedo (Rückstrahlfähigkeit). Die Mondoberfläche zeigt Kettengebirge, Gräben und Rillen (Fossa), flache Dome und große Magma-Ebenen, jedoch keinerlei aktive Tektonik wie die Erde.

Regolith

Der Mond besitzt keine nennenswerte Atmosphäre, deshalb schlagen ständig Meteoriten jeder Größe ohne vorherige Abbremsung auf der Oberfläche ein und pulverisieren die Gesteine. Der durch diesen Prozess entstehende Regolith bedeckt bis auf die jungen Krater die gesamte Oberfläche mit einer mehrere Meter dicken Schicht, welche die Detailstruktur des Untergrundes verbirgt. Diese Deckschicht erschwert die Untersuchung der Strukturen und ihrer genauen Entstehungsgeschichte erheblich. Der Regolith entsteht im Wesentlichen aus dem normalen Oberflächenmaterial, aber er hat auch Beimengungen, die durch Einschläge an die jeweilige Position verfrachtet wurden. Obwohl er gemeinhin als Mondstaub bezeichnet wird, entspricht der Regolith eher einer Sandschicht. Die Korngröße reicht von Staubkorngröße direkt an der Oberfläche über Sandkörner wenig tiefer bis hin zu Steinen und Felsen, die erst später hinzukamen und noch nicht vollständig zermahlen sind. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind kleine glasige Erstarrungsprodukte von Einschlägen. An manchen Stellen besteht der Regolith fast zur Hälfte aus diesen Agglutinaten, das heißt Glaskügelchen, die wesentliche Bestandteile des normalen mineralischen Regoliths enthalten. Sie entstehen, wenn die geschmolzenen Impaktprodukte erst nach dem Auftreffen auf die Regolithschicht erstarren. Im Mondmeteoriten Dhofar 280, der im Jahr 2001 im Oman gefunden wurde, wurden neue Eisen-Silizium-Mineralphasen identifiziert. Eine dieser Mineralphasen (Fe2Si), die damit erstmals in der Natur eindeutig nachgewiesen wurde, ist nach dem Forscher Bruce Hapke als Hapkeit benannt worden. Bruce Hapke hatte in den 1970ern die Entstehung derartiger Eisen-Verbindungen durch Weltraum-Erosion (engl. Space Weathering) vorhergesagt. Weltraum-Erosion ist für die zeitliche Veränderung speziell auch der optischen Eigenschaften (Reflexivität) der Oberfläche von atmosphärelosen Körpern verantwortlich. Der Mond hat kein nennenswertes Magnetfeld, d. h. die Teilchen des Sonnenwindes – vor allem Wasserstoff, Helium, Neon, Kohlenstoff und Stickstoff – treffen nahezu ungehindert auf der Mondoberfläche auf und werden im Regolith implantiert, ähnlich der Ionenimplantation, die in Wissenschaft und Technik angewandt wird. Auf diese Weise bildet der Mond-Regolith eine Art „Klima“-Archiv des Sonnenwindes, vergleichbar den Gletschern in Grönland und der Antarktis für das irdische Klima. Dazu kommt noch, dass die kosmische Strahlung etwa einen Meter tief in die Mondoberfläche eindringt und dort durch Kernreaktionen (hauptsächlich Spallationsreaktionen) neue Elemente gebildet werden. Folge davon ist, dass Gesteine des Mondregoliths z. B. bedeutend mehr Edelgase enthalten als irdische Gesteine oder auch als Meteoriten aus dem Asteroidengürtel. Insbesondere das 3He könnte eines Tages für Fusionskraftwerke sogar wirtschaftlich bedeutend werden. Da der Mondregolith durch Einschläge ab und zu umgewälzt wird, haben die einzelnen Bestandteile meist eine komplexe Bestrahlungsgeschichte hinter sich. Man kann jedoch durch radiometrische Datierungsmethoden für Mondproben oft herausfinden, zu welchem Zeitpunkt diese direkt oder nahe der Oberfläche waren und der kosmischen Strahlung und dem Sonnenwind ausgesetzt waren. Damit lassen sich Erkenntnisse über die kosmische Strahlung und den Sonnenwind zu diesen Zeitpunkten gewinnen.

Maria

Sonnenwind Die dunklen Tiefebenen der Mondvorderseite, die 16 Prozent der Mondoberfläche bedecken, hielt man früher für Meere. Sie werden deshalb nach Giovanni Riccioli als Maria (Singular Mare) bezeichnet. Sie bestehen aus 3,1 bis 3,8 Milliarden Jahre alten dunklen Basalten, weisen nur wenige Krater auf und sind von einer 2 bis 8 Meter dicken Regolithschicht bedeckt, die reich an Eisen und Magnesium ist. Sie sind vermutlich durch große Einschläge in der Frühphase des Mondes entstanden. Da in diesem Entwicklungsstadium der Mantel noch flüssig war, sind sie anschließend mit Lava aus dem Inneren vollgelaufen. (siehe auch: Liste der Maria des Erdmondes) Die Maria weisen, mit Ausnahme der Krater, nur sehr geringe Höhenunterschiede von maximal 100 Meter auf. Zu diesen Erhebungen gehören die Dorsa (Rücken), flache Aufwölbungen die sich über mehrere Dutzend Kilometer erstrecken.

