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Monokultur

Monokultur

Monokultur (von v. griech.: monos Eins und lat.: cultura Landwirtschaft) ist eine Form der Bodenbewirtschaftung. Bei dieser wird auf einer land- oder forstwirtschaftlich genutzten Fläche z.B. einer Plantage nur eine bestimmte Art von Nutzpflanzen angebaut. Im Ackerbau spricht man von Monokultur, wenn kein Fruchtwechsel stattfindet und auf der gleichen Ackerfläche Jahr für Jahr die gleiche Frucht angebaut wird (z. B. Mais nach Mais nach Mais ...). Nur wenige Nutzpflanzen sind selbstverträglich und benötigen keinen Fruchtwechsel (z. B. Roggen).

Vorteile

Kurzfristig ist der Anbau einer einzigen Kulturpflanze in großem Umfang aus wirtschaftlicher Sicht zunächst billiger (Skaleneffekt).
- wenige spezielle, sehr effektive Maschinen mit hoher Kapazität statt eines relativ teurer Maschinenpark mit vielen, auf die unterschiedlichen Anbaufrüchte abzustimmende kleineren Maschinen
- effektiverer Maschineneinsatz durch geringere Rüstzeiten
- günstigere Einkaufspreise für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel etc. (Mengenrabatt)
- große einheitliche Partien - bessere Vermarktung, bessere Verkaufspreise
- geringerer Verwaltungsaufwand
- bessere Anbaumethoden durch Gewinn an Erfahrung und Spezialwissen

Nachteile

Längerfristig birgt die Nutzung des Bodens in Form der Monokultur einige Nachteile :
- Monokulturen begünstigen die Ausbreitung spezialisierter Schädlinge (Insekten) und Krankheitserreger (Keime, Pilze), was zu Mißernten führen kann und deren Bekämfung höhere Kosten für Pestizide (z. B. Insektizide, Fungizide) verursacht.
- der höherer Pflanzenschutzverbrauch führt zu Risiken wie Resistenz- und Rückstandsbildung. Selbstverträgliche Pflanzen wie Roggen können an geeigneten Standorten über Jahre ohne Ertragsverluste und Verlust an Bodenqualität angebaut werden.

Beispiele

Risiken
- Monokulturen werden überwiegend im Kaffee-, Tee- und Reisanbau vorgenommen
- In der Forstwirtschaft werden Wälder in Monokultur betrieben, um die Holzverarbeitende und Papierindustrie mit dem Rohstoff Holz zu beliefern.
- Die Great Plains in den USA sind für ihre riesigen Weizenfelder bekannt. In den 1930er Jahren führte hier die Monokultur zu katastrophalen Staubstürmen.
- Im übertragenen Sinne wird auch außerhalb der Landwirtschaft von Monokultur gesprochen, etwa wenn die Tatsache, dass 90% aller Computer mit demselben Betriebssystem arbeiten, dazu führt, dass sich Computerviren sehr schnell ausbreiten.
- Der Begriff Monokultur wird im Tourismus verwendet, wenn ganze Länder oder Landstriche abhängig von dieser Wirtschaftsform sind.

Antonym

Das Gegenteil von Monokultur ist Mischkultur oder - im Ackerbau weit verbreitet - der Fruchtwechsel (im jährlichen Wechsel werden auf der gleichen Ackerfläche unterschiedliche Feldfrüchte angebaut - z. B. in der Fruchtfolge Zuckerrüben - Weizen - Gerste). Siehe auch: grüne Revolution

Weitere Formen der Bodenbewirtschaftung (Anbaumodelle und Anbausysteme)

Fruchtfolge (= Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft), Anbaufolgen der Pflanzen, Wechsel von Pflanzenanbau und Brache, Wechselbeziehung mit Tätigkeiten der Tierproduktion, Mischkultur, Zwischenfruchtanbau, Intensiv- und Extensivkultur, Organischer Landbau, ökologischer Landbau, alternative Landwirtschaft, Brachesysteme, Weidesysteme, Agrar-Forstwirtschaft, einschl. Agrar-Waldbausysteme (Forstpflanzen in Verbindung mit landwirtschaftlichen Pflanzen). Wald-Weidesysteme (Forstpflanzen in Verbindung mit Weidehaltung) oder Agrar-Waldweidesysteme (Kombination der Forstwirtschaft mit Pflanzenanbau und Weide), Landwirtschaft in Trockengebieten: Wüsten, aride Zonen

Weblinks


- [http://archiv.greenpeace.de/GP_DOK_3P/HINTERGR/C13HI27.HTM Ökologische Waldnutzung]
- [http://www.kleinbauern.ch/Themen/Gentechnik.htm Mehr Pestizide durch Gentechnik]
- [http://www.golem.de/0309/27609.html Software als Monokultur] Kategorie:Land- & Forstwirtschaft Kategorie:Naturschutz Kategorie:Ökologie

Mono

Der Begriff Mono (v. griech. monos „Eins“): # steht bei Fremdworten als Präfix, um die Einzahl anzuzeigen. Siehe zum Beispiel: Monolog, Monokultur, Monotheismus, Monarchie. # in der Audiotechnik eine einkanalige Aufnahme (im Gegensatz zu Stereo) # ist der Name der Open-Source-Portierung des Microsoft-.NET-Frameworks, welches unter anderem die Programmiersprache C# (phon.: C-Sharp) beinhaltet; siehe Mono-Projekt # ist ein Kurzwort für Monowiedergabe; siehe auch Stereofonie # ist der Künstlername der Reggae-Sängerin mono. Sie veröffentlichte 2004 zusammen mit Nikitaman das Album Das Spiel beginnt. Mono wurde 1975 als Monika Jaksch geboren. # ist der Name einer Besteckserie, die 1959 von Peter Raacke entworfen wurde und heute ein Designklassiker ist; siehe mono-a. # steht für eine Baugröße von Haushalts-Batterien # ist der Name einer aus Japan stammenden Postrock-Band # eine Volksgruppe, siehe auch Mono (Volksgruppe) Mono

Landwirtschaft

Landwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet. Profit

Einordnung

Allgemein

Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht. Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu. Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.

Ökonomische Einordnung

In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.

Bedeutung in Deutschland

Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach. Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.

Rechtliche Einordnung

Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch § 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.

Produktion

Bereiche

Baugesetzbuch Baugesetzbuch Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion. Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist. Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen

Ziele


- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien

Formen der Landwirtschaft


- historische Landwirtschaft :bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft :bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft :erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugten Lebensmitteln (Fragen zu Rückständen in Nahrungsmitteln). :
- bäuerliche Landwirtschaft :
- industrielle Landwirtschaft :
- extensive Landwirtschaft :
- ökologische Landwirtschaft ::versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten negativen Wechselwirkungen zu vermeiden. Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 einen auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, dessen Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.