Terrae

Die Hochländer wurden früher als Kontinente angesehen und werden deshalb als Terrae bezeichnet. Sie weisen deutlich mehr Krater als die Maria auf und werden von einer bis zu 15 Meter dicken Regolithschicht bedeckt, die reich an hellem aluminiumreichen Anorthosit ist. Sie sind selenologisch älter als die Maria, die untersuchten Gesteine wurden auf 3,8 bis etwa 4,5 Milliarden Jahre datiert und sind vermutlich die Reste der ursprünglichen Mondkruste. Aus der Samarium-Neodym-Isotopensystematik von mehreren Mond-Anorthositen konnte ein Kristallisationsalter von 4,456 ± 0,04 Milliarden Jahren für diese Gesteine bestimmt werden, was als Bildungsalter der ersten Kruste und als Beginn der Kristallisation des ursprünglichen Magmaozeans interpretiert wird. In den Hochländern gibt es mehrere Gebirge, die Höhen von etwa 10 Kilometern erreichen. Sie sind möglicherweise dadurch entstanden, dass der Mond infolge der Abkühlung geschrumpft ist und sich dadurch Faltengebirge aufwölbten. Nach einer anderen Erklärung könnte es sich um die Überreste von Kraterwällen handeln. Sie sind nach irdischen Gebirgen benannt worden, zum Beispiel Alpen, Apenninen, Kaukasus und Karpaten. (Siehe auch: Liste der Berge und Gebirge des Erdmondes)

Krater

Die Krater entstanden großteils durch Asteroiden-Einschläge (Impaktkrater) vor etwa 3 bis 4,5 Milliarden Jahren in der Frühzeit des Mondes. Der Nomenklatur von Riccioli folgend, werden sie vorzugsweise nach Astronomen, Philosophen und anderen Gelehrten benannt. Ihre Größen reichen von 2.240 km Durchmesser, wie im Fall des Südpol-Aitken-Beckens, bis hin zu Mikrokratern, die erst unter dem Mikroskop sichtbar werden. Mit irdischen Teleskopen kann man allein auf der Vorderseite mehr als 40.000 Krater mit Größen von mehr als 100 Meter unterscheiden, auf der Rückseite gibt es jedoch ein Vielfaches mehr. (Siehe auch: Liste der Krater des Erdmondes) Vulkanische Krater dürften sehr selten sein, doch werden vereinzelte Gasaustritte registriert.

Mondrillen

Auf der Mondoberfläche gibt es auch Rillenstrukturen (Rima), über deren Ursprung vor dem Apolloprogramm lange spekuliert wurde. Man unterscheidet
- gerade Rillen,
- bogenförmige Rillen und
- mäanderförmige Rillen. Seit den Untersuchungen der Hadley-Rille durch Apollo 15 geht man davon aus, dass es sich bei den mäanderförmigen Rillen um Lavakanäle handelt, die zum Teil „überdacht“ waren. Die Decken sind jedoch im Laufe der Mondentwicklung eingestürzt und zu Regolith zermahlen worden. Die Entstehungsgeschichte der anderen Rillenformen ist deutlich unsicherer, sie könnten aber als Risse in der erkaltenden Lava entstanden sein.

Rückseite des Mondes

Über die Rückseite des Mondes war vor den ersten Raumfahrtmissionen nichts bekannt, da sie von der Erde nicht sichtbar ist, erst Lunik 3 lieferte die ersten Bilder. Sie unterscheidet sich in mehreren Aspekten von der Vorderseite. Sie besteht fast nur aus Hochländern, hat aber deutlich mehr Krater, unter anderen das große Südpol-Aitken-Becken, ein 13 km tiefer Krater mit 2.240 km Durchmesser. Untersuchungen der Clementine-Mission und des Lunar Prospector legen die Vermutung nahe, dass hier ein sehr großer Einschlagkörper die Mondkruste durchstoßen und möglicherweise Mantelgesteine freigelegt hat. Die Mondkruste ist an der Mondrückseite mit 150 km gegenüber 70 km an der Vorderseite auch etwa doppelt so dick. Es gibt noch keine Erklärung für diese fundamentalen Unterschiede zwischen Vorder- und Rückseite des Mondes. Der oft verwendete Ausdruck „Dunkle Seite des Mondes“ (Dark Side of the Moon) für die Rückseite des Mondes ist im eigentlichen Wortsinn falsch, da die Rückseite im Laufe der Mondrotation sehr wohl von der Sonne beschienen wird.

Wasser

Der Mond ist ein extrem trockener Körper. In den Apollo-Proben kommt Wasser, im Gegensatz z. B. zu einigen chondritischen Meteoriten, nicht mal in Form hydratisierter Minerale vor. Man schätzt, dass die gesamte Wassermenge des Mondes nur etwa der Wassermenge des Zürichsees entspricht. Umso erstaunlicher ist es, dass das Nachbarobjekt, die Erde, der wasserreichste Körper des inneren Sonnensystems ist. Die Lunar-Prospector-Sonde hat Hinweise auf Wassereis in den Kratern der Polarregionen des Mondes gefunden; dieses Wasser könnte aus Kometenabstürzen stammen. Da die polaren Krater aufgrund der geringen Neigung der Mondachse gegen die Ekliptik niemals direkt von der Sonne bestrahlt werden, könnte es sein, dass dort noch im Regolith gebundenes Wassereis vorhanden ist. Der Versuch, durch den gezielten Absturz des Prospectors in einen dieser Polarkrater eindeutige Beweise zu erhalten, ist allerdings fehlgeschlagen. Es gibt bis heute keine zweifelsfreien Beweise.

Atmosphäre

Der Mond hat keine Atmosphäre im eigentlichen Sinn, sondern nur eine Exosphäre. Sie besteht zu etwa gleichen Teilen aus Helium, Neon, Wasserstoff sowie Argon und hat ihren Ursprung in eingefangenen Teilchen des Sonnenwindes. Ein sehr kleiner Teil entsteht auch durch Ausgasungen aus dem Mondinneren, wobei insbesondere 40Ar, das durch Zerfall von 40K im Mondinneren entsteht, von Bedeutung ist. Interessanterweise wird ein Teil dieses 40Ar aber durch das im Sonnenwind mittransportierte Magnetfeld wieder auf die Mondoberfläche zurückgetrieben und in die oberste Staubpartikelschicht übernommen. Da 40K früher häufiger war und damit mehr 40Ar ausgaste, kann durch Messung des 40Ar/36Ar-Verhältnisses von Mondmaterial bestimmt werden, zu welcher Zeit es in der obersten Schicht des Mondregoliths lag. Es besteht ein Gleichgewicht zwischen den eingefangenen Atomen und dem Verlust durch temperaturbedingtes Entweichen.

Masse des Mondes

Die Bestimmung der Mondmasse stellt kein einfaches Problem dar, da sie sich nicht direkt aus dem Gravitationsgesetz ergibt. Umkreist ein Körper der Masse m ein Gravitationszentrum der Masse M im Abstand r der beiden Massenmittelpunkte, so gilt durch Gleichsetzung der Terme für die Zentripetal- und die Gravitationskraft :m\omega^2 r = \frac. Die Masse des umkreisenden Körpers hebt sich in dieser Gleichung heraus und es bleibt nur die Masse des umkreisten Körpers übrig. Daher lässt sich mit dieser Gleichung nur die Masse eines Planeten bestimmen, sofern dieser über einen Mond verfügt, der sich näherungsweise in einer Kreisbahn um den Planeten bewegt; dies gilt ebenso für Sterne, deren Masse über die sie umkreisenden Planeten bestimmt werden kann. Erde und Mond stellen ein Zweikörpersystem dar, beide Partner umkreisen ihren gemeinsamen Schwerpunkt S. Beim Zweikörpersystem aus Erde und Sonne fällt dieser Schwerpunkt praktisch mit dem Sonnenmittelpunkt zusammen, da die Sonne sehr viel massereicher als die Erde ist. Bei Erde und Mond ist der Massenunterschied jedoch nicht so groß, daher liegt ihr gemeinsamer Schwerpunkt nicht im Zentrum der Erde, sondern deutlich davon entfernt (aber immer noch unter der Oberfläche). Wir bezeichnen nun r_1 als den Abstand des Erdmittelpunktes zum Schwerpunkt S und r_2 als den Abstand des Mondmittelpunktes von demselben. Da Erde und Mond sich beide um S drehen, gilt für beide Himmelskörper die gleiche Winkelgeschwindigkeit \omega. Damit unterliegen Erde und Mond jeweils der Zentripetalkraft :M\omega^2 r_1   beziehungsweise   m\omega^2 r_2. Die zwischen beiden Himmelskörpern wirkende Gravitationskraft ergibt sich mit dem Gravitationsgesetz zu :\frac Durch Gleichsetzen der Terme für Zentripetal- und Gravitationskraft erhalten wir hieraus die Gleichungen :\omega^2 r_1 = \frac und :\omega^2 r_2 = \frac. Setzen wir diese Beziehungen ins Verhältnis zueinander, so zeigt die Rechnung :\frac=\frac = \frac = \frac   , dass das Massenverhältnis von Erde und Mond gerade dem Verhältnis von r_1 zu r_2 entspricht. Somit geht es nur darum, wie groß r_1 und r_2 sind – also wo sich der Schwerpunkt des Systems befindet. Ohne den Mond und dessen Schwerkraft würde die Erde eine elliptische Bahn um die Sonne durchlaufen. Tatsächlich bewegt sich allerdings der Schwerpunkt des Systems Erde, Mond auf einer elliptischen Bahn. Die Rotation um den gemeinsamen Schwerpunkt erzeugt so eine leichte Welligkeit in der Erdbahn, welche eine kleine Verschiebung der von der Erde aus gesehenen Position der Sonne verursacht. Aus von Astronomen gemessenen Daten dieser Verschiebung wurde r_1 zu etwa 4.700 km berechnet, also 1.671 km unter der Erdoberfläche; der Radius der Erde beträgt 6.371 km. Da der Mond keine genaue Kreisbahn um die Erde beschreibt, berechnen wir r_2 über den mittleren Bahnradius, abzüglich r_1. Es gilt also r_2 = 384.405 km − 4.700 km = 379.705 km. Damit ergibt sich für das Massenverhältnis :\frac\approx\frac   , womit der Mond etwa 81 Mal leichter als die Erde ist. Durch Einsetzen der Erdmasse M\approx 598\cdot 10^ \mathrm ergibt sich die Masse des Mondes zu :m\approx\frac \approx 74021 \cdot 10^ \mathrm.