Methoden

Hinsichtlich der Produktionsmethoden wird heute unterschieden in (alphabetisch):
- Biologische Landwirtschaft (oder auch Ökologische Landwirtschaft), zu der auch die Unterform der auf den Lehren R. Steiners gründenden Biologisch-dynamischen Landwirtschaft zählt
- Konventionelle Landwirtschaft mit der Unterform der integrierten Landwirtschaft
- Permakultur
- Synergistische Landwirtschaft

Politik

Hauptartikel: Agrarpolitik

Politische Konfliktfelder

Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleicher Verteilung, Preisdumping, zahlreichen Betriebsaufgaben sowie ökologischen Problemen gegenüber. Die seit 1992 eingeleiteten Reformen der europäischen Agrarpolitik mit einem komplexen System von Ausgleichszahlungen konnten Fehlentwicklungen nicht verhindern. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die ökologische Situation von Boden-, Gewässer- und Tierschutz mit hohen Belastungen verbunden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not. Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen. Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70 % in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik. Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die heimische Agrarprodukte in den Medien bewirbt, ist bei den Landwirten weitgehend umstritten, da sie ihre Beiträge zwangsweise erhebt.

Geschichte

Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH] Hauptartikel: Agrargeschichte Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem mittleren Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen. Im 8. Jahrhundert wurde der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten. Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).

Aktuelle Diskussion

Erneuerbare Energieträger

Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch die Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.

Siehe auch

Portal:Land- und Forstwirtschaft, Agrarpolitik, Forstwirtschaft, Landwirt, Leibgedinge, Erzeugergemeinschaft, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, FAO, Haupterwerbsbetrieb, Nebenerwerbsbetrieb, Zuerwerbsbetrieb

Weblinks


- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_land.php Statistiken zur Landwirtschaft in Deutschland]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-0005BCF0323B1050A9746521C0A8D816.html Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung]
- [http://www.situationsbericht.de Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes]
- [http://www.cma.de/wissen_100489.php Materialien zum Thema Landwirtschaft der CMA]
- [http://www.kritischer-agrarbericht.de/index.php?id=79 "Kritischer Agrarbericht" des AgrarBündnis e.V.]
- [http://www.agrar.de/infothek Infothek - Suchmaschine zum Thema Landwirtschaft]
- [http://www.landtreff.de Forum für die Landwirtschaft]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-bildarchiv/bildarchiv.cgi?action=projektbilder&id=-lf-&templ=04_01_projekte_bilder&start=0&proseite=10 Dokumentation zur Geschichte der Landwirtschaft in Bayern aus dem Archivbestand des Hauses der Bayerischen Geschichte] !Landwirtschaft Kategorie:Umwelt- und Naturschutz ja:農業 ko:농업 simple:Agriculture

Plantage

]] Eine Plantage ist ein landwirtschaftlicher Großbetrieb, der sich auf die Erzeugung eines einzigen Produktes für den Weltmarkt spezialisiert hat (Monokultur). Typische Produkte für Plantagen sind mehrjährige Pflanzen oder Dauerkulturen wie Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Kautschuk, Obst, Sisal, aber auch einjährige Pflanzen wie Zuckerrohr. Zu einer Plantage gehören oft technisch aufwändige und kapitalintensive Einrichtungen, in denen das Produkt eine erste Bearbeitung erfährt. kapitalfabrik in Costa Rica]] Plantagen kommen außer in den Tropen auch in mediterranen Gebieten, wie dem europäischen Mittelmeerraum, Kalifornien und Südafrika vor. Ihre größte Ausbreitung erfuhren die Plantagen im 19. Jahrhundert mit der Entstehung der europäischen Kolonialreiche, als in Afrika und Asien ausgedehnte Plantagen entstanden. Eigentümer der Plantagen waren oft Ausländer, nicht selten auch Kapitalgesellschaften, die den Betrieb durch einen Verwalter leiten ließen. Die Eigentümer bzw. ihre leitenden Angestellten zählten zur obersten Gesellschaftsschicht, während die Plantagenarbeiter zur untersten gehörten. arbeiter]] Die Arbeitskräfte auf den Plantagen waren bis in das 19. Jahrhundert oft Sklaven, zum Beispiel auf den Baumwoll- unn Tabakplantagen der amerikanischen Südstaaten sowie auf den Zuckerrohrplantagen der Karibik und Lateinamerikas, die aus Afrika geholt worden waren, da die einheimische indianische Bevölkerung sich nicht in die Arbeit in den Plantagen pressen ließ. Die Nachkömmlinge dieser (befreiten) Sklaven stellen heute einen Großteil der Bevölkerung dieser Regionen dar. Nach der Sklavenbefreiung wurden aus den ehemaligen Sklaven meist Billiglohnarbeiter, die Arbeitsbedingungen blieben im Wesentlichen unverändert. In den Kautschukplantagen Malaysias und den Teeplantagen Sri Lankas setzte man häufig billige Arbeitskräfte aus Indien oder China ein. Nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien wurden die meisten ausländischen Eigentümer der Plantagen enteignet und an ihre Stelle traten Einheimische oder der Staat. Kategorie:Feldwirtschaft ja:プランテーション

Nutzpflanze

Nutzpflanzen sind Kulturpflanzen, die vom Menschen als Nahrungsmittel, Viehfutter oder für technische Zwecke gebraucht werden. Es gibt kultivierte und wild wachsende Nutzpflanzen. Zierpflanzen sind in einem eigenen Artikel behandelt. Um die gewünschte Nutzung zu optimieren, wird häufig die Züchtung (aktive Selektion) eingesetzt. In neuerer Zeit (ab etwa 1980) auch Genmanipulation. Diese ist aber wegen ungeklärter Wechselwirkungen umstritten. In der folgenden Zusammenstellung sind die Nutzpflanzen gegliedert nach den für die Ernährung wichtigen Inhaltsstoffen, nach ihrer Verwendung sowie nach ihrer technischen Nutzung. Die Einteilung basiert auf Franke, W. (1997). Die Arzneipflanzen sind in Anlehnung an Gessner/Orzechowski (1974) nach den Hauptwirkstoffen zusammengestellt.

Nahrungspflanzen

Kohlenhydrate liefernde Pflanzen

Stärke liefernde Pflanzen

Rüben, Knollen, Wurzeln, Rhizomen

- Kartoffel, Maniok, Knollenbohne, Batate (Süßkartoffel), Yamswurzel, Knollige Platterbse, Arakacha, Knolliger Sauerklee, Knollige Kapuzinerkresse, Ulluco, Ostindische Pfeilwurz, Pfeilwurz, Achira, Taro, Tannia, Seerose,
oberirdischen Sprossachsen

- Sagopalme
Samen

- Getreidepflanzen
  - Weizen (Dinkel, Emmer, Einkorn, Kamut), Gerste, Roggen, Hafer, Reis, Mais, Hirse (Zwerghirse, Fingerhirse, Rispenhirse, Kutkihirse, Weizenhirse, Foniohirse, Perlhirse, Kolbenhirse, Mohrenhirse)
- Pseudozerealien
  - Buchweizen, Amarant, Quinoa, Bado
Fruchtfleisch