Sonstiges

Einflüsse des Mondes auf die Erde

Gravitationsgesetz Der Mond verursacht durch seine Gravitation auf der Erde Gezeitenwirkungen. Ebbe und Flut in den Meeren und im Erdmantel bremsen die Erdrotation und verlängern dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt und der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, der sich dadurch um etwa 4 Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt. Dieser schon lange vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laser-Distanzmessungen abgesichert. Hierdurch bedingt wird die Erde eines fernen (und langen) Tages dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden (vgl. Gebundene Rotation). Der Mond wird dann etwa doppelt so weit von der Erde entfernt sein wie heute. Der Mond stabilisiert durch seinen Anteil am Gesamtsystem des Erde-Mond-Systems auch die Drehachse der Erde, deren Lage ohne diesen Einfluss nicht über viele 100 Millionen Jahre konstant hätte bleiben können. Wäre die Erdachse nicht über diese langen Zeiträume stabil geblieben, hätte dies gravierende Konsequenzen für die Evolution und das Leben auf der Erde gehabt. Ein Einfluss des Mondes auf die Menschen und andere Lebewesen auf der Erde ist noch umstritten. Allerdings wird in der Land- und Forstwirtschaft seit alters her darauf geachtet, dass bestimmte Arbeiten in der Natur zum richtigen Zeitpunkt erledigt werden. In neuerer Zeit werden dazu Mondkalender benutzt. Als streng wissenschaftliche Tatsache gesichert gilt der Einfluss des Mondes als Navigationshilfe für einige Arten von Zugvögeln und nachtaktiven Insekten.

Mondregenbogen

Auch bei Nacht kann durch Zusammentreffen von Mondlicht und Regentropfen ein so genannter Mondregenbogen entstehen, der analog zum physikalischen Prinzip des Regenbogens der Sonne funktioniert. Mondregenbogen

Mondhalo

An kalten Herbst- und Winternächten kann es zur Bildung eines so genannten Hofes des Mondes kommen. Es handelt sich dabei um ein grünliches gelbes Halo rund um den Mond herum. Dafür sind Eiskristalle in Luftschichten verantwortlich, die aus dünnem Höhennebel oder Dunst entstanden sind und das auf die Erde fallende Licht in einem sehr schwachen Winkel ablenken und dadurch eine Art leuchtenden Ring-Effekt für den Betrachter hervorrufen.

Mondtäuschung

Als Mondtäuschung bezeichnet man den Effekt, dass der Mond in Horizontnähe größer aussieht als im Zenit. Dies ist keine Folge der Lichtbrechung an den Luftschichten, sondern eine optische Täuschung, die von der Wahrnehmungspsychologie untersucht und erklärt wird.

Eigentumsverhältnisse

Der Weltraumvertrag verbietet Staaten, einen Eigentumsanspruch auf Weltraumkörper wie den Mond zu erheben. Der Vertrag gilt zwar nur für Staaten, aber das 1979 entworfene und am 11. Juli 1984 in Kraft getretene Agreement Governing the Activities of States on the Moon and Other Celestial Bodies[http://www.oosa.unvienna.org/SpaceLaw/moontxt.html] der Vereinten Nationen, (Artikel 11, Absatz 2 und 3) schließt jedwede solche Ansprüche eindeutig aus. Der Amerikaner Dennis M. Hope meldete trotzdem 1980 beim Grundstücksamt von San Francisco seine Besitzansprüche auf den Mond an. Da niemand in der nach amerikanischem Recht ausgesetzten Frist von acht Jahren Einspruch erhob, behauptet Hope, die Grundstücke über seine dafür gegründete Lunar Embassy legal vertreiben zu können. Aufgrund des Outer Space Treaty können jedoch keine Staaten Ansprüche anmelden, deshalb ist nach Ansicht aller Organisationen (Vereinte Nationen, Internationale Astronomische Union) auch eine Ausweitung innerstaatlichen Rechts nicht erlaubt. Die Grundstücksverkäufe könnten sogar als Betrug gewertet werden, es gibt aber noch keine gerichtliche Klärung dieser Frage. Der Deutsche Martin Jürgens aus Westerkappeln in Westfalen erhebt ebenfalls Anspruch auf den Mond. Laut einer Schenkungsurkunde vom 15. Juli 1756, ausgestellt und unterzeichnet von König Friedrich dem Großen von Preußen, wurden die Rechte am Mond an die Familie Jürgens als Dank für geleistete Dienste übertragen („Jetzo soll ihm der Mond gehören“). In dieser Urkunde wurde festgelegt, dass der Himmelskörper jeweils an den jüngsten Sohn weitervererbt werden soll. Die Familie Jürgens verfügt so über die ältesten verbrieften Eigentumsrechte am Mond. Allerdings bleibt die Frage, wer Friedrich dem Großen das Recht verliehen hat, den Mond zu „verschenken“.