- Brotfruchtbaum, Jakfruchtbaum, Okwabaum,

Zucker liefernde Pflanzen


- Zuckerrohr, Zuckerrübe, Zuckerhirse, Zucker-Ahorn, Walddattelpalme, Honigpalme, Zuckerpalme, Palmyrapalme

Inulin liefernde Pflanzen


- Topinambur, Zichorie, Löwenzahn,

Eiweiß liefernde Pflanzen

Eiweißreiche Samen


- Feuerbohne, Buschbohne, Limabohne (Mondbohne), Teparybohne, Urdbohne, Mungbohne (Lunjabohne), Mottenbohne, Adzukibohne, Augenbohne (Kuhbohne), Reisbohne, Helmbohne, Pferdebohne, Erbsenbohne, Jackbohne, Schwertbohne, Goabohne, Samtbohne,
- Sojabohne, Gartenerbse, Linse, Saubohne, Kichererbse, Maramabohne

Erdfrüchtige Leguminosen


- Erdnuss, Erderbse, Erdbohne

Fett liefernde Pflanzen

Sprossknollen


- Erdmandel

Fruchtfleisch


- Ölpalme, Olivenbaum, Avocado

Samen


- Sojabohne, Raps, Rübsen, Sesam, Baumwolle, Lein, Mohn, Ricinus, Tungölbaum, Oiticicabaum, Erdnuss, Hanf, Haselnuss, Rotbuche, Mais, Sonnenblume, Kokospalme, Ölpalme, Babassupalme, Mandelbaum, Kakaobaum, Schibutterbaum, Eisenholzbaum (Arganie), Talerkürbis, Kemirinussbaum, Distel

Gemüse und Salat liefernde Pflanzen

Algengemüse und Pilze


- Wild wachsende Pilze
- Judasohr (Ohrlappenpilz), Speisemorchel, Spitzmorchel, Krause Glucke, Pfifferling, Herbsttrompete, Semmelstoppelpilz, Trüffel.
- Goldröhrling, Butterröhrling, Kuhröhrling, Sandröhrling, Ziegenlippe, Rotfußröhrling, Maronenröhrling, Steinpilz, Birkenröhrling, Rotkappe.
- Brätling, Edelreizker, Grünfeldriger Täubling, Lilagrüner Täubling, Speisetäubling, Hallimasch, Grünling, Mairitterling, Violetter Rötelritterling, Samtfußrübling, Austernseitling, Parasol, Safranschirmling, Perlpilz, Anischampignon, Wiesenchampignon (Feldegerling), Schopftintling, Stockschwämmchen.
- In Kultur genommene Pilze
- Zuchtchampignon, Stockschwämmchen, Shiitake, Samtfußrübling, Austernseitling, Judasohr (Ohrlappenpilz), Reisstrohpilz, Silberohr, Rotbrauner Riesenträuschling (Kulturträuschling), Schopftintling.

Wurzelgemüse


- Haferwurzel, Möhre, Karotte, Pastinak, Rapontika, Rettich, Schwarzwurzel, Weiße Rübe, Wurzelpetersilie

Knollengemüse


- Kohlrübe, Rote Rübe, Radieschen, Kerbelrübe, Knollensellerie, Kohlrabi, Knollenziest

Zwiebelgemüse


- Küchenzwiebel, Porree, Gemüsefenchel, Spargel, Bambussprosse, Palmsprosse

Blattstielgemüse


- Rübstiel, Meerkohl, Bleichsellerie, Cardy, Gemeiner Rhabarber,

Blattgemüse- und Blattsalate


- Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Rosenkohl, Chinakohl.
- Gartenkresse, Brunnenkresse, Bittere Kresse, Winterkresse, Löffelkresse, Kapuzinerkresse.
- Kopfsalat, Schnittsalat, Römischer Salat, Spargelsalat, Winterendivie, Chicorée, Löwenzahn, Feldsalat
- Spinat, Gartenmelde, Mangold, Garten-Ampfer, Sauerampfer, Wasserspinat, Neuseeländer Spinat, Baumspinat (Chaya, Cnidoscolus chayamansa),

Blütenstände als Gemüse


- Blumenkohl, Brokkoli, Romanesco, Artischocke

Samengemüse


- Esskastanie, Wasserkastanie

Fruchtgemüse


- Okra, Tomate, Baumtomate, Eierfrucht (Aubergine), Gemüsepaprika, Gurke, Gartenkürbis, Riesenkürbis, Moschuskürbis, Chayote, Flaschenkürbis, Balsambirne, Schlangengurke, Spritzgurke, Jute.

Obst liefernde Pflanzen

Samenobst


- Pinienkerne, Zirbelnüsse
- Australische Haselnuss, Paranussbaum, Mandelbaum, Walnussbaum, Pekannussbaum, Echte Pistazie,
- Haselnuss, Lotosblume,
- Granatapfelbaum, Purpurgrenadill, Curuba, Durianbaum, Akipflaume, Litchipflaume, Rambutan, Mangostane,
- Acajubaum,

Fruchtobst


- Tamarinde, Stachelbeere, Schwarze Johannisbeere, Rote Johannisbeere, Heidelbeere, Kulturheidelbeere, Preiselbeere, Weinrebe, Mahonie, Melone, Wassermelone (Arbuse), Banane, Dattelpalmen, Melonenbaum, Bergpapaya, Babaco, Avocado, Guave, Erdbeerguave, Breiapfelbaum, Kakipflaume, Kiwifrucht, Kapstachelbeere, Birnenmelone, Feigenkaktus, Karambolabaum, Bilimbi,
- Orange, Mandarine, Grapefruit, Pampelmuse, Zitrone, Zitronatzitrone, Saure Limette, Bitterorange, Kumquat,
- Sauerkirsche, Süßkirsche, Kirschpflaume, Schlehdorn, Zwetschge, Aprikose, Pfirsich, Kornelkirsche, Sanddorn, Schwarzer Holunder, Mangobaum, Barbadoskirsche, Chinesische Dattel,
- Apfel, Birne, Quitte, Japanische Quitte, Mispel, Eberesche, Speierling, Elsbeere, Mehlbeere, Schwarze Apfelbeere, Japanische Wollmispel, Cherimoya
- Himbeere, Schwarze Himbeere, Loganbeere, Brombeere, Moltebeere, Erdbeere, Hagebutte,
- Ananas, Feige, Maulbeere

Genussmittelpflanzen

Coffein- und theobrominhaltige Pflanzen


- Kaffeestrauch, Teestrauch, Kakaobaum,

Nicotinhaltige Pflanzen


- Tabak,

Rauschgifthaltige oder -erzeugende Pflanzen

Rauschgifthaltige und Alkoholerzeugende Pilze


- Bierhefe, Fliegenpilz, Kahlköpfe (Psilocybe) -> Teonanacatl

Rauschgifthaltige Sprossachsen, Samen und Früchte


- Peyote, Kokastrauch, RauschHanf, Schlafmohn,

Süßstoff liefernde Pflanzen


- Süßholz, Stevia, Katemfe-Pflanze (Thaumatococcus danielli) -> Thaumatin,

Gewürzpflanzen

Gewürzpflanzen, die vorwiegend ätherische Öle enthalten


- Ingwer, Galgant, Gelbwurz, Kalmus, Engelwurz, Zimtkassie, Lorbeerbaum, Weinraute, Dill, Garten-Kerbel, Schnittsellerie, Liebstöckel, Petersilie, Myrrhenkerbel, Portulak, Borretsch, Ysop, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Basilikum, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Thymian, Eberraute, Wermut, Estragon, Beifuß, Lavendel, Gewürznelkenbaum, Safran, Schwarzkümmel, Muskatnussbaum, Kardamom, Nelkenpfeffer, Kümmel, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel, Anis, Echte Vanille, Sternanis, Wacholder

Gewürzpflanzen, die vorwiegend scharf schmeckende Alkaloide enthalten


- Cayennepfeffer / Chili, Pfeffer

Gewürzpflanzen, die vorwiegend Senfölglykoside enthalten


- Meerrettich, Meerrettichbaum, Kapernstrauch, Weißer Senf, Schwarzer Senf,

Schwefelhaltige Gewürzstoffe in Allium-Arten


- Schalotte, Knoblauch, Winterzwiebel, Schnittlauch, Bärlauch, Küchenzwiebel, Porree, Winterzwiebel, Knoblauch-Schnittlauch

Gewürzpflanzen, mit säuerlich schmeckenden Stoffen


- Tripmadam, Sauerklee, Sauerampfer,

Gewürzpflanzen, die vorwiegend Bitterstoffe enthalten


- Alant, Chinarindenbaum, Bitterdistel, Hopfen,

Cumarinhaltige Gewürzpflanzen


- Echter Steinklee, Waldmeister, Tonkabohnenbaum

Gewürzpflanzen mit anderen Inhaltsstoffen


- Bibernelle, Schabzigerklee, Bockshornklee,

Futterpflanzen

Futtergräser


- Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer, Wehrlose Trespe, Mais, Knaulgras, Wiesenschwingel, Rohrglanzgras, Wiesenlieschgras

Futterleguminosen


- Luzerne, Klee, Hornklee, Esparsette, Futterwicke, Weißer Steinklee, Lupine

sonstige Futter- oder landwirtschaftlich genutzte Pflanzen


- Runkelrübe, Spörgel, Komfrey, Feigenkaktus, Topinambur, Phacelia

Technisch genutzte Pflanzen

Fasern liefernde Pflanzen

Haare als Fasern


- Baumwolle, Kapokbaum

Fasern aus Sprossachsen


- Faserlein, Hanf, Große Brennessel, Ramiepflanze, Jute,

Blattfasern


- Manilahanf, Agave, Neuseeländischer Flachs, Zwergpalme, Curauá

Fasern aus Früchten


- Kokos

Holz liefernde Pflanzen

Außereuropäische Nadelhölzer


- Flusszeder, Gelbkiefer, Mammutbaum, Helmlockstanne, Virginischer Sadebaum, Sumpfkiefer, Afrikanische Bleistiftzeder

Außereuropäische, besondere tropische Laubhölzer


- Balsaholz, Abachai, Senbaum, Honduras-Mahagoni, Limba, Echtes Mahagoni, Iroko, Gelbbirke, Teakbaum, Zuckerbirke, Gambia-Mahagoni, Makoré, Filzige Hickory, Palisander, Rio-Palisander, Eisenholzbaum, Ebenholzbaum, Pockholzbaum,

Holz von Monocotylen


- Bambus, Rattan

Kork liefernde Pflanzen


- Korkeiche

Gerbstoff liefernde Pflanzen


- Eiche

Kautschuk, Naturharze, Balsame und Lack liefernde Pflanzen


- Kautschukbaum, Guttaperchabaum, Balatbaum, Kaugummibaum

Wachs liefernde Pflanzen


- Balsamtanne, Mastixstrauch, Pockenholzbaum, Kaurifichte, Lacksumach, Wachspalmen, Jojoba, Wachsfeigenbaum,

Farbstoffe liefernde Pflanzen (Färberpflanzen, Färbepflanzen)


- Annattostrauch, Brasilholz, Camperchebaum, Färberwaid, Färberkrapp, Färberwau, Safranwurzel, Färbereiche, Färberdistel, Färberscharte, Hennastrauch, Indigostrauch, Kermesbeere, Rainfarn, Rukustrauch, Schminkwurz, Stockrose, Wiesenlabkraut

Insektizide liefernde Pflanzen


- Tubawurzel (Derris elliptica), Barbascowurzel (Lonchocarpus urucu), Bitterholzbaum (Quassia amara), Bauerntabak (Anabasin), Tabak, Niembaum, Pyrethrum

Energie und Kraftstoffe liefernde Pflanzen

Alkohol, Biodiesel und Öl aus Pflanzen;
- Löwenzahn, Energiemais, Kreuzblättrige Wolfsmilch, Kopaivabaum, Eucalyptus, Raps, Purgiernuss, Zuckerrohr

Medizinalpflanzen

Alkaloide als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen

Alkaloide acyclisch oder carbocyclisch


- Hirtentäschelkraut, Stinkender Gänsefuß, Geißraute, Walliser Meerträubel, Spanischer Pfeffer

Alkaloide heterocyclisch


- Gefleckter Schierling, Hundspetersilie, Wasser-Spleiße, Taumel-Lolch, Virginischer Tabak, Weißer Diptam, Tollkirsche, Bilsenkraut, Stechapfel, Glocken-Bilsenkraut, Besenginster, Gelbe Lupine, Goldregen, Färber-Ginster, Schlafmohn, Schöllkraut, Hohler Lerchensporn, Echter Erdrauch, Berberitze, Mutterkornpilz, Weißer Germer, Schwarzer Nachtschatten, Bittersüßer Nachtschatten, Echter Sturmhut, Gelber Sturmhut, Feld-Rittersporn, Buchsbaum, Eibe, Betäubender Kälberkropf, Beinwell, Echte Hundszunge, Kolben-Bärlapp, Tannen-Bärlapp

Glycoside als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen

Pflanzen mit Senföl-Glycosiden


- Schwarzer Senf, Weißer Senf, Echtes Löffelkraut, Brunnenkresse, Knoblauchsrauke, Winter-Rettich

Pflanzen mit Blausäure-Glycosiden


- Echte Mandel, Kirschlorbeer, Traubenkirsche

Pflanzen mit Anthra-Glycosiden

Pflanzen mit Emodin-Glycosiden

- Faulbaum, Kreuzdorn, Chinesischer Rhabarber, Rhapontik
Pflanzen mit Di- und Trioxyanthrachinon-Glycosiden

- Färberröte

Pflanzen mit Herzglycosiden (Digitalispflanzen)


- Roter Fingerhut, Gelber Fingerhut, Großblütiger Fingerhut, Wolliger Fingerhut, Maiglöckchen, Frühlings-Teufelsauge, Schwarze Nieswurz, Grüne Nieswurz, Oleander, Bunte Kronwicke, Goldlack