Mögliche koorbitale Objekte

In den Librationspunkten L4 und L5 soll es zwei Staubwolken, die Kordylewskische Wolken geben.

Geschichte der Mondbeobachtung

Es liegt in der Natur des Menschen, sich über seine Umwelt Gedanken zu machen. Der Mond mit seinen selbst mit bloßem Auge erkennbaren Details ist nach der Sonne das mit Abstand hellste Objekt des Himmels; zugleich kann man seinen einzigartigen Helligkeits- und Phasenwechsel zwischen Vollmond und Neumond sehr gut beobachten. Mit der Erfindung des Fernrohrs begann seine intensive Erforschung um 1650 – mit Höhepunkten durch Hieronymus Schröters Selenotopografie 1791, die langbrennweitige Fotografie ab 1890 und die Raumfahrt in den 1970ern.

Mythologische Anfänge

1970 Die älteste bekannte Darstellung des Mondes ist eine 5.000 Jahre alte Mondkarte aus dem irischen Knowth. Als weitere historisch bedeutende Abbildung in Europa ist die Himmelsscheibe von Nebra zu nennen. Das Stein-Monument Stonehenge diente eventuell als Observatorium und war so gebaut, dass damit auch Bahneigenschaften des Mondes vorhersagbar oder bestimmbar gewesen sind. In allen archäologisch untersuchten Kulturen gibt es Hinweise auf die große kultische Bedeutung des Mondes für die damaligen Menschen. Der Mond stellte meist eine zentrale Gottheit dar, als weibliche Göttin, zum Beispiel bei den Thrakern Bendis, bei den Ägyptern Isis, bei den Griechen Selene, Artemis und Hekate sowie bei den Römern Luna und Diana, oder als männlicher Gott wie beispielsweise bei den Sumerern Nanna, in Ägypten Thot, in Japan Tsukiyomi, bei den Azteken Tecciztecatl und bei den Germanen Mani. Fast immer wurden Sonne und Mond dabei als entgegengesetzt geschlechtlich gedacht, auch wenn die Zuordnung variierte. Ein häufig vorkommender Gedanke ist das Bild von den drei Gesichtern der Mondgöttin: bei Neumond die verführerische Jungfrau voller Sexualität, bei Vollmond die fruchtbare Mutter und bei abnehmendem Mond das alte Weib oder die Hexe mit der Kraft zu Heilen, zum Beispiel bei den Griechen mit Artemis, Selene und Hekate sowie bei den Kelten Blodeuwedd, Morrigan und Ceridwen. Der Mond hat bis in die Neuzeit hinein seine Faszination nicht verloren und ist bis heute Gegenstand von Romanen und Fiktionen, von Jules Vernes „Reise zum Mond“ über Jacques Offenbachs „Frau Luna“ bis hin zum „modernen“ Traum einer Besiedelung des Mondes.

Kalender

Neben der mythologischen Verehrung nutzten unsere Vorfahren schon sehr früh den regelmäßigen und leicht überschaubaren Rhythmus des Mondes für die Beschreibung von Zeitspannen und als Basis eines Kalenders, noch heute basiert der islamische Kalender auf dem Mondjahr mit 354 Tagen (12 synodische Monate). Mit dem Übergang zum Ackerbau wurde die Bedeutung des Jahresverlaufs für Aussaat und Ernte wichtiger. Um dies zu berücksichtigen, wurden zunächst nach Bedarf, später nach feststehenden Formeln wie zum Beispiel dem metonischen Zyklus Schaltmonate eingefügt, die das Mondjahr mit dem Sonnenjahr synchronisierten. Auf diesem lunisolaren Schema basieren zum Beispiel der altgriechische und der jüdische Kalender. Von den alten Hochkulturen hatten einzig die Ägypter ein reines Sonnenjahr mit 12 Monaten à 30 Tagen sowie 5 Schalttagen, das heißt ohne strengen Bezug zum synodischen Monat von 29,5 Tagen, vermutlich weil für die ägyptische Kultur die genaue Vorhersage der Nilüberschwemmungen und damit der Verlauf des Sonnenjahres überlebensnotwendig war.

Entwicklung der Mondforschung

Die erste, wenn auch nur skizzenhafte Darstellung der sichtbaren Strukturen des Mondes stammt von Galileo Galilei (1609), die ersten brauchbaren stammen von Johannes Hevelius, der mit seinem Werk Selenographia (1647) als Begründer der Selenographie gilt. In der Nomenklatur der Mondstrukturen setzte sich das System von Giovanni Riccioli durch, der in seinen Karten von 1651 die dunkleren Regionen als Meere (Mare, Plural Maria) und die Krater nach Philosophen und Astronomen bezeichnete. Allgemein anerkannt ist dieses System jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert. Tausende Detailzeichnungen von Bergen, Kratern und Wallebenen wurden von Johann Hieronymus Schröter (1778-1813) angefertigt, der auch viele Mondtäler und Rillen entdeckte. Den ersten Mondatlas gaben Wilhelm Beer und Johann Heinrich Mädler 1837 heraus, ihm folgte bald eine lange Reihe fotografischer Atlanten. Die Qualität der Karten wurde in den 1960ern deutlich verbessert, als zur Vorbereitung des Apollo-Projekts eine Kartierung durch die Lunar Orbiter-Sonden aus einer Mondumlaufbahn heraus stattfand. Die heute genauesten Karten stammen aus den 1990ern durch die Clementine- und Lunar-Prospector-Missionen. Lunar-Prospector Die Höhenbestimmung von Kratern, Gebirgen und Ebenen war mit Fernrohrbeobachtungen sehr problematisch und erfolgte meist durch Analyse von Schattenlängen, wofür Josef Hopmann Spezialmethoden entwickelte. Erst durch die Sonden-Kartierungen kennt man verlässliche Werte: die Krater, mit Durchmessern bis zu 300 Kilometer, wirken zwar steil, sind aber nur wenige Grad geneigt, die höchsten Erhebungen hingegen erreichen eine Höhe von bis zu 10 Kilometer über dem mittleren Niveau. Ein bedeutender Fortschritt in der Untersuchung des Mondes wurde durch die Satellitenmissionen erzielt. Die sowjetische Sonde Lunik 1 kam erstmals dem Mond 65.000 km nahe, Lunik 2 traf ihn schließlich und Lunik 3 lieferte die ersten Bilder der Mondrückseite. Das US-amerikanische Apollo- und das sowjetische Luna-Programm brachten bei neun Missionen zwischen 1969 und 1976 insgesamt 382 Kilogramm Mondgestein von der Mondvorderseite zur Erde zurück. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Missionen, die Gesteinsproben zur Erde zurückführten. 1979 wurde der erste Mondmeteorit in der Antarktis entdeckt, dessen Herkunft vom Mond allerdings erst einige Jahre später erkannt wurde. Mittlerweile kennt man noch mehr als zwei Dutzend weitere. Diese bilden eine komplementäre Informationsquelle zu den Gesteinen, die durch die Mondmissionen zur Erde gebracht wurden: Während man bei den Apollo- und Lunaproben die genaue Herkunft kennt, dürften die Meteorite, trotz der Unkenntnis ihres genauen Herkunftsortes auf dem Mond, repräsentativer für die Mondoberfläche sein, da einige aus statistischen Gründen auch von der Rückseite des Mondes stammen sollten.

Menschen auf dem Mond

Rückseite Im Rahmen des kalten Kriegs unternahmen die USA und die UdSSR in den 1960ern einen Anlauf zu bemannten Mondlandungen, die jedoch nur von den USA realisiert wurden. Am 21. Juli 1969 setzte mit Neil Armstrong der erste von 12 Astronauten im Rahmen des Apollo-Projekts seinen Fuß auf den Mond, wegen der hohen Kosten wurde das Programm nach sechs erfolgreichen Missionen 1972 eingestellt. Während des ausgehenden 20. Jahrhunderts wurde immer wieder über eine Rückkehr zum Mond und die Einrichtung einer ständigen Mondbasis spekuliert, aber erst durch Ankündigungen der US-Präsidenten George W. Bush und der NASA Anfang 2004 zeichnen sich konkrete Pläne ab. Demnach planen die USA im Jahr 2018 wieder vier Astronauten auf den Mond zu schicken. ;Chronologische Liste der 12 Männer, welche den Mond betreten haben. 2004 # Neil A. Armstrong # Edwin E. „Buzz“ Aldrin # Charles P. Conrad # Alan L. Bean # Alan B. Shepard # Edgar D. Mitchell # David R. Scott # James B. Irwin # John W. Young # Charles M. Duke # Eugene A. Cernan # Harrison H. Schmitt Als letzter Mensch verließ Eugene A. Cernan den Mond.

Zitat


- Glauben Sie wirklich, der Mond ist nicht da, außer wenn jemand hinschaut?Albert Einstein zu Vertretern der Quantentheorie.