Pflanzen mit Saponinglycosiden (Saponinpflanzen)


- Seifenkraut, Duftende Schlüsselblume, Bittere Kreuzblume, Kornrade, Einbeere, Alpenveilchen, Efeu, Gewöhnliche Goldrute, Feld-Mannstreu, Stiefmütterchen, Wohlriechendes Veilchen, Sand-Birke, Ausdauerndes Bingelkraut, Rosskastanie, Spargel, Echter Schwarzkümmel, Türkischer Schwarzkümmel, Braunwurz, Hafer, Mais

Pflanzen mit Phenolglycosiden


- Bärentraube, Preiselbeere, Silberweide, Echtes Mädesüß

Pflanzen mit Cumaringlycosiden


- Echter Steinklee, Waldmeister, Wohlriechendes Ruchgras, Horn-Labkraut, Esche

Pflanzen mit Flavonglycosiden (Flavonpflanzen)


- Heidekraut, Schlehe, Färber-Wau, Sanddorn, Sonnenblume, Wildes Leinkraut, Skabiosen-Flockenblume

Pflanzen mit Anthocyanglycosiden (Antocyanpflanzen)

Pflanzen mit Xanthophyllen (Xanthophyllpflanzen)

Pflanzen mit Indoxylglycosiden


- Färber-Waid

weitere Glycoside enthaltende Arzneipflanzen


- Gnadenkraut, Rotbeerige Zaunrübe, Schwarzbeerige Zaunrübe, Zaun-Winde, Schwalbenwurz, Seidenpflanze, Eisenkraut, Safran, Blut-Weiderich

Gerbstoffe als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Sommer-Eiche, Winter-Eiche, Ruhrwurz, Schlangen-Knöterich, Heidelbeere, Kleiner Odermennig, Großer Wiesenknopf, Wald-Erdbeere, Brombeere, Wiesen-Frauenmantel, Blutauge, Hunds-Rose, Himbeere, Bach-Nelkenwurz, Echte Nelkenwurz, Wiesen-Storchschnabel, Wald-Storchschnabel, Kriechender Günsel, Schwarznessel, Kleine Brunelle, Heil-Ziest, Gundelrebe, Garten-Salbei, Acker-Scabiose, Sumpf-Herzblatt, Zweijährige Nachtkerze, Wald-Weidenröschen, Wassernuss, Echte Hauswurz, Wiesen-Flockenblume, Schwarz-Erle, Feld-Ulme, Walnussbaum, Edelkastanie, Essigbaum.

Ätherische Öle als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Sand-Kiefer, Wacholder, Sadebaum, Abendländischer Lebensbaum, Rainfarn, Mutterkraut, Garten-Salbei, Wermut, Gemeiner Beifuß, Eberreis, Echter Alant, Wohlriechender Gänsefuß, Haselwurz, Kalmus, Sumpfporst, Arnika, Garten-Ringelblume, Erzengelwurz, Wald-Engelwurz, Wiesen-Bärenklau, Echte Kamille, Römische Kamille, Schafgarbe, Garten-Thymian, Feld-Thymian, Fenchel, Anis, Kümmel, Koriander, Meisterwurz, Pfefferminze, Polei-Minze, Bohnenkraut, Echter Dost, Majoran, Melisse, Lavendel, Rosmarin, Bach-Nelkenwurz, Echte Nelkenwurz, Petersilie, Liebstöckel, Lorbeerbaum, Gartenraute, Wasserpfeffer, Kanadisches Berufkraut, Dorniger Hauhechel, Möhre, Echtes Johanniskraut, Schwarzer Holunder, Winter-Linde, Sommer-Linde, Großer Baldrian, Holunder-Baldrian, Kleiner Baldrian, Knoblauch, Bärlauch, Speise-Zwiebel

Stickstoffreie Bitterstoffe oder andere N-freie organische Substanzen Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Gelber Enzian, Echtes Tausendgüldenkraut, Bitterklee, Benediktenkraut, Wegwarte, Weißer Andorn, Wasserschierling, Poleiblättrige Gränke, Gift-Lattich, Hopfen, Hanf, Wurmfarn, Dorniger Schildfarn, Wald-Frauenfarn, Kammförmiger Südfarn, Zypressen-Wolfsmilch, Kuhschellen, Scharfer Hahnenfuß, Gift-Hahnenfuß, Knolliger Hahnenfuß, Sumpf-Dotterblume, Trollblume, Steife Waldrebe, Echte Waldrebe, Christophskraut, Gift-Primel, Gift-Sumach, Große Brennessel, Seidelbast, Eberesche, Zweigriffliger Weißdorn, Eingriffliger Weißdorn, Wiesen-Lein, Löwenzahn, Deutscher Bertram, Bleicher Schöterich

Stickstoffhaltige, nichtalkaloidische, nichtglycosidische Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Osterluzei, Herbstzeitlose, Mistel, Robinie, Garten-Bohne

Mucilaginosa als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Manns-Knabenkraut, Echter Eibisch, Stockrose, Wilde Malve, Große Königskerze, Huflattich, Gebräuchliches Lungenkraut, Isländisches Moos, Deutsche Schwertlilie, Flachs, Bockshornklee, Wildapfel

Organische Säuren als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Sauerampfer, Himbeere, Weinrebe

Anorganica als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Kieselsäurepflanzen: Acker-Schachtelhalm, Vogel-Knöterich, Sand-Hohlzahn, Echter Steinsame, Sand-Segge, Kanariengras
- Jodpflanzen: Blasentang, Brunnenkresse
- Salzpflanzen: Gemeines Salzkraut, Glasschmalz
- Radium speichernde Pflanzen: Kleine Wasserlinse

Vitamine als Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Hunds-Rose, Schwarze Johannisbeere

Chemisch wenig oder nicht erforschte Hauptwirkstoffe enthaltende Pflanzen


- Gemeine Heckenkirsche, Roter Holunder, Zwerg-Holunder, Gemeiner Schneeball, Rainweide, Rot-Buche, Blasenstrauch, Stechpalme, Pfaffenhütchen, Gefleckter Aronstab, Schlangenkraut, Mauerpfeffer, Trunkelbeere, Mariendistel, Sand-Strohblume, Gemeines Katzenpfötchen, Wasserdost, Artischocke, Waldkerbel, Gänse-Fingerkraut, Rundblättriger Sonnentau, Ufer-Wolfstrapp, Echtes Herzgespann, Garten-Kürbis, Tüpfelfarn, Buchweizen, Kicherling

Pilze mit Arznei- oder Giftstoffen


- Grüner Knollenblätterpilz, Weißer Knollenblätterpilz, Frühlings-Knollenblätterpilz, Gelblicher Knollenblätterpilz, Produktionstheorie der Betriebswirtschaftslehre und in der Mikroökonomie die Abhängigkeit der Produktionsmenge von den eingesetzten Produktionsfaktoren. Der (marginale) Skalenertrag entspricht der Steigung der Niveauproduktionsfunktion. Er zeigt an, um welchen Betrag sich die Produktion verändert, wenn der Einsatz aller Produktionsfaktoren marginal erhöht wird. Er entspricht der Grenzproduktivität (Grenzertrag) bei partieller Faktorvariation. Skalenerträge sind abzugrenzen von den Verbund- und Dichtevorteilen.

Arten von Skalenerträgen

Man spricht von konstanten Skalenerträgen, wenn eine Steigerung der Einsatzfaktoren x_1, x_2, .. um einen gegebenen Faktor eine Steigerung der Produktionsmenge um den gleichen Faktor zur Folge hat (Skalenelastizität gleich 1), wenn also für die Produktionsfunktion f gilt: f(a\cdot x_1,a\cdot x_2,\dots)=a\cdot f(x_1,x_2,\dots) Von steigenden Skalenerträgen spricht man, wenn die Produktionsmenge stärker steigt, als die eingesetzten Faktoren (Skalenelastizität größer 1): f(a\cdot x_1,a\cdot x_2,\dots)>a\cdot f(x_1,x_2,\dots) Für die unternehmerische Praxis interessant ist vor allem der Fall der steigenden Skalenerträge, in dem mit der Produktionsmenge die Grenzkosten sinken: Bei relativ niedrigen Produktionsmengen sind sowohl die Stückkosten eines einzelnen produzierten Exemplars bzw. einer Produktionseinheit, als auch die Grenzkosten (also die Kosten der letzten hergestellten Einheit) relativ hoch. Beide sinken mit steigender Produktionsmenge. Mathematisch ausgedrückt: \frac < 0 Hierbei stehen c' für die Grenzkosten und q für die erstellte Menge. Positive Skalenerträge, also sinkende Grenzkosten, sind die ökonomische Erklärung für die Massenproduktion. Sie treten aber auch bei der Erstellung praktisch aller öffentlichen Güter wie ÖPNV oder Elektrizität auf. In Wirtschaftszweigen mit unbegrenzt steigenden Skalenerträgen führt die (nur in der Theorie anzutreffende) vollständige Konkurrenz dazu, dass kein Produktionsbetrieb mehr seine Herstellkosten decken kann (was auch rein mathematisch beweisbar ist). Daher herrscht in solchen Wirtschaftszweigen vielfach ein (meist staatliches) Monopol. Fallende Skalenerträge (Skalenelastizität kleiner 1) kommen beispielsweise in der landwirtschaftlichen Produktion vor, wenn mit steigendem Einsatz der Produktionsfaktoren wie Arbeit und Düngemittel keine Ertragssteigerung um den gleichen Faktor mehr möglich ist. Die durch steigende oder fallende Skalenerträge erzielten Effekte nennt man auch Skaleneffekte. Bild:SinkSkalErtr.PNG|Abb. 1: sinkende Skalenerträge Bild:Produktionsgebirge.png|Abb 2: konstante Skalenerträge Bild:SteigSkalErtr.PNG|Abb. 3: steigende Skalenerträge

Ursachen für steigende Skalenerträge

Skalenerträge lassen sich auf Einsparungen bei der Massenproduktion zurückführen:
- Nutzung nicht-menschlicher oder nicht-tierischer Arbeitskräfte: Einsatz von Wind und Wasserkraft, Dampfmaschinen sowie Verbrennungs- und Elektromotoren.
- Vorteile aus der Arbeitsteilung, bei der komplexe Abläufe in einfache, leicht zu wiederholende Tätigkeiten zerlegt werden
- Einsparungen durch die Verwendung größerer Produktionsmittel, wie z. B. größere Öfen und Tanks
- Rationalisierungen durch den Einsatz automatisierter Produktionsmittel (Roboter)
- Verwendung normierter Teile und zentralisierte Reservehaltung
- Verbesserte Losgrößenabstimmung bei aufeinander folgenden Fertigungsstufen

Folgen

Steigende Skalenerträge begründen ein "natürliches Monopol". Sie werden auch als Grund für Unternehmenskonzentrationen genannt. Bei steigenden Skalenerträgen kann eine Firma mit einem Kapitaleinsatz von 2 Mio. € mehr produzieren als zwei Firmen mit einem Kapitaleinsatz von jeweils 1 Mio. €. Im Wettbewerb setzt sich also die große Firma gegen die beiden kleinen durch. Steigende Skalenerträge können so Ursache für Marktversagen sein. Als Grund für Unternehmenszusammenschlüsse oder Kooperationen sind sie allerdings umstritten, da steigende Skalenerträge eine Produktionsstätte bedingen. Dies wäre nur denkbar bei folgender Spezialisierung der Einzelunternehmen (statt in zwei Unternehmen jeweils zwei Produkte zu produzieren, wird jeweils nur ein Produkt pro Produktionsstätte produziert).

Weblinks


- Online-Skript von Prof. Dr. Wilhelm Lorenz: http://www.mikrooekonomie.de/ ---- Dieser Text basiert teilweise auf dem [http://www.mikrooekonomie.de/gl/gl.htm Mikroökonomie-Glossar] von Professor Wilhelm Lorenz und ist unter GNU-FDL lizenziert. Kategorie:Mikroökonomie

Insekten

Die Insekten (Insecta), auch Kerbtiere oder Kerfe genannt, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und mit weit über einer Million bekannter Arten zugleich die artenreichste Gruppe der Tiere überhaupt. Nach verschiedenen Hochrechnungen rechnet man allerdings mit einem Vielfachen tatsächlich existierender Arten, wobei vor allem in den tropischen Regenwäldern noch Millionen unentdeckter Arten vermutet werden. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich vom Lateinischen insectare, „einschneiden“, ab, was sich auf die stark voneinander abgesetzten Körperteile bezieht, der deutsche Begriff Kerbtiere geht auf den deutschen Schriftsteller Philipp von Zesen zurück. Früher wurde auch der wissenschaftliche Name Hexapoda (griechisch Sechsfüßer) verwendet, der heute für eine übergeordnete Gruppe reserviert ist (siehe dazu die Anmerkung im Systematik-Abschnitt weiter unten). Die Wissenschaft von den Insekten ist die Entomologie.

Merkmale

Entomologie (vorne)
3. Ocellus (oben)
4. Komplexauge (Facettenauge)
5. Gehirn
6. Prothorax
7. rückseitige (dorsale) Arterie
8. Tracheen
9. Mesothorax
10. Metathorax
11. Erstes Flügelpaar
12. Zweites Flügelpaar
13. Mitteldarm
14. Herz
15. Eierstock
16. Hinterdarm (Rektum)
17. Anus
18. Vagina
19. bauchseitiges Nervensystem mit Ganglien
20. Malpighische Drüse
21. Tarsomer
22. Prätarsus
23. Tarsus
24. Tibia
25. Femur
26. Trochanter
27. Vorderdarm
28. Thoraxganglion
29. Coxa
30. Speicheldrüse
31. Unterschlundganglion
32. Mundwerkzeuge
]] Die Größe der Insekten variiert sehr stark und liegt bei den meisten Arten zwischen einem und 20 Millimeter. Die kleinsten bekannten Arten sind dabei Vertreter der zu den Käfern gehörenden Federflügler sowie Erzwespen mit Körperlängen um 0,2 Millimeter. Die größten bekannten Insekten sind Stabheuschrecken mit etwa 33 Zentimetern Körperlänge sowie der Bockkäfer Titanus giganteus mit einer Körperlänge von 16 Zentimeter und dabei einer Breite von etwa 6 Zentimetern.