Siehe auch


- Apollo-Projekt
- Sowjetisches Mondprogramm
- Impaktkrater
- Libration
- Lichtverschmutzung
- Luna-Programm
- Monat
- Mondfinsternis
- Neumond
- Vollmond

Weblinks


- [http://www.moonphaseinfo.com/ Aktuelle Mondphase]
- [http://www.astro.univie.ac.at/~wuchterl/Kuffner/mond/mondphasen.html Studien widerlegen behauptete Mondeinflüsse]
- [http://www.wappswelt.de/tnp/nineplanets/luna.html Die Neun Planeten: Der Mond]
- [http://www.astrosurf.com/avl/UK_index.html Mondatlassoftware]
- [http://moon.google.com moon.google.com – Onlinemondatlas]
- [http://www.mondatlas.de/ Aktuelles über den Mond & Mondatlas]
- [http://www.lpi.usra.edu/research/apollo/catalog/metric/ 2004 veröffentlichte Detailaufnahmen der Mondoberfläche aus den Apollo-Missionen 15-17]
- [http://home.versanet.de/~adler-computer/Mondfoto/index.htm Mondfotografie]
- [http://www.astro.univie.ac.at/~wuchterl/Kuffner/im_brennp/archiv2003/was_ist_ein_mond.html Was ist ein Mond?]

Videos


- Real Video (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri):
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=990131.rm Wie entstand der Mond?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=990620.rm Warum fällt der Mond nicht auf die Erde?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=020929.rm War die Mondlandung echt?] Kategorie:Erdmond ja:月 ko:달 ms:Bulan (satelit) simple:Moon th:ดวงจันทร์ zh-min-nan:Go̍eh-niû

Selenografie

Selenografie ist das zum Mond gehörige Analogon zur Geografie. Das Wort ist aus den griechischen Begriffen für Mond (Selene) und zeichnen (grafe·in) zusammengesetzt. Am häufigsten wird die Bezeichnung selenografische Breite und Länge verwendet. Die Kartierung von Mondstrukturen erfolgt dabei analog zur geografischen Breite und Länge auf der Erde. Auch auf dem Mond verläuft die Achse durch die beiden Pole. Um diese Achse dreht sich der Erdtrabant einmal in etwa 27 Tagen und wendet so der Erde immer dieselbe Seite zu. Senkrecht zu dieser Drehachse verläuft die gedachte Äquatorebene. Parallel zum Mondäquator verlaufen die Breitengrade, Kreislinien von gleicher selenografischer Breite. Durch beide Pole verlaufen senkrecht zum Äquator Längengrade (Meridiane), Kreislinien von gleicher selenografischer Länge. Nach der astronautischen Orientierung ist auf dem Mond Osten die Richtung, in der für einen Beobachter auf dem Mond (Astronaut) die Sonne aufgeht. Mit zunehmendem Mond wandert die beleuchtete Seite allmählich von rechts (Osten) nach links (Westen) über die Mondscheibe. Auf alten Karten sind Ost- und Westorientierung gegenüber heutigen Karten vertauscht, da früher mit umkehrenden Teleskopen von der Erde aus beobachtet wurde und der Mond nach der astronomischen Orientierung kartiert wurde. Zum Beispiel liegt der 93 km große Krater Copernicus bei 9° 42′ nördlicher Breite und 20° 06′ westlicher Länge. Für einen Betrachter auf der Nordhalbkugel der Erde befindet er sich also „links oberhalb“ der Mondmitte. Benannt wurde er 1935 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nach dem polnisch-deutschen Astronomen und Domherrn Nikolaus Kopernikus (1473–1543). Den Längengrad, an dem auf dem Mond die Sonne aufgeht, nennt man die Selenografische Colongitude. Diese Längenangabe wird als Winkelabstand vom Nullmeridian des Mondes in westlicher Richtung bis 360 Grad gezählt – im Unterschied zu den sonst üblichen Längenangaben, die vom Nullmeridian ausgehend je 180 Grad nach Osten und Westen zählen. Die Colongituden Null und 360 Grad kennzeichnen den zunehmendem Halbmond. Bei Vollmond beträgt die Colongitude 90 Grad (westlicher Mondrand). Neumond entspricht die Colongitude 270 Grad. Siehe auch: Mondkarte

Weblinks


- [http://www.planetenkunde.de/p012/p01207/index.htm Mondkoordinaten]
- [http://www.adlerplanetarium.org/learn/history/astronomers/riccioli02.ssi Mondkarten] nach Johannes Hevelius und Giovanni Riccioli Kategorie:Erdmond

1837

Ereignisse


- 5. Juni: Houston wird die provisorische Hauptstadt von Texas, verliert 2 Jahre später aber diesen Status
- 17. Juni: Gründung des ersten deutschen Tierschutzvereins durch den Pfarrer Albert Knapp
- Erste öffentliche Fahrt eines von einer Dampflokomotive gezogenen Zuges in Österreich (Strecke Floridsdorf-Deutsch-Wagram). Bau der ersten Eisenbahnbrücke über die Donau
- Amtsenthebung der Göttinger Sieben