Äußere Anatomie

Allen Insekten gemeinsam ist die meist deutlich sichtbare Gliederung des Leibes in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen), der feste Chitinpanzer, das Vorhandensein von drei Beinpaaren (die auch zu „Flossen“ oder „Armen“ umgebildet sein können), ein komplizierter Apparat von Mundwerkzeugen (Mandibeln) und Atemtracheen.

Lebensräume

Insekten sind mit Ausnahme der Ozeane in fast allen Lebensräumen und Gebieten der Erde zu finden. Dabei existiert die größte Artenvielfalt in den tropischen Gebieten während in Extremlebensräumen wie den Polargebieten, den Hochgebirgen und den küstennahen Meeresgebieten nur sehr wenige hochangepasste Insektenarten leben. So findet man etwa in der Antarktis die Zuckmückenart Belgica antarctica oder einzelne zu den den Wasserläufern gehörende Wanzen sowie die Zuckmücken der Gattung Clunio auf der Meeresoberfläche. Einige Arten sind sehr stark spezialisiert und kommen entsprechend nur in besonders geeigneten Lebensräumen vor (stenöke Arten), andere dagegen können in fast allen Lebensräumen mit Ausnahme der Extremlebensräume leben (euryöke Arten) und wurden teilweise durch den Menschen weltweit verbreitet, so dass sie heute Kosmopoliten darstellen.

Ontogenese

Anhand ihrer Ontogenese (Entwicklung) werden sie in holometabole und hemimetabole Insekten unterteilt. Holometabole Insekten durchlaufen eine Metamorphose, ausgehend vom Ei über die Larve zur Puppe und dann zum erwachsenen Tier (Imago). Die Larve hat oft nicht die geringste physische Ähnlichkeit mit der Imago. Beispiele sind Ameisen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und andere. Hemimetabole Insekten haben kein Puppenstadium, die Larve ähnelt in Grundzügen dem erwachsenen Tier. Beispiele hierfür sind Silberfischchen, Heuschrecken, Libellen, Eintagsfliegen und andere. Es gibt Insekten in allen Lebensräumen der Erde mit Ausnahme der Arktis, der Antarktis und des offenen Meeres. Die artenreichste Untergruppe der Insekten sind die Käfer.

Systematik

Drei Gruppen, die traditionell zu den Insekten gezählt wurden, die Springschwänze (Collembola), Doppelschwänze (Diplura) und Beintastler (Protura) gelten heute nicht mehr als eigentliche Insekten. Sie werden zusammen mit diesen hier innerhalb der übergeordneten Gruppe der Sechsfüßer (Hexapoda) geführt.
- Unterklasse Felsenspringer (Archaeognatha)
- Unterklasse Fischchen (Zygentoma)
- Unterklasse Fluginsekten (Pterygota)
  - Überordnung Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
  - Überordnung Libellen (Odonata)
  - Überordnung Neuflügler (Neoptera)
      - Ordnung Steinfliegen (Plecoptera)
      - Ordnung Tarsenspinner (Embioptera)
      - Ordnung Grillenschaben (Notoptera)
      - Ordnung Ohrwürmer (Dermaptera)
      - Ordnung Fangschrecken (Mantodae)
      - Ordnung Schaben (Blattodea)
      - Ordnung Termiten (Isoptera)
    - Orthopteroidea
      - Ordnung Gespenstschrecken (Phasmatodea)
      - Ordnung Gladiatoren (Mantophasmatodea)
      - Ordnung Langfühlerschrecken (Ensifera)
      - Ordnung Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
      - Ordnung Bodenläuse (Zoraptera)
      - Ordnung Staubläuse (Psocoptera)
      - Ordnung Tierläuse (Phthiraptera)
      - Ordnung Fransenflügler (Thysanoptera)
      - Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera)
      -
- Unterordnung Gleichflügler (Homoptera)
      -
- Unterordnung Wanzen (Heteroptera)
      -
- Unterordnung Scheidenschnäbler (Coleorrhyncha)
    - Holometabola
      - Ordnung Schlammfliegen (Megaloptera)
      - Ordnung Kamelhalsfliegen (Raphidioptera)
      - Ordnung Hafte, Netzflügler (Planipennia)
      - Ordnung Käfer (Coleoptera)
      - Ordnung Fächerflügler (Strepsiptera)
      - Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
      - Ordnung Köcherfliegen (Trichoptera)
      - Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
      - Ordnung Schnabelfliegen (Mecoptera)
      - Ordnung Flöhe (Siphonaptera)
      - Ordnung Zweiflügler (Diptera) Siehe auch: Systematik der Insekten

Insekten und Menschen

Eine Reihe von Insekten ist als Schädling (Ungeziefer) an Nutz- und Zierpflanzen, Holzkonstruktionen und -produkten (Holzschutz) und Nahrungsvorräten bekannt, andere leben als Parasiten am Menschen und seinen Haustieren. Ferner sind einige Insekten Überträger von Krankheiten wie der Rattenfloh für die Pest oder Mücken der Gattung Anopheles für die Malaria. Als Nutztiere hält der Mensch vor allem die Honigbiene, die Raupe des Seidenspinners sowie in vielen Ländern Heuschrecken und Grillen als Nahrungsmittel. Der Verzehr von Insekten ist über große Teile Südostasiens und Mittel- bzw. Südamerikas verbreitet und wird als Entomophagie bezeichnet. Einige Insekten werden auch als Haustiere in Terrarien gehalten. Besonders zu nennen sind dabei die Ameisen, die in Formicarien gehalten werden. Sie gehören zu den Hautflüglern und sind somit enge Verwandte der Bienen, Wespen und Hornissen.

Materialien zu Insekten

Hornisse Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film) – 8 MB XviD in ogg-Container
Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.

Museen/Sammlungen

ogg Stift Admont (Stmk., Österreich): Die wissenschaftliche Insektensammlung im Naturhistorischen Museum von Pater Gabriel Strobl (1846-1925) beinhaltet 252.000 Exemplare aus 57.000 verschiedenen Arten. Die Dipteren-Sammlung zählt mit ihren etwa 80.000 aufbewahrten Exemplaren und ca. 7.500 verschiedenen Artnamen zu den drei bedeutendsten Fliegen-Kollektionen in Europa.

Literatur


- Michael Chinery: Field Guide to Insects of Britain and Northern Europe. 3. Auflage. Harper Collins, 1993, S. 448, ISBN 0-00219-918-1
- Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten. Franckh-Kosmos, o. O. 2004, S. 328, ISBN 3440099695
- Christopher O’Toole: Faszinierende Insekten. Bechtermünz Verlag, S. 223, ISBN 3-8289-1584-1
- E. Stresemann (Begr.), H.-J. Hannemann, B. Klausnitzer, K. Senglaub: Exkursionsfauna von Deutschland, Wirbellose: Insekten. 9. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2000, S. 959, ISBN 3-8274-0922-5

Weblinks


- [http://www.arthropods.de/ ausführliche Insektenseite]
- [http://www.insektenbox.de Systematik, Körperbau, Fotos und Angaben zur Lebensweise von über 500 Insektenarten in Mitteleuropa]
- [http://www.ent.iastate.edu/list/ Iowa State Entomology Index of Internet Resources] (engl. Seite: The directory and search engine of insect-related resources on the Internet)
- [http://bugbios.com/ Bugbios – Insects on the Web] (engl. Seite)
- [http://www.faunistik.net/DETINVERT/_KEYS/ORDERS/order_001.html Insektenbestimmung]
- [http://www.phasmidenwelt.de/html/visualisierte_anatomie.html Anatomie eines Insekts] (Flash-Datei)
- [http://www.stiftadmont.at] Insektensammlung im Stift Admont ! ja:昆虫類 ko:곤충 ms:Serangga simple:Insect th:แมลง

Pilz

Die Pilze (Fungi) bilden neben den Tieren, Pflanzen und Protisten ein eigenes Reich. Als Eukaryoten besitzen Pilzzellen mindestens einen echten Zellkern (Nukleus) und ein Cytoskelett. Die Vermehrung und Ausbreitung erfolgt geschlechtlich und ungeschlechtlich durch Sporen oder vegetativ durch Ausbreitung (eventuell mit Fragmentierung) der in verschiedenen Fällen sehr langlebigen Myzelien bzw. Mykorrhizen. Pilze sind heterotroph und ernähren sich meist durch das Ausscheiden von Enzymen in die unmittelbare Umgebung, wodurch Nährstoffe aufgeschlossen werden und in die Zellen aufgenommen werden können. Lange zu den Pflanzen gerechnet, gelten Pilze heute aufgrund genetischer und physiologischer Eigenschaften als wesentlich näher mit den Tieren verwandt. Pilze kommen wie die Backhefe als Einzeller oder wie etwa der Steinpilz als Mehrzeller vor. Von den Pflanzen unterscheiden sich die Pilze durch ihre heterotrophe Lebensweise, die ohne das Pigment Chlorophyll auskommt, und durch das Vorkommen von Chitin in der Zellwand. Von den Tieren unterscheiden sie sich unter anderem durch das Vorhandensein einer Zellwand. Die früher als „Niedere Pilze“ bezeichneten Gruppen, also Schleimpilze, pilzähnliche Protisten wie die Eipilze (Oomycota) oder Hypochytriomycota werden heute nicht mehr zu den Pilzen (Fungi) gezählt. Die Lehre von den Pilzen ist die Mykologie. Das Wort „Pilz“ entstammt dem Althochdeutschen buliz und ist wahrscheinlich vom lateinischen boletus abgeleitet. Hieraus entwickelte sich über bülez und schließlich bülz die moderne Form des Wortes. In Süddeutschland wird anstelle von Pilz auch das Wort Schwammerl verwendet.

Aufbau der Pilze

Das Größenspektrum der Pilze reicht von mikroskopisch kleinen Arten bis zu den leicht erkennbaren Großpilzen. Das Myzel einer Hallimaschart (
Armillaria ostoyae, in Amerika Honey Mushroom genannt) aus dem Malheur National Forest (USA) ist mit einer Ausdehnung von 900 Hektar und einem geschätzten Alter von 2400 Jahren eines der ältesten und das größte Lebewesen der Erde. Pilze existieren in zwei unterschiedlichen Formen: als Hyphengeflecht oder als Einzeller (Hefen oder auch Sprosspilze genannt). Hefen sind einzellige Stadien, die sich hauptsächlich asexuell durch Bildung von Blastokonidiosporen oder durch Sprossung vermehren. Sprossung Die Hyphen bilden im Substrat ein mikroskopisches Geflecht, das Myzel genannt wird. Dieses nimmt Nährstoffe aus der Umgebung auf. Die Hyphen bestehen aus einzelnen Hyphenzellen, die durch Septen voneinander getrennt sind. Die Septen (Trennwände) enthalten Poren, die einen Austausch von Cytoplasma gewährleisten. Der Pilz liegt in seiner vegetativen Phase entweder als Myzelium oder Sprosszelle vor; er lebt im Substrat wie dem Boden, Holz oder Pflanzengewebe. Die verschiedenen Fruchtkörper der Großpilze sind das äußerlich auffälligste Erkennungsmerkmal; ob hut-, keulen-, knollen- oder krustenförmig, bestehen sie aus verflochtenen Hyphen, die ein „Scheingewebe“ (Plektenchym) bilden. Vielzellige Hyphenaggregationen werden auch Thalli genannt. Die Fruchtkörper stellen jedoch nur einen kleinen Teil des Gesamtorganismus Pilz dar, und dienen der Vermehrung durch Bildung von Sporen, die aus einer Meiose hervorgegangen sind. Die Sporen werden bei vielen Pilzen in besonderen Fruchtschichten der Fruchtkörper gebildet (Hymenien). Bei Hutpilzen befindet sich die Fruchtschicht unter dem Hut; sie kann aus Leisten, Lamellen oder Röhren bestehen. Bei vielen Schlauchpilzen befindet sich das Hymenium knapp unter der Oberfläche des Fruchtkörpers in kleinen Kammern (Perithekien), die wie Pusteln aussehen. Hymenium In den Zellwänden der Hyphen kommen als Baustoffe Chitin, Hemizellulosen, Lipide, Proteine und andere Stoffe vor. Die Hyphen können sich auch stark abwandeln und spezialisieren; so bilden pflanzenparasitische Pilze oft Haustorien aus. Diese stülpen sich in pflanzliche Zellen, um dort Nährstoffe aufzunehmen. Einige bodenbewohnende, carnivore (fleischfressende) Pilze sind sogar in der Lage, mit ihren Hyphen Schlingfallen für kleine Fadenwürmer Nematoden auszubilden. Beim Durchkriechen werden die Nematoden dadurch festgehalten, dass sich der Hyphendurchmesser der Schlingenhyphe schnell vergrößert und sich somit die Schlingenöffnung schnell verkleinert. Eine andere Abwandlung vegetativer Hyphen sind die Substrat- oder Lufthyphen. Mehrere Bündel von Hyphen legen sich parallel aneinander und bilden makroskopisch sichtbare Hyphenstränge(Synnemata), aus denen je nach Milieu- oder Umweltänderung entweder Überdauerungsorgane (Sklerotien, Chlamydosporen) oder ungeschlechtlich erzeugte Sporen entstehen können (Konidiosporen). Die vermutlich ursprünglichste Form der Pilze, die Töpfchenpilze (Chytridiomycota) bilden keine Hyphen, sondern einen undifferenzierten Thallus aus. Bei vielen Töpfchenpilz-Arten kommen während ihres Lebenszyklus