Kultur


- 20. Februar: Uraufführung der komischen Oper Die beiden Schützen von Albert Lortzing am Stadttheater in Leipzig
- 10. März: Uraufführung der Oper Il Giuramento von Saverio Mercadante am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 6. April: Uraufführung der romantischen Oper Die Höhle bei Waverley von Conradin Kreutzer am Josephstädter Theater in Wien
- 27. Mai: Uraufführung der Oper Catherine Grey von Michael William Balfe im Theatre Royal Drury Lane in London
- 3. August: Uraufführung der romantischen Oper Die Schatzkammer des Ynka von Albert Lortzing am Stadttheater in Leipzig
- 6. November: Uraufführung der Oper Caractacus von Michael William Balfe im Theatre Royal Drury Lane]] in London
- 2. Dezember: Uraufführung der Oper Le Domino noir (der schwarze Domino) von Daniel-François-Esprit Auber an der Opéra-Comique in Paris
- 16. Dezember: Uraufführung der romantischen Oper Der Gang zum Eisenhammer von Conradin Kreutzer am Theater am Kärntnertor in Wien
- 22. Dezember: Uraufführung der komischen Oper Zar und Zimmermann von Albert Lortzing am Stadttheater in Leipzig

Geboren


- 2. Januar: Mili Alexejewitsch Balakirew, russischer Komponist, Pianist und Dirigent († 1910)
- 12. Januar: Adolf Jensen, deutscher Komponist († 1879)
- 2. Februar: Max Zeuger, deutscher Komponist
- 10. Februar: Harrison Gray Otis, US-amerikanischer Verleger († 1917)
- 15. Februar: Wilhelm Jensen, Schriftsteller († 1911)
- 21. Februar: Rosalía de Castro, galicische Lyrikerin († 1885)
- 1. März: Georg Ebers, deutscher Schriftsteller und Ägyptologe († 1898)
- 12. März: Alexandre Guilmant, französischer Organist und Komponist († 1911)
- 18. März: Stephen G. Cleveland, Präsident der USA († 1908)
- 24. März: Horace Parnell Tuttle, US-amerikanischer Astronom († 1923)
- 1. April: Jorge Isaacs, kolumbianischer Schriftsteller und liberaler Politiker
- 7. April: Emil Ludwig Schmidt, deutscher Anthropologe († 1906)
- 17. April: John Pierpont Morgan, US-amerikanischer Unternehmer und Bankier († 1913)
- 21. April: Frederik Bajer, dänischer Schriftsteller und Nobelpreisträger († 1922)
- 24. April: Friedrich August von Holstein, deutscher Diplomat des Kaiserreiches († 1909)
- 27. April: Kurt Wachsmuth, Philologe († 1905)
- 29. April: Georges Ernest Boulanger, französischer General († 1891)
- 29. April: Hermann Tietz, Kaufmann, Begründer einer Kaufhauskette († 1907)
- 1. Mai: Walter Hauser, Schweizer Politiker († 1902)
- 7. Mai: Karl Mauch, deutscher Afrikaforscher († 1875)
- 8. Mai: Albrecht von Preußen, Regent des Herzogtums Braunschweig († 1906)
- 9. Mai: Adam Opel, Gründer der Firma Opel († 1895)
- 23. Mai: Anatole Mallet, Schweizer Ingenieur († 1919)
- 27. Mai: James Butler Hickok, US-amerikanischer Westernheld († 1876)
- 3. Juni: Franz Bücheler, deutscher Philologe
- 7. Juni: Alois Hitler, Beamter und Vater Adolf Hitlers († 1903)
- 9. Juni: Michael Rua, Generaloberer der Salesianer Don Boscos († 1910)
- 16. Juni: Ernst Laas, deutscher Pädagoge und Philosoph († 1885)
- 19. Juni: Philipp Carl, deutscher Physiker († 1891)
- 22. Juni: Paul Bachmann, deutscher Mathematiker († 1920)
- 22. Juni: Paul Morphy, US-amerikanischer Schachspieler († 1884)
- 23. Juni: Ernest Guiraud, französischer Komponist († 1892)
- 4. Juli: Emile Auguste Carolus-Duran, französischer Maler († 1917)
- 9. Juli: Florence Marryat, englische Schriftstellerin († 1899)
- 30. Juli: Eugene Mage, französischer Marineoffizier und Afrikareisender († 1869)
- 31. Juli: William Clark Quantrill, Partisanen-Führer im amerikanischen Sezessionskrieg († 1865)
- 11. August: Marie François Sadi Carnot, französischer Staatsmann und Politiker († 1894)
- 14. August: Johannes Trojan, deutscher Schriftsteller († 1915)
- 17. August: Heinrich Hansjakob, badischer Volksschriftsteller († 1916)
- 24. August: Théodore Dubois, französischer Komponist († 1924)
- 16. September: Peter V. (Portugal), König von Portugal († 1861)
- 3. Oktober: Nicolás Avellaneda, Präsident von Argentinien († 1885)
- 6. Oktober: Elard Hugo Meyer, deutscher Indogermanist († 1908)
- 23. Oktober: Moritz Kaposi, Mediziner († 1902